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		<title><![CDATA[Christsein Verstehen]]></title>
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		<description><![CDATA[Ein christlicher Blog und Podcast, der theologische Sachfragen und christliche Erfahrungen thematisiert und zu einem Dialog einlädt.]]></description>
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		<lastBuildDate>Thu, 16 Apr 2026 09:15:00 +0200</lastBuildDate>
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			<title><![CDATA[Papst Leo XIV. über Krieg und Frieden]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000002A1"><div class="imHeading1"><span class="imUl">Papst Leo XIV. über Krieg und Frieden</span></div><div class="imHeading2 imTACenter"><span class="imUl">Kommentierte Dokumentation seiner Ansprache am 11. April 2026</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/04/2026</span></div><div><br></div><div>Papst Leo XIV. hat sich schon mehrfach zum Friedensthema geäußert und dazu aufgerufen, die gegenwärtigen Kriege zu beenden. Am vergangenen Samstag, dem 11. April 2026, fand im Petersdom in Rom auf seine Einladung hin ein Friedensgebet statt, in welchem der Papst eine ermutigende Ansprache hielt. Sogar Donald Trump fühlte sich angesprochen und setzte einen wütenden und bizarren Post ab.</div><div><br></div><div>Ich bin evangelisch, aber der Papst hat mir aus der Seele gesprochen. Hier dokumentiere ich seine Ansprache abschnittsweise im Wortlaut und kommentiere sie.*</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Ein Krümelchen Glaube statt Götzendienst</div><div><br></div><div>Papst Leo begann seine Ansprache folgendermaßen:</div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Liebe Brüder und Schwestern,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">euer Gebet ist Ausdruck jenes Glaubens, der nach den Worten Jesu Berge versetzt (vgl. Mt 17,20). Danke, dass ihr dieser Einladung gefolgt seid und euch hier am Grab des heiligen Petrus wie auch an vielen anderen Orten der Welt versammelt habt, um für den Frieden zu beten. Der Krieg trennt, die Hoffnung verbindet. Die Selbstherrlichkeit tritt nieder, die Liebe erhebt. Götzendienst macht blind, der lebendige Gott erleuchtet. Ein wenig Glaube, ein Krümelchen Glaube genügt, ihr Lieben, um gemeinsam, als Menschheit und mit Menschlichkeit, dieser dramatischen Stunde der Geschichte zu begegnen. Das Gebet ist nämlich kein Zufluchtsort, um uns unserer Verantwortung zu entziehen, es ist kein Betäubungsmittel, um den Schmerz zu vermeiden, den so viel Ungerechtigkeit auslöst. Es ist vielmehr die selbstloseste, umfassendste und wirkungsvollste Antwort auf den Tod: Wir sind ein Volk, das bereits aufersteht! In einem jeden von uns, in jedem Menschen lehrt der innere Meister nämlich den Frieden, er drängt zur Begegnung und regt uns zum Gebet an. Lasst uns also den Blick erheben! Erheben wir uns aus den Trümmern! Nichts kann uns auf ein vorbestimmtes Schicksal festlegen, auch nicht in dieser Welt, in der es anscheinend noch nicht genug Gräber gibt, weil man weiter kreuzigt und Leben vernichtet, ohne Recht und ohne Gnade.</span></i></span><br></div><div><br></div><div>Der Papst spricht gleich zu Beginn seiner Andacht so deutliche Worte, wie ich sie bis jetzt von offizieller kirchlicher Seite noch nicht gehört habe: Er stellt den Krieg auf eine Stufe mit Selbstherrlichkeit und Götzendienst. Dem stellt er Liebe, Hoffnung und die Erleuchtung durch Gott gegenüber. Damit sagt der Papst nicht weniger als dies: Diejenigen, die Krieg führen und unterstützen, betreiben Götzendienst, während diejenigen, die Liebe üben, von Gott erleuchtet sind.</div><div><br></div><div>Das ist nicht nur mutig, sondern man könnte es auch als überheblich bezeichnen. Woher nimmt der Papst das Recht, die Krieg Führenden als Götzendiener zu verurteilen, denen es an der Erleuchtung durch Gott mangelt? Man merkt: Hier spricht jemand, der für sich Autorität beansprucht. Er spricht nicht nur als unzulänglicher Mensch, sondern als jemand, der sich von der Kraft Gottes, der Kraft des heiligen Geistes, beschenkt weiß. Er versteht sich selbst nicht nur als verirrter Sünder, der den Weg nicht weiß, sondern zugleich als von Gott berufener und mit Einsicht beschenkter Heiliger, so wie auch das Neue Testament an vielen Stellen die Glaubenden als Heilige bezeichnet (z.B. Röm 16,2; Kol 3,12).</div><div><br></div><div>Ich habe heute manchmal das Gefühl, dass viele Christinnen und Christen sich als Unwissende, Verunsicherte und Zweifelnde verstehen, damit aber sich selbst als Glaubende und ihren Glauben in Wort und Tat Bezeugende im Grunde schon aufgegeben haben. Aber die Verunsicherten, Unwissenden und Zweifelnden werden von Gott hoch geschätzt und mit Aufgaben betraut, die sie sich selbst niemals zugetraut hätten (Lk 5,31f). Darum dürfen und sollen wir als Glaubende mutig vorangehen und unseren Glauben mit Wort und Tat weitergeben ‒ in aller Selbstkritik und Selbstbescheidung, aber nicht in einem Schweigen, Nichtwissen und Nichtstun, das sich auf die eigene Unzulänglichkeit beruft.</div><div><br></div><div>Deshalb stellt der Papst fest, dass schon "ein wenig Glaube, ein Krümelchen Glaube" ausreiche, um menschlich in dieser Welt zu wirken. Wenn wir auch nur ein Krümelchen Glauben haben, dann können wir gemeinsam die Welt verändern – in der Kraft Gottes nämlich, und das heißt in der Kraft des Gebets und der verantwortlichen Tat. Gott will doch auch durch uns wirken! Wenn nicht durch uns, durch wen dann?</div><div><br></div><div>Der Papst spricht die Dringlichkeit unseres Wirkens an, indem er unsere Zeit eine "dramatische Stunde der Geschichte" nennt. Endlich jemand, der die Dramatik und Gefahr der gegenwärtigen Kriegspolitik erkennt und beim Namen nennt! Darum ist das Gebet für eine andere Politik so wichtig. Aber das Gebet ist, so der Papst, weder ein Zufluchtsort noch ein Betäubungsmittel, "um uns unserer Verantwortung zu entziehen" oder "den Schmerz zu vermeiden". Im Gegenteil! Wer betet, tritt selbst in die Verantwortung und nimmt Teil am Schmerz der Millionen, deren Leben im Krieg auf vielfältige Weise zerstört wird.</div><div><br></div><div>Darum ist das Gebet die "wirkungsvollste Antwort auf den Tod: Wir sind ein Volk, das bereits aufersteht!" Haben wir das vergessen? Haben wir die Auferstehung ins Jenseits verlegt und damit das Diesseits dem Tode und dem Töten preisgegeben? Achten wir es für gering, dass wir bereits "neue Kreaturen" sind (2Kor 5,17), dass wir bereits mit Christus von den Toten auferstanden sind (Kol 2,12), dass das ewige Leben für uns bereits begonnen hat (Joh 5,24), wenn auch nicht in ewiger Vollkommenheit, so doch in zeitlicher (Mt 5,48)? Verachten wir damit nicht die Kraft Gottes, die schon jetzt neue Menschen aus uns machen will?</div><div><br></div><div>Weil das nicht sein darf, ruft der Papst jeden Menschen auf: "Erheben wir uns aus den Trümmern!" Es ist nicht ausgemacht, was aus der Welt wird, stellt der Papst fest. Die Zukunft der Welt, in der "weiter gekreuzigt und Leben vernichtet" wird, liegt nicht in der Hand der Kriegführenden, sondern in der Hand des Gottes, der diese Welt zum Leben erschaffen hat und nicht zur Vernichtung von Leben. Und weil das Geschick der Welt in der Hand Gottes liegt, ist es unsere Aufgabe, die Aufgabe der an ihn Glaubenden, uns aus den Trümmern zu erheben – auch aus den Trümmern unserer politischen Vorlieben und gefühlsmäßigen Festlegungen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Eigene Lebenshingabe statt Grauen des Krieges</div><div><br></div><div>Papst Leo macht sich nach diesem furiosen Beginn das Wort eines seiner Vorgänger, Johannes Paul II., zu eigen:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der heilige Johannes Paul II., ein unermüdlicher Botschafter des Friedens, sagte im Zusammenhang der Irak-Krise im Jahr 2003 mit bewegter Stimme: "Ich gehöre der Generation an, die den Zweiten Weltkrieg erlebt und überlebt hat, und habe daher die Pflicht, allen jungen Menschen, all jenen, die jünger sind als ich und diese Erfahrung nicht gemacht haben, zu sagen: 'Nie wieder Krieg!' Eben dies betonte Paul VI. bei seinem ersten Besuch bei den Vereinten Nationen. Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun! Wir wissen sehr wohl, dass ein Friede um jeden Preis nicht möglich ist. Aber wir wissen auch, wie groß diese Verantwortung ist" (</span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">Angelus</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, 16. März 2003). Seinen so aktuellen Appell mache ich mir zu eigen.</span></span></i></div><div><br></div><div>Ein Großteil der jetzt herrschenden und die Welt bevölkernden Menschen hat den Zweiten Weltkrieg nicht erlebt. Es fehlt ihnen die Erfahrung des Grauens und des Millionenfachen Sterbens. Wem diese Erfahrung fehlt, der kann sich den Horror des Krieges nur bedingt vorstellen. Krieg ist schlimmer als unsere Vorstellung von ihm. Dennoch kann jeder Mensch aus christlicher Verantwortung das teilen, was Johannes Paul ausdrückte und Leo sich zu eigen macht: "Nie wieder Krieg! [...] Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun!"</div><div><br></div><div>Wie anders klingt dagegen die sogenannte Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die sich zu keinem "Nie wieder Krieg!" durchringen konnte. Stattdessen rechtfertigt sie den Krieg und seine Unterstützung durch Waffenlieferungen, weil der Krieg angeblich vor Gewalt schütze und das Recht bewahre. Aber wen schützt denn die Gewalt, wenn das Land in Trümmern liegt und Millionen Menschenleben im Krieg zerstört werden? Und wessen Recht wird gewahrt, wenn die Bomben unterschiedslos unschuldige Menschen töten? Warum denken die Verfasser dieser Denkschrift nicht von den Opfern des Krieges, sondern offensichtlich von den Überlebenden her, die nach dem Krieg vielleicht in der von ihnen frei gewählten Ordnung weiterleben dürfen, aber dennoch nicht ungeschoren davongekommen sind? Der Krieg hinterlässt in allen seine zerstörerischen Spuren, er findet weltweit seine Nachahmer und wirkt noch in den späteren Generationen zerstörerisch. Auch nach dem Krieg, der "gewonnen" wurde, gibt es nicht einfach Frieden, als ob nichts gewesen wäre.</div><div><br></div><div>Dass "ein Friede um jeden Preis nicht möglich ist", weiß auch Papst Leo. Ein Friede um jeden Preis wäre kein Friede. Aber gerade darum stellt Leo die Frage nach unserer christlichen Verantwortung: Hat der Friede nicht immer seinen Preis? Ist es christlich zu verantworten, dass wir für den Frieden beten, aber gar keinen Preis für ihn zahlen wollen? Ist es christlich zu verantworten, unser gewohntes Leben weiterführen zu wollen und andere den Preis dafür zahlen zu lassen? Ist es zu verantworten, unser eigenes Leben über das Leben der anderen zu stellen? Bedeutet Christusnachfolge nicht, das Wagnis der Lebenshingabe für unsere Feinde einzugehen (Mt 5,44), so wie Christus sein Leben zu unserer Versöhnung hingegeben hat, "als wir seine Feinde waren" (Röm 5,10)?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Vertrauen auf Gott statt geopolitische Feindschaft</div><div><br></div><div>Grundlage des christlichen Eintretens für den Frieden ist für den Papst offenbar das Gebet, zu dem er jetzt zurückkehrt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Gebet lehrt uns zu handeln. Die begrenzten menschlichen Möglichkeiten verbinden sich im Gebet mit den unendlichen Möglichkeiten Gottes. Gedanken, Worte und Taten sprengen so die teuflische Fessel des Bösen und stellen sich in den Dienst des Reiches Gottes: eines Reiches, in dem es weder Schwerter noch Drohnen, weder Rache noch Verharmlosung des Bösen und auch keinen ungerechten Gewinn gibt, sondern allein Würde, Verständnis und Vergebung. Damit haben wir einen Damm gegen jene Allmachtsphantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden. Das Gleichgewicht in der Menschheitsfamilie ist schwer erschüttert. Sogar der heilige Name Gottes, des Gottes des Lebens, wird für Todesreden herangezogen. So verschwindet eine Welt von Brüdern und Schwestern mit einem einzigen Vater im Himmel, und wie in einem nächtlichen Albtraum erscheinen allerorts Feinde. Überall sind Drohungen zu vernehmen, statt Aufrufe zum Zuhören und zur Begegnung. Brüder und Schwestern, wer betet, ist sich seiner Grenzen bewusst, er tötet nicht und droht nicht mit dem Tod. Dem Tod unterworfen ist hingegen, wer dem lebendigen Gott den Rücken gekehrt hat, um sich selbst und seine eigene Macht zum stummen, blinden und tauben Götzen zu machen (vgl. Ps 115,4-8), dem alle Werte geopfert werden und der verlangt, dass die ganze Welt vor ihm die Knie beugt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Im Gebet bitten wir um die unendlichen Möglichkeiten Gottes: "Bei Gott sind alle Dinge möglich" (Mk 10,27). Aber diese unendlichen Möglichkeiten Gottes verbinden sich im Gebet mit unseren begrenzten Möglichkeiten, die von Gott her sogar eine Entgrenzung erfahren: "Alles ist möglich dem, der glaubt" (Mk 9,23). Der Papst sieht glasklar, dass das Beten für den Frieden ohne das tatkräftige Handeln für den Frieden ein Unding ist – wie auch umgekehrt unser von Natur aus begrenztes Handeln ohne das vertrauensvolle Gebet, das für unser Handeln Wirksamkeit erbittet.</div><div><br></div><div>Beides zusammen hat Sprengkraft: "Gedanken, Worte und Taten sprengen so die teuflische Fessel des Bösen". Im Reich Gottes, nach dem wir trachten sollen (Mt 6,33; Lk 12,31), gibt es keine Waffen, keine Vergeltung, keine Verharmlosung des Krieges und keinen ungerechten Gewinn – all diese Auswüchse des Bösen in unserer Welt, die wir täglich erleben, entsprechen nicht dem Reich Gottes, sondern einem teuflischen Reich. Denn im Reich Gottes gibt es "allein Würde, Verständnis und Vergebung." Wie sehr wird die Menschenwürde mit Füßen getreten! Wie sehr fehlt es an Verständnis für die eigene Mitschuld am zerstörerischen Handeln des Feindes! Und wie sehr mangelt es an Vergebung – eine Vergebung, die bereit ist, einen Preis dafür zu zahlen, so wie Jesus den Preis seines Lebens zahlte für die Vergebung, die von ihm ausging (Hebr 9,22).</div><div><br></div><div>Der Papst benennt, was sich dem Frieden alles entgegenstellt: Drohungen, Allmachtsphantasien, Missbrauch des Namens Gottes, das Verschwinden des Glaubens an den <span class="fs14lh1-5"><b>einen </b></span>Gott und damit das Verschwinden unserer Menschheitsfamilie aus Schwestern und Brüdern. Haben wir keinen Gott mehr, dann gibt es unter Gottes Geschöpfen keine Schwestern und Brüder mehr, sondern nur noch Konkurrenten, Gegner, Bedrohungen – "allerorts Feinde". Genau das können wir täglich beobachten: Die Welt ist voller geopolitischer Bedrohungen, wird uns gesagt. Wenn der eine zuckt, muss der andere sich wappnen, sagt die Politik. Wird der Krieg hier verloren, ermutigt das den nächsten Feind, der schon im Visier ist. Bewaffnen wir uns nicht bis an die Zähne, werden wir morgen überrollt. Sind wir nicht mit unseren Waffen in der ganzen Welt präsent, werden wir bald ins Hintertreffen geraten. Haben wir mit unseren Verbündeten nicht die Vorherrschaft, dann ist unser Schicksal besiegelt.</div><div><br></div><div>In solchen Kategorien denken und handeln die Mächtigen dieser Welt. Die europäischen Regierungen sind davon nicht ausgenommen. Ich frage mich: Was ist das für eine Welt, in der diese Regierenden leben? Wie angstbestimmt ist diese Welt? Wie soll denn jemals Frieden einziehen, wenn man von vornherein überall nur Feinde sieht? Wie will man friedensfähig werden, wenn man nicht ein Minimum an Vertrauen aufzubringen bereit ist? Weil so kein Frieden möglich ist, mahnt der Papst "zum Zuhören und zur Begegnung". Vertrauen, Zuhören und Begegnung sind aber nie ohne ein Restrisiko. Wir leben in einer Welt, die von keinem Leben nach dem Tod weiß und deshalb das Risiko des Todes minimieren will. Die Politik will es durch militärische Stärke und Kriege gegen die allerorts sichtbaren Feinde minimieren – und vergrößert dadurch nur das Todesrisiko. Darum steht die Welt vor der Frage, ob sie dieses Restrisiko eingehen will oder ob sie sich selbst und ihre Macht "zum stummen, blinden und tauben Götzen" erheben will, "dem alle Werte geopfert werden und der verlangt, dass die ganze Welt vor ihm die Knie beugt."</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Entscheidung für den Frieden statt für militärische Stärke</div><div><br></div><div>Für Christinnen und Christen sollte klar sein, vor wem sie ihre Knie zu beugen haben (Phil 2,10). Darum ruft der Papst noch einmal vehement auf:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg! Wahre Stärke zeigt sich im Dienst am Leben. Johannes XXIII. schrieb in evangeliumsgemäßer Schlichtheit: "Der Friede [ist] von höchstem Wert für alle: für die einzelnen Menschen, für den häuslichen Herd, für die Völker und schließlich für die gesamte Menschheitsfamilie". Und in Wiederholung der markanten Worte Pius XII. fügte er hinzu: "Nichts ist mit dem Frieden verloren. Aber alles kann mit dem Krieg verloren sein" (Enzyklika </span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">Pacem in terris</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, 62).</span></span></i></div><div><br></div><div>Wir haben es geschafft, Stärke mit militärischer und wirtschaftlicher Überlegenheit gleichzusetzen. Doch wenn alle nach solcher Stärke streben, kann es keinen Frieden geben. Frieden gibt es nur, wenn wir dem Leben dienen. Nicht der ist stark, der den anderen unterdrücken kann, sondern der, der ihm dient. Wie konnte die Christenheit das vergessen? Das griechische Wort für Umkehr, metánoia, heißt auch Umdenken: Wir müssen umdenken und uns den weltlichen Vorstellungen von Stärke widersetzen. In der Konkurrenzgesellschaft mag Überlegenheit Stärke sein; im christlichen Miteinander besteht Stärke im Dienst. Stärke zeig sich im Dasein für andere und im nie auszuschließenden Wagnis, vom anderen schwach gemacht zu werden (2Kor 12,10).</div><div><br></div><div>"Alles kann mit dem Krieg verloren sein", weiß der Papst. Darum ruft er auf:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Vereinen wir also die moralische und geistliche Kraft von Millionen, ja Milliarden von Männern und Frauen, von Alten und Jungen, die heute an den Frieden glauben, die sich heute für den Frieden entscheiden, die die Wunden heilen und die Schäden beheben, die der Wahnsinn des Krieges hinterlassen hat. Ich erhalte viele Briefe von Kindern aus Konfliktgebieten: Wenn man sie liest, erkennt man angesichts ihrer Unschuld das ganze Grauen und die Unmenschlichkeit von Taten, mit denen sich manche Erwachsene stolz brüsten. Hören wir auf die Stimme der Kinder!</span></i></span></div><div><br></div><div>Wir sollen uns für den Frieden entscheiden. Es ist wirklich eine bewusste Entscheidung, die der Mensch trifft: Ich will nicht mehr der Starke, der Überlegene sein, sondern ich will dem anderen dienen. Ich bin bereit, deswegen eine Niederlage zu erleiden. Ich vertraue darauf, dass der Herr der Geschichte dennoch meinen Weg segnen wird. Und ich bin bereit, im Extremfall einen Leidensweg zu gehen anstatt anderen Leid zuzufügen.</div><div><br></div><div>Diese Haltung haben wir nicht immer schon, sondern wir müssen uns zu ihr aktiv entscheiden. Das fällt nicht leicht in einer Welt, die den entgegengesetzten Weg geht. Aber billiger ist der Friede nicht zu haben. Dietrich Bonhoeffer hat von Gottes Gnade gesprochen, die einen Preis hat: Sie reißt uns mit in eine Hingabe an den Nächsten, die uns im Extremfall teuer zu stehen kommen kann. Aber es ist gerade die Gnade Gottes, die uns zu dieser Entscheidung treibt.</div><div><br></div><div>Wer sich nicht entscheiden mag, spielt den Kriegsbefürwortern in die Hände. Denn die Alternative ist, dass es den Kriegsopfern teuer zu stehen kommt. Den unschuldigen Kindern aus Konfliktgebieten, von denen der Papst Briefe erhält. Die Erwachsenen brüsten sich stolz mit ihren Taten, unter denen auch Kinder leiden. Wie verkehrt die Welt geworden ist, sehen wir daran, dass man das als militärischen Erfolg verkauft, was Unschuldigen das Leben gekostet hat. Dem setzt der Papst die moralische und geistliche Kraft von Milliarden Menschen entgegen, die bereit sind, sich für den Frieden zu entscheiden. Wir wissen, dass keine Entscheidung ohne Gefahren ist; aber die größten Gefahren lauern dann, wenn man sich entscheidet, sich nicht zu entscheiden.</div><div><br></div><div>Ein eklatanter Fehler heutiger Politik ist, dass man nicht die möglichen Opfer zum Maßstab seines Handelns macht, sondern die eigenen Interessen. Putin bombardiert täglich die Ukraine, um eine weitere Erweiterung der NATO nach Osten hin zu verhindern. Selenskyj hat gerade am 14. April in Berlin wieder auf einer NATO-Vollmitgliedschaft bestanden und erklärt, eine NATO-light reiche ihm nicht. Bundeskanzler Merz unterstützt die Ukraine, weil er meint, die Ukraine verteidige auch Deutschland. Deshalb drängt er darauf, den 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU für Kriegswaffen der Ukraine so bald wie möglich freizugeben. Keiner von ihnen allen ist bereit, um des Lebens Unzähliger willen ein kalkuliertes Risiko einzugehen – als ob es jemals ein Leben ohne Risiko gäbe! Als ob unser Leben nicht in der Hand des Schöpfers wäre (Mt 6,27; Lk 12,25). Als ob der Herr der Welt nicht die Weltgeschichte und auch ihre Kriege in seiner Hand hielte (Jer 27,5-7; Ps 46,10).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Schmerzlicher Dialog statt Aufrüstung und Tod</div><div><br></div><div>Papst Leo weiß um die Verantwortung der Regierenden, aber auch um die Verantwortung von uns allen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Liebe Brüder und Schwestern, gewiss tragen die Regierenden der Nationen eine nicht delegierbare Verantwortung. Ihnen rufen wir zu: Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden! Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an die Tische, an denen die Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden! Es gibt jedoch auch eine nicht minder große Verantwortung von uns allen, Männern und Frauen aus vielen verschiedenen Ländern: einer riesigen Menge, die den Krieg ablehnt, und zwar mit Taten, nicht nur mit Worten. Das Gebet verpflichtet uns, das, was es in unseren Herzen und in unseren Köpfen noch an Verletzendem gibt, zu verwandeln: Bekehren wir uns zu einem Reich des Friedens, an dem Tag für Tag in den Häusern, in den Schulen, in den Stadtvierteln, in den zivilen und religiösen Gemeinschaften gebaut wird, indem wir durch Freundschaft und durch eine Kultur der Begegnung der Polemik und der Resignation den Boden entziehen. Lasst uns wieder an die Liebe, an Mäßigung und an gute Politik glauben. Bilden wir uns entsprechend und bringen wir uns persönlich ein, jeder entsprechend seiner Berufung. Ein jeder hat seinen Platz im Mosaik des Friedens!</span></i></span></div><div><br></div><div>Gerade weil die Regierenden in die Verantwortung vor Gott gestellt sind – ob sie darum wissen oder nicht –, sollen wir sie aufrufen, die Kriege zu beenden und zum Dialog überzugehen, anstatt weitere Aufrüstung und militärische Maßnahmen zu planen. Ein wirklicher Dialog bedeutet, nicht auf seinen Maximalforderungen zu bestehen, sondern Kompromisse einzugehen, auch wenn es schmerzlich ist. Aber was sind diese Schmerzen gegenüber den Schmerzen unzähliger Menschen, deren Leben durch den Krieg zerstört wird? Was sind diese Schmerzen gegenüber den Schmerzen der kommenden Generationen, die mit dem durch Krieg entstandenen Hass und Misstrauen werden leben müssen? Was fällt uns ein, all diese Menschen mit den Schmerzen des Krieges zu belasten, damit wir selbst ein Leben mit möglichst wenigen Schmerzen führen können?</div><div><br></div><div>Der Papst setzt den unter Krieg leidenden Menschen "eine riesige Menge" derer entgegen, die mit Taten und Worten den Krieg ablehnen. Ich bewundere ihn für diese positive, hoffnungsvolle Sicht, die mir oft fehlt. Ich fühle mich manchmal wie ein Einzelgänger auf weiter Flur. Der Papst aber spricht von einer riesigen Menge Gleichgesinnter. Ich hoffe, dass er recht hat – dass es "Millionen, ja Milliarden" von Menschen gibt, die an den Frieden glauben und sich für ihn einsetzen. Das macht Mut und gibt Kraft, im Ringen um den Frieden weiterzumachen.</div><div><br></div><div>Wir müssen uns bekehren, sagt der Papst, zu einem Reich des Friedens. Sich bekehren heißt umkehren: umkehren vom Weg des Unfriedens, des Misstrauens, des mangelnden Vertrauens auf Gottes Geleit, der uns, auch wenn andere gegen uns Krieg führen wollen, nicht allein lässt. Umkehren heißt auch, der Polemik und Resignation eine "Kultur der Begegnung" entgegenzusetzen. Das erinnert mich an die frühere EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus, die nach Beginn des Ukrainekriegs <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=0000001AE" class="imCssLink">zu einer "Kultur der Entfeindung" aufrief</a> und dafür einen Shitstorm erntete. In was für einer Welt leben wir eigentlich, wenn jemand für Entfeindung eintritt und deswegen verbale Verfolgung erleiden muss? Es ist offenbar eine Kultur der Feindschaft.</div><div><br></div><div>Das können wir nicht gelten lassen. Der Papst ruft uns auf, wieder an Liebe, Mäßigung und gute Politik zu glauben. Um das zu fördern, soll sich jeder nach seiner Berufung bilden und persönlich einbringen. Das macht Arbeit, strengt an und bedeutet vielleicht, liebgewordene Überzeugungen zu überwinden. Aber anders ist Umkehren und Umdenken nicht möglich.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Gehorsame Geduld statt ziellose Beschleunigung</div><div><br></div><div>An eine gute Politik zu glauben, fällt mir schwer. Doch der Papst macht Mut:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der Rosenkranz hat uns heute Abend, wie andere altüberlieferte Gebetsformen auch, in seinem regelmäßigen, auf Wiederholung beruhenden Rhythmus vereint: So bahnt sich der Friede seinen Weg, Wort für Wort, Geste für Geste, so wie steter Tropfen den Stein höhlt, so wie das Gewebe im Webstuhl mit jeder neuen Reihe weiterwächst. Es sind die langsamen Zeiten des Lebens, ein Zeichen der Geduld Gottes. Wir dürfen uns nicht von der Beschleunigung einer Welt mitreißen lassen, die nicht weiß, wem oder was sie hinterherläuft, sondern müssen wieder dem Rhythmus des Lebens und der Harmonie der Schöpfung dienen und ihre Wunden heilen. Wie Papst Franziskus gesagt hat, sind "Friedensstifter vonnöten, die bereit sind, einfallsreich und mutig Prozesse zur Heilung und zu neuer Begegnung einzuleiten" (Enzyklika </span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">Fratelli tutti</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, 225). Es gibt in der Tat "eine 'Architektur' des Friedens, zu der die verschiedenen Institutionen der Gesellschaft je nach eigener Kompetenz beitragen; doch es gibt auch ein 'Handwerk' des Friedens, das uns ... einbezieht" (ebd., 231).</span></span></i></div><div><br></div><div>Der Friede ist keine schnelle Sache wie der Krieg. Die Friedenshaltung, die jahrzehntelang in einem Großteil unserer Bevölkerung herrschte, wurde von den Kriegsbefürwortern in wenigen Monaten ausradiert. Der Krieg setzt sich schnell durch, der Friede nicht. Deshalb brauchen die "Friedenmacher" (Mt 5,9) nichts so sehr wie einen langen Atem. Der Friede bahnt sich langsam seinen Weg, sagt der Papst. Es braucht die Wiederholung, die Regelmäßigkeit, den steten Tropfen. Diese "langsamen Zeiten des Lebens" sind "ein Zeichen der Geduld Gottes". Wo Gott Geduld hat, brauchen auch wir Geduld. Geduldig sein heißt, nicht zu resignieren, nicht aufzugeben, sich nicht einschüchtern zu lassen, sondern eine Heilung in Gang zu setzen, einen Prozess einzuleiten. So kann sich das "Handwerk des Friedens" durchsetzen und sich in der Gesellschaft eine "Architektur des Friedens" ausbilden. Einfallsreich und mutig sollen wir sein, um dies zu bewirken.</div><div><br></div><div>Ich finde diese Worte des Papstes tröstlich. Denn sie sprechen gegen die scheinbare Vergeblichkeit des Friedensengagements. Der Krieg in der Ukraine währt über vier Jahre, und es gibt keine Aussicht auf ein Ende. Die Mächtigen scheinen nicht willens, wirklich aufeinander zuzugehen. Stattdessen werden neue Kriege angezettelt und Feinde ausfindig gemacht, die in zehn Jahren gefährlich werden könnten. Aber es gibt auch eine andere Seite: Die Stimmen gegen die Kultur der Stärke und des Krieges werden lauter. Es gibt Unzählige, die mit uns für den Frieden beten. Und Gott erhört Gebete.</div><div><br></div><div>Vielleicht liegt ein langer Weg vor uns – das ist gar nicht mein Ding. Wenn das Blut der Sterbenden zum Himmel schreit, mag ich keinen langen Weg gehen, sondern ihnen sofort beistehen. Doch wenn Gott Geduld mit uns hat, sollte ich sie dann nicht aufbringen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Der Dienst der großen Familie Gottes statt Wahnsinn des Krieges</div><div><br></div><div>Papst Leo schließt seine Ansprache mit folgenden Sätzen und einem Gebet:</div><div><br></div><div class="mb1"><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Liebe Brüder und Schwestern, kehren wir mit dem Vorsatz nach Hause zurück, stets und unermüdlich zu beten und eine tiefe Bekehrung des Herzens zu vollziehen. Die Kirche ist ein großes Volk im Dienst der Versöhnung und des Friedens, das ohne Zögern seinen Weg geht, auch wenn die Ablehnung der Kriegslogik ihr Unverständnis und Verachtung einbringen mag. Sie verkündet das Evangelium des Friedens und erzieht dazu, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen, besonders wenn es um die unendliche Würde anderer Menschen geht, die durch fortwährende Verletzungen des Völkerrechts aufs Spiel gesetzt wird. "Weltweit ist es wünschenswert, dass jede Gemeinde ein 'Haus des Friedens' werden soll, wo man lernt, Feindseligkeit durch den Dialog zu entschärfen; wo Gerechtigkeit praktiziert wird und Vergebung gelebt wird. Denn heute ist es mehr denn je nötig, […] zu zeigen, dass der Friede keine Utopie ist" (</span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">Botschaft zum 59. Weltfriedenstag</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, 1. Januar 2026).</span></span></i></div><div class="mb1"><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Brüder und Schwestern aller Sprachen, Völker und Nationen: Wir sind eine große Familie, die weint, die hofft und die wieder aufsteht. "Nie wieder Krieg, dieses Abenteuer ohne Wiederkehr, nie wieder Krieg, diese Spirale von Trauer und Gewalt" (Johannes Paul II., </span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">Gebet für den Frieden</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, 2. Februar 1991).</span></span></i><br></div><div class="mb1"><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Liebe Brüder und Schwestern, der Friede sei mit euch allen! Es ist der Friede des auferstandenen Christus, die Frucht seines Liebesopfers am Kreuz. Darum wenden wir uns im Gebet an ihn:</span></i><br></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Herr Jesus,</span></i><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">du hast den Tod besiegt, ohne Waffen und ohne Gewalt:</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du hast seine Macht durch die Kraft des Friedens zunichtegemacht.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Schenk uns deinen Frieden,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">wie den verunsicherten Frauen am Ostermorgen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">wie den versteckten und verängstigten Jüngern.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sende deinen Geist,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">den Atem, der Leben schenkt, der versöhnt,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">der Gegner und Feinde zu Brüdern und Schwestern macht.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Erfülle uns mit dem Vertrauen Mariens, deiner Mutter,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die mit gebrochenem Herzen unter deinem Kreuz stand,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">unerschütterlich im Glauben an deine Auferstehung.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Möge der Wahnsinn des Krieges ein Ende finden</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und mögen Menschen für die Erde Sorge tragen und sie bestellen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die noch wissen, wie man Leben hervorbringt, wie man es bewahrt, wie man es liebt.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Erhöre uns, Herr des Lebens!</span></i></span></div><div><br></div><div>Noch einmal ruft der Papst zum unermüdlichen Gebet und zur Bekehrung auf. Bekehrung geschieht nicht nur, wenn ein nicht Glaubender zu glauben beginnt, sondern Bekehrung geschieht täglich, wenn wir auf dem Weg des Glaubens und der Liebe wandeln. Dazu müssen wir uns täglich neu entscheiden, sonst treiben wir ab im großen Strom der Gottlosigkeit. Leo XIV. rief die mit ihm Betenden dazu auf, mit diesem Vorsatz nach Hause zurückzukehren. Er weiß, dass der "Dienst der Versöhnung und des Friedens" nicht auf großes Einverständnis hoffen darf, sondern Unverständnis und Verachtung mit sich bringen kann. Darum gilt es, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen (Apg 5,29). Wir sind dabei nicht allein; denn jede Gemeinde soll nach innen und nach außen hin in Friede und Vergebung leben und so zeigen, dass "der Friede keine Utopie ist".</div><div><br></div><div>"Möge der Wahnsinn des Krieges ein Ende finden"!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Der Wortlaut der Ansprache ist entnommen aus: <a href="https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-04/papst-leo-xiv-wortlaut-betrachtung-gebet-vigil-petersdom-frieden.html" target="_blank" class="imCssLink">https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-04/papst-leo-xiv-wortlaut-betrachtung-gebet-vigil-petersdom-frieden.html</a></span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Meredith Grotti auf Pixabay (bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 16 Apr 2026 07:15:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was kann am Altern gut sein?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000002A0"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was kann am Altern gut sein?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Warum der Schöpfer wollte, dass wir altern</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/04/2026</span></div><div><br></div><div>Manchmal erschrecke ich, wenn mir ein Promi, den ich lange nicht gesehen habe, im Fernsehen begegnet. "Oh", denke ich, "der ist aber alt geworden! Das ist doch noch gar nicht so lange her, dass ich den zum letzten Mal gesehen habe, aber da war er noch viel jünger..."</div><div><br></div><div>Der nächste Gedanke verschärft den Schrecken: Offensichtlich trügt mich mein Zeitgefühl. Diese in Falten gelegte Haut, die doch so glatt gewesen war, die grauen Haare, die nie zuvor etwas Graues hatten, der deutliche Verlust an Haaren bei den Männern – all das zeigt untrüglich, dass viele Jahre vergangen sind. Und unweigerlich, sozusagen empirisch belegt durch das Fernsehbild, stellt sich die Einsicht ein: Wie schnell die Zeit vergeht! Unglaublich...</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Beim Thema Realitätsverweigerung muss ich</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">unwillkürlich an Pippi Langstrumpf denken</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Doch das allein wäre ja noch gar nicht so schlimm. Soll die Zeit doch so schnell vergehen, wie sie will! Aber mit einem Schlag steht mir im wahrsten Sinne des Wortes mein eigenes Altern vor Augen – und die ebenso unabweisbare wie schauerliche Erkenntnis, dass mir immer weniger Lebenszeit bleibt.</div><div><br></div><div>"Bin ich schon so alt?" ist mein nächster furchterregender Gedanke. Und in meinem Gehirn beginnt das rechtfertigende Rechnen: Wahrscheinlich ist der im Fernsehen ja älter als ich. Oder vielleicht doch nicht? Moment mal – könnte es nicht sogar umgekehrt sein...?</div><div><br></div><div>Wie dem auch sei, jedenfalls steht da vor mir das Bild eines Menschen, der mir auf eine niederschmetternde Weise gleicht. Und das bedeutet: Die Falten, die ergrauten Haare, der Haarverlust – das bin ich!</div><div><br></div><div>Die Farbe Grau, die noch nicht einmal eine Farbe ist, bekommt in diesem Moment etwas Feindliches, und mir schwant, dass Grau sprachgeschichtlich mit dem Grauen zusammenhängen muss.</div><div><br></div><div>Noch eine weitere Parallele zwischen dem Menschen im Fernsehen und mir stellt sich ein: So wie ich von diesem grauenvoll grauen Menschen ein ganz anderes Bild im Kopf habe, so trage ich auch von mir selbst ein ganz anderes Bild als das reale mit mir herum. Und das, obwohl ich mich jeden Tag mehrmals im Spiegel sehe.</div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Mein Gehirn flößt mir beständig ein, ich sei noch viel jünger, als ich wirklich bin. Diese Diskrepanz zwischen täglichem Spiegelbild und mangelndem Altersbewusstsein beweist eine gehörige Portion Realitätsverweigerung. Beim Thema Realitätsverweigerung muss ich unwillkürlich an Pippi Langstrumpf denken. Die geht mit Spaß und Elan durchs Leben, indem sie singt "Ich mach' mir die Welt, widdewidde, wie sie mir gefällt." Beneidenswert! Aber ohne einen Hauch solcher Wirklichkeitsignoranz wäre unser Leben mit seinem abscheulichen Alterungsprozess wahrscheinlich nicht auszuhalten. Gut, dass wir alle etwas von Pippi Langstrumpf haben!</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Lieber Schöpfer, warum wolltest du, dass wir unsere</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">schöne glatte Haut verlieren, gebrechlich werden</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">und anfällig für allerlei Krankheiten?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Doch ich bin nun mal nicht nur Pippi Langstrumpf-Fan, sondern auch Christ, und als solcher drängt sich mir mal wieder eine Frage auf. Warum hat der Schöpfer uns so geschaffen, dass wir altern? Natürlich, biologisch ist das alles erklärbar, und Gott hat uns eben nicht unsterblich, sondern sterblich geschaffen*. Aber er hätte uns doch auch mit biologischen Eigenschaften ausstatten können, die es uns erlauben, unser Leben als Mensch in den besten Jahren zu verbringen und dann nach höchstens achtzig oder neunzig Jahren trotzdem zu sterben: als in Saft und Kraft stehende, gesunde Menschen mit glatter Haut und voller Haarpracht, ohne die Entbehrungen und Gebrechen des Alters.</div><div><br></div><div>Lieber Schöpfer, warum hast du es anders gewollt? Warum wolltest du, dass wir unsere schöne glatte Haut verlieren, Kraft und Fähigkeiten einbüßen, gebrechlich werden und anfällig für allerlei Krankheiten?</div><div><br></div><div>Man mag diese Frage für unbeantwortbar halten. Aber ich will ihr nicht einfach aus dem Weg gehen. Vielleicht gibt es ja wenigstens einige Hinweise auf eine Antwort.</div><div><br></div><div>Vorausgesetzt, dass Gott sich bei allem, was er tut, etwas denkt, wird er sich doch auch bei unserem Altern etwas gedacht haben. Und vorausgesetzt, dass der Schöpfer mit seiner Schöpfung nur das Beste für uns wollte (1Mo/Gen 1,31), wird er wohl auch mit unserem Altern etwas für uns Gutes im Sinn gehabt haben.</div><div><br></div><div>Aber was kann am Altern gut sein?</div><div><br></div><div>Ich habe ja eben schon beschrieben, was sich in meinem Gehirn abspielt, wenn mir plötzlich und unerwartet durch irgendeinen Promi, der zufällig durch den Bildschirm läuft, mein Altern vor Augen steht. Nichts Böses ahnend sitze ich vor dem Fernsehen – und plötzlich passiert's, ohne dass ich es bestellt oder erwünscht hätte: Es rattert los, das Nachdenken über die Begrenztheit meines Lebens. All meine Fähigkeiten, meine Gedanken und Taten haben irgendwann ein Ende. In nicht allzu großer Ferne werde ich einfach nicht mehr da sein – und das Leben auf der Erde wird ohne mich weitergehen.</div><div><br></div><div>Das ist zwar kein schöner Gedanke, aber dieser unschöne Gedanke hat, wie so oft, auch etwas Gutes: Er bewahrt mich vor Allmachtsphantasien oder vertreibt sie erfolgreich, falls sie mich schon klammheimlich ergriffen haben sollten. Der unschöne Gedanke macht unweigerlich bescheiden. Und wenn es gut läuft, macht er mich sogar dankbar für jeden Tag, den der Schöpfer mir noch schenkt.</div><div><br></div><div>Aber vor allem macht dieser unerwünschte und unschöne Gedanke mir den christlichen Glauben wichtig und wertvoll. Diesen Glauben mit seinem Protest gegen den Tod und mit seiner unfassbaren Hoffnung auf die Auferweckung von den Toten.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Der christliche Glaube ist eine</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Lebensperspektive für Todgeweihte</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ein wohl auch nicht mehr ganz junger Mensch hat etwas Ähnliches sehr poetisch in einem Psalm notiert (Ps 90,12):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Lehre uns, unsere Tage zu zählen und dem Herzen Weisheit zukommen zu lassen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Zählen ist ziemlich beliebt: Wir zählen unser Geld, die App zählt unsere Schritte, und Google & Co. zählen allemal, auf welchen Websites wir uns wann und wie lange womit beschäftigt haben. Manchmal zählen wir auch unsere Tage, zum Beispiel die bis zum nächsten Urlaub.</div><div><br></div><div>Wer seine Tage zählt, schenkt ihnen Beachtung und Wertschätzung. Wer seine Lebenstage zählt, wie es sich der Psalmdichter wünscht, weiß um ihr Ende, rechnet nicht mit einer unendlichen Fortsetzung. Denn was sich unendlich fortsetzt, kann man nicht zählen. Das Zählen hat nur Sinn bei einer begrenzten Menge. Und leider wissen wir auf Erden oft nur das zu schätzen, was begrenzt ist.</div><div><br></div><div>Wer also seine Lebenstage zählt, hebt sie heraus aus einem unendlichen Fluss immer desselben. Jeder Tag ist nicht nur eine x-beliebige Nummer, sondern hat seine besonders gewürdigte Note in der Reihe meiner Lebenstage. Jeder Tag ist ein Geschenk Gottes. Bei 80 Jahren 29.200 Geschenke. Plus einen Tag pro Schaltjahr. Tage zu unserer Freude und zu unserem Leid. Plus ein ewiger Tag ohne alles Leid – und ohne Altern. Das größte Geschenk Gottes.</div><div><br></div><div>Das Zählen der Tage führt dazu, dass wir unserem Herzen Weisheit zukommen lassen, sagt der Psalm. So schwer scheint es also gar nicht zu sein, Weisheit zu erlangen. Man muss dazu nicht viele Semester Philosophie studiert oder sich jahrelang in die Einsamkeit einer Einöde verkrochen haben. Die Weisheit kann schon Einzug halten, wenn wir uns unser bevorstehendes Ende bewusst machen. Dann wird uns jeder Tag etwas Besonderes und Schätzenswertes. Zumindest steigt er in seinem Wert ein gutes Stück an.</div><div><br></div><div>Zugleich wird uns deutlich, wie wenig von unserem Leben wir selbst in der Hand haben, und wie sehr wir auf eine Macht außerhalb von uns angewiesen sind – eine Macht, die uns jeden neuen Tag leben lässt und uns sogar nach dem Tod noch Leben schenken will. Für mich ist der christliche Glaube deshalb eine Lebensperspektive für Todgeweihte. Und weil ich niemals hoffnungslos vor dem Tod stehen möchte, möchte ich diesen Glauben niemals missen.</div><div><br></div><div>Darum kann ich sogar einen guten Sinn darin finden, dass wir altern. Es ist zwar alles andere als schön. Aber es bietet uns die Chance, uns unserer Endlichkeit zu stellen. Die Falten, die grauen Haare und die zunehmenden Gebrechen führen uns vor Augen, dass wir sterben müssen. Und sie rufen uns zu dem Gott, der im Tod das Leben verheißen hat.</div><div><br></div><div>Manchmal ertönt dieser Ruf sogar durch einen gealterten Promi, der uns im Fernsehen begegnet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Die beiden Schöpfungserzählungen am Anfang der Bibel sagen mit keinem Wort, dass Gott den Menschen unsterblich geschaffen habe. Auch 1Mo/Gen 2,17 spricht nicht davon, dass der Mensch nach dem Essen der verbotenen Frucht unsterblich wird, sondern dass er an jenem Tage sterben muss.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 08:04:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ostern - Hoffnungstrotz aus gutem Grund]]></title>
			<author><![CDATA[Otto Ziegelmeier]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000029F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ostern - Hoffnungstrotz aus gutem Grund</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="fs11lh1-5"><a href="https://www.theology.de/" target="_blank" class="imCssLink"><b>Otto Ziegelmeier</b></a></span><span class="fs11lh1-5"> | 03/04/2026</span></div><div><br></div><div>Ich merke in diesen Wochen, wie sehr einem die Welt den Atem nehmen kann: jahrelanger Krieg in der Ukraine, Zerstörungen in Gaza, Krieg im Nahen Osten, eine Weltpolitik, die einen schwindlig macht, brüchige Bündnisse, missachtetes Völkerrecht, Streit in Politik, Gesellschaft und Kirche, Spannungen in Familien und zwischen Generationen: Vieles wirkt hart, festgefahren, ärgerlich. Und manchmal spüre ich, wie die Hoffnung leiser wird.</div><div><br></div><div>Gerade deshalb brauche ich Ostern!</div><div><br></div><div>Denn Ostern ist für mich nicht bloß ein vertrautes Kirchenfest, nicht nur ein schöner Gottesdienst mit festlicher Musik. Ostern ist Gottes Widerspruch gegen Resignation. &nbsp;Die Ostergeschichte beginnt ja nicht mit Jubel, sondern mit Schmerz, Angst, Trauer und Ratlosigkeit. Nach der Kreuzigung fliehen die Jünger aus Angst, selbst hingerichtet zu werden. Doch mutige Frauen gehen zum Grab, weil sie mit dem Schlimmsten rechnen. Und genau dort beginnt Gott etwas Neues, das deren Leben völlig verändert.</div><div><br></div><div>Das ist die Zumutung und der Trost des Osterfestes: Das Grab behält nicht Recht. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Christus ist auferstanden. Die Jünger kommen aus ihren Verstecken, verkünden ihren Glauben trotz Todesgefahr. </div><div><br></div><div>Darum glaube ich: Auch in einer verunsicherten Welt ist Zukunft mehr als die bloße Verlängerung unserer Ängste. Wo wir nur noch Mauern sehen, kann Gott Wege öffnen. Wo Fronten verhärtet sind, kann Versöhnung wachsen. Wo Herzen müde geworden sind, kann neue Kraft entstehen. Für Gott ist nichts unmöglich.</div><div><br></div><div>Die Jahreslosung 2026 ist für mich deshalb wie ein Osterwort mitten in unruhiger Zeit:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5"><i><span class="cf1">(Offenbarung 21,5)</span></i></span></div><div><br></div><div>Diese Hoffnung ist trotzig, aber nicht grundlos. Sie hat einen guten Grund. Er heißt Jesus Christus, der auferstanden ist, wie er angekündigt hatte. Darum ist Neues möglich. Und darum dürfen auch wir aufatmen, aufstehen und weitergehen — getröstet, gestärkt und gesegnet. Durch die Karzeit zu Ostern - Frohe Ostern! </div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Ein Gastartikel von <b>Otto Ziegelmeier</b>, Betreiber der informativen Website <b><a href="https://www.theology.de/" target="_blank" class="imCssLink">theology.de</a></b> (in deutscher Sprache).</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 06:00:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?ostern---hoffnungstrotz-aus-gutem-grund</link>
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			<title><![CDATA[Der christliche Mut, sich für den Frieden zu entscheiden]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000029E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der christliche Mut, sich für den Frieden zu entscheiden</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Über eindeutige Entscheidungen in mehrdeutigen Situationen</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/03/2026</span></div><div><br></div><div>"Die neue ungute Nachricht des Tages" erreiche sie schon am Morgen, sobald sie auf den Knopf des Radios drücke, schreibt die Autorin Katharina Körting in der Wochenzeitung <span class="fs14lh1-5"><i>der Freitag</i></span>.<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span> So wird es wohl vielen gehen, falls sie überhaupt noch auf den Knopf des Radios drücken und sich dazu durchringen, den unguten Nachrichten ihr Ohr zu schenken.</div><div><br></div><div>Ich kann jeden verstehen, der sich ihnen verweigert, so gut es eben geht. Es hat ja fast etwas Masochistisches, die unguten Nachrichten schon am frühen Morgen über sich ergehen zu lassen. So erzählt Körting auch von ihrem wiederholten nächtlichen Aufwachen unter tiefen Seufzern, deren Herkunft sie nicht benennt, die aber durchaus in der desolaten Weltlage ihren Grund haben könnten. Denn was uns im Unterbewusstsein quält, bricht sich oft in den Träumen und Ängsten der Nacht Bahn.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wir haben den Krieg nicht mehr in den Knochen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">und glauben, ihn beherrschen zu können</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Nach den Zipperlein des zunehmenden Alters kommt Körting auf den Frieden in Europa zu sprechen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Der Frieden in Europa ist auch nicht mehr ganz jung, hat auch seine Zipperlein. Das gefährlichste ist womöglich, dass der Krieg so lange her ist. Wir haben ihn nicht mehr in den Knochen und glauben, ihn beherrschen zu können – nicht mit der Lust auf Frieden, sondern mit Drohnen. Mit Muskelspielen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dass wir den Krieg "nicht mehr in den Knochen haben", scheint mir auch ein Grund dafür zu sein, dass er in der Ukraine nun schon länger als vier Jahre währt und noch kein Ende in Sicht ist. Als der Krieg den Deutschen noch in den Knochen steckte, war klar, dass von deutschem Boden kein Krieg mehr ausgehen dürfe.<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span> Denen aber, die die Grauen des Krieges nicht am eigenen Leib erlebt haben, erscheint er beherrschbar und deshalb nicht so schlimm, also durchaus erwägenswert. So bleibt der Aufschrei aus, wenn mit deutschen Waffen und Geldern ein Krieg geführt wird oder von Ramstein aus amerikanische Militäraktionen und Angriffskriege koordiniert und geführt werden, wie gerade auch der Angriff auf den Iran.<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></div><div><br></div><div>Körting erzählt, dass sie in einem vertrauensvollen Gespräch mit einem alten Freund auch auf die Lage im Nahen Osten zu sprechen kam. In diesem Gespräch teilten beide ihre Traurigkeit über die menschliche Unfähigkeit, Frieden zu schaffen. Körting habe sich in diesem Gespräch "ganz privat für den Frieden entschieden". Sie spricht vom</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Frieden, für den man sich [...] täglich neu entscheiden muss, so wie man sich gegen die Eindeutigkeitsfalle entscheiden muss, gegen die grassierende Ambiguitätsintoleranz, die schon schlimmer und länger wütet, als Corona es tat.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die erste Frage, die sich mir beim Lesen dieses Satzes stellte, war: Muss man sich für den Frieden wirklich entscheiden? Frieden ist ein weiter Begriff, und manche streben ihn notfalls auch mit Gewaltanwendung an. Aber ich gehe davon aus, dass Körting mit Frieden ein gewaltloses Vorgehen meint. Darauf weist jedenfalls ein lesenswertes Gedicht von ihr hin.<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span> Muss man sich also für den Frieden täglich neu entscheiden?</div><div><br></div><div>Ich denke Ja. Denn der Friede ist – im persönlichen wie im überpersönlichen Bereich – nicht das Selbstverständliche. Und auf friedlichem Weg durchs Leben zu gehen ist für jeden Menschen eine Herausforderung. Gerade deshalb muss man sich immer wieder für ihn entscheiden.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>In komplexen Situationen gibt es keine</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">unhinterfragbaren ethischen Entscheidungen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die nächste Frage, die sich mir stellte, betraf die Eindeutigkeitsfalle und die Ambiguitätsintoleranz. Die Eindeutigkeitsfalle besteht darin, eine Situation und eine ethische Entscheidung für eindeutig zu halten. Die Ambiguitätsintoleranz besteht darin, mehrdeutige Situationen und widersprüchliche Handlungsweisen nicht ertragen zu können.</div><div><br></div><div>Komplexe Situationen sind nie eindeutig, das heißt sie lassen immer unterschiedliche Deutungen zu. Das gilt wahrscheinlich vor allem dann, wenn ein Krieg angezettelt wird. In komplexen Situationen gibt es auch keine unhinterfragbaren ethischen Entscheidungen. Niemand ist irrtumsfrei. Auch eine wohlüberlegte und mit bester Absicht getroffene ethische Entscheidung kann sich als falsch erweisen. "Niemand ist gut außer der eine Gott", sagte Jesus (Mk 10,18). Das bricht jedem "Ich bin der Gute" oder "Wir sind die Guten" die Spitze ab. Niemand hat die Wahrheit gepachtet – schon gar nicht die Wahrheit Gottes.</div><div><br></div><div>Nach ihrem vertrauensvollen Gespräch mit dem alten Freund, in dem sie nichts behaupten und nichts verteidigen musste, kommt Körting zu dem Schluss:</div><div><br></div><div><span class="cf2"><i><span class="fs14lh1-5">Vielleicht muss ich hier, fern von der Front, gar nicht ständig standhalten. Vielleicht darf ich weich werden, darf mich der Einsicht beugen, dass ich kleines Menschenwesen nicht </span><span class="fs14lh1-5"><b>die </b>Wahrheit weiß, sondern, wenn überhaupt, nur meine kleine temporäre Wahrheit. Vielleicht kommt </span><span class="fs14lh1-5"><b>die </b></span><span class="fs14lh1-5">Wahrheit ganz gut ohne mich zurecht. Ein verstörender, zugleich befreiender Gedanke.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist eine weise Einsicht, die auch Christinnen und Christen nicht fremd sein sollte. Für sie ist ja Jesus Christus selbst die Wahrheit (Joh 14,6). Demgegenüber ist unsere jeweilige Menschenwahrheit bestenfalls eine zeitlich begrenzte Größe. Und Christus als die Wahrheit ist nicht von unseren Wahrheiten abhängig, sondern setzt sich auch ohne uns durch. Das ist einerseits verstörend, weil unser Empfinden, unentbehrlich zu sein, dadurch gekränkt wird. Aber zugleich ist es befreiend, weil es jeden Leistungsdruck von uns nimmt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Alles kann zur Wahrheit werden, wenn ihre Verfechter</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">in der Lage sind, es zur Wahrheit zu machen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Dennoch hat auch diese weise Einsicht nur begrenzte Gültigkeit. Absolut genommen führt sie nämlich dazu, nur subjektive, temporäre Wahrheiten gelten zu lassen und jede Bezugnahme auf eine objektive Wahrheit, also auf <span class="fs14lh1-5"><b>die </b></span>Wahrheit, die nach christlichem Verständnis Jesus Christus ist, für unmöglich zu halten.</div><div><br></div><div>Dann aber würde eine allgemeine Unentschiedenheit regieren. Es gäbe auch keine ethisch gültigen Entscheidungen, sondern nur unlösbare Dilemmata. Jede ethische Entscheidung wäre eine subjektive, der mit demselben Recht andere subjektive Entscheidungen entgegengestellt würden. Es gäbe kein allgemeingültiges Kriterium, das objektiv gültige Entscheidungen erlauben würde.</div><div><br></div><div>Wir erleben gerade einen Zeitgeist der Kriterienlosigkeit. Ob Wahrheit oder Lüge, ob menschenfreundlich oder menschenverachtend, völkerrechtlich oder nicht, ob friedlich oder gewaltsam, christlich oder unchristlich – es spielt keine Rolle mehr. Alles kann zur Wahrheit werden, wenn ihre Verfechter in der Lage sind, es zur Wahrheit zu machen.</div><div><br></div><div>Wenn es um Krieg geht, ist das fatal. Denn im Krieg werden unzählige Menschenleben zerstört. Die Dynamik des Krieges ist unberechenbar. Wie der Krieg im Nahen Osten zeigt, breitet sich die Gewalt unkontrolliert aus.<span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span></div><div><br></div><div>Auch die Kriegsfolgen betreffen nicht nur die sich bekämpfenden Parteien, sondern die ganze Welt und ihre Wirtschaft. Die armen Länder sind wie immer aufgrund steigender Lebensmittel- und Rohstoffpreise am stärksten betroffen. Innerhalb kürzester Zeit haben im Libanon 800.000 Menschen ihre Heimat verloren. Dass riesige Fluchtbewegungen entstehen, die auch Europa betreffen, ist nicht ausgeschlossen. Dass der Krieg sich weiter ausbreitet, ist auch nicht ausgeschlossen. Das NATO-Land Türkei wurde bereits mit Raketen beschossen. Trump fordert die NATO auf, die Straße von Hormus zu sichern.</div><div><br></div><div>Unzählige Menschen leiden also schon jetzt unter dem Krieg. "Doch von Entrüstung über diesen frei gewählten Angriffskrieg ist bisher nicht viel zu spüren."<span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span> Was hier über die USA gesagt wird, gilt auch von Europa und der deutschen Christenheit.</div><div><br></div><div>Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Heinrich Bedford-Strohm hat den Krieg gegen den Iran als ethisch fragwürdig bezeichnet.<span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span> Der emeritierte Theologieprofessor Albrecht Grözinger hat ihm widersprochen und den Krieg gerechtfertigt.<span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span> Die amtierende EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs und evangelische Hilfswerke haben zur Deeskalation sowie zum Schutz der Zivilbevölkerung aufgerufen und darauf hingewiesen, dass die Gewaltspirale aus Angriff und Vergeltung keinen Frieden stifte und zu einer weltweiten Ernährungskrise führe, die die Ärmsten am meisten treffe.<span class="fs11lh1-5"><sup>9</sup></span></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Das Blut der Erschlagenen, das zum Himmel schreit,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">fordert uns zu einer Entscheidung heraus</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das ist zwar richtig, doch Entrüstung klingt anders. Es geht doch um Millionen von Menschenleben. Wenn man deren Leid ernst nimmt, wenn man es teilt, wenn man, soweit möglich, mit diesen Menschen leidet: <span class="fs14lh1-5">Müsste man dann nicht deutlich und andauernd seine Stimme für sie erheben? Und wäre es nicht eine laute Stimme, die das Schreien der Leidenden zum eigenen Schreien macht? Läge es dann nicht nahe, mutig und dem Bösen widerstehend über sich selbst und das Weltgeschehen zu wachen, wie es Paulus einforderte (1Kor 16,13f)?</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wacht, steht [fest] im Glauben, seid mutig, seid stark! Alles bei euch geschehe in Liebe!</span></i></span></div><div><br></div><div>Wachen heißt, sich und andere vor dem Bösen, Zerstörerischen schützen. Das Wachen der Christenheit ist oft zaghaft und schwach. Ihre Stimme ist kaum zu hören. Vor allem bei ihr selbst geschah und geschieht längst nicht alles in Liebe. Darum soll die Christenheit fest im Glauben stehen und sich zu ihrer eigenen Schuld deutlich bekennen. Sie soll aber auch, wo es nötig ist, deutlich auf die Schuld der Welt hinweisen. Zu beidem fehlt ihr oft die Stärke.</div><div><br></div><div>Doch das Licht der Christenheit gehört nicht unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter (Mt 5,15). Ihr Licht ist gewiss nicht sie selbst, sondern ihr Wort. Ihr Wort ist das Wort von Jesus Christus, der Wahrheit. Das Wort der Christenheit und die Christenheit selbst sind vielfach korrumpiert. Doch ihre Wahrheit ist es nicht. Diese Wahrheit, Jesus Christus, setzt sich selbst durch. Sie setzt sich auch durch das korrumpierbare Wort der Christenheit durch.</div><div><br></div><div>Das befreit die Christenheit davon, sich überheblich im Besitz der Wahrheit zu wähnen oder angesichts ihrer eigenen Schuldverfallenheit gegenüber der Schuld der Welt unentschieden zu bleiben. Dass Jesus Christus sich weltweit durchsetzen will, befreit die Christenheit davon, sich auf sich selbst und das individuelle Miteinander zu konzentrieren, aber das Lebensfeindliche in den weltweiten Beziehungen zu ignorieren.</div><div><br></div><div>Es erfordert Mut, in mehrdeutigen Situationen eine eindeutige Entscheidung zu treffen – auf die Gefahr hin, sich zu irren. Mit jeder Entscheidung, wie sie auch ausfällt, können wir Schuld auf uns laden. Damit ist unser fester Vergebungsglaube herausgefordert. In diesem Glauben können wir uns für einen gewaltlosen Frieden entscheiden anstatt in einem "Ich kleines Menschenwesen weiß es nicht" zu verharren und damit die Gewaltanwendung zu stabilisieren.</div><div><br></div><div>Es erfordert Mut, sich in einer Welt der Gewalt und Gewaltrechtfertigung täglich für den Frieden zu entscheiden und damit gegen den Strom zu schwimmen. Aber das Blut der Erschlagenen, das zum Himmel schreit, fordert uns zu einer mutigen Entscheidung heraus (1Mo/Gen 4,10; Hebr 12,24).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Katharina Körting: Der Krieg steckt nicht mehr in den Knochen. </span><span class="fs11lh1-15"><i>der Freitag</i></span><span class="fs11lh1-15"> vom 19. März 2026, S. 13. Alle Zitate des Artikels von dieser Seite.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Das betonten auch <a href="https://www.spd-rheda-wiedenbrueck.de/2012/09/01/von-deutschem-boden-darf-nie-wieder-krieg-ausgehen-willy-brandt/" target="_blank" class="imCssLink">Willy Brandt</a> und <a href="https://www.bundeskanzler-helmut-kohl.de/quellen-1/zitate/deutsche-geschichte/" target="_blank" class="imCssLink">Helmut Kohl</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Siehe Christian Baron: Rückkehr nach Kaiserslautern. </span><span class="fs11lh1-15"><i>der Freitag</i></span><span class="fs11lh1-15"> vom 19. März 2026, S. 3.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Siehe <a href="https://www.bundeskanzler-helmut-kohl.de/quellen-1/zitate/deutsche-geschichte/" target="_blank" class="imCssLink">https://www.signaturen-magazin.de/katharina-koerting—friedensdienste-im-krieg.html</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> Siehe dazu Hans-Georg Ehrhart: Nahe am großen Knall. </span><span class="fs11lh1-15"><i>der Freitag</i></span><span class="fs11lh1-15"> vom 19. März 2026, S. 9.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup> Konrad Ege: Es fehlt die Entrüstung. der Freitag vom 19. März 2026, S. 9.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>7</sup> Siehe <a href="https://www.sonntagsblatt.de/artikel/epd/heinrich-bedford-strohm-kritisiert-krieg-gegen-iran-als-ethisch-fragwuerdig" target="_blank" class="imCssLink">https://www.sonntagsblatt.de/artikel/epd/heinrich-bedford-strohm-kritisiert-krieg-gegen-iran-als-ethisch-fragwuerdig</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>8</sup> Siehe <a href="https://chrismon.de/artikel/58035/krieg-und-pazifismus-wann-ist-gewalt-notwendig?er=www.evangelisch.de" target="_blank" class="imCssLink">https://chrismon.de/artikel/58035/krieg-und-pazifismus-wann-ist-gewalt-notwendig?er=www.evangelisch.de</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>9</sup> Siehe <a href="https://www.ekd.de/bischoefin-fehrs-gewaltspirale-stiftet-keinen-frieden-94865.htm" target="_blank" class="imCssLink">https://www.ekd.de/bischoefin-fehrs-gewaltspirale-stiftet-keinen-frieden-94865.htm</a> und <a href="https://www.ekd.de/ekd-und-hilfswerke-warnen-nahost-krieg-trifft-aermste-besonders-95153.htm" target="_blank" class="imCssLink">https://www.ekd.de/ekd-und-hilfswerke-warnen-nahost-krieg-trifft-aermste-besonders-95153.htm</a>.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 17:02:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Tod - Abbruch oder Ziel des Lebens?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000029D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Tod ‒ Abbruch oder Ziel des Lebens?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine neue Perspektive auf den Tod</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/03/2026</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Manche Einsichten kommen überraschend. Vor einigen Tagen bin ich beim Lesen auf einen Satz des Psychoanalytikers C.G. Jung gestoßen, in dem er sich mit dem Tod beschäftigt:</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Man ist dermaßen davon überzeugt, dass der Tod einfach das Ende eines Ablaufs ist, dass es einem in der Regel gar nicht beikommt, den Tod ähnlich als ein Ziel und eine Erfüllung aufzufassen [...].</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Satz, geschrieben schon 1934, ging mir nach. Was Jung vor fast hundert Jahren bemerkte, scheint heute nicht anders zu sein: Wir erleben den Tod als Ende unseres Lebens. Es bricht etwas ab. Dagegen sträubt sich alles in uns. Denn Leben will leben und nicht sterben. Darum bezeichnete Paulus den Tod als unseren Feind ‒ einen Feind allerdings, der von Gott vernichtet wird (1Kor 15,26).</div><div><br></div><div>Was bedeutet es aber, diesen Feind als Ziel und Erfüllung zu verstehen? Ich weiß nicht, was C.G. Jung damit meinte. Beim eigenen Nachdenken kam ich aber darauf, dass der Tod zwar das Ende eines Weges ist, dass wir aber auf diesem Weg die Chance haben, uns auf das Ziel vorzubereiten und es zu erreichen.</div><div><br></div><div>Paulus vergleicht unseren Lebensweg einmal mit dem Lauf von Wettkämpfern im Stadion. Und er fordert dazu auf, so zu laufen, dass man den Siegespreis erlangt (1Kor 9,24). Offenbar war dem Apostel der sportliche Wettkampf nicht unbekannt. Denn er wusste, dass es ein Kampf ist und dass jeder Sportler sich darauf vorbereiten muss, wenn er sich nicht blamieren will. Dazu gehört auch, dass man sich einer ungesunden Lebensweise enthält, weil sie die sportliche Leistungsfähigkeit mindert (1Kor 9,25-27).</div><div><br></div><div>Nun will Paulus unseren Lebensweg sicher nicht einem religiösen Leistungsdruck unterwerfen. Er wendet sich ja gerade immer wieder gegen jedes religiöse Leistungsdenken. Paulus will aber doch darauf hinweisen, dass unser Lebensweg darüber entscheidet, ob wir das große Ziel erreichen. Unser Glauben und Handeln soll weder ziellos sein noch bloße Luftblasen produzieren (1Kor 9,26). Es soll uns vielmehr ernst damit sein ‒ so ernst, dass wir das uns gesetzte Ziel auch erreichen.</div><div><br></div><div>Und wie erreichen wir das Ziel? Indem wir uns im Glauben und Handeln bewähren. Indem wir das, was Gott uns jeweils als Aufgabe gestellt hat, bewältigen. Wir haben nicht alle dieselben Aufgaben. Wir sind auch nicht alle mit derselben Kraft ausgestattet. Es ist uns nicht allen dasselbe Maß an Glauben geschenkt (Röm 12,3; Eph 4,7). <span class="fs14lh1-5"><i>Aber wir sollen die Gaben, die wir bekommen haben ‒ es seien viele oder wenige ‒, mit allem Ernst einsetzen, so dass daraus ein Mehrwert entsteht</i></span> (Mt 25,14-30).</div><div><br></div><div>Wir müssen uns also nicht überfordern. Wir sollen nur das, was wir haben, für unseren Herrn einsetzen. Wir sollen das tun, was Gott in uns hineingelegt hat, was also zu uns gehört. Oder anders gesagt: Wir sollen die Gaben, die wir haben, nicht brach liegen lassen, sollen die uns persönlich gestellte Aufgabe nicht verweigern.</div><div><br></div><div>Das klingt nicht besonders anstrengend, und meistens ist es das auch nicht. Es erfordert allerdings den Willen, es zu tun. Und in Extremsituationen ist es auch immer wieder eine echte Herausforderung.</div><div><br></div><div>Wenn wir diese Herausforderung annehmen, können wir am Ende unseres Lebens sagen: Wir haben es geschafft. Wir waren nicht vollkommen, aber wir haben es versucht. Wir haben uns aufrichtig bemüht ‒ auch wenn wir immer wieder gescheitert sind. Paulus wusste, dass auch er nicht vollkommen war. Aber er streckte sich nach Kräften nach dem Siegespreis aus, jagte ihm förmlich nach (Phil 3,12-14). Mehr können auch wir nicht tun.</div><div><br></div><div>Das erinnert mich an einen Sportlehrer meiner Schulzeit. Er sagte uns: "Es gibt sportliche und unsportliche Leute. Wer unsportlich ist, kann nichts dafür. Darum bewerte ich nicht, ob jemand sportlich ist oder nicht. Aber ich bewerte, ob sich jemand darum bemüht, die sportliche Leistung zu bringen, die ihm persönlich möglich ist. Und wer das tut, bekommt von mir keine Fünf im Zeugnis."</div><div><br></div><div>Es kommt also darauf an, dass ich mich ernsthaft bemühe. Und dass ich das auch dann tue, wenn ich immer wieder scheitere. Denn unser Lebenslauf ist die Vorbereitung auf das Ziel. Am Ende stellt sich heraus, ob sich jemand mit den Mitteln, die er hatte, ernsthaft bemüht hat.</div><div><br></div><div>So sollen wir unseren Glauben bewähren. Das heißt, in Krisensituationen an Gott festzuhalten. Es heißt, trotz aller Zweifel den kleinen Glauben zu bewahren. So kann der Glaube auf dem Lebensweg wachsen. Es können sich tiefere Einsichten entwickeln. Wir können auch in der Liebe wachsen, können eine Spur der Lebensfreundlichkeit hinterlassen in all den Blutspuren dieser Welt. Und wir können auf den lebensfreundlichen Weg zurückkehren, wenn wir auf dem lebensabträglichen waren.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wir müssen uns für all das nicht selbst aufgeben. Wir sollen uns vielmehr verwirklichen, nämlich das wirklich werden lassen, was in uns ist, weil es Gott in uns hineingelegt hat.</i></span></div><div><br></div><div>Der Tod ist der Abbruch unseres Lebens und deshalb unser Feind. Er ist aber zugleich das Ziel unseres Lebens, an dem es den Siegespreis gibt. <span class="fs14lh1-5">Nicht das Sterben ist das Ziel, sondern unsere Aufgabe am Ziel erfüllt zu haben. Den Siegespreis erhält jeder, der sich aufrichtig darum bemüht. Darum ist unser Lebenslauf ein Bewährungslauf.</span><span class="fs14lh1-5"> Wir müssen im Ziel nicht der Beste sein, darauf kommt es nicht so sehr an. Die Hauptsache ist, dass wir unsere persönliche Aufgabe auf dem Weg erfüllen. Dann erhalten wir den Siegespreis.</span></div><div><br></div><div>Der Siegespreis besteht übrigens darin, dass unser Leben nicht einfach abbricht. Es soll vielmehr ein neues Leben beginnen. Eins, in dem man nicht mehr kämpfen und sich bewähren muss. Denn in diesem neuen Leben sind der Tod und aller Kampf abgeschafft. Darum bricht dort nichts mehr ab, sondern all das, was wir in diesem Leben noch nicht geschafft haben, kommt zu seiner Erfüllung.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellenangabe</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Das Zitat von C.G. Jung ist entnommen aus dem Buch von Hannah Bethke: Vom Glauben abgefallen. Eine Antwort auf die Krise der evangelischen Kirche. Kösel-Verlag, München 2025. S. 171. Dort zitiert nach C.G. Jung: Seele und Tod. In: Derselbe: Ausgewählte Schriften, hg. von Verena Kast und Ingrid Riedel. Ostfildern 2011. S. 218f.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Darren Lawrence auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 17:36:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Zwischen Armut und Reichtum - Oder: Leben im Zwielicht]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000029C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Zwischen Armut und Reichtum</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Oder: Leben im Zwielicht</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/03/2026</span></div><div><br></div><div>Meine liebste Stunde am Abend ist die Zeit des Zwielichts. Es ist die Stunde, in der es weder hell noch dunkel ist. Die ersten Lichter vertreiben die andrängende Dunkelheit. In den Städten schicken sich Schaufenster und Leuchtreklamen an, die Tagfarben zu retten. Man schaut von draußen in die warm erleuchteten Räume, die vom Leben erzählen. Das gleißend-harte Sonnenlicht zieht sich zurück, und alles beginnt zu verschwimmen in einem traumartigen Dämmerzustand. Kein Schattenwurf mehr. Des Tages Lärm lebt noch, doch die Stunden der Stille rücken unaufhaltsam näher. Niemandsland.</div><div><br></div><div>Vielleicht liebe ich diese Abendmomente so sehr, weil sie wie keine zweiten unser Leben beschreiben: zwischen hell und dunkel, unentschlossen, ob das eine oder andere überwiegt. Hin- und hergeworfen schwebt unser Leben im Zwielicht wie in einem undefinierbaren Traum. Die Nacht wird kommen ‒ doch darauf der neue Tag.</div><div><br></div><div>Es ist Februar, und es herrscht trotz Dämmerung noch reges Treiben um den Bahnhof herum: Busse, Autos, Fahrräder, Menschengewimmel, Stimmengewirr. Zwei Freundinnen unterhalten sich lautstark, ohne dass ich etwas davon verstehe. Jemand zieht lärmend einen Koffer über das Pflaster. Busse schieben sich träge vorbei.</div><div><br></div><div>Eine alte Frau mit Gehstock in der Rechten und Einkaufstrolley in der Linken steht schief gebückt inmitten der strömenden Massen. Beim genaueren Hinsehen sehe ich den Abfalleimer neben ihr. Ich halte inne, beobachte sie. Ihre Bewegungen sind altersschwer langsam. Hat sie etwas in den Eimer geworfen?</div><div><br></div><div>Sie ist sicher über achtzig und setzt sich angestrengt in Bewegung. Ich verlangsame meinen Schritt, will Gewissheit über sie erlangen. Bald habe ich sie überholt, bleibe stehen, blicke zurück, gehe zwei Schritte weiter, bleibe wieder stehen. Ich möchte nicht, dass sie sich beobachtet fühlt. Sie bewegt sich so langsam, dass ich warten muss. So habe ich Zeit, darüber nachzudenken, was ich tun werde, sollte sich meine Vermutung bestätigen.</div><div><br></div><div>Ich warte, bis sie den nächsten Abfalleimer erreicht. Sie blickt wieder hinein. Ich habe mir indessen einen Satz zurechtgelegt, mit dem ich sie ansprechen werde. Ist er zu direkt? Ich will sie nicht beschämen. Aber mir fällt kein anderer Satz ein.</div><div><br></div><div>Ich gehe auf sie zu. Sie schaut gebückt nach unten. Aber ich spüre, dass sie mich kommen sieht. Dass sie schon gemerkt hatte, wie ich sie beobachtete. "Entschuldigen Sie, haben Sie so wenig Geld, dass Sie Flaschen sammeln müssen?" Was für ein furchtbarer Satz! In mir das ungute Gefühl, das ist viel zu direkt, ich kann sie doch nicht einfach nach ihrem Geld fragen. Wer will schon zugeben, kein Geld zu haben, arm zu sein? Wie wird sie auf diese unverschämte Frage eines Fremden reagieren?</div><div><br></div><div>Sie blickt auf, schaut mich mit erstaunlich wachen Augen an und spricht mit unerwartet lauter Stimme. Sie bejaht meine Frage heftig, drückt aus, wie schlimm das sei, sagt etwas von Heizung, der Rest geht in den Geräuschen der Stadt unter. Ich mag nicht nachfragen, es ist Winter, wahrscheinlich kann sie die Heizung nicht bezahlen. Dann sagt sie, dass sie ihren Ausweis wegwerfen <span class="fs14lh1-5">wolle... ‒ ich sehe sie fragend an </span><span class="fs14lh1-5">‒</span><span class="fs14lh1-5"> ...und sich einen ukrainischen beschaffen, dann bekomme sie alles, was sie brauche.</span><br></div><div><br></div><div>Ich gehe darauf nicht ein. Jetzt ist nicht der Moment, die Wahrheit zu sagen, sondern die Wahrheit zu tun.<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span> Ich stimme der Frau zu darin, wie schlimm ihre Lage ist, beklage, dass es so etwas in unserem Land gibt. Ich denke dabei daran, dass uns immer wieder erzählt wird, wir seien ein reiches Land.</div><div><br></div><div>Dann greife ich in die Tasche und hole den Zehn-Euro-Schein heraus, den ich schon zuvor, als ich die Frau beobachtete, aus meinem Portemonnaie genommen hatte. Ich wollte, wenn ich mit ihr rede, nicht lange danach suchen, es sollte alles schnell gehen und selbstverständlich aussehen. "Nehmen Sie das", sage ich und reiche ihr den Schein, unsicher, ob sie ihn annehmen wird. Aber sie greift sofort zu, lächelt, bedankt sich mehrmals, wünscht mir, als ich schon im Gehen begriffen bin, einen schönen Abend und ‒ Gesundheit ...</div><div><br></div><div>Im Moment, als ich weitergehe, weiß ich, dass ich die Wahrheit verfehlt habe. Die Frau, die kaum noch laufen kann, sitzt womöglich im Kalten, weil sie ihre Heizung nicht bezahlen kann. Und ich gebe ihr zehn Euro. Warum nicht zwanzig oder fünfzig? Ich hätte auf nichts verzichten müssen, sie aber hätte ein warmes Zuhause gehabt. Mich hätte es nicht arm gemacht, sie aber hätte es für ein paar Tage reich gemacht.</div><div><br></div><div>Jesus sprach einmal über die Gabe einer armen Witwe für die Brandopfer im Jerusalemer Tempel.<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span> Die Frau hat zwei kleine Münzen im Wert von heute etwa zwei Cent gespendet – so gut wie nichts. Dazu Jesus: "Diese arme Witwe hat mehr als alle anderen gegeben. Denn alle haben von ihrem Überfluss gegeben; sie aber hat von ihrem Mangel alles, was sie hatte, gegeben ‒ ihren ganzen Lebensunterhalt." Das letzte Wort in diesem griechischen Text ist "Bios" ‒ Leben. Sie hat mit ihrem Lebensunterhalt ihr Leben eingesetzt.</div><div><br></div><div>Was habe ich eingesetzt? Im Vergleich zur armen Witwe weniger als nichts. Von Lebenseinsatz keine Spur. Das eigene Leben ist wichtiger als die Not der anderen. Irgendetwas fehlt …</div><div><br></div><div>Eines Tages kam ein reicher junger Mann zu Jesus und fragte ihn, was er Gutes tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen.<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span> Jesus weist auf die Gebote hin. Der Reiche gibt an, sie alle gehalten zu haben. Aber es ist ihm wirklich ernst. Er spürt, dass das nicht alles sein kann: "Was fehlt mir noch?" Jesus nimmt die Frage so ernst, wie sie gemeint ist: "Willst du vollkommen sein, dann verkaufe deine Güter und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und dann komm und folge mir nach!"</div><div><br></div><div>Der Reiche konnte es nicht. Jesus sagt seinen berühmten Satz, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr geht als ein Reicher ins Reich Gottes. Entsetzen bei den Jüngern: In Jesu Perspektive sind sie alle reich. "Wer kann dann gerettet werden?" Antwort: "Bei Menschen ist es unmöglich. Aber bei Gott ist alles möglich."</div><div><br></div><div>Leben im Zwielicht. Reiche, die arm sind, und Arme, die einen Schatz im Himmel haben. Durchhalten im Niemandsland – zwischen gut und böse, vollkommen und aussichtslos, Glauben und Unglauben, gerettet und verloren.</div><div><br></div><div>Doch auch das Niemandsland ist Gottesland. Bei Gott ist alles möglich. Die warm erstrahlenden Fenster lassen etwas vom Leben in der Finsternis ahnen. Der neue Tag wird kommen. Denn Gottes Gnade hat kein Ende.<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup> &nbsp;Joh 3,21 </span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup> &nbsp;Mk 12,41-44</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup> &nbsp;Mt 19,16-26</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup> &nbsp;Klgl 3,22f</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Veer Chudasama auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 07 Mar 2026 14:05:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Februarlied]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000029B"><div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs9lh1">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, halte es bitte für diese Seite waagerecht, um den Text zu lesen, oder nutze den Modus "Desktop-Website".</span><br></div></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Februarlied</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/02/2026</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Amseln künden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>vom kommenden Frühling</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>im Februar</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Würden wir wahrnehmen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>des Gottesreichs Kündungen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in den Wintern der Welt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>beharrlich schlägt das Herz</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wir steh'n auf und gehen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>essen, genießen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bezaubernde Musik</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der liebe Mensch mit uns		</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Lächeln, ein Wort</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>eine zarte Berührung</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ruhe der Nacht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und Taten des Tags</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Verschontsein vom Krieg</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Arzt für die Kranken</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Hoffnung in Not</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Glaube trotz Zweifel</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>im Leiden ein Trost</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Leben im Tod</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wir würden frohlocken</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit verwegenem Mut</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das Kommende vorwegfühlen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>den Freudenfürst feiern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gemeinsam mit den Amseln</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">Zum Ausdruck "Freudenfürst" siehe den schönen Text von Jesaja 9,1-6, wo der Messias zwar als "Friedefürst" bezeichnet wird, der aber zugleich lauten Jubel und große Freude weckt:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht,<br></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>Vor dir freut man sich, wie man sich freut in der Ernte,</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>Denn du hast ihr drückendes Joch,</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>zerbrochen wie am Tage der Midianiterschlacht.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht,</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>und jeder Mantel, durch Blut geschleift,</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>und die Herrschaft ist auf seiner Schulter;</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>auf dem Thron Davids und in seinem Königreich,</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>dass er’s stärke und stütze</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><i>Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.</i></span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: pixabay.de, dort ohne Namen veröffentlicht.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 	</style></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 09:29:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Vier Jahre Ukrainekrieg - Eine persönliche Bilanz]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000029A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Vier Jahre Ukrainekrieg ‒ Eine persönliche Bilanz</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/02/2026</span></div><div><br></div><div>Der Krieg in der Ukraine währt jetzt vier Jahre. Er hat meinen Blick auf die Welt noch einmal verändert. Ich war zwar auch schon vor dem Krieg relativ pessimistisch, was den menschlichen Beitrag zu einer lebenswerten Welt betrifft. Doch der Angriff Russlands auf die Ukraine und der damit verbundene Anstieg von Gewalt und Unwahrheit auf verschiedenen Ebenen hat diese pessimistische Sicht noch einmal übertroffen.</div><div><br></div><div> </div><div>Dieser Krieg hat wohl jeden, der nicht ganz gefühllos durch die Welt geht, innerlich bewegt. Bundeskanzler Scholz sprach damals von einer Zeitenwende. Ich möchte hier einige Aspekte meiner persönlichen Bilanz dieses Krieges benennen. Was hat mich besonders bewegt in diesen vier Jahren, welche Erfahrungen habe ich gemacht und welche Einsichten gewonnen?</div><div><br></div><div>Ich beginne mit einem Einblick in meine Gefühlswenden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Meine Gefühlswenden: Angst, Trauer, Unverständnis, Enttäuschung</div><div><br></div><div>Eine Zeitenwende war der Kriegsbeginn für mich nicht, aber er brachte einige Gefühlswenden mit sich. Die Zeitenwende ist nach meiner Überzeugung mit Jesus Christus eingetreten. Diese positive, Hoffnung machende Zeitenwende erhält mich aufrecht. Die Verheißung eines unzerstörbaren Lebens ist mir eine Hoffnung für die Opfer dieses Krieges, der so viele Leben zerstört.</div><div><br></div><div>Am Anfang befürchtete ich, der Krieg könne sich ausweiten, möglicherweise sogar zu einer atomaren Konfrontation. Heute wirkt es fast lächerlich auf mich, dass ich versuchte, im Internet einen Geigerzähler zu kaufen. Es besagt aber viel über die Angst, die damals umging. Ich war offensichtlich nicht der einzige, der die Idee hatte: Geigerzähler waren ausverkauft. Nach längerem Suchen konnte ein Shop für Schulmaterialien noch einen bestellen und mir einige Monate später liefern. Zu einer Ausweitung des Krieges ist es ‒ Gott sei Dank ‒ bis jetzt nicht gekommen.</div><div><br></div><div>Aber dennoch hat dieser Krieg Millionen von Menschen ins Leid gestürzt. Ihr Leben wurde zerstört, auch das Leben derer, deren Herz noch schlägt. Aber wofür schlägt es? Was bleibt, wenn das Lebenswerk in Trümmern liegt? Wofür lebt man, wenn der liebste Mensch, den man hatte, nicht mehr da ist? Wie lebt man in ständiger Todesangst? Was für ein Leben haben die über ein Drittel ukrainischen Kinder und Jugendliche, die auf der Flucht sind?<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span> Was für ein Mensch wird man, wenn das Töten zum täglichen Soldatengeschäft wird? Wie hält eine Frau, wie halten die Kinder es aus, wenn der Mann und Vater als ein anderer Mensch von der Front zurückkehrt?</div><div><br></div><div>Meine Trauer, mein Mitgefühl gilt den Millionen auf beiden Seiten, deren Leben zerstört wurde und weiterhin wird. Es gilt all denen, die des Krieges müde sind, die ihn nicht wollen und dennoch nicht beenden können, ja sogar machtlos in ihn verwickelt sind. </div><div><br></div><div>Unverständnis befällt mich, wenn ich an die politischen Akteure denke, die den Krieg führen und unterstützen – allen voran der russischen Präsident Putin. Die Akteure in Ost und West sind auch nach vier Jahren offenbar nicht willens, den Krieg zu beenden; manche heizen ihn sogar an. Sie nehmen es in Kauf, dass Millionen von Leben zerstört werden, und geben das als Stärke und unumgängliche Notwendigkeit aus. Putin erdreistet sich zudem, den Krieg religiös zu begründen: Die Soldaten erfüllten "im Auftrag des Herrn" eine "heilige Mission", nämlich "die Verteidigung des Vaterlands, die Rettung er Heimat und ihrer Menschen".<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></div><div><br></div><div>Mein Verhältnis zu den Stellungnahmen der evangelischen Kirche kann ich nur als große Enttäuschung beschreiben. Zuerst sprachen die kirchenleitenden Personen oft von einem "Dilemma" und enthielten sich einer eindeutigen Stellungnahme. Auch wenn ich diese Sicht nicht teile, konnte ich sie noch nachvollziehen. Für die Haltung der neuen sogenannten "Friedensdenkschrift" der Evangelischen Kirche in Deutschland gilt das nicht mehr. Sie wurde aus Anlass des Ukrainekriegs ausgearbeitet, muss also als Stellungnahme zu diesem Krieg verstanden werden. Sie rechtfertigt diesen Krieg als "Schutz des Lebens". Doch ich frage mich: Wessen Leben wird denn durch diesen Krieg geschützt? Millionenfach wurde Leben zerstört! Hat es überhaupt jemals einen Krieg gegeben, der Leben geschützt hat?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Leben schützen, indem Leben zerstört wird?</div><div><br></div><div>Ich bin kein absoluter Pazifist, sondern ein realistischer. Damit meine ich, dass ich Gewalt nicht in jedem denkbaren Fall ablehne. Ich kann mir vorstellen, dass in Extremfällen ein Aggressor so gewalttätig sein kann, dass als letzter Weg die Zerstörung von Leben um des Schutzes von Leben willen geboten sein kann. Als Beispiele kann ich mir den Angriff des Iran auf Israel vorstellen oder eine IS-Armee, die einen Staat angreift und alle für ihn Ungläubigen ermordet. Es macht für mich auch einen Unterschied, ob in einem Verteidigungskrieg überzeugte Terroristen bzw. sich mit dem aggressiven Staat identifizierende "Revolutionsgarden" getötet werden oder Zwangsrekrutierte, die gar nicht kämpfen wollen, aber dazu gezwungen werden.</div><div><br></div><div>Die Ukraine verteidigt sich gegen eine menschenverachtende Diktatur und das damit verbundene Unrecht. Nun wird offenbar die Meinung vertreten, dies sei die Zerstörung von Millionen Menschenleben wert. Diese Meinung teile ich nicht. Denn Russland ist zwar eine Diktatur, die keinen politischen Widerspruch duldet, Dissidenten ermordet, individuelle Freiheiten beschränkt und das Recht beugt. Das alles sind Menschenrechtsverletzungen, mit denen Lebensmöglichkeiten zerstört werden.</div><div><br></div><div>Dennoch meine ich, dass die meisten Menschen in Russland auch unter diesen Einschränkungen ein mitunter beschwerliches, aber doch lebenswertes Leben führen können. Jedenfalls kann ich es nicht für ethisch legitim halten, Millionen von Menschen, die diesen Krieg nicht wollen, das Leben zu nehmen, um die Menschenrechte von Millionen anderen Menschen zu wahren. Hier greift für mich das Lebensmodell Jesu, lieber Fremdherrschaft und Unrecht zu ertragen, als unzählige Menschenleben auszulöschen.</div><div><br></div><div>Auch Jesus lebte ja unter einer Fremdherrschaft, hat aber nicht zum Krieg gegen sie aufgerufen, wie zum Beispiel zu seiner Zeit die jüdische Gruppe der Zeloten. Nicht lange nach Jesu Tod, im Jahr 66, kam es tatsächlich zum Krieg gegen die römische Besatzungsmacht, der vier Jahre andauerte. Es war ein Debakel. Nach Schätzungen kamen in diesem Krieg etwa ein Drittel der judäischen Bevölkerung ums Leben und wurden ca. 100.000 Menschen versklavt. Kann es nicht sein, dass Jesus die Tödlichkeit eines solchen Krieges ahnte?</div><div><br></div><div>Freiheit und Demokratie sind auch mir sehr wichtig. Aber christliche Freiheit gründet im Versöhnungshandeln Jesu Christi und nicht in den modernen Freiheitsrechten (Gal 5,1.13f).</div><div><br></div><div>Viele werden diese Sicht nicht teilen. Aber meiner Meinung nach entspricht es einer christlichen Ethik eher, dass Millionen von Menschen eine Einschränkung ihrer Menschenrechte ertragen, als dass sie das Leben von Millionen anderen Menschen zerstören. Ich werde auf diesen Punkt noch zurückkommen.</div><div><br></div><div>Die Denkschrift der evangelischen Kirche kennt keinen prinzipiellen Vorrang des eigenen Leidens vor dem Leidzufügen. Ich kann sie als Ganze nur so verstehen, dass sie von der im Jahr 2007 von derselben Kirche, aber anderen Akteuren entwickelten Ethik des "gerechten Friedens" zu einer Ethik des "gerechten Krieges" zurückgekehrt ist ‒ auch wenn die Verfasser das vehement bestreiten würden. Und selbst wenn man beim Begriff des "gerechten Friedens" bleiben wollte: Hat es schon jemals einen Friedensschluss gegeben, der in allen Punkten Gerechtigkeit walten ließ? Und mehr noch: Wie kann ein Friede, der durch Millionen zerstörte Leben zustande gekommen ist, "gerecht" sein?</div><div><br></div><div>Die These, einen "gerechten Frieden" durch Führen eines Krieges zu erreichen, verschleiert die Schuld mit der Behauptung, der Gerechtigkeit zu dienen. Sowohl Angriffs- als auch Verteidigungskriege können in der Bibel abgelehnt werden. So kritisiert der Prophet Jeremia massiv die imperialistische Eroberungspolitik der Großmacht Babylon (Jer 51). Er warnt aber auch davor, einen Verteidigungskrieg zu führen, wenn absehbar ist, dass der Krieg großes Leid mit sich bringen wird. Die Weisung Gottes lautet, dann besser zu kapitulieren (Jer 38,17-23). Der König, dem Jeremia diese Weisung überbrachte, schlug sie in den Wind ‒ mit verheerenden Folgen (Jer 39,6-10). Dass man bei einer Kapitulation schuldig werden kann, steht außer Frage. Doch um des Schutzes des Lebens willen kann es sein, dass diese Schuld getragen werden muss.</div><div><br></div><div>Die Forschung hat festgestellt, dass ein Krieg desto schwerer zu beenden ist, je länger er dauert. Denn keiner der beteiligten Staatslenker darf das Gesicht verlieren. Dem Volk muss ein Erfolg präsentiert werden, so dass die Toten sich "gelohnt" haben. Die zivilen und militärischen Opfer sterben dann nur noch für die Legitimation der jeweiligen Regierungen, die sich gegenüber ihrem eigenen Volk keine Blöße geben dürfen.<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></div><div><br></div><div>In der Ukraine geht es jetzt nur noch um einen strategisch wichtigen Landstrich im Donbass. Putin will ihn haben, Selenskyj will ihn nicht hergeben. Strategisch wichtig wäre der Landstrich für den Fall, dass Russland nochmals angreift. Die Sicherheitsbedürfnisse der Ukraine sind verständlich. Aber ist es wirklich nötig, dass jetzt für dieses Zukunftsszenario, von dem niemand weiß, ob es jemals eintreten wird, täglich gestorben wird? Schätzungsweise 200 bis 250 Soldaten jeden Tag. Ehemänner, Väter, Söhne, Brüder. Dazu die Verstümmelten, Traumatisierten, bleibend psychisch Gestörten. Wie lange noch?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Fremd im eigenen Land</div><div><br></div><div>Inmitten der Reaktionen, die es in Deutschland auf den Krieg gab, fühlte ich mich zunächst fremd im eigenen Land. In Talkshows wurden alle, die Dialog forderten und Waffenlieferungen ablehnten, als "Putinversteher" diskreditiert. Bis heute höre ich, dass diejenigen, die nicht die Position der Ukraine einnehmen, "zynisch" genannt werden. Putin zu dämonisieren oder mit Hitler gleichzusetzen wird stattdessen honoriert. Denn der Teufel ist unverbesserlich, und mit ihm lässt sich auch kein Dialog führen. Wer bei dieser Haltung nicht mitmachte, fand sich in Talkshows einer Mehrheit von Kriegsbefürwortern ausgesetzt und wurde vielstimmig niedergeredet. Die Kriegsfrage förderte offensichtlich Aggressionen gegen Andersdenkende zutage.</div><div><br></div><div>Eine Friedensbewegung schien es nicht mehr zu geben. Später habe ich gemerkt, dass es doch noch Gleichgesinnte gab: in Wissenschaft, Politik, und auch in christlichen Kreisen. Ich war dankbar dafür, Mitstreiter auf dem von mir eingeschlagenen Weg zum Frieden gefunden zu haben.</div><div><br></div><div>Gewalt habe ich schon immer verabscheut. Schon als Kind habe ich mich ungern geprügelt. In meinem Jugendzimmer hing neben den Beatles, Deep Purple, Suzie Quatro und anderen ein wenig dekoratives Poster mit der Aufschrift: "Gott ist Liebe. Und Liebe ist unsere einzige Überlebenschance." Dass der erste Satz aus der Bibel stammt (1Joh 4,8.16), war mir, soweit ich mich erinnere, gar nicht bewusst. Ich weiß auch nicht mehr, woher ich das Poster überhaupt hatte. Aber ich weiß, dass mir die Aufschrift extrem wichtig war. Als Student bin ich dann zweigleisig gefahren: Ich besuchte einen Bibelkreis und eine Friedensgruppe. Beides gehörte für mich untrennbar zusammen.</div><div><br></div><div>In erinnere mich an einen Kirchentag in den 80er-Jahren, auf dessen Abschlussgottesdienst im Stadion Zigtausende das Lied "Herr, gib uns deinen Frieden" sangen und gar nicht wieder aufhören wollten. Gott hat dieses Gebet offenbar erhört und uns danach in Europa lange vor einem großen Krieg bewahrt.</div><div><br></div><div>Heute ist dieses Lied kaum noch bekannt. Im Freundes- und Bekanntenkreis gab und gibt es unterschiedliche Auffassungen zum Ukrainekrieg. Wir respektieren einander trotzdem, können auch über die unterschiedlichen Sichtweisen diskutieren. Es wäre schlimm, wenn der Freund im Streit um den Weg zum Frieden zum Feind würde. Schließlich kann sich niemand seines Urteils sicher sein. Keiner kennt die Zukunft, keiner weiß, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn Russland nicht angegriffen oder die Ukraine kapituliert hätte. Wir können das Leben nur einmal leben. Ich weiß, dass ich mich irren kann.</div><div><br></div><div>Mit meinen christlichen Schwestern und Brüdern verbindet mich, dass die Zeitenwende mit Jesus Christus vollzogen und auf dem Weg hin zu ihrer Vollendung ist. Das Friedensreich Gottes ist bereits angebrochen, wenn es auch noch bestritten und bekämpft wird. Ich glaube, dass Krieg zu diesem Bestreiten und Bekämpfen gehört. Die Opfer des Krieges müssen noch leiden, sind der Fortsetzung der Gewalt aber nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.</div><div><br></div><div>Denn es gibt Christus, den "Friedefürst" (Jes 9,6). Es gibt die Beter für den Frieden (Lk 6,27f). Und es gibt die "Friedenmacher", wie sie in Mt 5,9 wörtlich genannt werden. Sie werden Söhne Gottes heißen, sagte Jesus, und natürlich auch Töchter Gottes. Diese Kinder Gottes sind die, die sich nicht auf die Logik des Krieges einlassen und sich weigern, den Feind zu hassen und zu vernichten (Mt 5,43-45). Sie können sich glückselig schätzen. Und die unter dem Krieg Leidenden dürfen auf den Friedefürst, die Betenden und die Friedenmacher hoffen.</div><div><br></div><div>Es schmerzt und betrübt mich, wenn wir uns, obwohl wir gemeinsam für den Frieden beten und uns über die Grundlagen unseres Glaubens einig sind, über den Weg zum Frieden nicht einigen können. Jedenfalls verbindet uns aber das gemeinsame Ziel. Und auch die Einsicht, dass niemand sich über den anderen erheben darf, weil wir "alle gesündigt haben und der Herrlichkeit Gottes ermangeln und ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Jesus Christus ist" (Röm 3,23f). Auf dieser Basis gründet unsere bleibende christliche Gemeinschaft trotz aller Meinungsverschiedenheiten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Menschen wollen den Krieg</div><div><br></div><div>Etwas, was mir unvorstellbar war, habe ich in den letzten vier Jahren gelernt: Es gibt Menschen, die den Krieg wollen. Zuerst habe ich es als Aussage Erich Maria Remarques gelesen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Zuerst war ich skeptisch gegenüber diesen Sätzen. Doch die dann beobachtete Kriegsbereitschaft und das Eskalationspotential im Reden und Handeln einiger europäischer Politiker, Journalisten und "Experten" konnte ich mir schließlich nicht anders erklären, als dass sie den Krieg tatsächlich wollen. Sie wollen ihn vielleicht nicht grundsätzlich, aber in der jetzigen Situation – als Stellvertreterkrieg der Ukraine – wollen sie ihn doch.</div><div><br></div><div>Innerhalb kurzer Zeit schwenkte zu meiner Überraschung und Enttäuschung auch ein großer Teil der eigentlich friedlichen Bevölkerung unseres Landes in die Kriegsbereitschaft ein. Ich bin froh, dass ich nicht "Kriegsbegeisterung" schreiben muss. Die Massenmedien trugen erheblich zu dieser mentalen Wende bei.</div><div><br></div><div>Dann las ich mit Schrecken, dass es zu Beginn des Ersten Weltkriegs in Deutschland eine Kriegsbegeisterung gab, die sich daraus speiste, dass man im Krieg eine Sinngebung erfuhr. Junge Menschen, die eine existenzielle Leere erlebten, konnten im Krieg ein Abenteuer sehen, das sie dem öden Alltagsleben entzog. Den Krieg ablehnende Haltungen wurden in der Presse unterdrückt.<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span> Wie gesagt, die Kriegsbegeisterung blieb uns bis jetzt erspart. Aber Sinnlosigkeits- und Überdrusserfahrungen gibt es auch heute.</div><div><br></div><div>Vor Kurzem hat Jakob Augstein diesen Grund für die Kriegsbereitschaft in dürren Worten auf den Punkt gebracht:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Du weißt ganz genau, warum du morgens aufstehst. Du hast keine anderen Probleme mehr, weil alle Probleme sozusagen unter dem Kriegsthema subsumiert werden. Du weißt ganz genau, wer der Gegner ist, das heißt du kannst dich auch mit deinen Mitsassen immer einigen. Nichts eint Menschen und Gruppen so sehr wie ein Gegner.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Ich kann mir vorstellen, dass das für manche Menschen der Grund ist, Krieg gar nicht so schlecht zu finden. Das Gruselige daran ist: Sie wollen den Krieg nicht bewusst. Vieles, was wir Menschen wollen, gründet ja in unserem Unterbewusstsein. Die Psychologie sagt sogar, dass das Unterbewusstsein, die große Unbekannte in unserem Kopf, unser Handeln steuert. Das Bewusstsein sagt: Ich will keinen Krieg, ich will Frieden. Das Unterbewusstsein sagt aber: Ich will diese öde Sinnlosigkeit nicht mehr, ich will den ultimativen Kick, will die Erfüllung im Krieg erleben.</div><div><br></div><div>Ich finde das erschreckend. Haben in unserer Überflussgesellschaft manche Menschen alle Erlebniseffekte, alle sich steigernden Kicks bereits ausgelebt, so dass nur noch der Krieg als letzte Steigerung übrig bleibt? Nach dem Überfluss kommt bekanntlich der Überdruss. Und der Überdruss muss besiegt werden durch etwas noch nie Erlebtes.</div><div><br></div><div>Nach christlichem Verständnis liegt die Lebensfülle natürlich nicht im ultimativen Kick, sondern in den Gaben und Aufgaben des Glaubens. Jesus sagte zu seinen Jüngern (Mt 13,11.12a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen […]. Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen ist eine Gabe Gottes. Niemand kann sie von sich aus ergründen, auch die Glaubenden nicht. Doch wer sich in die Nachfolge Jesu hat rufen lassen, dem wird es ermöglicht, den Reichtum der Glaubenseinsichten im Überfluss zu erfahren. Was hier überfließt, ist die Erfahrung eines Lebenssinns und einer Erfüllung, die durch kein irdisches Erlebnis gesteigert werden kann. Das Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit kann sich zwar auf Erden immer einstellen. Aber es wird aufgefangen von den Sinnerfahrungen und den Aufgaben, die dem Glaubenden geschenkt werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Die Meinungsmache der Öffentlich-rechtlichen</div><div><br></div><div>Eine neue Erkenntnis der Kriegszeit war für mich, dass die öffentlich-rechtlichen Medien nicht neutral sind. Ich hatte zwar auch vor dem Krieg schon die Einsicht, dass keine Berichterstattung vollkommen neutral sein kann. Aber das Ausmaß der Einseitigkeit ist mir erst durch den Krieg bewusst geworden.</div><div><br></div><div>Andere mögen das schon früher bemerkt haben. Aber man merkt es erst dann, wenn der eigene Standpunkt in den Medien unterdrückt wird. Und ich habe vor dem Krieg meine Sichtweisen in den Medien immer einigermaßen wiedergegeben gefunden. Das änderte sich schlagartig mit dem Beginn des Krieges.</div><div><br></div><div>Was seit vier Jahren in den öffentlich-rechtlichen Medien zum Thema Ukrainekrieg läuft, kann ich nur als Manipulation bezeichnen. Jetzt werden mir aber auch in anderen Themenbereichen grobe Einseitigkeiten bewusst, die mir vorher nicht aufgefallen sind. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat die verfassungsmäßige Aufgabe, die in der Bevölkerung vorhandene Meinungsvielfalt in seinen Sendungen abzubilden. Er tut es aber nicht. Er bildet nicht Meinung ab, sondern er macht Meinung. Er manipuliert die Bevölkerung und untergräbt damit die Demokratie.</div><div><br></div><div>Wer den Krieg und seine Unterstützung für ethisch legitim hält oder unentschlossen ist, wird das wahrscheinlich nicht bemerken. Ich habe es ja auch auf vielen Politikfeldern vor dem Krieg nicht bemerkt. Aber die vier Jahre Krieg haben leider bei mir dazu geführt, dass ich den Öffentlich-rechtlichen Vieles nicht mehr glauben kann. Ich sehe sie jetzt mit sehr kritischem Blick. Ich informiere mich mehr in Zeitungen, Büchern und auf Online-Plattformen. Ich bewahre mir dabei, besonders im Internet, die kritische Sicht. Nicht alles, was mir unmittelbar einleuchtet, muss wahr sein. Wir glauben gern das, was wir glauben möchten. Darum ist es wichtig, immer kritisch zu bleiben.</div><div><br></div><div>Es wird uns erzählt, nach der Ukraine werde Putin die baltischen Länder angreifen, dann Polen und danach natürlich Deutschland. Ich bin zwar kein Militärexperte, aber das leuchtet mir nicht ein.<span class="fs11lh1-5"><sup>6>/sup></span> Russland wird ja schon mit der Ukraine nicht fertig. Wie soll es dann den NATO-Staat Polen erobern, sich also mit der NATO anlegen? Die jährlichen Rüstungsausgaben der NATO <span class="fs14lh1-5"><b>ohne die USA</b></span> lagen schon vor 2022 etwa drei bis vier Mal so hoch wie die Russlands. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch hinsichtlich der Technologie und der Truppenstärke sind die europäischen NATO-Staaten Russland überlegen.<span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span> Und wir sollen glauben, dass Russland Europa erobern wolle?</div><div><br></div><div>Ich frage mich, welches Spiel hier eigentlich gespielt wird. Handelt es sich um eine kollektive Paranoia? Oder will man uns hinters Licht führen? Finden manche einen militärischen Konflikt so spannend, dass sie ganz darin aufgehen? Oder genießen sie es einfach, mit ihren Besorgnis erregenden Analysen jahrelang im Rampenlicht zu stehen? Oder werden sie schlicht reich durch den Krieg, weil sie in Aktien der Rüstungsindustrie investiert haben? Halten die Medien bewusst an der These von der Bedrohung durch Russland fest, weil sie Einschaltquoten bringt? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es von allem etwas.</div><div><br></div><div>Ich weiß aber, dass für den christlichen Glauben die Wahrheit eine wichtige Dimension ist – auch die politische Wahrheit, wie die alttestamentlichen Propheten betonten. Verführung zur Unwahrheit wird deshalb in der Bibel rundweg abgelehnt und verurteilt. Die Mahnung, gegen den Nächsten – und sei es der Feind – keine Falschaussagen zu machen, hat sogar Eingang in die Zehn Gebote gefunden (2Mo/Ex 20,16; 5Mo/Dtn 5,20). Unwahrheit zerstört die Gemeinschaft. Darum setzt sich der christliche Glaube für die Wahrheit auf allen Ebenen des Miteinanders ein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern?</div><div><br></div><div>Nach meiner Beobachtung hat sich der Umgang mit Gewalt und Aggression seit dem Beginn des Ukrainekriegs verändert. Krieg und Terror sind die schlimmsten Formen der Gewalt. Und Gewalt vermehrt sich, wenn sie von den gesellschaftlichen Eliten ausgeübt oder gefördert wird. Sie ist dann sozusagen hoffähig geworden, gilt nicht mehr als geächtet und weitet sich gesellschaftlich aus: Rettungskräfte und Feuerwehr werden zunehmend angegriffen, Zugbegleiter ebenso. Der Tonfall verschärft sich, wird aggressiver. In Talkshows zum Thema Krieg ist der Ton so aggressiv, wie ich es zuvor nicht erlebt hatte. Beim Thema Krieg regiert offenbar die Aggression.</div><div><br></div><div>Wir gehen auf eine waffenstarrende Welt zu. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm prognostiziert, dass bei massiver Aufrüstung vom Jahr 2029 an so gut wie alle Staatseinnahmen nur noch für Soziales, Verteidigung und Zinszahlungen zur Verfügung stehen, also nichts für Bildung, innere Sicherheit (Polizei), Infrastruktur etc. Der jetzt angehäufte riesige Schuldenberg wird die nächste Generation enorm belasten.<span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span> Wollen wir solche Lasten unseren Kindern und Kindeskindern aufbürden?</div><div><br></div><div>Unsere gegenwärtigen Taten haben Auswirkungen auf das Leben unserer Kinder – positive oder negative. Im alten Israel gab es ein Sprichwort, das die negativen Folgen der Taten einer Generation für die folgenden treffend wiedergibt: "Die Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern werden davon die Zähne stumpf." Die Propheten kritisieren diese Verlagerung der Schuldfolgen auf die künftigen Generationen scharf und kündigen eine kommende Heilszeit an, in der dies nicht mehr geschehen wird (Hes/Ez 18,2-4; Jer 31,29f). Deshalb sind wir alle gefragt, welche Welt wir unseren Kindern hinterlassen.</div><div><br></div><div>Ich stelle mir eine lebenswerte Welt für unsere Kinder so vor: Wir bemühen uns nach Kräften, ein lebensförderliches persönliches, staatliches und globales Gemeinschaftsleben zu entwickeln. Dazu gehören der Dialog und das Verständnis für die Probleme des Anderen. Niemand wird von vornherein dämonisiert und auf seine Bosheit festgelegt. Christen nennen das Vergebung. Nur wenn der Andere nicht als der unverbesserlich Böse behandelt wird, kann man versuchen zu verstehen, warum er tut, was er tut. Und nur dann kann man gegebenenfalls einsehen, welchen Schuldanteil man selber an der eingetretenen Situation hat. Christen sollte es leicht fallen, ihren Schuldanteil einzugestehen; denn sie sind im Glauben der Vergebung ihrer Schuld gewiss.</div><div><br></div><div>Es gibt nicht wenige Kenner der Materie, die eine Mitschuld des Westens am Ukrainekrieg sehen. Erst das Eingeständnis von Schuld ermöglicht es aber, eine neue Sichtweise in die Tat umzusetzen. Dann kann man auf den Gegner zugehen und versuchen, durch vertrauensbildende Maßnahmen die Bedrohungslage abzuschwächen. Es gibt keine Garantie dafür, dass das gelingt. Aber um unserer Kinder willen sollten wir zumindest den Versuch machen.</div><div><br></div><div>Gegenwärtig wird allerdings durch überzogene Aufrüstung eine Totalkontrolle der Situation angestrebt. Totale Kontrolle von Menschen über geschichtliche Entwicklungen gibt es aber nicht und wird deshalb niemals zu erreichen sein. Denn nicht der Mensch, sondern Gott ist der Herr der Geschichte. Darum hilft gegen die Angst vor der Unverfügbarkeit der Geschichte nur das totale Gottvertrauen – das Vertrauen zu dem Gott, der auf der Seite der Leidenden steht und ihnen früher oder später Gerechtigkeit widerfahren lassen wird.</div><div><br></div><div>Eine lebenswerte Welt für unsere Kinder ist keine Welt, in der der Mensch sich zum Gott erhebt und nach totaler Kontrolle strebt, die es nicht geben kann. Das muss in Gewalt und Krieg enden. Lebenswert ist hingegen eine Welt, in der auch im Scheitern und in scheinbar aussichtslosen Entwicklungen weitergebetet und im Vertrauen auf den in der Welt wirkenden Gott an seinem Reich mitgebaut wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Einer muss anfangen aufzuhören</div><div><br></div><div>Für manche Christinnen und Christen ist es nicht leicht, in der komplexen politischen Situation ethisch eindeutige Entscheidungen zu treffen. Der evangelische Theologe Martin Niemöller (gest. 1984) stellte zur ethischen, auch politischen Orientierung die Frage "Was würde Jesus dazu sagen?"</div><div><br></div><div>Ich will jetzt nicht auf die bekannten Passagen der Bergpredigt zu sprechen kommen, sondern auf eine Szene unmittelbar vor Jesu Verhaftung, die der Evangelist Lukas erzählt. Jesus macht seine Jünger auf eine neue Situation, eine Zeitenwende, aufmerksam und sagt (Lk 22,35-38):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Als ich euch ohne Geldbeutel und Reisesack und Sandalen ausgesandt habe, habt ihr etwa an irgendetwas Mangel gehabt?" Sie aber sagten: "An nichts!" Und er sagte zu ihnen: "Aber jetzt, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, gleichermaßen auch einen Reisesack, und wer [das] nicht hat, der verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Dieses [in der Bibel] Geschriebene muss an mir erfüllt werden: 'Und er wurde zu den Verbrechern gezählt' [Zitat aus Jes 53,12]. Denn was mir bestimmt ist, geht in Erfüllung." Sie aber sagten: "Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter!" Er aber sagte zu ihnen: "Es ist genug."</span></i></span></div><div><br></div><div>Bisher litten Jesu Jünger keinen Mangel, obwohl sie ohne Geld, Reisesachen und Schuhe unterwegs waren. "Aber jetzt", sagt Jesus, hat sich die Situation geändert: Jetzt sollen sie Geld und Reisesachen mitnehmen und auch ein Schwert. Denn die Verfolgung, die Jesus erleiden wird, wird auch ihnen nicht erspart bleiben.</div><div><br></div><div>Daraufhin zeigen die Jünger Jesus die zwei Schwerter, die sie bei sich tragen. Jesus aber beendet das Gespräch mit der sonderbaren Bemerkung "Es ist genug!" Die Bemerkung nimmt vorweg, was kurz darauf bei Jesu Gefangennahme geschehen wird: Als einer der Jünger dem Knecht des Hohenpriesters mit dem Schwert das Ohr abschlägt, sagt Jesus "Lass es damit genug sein!" und heilt das Ohr wieder (Lk 22,51).</div><div><br></div><div>Das Schwert, von dem Jesus sagte, dass man es kaufen solle, soll also nicht benutzt werden. Es steht nur als Symbol für die bevorstehende Verfolgungszeit: Zeit des Schwertes. Die Zeitenwende, die sich ereignet, besteht darin, dass für die Jünger, die zuvor keinen Mangel gelitten haben, jetzt eine Zeit des Leidens einsetzt.</div><div><br></div><div>Jesus will sagen: Es ist genug damit, die Schwerter vorzuzeigen. Es ist genug damit, sie zu benutzen. Besser ist es, Leid zu ertragen, als Leid zuzufügen. Das war Jesu Lebensmodell. Es soll auch das Lebensmodell seiner Jünger sein.</div><div><br></div><div>Was würde Jesus uns heute sagen? Würde er sagen "Es ist genug"? Genug mit dem Säbelrasseln, mit unnötiger Aufrüstung, mit der Dämonisierung, mit dem Feindbild, der nur dem Anderen die Schuld gibt? Genug mit einer Welt, in der Gewalt und Krieg sich ausbreiten und Andersdenkende diskreditiert werden? Genug mit dem Damoklesschwert eines Weltkriegs oder gar Atomkriegs, das über dem Leben unserer Kinder schweben wird? Genug damit, weil euer Leben in Gottes Hand liegt und ihr deshalb keine totale Kontrolle über die Sicherheit eures Lebens anstreben müsst?</div><div><br></div><div>Ich kann nicht anders als zu glauben, dass Jesus sagen würde: "Es ist genug!" Wer das sagt, hört mit dem Alten auf und beginnt etwas Neues. Das Alte hat ausgedient. Es ist genug damit. Einer muss anfangen aufzuhören. Dazu gehört es, ein Risiko einzugehen und zum Leiden bereit zu sein. Bereit zu sein, sein Kreuz zu tragen (Lk 9,23).</div><div><br></div><div>Niemals genug hingegen ist es mit dem Beten* und mit dem Ringen um einen Weg zum Frieden. Niemals genug ist es, seinen eigenen Standpunkt zu hinterfragen. Und niemals genug ist es, seinen Standpunkt einzubringen, auch wenn man dafür diskreditiert wird. Das ist ein kleines Leid. Möge Gott es uns gewähren, dass das große Leid der Gewalt und des Krieges in der Ukraine bald ein Ende nimmt und dass es nicht über uns kommt – und auch nicht über unsere Kinder.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span><br></div><div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Ein schönes Gebet um Frieden findest du hier: <a href="https://www.emk.de/meldung/vier-jahre-krieg-gebet-fuer-die-ukraine" target="_blank" class="imCssLink">https://www.emk.de/meldung/vier-jahre-krieg-gebet-fuer-die-ukraine</a>.</span></div></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Siehe <a href="https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/vier-jahre-krieg-in-der-ukraine-jedes-dritte-kind-auf-der-flucht-/391410" target="_blank" class="imCssLink">https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/vier-jahre-krieg-in-der-ukraine-jedes-dritte-kind-auf-der-flucht-/391410</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Siehe <a href="https://katholisch.de/artikel/66681-putin-zieht-parallelen-zwischen-russischen-soldaten-und-jesus" target="_blank" class="imCssLink">https://katholisch.de/artikel/66681-putin-zieht-parallelen-zwischen-russischen-soldaten-und-jesus</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Siehe Jörn Leonhard: Über Kriege und wie man sie beendet, S. 77 und 86.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Siehe Michaela Scharf: <a href="https://ww1.habsburger.net/de/kapitel/endlich-grusste-man-das-so-lang-verdrangte-uberfallige-mit-blumen" target="_blank" class="imCssLink">https://ww1.habsburger.net/de/kapitel/endlich-grusste-man-das-so-lang-verdrangte-uberfallige-mit-blumen</a> und <a href="https://ww1.habsburger.net/de/kapitel/mythos-kriegseuphorie" target="_blank" class="imCssLink">https://ww1.habsburger.net/de/kapitel/mythos-kriegseuphorie</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> Jakob Augstein am 22.01.2026 im Gespräch mit Holger Friedrich im Theater Ost, Berlin: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=eAB309DUaU8" target="_blank" class="imCssLink">https://www.youtube.com/watch?v=eAB309DUaU8</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup> Siehe auch die Experten General a.D. Erich Vad und Klaus von Donanyi: Krieg oder Frieden, S. 44-46, sowie Johannes Varwick: <a href="https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/ukrainekrieg-ende-2026-varwick-li.10017323" target="_blank" class="imCssLink">https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/ukrainekrieg-ende-2026-varwick-li.10017323</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>7</sup> Siehe die Greenpeace-Studie "Wann ist genug genug?", S. 11 und 13. Auch online abrufbar (siehe unten).</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>8</sup> Siehe <a href="https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/unser-staat-vor-der-pleite-dennoch-schiessen-wir-milliarden-steuergelder-in-die-ruestung-li.10018931" target="_blank" class="imCssLink">https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/unser-staat-vor-der-pleite-dennoch-schiessen-wir-milliarden-steuergelder-in-die-ruestung-li.10018931</a>.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh21-4667px mb1"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Donanyi, Klaus von / Vad, Erich: Krieg oder Frieden. Deutschland vor der Entscheidung. Westend Verlag. Neu-Isenburg 2025.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Evangelische Kirche in Deutschland (Hg.): Welt in Unordnung ‒ Gerechter Friede im Blick. Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen. Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Evangelische Verlagsanstalt. Leipzig 2025.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Greenpeace e.V. (Hg.): Wann ist genug genug? Ein Vergleich der militärischen Potenziale der Nato und Russlands. Hamburg 2024. Online abrufbar unter <a href="https://www.greenpeace.de/frieden/kraeftevergleich-nato-russland" target="_blank" class="imCssLink">https://www.greenpeace.de/frieden/kraeftevergleich-nato-russland</a>.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Leonhard, Jörn: Über Kriege und wie man sie beendet. Zehn Thesen. Verlag C.H. Beck. München 2023.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Gerd Altmann auf Pixabay (bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 23 Feb 2026 11:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Und ich erwarte immer noch, dass alles wieder besser wird ...]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000299"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Und ich erwarte immer noch, dass alles wieder besser wird ...</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Ein positiver Blick in die Zukunft</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/02/2026</span></div><div><br></div><div>Die Welt ist im Umbruch, sagt man: Krieg und Aufrüstung, ungebremster Klimawandel, Nazis im Vormarsch, Migranten dem Tod ausgesetzt, entwertete Demokratie, Polarisierung der Gesellschaft. Kein Wunder, dass Angststörungen und Depressionen neue Höchststände erreichen. Die Kirche hat für die meisten Menschen keine Bedeutung mehr, viele gehen orientierungslos durchs Leben ‒ "wie Schafe, die keinen Hirten haben", so hat es Jesus schon zu seiner Zeit erlebt (Mt 9,36).</div><div><br></div><div>"Wie kommen wir da wieder raus?" frage ich mich. Und habe keine Antwort ...</div><div><br></div><div>Und doch ist da in mir immer noch die Erwartung von Positivem. Eine unzerbrechliche Hoffnung. Die Hoffnung hat einen Namen: Gnade. Die Gnade verändert alles. Nicht etwa nur spirituell, also innerlich, sondern auch ganz konkret äußerlich.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wir brauchen Support von außen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wir haben uns den Schlamassel ja selbst zuzuschreiben. Wir haben Türen zugeschlagen, Wege abgesperrt, Mauern gebaut. Folglich sind wir in einer Sackgasse gelandet. Und wir sind nicht bereit, die Fehler zuzugeben und umzukehren.</div><div><br></div><div>Darum brauchen wir Support von außen. Jemanden, der nicht sagt: "Löffelt die Suppe, die ihr euch eingebrockt habt, doch selber aus!" Sondern jemanden, der uns gnädig ist.</div><div><br></div><div>Man hat die Gnade Gottes gern mit einem Gerichtsurteil verglichen: Da spricht der Richter ein gnädiges Urteil. Wir sind nochmal davongekommen und dürfen neu anfangen.</div><div><br></div><div>Das ist nicht verkehrt. Aber Gnade ist mehr. Der Richter ist zugleich der Bewährungshelfer, der uns neue Wege weist und uns Türen öffnet. Will sagen: Gott spricht uns nicht frei von Schuld und überlässt uns dann wieder uns selbst. Er ist vielmehr auch der liebevolle Begleiter, der uns aus der Sackgasse herausführt.</div><div><br></div><div>Denn "bei Gott sind alle Dinge möglich" (Mk 10,27). Oder in anderer Version: "Was bei den Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich" (Lk 18,27).</div><div><br></div><div>Was geschieht, wenn das menschlich Unmögliche geschieht? Ein Reicher kann gerettet werden und ins Reich Gottes einziehen, weil Gott auch ein Kamel durch ein Nadelöhr kriegt. Könnte es sein, dass Jesus bei diesem Satz gelächelt und mit einem Auge gezwinkert hat?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Hey, denkt doch mal an Gottes Möglichkeiten. Merkt ihr gar nicht, wie sehr ihr auf euch selbst und eure eigenen Möglichkeiten fixiert seid? Warum legt ihr den Reichen auf seinen ungerechten Reichtum fest? Warum traut ihr Gott nicht zu, ihm gnädig zu sein und sein Leben radikal zu verändern?</i></span></div><div><br></div><div>Gnade verändert nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich. Gott befreit uns nicht nur von Schuld, sondern er befreit uns auch zur Umkehr. Er erschließt uns neue Wege, neue Welten.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Warum seid ihr so fixiert auf den Status Quo? Ihr gebt viel auf Statistiken und negative Prognosen, verzweifelt an menschlicher Unbelehrbarkeit und entsprechend düsteren Zukunftserwartungen. Setzt doch mal auf Gottes Möglichkeiten und seine unzerstörbare Liebe!</i></span></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Türen tun sich auf, mit denen niemand gerechnet hat.</span><span class="cf1"><br></span><span class="cf1">Denn Gott ist der Herr der Geschichte</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>"Bei Gott sind alle Dinge möglich." Das gilt nicht nur für die Lebensgeschichte von Reichen, die plötzlich von ungerechtem Reichtum nichts mehr wissen wollen und ihr Leben radikal umgestalten (Lk 19,8f). Es gilt auch für den Gang der Weltgeschichte, der ungeahnte und nie prognostizierte Ereignisse hervorbringt. Türen tun sich auf, mit denen niemand gerechnet hatte. Denn Gott ist der Herr der Geschichte.</div><div><br></div><div>Dieser Gott hat einen krankhaften Narzissten zum mächtigsten Mann der Welt werden lassen. Und dieser machtversessene Selbstbewunderer verhandelt nun mit dem über Millionen von Leichen gehenden Putin über ein Ende des sinnlosen Sterbens im Krieg.</div><div><br></div><div>Was könnte Gott noch so alles drauf haben? Vielleicht neue Entwicklungen, die den Klimawandel bremsen? Oder bisher unbekannte chemische Prozesse in der Atmosphäre? Oder Möglichkeiten, die unsere Nachkommen wenigstens in einigermaßen guter Weise mit der erhitzten Atmosphäre leben lassen? Etwas, das alle Horror-Zukunftsprognosen Lügen straft oder sie zumindest abfedert?</div><div><br></div><div>Ich sehe die düsteren Prognosen. Aber ich versuche, Gott mehr zuzutrauen als allen Prognosen.</div><div><br></div><div>Wenn Gott den Klimawandel in erträgliche Geleise lenken kann, dann kann er das auch mit dem drohenden Vormarsch von Nazis tun. Auch das Tausendjährige Reich Adolf Hitlers währte bekanntlich nur magere zwölf Jahre.</div><div><br></div><div>Ich höre schon den Vorwurf: Da ist er wieder, der <span class="fs14lh1-5"><i>deus ex machina</i></span>, der Lückenbüßer-Gott, der immer dann aus dem Nichts erscheint und einspringt, wenn wir nicht mehr weiterwissen. Wie bequem, sich auf den Lückenbüßer-Gott zu verlassen und selbst die Hände in den Schoß zu legen.</div><div><br></div><div>Aber weit gefehlt. Denn das Wort von dem Gott, dem alle Dinge möglich sind, hat ein anderes neben sich, das ihm korrespondiert: "Alles ist möglich dem, der glaubt" (Mk 9,23).</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Glaubenden können Berge an Leid,</span><span class="cf1"><br></span><span class="cf1">Hass, und Ungerechtigkeit versetzen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Beide Worte sind von Jesus. Sie stellen keinen Widerspruch dar, sondern einen Zusammenhang. Zwischen ihnen liegt im Markusevangelium gerade mal ein Kapitel Text.</div><div><br></div><div>Wenn Gott alle Dinge möglich sind, dann auch dem, der sich auf ihn verlässt. Durch die Kraft Gottes können die Glaubenden scheinbar Unmögliches bewirken. Es geht hier nicht um Kleinigkeiten, sondern darum, Berge zu versetzen (Mt 17,20). Das ist nicht wörtlich gemeint. Es geht nicht um eine Show. Sondern es geht um die ungeheure Kraft Gottes, durch welche die Glaubenden "Berge an Leid, Hass und Ungerechtigkeit" (Walter Klaiber) versetzen können.</div><div><br></div><div>Gottes Gnade macht nicht abwartend-träge, sondern im Gegenteil sehnsuchtsvoll-anstrebend: Die Aussicht auf Gottes Möglichkeiten treibt an, auf sie zuzugehen, sich ihnen tätig anzunähern, ihre Verwirklichung nach Kräften zu fördern. Nicht, um sie zu erzwingen, aber um Widerstände aus dem Weg zu räumen und Gott den Weg zu bereiten (Jes 40,3-5).</div><div><br></div><div>Das ist genug Herausforderung, denn Widerstände gibt es zuhauf. Aber so arbeiten die Glaubenden daran mit, dass das Unmögliche möglich wird ‒ in aller Bescheidenheit, wohl wissend, dass Gott es ist, der das Gute wirkt.</div><div><br></div><div>Gerade heute stellt sich die Frage, ob wir darauf vertrauen, dass Gott uns aus der scheinbar unentrinnbaren Sackgasse befreien kann, und ob wir daran mitarbeiten. Ich bin überzeugt davon, dass er uns nicht lieblos unserem Schicksal überlassen wird. Und ich erwarte immer noch, dass alles wieder besser wird.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><b>Wie </b></span>Gott allerdings in den Gang der Geschichte eingreift und <span class="fs14lh1-5"><b>wann </b></span>er es tut, ob er uns den Folgen unseres Tuns überlässt und wie groß das Leid sein wird, das er uns auferlegt, das wissen wir nicht.</div><div><br></div><div>Die Welt ist im Umbruch. Es scheint schlimm um uns bestellt. Aber es gab Zeiten, in denen es noch viel schlimmer war. Und trotzdem gibt es die Menschheit noch heute. Und es gibt auch das Christentum noch heute. Gott führte durch schlimme Zeiten und großes Leid hindurch. Darum wird es Menschen und Christen immer geben, solange die Erde steht (1Mo/Gen 8,22).</div><div><br></div><div>Dafür sorgen nicht wir, sondern dafür sorgt der Gott der Gnade, der uns trotz allem gnädig seine Treue halten wird (1Kor 1,4-9).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellenangabe</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Das Zitat von Walter Klaiber ist aus dessen Buch "Das Matthäusevangelium. Teilband 2", Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn 2015. S. 27.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: tigerlily713 auf Pixabay (bearbeiteter Ausschnitt).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 13 Feb 2026 14:14:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Woher weiß ich, ob etwas Sünde ist oder nicht?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000298"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Woher weiß ich, ob etwas Sünde ist oder nicht?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/01/2026</span></div><div><br></div><div>Manchmal erreichen mich Fragen von Leserinnen und Lesern meines Blogs. Eine dieser Fragen lautete, woher ich eigentlich wissen kann, ob etwas Sünde ist oder nicht.</div><div><br></div><div>Es ist ja so: Der eine Christ sieht etwas als Sünde an, der andere nicht. Wer hat denn nun Recht?</div><div><br></div><div>Eine andere Frage ist: Ist denn jede menschliche Schwäche gleich eine Sünde?</div><div><br></div><div>Es kann auch sein, dass ich eine Sache einfach nicht als Sünde betrachten <span class="fs14lh1-5"><b>will</b></span>, und darum fällt sie für mich auch nicht unter die Rubrik Sünde. Ist es schlimm, wenn ich dann diese Sünde begehe?</div><div><br></div><div>Das sind eigentlich mehrere Fragen auf einmal.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Sünde ist alles, was der Liebe widerspricht</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ich beginne mal mit der Frage, woher ich überhaupt wissen kann, was Sünde ist.</div><div><br></div><div>Ich persönlich befrage dazu zuerst immer die Bibel. Denn wir Menschen können uns alles Mögliche dazu denken, was gut oder schlecht ist. Gerade in unserer Zeit gibt es dazu ja auch sehr gegenteilige Ansichten. Durch die Bibel aber möchte Gott zu uns sprechen. Also befrage ich als Erstes die Bibel.</div><div><br></div><div>Da begegnen mir die Zehn Gebote als eine Richtschnur (2Mo/Ex 20,1-17; 5Mo/Dtn 5, 1-21). Sie sagen nicht, was Sünde ist, sondern wie ich Sünde am besten vermeide. Sie beantworten natürlich nicht alle Fragen, aber sie geben eine Richtung vor. Jesus hat die Gebote dann sehr einprägsam zusammengefasst (Mt 22,37-39):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Dies ist das größte und erste Gebot. Ein zweites aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.</span></i></span></div><div><br></div><div>Jesus hat also die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten zur Richtschnur für unser Verhalten erhoben. Sünde ist demnach alles, was der Liebe widerspricht.</div><div><br></div><div>Ich habe mich lange Zeit gefragt, was Liebe zu Gott eigentlich ist. Liebe zum Menschen konnte ich mir vorstellen: ihn ernst nehmen, respektieren, ihm Gutes wünschen und ihm zur Seite stehen ‒ auch dann, wenn er mir nicht besonders sympathisch oder sogar mein Feind ist (Mt 5,43-48). Irgendwann bin ich zu der Einsicht gekommen, dass Liebe zu Gott etwas Entsprechendes sein muss: Gott und sein Wort ernst nehmen, ihm dankbar sein, ihm vertrauen und das Gute tun, zu dem er mich ausrüsten will.</div><div><br></div><div>Und was ist Nächstenliebe? Die sogenannte Goldene Regel fasst es zusammen (Mt 7,12a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen!</span></i></span></div><div><br></div><div>Wir wissen ja meistens genau, was uns gut tut und was wir uns deshalb von unseren Mitmenschen wünschen. Daran sollen wir uns orientieren: Das Verhalten, das wir uns von unseren Mitmenschen wünschen, sollen wir auch ihnen entgegenbringen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Auch der beste Christ kann irren</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ich finde, damit sind uns schon viele Anhaltspunkte dafür gegeben, wie wir Sünde vermeiden können. Dennoch ist es manchmal schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Wie soll ich mich gegenüber einem Arbeitskollegen verhalten, der mich ständig mobbt? Oder eine ganz andere Frage: Soll ich für oder gegen Atomkraft sein?</div><div><br></div><div>Die biblischen Richtlinien geben zwar eine Richtung vor: Es wäre sicher nicht gut, wenn ich meinen Arbeitskollegen nun auch mit Mobbing überziehen würde. Und die Antwort auf die Frage nach der Atomkraft müsste so ausfallen, dass sie der Welt möglichst viel Nutzen und möglichst wenig Gefahren bringt.</div><div><br></div><div>Aber damit ist noch keine konkrete Antwort gegeben. Ich habe es immer so gehalten, wenn es eine Frage gab, auf die ich keine Antwort hatte: Ich habe im Gebet um Einsicht gebeten. Die kam dann nicht postwendend, sondern es war oft ein längerer Prozess, an dessen Ende ich eine Entscheidung getroffen habe. Ich habe keinen Traum gehabt, in dem Gott mir etwas mitteilte, oder eine Bibelstelle aufgeschlagen, die die Antwort parat hatte. Sondern ich habe darum gebeten, das Richtige zu tun. Dann habe ich weiter über die Frage nachgedacht, habe vielleicht mit anderen darüber gesprochen, habe etwas dazu gelesen, und irgendwann habe ich mich für eine Antwort entschieden ‒ im Vertrauen darauf, dass Gott mir die rechte Einsicht gegeben hat.</div><div><br></div><div>Natürlich habe ich auch Fehler gemacht. Wir können nie hundertprozentig sicher sein, das Richtige zu tun. Aber das müssen wir auch nicht.</div><div><br></div><div>Ich möchte noch betonen, dass auch das Gespräch mit einer Vertrauensperson wichtig sein kann. Wenn ich nach einer christlichen Antwort suche, ist es natürlich sinnvoll, wenn mein Gesprächspartner auch Christ ist. Es kann sein, dass Gott dann durch diesen Menschen zu mir sprechen will. Aber dafür gibt es keine Garantie. Auch der beste Christ kann irren. Deshalb sollte man kritisch bleiben und weiter um eine Antwort beten ‒ im Vertrauen, dass Gott mir zu seiner Zeit eine Antwort schenken wird.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Wir dürfen getrost sündigen und fröhliche Sünder sein</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Es kann auch sein, dass die Christinnen und Christen sich untereinander uneinig sind. In politischen Fragen ist das sogar häufig der Fall. Auch dann bleibt mir nur, mir eine eigene Meinung zu bilden und nach einer Antwort zu suchen, bis Gott mir Einsicht verleiht.</div><div><br></div><div>Was man aber auf keinen Fall tun sollte, ist, einfach der Mehrheitsmeinung seines Freundes- und Bekanntenkreises oder gar der Bevölkerung im eigenen Land zu folgen. Denn das, was Gott von uns will, muss nicht identisch sein mit dem, was gerade die Mehrheit will und tut, und ist es wahrscheinlich sogar eher selten.</div><div><br></div><div>Natürlich kann es auch sein, dass ich selbst etwas einfach nicht als Sünde betrachten <span class="fs14lh1-5"><b>will</b></span>. Aber das dürfte schon deutlich geworden sein: Bei der Frage, was Sünde ist, geht es nicht um meinen, sondern um Gottes Willen. Auch wenn ich sehr an etwas hänge oder wenn mir etwas als ganz in Ordnung vorkommt, kann es in Gottes Augen Sünde sein. Darum sollte ich nicht nur die Meinung anderer, sondern auch meine eigene immer kritisch betrachten.</div><div><br></div><div>Aber gibt es nicht auch einfach menschliche Schwächen, die keine Sünde sind? Ich würde sagen: Ja, nicht jede Schwäche ist eine Sünde. Wenn ich unter sozialen Ängsten leide und es mir schwerfällt, mit anderen Menschen zu kommunizieren, dann ist das sicher eine Schwäche, aber keine Sünde. Sünde ist immer etwas, womit ich mich selbst oder andere verletze. Man könnte also sagen: Nicht jede Schwäche ist eine Sünde, aber jede Sünde ist eine Schwäche, die ich mit Gottes Hilfe zu überwinden versuchen sollte.</div><div><br></div><div>Das heißt nicht, dass ich mein eigenes Handeln ständig unter die Lupe nehme und alle fünf Minuten überlege, ob ich vielleicht in den letzten fünf Minuten eine Sünde begangen habe. Wer das tut, wird des Lebens nicht mehr froh. Wir müssen uns bewusst machen: Wir sind und bleiben unvollkommene Menschen. Keiner ist ohne Sünde. Darum sind wir alle auf Gottes Gnade und Vergebung angewiesen (Mk 10,18; Röm 3,9-20; 11,32).</div><div><br></div><div>Das ist der Gedanke, der über aller Sünde steht. Das ist die Voraussetzung alles Nachdenkens über die Sünde. Das ist der Trost in all unserer Schwachheit: Wir dürfen getrost sündigen und fröhliche Sünder sein. Martin Luther hat gesagt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>Sündige kräftig, aber kräftiger glaube und freue dich in Christus, der Sünde, Tod und Welt überwunden hat!</i></span></div><div><br></div><div>Das ist natürlich keine Aufforderung zum Sündigen. Es heißt nicht, die Sünde nicht ernst zu nehmen und sich um ein Gott wohlgefälliges Leben nicht nach Kräften zu bemühen. Aber es heißt, die Gnade Gottes ernster zu nehmen als all meine Sünde. Es heißt, zu meiner Sündhaftigkeit zu stehen und dennoch an Gottes Gnade nicht zu zweifeln. Gerade so bleibe ich fest im Glauben.</div><div><br></div><div>Denn das ist das A und das O des christlichen Glaubens:</div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>Ich bin nichts, und Christus ist alles (Joh 3,30; Röm 8,32).</i></span></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>Gott macht solche, die nichts sind, zum Größten: zu seinen Kindern (1Kor 1,28).</i></span></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>Ich bin allein durch Gottes Gnade gerettet (Röm 3,23f).</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich bin stark durch Gottes Kraft in mir ‒ auch wenn ich menschlich schwach bin (2Kor 12,9f).</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 14:04:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Offenbarung des Johannes - Eine persönliche Auslegung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000297"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Offenbarung des Johannes – Eine persönliche Auslegung</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Die frohe Botschaft der Apokalyptik (Teil 3)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/01/2026</span></div><div><br></div><div>Als junger Mensch war mir die Offenbarung des Johannes total fremd. Sie erschien mir wie ein Sammelsurium unverständlicher Ereignisse und schrecklicher Gewaltexzesse und Katastrophen, die ganz und gar bedrohlich wirkten. Wenn das die Zukunft war, konnte man vor ihr nur Angst haben. Der Blutbäder anrichtende Christus schien mit dem sanftmütigen, leidenden und friedliebenden Jesus, den ich aus den Evangelien kannte, nichts zu tun zu haben. Der Feuersee, in den die Ungläubigen geworfen wurden, löste bei mir nur Schrecken aus.</div><div><br></div><div>Damals wusste ich noch nicht, dass sich am letzten Buch der Bibel immer schon die Geister schieden. Den einen ist es eins der wichtigsten Bücher des Neuen Testaments, und die anderen verabscheuen es. Martin Luther meinte, in der Offenbarung werde Christus "weder gelehrt noch erkannt". Das wird heute wohl kaum noch jemand behaupten. Im Gegenteil, man bezeichnet die Offenbarung heute oft als "Trostbuch". Aber ist sie das wirklich?</div><div><br></div><div>Ich möchte hier eine persönliche Auslegung der Offenbarung vorlegen. Das heißt, ich werde nicht nur die Texte zu deuten versuchen, sondern auch meine eigenen Gefühlslagen einbringen und danach fragen, was die Texte uns heute zu sagen haben. Ich kann in so einem Blogbeitrag natürlich nicht auf jeden Text der Offenbarung eingehen, sondern liefere einen Überblick und spreche das an, was mir zum Verständnis besonders wichtig ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Die Briefe an die sieben Gemeinden in Kleinasien</div><div><br></div><div>Der erste große Teil der Johannesoffenbarung enthält sieben Briefe an kleinasiatische Gemeinden. Der auferstandene Jesus Christus selbst hat seine Worte dem Johannes in einer Vision mitgeteilt und ihn aufgefordert, sie den sieben Gemeinden als Briefe zuzusenden. Darin beurteilt Christus jede Gemeinde und ermahnt oder ermutigt sie. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, ruft er die Gemeinde zur Umkehr und droht ihr Unheil an, falls sie sich dieser Umkehr verweigert.</div><div><br></div><div>Ich erinnere mich daran, dass wir in der Jugendgruppe, die ich als Teenager besuchte, über diese Briefe sprachen. Zwei Aussagen aus diesen Briefen sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Der Gemeinde in Sardes wird ins Stammbuch geschrieben (Offb 3,1b.3b):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und bist [doch] tot. [...] Wenn du aber nicht aufwachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst ganz sicher nicht wissen, zu welcher Stunde ich zu dir kommen werde.</span></i></span></div><div><br></div><div>Und die Gemeinde in Laodizea bekommt zu hören (Offb 3,15f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Wenn du doch kalt oder heiß wärest! So [aber], weil du lau bist und weder kalt noch heiß, bin ich im Begriff, dich aus meinem Mund auszuspeien.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn ich diese Vorwürfe und Drohungen lese, bekomme ich heute noch ein flaues Gefühl in der Magengrube. Bin ich nicht auch weder kalt noch heiß, sondern lau? Und ich meine zwar, im Glauben zu leben – aber kann ich mir dessen sicher sein? Woher soll ich wissen, ob ich nicht im Glauben tot bin, ohne es zu merken? Wird Christus mich dann aus seinem Mund ausspeien?</div><div><br></div><div>Es ist eine berechtigte Frage, wie ernst ich den christlichen Glauben wirklich nehme. Es gibt ja eine temperierte Religiosität, die in selbstzufriedener Sattheit lebt und darüber die täglichen Herausforderungen des Glaubens vergisst. Das kann sogar der Fall sein, wenn man religiös ziemlich aktiv ist und denkt: "Ich bin ein ganz guter Christ." Es geht aber nicht darum, religiös angepasst an gesellschaftliche und kirchliche Erwartungen zu leben, sondern in der Nachfolge Jesu und deshalb oft im Kontrast zu dem, was andere von mir erwarten.</div><div><br></div><div>Also nochmal: Kann ich meiner selbst gewiss sein? Nein, ich kann es nicht. Aber die sieben Briefe sind auch nicht an mich als Individuum gerichtet, sondern an Gemeinden. Eine Gemeinde als Ganze ist lau bzw. tot im Glauben. Ich als Einzelner muss aufpassen, mich nicht von diesem halbgaren Gemeindeleben anstecken zu lassen, und ich kann versuchen gegenzusteuern. Und vor allem kann ich Christus um Vergebung für meine Lauheit und um Stärkung meines Glaubens bitten.</div><div><br></div><div>Wenn ich das tue, und zwar nicht nur <span class="fs14lh1-5">pro forma</span>, sondern weil es mir ein Herzensanliegen ist, dann bin ich weder lau noch tot. Die Drohungen der beiden Briefe jagen mir deshalb heute keine Angst mehr ein. Denn bei allen Schwächen meines Glaubens und bei allem praktischen Versagen versuche ich doch ernsthaft, im Vertrauen zu Gott zu leben, Liebe zu üben und mein Scheitern zu bekennen und mir vergeben zu lassen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wir dürfen in Jesu Augen schwach sein.</i></span> Denn die Gemeinden, die in "Bedrängnis" und "Armut" leben und nur eine "kleine Kraft" haben, also schwach sind, werden von Jesus ausdrücklich gelobt und als "reich" bezeichnet (Offb 2,9; 3,8). Die anderen aber, die sich selbst für stark halten und vor Aktivität und Selbstbewusstsein nur so strotzen, werden von ihm zurechtgewiesen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Im Thronsaal Gottes</div><div><br></div><div>Bevor der Blick auf die Zukunft der Welt geworfen wird, führt uns Johannes mitten in den Thronsaal Gottes (Offb 4f). Johannes sieht Gott auf einem mit Diamanten verzierten Thron sitzen. Es funkelt, leuchtet, blitzt und donnert um den Thron herum, und verschiedene merkwürdige Wesen, die sich dort befinden, preisen Gott in den höchsten Tönen (Offb 4). Das sind natürlich bildliche Aussagen. Mit diesen Bildern soll gesagt werden, dass Gott der allmächtige Herrscher über die Weltgeschichte ist.</div><div><br></div><div>Wenn wir allerdings einen Blick auf die Weltgeschichte werfen, können uns Zweifel daran kommen. Wenn Gott allmächtig ist, warum verhindert er dann nicht das unbeschreibliche Unglück und Leid dieser Welt? Warum geht es den einen gut, während die anderen ums Überleben kämpfen?</div><div><br></div><div>Das Leid der Welt wird auch in der Offenbarung noch zur Sprache kommen. Aber gerade weil es so viel Leid gibt, muss zuvor klargestellt werden: Was immer geschieht, es geschieht nicht im leeren Raum ohne Sinn und Ziel. Es geschieht vielmehr im Raum der Herrschaft Gottes, und das heißt für mich: Es gibt Leid, das Gott will, zum Beispiel um uns zur Umkehr zu rufen. Und es gibt Leid, das Gott nicht will, das er aber zulässt – warum, wissen wir nicht.</div><div><br></div><div>Ich glaube aber: Gerade weil es Gott ist, der das Leid will oder zulässt, ist es kein sinn- und zielloses Leid – auch dann nicht, wenn wir den Sinn und das Ziel nicht erkennen. <span class="fs14lh1-5"><i>Sinn- und ziellos ist nur das blinde Schicksal, nicht aber das, was, bevor es uns erreicht, durch Gottes Hände gegangen ist. Gott hat es gefühlt, gewogen – und für angemessen befunden (Hi 1,12; 2,6).</i></span></div><div><br></div><div>Paulus hat das unvergleichlich auf den Punkt gebracht (Röm 8,28):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dieses Wort ist mir extrem wichtig geworden. Paulus sagt damit: Wenn die, die an Gott hängen, auch schwer leiden müssen, so muss doch das schwerste Leid letztlich zu ihrem Guten beitragen. Dafür sorgt Gott selbst. Denn er ist der Herr der Geschichte – nicht das Schicksal und auch nicht die, die uns das Leid zufügen.</div><div><br></div><div>Ich weiß, dass wir das, wenn wir im Leid drinstecken, oft nicht glauben können. Und doch ist diese Perspektive ein Hoffnungsschimmer. Weil Gott "aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will" (Dietrich Bonhoeffer), darum wird er in der Thronsaalvision des Johannes so überschwänglich gepriesen. </div><div><br></div><div>Johannes sieht des Weiteren in seiner Vision, dass Gott in seiner rechten Hand eine Buchrolle hält. Nur das "Lamm", das für den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus steht, darf die Buchrolle öffnen und damit die Weltgeschichte an ihr Ziel bringen. Als er die Buchrolle in Empfang nimmt, stimmen unzählige Engel und "alles Geschaffene im Himmel und auf der Erde" in den himmlischen Lobgesang ein (Offb 5).</div><div><br></div><div>Ich habe diese Bilder mit ihren merkwürdigen himmlischen Gestalten und mit der Buchrolle viele Jahre lang nicht verstanden. Heute kann ich ihnen eine Bedeutung abgewinnen: Es ist Jesus, der die Weltgeschichte an ihr Ende bringen wird. Die Weltgeschichte liegt also nicht in den Händen von zerstörerischen oder willkürlich agierenden Mächten. Sie liegt vielmehr in den Händen Jesu, der auf Erden nichts als Liebe gelebt hat und sein Leben schließlich aus Liebe zu den Menschen hingegeben hat. Er wird auch die Welt mit nichts als Liebe an das ihr bestimmte Ende bringen.</div><div><br></div><div>Darum müssen wir das Weltende nicht fürchten. Wir können Jesus vielmehr schon jetzt von Herzen loben und preisen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Das menschengemachte Unheil und der Zorn Gottes</div><div><br></div><div>In den folgenden Kapiteln schildert Johannes schreckliche Endzeitkatastrophen, die er in seinen Visionen geschaut hat. Der Zorn Gottes ergießt sich über die Erde. Auf mich wirkten diese Visionen früher einfach nur abschreckend. Sie enthalten furchtbare Gewalt, Blutvergießen, Tod, Christenverfolgungen und den Zusammenbruch der kosmischen Ordnung. Das alles wird in verschiedensten Formen und mit Hilfe beängstigender Horrorgestalten beschrieben.</div><div><br></div><div>Wenn man das als Voraussagen geschichtlicher Ereignisse versteht, wie ich es lange tat, dann führt das zu dem Gedanken, dass Gottes Zorn aus der Welt einen Vorhof der Hölle macht. Heute weiß ich, dass man diese Visionen auch anders verstehen kann, ohne ihnen die Schärfe zu nehmen. Man kann sie als Bilder für Grunderfahrungen menschlicher Not verstehen.</div><div><br></div><div>Der Zorn Gottes über das Verhalten der Menschen drückt sich darin aus, das er sie unter ihren eigenen Taten leiden lässt. Diesen Zorn Gottes und diese notvollen Erfahrungen haben sich die Menschen selbst eingebrockt. Es hat diese Nöte schon immer gegeben, aber sie treten in der Endzeit besonders deutlich zutage.</div><div><br></div><div>Die Johannesoffenbarung beschreibt den menschlichen Irrsinn dadurch, dass ein Bild das andere jagt und die Horrorszenarien sich geradezu überschlagen. Wichtig ist zu sehen, dass es sich um Bilder handelt, die wir nicht für die Sache selbst halten sollten. Wir müssen die Sachen suchen, die durch die Bilder ausgedrückt werden sollen.</div><div><br></div><div>Sieben Siegel werden geöffnet, sieben Posaunen geblasen und sieben Schalen des Zorns Gottes über die Welt ausgegossen. Ich fasse die damit ausgelösten Katastrophen zusammen.</div><div><br></div><div>Die auch in der Kunstgeschichte oft abgebildeten vier apokalyptischen Reiter bringen Krieg, Hunger, Seuchen und wilde Tiere über die Menschheit (Offb 6,1-8). Die Berge und Inseln verändern ihre Position, die Sonne verfinstert sich, der Mond wird blutrot, die Sterne fallen vom Himmel und der Himmel selbst rollt sich zusammen wie eine Buchrolle (Offb 6,12-17). Zu Tod und Verderben führen außerdem Hagel, Erdbeben und Feuer sowie Menschen fressende Heuschrecken. Etwas, das einem großen brennenden Berg gleicht, fällt ins Meer, ein brennender Stern verseucht die Flüsse, und Sonne und Mond verfinstern sich teilweise (Offb 8f). Christenverfolgungen führen dazu, dass viele Glaubende als Märtyrer sterben (Offb 6,9-11).</div><div><br></div><div>In einer anderen Vision werden die Menschen von Geschwüren geplagt, Meer und Flüsse werden verseucht oder vertrocknen, die Sonne verbrennt die Menschen, noch einmal bringen Hagel und Erdbeben Leid und Tod und das diktatorische Weltreich verfinstert sich, so dass Orientierungslosigkeit und Angst herrschen. Doch die Menschen kehren nicht von ihren gottlosen Wegen um, sondern wenden sich sogar gegen Gott, weil er ihre Qualen nicht von ihnen nimmt (Offb 16).</div><div><br></div><div>Liest man diese Kapitel als Strafen Gottes für den menschlichen Ungehorsam, dann erscheint Gott wie ein erbarmungslos wütender Despot, der Lust am Quälen seiner Geschöpfe hat. Doch man kann den Zorn Gottes auch anders verstehen.</div><div><br></div><div>Es ist eine grundlegende Vorstellung von Altem und Neuem Testament, dass die bösen Taten der Menschen auf sie selbst zurückfallen. Das Unheil, das der Mensch anrichtet, schadet ihm selbst. Man nennt das den Tun-Ergehen-Zusammenhang. Gott kann diesen Zusammenhang zwar außer Kraft setzen, aber er lässt ihn oft zu. So müssen die Menschen am eigenen Leib spüren, wohin ihr gottloses Verhalten führt. Damit will Gott die Menschen motivieren, von ihren gottlosen Wegen umzukehren.</div><div><br></div><div>So war es ja schon bei den Plagen, die Gott über Ägypten kommen ließ: Sie sollten den Pharao dazu bewegen, das Volk Israel aus der Sklaverei zu entlassen. Nun kann man beobachten, dass viele Plagen der Offenbarung (Offb 8f; 16) den ägyptischen Plagen (2Mo/Ex 7-12) gleichen. Daraus kann man schließen, dass auch die Plagen der Offenbarung dem guten Ziel dienten, eine Änderung im Glauben und Leben der Menschheit herbeizuführen.</div><div><br></div><div>Versteht man die Katastrophen der Endzeit so, dann entspringen sie nicht der Willkür eines wütenden Gottes, sondern dem Versagen der Menschen selbst, vor dessen Folgen sie Gott nicht immer bewahrt (siehe z.B. den Schluss von Jer 14,16). Krieg, Hunger und Christenverfolgungen sind Menschenwerk. Wildtiere werden zur Gefahr, wenn wir ihnen den Lebensraum nehmen und ihnen zu nahe kommen. So entstehen auch Seuchen. Meer und Flüsse werden von uns verschmutzt und ausgetrocknet. Die Sonneneinstrahlung wird dadurch zur Gefahr, dass wir die Ozonschicht der Erdatmosphäre zerstören.</div><div><br></div><div>Doch es werden auch kosmische Katastrophen beschrieben. Die Kräfte unserer Welt geraten ins Wanken; der Himmel, unter dem wir leben, entzieht sich uns. Könnte damit nicht unser geistiger Horizont gemeint sein? Der christliche Glaube hat seine tragende Rolle für viele Menschen verloren. Es scheint keine Werte und Normen mehr zu geben, die alle Menschen miteinander verbinden. Wenn es aber keine gemeinsamen Werte mehr gibt, keinen gemeinsamen Glauben, dann bleibt nichts mehr an dem Ort, an den es gehört. Alles wird fraglich, nichts ist mehr selbstverständlich. Die Menschheit versteht einander nicht mehr, weil die gemeinsame Grundlage fehlt.</div><div><br></div><div>Dann aber verlieren wir den Zusammenhalt und damit auch Orientierung und Sicherheit. Neue Erkenntnisse und Errungenschaften helfen nicht weiter, sondern verschlimmern die Lage oft. Sogar das, was wir selbst erschaffen, wird uns zur tödlichen Gefahr. Die Geister, die wir riefen, werden wir nicht mehr los. In dieser verfinsterten Welt gibt es auch kaum noch Licht für unsere Seelen.</div><div><br></div><div>Orientierungslosigkeit, Unsicherheit, Einsamkeit: Das alles gab es auch schon zu Jesu Zeiten. Jesus war im Innersten betroffen, weil die Menschen wie Schafe ohne Hirten verunsichert und orientierungslos umherirrten (Mk 6,34). Er nahm Anteil, litt mit ihnen wegen ihrer Verstocktheit und sah sie mit Zorn an (Mk 3,5a).</div><div><br></div><div>Mit Zorn? Wohlgemerkt: Jesu Zorn war ein Anteil nehmender, trauriger Zorn. So bedeutet Gottes Zorn nicht, dass er wütend dreinschlägt, sondern sein Zerstören ist mit Mitleid und Traurigkeit verbunden (1Mo/Gen 6,5-8). Gerade so ruft er uns zur Umkehr (z.B. Jer 35,15).</div><div><br></div><div>Doch die Menschen verstehen diese Sprache Gottes nicht (Offb 9,20f). Sie wollen keinesfalls an ihrem eigenen Unheil schuld sein, sondern wenden es gegen Gott selbst: Weil er das Unheil nicht verhindert, kann es ihn nicht geben. Weil die Menschen nicht schuldig sein wollen, machen sie Gott zum Schuldigen und dann gleich zu einem toten Gott.</div><div><br></div><div>Natürlich gibt es auch Unheil, das nicht unmittelbar auf menschliche Taten zurückzuführen ist. Warum Gott es zulässt, wissen wir nicht. Wir können dann nur darauf vertrauen, dass Gott es weiß.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Der imperialistische Staat und die Christenheit</div><div><br></div><div>Die düstere Szenerie setzt sich noch weiter fort. Trotz einiger Hoffnungszeichen, die der Text hier und da in all diese Schreckensbilder einstreut, gewinnt man den Eindruck, dass das Grauen kein Ende nehmen will. Wer jetzt noch weiterliest, dem begegnen ein siebenköpfiger Drache und ein siebenköpfiges Tier.</div><div><br></div><div>Der Drache steht für alle gottwidrigen und lebensfeindlichen Mächte, die Chaos und Tod bringen: das Dämonische, Teuflische in unserer Welt, personifiziert als der Satan. Das Tier steht für den imperialistischen Staat, der unbezwingbare Macht zu haben scheint. Er hat seine Macht vom Drachen erhalten (Offb 13,2). Doch das gilt nur vordergründig: In Wahrheit ist dem Staat seine Macht von Gott gegeben (Offb 13,14f). Aber damit ist seine Macht auch durch Gott begrenzt.</div><div><br></div><div>Dieser Staat war damals das Römische Weltreich. Als Deckname verwendet die Offenbarung auch "Babylon" (z.B. Offb 17,5). Denn die Kritik an Rom war lebensgefährlich. Rom unterdrückte die von ihm beherrschten Völker. Davon waren auch die frühen Christen betroffen.</div><div><br></div><div>Wichtig ist, dass der Drache, die widergöttliche Macht, im Himmel schon besiegt ist. Er darf nur noch auf Erden sein Unwesen treiben und hat dazu auch nur wenig Zeit (Offb 12,7-9.12). Damit ist festgehalten, dass <span class="fs14lh1-5"><i>die Macht des Bösen bereits gebrochen ist. Es tobt sich zwar noch auf Erden aus, aber sein Schicksal ist bereits besiegelt: Es wird sein Ende im Feuersee finden</i></span> (Offb 20,10).</div><div><br></div><div>Ich versuche, mir das immer wieder vor Augen zu führen, gerade wenn ich dem abgrundtief Bösen und Unbegreiflichen begegne. Dann sage ich mir: Es ist im Vergehen begriffen... Es hat keine Zukunft... Darum möchte ich es auch nicht mehr allzu ernst nehmen. Ich kann es zwar nicht ignorieren, muss es auch ertragen, und ich möchte der Verführung zum Bösen widerstehen. Es quält mich zwar noch, aber sein Ende ist besiegelt. Die Zukunft gehört nicht den zerstörerischen Mächten, sondern der guten Macht Gottes. <span class="fs14lh1-5"><i>Ich müsste wohl verzagen in unserer Welt, wenn ich sie nicht von ihrem Ende her verstehen würde: vom Untergang alles Lebensfeindlichen und unbestrittenen Sieg der lebensfreundlichen Macht Gottes her.</i></span></div><div><br></div><div>Im imperialistischen Staat wird Gott gelästert, und es werden Gewalt und militärische Stärke angebetet (Offb 13,3b-8). Das Tier gleicht einem Raubtier (Offb 13,2) und zeigt damit die "Raubtiernatur menschlicher Herrschaft" (Walter Klaiber). Zu alledem tritt noch ein zweites Tier auf. Es dient dem ersten Tier, indem es dazu verführt, es anzubeten (Offb 13,11-14). Das zweite Tier ist die Stimme der staatlichen Propaganda und Manipulation, außerdem die staatliche Kontrolle und Verfolgung (Offb 13,15-17).</div><div><br></div><div>Auch Religion gibt es in diesem Staat. Aber sie gilt nicht Gott, sondern dem Staat selber. Der Machtapparat wird verehrt, die gottlose Weltkultur genießt quasi religiösen Status, alles Mögliche kann dabei göttliche Würde erlangenn, wenn es nur nicht dem Staat widerspricht. Luxus und Prunk gehören auch zu diesem Staat, ein Reichtum, der auf Kosten der unterworfenen Völker und Sklaven erlangt wurde (Offb 17,1-6). So war es in Rom, und so ist es auch heute in imperialistischen Staaten.</div><div><br></div><div>Wer sich diesem Staat widersetzt, muss mit Verfolgung rechnen. Als Johannes schrieb, hatte es bereits Märtyrer in der Christenheit gegeben. Doch die Gefahr besteht heute für uns in Westeuropa nicht darin, fremden Göttern zu opfern. Die Herausforderung für uns besteht darin, vom Zeitgeist und von der westlichen Leitkultur mit ihrem Überfluss und ihren vielfältigen Glücksversprechen "besoffen" gemacht zu werden (Offb 17,2).</div><div><br></div><div>Diese "Verfolgung" ist für uns die gefährlichste, weil sie uns leise und fast unmerklich verfolgt und verführt. Wer aber trotzdem standhaft bleibt, wer der Verführung durch gottlose Leitbilder widersteht und Jesus die Treue hält, wird ewiges Leben ernten (Offb 14,12f; 21,6f).</div><div><br></div><div>Interessant ist der historisch belegbare Gedanke, dass die scheinbar unbesiegbare Weltmacht am Ende an ihrer eigenen Größe und internen Machtkämpfen zugrunde gehen wird. In solchem gewaltsamen Aufstand gegen die Führungsmacht wirkt Gott und macht dem imperialistischen Staat ein Ende (Offb 17,16f). <span class="fs14lh1-5"><b>Er </b></span>macht nach der Johannesoffenbarung dem gottlosen Staat ein Ende, nicht etwa die Christen, indem sie mit Gewalt eingreifen und einen Umsturz herbeiführen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Das Ende der zerstörerischen Mächte</div><div><br></div><div>Die lebensfeindlichen Mächte und das von ihnen ausgehende Unheil wurden von Johannes sehr ausführlich und mit immer neuen Bildern beschrieben. Nachdem ich das alles gelesen habe, kommt es mir so vor, als liefere Johannes ein Abbild unserer Wirklichkeit. Denn beim Betrachten unserer Wirklichkeit kommt in mir auch manchmal das Gefühl auf, als nähmen himmelschreiendes Unrecht und unvorstellbares Leid kein Ende.</div><div><br></div><div>Das ist aber nicht die Meinung des Johannes. Zwischen all den Monstern und Horrorgestalten, mit denen er unsere Wirklichkeit abgebildet hat, gab es immer wieder Hinweise darauf, dass diese Wirklichkeit vorübergehend ist und dass Gott all dem Unheil ein Ende bereiten wird.</div><div><br></div><div>Das große, mächtige "Babylon", gleichzusetzen mit der Weltmacht Rom, bricht zusammen. Es ist noch nicht ausgelöscht, aber es hat keine Macht mehr über andere. In ihm wohnen nur noch selbstzerstörerische Mächte und verwilderte Tiere (Offb 18,2). Musik und Kunst sowie Hochzeitsfeiern wird es in ihm nicht mehr geben (Offb 18,22f). Die Glaubenden werden aufgerufen, beim gottlosen Treiben in dieser Stadt nicht mitzumachen, sondern sich davon zu distanzieren (Offb 18,4).</div><div><br></div><div>Zurück bleiben die Machthaber, die klagen und weinen, weil es mit ihrer Macht zu Ende ist. Auch die Kaufleute werden ausdrücklich genannt: Sie beweinen den Untergang des Wirtschaftssystems, denn sie verlieren ihren Reichtum und ihren luxuriösen Lebensstil. Schließlich sind die Seefahrer genannt, die ebenfalls vom Reichtum der Stadt profitierten (Offb 18,9-19).</div><div><br></div><div>Die Mächtigen &nbsp;und die Profiteure, die auf Kosten anderer lebten, sind am Ende. So übt Gott Gerechtigkeit. Das ist der Grund seines Zorns. Der Schrei nach Gerechtigkeit, dessen Erhörung wir oft vermissen – jetzt wird er erhört. Freuen dürfen sich alle, die Verfolgung erleiden und bluten mussten und denen nun Recht widerfahren wird (Offb 18,20.24). Dabei geht es nicht um Schadenfreude, sondern um Freude über das Ende des Unrechts. <span class="fs14lh1-5"><i>Die Täter triumphieren nicht in Ewigkeit über ihre Opfer.</i></span> Deshalb wird im Himmel ein großer Lobgesang angestimmt (Offb 19,1-8).</div><div><br></div><div>Jesus Christus besiegt die Unrechttäter und übernimmt die Macht von ihnen. Sein Sieg wird in martialischen Bildern beschrieben. Es soll kein Zweifel bleiben, dass den Übeltätern das Ende bereitet wird. Doch ist es das Schwert seines Mundes, also sein Wort, das seine Gegner überwindet (Offb 19,13.15.21). Nirgends ist davon die Rede, dass die Christen sich mit Gewalt am Kampf gegen die Feinde Gottes beteiligen sollen. Auch die himmlischen Heerscharen kämpfen nicht. Allein Jesus Christus trägt den Sieg davon durch die Macht seines Wortes.</div><div><br></div><div>Am Ende werden Himmel und Erde in der Form, wie wir sie kennen, vergehen (Offb 20,11). Die Toten werden auferstehen, und ihr Leben mit all ihren Gedanken und Taten wird im Licht Gottes aufgedeckt. Diejenigen, die sich auf das Böse, Lebensfeindliche festgelegt haben, werden in den "Feuersee" geworfen, das heißt, ihr Leben wird endgültig beendet sein. Diejenigen aber, die sich dem Bösen, Lebensfeindlichen widersetzt haben, werden in das Reich Gottes aufgenommen und haben an seiner Herrschaft teil (Offb 20,4). Schließlich wird auch der Tod vernichtet. Das ist die Negation alles Negativen. Für Negatives ist in der Gemeinschaft der Auferstandenen kein Platz mehr.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Die neue Erde und die neue Stadt</div><div><br></div><div>So knapp, wie das Gericht Gottes über die Übeltäter abgehandelt wurde, so ausführlich sind jetzt die Bilder und Farben, mit denen das neue Leben gezeichnet wird. Es gibt wohl kaum schönere Worte über das neue Leben in der Bibel als zu Beginn des 21. Kapitels der Johannesoffenbarung (Offb 21,1-5a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und die heilige Stadt, das neue Jerusalem, sah ich aus dem Himmel von Gott her herabkommen, bereitet wie eine Braut, die für ihren Mann geschmückt ist.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sprechen:</span></i></span></div></div><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe, die Wohnung Gottes unter den Menschen!</span></i></span></div></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;Und er wird unter ihnen wohnen,</span></i></span></div></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;und sie werden seine Völker sein,</span></i></span></div></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;und er, Gott, wird bei ihnen sein.</span></i></span></div></div></blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und abwischen wird er alle Tränen von ihren Augen,</span></i></span></div></div><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;und der Tod wird nicht mehr sein,</span></i></span></div></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;weder Leid, noch Geschrei, noch Mühsal wird mehr sein,</span></i></span></div></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;denn das Erste ist vergangen.</span></i></span></div></div></blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!</span></i></span></div><div><br></div><div>Bemerkenswert ist zunächst, dass der Lebensraum der uns bekannten Erde und der sichtbare Himmel durch den Lebensraum einer neuen Erde und einen neuen Himmel ersetzt werden. Das neue Leben spielt sich demnach nicht im "Himmel" ab, also dort, wo Gott und die Engel leben, sondern auf einer neuen Erde. Wir werden nach dieser Vorstellung nicht in den Lebensraum Gottes aufsteigen, sondern das neue Gemeinwesen, das neue Jerusalem, kommt von Gott her auf die Erde herab. Und Gott selbst wird von seinem Lebensraum her auf die neue Erde herabkommen und unter uns Wohnung nehmen.</div><div><br></div><div>Ich finde, es ist eine schöne Vorstellung, dass es eine neue Erde geben wird, auf der sich das ewige Leben abspielt. Damit wird das Unvorstellbare für mich ein Stück weit vorstellbar. Es wird nicht einfach "alles anders", nämlich unbekannt und unvorstellbar sein, sondern es wird Parallelen zwischen unserem jetzigen Leben und dem zukünftigen geben. Wichtig geworden ist mir auch, dass das neue Leben eine leibliche Komponente haben wird, wie Paulus schreibt (1Kor 15,35-44). Es werden also nicht nur unsere "Seelen" leben, sondern wir werden auch einen vollendeten Körper haben.</div><div><br></div><div>Es rührt mich an, dass Gott sein Jenseits verlassen und auf der neuen Erde unter uns wohnen wird. Und <span class="fs14lh1-5"><i>er wird uns dienen, indem er alle Tränen von unseren Augen abwischt.</i></span> Unser Leben wird von Mühsal, Leid und Tod befreit sein. <span class="fs14lh1-5"><i>Was für ein Gott, der sein Jenseits verlässt, um uns die Tränen abzuwischen!</i></span></div><div><br></div><div>Alles wird neu sein, auch wenn es Parallelen zum Alten gibt. Wie weit die Parallelen gehen, darüber lässt sich nur spekulieren. Manche denken offenbar an ein Leben, das dem auf unserer Erde sehr ähnlich ist, nur dass es absolut nichts Leidbringendes mehr geben wird. Andere sind, was die Ähnlichkeit betrifft, vorsichtiger.</div><div><br></div><div>Jedenfalls wird es auch ein neues Gemeinwesen geben, das hier im Bild des neuen Jerusalem ausgedrückt wird. Die Beziehungen der Menschen untereinander werden dort vollkommen geheilt sein. Diese Stadt, das neue Jerusalem, wird in unvorstellbarer Größe und Pracht beschrieben. Sie ist aus Gold und Edelsteinen erbaut, die Stadttore gleichen Edelsteinen und stehen für jedermann offen. Die Stadt hat die Form eines Würfels mit einer Kantenlänge von ca. 2000 Kilometern (Offb 21,9-27). Das entspricht ungefähr der Luftlinie von Oslo nach Rom.</div><div><br></div><div>Daran wird deutlich, dass es sich hier um ein Bild handelt. Die Stadt ist so groß, dass eine unzählige Zahl von Menschen in ihr Platz hat. Sie dehnt sich nicht nur 2000 mal 2000 Kilometer auf der Erde aus, sondern reicht auch 2000 Kilometer in den Himmel, ist also mit dem Lebensraum Gottes verbunden. Das ist keine Stadt nach unserem Verständnis, sondern das Bild für ein Gemeinwesen, das die ganze Welt umfasst und mit dem Lebensraum Gottes verbunden ist. Wichtig ist aber, dass es sich um ein <span class="fs14lh1-5"><b>Gemeinwesen </b></span>handelt. Es geht beim ewigen Leben also nicht nur um die geheilte Gottesbeziehung von Individuen, sondern auch um geheilte Gemeinschaftsbeziehungen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Ein Fazit</div><div><br></div><div>Was will uns nun die Johannesoffenbarung sagen? Ich möchte folgende Punkte hervorheben.</div><div><br></div><div>Wir können uns in all den Katastrophen dieser Welt damit trösten, dass Gott der Herr über die Geschichte ist. Er wird sie trotz allem, was ihm widerstreitet, an sein Ziel führen. Der gekreuzigte und auferstandene Jesus Christus ist der Sieger über die Mächte der Selbstsucht und Zerstörung. Er leidet mit den Leidenden dieser Welt, er befreit alle, die sich befreien lassen, von Schuld und Selbstsucht, und er siegt durch sein Wort über die Mächte des Bösen.</div><div><br></div><div>Für die Glaubenden ist es wichtig, dass sie sich nicht den Mächten der Selbstsucht und Zerstörung anschließen, sondern ihnen widerstehen – auch dann, wenn sie dafür Verfolgung, Benachteiligung oder Spott erleiden müssen.</div><div><br></div><div>Aber warum die vielen Horrorgestalten in der Offenbarung? Weil manche Menschen sich grauenvoll verhalten und das Leid, das sie anderen antun, grauenvoll ist. Die Offenbarung beschönigt nichts. Sie zeigt uns: Die Welt wird zwar nicht von Monstern beherrscht, aber teilweise von Menschen, die sich wie Monster verhalten. Doch ihre Macht ist durch Gott begrenzt und gehört dem Vergehenden an.</div><div><br></div><div>Aber warum lässt Gott diese Menschen gewähren? Das verstehen wir oftmals nicht. Wir können aber gewiss sein: Gott lässt die Übeltäter nicht immer gewähren. Doch wenn er es tut, dann nur eine begrenzte Zeit lang. Irgendwann wird das Unheil, das sie in die Welt bringen, auf sie selbst zurückfallen. Gott wird die verderben, die die Erde verderben (Offb 11,18). Ihre Opfer aber, die Gequälten und die Märtyrer, die ihr Leben in Gottes Hände gelegt haben, werden mit ewiger Freude belohnt werden.</div><div><br></div><div>Geht Gott also gewaltsam, geradezu blutrünstig gegen die Übeltäter vor, wie es die Offenbarung beschreibt? Er geht mit der Macht seines Wortes gegen diejenigen vor, die sich ihm widersetzen und Leid in die Welt bringen. Doch wenn sie sich nicht anders stoppen lassen, muss er dazu manchmal Gewalt anwenden. Er tut das nicht mit Freude. Er tut es auch nicht dann, wenn wir es uns wünschen, sondern zu seiner Zeit.</div><div><br></div><div>Darum kommt es darauf an, das Grauen so lange, wie Gott es zulässt, auszuhalten. Dazu gehört auch, der Verführung zu widerstehen, selbst zum Rächer zu werden und Gott vorzugreifen. Das ist nicht immer leicht. Aber es ist möglich im Vertrauen darauf, dass Gott unsere Tränen sieht und sie uns einst persönlich abwischen wird. Dann wird das Fest ewiger Freude beginnen für alle, die das Unrecht durchgestanden haben, ohne ihren Glauben zu verlieren.</div><div><br></div><div>Im Fest ewiger Freude aber werden die Erlösten mit Leib und Seele<span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">vereint und versöhnt sein</span><span class="fs14lh1-5"> mit Gott und all seinen Geschöpfen. Und es wird dort nichts Verfluchtes, nichts Gott und seinen Geschöpfen Widerstrebendes mehr geben (Offb 22,3a).</span></div><div><div><br><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div><br></div></div><div><br></div><div><div><span class="imUl fs11lh1-5">Weiterführende Hinweise</span><span class="fs11lh1-5">:</span></div><div><ul><li><span class="fs11lh1-5">Teil 1 der Reihe "Die frohe Botschaft der Apokalyptik":</span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?einfuehrung-in-die-apokalyptik" class="imCssLink">Einführung in die Apokalyptik</a></span></span><br></li><li><span class="fs11lh1-5">Teil 2 der Reihe "Die frohe Botschaft der Apokalyptik":</span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?das-heil-im-unheil---eine-auslegung-von-markus-13" class="imCssLink">Das Heil im Unheil – Eine Auslegung von Markus 13</a></span></span><br></li><li><span class="fs11lh1-5">Zum neuen Jerusalem siehe besonders auch den Artikel</span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?das-ende-ist-ein-fest-ewiger-freude" class="imCssLink">Das Ende ist ein Fest ewiger Freude</a></span></span></li></ul></div></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Diehl, Klaus Jürgen: Wer an Jesus glaubt, sieht weiter. "Durchblicke durch das Buch der Offenbarung". Herausgegeben vom CVJM-Westbund. Wuppertal (ohne Jahr).</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Klaiber, Walter: Die Offenbarung des Johannes. Vandenhoeck &amp; Ruprecht. 2. Aufl., Göttingen 2023. Dieses Buch ist allgemeinverständlich geschrieben und liefert fundierte Ergebnisse. Es eignet sich sehr gut auch für Lesende, die nicht Theologie studiert haben.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Lilje, Hanns: Das letzte Buch der Bibel. Eine Einführung in die Offenbarung des Johannes. Furche-Verlag. 7. Aufl., Hamburg 1961.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Roloff, Jürgen: Die Offenbarung des Johannes. Theologischer Verlag Zürich. 2. Aufl., Zürich 1987.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Das Zitat von Martin Luther ist entnommen aus Jürgen Roloff: Die Offenbarung des Johannes, S. 10.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Das Zitat von Dietrich Bonhoeffer ist aus: Ders.: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. Chr. Kaiser Verlag. 3. Aufl. München 1985. S. 20.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Das Zitat von Walter Klaiber ist aus seinem Buch: Die Offenbarung des Johannes, S. 187.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Die Übersetzungen von Offb 3,1b.3b und Offb 3,15f sind von Walter Klaiber aus seinem Buch: Die Offenbarung des Johannes, S. 79.89f.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Die Übersetzung von Offb 21,1-5a ist von Jürgen Roloff aus seinem Buch: Die Offenbarung des Johannes, S. 197.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Straßburg.</span></div><div><div><br></div></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 21 Jan 2026 08:16:00 GMT</pubDate>
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		</item>
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			<title><![CDATA[Gott und das Unglück in Crans-Montana]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000296"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gott und das Unglück in Crans-Montana</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/01/2026</span></div><div><br></div><div>Das Unglück in der Bar des schweizerischen Wintersportortes Crans-Montana bewegt mich noch immer. Junge Menschen, die am Tag vielleicht noch Ski gefahren sind, feiern am letzten Tag des Jahres in ausgelassener Stimmung. Es wird getanzt, geflirtet und getrunken. Es ist Ferien- und Urlaubszeit <span class="fs14lh1-5">‒</span><span class="fs14lh1-5"> Zeit, das Leben zu feiern. Am nächsten Morgen kann man ausschlafen, später vielleicht wieder Ski fahren.</span></div><div><br></div><div>Für vierzig von ihnen wird es diesen nächsten Morgen nicht mehr geben, einhundertsechzehn werden um ihr Leben kämpfen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Warum hat Gott diese jungen Menschen,<br>die nichts anderes wollten als Freude haben<br>und ihr Leben genießen, nicht gerettet?</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div><div><div>Die Frage, die angesichts solchen Unglücks immer wieder in mir aufsteigt, ist: Warum hat Gott es zugelassen? Warum hat er diese jungen Menschen, die nichts anderes wollten als Freude haben und ihr Leben genießen, nicht gerettet? Warum musste das gerade jetzt geschehen, als die Bar voll war mit feiernden jungen Menschen?</div><div><br></div><div>Auch in den Angehörigen ‒ Eltern, Geschwistern, Partnerinnen und Partnern ‒ wird wohl die Frage nach dem "Warum?" aufbrechen. Vielleicht auch bei manchen die Frage "Warum, Gott?" Wir suchen, wenn wir so fragen, nach einem Sinn des Unglücks, nach einer Bedeutung von Tod und Verletzung. Wir wollen, wenn wir schon nichts ändern können, wenigstens verstehen, wenigstens dem Ganzen eine Bedeutung abringen. Wir wollen uns nicht abfinden mit der Sinnlosigkeit von Unglück und Tod.</div><div><br></div><div>Die Frage nach dem Leid bedrängt mich schon seit meiner Jugend. Sie ist leiser geworden in mir, aber sie ist nicht verstummt. Ich habe gelernt, dass es theologische Antworten gibt. Sie wollen die Warum-Frage meist nicht beantworten, aber versuchen, der Frage die Spitze abzubrechen, ihr etwas von ihrer Schärfe zu nehmen. Doch das ist Theorie. Wenn uns das Unglück trifft, ist die Spitze schneidend scharf und unerträglich schmerzhaft.</div><div><br></div><div>Nirgends wird wohl so deutlich wie an dieser Frage, dass jede theologische Theorie sich in der Lebenspraxis bewähren muss. Was sagt man den Hinterbliebenen der Verunglückten? Gibt es für sie ein Evangelium, eine frohe Botschaft?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Die Wut der Angehörigen auf Gott zulassen.</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1">Den Glauben an den liebenden Gott offenlassen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ich bin überzeugt davon, dass die christliche Botschaft allen Menschen gilt und dass sie auch in Unglücksfällen wie dem von Crans-Montana Trost spenden kann. Die Frage ist aber, worin dieser Trost besteht und wie er den Trauernden vermittelt werden kann.</div><div><br></div><div>Schnelle Antworten auf die Sinnfrage sind in solchen Situationen immer verfehlt. Denn sie schließen die Lücke nicht, die der Tod gerissen hat. Warum Gott es zugelassen hat, warum der Retter nicht gerettet hat, wissen wir nicht. Also müssen wir davon schweigen – mit den Hinterbliebenen.</div><div><br></div><div>Schweigen, zuhören, die Not mittragen – das ist das erste. Keine Antwort haben. Das Unbegreifliche als Unbegreifliches stehenlassen. Gott als den, der nicht gerettet hat, stehenlassen. Die Wut der Angehörigen auf Gott zulassen. Den Glauben an den liebenden Gott offenlassen.</div><div><br></div><div>Es braucht Zeit, bis man anfangen kann zu reden. Auch die Freunde Hiobs schwiegen zunächst und weinten mit Hiob (Hi 2,12f). Sie warteten geduldig, bis Hiob selbst zu reden begann und hörten seine furchtbare Klage an (Hi 3).</div><div><br></div><div>Dann begannen auch seine Freunde zu reden. &nbsp;Aber was soll man einem Menschen sagen, der am Leben verzweifelt? Hiobs Freunde versuchten, sein Leid zu erklären. Doch das war gänzlich verfehlt. Denn damit überschritten sie die Grenze dessen, was wir wissen können.</div><div><br></div><div>Hiob dagegen konnte nichts erklären. Er konnte nur zu Gott schreien, ihm klagen, an ihm verzweifeln, mit ihm hadern – und gerade das war in Gottes Augen aufrichtiger als alle Erklärungen seiner Freunde (Hi 42,7f).</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Der Tod eines jungen Menschen, der sein</span></b></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Leben noch vor sich hat, wird in der Bibel</span></b></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf1">nicht einfach als gottgegeben hingenommen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote> 	 	 	<style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<div>Der Tod eines Kindes oder eines jungen Menschen, der sein Leben noch vor sich hat, wird in der Bibel nicht einfach als gottgegeben hingenommen. Es wird vielmehr als großes Unheil betrachtet. Denn gerade den frühen Tod eines Menschen soll es in der kommenden Heilszeit nicht mehr geben (Jes 65,20a.23). Damit ist allen unmenschlichen Aufrufen, sich doch bitteschön mit Gottes Wegen abzufinden, das Recht genommen.</div><div><div><br></div><div>Trauer braucht Zeit – bei manchen mehr, bei anderen weniger. Trauer um ein Kind braucht mehr Zeit als Trauer um einen alten Menschen. Die Trauer darf nicht vorzeitig abgebrochen werden. Wir können den Trauernden beim Durchhalten helfen. Wir können an ihrer Seite bleiben, wenn andere sich abwenden, und so an ihrer Trauer mittragen. So lange, bis die Lücke, die der Tod gerissen hat, erträglicher wird.</div><div><br></div><div>Die Trauernden der Opfer von Crans-Montana brauchen jetzt vor allem Menschen an ihrer Seite, die schweigen, zuhören, das Leid mittragen, vielleicht mitweinen oder mitbeten. Das kann auch Wochen oder Monate dauern. So lange, wie der trauernde Mensch es braucht.</div><div><br></div><div>Irgendwann sollte beim Trauernden ein Sich-abfinden einsetzen, ein leises Sich-ergeben in das Unbegreifliche. Dann werden auch neue Perspektiven möglich. Der Trauernde selbst bestimmt, wann der dunkle Vorhang sich öffnet.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Wir können am gnädigen Gott verzweifeln.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div class="imHeading2"><span class="cf1">Besser, wir verzweifeln an ihm, als am</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div class="imHeading2"><span class="cf1">blinden Schicksal</i></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Für Glaubende gibt es Glaubensperspektiven: Ich lege meinen Bruder, meine Partnerin, mein Kind in Gottes Hände. Möge Gott es auferwecken zum ewigen Leben. Möge Gott ihm ein Leben ohne Schmerz und Tod schenken. Ich verstehe nicht, warum das geschehen ist, aber Gott kann dem Sinnlosen einen Sinn geben. Herr, schenk mir Glauben. Herr, hilf mir, mit dem Verlust leben zu lernen.</span><br></div></div><div><div><br></div><div>Wann diese Perspektiven sich öffnen, bestimmt der trauernde Mensch. Die Kunst, für ihn da zu sein, besteht auch darin, den rechten Zeitpunkt zu erkennen; zu erspüren, was der Trauernde wann braucht. Das ist bei jedem Menschen anders.</div><div><br></div><div>Wir sehen, wie wichtig diejenigen sind, die geduldig an der Seite der Leidenden stehen. Das geschehene Unglück ist nicht nur ein Unglück der unmittelbar Betroffenen. Die Tröstenden machen es ein Stück weit zu ihrem eigenen Unglück.</div><div><br></div><div>Wir räumlich Fernen können ihnen nahekommen, indem wir für sie beten. Wir können uns bewusst machen, wie zerbrechlich unser Leben ist. Jedem von uns kann Ähnliches widerfahren. Uns kann eine Welt zusammenbrechen. Es ist gut, dafür gerüstet zu sein.</div><div><br></div><div>Vieles verstehen wir nicht.</div><div>Oft bleibt uns Gott verborgen.</div><div>Manchmal begegnet er uns wie ein Feind.</div><div>Der Ernst des Glaubens erweist sich im Unglück.</div><div>Wir können am gnädigen Gott verzweifeln.</div><div>Besser, wir verzweifeln an ihm, als am blinden Schicksal.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Daniel R auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 08:43:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["Siehe, ich mache alles neu" (Jahreslosung 2026)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000295"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">"Siehe, ich mache alles neu" (Jahreslosung 2026)</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Gottes Verheißung Wort für Wort gedeutet</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 05/01/2026</span></div><div><br></div><div>Was kommt auf uns zu? Das ist eine Frage, die die Menschheit seit eh und je bewegt hat.</div><div><br></div><div>Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes, bietet eine Antwort auf die Frage, was am Ende der Tage geschehen wird. Es geht um das Ende der Welt und eine neue Welt, die Gott erschaffen wird. Die Losung des Jahres 2026 ist diesem Zusammenhang entnommen. Johannes hört in seiner Vision Gott sprechen (Offb 21,5):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Siehe, ich mache alles neu.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dieser Satz ist das biblische Leitwort für das neue Jahr*. Ich möchte heute diesen einen Satz Wort für Wort durchgehen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Das Gelesene "im Herzen bewegen"</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der von Gott gesprochene Satz beginnt mit "Siehe". Dieses Wort, das immer wieder in den biblischen Schriften auftaucht, will zum Aufmerken anregen oder ausdrücken, dass jetzt etwas Wichtiges kommt. Wir würden sagen: "Hab acht!" oder "Pass auf!" Das Wort kann auch zum genauen Überlegen auffordern: "Denk doch mal darüber nach!"</div><div><br></div><div>Über einen kurzen Satz liest man schnell hinweg. Aber was jetzt kommt, ist wichtig. Wir sind zum genauen Zuhören aufgerufen. Und zum Nachdenken und Meditieren: das Gelesene "im Herzen bewegen", wie Maria es tat (Lk 2,19). Es ist gut, Bibelworten, die uns ansprechen, längere Zeit oder sogar ein ganzes Jahr lang Raum in unserem Herzen zu geben: sie immer wieder zu bedenken und zu meditieren.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Dieser Gott sagt Ich, auf dass wir sein Du seien</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Gott sagt "Ich". Er redet, und zwar mit uns Menschen. Das ist für einen Gott nicht selbstverständlich. Aber unser Gott ist kein höchstes Wesen, kein höchstes Irgendwas, sondern eine Person, die mit uns spricht. Zugleich ist er mehr als eine Person. Denn Gott geht nicht in unserer Vorstellung von einer Person auf.</div><div><br></div><div>Gott nimmt Kontakt mit uns auf. Er sagt sich aus, tut sich uns kund. Es liegt ihm daran, dass wir wissen, was er denkt und tut.</div><div><br></div><div>Das ist ein Wunder: dass Gott nicht in seiner absoluten Unabhängigkeit bei sich bleibt, sondern sich uns aufschließt und öffnet. Dieser Gott sagt Ich, auf dass wir sein Du seien. Er sucht die Beziehung zu uns, zu dir, das Gespräch, das Miteinander. Auch im neuen Jahr.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Du kannst Manager des Heils werden im neuen Jahr</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wenn Gott sagt "Ich mache", dann bedeutet das: Er sitzt nicht in seiner himmlischen, von uns abgeschotteten Welt und beobachtet uns aus der Distanz heraus, sondern er mischt sich ein. Er tut das, weil ihm nicht gleichgültig ist, was auf Erden geschieht. Er will das Beste für seine Geschöpfe. Darum wirkt er Gutes in der Welt.</div><div><br></div><div>Wir sehen das oftmals nicht. Gerade in einer von Unglücken und Kriegen geprägten Welt bleibt uns Gottes Wirken verborgen. Zu stark scheint das Böse und Zerstörerische zu sein.</div><div><br></div><div>Wo ist Gott in all dem Leid? Er ist gerade bei den Leidenden und leidet mit ihnen (z.B. 2Mo/Ex 3,7). Und er wirkt Gutes im Kleinen, kaum Sichtbaren, vom Bösen Verdunkelten. Am Ende aber wird alles gut sein.</div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen können. Im Gegenteil! Gott will auch durch uns, durch dich Gutes wirken. Wie viel Leid könnte gemindert werden, wenn mehr Menschen am guten Werk Gottes mitwirken würden! Gott will uns als seine Mitarbeiter. Du kannst Manager des Heils werden im neuen Jahr!</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Gott nimmt nichts und niemanden von seiner Fürsorge aus</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Bei Gott geht es ums Ganze. Darum spricht er von "allem". Alles liegt ihm am Herzen, darum sorgt und kümmert er sich um alles in seiner Schöpfung. Er wendet sich allem, was er erschaffen hat, liebevoll zu.</div><div><br></div><div>Wenn es trotzdem mit der Liebe und dem Guten nicht so recht klappt, dann liegt das daran, dass wir oft auf seine Fürsorge pfeifen. Wir wollen stark sein, selbst für uns zu sorgen und dabei selber bestimmen, was gut für uns ist. Wir wollen uns auch von Gott nichts sagen lassen.</div><div><br></div><div>Doch Gott weiß, wie zerbrechlich und gefährdet wir sind. Darum nimmt er nichts und niemanden von seiner Fürsorge aus: keinen Ort, kein Tier, keinen Menschen, keine Lebensgeschichte. Gott will allen Menschen das Heil schenken (1Tim 2,4).</div><div><br></div><div>Das Heil ist dort, wo alles Böse, alles Lebensfeindliche, alle Gottlosigkeit zu Ende ist. Am Ende des Lebens, am Ende der Welt kann für dich das Heil stehen. Und es kann schon in dieser Welt ansatzweise beginnen, wenn du dich von Gott beschenken und ihn für dich sorgen lässt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Es bleibt nicht bei der Trauer, bei den Tränen, bei der Angst</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Gott wird alles neu machen. Das ist Gottes Ziel für die Welt, für uns alle: Es bleibt nicht alles beim Alten. Es bleibt nicht bei den Tränen, bei der Trauer, bei der Angst. Es werden nicht mehr die Gewalttäter triumphieren, und es wird kein Unglück mehr geschehen. Gott wird alle Tränen abwischen und dem Schmerz, dem Geschrei, dem Tod endgültig ein Ende bereiten (Offb 21,4).</div><div><br></div><div>So entsteht eine neue Welt: ein neuer Himmel, eine neue Erde, ein neues Gemeinwesen (Offb 21,1f). Dieses Vollkommene wirft schon jetzt sein Licht voraus in unscheinbaren Anfängen. Im Vertrauen auf Gottes Verheißung, im Glauben an diesen Gott kann auch das Jahr 2026 ein Jahr der Erneuerung werden mitten im Alten: Erneuerung der Herzen und der Taten. Ein Neuanfang.</div><div><br></div><div>Und am Ende – wir wissen nicht, wann – folgt die Erneuerung der Welt. Das ist das letzte Ziel. Das ist es, was auf uns zukommt. Es ist gut, wenn wir, was immer geschehen mag im neuen Jahr, dieses Ziel im Blick behalten.</div><div><br></div><div>In der Gewissheit dieses Ziels können wir, allem Ungewissen und allen Gefahren zum Trotz, gelassen und vielleicht sogar froh dem neuen Jahr entgegensehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Die jährlichen "Losungen" werden drei Jahre vor dem betreffenden Jahr von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen aus mehreren Vorschlägen durch Mehrheitsbeschluss ausgewählt.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: winterseitler auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 05 Jan 2026 14:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Ende ist ein Fest ewiger Freude]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000294"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Ende ist ein Fest ewiger Freude</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Gedanken (nicht nur) zum Jahreswechsel</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/12/2025</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Ein neues Jahr ist wie ein ganzes Leben: Es liegt vor uns wie ein versiegeltes Buch, von dem niemand weiß, was darin steht und wie es endet.</span><br></div><div><br></div><div>Das alte Jahr hingegen liegt wie ein geöffnetes und gelesenes Buch vor uns. Vielleicht hat eher Gutes überwogen, vielleicht eher Schlechtes. Aber wer weiß schon, ob sich das Gute im nächsten Jahr immer noch als gut erweist und das Schlechte als schlecht? Manches fühlt sich auch ambivalent an, weil Gutes und Schlechtes sich untrennbar miteinander vermischt haben. Und nicht weniges ist unverstanden geblieben.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Auf die Traurigkeit in der Welt wird ewige Freude folgen,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">auf Entbehrungen eine überfließende Fülle</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wichtig aber ist immer das Ende ‒ im Leben wie in einem guten Buch. Denn das Ende legt offen, was dabei herausgekommen ist; ob es sich gelohnt hat; ob es eher gut oder eher schlecht war. Darum lesen wir ein gutes Buch zu Ende. Darum ziehen wir am Ende eines Jahres eine Art Bilanz. Aber es kann nur eine Zwischenbilanz sein. Denn die endgültige Bilanz steht erst am Ende unseres Lebens.</div><div><br></div><div>Unser Leben: In jungen Jahren liegt das meiste noch offen vor uns. Je älter wird werden, desto mehr ist bereits gelesen und desto weniger noch offen. Das Ende aber bleibt ungewiss bis zum Schluss.</div><div><br></div><div>Wohl alle Menschen tragen den Wunsch in sich, sich des Endes zu vergewissern. Vielleicht gibt es auch deshalb Religionen. Sie nehmen in den Blick, was am Ende des Lebens steht und auf die Welt, in der wir jetzt leben, folgt.</div><div><br></div><div>Auch für den christlichen Glauben ist das Ende eine wesentliche Größe ‒ und eine spannungsvolle. Denn ‒ merkwürdig genug ‒ das Ende unserer Welt ist nach christlichem Verständnis bereits mit Jesus Christus angebrochen. "Wir sahen seine Herrlichkeit", heißt es im Johannesevangelium<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span>. Gemeint ist die Herrlichkeit Jesu Christi, in der sich Gottes Herrlichkeit spiegelt.</div><div><br></div><div>Das griechische Wort für "Herrlichkeit" ‒ <span class="fs14lh1-5"><i>dóxa </i></span>‒ meint den strahlenden Glanz Gottes, aber auch seine unbegreifliche Macht. Dieser überirdische Glanz und diese allumfassende Macht werden erst am Ende dieser Welt in vollkommener Weise für uns erlebbar sein<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span>.</div><div><br></div><div>Zur Herrlichkeit Gottes gehören nach biblischem Verständnis Licht<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span>, Freude<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span> und Fülle<span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span>. Gottes Licht scheint für uns in Vollkommenheit erst am Ende, wenn er, bildlich gesprochen, strahlen wird wie die Sonne<span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span>. Auf die Traurigkeit in der Welt wird dann endlose Freude folgen, auf Entbehrungen des Lebens eine überfließende Lebensfülle<span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span>.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Im Zusammensein mit Gott wird das ungetrübte Leben gefeiert ‒</span></div><div class="imHeading3"><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">es erstrahlt und funkelt in den schillerndsten Farben</i></span></b></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das, was auf das Ende der Welt folgt, wird darum im Neuen Testament oft mit einer Hochzeitsfeier<span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span> oder einem Festmahl<span class="fs11lh1-5"><sup>9</sup></span> verglichen. Die Glaubenden sind Hochzeitsgäste im Reich Gottes<span class="fs11lh1-5"><sup>10</sup></span>, und ihr zukünftiges Gemeinwesen, das himmlische Jerusalem, ist geschmückt wie eine Braut für ihren Mann<span class="fs11lh1-5"><sup>11</sup></span>. Durch all diese Bilder wird die überschäumende Freude beschrieben, die dort alles Lebendige erfassen wird.</div><div><br></div><div>In dieser zukünftigen Stadt wird die Herrlichkeit Gottes herrschen. Sie wird so unbeschreiblich groß sein, dass sich die biblischen Bilder, die diese Herrlichkeit auszudrücken versuchen, geradezu überschlagen: Ihr Licht ist klar wie ein Kristall und funkelt wie Jaspis, der edelste aller Edelsteine<span class="fs11lh1-5"><sup>12</sup></span>. Die Stadt selber ist aus reinem Gold. Ihre Mauern sind aus Jaspis, die Grundsteine der Stadtmauer aus anderen Edelsteinen, und ihre Tore sind Perlen<span class="fs11lh1-5"><sup>13</sup></span>. Die Stadttore aber werden nicht verschlossen sein, sondern für alle Welt offenstehen<span class="fs11lh1-5"><sup>14</sup></span>.</div><div><br></div><div>Schließlich wird die Stadt in kosmischen Ausmaßen geschildert: Sie hat die Form eines Würfels mit einer Kantenlänge von 2400 Kilometern<span class="fs11lh1-5"><sup>15</sup></span>. Die Stadt übersteigt also alle vorstellbaren Dimensionen und reicht bis an das Himmelsgewölbe heran. Spätestens jetzt wird deutlich, dass dies alles keine realen Beschreibungen von Bauwerken sind, sondern Bilder für die überfließende Fülle der Gnade, des Glücks und der Freude, die in dieser "Stadt", in der Gott gegenwärtig ist, herrschen wird.</div><div><br></div><div>In diesem Zusammensein mit Gott wird das ungetrübte Leben gefeiert <br> 	 	 	<style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 	</style> &nbsp;<span class="fs14lh1-5">‒</span> es erstrahlt und funkelt in den schillerndsten Farben. Denn die dunklen Mächte des Todes existieren nicht mehr<span class="fs11lh1-5"><sup>16</sup></span>. In der Gegenwart Gottes wird es nur noch Licht und keine Nacht mehr geben<span class="fs11lh1-5"><sup>17</sup></span>. Das ist Gottes Nein zu allem, was Nein zum Leben sagt ‒ die Negation der Negation.</div><div><br></div><div>In der Auferstehung Jesu Christi von den Toten hat sich das Ende der Todesmächte und der Beginn eines unvergänglichen neuen Lebens bereits ereignet. In der Kraft seines Geistes ereignet sich neues Leben ansatzweise auch schon in dieser Welt ‒ überall dort, wo Liebe, Freude und Glück Wirklichkeit werden, also wo echtes, strahlendes, lebenswertes Leben sich durchsetzt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wir selbst werden verherrlicht, werden zum Licht, werden</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">neue Menschen, die vereint im Lob Gottes einander umarmen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Angesichts dieser Zukunft tut es gut, unser Leben vom Ende her zu verstehen. Wenn am Ende der Tod steht, "dann ist alle Lebensfreude so vergänglich wie das irdische Leben selbst"<span class="fs11lh1-5"><sup>18</sup></span>. Ist das Ende aber ein neues Leben in der Fülle Gottes und in ewiger Freude, dann steht unser Leben schon jetzt im Zeichen des Jubels – wie es ein Text aus der orthodoxen Osterliturgie beschreibt:</div><div><br></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">Durch deine Auferstehung o Herr, ist erleuchtet das All [...] die ganze Schöpfung lobsingt dir, bringt dir täglich dar eine Hymne.</span></span><span class="cf2"><span class="fs11lh1-5"><sup>19</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Alle Geschöpfe loben Gott mit ihrem bloßen Dasein. Wer Augen für die Herrlichkeiten der Natur und für die schönen Ereignisse des Lebens hat, kann es sehen. Nicht das Negative steht dann im Vordergrund, sondern die Negation des Negativen. Wenn wir Menschen in diesen Lobgesang einstimmen, wird unser Leben schon jetzt zu einem festlichen Leben: Mit der Freude und dem Lobgesang kommen Liebe und kreative, lebensfreundliche Phantasie in unser Leben. Sogar wenn wir leiden müssen, kann im Vertrauen auf Gottes Zukunft Licht in die Welt gebracht werden. Die orthodoxe Osterliturgie drückt das so aus:</div><div><br></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">Der Auferstehung Tag. Licht lasst uns werden an diesem Fest. Und lasst uns einander umarmen. Lasst zu denen uns sprechen, die uns hassen. Ob der Auferstehung wollen wir uns alles verzeihen, und so lasst uns rufen: Christus ist von den Toten auferstanden.</span></span><span class="cf2"><span class="fs11lh1-5"><sup>20</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Gott hat seine Herrlichkeit nicht für sich allein. Sie überträgt sich auf alle, die sich von ihr erleuchten lassen. So hat sie verwandelnde Macht: Wir selbst werden verherrlicht, werden zum Licht<span class="fs11lh1-5"><sup>21</sup></span>, werden neue Menschen, die vereint im Lob Gottes einander umarmen. Und das nicht erst später in der ewigen Herrlichkeit, sondern ansatzweise schon jetzt: Wenn wir verzeihen können denen, die an uns schuldig wurden, und versöhnend mit denen sprechen, die uns hassen.</div><div><br></div><div>Denn wo Christus auferstanden ist, bleibt nichts, wie es war. Darum kann das Ende herrliche, strahlende, überschäumende Freude sein, die schon jetzt in aller Gebrochenheit des Lebens beginnt.</div><div><br></div><div>Das Ende eines Jahres ist ein von Menschen gemachter Termin, eigentlich ein beliebiger Tag, ein Tag wie alle anderen auch. Das Ende eines Lebens ist ein einmaliger Tag, ein Tag, der den Schlusspunkt unter ein Leben setzt, von dem an nichts mehr zu korrigieren und nichts mehr nachzuholen ist. Das Ende der Welt ist der Tag, an dem alles bedrückend Alte endet und ein herrliches Neues beginnt für alle, die sich von Gott zum Fest des Lebens haben einladen lassen.</div><div><br></div><div>Mag auch jetzt noch vieles unverstanden und ungewiss bleiben – am Ende wird sich alles im Licht Gottes klären. Das Verheißene, das heute noch Unvorstellbare wird tatsächlich geschehen. Und der Ausblick darauf wirft einen hellen Schein auch auf das vergangene und das neue Jahr.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes. Christliche Eschatologie. Chr. Kaiser/Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 1995.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Bibelstellen und Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> &nbsp;&nbsp;Joh 1,14</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> &nbsp;&nbsp;Tit 2,13</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> &nbsp;&nbsp;Joh 1,4f.9</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> &nbsp;&nbsp;Joh 16,20-22</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> &nbsp;&nbsp;Joh 1,16</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup> &nbsp;&nbsp;Offb 22,5</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>7</sup> &nbsp;&nbsp;Eph 3,19</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>8</sup> &nbsp;&nbsp;Mt 22,1-14; 25,10; Offb 19,9</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>9</sup> &nbsp;&nbsp;Lk 12,35-38; 14,15-24</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>10</sup> Mt 9,15; Mk 2,19; Lk 5,34</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>11</sup> Offb 21,2</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>12</sup> Offb 21,10f</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>13</sup> Offb 21,18-21</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>14</sup> Offb 21,24-26</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>15</sup> Offb 21,16f</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>16</sup> Offb 20,14; 21,4</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>17</sup> Offb 21,23</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>18</sup> Siehe Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes, S. 366.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>19</sup> Zitiert nach Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes, S. 367. Dort zitiert nach: K. Kirchhoff: Osterjubel der Ostkirche. Bd. I:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hymnen aus der fünfzigtägigen Osterfeier der byzantinischen Kirche. 2. Aufl., Münster 1961. S. 25.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>20</sup> Zitiert nach Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes, S. 366. Dort zitiert nach: K. Kirchhoff: Osterjubel der Ostkirche. Bd. I (siehe</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Anm. 19). S. 24.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>21</sup> Mt 5,14</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Straßburg.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 	</style></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 30 Dec 2025 08:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Allmächtiger König im Stall von Bethlehem geboren]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000293"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Allmächtiger König im Stall von Bethlehem geboren</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Der Sinn der Weihnachtsgeschichte</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/12/2025</span></div><div><br></div><div>Das Christentum feiert, dass Gott ein Mensch geworden ist. Allein schon dieser Gedanke scheint extrem widersprüchlich zu sein: Entweder jemand ist Gott oder er ist Mensch. Aber beides zusammen? "Blödsinn!" denken manche. "Was soll das heißen: Gott ist Gott und zugleich Mensch?"</div><div><br></div><div>Es heißt etwas Unfassbares: Die Größe des christlichen Gottes besteht darin, dass er sich ins Elend der Welt begibt, um ganz für die Elenden da zu sein.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Gott verzichtet auf seine Unverletzlichkeit</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das scheint zu einem Gott nicht zu passen. Auch die Bibel beschreibt Gott oft so (z.B. Ps 11,4; Jes 6,1-4): Er ist der große Gott, der im Himmel, in ewiger Transzendenz majestätisch über allem thront – scheinbar unberührbar, unangreifbar, unverletzlich.</div><div><br></div><div>Doch der christliche Gott ist anders. Er hat noch eine ganz andere Seite: Er verzichtet auf seine Unverletzlichkeit und kommt in unsere brutale und vergängliche Welt.</div><div><br></div><div>Er kommt aber nicht als großer Machthaber, der mit Schuld und Elend ein für allemal aufräumt, sondern er wird als Säugling geboren. Nicht in einer Klinik auf der technisch gut ausgestatteten Säuglingsstation, nicht im warmen Zuhause mit der Hilfestellung einer ausgebildeten Hebamme, sondern in einem stinkenden Stall unter schmutzigen Tieren. Eigentlich menschenunwürdig. Und eines Gottes sowieso unwürdig. Aber einen anderen Platz gab es für Maria und Josef nicht. So erzählt es der Evangelist Lukas (Lk 2,1-20).</div><div><br></div><div>Dieses Ebenbild Gottes (2Kor 4,4; Kol 1,15; Hebr 1,2f) schrie, wie jeder Säugling schreit, er hatte Schmerzen, wurde in Windeln gewickelt und mangels eines Bettes in den Futtertrog gelegt. Ziemlich ungöttlich und außerdem unhygienisch. So ein Lager wünscht man keinem Neugeborenen.</div><div><br></div><div>Schon die Schwangerschaft Marias war alles andere als ein Zuckerschlecken. Hochschwanger musste sie mit Josef die 150 Kilometer von Nazareth nach Bethlehem zurücklegen. Zu Fuß, teils über bergiges Gelände. Von einem Esel, der ihr die Reise erleichterte, ist in der Bibel nicht die Rede, aber dass sie einen Esel mitführten, kann auch nicht ausgeschlossen werden. Ob so oder so: Es muss für die Hochschwangere eine Tortur gewesen sein.</div><div><br></div><div>Warum diese beschwerliche Reise? Nach Lukas hatte Kaiser Augustus angeordnet, dass die Bevölkerung sich mit ihrem Grundbesitz für die Steuerzahlungen registrieren lässt (Lk 2,1-3). Es ging also ums Geld. Der Retter der Welt, noch gar nicht geboren, muss sich mit seinen Eltern den Machthabern der Welt und den Erfordernissen des Mammons unterordnen.</div><div><br></div><div>So betritt Gottes "Sohn", sein Ebenbild, unseren Planeten: nicht als prunkvoller Herrscher, sondern als verletzliches Wesen, dem schon das Leben seiner Eltern schwer gemacht wird.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>An der Geburt des Erlösers entzündet sich die</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Grausamkeit des machtversessenen Herrschers</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>So ging es dann auch weiter. Der von den Römern eingesetzte König Herodes hörte, ein neuer König der Juden sei geboren worden. Der Machthaber fürchtete sofort um seine Macht. Der Evangelist Matthäus erzählt, dass er einen furchtbaren Befehl gab (Mt 2,13-16): Weil er nicht wusste, wer der neugeborene König war, ließ er alle neugeborenen männlichen Säuglinge in Bethlehem und Umgebung ermorden. Maria und Josef aber konnten mit ihrem Kind noch rechtzeitig nach Ägypten fliehen.</div><div><br></div><div>An der Geburt des Erlösers entzündet sich also die Grausamkeit des machtversessenen Herrschers. Schon zu Beginn des Lebens Jesu wird deutlich, was sein ganzes Leben prägen sollte: Die unglaubliche Brutalität menschlicher Autoritäten, die rücksichtslos alles beiseite räumen, was sich ihnen in den Weg stellt.</div><div><br></div><div>Der Knabe Jesus wuchs heran. Er wurde Zimmermann, berichtet die Bibel (Mk 6,3), genauer müsste man sagen: Bauhandwerker. Jesus arbeitete auf dem Bau.</div><div><br></div><div>Mit etwa 30 Jahren verließ er sein Zuhause und begann zu predigen. Er sammelte eine kleine Anzahl Schüler um sich, die mit ihm durchs Land zogen. Das war ein Leben in Armut, ohne festes Zuhause, wohnungslos, würden wir heute sagen (Mt 8,20). Ein Leben ohne festen Wohnsitz und ohne festes Einkommen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Verabscheute Huren, religiöse Abweichler und</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">ganz und gar Ungläubige gehörten zu Jesu Umgang</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Damit ist gesagt: Der an Weisheit und Geist überreiche Gott steht an der Seite der materiell Armen. Doch als wenn das nicht reichte, suchte Jesus auch die Gesellschaft der Schuldigen, Verachteten, Ausgeschlossenen. Dazu gehörten "Zöllner und Sünder" (Mt 9,10f; 11,19), aber auch schwer Kranke. Er pflegte Kontakt mit geldgierigen Zolleinnehmern, die mit der Besatzungsmacht kollaborierten und dem eigenen Volk das Geld aus der Tasche zogen. Er heilte Kranke und trieb die angeblichen Dämonen aus, die sie beherrschten. Zu seinem Umgang gehörten aber auch verabscheute Huren, religiöse Abweichler und ganz und gar Ungläubige. Gott steht an ihrer aller Seite.</div><div><br></div><div>Diese zweifelhafte Gesellschaft zog die Kritik der religiösen Autoritäten auf sich. Doch Jesus ließ sich die Zuwendung zu diesen Verworfenen nicht verbieten, was ihm den Vorwurf eintrug, ein "Fresser und Weinsäufer" zu sein, der mit dem moralischen und religiösen Abschaum befreundet ist (Mt 11,19).</div><div><br></div><div>Jesus erfuhr schon damals, wie es auch heute noch Abweichler erfahren, die ihren Gegnern gefährlich erscheinen: Wer nicht mehr ignoriert werden kann, wird diskreditiert. Und wenn auch das nichts nützt, wird eine Möglichkeit gesucht, ihn aus dem Weg zu räumen.</div><div><br></div><div>Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Die religiösen Machthaber beschlossen Jesu Tod und suchten nur noch eine passende Gelegenheit. Die bot sich, als er in Jerusalem war und einer seiner Schüler sich für einen Verrat bezahlen ließ. Sein an Niedertracht kaum zu übertreffender Kuss sagte den Verfolgern: "Das ist er. Den müsst ihr ergreifen." Nach der Festnahme Jesu verließen ihn alle seine Schüler.</div><div><br></div><div>So wurde Gott im Menschen Jesus einer von denen, deren Gemeinschaft er immer gesucht hatte: ein Verlassener und Ausgegrenzter, der kein Recht hatte zu existieren.</div><div><br></div><div>Zur Gerichtsverhandlung wurden falsche Zeugen aufgeboten. Ein manipuliertes, emotionalisiertes und aufgewiegeltes Volk forderte lautstark die Hinrichtung Jesu. Die jüdischen Anführer, die selbst keine Hinrichtung durchführen durften, kollaborierten mit der römischen Besatzungsmacht. Staat und Religion vereinten sich gegen den Gott-Offenbarer, jeder mit den ihm eigenen Interessen. Jesus wurde verurteilt, ausgepeitscht, verspottet und hingerichtet. Eine Dornenkrone zierte den König.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Gottes Ehre besteht darin, sich selbst entehren zu lassen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">und seinen Feinden die Ehre zu erweisen, leben zu dürfen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>So beschreibt das Neue Testament den in all seiner Herrlichkeit und Höhe thronenden allmächtigen König, den Christen mit ihren Liedern besingen: "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren." "Gelobt sei Gott im höchsten Thron."</div><div><br></div><div>Der Thron dieses Gottes steht aber nicht nur im Himmel, sondern nach Hes/Ez 43,7 auch im Jerusalemer Tempel, also mitten im irdischen Getümmel. Dieser König ist nicht von der Erde abgeschottet, sondern er teilt unser irdisches Geschick. Er trägt eine schmerzende Dornenkrone.</div><div><br></div><div>Die Macht dieses Königs ist die Macht der Liebe. Dieser König leidet für seine geliebten Geschöpfe. Er leidet auch dann, wenn er sie hart anfasst, um sie zur Umkehr zu bewegen. Dieser König bringt Unheil nicht aus Freude oder Machtgelüsten, sondern aus Not: Nur Not lehrt uns manchmal beten und eine Lebenswende einzuleiten.</div><div><br></div><div>Dieser König setzt sich im Leiden durch, sogar zugunsten seiner Verfolger. Denn er vernichtet seine Verfolger nicht. Er macht denen, die Unrecht tun und Gewalt üben nicht sofort ein Ende. Er hat vielmehr Geduld mit ihnen und lässt sie gewähren, weil er auch sie liebt und ihnen die Möglichkeit zur Umkehr bewahren will (z.B. 2Mo/Ex 34,6f; Röm 9,22; 2Petr 3,9).</div><div><br></div><div>So besteht Gottes Ehre darin, sich selbst entehren zu lassen und seinen Feinden die Ehre zu erweisen, leben zu dürfen. "Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde", hatte Jesus einmal gesagt (Joh 15,13). Und er hat die Freundesliebe sogar zur Feindesliebe hin ausgedehnt (Mt 5,43-48).</div><div><br></div><div>Damit ist gesagt: Gottes Liebe gilt den Freunden und den Feinden, den Glaubenden und den Nichtglaubenden, den Christen und den Christenverfolgern. So war es schon immer und so ist es bis heute. Ohne diese Liebe hätte keiner von uns vor Gott eine Chance. Denn Paulus hält fest: Auch die Christinnen und Christen zählten einmal zu den Feinden Gottes (Röm 5,10).</div><div><br></div><div>Der König auf seinem Thron hat also nichts von einem autokratischen Alleinherrscher, der in seiner Macht kurzerhand alles beseitigt, was sich ihm widersetzt. Dieser geduldige König bittet vielmehr um unsere Zuwendung (2Kor 5,20), gibt sich an seine Feinde hin und verzehrt sich in seiner Liebe. Und gerade so setzt er sich durch, bleibt sich treu, schafft Leben und eine lebenswerte Welt.</div><div><br></div><div>Jesus offenbart uns unmissverständlich einen vom irdischen Elend angerührten und verletzlichen Gott, der sich seiner Göttlichkeit entsagt, Mensch wird und gerade darin Gott ist (Phil 2,6-11). So ist Gott bei den Armen, Hungernden, Kranken, Verzweifelten, Einsamen, Ausgeschlossenen, bei den Mühseligen und Beladenen (Mt 11,28), bei den Verfolgten, aber auch bei den Verfolgern und bei seinen Feinden. Er kennt sie und empfindet ihre Nöte mit. Er gibt sich seinen Freunden und Feinden hin, wird selbst zum Opfer, um Freunde und Feinde vor Hölle und Tod zu retten.</div><div><br></div><div>Dieser Gott ist der mächtige, rettende und uns bestehende. Unser Glaube lebt deshalb davon, dass Gott ein König und Machthaber anderer Art ist als die Könige und Machthaber, die auf Erden verehrt werden und auf die wir vielleicht gern unsere Wünsche und Phantasien projizieren.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Gott ist bei denen, die in der Gosse liegen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">so wie der Erlöser im Futterkrog</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wo aber ist nun die froh machende Botschaft in all den bedrückenden und blutgetränkten Geschichten von Jesu Geburt bis zu seinem Tod?</div><div><br></div><div>Sie ist genau in diesen Geschichten. Oder anders gesagt: Es gäbe die froh machende Botschaft gar nicht ohne diese bedrückenden und blutgetränkten Geschichten. Denn das zeichnet ja gerade diesen Gott aus, dass er sich nicht in seiner sauberen und leidfreien Transzendenz aufhält, sondern sich dem ganzen irdischen Elend und der menschlichen Sünde aussetzt.</div><div><br></div><div>Nur so ist er uns unvergleichlich nah gekommen. Und nur so konnte Jesus uns offenbaren, wie Gott ist: Er liebt uns nicht mit freundlichen Worten "von oben herab", aus seiner geschützten Transzendenz heraus, sondern er liebt uns, indem er sich vom menschlichen Elend anrühren lässt. Er lebt mit uns, fühlt mit uns, spricht zu uns von Mensch zu Mensch, vergibt uns unsere Schuld.</div><div><br></div><div>Dieser Gott heilt die einen und gibt denen, die er nicht heilt, Hoffnung über das Leiden hinaus. Er führt Leidende durch das Schwere hindurch und bewahrt Glaubende für das ewige Leben. Den Übeltätern und Spöttern aber macht er zu seiner Zeit ein Ende. So bringt er Licht in die finstere Welt. Schon durch den Stern von Bethlehem werden ungläubige Magier von großer Freude erfüllt (griechisch <span class="fs14lh1-5"><i>mágoi</i></span>: Mt 2,10f).</div><div><br></div><div>Gott hat das Leid der Welt geteilt und teilt es bis heute. So war und ist er bei allen, die sich fremd, verloren und einsam fühlen. Die ohne Familie und Freunde sind. Oder die ihre Familie um sich haben und dennoch einsam sind.</div><div><br></div><div>Gott ist bei denen, die in der Gosse liegen so wie der Erlöser im Futterkrog. Bei denen, denen es am Nötigsten fehlt. Die Hunger leiden und kein Dach über dem Kopf haben. Die ausgeliefert sind an Mächtigere, die bevormundet werden, die kein eigenes Leben führen dürfen.</div><div><br></div><div>Er ist bei denen, denen ihr Leben unsäglich schwer geworden ist. Für die niemand sorgt. Die nicht ernst genommen werden, sondern ausgegrenzt, ausgeschlossen aus der Gemeinschaft. Die verfolgt werden und flüchten müssen, so wie das Kind mit seinen Eltern.</div><div><br></div><div>All den Mühseligen und Beladenen dieser Welt gilt, was der Engel den Hirten verkündigte (Lk 2,10f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren wird; denn heute wurde euch ein Retter geboren, welcher der Messias ist, der Herr in der Stadt Davids.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Heilige Nacht ist die Nacht, in welcher der Retter und mit ihm der König der Könige in die Dunkelheit der Welt gekommen ist und armselig und verletzlich wurde. Die Weihnachtsgeschichte ist darum keine romantische Idylle. Sie ist wie eine Kerze in finsterer Nacht, wie eine unerwartete Berührung in der Einsamkeit, wie Hoffnung, wo noch nichts besser geworden ist. Wie leise Freude in der Verzweiflung.</div><div><br></div><div>Vielleicht verspürst du auch diese merkwürdige Freude, ganz tief innen, extra für dich, leise und flüchtig, aber zugleich aufbauend und stärkend. In diesem Moment ist für dich Weihnachten geworden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild:</span><span class="fs11lh1-5"> Kathrynne auf Pixabay (bearbeitet).</span></div></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 23 Dec 2025 07:40:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Herr ist mein Hirte - wird mir nichts mangeln?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000292"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Herr ist mein Hirte - wird mir </span><span class="imUl">nichts mangeln?</span></div>
	
	
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<div class="imHeading2 imTACenter">Eine Auslegung von Psalm 23</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/12/2025</span></div><div><br></div><div>"Nachtherbergen für die Wegwunden" – so nannte Nelly Sachs die Psalmen in einem ihrer Gedichte. Und für Rainer Maria Rilke waren die Psalmen "eines der wenigen Bücher, in denen man sich restlos unterbringt, mag man noch so zerstreut und ungeordnet und angefochten sein".</div><div><br></div><div>Die Psalmen sind Klage, Glaubenszeugnis, Dank, Lobpreis und in all dem Ausdruck des Vertrauens zu Gott und des Verzweifelns an ihm. So sind sie auch Zeugnisse der Gottsuche und können uns zum Begleiter auf unserem Glaubensweg werden.</div><div><br></div><div>Der wohl bekannteste Psalm ist der Psalm 23: "Der Herr ist mein Hirte ...". Der Psalm ist kurz, aber aussagekräftig. Generationen haben ihn im Konfirmationsunterricht auswendig gelernt. Man zählt ihn zu den Vertrauenspsalmen – zu den Psalmen, die das Vertrauen zu Gott ausdrücken. Und doch ist auch er eine "Nachtherberge für die Wegwunden".</div><div><br></div><div>Denn es ist kein billiges, oberflächliches Vertrauen, sondern eins, das durch Lebenskrisen hindurchgegangen ist und noch immer hindurchgeht. Denn gerade in den schweren Lebensphasen bildet und bewährt sich das Vertrauen zum "guten Hirten".</div><div><br></div><div>Ich lege meiner Auslegung die bekannte Übersetzung Martin Luthers zugrunde.</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Der Herr ist mein Hirte;<br>mir wird nichts mangeln.</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Schon bei diesem ersten Satz stocke ich. Mir wird nichts mangeln? Mir wird es also niemals an etwas fehlen? Widerspricht dem nicht all meine Erfahrung? Es fehlt mir doch täglich an guter Stimmung, an Glücksgefühlen, an Sorglosigkeit, an eigenem starken Glauben und liebevollen Verhalten.</div><div><br></div><div>Überall auf der Erde leiden Glaubende, die diesen Psalm beten, an Krankheiten, an Unrecht, an Verfolgung, an Todesangst, ja an Hunger und Obdachlosigkeit. Manchen fehlt es am Nötigsten, und sie führen in bitterster Armut ein menschenunwürdiges Leben. Wie sollen diese Menschen sprechen: Mir wird nichts mangeln?</div><div><br></div><div>Mit diesem Satz kann nicht gemeint sein, dass es in meinem Leben keinen Mangel gibt an körperlicher Kraft, seelischem Frieden und unerschütterlichem Glauben. Was also ist dann damit gemeint? Die nächsten Verse werden es zeigen.</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Er weidet mich auf einer grünen Aue<br>und führet mich zum frischen Wasser.</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Gott handelt an mir so, wie ein Hirte an seinen Schafen handelt. Der Hirte hatte die Schafherde in kargem Land an die Nahrungsplätze zu führen. Er wusste, wo sie sich befinden und wie die Herde sie durch felsiges Gebiet hindurch erreichen konnte, ohne dass die Schafe Schaden erlitten.</div><div><br></div><div>Der Hirte musste dafür sorgen, dass kein Tier verlorenging. Außerdem hatte er die Aufgabe, die Tiere Tag und Nacht vor Wölfen, Schakalen, Hyänen, Bären und Löwen zu schützen, die es damals in Israel noch gab. Auch Diebe stellten eine Gefahr dar. Die Verantwortung des Hirten war groß, und er setzte mitunter sein eigenes Leben ein, um die Schafe zu schützen.</div><div><br></div><div>Von David wird berichtet, dass er als Hirtenjunge eine Steinschleuder besaß, mit der er treffsicher umgehen konnte (1Sam 17). Das war eine gute Versicherung gegen Raubtiere und Diebe.</div><div><br></div><div>Die Beziehung zwischen dem Hirten und seinen Schafen war sehr eng. Der Hirte konnte jedes Tier vom anderen unterscheiden, und die Tiere reagierten auf den Ruf des Hirten, dessen Stimme sie von anderen Stimmen unterscheiden konnten.</div><div><br></div><div>Für den Psalmbeter ist Gott der gute Hirte. Er ist ein Gott, der uns dient, wie ein Hirte seinen Schafen dient. Ein Gott, der sich nicht zu schade ist, in unser Elend hineinzukommen und sich uns ganz hinzugeben. Das zeichnet unseren Gott aus.</div><div><br></div><div>Gott verlangt nicht zuerst etwas von uns, sondern dient uns. Er kennt unsere Bedürftigkeit. Er fühlt sie mit uns. Er übernimmt die Fürsorge für uns, ohne danach zu fragen, was wir für ihn tun wollen. Er schützt uns vor Gefahren, noch bevor wir ihn darum gebeten haben.</div><div><br></div><div>Der Psalm sagt, dass der gute Hirte unser Grundbedürfnis nach Nahrung befriedigt. Das bedeutet aber nicht, dass die Glaubenden niemals an Hunger und Durst leiden werden. Gottes Fürsorge und Schutz ist keine Gewähr für ein leidfreies Leben.</div><div><br></div><div>Nach dem Johannesevangelium nannte auch Jesus sich guter Hirte (Joh 10,11). Er setzte sogar sein Leben ein, um seine Liebe zu allen Menschen, auch zu seinen Verfolgern, nicht zu verraten. Er ließ sie das Unrecht tun, das sie ihm zufügen wollten. Er ließ ihnen ihr Leben und gab ihnen so die Chance, eine Lebenswende zu vollziehen. Jesu Leben war radikale Feindesliebe.</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Er erquicket meine Seele.<br>Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Was hier mit "Seele" gemeint ist, entspricht nicht unserem Verständnis der Seele im Unterschied zum Körper. Im alten Israel verstand man unter Seele das bedürftige menschliche Leben mit Körper und Seele. Deshalb übersetzen manche genauer "Er bringt meine Lebenskraft zurück".</div><div><br></div><div>Dieses Zurückbringen beinhaltet, dass die Lebenskraft verloren gegangen war. Auch das passiert den Glaubenden: Ihre Lebenskraft, ihre Dynamik und Schaffensfreude weicht der Depression und Schwachheit. Ihre Lebensgeister erlahmen. Manchmal sprechen wir vom Burnout – vom Ausgebranntsein durch Leistungsdruck, Frustration und Beziehungsstress.</div><div><br></div><div>Auch wenn das Leben materiell gesichert ist, wenn alle Grundbedürfnisse befriedigt sind, heißt das nicht, dass wir nur so vor Kraft strotzen. Gerade im materiellen Überfluss können sich Überdruss, Sinnlosigkeit und Unzufriedenheit breit machen. Die "Wohlstandsgesellschaft" garantiert kein Wohlergehen.</div><div><br></div><div>Hat der Psalmbeter vielleicht Ähnliches erlebt? Er hat jedenfalls die Lebenskraft zurückerhalten, und er sieht dies nicht als ein glückliches Schicksal, sondern als Gabe Gottes. Er erlebt, dass die schweren Wege zugleich rechte Wege waren. Es waren Wege, auf denen ihn – ohne dass er es merkte – der gute Hirte geführt hat.</div><div><br></div><div>Denn die rechten Wege können überaus steinig sein. Unser Lebensweg ist von Freuden und Enttäuschungen, Erfolgen und Irrwegen, Geradlinigkeit und plötzlichen Wendungen geprägt. Wie anders ist unser Leben verlaufen, als wir es erwartet und geplant haben? Und dennoch bekennt der Glaubende, dass in all den Irrungen und Wirrungen der gute Hirte ihn mit unsichtbarer Hand leitete.</div><div><br></div><div>Am Ende werde ich wieder auf der grünen Aue und am frischen Wasser stehen – auch wenn ich davon noch nichts sehe. Ich will entgegen meinen Erfahrungen darauf vertrauen: Gott führt mich zum guten Ziel. Wenn mir auch Zweifel kommen – er führt mich trotzdem. Er tut es, weil er sich selbst treu ist. Der gute Hirte hat sich mit mir verbunden, hat mich in seine Herde aufgenommen, und er wird seinen Dienst für mich nicht aufkündigen.</div><div><br></div><div>Um seines Namens willen, das heißt um seiner Gnade und Treue willen hält er daran fest. Einer seiner Namen ist Immanuel, das heißt übersetzt: Gott [ist] mit uns oder bei uns (Jes 7,14; Mt 1,23).</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,<br>fürchte ich kein Unglück;<br>denn du bist bei mir,<br>dein Stecken und Stab trösten mich.</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Jetzt wird es ganz deutlich: Das Geleit des guten Hirten ist nicht immer mit Augen zu sehen. Der Glaube an ihn ist alles andere als selbstverständlich. Im finsteren Tal, in das kein Sonnenstrahl dringt und die Kälte Körper und Seele frieren lässt, stellen sich Zweifel ein.</div><div><br></div><div>Ist der Hirte überhaupt noch da? Hat er mich doch allein gelassen und der Finsternis und Kälte wehrlos ausgeliefert? Wo ist der Weg? Wo der Schutz? Wo das Lebenswerte? Und wie wird das alles enden ...?</div><div><br></div><div>Das Tal der Finsternis, wie es wörtlich heißt, bleibt auch den Glaubenden nicht erspart. Die Grundbedürfnisse sind in den Lebensfinsternissen nicht befriedigt. Zu den Grundbedürfnissen, die uns im materiellen Reichtum am meisten fehlen, gehören die Liebe, die mich nimmt, wie ich bin; die Achtung vor dem, was ich fühle und denke; das Verständnis für meine Schwächen; die Zeit, die ein Mensch für mich hat, wenn die Einsamkeit alles verdunkelt.</div><div><br></div><div>So kann das finstere Tal in die Nähe des Todes führen. Das hebräische Wort, das hier für "Finsternis" steht, kann auch "Todesgefahr" oder "Totenwelt" bedeuten. Wie ist es möglich, im Tal der Todesgefahr kein Unheil zu fürchten?</div><div><br></div><div>Zum ersten Mal in diesem Psalm spricht der Beter jetzt Gott mit "Du" an. Wo die Not uns erfasst, hilft keine Aussage über "ihn" mehr, helfen keine Gedanken über Gott. In der Not hilft nur das "Du", die persönliche Beziehung, das Vertrauen zu Gott: "Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich."</div><div><br></div><div>Es ist ein großer Sprung vom "Er" zum "Du". Wie einfach ist es, sich schöne Gedanken über Gott zu machen. Aber wie schwer ist es, diese schönen Gedanken in der Not zu leben. Wenn vom guten Hirten nichts mehr zu spüren ist und wenn Zweifel und Verzweiflung sich breit machen, dann beginnt eigentlich erst der Glaube, dann muss sich das Vertrauen im Kampf mit dem Zweifel bewähren:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn die Finsternis kein Ende nehmen will, wenn mir Leib und Seele verschmachten – du bist bei mir.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn mein ganzes Leben aus dem Ruder läuft, wenn ich von dir nichts mehr spüre – du bist bei mir.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn kein Lichtstrahl mehr zu mir dringt, wenn du mich verlassen zu haben scheinst und alles dunkel ist</i></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>– du bist bei mir.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn ich in Einsamkeit versinke, wenn kein Mensch an meiner Seite ist und keiner nach mir fragt</i></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>– du </i></span><i class="fs14lh1-5">bist bei mir.</i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn die Schmerzen unerträglich werden, wenn der Tod vor der Tür steht – du bist bei mir.</i></span></div><div><br></div><div>Der Glaube bewährt sich nicht in den Erfahrungen, dass der gute Hirte an meiner Seite ist und mich auf bequemen Wegen führt. Er bewährt sich vielmehr in den Erfahrungen des Gegenteils: dass er mich verlassen zu haben scheint und ich finsteren Mächten ausgeliefert bin. Es ist ein tiefer Trost, wenn ich dann sagen kann: "Du bist bei mir".</div><div><br></div><div>"Du bist bei mir" – das heißt nicht, dass die Not ein Ende hat. Aber es heißt, dass mein Leben mit all seiner Not in der Hand des guten Hirten ist. Er steht da – unermüdlich auf seinen Hirtenstab gestützt hat er alle Schafe im Blick. Er sieht mich, auch wenn ich ihn nicht sehe. Und mit seiner Steinschleuder oder seiner Holzkeule kann er die Raubtiere abwehren.</div><div><br></div><div>Er wird vielleicht nicht alle Gefahren abwehren. Er wird die Not nicht gleich beenden. Aber er wird mich zuletzt nicht allein lassen, wird mich nicht den Mächten der Finsternis ausliefern. Auch in der größten Not bleibe ich in seiner guten Hand.</div><div><br></div><div>Dietrich Bonhoeffer fasste diese Erfahrung unvergleichlich in die Verse:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">aus deiner guten und geliebten Hand.</span></i></span></div><div><br></div><div>Solcher Glaube ist nicht unser Werk. Er übersteigt unsere Kräfte und muss uns geschenkt werden. Auch darin sind wir ganz auf den guten Hirten angewiesen.</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.</span><span class="cf1"><br></span><span class="cf1">Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Mitten im finsteren Tal findet der Beter sich plötzlich am gedeckten Tisch wieder. Wie es üblich war, salbt der Gastgeber zur Begrüßung das Haupt des Gastes mit Öl und füllt seinen Trinkbecher. Der Beter ist in eine andere Welt versetzt. Er ist zwar noch in Not und Sorge, aber vor den Augen seiner Feinde wird er von Gott geehrt und bestens versorgt.</div><div><br></div><div>Die Feinde sind also noch da – und Feinde können auch eine Krankheit, eine Lebenskrise, eine Angst sein. Sie drohen mir und ängstigen mich noch. Und doch steht vor ihren Augen, ohne dass sie daran rühren können, ein reich gedeckter Tisch für mich.</div><div><br></div><div>Wie passt das finstere Tal, wie die Schafherde mit dem gedeckten Tisch zusammen? Es passt nicht. Gottes Führungen übertreffen alle Erwartungen und sprengen alle Bilder, alle Vorstellungen, die wir uns machen.</div><div><br></div><div>Oder ist das alles nur eine schöne Illusion? Ist auch der gute Hirte nur ein frommer Wunsch, der uns das Leben erleichtert? Manchmal werden solche Fragen in uns wach. Wir können nicht verhindern, dass sie aus der Tiefe der Seele auftauchen. Aber wenn wir entgegen dem Augenschein am Vertrauen zum guten Hirten festhalten, können wir verhindern, dass sie unseren Glauben abtöten.</div><div><br></div><div>Manchmal aber machen wir auch die Erfahrung, dass mitten im finsteren Tal sich eine sonnendurchflutete Ebene auftut. Wenn ein Problem sich unversehens gelöst hat, wenn eine scheinbare Gefahr sich als Lappalie entpuppt hat, wenn die Einsamkeit durch die Liebe eines Menschen besiegt wurde, fühlen wir uns wie neu geboren.</div><div><br></div><div>Manchmal ist das Glück so groß, dass alles Schwere keine Rolle mehr spielt, kein Gewicht mehr hat. Dann steht im finsteren Tal unerwartet ein reich gedeckter Tisch vor. Wenn schon vor dem irdischen Glück viel Unglück bedeutungslos wird, um wie viel mehr muss das für die ewige Herrlichkeit gelten. Der Apostel Paulus hat das so ausgedrückt (Röm 8,18):</div><div><br></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">Ich meine, dass die Leiden der jetzigen Zeit </span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"><b>nichts bedeuten</b></span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"> im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.</span></span></i></div><div><br></div><div>Mit hoffnungsvollen Worten schließt auch der Psalm:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,</span><span class="cf1"><br></span><span class="cf1">und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Im hebräischen Originaltext heißt es sogar: "<span class="fs14lh1-5"><b>Nur </b></span>Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang". Damit wird zum Anfang des Psalms zurückgeführt, der dasselbe negativ formulierte: "Mir wird nichts mangeln".</div><div><br></div><div>"Was ist damit gemeint?" war unsere Ausgangsfrage. Jetzt ist deutlich: Es ist nicht gemeint, dass es für die Glaubenden kein Leid, keinen Schmerz, keinen Tod mehr geben wird. Es ist aber gemeint, dass ihnen in allem Leid, Schmerz und Tod Gottes Barmherzigkeit begegnet, die Gutes mit ihnen im Sinn hat und sie deshalb dem guten Ziel entgegenführt. Die Gegenwart des mit mir leidenden und das Leid seinem Ende entgegenführenden Gottes ist das, woran es mir niemals mangeln wird.</div><div><br></div><div>Das löscht den Schmerz nicht aus, aber es erleichtert, ihn zu tragen. Auch Zweifel, ob es wirklich so sei, werden sich immer wieder einstellen. Wir können aber versuchen, uns nicht auf die Zweifel zu konzentrieren und sie dadurch groß zu machen, sondern uns auf die Zusagen Gottes zu gründen und ihm zu vertrauen: "Du bist bei mir." Du verlässt mich nicht, was auch geschieht. "Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar."</div><div><br></div><div>Das "Haus des Herrn" ist eigentlich der Tempel. Er wurde als Ort der Gegenwart Gottes verstanden. Lebenslang blieben aber nur die Priester und Leviten im Tempel. Darum ist der Tempel hier ein Bild für die bleibende Gegenwart Gottes im Leben der Glaubenden. Gott bleibt in engster Gemeinschaft mit ihnen, wo immer sie sich befinden und was immer ihnen widerfährt.</div><div><br></div><div>Unvergleichlich hat Paulus das Jahrhunderte später so ausgedrückt (Röm 8,35-39):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? – wie geschrieben steht: "Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe." Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.</span></i></span></div><div><br></div><div>Jesu Dienst und Hingabe an uns ist unumstößlich. Gottes Liebe zu uns bleibt. Deshalb wird es uns an nichts mangeln. Und wenn es uns auch an vielem mangelt, so doch nicht am Wichtigsten und Entscheidenden, an dem, was letztlich alleine zählt: Gott bleibt an unserer Seite und liebt uns hinein in die ewige Gemeinschaft mit sich.</div><div><br></div><div>Wer darauf vertraut, hat alles, auch wenn er in großem Mangel lebt (Röm 8,32).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Das Zitat von Nelly Sachs ist entnommen aus dem Heft "Psalmen" (siehe unten), S. 3. Dort zitiert nach "Fahrt ins Staublose. Die Gedichte der Nelly Sachs", Frankfurt a.M. 1961, S. 104.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Das Zitat von Rainer Maria Rilke ist aus demselben Heft S. 3 entnommen. Dort zitiert nach R.M. Rilke: Briefe an seinen Verleger. Leipzig 1934, S. 247 (Brief vom 4.1.1915). Ergänzt nach https://www.deutschlandfunk.de/rainer-maria-rilke-das-musst-du-wissen-dass-dich-gott-100.html.</span></li><li><span class="fs11lh1-15">Das Zitat 	von Dietrich Bonhoeffer ist aus seinem Gedicht "Von guten Mächten 	wunderbar geborgen".</span></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Charles Bricker u.a.: Auf den Spuren von Jesus Christus. Sein Leben und seine Zeit. Verlag Das Beste. Stuttgart u.a. 1988.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Psalmen. Reihe "Bibel und Kirche". Hg. von Franz-Josef Ortkemper u.a. Katholisches Bibelwerk Stuttgart. 56. Jahrgang, Heft 1/2001.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Stuttgarter Erklärungsbibel. Die heilige Schrift nach der Übersetzung Martin Luthers. Mit Einführungen und Erklärungen. Deutsche Bibelgesellschaft. 2. Aufl., Stuttgart 1992.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Artur Weiser: Die Psalmen. Das Alte Testament Deutsch, Teilband 14. Vandenhoeck & Ruprecht. 10. Aufl., Göttingen und Zürich 1987.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Dieter vom Wangenheim auf Pixabay (Ausschnitt, bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div><style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 19:53:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Einführung in die Apokalyptik]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000290"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Einführung in die Apokalyptik</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Die frohe Botschaft der Apokalyptik (Teil 1)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 05/12/2025</span></div><div><br></div><div>Warum stehen in der Bibel Angst machende Texte? Sie erzählen von Kriegen und Erdbeben, von menschlicher Grausamkeit, von schrecklichen Katastrophen, vom Weltuntergang und von einem Gott, der die Guten erlöst und die Bösen in die Hölle verbannt. Das alles weckt nicht gerade positive Gefühle.</div><div><br></div><div>Man nennt diese Texte apokalyptische Texte. "Apokalyptik" heißt übersetzt "Offenbarung". Diese Texte offenbaren, was den Hintergrund des Weltgeschehens bildet und welche Zukunft bevorsteht. Es scheint, als wären Gegenwart und Zukunft ein einziger Horror.</div><div><br></div><div>Doch eigentlich wollen diese Texte trösten und Hoffnung wecken. Darum ist es gut, sich einmal genauer mit ihnen zu beschäftigen. Dieser Artikel bietet eine Einleitung in die Apokalyptik.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Das Ende der lebensfeindlichen Mächte</div><div><br></div><div>Als die apokalyptischen Texte entstanden ‒ im 3. Jahrhundert v.Chr. ‒ wurde Israel von den Nachfolgern Alexanders "des Großen" beherrscht. Von der Herrschaft des Gottes Israels war nicht viel zu sehen. Die Befreiung Israels aus Ägypten und die Besiedelung des verheißenen Landes lagen lange zurück. Von solchen Erfolgserlebnissen konnte man jetzt nur träumen. Israel war zum Spielball fremder Großmächte geworden, von denen es sich nicht befreien konnte. Deren Götter schienen den Lauf der Geschichte zu bestimmen.</div><div><br></div><div>Wo war der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs? Warum befreite er Israel nicht aus dieser Fremdherrschaft? Die Apokalyptiker erklärten sich das so: Wenn Gott uns nicht heute hilft, wird er es in Zukunft tun. Wenn nicht in dieser Welt, dann in einer zukünftigen, in einem neuen Weltzeitalter nach dem Untergang aller feindlichen Mächte. In der jetzigen Welt gibt es nur Bosheit und Unrecht. Aber Gott wird in einem Endkampf allen irdischen Reichen ein Ende machen. Er wird den Satan besiegen und uns in der neuen, kommenden Welt ein wunderbares Leben bereiten.</div><div><br></div><div>Die Apokalyptiker weigerten sich also, die bösen Mächte der Welt als Sieger über die gute Macht Gottes anzuerkennen. Sie weigerten sich, den Glauben an den Gott, der Israel Heil verheißen hatte, aufzugeben. Gott steht in jedem Fall zu seinen Verheißungen. Die Glaubenden müssen nur die Leidenszeit durchhalten, bis die Zeit des Heils anbricht. Das war der Glaube der Apokalyptiker.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die Macht der Bilder</div><div><br></div><div>Die Form der Texte, in denen die Apokalyptiker diese Botschaft weitergaben, weist einige Besonderheiten auf. Meist werden einem von Gott auserwählten Menschen durch Visionen oder Reisen durch den Himmel besondere Offenbarungen zuteil. Diese Offenbarungen beinhalten geheimnisvolle Bilder, die oft durch einen Engel oder ein anderes Wesen erklärt werden.</div><div><br></div><div>Wir wissen heute um die Macht der Bilder: Sie gehen in die Tiefe, regen unsere Emotionen an, lassen uns erzittern oder auch frohlocken. Mit Bildern lässt sich oft mehr sagen als mit Worten. Wenn die Offenbarung des Johannes von grausigen Tieren erzählt, wird der Schrecken totalitärer Mächte deutlich. Wenn sie das neue Jerusalem in unwirklichen Dimensionen und unvorstellbarer Pracht beschreibt, leuchtet die Herrlichkeit des Reiches Gottes auf.</div><div><br></div><div>Die Bilder ermöglichen es uns, in ihnen unsere eigenen Ängste und Hoffnungen wiederzuerkennen. Die Angst machenden Tiere gab es nicht nur, als der Seher Johannes seine Visionen hatte, sondern es gibt sie auch heute. Die Hoffnung auf ein anderes, herrliches Leben hatten nicht nur die frühen Christinnen und Christen, sondern haben auch wir.</div><div><br></div><div>Wir dürfen die Bilder also nicht für die Sachen selbst halten. Die Bilder sind Ausdruck des Beängstigenden und Zerstörerischen, des Hoffnungsvollen und Rettenden. Sie beschreiben nicht das Äußere der Wirklichkeit, sondern die Mächte, die sich hinter dem Äußeren der Wirklichkeit verbergen ‒ entweder unheilvolle oder heilvolle.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Das Ende der Welt</div><div><br></div><div>Die apokalyptischen Texte wollen die ganze Weltgeschichte deuten. Sie gehen davon aus, dass Gott die Weltgeschichte nach seinem von Ewigkeit her festgelegten Plan ihrem Ende entgegenführt. Das geschieht in verschiedenen Weltzeitaltern. Ein Weltzeitalter ist ein riesiger Zeitraum. Ein Weltzeitalter löst das andere einander ab – nicht rein zufällig, sondern von Gottes Plan bestimmt.</div><div><br></div><div>Dabei stehen sich in der Welt Licht und Finsternis, Gutes und Böses, Glaube und Unglaube strikt gegenüber. Es gibt nur das Helle und das Dunkle – Grautöne fehlen in dieser Weltsicht. Das ist sicher eine Vereinfachung. Aber es dient dem besseren Verständnis der Welt. Wenn alles im undefinierbaren Grau des Nebels verschwindet, wird die Orientierung unmöglich. Die Apokalyptiker aber wollen Orientierung bieten – und nehmen es um der Deutlichkeit willen in Kauf, schwarzweiß zu malen. Das ist eine "dualistische" Weltsicht.</div><div><br></div><div>In die Finsternis der Welt bricht schließlich das Weltende abrupt herein. Gott besiegt in einem Endkampf den Satan, der für alles Lebensfeindliche steht, was man sich vorstellen kann. Er wird besiegt, und damit ist das Böse abgeschafft. Die Toten werden auferstehen, und die Täter des Bösen werden von Gott verurteilt, so dass sie nicht mehr über ihre Opfer triumphieren können.</div><div><br></div><div>Das ist das gerechte Endgericht, das Gott abhalten wird. Im neuen Leben wird es keine Menschen mehr geben, die anderen Leid und Tod bringen. Die Opfer sind von ihren Qualen erlöst, der Friede wird vollkommen sein, und alle Geretteten sind mit Gott versöhnt. Was Gott von Anfang an beschlossen hatte, wird nun Wirklichkeit: Die Welt gleicht einem Paradies.</div><div><br></div><div>Das ist ein Trost für alle, die leiden müssen. Und es ist eine Warnung an diejenigen, die auf Kosten anderer leben. Was die apokalyptischen Texte in dunklen Farben und mit Katastrophen beschreiben, weckt Hoffnung und spendet Trost. Denn die Finsternis endet in einer Katastrophe, und sie wird vom Licht abgelöst. Die mächtigen Übeltäter im Kleinen und Großen, in den Familien und Weltreichen, alle, die ihre Macht missbrauchen und andere ins Leid stürzen, müssen ihre Machtposition ein für allemal räumen. Gott hält alles fest in seinen Händen. Das ist der Trost der apokalyptischen Weltsicht.</div><div><br></div><div>Vorstufen zur jüdischen Apokalyptik finden sich zum Beispiel in Jesaja 24-27 und Sacharja 12-14. Die erste biblische Apokalypse im Vollsinn liegt in Daniel 7-12 vor. Aber auch im Neuen Testament gibt es apokalyptische Texte. Dazu zählt man die Endzeitrede Jesu (Mk 13; Mt 24; Lk 21,5-36), aber vor allem die Johannesoffenbarung, das letzte Buch des Neuen Testaments, wird oft als Apokalypse betrachtet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Die Zukunft hat schon begonnen</div><div><br></div><div>Wie stand Jesus zur jüdischen Apokalyptik seiner Zeit? Er erwartete, dass sich Gottes Herrschaft über die Welt in Zukunft endgültig und unbestritten durchsetzen wird. Aber Jesus sah zugleich diese Herrschaft schon gegenwärtig mit seiner Person angebrochen (Lk 10,8f.17-24; 11,20; 13,16; 17,20f). Sie setzt sich mit Jesu Auftreten in kleinen, kaum sichtbaren Anfängen durch, und sie wird sich am Ende für alle sichtbar und unbestreitbar vollenden (Gleichnis vom Senfkorn, Mk 4,30-32). Das bedeutet, dass die Welt nicht, wie die jüdische Apokalyptik meinte, schlechthin böse und das Gute der Zukunft vorbehalten ist.</div><div><br></div><div>Auf diese Schwarz-weiß-Malerei wollte sich Jesus nicht einlassen. Er sah vielmehr die Entscheidungsschlacht im Kampf Gottes gegen das Lebensfeindliche schon geschlagen. Die Personifikation des Lebensfeindlichen und Bösen war im antiken Weltbild der Satan mit seinen Mitstreitern, den Dämonen. Doch Jesus demonstrierte seine Macht über die Dämonen, indem er Menschen von ihnen befreite (Lk 11,20). Und er sah bereits, wie der Satan vom Himmel gefallen, also prinzipiell entmachtet ist (Lk 10,18). Er ist schon besiegt, und sein Ende ist unwiderruflich. Zwar schlägt er noch um sich und tobt; aber das ist nichts weiter als das trotzige Toben und Zappeln eines schon Besiegten.</div><div><br></div><div>Deshalb sollen wir uns nicht auf das Böse konzentrieren, das es in der Welt noch gibt – sein Ende ist beschlossene Sache. Wir sollen unseren Blick vielmehr auf das Gute richten, das Gott schaffen wird. Das ist gewiss nicht immer leicht. Zu groß sind manchmal die Qualen, zu sehr drängt sich das Lebensfeindliche in den Vordergrund. Doch wir können darauf vertrauen, dass all dies im Vergehen begriffen ist: Gott wird, auch wenn wir uns Leid und Tod gegenüber machtlos fühlen und am guten Ende zweifeln, aus unscheinbaren Anfängen eine wundervolle, lebensfreundliche Welt entstehen lassen (Mk 4,26-34).</div><div><br></div><div>Die Zukunft hat also nach Jesu Verständnis schon begonnen, und das Ende kündigt sich schon an. Wenn wir Jesus auf diesem Weg zum Ziel nachfolgen wollen, wenn wir uns daran beteiligen wollen, die Zukunft schon jetzt so gut es geht zu verwirklichen, dann können wir nicht so weiterleben, als wäre nichts geschehen. Die neue Welt vor Augen sollen wir Gottes Geist, seine verwandelnde Kraft, in uns wirksam werden lassen und auf unseren gottlosen und lebensfeindlichen Wegen umkehren (Mk 1,15). So werden wir schon jetzt zu Trägern der Zukunft. "Umkehren" heißt dabei: nicht links oder rechts abbiegen, aber prinzipiell in derselben Richtung weitergehen. "Umkehren" heißt vielmehr: eine Wendung um 180 Grad vollziehen. Das schaffen wir nur durch die Kraft Gottes.</div><div><br></div><div>Jesus mahnte zur Wachsamkeit, denn das Ende kann jederzeit hereinbrechen (Lk 12,39-48). Wie wird Gott uns dann vorfinden? Sein Geist will uns stark machen, anders zu leben als zuvor. Werden wir diese Kraft nutzen? Es geht nicht darum, ein wenig besser zu leben, sondern es geht um eine radikale Neuorientierung im Fühlen, Denken und Handeln. Das kann Gottes Geist in und mit uns bewirken.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Das zukünftige Zusammensein mit Jesus Christus</div><div><br></div><div>Die frühe Christenheit hat die apokalyptischen Vorstellungen eng mit Jesus Christus verbunden. Sie glaubte nicht nur, dass mit ihm die Zukunft schon in unscheinbaren Anfängen angebrochen ist. Sondern sie sah auch das Ende des jetzigen Weltzeitalters eng mit seiner Person verbunden: Wenn Jesus Christus wiederkommt, so wie er es der Überlieferung nach verheißen hatte (1Thess 4,16; Mk 13,26; Apg 1,11; Joh 14,3), dann wird er sein ewiges Reich der Herrlichkeit aufrichten.</div><div><br></div><div>Die Erwartung, dass Jesus wiederkommt, kann man mit der Apokalypse im alttestamentlichen Buch Daniel verbinden. Dort wird eine Vision geschildert, in der „einer, der einem Menschensohn glich, mit den Wolken des Himmels“ kommt und zu Gott geführt wird, und ihm wird von Gott „Macht und Ehre und Reich verliehen, dass die Völker aller Nationen und Zungen ihm dienten. Seine Macht ist eine ewige Macht, die niemals vergeht, und niemals wird sein Reich zerstört“ (Dan 7,13f). Das wird in Markus 13,26 aufgenommen mit der Änderung, dass es nicht um ein Erscheinen des Menschensohns vor Gott geht, sondern um sein allgemein sichtbares Erscheinen auf Erden. Der "Menschensohn" des Danielbuches wird also im Neuen Testament mit Jesus identifiziert.</div><div><br></div><div>Nach der großen Enttäuschung über Jesu Tod am Kreuz gewannen sein Jüngerinnen und Jünger die Überzeugung, dass er von den Toten auferstanden war. Sie fanden auch zu der Gewissheit, dass er am Ende der Zeiten wiederkommen und sie zu sich in sein ewiges Reich holen wird. Dieser Glaube gab ihnen Kraft, in allen Schwierigkeiten des irdischen Lebens und in allen Anfeindungen, denen sie ausgesetzt waren, standhaft zu bleiben.</div><div><br></div><div>Tatsächlich wurden einige der Jünger Jesu verfolgt und hingerichtet. Und auch im frühen Christentum gab es Verfolgungen und Märtyrer. Aber die Mörder erreichten damit nur einen Scheinsieg. Denn am Ende wird Jesus die Seinen zu sich holen, während die anderen ihr gerechtes Urteil erhalten werden.</div><div><br></div><div>So können auch wir wissen: Leid und Tod sprechen nicht das letzte Wort. Der Einsatz für das Gute ist nicht vergeblich. Die bösen Mächte werden nicht siegen. Die Zukunft ist nicht der Tod, sondern ein wunderbares Leben in der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Dass das endgültige Zusammensein mit ihm unsere Zukunft sein wird, kann uns durch alle Schmerzen des irdischen Lebens hindurchtragen. Dieser Glaube kann uns die Kraft geben, das Schwere zu überstehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Das nahe Ende alles Leids</div><div><br></div><div>Aber wann soll die Wiederkunft Christi sich ereignen? Das Neue Testament gibt darüber keine Auskunft. Jesus lehnt Spekulationen über ein Datum ausdrücklich ab (Mk 13,32). Die frühe Christenheit erwartete das Ende aber in kurzer Zeit (1Kor 15,51f; 1Thess 4,17). Und auch Jesus sprach davon, dass das Ende nah sei (Mk 13,30). Doch fragt sich, welche Art von Nähe hier gemeint ist.</div><div><br></div><div>Im 2. Petrusbrief wird das Problem eigens aufgegriffen und betont, dass Jesus die Verheißung seiner Wiederkunft nicht hinauszögere, sondern dass er Geduld walten lasse, um noch vielen Menschen die Chance zu geben, von ihren gottlosen Wegen umzukehren. Im übrigen seien bei Gott tausend Jahre wie ein Tag (2Petr 3,4.8f).</div><div><br></div><div>Auf diese Weise wird das physikalische Zeitverständnis relativiert. Wir wissen alle, dass eine leere oder schmerzliche Stunde quälend lang erscheinen kann, dass aber eine andere, mit Glück erfüllte Stunde wie im Flug vergeht. Die Bibel geht oft von einem qualitativen Zeitverständnis aus: Nicht die rein physikalische Dauer entscheidet über den Wert der Zeit, sondern die Qualität, in der wir sie erleben. Die Zeit irdischen Leidens mag unerträglich lang erscheinen. Im Vergleich zum ewigen Heil aber ist sie kurz ‒ so kann man 1Petr 5,10 deuten:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Gott aller Gnade aber, der euch in Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, er selbst wird euch, die ihr eine kurze Zeit gelitten habt, vollkommen machen, stärken, kräftigen, auf festen Grund stellen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Bewusstsein, dass am Ende die ewige Herrlichkeit steht, kann auch ein langes Leiden erträglicher machen, so dass es relativ kurz erscheint. Unser Leid kann zwar sehr quälend sein. Doch gegenüber der kommenden Herrlichkeit fallen die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht (Röm 8,18). Das mag ein schwacher Trost sein, wenn Schmerzen und Ängste uns zermürben. Aber immerhin wird das Leid so in einen neuen Rahmen gestellt: Dieser Kosmos mit all seinen Leiden wird vergehen, aber Jesu Verheißung ewiger Glückseligkeit wird nicht vergehen (Mk 13,31).</div><div><br></div><div>So gesehen ist unser irdisches Leben und sind auch die Leiden unseres Lebens kurz. Und so gesehen ist die Wiederkunft Jesu Christi nah.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Vernichtung oder Verwandlung der Welt?</div><div><br></div><div>Man kann das Vergehen des jetzigen Kosmos als seine Zerstörung verstehen. Das hieße dann, dass Gott seine Schöpfung rückgängig machen wird. Man kann aber das Ende dieses Kosmos auch als seine Verwandlung verstehen. Nach diesem Verständnis wird die Gestalt dieser Welt vergehen, ihre Grundbedingungen, aber die Schöpfung als solche wird nicht rückgängig gemacht. Darauf könnte zum Beispiel hindeuten, dass das Neue Testament von einem neuen Himmel und einer neuen Erde spricht, die Gott erschaffen wird (Jes 65,17; 2Petr 3,13; Offb 21,1).</div><div><br></div><div>Allerdings ist auch davon die Rede, dass es am Ende für den ersten Himmel und die erste Erde keinen Ort mehr geben wird (Offb 20,11), dass vielmehr der Himmel vergehen wird und die Elemente sich auflösen werden (2Petr 3,10). Das würde gegen den Prozess einer Verwandlung des jetzigen Himmels und der jetzigen Erde in einen neuen Himmel und eine neue Erde sprechen.</div><div><br></div><div>Die These von der Verwandlung würde bedeuten, dass der neue Himmel und die neue Erde nicht etwas komplett Unverständliches für uns wären, über das wir keinerlei Aussagen machen können. Denn die Schöpfung bliebe ja erhalten, wenn auch total verändert. Wie dem auch sei: Entscheidend ist, dass Gott sein Reich aufrichten wird, in dem es radikal anders zugehen wird als in unserer jetzigen Welt. Vor allem wird es kein Leid und keinen Tod mehr geben. Ob das durch eine Vernichtung der jetzigen Welt oder durch ihre Verwandlung geschieht, ist demgegenüber zweitrangig.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">8. Was bringt uns die Apokalyptik?</div><div><br></div><div>Die Apokalyptik erschreckt viele Menschen wegen der furchterregenden Horrorgestalten, die in ihr auftreten. Aber diese Gestalten sind nur Bilder für die zerstörerischen Mächte dieser Welt. Im Grunde geht es um diese Mächte ‒ und um die Frage, wer die Oberhoheit in der Welt hat. Die Apokalyptik wirft die Machtfrage auf.</div><div><br></div><div>Ihre Antwort ist eindeutig: Gott ist mächtiger als alles, was uns Angst macht und unser Leben zerstört. Gott ist und bleibt der unsichtbare Herr der Geschichte. Die Macht der zerstörerischen Gewalten ist schon gebrochen. Am Ende werden sie ganz ausgelöscht. Dann werden ewiger Friede und Gerechtigkeit herrschen. Das ist das Ziel, auf das die Glaubenden zugehen.</div><div><br></div><div>Richter im Endgericht wird Jesus Christus sein. Wie er zu seinen Lebzeiten auf Erden liebevoll mit den Sündern umging, so wird er es auch im Endgericht tun. Die Apokalyptik scheidet scharf zwischen denen, denen Gott gnädig ist, und den Übeltätern, die er verwirft. Doch wer Gott vertraut, seine Übeltaten bereut und auch im Leid an Gott festhält, muss das Gericht nicht fürchten. Denn der Richter Jesus Christus vergibt allen, die ihre Schuld bereuen.</div><div><br></div><div>Nach dem Gericht wird den Erlösten ein Leben geschenkt, in dem es kein Leid und keinen Tod mehr gibt. Wer jetzt viel leiden muss, darf sich auf unermessliches Glück freuen. Und wer jetzt um seines Glaubens willen zum Märtyrer wird, geht einem ewigen Leben in der Gegenwart Gottes entgegen. Das ist die ermutigende Botschaft der Apokalyptik für alle Leidenden.</div><div><br></div><div>Schließlich ruft uns die Apokalyptik auf, angesichts der lebensfeindlichen Mächte in der Welt nicht zu resignieren. Stattdessen sollen wir nicht nachlassen, uns für das Lebensfreundliche und Aufbauende einzusetzen ‒ für Frieden, Gerechtigkeit und ein lebenswertes Leben für alle Menschen. Denn so sehr das Böse auch diese Welt zu beherrschen scheint ‒ wer für das Gute kämpft, ist seiner Zeit voraus. Denn er nimmt die Zukunft vorweg.</div><div><br></div><div>Die Zukunft für die Glaubenden ist Leben und Freude. Den Blick darauf schärft die Apokalyptik. Wer ihre Zukunftsaussichten auf sich wirken lässt, erfährt Hoffnung und Trost. Und er erfährt seinen Lebenssinn darin, die Zukunft von Leben und Freude schon jetzt nach Kräften in die Welt zu tragen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="imUl fs11lh1-5">Verwendete Literatur</span><span class="fs11lh1-5">:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Berger, Klaus: Wie kommt das Ende der Welt? Quell-Verlag, Stuttgart 1999.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Hahn, Ferdinand: Theologie des Neuen Testaments. Band II: Die Einheit des Neuen Testaments. Verlag Mohr Siebeck, Tübingen, 3. Aufl. 2011. S. &nbsp;769-792.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Schröter, Jens: Jesus von Nazareth. Jude aus Galiläa ‒ Retter der Welt. Biblische Gestalten Band 15. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 5. Aufl. 2013. S. 190-215.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 14:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kein Glaube ohne Hoffnung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000028F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Kein Glaube ohne Hoffnung</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Warum es immer etwas zu hoffen gibt</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/11/2025</span></div><div><br></div><div class="imTARight"><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i>Nicht alle unsere Wünsche,</i></b></span></div><div class="imTARight"><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i>aber alle seine Verheißungen erfüllt Gott.</i></b></span></div><div class="imTARight"><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i>Dietrich Bonhoeffer</i></b></span></div><div><br></div><div>Hoffnung gehört zum christlichen Glauben dazu. Was wäre ein Vertrauen auf Gott ohne Hoffnung? Und was wäre ein Leben ohne Hoffnung?</div><div><br></div><div>Hoffnung ist besonders wichtig in schweren Zeiten – wenn man sich bedroht fühlt, wenn Angst und Verzweiflung sich breit machen.</div><div><br></div><div>Aber ist Hoffnung eigentlich immer berechtigt? Gibt es nicht Situationen, in denen man alle Hoffnung aufgeben muss? "Hoffen und harren macht manchen zum Narren", sagt ein Sprichwort. Und über Dantes Tor zur Hölle steht der Satz: "Ihr, die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren". Ja, ein Leben ohne Hoffnung wäre die Hölle. Umso schlimmer ist es, wenn ein Mensch jede Hoffnung aufgegeben hat.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Es kann sein, dass Gott eine Hoffnung ganz anders erfüllt,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">als wir es erwartet haben</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Denn ohne Hoffnung können wir nicht leben. "Die Hoffnung stirbt zuletzt" – das ist wohl wahr. Was uns in schweren Zeiten am Leben hält, ist die Hoffnung, dass es wieder besser werden wird. <span class="fs14lh1-5">Vielleicht nicht morgen und auch nicht übermorgen, aber irgendwann. Das Schwere, das Unerträgliche wird ein Ende nehmen. Die Sonne wird uns wieder scheinen. Diese Hoffnung gibt uns die Kraft, das Schwere auszuhalten. "Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen", wusste schon der Apostel Paulus (Röm 5,5a).</span></div><div><br></div><div>Manchmal wissen wir allerdings nicht, ob unsere Hoffnung sich erfüllen wird. "Ich hoffe, dass der Nebel sich bald lichtet und die Sonne sich sehen lässt" – das wird erfahrungsgemäß geschehen, wenn der Nebel nicht zu dicht ist und keine Wolken die Sonne verdecken. "Ich hoffe, dass unsere Freundschaft hält" – das ist nicht so sicher, aber mit gutem Willen und "Beziehungsarbeit" können wir das schaffen. "Ich hoffe, dass meine schwer kranke Cousine wieder gesund wird" – das ist ganz ungewiss, auch wenn sie in den Händen guter Ärzte ist.</div><div><br></div><div>Es gibt also Hoffnungen, bei denen wir relativ sicher sein können, dass sie sich erfüllen werden, und es gibt andere Hoffnungen, bei denen die Erfüllung relativ unsicher ist. Ein kleiner Unsicherheitsfaktor bleibt aber fast immer: Hoffnung kann enttäuscht werden. Andernfalls wäre es keine Hoffnung, sondern Gewissheit.</div><div><br></div><div>Diesen Unsicherheitsfaktor gibt es auch, wenn wir Gott um etwas bitten: Wir wissen nicht, ob er unseren Wunsch erfüllen wird. Diese Erfahrung haben wohl alle Glaubenden schon gemacht: Sie haben um etwas gebeten, aber es wurde nicht erfüllt. Dann sind wir vielleicht sehr enttäuscht.</div><div><br></div><div>Es kann aber auch sein, dass Gott eine Hoffnung ganz anders erfüllt, als wir es erwartet haben. Dann lernen wir vielleicht, mit einer unerfüllten Hoffnung zu leben. Oder eine unerfüllte Hoffnung entpuppt sich sogar als großes Glück. Es kann also durchaus gut sein, dass Gott uns einen Wunsch nicht erfüllt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Es ist sinnvoll, dass wir uns auf die biblischen Verheißungen stützen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Aber gibt es nicht auch Zukunftserwartungen, bei denen wir gewiss sein können, dass sie sich erfüllen werden? Tatsächlich erzählt Paulus ein Beispiel für solche Hoffnung: Abraham hat darauf vertraut, im hohen Alter noch einen Sohn zu bekommen, weil Gott es ihm verheißen hatte (Röm 4,18-20a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wo es eigentlich keinen Grund zur Hoffnung gab, hat Abraham voller Hoffnung am Glauben festgehalten. Und so wurde er zum Vater von vielen Völkern – wie Gott es ihm versprochen hatte: "So zahlreich werden deine Nachkommen sein." Er wurde im Glauben nicht unsicher – auch dann nicht, als er bedachte, dass er kaum noch Vater werden konnte. Er war ja fast einhundert Jahre alt. Und auch Sara konnte nicht mehr Mutter werden. Aber er stellte das Versprechen Gottes nicht ungläubig in Frage.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Beispiel Abrahams zeigt: Hoffnung kann zur Gewissheit werden, wenn Gott die Erfüllung der Hoffnung versprochen hat. Diese Gewissheit gibt es sogar dann, wenn es nach menschlichem Ermessen keinen Grund zur Hoffnung mehr gibt.</div><div><br></div><div>Dass Gott aber einem einzelnen Menschen so deutlich wie bei Abraham zu erkennen gibt, dass seine Hoffnung sich erfüllen wird, ist nicht die Regel. Dann ist es sinnvoll, dass wir uns auf die biblischen Verheißungen stützen.</div><div><br></div><div>Darauf stützt sich auch Paulus, wenn er von einer Hoffnung schreibt, deren Erfüllung gewiss ist (Röm 5,2): Es ist die Hoffnung auf das herrliche ewige Leben bei Gott, das den Glaubenden nach ihrem irdischen Leben geschenkt werden wird. Dieses Lebens können wir nach Paulus deshalb gewiss sein, weil allen Glaubenden durch Jesus Christus der Zutritt zu diesem Leben versprochen ist.</div><div><br></div><div>Der Zutritt zu diesem Leben gründet nämlich nicht in uns, sondern allein in der zuverlässigen, erlösenden Tat Jesu Christi: Durch sein Leiden und Sterben, das er aus Liebe zu uns auf sich genommen und so Gottes unauslöschliche Liebe zu uns offenbart hat, hat Jesus Christus uns das Tor zum ewigen Leben geöffnet.</div><div><br></div><div>Das ist eine Hoffnung, deren Erfüllung gewiss ist, weil sie uns in der Bibel zugesagt ist. Bei Hoffnungen, deren Erfüllung nicht verheißen ist, können wir uns nicht so sicher sein.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wir können auch in scheinbar aussichtslosen Situationen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">auf Gott hoffen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Viele Menschen haben heute Sorgen wegen des Klimawandels. Er wird großes Leid mit sich bringen, vor allem auch für die Menschen in den armen Ländern dieser Welt. Alle Prognosen sprechen dafür, dass der Klimawandel schwerwiegende Folgen haben wird. Und obwohl die Weltgemeinschaft ihn gerade nicht mehr so ernst nimmt, können wir dafür beten, dass es nicht allzu schlimm wird. Denn weltliche Prognosen zählen bei Gott nicht.</div><div><br></div><div>Vom Klimawandel steht in der Bibel nichts. Es gibt aber biblische Geschichten, die davon erzählen, dass Gott durch einzelne Menschen Gutes in der Welt wirkt. Und er hat nach der Sintflut zugesagt, dass Saat und Ernte, Sommer und Winter nicht aufhören werden, solange es die Erde gibt (1Mo/Gen 8,22). Das Leben auf der Erde soll also weitergehen. Und Gott kann uns immer noch Wege finden lassen, die die Folgen des Klimawandels abschwächen, Wege, an die heute noch niemand denkt. Das zu hoffen ist eine Hoffnung, für die es eigentlich keinen Grund gibt – wie bei Abrahams Kinderwunsch.</div><div><br></div><div>Vielen Menschen macht auch der Ukrainekrieg gerade Angst. Das ist verständlich. Und doch kann Gott dafür sorgen, dass der Krieg endet, und die Welt davor bewahren, dass er sich ausweitet. Denn Gott kann die kriegswilligen Menschen noch zur Vernunft bringt. Und manchmal reicht für große Veränderungen schon ein einziger Mensch aus, den Gott zur Vernunft bringt. Wie im Kalten Krieg zum Beispiel Willy Brandt, der die Entspannungspolitik begonnen hat.</div><div><br></div><div>Oder wie der russische Oberstleutnant Stanislaw Petrow: Der hatte im Jahr 1983 Dienst in der russischen Satellitenüberwachung. Als diese einen Angriff der USA mit Atomraketen anzeigte, ging er von einem falschen Alarm aus und meldete den Vorfall einfach nicht an die russische Führung weiter. Hätte er das getan, dann wären auch die russischen Atomraketen in Richtung USA gestartet worden. Man kann auch an Michail Gorbatschow denken, dessen Politik 1989 den Kalten Krieg beendete und die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglichte. Damit hatte viele Jahrzehnte lang niemand gerechnet.</div><div><br></div><div>Ich glaube, dass Gott diesen Menschen und vielen anderen seinen Geist des Friedens und des Lebens geschenkt hat, um die Welt vor Unheil zu bewahren. Auf den endgültigen und ungetrübten Frieden im Reich Gottes gehen wir zu. Wir werden ihn nicht schaffen. Aber wir sollen uns schon jetzt, so gut es geht, ihm annähern.</div><div><br></div><div>Wir können dabei auch in scheinbar aussichtslosen Situationen auf Gott hoffen. Er hat verheißen, unsere Gebete zu erhören. Dennoch wird er unsere Hoffnungen nicht immer erfüllen. Aber auch wenn er es nicht tut, hört die Hoffnung nicht auf.</div><div><br></div><div>Denn auch wenn der Tod nach uns greift oder die ganze Welt zerstört wird, bleibt die christliche Hoffnung auf das ewige Leben. Oder anders ausgedrückt: Wer Gott vertraut, kann gewiss sein, dass es ein gutes Ende mit ihm nehmen wird. Diese Hoffnung hat Bestand, auch wenn alle anderen Hoffnungen uns zwischen den Fingern zerrinnen.</div><div><br></div><div>Darum gibt es für Christinnen und Christen keine noch so schwere Lebenslage, in der sie ohne Hoffnung wären.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweis</span>:</span></div><div><span class="fs11lh1-5">Die Übersetzung von Röm 4,18-20a ist der BasisBibel entnommen – mit zwei kleinen Änderungen.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 26 Nov 2025 08:33:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die neue Friedensdenkschrift der EKD - Analyse und Kritik]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000028E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die neue Friedensdenkschrift der EKD – Analyse und Kritik</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Die Evangelische Kirche im Taumel zwischen Friedens- und Sicherheitslogik</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/11/2025</span></div><div><br></div><div>Am Montag, dem 10. November 2025, legte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihre neue Friedensdenkschrift mit dem Titel "Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick" vor. Sie hatte es nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 für nötig befunden, ihre Friedensethik zu überdenken. Das Ergebnis dieser Denkaufgabe liegt nun vor.</div><div><br></div><div>Beim Lesen entsteht ein verwirrender Eindruck: Man liest viel Richtiges, dem man gern zustimmt, und ist dann überrascht, plötzlich das scheinbar Gegenteilige zu lesen. Wie ist das gemeint? Zwei Schritte vor und dann wieder zurück? Solch verwirrende Argumentation macht das Lesen mühsam, zumal die Denkschrift meist im Abstrakten bleibt und sich nicht ausdrücklich auf den Ukrainekrieg bezieht, der doch ihr Anlass war.</div><div><br></div><div>Im Rahmen eines Blogbeitrags können nicht alle Aspekte der Friedensethik, die in der Denkschrift angesprochen werden, dargestellt und diskutiert werden. Ich werde deshalb versuchen, die Hauptgedanken der Denkschrift darzustellen und sie zum besseren Verständnis auf den Ukrainekrieg zu beziehen.</div><div><br></div><div>Ich zitiere die Denkschrift meist mit nummerierten Absätzen, aber auch mit Seitenzahlen, da die Absätze nur in den Hauptteilen der Denkschrift (ab Seite 23) nummeriert sind. Wenn Seitenzahlen gemeint sind, wird dies angegeben. Alle anderen Zahlen beziehen sich auf Absätze.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Die biblisch-theologische Begründung der EKD-Friedensethik</div><div><br></div><div>Nach einer zehnseitigen Einleitung widmet sich die Denkschrift im ersten Hauptteil dem Leitbegriff des "Gerechten Friedens". Damit knüpft die Ausarbeitung an die vorangehenden EKD-Denkschriften an, schreibt den Begriff jedoch nun durchgehend groß, vermutlich weil sie ihn als feststehenden Terminus der Friedensethik installieren will.</div><div><br></div><div>Zunächst soll wohl so etwas wie eine theologische Begründung für das Verständnis dieses Leitbegriffs gegeben werden. Im Vergleich zur Friedensdenkschrift von 2007 fällt auf, dass der biblisch-theologische Teil relativ dürftig ausgestattet ist.</div><div><br></div><div>Programmatisch wird festgestellt: "Evangelische Friedensethik setzt auf den Primat des Gewaltverzichts". Das bedeute konkret den ethischen Vorrang ziviler (= gewaltfreier) Konfliktbearbeitung und eines versöhnenden Handelns vor der Anwendung von Gewalt. Von Jesu Botschaft des Gewaltverzichts her müssten die anderen Bibeltexte interpretiert werden (3; 182). Zur Begründung wird kurz auf die Bergpredigt verwiesen, auf das Leitbild der Nächsten- und Feindesliebe sowie auf die christliche Überzeugung, jeder Mensch sei ein gleichberechtigtes Geschöpf Gottes (4).</div><div><br></div><div>Diese fundamentale Aussage wurde schon in der Einleitung so zusammengefasst (Seite 20):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">1. Jesus Christus hat den vollständigen Verzicht auf Gewalt gelehrt. 2. Sein Gebot der Nächsten- und Feindesliebe ist unser ethisches Leitbild. 3. Jeder Mensch ist ein gleichberechtigtes Geschöpf Gottes. 4. Wir leben in einer unerlösten Welt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der vierte Punkt wird dann ausführlich in mehreren Absätzen über die "Unzulänglichkeit und Abgründigkeit der Welt" und die Sündhaftigkeit des Menschen ausgeführt (7). Es wird darauf hingewiesen, dass die biblischen Friedensverheißungen auf das jenseitige Reich Gottes abzielen, der umfassende und vollkommene Friede also irdisch nicht erreichbar ist. Zwar böten diese Verheißungen für das irdische Handeln von Christinnen und Christen Orientierung (5), aber nur im Bewusstsein der eigenen Begrenztheit, die zu einer Haltung der Selbstbeschränkung und Demut führe (6).</div><div><br></div><div>Nach der starken Betonung der Verfallenheit der Welt an die Sünde wird wiederum an den Friedens- und Versöhnungsauftrag der Christinnen und Christen erinnert (11), und zwar in dem Sinne, dass "die Überwindung von Feindschaft und Hass" durch eine Rechtsordnung gewährleistet werden müsse, die menschliche Gewalt "einhegt und dazu notfalls auch auf Zwangsmaßnahmen zurückgreift". Denn das Leitbild des Gerechten Friedens umfasse "gerechte Entfaltungsmöglichkeiten für alle" und das "Wohlergehen aller" (12).</div><div><br></div><div>Hier deutet sich ein umfassender Friedensbegriff an, der in der Einleitung so beschrieben wird (Seite 13):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gerechter Friede entsteht erst dort, wo neben der Waffenruhe auch Freiheit, Gerechtigkeitsperspektiven und ein friedensfördernder Umgang mit Pluralität aufscheinen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Schützenswerte Güter sind demnach neben dem Leben auch die Freiheit, die Gerechtigkeit und die lebensfördernde Pluralität. Der Schutz des Lebens gilt dabei als "grundlegendes Gut" (S. 19). Was die Denkschrift als "Zwangsmaßnahmen" bezeichnet, sind gewaltsame Maßnahmen, die durch die Rechtsordnung zugelassen werden.</div><div><br></div><div>Nachdem zuerst der biblische Primat des Gewaltverzichts betont wurde, wird also nun die Notwendigkeit gewaltsamer Maßnahmen akzentuiert. Wie ist das miteinander in Einklang zu bringen? Die EKD ist offenbar der Auffassung, dass der Primat des Gewaltverzichts in der der Sünde verfallenen Welt nicht durchsetzbar sei. Deshalb wird auch hervorgehoben (Seite 6):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Diese Neubearbeitung der friedensethischen Grundorientierung der EKD stellt sich der Herausforderung, das biblisch-theologische Zeugnis mit gegenwärtigen Erfahrungen und der interdisziplinären friedensethischen Expertise in Zusammenhang zu bringen. Dabei gewinnt der Text seine maßgeblichen Orientierungspunkte aus dem biblischen Zeugnis [...] und steht zugleich in der kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Perspektiven.</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Das biblische Zeugnis ist zwar maßgeblicher Orientierungspunkt der ethischen Besinnung. Diese muss aber daraufhin untersucht werden, ob sie gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Perspektiven standhält. Deshalb wird der Begriff des "Gerechten Friedens" neu gefüllt (Seite 8f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">So werden neben der Betonung der bleibenden prinzipiellen Orientierung evangelischer Friedensethik an Jesu Predigt der Gewaltfreiheit zugleich die vier Dimensionen neu profiliert, die in ihrem Zusammenspiel den Gerechten Frieden auszeichnen: Nun ist von dem Schutz vor Gewalt, der Förderung von Freiheit, dem Abbau von Ungleichheiten sowie dem friedensfördernden Umgang mit Pluralität die Rede. [...] Neu akzentuiert werden außerdem u.a. das Zusammendenken von Friedensethik und Sicherheitspolitik [...] Im Hintergrund dieser Akzentsetzungen steht das Bemühen, grundlegende normative Maßstäbe und konkrete politische Herausforderungen aufeinander zu beziehen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Was hier ausgedrückt wird, hat durchaus sein Recht. Denn evangelische Friedensethik wird nicht im luftleeren Raum entwickelt, sondern in den konkreten Geschehnissen der Weltgeschichte. Sie nimmt das Weltgeschehen zur Kenntnis, um nicht an ihm vorbei eine Ideologie zu entwickeln, sondern sich an ihm zu bewähren.</div><div><br></div><div>Das bedeutet aber nicht, dass die Friedensethik sich ihre Normen von weltgeschichtlichen Ereignissen und den in ihnen sich vollziehenden Logiken vorgeben lässt. Genau das geschieht aber unter der Hand in der Denkschrift. Hier muss theologische Kritik einsetzen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Kritik an der wechselseitigen Abhängigkeit von Friedens- und Sicherheitslogik</div><div><br></div><div>Die Denkschrift versteht die Beziehung zwischen christlicher Friedensethik und Weltgeschehen als ein Verhältnis wechselseitiger Bedingtheiten und Abhängigkeiten. Obwohl behauptet wird, die Ethik gewinne ihre Normen ausschließlich aus dem biblischen Zeugnis, werden diese Normen auch begründet in den Herausforderungen gegenwärtiger (politischer) Erfahrungen und den schützenswerten Gütern Leben, Freiheit, Gerechtigkeit und lebens- bzw. friedensfördernder Pluralität. Nur darum können auch Friedensethik und Sicherheitspolitik zusammengedacht werden.</div><div><br></div><div>Nun sind aber theologische Friedensethik und politisches Sicherheitsdenken nicht harmonisch miteinander zu vereinen, so als existierten in der Sicherheitspolitik dieselben Maßstäbe und Logiken wie in der christlichen Ethik. Die EKD vertritt aber offenbar genau diese These, wenn sie behauptet, Friedenslogik und Sicherheitslogik bedingten einander wechselseitig (Seite 13; Absatz 62):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Verteidigungsfähigkeit als Teil einer umfassenden Sicherheitspolitik erhält ihre Berechtigung, ihr Ziel und auch ihre Grenze aus der Friedenslogik. Umgekehrt kann die Friedenslogik nur dort Raum gewinnen, wo die Sicherheitslogik Bedingungen dafür schafft.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Friedenstauglichkeit und -tüchtigkeit können und sollen das Handeln von Christinnen und Christen sowie der Gesellschaft bestimmen, in dem Wissen, dass zu dieser Friedenstauglichkeit und -tüchtigkeit auch die Fähigkeit zur Selbstverteidigung sowie all diejenigen Kapazitäten gehören müssen, die einen möglichen Aggressor von seinen Plänen abhalten können. Friedenslogik und Sicherheitslogik dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Vom angeblichen Primat des Gewaltverzichts bleibt in dieser Argumentation nichts mehr übrig. Denn wenn die Friedenslogik und damit der Gewaltverzicht durch die Sicherheitslogik bedingt wird, verliert der Gewaltverzicht seinen Primat.</div><div><br></div><div>Der Versuch der Harmonisierung von biblischer Friedenslogik und weltlicher Sicherheitslogik erinnert stark an die liberale Theologie des 19. Jahrhunderts, die christlichen Glauben und weltliche Kultur als ein harmonisches Miteinander verstand. Der Erste Weltkrieg hatte dieser Theologie das Ende bereitet. Braucht es wieder einen Weltkrieg, um uns die Unvereinbarkeit beider Größen glaubhaft zu machen?</div><div><br></div><div>Es war und ist ein ethisches Abenteuer, biblische Ethik und weltliche Ethik in Harmonie miteinander zu setzen. Wer das tut, hat die biblische Ethik schon aufgegeben. Denn die Ethik Jesu hat eine andere Grundlage als die weltliche Ethik. Ihre Grundlage ist die unwiderrufliche Liebe Gottes zum Menschen und das Vertrauen der Glaubenden auf diese Liebe.</div><div><br></div><div>Wenn es wirklich ernst gemeint ist, dass in der christlichen Ethik der Primat des Gewaltverzichts gilt, dann muss dieser Primat die Richtung für das christliche Friedenshandeln auf allen Ebenen vorgeben. Sicherheitspolitik und Verteidigungsfähigkeit müssen dann vom Primat des Gewaltverzichts geprägt sein.</div><div><br></div><div>Das bedeutet konkret, dass die Sicherheitspolitik nach Wegen des Gewaltverzichts zu suchen hat, und zwar schon, bevor der Krieg beginnt. Es bedeutet auch, dass jeder Krieg von umfassender Dialogbereitschaft, Diplomatie und Kompromissbereitschaft begleitet sein muss. Tatsächlich fordert die Denkschrift auch Dialog ein (6), jedoch ohne Konsequenzen für die Ethik. Denn zum Dialog gehört auch die Bereitschaft, um des Friedens und Lebensschutzes willen eigene nationale Interessen zurückzustellen, Gebietsabtretungen nicht auszuschließen und beständig auf eine Deeskalation des Konflikts und ein Ende des Krieges hinzuarbeiten <span class="fs14lh1-5">‒ auch, wenn dazu schwer zu ertragende Kompromisse nötig sind</span><span class="fs14lh1-5">.</span></div> 	 	 	<style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5">Nur so gibt es überzeugende Nachfolge Jesu, der sein eigenes Lebensinteresse zugunsten des Lebens seiner Verfolger hingegeben und so Gottes Liebe zu den Sündern gelebt hat.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Kritik an der Verharmlosung des Kriegsgrauens</div><div><br></div><div>Die Sprache der Denkschrift verharmlost Krieg und Gewalt, wenn sie davon spricht, dass Gewalt durch "Zwangsmaßnahmen" "eingehegt" werden soll. Das erinnert sprachlich an einen Verbrecher, der durch polizeiliche Zwangsmaßnahmen festgenommen und – wie Tiere im Gehege – festgehalten wird.</div><div><br></div><div>Auch das Reden von "gewaltbewehrten Maßnahmen" (19) und einer "zwangsbewehrten Rechtsordnung" (151) verharmlost das, was im Krieg geschieht. "Gewaltbewehrte Maßnahmen" sind keine Maßnahmen staatsanwaltlichen Zwangs, sondern zielen auf das massenhafte Töten und Verstümmeln von Menschen. Und eine "zwangsbewehrte Rechtsordnung" ist im Krieg nicht das Strafgesetzbuch, sondern das Völkerrecht, an das sich im Krieg niemand gebunden fühlt und das auch permanent übertreten wird, wie gerade die jüngsten Kriege zeigen.</div><div><br></div><div>Mit einer solchen Sprache wird das millionenfache Leid des Krieges nicht ernst genommen. Man sage einmal den Hinterbliebenen eines gefallenen russischen Soldaten, sein Tod sei eine "gewaltbewehrte Maßnahme" im Sinne der "zwangsbewehrten Rechtsordnung" gewesen. Empathie und Mitleid mit den unter Krieg Leidenden klingen anders.</div><div><br></div><div>Vielleicht muss an dieser Stelle einmal daran erinnert werden, dass inzwischen eine Million russische und einige Hunderttausend ukrainische Soldaten gefallen sind. Ihr Tod betrifft aber nicht nur sie, sondern auch ihre Eltern, Großeltern, Geschwister, Ehefrauen, Kinder und Freunde. Hinzu kommen wahrscheinlich weit mehr Schwerverletzte mit bleibenden Schäden, Verkrüppelte sowie Traumatisierte, die ihr Trauma an ihre Kinder und Kindeskinder weitergeben, wie wir es aus den Kriegsfamilien des Zweiten Weltkriegs kennen. Diese und andere zählen zu den Opfern der Kriegsgewalt, die man beschönigt, wenn man sie als "gewaltbewehrte Maßnahme" bezeichnet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Kritik an der Überbetonung menschlicher Schuldverstrickung</div><div><br></div><div>Einerseits wird in der Denkschrift die menschliche Schuldverstrickung sprachlich verharmlost, andererseits wird sie überbetont. Denn der Text schenkt der "Unzulänglichkeit und Abgründigkeit der Welt" (7) fast doppelt so viel Aufmerksamkeit wie der Ethik Jesu und dem Gewaltverzicht (3,5 gegenüber 2 Seiten, Absätze 6-10 gegenüber 3-5). Das ist keine Erbsenzählerei, sondern der Hinweis auf einen theologischen Mangel.</div><div><br></div><div>Denn wer sich zu intensiv der Sünde und dem Bösen zuwendet, gibt ihm theologisch zu viel Raum und wird schließlich von ihm bestimmt. Christen glauben aber nicht an die Abgründigkeit der Welt, sondern an die Frohe Botschaft von ihrer Überwindung durch die Kraft Gottes. Karl Barth hat der Verlorenheit und Unzulänglichkeit der Welt deshalb nur einen "kurzen, scharfen Blick" gegönnt, um sich dann wieder der Hauptsache, der Erlösungsbotschaft, zuzuwenden.</div><div><br></div><div>Die Denkschrift spricht an einer Stelle ausdrücklich von "Jesus Christus als dem 'neuen Menschen'", der dazu anleitet, sich für Gerechtigkeit einzusetzen (123). Doch dieser Blick auf den "neuen Menschen" ist schnell vergessen, wenn wir übermäßig lange auf den "alten Menschen" schauen. Denn dann entgleitet uns das Bild des "neuen Menschen" und der Wirksamkeit der Kraft Gottes, und wir landen in einer Sphäre der Vergeblichkeit und Resignation, in der als Rettungsanker nur die Gewalt bleibt. In der Denkschrift gewinnt die Sorge angesichts irdischer Bedrohungen ein Übergewicht über das Vertrauen auf Gottes Frieden schaffendes Wirken.</div><div><br></div><div>Es ist die Strategie des Bösen, sich aufzublähen und in den Vordergrund zu rücken, damit wir an die Macht des Guten nicht mehr glauben können. Dem können wir entgehen, indem wir uns auf Jesus Christus konzentrieren, der dem Bösen die Macht genommen hat (Lk 10,18) und dessen Friede höher ist als alle besorgte Vernunft (Phil 4,7).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Kritik an fehlenden politischen Konkretionen</div><div><br></div><div>Wie schon festgestellt, muss christliche Friedensethik das Weltgeschehen zur Kenntnis nehmen, um sich an ihm zu bewähren und nicht in ideologische Weltfremdheit zu verfallen (siehe Kapitel 1). Die Denkschrift erhebt deshalb zu Recht den Anspruch,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das biblisch-theologische Zeugnis mit gegenwärtigen Erfahrungen und der interdisziplinären friedensethischen Expertise in Zusammenhang zu bringen. (Seite 6)</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Im Hintergrund [...] steht das Bemühen, grundlegende normative Maßstäbe und konkrete politische Herausforderungen aufeinander zu beziehen. (Seite 8f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Leider werden <span class="fs14lh1-5">in der Denkschrift </span><span class="fs14lh1-5">aber weder gegenwärtige politische Erfahrungen und Herausforderungen im Ukrainekrieg noch friedensethische Expertisen in die Überlegungen eingebracht, obwohl der Beginn des Ukrainekriegs der entscheidende Anlass für die Ausarbeitung der Denkschrift war (Seite 6f).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ich werde deshalb im Folgenden einige gegenwärtige politische Erfahrungen und Herausforderungen benennen und zitiere dabei aus dem Buch "Krieg oder Frieden – Deutschland vor der Entscheidung", das ein längeres Gespräch zwischen Klaus von Donanyi und Brigadegeneral a.D. Erich Vad wiedergibt.</span></div><div><br></div><div>Jeder Krieg hat eine Vorgeschichte, die bei der Entwicklung einer ethischen Urteilsbildung berücksichtigt werden muss. Dazu Erich Vad und Klaus von Donanyi:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Kriege brechen nicht einfach aus. Sie haben ihre Vorgeschichte, ihre politischen Voraussetzungen. Kriege werden gemacht, geplant, vorbereitet. (Seite 20)</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es lässt sich ein Krieg nur verhindern, wenn man erstens die Ursachen erkennt und dann über diese möglichen Ursachen auch entsprechende Verhandlungen zustande bringt. (Seite 30)</span></i></span></div><div><br></div><div>Erich Vad berichtet angesichts der NATO-Verschiebung nach Osten und der vor dem Krieg vertretenen Absicht, die Ukraine in die NATO aufzunehmen, über ein Gespräch mit amerikanischen Freunden:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich habe gesagt: Stellt euch mal vor, in Mexiko würde eine neue Regierung an die Macht kommen, die gern Mitglied der Eurasischen Union von Putin werden möchte und die würde sich dann einigen mit den Russen über Militärstützpunkte und über Raketenstellungen am Rio Grande, und sie würden im Lande gemeinsame Militärmanöver mit den Russen durchführen und im Golf von Mexiko (jetzt heißt er ja Golf von Amerika) Seemanöver veranstalten, zusammen mit den Chinesen und anderen BRICS-Staaten. Stellt euch mal vor, was würde die USA in einer solchen Situation wohl machen? Und der amerikanische Freund sagte prompt, da würden wir, das heißt die USA, sofort einmarschieren. (Seite 30f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Es geht also auch friedensethisch darum, die Ursachen des Ukrainekriegs zu verstehen. Wenn die Denkschrift "friedensfördernden Umgang mit Pluralität" versteht "als eine Freiheit in Beziehungen, die mitdenkt, was Einzelne für die Verwirklichung ihrer Ziele brauchen" (31), dann muss das auch den Versuch einschließen, die Beweggründe der russischen Führung für den Angriff auf die Ukraine zu verstehen, gedanklich nachzuvollziehen, mitzudenken.</div><div><br></div><div>Dass Verstehen nicht mit Rechtfertigen gleichzusetzen ist, sei hier ausdrücklich betont. Verstehen kann aber den Blick auf eigene Mitschuld am Krieg richten. Wenn dieser Blick politisch und medial weitgehend ausfällt, wäre es Aufgabe der Evangelischen Kirche, gerade diese Leerstelle um der Wahrheit ethischer Willensbildung willen zu füllen.</div><div><br></div><div>Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Auswirkungen eines europäischen Krieges für Deutschland. Wenn man einen solchen Krieg in Erwägung zieht oder in Kauf nimmt, muss man dessen Folgen bedenken. Hierzu Erich Vad:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jeder europäische Krieg macht Deutschland zum Schlachtfeld. Wir sind das Aufmarschgebiet der NATO, die logistische Drehscheibe der NATO. Wir haben die amerikanischen Hauptquartiere und Militärbasen in Deutschland, aus denen die USA ihre Kriege, auch den Ukrainekrieg, führen [gemeint ist offensichtlich die Lieferung der Zieldaten für das ukrainische Militär durch die USA]. [...] Es wird gar nicht diskutiert, was ein europäischer Krieg bedeutet und dass es deswegen auf jeden Fall drauf ankommen muss, einen Krieg zu verhindern aus der deutschen Interessenlage heraus. Krieg ist keine Option für Deutschland aufgrund dieser Dinge. Wir haben in der über 75-jährigen Geschichte der NATO immer militärische Abschreckung mit Dialog und Interessenausgleich verbunden. (Seite 26f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Zuletzt bleibt die Frage offen, wie Europa eigentlich aus der militärischen Verbrüderung mit der Ukraine herauskommen will, was also als Ziel der Unterstützung der Ukraine betrachtet wird. Dazu nochmals Erich Vad:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nicht nur, wenn man Kriege führt, auch, wenn man aus Kriegen rauskommen will, braucht man dazu ein politisches Konzept. Dazu gehört die Beantwortung der Frage: Was ist der gewünschte "end state" des Krieges? Wie soll der Zustand nach dem Krieg aussehen und was will man mit dem Krieg, auch mit Waffenlieferungen, mit der Kriegführung insgesamt erreichen? Sind die politischen Ziele, die man mit einem Krieg erreichen will, realistisch? All diese Fragen haben wir uns in der Ukraine-Debatte überhaupt nicht gestellt. Wir haben nur die Frage aufgeworfen, wie viele Waffen wollen die Ukrainer, und das war's! [...] Und wenn man politische Ziele geäußert hat, waren sie unrealistisch, also zum Beispiel die Rückeroberung des Donbass und der Krim oder ein militärischer Sieg über die Nuklearmacht Russland. (Seite 20f)</span></i></span></div><div><br></div><div>All die damit angedeuteten Probleme – Vorgeschichte und Ursachen des Ukrainekriegs, seine Gefahren für Deutschland und die Ziele seiner Fortführung – werden in der Denkschrift nicht zur Kenntnis genommen und infolgedessen auch nicht diskutiert. Stattdessen wird ein "Schutz vor Gewalt" durch Gewalt proklamiert sowie ein Verteidigungskrieg und eine Atombewaffnung einfach befürwortet.</div><div><br></div><div>Das ist politisch und ethisch fahrlässig, weil mögliche Schuldverstrickungen, fehlende Diplomatie und die Frage, wer und was durch Gewalt eigentlich geschützt wird, ausgeblendet werden. Und das, obwohl die Denkschrift für sich in Anspruch nimmt, "komplexe politische Lagen in ihren Ambivalenzen" ernst zu nehmen (Seite 18). Eine hoher Anspruch, der leider nicht erfüllt wird.</div><div><br></div><div>Im Zusammenhang mit Wirtschaftssanktionen fordert die Denkschrift ausdrücklich "die sorgfältige Abwägung zwischen dem erwartbaren Nutzen und den möglichen Schäden" ein (54). Das kann doch nicht nur für Wirtschaftssanktionen gelten. Das sogenannte "Überlegungsgleichgewicht" beruht vielmehr darauf,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dass moralische Überzeugungen, Prinzipien und konkrete Einschätzungen so lange gegeneinander geprüft und angepasst werden, bis ein reflektiertes und kohärentes Urteil entsteht. (54)</span></i></span></div><div><br></div><div>Gerade dies geschieht in der Denkschrift nicht, weil sie die angesprochenen "komplexen politische Lagen in ihren Ambivalenzen" entgegen ihrem eigenen Anspruch gar nicht diskutiert.</div><div><br></div><div>Einige weitere Punkte können kurz abgehandelt werden.	</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Waffenstillstandsverhandlungen</div><div><br></div><div>Die Denkschrift behauptet, dass</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Verhandlungen nur dann ethisch vertretbar sind, wenn sie sich innerhalb des internationalen Rechts bewegen, das heißt dem Schutz der territorialen Unversehrtheit und Selbstbestimmung dienen. (77)</span></i></span></div><div><br></div><div>Das bedeutet, dass Gebietsabtretungen und Einschränkungen der Selbstbestimmung unverhandelbar sind, weil sie dem internationalen Recht widersprechen. Daraus folgt, dass so lange keine Verhandlungen stattfinden können und der Krieg fortgesetzt werden muss, wie Gebietsabtretungen und Einschränkungen der Selbstbestimmung im Raum stehen.</div><div><br></div><div>Hier zeigt sich deutlich, wie sehr internationales Recht und eine auf dem Reden und Handeln Jesu beruhende Ethik auseinanderklaffen. Denn gerade Jesu Reden und Handeln zeigt überdeutlich, dass um des Nächsten und des Feindes willen eigene Interessen zurückgestellt werden müssen. Dieser zentrale Gedanke der Ethik Jesu taucht in der Denkschrift nicht auf.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Freiheit</div><div><br></div><div>Zum Thema Freiheit stellt die Denkschrift fest (34):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Förderung von Freiheit lässt sich auf internationaler Ebene verstehen als Schutz und Förderung der basalen Freiheitsrechte eines jeden Menschen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dabei wird Freiheit folgendermaßen unterschieden:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die negative Freiheit als Schutz vor unzulässiger Einmischung in das persönliche Leben und die positive Freiheit als Fähigkeit und Möglichkeit, das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten. (24)</span></i></span></div><div><br></div><div>Förderung der so verstandenen Freiheit gilt der Denkschrift als "Teil des Gerechten Friedens" (24). Dabei wird ein politischer und sozialer Freiheitsbegriff zugrunde gelegt. Die Folge ist, dass immer dann, wenn die so verstandene Freiheit eingeschränkt zu werden droht, ein Krieg zu ihrer Verteidigung notwendig ist.</div><div><br></div><div>Es gibt aber auch einen anders zu verstehenden biblisch-theologischen Freiheitsbegriff. Freiheit besteht biblisch-theologisch in einem Leben, das auf die unverlierbare Liebe Gottes und die Zusage eines ewigen Lebens in der Gemeinschaft mit Gott vertraut. Diese eigentliche Freiheit befreit auch davon, jeder Einschränkung staatlicher oder persönlicher Freiheit mit Gewalt widerstehen zu müssen. Und sie befreit dazu, sich auch unter Einschränkungen eigener Freiheit dem Nächsten und dem Feind zuzuwenden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">8. Feindesliebe</div><div><br></div><div>Die Denkschrift behandelt das Thema Feindesliebe folgendermaßen (13):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In bestimmten Fällen stehen das Tötungsverbot des 5. Gebots, das die Bergpredigt mit dem Gebot der Liebe auch gegenüber den "Feinden" radikalisiert (Matthäus 5,44), und das Schutzgebot gegenüber den Nächsten, das sich in der Herrschaft des Gesetzes ausdrückt, in Widerstreit. Denn das Schutzgebot kann es erforderlich machen, denjenigen notfalls auch unter Androhung und Anwendung von Gewalt Einhalt zu gebieten, die das Leben, die Freiheit oder das Hab und Gut der Mitmenschen bedrohen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Tatsächlich kann das Gebot der Feindesliebe dem Gebot, das Leben des Nächsten zu schützen, widerstreiten. Die Denkschrift setzt offenbar voraus, dass dies im Ukrainekrieg so ist und dass der Schutz des Lebens hier Vorrang gegenüber der Feindesliebe hat. Man wird aber fragen müssen, ob durch den Krieg wirklich Leben geschützt wird.</div><div><br></div><div>Wie bereits ausgeführt, sind inzwischen Hunderttausende ukrainischer Soldaten im Krieg gefallen und ist millionenfaches Leid entstanden. Leben wird auch vernichtet, wenn Lebensmöglichkeiten geraubt und seelische Leiden hervorgerufen werden und wenn Kindern die Zukunft genommen wird. Die Folgen dieses Krieges werden über Generationen hin zu spüren sein. Es ist also äußerst fraglich, ob durch diesen Krieg – allein auf ukrainischer Seite – mehr Leben geschützt als vernichtet wird. Jedenfalls sollte eine Friedensethik nicht einfach von Lebensschutz durch Krieg ausgehen, sondern zumindest versuchen, zuvor ein "Überlegungsgleichgewicht“ herzustellen.</div><div><br></div><div>Darüber hinaus ist es naiv zu glauben, dass die europäische Unterstützung der Ukraine aufgrund von "Schutz- und Beistandspflichten gegenüber dem Nächsten" erfolgt. Europa steht der Ukraine nicht aus Mitleid bei, sondern aus nationalen Interessen. In der Ukraine wird ein Stellvertreterkrieg geführt, der angeblich dem Schutz Europas vor einer russischen Invasion dienen soll. Doch dass diese bevorsteht, ist bei unvoreingenommenem Blick auf die militärischen Schwierigkeiten Russlands in der Ukraine kaum anzunehmen.</div><div><br></div><div>Dazu noch einmal Erich Vad (Seite 45):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn man sich das langsame Tempo des russischen Vormarsches im Donbass anschaut, bräuchten die Russen Jahre, bis sie am Rhein stünden, mal abgesehen von der überlegenen Kampfkraft der NATO – auch ohne die USA.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">9. Ultima ratio</div><div><br></div><div>Die Denkschrift stellt fest (Seite 19f):</div><div><br></div><div><span class="cf1">Rechtserhaltende Gewalt ist an sehr strenge Bedingungen gebunden. Sie darf nur als "ultima ratio" angewendet werden, also dann, wenn alle gewaltfreien Mittel erschöpft sind. Sie muss darüber hinaus verhältnismäßig und mit friedenssichernder Absicht erfolgen. Die ethische Figur "rechtserhaltender Gewalt" grenzt sich damit sowohl vom Pazifismus im Sinne absoluten Gewaltverzichts ab als auch von einer Legitimierung militärischer Gewalt als Regelinstrument. Christlicher Pazifismus ist als allgemeine politische Theorie ethisch nicht zu begründen.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1">Bewaffnete Gewalt ist der äußerste Fall und Ausnahmezustand. (62)</span></div><div><br></div><div>Die EKD scheint davon auszugehen, dass dieser äußerste Fall und Ausnahmezustand in der Ukraine eingetreten ist – also der Fall, in dem "alle gewaltfreien Mittel erschöpft" waren. Das ist eine politische Einschätzung, die viele Menschen nicht teilen. Weder sind vor und unmittelbar nach dem Angriff Russlands alle Gesprächsmöglichkeiten ausgeschöpft worden, auch wenn das medial verbreitete Narrativ darin besteht, dass der Westen doch alles versucht hätte, Russland aber nicht von seinem Angriff abzubringen war. Noch sind während des Krieges – außer von Seiten der USA – diplomatische Gespräche geführt worden, die Russland etwas "angeboten" haben, was zu einem Waffenstillstand hätte beitragen können.</div><div><br></div><div>Ob im Fall des Ukrainekriegs "alle gewaltfreien Mittel erschöpft" waren, wird in der Denkschrift nicht eigens erörtert, sondern offensichtlich vorausgesetzt – auch wenn vom Ukrainekrieg nur selten die Rede ist. Aber, wie gesagt, dieser Krieg war ja Anlass zur Ausarbeitung der Denkschrift.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">10. Pazifismus</div><div><br></div><div>Die Denkschrift äußert sich folgendermaßen zum Pazifismus:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Am Pazifismus orientierte Initiativen wirken als politische Impulsgeber, die den Frieden als maßgebliches Leitbild für staatliches Handeln wachhalten, und sind zugleich Ausdruck gelebter Frömmigkeit. (14)</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Haltung kategorischer Gewaltfreiheit hält die christliche Hoffnung auf das Kommen von Gottes Reich als einem Reich des Friedens präsent und lässt sich so als eine Zeichenhandlung verstehen. (16)</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Bei der Abwehr gegen eine Besatzungsmacht und insbesondere bei der Verteidigung von Staatsgrenzen, sind die Erfolgsaussichten gewaltfreien Widerstandes jedoch empirisch kaum zu belegen. (17)</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Die EKD erkennt pazifistische Positionen insofern an, als sie an Gewaltfreiheit als Leitbild und an das jenseitige Reich Gottes erinnern sowie persönliche Frömmigkeit ausdrücken, aber für praktische Politik im Angriffsfall untauglich sind. Das gelte auch für gewaltfreien Widerstand (17).</div><div><br></div><div>Die allgemein anerkannte wissenschaftliche Chenoweth-Studie wird nicht erwähnt. Sie versucht nachzuweisen, dass gewaltfreie Aufstände, auch mit dem Ziel, Besatzer zu vertreiben, durchaus wirksam sein können, möglicherweise sogar wirksamer sind als gewaltsame Methoden. Ob das tatsächlich der Fall ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Eine Friedensdenkschrift sollte aber eine solche Studie zumindest erwähnen und gewaltfreien Widerstand nicht einfach pauschal für untauglich erklären.</div><div><br></div><div>Ich persönlich vertrete einen Pazifismus, den Martin Luther King "realistischen Pazifismus" nannte. Er schrieb über sich selbst:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich bin kein doktrinärer Pazifist. Ich habe versucht, einen realistischen Pazifismus anzunehmen. Zudem halte ich die pazifistische Position nicht für sündlos, sondern für das kleinere Übel unter den gegebenen Umständen. Deshalb beanspruche ich nicht, in der Konfrontation mit dem christlichen Nonpazifismus frei von moralischen Dilemmata zu sein. Ich bin aber überzeugt davon, dass die Kirche nicht schweigen kann, während die Menschheit der Gefahr gegenübersteht, in den Abgrund der nuklearen Vernichtung gestürzt zu werden. Wenn die Kirche ihrer Mission treu sein will, muss sie zu einem Ende des Wettrüstens aufrufen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dem kann ich in allen Punkten zustimmen. Diese Aussage zeigt auch, dass Pazifismus nicht etwas für die fromme Seele, für das Jenseits oder für ein unerreichbares Ideal ist, sondern für christliches Handeln hier und jetzt, gerade in einer der Sünde verfallenen und in Gewalt verstrickten Welt.</div><div><br></div><div>Ich würde also nicht in jedem denkbaren Krieg für Gewaltfreiheit eintreten und sehe zum Beispiel, dass der Krieg gegen das Naziregime Hitlers unvermeidbar war. Auch für den hypothetischen Fall, dass Deutschland von IS-Kämpfern angegriffen würde, die sofort alle, die sich nicht zum Islam bekennen, um einen Kopf kürzer machen, würde ich für Gegengewalt eintreten. Eine solche Situation sehe ich jedoch im Fall Russlands nicht.</div><div><br></div><div>Und meine Frage an die EKD wäre: Wenn der Angriff Russlands auf die Ukraine nach Ansicht der EKD unbedingt eine gewaltsame Antwort erfordert – welcher Kriegsfall würde denn dann von der EKD ohne Gegengewalt beantwortet werden? Ist nicht die Konsequenz dieser Denkschrift, dass <span class="fs14lh1-5"><b>jeder </b></span>Angriffskrieg notwendig zu Gegengewalt führt?</div><div><br></div><div>Wenn man Freiheit, Selbstbestimmung, Gerechtigkeit und lebensfördernden Pluralismus für verteidigungswürdig hält, gibt es immer etwas zu verteidigen. Dann ist der "Primat der Gewaltfreiheit", dann ist Jesu Predigt des "vollständigen Verzichts auf Gewalt" nichts weiter als fromme Makulatur. Dann sollte man eine Ethik, die nur Angriffskriege für ethisch illegitim hält, nicht mit schön klingenden Floskeln christlicher Gewaltfreiheit ausschmücken.</div><div><br></div><div>Das war sicher nicht die Intention der EKD. Aber eins ist deutlich: Sie beantwortet die angeblich neuen Herausforderungen mit alten Antworten militärischer Sichtweise. Diese "Friedensethik" ist anschlussfähig an die aktuelle deutsche und europäische "Sicherheitspolitik" und die in Deutschland weitgehend medial veröffentlichte Meinung. Anschlussfähig an die Ethik Jesu und an die politische Vernunft ist sie meines Erachtens nicht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Evangelische Kirche in Deutschland (Hg.): Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick. Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen. Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Evangelische Verlagsanstalt GmbH, Leipzig 2025. Download möglich unter: </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://www.ekd.de/friedensdenkschrift-2025-91393.htm" target="_blank" class="imCssLink">https://www.ekd.de/friedensdenkschrift-2025-91393.htm</a></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Klaus von Donanyi / Erich Vad: Krieg oder Frieden – Deutschland vor der Entscheidung. Westend Verlag GmbH, Neu-Isenburg 2025.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Das Zitat von Martin Luther King ist teilweise entnommen aus: Heribert Prantl: Den Frieden gewinnen – Die Gewalt verlernen. Wilhelm Heyne Verlag, München 2024. S. 89f. Dort zitiert nach dem amerikanischen Text: <span class="imUl"><a href="https://kinginstitute.stanford.edu/king-papers/documents/pilgrimage-nonviolence" target="_blank" class="imCssLink">https://kinginstitute.stanford.edu/king-papers/documents/pilgrimage-nonviolence</a></span>. Ich habe das Zitat von Prantl um zwei Sätze ergänzt. Übersetzung von Heribert Prantl und mir.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div><style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 14 Nov 2025 20:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Überblick über die EKD-Friedensdenkschrift 2025]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000028D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Überblick über die EKD-Friedensdenkschrift 2025</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Titel: "Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick"</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/11/2025</span></div><div><br></div><div>Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihre neue Friedensdenkschrift mit dem Titel "Welt in Unordnung ‒ Gerechter Friede im Blick" vorgestellt. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine hatte die EKD beschlossen, ihre bisherige Friedensethik zu überdenken und eine neue zu erarbeiten. Das Ergebnis liegt nun vor.</div><div><br></div><div>Im Zentrum der Schrift steht nach wie vor der Begriff des "gerechten Friedens", der aber nun anders gedeutet wird als zuvor: Er konkretisiert sich vor allem im "Schutz vor Gewalt", wozu als "ultima ratio" auch die Anwendung militärischer Gewalt legitim sein könne. Das wird als "rechtserhaltende Gewalt" bezeichnet. Der Rechtsstaat und die Freiheit, die nach Auffassung der Denkschrift ebenfalls zum "gerechten Frieden" gehören, müssten mitunter mit Gewalt verteidigt werden. Ein Pazifismus, der sich gegen jede Gewaltanwendung ausspricht, wird ausdrücklich abgelehnt.</div><div><br></div><div>Was die Frage der Waffenlieferungen betrifft, um einem Aggressor Einhalt zu gebieten, stellt die Denkschrift fest, jede diesbezügliche Einzelentscheidung müsse genau abgewogen werden. Kriterien dafür seien die Minimierung von Gewalt und ihre Verhältnismäßigkeit.</div><div><br></div><div>Auch die militärische Abschreckung kann laut Denkschrift notwendig sein. Davon seien Atomwaffen nicht ausgeschlossen. Ihr Besitz könne zur Abschreckung unerlässlich sein, obwohl sie ethisch nicht legitim seien. Die Denkschrift sieht darin ein nicht aufzulösendes Dilemma.</div><div><br></div><div>Die Denkschrift greift auch den Begriff der "Kriegstüchtigkeit" auf, den Verteidigungsminister Boris Pistorius in die Debatte eingeführt hatte. Er soll den Begriff der "Verteidigungsfähigkeit" erläutern. Die Denkschrift favorisiert aber den Begriff der "Friedenstüchtigkeit", der die Fähigkeit beschreiben soll, Frieden zu verteidigen, zu gestalten und zu sichern. Wieder wird deutlich, dass der Friede mit dem Einsatz unfriedlicher Mittel gewährleistet werden soll. Der in früheren EKD-Verlautbarungen betonte Vorrang des Dienstes ohne Waffe hat in der neuen Denkschrift keinen Bestand mehr.</div><div><br></div><div>Auffällig ist besonders, dass die Denkschrift nach meiner Zählung auf 141 Seiten Text gerade einmal 14 Bibelstellen anführt, die auf die ganze Schrift verteilt sind. Eine exegetische Grundbesinnung, auf der der Text aufbaut, wie man sie in anderen Denkschriften zum Thema fand, hielt man also nicht für nötig. Zwar ist eine kirchliche Verlautbarung nicht ausschließlich nach der Anzahl der zitierten Bibelstellen zu bewerten. Aber bei so einem wichtigen und umstrittenen Thema, das zudem die vorangehenden Denkschriften zu diesem Thema umfassend korrigiert, hätte man sich schon etwas mehr biblische Begründung gewünscht.</div><div><br></div><div>Alles in allem kann der Eindruck entstehen, dass die EKD mit dieser Schrift auf den Regierungskurs und die weitgehend veröffentlichte Meinung in Deutschland eingeschwenkt ist und dass biblische Begründungen eine untergeordnete Rolle spielen.</div><div><br></div><div>Soweit ein erster Überblick über die Aussagen der neuen Friedensdenkschrift. Wie sie sich zu der vorangehenden Friedensdenkschrift aus dem Jahr 2007 verhält und wie sie theologisch einzuordnen ist, werde ich in einigen Tagen in einem ausführlichen Artikel darlegen.</div><div><br></div><div>Die Denkschrift ist <span class="imUl"><a href="https://www.ekd.de/friedensdenkschrift-2025-91393.htm" target="_blank" class="imCssLink">auf der EKD-Website</a></span> kostenlos als PDF herunterzuladen.</div><div><br></div><div>Eine ausführliche Analyse und Kritik der Denkschrift findest du <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?ueberblick-ueber-die-ekd-friedensdenkschrift-2025" class="imCssLink">hier</a>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Ressourcen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Friedensdenkschrift 	"Welt in Unordnung ‒ Gerechter Friede im Blick"<br></span></li><li><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://www.evangelisch.de/inhalte/249392/10-11-2025/ekd-synode-zu-gerechtem-frieden-evangelische-kirche-stellt-friedensdenkschrift-vor" target="_blank" class="imCssLink">https://www.evangelisch.de/inhalte/249392/10-11-2025/ekd-synode-zu-gerechtem-frieden-evangelische-kirche-stellt-friedensdenkschrift-vor</a></span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div><style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 10 Nov 2025 16:04:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Heil im Unheil - Eine Auslegung von Markus 13]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000028C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Heil im Unheil ‒ Eine Auslegung von Markus 13</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Die frohe Botschaft der Apokalyptik (Teil 2)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/11/2025</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Wenn wir von apokalyptischen Szenarien sprechen, denken wir an Katastrophen, die unermessliche Zerstörungen mit sich bringen, denen wir machtlos ausgeliefert sind. Apokalyptische Schriften kündigen Katastrophen an und beschreiben sie auf eine Weise, die Angst einflößen kann.</span><br></div><div><br></div><div>Das gilt auch für die apokalyptischen Texte der Bibel. Der Clou dabei ist aber: In Wahrheit wollen diese Texte Mut machen und trösten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Heilige Gebäude sind nebensächlich</div><div><br></div><div>Der älteste apokalyptische Text der Evangelien steht in Markus 13. Der Text beginnt so: Einer der Jünger Jesu steht überwältigt vor dem riesigen Gebäudekomplex des Jerusalemer Tempels. Als er Jesus seine Bewunderung mitteilt, antwortet dieser nur, dass davon kein Stein auf dem anderen bleiben wird (Verse 1f).</div><div><br></div><div>Das ist apokalyptische Zerstörungsankündigung pur. Was soll daran Mut machend und tröstlich sein? Das ist in der Tat nicht so einfach zu erkennen.</div><div><br></div><div>Wir müssen uns Folgendes klarmachen: Der Tempel galt damals als Ort der Gegenwart Gottes und Ort seiner Anbetung. Im Tempel wurden die Opfer dargebracht. Das ganze religiöse Leben war auf den Tempel konzentriert. Was dabei mitunter in den Hintergrund rückte, waren Gottvertrauen und Nächstenliebe. Der Kultbetrieb lief optimal, aber das tägliche Sich-Verlassen auf Gott und das liebevolle Miteinander fehlten an allen Ecken und Enden.</div><div><br></div><div>Als Beispiel sei hier die berühmte Tempelrede des Propheten Jeremia angeführt (Jer 7,1-15). Der Prophet fordert, am Tor des Tempels stehend: Unrecht, Unterdrückung, Vergießen von unschuldigem Blut und Verehrung falscher Götter müssen aufhören! Er prangert vor denen, die ehrfürchtig den Tempel betreten, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Meineid und Götzendienst an. Sie beten im Tempel an und fühlen sich in ihrem Glauben geborgen ‒ und zugleich verüben sie all die genannten Gräuel.</div><div><br></div><div>Die Konsequenz, die der Prophet ankündigt, ist: Wenn sie sich nicht bessern ‒ wenn sie nicht ihre frommen Gefühle mit ihrem Lebenswandel in Übereinstimmung bringen ‒ wenn sie nicht <span class="fs14lh1-5"><b>wirklich </b></span>fromm werden, wird Gott den Tempel zerstören und die Bevölkerung Jerusalems aus der Stadt vertreiben.</div><div><br></div><div>Es liegt nahe, dass es auch in der Apokalypse des Markusevangeliums um die Übereinstimmung von Glaube und Lebenswandel geht. Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an, weil es mit dieser Übereinstimmung schlecht bestellt ist. Seine Aktion gegen die Händler und Geldwechsler im Tempel wirft ein Licht darauf (Mk 11,15-17).</div><div><br></div><div>Das Positive an dieser Ankündigung ist die Aussage:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Leute, der Tempel ist gar nicht so wichtig. Er ist nur ein Gebäude. Lasst euch nicht durch dieses imposante Gebäude täuschen und haltet euch nicht selbst für Gott wohlgefällig. Worauf es ankommt, ist euer tägliches Leben: Gottvertrauen und Nächstenliebe. Wenn ihr damit lebt, dürft ihr auch in diese heiligen Mauern einkehren. Wenn ihr aber nicht damit lebt, nützen euch auch diese Steine nichts. Die heiligsten Gebäude werden dann überflüssig. Nicht nur die Gebäude aus Steinen, sondern auch eure theologischen Gedankengebäude und eure frommen Gefühlspaläste.</i></span></div><div><br></div><div>Mit dem letzten Satz habe ich die Prophetie Jeremias ausgeweitet und auf unsere Zeit bezogen. Kaum jemand hält heute ein Gebäude für heilig, wohl aber seine eigenen Gedankengebäude und seine frommen Gefühle. Jesus rückt unsere Maßstäbe zurecht: Frömmigkeit, christliches Denken und religiöse Gefühlsausbrüche sind nichts wert, wenn das Leben ihnen nicht entspricht. Das ist eine heilsame Kritik ‒ eine liebevolle Mahnung, uns nicht über uns selbst zu täuschen. Denn das hat schwerwiegende Folgen.</div><div><br></div><div>Das ist das Positive des Wortes Jesu von der Tempelzerstörung. Wir sollten dankbar für diese Mahnung sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Verführung ist vermeidbar</div><div><br></div><div>In der nächsten Szene sitzt Jesus dem Tempel gegenüber und zwei seiner Jünger fragen ihn, wann der Tempel zerstört werden wird und an welchen Zeichen man es erkennen kann. Jesus geht darauf gar nicht ein, sondern spricht von vielen Verführern, die in seinem Namen kommen werden. Falsche Propheten und falsche Christusse werden Wunder tun, um die Glaubenden zu verführen. Darauf sollen sie gefasst sein, Vorsicht walten lassen und ihnen nicht glauben (Verse 3-6.21-23).</div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Verführung ist vermeidbar. Verführer werden zwar kommen und überzeugend auftreten, aber man muss ihnen nicht glauben. Wir können Widerstand leisten gegen die Verführung: nicht gutgläubig sein und das Denken den anderen überlassen, sondern selber denken; sich nicht blenden lassen von Wortgewandtheit und Erfolgsmeldungen, sondern die Wahrheit auch im Leisen und Unscheinbaren suchen; sich nicht der großen Masse anschließen, sondern um der Wahrheit willen gegen den Strom schwimmen. Vor allem: im Gebet und im Bibellesen um wahre Erkenntnis bitten.</div><div><br></div><div>Jesus traut uns zu, uns der Verführung zu widersetzen. Das ist das Positive seiner Ankündigung. Wir wissen heute, wie leicht Menschen verführbar sind. Die intelligentesten und gebildetsten Leute sind von den Nationalsozialisten verführt worden. Einige wenige haben noch rechtzeitig die Kurve gekriegt und sich gegen Hitler gewandt. Verführung ist heute an der Tagesordnung: nicht nur in der Werbung, sondern auch im Christentum und in der Politik. Deshalb die befreiende Botschaft:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Prüft alles kritisch, besonders das, was euch unmittelbar einleuchtet und gefällt! (1Thess 5,21) Lasst Vorsicht walten und gebt euch keiner Autorität ganz hin, sondern bleibt kritisch! Lasst eure religiöse oder politische Einstellung nicht zur Ideologie werden! Lasst euch nicht einlullen von großen Worten und scheinbaren Erfolgen! Denn Gott setzt sich im Schwachen und Unscheinbaren durch (2Kor 12,9; Mt 13,31f). Er hat euch euren kritischen Verstand gegeben ‒ lasst dieses Geschenk nicht nutzlos liegen, indem ihr euch bequem den religiösen und politischen Autoritäten anschließt! Gerade ihnen gegenüber ist immer Vorsicht geboten.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Katastrophen haben keinen letzten Schrecken</div><div><br></div><div>Apokalypsen warnen vor bevorstehenden Katastrophen. So auch die Markusapokalypse: Sie kündigt Kriege, Erdbeben und Hungersnöte an und fügt hinzu: Wenn das alles geschieht, "erschreckt nicht! Das muss geschehen" (Verse 7f).</div><div><br></div><div>Todbringende Kriege, Erdbeben und Hungersnöte, und wir sollen nicht erschrecken? Wie ist das möglich? Die Antwort liegt in dem "Das <span class="fs14lh1-5"><b>muss </b></span>geschehen." Denn die Apokalyptik versteht das Weltgeschehen nicht als blindes Schicksal, sondern als etwas, was nach Gottes zuvor gefasstem Plan abläuft.</div><div><br></div><div>Hat Gott also Kriege, Erdbeben und Hungersnöte beschlossen? Hat er Freude daran? Ist er ein Sadist? Das wohl kaum. Kriege werden von Menschen angezettelt, das betont der Bibeltext ausdrücklich (Vers 8a). Hungersnöte können menschengemacht sein, aber auch von klimatischen Bedingungen abhängen. Erdbeben sind Naturkatastrophen. Damit ist umfassend die Art des Lebensfeindliches beschrieben, das es in der Schöpfung gibt. Die Schöpfung ist nicht mehr, wie sie nach Gottes Willen sein sollte. Mensch und Natur sind des Zerstörerischen fähig. Die Apokalyptik verschleiert das nicht.</div><div><br></div><div>Sie beharrt aber darauf, dass dieses Zerstörerische nicht von bösen Schicksalsmächten her über uns kommt, sondern von dem Gott her, der es im Letzten gut mit uns meint. Alles, was kommt, bedarf der Zustimmung Gottes (Hi 1,12; 2,6; 42,10). Das Weltgeschehen ist sozusagen durch die Hände Gottes gegangen, von ihm gefühlt, gewogen und bewilligt worden; erst danach trifft es uns. Es ist damit in den umfassenden Plan Gottes integriert, der durch all das Lebensfeindliche hindurch zu einem guten Ende führt. Das ist allemal besser, als einem blinden Schicksal ausgeliefert zu sein.</div><div><br></div><div>Darum ruft uns Jesus in der Markusapokalypse zu:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Erschreckt nicht, wenn es hart auf hart kommt! Seid vielmehr gewiss, dass ihr nicht den Todesmächten ausgeliefert seid, sondern trotz allem in der Hand Gottes bleibt! Die Welt bringt immer Zerstörung und Tod mit sich. Aber Zerstörung und Tod sind noch nicht das Ende, sind noch nicht das Ziel, das Gott bestimmt hat. Gott hat ein ganz anderes Ende für euch vorgesehen (Vers 7b!). Darauf setzt euer Vertrauen: Gott wird allen, die an ihm festhalten, durch alles Todbringende hindurch das Leben schenken. Das Letzte ist nicht der Todesschrecken, sondern die Lebensfreude.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Verfolgungen haben Sinn</div><div><br></div><div>Die Glaubenden werden in besonderer Weise von schmerzlichen Entwicklungen betroffen sein. Denn sie erleben nicht nur die genannten Katastrophen, sondern werden außerdem verfolgt, gefoltert, angeklagt und vor Gericht gestellt. Doch gerade diese massive Ablehnung des Evangeliums und der an es Glaubenden führt zur Bezeugung des Evangeliums. Denn in den Gerichtsverhandlungen werden die Glaubenden von ihrem Glauben Zeugnis ablegen. Das griechische Wort für "Zeugnis" ist <span class="fs14lh1-5"><i>martýrion </i></span>– daher unser Wort "Märtyrer". Gottes Geist selbst wird den unter Verfolgung leidenden Zeugen, den "Märtyrern", die passenden Worte in den Mund legen. Darum sollen sie sich nicht darum sorgen, was sie vor Gericht sagen werden. Ihr Zeugnis vor Gericht ist vielmehr ein Aspekt der Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt (Verse 9-11).</div><div><br></div><div>Das Positive ist manchmal in kurzen Nebensätzen verborgen, die man schnell überliest: Die Glaubenden werden von den Mächtigen geschlagen und vor Gericht gestellt werden "ihnen zum Zeugnis" (Vers 9). Diese drei Wörter bringen das ganze Licht in die Finsternis der Verfolgung. Indem die Glaubenden sich für ihren Glauben verantworten müssen, dienen sie ihrem Herrn. Mit anderen Worten: Der Versuch, die Glaubenden zum Schweigen zu bringen und die christliche Botschaft auszulöschen, führt zum Gegenteil: zur Bezeugung und Verbreitung des Evangeliums.</div><div><br></div><div>Nun mag man denken: Man kann sich alles schönreden – selbst Verfolgung, Folter und Verurteilung, selbst die Todesstrafe. Aber hier geht es nicht um schönreden, sondern um eine Realität. Denn hier ist Gott selbst am Werk. Das Böse hat keine Chance, sich gegen Gottes Werk durchzusetzen. Selbst wenn es sich scheinbar durchsetzt und die Glaubenden dem Tod ausliefert, trägt es zur Ausbreitung des Evangeliums bei. Das Böse bewirkt also das Gegenteil dessen, was es bewirken will. Es hat es nur noch nicht bemerkt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Einsamkeit rettet</div><div><br></div><div>Doch es kommt noch schlimmer. Selbst innerhalb der Familie wird es Verrat und Mord geben. Der christliche Glaube, der vereinen soll, entzweit, weil der Hass auf die Glaubenden stärker ist als die Familienbande. Niemandem mehr wird man vertrauen können – nicht den Arbeitskollegen, nicht den Nachbarn, nicht den Freunden und auch nicht den Familienangehörigen (Verse 12f).</div><div><br></div><div>Die frühe Christenheit hat es wohl so erlebt. Warum? Weil sie kein gemächliches Glaubensleben pflegte, das niemandem wehtat, sondern weil es Konsequenzen für das persönliche Umfeld hatte, wenn jemand Christ wurde. Die Glaubenden nahmen nicht mehr am Kult für die römischen Götter teil, weigerten sich, den Göttern geopfertes Fleisch zu essen, feierten am Sonntag Gottesdienst und übten bestimmte Berufe nicht mehr aus. Das warf das Familien- und Sozialleben durcheinander. Man konnte als Christ einsam werden, sogar in der eigenen Familie.</div><div><br></div><div>"Wer aber geduldig ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet", versprach Jesus (Vers 13b). Wieder so ein kurzer Satz am Ende der Schilderung der familiären und gesellschaftlichen Katastrophe. Was soll man tun in dieser Katastrophe? Geduldig ausharren. Punkt. Nicht kämpfen, nicht mit gleichen Mitteln heimzahlen, nicht den Streit eskalieren. Geduldig durchhalten – das ist alles. Das ist der Weg des Glaubens. Denn der Glaube weiß sich in Gottes Hand und vertraut auf das gute Ende: Rettung. Sich nicht auf faule Kompromisse einlassen, sondern die Einsamkeit ertragen rettet. Hass, Verrat, Mord und Einsamkeit war das, was die Glaubenden damals erlebten – Rettung ist das, was Jesus ihnen für die Zukunft verheißen hat. Gemeint war die ewige Rettung aus dem Hass und Streit dieser Welt.</div><div><br></div><div>Die Wirklichkeit ist mehr als die Gegenwart. Sie ist mehr als das, was wir täglich erleben. Die Zukunft, die wir noch nicht erleben, gehört auch zur Wirklichkeit. Die Gegenwart drängt sich mächtig auf, die Zukunft nicht. Denn die Zukunft ist noch nicht erlebbar, sie hängt einzig und allein am Versprechen Jesu.</div><div><br></div><div>Kann man dem vertrauen? Diese Frage stellt sich uns allen, auch wenn wir nicht verfolgt und mit dem Tode bedroht werden. Die Apokalyptik weiß um unsere Katastrophen und Bedrohungen. Aber sie setzt dem die rettende Zukunft entgegen. Ewige Rettung ist die für die Glaubenden bestimmte Wirklichkeit, auch wenn sie erst durch den Tod hindurch erreicht wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Lange Zeit ist kurz genug</div><div><br></div><div>Kann man das aushalten? Und wie lange? Zumal die Bedrängnis sich noch steigern wird – eine Bedrängnis, wie sie noch nie auf Erden gewesen ist. Da bleibt nur die Flucht – aber wohin? Denn weil der Tempel zerstört und entheiligt ist, stellt sich die Frage: Kann man überhaupt noch auf Gottes Hilfe hoffen? (Verse 14-19)</div><div><br></div><div>Es scheint also kein Ende zu nehmen mit der Not, die sich immer weiter steigert. Und dann bricht doch wieder das Licht durch, im letzten Satz: Gott wird die Tage der Not verkürzen um der von ihm Erwählten willen. Denn das könnte auf Dauer keiner durchhalten (Vers 20).</div><div><br></div><div>Die lange Zeit der äußersten Bedrängnis, der größten Not wird also abgekürzt. Das heißt: Gott behält das Heft in der Hand. Es ist nicht wahr, dass das Chaos regiert. Es ist nicht wahr, dass die Katastrophen sich endlos aneinanderreihen. Es ist nicht wahr, dass es in dieser Weltzeit nur Finsternis gibt. Denn Gott regiert auch im Chaos, die Katastrophen sind nur ein letztes Toben der bösen Mächte, und in der Finsternis scheint ein großes Licht (Jes 9,1).</div><div><br></div><div>Dieses Licht heißt Hoffnung. Mag die Zeit der Not auch endlos lang erscheinen: Die Hoffnung macht sie kurz. Denn die Hoffnung nimmt das gute Ende mitten im Hoffnungslosen vorweg. Die Hoffnung imaginiert das Kommende. Weil ihr Blick sich schon auf eine andere Wirklichkeit richtet, kann sie die Finsternis nicht allzu ernst nehmen. Das Ende ist der Hoffnung nah, auch wenn es sich hinzieht. Die Hoffnung spottet aller Zeitempfindung, indem sie im Glauben die Erlösung vorwegnimmt. Darum ist die endlos erscheinende Zeit der Not kurz genug, um durchzuhalten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Zerstörung schafft Raum für Erlösung</div><div><br></div><div>Das Chaos hat am Ende auch eine kosmische Dimension. Sonne und Mond werden sich verfinstern, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Himmelskräfte werden ins Wanken geraten. Die Grundfesten der Welt werden also aufgehoben.</div><div><br></div><div>Wir müssen das nicht rein physikalisch verstehen. Denn Jesus stellt die Auflösung von Himmel und Erde dem Bleiben seiner Worte gegenüber. Es geht ihm also auch darum, dass die Grundfesten unserer weltlichen Logiken, Wahrheiten und Weisheiten an ihr Ende kommen. Ihre Überzeugungskraft hatte nur ein bedingtes Recht, das nun in sich zusammenbricht. Wir haben uns selbst überschätzt. Die Wahrheit der Welt ist in den Worten Jesu zu finden und kommt nun mit dem wiederkommenden Jesus endgültig ans Licht. Über allen irdischen Wahrheiten steht die Wahrheit der Erlösung: Engel werden die Erwählten aus der ganzen Welt sammeln, um sie ihrer Erlösung zuzuführen (Verse 24-27.31).</div><div><br></div><div>Alle weltlich getrübten Wahrheiten müssen zerbrechen, damit die Wahrheit Gottes sich unbestritten durchsetzen kann. Das ist nicht göttliche Zerstörungswut, sondern die Voraussetzung dafür, dass das ewige Leben zur letzten Wahrheit wird. Die Zerstörung des Zerstörerischen schafft Raum für das neue, lebensfreundliche Weltzeitalter Gottes. Nur wo alle lebensfeindlichen Mächte beseitigt sind, wird alles von der lebensfreundlichen Macht Gottes beherrscht. Darum ist die apokalyptische Schilderung der Zerstörung nicht Schreckensbild, sondern Erlösungsverheißung.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">8. Ferne Erlösung ist im Glauben nah</div><div><br></div><div>Jesus lebte offensichtlich in der Erwartung, dass die Erlösung nah sei. Aber was heißt hier nah? Den Glaubenden ist die Erlösung immer nah, weil sie ihre Anfänge erleben und ihre Vollendung gedanklich vorwegnehmen. Ihr Glaube lebt ja davon, dass der Schrecken ein Ende hat und die Erlösung bevorsteht.</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Jesus sagte, seine Generation werde die Erlösung noch erleben. </span><span class="fs14lh1-5">Meinte er mit dieser Erwartung der nahen Erlösung vielleicht das Pfingstereignis? In ihm kam ja der Geist Gottes und mit ihm der Glaube über die Jünger, und der Schrecken, der sie nach Jesu Tod erfasst hatte, wich von ihnen. Im Glauben erkennen wir, dass die Erlösung schon jetzt verborgen in der unerlösten Welt aufblitzt und ihrer Vollendung entgegengeht (Verse 28-30).</span></div><div><br></div><div>Es geht also nicht um einen bestimmten Zeitpunkt in der Weltgeschichte, an dem das Ende eintritt. Voraussagen des Zeitpunkts gehen am Wesentlichen vorbei. Jesus geht es vielmehr darum, angesichts des bevorstehenden Endes wachsam zu sein: das Ziel im uns fordernden Tagesgeschäft im Auge zu behalten, es in den vielerlei Ablenkungen und auch in den Enttäuschungen des Lebens nicht aus dem Blick zu verlieren (Verse 32-37).</div><div><br></div><div>Wachsam zu sein bedeutet dann viel mehr, als nur damit zu rechnen, dass das Ende der Welt jederzeit eintreten kann. Es bedeutet, sich der Flüchtigkeit und Unzulänglichkeit dieser dem Ende entgegengehenden Welt bewusst zu sein.</div><div><br></div><div>Die Wachsamen, denen das Ende dieser Welt vor Augen steht, werden sich an den Schönheiten der Welt erfreuen, aber sich nicht in ihren Zerstreuungen verlieren. Sie werden aufpassen, sich nicht von falschen Glücksversprechen mitreißen zu lassen und fraglos im Strom der Massen mitzuschwimmen. Sie werden für sich selbst sorgen, indem sie das Wesentliche und wirklich Wichtige suchen anstatt sich dem Sinnlosen hinzugeben. Sie werden aber, wenn ihnen die Vergänglichkeit dieser Welt und ihr Ende vor Augen steht, nicht aus dieser Welt fliehen, sondern mitten in ihr den Geschöpfen Gottes dienen. Sie werden nicht verzagen und resignieren angesichts des Bösen in der Welt, sondern frohen Mutes ihm widerstehen, weil sein Ende beschlossene Sache ist (Röm 13,11-14). Die Wachsamen, die sich des Endes dieser Welt bewusst sind, werden die Entscheidung für Gott und ein Leben in seinem Reich nicht aufschieben. Denn jetzt ruft sie Gott, und jetzt ist der Tag des Heils, der Tag eines Lebens im Sinne Gottes (2Kor 6,1-4a). Die Wachsamen sind bereit für die Nähe Gottes in ihrem Leben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">9. Das scheinbar Unscheinbare setzt sich durch</div><div><br></div><div>Christliche Apokalyptik spricht viel von Sünde, Chaos und Zerstörung. Das macht sie nicht gerade attraktiv. Und ich habe mich lange gefragt, wie man die christliche Botschaft positiver zur Geltung bringen kann – also nicht so, dass man dabei ständig vom Negativen redet. Macht es uns die Werbung nicht vor, wie man positive Gefühle weckt und Glück verheißt? Erlangen die Technologie-Visionäre nicht große Aufmerksamkeit, indem sie mit ihren ständigen Neuerungen die Welt angeblich besser machen? Warum werben wir nicht in dieser Weise für den christlichen Glauben?</div><div><br></div><div>Die Antwort, die ich gefunden habe, lautet: Die Welt der Werbung und der Technologie-Verheißungen ist eine Scheinwelt. Denn ein Leben, das nur positive Gefühle und Glück kennt, gibt es nicht. Und technologische Weltverbesserungen bringen immer auch Gefahren mit sich. Die Welt ist nicht nur schön, das Glück ist flüchtig und neue Technologien haben eine helle und eine dunkle Seite.</div><div><br></div><div>Deshalb gibt es das Positive nur mitten im Negativen. Weil das so ist, muss um der Ehrlichkeit willen immer von beidem die Rede sein. Alles andere ist eine ideale Scheinwelt, die sich früher oder später als Illusion erweisen wird. Darum kann die christliche Botschaft nicht vom Guten, Wahren und Schönen reden, ohne das Böse, Verlogene und Hässliche mit zu benennen. Die Apokalyptik tut das in radikaler Weise. Das Negative hat in ihr so großes Gewicht, dass das Positive kaum noch erkennbar ist. Manchmal muss man es in den Texten suchen und dabei auf jedes Wort, jeden Halbsatz Acht geben.</div><div><br></div><div>Doch damit spiegeln die Texte nur unsere Lebenserfahrungen wider. Denn das Negative drängt sich auch im Leben immer in den Mittelpunkt. Es bläst sich auf und macht sich groß, damit wir an ihm verzweifeln und das Gute, das Gott wirkt, nicht mehr sehen. Deshalb ist es wichtig, im Glauben das Positive nicht aus dem Blick zu verlieren. Es mag klein und erfolglos anmuten oder sich scheinbar ganz verflüchtigen. Aber dieses – recht besehen – gar nicht so Unscheinbare gewährt uns schon jetzt einen Blick auf die wunderbare Zukunft (Mk 4,30-32).</div><div><br></div><div>Unsere Zukunft ist nicht das Lebensfeindliche, das seiner Zerstörung entgegeneilt. Unsere Zukunft ist die lebensfreundliche und bleibende Liebe Gottes, die durch keine böse Macht aufgehalten werden kann.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Straßburg.</span></div></div><style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 	</style></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 06 Nov 2025 09:07:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Einzelne Verse und die Vielfalt der Bibel]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000028B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Einzelne Verse und die Vielfalt der Bibel</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Bemerkungen zum rechten Umgang mit der Schrift</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/10/2025</span></div><div><br></div><div>Wenn unsere im Gebet geäußerten Bitten nicht erfüllt werden ‒ spricht das nicht gegen die Existenz Gottes? Denn in Mt 7,7f heißt es doch: "Bittet, so wird euch gegeben." Und wenn uns nicht gegeben wird? Ist dann der ganze Glaube eine große Illusion?</div><div><br></div><div>Vor Kurzem sprachen wir in einer kleinen Gruppe unter anderem über Jesu Wort an seine Jünger (Lk 17,6):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und pflanze dich ins Meer! Und er würde euch gehorchen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Man könnte neben dem "Bittet, so wird euch gegeben" auch noch andere ähnliche biblische Verheißungen anführen:</div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15"><i><span class="cf1">Alles, was ihr im Gebet bittet, wenn ihr glaubt, werdet ihr es erhalten.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Mt 21,22)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15"><i><span class="cf1">Was wir erbitten, empfangen wir von ihm [Gott].</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(1Joh 3,22)</span></i></div><div><br></div><div>Wenn wir also einmal annehmen, dass wir nicht ganz ungläubig sind, also zumindest einen kleinen Glauben haben wie Jesu Jünger (z.B. Lk 12,28), dann müssten unsere Bitten von Gott erfüllt werden und unsere Gebete Unmögliches zustande bringen – wie im Gleichnis, das Jesus nennt: dass ein Baum seinen Standort verlässt und sich im Meer einpflanzt.</div><div><br></div><div>Aber das funktioniert offenbar nicht. Es gibt keinen Automatismus – auch dann nicht, wenn es um sinnvollere Sachen geht als einen sich selbst verpflanzenden Baum.</div><div><br></div><div>Wir kamen dann in unserer Gesprächsgruppe darauf, dass Gott nur solche Bitten erfüllen wird, die seinem Willen entsprechen. Auch dafür gibt es etliche biblische Belege:</div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15"><i><span class="cf1">Dein Wille geschehe.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Unsere Bitte im Vaterunser; Mt 6,10)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15"><i><span class="cf1">Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst [soll es geschehen].</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Jesu Gebet vor seiner Verhaftung; Mt 26,39)</span></i></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15"><i><span class="cf1">Das ist das frohe Zutrauen, das wir zu ihm [dem Sohn Gottes] haben, dass, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten, er uns erhört.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(1Joh 5,14)</span></i></div><div><br></div><div>Man kann also als Erstes festhalten: Gott erfüllt nur die Bitten, die mit seinem Willen übereinstimmen. Das ist ja auch eigentlich klar. Denn niemand wird erwarten, dass Gott etwas gegen seinen Willen und gegen seine bessere Erkenntnis tut, nur weil wir ihn darum gebeten haben.</div><div><br></div><div>Doch bleibt die Frage, warum diese Einschränkung nicht in den zuerst aufgeführten Bibelstellen steht. Zum Beispiel so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Bittet, so wird euch gegeben, <b>wenn es Gottes Willen entspricht.</b></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Alles, was ihr im Gebet bittet, wenn ihr glaubt <b>und Gott es will</b>, werdet ihr es erhalten.</i></span></div><div><br></div><div>Die bleibende Frage in unserer Gesprächsrunde war: Warum steht das so nicht in den Verheißungen, wenn es doch mit ein paar Worten deutlich ausgedrückt werden könnte? Warum stehen dort unvollständige Verheißungen? Das ist irritierend und möglicherweise sogar irreführend.</div><div><br></div><div>Spontan hatte ich darauf keine Antwort. Nach weiterem Nachdenken fiel mir aber ein: Die Menschen, die Jesu Worte hörten und später das Neue Testament lasen, kannten das Alte Testament, und es war ihnen klar, dass Gott nichts gegen seinen Willen tun wird. Es war ihnen also selbstverständlich, dass nur die Bitten erfüllt werden, die mit Gottes Willen konform gehen.</div><div><br></div><div>Für uns heute bedeutet das: Wir müssen die gesamte Botschaft der Bibel im Hinterkopf haben, wenn wir einzelne Bibelworte verstehen wollen. Wenn wir Bibelstellen isolieren, führt das schnell zu Missverständnissen.</div><div><br></div><div>Das heißt für unsere Frage nach der Gebetserfüllung: Wenn wir die Verheißung "Bittet, so wird euch gegeben" isolieren, können wir den Zustand der Welt niemandem mehr erklären. Denn es ist offenkundig, dass beispielsweise viele Bitten um Frieden nicht erfüllt werden. Wenn wir dennoch darauf pochen würden, dass alles, was wir bitten, uns ohne Einschränkung gegeben wird, würde unser Glaube vollkommen unglaubwürdig.</div><div><br></div><div>Daran lässt sich erkennen, wie wichtig der richtige Umgang mit der Bibel ist. Biblische Aussagen dürfen keinesfalls isoliert werden. Wenn man also zum Beispiel die Losungen liest, sollte man, so gut es geht, das Gesamtzeugnis der biblischen Schriften im Hinterkopf haben.</div><div><br></div><div>Und wenn dir jemand verschiedene Bibelverse um die Ohren knallt und damit seinen einseitigen Standpunkt untermauern will, dann lass dich nicht ins Bockshorn jagen. Weise ihn vielmehr darauf hin, dass es andere Bibelstellen gibt, die die von ihm genannten ergänzen, zu ihnen in Spannung stehen oder ihnen sogar zu widersprechen scheinen.</div><div><br></div><div>Warum ist das so? Weil sich schon menschlich nicht alles in einem einzigen Satz sagen lässt. Und noch viel weniger lässt sich die Wahrheit Gottes, die wir nur bruchstückhaft erkennen können (1Kor 13,9.12), in einen einzigen Bibelvers oder auch eine Gruppe von Bibelversen fassen, die alle dasselbe ausdrücken.</div><div><br></div><div>Gott ist ja nicht in Buchstaben und Wörter eingegangen, sondern in Jesus Christus. Er, Jesus Christus, ist das lebendige Wort, durch das Gott zu uns spricht (Hebr 1,1f; Joh 1,1-14). Und dieses lebendige Wort, das den Namen Jesus Christus trägt, gibt sich uns nicht durch eine Auswahl von Sätzen zu verstehen, sondern durch den Geist Gottes, der in der Vielfalt der biblischen Schriften zu uns spricht.</div><div><br></div><div>Warum gibt es vier Evangelien, von denen jedes sein eigenes Profil hat? Warum beginnt der Evangelist Lukas sein monumentales Doppelwerk, das Evangelium und die Apostelgeschichte, mit den Worten: "Da nun schon viele es unternommen haben, eine Erzählung der Ereignisse abzufassen, die sich unter uns zugetragen haben, [...] hielt auch ich es für gut, [...] es der Reihenfolge nach für dich aufzuzeichnen, hochangesehener Theophilus"? (Lk 1,1.3) Warum nach den vielen noch Lukas? Weil ein oder mehr Evangelien nicht ausreichen, um die Wahrheit Gottes zu beschreiben.</div><div><br></div><div>Natürlich können auch einzelne biblische Sätze zu uns sprechen, uns begleiten, trösten und uns den Weg weisen. Aber sie müssen immer im Zusammenhang mit der ganzen Bibel verstanden werden. Darum kommt es darauf an, sich nicht an einzelne Bibelstellen zu klammern und den Rest auszublenden, sondern das Ganze des biblischen Zeugnisses im Blick zu behalten.</div><div><br></div><div>Die oft verwunderliche und zugleich wunderbare Vielfalt der Bibel entspricht dem Wesen Gottes. Denn Gottes Wesen ist nicht mit wenigen gleichlautenden Aussagen handhabbar zu machen. Zur Vielfalt gehört die Ergänzung einzelner Sätze, die sich darin zeigt, dass an vielen Stellen der Bibel nachträglich Ergänzungen eingefügt wurden. Es werden zu verschiedenen Zeiten verschiedene Perspektiven auf Gott eröffnet. Diese Vielfalt ist in Bezug auf Gott nicht Zerrissenheit oder Beliebigkeit, sondern Reichtum. Denn Gott ist reicher als all unsere Bemühungen, ihn in Wörter und Sätze zu packen.</div><div><br></div><div>Darum gehört es zur Bescheidenheit und Demut des christlichen Glaubens, sich die Grenzen des eigenen Verstehens klarzumachen. Und es gehört zum Hören des Wortes Gottes, sich immer wieder aufs Neue ins Staunen und in Verwunderung versetzen zu lassen. Wer nicht mehr über Gott staunt und sich verwundert, hat ihn zu einem erkannten Objekt degradiert. Klarheit im Glauben gewinnt man nicht, indem man einzelne Bibelverse absolut setzt, sondern indem man sich für den polyphonen Reichtum der biblischen Aussagen öffnet. In dieser Polyphonie haben dann auch einzelne Bibelverse ihr gewichtiges Recht.</div><div><br></div><div>Manches ist so selbstverständlich, dass es nicht jedes Mal erneut gesagt werden muss. Das gilt auch für die Tatsache, dass Gott nichts gegen seinen Willen tut. Und das ist, weil Gott ein liebender Gott ist und weiter als wir blickt, gut so.</div><div><br></div><div>Gebete können die Welt verändern ‒ wenn sie dem Willen Gottes entsprechen. Sonst nicht ‒ Gott sei Dank!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Sabrina
Eickhoff auf Pixabay.</span></div>
	
	
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<div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 26 Oct 2025 18:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Den Reformationstag abschaffen?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000028A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Den Reformationstag abschaffen?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Die theologische Bedeutung des Feiertags für die Gesellschaft</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/10/2025</span></div><div><br></div><div>Die CDU-Politikerin Gitta Connemann hat vor Kurzem dafür plädiert, den Reformationstag als Feiertag abzuschaffen. Sie meinte, dieser Tag werde kaum noch aktiv wahrgenommen und die Kirchen seien an diesem Tag leer. Solange dies so sei, wolle sie die Unternehmen entlasten, denn ein solcher freier Tag koste Leistungsfähigkeit. Die Wirtschaft müsse durch eine Verringerung der arbeitsfreien Tage gefördert werden.</div><div><br></div><div>Auch Bundeskanzler Merz hat schon mal über die Abschaffung eines kirchlichen Feiertags nachgedacht und dabei den Pfingstmontag anvisiert. Er hat jedoch sogleich festgestellt, dass es für die Abschaffung von Feiertagen keinen gesellschaftlichen Konsens gebe.</div><div><br></div><div>Frau Connemann hat zwar Recht damit, dass die Kirchen an diesem Tag leer sind. Doch irgendwie passt es nicht zu einer Partei mit dem „C“ in ihrem Namen, einen kirchlichen Feiertag abzuschaffen.</div><div><br></div><div>Es sei denn, man nimmt eine rein säkulare Perspektive ein. Denn ein Feiertag, der für große Teile der Bevölkerung gar keine christliche Bedeutung mehr hat und nur noch als willkommene Freizeit wahrgenommen wird, könnte tatsächlich entbehrlich sein.</div><div><br></div><div>Bei einer massiv sinkenden Kirchenmitgliedschaft und einer zunehmenden Glaubensferne in unserem Land werden wir uns wohl daran gewöhnen müssen, dass christliche Privilegien, und dazu gehören auch die kirchlichen Feiertage, an Gewicht verlieren. Aber muss gerade eine Partei, die sich "christlich" nennt, diese Entwicklung vorantreiben?</div><div><br></div><div>Früher gab es ja mal den Buß- und Bettag. Der wurde im Jahr 1994 als staatlicher Feiertag abgeschafft. Und zwar auch von der Partei mit dem "C". Es war die CDU/CSU/FDP-Regierung unter Helmut Kohl.</div><div><br></div><div>Aber man kann ja widersprechen. So blieb auch der Widerspruch zum Vorschlag Connemanns nicht aus. Eine Sprecherin der Evangelischen Kirche in Deutschland wies sogleich darauf hin, dass der Reformationstag "weit mehr als ein kirchlicher Feiertag" sei. Und sie fügte hinzu:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Er erinnert an einen historischen Aufbruch, der unser Land kulturell, geistig und politisch geprägt hat. Der Reformationstag steht für Erneuerung und bleibt genau deshalb auch für Wirtschaft und Gesellschaft in Zeiten der Transformation aktuell. Ruhe und Erholung sind Voraussetzung für unsere Leistungskraft.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Deutschland zählt trotz seiner Feiertage zu den leistungsstärksten Volkswirtschaften der Welt. Empirische Belege für eine positive Wirkung der Abschaffung von Feiertagen gibt es nicht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ähnlich argumentierten auch andere Kirchenvertreter. Einer sagte, der Feiertag sei "eine gesellschaftliche Notwendigkeit in einer hochverdichteten Arbeits- und Lebenswelt." Auf dieser Linie sozialpolitisch hat übrigens auch der Linken-Chef Jan van Aken argumentiert. Ja super, dass jetzt sogar schon die ganz Linken für kirchliche Anliegen plädieren!</div><div><br></div><div>Andere Kirchenvertreter lösten sich etwas von der rein sozialpolitischen Perspektive. Einer verwies, ähnlich wie auch Connemann, "auf den kulturellen, geistigen und politischen Aufbruch, der mit der Reformation verbunden war." Ein anderer fand im Reformationstag einen Anlass, "über die Wurzeln und Werte der freiheitlichen Gesellschaft nachzudenken."</div><div><br></div><div>Wow – das ist ja gewaltig, für was der Reformationstag hier alles herhalten muss. Wenn das Martin Luther gewusst hätte – vielleicht hätte er sich das mit dem Thesenanschlag noch mal überlegt.</div><div><br></div><div>Natürlich ist das alles nicht ganz falsch. Es ist aber auch nicht das, worum es Luther ging. Denn Luther war nun mal kein Politiker, sondern Theologe. Und es hätte ihm sicher wenig Freude bereitet, dass aus seinem theologischen Anliegen ein politisches gemacht wird.</div><div><br></div><div>Luthers Anliegen war tatsächlich die Freiheit – aber nicht die "freiheitliche Gesellschaft", sondern die Freiheit der Glaubenden. Darum war die Reformation eine echte Freiheitsbewegung. Aber es ging ihr eben weniger um politische Freiheit als um die Befreiung von kirchlicher Bevormundung – und zwar aufgrund eines theologischen Freiheitsbegriffs. Die Glaubenden sollten durch nichts anderes als ihren Glauben frei werden.</div><div><br></div><div>Die Kirchenvertreter haben diese theologische Botschaft nicht über die Lippen gebracht. Wahrscheinlich hatten sie große Sorge, damit nicht ernst genommen zu werden und kein Gehör zu finden. Aber könnte es nicht sein, dass gerade bei der theologischen Botschaft die Menschen die Ohren gespitzt hätten?</div><div><br></div><div>Ich meine: Haben wir es schon aufgegeben, mit unserer christlichen Freiheitsbotschaft Menschen anzusprechen? Sind wir schon so resigniert, dass wir nur noch die politische, historische oder kulturelle Rolle des christlichen Glaubens auszusprechen wagen? Rechnen wir gar nicht mehr damit, dass der Geist Gottes selbst sich durch unsere Worte Gehör verschaffen kann?</div><div><br></div><div>Natürlich kann man mit dem Geist Gottes nicht argumentieren. Aber man kann doch auch nicht ausschließen, dass er – auch wenn wir nicht wissen, wie er das macht – dass er etwas bewegt und dass das Unerwartete – man muss schon sagen: das Wunder! – geschieht, dass säkular geprägte Menschen aufhorchen.</div><div><br></div><div>So war es jedenfalls zu Pfingsten. Das sollten die Kirchenvertreter nicht vergessen. Denn wenn sie es vergessen – wer rettet dann den Pfingstmontag?</div><div><br></div><div>Ich weiß, wie schwierig es ist, in einer säkularen Welt Gehör zu finden, wenn man von Gott und vom Glauben redet. Gerade deshalb aber sollte man sich die Mühe machen, die gesellschaftliche und politische Relevanz des christlichen Glaubens aufzuzeigen.</div><div><br></div><div>Man könnte es doch so versuchen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die Reformation wollte die Menschen befreien – von kirchlicher Macht, Bevormundung und Abzocke. Außerdem von der Angst vor der Hölle und davon, sich als arme Sünder ganz klein und unbedeutend zu fühlen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Darum haben die Reformatoren Gott so verstanden, dass er von kirchlicher Macht, Bevormundung und Ablassleistung nichts hält. Er hält überhaupt von menschlichen Vorleistungen nichts, mit denen der Mensch sich bei ihm einschmeicheln will. Denn vor Gott hat keiner dem anderen etwas voraus. Alle Menschen sind unvollkommen und fehlerbehaftet.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die Toleranz Gottes geht sogar so weit, dass er auch dem schlimmsten Übeltäter mit Wohlwollen begegnet und ihn auf guten Wegen geleiten will. Natürlich soll er nicht an seinen Übeltaten festhalten. Tut er es dennoch, so nagelt ihn Gott nicht darauf fest. Wenn der Mensch seine Übeltaten bereut, gibt ihm Gott vielmehr immer wieder die Chance, ein sozialverträgliches Leben zu führen und unterstützt ihn sogar dabei.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die Reformatoren haben deshalb dazu eingeladen, sich auf eine vertrauensvolle und befreiende Beziehung zu Gott einzulassen. Diese Beziehung befreit von jedem religiösen Glaubens- und Leistungsdruck, weil Gott den Menschen mit all seinen Glaubenszweifeln und ethischen Verfehlungen akzeptiert. Alles, was Gott verlangt, ist, dass der Mensch sich ernsthaft darum bemüht, diesem voraussetzungslosen Wohlwollen und Geleit Gottes zu vertrauen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wer darauf vertraut, gewinnt psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber Angriffen und Überforderungen. Das kommt auch dem Wirtschaftsleben zugute. Denn im Vertrauen auf Gottes voraussetzungsloses Wohlwollen und Geleit relativieren sich Leistungsdruck und Konflikte, wodurch sich Versagens- und Verlustängste verringern. Das wiederum erhöht die Leistungsfähigkeit.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Das Vertrauen auf Gottes Wohlwollen und Geleit befreit auch dazu, nicht um jeden Preis und auf Kosten anderer um eigene Interessen kämpfen zu müssen. Die so Vertrauenden sind vielmehr offen gegenüber Andersdenkenden, kompromissbereit in Konflikten und friedenstiftend. Und diese Eigenschaften sind wichtig gerade auch in einer Welt, die zunehmend von weltanschaulichen Dualismen und Spaltungen geprägt ist.</i></span></div><div><br></div><div>Soweit mein Versuch, die gesellschaftliche Bedeutung der Reformation zu beschreiben. Natürlich ist das kein christliches Glaubensbekenntnis, denn wesentliche Glaubensinhalte fehlen. Es ist eine Botschaft für Säkulare, "Milch" und nicht "feste Speise" (1Kor 3,2). Und sicher könnte man auch ganz andere Worte finden. Zumindest aber ist dieser Versuch tolerant, sozialverträglich und wirtschaftsfreundlich.</div><div><br></div><div>Leider – das muss ich eingestehen – beschreibt mein Versuch nur sehr bedingt die christliche Wirklichkeit. Denn auch Christinnen und Christen bleiben hinter den Möglichkeiten zurück, die die Beziehung zu Gott ihnen bietet. Dafür gibt es unzählige schlimme Beispiele. Das ändert aber nichts daran, dass hier eine atemberaubende Möglichkeit eröffnet wird und dass dieses Leben zumindest in Ansätzen und zuweilen auch in überraschender Qualität verwirklicht wird.</div><div><br></div><div>Es ist vielleicht für die meisten Menschen in Deutschland schwierig, sich einen Gott vorzustellen, der auf der Erde Wirkungen hervorbringt und eine Beziehung zu uns Menschen pflegt, so dass wir auch zu ihm in Beziehung treten können.</div><div><br></div><div>Den Reformatoren jedoch war diese persönliche Beziehung entscheidend wichtig. Wenn sie auch vielen Menschen heute fremd ist: Die reformatorische Theologie gibt doch zumindest zu denken und eröffnet vielleicht sogar ein Gespräch – anders als die rein sozialpolitische Argumentation, die allseits bekannt ist und nur das wiederholt, was von arbeitnehmerfreundlichen Sozialpolitikern seit eh und je vorgebracht wird. Damit lockt man niemanden hinter dem Ofen hervor.</div><div><br></div><div>Die Sprecherin der Evangelischen Kirche in Deutschland hat gesagt, dass der Reformationstag "weit mehr als ein kirchlicher Feiertag" sei. Sie hat Recht damit. Er ist es aber nicht aus sozialpolitischen Gründen, sondern aus theologischen. Er ist nämlich ein Tag, der allen, die sich auf die Leitlinie der Reformatoren einlassen, Lebenshilfe gewährt: Dieses Lebensprogramm stabilisiert die menschliche Psyche, befreit von Bevormundung und von übermäßigem Streben nach Anerkennung. Es dient deshalb auch der Gesellschaft.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">https://www.evangelisch.de/inhalte/248350/08-10-2025/ekd-lehnt-debatte-um-reformationstag-ab-cdu-mittelstand-stellt-arbeitsfrei-am-3110-infrage. Die wörtlichen Zitate sind diesem Artikel entnommen.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.domradio.de/artikel/ueberlegungen-zum-reformationstag-als-feiertag-weiten-sich-aus</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.evangelisch.de/inhalte/248355/08-10-2025/debatte-um-reformationstag</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.deutschlandfunk.de/cdu-politikerin-connemann-regt-abschaffung-des-evangelischen-reformationstags-an-102.html</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://rundblick-niedersachsen.de/connemann-stellt-reformationstag-als-arbeitsfreien-feiertag-in-frage</span><br></li></ul></div><div><br></div><div>	</div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: wal_172619 auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 16 Oct 2025 08:16:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Vom Kampf der Glaubenden]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000289"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Vom Kampf der Glaubenden</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie Leid und Wohlergehen zusammenhängen</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/10/2025</span></div><div><br></div><div>Wir verstehen den christlichen Glauben oft als ein Wohlgefühl, ein befreites Glücklichsein, ein Geborgensein in der Ungeborgenheit der Welt. Daran ist zweifellos etwas Wahres. Dieses Wahre gibt es aber nur in einer tiefen Gebrochenheit.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube schenkt kein beständiges Wohlergehen. Kein glaubender Mensch lebt in anhaltender Hochstimmung; es geht ihm nicht dauerhaft gut. Zu glauben heißt nicht, dass wir uns aller Probleme entledigen können, indem wir sie "bei Gott ablegen". Auch im Glauben – manchmal gerade im Glauben und um des Glaubens willen – gibt es Ängste, Sorgen und depressive Stimmungen.</div><div><br></div><div>Zwar vertrauen wir darauf, in Gottes gütiger Hand zu sein. Aber wir machen die Erfahrung, dass diese Hand uns nicht vor allem Ungemach und Unheil bewahrt. Im Gegenteil: Diese gütige Hand kann schwer auf uns lasten (Ps 32,4). Sie kann es zulassen, dass großes Leid uns trifft. Wir verstehen nicht, warum das geschieht. Wir verstehen diesen Gott nicht. Er, der doch unser Freund sein will (Joh 15,13-15), begegnet uns als Feind, der mit Pfeilen auf uns schießt und schmerzhafte Wunden reißt (Ps 38,3f; Hi 6,4; 16,12f).</div><div><br></div><div>"Der Jünger steht nicht über dem Meister", sagte Jesus (Mt 10,24a). Er meinte, dass es denen, die ihm nachfolgen, nicht besser ergehen kann als ihm selbst. Der Meister lebte nicht im Reichtum, hatte nur sehr begrenzten Verkündigungserfolg, erweckte Anstoß bei den Autoritäten, wich nicht zurück und wurde schließlich schändlich und qualvoll von ihnen hingerichtet. Sollten die, die ihm nachfolgen, etwas Besseres erwarten?</div><div><br></div><div>Nach der Hinrichtung Jesu erst zeigte sich, dass in diesem scheinbar gescheiterten Leben Gott am Werk gewesen war. Jesus selbst hat das, am Kreuz hängend, nicht mehr deutlich und tröstend wahrnehmen können: Er fühlte sich von Gott verlassen (Mk 15,34; Mt 27,46).</div><div><br></div><div>Erst am dritten Tag – eine Ewigkeit später, denn tausend Jahre sind bei Gott wie ein Tag (2Petr 3,8) –, erst am dritten Tag zeigte sich, dass nicht das Wirken des Hingerichteten, sondern seine Hinrichtung erfolglos blieb. Der Ermorderte lebte, sein bescheidenes Werk setzte sich fort und wurde groß, seine ungehörten Worte wurden in die ganze Welt getragen. So durchdringt sein Geist bis heute Menschen und Dinge und verwandelt die Welt.</div><div><br></div><div>Doch am Kreuz fühlte der einsam Sterbende, von Gott und Menschen Verlassene das nicht.</div><div><br></div><div>Wir stehen nicht über unserem Meister. Es ist wichtig, dass wir auf das Leid gefasst sind. Unser Leben im Glauben ist auch ein Leben im Leid – und zugleich in der Hoffnung. In Sorgen, Schmerzen und Ängsten hoffen wir auf das heilvolle Handeln Gottes. Ein vom Leid befreites, herrliches Leben ist uns erst für später verheißen.</div><div><br></div><div>Denn wir stehen auch nicht unter unserem Meister (Mt 10,25a). Das Leiden und Sterben Jesu war zugleich Heil für die Welt. Ähnlich ist es auch bei uns. Sterben wir mit ihm, so werden wir auch mit ihm den Tod überwinden (Röm 6,8). Dienen wir ihm, so wird unser Dienst nicht umsonst sein. Verkündigen wir ihn mit Worten und Taten, so wird sein Wort nicht leer zu ihm zurückkehren (Jes 55,11).</div><div><br></div><div>Oft sehen wir davon nichts. Unsere Worte verhallen. Die Welt stürzt ins Dunkel. Wir fühlen uns von Gott verlassen, erleben unsere Schwäche, Ohnmacht und Zweifel. Wir erleiden Krankheiten und Schmerzen. Das alles widerstrebt uns. Wir verstehen es nicht, klagen, jammern, verzweifeln. Wir kämpfen, schwanken, stürzen ab, richten uns mühsam wieder auf – werden aufgerichtet. Entgegen unseren schmerzlichen Erfahrungen und trüben Gefühlen vertrauen wir darauf, dass Gott Gutes wirken wird. Wir beten, vertrauen, bekennen uns zitternd und zagend zum rettenden Gott – und wissen nicht, wann der nächste Absturz kommt.</div><div><br></div><div>Irgendwann kehrt Ruhe ein, vielleicht nach Jahren des Kampfes. Die Fragen sind noch da, aber sie haben ihr drückendes Gewicht verloren. Wir geben den Widerstand auf, ergeben uns dem uns bestimmten Weg mit allem Schweren, das uns auferlegt ist. Wir nehmen unsere Aufgabe an, unter Entbehrungen und Schwachheit der Welt den gekreuzigten und auferstandenen Herrn zu bezeugen. Wie sollte es uns besser ergehen als ihm? Wir überwinden nur so, wie er überwunden hat. Das ist unsere Bestimmung.</div><div><br></div><div>Wohl dem, dessen Leid Gott begrenzt. Wohl dem, dessen Leben lange glückliche Zeiten hat. Wohl aber auch dem, der viel leiden muss. Vielleicht ist er dem gekreuzigten Herrn näher als diejenigen, denen es geschenkt ist, meist froh und schmerzfrei durchs Leben zu gehen. Aber durch beide kann Gott Erstaunliches wirken.</div><div><br></div><div>Erkennen werden wir das erst, wenn wir bei ihm das ungebrochene Glück gefunden haben und alles Verborgene offenbar werden wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 14:49:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was ist wirklich mit der Entrückung der Glaubenden gemeint?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000288"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was ist wirklich mit der Entrückung der Glaubenden gemeint?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/09/2025</span></div><div><br></div><div>Der südafrikanische Pastor Joshua Mhlakela <span class="imUl"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=bSfKjB9xkPM" target="_blank" class="imCssLink">prophezeite Mitte Juni auf YouTube</a></span>, dass am 23. oder 24. September Jesus wiederkäme und die Entrückung der Gläubigen in den Himmel vollzogen würde. Er habe diese Offenbarung in einem Traum empfangen. Die Prophezeiung löste vor allem bei amerikanischen Evangelikalen große Erregung aus.<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></div><div><br></div><div>Unter dem Hashtag <span class="imUl"><a href="https://www.tiktok.com/tag/rapturetok" target="_blank" class="imCssLink">#raptureTok</a></span> gab es auf TikTok zigtausende Reaktionen darauf. Menschen bereiteten sich auf den Weltuntergang vor. Eine Frau behauptete, ihr Haus verkauft zu haben. Eine andere berichtete, sie sei im Moment der Entrückung nach oben geschwebt und hätte Jesus Christus an ihrer Hand gespürt. Ein Video zeigt eine Menschenmenge, die unter anhaltendem Jubel in einem Wald stehend nach oben in die Sonne schaut, von wo sie Jesus Christus erwartete.</div><div><br></div><div>Wir sind als Menschen offensichtlich anfällig für solch kollektive Hyper-Erregungen. Andere Reaktionen auf TikTok wollen vielleicht auch nur Klicks generieren oder den Hype politisch missbrauchen. So gab es Spekulationen, dass der kürzlich bei einem Attentat ermordete rechtskonservative US-Aktivist Charlie Kirk während der Entrückung als Märtyrer von den Toten auferstehen werde.</div><div><br></div><div>Aber was hat es eigentlich mit dem biblischen Phänomen der Entrückung auf sich?</div><div><br></div><div>Der Apostel Paulus geht in seinem 1. Thessalonicherbrief auf die endzeitliche Entrückung ein. Von Paulus wissen wir, dass er die Wiederkunft Christi in Bälde erwartete und auch meinte, er werde sie selbst noch erleben (1Kor 15,51f). In 1Thess 4,16f will er einer jüdisch-apokalyptischen Vorstellung widersprechen, wonach die bei der Ankunft des Messias Lebenden "weitaus seliger sind als die Gestorbenen" (4Esr 13,24, eine apokalyptische Schrift).<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span> Deshalb stellt er fest, dass die Glaubenden, die bei der Wiederkunft Christi noch leben, denen nichts voraus haben, die schon vorher gestorben sind (1Thess 4,16f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Er selbst, der Herr, wird bei dem Befehlsruf, bei der Stimme des Erzengels und bei [dem Schall] der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Dann werden wir, die Lebenden, die [bis zur Wiederkunft Christi] Übrigbleibenden, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken zur Begegnung mit dem Herrn in der Luft. Und so werden wir allezeit beim Herrn sein.</span></i></span></div><div><br></div><div>Paulus hält also fest, dass zuerst die bereits verstorbenen Glaubenden auferstehen werden. Danach werden die noch lebenden Glaubenden, zu denen er auch sich selbst zählt, zugleich mit ihnen aus der zeitlichen Dimension unserer Welt entrückt werden, um dem ewigen Christus zu begegnen und ewig bei ihm zu bleiben.</div><div><br></div><div>Demnach wird bei der Begegnung mit Christus keiner dem anderen etwas voraus haben. Der ewig existierende Christus kommt von Gott her zu uns und die in diesem Moment Lebenden gehen ihm zusammen mit den Verstorbenen entgegen.</div><div><br></div><div>Das sind Vorgänge, die unsere Vorstellungskraft übersteigen. Schon Ewigkeit ist für uns nicht vorstellbar. Darum können wir uns auch nicht vorstellen, wie wir in die Ewigkeit Gottes aufgenommen werden. Was am Ende geschieht, kann also nur gleichnishaft in Bildern ausgedrückt werden.</div><div><br></div><div>Zur Zeit Jesu stellte man sich den Himmel, in dem Gott sich aufhielt, oben vor. Dieser oben befindliche Himmel war für die Menschen ein unerreichbarer Ort. Heute ist der Himmel von uns erkundet, und wir wissen, dass es im Weltall kein unten und oben gibt. Niemand mehr wird Gottes Aufenthaltsort über den Wolken vermuten. Darum werden wir auch nicht annehmen, dass wir, um Christus "in der Luft" zu begegnen, "in den Wolken" nach oben schweben werden.</div><div><br></div><div>Das alles ist bildliche Redeweise. Die Bibel drückt damit aus, dass die Begegnung mit Christus für uns selbst nicht zu bewerkstelligen ist. Wir können Christus nicht aus eigener Kraft begegnen, sondern werden bei der Begegnung mit ihm unserem irdischen Bereich entrückt.</div><div><br></div><div>Dasselbe gilt für den "Befehlsruf", die "Stimme des Erzengels" und den "Schall der Posaune". Man muss darin keine Schilderung geschichtlicher Ereignisse sehen. Viel wichtiger ist die Bedeutung, die darin steckt: Es ergeht ein unwiderruflicher Befehl Gottes, der ein für allemal sein ewiges Reich aufrichtet. Dass der Erzengel diesen Befehl weitergibt, beschreibt die Größe und Herrlichkeit Gottes, der die Arbeit nicht selber tun muss. Es ereignet sich also etwas Großes, Königliches, und darum erschallt eine Posaune.</div><div><br></div><div>Ob bei diesem Vorgang wirklich so etwas wie eine Posaune erschallen wird – es geht, wohlgemerkt, um den Eingang in die Ewigkeit –, ist völlig zweitrangig gegenüber der königlichen Herrlichkeit, die von Gott ausgesagt werden soll.</div><div><br></div><div>Eine wichtige Stelle im Zusammenhang mit der Entrückung ist im Alten Testament die Entrückung des Henoch. Henoch wird im Stammbaum von Adam bis Noah genannt, und von ihm wird gesagt (1Mo/Gen 5,24):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Henoch wandelte mit Gott, und auf einmal war er nicht mehr da; denn Gott hatte ihn hinweggenommen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das wird im neutestamentlichen Hebräerbrief aufgegriffen, wo es heißt (Hebr 11,5):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Aufgrund von Glauben wurde Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sieht, und er wurde nicht [mehr] gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte. Denn vor der Entrückung hat er das Zeugnis empfangen, dass Gott an ihm Wohlgefallen habe.</span></i></span></div><div><br></div><div>Hier beschreibt die Entrückung kein Entschweben eines Menschen am Ende der Zeiten, sondern das Hinwegnehmen eines Menschen durch Gott, so dass er auf Erden nicht mehr auffindbar war.</div><div><br></div><div>Was uns die Vorstellung von der Entrückung eigentlich sagen will, wird in der Theologie meist umgangen. Man kann damit offensichtlich nicht viel anfangen.</div><div><br></div><div>Immerhin hat aber Karl Barth versucht, ihr eine Bedeutung abzugewinnen. Er stellte die Entrückung Henochs in eine Reihe mit anderen merkwürdigen Beschreibungen der Bibel, nach denen der Tod eines Menschen in besonderer Weise qualifiziert wird.<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span> Es wird zum Beispiel von Mose berichtet, dass er nach Gottes Willen im Lande Moab starb und dort von Gott selbst begraben wurde, so dass bis heute niemand sein Grab kennt (5Mo/Dtn 34,5f).</div><div><br></div><div>Barth deutete dies und die Entrückung des Henoch so: Sobald Gott selbst im Tod eines Menschen aktiv wird, verliert der Tod seinen Vernichtungscharakter und Schrecken, die am Grab des Menschen deutlich werden. Barth schrieb:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Henoch [...] selbst sieht die Krisis des Todes nicht, und so wird er auch von keinem Anderen in dieser Krisis gesehen. Er war auf einmal nicht mehr da: nicht mehr unter den Lebenden, aber auch nicht da, wo sonst jeder Mensch am Ende seines Lebens zu finden ist, nicht im Ringen mit der [...] Frage nach seinem Nachher. Sie ist durch Gottes Gegenwart und Eingreifen unmittelbar beantwortet. Er ist nicht durch den Tod, sondern durch Gott aus diesem Leben hinweggenommen. Immerhin: daß er nachher nicht mehr da war, der Gemeinschaft der Lebendigen nicht mehr angehörte, [...] das ist mit dem Allem auch von ihm gesagt – und damit indirekt aber faktisch doch auch dies, daß er wie Mose gestorben ist.</span></i></span></div><div><br></div><div>Henoch ist gestorben – aber der Tod bedeutete für ihn keine Krise. Man beachte: Barth verliert sich nicht in Diskussionen darüber, ob und wie denn die Entrückung Henochs tatsächlich geschehen sei. Es geht nicht um ein Mirakel, bei dem Henoch plötzlich unsichtbar geworden ist. Wichtig ist vielmehr die Bedeutung der biblischen Schilderung, nämlich dass der Tod nicht voll Angst und Schrecken sein muss, sondern im Glauben an das Eingreifen Gottes auch getrost hingenommen werden kann.</div><div><br></div><div>Die zahllosen Reaktionen und Gefühlsausbrüche nach der Prophezeiung der Entrückung auf TikTok zeigen offensichtlich die Sehnsucht vieler Menschen nach Erlösung, aber auch ihre Ängste vor dem Tod.</div><div><br></div><div>Darum ist es wichtig, dass die biblischen Schilderungen nicht ein geschichtliches Ereignis in den Mittelpunkt stellen – es gibt nur sehr wenige Stellen, die von der Entrückung sprechen. Das Zentrum des biblischen Redens von der Entrückung erkennt man erst, wenn man seine <span class="fs14lh1-5"><b>Bedeutung </b></span>ernst nimmt: Es kann die Angst vor dem Tod nehmen und einem ruhigen, hoffnungsvollen Sterben den Weg ebnen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Siehe hierzu https://www.sonntagsblatt.de/artikel/menschen/tiktok-entrueckung-problematische-endzeit-prophezeiungen-im-rapturetok-trend.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Siehe Eckart Reinmuth: Der erste Brief an die Thessalonicher. In: Die Briefe an die Philipper, Thessalonicher und an Philemon. Das Neue Testament Deutsch, Teilband 8/2. Vandenhoeck & Ruprecht, 18. Aufl. Göttingen 1998. S. 145f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Siehe Karl Barth: Die Kirchliche Dogmatik. Band III/2. Theologischer Verlag Zürich. Zürich 1948. S. 773f. Das folgende Zitat findet sich auf S. 774.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Meir L auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 27 Sep 2025 10:59:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was kommt vor dem Krieg?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000287"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was kommt vor dem Krieg?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Reinhold Schneider über Kriegsmentalität und deren Überwindung</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 20/09/2025</span></div><div><br></div><div>Leben wir in einer Vorkriegszeit? Wiederholen sich – in abgewandelter Form und in einer gänzlich anderen politischen Situation ‒ manche Mentalitäten und psychische Transformationen, die auch zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg zu beobachten waren?</div><div><br></div><div>Diese Frage ist auch für Christinnen und Christen relevant. Denn Gott hat sie in die Welt gestellt, damit sie ihm und seinen Geschöpfen dienen. Das heißt auch, sich für Frieden auf Erden einzusetzen.</div><div><br></div><div>Eine kleine Schrift des katholischen Schriftstellers Reinhold Schneider lässt mich in diesem Zusammenhang nicht los. Er lebte von 1903 bis 1958, leistete Widerstand gegen den Nationalsozialismus und gegen den Krieg, danach gegen die Forderungen nach einer Wiederbewaffnung Deutschlands schon kurz nach dem Ende des Weltkriegs. 1956 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Das Verschwinden der Erinnerungen an den Krieg</div><div><br></div><div>Schneiders Schrift "Die Macht der Friedfertigen" aus dem Jahr 1945 beginnt mit den Worten:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zu den auffälligsten Erscheinungen der verwirrten, vieldeutigen Zeit, die dem ersten Weltkrieg unmittelbar folgte, gehört das Verschwinden der Erinnerungen an den Krieg.</span></i></span></div><div><br></div><div>Mir scheint, wir sind wieder an einem Punkt angekommen, an dem die Erinnerungen an den Krieg verschwunden sind. Sonst könnten nicht so bedenkenlos, so selbstverständlich, so alternativlos Maßnahmen gefordert werden, die das Risiko eines Weltkriegs immer mehr vergrößern. Man spricht darüber manchmal geradezu gut gelaunt im politischen Plauderton, als ginge es um eine politische Entscheidung neben vielen anderen, die unser Leben verbessern. Das Risiko eines Weltkriegs scheint keinen Schrecken zu verbreiten.</div><div><br></div><div>Würde man sich wirklich des millionenfachen Kriegleids erinnern, dann könnte man nicht die Eskalationsspirale immer weiterschrauben und den Weltkrieg dabei in Kauf nehmen. Die Forderungen, die Westeuropa in den Krieg hineinziehen würden, mehren sich. Doch nur wer sich die Grauen des Krieges nicht vor Augen hält, kann ihn ins Auge fassen, ohne dabei in Abscheu, Entsetzen und Trauer zu verfallen.</div><div><br></div><div>Ein Bundestagsabgeordneter einer der Regierungsparteien forderte jüngst <span class="imUl"><a href="https://x.com/Rkiesewetter/status/1965557518081347974" target="_blank" class="imCssLink">auf der Plattform X</a></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Russische Drohnen fliegen nach Polen und Moldau. Solidaritätsbekundungen sind fehlplatziert. Endlich mit Konsequenz und Härte antworten! Gesülze von Friedensverhandlungen muss aufhören. Es muss jetzt Taurus und massive mil. Unterstützung für die Ukraine erfolgen, denn Russland nährt sich durch unsere Schwäche. Russland und CRINK [China, Russland, Iran, Nordkorea] muss gestoppt werden! Die Ukraine so ausstatten, dass sie die Russen zurückdrängen kann inkl. Angriffe auf militärisch relevante Ziele in Russland. Unser Frieden in Freiheit und Selbstbestimmung werden von Russland ausgetestet und sind massiv in Gefahr.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es gibt offensichtlich mehrere – oder sogar viele? – Abgeordnete, die mit dem Feuer eines Weltkriegs spielen. Ein Abgeordneter einer Oppositionspartei, zugleich einer der Vizepräsidenten des Bundestags, <span class="imUl"><a href="https://x.com/nouripour/status/1965696463331266873" target="_blank" class="imCssLink">stimmte ihm zu</a></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sehr richtig, lieber Kollege. Setzen wir es gemeinsam durch. Nicht nur hier, sondern auch im Parlament. </span></i></span></div><div><br></div><div>Das erinnert mich an ein erschreckendes Wort von Erich Maria Remarque:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist kaum zu glauben. Aber wir müssen davon ausgehen, dass es Menschen gibt, die den Weltkrieg, und das heißt den Atomkrieg, nicht scheuen ‒ ja, die ihn wollen, wenn es um die Verteidigung von "Frieden in Freiheit und Selbstbestimmung" geht.</div><div><br></div><div>Wie ganz anders klingt doch Jesu Wort (Mt 5,44.46-48):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne [und Töchter] eures Vaters in den Himmeln seid! [...] Denn wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder [und Schwestern] grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden dasselbe? Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die übersteigerte Glorifikation heimatlicher Werte</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider analysiert die Situation nach dem Ersten Weltkrieg weiter:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Eine irregeleitete, übersteigerte Glorifikation heimatlicher Werte ‒ die deren eigentlichen Ernst und Adel von Anfang an mißverstand und mißbrauchte und in der Folge verderben mußte ‒, meldete sich an.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die "heimatlichen Werte" heute sind unter anderem Demokratie, staatliche Souveränität und freie Marktwirtschaft. Es sind hohe Werte, die uns wichtig geworden sind. Doch sie rechtfertigen keinen Weltkrieg mit millionenfachem Leid und Tod. Auch ein Leben ohne freie Marktwirtschaft und womöglich bei reduzierten materiellen Besitztümern kann glücklich sein.</div><div><br></div><div>Ein Leben unter Diktatur und Fremdherrschaft bringt sicher Leid mit sich. Doch auch Jesus lebte unter Diktatur und Fremdherrschaft und hat mit keinem Wort zum gewaltsamen Aufstand aufgerufen. Er wusste um das Leid, das Gewalt und Krieg zur Folge haben.</div><div><br></div><div>Nicht lange nach seinem Tod, im Jahre 66, kam es zu einem Aufstand gegen die römische Besatzung, der vier Jahre andauerte. Dieser sogenannte "Jüdische Krieg" endete in einem Desaster: Nach Schätzungen starben etwa ein Drittel der Bevölkerung Judäas. An die 100.000 Menschen sollen versklavt worden sein. Viele Einwohner Jerusalems wurden ermordet, versklavt oder deportiert, der Tempel wurde zerstört. Nach dieser Tragödie verließen viele Juden ihre Heimat und gingen in die Diaspora.</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider hält fest, dass auch heimatliche Werte nicht glorifiziert und ihr "eigentlicher Ernst und Adel" nicht missverstanden oder missbraucht werden darf. Das gilt auch für die hohen Werte Demokratie, Souveränität und Marktwirtschaft. Sie werden dann missverstanden und missbraucht, wenn ihnen Millionen von Menschen, vielleicht die ganze Menschheit, geopfert wird. Denn dann dienen diese Werte nicht mehr dem Menschen, sondern der Mensch dient ihnen. Dass dadurch der "Ernst und Adel" dieser Werte in sein Gegenteil verkehrt wird, hat Jesus am Beispiel des Sabbats verdeutlicht (Mk 2,27):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen worden und nicht der Mensch um des Sabbats willen.</span></i></span></div><div><br></div><div>So sollen auch Demokratie, staatliche Souveränität und Marktwirtschaft den Menschen dienen und nicht die Menschen der Demokratie, staatlichen Souveränität und Marktwirtschaft.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Das veränderte Empfinden gegenüber Krieg und Gewalt</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider hält uns weiter das Geschehen vor dem Zweiten Weltkrieg vor Augen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Kriegsbücher schlugen in die Stunde und erreichten einen ungeahnten, fast beispiellosen Erfolg. Wer wirklich mit seinem Volke lebte, in jener Gemeinschaft geistig-geschichtlichen Lebens, [...] konnte diesen Vorgang nicht ohne schwere Ahnungen beobachten. Sind es doch solche Veränderungen der Denk- und Empfindungsweise, die geschichtliche Veränderungen in der Tiefe vorbereiten [...]. Es war ein Vorgang, der sich wohl in der ganzen Welt in geheimnisvoller Gleichzeitigkeit abspielte.</span></i></span></div><div><br></div><div>Heute sind es weniger Bücher, sondern eher die Print-, Funk- und Digitalmedien, die die Denk- und Empfindungsweise vieler Menschen verändern und damit geschichtliche Veränderungen vorbereiten. So wird auch die mögliche Notwendigkeit eines Krieges in die Bevölkerung getragen. Wenn der Befehl zum Führen des Kriegs dann gegeben wird, ist das Volk bereits darauf eingestimmt. Auf diese Weise wurde innerhalb kürzester Zeit nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine das Fühlen und Denken unzähliger Menschen beeinflusst, ja umgedreht.</div><div><br></div><div>Die Folge dieser inneren Veränderungen des Fühlens und Denkens sind äußerliche Veränderungen der durchsetzbaren Politik. Denn kein Krieg kann ohne die Zustimmung und Beteiligung der Bevölkerung geführt werden.</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider zufolge vollzogen sich diese Veränderungen zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg "in der ganzen Welt in geheimnisvoller Gleichzeitigkeit". Auch in den letzten Jahren scheint die Bereitschaft zu Gewalt und Krieg weltweit gestiegen zu sein, wie die vielen Kriege und gewaltsamen Angriffe auf die Demokratie zeigen. Das ziellose Töten im Gazastreifen mit dem Segen der Vereinigten Staaten ist dafür nur das erschreckendste Beispiel.</div><div><br></div><div>Auch für Christinnen und Christen ist die Versuchung groß, sich den jeweiligen Wortführern und wechselnden gesellschaftlichen Strömungen anzuschließen. Paulus aber rief dazu auf, sich nicht danach auszurichten, was gerade in der Welt gültig ist, sich also nicht von der Welt, sondern von Gott verändern zu lassen und auf diese Weise das Gute und Gott Wohlgefällige zu tun (Röm 12,2).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Die Flucht in den Krieg</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider sah den Grund für die Veränderungen, die sich äußerlich in der Politik vollzogen, in den Veränderungen, die sich im Inneren der Menschen vollzogen. Folglich bestand für ihn die zentrale Aufgabe darin, das Innere der Menschen, ihr Fühlen und Denken, zu klären:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Wollen wir die Zeit im ganzen begreifen, so können wir die innere Geschichte nicht von der äußeren lösen [...]. Dafür zu sorgen, daß dieses Innere zur Klarheit gelange und sich seiner Verantwortung bewußt werde, scheint uns die Aufgabe vor allen Aufgaben zu sein: diejenige, an deren Lösung zu arbeiten in einem jeden Falle möglich und notwendig ist. Damals geschah das Merkwürdige, daß Menschen, die niemals kriegerische Gelüste gekannt hatten, plötzlich an allem, was vom Kriege berichtet wurde, leidenschaftlichen Anteil nahmen [...]. Die Ursache lag tief: in Wahrheit war der Krieg nicht bewältigt worden. [...] Die Menschen hatten es in all der Unrast nicht gelernt, Gedanken des Friedens zu denken. Auf der Flucht von einer Erscheinung zur andern gerieten sie endlich wieder auf die Schlachtfelder und unter die Grabkreuze, deren endlose Reihen sich stumm über ganze Länder zogen. Die Menschen waren von Wahn zu Wahn geflüchtet; nun flohen sie in den Krieg. Die </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Flucht in den Krieg</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> ist ein Faktum des inneren Lebens [...]. Wer die Geschichte der letzten Jahrzehnte verstehen will, muß die Flucht in den Krieg als einen wesentlichen Beitrag aufgewühlter, zerrissener Seelen in Anschlag bringen. [...] Wo aber Gefahr ist, daß den Menschen der Krieg als Lebensform erscheint; daß die Gedanken immer wieder zu ihm zurückfließen wie in einen ziehenden Strudel: da wird die zerstörte Seele unfehlbar zur geschichtlichen Macht.</span></span></i></div><div><br></div><div>Schneider zufolge bestand das große Interesse am Krieg darin, dass der Erste Weltkrieg nicht bewältigt worden war. Aber wie kann Krieg jemals "bewältigt" werden? Jedenfalls nicht, indem man ihn verdrängt und zu vergessen versucht. Eher so, dass man sich sein Grauen beständig vor Augen hält und dadurch das Wissen bewahrt, dass alles dafür getan werden muss, ihn zu verhindern. Nur so bewahrt man sich innere Klarheit, einen Realismus dessen, was Krieg bedeutet, so dass man nicht ideologisch vernebelt von etwas spricht, was man nicht kennt.</div><div><br></div><div>Der Zweite Weltkrieg und die damit verbundene Schuld wurde in Deutschland lange Zeit in Erinnerung gehalten. Doch ist die Erinnerung nach vielen Jahrzehnten offensichtlich verblasst. Denn wer in entspanntem Gespräch immer neue Eskalationen fordert und dem Weltkrieg dabei näherkommt, weiß offensichtlich nicht, wovon er spricht.</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider fand den Grund für die Kriegsbereitschaft in den Tiefen der Seele, nicht an der Oberfläche der rationalen Argumentation. Er hat offenbar wie Dietrich Bonhoeffer erfahren müssen, dass rationales Argumentieren nicht greift. Denn die Entscheidung über die Kriegsbereitschaft fällt nicht auf der Ebene der Vernunft, sondern auf der Ebene der Seele.</div><div><br></div><div>Für die "aufgewühlten, zerrissenen Seelen" aber diagnostizierte Schneider eine "Flucht in den Krieg" – Seelen, die in "Unrast" lebten, die rastlos zwischen den "Erscheinungen", den Bildern und Ideen, umherirrten "von Wahn zu Wahn" und am Ende keinen anderen Fluchtpunkt fanden als den Krieg. So wurde der Krieg zur "Lebensform" und "die zerstörte Seele unfehlbar zur geschichtlichen Macht".</div><div><br></div><div>Ich frage mich, ob wir nicht auch heute in solcher Orientierungslosigkeit leben: eine Rastlosigkeit, in der viele Menschen von einer Zerstreuung zur anderen, einem Disput zum anderen, einer Idee zur anderen fliehen, ohne einmal innezuhalten und sich auf das Ganze und das Wesentliche zu besinnen. Gibt es eine Flucht vor der Ruhe, vor der Besinnung, vor dem In-sich-Gehen, weil es als belastend erfahren wird? Reinhold Schneider sprach von der Notwendigkeit,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">in den Abgrund der Selbsterkenntnis zu dringen. Wo ein solches Bemühen am Werke ist, kann es nicht ohne Achtung, ohne Fortwirkung bleiben, und wo die Worte "mea culpa" [meine Schuld] mit der Erschütterung der Einsicht gesprochen werden, da müssen sie Widerhall erwecken.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Selbsterkenntnis kann ein Abgrund sein – aber durch diesen Abgrund zu gehen, ist ein Segen. Wer in den Abgrund der Selbsterkenntnis schaut, begegnet seiner eigenen Schuld. Niemand kann sich von ihr freisprechen. Und wer die Schuld nur beim anderen, beim "Feind" sucht, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er sich nicht der eigenen Mitschuld an dem Konflikt verschließt.</div><div><br></div><div>Von Jesus wird einmal berichtet, dass es ihm zu Herzen ging und er im Innersten Anteil nahm, als er die Menschen sah; denn sie waren abgekämpft und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben (Mt 9,36). Könnte es sein, dass viele Menschen sich in unserer übersättigten Welt so müde, sinnentleert und verloren fühlen, dass sie sich nach einer Belebung sehnen, nach einer höchsten Tat, einer mit scheinbar unverlierbarem Sinn erfüllten Vitalität, die sie nur im Krieg noch finden können?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Der Krieg als Lebenssinn</div><div><br></div><div>Der Krieg wäre dem Menschen dann der einzige noch verbliebene Lebenssinn. Reinhold Schneider vermerkte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Krieg ward zum Lebenssinn, des Menschen Wert an der Leistung für den Krieg bemessen, von ihm her bestimmt [...]; der Krieg war gleichsam zur Person, und zwar zu einer geheiligten, geworden und suchte sein Leben von Stunde zu Stunde zu verlängern – um einen jeden Preis. Es schien sinnlos, ja unmöglich, noch einmal jenseits des Krieges leben zu wollen. Nach dieser Richtung jedenfalls zielte die Ideologie des Krieges; er selber sollte weniger gefürchtet werden als sein Ende. Dieses sollte nicht vorstellbar sein. Als sein Ende verkündete die geheiligte Person des Krieges das Nichts.</span></i></span></div><div><br></div><div>Schneider beschreibt hier die Geisteshaltung während des Krieges. Dennoch erinnern seine Ausführungen an unsere gegenwärtige Situation. Wird nicht der Krieg von nicht wenigen um jeden Preis gefordert, wenn nicht der "Feind" kapituliert? Ist der Krieg, wenn das nicht geschieht, für viele nicht zu einer heiligen Notwendigkeit geworden? Werden nicht diejenigen als pazifistische Träumer bezeichnet, die ohne den Krieg meinen leben zu können? Fordert die Ideologie des Krieges nicht, ihn selber weniger zu fürchten als sein Ausbleiben? Wird nicht das Ausbleiben des Krieges als tödliche Gefahr, als Untergang, als Fallen des Lebens ins Nichts dargestellt?</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider veranschaulicht das Empfinden und Denken, das dem Krieg verhaftet ist, an einem Erlebnis:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">An einem stillen Sonntag waren wir einmal Zeuge, wie ein Offizier eine der schönsten heimatlichen Landschaften, die er als Erholungsreisender besuchte, aufnahm. Er sah keine Landschaft, nur die strategischen Möglichkeiten des Geländes: Höhenzüge, Straßen, Schluchten und Wasserläufe mochte er mit ungewöhnlicher Schärfe erkennen. Aber ihm entging der große Lebenszusammenhang, der von einem Stromufer zum andern hinüberspielte und die an beiden Ufern in großartigen Linien dahinwallenden Gebirge einander verschwisterte; ihm entging der Friede der Bäume, das tausendfältige Weben im Grase, der fernherwehende Duft der Weinblüte, der Wandel des Lichts, die gewaltige Stille, in der das Land sich aussagte. Was ist einem solchen Auge – einem armen Auge gewiß! – die Welt? Sie ist eine Mappe, die mit Generalstabskarten gefüllt ist; Völker werden erforscht mit Rücksicht auf die militärischen Kräfte, die aus ihnen gelöst werden können, Länder nach Stoffen, die sie der Kriegswirtschaft liefern, der Mensch wird angesehen als Waffe.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Je nachdem, was unser </span><span class="fs14lh1-5">Inneres</span><span class="fs14lh1-5"> bestimmt, nehmen wir die </span><span class="fs14lh1-5">Welt</span><span class="fs14lh1-5"> wahr. Ich frage mich manchmal: Was </span><span class="fs14lh1-5">empfinden</span><span class="fs14lh1-5"> diejenigen, bei denen die Befürwortung des </span><span class="fs14lh1-5">Krieges</span><span class="fs14lh1-5"> so viel Raum einnimmt, wenn sie sich in der </span><span class="fs14lh1-5">Natur</span><span class="fs14lh1-5"> bewegen? Was nehmen sie vom </span><span class="fs14lh1-5">Leben</span><span class="fs14lh1-5"> in der Natur wahr? Was nehmen sie an anderen </span><span class="fs14lh1-5">Menschen</span><span class="fs14lh1-5"> wahr? Erleben sie etwas von der </span><span class="fs14lh1-5">Schönheit</span><span class="fs14lh1-5"> der Schöpfung, die der Krieg </span><span class="fs14lh1-5">zerstören</span><span class="fs14lh1-5"> würde? Empfinden sie noch die </span><span class="fs14lh1-5">Schönheit</span><span class="fs14lh1-5"> der </span><span class="fs14lh1-5">Menschen</span><span class="fs14lh1-5"> in ihrer inneren und äußeren </span><span class="fs14lh1-5">Vielfalt</span><span class="fs14lh1-5">? Können sie sich wirklich erfreuen am Lachen der Kinder und am Glück der Verliebten? ‒ beides würde ein Krieg auslöschen! Was ist ihnen das Leben der Menschen-, Tier- und Pflanzenwelt noch </span><span class="fs14lh1-5">wert</span><span class="fs14lh1-5">, wenn sie den </span><span class="fs14lh1-5">Krieg</span><span class="fs14lh1-5"> in Kauf nehmen, der dies alles verbrenn</span><span class="fs14lh1-5">en</span><span class="fs14lh1-5"> würde? </span><span class="fs14lh1-5">Fühlen</span><span class="fs14lh1-5"> sie etwas von der Schönheit des </span><span class="fs14lh1-5">Lebens</span><span class="fs14lh1-5">, von der </span><span class="fs14lh1-5">Liebe</span><span class="fs14lh1-5"> zum Leben, oder fühlen sie nur die Sehnsucht nach </span><span class="fs14lh1-5">Selbstbestimmung</span><span class="fs14lh1-5">, materiellem </span><span class="fs14lh1-5">Wohlstand</span><span class="fs14lh1-5">, Macht, Unbesiegbarkeit, militärischer Stärke? Sind ihnen die </span><span class="fs14lh1-5">Völker</span><span class="fs14lh1-5"> mehr als geopolitische </span><span class="fs14lh1-5">Machtzentren</span><span class="fs14lh1-5">? Ist ihnen der Mensch mehr als eine </span><span class="fs14lh1-5">Waffe</span><span class="fs14lh1-5">, die man zum Töten einsetzt?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Menschenopfer sind in unserer Zivilisation geächtet. Doch zugleich sind wir bereit, unzählige Menschenopfer dem Gott der individuellen und staatlichen Selbstbestimmung darzubringen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ich will niemandem unterstellen, in dieser Weise zu fühlen und zu denken. Ich bringe nur dieses Wahrnehmen des Schönen und Lebenswerten nicht zusammen mit der Intensität, mit der man sich einem großen Krieg annähert und schon jetzt Hunderttausende im Krieg sterben lässt und weiterhin sterben zu lassen bereit ist. Je länger ich diese Menschen mit ihrer Fixierung auf Rüstung und Kriegsvorbereitung sehe und anhöre, desto ferner erscheinen sie mir einem dem Leben zugewandten Empfinden. Und ich frage mich: Wie überwinden wir dieses Empfinden, dem Kriegsbereitschaft um einer als Selbstbestimmung verstandenen Freiheit willen über alles andere zu gehen scheint?</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Der Friede, den Christus gibt</div><div><br></div><div>Auch Reinhold Schneider kommt auf die Freiheit zu sprechen. Er meint aber nicht individuelle und staatliche Selbstbestimmung, sondern die Freiheit, die darin besteht, sich von dem Gott, der Gutes wirkt, bestimmen zu lassen. Das ist ihm die Freiheit, die eigentlichen Frieden schafft:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Auf der Freiheit ruht auch der eigentliche Friede, von dem Christus gesagt hat, dass Er ihn gebe und nicht wie die Welt ihn gibt. Es ist der Friede des Menschen, der "mit Christus verborgen ist in Gott". Dieser Friede ist ein Geschenk der Gnade, das nur dem zuteil werden kann, der in Wahrhaftigkeit nach dem Frieden Christi trachtet. Und ob dieser Friede auch nicht von der Welt ist, so wirkt er doch auf die Welt als eine von oben gekommene Macht, so ist doch die Welt auf ihn angewiesen. Wie sollte ihr geholfen werden, wenn nicht von diesem Frieden her? Die Welt kennt auf die Schuld nur die Antwort der Schuld, einen furchtbaren Kreislauf der Sünde. Untat weckt Vergeltung, das nur allzu begreifliche Wort der Welt. Niemand zweifelt daran, dass das Verhängnis durchbrochen werden müsse. Aber wo und von wem?</span></i></span></div><div><br></div><div>Christus gibt "seinen" Frieden anders, als die Welt gibt (Joh 14,27). Der Friede Christi besteht nämlich in seiner unverbrüchlichen Zusage der Gnade, in seiner Versöhnung der Welt mit Gott (2Kor 5,19), in der ewigen Verbundenheit Gottes mit allen, die in seinen Versöhnungsbund eintreten.</div><div><br></div><div>Schneider spricht hier nicht nur vom ewigen Seelenfrieden im Jenseits. Er meint einen inneren Seelenfrieden, der schon im Diesseits beginnt und der in allem äußeren Unfrieden Bestand hat und deshalb "mit Christus verborgen ist in Gott". So wenig, wie Christus und Gott in der Welt aufzuweisen, zu zeigen sind, so wenig ist es dieser innere Friede. Er kann nur erlebt werden. Und wer ihn erlebt, erfährt, dass dieser Friede durch keinen weltlichen Unfrieden zu zerstören ist, weil er in der unzerstörbaren und unvergänglichen Gnade Gottes gründet. "Tobe, Welt, und springe; ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh!" (Evangelisches Gesangbuch Nr. 396,3)</div><div><br></div><div>Dieser Friede "von oben", der im inneren Menschen seinen Ort hat, ist zugleich eine nach außen dringende Macht "unten" auf Erden. Ja, die Welt ist auf ihn angewiesen; denn nur dieser Friede "von oben" kann den eigentlichen Frieden auf Erden schaffen.</div><div><br></div><div>Und wie schafft der Friede Christi Frieden auf Erden? Reinhold Schneider sagt: Indem er auf die Untat nicht mit Vergeltung antwortet, Sünde nicht mit Sünde beantwortet. Aber wie ist das möglich?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Die Sühne, die den Frieden begründet</div><div><br></div><div>Hören wir Schneiders Antwort:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir meinen: der Anfang der Überwindung läge dort, wo die Sühne getragen wird. Dieses redliche Tragen der Sühne geschieht ja schon aus einer Kraft, die von "oben" kommt. Und wenn wir keine andere Macht haben oder erlangen sollten und diese ergreifen würden: die Macht des befriedeten, sich ergebenden, zur Sühne bereiten Willens, so würden wir ohne Zweifel stärker sein als im Gebrauch ohnmächtiger Worte, mit der Fragwürdigkeit menschlichen Tuns und Irrens belasteter Argumente. Einmal, ein einziges Mal, muß das Verhängnis doch auf ein befriedetes Herz treffen und von ihm entwaffnet werden. Und noch immer wagen wir – selbst angesichts der abendländischen Geschichte – die Hoffnung zu behaupten, daß der Entschluß zu einem solchen Anfang wirke und daß etwas von dem Frieden Christi in das Toben der Geschichte getragen werden könne von Menschen [...]. Nicht die Vergeltung, aber die Sühne verwandelt. Und damit fällt vielleicht an diejenigen, die Sühne tragen aus der Kraft des Friedens und um des Friedens willen, die Führung der Geschichte. Es wäre eine Führung von innen und aus der Macht der Bekehrung. Halten wir diese Macht nicht für gering! Sie nimmt der Vergeltung ihr Recht. Die Stunde muß kommen, da die Vergeltung vor ihr keine Haltung mehr hat: es wäre eine neue Stunde; die Sühne, nicht die Vergeltung, wird den Frieden begründen. Denn die angenommene Sühne vermag den Geist Jesu Christi zu bezeugen und auszubreiten; vielleicht wäre sie unser "Tun", und zwar unser bestes, dessen Ruhm den Hügel des Heldentums überdauern würde. Und noch einmal: nicht im Warten auf das Tun des andern, sondern im Vollbringen dessen, was uns im Geiste Jesu Christi zu vollbringen möglich ist, werden wir, die wir in dieser Zeit der Bewährung stehen, gemessen werden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Tragen der Sühne ist für Schneider die Macht, die Frieden ermöglicht. Nach christlichem Verständnis hat Jesus Christus die Schuld der Welt ertragen. Er hat keinen Beistand aus dem Himmel herbeigerufen, der die Schuldigen tötet (Mt 26,52f), sondern er hat sich selbst töten lassen. So hat er, indem er die Sünde der Gewalt in Leid und Tod auf sich nahm, Versöhnung erwirkt. Seine Liebe hat über Hass und Gewalt gesiegt. Die Gewalttäter durften weiterleben und bekamen so die Chance, sich Gott wieder zuzuwenden.</div><div><br></div><div>Gott hat der in vieler Hinsicht gewalttätigen Menschheit bis heute kein Ende gesetzt. Denn Gott liebt seine Geschöpfe, er liebt die Menschheit trotz all ihrer Untaten. Deshalb lässt er ihre Untaten zu, erträgt er sie in großer Geduld (Röm 9,22). Und er gibt den Menschen so die Chance, von ihren gottlosen und zerstörerischen Wegen umzukehren.</div><div><br></div><div>Es ist die Aufgabe derer, die Jesus Christus nachfolgen, wie er geduldig die Sünde der Gewalt zu ertragen (Eph 4,1f). Das meint Reinhold Schneider mit dem Tragen er Sühne. Wer die Gewalt erträgt, beantwortet sie nicht mit Vergeltung, verfällt nicht dem Verhängnis der sich immerzu steigernden Gewalt. Diese Kraft, das Leid zu ertragen, ist nur einem "befriedeten Herzen" möglich, schreibt Schneider – einem Herzen, das im Frieden Gottes lebt und deshalb Frieden in die Welt bringen kann. Und Schneider hofft darauf, dass "aus der Macht der Bekehrung" die "Führung der Geschichte" erwächst, die "etwas von dem Frieden Christi in das Toben der Geschichte" trägt.</div><div><br></div><div>Es ist für uns kaum zu fassen, dass der Gott, der seine Geschöpfe liebt, so viel Gewalt zulässt. Ein einziger Blick nach Gaza stürzt uns in den Abgrund des Nichtbegreifens. Und tatsächlich lässt Gott nicht etwa alles zu. Auch Gottes Geduld ist nicht endlos. Wir wissen ja nicht, wovor er uns schon bewahrt hat. Wir sehen nur die Untaten, die geschehen sind, nicht aber die, die Gott verhindert hat.</div><div><br></div><div>Das befriedete Herz jedenfalls weiß um die eigene Schuld und Mitschuld an den Untaten der Geschichte. Es kann mit diesem Wissen leben, weil es auch um die Vergebung dieser Schuld weiß. Das befriedete Herz macht sein Leben nicht abhängig von Selbstbestimmung und materiellem Wohlstand, so wichtig diese auch sein mögen. Das Leben des befriedeten Herzens gründet auch nicht in militärischer Übermacht und Vergeltung. Das befriedete Herz weiß sein Leben in Ewigkeit von Gott bewahrt. Es findet seine Vitalität deshalb nicht in der Flucht in den Krieg, sondern im selbstlosen und gewaltlosen Einsatz für die Leidenden und, wenn es sein soll, im eigenen Tragen des Leids.</div><div><br></div><div>Ich will damit nicht behaupten, dass nur die Glaubenden friedensfähig seien. Ich bin vielmehr überzeugt davon, dass Gott auch Nicht-Glaubenden ein befriedetes Herz, das Frieden wirkt, schenken kann und dies auch tut. Auch sehe ich mit Schmerzen, dass es Grenzen der Gewaltlosigkeit gibt. Doch meine ich, das Risiko eines Weltkriegs, zumal eines Atomkriegs einzugehen, ist in der gegenwärtigen Weltlage durch nichts zu rechtfertigen.</div><div><br></div><div>Dass dieses Risiko dennoch zunehmend eingegangen wird, lässt den Atem stocken. Ob die Zukunft Heil oder Unheil bringen wird, ob die Kämpfer für Frieden und Verständigung das Unheil werden aufhalten können, ist offen.</div><div><br></div><div>Ich schließe darum mit einem Gedicht Reinhold Schneiders, das er im Jahr 1936, voll böser Vorahnungen, schrieb. Er verleiht darin seiner Hoffnung Ausdruck, dass wir auch in einer Zeit, in der unsere Taten das Unheil nicht mehr abwenden können, nicht untätig bleiben müssen. Denn wir können uns betend und vertrauend dem zuwenden, der die Geschichte im Verborgenen an ein heilvolles Ende lenkt:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Allein den Betern kann es noch gelingen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und diese Welt den richtenden Gewalten</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Durch ein geheiligt Leben abzuringen.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Denn Täter werden nie den Himmel zwingen:</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Was sie vereinen, wird sich wieder spalten,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Was sie erneuern, über Nacht veralten,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und was sie stiften, Not und Unheil bringen.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und Menschenhochmut auf dem Markte feiert,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Indes im Dom die Beter sich verhüllen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und in den Tiefen, die kein Aug entschleiert,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die trocknen Brunnen sich mit Leben füllen.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das macht Hoffnung. Gott kann unseren Gebeten Segen verleihen. Er kann sie erhören und das Schwert über unseren Häuptern aufhalten, schrieb Reinhold Schneider. Damals hat er es nicht getan. Doch wenn sich auch das Heil verbirgt ‒ Gott wird wieder Segen wirken. Darum lasst uns zuversichtlich sein. Lasst uns weiter dafür beten, dass die gegenwärtigen Kriege beendet werden und sich nicht ausdehnen.</div><div><br></div><div>Auch wenn wir das Weltgeschehen nicht entschleiern können ‒ die trockenen Brunnen werden sich wieder mit Leben füllen. Darauf wollen wir geduldig, vertrauensvoll und mit betenden Händen warten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Reinhold Schneider: Die Macht der Friedfertigen. Herder Verlag. Freiburg im Breisgau 1945. Die Texte aus dieser Schrift sind folgenden Seiten entnommen (in der Reihenfolge ihrer Zitierung): 3 / 4 / 4 / 5-7 / 7 / 8f / 10f / 13 / 13f. Die gesamte Schrift „Die Macht der Friedfertigen“ von Reinhold Schneider kann im Internet auch <span class="imUl"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=sTXUqeT92Zk" target="_blank" class="imCssLink">als Lesung angehört werden</a></span>.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Das Gedicht von Reinhold Schneider ist folgender Website entnommen: <span class="imUl"><a href="https://www.planetlyrik.de/lyrikkalender/reinhold-schneiders-gedicht-allein-den-betern-kann-es-noch-gelingen/" target="_blank" class="imCssLink">https://www.planetlyrik.de/lyrikkalender/reinhold-schneiders-gedicht-allein-den-betern-kann-es-noch-gelingen/</a></span>. Dort zitiert aus: Reinhold Schneider: Gesammelte Werke Bd. 5. Insel Verlag, Frankfurt a.M. 1981.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div><style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style><style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 20 Sep 2025 15:16:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die sprechenden Grabsteine von Nieblum]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000286"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die sprechenden Grabsteine von Nieblum</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Vom Glauben in stürmischen Zeiten</div><div class="imTACenter"><span class="fs12lh1-5">Klaus Straßburg | 09/09/2025</span></div><div><br></div><div>Auf der Insel Föhr gibt es im Dorf Nieblum um die Kirche St. Johannis herum einen Friedhof, der neben modernen Gräbern auch viele alte, aufwendig gestaltete und mit Texten versehene Grabsteine enthält. Etliche von ihnen zeugen von der Grönlandschifffahrt im 18. Jahrhundert. Für die Bewohner der Inseln Föhr, Amrum, Sylt und Römö war der Wal- und Robbenfang damals die einzige Möglichkeit, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.</div><div><br></div><div>Die Grabsteine zeugen von den Gefahren der Grönlandschifffahrt und vom Glauben der Verstorbenen. Ich möchte an dieser Stelle vier der schönsten Grabsteine vorstellen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Rörd Knuten: "Wohl dem, der im Hafen der Seligen landen kann"</div><div><br></div><div>Einer der prächtigsten Grabsteine ist der oben abgebildete Grabstein des Kapitäns (damals Commandeur genannt) Rörd Knuten. Er zeigt das niederländische Walfangschiff "De Vreede", das in stürmischer See dargestellt wird. Es lief am 3. April 1773 mit 43 Mann Besatzung aus Amsterdam in Richtung Grönland aus. Am 26. Mai geriet das Schiff zwischen zwei große Eisfelder und wurde vom Eis in Schieflage gebracht. Der Druck des Eises wurde so stark, dass die Mannschaft das mitgeführte Gut aufs Eis brachte. Mittags speiste der Kapitän noch mit einigen Leuten an Bord des Schiffes, aber der Großteil der Besatzung war schon auf dem Eis. Danach wurde das Schiff immer mehr unter das Eis geschoben. Der Kapitän ging als letzter von Bord, bevor das Schiff unter dem Eis "begraben" wurde. Ein in der Nähe befindliches Schiff wurde zu Hilfe gerufen und nahm die erschöpften Schiffbrüchigen mit dem geretteten Gut einen Tag später an Bord. Die Mannschaft wurde in den nächsten Wochen auf weitere Schiffe der Grönlandfahrer verteilt. Alle wurden gerettet, und am 27. Juni erreichte der Kapitän Helgoland und gelangte von dort aus in seine Heimat Nieblum.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-6" src="https://christseinverstehen.de/images/Sprechende-Grabsteine-4a.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Die Grabstein-Inschrift über dem Schiff lautet:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Oft stürmt der Wind, die Wellen toben,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Der Steuermann fleht, das Schifflein kracht,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>IEHOVA hört's, und sieht von oben,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>bedräuet [bedrohet] Wind und Meer,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und spricht: seid sacht.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Was hier über den das Schiff bedrohenden Sturm gesagt wird, gilt auch für unsere Lebensstürme. Unser Lebensschiff wird wild umhergeworfen und scheint krachend zu zerbrechen. Wir, die wir unser Leben zu steuern versuchen, können nur noch zu Gott flehen. Es bleibt nur das Vertrauen, dass Gott unser Flehen hört und dem Sturm Einhalt gebietet – so wie Jesus dem Sturm befahl, sich zu legen, als er mit seinen Jüngern in Seenot geraten war (Mk 4,39).</div><div><br></div><div>Viele Grönlandfahrer haben offenbar an diesem Glauben festgehalten, allen gegenteiligen Erfahrungen zum Trotz. Denn aus Kirchenbüchern der Gemeinde St. Nicolai auf Föhr geht hervor, dass in manchen Jahren etwa acht Seeleute allein aus dieser Gemeinde ihr Leben auf dem Meer verloren. Das schlimmste Jahr war 1777, als 14 Schiffe in Grönland verloren gingen und etwa 270 Seeleute nicht zurückkehrten.</div><div><br></div><div>Dass Gott nicht immer rettet, war also eine dauernde Erfahrung. Es ist auch unsere Erfahrung heute. Der Glaube muss mit diesen Erfahrungen, die viel Leid mit sich bringen, kämpfen. Und er bewährt sich darin, dass er trotz allem und oft gegen den Augenschein an dem Vertrauen festhält, dass wir im Leben und im Sterben in Gottes Händen gut aufgehoben sind.</div><div><br></div><div>Dieses Vertrauen drückt sich auf dem Grabstein auch dadurch aus, dass über dem Schiff links ein betender Seemann abgebildet ist und rechts die Hand Gottes aus den Wolken ragt, die dem Sturm Einhalt gebietet.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/Sprechende-Grabsteine-4b.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Der lange Text unter dem abgebildeten Schiff nennt die Lebensdaten des Verstorbenen und fasst sein Leben als Grönlandfahrer "unter göttlicher Direction" zusammen. Hervorgehoben wird dabei, er habe "die göttliche Vorsicht [Vorsehung]"</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Veneriren [verehren] und bey abwechselnden</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Schicksalen bekennen mussen,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Der Herr hat grosses an mir gethan.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der letzte Satz ist ein Zitat aus dem Magnifikat (Lk 1,49). Weitere Details weisen darauf hin, dass Rörd Knuten seinen eigenen Grabstein schon vor seinem Tod in Auftrag gab. Er starb am 31. Mai 1812 im Alter von 81 Jahren. Im untersten Teil des Grabsteins kommentiert er selbst:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Der Tag wenn einer stirbt, ist beßer als die Nacht,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>in welcher man aufs Meer der Welt hinein gebracht,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wohl dem, der bey den Stürmen, bewahret ist vor Stranden,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">u[nd] in den stillen Port [Hafen], der seligen kan landen.</span><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Volkert Knutten: "Durch Christi Tod bin ich befreit"</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-2" src="https://christseinverstehen.de/images/Sprechende-Grabsteine-6.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Mindestens ebenso prächtig ist der Grabstein des Kapitäns Volkert Knutten mit seinem Schiff "Maria en Petronella" gestaltet. Auch er hat seinen eigenen Grabstein schon zu Lebzeiten entworfen. Man sieht daran, wie sehr die Grönlandfahrer – ganz anders, als es heute üblich ist – im Bewusstsein des eigenen Todes lebten. Das scheint für Volkert Knutten besonders gegolten zu haben. Denn im Kirchenbuch ist vermerkt: Er hat</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">durch göttliche Fügung ein Schiff nach Grönl[and] erhalten und sein Commando zum Vergnügen seiner Prinzipale [Vorgesetzten] zum Besten seiner Untergebenen geführet [...] die Widerwärtigkeit dieses Lebens mit Gelaßenheit ertragen und sein Vergnügen im Wort des Herrn gesucht. Er ging stets mit Todesgedanken um, damit er gegen denselben bereit sey und seine aufgesetzte Grabschrift kann davon Zeugnis geben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Weiter wird vermerkt: Am 8. März 1770</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">that er einen unvermutheten schweren Fall auf seinem Schiff und verschied gleich darauf. [...] Seine entseelten Gebeine sind von Amst[erdam] mit einem Schiff hierher gebracht [worden].</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Knutten ist also in Amsterdam bei der Arbeit auf dem Schiff, dessen Ausfahrt er offenbar vorbereitete, so schwer gestürzt, dass er an den Folgen des Sturzes gestorben ist. Er wurde 53 Jahre alt.</div><div><br></div><div>Vier Jahre zuvor geriet Knuttens Schiff im Eismeer in einen schweren Sturm. Die Mannschaft hängte Stoßkissen aus, um das Schiff vor dem Eis zu schützen. Trotzdem brach der vordere Kiel des Schiffes (Steven genannt) ab. Die Lage für Schiff und Mannschaft war bedrohlich. Es wird beschrieben, dass der Wind aber unerwartet für eine Stunde drehte und das Schiff aus dem Eis freigab. Es trieb noch 13 Tage von Eismassen umgeben hilflos umher, aber der Steven konnte notdürftig repariert werden. Schließlich gelangte das Schiff in freies Wasser gelangte und kehrte ohne Fang, aber mit einer geretteten und dankbaren Mannschaft nach Amsterdam zurück<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span>.</div><div><br></div><div>Drei Jahre später, im Jahr 1769, ging das Schiff dann doch verloren. Es wurde zusammen mit drei anderen Schiffen von einem Eisfeld eingeschlossen, das gewaltigen Druck auf das Schiff ausübte. Am 6. Juli morgens um 2 Uhr rief der Kapitän Volkert Knutten die gesamte Mannschaft an Deck. Es wurde beschlossen, die Esswaren aufs Eis zu bringen. Bald darauf ging das Schiff unter. Knutten kehrte am 15. August auf einem anderen Schiff nach Amsterdam zurück. Es war seine letzte Grönlandfahrt.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-4" src="https://christseinverstehen.de/images/Sprechende-Grabsteine-6a.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Das Schiff ist auf ungewöhnliche Weise dargestellt. Weder Wasser noch Wellen sind zu sehen. Stattdessen ruht das Schiff auf den gestreiften Fittichen eines Engels. Links des Schiffes ist ein Lamm zu sehen, rechts ein Löwe – beides Symbole, die für Jesus Christus stehen (Offb 5,5.12). Zwischen Lamm und Löwe ruht das Schiff friedlich auf den Fittichen des Engels. Es ist allen Stürmen enthoben. Wahrscheinlich soll gezeigt werden, dass das Schiff schon in den Hafen der Ewigkeit eingefahren ist.</div><div><br></div><div>Das würde bestätigt durch den Spruch, der unter dem Schiff zu lesen ist:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ein Sünder bin ich gewesen, in jener Sterblichkeit.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Gott Lob bin ich genesen, durch Christi Tod befreyt.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>In seine blutige Wunden, hab ich mein Ruh Bett funden.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das ist wirklich eine Befreiung, wenn jemand sagen kann: Von meiner Sünde und meiner Sterblichkeit bin ich befreit durch den Tod Christi, also durch seine übergroße Liebe. Darum muss ich keine Angst vor dem Tod mehr haben. Im Gegenteil: In seinem Leiden für mich, in seiner unendlichen Liebe habe ich mein Ruhebett gefunden.</div><div><br></div><div>Eine Besonderheit bildet auch die Bibelstelle, die über dem Schiff in den Stein geschlagen ist. Dort steht: "Text Jesaia 57 Vers 1-2". Möglicherweise hat dieser Bibelvers der Trauerrede zugrunde gelegen. Die Verse lauten:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Gerechte ist umgekommen, und niemand ist da, der es zu Herzen nimmt, und fromme Leute sind hingerafft, und niemand achtet darauf. Ja, der Gerechte ist weggerafft durch die Bosheit und geht zum Frieden ein. Es ruhen auf ihren Lagern, die recht gewandelt sind.</span></i></span></div><div><br></div><div>Warum gerade dieser Vers in den Stein gemeißelt ist, bleibt uns verschlossen. Aber es ist auch unsere Erfahrung, dass Glaubende zu leiden haben und vielleicht früh sterben, manchmal auch durch die Bosheit anderer, und kaum jemand scheint daran Anstoß zu nehmen. Dann stellt sich die Frage nach dem Sinn und nach der Gerechtigkeit Gottes. Die Antwort kennen wir nicht. Der Glaube muss auf eine Antwort verzichten und dennoch am Vertrauen zu Gott festhalten.</div><div> </div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Sissel Siemens: "In einer vergnügten und zärtlichen Ehe gelebt"</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/Sprechende-Grabsteine-12---Kopie.JPG"  title="" alt=""/></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Aber es gibt nicht nur Seeleute, die einen sprechenden Grabstein bekommen haben. Der Grabstein von Sissel Siemens erzählt: Sie ist</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">in den heil[igen] Ehestand getreten mit dem damaligen Commandeur Simon Tückis aus Wrixum, mit welchen sie bis in das 17te Jahr in einer vergnügten und zährtlichen Ehe gelebet und in währender Zeit mit selbigem 5 todtgebohrne Kinder und einen lebendigen Sohn gezeuget.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das wirft ein Licht auf die Zeit, in der es ganz und gar nicht selbstverständlich war, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Fünf totgeborene Kinder – welches Leid steckt dahinter! Ein Sohn ist ihr geblieben. Und dennoch ist von einer "vergnügten und zärtlichen Ehe" die Rede.</div><div><br></div><div>Was das Vergnügen und die Zärtlichkeit in der Ehe betrifft: Man stelle sich einmal vor, so etwas stände heute auf einem Grabstein. So prüde, wie wir meinen, scheint die damalige Zeit gar nicht gewesen zu sein – jedenfalls nicht auf der Insel Föhr. Und von Leibfeindlichkeit kann keine Rede sein.</div><div class="imTACenter"><br></div><div>Sissel Siemens starb 1782. Ihr einziger verbliebener Sohn war damals gerade neun Jahre alt. Dennoch stellt ihr Grabstein ein Glaubenszeugnis dar. Er zeigt rechts Jesus Christus und links eine Frau, offenbar die Verstorbene. Beide sitzen in prachtvollen Gewändern nebeneinander. Sissel Siemens hält in ihrer rechten Hand einen Blumenstrauß. Die linke Hand hat die rechte Hand Christi ergriffen, während Christus in seiner Linken eine Krone hält und wohl im Begriff ist, ihr die Krone zu reichen – eine Krönungszeremonie, im entscheidenden Moment festgehalten.</div><div><br></div><div>Die Szene geht auf die biblische Verheißung zurück, dass diejenigen, die trotz alles Leids am Vertrauen zu Christus festhalten, von ihm die "Krone des Lebens" erhalten werden (Offb 2,10). Es geht also im Glauben nicht nur am Rande, sondern zentral um das Durchhalten im Leid und das Bewähren des Gottvertrauens gerade auch dann, wenn unser Leben in schweren Wassern verläuft, in denen wir unterzugehen drohen. Die Inselbewohner und auch Sissel Siemens mit ihren fünf Totgeburten wussten wohl, dass Gott sie bewahren kann – und dass er ihnen auch dann ein herrliches Leben bewahrt, wenn das irdische Leben unsägliches Leid mit sich bringt.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-12" src="https://christseinverstehen.de/images/Sprechende-Grabsteine-12e.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Ganz oben auf ihrem Grabstein, von einem Siegeskranz umrahmt, steht das Bibelwort (Hoheslied 3,4a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Da ich ein wenig vor euch [hin]über kam, da fand ich, den meine Seele liebet. Ich halte ihn und will ihn nicht lassen.</i></span></div><div><br></div><div>Eigentlich lautet der Vers am Anfang: "Da ich ein wenig an ihnen (nämlich den Wächtern der Stadt) vorüber war, fand ich, den meine Seele liebt (nämlich meinen Geliebten)". Es ist also eine rein weltliche Beschreibung des geheimen Treffens eines Liebespaares. Früher wurde das Buch aber spiritualisiert und auf die Beziehung zu Christus bezogen. Das trifft nicht den ursprünglich gemeinten Sinn – auch wenn es trotzdem ein schöner Gedanke bleibt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Fröd Bohn: "Seine müßige Zeit mit Lesung erbaulicher Bücher zugebracht"</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-7" src="https://christseinverstehen.de/images/Sprechende-Grabsteine-15.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Auf den Inseln Föhr, Amrum, Sylt und Römö war es im 17. und 18. Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit, dass ein gesunder, kräftiger Junge Seemann wurde, wenn nicht triftige Gründe dagegen sprachen. Oft gingen die Kinder schon vor der Konfirmation an Bord. Es gab Schiffsjungen im Alter von zehn oder elf Jahren, manche waren auch erst acht Jahre alt. Nur die wenigsten Seeleute konnten übrigens schwimmen.</div><div><br></div><div>Auch das Berufsleben von Fröd Bohn wird wohl schon früh begonnen haben. Er wurde 1729 als Sohn eines Kapitäns geboren und starb 1754 im Alter von nur 25 beim Untergang seines Schiffes, als es auf der Rückkehr aus Grönland in einen schweren Sturm geriet und offenbar unweit der Insel gesunken ist. Der Grabstein führt aus:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hier ruhen die Gebeine seel[iger] Fröd Bohn aus Burgsum, welcher AO [= Anno] 1729 den 22 Mart gebohren, und AO 1754 den 4 Octobr ohnweit der Wyck sein Leben im Wasser endigen müssen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Nieblumer Sterberegister hält über Fröd Bohn fest:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Weil er Lust zur Seefahrt hatte, widmete er sich derselben und brachte es durch göttlichen Beystand dahin, daß er die letzten fünf Jahre nach Grönland und die Straße Davids [Davisstraße zwischen Grönland und Kanada] gethan. Er hat einen ehrbaren Wandel geführt und seine müßige Zeit mit Lesung erbaulicher Bücher zugebracht.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Der Verstorbene hat offenbar gern christliche Bücher gelesen, die der Auferbauung und Festigung des Glaubens dienten. Wer in den Lebensstürmen gewappnet sein will, tut gut daran, seinen Glauben durch die regelmäßige Lektüre christlicher Texte zu stärken, seien es die Losungen, Bibeltexte oder christliche Lebensbeschreibungen, Romane oder Sachbücher.</div><div><br></div><div>Die Trauer der Eltern drückt sich im oberen Teil des Grabsteins aus. Hier ist ein Herz zu sehen, dem zwei Rosen entspringen. Sie stehen für die Eltern des Verstorbenen. Aus dem Herzen wachsen fünf Rosen, von denen eine geknickt ist. Diese steht für Fröd Bohn, die anderen vier für seine Brüder Andreas, Ketel, Michel und Volckert. Über den Rosen sind zwei Köpfe zu sehen, die den Sturm auf die Rosen symbolisieren und die Rose von Fröd geknickt haben.</div><div><br></div><div>Unter dem Bild steht, teilweise schon verwittert:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>So wie ein harter Sturm den Blumenstengel knickt,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>so hat von Fünfen mich ein Sturm ins Grab gerückt.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Man spürt, wie schwer den Eltern der Verlust dieses einen ihrer fünf Söhne gefallen ist, auch wenn sie vermutlich christlich orientiert waren und christliche Literatur im Haus hatten. Aber der Glaube und das Lesen christlicher Texte nimmt die Traurigkeit nicht weg, kann sie aber verringern und erträglich machen. Es kann ein Trost sein, wenn man darauf vertraut, dass das Leben des Verstorbenen nicht einfach zu Ende ist. Die christliche Hoffnung sagt, dass er in anderer Weise und ohne Leid und Tod zusammen mit Jesus Christus lebt, und wir dürfen hoffen, ihn zusammen mit Jesus einst wiederzusehen (Joh 16,22).</div><div><br></div><div>Möge Gott unseren Verstorbenen dieses Leben schenken und uns mit dieser Hoffnung trösten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Philipp Busch: Die sprechenden Grabsteine von St. Johannis auf Föhr. Eine kleine Führung. Herausgegeben von der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis auf Föhr. Nieblum 2021.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Falk, Fritz Joachim: Die Glaubenszuversicht der Grönlandfahrer. Zeugnisse aus dem 18. Jahrhundert. Wyk auf Föhr 1997.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Zitiert nach Falk: Glaubenszuversicht, S. 11.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Beide Texte zitiert nach Falk: Glaubenszuversicht, S. 14.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Siehe Falk: Glaubenszuversicht, S. 17.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Zitiert nach Busch: Grabsteine, S. 5.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Fotos: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 09 Sep 2025 07:23:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Leben ohne Todesbewusstsein]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000285"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Leben ohne Todesbewusstsein</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Psalm 90 und die Illusion endlosen Lebens</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/08/2025</span></div><div><br></div><div>Manchmal kommt mir die Art, wie wir leben, ganz unwirklich vor. Wir planen den Tag, suchen unsere Aufgaben zu bewältigen, machen Termine, treffen Absprachen, und bei alldem haben wir keinen einzigen Gedanken daran, dass wir im nächsten Augenblick schon unser Leben aushauchen könnten. So muss es wohl sein, um überhaupt leben zu können. Aber es ist eine sehr unwirkliche Situation.</div><div><br></div><div>Unser Körper ist hartnäckig und widerständig, er hält viel aus. Aber er ist zugleich auch sehr zerbrechlich. Eine Kleinigkeit schon kann tödlich sein.</div><div><br></div><div>Es wäre sicher hinderlich für unsere Lebensgestaltung, wenn wir uns in jedem Moment vor Augen führen würden, wie bedroht unser Leben ist. Dann würden wir vielleicht des Lebens nicht mehr froh werden. Wir sollen uns aber nach dem Willen des Schöpfers unseres Lebens freuen. Paulus ruft ‒ trotz misslicher Lebenslagen ‒ immer wieder in seine Gemeinden hinein: "Freut euch!" (Röm 12,15; 15,10; 2Kor 13,11; Phil 3,1; 4,4)</div><div><br></div><div>Es ist aber zugleich eine gefährliche Verschleierung der Wirklichkeit, wenn die Verletzlichkeit unseres Lebens nur ein theoretischer Gedanke ist. Wir wissen alle, dass wir sterben müssen. Aber den wenigsten Menschen ist es gegeben, dieses Wissen in ihre Lebenspraxis zu integrieren. So wird der Tag weit weggeschoben. Es sind immer die anderen, die sterben.</div><div><br></div><div>Ich habe Menschen kennengelernt, die völlig überrascht und unvorbereitet waren, als ihre weit über 80 Jahre alte, schon gebrechliche Mutter starb. Natürlich war ihnen klar, dass dieser Tag kommen würde. Es war ihnen aber ein rein theoretischer Gedanke, der für ihre Lebenspraxis keine Bedeutung hatte. Darum traf sie der Tod völlig unvorbereitet.</div><div><br></div><div>So geht es wohl den meisten Menschen. Und der Gedanke an den eigenen Tod ist uns noch schwerer als der Gedanke, dass unsere Eltern sterben werden.</div><div><br></div><div>Unsere Zeit lässt den Gedanken an Tod und Verletzlichkeit kaum zu. Wenn man ein Ticket für ein Konzert oder einen Theaterbesuch kauft, muss man das oft schon ein Jahr vor der Veranstaltung oder noch früher tun. Ich denke dabei jedes Mal: Ich weiß doch gar nicht, in welcher Lebenssituation ich dann bin, ob mir dann überhaupt danach zumute ist, ob ich gesund bin oder überhaupt noch lebe. Es widerstrebt mir zutiefst, mich ein Jahr vorher festzulegen und so zu tun, als wäre mein Leben gesichert und als wäre ich in einem Jahr noch derselbe wie heute.</div><div><br></div><div>Doch die Welt verlangt das. Die Ereignisse in der Zwischenzeit, von denen wir nichts ahnen, die vergehende Zeit, die uns verändert, und der mögliche Tod ‒ all das wird einfach ausgeklammert.</div><div><br></div><div>Andererseits rückt uns der Tod immer näher. Apokalyptische Endzeitszenarien machen sich breit und erzeugen Ängste. Vielleicht wird gerade deshalb der Tod auf der einen Seite so massiv verdrängt, weil er uns auf der anderen Seite so stark entgegentritt.</div><div><br></div><div>Aber damit leben wir in einer großen Illusion. Wir, die wir so viel auf unsere Wirklichkeitserkenntnis halten, von der wir meinen, dass sie stetig voranschreite, dass die Möglichkeiten unseres Wissens grenzenlos seien ‒ wir blenden das Naheliegendste, uns alle Betreffende, nämlich die Verletzlichkeit und Begrenztheit unseres Lebens, aus.</div><div><br></div><div>Wir sind ein Staubkorn im Weltall. Unsere Lebenszeit ist, schon im Vergleich zur Existenz unseres Planeten, nicht mehr als ein Lidschlag. In den Augen Gottes ist es nicht anders (Ps 90,4):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, denn er geht vorüber, und wie eine Wache in der Nacht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der vergangene Tag entzieht sich mehr und mehr unserer Erinnerung, entfernt sich, wird immer kürzer und verschwindet schließlich im Grau des Nebels. So sind tausend Jahre in den Augen des ewigen Gottes. Was ist dann unser Leben?</div><div><br></div><div>Es ist bemerkenswert, dass der Psalm nicht in Resignation und Hoffnungslosigkeit endet. Der bekannteste Vers des Psalms lautet ja in der Lutherübersetzung so (Ps 90,12):</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i class="fs14lh1-5">Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.</i></span></div><div><br></div><div>Wörtlich übersetzt heißt es:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Lehre uns unsere Tage zählen, dass wir dem Herzen Weisheit zukommen lassen.</i></span></div><div><br></div><div>Wer seine Tage zählt, weiß um ihr Ende, auch wenn er den letzten Tag nicht kennt. Aber er lebt nicht in der Illusion der Endlosigkeit. Dass das Wissen um die eigene Sterblichkeit nicht nur ein theoretischer Gedanke ist, sondern in das Leben Eingang findet und so auch die Lebenspraxis bestimmt, das macht die Weisheit des Herzens aus. Ein im Herzen weiser Mensch, dem seine Endlichkeit vor Augen ist, fühlt, denkt und handelt anders.</div><div><br></div><div>Das schließt die Lebensfreude nicht aus, sondern ein. Die Freude entzündet sich an der Gnade Gottes, der sich über die erbarmt, die nichts sind, wie ein Sandkorn im Wüstensturm (Ps 90,14):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Sättige uns am Morgen mit deiner Gnade, dass wir jubeln und uns freuen an all unseren Tagen.</i></span></div><div><br></div><div>Die Flucht vor dem Tod führt in ein unwirkliches Leben und in eine unterschwellige Angst, die sich in Aggressionen ausdrücken kann. Denn das verdrängte Wissen darum, dass der Tod uns irgendwann einholt, lässt sich nicht abschütteln.</div><div><br></div><div>Wenn wir uns hingegen ehrlich dem Tod stellen, führt uns dies zur Gnade Gottes. Denn wer nichts hat, greift nach allem, was ihm geboten wird. Wer dem Tod entgegeneilt und sich dessen bewusst ist, ergreift freudig das Leben aus Gottes Hand.</div><div><br></div><div>Es ist uns bestimmt, im wirklichen Leben zu existieren. Dazu gehört das praktische Wissen um den Tod und um das uns angebotene Leben. In diesem Wissen ruhen Freiheit und Freude ‒ auch dann, wenn der Tod sich naht. Dann, so Gott will und uns beschenkt, sogar in besonders starker Weise.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: M auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 28 Aug 2025 08:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Paulus auf dem Areopag in Athen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000284"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Paulus auf dem Areopag in Athen</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Die Areopagrede über unseren Lebensgrund</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/08/2025</span></div><div><br></div><div>Schwimmen zwei junge Fische ihres Wegs. Zufällig kommt ihnen ein älterer Fisch entgegen. Der nickt ihnen freundlich zu und ruft: "Hallo Jungs! Wie ist das Wasser so?" Die beiden jungen Fische schwimmen wortlos weiter. Dann guckt der eine den anderen verständnislos an und fragt: "Was zum Teufel ist Wasser?"</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, ob Paulus diese Geschichte kannte, als er mitten in Athen seine berühmte Areopagrede hielt<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span>. In dieser Rede sagte er den Satz (Apg 17,28):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In ihm [nämlich Gott] leben wir, bewegen wir uns und sind wir.</span></i></span></div><div><br></div><div>Aber was sollte das denn bedeuten? Wir leben in Gott, so wie die Fische im Wasser?</div><div><br></div></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Paulus hatte sich über die zahllosen Götzenbilder</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf2">geärgert, die in Athen herumstanden</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Zunächst noch mal zurück zum Areopag: Das ist ein 115 Meter hoher Felshügel, auf dem auch der oberste Rat Athens, also deren Bundestag und Bundesverfassungsgericht in einem, tagte. Dorthin führten die Athener Philosophen den Apostel Paulus, mit dem sie ins Gespräch gekommen waren. Und weil sie so neugierig auf neue Gedanken waren, baten sie ihn, ihnen auf dem Areopag seine Theologie vorzutragen. Und Lukas, der das alles aufschrieb, fügt tatsächlich hinzu, dass die Athener Philosophen, das Bildungsbürgertum und die sich dort aufhaltenden gebildeten Fremden für nichts anderes Zeit hatten, als sich mit Neuem auseinanderzusetzen (Apg 17,18-21).</div><div><br></div><div>Was für ein Leben! Immer Neues hören und darüber diskutieren. Da wird es nie langweilig. Jedenfalls dann nicht, wenn es wirklich neu ist. Oft begegnet das Alte ja nur in neuem Gewand. Wie heute meistens. Aber das ist ein anderes Thema. Die Müßiggänger der Stadt ‒ natürlich nur Männer, und zwar solche, die es sich leisten konnten, andere für sich arbeiten zu lassen ‒ die Müßiggänger also hatten so viel Muße, dass sie gar nicht wussten, wohin damit. Deshalb "ergriffen" sie Paulus und führten ihn auf den Areopag, notiert Lukas.</div><div><br></div><div>Das klingt nicht so sehr nach Freiwilligkeit. Eher als schoben sie Paulus den Berg hoch, als dass er ihn freiwillig erklomm. Vielleicht war ihm gar nicht wohl dabei. Er war ja bekanntlich kein guter Redner (2Kor 10,10). Und nun sollte er vor all den Philosophen und anderen Gebildeten eine Rede halten und seine Theologie vorstellen. Dabei waren die doch alle Heiden! Da mag ihm die Angst im Genick gesessen haben. Aber das schreibt Lukas natürlich nicht auf.</div><div><br></div><div>Immerhin war es eine gewisse Ehre, von den Gelehrten der Stadt auf den Areopag geführt zu werden. Denn dort durfte bestimmt nicht jeder öffentlich sprechen. Und wahrscheinlich weil das Reden dort hohe Einsichten vermitteln sollte, musste man auch erst mal die 115 Meter hoch auf den Felsen steigen. Und das in der schweißtreibenden griechischen Hitze. Jedenfalls war man oben auch schon mal den Göttern näher als unten in der Stadt, wo sich das gemeine Volk aufhielt.</div><div><br></div><div>Apropos Götter. Von denen gab es ziemlich viele im alten Athen. Paulus hatte vor seiner Bergwanderung mit den Philosophen eine Sightseeing-Tour durch die Stadt gemacht und dabei sicher die Akropolis nicht ausgelassen. Und er hatte sich über die zahllosen Götzenbilder geärgert, die dort herumstanden. Das ging so weit, dass man sogar "einem unbekannten Gott" einen Tempel gebaut hatte, um ihn zu verehren (Apg 17,16.23).</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Gott braucht keine Blümchen und Speisen von den Menschen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Doch seinen Ärger hat der Apostel bei seinem Aufstieg auf den Areopag offensichtlich überwunden. Vielleicht stellte er sich die Position der Athener so vor: Es gibt ja so unendlich viele Götter. Da könnten wir ja einen vergessen haben. Das wäre wirklich schlimm, weil dieser Gott uns das übel nehmen könnte. Also gehen wir mal auf Nummer sicher und setzen auch diesem unbekannten Gott ein Ehrenmal.</div><div><br></div><div>Gar nicht so dumm, dachte Paulus vielleicht. Und sein Verstand bekommt oben in der Höhe des Felsens frischen Wind. Etwas vom frischen Wind des Geistes Gottes war sicher auch dabei. Denn Paulus geht seine Rede ziemlich geschickt an.</div><div><br></div><div>Der Apostel, nun just zum Philosophen erhoben, knüpft nämlich an diesen Tempel für den unbekannten Gott an und lobt die Athener für ihre Gründlichkeit (Apg 17,22f). Das ist schon mal ein guter Anfang, den Gesprächspartnern zu schmeicheln. Schließlich hat jeder Mensch ein bisschen von Donald Trump. Und Paulus geht sogar noch weiter: Ihr seid ja wirklich ungewöhnlich fromm, lobt er die Athener. So kriegt man jeden Trumpisten klein.</div><div><br></div><div>Die Athener sind so fromm, dass sie sogar das verehren, was sie nicht kennen. Aber, fährt Paulus fort, Gott – wohlgemerkt Singular! – wohnt gar nicht in Tempeln, die Menschen gebaut haben. Und er braucht auch keine Blümchen oder Speisen von den Menschen. Schon gar keine Tieropfer, wie sie damals in Griechenland in Mode waren. Gott braucht unsere Zuwendung nicht (Apg 17,24f). Es ist vielmehr umgekehrt: Wir brauchen seine Zuwendung.</div><div><br></div><div>Denn wir haben unser Leben und alles andere von Gott bekommen. Er hat nicht nur den Himmel und die Erde erschaffen, sondern auch den Homo sapiens. Er hat die Jahreszeiten festgelegt und die natürlichen Lebensräume für uns Menschen erschaffen. Und das alles nur, damit wir eine gute Beziehung zu ihm pflegen und es uns gut geht. Denn dieser Gott liebt uns so sehr, dass er keinem von uns fern ist (Apg 17,25b-27).</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, was die Athener sich gedacht haben, als sie das hörten. Immerhin ist es ja keine schlechte Botschaft, von einem Gott zu hören, der um uns besorgt ist und um den wir nicht besorgt sein müssen. Den nicht wir versorgen müssen, sondern der uns versorgt. Den wir nicht einmal freundlich stimmen müssen, weil er so eitel ist, sondern der uns immer schon freundlich entgegenkommt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Nicht, weil wir so gut sind, wohnt Gott in uns, sondern</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf2">wir sind gut, weil und wenn Gott in uns wohnt</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Und dann sagt Paulus den entscheidenden Satz:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In ihm [nämlich diesem Gott] leben wir, bewegen wir uns und sind wir.</span></i></span></div><div><br></div><div>Damit konnten die Athener etwas anfangen. Der ihnen bekannte stoische Philosoph Dion Chrysostomus hat gemeint: Weil die Menschen "nicht ferne und nicht außerhalb des Göttlichen für sich wohnen, vielmehr von Natur aus mitten in ihm, ja sogar gemeinsamen Ursprungs mit ihm sind", können sie Gott mit ihrer Vernunft ergründen.</div><div><br></div><div>Das passt auch gut in unsere Zeit. Die Vernunft steht ja obenan in unserer Werteskala. Mit Hilfe unserer Vernunft können wir ergründen, was das Gute ist, meinen wir. Das Gute ist ja für uns das Göttliche. Und die meisten Menschen halten sich doch für richtig gut. Sie wissen, wie die Welt besser wird, und setzen sich dafür ein. Das gilt nicht nur für politisch Interessierte jeder Coleur, sondern auch für Technologie-Freaks. Im Silicon Valley wollten sie schon vor Jahrzehnten nichts anderes, als die Welt besser machen. Herausgekommen sind Typen wie Elon Musk und Mark Zuckerberg.</div><div><br></div><div>Noch besser passt in unsere Zeit, was der römische Philosoph Seneca sagte: "Gott ist dir nahe, ist mit dir, ja in dir [...]. In jedem guten Menschen [...] wohnt Gott"<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span>. Das klingt sogar richtig christlich.</div><div><br></div><div>Seneca war aber kein Christ. Darum vergaß er, dass das Wohnen Gottes im Menschen nicht auf dem Gutsein dieses Menschen beruhte, sondern umgekehrt dessen Gutsein auf dem unverdienten Wohnen Gottes in ihm. Das wird leider auch heute noch weitgehend vergessen. Nicht, weil wir so gut sind, wohnt Gott in uns, sondern wir sind gut, weil und wenn Gott in uns wohnt. Man kann also eine Wahrheit auf den Kopf stellen, wenn man nur eine klitzekleine Stellschraube in die falsche Richtung dreht. Und schon wird alles falsch.</div><div><br></div><div>So viel zu unserer hochgelobten Vernunft, die leider ziemlich oft unvernünftig ist.</div><div><br></div><div>Manche Christen meinen auch, dass sich doch das ganze Weltall in Gott befinden könnte. Dann wäre Gott eine Figur, die größer ist als das Weltall. Das scheint dann wirklich räumlich gemeint zu sein. Aber dass sich das Weltall, also wir alle, im Bauch Gottes befinden, ist für mich keine frohe Botschaft. Irgendwie hat das was von Verschwörungstheorie. Denn Gott ist kein Alien, dessen Leber uns im Weltall begegnen könnte.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Leider verkündigen auch manche Christen das</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf2">Gericht Jesu Christi als Schreckensherrschaft</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Paulus muss sich also etwas anderes dabei gedacht haben, als er den Athenern seine Theologie mit der Aussage vorstellte, wir lebten in Gott. Ich habe mir mal den Kontext dieser Aussage angesehen. Kontext ansehen ist immer gut. Im Kontext redet Paulus davon, dass Gott uns das Leben geschenkt und viel Gutes für uns geschaffen hat (Apg 17,25-27). Und davon, dass er über unsere Unwissenheit hinwegsieht und dass der von den Toten auferstandene Jesus Christus über die Welt richten wird (Apg 17,30f).</div><div><br></div><div>Letzteres hätte Paulus vielleicht besser nicht sagen sollen. Denn davon, dass jemand über sie und ihre Vernunft richten wird, wollten die gebildeten Athener nichts wissen. Vielleicht spotteten etliche auch deshalb darüber, dass da einer von den Toten auferstanden sein sollte (Apg 17,33). Ein Zombie sollte über ihren scharfen Verstand richten? Sorry, no chance.</div><div><br></div><div>Mit dem Gericht über die Welt ist es ja so eine Sache. Die Athener haben es als Angriff auf ihre Selbstbestimmung verstanden. Leider verkündigen auch manche Christen das Gericht Jesu Christi als Schreckensherrschaft.</div><div><br></div><div>Jesus ist aber kein Schreckensherrscher und kein Tyrann. Er wird vielmehr Gerechtigkeit schaffen (Apg 17,31) – also das, wonach wir uns sehnen und was uns so sehr fehlt. Das Unrecht wird beseitigt, ein für allemal. Die Opfer alles Unrechts in der Welt dürfen sich freuen. Und alle, die ihre Gottlosigkeit hinter sich lassen und sich dem Friedensrichter Jesus Christus in die Arme werfen, haben überhaupt nichts zu befürchten – auch dann nicht, wenn sie immer wieder an seinen Maßstäben scheitern.</div><div><br></div><div>Es kommt also immer darauf an, was man unter Gottes Gericht über die Welt versteht. Auch in diesem Fall wird alles falsch, wenn man eine Stellschraube falsch einstellt. Dann wird das Friedensgericht zur Schreckensherrschaft.</div><div><br></div><div>Wenn wir in dem Friedensrichter Jesus Christus leben, dann leben wir in seiner Gnade und Liebe. Das ist der Gnadenraum des Reiches Gottes. Im Raum dieser Gnade und Liebe bewegen wir uns täglich. Wir vergessen es nur immer wieder. Wir vergessen, dass uns im Raum dieser Liebe nichts letztgültig Tragisches zustoßen kann. Wir können zwar alles Irdische verlieren – und das ist viel! –, aber diese Liebe können wir nicht verlieren. Und darum auch nicht das ewige Leben. Das hat Paulus an anderer Stelle deutlich gesagt (Röm 8,35-39).</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Unser Lebensgrund ist die Liebe Gottes. Es tut uns gut,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf2">das zu erkennen und uns daran zu erinnern</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Bleibt noch hinzuzufügen, dass diese unendliche Gnade und Liebe uns oft verborgen ist. Das missfällt unserer Vernunft. Sie ist zutiefst beleidigt, wenn man von ihr zu glauben verlangt, dass etwas existiert, was sie nicht sieht oder erfährt. Doch dass nur das existiert, was wir sehen, anfassen oder fühlen können, ist irgendwie eine ziemlich einseitige Sichtweise. Vielleicht sogar unreif. Siehe die beiden jungen Fische vom Anfang.</div><div><br></div><div>Die wussten gar nichts von dem, was ihnen das Leben ermöglichte. So wie viele Menschen gar nicht wissen, dass sie im Gnadenraum des Reiches Gottes leben. Ihr Lebensgrund ist ihnen unbekannt. Und selbst die, die es wissen sollten, vergessen es immer wieder. Wahrscheinlich suchen wir deshalb immer neue Lebensgründe – und landen in Abgründen.</div><div><br></div><div>Paulus wies die Athener darauf hin, dass "das Göttliche nicht wie Gold oder Silber oder Stein oder wie ein Gebilde menschlicher Kunstfertigkeit und Erfindung sei" (Apg 17,29). Wir finden unseren Lebensgrund nicht in Reichtum, Häusern, Kunst oder Technik. All das kann unser Leben bereichern. Aber wenn es zum Zentrum unseres Lebens, und das heißt zum Gott wird, lenkt es uns in die falsche Richtung. Wieder eine falsch bediente Stellschraube ...</div><div><br></div> 	 	 	<style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5">Der Hintergrund all unseres Fühlens, Denkens und Handelns ist die Liebe Gottes. </span>Es tut uns gut, das zu erkennen und uns daran zu erinnern. Damit wir uns nicht, wie die beiden Fische, in unserem Lebensgrund bewegen, ohne ihn wahrzunehmen. Denn das wäre schon ziemlich albern. Und Gott bräuchte eine große Portion Humor, um uns dann noch als seine Partner ernst zu nehmen.</div><div><br></div><div>Ich bin aber überzeugt davon, dass Gott so viel Humor hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Alfons Weiser: Die Apostelgeschichte. Kapitel 13-28. Ökumenischer Taschenbuchkommentar zum Neuen Testament, Band 5/2. Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn / Echter Verlag. Gütersloh / Würzburg 1985.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Anmerkungen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Überliefert ist die Areopagrede in der Apostelgeschichte des Lukas. Die deutsche theologische Forschung geht meist davon aus, dass Lukas die Areopagrede des Paulus selber konstruiert, Paulus sie also nie so gehalten hat. Überhaupt habe Lukas viele Teile der Apostelgeschichte als ein Ideal geschildert, das es so nicht gab. Das ist typisch für die historisch-kritische Forschung, die manchmal so kritisch ist, dass sie Selbstkritik vermissen lässt. Wie dem auch sei, ich gehe hier von der Schilderung des Lukas aus. Denn er wird sich ja etwas dabei gedacht haben und wollte uns etwas mitteilen. Ob er dabei vieles geschönt und erfunden hat oder ob sich wirklich vieles so oder so ähnlich zugetragen hat, wie er es beschreibt, wird man niemals mit Sicherheit feststellen können. Immerhin hat Lukas zu Beginn seines Evangeliums darauf hingewiesen, dass es ihm um eine zuverlässige Darstellung der Ereignisse ging (Lk 1,1-4).</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup> Die letzten beiden Zitate nach Weiser: Apostelgeschichte, S. 474.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Dias12 auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 18 Aug 2025 16:46:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Glauben ohne Sicherheit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000283"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Glauben ohne Sicherheit</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Über die fehlende Beweiskraft des Guten</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/08/2025</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Mal ehrlich: Es ist schwer zu glauben, dass ein Gott Gutes in der Welt wirkt, wenn das Lebensfeindliche und Zerstörerische – ich nenne es hier das Böse – sich so sehr in den Vordergrund drängt, wie es in vielerlei Formen täglich geschieht. Und auch wer von großem Leid verschont bleibt oder die Gabe hat, sein persönliches Leid leicht zu nehmen, kann sich dem erschütternden Eindruck des Bösen nicht entziehen: Es scheint immer stärker um sich zu greifen und nimmt immer mehr Raum in unserem Fühlen und Denken ein.</span><br></div><div><br></div><div>Selbst wenn man davon ausgeht, dass Gutes und Böses sich in der Welt die Waage halten, spricht das nicht dafür, dass ein Gott dem Bösen entgegenwirkt und Gutes herbeiführt.</div><div><br></div><div>Wir Neuzeitlichen sind ja – man kann wohl sagen: ausnahmslos – von der rational-empirischen Sichtweise geprägt. Das heißt, wir sind darauf getrimmt, das als wahr anzuerkennen, was sichtbar und messbar, also wissenschaftlich nachvollziehbar oder zumindest der Vernunft einleuchtend ist. Und nun macht sich das Böse so breit, dass uns bewusst wird, was wir zuvor noch verdrängen konnten: Das Gute und Lebensförderliche reicht als Beleg für das Wirken eines guten Gottes nicht aus. Denn ein guter und mächtiger Gott müsste doch enorm viel Gutes wirken und das unendliche Leid auf Erden mindestens begrenzen.</div><div><br></div><div>Weil wir das aber nicht sehen und nicht verstehen, warum ein guter Gott so wenig Gutes in der Welt zu wirken scheint, suchen sich manche Christinnen und Christen gern andere Belege, die ihnen versichern, dass es ‒ trotz alles Bösen ‒ einen Gutes wirkenden Gott gibt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Machen wir nicht Gott zu einer Art kuscheligem</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Teddybär, wenn wir ihn nur in unseren</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">persönlichen Lappalien am Werk sehen?</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Folgt man einem christlichen Extrem, dann konzentriert man sich darauf, dass Gott in unzähligen Kleinigkeiten, Lappalien, Banalitäten des täglichen Lebens Gutes wirkt. Ich habe meinen Schlüssel wiedergefunden ‒ Gott hat es gewirkt. Ein Anruf kam genau in dem Moment, als ich mich so allein fühlte ‒ ein Geschenk Gottes. Mein Auto sprang im dritten Versuch doch noch an, als ich schon spät dran war ‒ Gott sei Dank!</div><div><br></div><div>Tatsächlich könnte Gott bei alldem seine Hand im Spiel gehabt haben ‒ das steht außer Frage. Aber als Beleg für seine Existenz und dafür, wie gut er es mit seinen Geschöpfen meint, eignet es sich nicht. Denn wenn man es als Beweis dafür nimmt, muss man die Augen davor verschließen, dass es gleichzeitig unbeschreiblich viel Elend in der Welt gibt, das von Gott nicht beseitigt wird.</div><div><br></div><div>Was wäre das für ein Göttlein, das uns beim Schlüsselfinden und Autoanlassen hilft und uns in einer einsamen Stunde beispringt, aber es zugleich unterlässt, gegen Erdbeben und Tsunamis, die tausendfachen Tod und Zerstörung bringen, einzuschreiten, sowie auch gegen die Armut von Millionen, gegen Krieg und andere Gewalt? Machen wir nicht Gott zu einer Art kuscheligem Teddybär, wenn wir ihn nur in unseren persönlichen Lappalien am Werk sehen?</div><div><br></div><div>Das sofort parate Gegenargument, Armut und Krieg seien ja von Menschen gemacht, überzeugt nicht. Denn ein guter und mächtiger Gott könnte sich doch auch gegen die menschliche Bosheit durchsetzen, wenn er nur wollte.</div><div><br></div><div>Aber man kann auch ganz anders darauf reagieren, dass wir das Gutes-Wirken Gottes nicht sehen können. Das andere christliche Extrem sieht so aus: Man stellt sich der Realität und kommt zu dem Schluss, dass Gott offensichtlich nicht mächtig genug ist, sich gegen das Böse durchzusetzen, dass er also den Weltlauf gar nicht verändern <span class="fs14lh1-5"><b>kann</b></span>. Oder aber dass er es wohl könnte, aber nicht <span class="fs14lh1-5"><b>will</b></span>. Statt selber Gutes zu zu wirken, habe Gott <span class="fs14lh1-5"><b>uns </b></span>in die Verantwortung gestellt. Wir sollten also selbst tätig werden, anstatt betend auf Gottes Handeln zu warten. Er hat uns doch die Freiheit geschenkt, Gutes zu tun ‒ oder eben auch nicht.</div><div><br></div><div>Auch daran ist etwas Wahres. Die ethischen Mahnungen der Bibel sprechen diesbezüglich eine deutliche Sprache. Aber kann das bedeuten, dass der Gott, der diese Welt von Grund auf erschaffen hat, in seiner eigenen Schöpfung nichts mehr bewirken kann? Oder dass der, den die Christenheit als Gott voller Liebe zu seinen Geschöpfen bekennt, seine Liebe nicht ausüben will?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Sichtbar ist zwar manches Gute, aber sichtbar</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">ist nicht, dass hier ein guter Gott am Werk ist</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der christliche Glaube zeichnet sich dadurch aus, dass Gott in Jesus Christus in die Welt gekommen ist. Jesus Christus hat in der Welt Gutes getan und Menschen von bösen, lebensfeindlichen Mächten befreit. Er hat zugleich Anstoß erregt, ist verfolgt und hingerichtet worden und ist von den Toten auferstanden. Schon von dieser Lebensgeschichte her bietet sich uns ein differenziertes Bild vom Bösen und Guten.</div><div><br></div><div>Wo Gott auf Erden wirkt, findet ein Kampf zwischen Bösem und Gutem statt. Dass das Gute, also Gott, in diesem Kampf den Sieg davonträgt, ist Bestandteil des christlichen Glaubens. Kein Bestandteil des christlichen Glaubens ist aber, dass es für den Sieg Gottes einen Beweis gibt. Wir können Gottes Sieg nur als eine für uns unsichtbare Wirklichkeit glauben.</div><div><br></div><div>Wir werden Gottes umfassendem Sieg über das Böse erstens nicht gerecht, wenn wir das Gute, das wir wahrnehmen, auf Banalitäten beschränken und daraus dann unseren Glauben nähren, dass Gott sich in der ganzen Welt umfassend gegen das Böse durchsetzt. Denn gerade dieses umfassende Sich-Durchsetzen Gottes ist für uns nicht rational-empirisch nachvollziehbar.</div><div><br></div><div>Wir werden dem Sieg Gottes über das Böse zweitens auch nicht gerecht, wenn wir Gott die Fähigkeit oder den Willen absprechen, in der Welt Gutes zu wirken. Denn dann setzen wir die rational-empirische Sichtweise absolut und stellen Gottes Sieg über das Böse überhaupt in Frage.</div><div><br></div><div>Gottes Sieg über das Böse, Lebensfeindliche, Zerstörerische, das uns in der Welt begegnet, ist also für uns nicht sichtbar. Sichtbar ist zwar manches Gute, aber sichtbar ist nicht, dass hier ein guter Gott am Werk ist. Das ist mit dem Wort des auferstandenen Jesus an seinen Jünger Thomas gemeint: "Selig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh 20,29). Paulus hat es so ausgedrückt: "Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen" (2Kor 5,7).</div><div><br></div><div>Wir verfügen also über keine Sicherheit, die unseren Glauben bestätigt. Wir haben nichts, das als Beweis für einen Gutes wirkenden Gott dienen kann. All unsere Versuche, eine Bestätigung für unseren Glauben zu finden, sind menschlich vollkommen verständlich. Es kann aber gefährlich sein, sich auf vermeintliche Sicherheiten zu verlassen. Denn wenn es hart auf hart kommt und diese Sicherheiten in sich zusammenfallen, ist der Glaube, der sich auf diese Sicherheiten stützte, höchst gefährdet.</div><div><br></div><div>Ich schreibe dies also nicht, um Glauben zu zerstören oder Hoffnung zu rauben. Ich schreibe es, um den Glauben vorzubereiten, ihn stark zu machen und seine Hoffnung zu bewahren für den Fall, dass uns alle vermeintlichen Sicherheiten abhanden kommen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Trotz alles Leids, trotz des unsäglich Bösen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">in der Welt, halte ich an dir, Gott, fest</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>So bleibt uns nur, auf alle Sicherheiten im Glauben zu verzichten. Das ist schwer, weil wir unseren Glauben natürlich gern bestätigt sehen wollen. Es gibt aber diese Bestätigungen nicht. Es gibt nur das Vertrauen auf Gott entgegen dem Augenschein: "Dennoch bleibe ich stets bei dir, du hältst mich bei meiner rechten Hand" (Psalm 73,23).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Dennoch, obwohl ich nicht sicher sein kann, dass du es bist, der Gutes in der Welt wirkt. Trotz alles Leids, trotz des unsäglich Bösen in der Welt, halte ich an dir, Gott, fest. Obwohl ich absolut nicht verstehe, was vor sich geht, warum du all das geschehen lässt, warum du dem Bösen nicht Einhalt gebietest – obwohl ich im Dunklen tappe und mit leeren Händen vor dir stehe, ohne jeden belastbaren Beleg für deine Existenz und dafür, dass du Gutes auf Erden wirkst – obwohl ich schwimme in einem Meer ohne Grund – dennoch bleibe ich bei meinem Vertrauen zu dir und bei meiner Hoffnung auf dich, guter Gott. Und ich danke dir, dass du mich festhältst, so dass mein Glaube nicht zerbricht...</i></span></div><div><br></div><div>Unser Glaube lebt von Vertrauen – von Beziehung, nicht von Sicherheit. Beziehung zu Jesus Christus, dem lebendigen Wort Gottes, in dem Gott erschien, handelte und sprach (Joh 1,1-14). Seine Zusage, bei uns zu sein und seine Schöpfung nicht sich selbst zu überlassen, seine Verheißung, alles zu einem guten Ende zu führen – das ist das einzige, was wir haben.</div><div><br></div><div>Es sind nur Worte, gesprochen von Glaubenden Israels und einem Wanderprediger, aufgeschrieben von fehlbaren Menschen, überliefert seit über zwei Jahrtausenden, vorliegend auf brüchigem Papyrus mit Rissen und Löchern, unterschiedliche Versionen uralter Texte, die wir zu entziffern und zu verstehen suchen und unterschiedlich interpretieren. Das ist das, was wir haben – keine beglaubigte Abschrift mit Brief und Siegel, kein gerichtsverwertbares Gutachten. Und dennoch vertrauenswürdig, sagt der Glaube, der keine Sicherheit kennt.</div><div><br></div><div>In diesem Glauben leben wir durch den uns geschenkten Geist dessen, dem wir vertrauen, und erlangen, so wir diesen Geist in uns wohnen lassen, tiefste, durch nichts abgesicherte Gewissheit, die gleichwohl immer wieder von Zweifeln durchzogen wird.</div><div><br></div><div>So sind wir die geistlich Armen, die Jesus selig gepriesen und denen er Leben unter der Herrschaft Gottes verheißen hat (Mt 5,3). Aber gerade in dieser Armut vertrauen wir auf keine Sicherheit, sondern werfen uns nichts anderem als Gott in die Arme. Darin besteht der unschätzbare Reichtum dieser Armut, die Stärke Jesu Christi in all unserer menschlichen Schwäche (2Kor 12,9f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Elisa auf Pixabay (Hintergrund bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 06 Aug 2025 12:55:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kapitulieren, verhandeln oder den Krieg fortsetzen?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000282"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Kapitulieren, verhandeln oder den Krieg fortsetzen?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie die evangelische Kirche um die Friedensethik ringt (Teil 4)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/07/2025</span></div><div><br></div><div>Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) diskutiert ihre zukünftige Friedensethik. Die bisherige, so meint man wohl, war nicht für den Kriegsfall bestimmt, sondern nur für den Frieden. Das verstehe, wer will.</div><div><br></div><div>Jedenfalls fand im Juni ein Gespräch zwischen dem Bischof der mitteldeutschen Kirche und Friedensbeauftragten der EKD, Friedrich Kramer, und dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel, statt. Der Rahmen war eine gemeinsame Tagung der Superintendentinnen und -intendenten der rheinischen und der mitteldeutschen Kirche in Wuppertal.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Natürlich ist der Krieg vorbei, wenn Russland Schluss mit ihm macht.</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Er ist aber auch vorbei, wenn die Ukraine Schluss mit ihm macht</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Präses Latzel sagte in der Diskussion im Blick auf den Ukrainekrieg:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">In einer unerlösten Welt ist auch die Eindämmung des Bösen legitim. Der Krieg wäre sofort beendet, wenn Russland Schluss macht.*</span></i></span></div><div><br></div><div>Zum ersten Satz ist anzumerken: Jesus hat eine entgegengesetzte Aussage gemacht. Er sagte nach Mt 5,38:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Ihr habt gehört, dass gesagt ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Ich aber sage euch, dass ihr dem Bösen nicht widerstehen sollt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, ob sich Latzel zu dieser Aussage Jesu geäußert hat. Jedenfalls müsste man die These, dass in einer unerlösten Welt die Eindämmung des Bösen christlich vertretbar ist, präzisieren. Man sollte sie also nicht einfach als ethischen Grundsatz in den Raum stellen, sondern müsste sich die Mühe machen, zu begründen, in welchen Fällen dem Bösen widerstanden werden sollte und in welchen nicht. Wenn man sich diese Mühe nicht macht, hat man eine scheinbar einfache Lösung, ignoriert aber das Wort Jesu und die Verschiedenheit möglicher Situationen.</div><div><br></div><div>Ich schließe aus dem biblischen Gesamtzeugnis, dass in bestimmten Fällen dem Bösen widerstanden werden sollte und in anderen nicht. Die ethische Diskussion beginnt aber erst und gewinnt an Niveau, wenn man darüber streitet, wann das eine der Fall ist und wann das andere.</div><div><br></div><div>Der zweite Satz von Präses Latzel ist oft in der deutschen politischen Diskussion zu hören. Er ist ein "Totschlagargument", das kein Argument ist, sondern eine Plattitüde. Natürlich ist der Krieg vorbei, wenn Russland Schluss mit ihm macht. Er ist aber auch vorbei, wenn die Ukraine Schluss mit ihm macht.</div><div><br></div><div>Den letzten Satz habe ich in der Diskussion noch nie gehört. Er ist ein Tabu-Satz, der aber genauso wahr ist wie der andere und ebenso wie er eine Plattitüde. Doch gilt es in Deutschland als Denkverbot, dass die Ukraine vor dem Angreifer kapitulieren könnte.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Kapitulation gegenüber einem Aggressor kann durchaus</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">sinnvoll sein und Leid vermeiden</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Bibel kennt dieses Denkverbot nicht. Im 6. Jahrhundert v.Chr. wurde das Land Juda mit seinem König Zedekia von der babylonischen Großmacht unter dem Herrscher Nebukadnezar bedroht. Der Prophet Jeremia sah das Leid und die Zerstörung voraus, die ein Krieg nach sich ziehen würde, und empfahl Zedekia im Namen Gottes die Kapitulation. Auf diese Weise, so Jeremia, könnte der König die Zerstörung Jerusalems vermeiden und zugleich sein eigenes Leben und das seiner Familie retten. Andernfalls werde die Stadt verbrannt und der König samt Familie in Gefangenschaft geraten (Jer 38,17-23).</div><div><br></div><div>Jeremia verkündet dies dem König Zedekia unter der Voraussetzung, dass Gott dem babylonischen König offensichtlich die Macht eingeräumt hat, viele Länder einzunehmen (Jer 27,4-11). Wer sich Nebukadnezar widersetzt, widersetzt sich also letztlich dem Willen Gottes.</div><div><br></div><div>Dahinter steht ein für uns schwieriger, aber auch tröstlicher Gedanke: Nicht die Mächtigen dieser Welt, sondern Gott ist der Herr der Weltgeschichte. Darum sollen die an Gott Glaubenden sich im Vertrauen auf sein Geleit mitunter auch in solche Geschicke ergeben, die für sie unbegreiflich und leidvoll, aber unabänderlich sind. Denn der Widerstand gegen die von Gott zugelassene militärische Stärke der Großmacht könnte noch leidvoller sein.</div><div><br></div><div>Der König Zedekia ist dem Rat Jeremias nicht gefolgt. Die Folgen waren tragisch, nicht nur für den König und seine Familie, sondern auch für Jerusalem und seine Bevölkerung (Jer 39,6-10).</div><div><br></div><div>Die Kapitulation gegenüber einem Aggressor kann demnach durchaus sinnvoll sein und Leid vermeiden. Es kann für ein Volk erträglicher sein, sich einer Übermacht zu ergeben und unter Fremdherrschaft zu leben, als sich zu verteidigen und im Krieg unterzugehen.</div><div><br></div><div>Auch dies wird im Buch Jeremia anschaulich beschrieben. Nach der Einnahme Jerusalems durch die Babylonier wurde die Führungsschicht ins Exil verschleppt und musste fortan in der Fremde unter babylonischer Herrschaft leben. Jeremia, der in Jerusalem bleiben durfte, schrieb ihnen einen denkwürdigen Brief. Hier ein Auszug daraus (Jer 29,4-8.11-14a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, zu allen Verschleppten, die ich verschleppen ließ von Jerusalem nach Babel: Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Frucht; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter; werbt um Frauen für eure Söhne und gebt eure Töchter Männern, damit sie Söhne und Töchter gebären, dass ihr euch dort vermehrt und ihr nicht weniger werdet. Strebt nach dem Frieden der Stadt, die ich dazu brachte, euch in sie zu verschleppen, und betet für sie zum Herrn; denn in ihrem Frieden wird [auch] für euch Frieden sein. [...] Ich weiß, was für Pläne ich für euch habe, spricht der Herr, Pläne zum Frieden [oder: zum Heil] und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu geben. Und ihr werdet mich anrufen und zu mir beten, und ich werde euch erhören. Und ihr werdet mich suchen und finden. Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich von euch gefunden, spricht der Herr, und ich werde euer Geschick wenden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Kurz gesagt besteht Gottes Rat für die Verschleppten darin: Führt unter der Fremdherrschaft ein soweit wie möglich normales Leben. Leistet keinen Widerstand gegen die Fremdherrschaft, kämpft nicht gegen die, die euch Unrecht tun, sondern handelt und betet für den Frieden ihrer Hauptstadt; denn ihr Friede ist auch euer Friede. Und vergesst nie, dass ich, euer Gott, friedliche, heilvolle Pläne für euch habe und euer leidvolles Geschick wenden werde.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Nicht in jedem denkbaren Fall ist es sinnvoll,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">dass der Angegriffene kapituliert</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Babylon ist nicht Moskau und Jerusalem ist nicht Kiew. Die alte Geschichte kann nicht einfach in die Gegenwart übertragen werden. Nicht in jedem denkbaren Fall ist es sinnvoll, dass der Angegriffene kapituliert. Dennoch sollte uns die alttestamentliche Geschichte zu Denken geben.</div><div><br></div><div>Denn es ist durchaus sinnvoll und sogar dringend nötig, dass jeder Angegriffene darüber nachdenkt, welches Opfer zu bringen er bereit ist und ob ein Krieg möglicherweise auf der eigenen Seite mehr Leid mit sich bringt als eine Kapitulation oder eine Verhandlungslösung. Es wäre ja absurd, einen Krieg zu führen, an dessen Ende im eigenen Land mehr Todesopfer und Leidtragende zu zählen sind, als es bei einer Kapitulation oder Verhandlungslösung der Fall gewesen wären.</div><div><br></div><div>Das heute geltende Völkerrecht gewährt einem Staat das Recht, sich gegen einen Aggressor zu verteidigen. Das Völkerrecht ist aber nicht identisch mit dem Gottesrecht oder dem jeweiligen Willen Gottes. Bei aller Achtung vor dem Völkerrecht: Es kann im Einzelfall klüger sein und Leid verhindern, sich kampflos zu ergeben oder in den vielleicht schmerzlichen Kompromiss einer Verhandlungslösung einzustimmen.</div><div><br></div><div>Ein Beispiel für einen sinnvollen kampflosen Rückzug ist ein Ereignis des Zweiten Weltkriegs: Die Franzosen übergaben ihre Hauptstadt Paris kampflos an die vorrückenden deutschen Truppen, um die Stadt vor unnötigen Kämpfen und Zerstörungen zu bewahren.** Heute gehört Paris zu den von Touristen meistbesuchten Städten der Welt.</div><div><br></div><div>"Der Krieg wäre sofort beendet, wenn Russland Schluss macht", hatte Präses Latzel gesagt. Daran besteht kein Zweifel, und man kann nur dafür beten, dass Russland diesen Schritt tut. Danach sieht es aber aktuell nicht aus.</div><div><br></div><div>Deshalb ist die Frage für die Ukraine, wie viele Hunderttausende Tote und unzählige Leidtragende das Land noch in Kauf nehmen will, indem es diesen Krieg weiterführt, und ob nicht eine Verhandlungslösung das Leid mindern könnte. Diese Frage kann sich die Ukraine nur selbst beantworten.</div><div><br></div><div>Eine Verhandlungslösung wäre keine Kapitulation, aber mit Gebietsabtretungen und dem Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft verbunden. Außerdem gäbe es wahrscheinlich keine Sicherheitsgarantien für die Ukraine, so dass das Land dem Risiko eines erneuten Angriff Russlands ausgesetzt wäre. Die konkrete Frage lautet: Sind diese Verzichte und ist dieses Risiko weitere Hunderttausende Tote und vielleicht Millionen Leidtragende allein im eigenen Land wert?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Eine differenzierte christliche Antwort orientiert sich an der</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Vielfalt der biblischen Texte und an der bestmöglichen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Vermeidung von Gewalt und Leid</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das Alte Testament jedenfalls beschreibt – entgegen einer weit verbreiteten Meinung – nicht nur Kriege und grausames Hinschlachten von Menschen, sondern auch den bewussten Verzicht auf Krieg. Denn der Krieg ist nach alttestamentlichem Glauben nicht einfach ein Mittel der Politik, sondern eine Entscheidung Gottes, die dazu dient, das Volk Israel zu retten und zu bewahren (z.B. 2Mo/Ex 14,13f). Deshalb kann auch ein Krieg nur dann gewonnen werden bzw. dauerhaften Segen für das Land bringen, wenn er mit Gottes Zustimmung und im Sinne Gottes geführt wird, also nicht in weltlichem Machtstreben oder Machterhalt gründet (z.B. 4Mo/Num 14,40-45; 5Mo/Dtn 2,4f; 1Sam 30,8; Ps 46,10; Jes 37,33-36).</div><div><br></div><div>Sowohl die Entscheidung für einen Krieg als auch die Entscheidung gegen ihn sind also nach <span class="fs14lh1-5"><b>alttestamentlichem </b></span>Denken im Einzelfall legitime ethische Möglichkeiten. Nimmt man das Neue Testament hinzu, dann verschiebt sich die Bereitschaft zum Führen eines Krieges hin zur Liebe auch gegenüber dem Feind und zum Gewaltverzicht (z.B. Mt 5,38-48; 26,51-53).</div><div><br></div><div>In der friedensethischen Diskussion der EKD geht es nicht darum, der Ukraine vorzuschreiben, wie sie sich zu verhalten habe. Es geht vielmehr um die Bewertung von Krieg und Frieden angesichts des Evangeliums von Gottes Liebe zu allen Menschen. Und es geht um das christliche Handeln in der Frage einer direkten oder indirekten Beteiligung an Kriegen.</div><div><br></div><div>Auf die dabei entstehenden Fragen gibt es keine einfachen, einseitigen oder rein politisch begründeten Antworten. Eine differenzierte christliche Antwort orientiert sich vielmehr an der Vielfalt der biblischen Texte, die unterschiedliche Situationen in den Blick nehmen, und an der bestmöglichen Vermeidung von Gewalt und Leid. Denn das christliche Handeln ist begründet in der Liebe Gottes, die allen Menschen gilt, den Freunden Gottes und sogar seinen Feinden (Röm 5,10).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div class="imTALeft"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">* Siehe <a href="https://www.mittelstandcafe.de/zwischen-sofa-pazifismus-und-r-stungswahn-kirche-verortet-sich-neu-friedensethische-diskussion-in-wuppertal-mit-pr-ses-latzel-und-bischof-kramer-von-ekkehard-r-ger-2180723.html" target="_blank" class="imCssLink">https://www.mittelstandcafe.de/zwischen-sofa-pazifismus-und-r-stungswahn-kirche-verortet-sich-neu-friedensethische-diskussion-in-wuppertal-mit-pr-ses-latzel-und-bischof-kramer-von-ekkehard-r-ger-2180723.html</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mt1"><span class="fs11lh1-15">** Siehe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paris#Paris_im_Zweiten_Weltkrieg und https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/einmarsch-in-paris-1940" target="_blank" class="imCssLink">https://de.wikipedia.org/wiki/Paris#Paris_im_Zweiten_Weltkrieg und https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/einmarsch-in-paris-1940</a>.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Werner H. Schmidt: Das Buch Jeremia. Kapitel 21-52. Das Alte Testament Deutsch, Teilband 21. Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen 2013.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Die drei vorangehenden Teile zum Thema "Wie die evangelische Kirche um die Friedensethik ringt" findest du hier:</span></div><div><span class="fs11lh1-5">Teil 1: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=000000174" class="imCssLink">Die EKD-Ratsvorsitzende zum Ukraine-Krieg</a></span></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Teil 2: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=0000001A9" class="imCssLink">Darf ein barmherziger Samariter bewaffnet sein?</a></span></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Teil 3: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=0000001AE" class="imCssLink">"Eine Kultur der Entfeindung schaffen"</a></span></span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Evada auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 27 Jul 2025 14:17:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ruhm und Ehre bei Menschen und bei Gott]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000281"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ruhm und Ehre bei Menschen und bei Gott</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine Meditation gegen das Vergessen-Werden</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/07/2025</span></div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>An dem im Foto abgebildeten Gedenkstein kam ich auf einer Wanderung in der Gegend von Bad Segeberg vorbei. Der Stein ehrt Johannes Kühne, der die Grünanlage im Jahre 1890 begründete. Auf verschiedene Weise wird zu Recht die Erinnerung an diejenigen gepflegt, die etwas Besonderes für das Gemeinwohl getan haben. Angestoßen durch den Gedenkstein habe ich einige Gedanken über das Ehren, Gedenken und Vergessen-Werden zusammengetragen.</i></span></div></div><div><br></div><div><br></div><div>Ich habe keine Erholungsanlage errichtet, so dass mir ein Gedenkstein gewidmet wurde.</div><div><br></div><div>Ich habe nichts Herausragendes für die Öffentlichkeit geleistet und dafür ein Bundesverdienstkreuz erhalten.</div><div><br></div><div>Ich habe kein Unternehmen gegründet, das meinen Namen in Stadt und Land bekannt gemacht hat.</div><div><br></div><div>Ich bin kein exzellenter Sportler gewesen und habe keinen Titel errungen.</div><div><br></div><div>Ich bin nie so interessant gewesen, dass jemand meine Biografie veröffentlicht hat.</div><div><br></div><div>Ich habe weder einen Nobelpreis noch einen Oscar erhalten und stehe in keiner ewigen Preisträgerliste.</div><div><br></div><div>Ich habe auf keinem Gebiet vortreffliche Leistungen vollbracht, über die viele Menschen gestaunt haben.</div><div><br></div><div>Ich bin nie eine wichtige Person gewesen, über die die Medien berichtet haben.</div><div><br></div><div>Ich bin niemals irgendwo Präsident gewesen und dafür geehrt worden.</div><div><br></div><div>Ich bin nie Bundeskanzler gewesen, und kein Portrait von mir hängt im Reichstagsgebäude.</div><div><br></div><div>Ich bin Gemeindepfarrer gewesen, aber mein Bildnis und Name hängt in keiner Kirche aus.</div><div><br></div><div>Ich wurde zu keinem Kirchentag als Redner eingeladen.</div><div><br></div><div>Ich bin kein General gewesen, der für seine hervorragenden Militärdienste einen Orden bekommen hat.</div><div><br></div><div>Ich habe nicht einmal einen Orden wider den tierischen Ernst erhalten.</div><div><br></div><div>Ich bin kein Künstler, dessen Werke in Museen ausgestellt werden.</div><div><br></div><div>Ich bin kein auch nur annähernd perfekter Mensch, sondern habe andere oft verletzt.</div><div><br></div><div>Ich habe oft das Meine gesucht und Gott die Ehre versagt, die ihm gebührt.</div><div><br></div><div>Ich bin nicht berühmt und habe keinen Eintrag in der Wikipedia oder einem anderen Lexikon der Welt.</div><div><br></div><div>Ich werde in Vergessenheit geraten sein, wenn meine Enkel nicht mehr leben.</div><div><br></div><div>Aber ich habe das feste Vertrauen, dass mein Name im Buch des Lebens geschrieben steht und ich deshalb niemals von Gott vergessen sein und in Ewigkeit in seinem Reich leben werde.* Darum bitte und darauf hoffe ich.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">* Offb 20,12-15; Mt 5,3; Lk 12,6-8; Joh 6,51; 11,25.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 15:29:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wir können Jesus nicht live erleben - na und?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000280"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wir können Jesus nicht live erleben – na und?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/07/2025</span></div><div><br></div><div>Jeder, der schon einmal ein Konzert besucht hat, weiß: Es ist ein riesiger Unterschied, ob man ein Musikstück als Stream, von der CD oder im Radio hört oder ob man in der Konzerthalle anwesend ist und den Künstler bzw. die Künstlerin live erlebt. Die Musik ist dieselbe, aber das Erlebnis ist viel intensiver. Man ist näher dran an dem Menschen: Man hört nicht nur seine Musik, sondern sieht auch seine musikalischen Fähigkeiten. Man nimmt seine Bewegungen und Gefühle wahr, erlebt seine Persönlichkeit, ja, man lernt ihn ein Stück weit kennen, jedenfalls seine Bühnenpräsenz.</div><div><br></div><div>Das gilt nicht nur für Musiker, sondern auch für die schreibende Zunft. Darum besuchen Menschen Lesungen, in denen ein Autor aus seinen Werken vorliest. Das Erleben des Autors ist mehr als das bloße Lesen seiner Werke.</div><div><br></div><div>Jesus hat keine Lesungen gehalten. Er hat überhaupt nichts Geschriebenes hinterlassen. Er hat aber offensichtlich durch seine Präsenz die Menschen, die ihn erlebten, tief beeindruckt. Die Persönlichkeit eines Menschen, seine charismatische Erscheinung kann weder eine Nachschrift seiner Worte noch eine Erzählung seiner Taten verdeutlichen. Vielleicht würde uns das Glauben leichter fallen, wenn wir die Persönlichkeit Jesu erlebt hätten.</div><div><br></div><div>Vielleicht würden wir auch manche seiner Worte anders interpretieren, wenn wir seinen Tonfall, seinen Gesichtsausdruck, seine Gestik und Körperhaltung hätten wahrnehmen können. Vielleicht hat er manches mit einem Lächeln, einem Augenzwinkern, einer liebevollen Ironie ausgesprochen, so dass es einen den bloßen Buchstaben gegenüber ganz anderen Sinn hatte.</div><div><br></div><div>"Ihr Kleingläubigen!" – Wer sagt uns eigentlich, dass Jesus bei diesen Worten seine Jünger nicht anlächelte und ihnen so zeigte, dass sie – trotz ihres Kleinglaubens – geliebt sind? "Ihr Otterngezücht!" – Könnte es nicht sein, dass Jesus mit ruhiger Stimme und traurigem Seufzen sprach, als er den religiös Gelehrten den Spiegel vorhielt, in dem sie eine kluge Schlange sahen (Mt 10,16), die mit all ihrer Klugheit Gift versprüht?</div><div><br></div><div>Wir wissen es nicht und müssen uns mit den schriftlichen Mitteilungen Späterer zufriedengeben. Zunächst aber wurden Jesu Worte und Taten mündlich weitergegeben. Das wurde damals mit großer Sorgfalt getan. Man bewahrte das Gesagte, anders als wir heute, möglichst wortgetreu im Herzen. Erst später wurden Jesu Worte und Taten aufgeschrieben. Die drei ersten Evangelien stimmen in Vielem überein, weichen aber auch voneinander ab. Das vierte Evangelium tanzt aus der Reihe. Jesu Worte und Taten durchlaufen einen Prozess der Veränderung und der Deutung. Dennoch glaube ich, dass der Geist seiner Taten und Worte gewahrt blieb.</div><div><br></div><div>Aber wir haben heute nur Buchstaben und Sätze vor uns – sicherlich imponierende Sätze, die etwas in uns auslösen, die uns ansprechen –, aber es ist nie die leibhaftige Person Jesu. Manchmal wünsche ich mir, ihn selbst in seiner ganzen Menschlichkeit einmal kennengelernt zu haben.</div><div><br></div><div>Ich frage mich, wie es gewesen wäre, wenn ich Jesus "live" erlebt hätte. Wäre ich ein Anhänger von ihm geworden? Oder hätte ich gedacht, dass er eben auch nur ein Mensch wie alle anderen ist? Oder hätte ich ihn gar zum Popstar gemacht, wie es manchen Gurus widerfahren ist?</div><div><br></div><div>Warum hat Jesus selbst nichts aufgeschrieben, wie es andere berühmte Männer seiner Zeit taten? Vielleicht weil es ihm nicht um sich selbst ging. Er hat sich als Diener seines himmlischen Vaters verstanden mit der Aufgabe, dessen Reich in die Welt zu bringen. Und er sah sich als Diener der Menschen, denen dieses Reich den Himmel eröffnete. Außerdem ging Jesus, so würde ich vermuten, davon aus, dass sein Vater im Himmel schon dafür sorgen wird, dass sein Reich auf Erden, das in seinen Worten und Taten anbrach, nicht untergeht.</div><div><br></div><div>Und so ist es dann ja auch geschehen, ganz ohne ein einziges von ihm aufgeschriebenes Wort.</div><div><br></div><div>Worte sind immer Missverständnissen ausgesetzt. Wenn wir die Person, die gerade spricht, vor Augen haben, spricht ihr körperlicher Ausdruck mit. Lesen wir nur ihre Worte, wird der Interpretationsrahmen größer und unsicherer, weil wir die Person nicht sehen. Lebte die Person vor zweitausend Jahren, wird der Interpretationsrahmen noch größer und unsicherer, weil wir die damalige Welt bestenfalls teilweise kennen und die Worte immer auch von unserer gegenwärtigen Situation her deuten.</div><div><br></div><div>Am besten verstehen wir eine Person, wenn wir sie sehen und außerdem gut kennen. Je besser wir sie kennen, desto besser verstehen wir sie. Denn dann spricht ihre ganze Persönlichkeit, die uns bekannt ist, mit. So ist es auch bei Jesus. Je besser wir ihn kennen, desto besser verstehen wir seine Worte.</div><div><br></div><div>Kennenlernen können wir Jesus aber nur so, dass wir seine Worte und Taten, so wie sie Jahrzehnte nach seinem Tod aufgeschrieben wurden, lesen, meditieren, in unseren Herzen bewegen (Lk 2,19) und immer wieder neu bedenken. Sehen können wir Jesus nicht mehr. Aber ich glaube, dass uns seine Persönlichkeit, sein Geist trotzdem in seinen überlieferten Worten und Taten begegnet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTALeft"><span class="fs11lh1-5">Grafik: Björn Engelke auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 09 Jul 2025 07:34:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Raus aus der weltweiten Eskalation der Gewalt!]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000027F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Raus aus der weltweiten Eskalation der Gewalt!</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Der christliche Beitrag zum Abbau von Gewalt und Aggression</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/06/2025</span></div><div><br></div><div> 	 	 	<style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:visited { color: #800000; text-decoration: underline } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style> &nbsp;<div class="imTARight"> <i><b><span class="fs16lh1-5 ff1">Gewalt und Bedrohung mit Gewalt gebiert […]</span></b></i></div> <div class="imTARight"><i><b><span class="fs16lh1-5 ff1">nach einem unentrinnbaren Pragma alles Handelns</span></b></i></div> <div class="imTARight"><i><b><span class="fs16lh1-5 ff1">unvermeidlich stets erneut Gewaltsamkeit.</span></b></i></div> <div class="imTARight"><i><b><span class="fs14lh1-5 ff1">Max Weber</span></b></i></div> <div><br></div></div><div><span class="fs14lh1-5">Christen vertrauen darauf, dass Gott der Herr der Weltgeschichte ist. Man kann es kaum glauben, wenn man einen Blick in die Welt wirft. Und doch ist es eine Grundwahrheit des christlichen Glaubens, dass Gott in ihr wirkt – letztlich Gutes wirkt. Eine Grundwahrheit, bei der man in einen Abgrund von Unrecht, Leid und Tod blickt. Denn so begegnet uns die Welt besonders deutlich seit einigen Jahren.</span><br></div><div><br></div><div>In den Abgrund blickend halten Christinnen und Christen an der Grundwahrheit fest, dass Gott Gutes wirkt. Und sie gestehen ein, dass er es nicht so tut, dass wir es vor Augen haben. Gott wirkt vielmehr im Verborgenen. Schon Jesus wies darauf hin, dass wir das Reich Gottes nicht beobachten können (Lk 17,20f).</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Gott zieht es vor, das Leid zuzulassen und unter den</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">zuschlagenden menschlichen Fäusten Gutes zu wirken</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wie kann die Welt, wenn Gott Gutes wirkt, in dem Zustand sein, in dem sie uns täglich begegnet? Gott lässt offensichtlich dem menschlichen Handeln freien Lauf. Er schlägt nicht mit der Faust dazwischen, um dem Wahnsinn ein Ende zu machen. Er müsste dann all den Mächtigen ein Ende bereiten, die sich für die Herren der Weltgeschichte halten. Er müsste auch den kleinen Übeltätern ein Ende bereiten. Also auch uns.</div><div><br></div><div>Aber genau das will Gott nicht tun. Er zieht es vor, das Leid zuzulassen und unter den zuschlagenden menschlichen Fäusten Gutes zu wirken. Wir sehen aber nur die zuschlagenden Fäuste und die leidenden und sterbenden Opfer. Das beste Beispiel dafür ist Jesus Christus selbst. Sein qualvoller Tod am Kreuz war für alle sichtbar. Dennoch behauptet die Christenheit, dass sich in ihm das Heil der Welt ereignet habe. Nicht sichtbar für die Augen, sondern verborgen unter dem Gegenteil seines Leidens und Sterbens.</div><div><br></div><div>Wenn Gott den Wahnsinn zulässt, tut er es also nicht aus Gleichgültigkeit oder um seine Geschöpfe zu bestrafen oder in einem emotionalen Zornesausbruch: "Das haben sie nun davon. Wer nicht hören will, muss fühlen." So ist Gott nicht. Er lässt den Wahnsinn zwar zu, aber er verlässt die dem Wahnsinn Verfallenen und deren Opfer nicht. Was er genau bezweckt, wissen wir nicht. Worin das Gute besteht, das Gott verborgen hinter Leid und Tod wirkt, bleibt im Dunklen. Wie gesagt, ein Abgrund.</div><div><br></div><div>Doch hinter dem Abgrund ist Licht. Nicht zu sehen, aber zu glauben. Auf Jesu Tod folgte seine Auferweckung von den Toten. Auf den sechs Jahre währenden Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs folgten viele Jahrzehnte des Friedens in Europa. Sie sind spätestens seit Russlands Angriff auf die Ukraine beendet.</div><div><br></div><div>Wenn wir heute einen Blick in die Welt werfen, setzen wir also dies voraus: Gott wirkt in ihr Gutes. Wir sehen es nicht. Wir fühlen es nicht. Aber wir vertrauen darauf. Dieses Vertrauen ist unzerstörbar, sagen die Glaubenden. Sie nennen es Hoffnung. Nicht eine unsichere Hoffnung – ich weiß es nicht, aber ich hoffe es –, sondern eine gewisse Hoffnung, deren Berechtigung aber unbeweisbar ist – ich bin gewiss, dass Gott trotz allem Gutes wirkt.</div><div><br></div><div>Wer diese Hoffnung hat, kann die Gewalt in der Welt wahrnehmen, ohne in Depressionen zu versinken. Er muss vor dem Irrsinn des menschlichen Handelns nicht die Augen verschließen. Wenn alle die Augen verschließen, wird die Welt blind und die Wahrheit geht verloren. Christen aber haben die Aufgabe, die Wahrheit zu erkennen und sie den geliebten Geschöpfen Gottes mitzuteilen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Man kann den Eindruck gewinnen,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">dass sich Gewalt wie eine Pandemie ausbreitet</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Zur Wahrheit gehört, dass Gewalt – in welcher Form auch immer – neue Gewalt erzeugt. Das ist seit Beginn des Ukrainekriegs zu beobachten. Dabei geht es nicht nur um die Gegengewalt desjenigen, der angegriffen wird. Gewalt an einem Ort scheint vielmehr die Hemmungen zu reduzieren, auch an anderen Orten gewaltsam zu agieren.</div><div><br></div><div>Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 und dem immer noch tobenden Krieg scheinen sich die Kriege auch in anderen Weltregionen zu häufen. Aserbaidschan griff Armenien an und okkupierte die Region Bergkarabach. Die Hamas beging einen furchtbaren Terroranschlag auf Israel, das bis heute mit großer Härte zurückschlägt. Vor wenigen Tagen griff Israel den Iran an und zerstörte mit Hilfe der USA dessen Atomanlagen. Die Welt hält seit 2022 den Atem an und ringt nach Luft zwischen den vielfältigen Bedrohungsszenarien.</div><div><br></div><div>Doch die zwischenstaatliche Gewaltzunahme scheint sich auch innerstaatlich zu vollziehen. Die Anzahl der polizeilich erfassten Gewalttaten ging in Deutschland zwischen 2016 und 2021 kontinuierlich zurück und steigt seit 2022 ebenso kontinuierlich wieder an. Im Jahr 2024 erreichte sie fast den Höchststand von 2007 (siehe <span class="imUl"><a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153880/umfrage/faelle-von-gewaltkriminalitaet/" target="_blank" class="imCssLink">Statista</a></span>).</div><div><br></div><div>Man kann den Eindruck gewinnen, dass sich Gewalt wie eine Pandemie ausbreitet. Gewalt gebiert Gewalt in Form von Kriegen, die den Weltfrieden bedrohen. Und was den Staatslenkern teuer ist, ist den Kriminellen innerhalb der Staaten billig. Mancher mag sich sagen: Wenn Gewalt, hoffähig geworden, wieder ein Mittel der Politik ist, warum dann nicht auch ein Mittel meines persönlichen Wohlergehens?</div><div><br></div><div>Dass Gewalt Gewalt gebiert, lässt sich auch im täglichen Leben beobachten. In einer Kirchengemeinde, in der die Pfarrerinnen und Pfarrer im unversöhnlichen Streit miteinander liegen, wird auch im Kirchenvorstand nicht lange Frieden herrschen. Schließlich werden sich Übelreden, Tricksereien und Intrigen auf die ganze Gemeinde übertragen.</div><div><br></div><div>Dasselbe wird für Firmen und Vereine gelten. Wo die Mitglieder der Geschäftsleitung oder des Vereinsvorstands nicht miteinander können, werden sich auch die Mitarbeitenden und Vereinsmitglieder in Gruppen spalten und bald gegeneinander arbeiten statt miteinander. Und selbst in Familien überträgt sich ein unfreundliches oder gar feindliches Klima der Wortführer auf die anderen Familienmitglieder.</div><div><br></div><div>Offenbar prägen die Wortführer in Staat und Gesellschaft bis hin zu den gesellschaftlichen Gruppen das Verhalten nicht aller, aber vieler der jeweiligen Gruppenmitglieder.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Es ist frappierend, wie deutlich sich Forschungsergebnisse</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">an der Verhärtung der Positionen während des Ukrainekriegs</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">ablesen lassen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Dass Gewalt eine Tendenz zur Eskalation in sich trägt, ist in der Konfliktforschung belegt. Gewalt eskaliert dadurch, dass sich das Denken und Fühlen bei Menschen, die in einem Konflikt miteinander stehen, verhärtet und sich dann auch ihr gewaltsames Verhalten verstärkt. Hier seien einige Momente des Eskalationsprozesses genannt und dem von Jesus angemahnten Verhalten gegenübergestellt:</div><div><br></div><div>Wenn alle Bemühungen der Konfliktparteien, zu einer Lösung zu finden, gescheitert sind, passiert, kurz gesagt, Folgendes*: Abweichende Meinungen werden von beiden Seiten immer weniger geduldet. Die Wahrnehmung der Realität trübt sich zunehmend ein und ein Schwarz-Weiß-Denken setzt sich durch, bei dem es nur noch Gut und Böse gibt. Von beiden Parteien wird jede eigene Mitverantwortung für den Konflikt rigoros zurückgewiesen. Unbewusst werden eigene Schwächen und Fehler auf den Gegner projiziert, der damit zum Feindbild erstarrt. Die Bereitschaft, dem Feind auch nur zuzuhören, verschwindet. Beide Seiten handeln zunehmend irrational und blenden die negativen Folgen ihres Handelns aus.</div><div><br></div><div>Im weiteren Verlauf des Eskalationsprozesses werden unverzichtbare oder gar heilige Werte proklamiert, die jede Gewaltanwendung rechtfertigen, ohne dass Schuldgefühle oder Skrupel auftreten. Schließlich werden Stärke und Entschlossenheit demonstriert und unangemessen massive und übereilte "Maßnahmen" ergriffen, die auch die Bereitschaft zum Töten einschließen. Dabei führen auch das Streben nach Kontrolle über die Gesamtsituation, Allmachtsphantasien sowie ein befürchteter Gesichts- und Glaubwürdigkeitsverlust zu Handlungen, die bis zur totalen Vernichtung und Selbstvernichtung führen können.</div><div><br></div><div>Das ist die Konsequenz, wenn der Eskalationszirkel nicht durchbrochen wird. Es ist geradezu frappierend, wie deutlich sich diese Forschungsergebnisse an der Verhärtung der Positionen nach Ausbruch des Ukrainekriegs ablesen lassen.</div><div><br></div><div>Die gute Nachricht ist: Wie sehr der Konflikt auch immer fortgeschritten sein mag – es gibt<span class="fs14lh1-5"> in den meisten Fällen </span>die Möglichkeit, ihn zu beenden. Der christliche Glaube ist dabei immens hilfreich, sofern die ihm entsprechenden Handlungsmöglichkeiten praktiziert werden.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Liebe zum Feind ist für Jesus der am stärksten</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">herausfordernde Ernstfall der Nächstenliebe</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Für Jesus ist im Verhalten gegenüber dem Feind die Nächstenliebe maßgebend. Ausgangspunkt der Nächstenliebe ist die Gleichberechtigung aller Geschöpfe vor Gott. Gott erbarmt sich nicht nur über die Guten, sondern auch über die Bösen (Mt 5,45; Lk 6,35). Wie Gottes Liebe auch seinen Feinden gilt (Röm 5,10), so fordert Jesus zur Nächstenliebe auf nicht nur dem Freund, sondern in gleichem Maße dem Feind gegenüber (Mt 5,46). Die Jesus Nachfolgenden sollen dem Feind nicht mit gleicher Münze heimzahlen, sondern im Gegenteil für ihn beten und ihn segnen (Lk 6,28; Mt 7,12).</div><div><br></div><div>Vom Menschen geübte Nächstenliebe spiegelt demnach Gottes Liebe zu seinen Geschöpfen wider; denn Gott nimmt die Bedürfnisse und Ängste aller seiner Geschöpfe wahr und nimmt an ihrem Geschick mitfühlend teil (2Mo/Ex 3,7). Er hat ein offenes Ohr für ihre Sorgen und lässt sich fürsorglich auf sie ein (1Petr 5,7). Er richtet sein Handeln an den flehenden Bitten der Menschen aus, lässt mit sich reden und denkt um (1Mo/Gen 18,17-33; 4Mo/Num 14,11-23; Mt 7,7). Nächstenliebe nimmt sich dies zum Vorbild, ohne dabei die eigenen Interessen und Sorgen zu vernachlässigen (Phil 2,4).</div><div><br></div><div>Nächstenliebe eröffnet also die Möglichkeit, mit dem Feind zu reden, ihm ernsthaft zuzuhören und so zu einer differenzierten Wahrnehmung des Gegenübers zu gelangen. Dadurch wird es möglich, sich den Standpunkt des Feindes in all seinen Facetten zu vergegenwärtigen, mögliche Wahrheitsmomente in ihm finden und den eigenen Standpunkt zu überdenken. Voraussetzung dafür ist aber, den eigenen Standpunkt nicht zum Maß aller Dinge zu machen, sondern zunächst einmal zurückzustellen, um ihn im fortgeschrittenen Gespräch differenziert einzubringen (Mt 8,5-13; 15,21-28). Das alles eröffnet ein Handeln, das den Kreislauf der Eskalationen durchbricht.</div><div><br></div><div>Wer Nächstenliebe übt, ist demnach befähigt, sich in die geliebte Person hineinzuversetzen, ihre – wenn auch irrealen oder ideologisch gefärbten – Bedürfnisse, Interessen und Ängste wahrzunehmen und ihre Perspektive auf die Welt und das Leben nachzuempfinden. Das gilt auch für die Liebe zum Feind. Sie ist für Jesus der am stärksten herausfordernde Ernstfall der Nächstenliebe. Nächstenliebe (im Sinne der griechischen Agape) ist von Sympathie und Angezogensein (im Sinne des Eros) zu unterscheiden. Es geht um die Liebe gerade auch zu dem, der auf mich unsympathisch und abstoßend wirkt, ja mir feindlich gesonnen ist.</div><div><br></div><div>Um der Eskalation eines Gewaltkonflikts entgegenzuwirken, ist es auch nötig, die eigene Mitverantwortung am Entstehen und Fortschreiten des Konflikts wahrzunehmen. Es ist eine wesentliche christliche Eigenschaft, eigene Schuld nicht zu verdrängen oder auf den Gegner zu projizieren, sondern sie im Vertrauen auf Vergebung vor Gott einzugestehen und Versöhnung mit dem Gegner zu suchen (vor Gott eingestehen: Lk 18,13; Versöhnung suchen: Mt 5,23-25). Jesus wusste um die fatale menschliche Haltung, Verfehlungen nur beim anderen zu suchen und so eine Verständigung unmöglich zu machen (Mt 7,3-5). Deshalb warnte er davor, sich selbst von Schuld freizusprechen und zu beanspruchen, zu den "Guten" zu gehören (Mt 19,17; vgl. Röm 3,12).</div><div><br></div><div>Eine Moralisierung des Konflikts, die die Schuld ausschließlich beim anderen sieht, und ein damit zusammenhängendes Schwarz-Weiß-Denken entspricht daher nicht der christlichen Ethik. Jesu Mahnung nach dem Johannesevangelium "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein" spricht hier ein deutliches Wort (Joh 8,7).</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Auch wenn unser Weg Leid mit sich bringt, wird Gott</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">in seiner Macht ihn zu einem guten Ende führen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der Mensch übernimmt sich, wenn er aufgrund seiner guten Taten vor Gott bestehen will. Er kann bestehen nur darin, dass er auf Gottes Gnade vertraut. Darum muss er in einem Konflikt auch nicht um seinen Gesichtsverlust fürchten; denn sein "Gesicht", sein Ansehen ruht in Gott allein (Mt 10,28-31; 6,31-34; Röm 2,9-11). Und er verliert seine Glaubwürdigkeit nicht dadurch, dass er seine Drohungen gegenüber dem Feind zurücknimmt; denn seine Glaub-Würdigkeit besteht darin, von Gott des Glaubens und der Liebe gewürdigt zu sein und dieser Würde gerecht zu werden (Mt 5,48).</div><div><br></div><div>Schließlich haben Kontrollsucht und Allmachtsphantasien im christlichen Glauben keinen Platz. Die Wirklichkeit eines Konflikts ist zu vielfältig und ambivalent, als dass eine Seite die Kontrolle übernehmen könnte und die Macht hätte, das Geschehen zu bestimmen. Der christliche Glaube geht davon aus, dass Gott der Herr der Geschichte ist, auch wenn das für uns oft nicht wahrnehmbar ist.</div><div><br></div><div>In diesem Glauben überließ Jesus die Kontrolle über das Geschehen seinem Vater im Himmel, und er lädt uns ein, es ihm gleichzutun (Lk 22,42; Mt 6,10). Wir können dabei gewiss sein: Auch wenn unser Weg Leid mit sich bringt, wird Gott in seiner Macht ihn zu einem guten Ende führen (2Tim 1,14).</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wenn der Konflikt ausgebrochen ist, besteht immer</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">die Möglichkeit, ihn wieder einzudämmen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Zu Jesu Zeiten gab es weder Gewalt- noch Konfliktforschung. Jesus war aber ein guter Beobachter und Menschenkenner. Er hielt seinen Zeitgenossen den Spiegel vor, damit sie ihre Schwachstellen erkennen und sich von ihnen lösen können. Darum ist es nicht unwahrscheinlich, dass ihm viele der in der Forschung offengelegten Eskalationsvorgänge vor Augen standen.</div><div><br></div><div>Schon die Weisheitslehrer des Alten Testaments wussten aufgrund ihrer Lebenserfahrungen um die Eskalationsgefahr eines Konflikts. Im Buch der Sprüche ist zu lesen (Spr 17,14):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">[Wie] einer, der Wasser entfesselt (wörtlich: freilässt), [so] ist der Anfang des Streites; bevor also der Streit losbricht, lass ab!</span></i></span></div><div><br></div><div>Ein entfesselter Wasserstrom ist nicht mehr aufzuhalten. Er setzt sich fort und reißt alles mit, was sich ihm in den Weg stellt. Vielleicht zu Beginn nur ein kleines Rinnsal, kann er zu einem reißenden Strom werden, wenn ihm nicht rechtzeitig Einhalt geboten wird. Darum haben die Weisen empfohlen, einem Konflikt aus dem Weg zu gehen, schon bevor er begonnen hat.</div><div><br></div><div>Wenn aber der Konflikt schon ausgebrochen ist, besteht fast immer die Möglichkeit, ihn wieder einzudämmen – es jedenfalls ernsthaft, und das heißt unter gleichberechtigten Gegnern und im oben genannten christlichen Handlungsrahmen, zu versuchen (Röm 12,18).<span class="fs14lh1-5"> Max Weber hatte nicht recht mit seiner pessimistischen Aussage, dass Gewalt </span><span class="fs14lh1-5"><b>"unweigerlich"</b></span><span class="fs14lh1-5"> Gewalt gebiert. Der christliche Glaube bringt die besten Voraussetzungen mit, die Gewaltspirale zu durchbrechen.</span></div> 	 	 	<style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:visited { color: #800000; text-decoration: underline } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style> &nbsp;<div><br></div><div>Bleibt nur die Frage, inwieweit wir bereit sind, uns auf den christlichen Handlungsrahmen einzulassen ...</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Alkier, Stefan/Schiewek, Werner: Gewalt überwinden? Gewalt und Gewaltverzicht in biblischen Texten und in der Arbeit der Polizei. Biblische Argumente in öffentlichen Debatten Band 4. Hg. von Stefan Alkier u.a. Brill Schöningh, Paderborn 2025.</span><br></li><li><div class="fs11lh1-15"><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5">Ebertz, Michael N.: Gewalt, Version 08.06.2022, 09:10 Uhr, in: Staatslexikon</span><span style="vertical-align: super;" class="fsNaNlh1-15">8 </span><span class="fs11lh1-5">online, URL:</span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5"><a href="https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Gewalt" target="_blank" class="imCssLink"><span class="fs11lh1-5">https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Gewalt</span></a></span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5">(abgerufen am 22.06.2025).</span></div></div></li><li><span class="fs11lh1-15">Reemtsma, Jan Philipp: Gewalt als Lebensform. Zwei Reden. Reclam, Stuttgart 2016 (Reclams Universal-Bibliothek Nr. 19382).</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Spillmann, Kurt R. und Kati: Feindbilder: Entstehung, Funktion und Möglichkeiten ihres Abbaus. Zürcher Beiträge zur Sicherheitspolitik und Konfliktforschung der Forschungsstelle an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Heft Nr. 12. Zürich 1989. Online abrufbar unter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Phasenmodell_der_Eskalation" target="_blank" class="imCssLink">https://de.wikipedia.org/wiki/Phasenmodell_der_Eskalation</a>, dort Anmerkung 1.</span><br></li><li><div class="fs11lh1-15"><div><a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153880/umfrage/faelle-von-gewaltkriminalitaet/" target="_blank" class="imCssLink">https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153880/umfrage/faelle-von-gewaltkriminalitaet/</a></div></div></li><li><span class="fs11lh1-15"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Phasenmodell_der_Eskalation" target="_blank" class="imCssLink">https://de.wikipedia.org/wiki/Phasenmodell_der_Eskalation</a></span><br></li></ul></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Das Zitat von Max Weber ist aus: </span><span class="fs11lh1-15">Michael N. Ebertz: Gewalt, Version 08.06.2022, 09:10 Uhr, in: Staatslexikon<sup>8</sup> online, URL: <a href="https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Gewalt" target="_blank" class="imCssLink">https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Gewalt</a> (abgerufen am 22.06.2025). Dort zitiert aus M. Weber: Wirtschaft und Gesellschaft, </span><sup class="fs11lh1-15">5</sup><span class="fs11lh1-15">1972.</span><span class="fs11lh1-15"> Link zur Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de" target="_blank" class="imCssLink">https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de</a>. Es wurden keine Änderungen vorgenommen.</span></li></ul></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* &nbsp;&nbsp;Siehe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Phasenmodell_der_Eskalation" target="_blank" class="imCssLink">https://de.wikipedia.org/wiki/Phasenmodell_der_Eskalation</a> sowie Spillmann/Spillmann: Feindbilder, S. 24-32. Eine andere</span></div></div><blockquote><blockquote><div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Art der Gewalteskalation zeigt die Einteilung der sich steigernden Gewaltformen durch Jan Philipp Reemtsma: Jede Gewalttat tendiert dazu, sich in ihrer Form zu verstärken: von der Gewalt, die den Körper eines Menschen aus dem Weg räumt (z.B. durch Gefangennahme oder Tötung) über die Gewalt, die den Körper des anderen benutzt (z.B. ihn vergewaltigt) bis zur Gewalt, die keinen anderen Zweck verfolgt als eben sinnlose Gewalt am Körper des anderen auszuüben (z.B. Quälen, Martern und Verstümmeln von Menschen). Weil der Stärkere die Macht hat, von einer zur anderen Form der Gewalt fortzuschreiten, wohnt jeder Gewalttat die Tendenz zur Verstärkung inne. Siehe dazu Reemtsma: Gewalt; Alkier/Schiewek: Gewalt überwinden, S. 25-32.</span></div></div></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 30 Jun 2025 08:59:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gibt es christliche Heilsgewissheit?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000027E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gibt es christliche Heilsgewissheit?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was sagen die Bibel, Luther, katholische Kirche und Evangelikale?</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 20/06/2025</span></div><div><br></div><div>Wesentlich für den christlichen Glauben ist die Hoffnung auf ein ewiges Heil. Wie immer man sich dieses Heil vorstellen oder nicht vorstellen mag ‒ es ist ein unendliches Leben jenseits von Leid und Tod, im dauerhaften, unzerstörbaren Frieden mit Gott, mit der Gemeinschaft der Heiligen und mit sich selbst.</div><div><br></div><div>Doch irgendwann stellt sich wohl jedem Christenmenschen die Frage, ob er sich dieses ewigen Heils wirklich gewiss sein kann. Muss die Frage nicht offenbleiben bis zu dem Tag, an dem der Mensch vor seinem Schöpfer steht und dieser die Entscheidung trifft: Daumen rauf oder Daumen runter ‒ ewig bei Gott sein oder ewig von ihm verstoßen sein?</div><div><br></div><div>Die Frage nach dem persönlichen Heil stellt sich den Glaubenden, weil sie immer wieder die Erfahrung machen, im Glauben und Lieben zu versagen. Ihr Glaube ist von Zweifeln durchsetzt, ihr Gottvertrauen von Misstrauen und ihre Nächstenliebe von Eigensucht. So bleiben sie zurück hinter den Ansprüchen an eine vertrauensvolle Gottesbeziehung und einen entsprechenden Lebenswandel, wie sie zum Beispiel in Jesu Bergpredigt (Mt 5-7) formuliert sind.</div><div><br></div><div>Und auch wenn der Glaube an die Vergebung der Sünden der Garant für das Heil sein soll: Wer kann sich seines Glaubens bis zum Tod sicher sein? Wir wissen nicht, ob wir in zehn Jahren noch von der Existenz eines Gottes überzeugt sind. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir so dramatische Lebenserfahrungen machen, dass uns der Glaube an einen liebevollen Gott abhanden kommt.</div><div><br></div><div>Wie aber ist es möglich, sich seines Heils gewiss zu sein, wenn man sich seines Glaubens nicht sicher sein kann? Bei dieser Frage geht es nicht um die egoistische Sorge eines glaubenden Individuums um sein persönliches Seelenheil, sondern um eine Grundfrage des christlichen Glaubens. Um sie zu beantworten, müssen wir über einige fundamentale christliche Wahrheiten Rechenschaft ablegen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Wie kommt es zum christlichen Glauben?</div><div><br></div><div>Zum christlichen Glauben gehört die Überzeugung, dass Gott existiert. Mit "Gott" ist dabei nicht ein irgendwie zu beschreibendes höchstes Wesen oder eine höchste Macht gemeint, sondern der Gott, der sich in Jesus Christus als ein Gott für uns erwiesen hat. Gott ist gerade darin Gott, dass er <span class="fs14lh1-5"><b>für uns</b></span> ist: Gottlose werden von ihm angenommen (Röm 4,5; 5,6). Jedes andere Verständnis Gottes würde nicht den christlichen Gott beschreiben.</div><div><br></div><div>Ein solches Verständnis Gottes ist uns nicht von Natur aus mitgegeben. Die Bibel weiß um die abgrundtiefe Zerstörung der menschlichen Gottesbeziehung (1Mo/Gen 8,21; Röm 3,23). Der Mensch kann nicht aus eigener Kraft an den Gott glauben, der Gottlose annimmt und als seine Partner akzeptiert. Darum betont die Bibel, dass der Glaube eines Menschen ein Geschenk Gottes ist, zu dem der Mensch nichts beitragen kann.</div><div><br></div><div>Dass ein Mensch stark ist im Vertrauen zu Gott, kommt nicht vom Menschen her, sondern von Gott (2Kor 3,4-6). Die Kraft, an Christus zu glauben und um seinetwillen zu leiden, wird dem Menschen also von Gott geschenkt (Phil 1,29). Der Glaube ist demnach keine vom Menschen vollzogene Tat oder Entscheidung, sondern eine Gabe Gottes, die auf seiner Gnade beruht (Eph 2,8-10).</div><div><br></div><div>Paulus spricht deshalb davon, dass der glaubende Mensch ein "neues Geschöpf" sei, das alles Alte hinter sich gelassen hat (2Kor 5,17; Gal 6,15). Radikaler kann man die Verwandlung eines Menschen nicht ausdrücken, und deutlicher kann man nicht sagen, dass der Schöpfer selbst diese Verwandlung herbeiführt. Dem entspricht es, wenn das Johannesevangelium betont, dass ein Mensch "von neuem geboren wird", wenn er im Glauben lebt (Joh 3,3-8). Sowohl Geschaffenwerden als auch Geborenwerden sind Vorgänge, die sich so am Menschen vollziehen, dass dieser dabei vollkommen passiv ist.</div><div><br></div><div>Deshalb wird auch der Geist Gottes als die Kraft angegeben, die dabei am Menschen wirkt (Joh 3,8; 1Kor 2,12). Oder anders ausgedrückt: Der glaubende Mensch lebt in seinem Glauben; aber er lebt sein Glaubensleben nur so, dass Christus selbst es in ihm lebt (Gal 2,20b). Wenn ein Mensch glaubt, ist das also eine Tat Christi, der im Menschen "wohnt" (Eph 3,17). Diese Tat Christi bewirkt, dass ein Mensch an ihn glaubt.</div><div><br></div><div>Demnach tut nicht der Mensch den ersten Schritt auf Gott zu, woraufhin Gott ihm gnädig ist, sondern umgekehrt tut Gott den ersten Schritt auf den Menschen zu, woraufhin der Mensch überhaupt erst für Gottes Gnade empfänglich wird. Nicht der Mensch ergreift Gott, sondern er wird von Gott ergriffen (Phil 3,12); nicht der Mensch erkennt Gott als Grund seines Heils, sondern er wird von Gott als des Heils Bedürftiger erkannt (Gal 4,9).</div><div><br></div><div>Das alles bedeutet, dass nicht unser Glaube die Bedingung dafür ist, dass Gott uns als seine Kinder erwählt, sondern umgekehrt setzt sich Gottes bedingungslose Erwählung durch, indem er uns die Kraft zum Glauben schenkt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Ist der Glaube eine Entscheidung des Menschen?</div><div><br></div><div>Dieses Verständnis der Gnade Gottes ist allerdings in der Christenheit umstritten. Man kann nämlich zu recht fragen: Wenn der Mensch absolut nichts zu seinem Heil beitragen kann ‒ wird dann nicht die menschliche Freiheit beschnitten, sich für oder gegen Gott zu entscheiden? Und muss der Mensch nicht zumindest das Geschenk des Glaubens annehmen?</div><div><br></div><div>Zur menschlichen Freiheit ist zu sagen, dass diese nach biblischer Vorstellung überhaupt erst durch den Glauben entsteht. Bevor der Mensch das Geschenk des Glaubens erhält, wird er von zerstörerischen Mächten beherrscht (Röm 6,20f; 8,21; Gal 5,1b), und zwar ohne sich dessen bewusst zu sein. Frei von diesen Mächten wird der Mensch erst dadurch, dass Christus oder, anders gesagt, sein Geist im Menschen wirkt (2Kor 3,17; Gal 5,1a).</div><div><br></div><div>Der Mensch ist also ohne Gottes in ihm wirkende Kraft nicht frei, sich für oder gegen Gott zu entscheiden. Er hat sich vielmehr immer schon gegen ihn entschieden. Gottes Kraft, die in ihm wirkt, schenkt ihm allererst die Freiheit, sich für Gott zu entscheiden.</div><div><br></div><div>Aber muss der Mensch diese Entscheidung dann nicht doch aktiv ausüben? Muss er nicht das Geschenk des Glaubens annehmen? Ist das nicht der Beitrag des Menschen zu seinem eigenen Heil?</div><div><br></div><div>Man kann tatsächlich so argumentieren, dass das Annehmen des gnädigen Geschenks Gottes eine menschliche Aktivität bedeutet, so dass er nicht komplett passiv bei der Aneignung des Heils ist. Sein Verdienst wäre dann, das Geschenk des Glaubens nicht auszuschlagen, sondern in diesem Glauben zu leben oder dies zumindest nach bestem Vermögen zu versuchen.</div><div><br></div><div>Es entsteht dann allerdings ein Widerspruch zu den oben genannten biblischen Aussagen, wonach der Mensch sich aus eigener Kraft gar nicht für oder gegen Gott und eine Annahme seines Geschenks entscheiden kann. Als Lösung dieses Problems bietet sich an, einmal darüber nachzudenken, worin eigentlich so eine Annahme des göttlichen Geschenks besteht.</div><div><br></div><div>Der Mensch gleicht einem lebendigen Toten, der ohne das Geschenk des Glaubens am Grund seines Lebens vorbeilebt und deshalb als biologisch Lebender geistlich tot ist (Röm 6,13, Eph 2,1). Wenn Gott ihm nun das wahre Leben in Form des Glaubens anbietet ‒ was wird dieser Mensch dann wie selbstverständlich tun? Man sollte meinen, dass er nicht lange überlegt oder in sich geht, um zu entscheiden, ob er das Geschenk annimmt oder nicht. Er wird vielmehr spontan und selbstverständlich das rettende Geschenk ergreifen; bedeutet es doch nicht weniger, als das wahre Leben zu ergreifen und damit das vom Tod bestimmte Leben zu überwinden.</div><div><br></div><div>Man wird kaum von einer Entscheidung sprechen können, wenn ein Toter das Leben ergreift, das ihm angeboten wird. Eher handelt es sich um einen natürlichen Reflex, dem keine Überlegung und darum auch keine Entscheidung vorausgeht. Ein Mensch, der das Geschenk des Glaubens annimmt, vollbringt also keine Leistung, die ihm einen Anspruch an Gott eröffnet. Er leistet keinen Beitrag zu seinem Heil und verdient es sich nicht. Seine Tat beschränkt sich allein auf ein unvermitteltes Zugreifen, um vom Tod zum Leben überzugehen (Joh 5,24).</div><div><br></div><div>Wenn in der Bibel davon berichtet wird, dass Menschen zu glauben beginnen, wird das übrigens nie mit dem Wort "Entscheidung" beschrieben. Man sollte deshalb besser mit Paulus von einem "Ergreifen" des Glaubens sprechen, dem aber das Ergreifen des Menschen durch Gott vorausgeht (Phil 3,12). Ein lebendig Toter ergreift in seiner Not das Leben, das ihm angeboten wird, ohne sich dafür in einem Akt der Wahl zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden. Nicht der Mensch hat Gott erwählt, sondern Gott den Menschen (Joh 15,16; Eph 1,4f; 2Thess 2,13).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Von der Treue Gottes zur Heilsgewissheit</div><div><br></div><div>All diese Überlegungen zum Geschenk des Glaubens und zur Annahme dieses Geschenks sind wichtig, um die Frage zu beantworten, ob es Heilsgewissheit gibt oder nicht. Denn wenn wir einmal davon ausgehen, dass einerseits der Mensch sich der Fortdauer seines Glaubens nicht sicher sein kann und andererseits nur die Glaubenden das Heil erlangen (worüber man durchaus diskutieren könnte), ist die notwendige Konsequenz dieses Gedankens: Es kann keine Heilsgewissheit geben.</div><div><br></div><div>Heilsgewissheit ist nur dann möglich, wenn der Glaube nicht in einer Tat des Menschen gründet, sondern in einem Geschenk Gottes an den Menschen. Denn das Geschenk Gottes an den Menschen zieht Gott nicht zurück. Darum wird im Neuen Testament immer wieder betont, dass Gott treu ist und das im Menschen begonnene Werk bis zum Ende fortsetzen wird (1Kor 1,6-9; 10,13; Phil 1,6; 1Thess 5,23f; 2Thess 3,3; Hebr 10,23).</div><div><br></div><div>Das gilt trotz allen menschlichen Unglaubens und Zweifels, die den Glauben und die Gewissheit immer begleiten (Mk 9,24). Unser Glaube steht also im Kampf mit dem Unglauben, unsere Gewissheit im Streit mit dem Zweifel. Der Mensch kann sich dabei nicht darauf verlassen, dass sein Glaube diesen Kampf gewinnen wird. Er kann sich aber darauf verlassen, dass Gott das, was er im Menschen begonnen hat, als er ihm den Glauben schenkte, zum Ziel bringen wird (noch einmal Phil 1,6; 1Kor 1,8; 1Thess 5,23f sowie 1Petr 5,10f).</div><div><br></div><div>Der vielleicht berührendste Beleg für Gottes Treue findet sich in Röm 8,33-39. Paulus hat dort geschrieben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt. Wer ist, der verdamme? Christus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet. Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: "Deinetwegen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden." Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. Ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.</span></i></span></div><div><br></div><div>Damit ist gesagt: Gottes Liebe zu uns bleibt durch alle Anfechtungen, Wirren und Qualen unseres Lebens, auch durch allen Unglauben und alle Zweifel hindurch bestehen. Auf dieser Verlässlichkeit Gottes allein gründet unsere Heilsgewissheit. Der Kampf ist sozusagen bei Gott schon entschieden; denn Gottes Liebe hat kein Ende. Und solange ein Mensch nicht das Unfassbare tut und diesen Halt loslässt; solange er die Liebe Gottes nicht bewusst wegwirft und damit sich selbst zerstört – solange kann er, unabhängig vom jeweiligen Zustand seines Glaubens, in Heilsgewissheit leben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Wenn nur ein abgründiger und verzweifelter Glaube bleibt ...</div><div><br></div><div>Aber ist damit das Heil und damit die Heilsgewissheit nicht doch wieder in die Hand des Menschen gelegt, der eben an Gottes Liebe festhalten muss, um seines Heils gewiss zu sein?</div><div><br></div><div>Ich würde es so ausdrücken: Zweifel und Unglaube können uns die Heilsgewissheit nicht nehmen, solange wir uns Gott in die Arme werfen, sei es auch in Unglaube und Verzweiflung. Erst wenn es einmal geschehen sollte, dass Gott uns gänzlich gleichgültig geworden ist, wird auch unser Heil fraglich werden. Dieser Zustand der totalen Gleichgültigkeit Gott gegenüber ist aber sehr unwahrscheinlich – um nicht zu sagen: undenkbar – für jemanden, der wirklich im Glauben gelebt und die Wohltat dieses Glaubens erfahren hat.</div><div><br></div><div>Von daher kann jeder Glaubende gewiss sein: Gott wird den Glauben, den er mir geschenkt hat, zu seinem Ziel bringen. Nur dann, wenn ich in einem Akt des Aufstands und der gewaltsamen Selbstverletzung das empfangene Geschenk des Glaubens zerstöre, kann mir das Heil verloren gehen. Und selbst dann besteht immer die Möglichkeit der Rückkehr zu einem – vielleicht vollkommen abgründigen und verzweifelten – Glauben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Heilsgewissheit in der reformatorischen Theologie</div><div><br></div><div>Es ist ein fundamentaler Grundsatz der reformatorischen Theologie, dass der Mensch unfähig ist, aus eigener Kraft an Gott zu glauben. Er kann in keiner Weise an seiner Errettung mitwirken und ist insofern rein passiv. Martin Luther hat das in seiner Erklärung des dritten Glaubensartikels, der sich mit dem Heiligen Geist beschäftigt, deutlich herausgestellt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Prägnanter kann man den Geschenkcharakter des Glaubens kaum ausdrücken: Nicht aufgrund eigener Kraft oder Vernunft glaube ich oder erlange ich das Heil. Sondern die Kraft Gottes, sein Geist, hat mich erwählt und mir die Berufung zugedacht, im Glauben zu leben. Dieselbe göttliche Kraft hat mich aber nicht nur berufen, sondern mich zugleich mit göttlichen Begabungen ausgestattet, mir den rechten Glauben geschenkt und ihn mir bis heute bewahrt.</div><div><br></div><div>Gott ruft uns also nicht zu sich, ohne uns zugleich mit den nötigen Eigenschaften auszustatten, zu denen vor allem der Glaube gehört. Wir müssen uns diese Begabungen nicht verdienen und können das auch gar nicht; denn Gott ist hier der allein Handelnde. Und wir können seines Handelns nach Luther auch in Zukunft gewiss sein:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Da Gott mein Heil aus meinem Willen fortgenommen und in seinen Willen aufgenommen hat und nicht durch mein Werk oder mein Laufen, sondern durch seine Gnade und Barmherzigkeit mich zu bewahren verheißen hat, bin ich sicher und gewiss, dass er treu ist und mir nicht lügen wird, auch mächtig und stark ist, dass keine Teufel, keine Widerwärtigkeiten ihn überwältigen oder mich ihm entreißen können. Niemand – spricht er – wird sie aus meiner Hand reißen; denn der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer denn alles [Joh 10,28f].</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Unser Heil ist keine Entscheidung unseres eigenen Willens, sondern eine ewige Entscheidung des Willens Gottes, die er aus reiner Gnade getroffen hat und zu der wir nichts beigetragen haben (Eph 1,11; 2Tim 1,9). Wir können dazu auch gar nichts beitragen. Denn nach reformatorischer Vorstellung hat der Mensch nicht den freien Willen, sich für oder gegen das Heil zu entscheiden. Vielmehr ist der Wille jedes Menschen durch die Macht der Sünde beherrscht, die ihm die Entscheidung für das Heil verschließt. Luther hat den menschlichen Willen mit einem Reittier verglichen:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Also steht der menschliche Wille in der Mitte, als ein Reittier. Wenn Gott sich draufsetzt, so will und geht er, wo Gott hinwill [...] Wenn Satan sich draufsetzt, so will und geht er, wo Satan hinwill. Und [es] ist nicht in seiner Willkür [...], zu einem der beiden Reiter [zu] laufen oder ihn [zu] gewinnen, sondern die Reiter selbst streiten sich, es einzunehmen und zu besitzen.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Der menschliche Wille ist demnach ein Kampfplatz, um den Gott und der Satan im Kampf miteinander liegen. Von sich aus aber kann der Mensch sich nicht für Gott und damit für sein Heil entscheiden.</div><div><br></div><div>Gerade weil es aber der Wille Gottes ist, der über den Menschen entscheidet, kann dieser Mensch gewiss sein, dass die Entscheidung Bestand hat. Denn Gott bleibt sich treu. Er hat die Macht, mich zu bewahren, so dass nichts, auch keine dämonischen Mächte, diese Entscheidung rückgängig machen können. Meine Heilsgewissheit gründet gerade darin, dass mein Heil nicht in meinem eigenen Beschließen und Handeln seinen Grund hat, sondern allein in Gottes Beschließen und Handeln, also außerhalb von mir. Die Heilsgewissheit beruht also nach Luther darauf, dass es</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">gar aus unsern Händen genommen und alleine in Gottes Hand gestellt sei, dass wir fromm werden [...] Denn wir sind so schwach und ungewiss, dass, wenn es bei uns stünde, würde freilich nicht ein Mensch selig.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Es ist demnach ein großer Trost und eine Befreiung von allem religiösen Leistungsdruck, dass unser Heil außerhalb von uns, nämlich in Gott, gründet. Luther hat diese Befreiung selbst in einem langen Ringen um Heilsgewissheit erfahren und kann ihren Trost deshalb eindringlich beschreiben:</div><div><br></div><div>Di<i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">ese Lehre gibt den allerbeständigsten Trost den betrübten, angefochtenen Menschen, dass sie wissen, dass ihre Seligkeit nicht in ihrer Hand stehe; sonst würden sie diese viel leichter, als Adam und Eva im Paradies geschehen [ist], ja alle Stunden und Augenblicke verlieren; sondern [ihre Seligkeit steht] in der gnädigen Wahl Gottes, die er uns in Christus offenbart hat, aus dessen Hand uns "niemand reißen" wird [...].</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Die reformatorische Theologie unterscheidet von daher Gewissheit und Sicherheit. Gewissheit bezeichnet das Vertrauen auf Gottes Heilswillen für mich. Sicherheit hingegen bezeichnet das Vertrauen auf eigene Verdienste vor Gott, zu denen gute Taten oder auch der eigene Glaube gehören kann. Dann wird der Glaube zu einem Verdienst, aufgrund dessen man meint, sich das Heil sichern zu können. Diese Selbstversicherung ist aber eine Illusion, eine eingebildete Sicherheit.</div><div><br></div><div>Dabei ist sich Luther klar darüber, dass wir auch als Glaubende immer Sünder bleiben, die womöglich auch ihre Heilsgewissheit immer wieder anzweifeln. Aber wir sind als Sünder bleibend von Gott geliebt und angenommen. Denn Gottes Liebe entzündet sich nicht an meiner Liebenswürdigkeit, sondern allein an seinem Liebeswillen. Wenn ich also vor mir selbst ein gottloser Sünder bin, bleibe ich doch vor Gott sein geliebtes Kind, dem er das Heil schenken wird. Denn Gott ist größer an Gnade und Vergebung als unser eigenes Herz (1Joh 3,20)!<span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Heilsgewissheit in der katholischen Theologie</div><div><br></div><div>Die katholische Theologie geht traditionell vom freien Willen des Menschen aus. Der Mensch ist zwar Sünder, aber die Freiheit seines Willens ist davon nicht betroffen. Er kann sich frei entscheiden, ob er Gottes Heil annehmen will oder nicht. Insofern gibt es die Glaubensentscheidung des Menschen nicht ohne seine Mitwirkung.</div><div><br></div><div>Während es in der reformatorischen Theologie die Willensfreiheit des Menschen nur als Befreiung von Gott her gibt, ist die Willensfreiheit nach katholischer Tradition ein vorhandenes Gut jedes Menschen.</div><div><br></div><div>Dennoch spielt natürlich auch Gottes Gnade im katholischen Denken eine fundamentale Rolle. Die katholische Tradition hat dazu drei Formen der Gnade unterschieden, die Gott dem Menschen gewährt:</div><div><br></div><div>Zuerst schenkt Gott dem sündigen Menschen seine allem menschlichen Tun und Glauben "zuvorkommende Gnade", mit der er den Menschen beruft, sich ihm zuzuwenden und seine Gnade anzunehmen.</div><div><br></div><div>Sodann gewährt Gott dem Menschen seine "helfende Gnade", die ihn dabei unterstützt, sich Gott zuzuwenden und sein Heilsangebot anzunehmen. Denn durch dieses Annehmen des Heilsangebots muss der Mensch an seinem Heil mitwirken. Er kann dies zwar nicht aus eigener Kraft, sondern nur in der Kraft der Gnade Gottes, aber doch "mit Hilfe" seines freien Willens oder "durch" seinen freien Willen. Obwohl hier also Gottes gnädige Kraft fast alles wirkt, kommt es doch zu einer Kooperation zwischen Gott und dem Menschen.</div><div><br></div><div>Wenn der Mensch das Heilsangebot Gottes angenommen hat, erhält er von Gott die "rechtfertigende Gnade", die ihm nach Gottes Urteil das Heil zusagt. Mit dieser Gnade werden dem Menschen auch Glaube, Liebe und Hoffnung "eingegossen". Die Eingießung besagt, dass der Mensch diese Gnade als einen inneren Besitz bekommt, den er aber auch wieder durch das Begehen einer Todsünde verlieren kann.</div><div><br></div><div>Eine Todsünde ist eine besonders schwerwiegende Sünde. Traditionell werden Abfall vom Glauben, Mord und Ehebruch genannt. Der Mensch muss sich der Schwere dieser Sünde bewusst sein, bevor er sie tut, und er muss sie aus freiem Willen getan haben. Die volkstümliche Bezeichnung von sieben "Hauptlastern" als Todsünden ist falsch.</div><div><br></div><div>Wie immer man zu dieser katholischen Vorstellung der unterschiedlichen Formen der Gnade steht: Deutlich ist, dass trotz des hauptsächlichen Wirkens Gottes der Mensch an seinem Heil mitwirken muss. Wenn er sich dem Heil durch seinen freien Willen verweigert, kann er es auch nicht erhalten. Und wenn er aus freiem Willen eine Todsünde begeht, verliert er die rechtfertigende Gnade Gottes, also die Zusage des Heils.</div><div><br></div><div>So stellte schon das Konzil von Trient (1545-1563), das die katholische Lehre im Widerspruch zur reformatorischen Theologie formulierte, fest: Niemand kann</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">mit der Gewissheit des Glaubens [...] wissen, dass er Gottes Gnade erlangt habe.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Wie stark die menschliche Mitwirkung an seinem Heil im katholischen Denken verankert ist, zeigt auch die offizielle Antwort des Vatikans auf die im Jahr 1997 verabschiedete "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre", die von Vertretern des Lutherischen Weltbundes und Vertretern des Vatikans ausgehandelt worden war. In dieser Antwort hält der Vatikan ausdrücklich fest, dass das ewige Leben</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">gleichzeitig sowohl Gnade als auch Lohn ist, der von Gott für die guten Werke und Verdienste erstattet wird.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Man kann aus alldem nur den Schluss ziehen, dass es nach offizieller katholischer Lehre Heilsgewissheit für die Glaubenden nicht geben kann. Und zwar deshalb nicht, weil der Mensch, wenn auch nur in geringfügiger Weise, immer an seinem Heil mitwirkt und es sich durch Verdienste erwerben muss. Weil aber der Mensch sich seiner dauerhaften Mitwirkung und dem Erwerb von Verdiensten bzw. dem Nichtvollzug von Todsünden nicht sicher sein kann, kann es für ihn auch keine Heilsgewissheit geben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Heilsgewissheit im evangelikalen Glauben</div><div><br></div><div>Der evangelikale Glaube ist nicht einheitlich. Ein konservativer evangelikaler Glaube betont die Glaubensentscheidung, mit der der Mensch Gottes Gnade annehmen muss, um das Heil zu erlangen. Dazu hat Gott dem Menschen einen freien Willen gegeben. Das Heilsangebot Gottes gilt zwar allen Menschen; aber nur diejenigen, die dieses Angebot annehmen, werden das ewige Leben erhalten. Gottes Gnade verwirklicht sich demnach nur an den Glaubenden.</div><div><br></div><div>Hier wird oft in einem einfachen Schema von Gottes gnädigem Angebot, menschlicher Annahme des Angebots und göttlicher Belohnung der Annahme gedacht. Der Mensch wirkt hier an entscheidender Stelle an seinem Heil mit. Bleibt diese Mitwirkung aus, so ist das Heil für den Menschen verloren.</div><div><br></div><div>Diese Auffassung setzt den Menschen unter Druck. Denn sein Glaube ist untrennbar mit der Erlangung des Heils verbunden. Wer nicht glaubt, kann nicht selig werden. Punkt. So wird der Glaube letztlich zu einem Verdienst vor Gott. Und es wird Angst erzeugt, wenn allen, die nicht glauben, mit der Hölle gedroht wird.</div><div><br></div><div>Das Problem, dass jeder Glaube mit Unglauben durchsetzt ist, wird bei dieser Vorstellung kaum einmal ernst genommen. Es wird nicht die Frage gestellt, wie viel Glaube denn nötig sei, um das Heil zu erlangen, und wo die Grenze sei, bei der man des Heils verlustig geht. Es wird nicht die Frage gestellt, ob die eigene Glaubenskraft möglicherweise zur Erlangung des Heils nicht ausreichen könnte.</div><div><br></div><div>Es gibt aber Heilsgewissheit nach dieser konservativen evangelikalen Vorstellung nur unter der Bedingung, dass der Mensch seinen Glauben bewahrt. Wenn es aber stimmt, dass der Mensch nicht dafür garantieren kann, seinen Glauben zu bewahren, dann kann es nach dieser Vorstellung eigentlich keine Heilsgewissheit geben. Viele der konservativen evangelikalen Christen sind sich aber trotzdem des eigenen Heils sicher. Sie gehen davon aus, ihren Glauben nicht zu verlieren. Auf diese Weise sichern sie sich ihr Heil dadurch, dass sie auf ihre eigene Glaubensstärke setzen.</div><div><br></div><div>Statt auf Gottes Gnade zu vertrauen, die auch den Zweiflern, ja sogar den Gottlosen gilt (Röm 4,5; 5,6), vertrauen diese Glaubenden offenbar auf sich selbst, nämlich ihre fortdauernde Beziehung zu Gott, in der sie ihn bis zum Lebensende um die Vergebung aller ihrer Sünden und um die Gnade des ewigen Lebens bitten werden. Sie meinen: Wenn sie das tun, können sie sicher sein, das Heil zu erlangen.</div><div><br></div><div>Es ist deutlich, dass dieses Denken der reformatorischen Theologie fundamental widerspricht. Denn nach reformatorischem Denken steht die Gnade Gottes und damit sein Heil unter keinerlei menschlicher Bedingung. Allein durch Gottes Gnade (lateinisch <span class="fs14lh1-5"><i>sola gratia</i></span>) wird das Heil bewirkt. Der Mensch muss Gottes Gnade nichts hinzufügen und kann dies auch gar nicht.</div><div><br></div><div>Die Evangelikalen stützen sich auf biblische Aussagen, die besagen, dass diejenigen, die nicht glauben, von Gott "verurteilt" werden (nicht: "verdammt"; Mk 16,16b). Nur wer bis zum Ende am Glauben festhält, wird gerettet (Mt 10,22b; 24,13; Offb 2,10b). Es besteht aber die Möglichkeit, sich von Christus zu lösen, aus der Gnade herauszufallen (Gal 5,4) und schließlich aus dem "Buch des Lebens" gestrichen zu werden (Offb 3,5).</div><div><br></div><div>In einem Beitrag auf der Website des evangelikalen Evangeliumsrundfunks wird nach der Wahrnehmung verschiedener Bibelstellen zum Thema gesagt:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Eine automatische, selbstverständliche Heilssicherheit, die sich mit einem Bekenntnis zu Jesus Christus einstellt und völlig losgelöst vom persönlichen Handeln selbst den Abfall vom Glauben unbeschadet übersteht, scheint es biblisch gesehen nicht zu geben. […] Die völlige, bewusste und willentliche Entfremdung von der Frohen Botschaft durch Ungehorsam und Unglauben kann das Heil in Gefahr bringen und seine Vollendung in Frage stellen. Trotzdem bleibt die hoffnungsvolle Betonung darauf, dass Gott das Heil vollenden wird.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Diese Darstellung ähnelt der zu Beginn beschriebenen, wonach ein lebendig Toter, der von Gott das Leben empfängt, in der Kraft des Geistes Gottes wie selbstverständlich dieses Leben ergreift, ohne darüber eine reflektierte Entscheidung zu treffen. Es wird ihm als Totem ja das Leben angeboten. Was sollte er da anderes tun, als zuzugreifen? Er schreitet nicht zur freien Tat, er erwirbt sich keinen Verdienst vor Gott durch seine freie Entscheidung, sondern er greift in seiner Not einfach zu ‒ wie ein Bettler, der das rettende Brot ergreift. Kein Bettler würde darüber nachdenken und sich nach allen Abwägungen dafür entscheiden. Keiner würde das als sein Verdienst bezeichnen, das einen Anspruch gegenüber dem Spender des Brotes begründet.</div><div><br></div><div>Und doch gibt es das völlig Unbegreifliche, dass Tote dieses Leben nicht ergreifen. Im Angesicht des rettenden Lebens ergreifen sie den Tod. In der Gegenwart Gottes bleiben sie ihm bewusst fern. Genau das scheint auch mit der Lästerung gegen den heiligen Geist gemeint sein, von der in Mt 12,31f die Rede ist. Dies ist die einzige Sünde, die nicht vergeben wird, sagt Jesus dort. Und diese Sünde besteht darin, die Gegenwart Gottes zu leugnen, obwohl Gottes Geist unverkennbar wirkt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">8. Wer kann seines Heils gewiss sein?</div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Wer die Kraft des Geistes Gottes unverkennbar spürt, wer sozusagen das Wirken dieser Kraft vor Augen hat und dennoch bewusst die Gegenwart Gottes leugnet, dem ist nicht zu helfen ‒ dem wird das Heil nicht aufgezwungen. Alle andere Schuld aber, alle Zweifel, aller Unglaube, jede verbrecherische Tat und jedes Hadern mit Gott wird vergeben. Jede erdenkliche Sünde und Lästerung, selbst jedes Wort gegen Jesus wird vergeben (Mt 12,31a.32a). Aber die Leugnung Gottes in einer Situation, in der er mir in der Wirksamkeit des Geistes deutlich vor Augen steht, ist von der Vergebung ausgeschlossen.</div><div><br></div><div>Deshalb muss niemand um sein Seelenheil fürchten, der vor dem unbegreiflichen Abgrund des Wirkens oder Nichtwirkens Gottes steht und dem deshalb Gott zweifelhaft geworden ist. Niemand muss um sein Heil bangen, der aus der Tiefe des Schmerzes oder der Verzweiflung zu Gott schreit (Ps 130,1) ‒ zu dem Gott, der ihm fremd geworden ist und ihm wie ein Feind erscheint. Niemand muss Gott fürchten, der Gottes Vergebung angesichts seiner großen Schuld nicht glauben kann; er möge nur weiter um Vergebung flehen.</div><div><br></div><div>Denn Gott weiß um unsere Glaubensnöte. Und wenn unser Herz uns verurteilt und die Angst vor Gottes Urteil uns das Herz verschließt, dann ist Gott größer als unser Herz (1Joh 3,20).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Althaus, Paul: Die christliche Wahrheit. Lehrbuch der Dogmatik. Carl Bertelsmann Verlag. 4. Aufl. Gütersloh 1958. S. 607-612.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Bär. Joachim: Heilsgewissheit. Abrufbar unter: https://www.erf.de/lesen/glaubens-faq/heilsgewissheit/33618-31.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche. Vandenhoeck & Ruprecht. 9. Aufl. Göttingen 1982.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Hirsch, Emanuel: Hilfsbuch zum Studium der Dogmatik. Die Dogmatik der Reformatoren und der altevangelischen Lehrer quellenmäßig belegt und verdeutscht von Emanuel Hirsch. Walter de Gruyter & Co., 4. Aufl. Berlin 1964.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Jüngel, Eberhard: Das Evangelium von der Rechtfertigung des Gottlosen als Zentrum des christlichen Glaubens. Eine theologisch Studie in ökumenischer Absicht. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck). Tübingen 1998.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Ringleben, Joachim: Heilsgewißheit. Eine systematische Betrachtung. Zeitschrift für Theologie und Kirche, Bd. 95, Beiheft 10 (1998). S. 65-100.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Weber, Otto: Grundlagen der Dogmatik. Band II. Neukirchener Verlag der Buchhandlung des Erziehungsvereins. Neukirchen / Moers 1962. S. 477-479.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Todsünde.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Zitiert nach Althaus: Die christliche Wahrheit, S. 609. Dort zitiert nach WA 18, 783. Sprachlich und orthographisch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Zitiert nach Hirsch: Hilfsbuch, S. 148. Sprachlich und orthographisch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Zitiert nach Weber: Grundlagen der Dogmatik II, S. 477. Dort zitiert nach WA DB 7,23. Orthographisch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Zitiert nach Althaus: Die christliche Wahrheit, S. 609. Dort zitiert nach FC SD XI, 89f (= Konkordienformel, siehe auch Bekenntnisschriften, S. 1089). Sprachlich und orthographisch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> Den Hinweis auf diesen Bibelvers mit seiner schönen Formulierung verdanke ich Ringleben: Heilsgewissheit, S. 96.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup> Zitiert nach Jüngel: Das Evangelium von der Rechtfertigung, S. 207. Dort zitiert nach: Dekret über die Rechtfertigung, c. 9, DH 1534. Orthographisch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>7</sup> Zitiert nach Ringleben: Heilsgewissheit, S. 66. Dort zitiert nach KNA-Basisdienst (25.6.1998), Präzisierungen Nr. 3.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>8</sup> Joachim Bär: Heilsgewissheit.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 20 Jun 2025 08:15:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Mächte der Welt und Gottes Macht]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000027D"><div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs9lh1">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, halte es bitte für diese Seite waagerecht, um den Text zu lesen, oder nutze den Modus "Desktop-Website".</span></div></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Mächte der Welt und Gottes Macht</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine Meditation zu Pfingsten</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/06/2025</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Kennst du das?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du denkst: So geht's nicht weiter,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es muss sich etwas tun.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vom einen will ich loskommen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>vom andern was dazu.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich hasse diese Einsamkeit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>kann die Leute nicht mehr leiden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit denen ich die Zeit totschlage;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ich muss mich jetzt entscheiden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch ich schaff' es einfach nicht.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und dann bete ich und schrei':</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>"Gib mir die Kraft! Mach du mich frei!"</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und ich glaub', dass Er mir hilft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>setz' meine Hoffnung ganz auf ihn.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich warte auf die Kraft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch ich bekomme sie nie.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Kennst du das?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du wünschst einem so sehr,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass er die Sucht endlich besiegt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass er stark wird, voller Kraft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und umkehrt von dem schlechten Weg,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denn auf ihm wird er nur hingerafft.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dass er Gott findet, wünschst du ihm auch,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und den Frieden, den er braucht.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><br></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und dann betest du für ihn mit Schmerz:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>"Hilf ihm, Herr! Veränd're ihn!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schenk ihm doch ein neues Herz,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>'nen Neuanfang, der unmöglich schien.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Mach du ihn stark, gib ihm 'ne Chance!"</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und du bittest, schreist und hoffst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und die Zeit vergeht, siehst ihn nicht oft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und als er wieder vor dir steht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ist es ein Jammer, den du nicht verstehst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Bild des Schreckens statt Erlösung.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Kennst du das?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du schaust in die Welt hinein,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denkst: Was ist hier los?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Warum so viel Lug und Trug,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>warum ist alles so gottlos?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Warum Hass, Mobbing und Tod,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Pornographie, Kindesmissbrauch,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Nationalegoismus, Größenwahn auch?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und das ist noch nicht alles:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du siehst die Nachrichten des Tages,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>siehst Armut und Krieg,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und keiner da, der das Unrecht widerrief.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und du hörst das Gerede,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Diskussionen ohne Ende,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Tag für Tag dasselbe,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Jahr für Jahr <span class="fs14lh1-5">keine Wende,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und es geht keinen Schritt voran ‒</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ist das denn wahr?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und du betest und flehst:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>"Herr, schenk der Welt den Geist!"</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Rufst tagein, tagaus,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bittest und schreist:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>"Wirf doch Geist vom Himmel!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schenk doch Leben, großer Gott!"</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch nichts davon geschieht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es geht weiter wie zuvor,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>immer weiter, immer heiter,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Show kennt keine Not,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aber draußen gibt's statt Lachen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>den tausendfachen Tod.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du hältst es nicht mehr aus,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>fragst dich irgendwann:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>"Wo ist Gottes Geist?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wo seine Kraft, wo er selbst?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Kümmert ihn gar nicht die Not der Welt?"</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du grübelst und suchst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zweifelst und glaubst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und dann fällt dir ein:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>"Der Geist weht, wo er will."<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dann will er wohl nicht hier,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>heute nicht bei mir.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und du kannst ihn nicht zwingen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nicht herbeizitier'n,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>du musst auf ihn warten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auf keinen Fall resignier'n,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>du musst es ertragen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Erlösung bleibt aus,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Zeit geht dahin,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es springt nichts Neues heraus.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>"Alles hat seine Zeit"<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span>, fällt dir noch ein,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Leben und Tod, Wahrheit und Schein.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und Gott wirkt nicht hier, sondern anderswo,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bei dir nicht jetzt, sondern später – wieso?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Er muss es wissen, er weiß, was er tut,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>du kannst nur warten, musst es ertragen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>kannst ihn weiterhin lieben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ihm in den Ohren liegen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Er hört dich gewiss,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch du spürst davon nichts.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vielleicht ist es so:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir sind noch nicht so weit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sind noch nicht bereit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>für den göttlichen Geist.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Es muss nämlich was sterben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>damit Neues entsteht.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Der Geist ist nicht zufrieden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit ein paar Korrekturen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Denn er ist radikal,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>schafft neue Kreaturen;<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>will uns ganz erneuern,</div><div>damit er <span class="fs14lh1-5">neues Leben schaffe,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein wenig Kosmetik ist nicht seine Sache.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Alles muss neu werden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so räumt der Geist auf</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit Gewohnheiten und jedem eingefahr'nen Lauf.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Das alles muss sterben;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch wer stirbt schon gern?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du sollst neu geboren werden,<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>darum muss das Alte sterben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dann schwimmst du nicht mehr mit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>im großen Strom der Zeit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>passt dich nicht mehr andern an,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gehst den eig'nen Weg, sehr weit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>baust eine neue Welt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und widerstehst, wo du kannst.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>Mit neuem Herzen<span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span><span class="fs14lh1-5"> gibt's kein "Weiter so!"</span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Alles wird anders – das Alte ist tot.<span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch noch gibt es Widerstände,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Mächte und Gewalten,<span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in dir selbst, tief drinnen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und draußen in den Weltgestalten:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du erschrickst: Denn Sehnsucht, dunkle Triebe</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bestimmen dein Denken, Tun und Lassen</div></div><div>anstatt von Liebe,</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sind zu stark für dich, bist ausgeliefert,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>kannst nicht widersteh'n,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bist nicht mal Herr im eig'nen Haus:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>"Wie komm ich da nur raus?"</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und außerdem drängt der Zeitgeist auf dich ein,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die neuesten Trends und Stimmungen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Meinungen, die dich anschrei'n,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Propaganda, Manipulation,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gesellschaft, Politik.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Sie alle wollen nur das Beste,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch die Liebe bleibt zurück</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>hinter Lüge, Hass und Krieg.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Mächte und Gewalten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>beherrschen alles, was es gibt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir müssen uns keinen Teufel vorstell'n</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit Pferdefuß und Hörnern.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Mächte und Gewalten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in uns selbst und in der Welt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bringen mehr Angst und Zerstörung</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>als dämonische Gestalten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Was soll'n wir ihnen entgegensetzen?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Es kann nur Gottes Geist sein,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Kraft des Guten, die er schenkt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und wir sind nicht allein</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>im Kampf mit den Gewalten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit uns kämpft die Gemeinde,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Gottes Kraft lässt walten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und widersteht den schlechten Weltgestalten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Gegendenken, Gegenhandeln,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Kontrast zu allem Alten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch stimmt das, wenn sich nichts will wenden?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wenn's wahr ist: Warum seh'n wir davon nichts?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vielleicht sind wir ja blind dafür,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass das Gute wirkt im Schlechten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass Gott neues Leben schafft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und sei es aus dem Tod heraus <span class="fs14lh1-5">‒</span></div> 	 	 	<style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 	</style><span class="fs14lh1-5">das macht seine Kraft.</span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Am Kreuz hauchte er sein Leben aus</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und gewann dadurch das Leben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So kann er doch auch heute</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aus dem Bösen Gutes weben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vielleicht sind wir auch blind</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>für die Kleinen, Unscheinbaren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>für Einzelne und Gruppen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die im Stillen Liebe wagen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Denn der Geist wirkt auch dann,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn wir's nicht sehen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>lässt dem Bösen keine Zukunft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so wie Christus, als er auferstand zum Leben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So lasst uns nun dem Geist vertrauen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der in Schwachen Starkes wirkt.<span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Er wird uns auf Dauer nicht verlassen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern wird, wenn Er will, ausgegossen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Er wird nicht tröpfeln, sondern fließen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auch wenn wir ihn lang vermissen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und wenn du morgens dann erwachst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wird die Welt dieselbe sein ‒</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und doch auch wieder nicht:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Denn der Geist wird gewirkt haben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>im Sichtbaren und Unsichtbaren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wird sein Werk getan haben:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>durch Menschen, in den Herzen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unerwartet Böses auszumerzen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du siehst es nicht, du spürst es nicht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch du glaubst es trotz alldem;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denn der Geist kommt vom Gekreuzigten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der vom Tod zum Leben schritt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch wie dies Wunder er bestritt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das hat keiner je geseh'n.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum freu' dich, feiere Pfingsten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es ist das Fest der neuen Welt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die nicht erst in ferner Zukunft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern schon jetzt die Welt erhellt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Lass die Kraft zu, lass sie wirken,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auch in dir kann sie stark sein,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und wenn sie dir heute noch fehlt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dann bete, dass sie dir erschein'.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und freu' dich d'rüber,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass sie jetzt in andern wirkt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denn Gottes Geist ist immer da ‒</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Halleluja! Halleluja!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Bibelstellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Joh 3,8</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Pred/Koh 3,1</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> 2Kor 5,17a</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Joh 3,3</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> Jer 31,33; 32,39</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup></span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="fs11lh1-15">2Kor 5,17b</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>7</sup></span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="fs11lh1-15">Eph 6,12</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>8</sup> 2Kor 12,9</span></div></div></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 07 Jun 2025 07:56:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die orthodoxen Kirchen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Religionsgemeinschaften"><![CDATA[Religionsgemeinschaften]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000027C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die orthodoxen Kirchen</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Geschichte, Frömmigkeit, Theologie, Ethik</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/05/2025</span></div><div><br></div><div>Das untere Portal der Kirche war verschlossen. Ein Schild wies mich an, zwei Freitreppen hinaufzusteigen, um das obere Portal zu erreichen. Es war das erste Mal, dass ich eine orthodoxe Kirche betrat. Ich trat ein ‒ und war überwältigt von der Bilderfülle und der Masse von glitzerndem Gold, dem ich gegenüberstand.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-5" src="https://christseinverstehen.de/images/P1020415-klein.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Der Raum war nicht groß, vielleicht zehn mal zehn Meter, dafür aber sehr hoch. Von einem Kirchenschiff kann also keine Rede sein. Umso stärker wirkte die Fülle der Goldverzierungen, das man beim Eintreten erblickte. So massiven Goldschmuck hatte ich in noch keiner Kirche gesehen.</div><div><br></div><div>Ich hatte mich auch noch nie mit den orthodoxen Kirchen beschäftigt. Im Studium kamen sie nicht vor, und die Gelegenheit zum Gespräch mit einem orthodoxen Christen hatte ich noch nie gehabt. Also betrat ich Neuland.</div><div><br></div><div>Ich stand in der "Russischen Gedächtniskirche" in Leipzig. Sie war in den Jahren 1912/13 erbaut worden, und zwar zum Gedenken an die 100 Jahre zuvor, also 1813, in der Völkerschlacht bei Leipzig gefallenen 22.000 russischen Soldaten. In dieser Schlacht stellten sich Russland, Österreich, Preußen und Schweden gemeinsam dem Heer Napoleons entgegen. Russland stellte die meisten Soldaten und hatte auch die meisten Opfer zu beklagen.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-6" src="https://christseinverstehen.de/images/P1020414-klein.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Im Hintergrund ertönte leise eingespielte meditative Musik. Es gab nur zwei Bänke für alte und schwache Menschen an den hinteren Wänden. Die Orthodoxen feiern ihre Gottesdienste, die drei Stunden oder länger dauern können, im Stehen. Durch diese Haltung wollen sie Gott, der nach ihrem Verständnis im Gottesdienst gegenwärtig ist, ehren.</div><div><br></div><div>Die orthodoxe Kirchengemeinschaft ist nach der römisch-katholischen Kirche die zweitgrößte der Welt. Ihre Mitgliederzahl wird mit 200 bis 300 Millionen angegeben, etwa 150 Millionen davon sollen es allein in der russisch-orthodoxen Kirche sein. Genaue Zahlen gibt es offensichtlich nicht.</div><div><br></div><div>In Deutschland ist die orthodoxe Kirchengemeinschaft mit 1,5 Millionen Mitgliedern in den letzten Jahrzehnten zur drittstärksten Konfession geworden. Damit gibt es sehr viel mehr Orthodoxe in Deutschland als Freikirchler und Evangelikale. Angehörige der orthodoxen Kirchen strömten nach dem Ende des 2. Weltkriegs aus Russland, der Ukraine und anderen Ländern nach Deutschland, ebenso nach der Wende in den 90er Jahren.</div><div><br></div><div>Der Name "orthodox" setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern <span class="fs14lh1-5"><i>orthós </i></span>(= richtig) und <span class="fs14lh1-5"><i>dokeín </i></span>(= glauben) sowie <span class="fs14lh1-5"><i>doxázein </i></span>(= preisen). Eine orthodoxe Kirche ist also nach der Wortbedeutung eine "rechtgläubige und in rechter Weise Gott preisende" Kirche.</div><div><br></div><div>Darin wird schon ein wichtiges Merkmal des orthodoxen Selbstverständnisses deutlich: Man versteht sich als rechtgläubig, weil man sich auf einige der ältesten christlichen Glaubenszeugnisse gründet. Aber der Glaube besteht nicht einfach in einer richtigen <span class="fs14lh1-5"><b>Theorie </b></span>von Gott, sondern er vollzieht sich immer als richtige <span class="fs14lh1-5"><b>Praxis </b></span>des Lobpreises Gottes.</div><div><br></div><div>Davon später noch mehr. Zunächst aber werfen wir einen Blick auf die Geschichte der orthodoxen Kirchen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Kurze Geschichte der orthodoxen Kirchen</div><div><br></div><div>Das Römische Reich spaltete sich im Jahr 395 in ein Oströmisches Reich mit Konstantinopel (zuvor Byzanz, heute Istanbul) als Hauptstadt und ein Weströmisches Reich mit Rom als Hauptstadt. Zum Ostreich, in dem man griechisch sprach, gehörten neben Konstantinopel die damaligen Weltstädte Alexandrien in Ägypten sowie Antiochien und Ephesus in der heutigen Türkei. Das Westreich mit der Sprache Latein konnte hingegen nur mit der Weltstadt Rom aufwarten.</div><div><br></div><div>Die ersten vier Jahrhunderte der Christenheit wurden maßgeblich vom Ostreich geprägt, vor allem von Kleinasien, also einem Gebiet, das nahezu identisch mit der heutigen Türkei ist. Dort gab es die meisten Christen, dort war das geistige Zentrum der damals bekannten Welt, und dort lebten und wirkten viele der antiken Kirchenväter mit ihren einflussreichen theologischen Schriften. Vor allem an diesen Kirchenvätern orientieren die orthodoxen Kirchen ihre Theologie und Lebenspraxis. Sie berufen sich darauf, dass der Apostel Markus in Alexandrien gewesen sei und der Apostel Petrus in Antiochien. Sie gründen ihre Lehre auf die sieben ökumenischen Konzile der Christenheit, die zwischen 325 und 787 stattfanden.</div><div><br></div><div>Von Beginn an gab es Gegensätze zwischen dem griechisch geprägten Osten und dem römisch geprägten Westen des Reichs. Manche führen das auch darauf zurück, dass die Griechen von jeher nach dem Wesen einer Sache fragten, so dass ihr Denken darum kreiste, was das Wesen von Sein und Nichtsein, Leben und Tod, Geschaffenem und Ungeschaffenem ist. Die Römer hingegen fragten nach Recht und Unrecht und waren deshalb mehr von den Themen Schuld und Strafe, Leistung und gerechter Lohn bewegt, kreisten also um das moralische Verhalten und dessen Folgen.</div><div><br></div><div>Das drückte sich auch in den theologischen Fragestellungen aus. Die östliche Theologie fragte eher nach dem Wesen Gottes und Jesu Christi, während in der westlichen Theologie eher die Frage nach guten Taten, Sünde und Sündenfolgen im Vordergrund stand.</div><div><br></div><div>Das Ende des Weströmische Reichs wird heute auf einen Zeitraum zwischen 475 und 568 datiert. Danach vergrößerte sich die Spaltung zwischen der östlichen und westlichen Christenheit. Es gab Streit über die Trinitätslehre und das Wesen Jesu Christi. Aber auch die unterschiedliche Sprache und Kultur, politische Ereignisse, Unterschiede in der Liturgie des Gottesdienstes und andere theologische Differenzen sowie kirchliche Machtfragen vergrößerten den Graben. Der Bischof von Rom beanspruchte immer stärker seine Oberhoheit über die ganze Christenheit, was die östliche Christenheit ablehnte.</div><div><br></div><div>Im Westen gewann schließlich der Papst die umfassende Machtstellung, während im Osten vier Erzbischöfe, Patriarchen genannt, die Oberhäupter ihrer jeweiligen Kirche wurden: in Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien und Jerusalem. Dem Erzbischof von Konstantinopel wurde der Ehrentitel des "Ökumenischen Patriarchen" zuteil. Er ist für alle Erzbistümer und Bistümer zuständig, die keinem anderen Patriarchen unterstehen und wird als Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christenheit überall anerkannt, obwohl seine Gemeinde relativ klein ist.</div><div><br></div><div>Im Jahr 1054 kam es dann zur endgültigen Trennung zwischen der Ost- und Westkirche, offenbar weil zwei arrogante und unnachgiebige Verhandlungsführer nicht zur Einigung bereit waren (wie man sieht, wiederholt sich die Geschichte durch die Jahrtausende hindurch immer wieder). Im Jahr 1204 schickte der Westen ein Kreuzritterheer nach Konstantinopel und eroberte die Stadt. Es kam zu Zerstörungen und Plünderungen, und Konstantinopel wurde vorübergehend zur römischen Kolonie.</div><div><br></div><div>Das alles und weitere Ereignisse in den folgenden Jahren wurden von der östlichen Christenheit als große Demütigung empfunden. Als im Jahr 1453 die Türken Konstantinopel angriffen und eroberten, ließ der Westen die östliche Christenheit allein. Damit war das Ende des Oströmischen Reiches besiegelt. Konstantinopel erhielt in der Folge den Namen Istanbul, die Hagia Sophia wurde zur Moschee. Der russische Zar verstand sich seither als Nachfolger der oströmischen Kaisers.</div><div><br></div><div>Auch danach wurden die orthodoxen Kirchen von den westlichen Kirchen lange Zeit als primitiv und minderwertig diskriminiert. Erst seit 1961 kommt es wieder zu einer Annäherung. Im Jahr 1965 wurden die früheren gegenseitigen Verurteilungen widerrufen.</div><div><br></div><div>Ich habe bisher immer von den orthodoxen Kirchen im Plural gesprochen oder von der orthodoxen Kirchengemeinschaft. Das hat seinen Grund darin, dass die orthodoxe Christenheit sich in ihrer Geschichte vielfach aufgespalten und eigene Regionalkirchen, genannt Patriarchate, gegründet hat. Die altehrwürdigen und wichtigsten Patriarchate sind:</div><div><br></div><div><ul><li>das Patriarchat von Konstantinopel (heute Istanbul), auch Ökumenisches Patriarchat genannt..<br></li><li>das Patriarchat von Alexandrien und ganz Afrika, heutiger Sitz in Kairo.<br></li><li>das Patriarchat von Antiochien und dem ganzen Osten, heutiger Sitz in Damaskus.<br></li><li>das Patriarchat von Jerusalem, zuständig für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Hinzu kommen die jüngeren Patriarchate von Moskau und ganz Russland, Bulgarien, Georgien, Serbien (zuständig auch für Bosnien-Herzegowina und Kroatien), Rumänien, Griechenland und Albanien. Außerdem gibt es orthodoxe Kirchen ohne Patriarchat, die entweder selbstständig oder einem der genannten Patriarchate teilweise untergeordnet sind, zum Beispiel in Finnland, Polen, Tschechien und der Slowakei, der Ukraine, Amerika, Australien, China, Japan, Ägypten und Äthiopien. Die orthodoxe Christenheit ist also weltweit vertreten.</div><div><br></div><div>Obwohl die orthodoxen Kirchen voneinander weitgehend unabhängig sind, gibt es unter ihnen große Übereinstimmung in Glaubensverständnis und Glaubenspraxis, im Rückbezug auf die Bekenntnisse der ersten Jahrhunderte sowie im Verständnis der Sakramente und der Liturgie. Jedenfalls die <span class="fs14lh1-5"><b>östlich</b></span>-orthodoxen Kirchen (im Unterschied zu den <span class="fs14lh1-5"><b>orientalisch</b></span>-orthodoxen) verstehen sich daher als <span class="fs14lh1-5"><b>eine </b></span>Kirche mit regionalen Unterschieden. Diese Unterschiede bestehen z.B. in den liturgischen Sprachen und in der Anzahl der ökumenischen Konzilien, auf die man sich gründet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die Situation in der Ukraine und der Moskauer Patriarch Kyrill</div><div><br></div><div>Bis zum Jahr 2018 gab es in der Ukraine drei orthodoxe Kirchen*: die Ukrainische Orthodoxe Kirche (Moskauer Patriarchat), die Ukrainische Orthodoxe Kirche (Kiewer Patriarchat) und die Ukrainische Autokephale (d.h. vollkommen selbstständige] Orthodoxe Kirche. Im Jahr 2018 beschloss der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, alle drei Kirchen seinem Patriarchat zu unterstellen, um sie miteinander zu vereinigen. Weil sich das Moskauer Patriarchat unter Kyrill I. dem verweigerte, gab es nach 2019 zwei große orthodoxe Kirchen in der Ukraine: die Ukrainische Orthodoxe Kirche (Moskauer Patriarchat) und die Orthodoxe Kirche der Ukraine.</div><div><br></div><div>Nachdem Russland die Ukraine im Jahr 2022 massiv angegriffen hatte, wurden in der Ukraine Besitztümer der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat) beschlagnahmt, und im Jahr 2024 wurde die Kirche verboten.</div><div><br></div><div>Nach der Anerkennung der Selbstständigkeit der Orthodoxen Kirche der Ukraine durch den Patriarchen von Konstantinopel kündigte der Moskauer Patriarch Kyrill I. diesem die Kirchengemeinschaft auf**. Im weiteren Verlauf kündigte er die Kirchengemeinschaft mit allen orthodoxen Kirchen, die die Orthodoxe Kirche der Ukraine anerkannten.</div><div><br></div><div>Kyrill I. war in den 1970er Jahren ökumenisch orientiert und offizieller Vertreter des Moskauer Patriarchats beim Weltkirchenrat in Genf. Er hat dort offensichtlich zugleich als Agent des russischen Geheimdienstes KGB gearbeitet. Auch später pflegte er noch gute Kontakte zur Römisch-katholischen Kirche, ging aber dann doch wieder auf Distanz zu ihr und auch zu anderen Kirchen. Kurz vor seiner Wahl zum Patriarchen im Jahr 2008 schloss er Kompromisse in Glaubensfragen und gemeinsame Andachten mit anderen Kirchen aus.</div><div><br></div><div>Das Patriarchat von Konstantinopel hingegen möchte in der Ökumene die Fülle der Orthodoxie bezeugen und schließt zugleich eigene Lernprozesse in einzelnen Punkten nicht aus. Reserviert sind die dem Ökumenischen Rat der Kirchen beigetretenen orthodoxen Kirchen vor allem gegenüber dem Kirchen- und Abendmahlsverständnis der protestantischen Kirchen, gegenüber Frauenordination und feministischer Theologie sowie gegenüber dem liberalen Umgang mit sexuellen Minderheiten.</div><div><br></div><div>Auch Kyrill I. hält am traditionellen Familienmodell mit der Frau als Hausfrau und Mutter fest. Er kritisiert Feminismus und homosexuelle Lebensgemeinschaften, die er einmal als Anzeichen des Weltuntergangs titulierte.</div><div><br></div><div>Kyrill befürwortete von Beginn an die russische Präsidentschaft Wladimir Putins und den Angriff Russlands auf die Ukraine. Er rechtfertigte diesen Krieg damit, dass die Ukraine vor "Gay-Paraden" geschützt werden müsse. Die Gegner Russlands seien "Kräfte des Bösen" und Russland verteidige in diesem Krieg die christlichen Werte. Deshalb sei der Tod russischer Soldaten mit dem Opfertod Jesu am Kreuz vergleichbar, und im Falle ihres Todes würden ihnen alle ihre Sünden vergeben.</div><div><br></div><div>Kyrill zufolge sei die Vorstellung von der Sünde im Westen verschwunden. Daher sei dieser Krieg ein Kampf Russlands gegen die "Weltherrscher der Finsternis", ein "metaphysischer [man könnte auch sagen: überweltlicher] Kampf des Guten gegen das Böse".</div><div><br></div><div>Auf der Sitzung des Weltkonzils des Russischen Volkes im Jahr 2024 bezeichnete Kyrill den Krieg als einen "Heiligen Krieg". Auch im vom Konzil verabschiedeten Dokument wurde der Krieg so benannt. Außerdem wurde festgehalten, der Krieg habe das Ziel, "die Welt vor dem Ansturm des Globalismus und dem Siege des dem Satanismus verfallenen Westens zu schützen". Nach dem Krieg solle "das gesamte Gebiet der modernen Ukraine in die Zone des ausschließlichen Einflusses Russlands übergehen".</div><div><br></div><div>Kritisiert wurde verschiedentlich der angebliche materielle Reichtum Kyrills: Es wird behauptet, er besitze etliche Residenzen, eine Armbanduhr im Wert von 30.000 Euro und ein Privatvermögen in Höhe von geschätzt rund 4 Milliarden US-Dollar.</div><div><br></div><div>Zu Kyrills Stellung zum Krieg gegen die Ukraine kann ich nur sagen: Man kann sicher manches an westlicher Kultur und Theologie kritisieren. Das alles rechtfertigt aber nicht den Krieg. Kyrills Äußerungen zeigen eine verheerende Vermischung von Religion und politischer Ideologie, die mich an mittelalterliche Kreuzzüge, neuzeitliche Kolonialherrschaft oder fanatischen Islamismus wie den der "Gotteskrieger" des sogenannten "Islamischen Staates" erinnert.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Orthodoxe Theologie und Frömmigkeit</div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Das große Gewicht der Tradition</div><div><br></div><div>Wie schon erwähnt, berufen sich die orthodoxen Kirchen auf die östlichen Kirchenväter vor allem der ersten Jahrhunderte, aber auch einiger späterer Theologen. Ihre Lehren gelten ihnen als heilige Tradition – wobei mit Tradition nicht primär menschliche Gedankengebäude gemeint sind, sondern die Weitergabe des Heils durch den Geist Gottes.</div><div><br></div><div>Der heilige Geist schafft nach orthodoxer Vorstellung heilige Tradition – und er hat das maßgeblich in den östlichen Kirchenvätern getan. Diese vom heiligen Geist gewirkte Tradition sei identisch mit den von demselben Geist gewirkten biblischen Schriften. Und dieser Geist Gottes sei es auch, der die Wahrheit der kirchlichen Lehren bis heute garantiere, und zwar durch die kontinuierliche Weitergabe der Lehren der Apostel an die ihnen nachfolgenden Bischöfe und Patriarchen, die sogenannte "apostolische Sukzession".</div><div><br></div><div>Die altkirchlichen Dogmen von der Dreieinigkeit Gottes und von den zwei "Naturen" Jesu Christi, &nbsp;der göttlichen und menschlichen, sind deshalb extrem wichtig für die orthodoxe Frömmigkeit. Denn diese Dogmen haben nach orthodoxer Lehre unwiderruflich die menschliche Heilserfahrung formuliert, die darin besteht, dass der dem Tod verfallene Mensch zu einer neuen Kreatur wird (2Kor 5,17), dass er Anteil am göttlichen Leben gewinnt und insofern vergöttlicht wird – so, wie Jesus Christus Gott und Mensch zugleich war.</div><div><br></div><div>Für einen protestantischen Theologen wie mich stellen sich dabei sogleich einige Fragen: Können sich die östlichen Kirchenväter nicht auch in manchen Lehren geirrt haben? Und sind die orthodoxen Kirchen vor jedem Irrtum gefeit? Wenn dem so sein sollte, warum gab es dann so viele Spaltungen in ihrer Geschichte? Wo bleibt die Einsicht, dass all unser Erkennen Stückwerk ist (1Kor 13,12f)? Wo bleibt die Sündenerkenntnis?</div><div><br></div><div>Ein orthodoxer Theologe würde wohl antworten: Das ist wieder typisch für einen Protestanten, dass er sofort an die Sünde denkt. Die Orthodoxen gehen nicht von der menschlichen Sünde aus, sondern von der Kraft des heiligen Geistes. Diese Kraft bewahre die Kirche vor der Sünde und ermögliche es, dass ihre Lehre von Irrtümern frei bleibt und Menschen vergöttlicht werden.</div><div><br></div><div>Mit der Vergöttlichung von Menschen habe ich als Protestant tatsächlich Schwierigkeiten. Deshalb müssen wir uns jetzt diesem Thema widmen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Die Trinitätslehre und die Vergöttlichung des Menschen</div><div><br></div><div>Die Einheit von Gott dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist beruht nach orthodoxer Vorstellung auf dem Vater als dem einzigen Ursprung des dreieinigen Gottes. Man spricht von der göttlichen "Monarchie" (von griechisch <span class="fs14lh1-5"><i>mónos </i></span>= einzig, allein und <span class="fs14lh1-5"><i>archē </i></span>= Ursprung, Anfang). Darum gehe der heilige Geist nur vom Vater aus und nicht zugleich auch vom Sohn, wie die westliche Theologie es meint (darin gründet der altkirchliche Streit um das – lateinisch formuliert – <span class="fs14lh1-5"><i>filioque </i></span>= "und vom Sohn" als Antwort auf die Frage, von wem der heilige Geist ausgeht, nämlich nach westkirchlicher Vorstellung vom Vater "und vom Sohn").</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Als Schwerpunkt des Denkens der östlichen Kirchenväter sieht die orthodoxe Theologie die Macht Gottes des Vaters, Menschen die Teilhabe an seinem Leben und seiner Vollkommenheit zu gewähren. Es gehe im Glauben primär um die Erfahrung des göttlichen Lebens und nicht um das intellektuelle Verstehen von Glaubenssätzen. Es gehe vorrangig nicht um die Vergebung der Sünden, sondern um die Wiederherstellung des sündigen menschlichen Wesens, um die Vernichtung des Todes und die Schaffung einer neuen Kreatur. Denn Christus habe am Kreuz die Macht des Todes überwunden und das menschliche Wesen in seinem gottähnlichen Zustand wiederhergestellt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Man erkennt hierin deutlich eine Vorordnung des Vaters vor dem Sohn. Die schöpferischen Taten des Vaters ‒ Leben schaffen, eine neue Kreatur schon jetzt hervorrufen und schließlich zum ewigen Leben erwecken ‒ haben einen Vorrang vor den Taten des Sohnes ‒ aus Liebe zu den Menschen ins Leid gehen, Gott in Leid und Tod offenbaren, Sündenvergebung bewirken.</span></div><div><br></div><div>Der Grundsatz orthodoxer Theologie lautet: "Gott ist Mensch geworden, damit der Mensch Gott werde." Der Mensch solle ein neuer Christus werden – natürlich nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Kraft des heiligen Geistes. Insofern könne man sagen, dass der Mensch "Gott schauen" und "vergöttlicht" werden soll.</div><div><br></div><div>Das heißt natürlich nicht, dass er an Gottes oder Christi Stelle treten soll. In 2Petr 1,4 ist aber tatsächlich davon die Rede, dass die Glaubenden "Teilhaber der göttlichen Natur werden" sollen, und nach Mt 5,48 sagte Jesus den Menschen, sie sollten "vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist". Der heilige Geist kann das bewirken, aber nach orthodoxer Vorstellung nur durch die Kirche und ihre Sakramente, vor allem die Eucharistie.</div><div><br></div><div>Solche Aussagen klingen in evangelischen Ohren sehr merkwürdig. Doch hat auch Martin Luther gelegentlich von einer Vergöttlichung des Menschen gesprochen. Zugleich war für Luther aber immer klar, dass der mit Glauben begnadete Mensch immer auch Sünder bleibt. Wenn also tatsächlich das Wunder geschieht, dass an einem Menschen etwas Göttliches aufblitzt, dann ist das immer Gottes je und je sich ereignende Gnadentat. Der heilige Geist wird niemals zu einem menschlichen Besitz, und die "Vergöttlichung" eines Menschen kann daher nicht zum Prinzip erklärt werden. Sie ist ein immer aufs Neue von Gott gewährtes Wunder und keine bleibende Eigenschaft eines Menschen.</div><div><br></div><div>Von daher gilt: Christus lebt in den Glaubenden, aber nur, sofern er in ihnen Wohnung nimmt (Gal 2,20a). Wir sind das Licht der Welt, aber nur dann, wenn das Licht, das Christus ist, uns erleuchtet (Mt 5,14a; Joh 8,12a).</div><div><br></div><div>Wir verstehen jetzt auch den Goldschmuck und die Bilder in den orthodoxen Kirchen besser. Das Gold symbolisiert Gottes Licht, seine Gegenwart und das Paradies. Die Ikonen sollen die Atmosphäre des Himmelreichs in die Kirche holen. Das ist ja nach orthodoxem Glauben das Ziel des Christseins: Gottes Licht in die Welt zu bringen, das Himmelreich schon jetzt anbrechen zu lassen, indem der Mensch eine neue, paradiesische Kreatur wird.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1020416-klein.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Die goldverzierte Wand mit den vielen Bildern verbirgt den Altarraum, der sich dahinter befindet. Das kann man so interpretieren: Gott ist unsichtbar und unbegreiflich. Wir brauchen deshalb eine Instanz, die uns seine Gegenwart vermittelt. Diese Instanz ist Jesus Christus mit den ihm nachfolgenden Heiligen. Sie werden auf den Bildern der Trennwand dargestellt, die Ikonostase genannt wird (von griechisch <span class="fs14lh1-5"><i>eikōn </i></span>= Bild, Ebenbild und <span class="fs14lh1-5"><i>stásis </i></span>= Stand, Ständer).</div><div><br></div><div>Die Tür in der Ikonostase gewährt dem Priester Zugang zum Altar. Die orthodoxe Lehre besagt, der Priester vermittle als Vertreter der Kirche die Teilhabe der Gemeinde am göttlichen Leben. Denn ohne die Kirche gebe es kein Heil.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1020417-klein.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">c) Die Unergründlichkeit Gottes und die mystische Vereinigung mit ihm</div><div><br></div><div>Ausgangspunkt der orthodoxen Lehre vom Menschen ist nicht dessen Sündhaftigkeit, sondern der unendliche Unterschied zwischen dem Ungeschaffenen und dem Geschaffenen. Das Geschaffene, also auch der Mensch, habe von sich aus keinen Zugang zum Schöpfer. Auch in der Vergöttlichung und in der "Schau Gottes" nähmen wir nicht am Wesen Gottes teil, sondern nur an seinen ungeschaffenen "Energien". Man kann bei diesen "Energien" wohl an die Kräfte und Wirkungen des heiligen Geistes denken.</div><div><br></div><div>Weil Gott unergründlich ist, können wir nach orthodoxer Lehre über sein Wesen nur verneinende und anbetende Aussagen machen. Wir haben kein Wissen von Gottes Wesen. Wir können das Heilswerk Jesu Christi am Kreuz nicht rational erklären. Aber in dieser Unergründlichkeit, im "göttlichen Dunkel", könne sich die Gnade der Gotteserkenntnis ereignen.</div><div><br></div><div>Mit dieser Vorstellung von Gottes Unergründlichkeit und von der Vereinigung mit ihm bekommt die orthodoxe Frömmigkeit eine mystische Tendenz. So drücke sich der Glaube auch nicht so sehr in theologischen Definitionen aus als vielmehr in der gebeteten Liturgie, den gesungenen Hymnen und den gemalten Bildern. Im orthodoxen Gottesdienst soll die Schönheit der Errettung und Vollendung des Menschen und des ganzen Kosmos lobpreisend gefeiert werden. In diesem Gottesdienst geschehe das Heil, indem die Christuserfahrung der Glaubenden durch den heiligen Geist gestärkt wird.</div><div><br></div><div>So sei auch die Theologie, also das Nachdenken über Gott, ein geistlicher Vorgang, nämlich die sich ereignende und den Menschen verwandelnde Realität der Offenbarung Gottes. Auch Theologie sei daher eine an Gottes Leben teilnehmende Schau Gottes, das mystische Ereignis der Vereinigung des Menschen mit Gott, der die Quelle aller Wahrheit ist. Dabei handele es sich um ein Liebesereignis; denn man erkennt nur als Liebender und liebt nur als Erkennender. Von daher haben orthodoxe Theologen die westlichen Partner wiederholt darauf hingewiesen, dass der Glaube in Gebet, Gottesdienst und den Sakramenten verwurzelt ist. Damit verbunden ist eine prinzipielle Skepsis gegenüber philosophischen und dogmatischen Systembildungen.</div><div><br></div><div>Die Unergründlichkeit Gottes kann also nach orthodoxer Lehre nur dadurch überwunden werden, dass Gott sich dem Menschen offenbart. Dies könne in vielfältiger Weise geschehen: in der Bibel, in der Tradition, in den Dogmen der sieben ökumenischen Konzilien der frühen Christenheit, im Schrifttum der Kirchenväter, im Leben der Heiligen, in der Spiritualität, ja in der Hymnenlehre und im Kirchenbau.</div><div><br></div><div>Orthodoxe Theologen sprechen einerseits von der Gnade Gottes, andererseits aber auch von einer Mitwirkung des Menschen an seiner Vereinigung mit Gott. Der Mensch müsse durch ständige Umkehr dazu beitragen, dass er mit Gott vereint werden kann. Er werde damit der Gnade Gottes gerecht: Er nehme teil an der göttlichen Menschenfreundlichkeit und nehme damit das "Recht" wahr, das ihm von Gott eingeräumt wird: eine neue Kreatur zu werden.</div><div><br></div><div>Je nach dem Grad menschlicher Mitwirkung kann die Spiritualität eines Menschen nach orthodoxer Vorstellung verschiedene Grade aufweisen. Je mehr sich ein Mensch von aller Sünde entleere, desto offener werde er nämlich für den Empfang des heiligen Geistes.</div><div><br></div><div>Was Spiritualität ist, erkenne man am besten an den Heiligen der Kirche, besonders aber an der Gottesmutter Maria. Sie werden deshalb oft in der Ikonenmalerei abgebildet. Auch das Mönchtum hat in der orthodoxen Frömmigkeit einen hohen Stellenwert. Denn der asketische Zug des Mönchtums und die damit verbundene Freiheit von den Dingen der Welt sowie die Freude an der Hingabe im Gebet soll das geistliche Leben aller Christinnen und Christen prägen.</div><div><br></div><div>Für mich stellen sich am Ende dieses Kapitels einige Fragen. Diese betreffen zum einen die Lehre von der Unergründlichkeit Gottes, wenn man doch zu diesem Gott eine Beziehung entwickeln soll. Zum anderen ist mir die Rolle der Kirche als dem einzigen Ort, in dem sich das Heil ereignet, fraglich. Und zum Dritten habe ich Probleme mit der Mitwirkung des Menschen an seinem Heil. Ich formuliere an dieser Stelle nur die Fragen und werde mich ihnen am Ende dieses Artikels noch einmal intensiver zuwenden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">d) Orthodoxe Ethik</div><div><br></div><div>Nach orthodoxer Vorstellung haben Christen eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft und Kultur. Denn Leben sei nur gemeinschaftlich zu begreifen, wie die innertrinitarische Liebesgemeinschaft zwischen Vater, Sohn und heiligem Geist zeige. So habe die Gemeinschaft der Glaubenden die Welt in den Prozess der Vergöttlichung hineinzunehmen.</div><div><br></div><div>Die russisch-orthodoxe Kirche, die größte Kirche der orthodoxen Kirchengemeinschaft, hat im Jahr 2000, also schon vor Putins Präsidentschaft und Kyrills Patriarchat, eine 102 Seiten starke Sozialdoktrin verabschiedet. Diese geht davon aus, dass die Kirche die Gebote Gottes, die keinen Veränderungen unterworfen sind, unfehlbar bezeuge.</div><div><br></div><div>Dazu ist kritisch anzumerken, dass zwar Gottes Gebote keinen Veränderungen unterworfen sind, aber die ethischen Fragen sich durch die Jahrhunderte hindurch verändern. Die Gebote Gottes sagen zum Beispiel nichts zur friedlichen Nutzung der Atomenergie, weil diese Frage zu biblischen Zeiten noch gar nicht im Blick sein konnte. Es geht also immer darum, Gottes Gebote auf die jeweils neuen Fragestellungen hin zu interpretieren. Dass diese Interpretation durch die orthodoxe Kirche unfehlbar sei, ist eine starke These. Sie geht offenbar von der Irrtumslosigkeit der Kirche aus, weil diese ja durch den heiligen Geist geleitet werde.</div><div><br></div><div>Hier können nur einige Aussagen der Sozialdoktrin beispielhaft aufgeführt werden. Die orthodoxe Synode wendet sich gegen einen extremen Liberalismus, der die Freiheit des Individuums zum Egoismus weiterentwickelt habe. Dadurch werde dem sündigen Menschen eine Autonomie zugestanden, die aus christlicher Sicht verwerflich sei. Das entspricht dem eher konservativen Charakter der Stellungnahme, die eher traditionelle Werte in den Vordergrund stellt.</div><div><br></div><div>Als Beispiele seien genannt: Die Sozialdoktrin befürwortet den Umweltschutz und lehnt den Suizid ab. Sie bejaht das traditionelle Verständnis von Ehe und Familie und kritisiert deutlich Pornografie, Prostitution, sogenannte "freie Liebe", Schwangerschaftsabbruch und Homosexualität. Letzterer müsse überwunden werden durch die kirchlichen Sakramente sowie Gebet, Fasten, Umkehr, Lesen der Bibel, Beschäftigung mit den Werken der heiligen Väter und Gemeinschaft mit Gläubigen, die Hilfestellung leisten.</div><div><br></div><div>Die Doktrin setzt sich zwar für die Gleichstellung der Frau ein, hält aber zugleich daran fest, dass der Mann das Haupt der Frau sei; er dürfe aber die Frau nicht despotisch behandeln, sondern müsse ihr mit Liebe begegnen (Eph 5,22-24; Kol 3,18f). Das Verständnis der Frau als Gattin und Mutter dürfe nicht abgewertet werden, denn es gebe natürliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">e) Kirche und Staat, Krieg und Frieden</div><div><br></div><div>Das Oströmische Reich und die östliche Kirche durchdrangen sich gegenseitig. Das Reich galt als Heilsstaat und sein orthodoxer Kaiser als von Gott gesalbter Geistträger, der das Aufsichtsrecht über die Kirche hatte, aber auch die Fürsorgepflicht für sie. Die Kirche hingegen war für den Gottesdienst und die Sakramente zuständig, hatte sich aber aus der Weltgestaltung herauszuhalten.</div><div><br></div><div>Beide, Staat und Kirche, hatten also ihre jeweiligen Verantwortungsbereiche. Daran hat sich bis heute im orthodoxen Verständnis nicht viel verändert. Kirche und Staat sollen wie in einer wohlklingenden Symphonie zusammenarbeiten und füreinander Verantwortung übernehmen. Die Kirche mischt sich nicht in die Politik ein und der Staat nicht in die kirchlichen Angelegenheiten. Den Gläubigen obliegt der Gehorsam gegen den Staat, es sei denn, dieser beschließe gottlose Gesetze. Die genannte Sozialdoktrin hält fest, dass Christen sich in diesem Fall nicht unterordnen dürfen, sondern dagegen vorgehen und im Notfall auch zivilen Ungehorsam leisten müssen.</div><div><br></div><div>Die Sozialdoktrin sieht es als christliche Pflicht an, "die nationale Kultur und das nationale Selbstbewusstsein [Russlands] zu wahren und weiterzuentwickeln. Dazu gehören auch Patriotismus und Gehorsam gegenüber dem Staat". Zugleich wird aber "jede Einteilung der Völker in bessere und schlechtere wie auch die Herabwürdigung jeglicher ethnischer oder bürgerlicher Nation" abgelehnt. Vielmehr sieht die orthodoxe Kirche einen "Auftrag der Versöhnung einander feindlich gesinnter Nationen und ihrer Vertreter" und "bezieht [...] keine Stellung in interethnischen Konflikten, mit Ausnahme solcher Fälle, in denen seitens einer der Parteien eindeutig Aggression betrieben [...] wird."</div><div><br></div><div>Außerdem will sich die Kirche laut Sozialdoktrin an innenpolitischen Auseinandersetzungen und Wahlkämpfen sowie an der Unterstützung politischer Parteien und Führungspersönlichkeiten nicht beteiligen. Zur Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat gehöre es aber, für internationalen Frieden einzutreten. Die Kirche dürfe sich deshalb nicht an einem aggressiven Krieg beteiligen oder im staatlichen Geheimdienst mitwirken. Krieg wird ausdrücklich als etwas Böses bezeichnet. Doch in äußerster Not dürfe Krieg geführt werden, wenn er der Verteidigung des eigenen Volkes und der Gerechtigkeit diene. Dabei gelten die Regeln des gerechten Krieges.</div><div><br></div><div>Krieg wird als zwar unerwünschtes, manchmal aber unumgängliches Mittel betrachtet. Die Kirche setze sich aber immer für politische Lösungen ein, die den Krieg verhindern, und, wenn er schon geführt wird, für Verhandlungen, die ihn beenden. Sie stehe auf der Seite der Opfer von Aggression und Gewalt und trete für staatliche Souveränität und territoriale Unversehrtheit ein.</div><div><br></div><div>Man möchte dem Patriarchen Kyrill diese Aussagen seiner eigenen Kirche in Erinnerung rufen, der &nbsp;diese Äußerungen der Sozialdoktrin schon wenige Jahre nach ihrer Verabschiedung mit Füßen getreten hat. Es ist offensichtlich eine Wanderung auf schmalem Grat, Nationalbewusstsein religiös einzufordern und zugleich für den Respekt gegenüber anderen Nationen und Frieden mit ihnen einzutreten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Theologische Einordnung der orthodoxen Kirchen</div><div><br></div><div>Die orthodoxe Christenheit ist groß und hat eine lange Tradition. Sie muss schon allein deshalb ernst genommen werden. Es ist ein Mangel, dass sie im Westen relativ wenig wahrgenommen wird, zumal die orthodoxe Theologie viele Berührungspunkte mit der katholischen Theologie hat.</div><div><br></div><div>Ich möchte deshalb abschließend das orthodoxe Denken von einem evangelischen Standpunkt aus kurz theologisch einordnen. Wenn darin auch Kritik an orthodoxen Vorstellungen geübt wird, soll das im Sinne eines Dialogs und im gemeinsamen Ringen um die Wahrheit geschehen und nicht die orthodoxe Theologie als ganze diskreditieren oder gar orthodoxe Frömmigkeit in Frage stellen.</div><div><br></div><div>Das Wirken des heiligen Geistes ist für die orthodoxe Theologie zentral. Tatsächlich gibt es Erkenntnis Gottes nur dann, wenn Gott selbst sich zu erkennen gibt, theologisch gesprochen: wenn er sich offenbart. So ist alles Nachdenken über Gott ein geistlicher Vorgang, zu dem notwendig das Gebet gehört. Das ist mit evangelischer Theologie durchaus kompatibel.</div><div><br></div><div>Orthodoxe Theologie ist Offenbarungstheologie. Für evangelische Theologie ist diesbezüglich entscheidend, dass Gott in seiner Offenbarung frei ist und gerade deshalb befreiend wirkt. Er offenbart sich dort, wo er will und dann, wann er will (Joh 3,8). Er bevorzugt dabei auch nicht eine bestimmte kirchliche Gemeinschaft. Deshalb kann evangelische Theologie die Wahrheit und das Heil nicht prinzipiell nur in einer bestimmten Kirche oder Theologie verorten und damit allen anderen Kirchen oder theologisch Andersdenkenden absprechen. Gott kann sich überall offenbaren und überall Menschen zum Glauben erwecken (Mt 3,9; Lk 3,8). Eine Einschränkung seines Wirkens würde die Freiheit Gottes beschneiden.</div><div><br></div><div>Diese Freiheit des gnädigen Wirkens Gottes ist befreiend für den Menschen, weil es nicht abhängig ist von menschlichen Voraussetzungen oder vom Mitwirken des Menschen. Dieser Gedanke ist gerade für evangelische Theologie zentral. Der Mensch kann nichts zu seinem Heil beitragen. Er kann sich nicht selbst von seiner Verfallenheit an die Sünde befreien. Er kann einzig das Wirken des heiligen Geistes in ihm "auslöschen" (1Thess 5,19) oder wirksam werden lassen. Letzteres ist aber keine Tat, die einen Anspruch oder ein "Recht" Gott gegenüber begründet. Vor Gott stehen alle Menschen gleichermaßen als Schuldige da. Darum kann evangelische Theologie den Gedanken des Mitwirkens eines Menschen an seinem Heil nicht nachvollziehen.</div><div><br></div><div>Auch die evangelische Theologie nimmt die Aussagen der frühchristlichen Kirchenväter ernst. Die Kirchenväter haben uns etwas zu sagen, aber sie stehen – wie alle Menschen – als Schuldige vor Gott. Das bedeutet, dass sie nicht unfehlbar waren. Ihre Aussagen sind bedenkenswert, aber sie gehören einer anderen Zeit mit anderen Fragestellungen und Denkgewohnheiten an. Deshalb können sie nicht unmittelbar auf unsere Zeit bezogen werden. Die christliche Botschaft ist vielmehr zu jeder Zeit neu zu formulieren. Diese Einsicht leitet zu immer neuem Ringen um die Wahrheit an. Sie erweckt zugleich theologische Bescheidenheit und beschränkt kirchliche Macht.</div><div><br></div><div>Das gilt auch für die christliche Ethik. Sie muss in jeder neuen geschichtlichen Situation neu durchdacht werden. Insofern sind die biblischen Texte zur Ethik zwar zu allen Zeiten und in allen Situationen gültig. Sie müssen aber immer aufs Neue auf ihre Intention hin befragt und entsprechend auf die jeweilige Zeit und Situation angewandt werden.</div><div><br></div><div>Die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung, schrieb Paulus (Röm 13,10b). Worin die Liebe aber besteht, ist nicht ein für allemal festgeschrieben. Darum muss vielmehr zu jeder Zeit und in jeder Situation neu in der Kraft des heiligen Geistes gerungen werden. Eine Ethik, die den zeitgeschichtlichen Hintergrund der biblischen Texte nicht berücksichtigt, wird auch den biblischen Texten nicht gerecht, die in eine bestimmte Zeit hinein gesprochen sind. Das gilt auch für die Texte, die das Verhältnis zwischen Mann und Frau sowie Homosexualität beleuchten.</div><div><br></div><div>Insofern kann man sagen, dass Gottes Offenbarung sich immer neu ereignen muss. Und wenn sie geschieht, bedeutet das nicht, dass Gott von uns durchschaut wird. Er bleibt vielmehr ein Geheimnis bis zu dem Tag, an dem wir ihn "von Angesicht zu Angesicht" sehen werden (1Kor 13,12; 1Joh 3,2). Das ist das Wahrheitsmoment der Einsicht, dass Gottes Wesen für uns nicht zu erkennen ist: Wir können Gott nicht durchschauen. Vieles bleibt uns unverständlich. Ja, man kann sagen: Auch in seiner Offenbarung bleibt uns Gott verborgen.</div><div><br></div><div>So teilt sich Gott uns mit in der Torheit und im Ärgernis des Kreuzes Christi (1Kor 1,23). Sein Handeln erscheint unserer Vernunft töricht und ärgerlich. Sein Friede überragt all unsere Vernunft (Phil 4,7). Und dennoch nimmt Gott unser unzulängliches Denken und Sprechen in Dienst, um sich mitzuteilen. Das ist das Wunder der Offenbarung, das größer ist als alle "Schau Gottes" und alle Unergründlichkeit Gottes. Es ist das Wunder, das wir nicht hervorrufen können, sondern das überall dort geschieht, wo Gottes Gnade es geschehen lassen will. Und dies kann Ereignis werden in allen Kirchen und christlichen Gemeinschaften, Theologien und Frömmigkeiten.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-4" src="https://christseinverstehen.de/images/P1020411.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Alle Angaben zu den orthodoxen Kirchen in der Ukraine nach https://de.wikipedia.org/wiki/Orthodoxe_Kirche_der_Ukraine.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">** Bezüglich der Person Kyrills I. folge ich dem Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Kyrill_I., ohne dessen Aussagen im einzelnen nachprüfen zu können.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Verwendete Quellen</span>:</span><br><ul><li><span class="fs11lh1-15">Kurt Aland: Die Frühzeit der Kirche in Lebensbildern. Brunnen Verlag. 5. Aufl. Gießen/Basel 1990.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Karl Christian Felmy / Peter Hauptmann / Reinhard Thöle: Orthodoxe Kirchen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Band 6. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl. Tübingen 2003. Sp. 675-693.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Karl Christian Felmy: Vergöttlichung. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Band 8. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl. Tübingen 2005. Sp. 1008.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Dagmar Heller: Orthodoxie und Ökumene ‒ Herausforderungen und Perspektiven am Anfang des 21. Jahrhunderts. Zugänglich auf https://cursor.pubpub.org/pub/vol7-heller-orthodoxie/release/1.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Johannis Panagopoulos: Orthodoxe Kirchen/Theologie. In: Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe Bd. 3. Hg. von Peter Eicher. Kösel-Verlag, München 1985. S. 299-313.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Johannis Panagopoulos: Göttliche und menschliche Gerechtigkeit am Horizont der patristischen Tradition. Eine Skizze. Zugänglich unter https://ecclesiagreece.gr › greek › press › theologia › material › 1979_1_10_Panagopoulos.pdf.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Kurt Dietrich Schmidt: Grundriss der Kirchengeschichte. Vandenhoeck & Ruprecht. 8. Aufl. Göttingen 1984.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Ralf Stolina: Negative Theologie. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Band 6. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl. Tübingen 2003. Sp. 170-173.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Die Grundlagen der Sozialdoktrin der Russisch-Orthodoxen Kirche. Hg. vom Bischöflichen Jubiläumssynod der Russisch-Orthodoxen Kirche (verschiedentlich im Internet zugänglich).</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">dtv-Wörterbuch der Kirchengeschichte. Hg. Von Carl Andresen und Georg Denzler. Deutscher Taschenbuch Verlag. 2. Aufl. München 1984.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Orthodoxe_Kirchen</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://wort-und-fleisch.de/die-orthodoxie-am-scheideweg/</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Orthodoxe_Kirche_der_Ukraine</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Ukrainisch-Orthodoxe_Kirche_(Moskauer_Patriarchat)</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Kyrill_I.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Orthodoxe_Kirchenbauten</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.kath.ch/newsd/die-serbisch-orthodoxe-kirche-ist-eine-versteckte-goldgrube/</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.domradio.de/glossar/russisch-orthodoxe-kirche-0</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.domradio.de/artikel/komplizierte-berechnung-laut-neuer-berechnungen-weniger-orthodoxe-weltweit</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.deutsch-orthodox.de/warum-im-stehen-beten/</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Fotos: Klaus Straßburg.</span><br></div><div><br></div><div><br></div></div><style type="text/css"> 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent } 		a:visited { color: #800000; text-decoration: underline } 		a:link { color: #000080; text-decoration: underline } 	</style></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 27 May 2025 13:45:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wenn Gott scheinbar Gebete nicht erhört ...]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000027B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wenn Gott scheinbar Gebete nicht erhört ...</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/05/2025</span></div><div><br></div><div>Die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine haben nichts ergeben, was einen Waffenstillstand näherbringt. Ich bin aber überzeugt davon, dass weltweit unzählige Christinnen und Christen für erfolgreiche Verhandlungen gebetet haben. Und sie beten schon seit über drei Jahren für ein Ende dieses Krieges.</div><div><br></div><div>Ich bin zugleich überzeugt davon, dass Gott ihre Gebete erhört und dass Gott der Herr der Geschichte ist, der beide Kriegsparteien zu konstruktiven Verhandlungen bewegen könnte. "Er ändert Zeiten und Fristen, er setzt Könige ab und setzt Könige ein" (Dan 2,21a). "Der Herr der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, wie ich es erwog, so geschieht es, und wie ich es beschlossen, wo kommt es zustande [...] Das ist der Ratschluss, der über die ganze Erde beschlossen ist, und das ist die Hand, die über alle Nationen ausgestreckt ist" (Jes 14,24.26).</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Ich glaube, dass Gott ein wohlmeinender<br>und liebender Gott ist</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Gott steht dem Krieg also nicht machtlos gegenüber. Er könnte Verhandlungen herbeiführen, könnte unseren Bitten nachkommen. Aber er tut es offensichtlich nicht. Warum nicht? Warum beendet die Hand, die über alle Nationen ausgestreckt ist, nicht diesen Krieg?</div><div><br></div><div>Manche haben eine schnelle Antwort parat: Der Krieg sei eine Strafe für die menschliche Sündhaftigkeit. Damit sollen alle Fragen beantwortet sein. Gott erscheint dann als ein Machthaber, der Verfehlungen gnadenlos bestraft und auch Hunderttausende Unschuldige sterben lässt. Dass Gott in der Bibel gerade so nicht dargestellt wird, wird nicht gesehen.</div><div><br></div><div>Ich glaube, dass Gott ein wohlmeinender und liebender Gott ist, der Gutes für die Menschheit und jeden einzelnen Menschen will. Darum kann ich mir nicht vorstellen, dass es ihm gleichgültig ist, ob das Leben Hunderttausender im Krieg zerstört wird oder nicht. "Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein", stellte der Weltkirchenrat in seiner Gründungsversammlung 1948 fest. Und dennoch lässt Gott ihn zu. Warum?</div><div><br></div><div>Ich habe keine Antwort darauf. Ich sehe nur, dass Gott den Krieg weiterlaufen lässt. Schwer vorstellbar, dass er etwas Gutes damit im Sinn hat. Es sterben auch Christinnen und Christen in diesem Krieg. Für sie gilt das Pauluswort: "Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken" (Röm 8,28a). Der Krieg mit seinem unvorstellbaren Leid wirkt zum Guten mit? Da kommen unsere Vorstellungen an ihre Grenze.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Dem Glaubenden tut sich ein Abgrund auf</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wie gehen wir damit um? Dem Glauben tut sich ein Abgrund auf, wenn er den Gedanken zu Ende denkt, dass der Gott, der seine Geschöpfe liebt und den Seinen nur Gutes will, diese seine geliebten Geschöpfe und die, die ihm vertrauen, dem jahrelangen sinnlosen Leiden und Sterben aussetzt. "Bittet, so wird euch gegeben werden", hat Jesus versprochen (Mt 7,7). Gilt das am Ende doch nicht?</div><div><br></div><div>Wir stehen vor diesem Abgrund. Wir müssen erkennen, dass wir Gott nicht verstehen. Wir haben keine schnellen Erklärungen. Unsere Geschichten von wunderbaren Gebetserhörungen verblassen. Der Glaube an einen liebevollen Gott gerät ins Wanken. Wir stehen mit leeren Händen vor Gott.</div><div><br></div><div>Nicht nur, dass wir uns weder auf gute Taten noch auf einen festen Glauben berufen könnten. Es fehlt uns schon daran, Gott überhaupt zu verstehen. Dass wir wissen, wer Gott ist, dass wir es doch in der Bibel gelesen haben, und dass wir es manchmal besser zu wissen meinen als andere: All das zerbröselt uns zwischen den Fingern. Wir wissen nichts. Wir verstehen nichts. Und dennoch wollen wir unseren Glauben nicht lassen ...</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Wir müssen an dem Gott festhalten, der uns fremd<br>und unbegreiflich ist</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wie können wir glauben vor diesem Abgrund, dessen Finsternis all unser Wissen und Können in sich hineinzieht? Es bleibt einzig die Erkenntnis, die viele Glaubende durch die Jahrtausende hindurch erfasst hat: Wir müssen gegen die Finsternis anglauben. Wir müssen vertrauen, ohne erkennen zu können, ob unser Vertrauen berechtigt ist. Wir müssen an dem Gott festhalten, der uns fremd und unbegreiflich ist.</div><div><br></div><div>Seine Wege sind nicht unsere Wege und seine Gedanken nicht unsere Gedanken (Jes 55,8). Wir sind blind. Damit müssen wir leben – und glauben.</div><div><br></div><div>Der Krieg geht weiter – ohne Aussicht auf ein baldiges Ende. Auch der Krieg im Gazastreifen. Tausende und Abertausende Leben werden weiter zerstört. All unsere Gebete scheinen in den Wind gesprochen. Der Boden unter unseren Füßen beginnt wegzubrechen. Die Füße haben keinen festen Halt mehr. Am Abgrund stehend, ergreift uns ein großer Schwindel. Die heile christliche Gedankenwelt scheint sich aufzulösen. Es bleibt nur ein hilfloses Stammeln:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Herr, halte mich fest.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Herr, lass mich nicht im Abgrund der Zweifel versinken.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich stehe mit leeren Händen vor dir und muss erkennen, wie fremd du mir bist –</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>obwohl ich doch immer meinte, dir so nah zu sein und dich zu kennen.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Aber vielleicht kommt es gar nicht darauf an, dass ich dich kenne,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>sondern dass du mich kennst.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Herr, ich bin schwach – halte du mich fest.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Lass mich nicht allein mit meiner Unsicherheit.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Hilf mir, dir zu vertrauen,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>auch wenn du mir wie ein dunkler Abgrund erscheinst.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Lass mich den Glauben an deine Güte nicht verlieren,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>auch wenn ich sie nicht sehen kann.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gib mir die Kraft, trotzdem zu beten und zu hoffen,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>dass du dem Bösen ein Ende setzen wirst – zu deiner Zeit.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: photosforyou auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 18 May 2025 13:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kein autoritärer Gott!]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000027A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Kein autoritärer Gott!</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Zur besonderen Art göttlicher Autorität</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/05/2025</span></div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5">Gott und Jesus werden in der Bibel oft "Herr" genannt. Das ist eine Hoheitsbezeichnung: Es gibt "Herren" und es gibt "Knechte" – jedenfalls waren das in früheren Jahrhunderten gängige Begriffe.</span><br></div><div><br></div><div>Es gab eine feste Ständeordnung von "Herren" und "Knechten", von reichen Machthabern und Gutsbesitzern auf der einen Seite und armen, von ihnen abhängigen Bauern und Arbeitern auf der anderen Seite. Mit der Abhängigkeit war immer Unfreiheit verbunden.</div><div><br></div><div>Die Ständeordnung ist bei uns zwar abgeschafft, aber Abhängigkeitsverhältnisse gibt es immer noch. Wo diese zutage treten, werden sie meistens scharf kritisiert. Es wird als böse Übeltat angesehen, eine Machtposition auszunutzen und andere von sich abhängig zu machen. Denn persönliche Freiheit gilt uns als eins der höchsten Güter.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Christenheit bestand darauf: Der wahre kyrios ist keiner</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">der römischen Machthaber, sondern der am Kreuz gestorbene</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">und von den Toten auferweckte Jesus</i></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wenn Gott als Herr und Menschen als seine Knechte bezeichnet werden, kann das eigentlich nur Widerspruch hervorrufen. Oder man verwirft gleich das Christentum als Ganzes, weil es eine längst überholte autoritäre Ordnungen fortschreibe und damit Unfreiheit und Unterdrückung den Weg ebne.</div><div><br></div><div>Die Kirchen sind an dieser Kritik nicht unschuldig. Denn sie haben immer wieder Gott als eine Autorität verkündigt, der man sich unterzuordnen und deren Geboten man bei Strafandrohung zu gehorchen habe. Und sie haben ihre eigene Macht darauf gestützt. Wer Gott den Gehorsam verweigerte, musste mit Sanktionen der Kirche rechnen oder gar ewige Höllenqualen fürchten. So wurde Gott in Analogie zu menschlichen Herrschern verstanden, die von ihren Untertanen bedingungslosen Gehorsam fordern.</div><div><br></div><div>Es lohnt jedoch, einmal genauer hinzuschauen, ob solch ein Gottesbild dem biblischen Gottesverständnis gerecht wird. Was ist eigentlich im Christentum mit dem Begriff "Herr" gemeint?</div><div><br></div><div>Im hebräisch verfassten Alten Testament wird Gott oft mit dem Gottesnamen <span class="fs14lh1-5"><i>JHWH</i></span>, gesprochen <span class="fs14lh1-5"><i>Jachwe</i></span>, benannt. Die zur Zeit Jesu gebräuchliche griechische Übersetzung des Alten Testaments hat dafür das griechische Wort <span class="fs14lh1-5"><i>kyrios</i></span>, also "Herr", eingesetzt. Dem hat sich Martin Luther angeschlossen, so dass an all diesen Stellen in der Lutherbibel "H<span class="fs12lh1-5">ERR</span>" steht. Im griechischen Text des Neuen Testaments wird auch Jesus als Herr (<span class="fs14lh1-5"><i>kyrios</i></span>) bezeichnet.</div><div><br></div><div>Indem man Jesus den Titel <span class="fs14lh1-5"><i>kyrios </i></span>beilegte, übertrug man die Gottesbezeichnung des Alten Testaments auf ihn. Zugleich war diese Bezeichnung eine Kritik an den römischen Kaisern, die sich ebenfalls <span class="fs14lh1-5"><i>kyrios </i></span>nannten und als Götter verehrt wurden. Die Christenheit bestand darauf: Der wahre <span class="fs14lh1-5"><i>kyrios </i></span>ist keiner der römischen Machthaber, sondern der am Kreuz gestorbene und von den Toten auferweckte Jesus.</div><div><br></div><div>Dieser Herr ist von allen weltlichen Herren deutlich unterschieden: Er herrscht nicht durch Zwangsgewalt und Unterdrückung, sondern durch seine unüberwindliche Liebe, in der er sogar sein Leben opfert – nicht nur für seine Freunde (Joh 15,13), sondern auch für diejenigen, die ihn verfolgen (Lk 23,34). Gerade durch seine Liebe, die nicht Gleiches mit Gleichem vergilt, beherrscht er das Böse und lässt nicht zu, dass es sich fortsetzt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Gott hat Autorität, aber er ist nicht autoritär</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Art weltlicher Herren, die durch Unterdrückung und Gewalt herrschen, lehnte Jesus ausdrücklich ab. Bei ihm und seinen Anhängern soll es diese Art des Herrschens nicht geben. Unter ihnen wird der Gang der Dinge dadurch bestimmt, dass einer dem anderen dient – bis zum Extremfall, für sie sein Leben hinzugeben (Mk 10,42-45). <span class="fs14lh1-5">Ein Dienst war es auch, als Jesus seinen Jüngern die Füße wusch (Joh 13,1-17).</span></div><div><br></div><div>Der liebende und dienende Mensch zahlt also im Extremfall einen hohen Preis. Jesus selbst hat diesen Preis gezahlt. Er ist bewusst den Weg der Erniedrigung gegangen, ja den Weg in den Tod. Gerade darin bestand seine Größe (Phil 2,8f).</div><div><br></div><div>Man kann fragen, was sein Tod gebracht hat; ob es nicht besser gewesen wäre, er hätte länger gelebt und unter den Menschen gewirkt. Christen glauben schließlich an einen allmächtigen Gott, nicht an einen machtlosen.</div><div><br></div><div>Doch was ist mit Allmacht gemeint? Allmacht bedeutet, dass jemand keine andere Macht neben sich duldet; dass nur er allein bestimmt, was geschieht und was nicht geschieht. Dies kann mit göttlicher Allmacht nicht gemeint sein. Denn Gott will freie Menschen, die in Freiheit entscheiden, was sie tun und was sie lassen (Gal 5,1).</div><div><br></div><div>Also muss die Allmacht Gottes eine andere Bedeutung haben. Eine Facette dieser Allmacht besteht darin, dass er auf die beschriebene liebevolle und dienende Weise in der Welt wirkt.</div><div><br></div><div>Die Autorität Gottes ist also nicht von der Art, uns zu unterdrücken und Zwang auszuüben. Es ist vielmehr eine Art von Autorität, in der er sich uns zuwendet, mit uns und für uns leidet und uns von daher zu einem veränderten Lebenswandel ruft. Es ist eine Autorität der Liebe. Gott hat Autorität, aber er ist nicht autoritär.</div><div><br></div><div>Denn Gott will sich nicht mit Gewalt durchsetzen. Er <span class="fs14lh1-5"><b>wirbt </b></span>um unsere Zustimmung und <span class="fs14lh1-5"><b>bittet </b></span>um sie (2Kor 5,20). Wenn wir ihm nicht folgen, lässt er unseren Unwillen zu. Dann müssen wir allerdings die Konsequenzen unseres Handelns tragen. Gott bewahrt uns nicht vor allem Unheil, das wir selbst anrichten.</div><div><br></div><div>Doch er leidet mit uns, wenn wir durch eigenes Versagen leiden (z.B.Jer 9,9; 14,17f). Und ebenso nimmt er Anteil am Leid, das wir anderen zufügen. Darum mahnt und ermutigt er uns, lebensförderliche Wege einzuschlagen. Und es kann geschehen, dass er uns schmerzliche Erfahrungen machen lässt, um uns auf Wege zu leiten, die unserem Leben und dem unserer Mitmenschen dienen.</div><div><br></div><div>Das ist die zweite Facette der Allmacht Gottes: Er bewahrt uns nicht vor allem Unheil, sondern lässt manches geschehen, um uns zum Umdenken und zu einem anderen Handeln zu bewegen. Damit ist aber nicht gesagt, dass alles Unheil, das uns trifft, diesem Zweck dient.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wenn wir uns Jesus angleichen lassen, werden wir aus</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">innerstem Antrieb heraus</span><span class="cf2"> das tun, was dem Leben dient</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Oft wurde und wird davon gesprochen, dass Gott die Menschen bestraft, wenn sie ihm nicht gehorsam sind. Das klingt nach einem autoritären Gebieter, der alle, die sich ihm verweigern, durch Strafen gefügig machen will.</div><div><br></div><div>Tatsächlich gibt es biblische Geschichten, die ein solches Gottesverständnis nahezulegen scheinen. Da sind zum Beispiel die Plagen, die Gott gegen die Ägypter verhängt, weil der Pharao das Volk Israel nicht aus der Sklaverei entlassen will (2Mo/Ex 7,14-12,51). Aber auch diese Plagen sind keine Strafen, durch die das Unrecht des Pharaos gesühnt werden soll. Sie dienen vielmehr dazu, den Pharao zur Einsicht zu bewegen. Es sind also keine Strafen eines strengen Gesetzgebers, der sich Autorität verschaffen will, sondern es sind Zurechtweisungen eines sein Volk Israel Liebenden, die dazu beitragen sollen, das Leid dieses Volkes zu beenden und den Übeltäter zum Einlenken zu bewegen.</div><div><br></div><div>Eine dritte Facette der Allmacht Gottes besteht also darin, dass er die Weltgeschichte in Richtungen lenkt, die zum Guten führen.</div><div><br></div><div>Die Frage ist nur: Wollen wir uns von der guten Macht Gottes auf lebensfreundliche Wege leiten lassen? Wir müssen es nicht! Wir können selbst über unsere Lebensweise entscheiden.</div><div><br></div><div>Gott will allerdings unsere Gesinnung verändern und unserem Wollen und Wirken eine neue Richtung geben, die uns und anderen gut tut (Phil 2,13). Er will unser Herz erneuern, damit es sich dem Guten zuwendet (Hes/Ez 36,26). Ob wir uns darauf einlassen, ist unsere freie Entscheidung. Wenn wir uns Jesus angleichen lassen (Röm 8,29), werden wir aus innerstem Antrieb heraus das tun, was dem Leben dient – unserem eigenen und dem unserer Mitmenschen.</div><div><br></div><div>Im christlichen Glauben werden wir zu nichts gezwungen. Wir müssen nichts, sondern können alles aus freier Entscheidung tun. Wir müssen unser Leben nicht gewaltsam verändern oder ständig nach Geboten und Verboten fragen. Wenn wir aber Gott in uns wirken lassen und nach Gottes Willen fragen, verändern wir uns von innen heraus ‒ intrinsisch motiviert, wie man heute sagt. Denn Gott selbst verändert unser Innerstes so, dass es dem Leben dient.</div><div><br></div><div>Die Frage ist immer wieder nur, ob wir das wollen; ob wir unser eigener Herr sein wollen oder dem Herrn dienen, der für uns durchs Feuer gegangen ist ‒ in den Tod am Kreuz. Knecht dieses Herrn zu sein ist keine Erniedrigung, sondern eine Befreiung und eine Ehre. Eine Unterwerfung ist damit nicht verbunden ‒ es sei denn, man hält es für unterwürfig, sich auf einen lebensbejahenden und lebensförderlichen Weg zu begeben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Roger Casco auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 08 May 2025 08:55:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Eine österliche Gemeinschaft]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000279"><div><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eine österliche Gemeinschaft</span></div> <div class="imHeading2 imTACenter">Verheißene Zukunft und gesellschaftlicher Auftrag</div> <div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/04/2025</span></div> <div><br><span class="fs14lh1-5">Am Ostersonntag war ich Gast einer Geburtstagsfeier, die in einem großen Gartengrundstück stattfand. Die Sonne strahlte, Büsche, Bäume und Blumen erfreuten das Herz, die Gäste fanden Platz auf Bänken und labten sich am Essen, das in großer Vielfalt und verschiedensten Geschmacksrichtungen aufgetischt war; denn jeder Gast hatte etwas mitgebracht. Das sanfte Rauschen eines Flusses direkt neben dem Garten belebte das Gemüt. Kinder spielten auf der Wiese, die Erwachsenen fanden sich in Gruppen zusammen, um sich auszutauschen, lernten sich kennen und bereicherten einander.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Natur und Menschen bildeten eine wundersame Einheit, in der es nichts Störendes gab. Es herrschten Freundlichkeit und Interesse füreinander, keine Spur von Streit oder auch nur unterschwelliger Aggression. In aller Unterschiedlichkeit der Menschen ereignete sich etwas, was den Anderen und Unbekannten zu einem anregenden Erlebnis werden ließ, auch wenn man nicht alle seiner Ansichten teilte. Ein unglaublicher Reichtum und Friede strahlte davon aus.</span></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></b></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></b></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Bilder einer neuen Welt versuchen, mit menschlichen Worten</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">das Unbeschreibliche zu beschreiben</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div> <div> </div> <div><br></div><div>Als ich dies alles in einem Augenblick der Stille wahrnahm, wurde es mir zu einem Gleichnis des von Gott verheißenen österlichen Lebens. Das war das Leben, wie es sein soll. Sicher nur ein kurzer Moment in dieser unvollkommenen und mühseligen Welt – aber in diesem Moment steckte eine doppelte Erinnerung: zum einen an die Verheißung eines neuen Lebens in einer anderen Welt und zum anderen daran, was unser Leben schon jetzt sein könnte.</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ich musste angesichts dieses friedlichen Bildes an die kriegsgeplagten Menschen in der Ukraine, im Gazastreifen und im Sudan denken – Menschen, die auch nichts anderes wollen als ein </span><span class="fs14lh1-5">Leben</span><span class="fs14lh1-5"> zu leben, das es wert ist, so genannt zu werden. Sie wollen im Miteinander und Füreinander zusammen sein, sich aneinander freuen und ihr Glück teilen. Die Kinder wollen sorglos spielen und eine lebenswerte Welt entdecken, die Jugendlichen sich verlieben, die Erwachsenen ihre Zukunft bauen und die Alten in Frieden die Früchte ihrer Arbeit ernten, bis sie einst aus dieser Welt abberufen werden.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Bibel zeichnet unterschiedliche Bilder einer neuen Welt, die schon deshalb keine fotografischen Abbildungen des Kommenden sein können, weil sie in großer Vielfalt auftreten. Es ist selbstverständlich, dass gerade im Blick auf diese Zukunft all unser Erkennen Stückwerk bleibt (1Kor 13,12). Dennoch sind diese Bilder nicht belanglos. Sie versuchen, mit menschlichen Worten das Unbeschreibliche zu beschreiben.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Bilder zeichnen eine Welt, in der den Hilflosen und Elenden Recht widerfährt, dem Treiben der selbstsüchtigen Unterdrücker und gottlosen Menschenfeinde aber ein Ende bereitet wird (Jes 11,1-5). Kein Tier ist dem anderen feind, und Säuglinge spielen gefahrlos bei der Schlange (Jes 11,6-9). Alles Lebendige ist miteinander versöhnt, und die Völker der Welt strömen nach Jerusalem, um anzubeten (Jes 2,1-4a; 11,10). Keiner wird als Fremder ausgeschlossen, keinem wird der Zutritt zur Stadt verweigert. Alle sind willkommen, um gemeinsam das Leben zu feiern.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ein anderes Bild spricht von einem feierlichen Gastmahl, zu dem, als die geladenen Gäste Wichtigeres zu tun haben, die Bettler, Blinden und Krüppel eingeladen werden und diejenigen, die als Ausgeschlossene vor der Stadt leben müssen. Sie alle können die Speisen, den Frieden und die Heiterkeit dieses Festmahls erleben, was den ursprünglich Geladenen versagt bleibt (Lk 14,15-24).</span></div><div><br></div><div> &nbsp;</div> </div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Machtzentren unserer Welt haben keinen Bestand</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div> <div> </div> <div><br></div><div>Wieder ein anderes Bild zeichnet das neue Jerusalem, das "von Gott her aus dem Himmel herabkommt" – eine Gartenstadt, ähnlich wie das Paradies (Offb 22,1f), und eine Stadt von kosmischen Dimensionen, die in ihrer Würfelform bis an den Himmel reicht und in der es weder Leid noch Tod gibt (Offb 21,1-5.16). Hier ereignet sich das, woran der Turmbau zu Babel kläglich scheiterte: Gottes Gegenwart ist spürbar (1Mo/Gen 11,1-9). Die Stadt strahlt die Herrlichkeit Gottes aus wie ein Jaspis, ihre Mauer ist aus demselben Edelstein gebaut und die Stadt selbst besteht aus reinem Gold (Offb 21,11.18). Sie hat nach jeder Himmelsrichtung drei Tore, die aus Perlen bestehen und die niemals geschlossen werden, damit die Völker mit ihrer Herrlichkeit und Pracht von allen Seiten in sie hineinströmen können (Offb 21,21.25f).</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Jerusalem gegenüber steht das antike Machtzentrum Babylon, in der frühen Christenheit ein Deckname für die Weltstadt Rom. Sie ist mit ihrem Weltherrschaftsanspruch "die große Hure", die "Mutter der Hurerei und aller Gräuel auf Erden" (Offb 17,1.5). Sie verführt die Völker der Welt mit ihrem materiellen Reichtum und scheinbaren Glanz und ist trunken vom Blut derer, die Jesus bezeugten und "aller, die hingeschlachtet wurden auf Erden" (Offb 17,6; 18,16f.24). Ihre Herrschaft bringt Leid und Tod, während im neuen Jerusalem das Leben gedeiht und Heilung geschieht (Offb 22,2). Dort, wo alle weltliche Macht sich konzentriert, wohnen die dämonische Mächte, in der neuen Weltstadt aber wohnt Gott mit den Seinen (Offb 18,2; 21,3).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Machtzentren unserer Welt haben jedoch keinen Bestand. Sie werden vergehen, so wie der Reichtum und die Macht Babylons und Roms vergangen sind (Offb 18,2.8-10.15-19). Deshalb sind wir aufgerufen, uns dem Einfluss der gegenwärtigen Weltmächte zu entziehen, damit wir nicht mit ihnen </span><span class="fs14lh1-5">schuldig</span><span class="fs14lh1-5"> werden (Offb 18,4), und stattdessen der kommenden Stadt Gottes entgegenzugehen. Die Lebensverheißungen durch Reichtum und Macht sind eine große Täuschung. In der Gottesstadt gibt es erfülltes, geheiltes und ungefährdetes Leben "umsonst", das heißt, ohne dass man sich dieses Leben durch materiellen Reichtum und irdische Macht sichern muss (Offb 21,6).</span></div> <div> </div> <div>Bekannt ist das Bild von Jerusalem als der Friedensstadt, in der man das Kriegführen nicht mehr lernen wird (Jes 2,2-5):</div><div><i class="fs14lh1-5 cf2"><br></i></div><div><i class="fs14lh1-5 cf2">Und es wird geschehen:</i></div> <div><i class="cf2">In künftigen Tagen</i></div> <div><i class="cf2">steht fest gegründet der Berg des Hauses Jahwes</i></div> <div><i class="cf2">an der Spitze der Berge</i></div> <div><i class="cf2">und erhabener als Hügel.</i></div> <div><i class="cf2">Dann strömen zu ihm alle Heiden</i></div> <div><i class="cf2">und kommen viele Völker und sagen:</i></div> <div><span class="cf2">"<i>Kommt und lasst uns zu Jahwes Berg,</i></span></div> <div><i class="cf2">zum Hause des Gottes Jakobs ziehen,</i></div> <div><i class="cf2">dass er uns seine Wege lehre</i></div> <div><i class="cf2">und wir auf seinen Pfaden wandeln!"</i></div> <div><i class="cf2">Denn vom Zion ergeht Weisung</i></div> <div><i class="cf2">und das Wort Jahwes von Jerusalem.</i></div> <div><i class="cf2">Dann richtet er zwischen den Heiden</i></div> <div><i class="cf2">und bescheidet vielen Völkern.</i></div> <div><i class="cf2">Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflügen</i></div> <div><i class="cf2">und ihre Lanzen zu Winzermessern.</i></div> <div><i class="cf2">Nie mehr erhebt Volk wider Volk das Schwert,</i></div> <div><i class="cf2">noch lernt man ferner das Kriegen.</i></div> <div><i class="cf2">Haus Jakobs,</i></div> <div><i class="cf2">kommt und lasst uns im Lichte Jahwes wandeln.</i></div> <div><i class="fs11lh1-5 cf2">(Übersetzung von Otto Kaiser: Das Buch des Propheten Jesaja, S. 60f; orthographisch angepasst)</i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Es ist deutlich, dass uns hier, wie in den davor geschilderten Bildern auch, ein </span><span class="fs14lh1-5">Zukunfts</span><span class="fs14lh1-5">bild vor Augen gestellt wird. Bemerkenswert ist, dass der Prophet, dem alttestamentlichen Vorstellungsrahmen entsprechend, hier kein </span><span class="fs14lh1-5">Jenseits</span><span class="fs14lh1-5"> in den Blick nimmt, sondern die Vollendung der Weltgeschichte im </span><span class="fs14lh1-5">Diesseits</span><span class="fs14lh1-5">. Uns hingegen erscheint es </span><span class="fs14lh1-5">unvorstellbar</span><span class="fs14lh1-5">, dass seine Verheißung sich im Diesseits erfüllt. Zu groß erscheint uns die Verführung, Gewalt anzuwenden zur Durchsetzung eigener Interessen, zu groß ist die Angst um den eigenen Lebensstil, zu groß der Hass auf den Andersdenkenden und Anderslebenden.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Doch auch wenn wir die Erfüllung dieser Verheißung im Jenseits verorten, ist deutlich: Im Lichte dieses Gottes und seiner Verheißung sollen wir schon jetzt unser Leben führen und um eine Zukunft ringen, die der großen Verheißung Gottes entspricht. "Kommt und lasst uns im Lichte Jahwes wandeln!" (Jes 2,5) Vielleicht haben wir in der Zeit des stetig zunehmenden materiellen Wohlstands dieses </span><span class="fs14lh1-5">Ringen</span><span class="fs14lh1-5"> um die Zukunft aus dem Blick verloren. Vielleicht wurde uns ein Wohlstand selbstverständlich, der mit </span><span class="fs14lh1-5">Gottes</span><span class="fs14lh1-5"> Zukunft nicht viel zu tun hat. Heute sehen wir, wie gefährdet diese Zukunft ist.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div> </div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wer seinen Mitmenschen die Tür zum ewigen Leben öffnen will,<br>ist unglaubwürdig, wenn ihm das zeitliche Leben derselben Menschen<br>gleichgültig ist</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div> <div> </div> <div><br></div><div>Die gegenwärtigen Kriege und Krisen bergen die Chance, unseren Blick wieder auf die Zukunft zu richten – nicht irgendeine Zukunft, nicht die von Machthabern und Zeitgeistern anvisierte Zukunft, sondern die von Gott verheißene. Nehmen wir sie in den Blick, dann weist sie uns die Richtung für unser Ringen um eine lebenswerte Welt. Es ist die Chance, die Zukunft wieder als das zu sehen, was sie ist: eine ständige Herausforderung und Aufgabe.</div> <div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Christinnen und Christen leben </span><span class="fs14lh1-5">nicht</span><span class="fs14lh1-5"> zukunftsorientiert, wenn sie sich der Verheißung eines ewigen Lebens im </span><span class="fs14lh1-5">Jenseits</span><span class="fs14lh1-5"> erfreuen und zugleich das Ringen um ein lebenswertes Leben im </span><span class="fs14lh1-5">Diesseits</span><span class="fs14lh1-5"> für entbehrlich halten. Wer seinen Mitmenschen die Tür zum </span><span class="fs14lh1-5">ewigen</span><span class="fs14lh1-5"> Leben öffnen will, ist unglaubwürdig, wenn ihm das </span><span class="fs14lh1-5">zeitliche</span><span class="fs14lh1-5"> Leben derselben Menschen gleichgültig ist. Wer der Verheißung </span><span class="fs14lh1-5">glaubt</span><span class="fs14lh1-5"> und den Messias Jesus </span><span class="fs14lh1-5">erwartet</span><span class="fs14lh1-5">, ist gerufen, ihm schon </span><span class="fs14lh1-5">jetzt</span><span class="fs14lh1-5"> den Weg zu ebnen (Jes 40,3). So ist mir das Gartenfest mit seinen Freuden, das mir zum Gleichnis des Himmelreichs wurde, keine Vertröstung auf das Jenseits, sondern ein Ansporn zur Weltgestaltung.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Was brauchen Kinder, um glücklich zu sein? Sie brauchen eine heile Atmosphäre, ein freundliches Miteinander, ein Zuhause, das ihnen Geborgenheit und Frieden bietet – all das, was im Gartenfest Wirklichkeit war. Sie brauchen </span><u class="fs14lh1-5">keine</u><span class="fs14lh1-5"> mit Spielzeug vollgestopften Schränke, um glücklich zu sein. Und Erwachsene brauchen keine mit Gütern vollgestopften Wohnungen, keine Luxuslimousinen und prall gefüllten Bankkonten. Die </span><span class="fs14lh1-5">Kinder</span><span class="fs14lh1-5"> zeigen uns: Wohlbefinden ist mehr als materieller Besitz. Es ist darum auch mehr als eine bestimmte Weise des Wirtschaftens.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Unsere Weise des Wirtschaftens hat es bislang nicht vermocht, einen Ausgleich zwischen Armen und Reichen herbeizuführen, so dass es niemandem mehr am Nötigsten mangelt. Noch dazu scheint es politisch nicht gewollt oder nicht durchsetzbar zu sein, die Tore offenzuhalten für jene, die sich aus Armut und Krieg zu uns aufmachen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bleibt zur Zeit nur, dass Kriege, soweit immer möglich, vermieden werden und Einzelne von ihrem Überfluss abgeben, um die Ursachen der Flucht zu bekämpfen. Solch einen </span><span class="fs14lh1-5">Ausgleich</span><span class="fs14lh1-5"> zwischen Armen und Reichen forderte schon der Apostel Paulus, als er zu Spenden für die verarmte Gemeinde in Jerusalem aufrief (2Kor 8,14f). Doch Spenden können nur eine Übergangslösung sein, bis endlich die Kultur des Krieges weltweit geächtet und das System des Wirtschaftens so verändert ist, dass auch die Armen von ihm profitieren.</span></div> <div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Es bedarf nicht viel, um ein erfülltes Leben zu führen. Es bedarf aber wenig, um ein erfülltes Leben zunichte zu machen. Ein Gartenfest mit hungernden Mägen ist unvorstellbar. Und auch im Krieg hätte es jenes Gartenfest mit seiner entspannten und geborgenen Atmosphäre nicht gegeben.</span></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></b></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></b></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Gottes der Welt bestimmte Zukunft wird sich endgültig durchsetzen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"> <div> </div> <div><br></div><div>Doch die Weltmächte, die solche Feste unmöglich machen, werden vergehen (Jes 21,9; 25,1-5), und Gottes der Welt bestimmte Zukunft wird sich endgültig durchsetzen (Jes 25,6-12). Diejenigen aber, die die himmlische Gartenstadt schon jetzt in den Blick nehmen und sie, so gut es auf Erden möglich ist, zu verwirklichen trachten, sind ihrer Zeit voraus (Jes 2,2; 11,10).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-15">Ihrer Zeit voraus zu sein, ist die österliche Perspektive der weltweiten Christenheit. Denn zum christlichen Osterglauben gehört nicht nur die Erlösung einzelner </span><span class="fs14lh1-15">Individuen</span><span class="fs14lh1-15">, sondern auch des Gemeinschaftslebens. Vom verheißenen </span><span class="fs14lh1-15">ewigen</span><span class="fs14lh1-15"> Gemeinschaftsleben her fällt ein </span><span class="fs14lh1-15">erlösender</span><span class="fs14lh1-15"> Blick auf unsere </span><span class="fs14lh1-15">irdischen</span><span class="fs14lh1-15"> Gemeinschaften. Und diese erlösende Perspektive leitet dazu an, für die </span><span class="fs14lh1-15">irdischen</span><span class="fs14lh1-15"> Gemeinschaften zu beten, sie stetig zu erneuern und der </span><span class="fs14lh1-15">ewigen</span><span class="fs14lh1-15"> Gemeinschaft soweit wie möglich anzugleichen.</span></div><div><span class="fs14lh1-15"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-15">Wo das gelingt, ereignet sich mitten in unserer todverfallenen Welt schon etwas von der verheißenen Zukunft, in der Leid und Tod überwunden sind und Geborgenheit und Friede herrschen.</span></div><div><span class="fs14lh1-15"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-15"><br></span></div> <div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div><div><br></div> <div><span class="fs11lh1-15"><u>Verwendete Literatur</u>:</span></div> <ul> 	<li><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Kaiser, 	Otto: Das Buch des Propheten Jesaja. Kapitel 1-12. Das Alte 	Testament Deutsch, Teilband 17. Vandenhoeck & Ruprecht. 5. 	Aufl., Göttingen 1981.</span></div></li> 	<li><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Moltmann, 	Jürgen: Das Kommen Gottes. Christliche Eschatologie. Chr. 	Kaiser/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1995.</span></div></li> 	<li><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Roloff, 	Jürgen: Die Offenbarung des Johannes. Zürcher Bibelkommentar NT 	18. Theologischer Verlag Zürich. 2. Aufl., Zürich 1987.</span></div></li></ul><div><span class="fs11lh1-15"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-15">Foto: </span><span class="fs11lh1-15">Franz Bachinger auf Pixabay.</span></div></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 26 Apr 2025 11:05:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ostern - Hoffnung für das vergangene Leben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000278"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ostern – Hoffnung für das vergangene Leben</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Über die Zukunft der Vergangenheit</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg| 19/04/2025</span></div><div><br></div><div>Vor kurzem besuchte ich eine Trauerfeier, bei der eine freie Trauerrednerin sprach. Der Rahmen der Feier war angemessen gestaltet: Blumenschmuck, Kerzen und ein schönes Foto des Verstorbenen. Auf die Orgel wurde verzichtet, stattdessen wurde, wie ich fand, passende ruhige, aber nicht kitschige Musik eingespielt.</div><div><br></div><div>Die Trauerrednerin gestaltete ihre Rede sehr persönlich und schilderte anschaulich einige wichtige Ereignisse aus dem Leben des Verstorbenen. Es ging ihr darum, Erinnerungen an ihn wachzurufen: an Szenen seines Lebens, aber auch an seinen Charakter, seine Menschenfreundlichkeit und Liebe. Auch ein Popsong, der dem Verstorbenen wichtig gewesen war, wurde eingespielt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die säkulare Trauerrede hat zum Thema die Vergangenheit der Zukunft,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">die christliche die Zukunft der Vergangenheit</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Mir wurde während ihrer Rede klar, was den entscheidenden Unterschied zwischen einer säkularen und einer christlichen Ansprache ausmacht: Wenn der Blick nicht auf ein Leben nach dem Tod gerichtet wird, bleibt nur die Erinnerung an das vergangene Leben. Wenn es keine Zukunft mehr gibt, bleibt nur die Vergangenheit. Die Erinnerung an den Verstorbenen soll zwar unsere Zukunft begleiten. Aber was uns da begleitet, ist immer die Vergangenheit. Die zukünftige Erinnerung ist auf die Vergangenheit beschränkt.</div><div><br></div><div>Ganz anders in der christlichen Ansprache: Der Blick richtet sich vor allem auf die Zukunft. Das vergangene Leben ist nicht alles. Es gibt noch etwas nach dem vergangenen Leben. </div><div><br></div><div>Was Christen tun, ist etwas total Ungewöhnliches: Es ist eine Umkehrung der Verhältnisse, ein atemberaubender <span class="fs14lh1-5"><i>Salto vitale</i></span>. Denn Christen reden angesichts eines unwiderruflich an sein Ende gekommenen Lebens über die Zukunft dieses Lebens. Nicht über irgendeine Zukunft, sondern über eine mögliche Zukunft aller Toten, also auch über die des Verstorbenen. Dessen Vergangenheit ist dabei nicht vergessen. Sie wird vielmehr in seine mögliche Zukunft hineingenommen.</div><div><br></div><div>Wenn man bedenkt, dass nach säkularem Verständnis mit dem Tod jede Zukunft des Lebens abgeschnitten ist, kann man sogar sagen: Die säkulare Trauerrede hat zum Thema die Vergangenheit der Zukunft, die christliche die Zukunft der Vergangenheit.</div><div><br></div><div>Erinnerungen an das vergangene Leben eines Verstorbenen sind also nach christlichem Verständnis nicht ausgeklammert. Denn derjenige, der in Zukunft leben wird, ist ja kein anderer als der, der in der Vergangenheit gelebt hat. Das vergangen irdische Leben gehört zu seiner Identität. Und seine Identität, also das, was er auf Erden war, wird mit seinem Tod nicht einfach ausgelöscht.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Nach christlicher Vorstellung erfolgt eine befreiende</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Reinigung des Lebens von all seinen negativen Anteilen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Dabei gilt eine wichtige Einschränkung: Nicht alles, was zum Leben des Toten gehörte, geht in die Zukunft ein. Nach christlicher Vorstellung erfolgt nach dem Tod eine befreiende Reinigung des Lebens von all seinen negativen Anteilen. Der vom Tod Erweckte wird in seinem neuen Leben nichts Negatives mehr bewirken und erleben. Das Negative wird von ihm genommen, seine schlechten Charaktereigenschaften haben keine Zukunft, ebensowenig wie das Schlechte, das er auf Erden erfahren musste.</div><div><br></div><div>Wäre es anders, dann würden wir negative Erlebnisse und schlechte Denk- und Verhaltensweisen mitnehmen in das ewige Leben. Das ist aber ein absurder Gedanke. Denn dann würde das Lebensfeindliche und Gottwidrige in Ewigkeit weiter sein Unwesen treiben, und es gäbe kein Leben ohne Hass, Mord und Totschlag. Die Bibel beschreibt darum das Jüngste Gericht nach dem Tod als eine Läuterung, ähnlich wie das Gold im Feuer geläutert wird: Was gut ist, bleibt erhalten; was aber nicht gut ist, verbrennt (1Kor 3,11-17).</div><div><br></div><div>Hier tut sich ein weiterer Unterschied auf zwischen der christlichen Trauerrede und der säkularen: Die freie Trauerrednerin hat nur von den positiven Eigenschaften des Verstorbenen gesprochen. Negatives wurde nicht erwähnt. Man hatte den Eindruck, der Verstorbene sei ein vollkommener Mensch ohne Fehl und Tadel gewesen.</div><div><br></div><div>Doch so einen Menschen gibt es nicht. Jeder Mensch vereint in sich positive und negative Eigenschaften, und jeder tut Gutes und Böses, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Die christliche Zukunftsvorstellung kann damit umgehen. Denn sie weiß um die Vergebung des Bösen. Und sie weiß darum, dass das Negative den Verstorbenen, wenn ihm das ewige Leben geschenkt wird, nicht mehr begleiten und niemanden mehr belasten wird.</div><div><br></div><div>Ich habe im Vorangehenden immer von einer möglichen Zukunft und einem möglichen zukünftigen Leben gesprochen. Das habe ich bewusst getan. Denn ob es dieses Leben für einen Verstorbenen geben wird, entscheiden nicht wir Menschen, sondern Gott allein. Auch ob ein Mensch wirklich für diese christliche Zukunft offen ist oder nicht, können wir nicht beurteilen. Darum bleibt uns nur, die Entscheidung darüber, ob ein Mensch nach seinem Tod eine Zukunft hat, Gott zu überlassen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wir sind Gott so wertvoll, dass er uns in Ewigkeit bei sich haben will</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das menschliche Leben wird im christlichen Glauben nicht abgewertet. Im Gegenteil! Es wird überaus ernst genommen. Denn es ist ein Geschenk Gottes an jeden Menschen – ein Geschenk, das mit dem Tod eben nicht enden soll. Insofern nimmt der Glaube an ein ewiges Leben das irdische Leben ernster als der Glaube, dass das irdische Leben mit dem Tod ins Nichts versinkt.</div><div><br></div><div>Zwar ist das irdische Leben nach christlichem Verständnis nicht das letzte. Darin besteht seine Relativität. Wenn das irdische, vergängliche Leben für uns das einzige ist, müssen wir es für das Wertvollste halten, was es gibt und geben wird. Wenn wir aber darauf vertrauen, dass es ein zukünftiges unvergängliches und gereinigtes Leben gibt, wird uns klar, wie unvollkommen, bedingt und relativ unser irdisches Leben ist. Es kann dann nicht mehr das Wichtigste für uns sein, das wir um jeden Preis vor dem Tod bewahren müssen, auch wenn es auf Kosten anderer geht. Darum tut es uns gut, die Wichtigkeit des irdischen Lebens zu relativieren.</div><div><br></div><div>Die Jünger Jesu hatten nach seinem Tod alle Hoffnung auf ein besseres Leben verloren. Alle Erwartungen an die Zukunft waren mit Jesu Tod zusammengebrochen. Erst die Erfahrung seiner Auferstehung von den Toten hat ihnen die Hoffnung zurückgegeben: So wie der am Kreuz Gestorbene eine Zukunft hatte, so werden auch die ihm Folgenden nach ihrem Tod eine Zukunft haben. Diese Erfahrung, die wir zu Ostern feiern, war der Beginn des christlichen Glaubens.</div><div><br></div><div>Es ist auch heute noch so wie zur Zeit Jesu: Wenn wir nur auf unser irdisches Leben blicken, müssen wir es bitterernst nehmen. Dann bricht mit dem Tod alles zusammen. Wir können vor dem Tod nur Angst haben oder ihm bestenfalls mit Gleichmut begegnen, als sei unser Leben eben nicht wert, endlos weiterzugehen. Damit aber wird unser irdisches Leben abgewertet.</div><div><br></div><div>Denn nach Gottes Willen soll unser irdisches Leben nicht einfach dem Vergehen überlassen sein. Wir sind Gott so wertvoll, dass er uns in Ewigkeit bei sich haben will. Er will uns nicht dem Nichts überlassen. Das nimmt uns zwar nicht die Angst vor dem Sterben, aber die Angst vor dem Tod. Je fester wir an eine herrliche Zukunft nach dem Tod glauben, desto mehr wird uns diese Angst genommen.</div><div><br></div><div>Der Apostel Paulus lebte in diesem Glauben. Er konnte sein Sterben sogar als einen Gewinn betrachten, und er hatte das Verlangen, sein irdisches Leben zu verlassen und bei Christus zu sein (Phil 1,21.23).</div><div><br></div><div>Solches Verlangen müssen wir nicht haben. Aber ich wünsche mir einen Glauben, in dem ich dem Tod getrost und ohne Angst entgegengehen kann, weil ich fest darauf vertraue, dass ich auch nach dem Tod eine Zukunft habe.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Wolfgang Eckert auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 19 Apr 2025 13:48:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Bonhoeffer: "Stationen auf dem Wege zur Freiheit"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000277"><div><span class="fs14lh1-5"> </span><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Bonhoeffer: "Stationen auf dem Wege zur Freiheit"</span></div><div class="imTACenter"><b></b></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine Interpretation zum 80. Todestag Dietrich Bonhoeffers</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/04/2025</span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5">Am 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer auf Anordnung Adolf Hitlers im Konzentrationslager Flossenbürg ermordet, 14 Tage vor der Befreiung des Konzentrationslagers durch die US-Armee. Einen Monat später war der Krieg zu Ende. Bonhoeffer gehörte zum Widerstand gegen Hitler und war Mitwisser des Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944.</span><br></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5">Ich möchte den 80. Todestag dieses großen Theologen zum Anlass nehmen, über sein Gedicht "Stationen auf dem Wege zur Freiheit" nachzudenken. Bonhoeffer, der seit dem 5.4.1943 inhaftiert war, schickte dieses Gedicht zusammen mit einem Brief vom 21.7.1944 aus dem Untersuchungsgefängnis der Wehrmacht in Tegel an seinen Freund Eberhard Bethge. Der Brief wurde also einen Tag nach dem gescheiterten Anschlag auf Hitler geschrieben, ebenso wie das Gedicht, das Bonhoeffer dem Brief mit einigen Begleitzeilen beifügte.</span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5">Brief und Gedicht sind also unter dem unmittelbaren Eindruck des fehlgeschlagenen Anschlags und der damit verbundenen Enttäuschung geschrieben. Auch die Lebensgefahr Bonhoeffers erhöhte sich dadurch, dass der Umsturzversuch scheiterte. Von daher kann man das Gedicht als eine rückblickende Beschreibung seines Wegs als Christ lesen, der ihn in den Widerstand gegen das Naziregime und in das damit zusammenhängende Leid und schließlich in den Tod führte.</span></div><div class="imTALeft"><b class="fs14lh1-5"><br></b></div><div class="imTALeft"><b class="fs14lh1-5"><br></b></div><div class="imHeading3">1. Der Text des Gedichtes</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Hier nun der Text des Gedichtes, bei dem Bonhoeffer, wohl aus Papiermangel, die einzelnen Zeilen durch Schrägstriche voneinander trennte. Ich stelle es hier in der üblichen Gedichtform dar.</span></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><u><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></u></i></b></div><div class="mb1"><b class="fs14lh1-5"><i><span class="imUl fs14lh1-5 cf1">Stationen auf dem Wege zur Freiheit</span></i></b></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Zucht</span></i></b><br></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Ziehst du aus, die Freiheit zu suchen, so lerne vor allem</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Zucht der Sinne und deiner Seele, daß die Begierden</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">und deine Glieder dich nicht bald hierhin, bald dorthin führen.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Keusch sei dein Geist und dein Leib, gänzlich dir selbst unterworfen</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">und gehorsam, das Ziel zu suchen, das ihm gesetzt ist.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Niemand erfährt das Geheimnis der Freiheit, es sei denn durch Zucht.</span></i></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></b></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Tat</span></i></b></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Tritt aus ängstlichem Zögern heraus in den Sturm des Geschehens,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">nur von Gottes Gebot und deinem Glauben getragen,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">und die Freiheit wird deinen Geist jauchzend empfangen.</span></i></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></b></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Leiden</span></i></b></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Wunderbare Verwandlung. Die starken, tätigen Hände</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">sind dir gebunden. Ohnmächtig, einsam siehst du das Ende</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">deiner Tat. Doch atmest du auf und legst das Rechte</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">still und getrost in stärkere Hand und gibst dich zufrieden.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Nur einen Augenblick berührtest du selig die Freiheit,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">dann übergabst du sie Gott, damit er sie herrlich vollende.</span></i></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></b></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Tod</span></i></b></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Komm nun, höchstes Fest auf dem Wege zur ewigen Freiheit,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Tod, leg nieder beschwerliche Ketten und Mauern</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">unsres vergänglichen Leibes und unsrer verblendeten Seele,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">daß wir endlich erblicken, was hier uns zu sehen mißgönnt ist.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Freiheit, dich suchten wir lange in Zucht und in Tat und in Leiden.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Sterbend erkennen wir nun im Angesicht Gottes dich selbst.</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>1</sup></span></i></div><div><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></b></div><div><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></b></div><div class="imHeading3">2. Zur Einordnung des Gedichtes</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Dieses Gedicht ist mir lange Zeit fremd geblieben. Besonders gestoßen habe ich mich an der ersten Strophe über die christliche Zucht und an dem Gedanken, dass der Weg zur christlichen Freiheit über die Stationen der Selbstzucht und der eigenen Taten führen soll. So jedenfalls hatte ich Bonhoeffer verstanden.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Meine Erfahrung ist eine andere. Ich habe das Gefühl christlicher Freiheit dadurch erlangt, dass ich mich von jedem religiösem Druck und Anspruch an moralisches Handeln löste und mein Heil nicht von meinen Taten, sondern allein von Gottes Gnade erwartete. Das Gedicht Bonhoeffers aber schien mir auszudrücken, dass wir Freiheit erringen, indem wir Selbstbeherrschung lernen und im Gehorsam gegen die Gebote Gottes leben.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Aus anderen Texten Bonhoeffers wusste ich zwar, dass er die in Jesus Christus geschehene Gnade groß machen wollte. Gerade mit solchen Äußerungen aber konnte ich dieses Gedicht nicht in Einklang bringen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In dem Brief, dem er das Gedicht beilegte, blickt Bonhoeffer auf die vergangenen Jahre, die Jahre des Widerstands waren, zurück. Er schreibt:</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Ich habe in den letzten Jahren mehr und mehr die tiefe Diesseitigkeit des Christentums kennen und verstehen gelernt; nicht ein homo religiosus [religiöser Mensch], sondern ein Mensch schlechthin ist der Christ, wie Jesus [...] Mensch war. Nicht die platte und banale Diesseitigkeit der Aufgeklärten, der Betriebsamen, der Bequemen oder der Lasziven [Unanständigen, Unzüchtigen], sondern die tiefe Diesseitigkeit, die voller Zucht ist, und in der die Erkenntnis des Todes und der Auferstehung immer gegenwärtig ist, meine ich.</span></i><i><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>2</sup></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffer, 1906 geboren, wuchs in eine Welt hinein, die von Gewalt und Menschenverachtung geprägt war. Der christliche Glaube war ihm immer etwas, was seinen Ort im Diesseits hatte, gerade weil sein Anker im Jenseits lag. Ein Christ war für ihn kein religiöser, wir würden heute vielleicht sagen: ein rein spiritueller Mensch, der sich in Jenseitssehnsüchten ergeht und aus der sündigen Welt zurückzieht. Sondern ein Christ hat sich im Hier und Jetzt zu bewähren und den Kampf mit den zerstörerischen Mächten der Welt zu führen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Mit der "tiefen Diesseitigkeit" meint Bonhoeffer ein Leben in Auseinandersetzung mit den widergöttlichen Mächten, die nicht nur in den Bösen ihr Unwesen treiben, sondern auch in uns selbst. Ihnen kommt man nicht bei mit frommen Sprüchen und spiritueller Weltvergessenheit. Hier steht man im Kampf mit todbringenden Gewalten und mit sich selbst – ein Kampf, der Selbstzurücknahme und Selbstbeherrschung einschließt. Dieser Kampf wird geführt in der Erkenntnis, dass zwar der Tod der zu zahlende Preis sein kann, dass aber die Auferstehung den Sieg über den Tod davontragen wird.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die widergöttlichen Mächte, die Bonhoeffer erlebte, waren zahlreich: Eine festgefahrene und orientierungslose Kultur, Sinnlosigkeitsgefühle und Kriegsbegeisterung führten in den Ersten Weltkrieg, Nationalismus, Judenhass und grenzenlose Menschenverachtung in den Zweiten. Als Christ konnte sich Bonhoeffer dem weder anschließen noch es distanziert beobachten. Er musste sich in den "Sturm des Geschehens" hineinbegeben, um Widerstand zu leisten. Das war für ihn die "tiefe Diesseitigkeit des Christentums", eine Diesseitigkeit, die sich aus ihrer jenseitigen Fundierung speiste.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imHeading3">3. Zucht</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In der Bindung an die Gnade Gottes und in der Gewissheit der Auferstehung kann ein Leben "voller Zucht" geführt werden. Ich zitiere nochmals aus dem Brief:</span><br></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Später erfuhr ich und ich erfahre es bis zur Stunde, daß man erst in der vollen Diesseitigkeit des Lebens glauben lernt. Wenn man völlig darauf verzichtet hat, aus sich selbst etwas zu machen – sei es einen Heiligen oder einen bekehrten Sünder oder einen Kirchenmann [...], einen Gerechten oder einen Ungerechten, einen Kranken oder einen Gesunden – und dies nenne ich Diesseitigkeit, nämlich in der Fülle der Aufgaben, Fragen, Erfolge und Mißerfolge, Erfahrungen und Ratlosigkeiten leben, – dann wirft man sich Gott ganz in die Arme, dann nimmt man nicht mehr die eigenen Leiden, sondern die Leiden Gottes in der Welt ernst, dann wacht man mit Christus in Gethsemane, und ich denke, das ist Glaube, das ist</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">metánoia</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">[Umkehr]; und so wird man ein Mensch, ein Christ. (Vergl. Jerem. 45!) Wie sollte man an Erfolgen übermütig oder an Mißerfolgen irre werden, wenn man im diesseitigen Leben Gottes Leiden mitleidet? [...] Ich bin dankbar, daß ich das habe erkennen dürfen und ich weiß, daß ich es nur auf dem Wege habe erkennen können, den ich nun einmal gegangen bin. Darum denke ich dankbar und friedlich an Vergangenes und Gegenwärtiges.</span></i><i><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>3</sup></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffer schildert seine Erfahrung, im Glauben ganz darauf zu verzichten, aus sich selbst etwas zu machen, und sich stattdessen ganz in Gottes Arme zu werfen. Dieser Glaube gründet in der verlässlichen Liebe Gottes, die uns niemals verfügbar, aber immer geschenkt ist. Insofern gründet der Glaube im Jenseits, lebt aber im Diesseits: in der Fülle der irdischen Herausforderungen, Fragen, Enttäuschungen, im Scheitern, aber auch in Erfolgen und Hoffnungen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die eigenen Misserfolge, Enttäuschungen und Fragen beschäftigen uns naturgemäß in besonders starker Weise. Umso mehr fällt die Bemerkung Bonhoeffers auf, dass man im Glauben nicht mehr die eigenen Leiden, sondern die Leiden Gottes in der Welt ernst nimmt und Gottes Leiden mitleidet. Für das Christentum ist es immer noch ein oft ungewohnter Gedanke, dass Gott leiden kann. Zu stark hat sich das Dogma der Allmacht Gottes mit dem Gedanken seiner Leidensunfähigkeit verbunden. Das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz weist uns aber darauf hin, dass Gottes Allmacht darin besteht, dass er leiden kann und sich gerade in seiner Leidensfähigkeit durchsetzt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Gottes Leiden in der Welt sind seine Leiden am Kreuz, aber auch die Leiden, die er mit den von ihm geliebten Geschöpfen teilt. Nach dem Matthäusevangelium wird der Menschensohn mit den in der Welt Leidenden gleichgesetzt: mit den Hungrigen und Durstigen, den Fremden, Nackten, Kranken und Inhaftierten, also mit denen, deren Leid von uns vergrößert oder verringert werden kann. Ihre Leiden sind auch Jesu Leiden, und was wir ihnen tun oder versagen, tun oder versagen wir ihm (Mt 25,31-46).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffers Weg war es, in der Diesseitigkeit des Lebens – im "Sturm des Geschehens" – Gottes Leiden mitzuleiden. Das hat ihn nicht den Glauben gekostet, sondern den Glauben in ihm erweckt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Dabei geht es um den Glauben, der sich im vollmächtigen Wort, im Evangelium, aber auch in der verantwortungsvollen Tat, in der Liebe, ausdrückt. Jede Einseitigkeit ist hier verfehlt. Das Wort verliert ohne die Tat seine Zeugniskraft, und die Tat wird ohne das Wort beliebig.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Von dieser Einsicht her kann Bonhoeffer sein Gedicht über die "Stationen auf dem Wege zur Freiheit" mit der Strophe über die Zucht beginnen.</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Ziehst du aus, die Freiheit zu suchen, so lerne vor allem</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Zucht der Sinne und deiner Seele, daß die Begierden</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">und deine Glieder dich nicht bald hierhin, bald dorthin führen.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Keusch sei dein Geist und dein Leib, gänzlich dir selbst unterworfen</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">und gehorsam, das Ziel zu suchen, das ihm gesetzt ist.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Niemand erfährt das Geheimnis der Freiheit, es sei denn durch Zucht.</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffer will, indem er mit der Zucht beginnt, nicht das Evangelium ausklammern oder hinter die ethischen Forderungen zurückstellen. Er will aber deutlich machen – und das hat er mit seinem ganzen Leben bezeugt –, dass das Evangelium die ethischen Forderungen impliziert, der Glaube also unweigerlich mit den Taten der Liebe verbunden ist (Joh 13,34; 1Joh 4,10f; Jak 2,14-17).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Denn wer die Liebe Jesu Christi für sich gelten lässt, lebt in der Liebe zu Jesus Christus. Dann aber kann er nicht gleichgültig gegenüber denen sein, die Jesus Christus liebt und mit denen er leidet. So liebt der Glaubende, indem er Jesus Christus liebt, zugleich die leidenden Menschen und leidet mit ihnen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Das einzuschärfen ist nicht trivial. Denn zu allen Zeiten gab es Christen, die sich vornehmlich auf das jenseitige Seelenheil konzentrierten – das eigene und das ihrer Mitmenschen –, die aber das diesseitige Wohlergehen ihrer Mitmenschen vernachlässigten. Zwar kann man mit Paulus vertreten, dass das ewige Seelenheil ein größeres Gewicht hat als das zeitlich begrenzte Wohlergehen auf Erden (Röm 8,18). Aber es gibt hier kein Entweder – Oder. Das Eintreten für das Seelenheil schließt das Engagement für das Wohlergehen auf Erden nicht aus, sondern ein. Und wer sich nicht für das irdische Wohlergehen der Leidenden engagiert, der muss sich fragen lassen, ob es ihm wirklich ernst ist mit seinem Einsatz für das himmlische Seelenheil.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Einsatz für die Leidenden in der Welt führt selbst ins Leid. Es ist nicht nur das Mitleid, sondern es ist der Kampf mit den eigenen Sehnsüchten und Antrieben, die den Nächsten verletzen. Diese müssen unter Kontrolle gebracht werden, um nicht zerstörerisch zu wirken. Das meint Bonhoeffer mit dem alten Wort "Zucht".</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ein Christ ringt um die Kontrolle über seine Gefühle und Taten, anstatt sich irgendwelchen inneren Antrieben bequem hinzugeben und dadurch dem Nächsten Leid zuzufügen. Er ringt darum, das Ziel zu erreichen, das ihm von Gott gesetzt ist. Dieser Kampf ist ein Teil des Leidens um des Nächsten willen. Denn das Erreichen des Ziels ist eine täglich neue Herausforderung für uns (Phil 3,12-14).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffer fordert in diesem Zusammenhang "Keuschheit". Was er damit meint, erschließt sich aus einem Brief, den er sechs Tage später ebenfalls an seinen Freund Eberhard Bethge geschrieben hat:</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Das Wesentliche an der Keuschheit ist nicht ein Verzicht auf Lust, sondern eine Gesamtausrichtung des Lebens auf ein Ziel. Wo eine solche fehlt, verfällt die Keuschheit zwangsläufig der Lächerlichkeit. Keuschheit ist die Voraussetzung für klare und überlegene Gedanken.</span></i><i><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>4</sup></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Das Wort "Keuschheit" meint hier nicht sexuelle Enthaltsamkeit, sondern, seiner früheren Bedeutung entsprechend, ein Leben, das "tugendhaft, sittsam, enthaltsam, rein" geführt wird.</span><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">Eine tugendhafte, reine, sich des Bösen enthaltende Gesamtausrichtung des Lebens führt nach Bonhoeffer zu klaren Gedanken und ethisch verantwortlichen Taten. Wenn das Ziel fest im Auge ist, von dem auch Paulus sprach, dann prägt diese Ausrichtung das ganze Leben mit allen Gedanken und Taten.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Es ist von Belang, sich einmal an die Bedeutung einer fundamentalen Lebensausrichtung zu erinnern. Denn wir leben in einer Zeit, in der alle das Leben prägenden Zielvorstellungen und ethischen Grundhaltungen in einer radikalen Auflösung begriffen sind. So wird es für den Einzelnen immer schwerer, bezüglich seiner Lebensziele und Handlungsorientierung festen Boden unter den Füßen zu gewinnen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Zucht führt nach Bonhoeffer in die Freiheit – die Freiheit von zerstörerischen Trieben und selbstsüchtigen Bedürfnissen. Diese Freiheit vom Bösen und Zerstörerischen ist zugleich die Freiheit zum Guten und Lebensförderlichen. Der Mensch, der die bösen Antriebe in sich überwindet und Lebensförderliches bewirkt, erlebt die Freiheit, die Gott für ihn bestimmt hat: Er folgt nicht "in sich selbst verkrümmt" (Luther) seinen unmittelbar aufbrechenden Antrieben, sondern er lebt in der Weite der göttlichen Gebote, in der er mit seinem ganzen Leben dem Ziel zustrebt, das Gott ihm bestimmt hat.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Zucht ist hier also gerade nicht das, was uns einengt und für das Leben verschließt, sondern im Gegenteil das, was uns von uns selbst befreit und uns so in die Welt führt und für den Mitmenschen öffnet.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">So verstanden sagt Bonhoeffers Strophe über die Zucht etwas Wesentliches über die christliche Freiheit aus. Sie besteht eben nicht darin, seinen dumpfen Antrieben freien Lauf zu lassen, sondern in der Kraft Gottes ein von ihnen befreites Leben zu führen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Den Kampf gegen die selbstzentrierten Mächte in uns zu gewinnen ist nur möglich durch die Kraft des heiligen Geistes, der uns von Gott geschenkt wird. Nicht wir gewinnen diesen Kampf, sondern Christus, der in uns lebt (Gal 2,20a). Wir können allerdings die uns geschenkte Kraft Gottes "auslöschen" (1Thess 5,19), so dass sie nichts bewirkt und die lebensabträglichen Mächte uns weiterhin beherrschen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Trotz dieser Deutung des Gedichtes bleibt in ihm die all unserem Denken und Handeln vorangehende Gnade Gottes meiner Meinung nach unterbelichtet. Sie erschließt sich erst, wenn man andere Texte Bonhoeffers hinzuzieht. Insofern ist das Gedicht, für sich allein genommen, missverständlich. Bonhoeffer hat das vielleicht selbst empfunden. Denn er fügte dem Gedicht am Morgen nach seiner Abfassung folgende an seinen Freund gerichteten Sätze hinzu:</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Ich sehe heute früh, daß ich die Verse noch einmal ganz umbauen muß. Trotzdem mögen sie im Rohbau so an Dich abgehen. Ich bin ja kein Dichter!</span></i><i><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>6</sup></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Auch wenn Bonhoeffer kein Dichter gewesen sein mag, haben seine uns hinterlassenen Gedichte eine Wirkung entfaltet, die manchem Dichter versagt blieb.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imHeading3">4. Tat</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Nach der Zucht widmet sich Bonhoeffer der dem Glauben entsprechenden Tat:</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Tritt aus ängstlichem Zögern heraus in den Sturm des Geschehens,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">nur von Gottes Gebot und deinem Glauben getragen,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">und die Freiheit wird deinen Geist jauchzend empfangen.</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Es gibt viele Möglichkeiten, sich der verantwortlichen Tat zu entziehen. Bonhoeffer führt einige dieser Verweigerungen auf.</span><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wer das Beliebige tut, ist der Wankelmütige. Er ist der, der sich treiben lässt im Strom der Meinungen und Zeitgeister. Er folgt den Antrieben, nach denen sein Sinn gerade steht, oder schließt sich dem herrschenden Mainstream an. Er hat keine eigenen Maßstäbe für das, was zu tun an der Zeit ist. So gehört er zu denen, die Jesu Mitleid erweckten, weil sie erschöpft und orientierungslos umherirrten wie Schafe, die keinen Hirten haben (Mt 9,36).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Solche Menschen leben ohne Sinn und Ziel. Sie haben keine eigene Meinung, keinen festen Standpunkt, sondern stehen auf ständig wankendem Boden. Sie sind ein gefundenes Fressen für diejenigen, die andere für ihre jeweilige Sache vereinnahmen und manipulieren wollen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Es ist bequem, sich das eigene Denken zu ersparen und sich den Werten anderer anzuschließen. Wer so lebt, ist in der Blase der sich selbst Bestätigenden gefangen. Er wird aus dieser Blase nur herausfinden, wenn er es wagt, selber nachzudenken, wenn er das Wagnis nicht scheut, alles auf seine wahre Güte hin zu prüfen und nur das Gute zu behalten (1Thess 5,21; 1Joh 4,1).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wer im Möglichen schwebt, ist der romantische Träumer. Er hat die Bodenhaftung verloren. Weil ihm die Wirklichkeit der Welt zu schwer ist, verliert er sich in fernen Welten, die er sich ausmalt und herbeiwünscht. So verpasst er das, was in aller Unvollkommenheit möglich wäre. Doch weil ihm alles möglich erscheint, kann ihm keine erreichbare Wirklichkeit genügen. Er gleicht den Jüngern, die bei Jesu Himmelfahrt regungslos in den Himmel starren, anstatt sich frohen Mutes der Welt zuzuwenden (Apg 1,10-12).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Solche Menschen sind geneigt, nur das Vollkommene anzuerkennen. Fehler sind ihnen ein Greuel. Weil sie aber das Vollkommene suchen, fliehen sie vor der Tat, die auf Erden immer unvollkommen bleiben wird. Ihnen fehlt die Tapferkeit, sich in die Abgründe des wirklichen Lebens zu begeben und dort das relativ bessere und ihnen jeweils Mögliche zu tun, das ihr Herr ihnen anvertraut hat (Lk 19,11-27).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wer hingegen zu den Gedanken flieht, ist der Ideologe, der Gedankenmensch, der alle Möglichkeiten erwägt und abwägt, ohne jemals zur Tat zu schreiten. Er fühlt sich wohl in seiner Gedankenwelt. Er entwirft große Programme, durchdenkt alles bis zum Letzten und versäumt so den rechten Moment, etwas zu tun. Der Gedankenmensch kommt mit seiner Tat immer zu spät.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Auch Institutionen können sich in ihren Gedanken verlieren. Die Evangelische Kirche hat mit dem Ausbruch des Ukrainekriegs ihre in Jahrzehnten ausgearbeitete Friedensethik verworfen und sich entschieden, eine neue Friedensethik auszuarbeiten. Nun währt der Krieg über drei Jahre, und die Evangelische Kirche diskutiert noch immer. Verschiedene Lösungen des Konflikts wurden und werden diskutiert, und die Evangelische Kirche – schweigt. Vor lauter Theologie hat sie nichts zu sagen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffer nennt das die "Flucht der Gedanken", in der man gefangen ist. Er hält dem die Freiheit der Tat entgegen. Auch ein Zuviel an Nachdenken kann ein Gefängnis sein. Dann wird der Glaube zum toten Gedankengebäude, vor dessen Türen die Menschen sterben.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Nicht nur die intellektuelle, sondern auch die fromme, freundliche Zurückhaltung "um des Friedens willen" ist Unfreiheit, wenn sie die notwendige Tat oder das notwendige Wort verhindert. Frei ist nicht der, der aus Unsicherheit oder Freundlichkeit das Böse gelassen hinzunehmen sich bemüht, sondern der, der im Vertrauen auf den Gott, der Tote erweckt, sein Leben einsetzt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffer fordert uns auf, mit den Gaben, die uns anvertraut sind, "aus ängstlichem Zögern" herauszutreten in den "Sturm des Geschehens" – dorthin, wo das Chaos zu herrschen scheint, wo jede Tat mit Widerstand rechnen muss, wo das Gute scheinbar wirkungslos verpufft. Im Sturm des Geschehens wird alles unberechenbar und gefährlich, weil die Mächte des Bösen stärker erscheinen als unsere armselige Tat.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In dieser Lage verlieren wir nur dann nicht den Mut, wenn wir auf den setzen, der am Kreuz leidend und sterbend den Sieg über Leid und Tod errungen hat. Im Eifer der endlosen Diskussionen um die rechte Tat orientieren wir uns allein am Gebot Gottes, und im unübersichtlichen Fortgang des Geschehens lassen wir uns vom Glauben an sein gnädiges Geleit tragen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Dann suchen wir nicht orientierungslos die Harmonie mit der Welt, noch wollen wir das Vollkommene oder bis ins Letzte Durchdachte verwirklichen. Denn der Herr der Geschichte setzt sich gegen den Augenschein im Unvollkommenen, Bestrittenen und Bekämpften durch. Die verantwortliche Tat hat keine Zeit, aufgeschoben zu werden, solange Menschen mit Leid und Tod bedroht sind. Wer frei zur Tat ist, hat keine Zeit zum orientierungslosen Schwanken, realitätsfernen Träumen oder endlosen Nachdenken.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imHeading3">5. Leiden</div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Wunderbare Verwandlung. Die starken, tätigen Hände</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">sind dir gebunden. Ohnmächtig, einsam siehst du das Ende</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">deiner Tat. Doch atmest du auf und legst das Rechte</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">still und getrost in stärkere Hand und gibst dich zufrieden.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Nur einen Augenblick berührtest du selig die Freiheit,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">dann übergabst du sie Gott, damit er sie herrlich vollende.</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Unser Handeln stößt schnell an seine Grenzen. Die Gegenmächte binden uns die Hände und spotten unserer Bemühungen. Einsam sehen wir uns der Übermacht derer gegenüber, die einen anderen Weg eingeschlagen haben.</span><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Konsequenz daraus ist nach Bonhoeffer nicht, dass uns der Atem stockt, sondern dass wir im Gegenteil befreit aufatmen – als sei es eine Erlösung, vom Kampf befreit zu sein.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Fragen mögen aufbrechen: Warum unterliegen wir? Wo ist Gott? Was war der Sinn des Kampfes, wenn am Ende die Niederlage steht? In alldem müssen wir nur dann nicht verzweifeln, wenn wir das Rechte getrost in Gottes Hände legen können und bei ihm gut aufgehoben wissen. Zugleich geben wir uns zufrieden mit dem, was geschehen ist, und damit, dass wir an Gottes Werk mitarbeiten durften. Und wir vertrauen darauf, dass sein Wort, auch sein Wort in der Tat, nicht leer zu ihm zurückkehrt (Jes 55,11).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffer spricht hier deutlich von sich selbst. Das war seine Situation: das Scheitern des Attentats, das Ende aller Versuche, Hitler zu stoppen. Aber er versinkt nicht in Depression, sondern sieht es als "wunderbare Verwandlung", dass er in dieser Lage aufatmen kann. Er erlebt es als ein Ereignis der Freiheit.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Es ist tatsächlich nicht weniger als ein Wunder, wenn man im Scheitern, im letzten Versuch, das Unheil zu begrenzen, aufatmen kann. Wenn man im Moment des fortgesetzten Tötens den Blick nicht auf die Mächte des Todes richtet, sondern auf Gottes Lebensmacht. Wenn man sich selbst und das eigene Wirken loslassen kann.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wir nehmen uns und unser Wirken meist zu ernst. Wir meinen, das Gute hänge von uns ab. Wir müssen aber erfahren, dass es auch ohne uns geht. Gott ist nicht auf uns angewiesen. Er streitet für sich selbst, und er hat viele, die mit ihm streiten. Wir können nur dankbar sein dafür, dass er uns die Gnade erwiesen hat, eine begrenzte Zeit lang mit ihm streiten zu dürfen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In diesem Streit haben wir die Freiheit nur berührt; Gott muss sie nun vollenden. Mitten im Sturm des Geschehens, in der Unfreiheit dieser Welt haben wir Gottes Freiheit kurz berühren können. Jetzt übergeben wir sie wieder Gott, von dem sie kommt, damit er sie als vollendete Freiheit heraufführe. Wie und wann er das tut, überlassen wir ihm.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imHeading3">6. Tod</div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Komm nun, höchstes Fest auf dem Wege zur ewigen Freiheit,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Tod, leg nieder beschwerliche Ketten und Mauern</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">unsres vergänglichen Leibes und unsrer verblendeten Seele,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">daß wir endlich erblicken, was hier uns zu sehen mißgönnt ist.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Freiheit, dich suchten wir lange in Zucht und in Tat und in Leiden.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Sterbend erkennen wir nun im Angesicht Gottes dich selbst.</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Das höchste Fest auf dem Wege zur Freiheit – zur ewigen, unbestrittenen Freiheit – ist der Tod. Was wir hier nur flüchtig berührt haben, aber niemals sehen, niemals erfassen konnten, wird uns im Tod vor Augen sein. So wird der Tod zur befreienden Macht.</span><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffer ruft den Tod geradezu herbei: "Komm nun!" Alle Angst ist gewichen. Alles Tun ist in Gottes Hände gelegt. Alle Zukunft, alles Leiden und Sterben ist Gott anbefohlen. Alles Kämpfen mit seinen "beschwerlichen Ketten und Mauern" hat nun ein Ende. Unser "vergänglicher Leib" und die "verblendete Seele" stehen uns vor Augen. Doch der Tod erscheint als der Befreier, der uns in Gottes liebende Arme geleitet.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Zucht und Tat haben Bonhoeffer ins Leid und schließlich in den Tod geführt. Doch er weiß, dass dieser Weg nicht vom Schicksal bestimmt war, sondern dass er auch in Leid und Tod in der Hand des Gottes ist, dessen Gebot er folgte. Das Ende dieses Weges ist nicht der Tod. Der Tod ist vielmehr der Anfang eines neuen Weges, auf dem die Freiheit nicht immer wieder gesucht werden muss, sondern im Angesicht Gottes in vollkommener Weise erfahren werden kann. Schon das Sterben, das um den kommenden Tod weiß, nimmt diese Erfahrung ein Stück weit vorweg.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">So wie es ein Wunder ist, im Moment des bitteren Scheiterns nicht zu verzweifeln, sondern frei aufzuatmen, so ist es auch ein Wunder, im Angesicht des Todes diesen herbeizurufen und als höchstes Fest auf dem Wege zur ewigen Freiheit zu feiern. Wem das gegeben ist, der lebt bereits in der christlichen Freiheit.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imHeading3">7. Der Gegenwartsbezug des Gedichtes</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffers Gedicht erinnert uns zunächst daran, dass das christliche Leben sich nicht nur oder hauptsächlich in innerlicher Spiritualität abspielt, sondern ebenso stark in den Gottes Geboten entsprechenden Taten.</span><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In Umbruchzeiten wie der gegenwärtigen leben viele Menschen in Angst und Sorge: Krieg, Terror und Gewalt breiten sich aus, nationale Strömungen finden mehr und mehr Gehör, Wirtschaft, Demokratie und innere Stabilität sind in Gefahr, von drohenden Finanzkrisen, Pandemien und sich häufenden Extremwetterlagen ganz zu schweigen. Die Politik scheint alldem machtlos gegenüberzustehen, während die Menschen sich nach einem Befreiungsschlag sehnen, einem Ausweg aus den vielfachen Krisen, die sich seit Jahren aneinanderreihen, ohne dass ein Ende abzusehen ist.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Christliche Zucht bedeutet in dieser Lage, alle lieb gewordenen Wünsche und Begehrnisse zu kontrollieren und eingeübtes Verhalten daraufhin zu überprüfen, wem es nützt und wem es schadet. Vor allem der Selbstbezug unserer Taten, in dem wir für uns selbst nie genug haben können, muss domestiziert werden. Denn über allem Wollen steht die Liebe, die einen deutlichen und befreienden Maßstab setzt: Nicht das nie zu befriedigende eigene Wohl ist unser Ziel, sondern das menschlich machbare Wohl aller Geschöpfe in Gegenwart und Zukunft.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die christliche Tat erwächst aus dem Doppelgebot der Liebe (Mk 12,30). Das bedeutet die Absage an alle Götter, in deren Hände wir unser Leben gelegt haben und von denen wir Wohlergehen erwarten: Selbstsucht, Gewalt und Konsum sind solche Götter, deren Anbetung uns oft gar nicht mehr bewusst ist; denn sie haben sich als Wohltäter, als "Engel des Lichts", verkleidet (2Kor 11,14).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Aus der Freiheit von den Götzen unserer Zeit folgt die Freiheit, sich nicht in angebliche Unwissenheit, Unfähigkeit und Machtlosigkeit zu flüchten. Denn "es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott" (Mi 6,8). Was aber der Herr von uns fordert, das lässt er uns wissen und dazu gibt er uns auch die Kraft. Und die geforderte Tat wird nicht vergeblich getan sein.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In der geforderten Tat werden wir auch das Leid nicht scheuen. Es wird uns nicht erspart bleiben. Denn umzukehren und gegen den Strom zu schwimmen, macht einsam und ohnmächtig; denn es erweckt Widerstand und Hass. Doch auch, wenn unsere Hände ohnmächtig gebunden sind, atmen wir auf und geben uns zufrieden mit dem, was Gott durch uns hat geschehen lassen. Seine stärkeren Hände werden es zum Ziel führen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Mit dem leiblichen Tod sind wir nicht unmittelbar bedroht, wie Bonhoeffer es war. Aber der Tod kann jedem widerfahren, der sein Leben für das Rechte einsetzt. Doch auch der Tod, so lehrt uns Bonhoeffer, liegt auf dem Weg zur Freiheit; ja, er ist das höchste Fest auf diesem Wege. So soll auch er uns nicht schrecken.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Sterben müssen wir – in anderer Weise – schon dann, wenn wir auf Erden den Weg hin zur Freiheit einschlagen. Denn nur die können diesen Weg gehen, die "der Sünde gestorben" und durch Gottes Gnade eine "neue Kreatur" geworden sind (Röm 6,1-11; 2Kor 5,17). Aber auch dieses Sterben des "alten Menschen", der im "Leib der Sünde" lebte, ist eine Befreiung (Röm 6,6f).</span></div><div><span class="imTACenter fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="imTACenter fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><u>Verwendete Literatur</u>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. Chr. Kaiser Verlag, 3. Aufl. München 1985.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Duden Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Duden Band 7. Dudenverlag, 2. Aufl. Mannheim u.a. 1989.</span></li></ul><u><div style="display: inline !important;"><u><div style="display: inline !important;"><u><div style="display: inline !important;"><u><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><span class="fs11lh1-15">Quellennachweise</span></u><span class="fs11lh1-15">:</span></div></u></div></u></div></u><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup> Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, S. 403.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, S. 401.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, S. 401f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, S. 408.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> Duden Etymologie, S. 340.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup> Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, S. 404.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: falco auf Pixabay.</span></div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 09 Apr 2025 10:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Trump und die Zölle - Himmel oder Hölle?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000276"><div class="imTACenter"><b><u><br></u></b><div class="imHeading1"><span class="imUl"> Trump und die Zölle – Himmel oder Hölle?</span></div><b></b></div><div class="imHeading2 imTACenter">Ein satirischer Blick auf die Wachstumsideologie</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/04/2024</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Er hat es getan! Er hat es wirklich getan! Alles Flehen hat nicht geholfen. Jetzt sind sie da: die Zölle!</span><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Zölle! Trumps Lieblingswort. Ein grauenhaftes Wort. Ein zerstörerisches Wort. Der Niedergang unserer Wirtschaft und unseres Wohlstands.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Doch Trump kennt keine Gnade. Er geht vor wie ein Elefant im Porzellanladen: Zölle um jeden Preis. Egal, wie viel wirtschaftliches Porzellan zerschlagen wird. Da trampelt einer alles kurz und klein, was uns lieb und teuer ist.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Trampel Trump erhebt ab demnächst 20 Prozent Zölle auf Importe aus der EU.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Das ist das Ende! Die Schlagzeilen kündigen die Apokalypse an: Beträchtliche Schäden für die Weltwirtschaft. Handelssystem wird auf den Kopf gestellt. Denn Zölle verringern das Wirtschaftswachstum. Damit geht unser Wohlstand flöten. Zölle – das ist die Hölle.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Jetzt ist es soweit: Es gibt kein Halten mehr. Wir rutschen auf einer schiefen Ebene direkt in die Hölle. Autoindustrie, Pharmaindustrie, chemische Industrie, Holzindustrie bleiben auf der Strecke. Ade, du schöne Welt. Ade, du schöner Wohlstand.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Zölle bedeuten, dass unsere wunderbaren Produkte</span><span class="fs14lh1-5"> </span><i class="fs14lh1-5">Made in Germany</i><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">in den USA so teurer werden, dass sie keiner mehr kauft. Also werden wir weniger produzieren. Also gibt es Arbeitslosigkeit. Also werden viele Menschen ärmer.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die deutsche Autoindustrie wird in die USA abwandern und dort produzieren. Dann umgeht sie die Zölle. Die Pharmaindustrie vielleicht auch. Die Holzindustrie – weiß ich nicht. Wenn sie in die USA abwandert, fällt sie nur noch amerikanische Bäume. Die gibt's da ja genug.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Deutschland ist der zweitgrößte Exporteur von Nadelschnittholz in die USA. Da fragt sich ein Dummi wie ich, warum die Leute in den USA eigentlich Holz aus Deutschland brauchen. Haben die dort nicht genug Holz? Ein riesiges Land, dünn besiedelt, mit den Rocky Mountains und dem Yellowstone Nationalpark, mit endlosen Bergen und Wäldern – und die importieren Holz aus Deutschland??</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wahrscheinlich ist das deutsche Holz billiger als das amerikanische. Trotz des Transports über den Ozean. Oder die deutschen Fichten wachsen schneller. Oder in Amerika gibt es keine Fichten. Oder es gibt dort keine Kettensägen mehr, weil Elon Musk alle verbraucht hat ...</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Oder die Amerikaner wollen einfach deutsches Holz. Die deutsche Buche ist ja weltbekannt. Sie ist der ganze Stolz des deutschen Volkes, sozusagen das Nationalsymbol unseres Landes. Die deutsche Buche gibt es eben nur in Deutschland. Genauso wie die deutsche Fichte. Vielleicht wollen die Amerikaner eben die deutsche Fichte. So wie sie auch Grönland und Panama wollen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ich träume von riesigen deutschen Frachtern und riesigen deutschen Containern mit riesigen deutschen Fichten. Leider gibt es immer noch Menschen, die die deutsche Fichte schlechtmachen. Und die deutschen Container und Frachter. Das geht natürlich gar nicht. O ihr Deutschlandverächter, Fichtenverächter, Frachterverächter!</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Zu den Verächtern gehören auch die Ökos. Die sehen nämlich nicht ein wunderbares deutsches Containerschiff mit vielen bunten Containern drauf, sondern nur den schwarzen Rauch, der aus dem Schornstein kommt. Was für ein irregeleiteter Blick auf etwas Wunderbares ...</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Und die Christen kommen dann noch mit der Bibel. Wir sollten die Erde bebauen und bewahren (1Mo/Gen 2,15) – also was denn nun, bebauen oder bewahren? Beim Bebauen bewahren, sagen dann die Neunmalklugen. Und wir sollten die Erde beherrschen (1Mo/Gen 1,28), aber nicht zerstören. Denn wenn sie zerstört ist, gäbe es ja nichts mehr zu beherrschen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Eine zerstörte Erde wäre wirklich schlimm. Denn dann gäbe es ja kein Wirtschaftswachstum mehr. Und ohne Wirtschaftswachstum – gar nicht auszudenken! – ohne Wirtschaftswachstum bricht das ganze Wirtschaftssystem zusammen ...</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Nein, nein, sagen die Ökos. Wir müssen nur das System transformieren. Denn unendliches Wirtschaftswachstum geht nun mal nicht in einer endlichen Welt. Ganz einfach weil die Rohstoffe endlich sind. Und weil wir nicht unendlich viel CO</span><span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">in die endliche Atmosphäre pusten können. Weil sich sonst das Klima irreparabel verändert. Und weil sich dann immer mehr Unwetter ereignen, die alles kaputt machen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Aber man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen und einen Punkt machen. Mir hat noch kein Unwetter geschadet. Und außerdem: Unwetter sind doch gar nicht so schlecht für die Wirtsch... – aber sowas darf man ja heute nicht mehr sagen. Gut, dass die Politik immer noch auf Wachstum setzt. Denn wenn es kein Wachstum gibt, dann gibt es auch keinen Wohlstand. Die Industrie will natürlich auch Wachstum. Und die Bevölkerung – hat sich wohl noch nicht wirklich entschieden.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Natürlich sind alle für Klimaschutz. Also gegen CO</span><span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span><span class="fs14lh1-5">-Emissionen. Die müssen unbedingt runter. Aber nicht ohne Wachstum. Also nicht ohne Produktion. Also nicht ohne Containerschiffe in die USA. Denn sonst gibt es ja keinen Wohlstand mehr. Dann steht zwar irgendwann nichts mehr auf der Welt, auch nicht der Standort Deutschland, weil alles kaputt ist, aber... aber... – also wenn der Stand nicht mehr da ist, dann bleibt immer noch das Wohl ...</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Besser wäre natürlich ein Wohl, bei dem der Standort erhalten bleibt und auch der Zufriedenheitsstand nicht abnimmt. Es könnte ja sein, dass wir auch ohne stinkende Containerschiffe in die USA zufrieden sein können. Dass also, wenn manche dann ihren Job verloren haben, die einen etwas weniger arbeiten, damit für die anderen auch noch etwas übrigbleibt. So entspannt man mehr und tut dabei auch noch etwas Gutes. Und wenn wir dann auch nicht mehr so viel Geld in der Tasche haben, haben wir dafür mehr entspannte Leute um uns herum.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Dann kaufen wir uns eben nicht alle fünf Jahre ein neues Auto, weil das alte mit seinen hunderttausend Kilometern nicht mehr so schön aussieht und neu sowieso immer viel geiler ist als alt. Es könnte doch sein, dass gerade die Verehrung alles Neuen eine alte Illusion ist. Und dass mit weniger Kilometern unser Leben irgendwie ruhiger wird. Es könnte doch sehr angenehm sein, mehr im Hier zu leben, anstatt ständig auf dem Weg nach Dort zu sein. Oder im Urlaub das wunderschöne Deutschland kennenzulernen, anstatt in ferne Länder zu flüchten. Das würde übrigens auch Jobs schaffen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Mit anderen Worten: Immer mehr könnte weniger sein und weniger könnte mehr sein. Weniger Wachstum könnte sogar mehr Glück bedeuten – für uns und unsere Kinder. Denn &nbsp;unsere Kinder und Kindeskinder und Kindeskindeskinder müssten dann nicht mit so vielen Unwettern und anderen schlimmen Dingen leben.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Also, da sollten wir uns schon entscheiden, was wir wollen. Nicht nur wegen der Bibelstellen, sondern auch wegen unserer Kinder und Kindeskinder.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ach, jetzt sind wir ganz vom Thema schreckliche Zölle des Trampels Trump abgekommen. Oder doch nicht?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Also – vielleicht sind ja Zölle nicht nur schlecht. Vielleicht haben sie ja auch eine gute Seite. Weltweit weniger riesige Containerschiffe, die riesige Mengen CO</span><span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">ausstoßen. Amerikanisches Holz wird in Amerika geschlagen und amerikanische Autos werden in Amerika gebaut. Alles in der Welt wird regional produziert und konsumiert – so wie jetzt schon bei</span><span class="fs14lh1-5"> </span><i class="fs14lh1-5">REWE regional</i><span class="fs14lh1-5">. Keine langen Lieferwege. Keine Abhängigkeiten von anderen Staaten. Entlastung für das Klima. Ruhigeres Leben. Weniger Quantität, also Wachstum, aber dafür umso mehr Qualität – Lebensqualität.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ach, jetzt sind Zölle also das Paradies auf Erden!? Aus der Hölle in den Himmel! So einfach ist das also?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Naja, so einfach ist es natürlich nicht. Aber vielleicht sind Zölle ja so etwas wie das Gute im Schlechten? Oder das kleinere Übel? Weil auch unsere Kinder und Kindeskinder dann bessere Lebenschancen haben? Und weil wir dann vielleicht weniger Geld in der Tasche und nicht so volle Schränke haben, aber gerade deshalb ein besseres Leben?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wer weiß? Man wird ja mal nachdenken dürfen, auf Neudeutsch:</span><span class="fs14lh1-5"> </span><i class="fs14lh1-5">think different</i><span class="fs14lh1-5">. Das legt die Bibel sowieso nah: einen anderen Blick auf die Wirklichkeit werfen. Vielleicht ist es einen Versuch wert, das Gewohnte zu transformieren. Oder Trampel Trump zwingt uns</span><span class="fs14lh1-5"> </span><i class="fs14lh1-5">nolens volens</i><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">dazu. Die Idee eines Egomanen, der nichts als den eigenen Vorteil sucht, kann ja auch mal, ohne dass er es will, etwas Gutes bewirken. Oder, wie meine Eltern gesagt hätten: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Fragt sich nur, ob wir uns mit diesem Korn zufriedengeben können. Es könnte ja mal – wie bei dem biblischen Senfkorn (Mt 13,31f) – ein großer Strauch daraus wachsen ...</span></div><div><span class="imTACenter fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="imTACenter fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Julius Silver auf Pixabay.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 03 Apr 2025 09:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Irdisches Leid und himmlische Herrlichkeit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000275"><div class="imTACenter"><b><u><br></u></b><div class="imHeading1"><span class="imUl"> Irdisches Leid und himmlische Herrlichkeit</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Entwertet Paulus das irdische Leben?</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/03/2025</span></div></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In der Bibel gibt es eine Fülle von Stolpersteinen: Sätze, die den Lesefluss unterbrechen, über die man unweigerlich stolpern muss, wenn man nicht schnell über sie hinwegliest. Über einen dieser Sätze möchte ich heute etwas sagen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Paulus hat geschrieben (Röm 8,18):</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nicht ins Gewicht fallen im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Satz steht im 8. Kapitel des Briefes, den der Apostel Paulus an die Gemeinde in Rom geschrieben hat. Paulus entwirft dort eine kleine Theologie des heiligen Geistes: Die Glaubenden haben den Geist Gottes geschenkt bekommen. Von diesem Geist getrieben leben sie nun so, wie es Gottes Willen entspricht. Wenn aber Gottes Geist schon zu Lebzeiten den Glaubenden zu einem echten Leben verhilft, dann wird Gott sie nach ihrem Tod zum ewigen Leben erwecken – so wie er zuvor auch Jesus Christus zum ewigen Leben erweckt hat.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Doch diese Auferweckung zum ewigen Leben schließt Leid und Tod nicht aus. Im Gegenteil: Wie Jesus Christus auf Erden leiden und qualvoll sterben musste, so bleiben auch die Glaubenden mitunter vor schwerem Leid und qualvollem Tod nicht verschont. Soweit Paulus.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Das wirft Fragen auf, die sich uns immer wieder stellen: Warum müssen Menschen Unerträgliches erleiden? Welchen Sinn haben Leid und Tod Unschuldiger? Warum ist die Schöpfung überhaupt so konstruiert, dass sie ohne Werden und Vergehen gar nicht denkbar ist? Warum muss ein Tier das andere fressen, manchmal auf grausame Weise, um selber leben zu können? Warum lässt Gott all das zu? Hat er sich etwas dabei gedacht? Und wenn ja: Was?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Antwort auf solche Fragen fällt uns schwer. Wir wissen nicht, warum Gott schweres und sinnloses Leiden und Sterben zulässt oder was er sich dabei denkt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ein Prophet hat den deportierten Israeliten, die Jahrzehnte lang im babylonischen Exil lebten und litten, das Heil verkündet und ihnen zugerufen (Jes 55,8):</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">"Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege", spricht Gott. "Sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, soviel sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken höher als eure Gedanken."</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wenn Gott sich auch über unser Leid Gedanken macht und uns bewusst leidvolle Wege führt, dann heißt das auch, dass er nicht einfach wegschaut und unser Leid ihm gleichgültig ist. Im Gegenteil: Er nimmt an Leid und Tod Anteil, er fühlt es mit. Das galt schon für Israels Leiden in der ägyptischen Sklaverei (2Mo/Ex 3,7):</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Gott sprach: "Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten wohl gesehen, und ihr Schreien über ihre Treiber habe ich gehört; ja, ich kenne ihre Leiden."</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Dieses Sehen, Hören und Kennen Gottes ist kein distanziertes, bloß beobachtendes, sondern ein Anteil nehmendes, mitleidendes.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Umso mehr stellt sich die Frage, warum Gott das unvorstellbare Leid zulässt – wenn er doch mit den Leidenden mitleidet.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Hier wird nun der Satz des Paulus wichtig, um den es mir geht:</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nicht ins Gewicht fallen im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Paulus stellt hier unsere irdischen Leiden neben die herrliche Glückseligkeit des ewigen Lebens, die den Glaubenden verheißen ist, und vergleicht beide miteinander. Und er stellt fest: Das irdische Leid fällt gar nicht ins Gewicht, wenn man es mit der künftigen Herrlichkeit des ewigen Lebens vergleicht. Von der ewigen Glückseligkeit her gesehen haben unsere zeitlichen Leiden überhaupt keine Bedeutung mehr.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wörtlich steht dort: Unsere zeitlichen Leiden sind "nicht wert", man kann ergänzen: nicht der Rede wert angesichts der Herrlichkeit des ewigen Lebens. Sie sind es nicht wert, verglichen zu werden mit dieser Herrlichkeit.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Das ist ein echter Stolperstein. Denn uns ist ja kaum etwas wichtiger, als dass unser Leben zumindest von schweren Leiden verschont bleibt. Im christlichen Glauben haben wir sogar mehr oder weniger die Erwartung, dass Gott in seiner großen Liebe uns vor schwerem Leid bewahrt. Und wenn er das nicht tut, ist sofort die Frage da: Warum verschont er mich nicht, wenn er mich doch so sehr liebt?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Aber könnte es sein, dass Gott eine ganz andere Perspektive auf unser Leid hat als wir? Könnte es sein, dass all unser Leid gar nicht so bedeutsam ist, wie wir meinen? Andererseits: Sollen wir etwa schweres Leid – eigenes und fremdes – nicht ernst nehmen, sondern einfach auf die "Erlösung unseres Leibes" hoffen (Röm 8,23), von der Paulus nach dem Stolperstein-Satz mit großen und auch tröstlichen Worten spricht?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Das Gewicht dieser Fragen wird deutlich, wenn wir uns schweres Leid konkret vorstellen: Kinder sterben an Krebs. Kranke sterben unter entsetzlichen Schmerzen. Menschen müssen jahre-, wenn nicht jahrzehntelang ans Bett gefesselt leben. Manche leiden unter Krankheiten, in denen sie über Jahrzehnte den langsamen Verfall ihres Körpers ertragen müssen. Einer Frau wird von ihrem Mann der Schädel zertrümmert, so dass sie seither querschnittgelähmt ist. Hunderttausende oder gar Millionen Unschuldige sterben in sinnlosen Kriegen. Anderen werden Qualen zugefügt, die zu lebenslangen Depressionen, Ängsten und Einschränkungen führen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Beispiele ließen sich endlos fortsetzen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Nach Unglücksfällen lässt sich beobachten, dass wir Menschen oft erst dann klug werden, wenn wir den Karren schon an die Wand gefahren haben. Längst fällige Maßnahmen werden erst dann vorgenommen, wenn ein Unglück geschehen ist und Menschen verletzt wurden oder gestorben sind. Ich denke manchmal: So hat ihr Leid oder ihr Tod doch noch etwas Gutes bewirkt. Aber darf man so denken? Ist unser Leben Gott so wenig wert, dass er Menschen leiden und sterben lässt, damit etwas Gutes daraus entsteht?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Darf man menschliches Leid im christlichen Glauben so beurteilen, dass es keine Bedeutung hat, nicht ins Gewicht fällt angesichts der Herrlichkeit des ewigen Lebens? Ist das nicht eine eklatante Abwertung des irdischen Lebens?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Oder haben wir in unserer säkularisierten Welt das irdische Leben so sehr aufgewertet, dass wir jede Relativierung der großen Bedeutung dieses Lebens instinktiv ablehnen?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ich lasse diese Fragen einmal offen und bin gespannt auf eure Gedanken dazu und eure Kommentare.</span></div><div><span class="imTACenter fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="imTACenter fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 28 Mar 2025 10:27:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was ist das Reich Gottes und wie entsteht es?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000274"><div class="imTACenter"><b><u><br></u></b><div class="imHeading1"><span class="imUl"> Was ist das Reich Gottes und wie entsteht es?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Erläuterungen zum biblischen Begriff der Gottesherrschaft</div></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 20/03/2025</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div> &nbsp;<div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Die von Gott bestimmte Zeit ist da. Sein Reich kommt jetzt zu den Menschen. Ändert euer Leben und glaubt dieser Guten Nachricht!</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Mit diesen Worten begann Jesus sein öffentliches Auftreten (Mk 1,15 nach der BasisBibel).</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Wörtlich heißt es:</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Die Zeit ist erfüllt, und Gottes Herrschaft ist nahe herbeigekommen. Kehrt um und glaubt an die Frohe Botschaft!</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><span class="fs14lh1-5"> </span><div class="imHeading3">1. Gott herrscht durch nichts als Liebe</div><div> &nbsp;</div><span class="fs14lh1-5">Mit "Herrschaft" verbinden wir oft negative Assoziationen wie: Fremdherrschaft, Unterdrückung, Knechtschaft, Verlust der Freiheit. Gottes Herrschaft ist aber das Gegenteil davon: Befreiung, Freude, Lebenslust – eine froh machende Herrschaft, eine Liebesherrschaft.</span><br> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><span class="fs14lh1-5">Vielleicht sollten wir gar nicht mehr von Gottes Herrschaft und Reich sprechen, weil diese Begriffe für die Menschen heute schwer verständlich sind. Warum sagen wir nicht einfach:</span><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Die Zeit ist da, in der Gott mit seiner Liebe viel Gutes bewirkt. Wendet euch einem</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">neuen</span></i></b><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> </span></i></b><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">und</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">beglückenden</span></i></b><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> </span></i></b><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Leben zu, indem ihr dieser</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">guten</span></i></b><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> </span></i></b><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Nachricht Glauben schenkt!</span></i><br> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><span class="fs14lh1-5">Jesus meinte: Das Handeln Gottes auf Erden ist uns </span><b class="fs14lh1-5">mit ihm</b><span class="fs14lh1-5">,</span><b class="fs14lh1-5"> </b><b class="fs14lh1-5">mit Jesus</b><span class="fs14lh1-5">, ganz nah. So nah ist uns Gottes liebevolles Wirken, dass es unser Fühlen, Denken und Handeln neu bestimmen kann.</span><br> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><span class="fs14lh1-5">Jesus hat viele Gleichnisse von diesem liebevollen Wirken Gottes erzählt. Es waren Gleichnisse aus dem täglichen Leben, die jeder verstehen konnte. Hier einige Beispiele:</span><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><div><ul><li><span class="fs14lh1-5">Im Gleichnis von der Saat, die von selber wächst (Mk 4,26-29), sagt Jesus: Das froh machende Liebeshandeln Gottes kommt ganz von selbst, ohne unser Zutun – so wie die Pflanze ganz von selbst aus dem Samen wächst.</span><br></li><li><span class="fs14lh1-5">Das Gleichnis vom kleinen Senfkorn, aus dem ein großer Strauch hervorgeht (Mk 4,30-32), besagt: Aus dem winzigen Samenkorn wächst ein riesiger Strauch, in dem die Vögel ihre Nester bauen, brüten und ihre Brut aufziehen. Auf diese Weise handelt Gott: Es ist nur ein winziger Anfang, den man kaum sieht und der keine äußerliche Schönheit hat. Aber aus diesem winzigen Anfang wächst etwas Großes, in dem echtes Leben möglich ist und Leben sich fortsetzt.</span><br></li><li><span class="fs14lh1-5">Zwei Gleichnisse vom Verlorenen: Das Gleichnis vom verlorenen Schaf, das der Schäfer sucht und alle anderen Schafe verlässt, um das eine verlorene zu suchen (Lk 15,4-7), und das Gleichnis vom verlorenen Sohn, der zum Vater zurückkehrt (Lk 15,11-32). Beide Gleichnisse zeigen uns Gottes übergroße Liebe zu uns und seine Freude über uns, wenn wir uns von ihm finden lassen und zu ihm zurückkehren.</span><br></li></ul><!--[if !supportLists]--></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Der Theologe Jürgen Moltmann hat zu diesen Gleichnissen geschrieben:</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Was also heißt nach diesen Gleichnissen "Reich Gottes"? Es ist nichts anderes als die Freude Gottes über das Wiederfinden seiner verlorenen Geschöpfe. Und was ist die "Buße, die der Sünder tut"? Sie ist nichts anderes als "Gefundenwerden" und "Heimkehren" aus der Entfremdung, als "Wieder lebendig werden" und Einstimmen in die Freude Gottes. Das Reich Gottes wird erfahren, wo so etwas mit uns geschieht, wo wir blühen und grünen wie die Blumen und Bäume im Frühling und wieder lebendig werden, weil wir die große, unerschöpfliche Liebe spüren, aus der alles Leben hervorgeht. Wo wir die Lebenslust Gottes in seiner Freude über uns erfahren und unsere Lebensgeister wieder erwachen, da ist das "Reich Gottes" keine fremde Herrschaft, sondern die Lebensquelle. Da ist das Reich Gottes der weite Raum, in dem wir uns entfalten können, weil es in ihm keine Bedrängnis mehr gibt. Erfahren wir das Reich Gottes so, dann nehmen wir die Fülle unserer Lebensmöglichkeiten wieder wahr.</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>1</sup></span></i><br><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><span class="fs14lh1-5"><br></span><div><span class="fs14lh1-5">Was also ist das Reich Gottes, die Herrschaft Gottes auf Erden? Sie ist Lebensfreude, Lebenslust, Freiheit. Vielleicht kann uns gerade der Frühling jetzt zu einem Gleichnis für Gottes froh machende und Leben schaffende Herrschaft werden.</span><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imHeading3">2. Jesus Menschenfreund</div><div> &nbsp;</div><span class="fs14lh1-5">Zur Lebensfreude gehören die Lebensfreunde. Jesus war ein echter Freund fürs Leben für die Sünder und Zöllner (Mt 11,19) und für die, die ihm folgten – seine </span><i class="fs14lh1-5">Follower</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">(Lk 12,4). Sie bildeten eine Gemeinschaft, von der die Sünder und Zöllner nicht ausgeschlossen waren, sondern in die sie mit Freude aufgenommen wurden. In dieser </span><i class="fs14lh1-5">Community</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">herrschte keine Abgrenzung, sondern Offenheit!</span><br> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><span class="fs14lh1-5">Wo Gott herrscht, regiert die Menschenfreundschaft, die Liebe zum Ausgegrenzten, Verachteten, Ausgeschlossenen. Mit Gott zusammen zu sein bedeutet, mit Ungläubigen, Betrügern, Kriegstreibern, Obdachlosen und Störenfrieden zusammen zu sein. Niemand ist von der Gottesgemeinschaft ausgeschlossen. Dann geschieht – unfassbar – das Wunder, dass Ungläubige zu Gläubigen werden, Betrüger zu Gerechten, Kriegstreiber zu Friedensstiftern und Störenfriede zu Mitarbeitern am Reich Gottes.</span><br> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><span class="fs14lh1-5">Das alles ist keine Zukunftsmusik, sondern Gegenwart. Denn die Herrschaft Gottes ist schon angebrochen. Jesus wurde den Sündern zum Freund, heilte Kranke, vertrieb teuflische Mächte, rief zum Glauben und dazu, ihm zu folgen, und mit alledem zum Lob Gottes. Er machte damit auch das Tor zum Leben nach dem Tod ganz weit auf.</span><br> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><span class="fs14lh1-5">Mit Jesus geschah also das, wonach wir uns sehnen, was aber unmöglich zu sein scheint. Das unmöglich Scheinende aber geschieht: nicht erst in ferner Zukunft und nicht erst nach dem Tod, sondern schon jetzt. "Jetzt ist der Tag des Heils", schrieb einmal der Apostel Paulus (2Kor 6,2). Dieser Tag des Heils ist mit Jesus angebrochen und hat sich fortgesetzt durch den Geist Gottes, der bis heute wirkt.</span><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imHeading3">3. Durchhalten im Leid</div><div><br></div><span class="fs14lh1-5">Doch es wirken viele Geister in unserer Welt. Jede Zeit hat ihren Zeitgeist. Nicht alle Geister haben Gutes im Sinn. Die Liebesherrschaft Gottes ist zwar angebrochen, aber sie wird noch heftig bestritten. Das Böse, Zerstörerische und Lebensfeindliche kämpft noch gegen die Liebe und macht uns zu schaffen.</span><br><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><span class="fs14lh1-5"><br></span><div><span class="fs14lh1-5">Dennoch ist der Teufel schon vom Himmel gefallen, wie Jesus sagte (Lk 10,18). Die Macht des Bösen und Leidbringenden ist schon gebrochen. Das heißt: Die Dämonen des Todes müssen Jesus weichen. Sie kämpfen nur noch Rückzugsgefechte. Wir müssen noch leiden, aber größer als das Leid ist die Hoffnung auf das Ende alles Leidens.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Weil wir noch leiden müssen, besteht auch unser Leben unter der Herrschaft Gottes nicht nur in Freude und Lebenslust. Jesu Leben ist dafür das beste Beispiel: Obwohl mit ihm die Liebesherrschaft Gottes angebrochen ist, war sein Leben nicht einfach eitel Sonnenschein. Im Gegenteil: Weil er die Liebe Gottes lebte, führte sein Lebensweg ins Leid und in den Tod. So geht es Christinnen und Christen auch heute: Manche werden verfolgt und geschmäht, andere müssen ein schweres Schicksal erleiden, wieder andere sterben früh.</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><br></i></div><div><i class="fs14lh1-5">In der Welt habt ihr Bedrängnis</i><span class="fs14lh1-5">, sagte Jesus (wörtliche Übersetzung von Joh 16,33). Aber er fügte hinzu: </span><i class="fs14lh1-5">Seid getrost! Ich habe die Welt überwunden.</i></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Noch sind unsere Bedrängnisse zahlreich. Aber mit Gottes Kraft können wir sie überwinden. "Überwinden" heißt hier: mit ihnen zu leben lernen; Leid und Tod ertragen, ohne zu verzweifeln; darauf vertrauen, dass </span><i class="fs14lh1-5">Gottes Gnade genug für dich ist, weil seine Kraft in den Schwachen zum Ziel kommt</i><span class="fs14lh1-5"> (wörtliche Übersetzung von 2Kor 12,9); sogar den frühen Tod hinnehmen, weil die Auferstehung naht.</span><br><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div>Dies alles hinzunehmen, ist leicht gesagt. Aber es gibt Beispiele, in denen Menschen es leben konnten. Sie waren in all ihrer Schwachheit mit der Kraft Gottes ausgestattet. Wenn wir unser Herz nicht von unerfüllten Wünschen bestimmt sein lassen, sondern für Gottes Wege öffnen und um seine Kraft bitten, wird Gott sie uns nicht vorenthalten.<br><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div>Damit ist das Leid nicht aus der Welt geschafft. Aber es bekommt einen neuen Rahmen. Es wird mit dem Blick auf Gottes zukünftiges Handeln, auf seine Verheißungen erträglich werden. Dietrich Bonhoeffer, selbst in Nazi-Gefängnis und dem Tod ausgesetzt, drückte es so aus:<div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen erfüllt Gott.</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>2</sup></span></i><br></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Manchmal müssen wir von unseren Wünschen Abschied nehmen. Gottes Verheißungen können so ganz anders aussehen, als wir es uns vorgestellt haben. Er könnte für uns etwas anderes bestimmt haben als das, was wir uns wünschen. Damit aber stehen wir in guter Gesellschaft. Denn schon Petrus musste sich mit der Ankündigung Jesu abfinden, dass nicht er selbst, sondern ein anderer der Herr seines Lebens ist (Joh 21,18):</div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Ein anderer wird dich führen, wohin du nicht willst.</span></i><br></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Die Lektion mag uns unendlich schwer fallen. Und doch kann uns, in all dem Leid, mit dem Blick auf Gottes Verheißungen bewusst werden,</div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">dass die Leiden der jetzigen Zeit</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">nichts bedeuten</span></i></b><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs11lh1-5 cf1">(Röm 8,18)</span></i></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Auf die Herrlichkeit, in der es kein Leid mehr gibt, müssen wir noch warten. Wir sehen aber schon jetzt, wie das Ende des Leids vorweggenommen wird in aller echten Liebe und Zuwendung, auch zu den Außenseitern und Ungläubigen. Wir sehen das Reich Gottes vorweggenommen im unerwarteten Gesundwerden, in immer wieder durchbrechenden lebensfreundlichen Entwicklungen, in Bewahrungen, Bekehrungen und Lobgesängen. Wir sehen es in der Stärke, die den Schwachen geschenkt wird. Wir gewähren deshalb nicht dem Lebensfeindlichen unsere größte Aufmerksamkeit, sondern im Gegenteil: dem Lebensfreundlichen, dem Wirken Gottes ganz in unserer Nähe.</div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Die Gegenwart des Reiches Gottes und seine Zukunft sagen uns: Die Macht des Bösen, des Lebensabträglichen, das uns so viele Entbehrungen abverlangt, ist schon gebrochen. Darum gibt es Hoffnung, was immer auch geschieht, und es gibt niemals einen Grund, die Hoffnung aufzugeben. Denn die wunderbare Zukunft hat schon begonnen, wie der Frühling begonnen hat und schon die Vorzeichen des herrlichen Sommers in sich trägt.</div></div><div><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></b></div><div><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></b></div><div><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5">4. Geschenke Gottes dankbar annehmen</span></b><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Herrschaft Gottes betrifft nicht nur unsere Seele. Sie betrifft unser ganzes Leben: Körper, Geist und Seele. Wir wissen heute, dass alle drei Dimensionen unseres Leben eng zusammenhängen. Gott will uns ein geheiltes Leben schenken – heil an Körper, Geist und Seele. Wer von Gottes Liebe regiert wird, der vertraut ihm, der denkt und fühlt anders und der geht anders mit seinem Körper und dem Leben seiner Mitmenschen um.</span></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Aber wir können uns der Liebesherrschaft Gottes verweigern. Wir können Gott mit Misstrauen begegnen, lieblose Gefühle entwickeln, irregeleitete Gedanken haben und zerstörerisch mit unserem Körper und dem Leben unserer Mitmenschen umgehen – und wir tun das immer wieder. Wir entziehen uns immer wieder dem Gott, der in uns Wohnung nehmen will.</div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Der Glaube, das Vertrauen zu Gott, das Vertrauen darauf, dass er unser Bestes will, auch wenn wir das manchmal nicht erkennen können – dieses Vertrauen ist wesentlich für das Leben im Reich Gottes. Wer es nicht zulässt, dass Gott in ihm Wohnung nimmt, wer ihm die Tür zuschlägt, der schlägt sich selbst die Tür zum Reich Gottes zu; der muss außerhalb dieses Reiches leben. Er kann die Herrschaft Gottes nicht spüren, nicht erfahren, weil er sich dieser Erfahrung verschließt.</div><div class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Wohlgemerkt: Wir können uns den Zutritt ins Reich Gottes nicht selbst verschaffen oder verdienen. Der Zutritt wird uns geschenkt. Jesus sagte (Joh 3,5):</span></div></div><div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht ins Reich Gottes kommen.</span></i><br></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Jesus spielte damit auf das Geschenk des Geistes Gottes an und auf die Taufe. Aber wir können dieses Geschenk ablehnen. Wer den Geist Gottes nicht in sich wirken lässt und wer Gott nicht vertrauen mag, entscheidet sich für ein Leben außerhalb des Reiches Gottes.</div></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span><div class="imHeading3">5. Zu unserer geistlichen Armut stehen</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wie nehmen wir Gottes Geschenk an? Indem wir werden wie die Kinder. Jesus sagte (Mk 10,15):</span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen.</span></i><br></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Kinder im zarten Alter nehmen die Zuwendung zu ihnen wie selbstverständlich auf. Sie spüren, wenn es ein Mensch gut mit ihnen meint, und geben sich diesem Menschen hin. Sie leben in einer Art Grundvertrauen. Sie haben keine dauernden Vorbehalte und Bedenken. Sie bekennen sich zu ihrer Schwachheit und Angewiesenheit und wollen nicht größer sein, als sie sind.</div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Kinder sind naiv im positiven Sinn: unbefangen, treuherzig, aufrichtig, arglos, offen. Sie tun unbefangen das Natürliche, Naheliegende. So müssen auch wir werden, wenn wir Gott vertrauen wollen: Wir müssen unbefangen und arglos das Naheliegende tun, ohne irgendwelche Vorbehalte anzumelden. Dann wird Gott in uns regieren und unser Leben von Grund auf positiv verändern.</div><div class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Gott wird es tun, nicht wir selbst. Niemand kann sich selbst zu einem Heiligen machen. Wir können nur in geistlicher Armut vor Gott treten, wie Jesus sagte (Mt 5,3):</span></div></div><div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Selig sind die geistlich Armen; denn</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ihrer</span></i></b><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> </span></i></b><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">ist das Himmelreich.</span></i><br></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Wir dürfen also geistlich arm sein. Wir <b class="fs14lh1-5">sollen</b><b class="fs14lh1-5"> </b><span class="fs14lh1-5">es sogar. Denn gerade dann wird Gottes Geist uns reich machen. Dietrich Bonhoeffer hat das so ausgedrückt:</span></div></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Mangel haben die Jünger an allen Stücken. Sie sind schlechthin "arm" (Lk 6,20). Keine Sicherheit, kein Besitz, den sie ihr eigen nennen könnten, kein Stück Erde, das sie ihre Heimat nennen dürften, keine irdische Gemeinschaft, der sie ganz gehören dürften. Aber auch keine eigene geistliche Kraft, Erfahrung, Erkenntnis, auf die sie sich berufen, deren sie sich getrösten könnten. Um seinetwillen [um Jesu willen] haben sie das alles verloren. Als sie ihm nachfolgten, da verloren sie ja sich selbst und damit auch alles, was sie noch reich machen konnte. Nun sind sie so arm, so unerfahren, so töricht, dass sie auf nichts mehr hoffen können als auf den, der sie gerufen hat. [...] Über ihnen, die um Jesu willen schlechthin</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">in Verzicht und Mangel</span></i></b><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">leben, bricht das Himmelreich an. Sie sind mitten in der Armut Erben des himmlischen Reiches. Sie haben ihren Schatz tief in der Verborgenheit, sie haben ihn am Kreuz. Das Himmelreich ist ihnen verheißen in sichtbarer Herrlichkeit, und es ist ihnen auch schon geschenkt in der vollkommenen Armut des Kreuzes.</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>3</sup></span></i><div><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></b></div><div><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></b></div><div class="imHeading3">6. Der Segen einer Lebensaufgabe</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In all unserer Armut jedoch bekommen Christinnen und Christen eine Aufgabe. Es ist eine Lebensaufgabe: mitzubauen am Reich Gottes; der Liebesherrschaft Gottes den Weg zu ebnen (Jes 40,3).</span></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Menschen brauchen eine Aufgabe. Ohne Aufgabe ist das Leben fade und sinnlos. Wir fühlen uns zu nichts nütze. Darum suchen wir uns Aufgaben, ja Lebensaufgaben. Man kann bei dieser Suche aber auf falsche Gleise geraten.</div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Die Aufgabe, Reichtum anzuhäufen, gibt dem Leben keinen Sinn. Die Aufgabe eines Staatslenkers, sein Herrschaftsgebiet zu vergrößern, schafft Leid und Tod. Die Aufgabe, möglichst gut durchs Leben zu kommen und möglichst viel Freude zu haben, ist verständlich, aber auch selbstbezogen – vor allem dann, wenn es zur einzigen Aufgabe wird. Wirklich befriedigend sind Aufgaben, in denen man etwas für andere tut. Und die größte Ehre ist es, etwas für Gott tun zu dürfen.</div><div class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Das dürfen alle, die jetzt schon im Reich Gottes, im Bereich seines Erdenwirkens leben: Sie dürfen am Reich Gottes mitarbeiten. Das ist nicht nur eine Ehre, sondern es macht auch Freude. Das Leben erhält einen Sinn. Was man tut, ist nicht vergeblich. Manchmal sieht es zwar so aus, als sei alle Mühe umsonst. Man sieht wenig vom Reich Gottes in der Welt. Aber: Aus dem unscheinbaren Samenkorn wächst ein Lebensbaum. Gott wirkt in der Welt auch im Unscheinbaren. Er kann es auch durch unseren Beitrag, auch wenn er uns noch so belanglos erscheint.</span></div></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div>Der Bau wird durch unsere Mitarbeit nicht unter der Hand zu <b class="fs14lh1-5">unserem</b><b class="fs14lh1-5"> </b><span class="fs14lh1-5">Bau. Das ist die Gefahr, wenn Menschen anfangen, etwas zu bauen: Sie sind stolz ihren eigenen Bau und halten ihn schließlich für etwas Göttliches. Aber </span><b class="fs14lh1-5">Gott</b><b class="fs14lh1-5"> </b><span class="fs14lh1-5">ist und bleibt der Baumeister.</span><br><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div>Darum sagte Jesus zu seinen Jüngern (Mt 6,33):<div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Trachtet zuerst nach dem Reich</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gottes</span></i></b><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> </span></i></b><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">und nach</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">seiner</span></i></b><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> </span></i></b><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Gerechtigkeit! Dann werden euch alle [lebensnotwendigen] Dinge hinzugefügt werden.</span></i><br></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Welche Beispiele könnte es heute dafür geben, im täglichen Leben zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten und zu erleben, dass uns alles Lebensnotwendige dadurch hinzugefügt wird? Einige Beispiele:</div></div><div class="fs14lh1-5"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15"> </span><div><ul><li><span class="fs14lh1-15">Zuerst für Gott da sein. Dann werden wir unseren Blick auf ihn richten statt auf unsere persönlichen Nöte. Diese werden kleiner, wenn wir sie Gott anheimstellen, und es wird uns leichter fallen, das Unverstandene anzunehmen.</span><br></li><li><span class="fs14lh1-15">Zuerst für andere da sein. Dann werden wir aneinander wachsen und miteinander glücklich sein. Denn wer für andere da ist, findet sich selbst, spürt seine Lebendigkeit und erlebt einen tiefen Sinn in seinem Leben.</span><br></li><li><span class="fs14lh1-15">Zuerst keine Kirche und Gemeinde für sich selbst sein, sondern eine für andere. Dann wird die Kirche und Gemeinde stark werden und überzeugend auf ihre Mitmenschen wirken.</span><br></li><li><span class="fs14lh1-15">Zuerst keine Regierung sein, die sich um ihren Machterhalt sorgt, sondern eine, die sich um das Land und die Welt sorgt. Dann wird sie die Stimmen der Armen und Benachteiligten bekommen, die sich ihr Recht nicht durch teure Anwälte kaufen können, und die Stimmen aller Menschen guten Willens werden ihr zufallen.</span><br></li><li><span class="fs14lh1-15">Zuerst langfristig denken und für die zukünftigen Generationen da sein. Dann wird auch unsere eigene Generation an Lebenswert gewinnen.</span><br></li><li><span class="fs14lh1-15">Zuerst den Frieden für alle Menschen suchen, nicht nur für die befreundeten. Dann wird der Frieden sich in der Welt ausbreiten.</span><br></li></ul><span class="fs14lh1-15"><br></span><!--[if !supportLists]--></div><div><span class="fs14lh1-15">Wir sind eingeladen, an diesem Bau mitzubauen. Der Bau wird jetzt schon gute Früchte tragen, und er wird in der neuen Welt Gottes vollendet werden </span><span class="fs14lh1-15">–</span><span class="fs14lh1-15"> so wie die im Frühling langsam grünenden Pflanzen ihre volle Pracht im Sommer entfalten.</span></div><div><span class="fs14lh1-15"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-15"> </span><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-15">* * * * *</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div><span class="fs11lh1-15"><u>Quellennachweise</u>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Jürgen Moltmann: Wer ist Christus für uns heute? Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994. Seite 15.</span></div><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Hg. von Eberhard Bethge. Neuausgabe. Chr. Kaiser Verlag, 3. Auf. München 1985. S. 421.</span><br><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Dietrich Bonhoeffer: Nachfolge. Hg. und mit einer Einführung versehen von Peter Zimmerling. Brunnen Verlag. 3. Aufl. Gießen 2020. S. 106f.</span><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Foto: Klaus Straßburg.</span><br></div> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-15"><br></span></div><div><br></div></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 20 Mar 2025 09:22:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gottes Gnade und Gottes Gericht]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000273"><div><br></div><div class="imTACenter"><div class="imHeading1"><span class="imUl"> Gottes Gnade und Gottes Gericht</span></div><b></b></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine wichtige Verhältnisbestimmung</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/03/2025</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div>Ich lese gerade mit einer kleinen Lektüregruppe ein theologisches Buch. Während unserer Besprechung sagte eine Teilnehmerin, dass sie einige Zeilen des Textes beim Lesen zu Hause als besonders tröstlich empfunden hätte. Es waren Zeilen, die mich auch beim Lesen sehr bewegt hatten. Ich möchte euch diese Zeilen nicht vorenthalten.</div><div class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Das Buch, das wir gerade lesen, ist die "Einführung in die evangelische Theologie" von Karl Barth. Karl Barth war der wohl bedeutendste Theologe des 20. Jahrhunderts. Die "Einführung in die evangelische Theologie" war seine letzte Vorlesung, gehalten im Wintersemester 1961/62 in Basel.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div>Für Karl Barth ist jeder ernsthaft glaubende Mensch in seiner Weise ein Theologe. Denn er sehnt sich nach Gott, vertraut ihm, bindet sich an ihn und fühlt sich ihm verpflichtet. Und er tut das natürlich fragend, nachforschend und denkend.<br><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div>Barths Theologie konzentriert sich auf Jesus Christus. Er ist für Barth das entscheidende Wort Gottes. Und das Wort Gottes besteht nach Barth in einem Doppelten: einerseits in einem <i class="fs14lh1-5">Ja</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">zum Menschen und andererseits in einem </span><i class="fs14lh1-5">Nein</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">zum Menschen. Das </span><i class="fs14lh1-5">Ja</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">zum Menschen ist Gottes Gnade und seine befreiende frohe Botschaft. Das </span><i class="fs14lh1-5">Nein</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">zum Menschen dagegen ist Gottes Gericht über den Menschen, also die dem Menschen drohende Verurteilung durch Gott. Denn der Mensch wird den Geboten Gottes nicht gerecht.</span><br><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div>Und nun das Entscheidende: Gottes <i class="fs14lh1-5">Ja</i><span class="fs14lh1-5">, seine Gnade, und Gottes </span><i class="fs14lh1-5">Nein</i><span class="fs14lh1-5">, die Verurteilung des Menschen, stehen </span><b class="fs14lh1-5">nicht</b><b class="fs14lh1-5"> </b><span class="fs14lh1-5">gleichwertig nebeneinander. Es besteht zwischen dem </span><i class="fs14lh1-5">Ja</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">und dem </span><i class="fs14lh1-5">Nein</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">vielmehr ein Gefälle: Das </span><i class="fs14lh1-5">Ja</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">Gottes ist seinem </span><i class="fs14lh1-5">Nein</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">überlegen und folglich das </span><i class="fs14lh1-5">Nein</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">Gottes seinem </span><i class="fs14lh1-5">Ja</i><i class="fs14lh1-5"> </i><span class="fs14lh1-5">unterlegen.</span><br><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">An dieser Stelle setzt der Text ein, der die Teilnehmerin der Lektüregruppe und mich selbst so berührt hat. Wenn Barth hier von der Theologie spricht, dann meint er jedes christliche Nachdenken über den Glauben. Und er sagt über das Verhältnis zwischen Gottes Gnade und Gottes Gericht Folgendes (ich stelle den Text hier, weil Barths Sätze etwas lang sind, in Sinnabschnitten dar):</span><br><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Da besteht nicht Gleichgewicht, sondern höchstes Ungleichgewicht.</span><br> &nbsp;<div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Und eben in dieser Überlegenheit dort und Unterlegenheit hier</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">hat die Theologie jenem Doppelten [nämlich dem Ja und dem Nein Gottes] gerecht zu</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">werden.</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Darf sie, was Gott will, tut und sagt, gewiss nicht auf ein triumphales Ja zum Menschen</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">reduzieren,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">so darf sie es doch auch dabei nicht sein Bewenden haben lassen,</span></i></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">dass seinem Ja sein Nein in gleicher Würde und Gewichtigkeit gegenüberstehen möchte</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">–</span></i></div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">geschweige denn, dass sie [die Theologie] sein Nein seinem Ja voranstellen,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">sein Ja dann wohl gar in seinem Nein verschwinden lassen –</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">kurz: das Licht in den Schatten statt das Schattige ins Licht stellen dürfte.</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Röm 7 darf dem Theologen weder offen noch heimlich vertrauter, wichtiger und lieber</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">sein als Röm 8 –</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">die Hölle nicht eigentlich viel unentbehrlicher und interessanter als der Himmel –</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">und in der Kirchengeschichte die Hervorhebung der Sünden, Fehler und Gebrechen [...]</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">der Lutheraner und der Reformierten, der Rationalisten und der Pietisten,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">der Orthodoxen und der Liberalen [...] nicht dringlicher als die Aufgabe,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">sie alle in dem Licht der ihnen wie uns allen nötigen und verheißenen Vergebung der</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Sünden zu sehen</span></i> <div class="imTARight"><i><span class="fs14lh1-5 cf1">und zu verstehen.</span></i></div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Und ihn darf die Gottlosigkeit der Weltkinder nicht mehr erregen als die Sonne der</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Gerechtigkeit,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">die wie ihm selbst so auch ihnen schon aufgegangen ist.</span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs14lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf1">(Karl Barth: Einführung in die evangelische Theologie. Gütersloher Taschenbücher / Siebenstern 191. Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn. 2. Aufl. 1977. Lizenzausgabe mit freundlicher Genehmigung des Theologischen Verlages Zürich. © Theologischer Verlag Zürich 1962. S. 75f)</span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Was mich an diesem Text so berührt, ist, dass er eins ganz deutlich festhält: Es darf im christlichen Glauben keine Gleichstellung von Verurteilung und Gnade, von Schuld und Vergebung, von Zorn und Barmherzigkeit Gottes geben.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Und schon gar nicht darf die Verurteilung der Gnade vorgeordnet werden, so dass die Gnade Gottes letztlich ganz verschwindet, weil sie keine Rolle mehr spielt. Und die Sünde des Menschen darf Gottes Vergebung nicht abwerten oder gar zunichte machen. Und der Zorn Gottes darf niemals die Oberhand über seine Barmherzigkeit erlangen.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Es gibt zwar einerseits eine Verurteilung des Menschen durch Gott, weil das Böse, Zerstörerische, Lebensfeindliche, das in jedem Menschen ist, verurteilt und ausgerottet werden muss. Es wird keinen Bestand haben. Aber es gibt andererseits eine Gnade Gottes, eine Vergebung der Schuld, die größer ist als all das Böse, das wir getan haben oder noch tun werden.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Zuweilen habe ich den Eindruck, dass für manche Christinnen und Christen Gottes Verurteilung wichtiger ist als seine Gnade, sein Zorn wichtiger als seine Barmherzigkeit, unsere Sünde wichtiger als Gottes Sündenvergebung. Manche Christen reden mit großem Ernst von Gott dem Richter, von seinem Zorn, von der drohenden Hölle, und manchmal reden sie davon sogar mit einem Lächeln auf den Lippen.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Und so kann man auch die Schuld der Kirche und der ganzen Christenheit und all die furchtbaren Verfehlungen, die sie sich in ihrer langen Geschichte hat zuschulden kommen lassen, für wichtiger nehmen als Gottes Vergebung.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Doch das Gegenteil ist richtig. Die Schuld darf weder verschwiegen noch banalisiert werden. Sie muss benannt und beseitigt werden. Dem dient das Gericht Gottes am Ende der Zeiten. Aber es muss dabei immer vor Augen bleiben, dass die Gnade Gottes unvergleichlich größer ist als alle menschliche Schuld.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Denn Gottes Barmherzigkeit gilt allen Menschen, von seiner Gnade ist niemand ausgenommen, und allen Menschen gilt die Verheißung der Vergebung, auch den gottlosen Weltkindern, wie Barth sie nennt. Denn auch sie sind von Gott unendlich geliebt. Die Sonne der Gerechtigkeit, die Sonne der vergebenden Liebe Gottes ist bereits aufgegangen – auch über den gottlosen Weltkindern.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Gottes Liebe ist zwar kein augenzwinkerndes "Schwamm drüber" oder "Wir sind alle kleine Sünderlein". Nein, unsere Verfehlungen sind keine Lappalien, sondern sie sind etwas Zerstörerisches und Todbringendes. Aber dennoch dürfen Hölle, Tod und Teufel auf keinen Fall genauso ernst genommen werden wie der gnädige Gott, wie die Verheißung der Vergebung und die Hoffnung auf das ewige Leben.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Und mehr noch: Der gnädige Gott, seine Verheißung und die Hoffnung auf ihn müssen Hölle, Tod und Teufel vorgeordnet werden. Denn der Teufel ist bereits vom Himmel gefallen (Lk 10,18). Er muss schon jetzt nach Gottes Pfeife tanzen (Hi 1,12; 2,6). Der Tod hat den Kampf um uns schon verloren (1Kor 15,55). Und sogar die Hölle darf auf Gottes Gnade hoffen; denn Gott wird einmal "alles in allem sein" (1Kor 15,28).</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Das alles hat sich Karl Barth nicht ausgedacht, weil es angenehmer ist, an einen gnädigen Gott zu glauben als an einen zornigen und richtenden. Das Ungleichgewicht zwischen Gottes Gnade und seinem Zorn ist vielmehr gut biblisch:</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">So erkenne nun, dass der Herr, dein Gott, der wahre Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Gnade bis auf tausend Generationen denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten, und der denen, die ihn hassen, ins Angesicht vergilt, um sie umkommen zu lassen.</span></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs11lh1-5 cf1">(5Mo/Dtn 7,9.10a)</span></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Nachkommen bis in die dritte und vierte Generation derer, die mich hassen, der aber Gnade erweist an Tausenden bei denen, die mich lieben und meine Gebote halten.</span></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs11lh1-5 cf1">(2Mo/Ex 20,5b.6)</span></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Hier wird etwas geradezu Unvorstellbares verheißen: Gott wird bei denen, die ihn lieben und in seinem Sinne ihr Leben gestalten, den nachfolgenden tausend Generationen oder Tausenden Nachkommen gnädig sein. Das ist eine unübersehbar große Zahl: Tausend Generationen, Tausenden von Nachkommen ist Gott gnädig – wer kann sich das vorstellen? So groß ist Gottes Gnade!</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Das Böse aber, das ein Mensch tut, wird sich nur bis in die dritte und vierte Generation hinein auswirken. Nur bis in die dritte und vierte Generation sucht Gott die Schuld der Väter heim. Das ist schlimm genug, dass die Nachkommen unter der Schuld ihrer Vorfahren leiden müssen. Aber es sind eben nur bis zu vier Generationen – doch es sind tausend Generationen, an denen sich der Glaube und die Liebe der Vorfahren positiv auswirkt.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Deutlicher kann man das Ungleichgewicht zwischen der Gnade Gottes und seinem Gericht wohl kaum ausdrücken!</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Übrigens: Ob wir bereit sind, dieses Ungleichgewicht zu glauben, wird man uns ansehen. Barth hat das so ausgedrückt:</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Warum gibt es so viel ausgesprochen trübselige, mit ewig besorgten, wenn nicht verbitterten Gesichtern herumlaufende, immer im Sprung zu irgendwelchen kritischen Vorbehalten und Negationen befindliche Theologen? Weil sie dieses [...] Kriterium echter theologischer Erkenntnis: [...] die Überordnung des Ja über das Nein Gottes, des Lebens über den Tod nicht respektieren, sondern eigenmächtig in eine Gleichordnung verwandeln oder gar umkehren wollen.</span></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs11lh1-5 cf1">(Karl Barth: Einführung in die evangelische Theologie [siehe oben]. S. 76)</span></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Wenn Theologen, also Christinnen und Christen, mit ebenso trübseligen, besorgten oder gar verbitterten Gesichtern herumlaufen wie ihre Mitmenschen, dann zeugt das nicht von der Frohen Botschaft, die ihnen ins Herz geschrieben ist. Und der Grund dafür könnte ja tatsächlich sein, dass sie das unermessliche Übergewicht der Gnade Gottes über sein Gericht nicht von Herzen glauben.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Denn dieser Glaube besagt: Auch wenn Gott zornig ist und uns die negativen Folgen unserer Taten spüren lässt, ist das der Zorn seiner Liebe. Und wenn er uns richtet, damit wir von bösen Wegen umkehren, ist es sein gnädiges Gericht, das wir spüren. Und wenn uns unsere Schuld vor Augen steht und bedrückt, ist es immer die vergebene Schuld, mit der wir es zu tun haben.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">In dieser Gewissheit müssten wir tatsächlich – wenn auch nicht jeden Tag, so doch an den meisten Tagen unseres Lebens – fröhlich, zuversichtlich und hoffnungsfroh dreinschauen. Tragen wir doch in allen deprimierenden Zuständen dieser Welt die unverlierbare Hoffnung in uns, dass es zuletzt ein gutes Ende mit uns nehmen wird.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Ich möchte jedenfalls nicht mit einem trübseligen, besorgten oder verbitterten Gesicht herumlaufen, auch wenn die Zustände in der Welt nicht gerade rosig aussehen. Und ich möchte auch nicht andauernd irgendwelche kritischen Vorbehalte anmelden, wenn es um die Liebe Gottes zu allen seinen Geschöpfen geht und um die Möglichkeiten Gottes, die Zustände in der Welt wieder in eine bessere Richtung laufen zu lassen.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Ich schaffe es gewiss nicht, mich jeden Tag und in jeder Lebenslage über die Barmherzigkeit und Gnade Gottes zu freuen. Und ich schaffe es nicht, über Gottes unendliche Liebe andauernd zu jubeln – über diese Liebe, die immer größer ist als die größte menschliche Schuld. Ich schaffe es nicht, aber ich kann mit Paulus sagen (Phil 3,12): "Ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Jesus Christus ergriffen bin". Und ich bitte darum, dass Jesus Christus mir diese Fröhlichkeit, Zuversicht und Hoffnung ins Herz pflanzt, damit auch mein Angesicht davon etwas ausstrahlt.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5">Vielleicht war </span><b class="fs14lh1-5">er</b><b class="fs14lh1-5"> </b><span class="fs14lh1-5">es ja, der mich mit den Zeilen Karl Barths so sehr berührt hat ...</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="imTACenter fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 imTACenter">* * * * *</div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 imTACenter"><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 imTACenter"><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"> <div><span class="fs11lh1-5">Foto: ohne Name auf Pixabay.</span></div> &nbsp;<div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 10 Mar 2025 09:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Antike Frankfurter Silberinschrift: Herr der Welt ist Jesus Christus]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Geschichtliches"><![CDATA[Geschichtliches]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000271"><div><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Antike Frankfurter Silberinschrift: Herr der Welt ist Jesus Christus</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/02/2025</span></div><div><br></div><div>Er starb im Alter von 35 bis 45 Jahren. Über sein Leben wissen wir nicht viel. Weder sein Beruf noch die Todesursache ist uns bekannt. Es könnte sein, dass trotz eines gewissen Wohlstands sein Leben nicht immer leicht war. Möglicherweise war er sogar Verfolgungen ausgesetzt. Denn der Mann war offensichtlich Christ. Und im 3. Jahrhundert nach Christus gab es im Römischen Reich regionale Christenverfolgungen.</div><div><br></div><div>Sein Grab befand sich im antiken Nida, der Vorgängerstadt von Frankfurt am Main. Nida war zu dieser Zeit ein wirtschaftliches und religiöses Zentrum und in dieser Gegend die bedeutendste römische Stadt rechts des Rheins. In Nida herrschte eine große kulturelle und religiöse Vielfalt.</div><div><br></div><div>Das Skelett des Mannes wurde im Jahr 2018 bei archäologischen Grabungen freigelegt. Und was man fand, wird oft als wissenschaftliche Sensation bezeichnet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Die archäologische Sensation aus Frankfurt</div><div><br></div><div>Unter dem Kinn des Mannes befand sich eine dreieinhalb Zentimeter lange silberne Amulettkapsel, die er offensichtlich am Hals getragen hatte. In der Kapsel war eine hauchdünne, neun Zentimeter große Silberfolie eingerollt, in die Schriftzeichen eingraviert sind (siehe <span class="imUl"><a href="https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-archaeologische-sensation-in-frankfurt-gefundene-silbermuenze-ist-aeltestes-zeugnis-des-christentums-noerdlich-der-alpen-100.html" target="_blank" class="imCssLink">hier</a></span> Fotos). Doch das Silberblech ist so brüchig, dass es sich nicht entfalten lässt, ohne dabei zerstört zu werden. Erst im Mai 2024 wurde die Inschrift mit Hilfe technischer Verfahren sichtbar gemacht.</div><div><br></div><div>Die dünne Silberfolie, die gerollt, aber auch geknickt und gepresst ist, wurde am Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz "digital entfaltet". Dazu wurde hochmoderne Computertomographie-Technik eingesetzt. Auf diese Weise wurde ein 3D-Modell des Schriftträgers mit hoher Auflösung erstellt.</div><div><br></div><div>Zum Vorschein kam eine lateinische Inschrift mit christlichem Inhalt. Blickt man auf die Schriftzeichen, so wirken sie zunächst wie ein chaotisches Gekritzel, kaum dass einzelne Buchstaben zu erkennen sind (siehe auf <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Silberinschrift" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span> das Bild "Umzeichnung der Frankfurter Silberinschrift"). Man versteht, dass der Archäologe und Experte für lateinische Inschriften Prof. Dr. Markus Scholz von der Frankfurter Goethe-Universität Monate gebraucht hat, um mit Hilfe anderer Experten die Zeichen zu entziffern und eine Übersetzung vorzulegen. An dieser Übersetzung wird sich nichts Wesentliches mehr ändern. Unsicherheiten gibt es nur noch am linken Rand der Schrift, weil dort Teile der Folie fehlen.</div><div><br></div><div>Sicher ist jedoch, dass es sich um einen rein christlichen Text handelt. Und darin besteht das Spektakuläre dieses Fundes. Denn zum einen wird das Grab aufgrund der Grabbeigaben auf die Jahre 230 bis 270 n.Chr. datiert. Damit ist das Amulett der älteste uns vorliegende authentische Nachweis reinen Christentums nördlich der Alpen. Alle anderen vergleichbaren Funde sind mindestens 50 Jahre jünger.</div><div><br></div><div>Jetzt gibt es Gewissheit darüber, dass es schon etwa 230 bis 270 n.Chr. Christen im heutigen Frankfurt gab. Damals war das Christentum noch nicht römische Staatsreligion und wurde im Römischen Reich zeitweise als Bedrohung der Ordnung empfunden.</div><div><br></div><div>Was trieben die Christinnen und Christen bei ihren geheimnisvollen Zusammenkünften? Munkelt man nicht davon, dass sie Fleisch und Blut von Toten verspeisen? Warum lehnen sie Prostitution, Wagenrennen, Spiele zu Ehren der heidnischen Götter oder der Toten und viele andere übliche Verhaltensweisen ab? Warum grenzen sie sich auf verschiedene Weise von der heidnischen Bevölkerung ab? Die Wut der Bevölkerung führte hier und da zu Ausschreitungen gegen die neue Sekte. Und unter einigen römischen Kaisern gab es grausame Verfolgungen von staatlicher Seite.</div><div><br></div><div>Sicher ist, dass sich der christliche Glaube in atemberaubender Geschwindigkeit im Römischen Reich ausgebreitet hat – im Osten noch schneller als nach Norden hin. Es muss eine Faszination von diesem Glauben ausgegangen sein, den man sich heute kaum noch vorstellen kann. Und das, obwohl es lebensgefährlich werden konnte, sich zum Christentum zu bekennen.</div><div><br></div><div>Umso mehr überrascht es, dass die Inschrift ein rein christliches Bekenntnis ist. Denn normalerweise waren derartige Amulettinschriften bis ins 5. Jahrhundert hinein von einer Religionsvermischung gekennzeichnet. Man verstand sie gern als magischen Schutzzauber, der den Träger vor Unheil bewahren sollte. Da konnte es nicht schaden, wenn verschiedene Götter angerufen oder Dämonen abgewiesen wurden. Die Frankfurter Inschrift aber gilt allein Jesus Christus.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Der lateinische Text der Inschrift und die deutsche Übersetzung</div><div><br></div><div>Und nun bist du sicher schon gespannt auf den Inhalt der Schrift. Hier noch einige Vorbemerkungen dazu. Es handelt sich um 18 Zeilen, ohne Punkt und Komma und ohne Silbentrennung, wie es damals üblich war. Wenn eine Zeile zu Ende war, schrieb man das Wort einfach in der nächsten Zeile weiter. Die Gravur war offensichtlich eine schwierige Angelegenheit, was ja auch verständlich ist bei dieser mikroskopisch kleinen Schrift. Jedenfalls sitzen nicht alle Striche da, wo sie hingehören.</div></div><div><br></div><div><div>Ich habe die lateinische Inschrift in roten Großbuchstaben (Majuskeln) dargestellt und einige Erläuterungen beigefügt. Die Handschrift ist eine Mischung aus einer älteren Schrift, bei der man die Buchstaben einzeln geschrieben hat (Majuskeln cursive), und einer jüngeren Schrift mit Kleinbuchstaben, bei der man die Buchstaben wie bei unserer heutigen Handschrift ohne abzusetzen miteinander verbunden hat (Minuskeln cursive). Diese Mischung wurde im 3. Jahrhundert praktiziert und bestätigt noch einmal die Datierung der Inschrift.</div><div><br></div><div>Unter jede lateinischen Zeile habe ich die jeweilige deutsche Übersetzung in blauen Buchstaben gesetzt. Weil ich die Übersetzung Wort für Wort und zeilengetreu darstellen wollte, ist der Satzbau im Deutschen an einigen Stellen etwas ungewöhnlich. Wenn ein lateinisches Wort sich auf zwei Zeilen verteilte, habe ich auch das deutsche Wort getrennt. Du hast also den lateinischen Originaltext vor dir und direkt darunter die deutsche Übersetzung.</div><div><br></div><div>Die Übersetzung folgt der von Prof. Dr. Markus Scholz, aber ich habe mir erlaubt, vom theologischen Sinn her (und mit dem Lexikon neben mir) einige behutsame Änderungsvorschläge oder Ergänzungen anzubringen, die ich dem Lexikon entnommen habe. Ich verfüge zwar nur über eher bescheidene Lateinkenntnisse, aber ich hoffe, dass ich damit nicht ganz daneben liege.</div><div><br></div><div>Die eckigen Klammern im lateinischen Text bedeuten, dass es sich bei dem Wort oder Buchstaben um eine Ergänzung handelt, weil der Originaltext fehlt. Die runden Klammern sind Ergänzungen von Abkürzungen. Das {T} in Zeile 14 ist offenbar ein im Original überschriebener Buchstabe. Die runden Klammern im deutschen Text sind sinnvolle Ergänzungen oder Erläuterungen.</div><div><br></div><div>Wenn du nur die deutsche Übersetzung lesen willst, konzentriere dich einfach auf die blauen Zeilen.</div></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">1</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;</span><span class="fs14lh1-5">[IN NOMI]NE SANCTI TITI</span></span></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i class="fs14lh1-5 cf2">[Im Namen] des Heiligen Titus.</i></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">2</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;AGIOS AGIOS AGIOS (das griechische Wort für "heilig" mit lateinischen Buchstaben geschrieben)</span></span></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i class="fs14lh1-5 cf2">Heilig, heilig, heilig!</i></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">3</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;[IN] NOMINE IH XP DEI F(ILII) (IH XP = die griechischen Buchstaben für JE[SUS] CHR[ISTUS]; F als</span></span></div><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf1"> &nbsp;Abkürzung für FILII)</span></div></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i class="fs14lh1-5 cf2">Im Namen Je(su) Chr(isti), des Sohnes (Gottes).</i></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">4</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;[M]VNDI DOMINVS</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>Der Herr der Welt</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">5</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;[REG- oder VIR]IBVS OMNIBVS</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>nach [Kräften] allen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">6</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;[OCCU- oder RECU]RSIONIBVS OP(P)ONIT</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>Anfechtungen / allem Zurückkehren (zum Unglauben) </i></span><i class="fs14lh1-5 cf2">sich widersetzt.</i></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">7</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;[DE]VS VALETVDINIBVS</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">[Gott] dem Befinden</span></i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">8</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;SALVIS ACCESSVM</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>des Wohles (= dem Wohlbefinden) Zuwachs </i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">9</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;[PRA]ESTAT HAEC SAL(US) TVEAT</span></span></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>gewährt. Dieses Rettungsmittel schütze</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">10</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;[H]OMINEM QVI SE</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>den Menschen, der sich</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">11</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;DEDIT VOLVNTATI</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>hingibt dem Willen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">12</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;DOMINI IH XP TI DEI F(ILII)</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>des Herrn Jesus Christus, des Sohnes (Gottes),</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">13</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;QVONIAM IH XP O</span></span> </div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>da sich ja vor Jesus Christus al-</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">14</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;MNES{T} GENVA FLEC</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>le Knie beu-</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">15</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;TENT CAELESTES</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>gen: die Himmlischen,</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">16</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;TERRESTRES ET</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>die Irdischen und</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">17</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;INFERI ET OMNIS LIN</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>die Unterirdischen (= die Unterwelt), und jede Zun-</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5">18</span><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;GVA CONFITEATVR</span></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>ge sich bekenne (zu Jesus Christus).*</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><i><div class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5"><br></span></i></div></i><i><div class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5"><br></span></i></div></i><div><div class="imHeading2">3. Der theologische Sinn der Inschrift – ein antikes Glaubenszeugnis</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Text ist "im Namen des heiligen Titus" geschrieben (Zeile 1). Titus war ein ehemaliger Heide (ein "Heidenchrist"), der sich zum Christentum bekannt hatte und ein enger Mitarbeiter und Vertrauter des Apostels Paulus wurde. Er wird von Paulus mehrmals in seinen Briefen genannt, vor allem im 2. Korintherbrief. Außerdem enthält das Neue Testament einen Brief des Paulus an Titus.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Dieser Brief wird in der deutschen Theologie aufgrund historischer Unstimmigkeiten und für Paulus unüblicher Formulierungen meist nicht als "echter" Paulusbrief behandelt, sondern als ein unter dem Namen und in der Nachfolge des Paulus verfasster Brief. Es war damals normal und hatte nichts mit Betrug zu tun, dass jemand sich bewusst in die Tradition eines anderen stellte und dessen Lehre unter seinem Namen fortsetzte. Jedenfalls wurde Titus offenbar unter den Heidenchristen des 3. Jahrhunderts als "heilig" verehrt, also als von Gott auserwählter und begnadeter Verkünder des Evangeliums.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ich finde es bemerkenswert, dass man nicht nur des Paulus verehrend gedachte, sondern auch des sehr viel unbekannteren Titus. Man tat damit kund, dass nicht nur die "erfolgreichsten" Verkündiger und Lehrer unsere dankbare Erinnerung verdient haben, sondern auch diejenigen, die weniger bewirkt haben. Vielleicht gibt es auch für uns Menschen, die nur am Rande unserer Lebensgeschichte auftraten und an die wir gar nicht mehr denken, die aber dennoch wichtig oder sogar entscheidend für unseren Lebens- und Glaubensweg waren und deren wir uns mit Dankbarkeit wieder erinnern sollten.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die darauf folgende Anrufung "heilig, heilig, heilig" (Zeile 2) ist seit dem 4. Jahrhundert aus der christlichen Liturgie bekannt. Jetzt gibt es für diese sprachliche Formel einen deutlich früheren Beleg. Das dreifache "Heilig" leitet bis heute den Höhepunkt der katholischen Liturgie ein, nämlich die Eucharistiefeier. In der lutherischen Liturgie gehört es ebenfalls zur Abendmahlsfeier. Man nennt es das Trishagion, eine Zusammensetzung aus dem griechischen </span><span class="fs14lh1-5"><i>tris </i>(= dreimal) und </span><span class="fs14lh1-5"><i>hagios </i></span><span class="fs14lh1-5">(= heilig). Damit soll die Dreieinigkeit Gottes, die Trinität, ausgedrückt werden.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Für die Christen in heidnischer Umgebung war es wichtig, sich vom heidnischen Polytheismus, dem Glauben an viele Götter, abzugrenzen. Deshalb bekannte man sich zu Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist so, dass man alle drei als gleichermaßen heilig betrachtete, also als drei Seinsweisen des einen Gottes und nicht als drei Götter.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In Zeile 3 wird dann auch das Bekenntnis zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes, ausgesprochen. Damit ist gesagt, dass Jesus nicht einfach ein besonders gläubiger Mensch war oder ein Prophet, sondern dass uns in ihm Gott selbst begegnet. Wenn man in Jesus nicht eine Gestalt Gottes sieht, gelangt man schnell dahin, seine Worte und sein Leben zu relativieren und dadurch abzuwerten. Wenn er nicht Gott gleich war, dann ist mit ihm nicht das letzte Wort über Gott gesprochen, und andere Worte über Gott können ihm gleichgestellt oder vorgeordnet werden. Die Trinitätslehre ist also wesentlich für den Glauben an Jesus Christus.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In den Zeilen 4 bis 6 wird vom "Herrn der Welt" gesprochen. Gemeint ist entweder Gott der Vater oder, was wahrscheinlicher ist, der gekreuzigte, auferstandene und mit Gott vereinte Jesus Christus. Hier wird also das Bekenntnis ausgesprochen, dass ein Gekreuzigter der Herr der Welt ist, der Herrscher über die Welt. Der gekreuzigte Jesus Christus setzt sich gegen alles Leid durch, so wie er sich gegen den Tod durchgesetzt hat. </span><span class="fs14lh1-5">Er widersetzt sich auch allen Anfechtungen oder aller Rückkehr, nämlich der Rückkehr zum Unglauben, je nachdem, welches Wort dort bei der Lücke im Text zu ergänzen ist.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Glaube an Jesus Christus in einer Umwelt, die von diesem Glauben nichts wissen will, ist immer der Gefahr ausgesetzt, sich der herrschenden Weltanschauung in Wort und Tat anzuschließen. Diese Anfechtung gibt es heute wie damals. Darum ist es wichtig, sich diese Gefahr vor Augen zu führen: Es geht im christlichen Glauben nicht darum, die herrschende Meinung zu übernehmen. Dieser Gefahr gilt es vielmehr sich zu widersetzen und dabei auf den Herrn der Welt zu vertrauen: Möge er uns davor bewahren, dass wir uns der Mehrheit mit unseren Gedanken, Worten und Taten anschließen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wir können uns dem widersetzen in der Zuversicht, dass dadurch unser Wohlbefinden nicht beeinträchtigt wird, sondern dass es im Gegenteil dadurch gesteigert wird (Zeilen 7 bis 9). Dafür wird Gott selbst sorgen. Unsere Sorge, dass es uns schlecht bekommen wird, wenn wir nicht der Mehrheitsmeinung folgen, ist deshalb unbegründet – so, wie wir in allen Lebenslagen auf die Fürsorge Gottes vertrauen sollen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Vordergründig kann es natürlich geschehen, dass wir in eine Notlage geraten; dass wir zum Beispiel Stress bekommen, wenn wir eine andere Richtung vertreten und anders leben als unser Umfeld. Ich denke aber, dass wir prinzipiell Anerkennung erfahren werden, wenn wir unseren Standpunkt mit Liebe gegenüber unseren Mitmenschen vertreten. Und selbst wenn die Anerkennung ausbleibt, können wir im Bewusstsein leben, das Richtige, das Gott Gemäße zu denken und zu tun. Und das kann ein tiefes inneres Wohlbefinden in uns auslösen, auch wenn uns äußerlich die Anerkennung unserer Mitmenschen versagt bleibt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Inschrift drückt in den Zeilen 9 bis 12 die Hoffnung aus, dass ein Mensch, der sich dem Willen Gottes hingibt, in jeder Notlage durch "dieses Rettungsmittel" geschützt wird. Aber was ist mit dem "Rettungsmittel" gemeint? Wenn das Amulett gemeint ist, wird der Wunsch geäußert, dass das Amulett Schutz gewähren möge. Eine solche Vorstellung käme einem magischen Verständnis sehr nahe, was aus christlicher Sicht abzulehnen ist. Kein Amulett am Hals kann einen Menschen vor Unheil bewahren.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wir können nicht ausschließen, dass hier ein Rest magischen Glaubens erhalten geblieben ist. Man kann aber das Rettungsmittel auch auf die Inschrift des Amuletts beziehen und dann so interpretieren: Die Erinnerung an die Inschrift und der damit verbundene Glaube möge den Besitzer schützen und vor Unheil bewahren. Immerhin trägt der Besitzer die Inschrift ja immer mit sich. So wie sie Tag und Nacht an seinem Hals hängt, so möge der Glaube sich in sein Denken und Handeln einprägen und ihn beständig daran erinnern, in Gottes Händen gut aufgehoben zu sein.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Es ist auch heute wichtig, dass wir uns das immer wieder vergegenwärtigen. Denn in einem unchristlichen Umfeld gerät das schnell in Vergessenheit.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Zeilen 13 bis 18 sind ein fast wörtliches Zitat aus dem Brief des Paulus an die Philipper. Die Inschrift hält fest, dass sich vor Jesus Christus alle Knie beugen, die Himmlischen, Irdischen und Unterirdischen, und ausnahmslos jede Zunge sich zu ihm bekenne. Dies entspricht dem Abschluss einer Hymne auf Jesus Christus, die Paulus aus der ältesten Christenheit übernommen und hier in seinen Brief </span><span class="fs14lh1-5">an die Philipper </span><span class="fs14lh1-5">eingefügt hat. Der Abschluss der Hymne lautet so (Phil 2,10f):</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">... damit im Namen Jesu</span></i></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">jedes Knie sich beuge,</span></i></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen,</span></i></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und jede Zunge bekenne:</span></i></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Herr ist Jesus Christus</span></i></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">zur Ehre Gottes, des Vaters.</span></i></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In der Inschrift begründet die Herrschaft Jesu Christi den Wunsch, durch das Vertrauen zu ihm vor Unheil bewahrt zu werden. Denn alle Mächte auf Erden müssen sich Jesus Christus beugen und ihn als Herrn bekennen, ob sie das wollen oder nicht.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Im Römischen Reich mit seinem Kaiserkult hatte es besondere Bedeutung, Jesus Christus als Herrn zu bekennen und nicht den allmächtig erscheinenden Kaiser. Das war ein Glaube gegen den Augenschein; denn vor Augen stand nur die umfassende Macht des Kaisers. Aber der christliche Glaube lebt von der Überzeugung, dass es mehr gibt als das, was vor Augen ist.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Wir leben in einer Welt, in der niemand vor Unheil gefeit ist. Das, was uns täglich vor Augen steht, gibt genug Anlass, mit Angst und Sorge in die Zukunft zu blicken. Dagegen setzen der Philipperbrief und die Inschrift die Gewissheit, dass nicht die Herren der Welt oder ein Schicksal das letzte Wort über uns sprechen, sondern der Herr Jesus Christus mit seiner unendlichen Liebe.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Alle irdischen Gewalten sind ihm untergeordnet und können uns nicht von seiner Liebe trennen (Röm 8,38f). Aber auch die unterirdischen Gewalten, Tod und Teufel, können nichts ausrichten, wozu er nicht sein liebevolles Ja gesagt hat. Und schließlich kann sogar das, was wir aus dem Himmel, also von Gott her zu erwarten haben, nur von Jesus Christus und seiner Liebe durchdrungen sein.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">In solchem Glauben sind alle unsere Ängste und Sorgen relativiert. Denn wir haben eine unverlierbare Hoffnung in allen Nöten, die uns getroffen haben (Ps 46,2). Und wir brauchen diese Hoffnung nicht weniger als der frühe Christ, der seinen Glauben in einem Amulett am Hals immer bei sich trug.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Möge auch uns dieser Glaube bei jedem Schritt unseres Lebens ein treuer Begleiter sein.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Quelle: Begleittext zum Video https://www.youtube.com/watch?v=hPX9uEDzhYU.</span><span class="fs11lh1-15"> Übersetzung von Prof. Dr. Markus Scholz. </span><span class="fs11lh1-15">Einige Änderungen der Übersetzung von mir.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Jens Schröter: Die Entstehung des Christentums. Von den Anfängen bis zu Konstantin dem Großen. C.H. Beck. München 2024.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.youtube.com/watch?v=hPX9uEDzhYU</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://frankfurt.de/service-und-rathaus/presse/texte-und-kampagnen/frankfurter-silberinschrift</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.domradio.de/artikel/archaeologe-erklaert-fund-des-christlichen-schriftstuecks-frankfurt</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-archaeologische-sensation-in-frankfurt-gefundene-silbermuenze-ist-aeltestes-zeugnis-des-christentums-noerdlich-der-alpen-100.html</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.deutschlandfunk.de/sensationsfund-amulett-schreibt-laut-archaeologen-christliche-geschichte-neu-104.html</span></li></ul></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: andrey auf Pixabay.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><i><div class="fs14lh1-5"><br></div></i></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 08:22:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was im Krieg passiert und wie christliche Ethik dazu steht]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000270"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was im Krieg passiert und wie christliche Ethik dazu steht</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/02/2025</span></div><div><br></div><div class="imTARight"><span class="fs16lh1-5 ff1"><b><i>Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg,</i></b></span></div><div class="imTARight"><span class="fs16lh1-5 ff1"><b><i>bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind.</i></b></span></div><div class="imTARight"><span class="fs16lh1-5 ff1"><b><i>Besonders die, die nicht hingehen müssen.</i></b></span></div><div class="imTARight"><b><i><span class="ff1"><span class="fs16lh1-5">(Erich Maria Remarque)</span><span class="fs12lh1-5"><sup>1</sup></span></span></i></b></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Christen wissen sich "von guten Mächten wunderbar geborgen", wie Dietrich Bonhoeffer es im Nazi-Gefängnis ausdrückte. Diese Wahrheit ist ihnen Trost und macht sie frei (Joh 8,32b), auch in schweren Zeiten so zu handeln, wie Jesus es gelehrt und vorgelebt hat.</span><br></div><div><br></div><div>Weil die christliche Ethik in dieser Wahrheit gründet, hat sie oft ein anderes Gesicht als eine rein weltlich formulierte Ethik. Das gilt auch für die Friedensethik. Friedensethik soll ja Krieg verhindern. Um dazu Stellung zu nehmen, muss man aber wissen, was Krieg in Deutschland heute eigentlich bedeuten würde.</div><div><br></div><div>Nun hat kaum jemand Lust, sich ausgiebig mit Krieg zu beschäftigen. Wir sehen und hören davon schon genug in den Medien. Aber ich denke, von diesem Trost her, dass wir immer, auch im Krieg, in Gottes Hand gut aufgehoben sind, können wir uns dem Thema Krieg einmal widmen. Zumal für uns nicht irgendwelche Krieg führenden Oberbefehlshaber die Herren der Welt sind, sondern Jesus Christus der Herr ist, der den Gang der Weltgeschichte bestimmt. Er lässt zwar viel Böses zu, das wir Menschen tun, aber er wirkt nach meiner Überzeugung noch bei weitem mehr Gutes in der Welt.</div><div><br></div><div>Mit diesem Trost im Herzen können wir uns die Realität des Krieges vor Augen führen, bevor wir uns der Frage widmen, wie Kriege zu vermeiden sind und was das konkret für unsere gegenwärtige Situation bedeutet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Ein konventioneller Krieg zwischen Russland und der NATO</div><div><br></div><div>Erich Vad ist Brigadegeneral a.D. der Bundeswehr und Universitätsdozent. Von 1992 bis 1995 diente er im Internationalen Militärstab der NATO in Brüssel. Von 2006 bis 2013 war er Sekretär des Bundessicherheitsrats und militärpolitischer Berater der Bundeskanzlerin Angela Merkel<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span>. Der General kennt sich also mit der Materie aus.</div><div><br></div><div>In seinem Buch <span class="fs14lh1-5"><i>Ernstfall für Deutschland</i></span> hat Vad das Geschehen eines konventionell, also nicht mit Atomwaffen geführten Krieges zwischen der NATO und Russland beschrieben. Ich fasse das hier zusammen. ergänzt durch zwei oder drei eigene Gedanken, die mir beim Lesen von Vads Darstellung kamen<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span>.</div><div><br></div><div>Die Lage Deutschlands mitten in Europa hat eine wichtige Bedeutung im Kriegsfall. Deutschland wäre nämlich die geographische Drehscheibe für den Aufmarsch der NATO-Truppen an der Ostfront. Die USA würden sich nach Vad mit ihren Truppen zurückhalten. Aber rund eine Million französische, niederländische, belgische, spanische, portugiesische und italienische Soldaten müssten mit ihren Fahrzeugen und militärischem Gerät Deutschland durchqueren. So ist es in den Plänen der NATO vorgesehen.</div><div><br></div><div>Der Truppenaufmarsch auf deutschem Territorium macht Deutschland zu einem bevorzugten Ziel russischer Angriffe. Um die Truppen aufzuhalten, bevor sie überhaupt die Front erreichen, würde Russland die deutschen Autobahnen und andere Straßen mit Raketen beschießen.</div><div><br></div><div>Die USA beantworten das mit ihren in Deutschland stationierten Marschflugkörpern, Raketen und Überschallwaffen. Russische Armeebasen, Häfen, Flugplätze, Transportwege und wichtige Ziele in Städten werden zerstört. Russland nimmt daraufhin über vierzig amerikanische Militäreinrichtungen in Deutschland unter Beschuss, insbesondere die Hauptquartiere in Wiesbaden und Stuttgart sowie die Luftwaffenstützpunkte in Ramstein bei Kaiserslautern und Spangdahlem im Eifelkreis Bitburg-Prüm.</div><div><br></div><div>Spätestens jetzt eskaliert der Krieg. Russland beschießt nun wichtige kritische Infrastruktur sowie Truppenquartiere in Schulen, Sportstätten, öffentlichen Einrichtungen und Privatwohnungen. Städte und Gemeinden entlang der Autobahnen trifft es am schwersten. Sämtliche amerikanische Hauptquartiere und Militäreinrichtungen, alle Abschusseinrichtungen amerikanischer Raketen und Nachschubeinrichtungen der NATO-Truppen werden beschossen. Dabei sterben nicht nur Soldaten, sondern auch Zehntausende Zivilisten. Denn Schutzräume für die Zivilbevölkerung gibt es in Deutschland so gut wie keine.</div><div><br></div><div>Infolge des Beschusses bricht ein Teil der Wirtschaft zusammen. Heimisch produzierte Medikamente und Lebensmittel werden knapp. Durch die Zerstörung der Autobahnen und den Ausfall der Strom- und Kommunikationsnetze gelangt auch der Import aus anderen Ländern ins Stocken. In den Großstädten kommt es zu ersten Plünderungen durch verzweifelte Menschen. Die Krankenhäuser sind mit Verletzten überfüllt, doch Ausstattung und Medikamente fehlen.</div><div><br></div><div>Weil kein Strom da ist, funktioniert keine Heizung, man kann nicht kochen, weder Telefon noch Radio oder Fernsehen tun ihren Dienst. Es gibt keine Straßenbeleuchtung mehr und keine Ampeln. Der Bankautomat spuckt kein Geld aus, am Schalter bilden sich endlose Schlangen, weil nichts mehr elektronisch verbucht werden kann. Es kommt kein Wasser aus dem Hahn, man kann sich nicht waschen, das Abwasser wird nicht entsorgt. Müll bleibt teilweise liegen, weil die Entsorgung stockt. Keime und Bakterien breiten sich aus, so dass Seuchengefahr besteht.</div><div><br></div><div>Hunderttausende Deutsche flüchten aus den Großstädten und den besonders gefährdeten Gebieten, doch die Straßen sind verstopft. Wer tanken muss, steht vor Zapfsäulen, die ohne Strom keinen Sprit liefern. Die Bundesbürger werden angewiesen, zu Hause zu bleiben. Es gibt Ausgangssperren und Passierscheine. Die Regierung, die ihren Hauptsitz schon zu Beginn des Krieges an die Ostküste der USA verlegt hat, lässt Millionen kostenloser Kurbelradios verteilen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk informiert 24 Stunden am Tag über die aktuelle Lage und lässt immer wieder verlauten, der Krieg sei alternativlos und diene der Freiheit.</div><div><br></div><div>Eigentlich anstehende Wahlen werden aufgeschoben, weil nicht durchführbar. Russland startet Desinformationskampagnen, um Unruhe zu stiften, die Gesellschaft zu spalten und zum Bürgerkrieg anzustiften. Antikriegsdemonstrationen werden als "wehrkraftzersetzend" verboten, ebenso wie alle Statements gegen den Krieg. Zehntausende Zivilisten, Männer und Frauen zwischen 18 und 65 Jahren, werden zwangsrekrutiert, um unter russischem Dauerbeschuss dabei zu helfen, die NATO-Verbände unterzubringen und zu versorgen. Außerdem müssen Lazarette, Reha-Zentren sowie Betreuungs- und Erholungseinrichtungen aufgebaut werden.</div><div><br></div><div>An dieser Stelle bricht General a.D. Vads Beschreibung des Kriegsgeschehens ab. Was das alles konkret für die Menschen bedeutet – für Familien, Kinder, Senioren, Kranke usw. – und was im Fortgang des Krieges noch passiert, bleibt unserer Phantasie überlassen.</div><div><br></div><div>Auch das Geschehen an der Front wird von Vad nicht beschrieben. Um eine Vorstellung vom Frontgeschehen zu bekommen, kann ich einige gute amerikanische Kriegsfilme (oder, wenn man so will, Antikriegsfilme) empfehlen, zum Beispiel <span class="fs14lh1-5"><i>Platoon</i></span> von Oliver Stone, <span class="fs14lh1-5"><i>Full Metal Jacket</i></span> von Stanley Kubrick, <span class="fs14lh1-5"><i>Der Soldat James Ryan</i></span> von Steven Spielberg oder auch <span class="fs14lh1-5"><i>A</i></span><span class="fs14lh1-5"><i>pocalypse Now</i></span> von Francis Ford Coppola. Dieser Film wird mir schon allein wegen seiner Eingangssequenz mit dem Doors-Song <span class="fs14lh1-5"><i>The End</i></span> immer in Erinnerung bleiben.</div><div><br></div><div>In all diesen Filmen geht es nicht einfach um Front-Ballerei, sondern darum, was im Krieg mit den Seelen der Menschen passiert, wie er die Menschen verändert, innerlich zerstört und dem moralischen Verfall preisgibt.</div><div><br></div><div>General a.D. Vad geht in seiner Beschreibung, wie gesagt, von einem konventionell geführten Krieg ohne Atomwaffen aus. Die NATO-Übungen seit dem Zweiten Weltkrieg legen aber ein anderes Szenario zugrunde.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Ein Atomkrieg zwischen Russland und der NATO</div><div><br></div><div>Jonas Tögel hat in seinem Buch <span class="fs14lh1-5"><i>Kriegsspiele </i></span>die NATO-Übungen seit 1945 unter die Lupe genommen und daraus die Verteidigungsstrategie der NATO entnommen. Tögel ist Propagandaforscher und arbeitet am Institut für Psychologie der Universität Regensburg<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span>.</div><div><br></div><div>Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren die USA die einzige Atommacht auf der Welt. Im Fall eines Krieges gegen die Sowjetunion sahen die amerikanischen Planungen zunächst vor, auf etwa 20 russische Städte Atombomben abzuwerfen. Diese Strategie änderte sich ab 1949, als die Sowjetunion ebenfalls über Atombomben verfügte.</div><div><br></div><div>Seit 1955 standen sich mit dem Warschauer Pakt und der NATO zwei atomar bewaffnete Militärbündnisse feindlich gegenüber. Die NATO-Planungen sahen jetzt nicht mehr vor, die Sowjetunion in dem Maße wie zuvor mit Atomwaffen anzugreifen. Vielmehr sollten jetzt vor allem die angreifenden Truppen des Warschauer Pakts mit taktischen Atombomben ausgeschaltet werden. Taktische Atombomben sind mit relativ "kleinen" Sprengsätzen ausgestattet, richten aber weit mehr Schaden an als konventionelle Waffen. Sie dienen z.B. zur umfassenden Bekämpfung gegnerischer Streitkräfte.</div><div><br></div><div>In der 1955 abgehaltenen NATO-Übung <span class="fs14lh1-5"><i>Carte Blanche</i></span> (übersetzt <span class="fs14lh1-5"><i>Weiße Karte</i></span> oder <span class="fs14lh1-5"><i>Freibrief</i></span>) wurden 168 fiktive Atombomben auf deutsches Gebiet abgeworfen, um die angreifenden Truppen zu vernichten, die in der DDR und in der Bundesrepublik auf dem Vormarsch waren. Auch andere Länder waren das Ziel. Das traf natürlich nicht nur die Truppen, sondern auch die Zivilbevölkerung in mehreren Ländern. Man ging von insgesamt 4,5 Millionen getöteten Zivilisten aus, davon 1,7 Millionen in beiden Teilen Deutschlands. Hinzu kamen 3,5 Millionen Verwundete allein in beiden Teilen Deutschlands.</div><div><br></div><div>Auch der Warschauer Pakt plante, nach einem Angriff der NATO massiv Atomwaffen einzusetzen. Wien sollte von zwei 500-Kilotonnen-Bomben zerstört werden, München von einer. Neben München sollten Bonn, Frankfurt, Köln und Stuttgart zerstört werden, außerdem der nördliche Hafen in Hamburg. Auch atomare Angriffe auf Brüssel sowie auf Städte in den Niederlanden, Dänemark und Italien waren geplant.</div><div><br></div><div>Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt bemerkte zur NATO-Strategie:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Als ich 1969 Verteidigungsminister wurde, war mir klar, daß diese Strategie innerhalb weniger Tage zu millionenfacher Vernichtung menschlichen Lebens in beiden Teilen Deutschlands führen könnte.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Und der Spiegel-Gründer Rudolf Augstein fasste es in die Formel, "daß die Bundesrepublik im Ernstfall [eines Krieges] nicht verteidigt werden" könne<span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span>. Das scheint man heute weitgehend vergessen zu haben.</div><div><br></div><div>In der NATO-Übung <span class="fs14lh1-5"><i>Able Archer</i></span> (<span class="fs14lh1-5"><i>Fähiger Bogenschütze</i></span>), die 1983 stattfand, wurde der Einsatz von atomaren, biologischen und chemischen Waffen geprobt. Der Plan war, im Kriegsfall 25 Ziele in Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei mit Atomwaffen anzugreifen, insgesamt aber 300 Atombomben auf Ziele in Europa, aber nun doch auch wieder auf die Sowjetunion. Außerdem wurde ein überraschender Giftgasangriff auf gegnerische Truppen geübt, der sofort 60 Prozent aller Soldaten getötet hätte.</div><div><br></div><div>Zum Eklat kam es während der Übung <span class="fs14lh1-5"><i>Wintex-Cimex</i></span> im Jahr 1989. Wieder sollten die vordringenden Truppen des Warschauer Pakts durch atomare oder chemische Waffen ausgeschaltet werden. Doch die deutsche Übungs-Delegation, die die deutsche Regierung simulierte, zögerte bei der Zustimmung. Nach langem Drängen stimmte die deutsche Delegation einem atomaren Erstschlag zu, so dass in der Übung 17 Atombomben in Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei, der Türkei und Deutschland detonierten, drei davon in der DDR. Nur eine Bombe sollte auf die Sowjetunion fallen.</div><div><br></div><div>Weil sich nach dem Drehbuch der Übung die Truppen des Warschauer Pakts durch diesen atomaren Erstschlag nicht aufhalten ließen, sollten in einem Zweitschlag weitere 25 Atombomben abgeworfen werden, davon ein Drittel auf deutsches Gebiet. Doch der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zog die Reißleine und beorderte die deutsche Delegation von der Übung ab. Die Übung lief ohne die Deutschen weiter und endete in der weitgehenden atomaren Verwüstung Deutschlands. Helmut Kohl erklärte später, das Szenario sei "für uns Deutsche völlig inakzeptabel", und fügte hinzu:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Ich habe einen Eid geleistet, Schaden vom deutschen Volk zu wenden, und dazu gehört die DDR auch.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Bis heute ist umstritten, ob die USA die europäischen Regierungen im Ernstfall überhaupt fragen würden, ob sie Atomwaffen auf deren Gebiet abwerfen dürfen. Klaus von Dohnanyi (SPD), der 1979 an einer NATO-Übung teilnahm, hat jedenfalls die Erfahrung gemacht, nicht gefragt worden zu sein.</div><div><br></div><div>Umstritten ist auch, ob die USA sich selbst gefährdet und gegen russisches Territorium Atomwaffen eingesetzt hätten, um Europa zu verteidigen – und ob sie das heute tun würden. Besonders unter der Präsidentschaft von Donald Trump kann man das mit Recht bezweifeln.</div><div><br></div><div>Deutschland ist heute kein Frontstaat mehr, aber immer noch logistischer Dreh- und Angelpunkt der NATO. Das Land ist also nicht aus der Gefahrenzone genommen, zumal es in Deutschland über vierzig amerikanische Militäreinrichtungen gibt. Dazu gehören das Hauptquartier der US-Luftwaffe für Europa und Afrika und das Hauptquartier eines NATO-Kommandos zur Führung von Luftstreitkräften in Ramstein. Auch Kampfdrohnen werden von Ramstein aus gesteuert<span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span>. In Büchel im Landkreis Cochem-Zell lagern ca. 20 amerikanische Atomsprengköpfe. Einige davon sind mit der 13-fachen Zerstörungskraft der Hiroshima-Bombe ausgestattet.</div><div><br></div><div>Deutschland wäre also im Kriegsfall ein bevorzugtes Ziel für die Raketen und Bomben eines Angreifers. Russland führt nach eigenen Angaben wie die NATO Übungen mit taktischen Nuklearwaffen durch.</div><div><br></div><div>In den jüngeren NATO-Übungen wird der Abwurf der etwa 150 amerikanischen Atombomben geübt, die in Europa lagern. Die Bomben haben eine bis zu 20-fache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Es unterliegt der Geheimhaltung, ob diese Bomben auch auf solche feindlichen Streitkräfte, die sich bereits in NATO-Staaten befinden, abgeworfen werden, also auf dem Boden von NATO-Staaten detonieren.</div><div><br></div><div>Dafür würde aber sprechen, dass nach einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie "die Reichweite der Flugzeuge, mit denen die Atomwaffen transportiert werden sollen, an vielen Stellen kaum über das Bündnisgebiet hinaus reicht"<span class="fs11lh1-5"><sup>9</sup></span>.</div><div><br></div><div>Abschließend möchte ich noch kurz das verheerende Zerstörungspotential von Atomwaffen verdeutlichen. Ich greife dazu auf eine weitere von Greenpeace beauftragte Studie zurück<span class="fs11lh1-5"><sup>10</sup></span>.</div><div><br></div><div>Ein wahrscheinliches Angriffsziel wäre der Regierungssitz in Berlin. Die Studie geht von einer 20-Kilotonnen-Bombe aus, die auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude detoniert. Zum Vergleich: Die Hiroshima-Bombe hatte eine Sprengkraft von ca. 15 Kilotonnen<span class="fs11lh1-5"><sup>11/<sup></span>. Bei diesen Größenordnungen handelt es sich nach heutigen Verhältnissen um relativ "kleine" Atombomben.</div><div><br></div><div>Der durch die Detonation entstehende Feuerball hat einen Radius von 260 Metern. Alles, was sich innerhalb dieses Radius befindet, wird verdampft. Das betrifft rund 900 Menschen. Schwere Explosionsschäden treten in einem Radius von 590 Metern auf. Auch in diesem Umkreis sterben fast alle Menschen. Das betrifft rund 4.500 Personen.</div><div><br></div><div>Durch eine tödliche Strahlendosis im weiteren Umkreis sterben innerhalb eines Monats mehr als 25.000 Menschen. In einer Entfernung von bis zu 1,91 Kilometern vom Detonationspunkt sterben durch einstürzende Gebäude und Feuer über 26.000 Menschen, über 73.000 werden verletzt.</div><div><br></div><div>Durch den radioaktiven Niederschlag (die <span class="fs14lh1-5"><i>Fallout</i></span>-Strahlung) sterben weitere Zigtausende Menschen. Die Studie gibt insgesamt 145.000 unmittelbar Tote an. Hinzu kommen noch etwa 50.000 spätere Tote durch eine Krebserkrankung.</div><div><br></div><div>Der <span class="fs14lh1-5"><i>Focus </i></span>bemerkte zu diesem Szenario:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Im Fall eines direkten russischen Angriffs auf die NATO – in dessen Rahmen die Hauptstadt der Bundesrepublik ein realistisches erstes Ziel wäre – wäre eher mit einer größeren Atombombe zu rechnen. Im Fall einer 500000-Tonnen-TNT-Atombombe würden laut Rechnungen von "t-online" in einem Schlag nahezu eine Million Deutsche getötet oder tödlich verletzt. So gut wie ganz Berlin läge sofort in Trümmern. Die Atomwolke zöge, je nach Windrichtung, bis nach Hamburg oder Prag.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>12</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Ein Angriff mit einer 550-Kilotonnen-Bombe auf Frankfurt würde 500.000 unmittelbare Todesfälle verursachen sowie rund 165.000 durch eine spätere Krebserkrankung. Ein Angriff mit einer 170-Kilotonnen-Bombe auf Büchel würde zu 130.000 unmittelbaren und rund 80.000 späteren Todesfällen führen.</div><div><br></div><div>Das alles sind abstrakte Zahlen. Es geht aber um das Leben unschuldiger Menschen: Kinder, die soeben noch spielten, Touristen, die die Stadt erkundeten, verliebte Pärchen auf einer Bank im Park, die von einer gemeinsamen Zukunft träumten, Männer und Frauen, die mit Kinderwagen unterwegs waren oder ihrer Arbeit nachgingen. Sie alle werden verdampft, verbrannt oder verstrahlt und einem elenden Tod anheimgegeben.</div><div><br></div><div>Es ging bei diesen Beschreibungen um relativ "kleine" taktische Atombomben. "Klein" ist nicht falsch zu verstehen: Auch diese Nuklearwaffen können schon "schwerste Zerstörungen anrichten und erhebliche Radioaktivität freisetzen"<span class="fs11lh1-5"><sup>13</sup></span>. Bei strategischen Atombomben wären die Verwüstungen und Todeszahlen erheblich höher. Sie haben eine Sprengkraft von bis zu 100 Millionen Tonnen. Was dabei passiert, möchten wir uns nicht vorstellen.</div><div><br></div><div>Und das alles ist kein bloßes Gedankenspiel, das aller Wahrscheinlichkeit nach nicht eintreten wird, sondern eine konkrete Gefahr. Der polnische Premierminister Donald Tusk erklärte im letzten Jahr:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Ich weiß, es klingt niederschmetternd, vor allem für die jüngere Generation, aber wir müssen uns daran gewöhnen, dass eine neue Ära begonnen hat: die Vorkriegszeit. Ich übertreibe nicht, das wird jeden Tag deutlicher [...]. Ich möchte niemandem Angst machen, aber Krieg ist kein Konzept mehr aus der Vergangenheit.</span><span class="fs11lh1-5"><sup>14</sup></span></i></span></div><div><br></div><div>Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) drückte es so aus:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Wir müssen uns wieder an den Gedanken gewöhnen, dass die Gefahr eines Krieges in Europa drohen könnte.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>15</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Und der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter, unser vielleicht zukünftiger Verteidigungsminister, forderte:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der Krieg muss nach Russland getragen werden. [...] Russische Militäreinrichtungen und Hauptquartiere müssen zerstört werden. Wir müssen alles tun, dass die Ukraine in die Lage versetzt wird, nicht nur Ölraffinerien in Russland zu zerstören, sondern Ministerien, Kommandoposten, Gefechtsstände.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>16</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Dieses Statement von Kiesewetter kann man nur als Aufruf verstehen, Moskau mit seinen Ministerien anzugreifen.</div><div><br></div><div>Was die geschilderten Auswirkungen eines Krieges betrifft, möchte ich mit einem Wort des Generals a.D. Erich Vad schließen:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Eine Politik, die einem Krieg in Deutschland Tür und Tor öffnet, darf einfach nicht sein. Nicht im Ukraine-Krieg und auch in keinem anderen Krieg. Denn im Krieg ist nur eines verlässlich: Es wird schlimmer kommen, als wir es uns ausmalen können.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>17</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Ich finde es absurd, wenn Politiker fordern, sich an den Gedanken eines Krieges in Europa zu gewöhnen. Das Ziel der Politik muss doch sein, einen Krieg, wo immer möglich, zu vermeiden. Das gelingt nach Vad aber nur, indem zwischenstaatliche Konflikte durch Dialog, Diplomatie und Interessenausgleich bewältigt werden und man keine Eskalation riskiert, die zum Krieg führt.</div><div><br></div><div>Was in unserer konkreten Situation des Ukrainekriegs zu tun ist, wie ein Ende dieses Krieges erreicht werden kann und wie eine zukünftige weltpolitische Ordnung aussehen könnte, dazu entwickelt Erich Vad in seinem Buch ein Konzept, das ich jetzt darstellen möchte<span class="fs11lh1-5"><sup>18</sup></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Ein politisches Konzept für eine friedliche Zukunft </div><div><br></div><div>Der General a.D. plädiert dafür, dass Deutschland sein sicherheitspolitisches Schicksal in die eigene Hand nimmt, indem die Bundeswehr stark und kriegstauglich gemacht wird. Im Verbund mit den EU-Staaten sollten Deutschland und Europa eine strategische Autonomie neben den Großmächten USA, Russland und China anstreben. Dadurch werde eine Sicherheit erreicht, die Europa dann auch zu eigenen politischen Aktivitäten befähigt.</div><div><br></div><div>Aus einer militärischen Stärke heraus kann Deutschland dann seinen Interessen Nachdruck verleihen. Militärische Abschreckung ist also für Vad ein wichtiges Mittel, um den Frieden zu sichern und politisch ernst genommen zu werden. Dazu verweist er immer wieder auf die Zeit des Kalten Krieges, in dem die westliche Abschreckung einen Krieg verhindert hätte.</div><div><br></div><div>Auch über eine Wehrpflicht muss nach Vad wieder nachgedacht werden. Denn die Bundeswehr leidet massiv unter Personalmangel. Materiell und personell müsse also die Bundeswehr aufgerüstet werden. Auch die militärische Stärke der USA ist zum Schutz Europas notwendig. Die Abschreckung sollte jedoch nach Vad nicht so weit gehen, dass daraus statt Sicherheit eine Eskalationsgefahr entsteht.</div><div><br></div><div>Zur Kriegstüchtigkeit gehört auch, dass ein wirksamer Zivilschutz aufgebaut wird: ausreichend viele funktionsfähige Bunker sowie Medikamente und Nahrungsmittel aus eigener deutscher Produktion sind wesentlich, um im Kriegsfall nicht auf Importe angewiesen zu sein. Kurzum: Deutschland sollte in allen kritischen Bereichen möglichst autark werden.</div><div><br></div><div>Dazu gehört nach Vad auch – und das überrascht – eine Abnabelung von den USA. Denn die nationalen Interessen der USA seien nicht mit unseren deutschen Interessen identisch. Die geographische Lage Deutschlands erfordere ein einvernehmliches Auskommen mit Russland. Und gute Beziehungen zu China seien für uns wirtschaftlich unerlässlich. Die USA seien diesbezüglich in einer anderen Position.</div><div><br></div><div>Vad stellt ausdrücklich fest, dass die USA nicht unser, sondern ihr Bestes wollen. Ich finde, gerade unter Donald Trump ist das ja auch sehr offensichtlich. Nach Vad dient Europa den USA als strategischer Brückenkopf im Westen Eurasiens. Und die NATO dient dazu, die US-Vormachtstellung in und über Europa sicherzustellen.</div><div><br></div><div>Im Kalten Krieg war das noch anders, sagt Vad. Heute aber hätten die weltweiten Militäreinsätze der NATO wenig mit Bündnisverteidigung zu tun, aber viel mit den Interessen der USA. Auch der Ukrainekrieg diene dazu, Russland als strategischen Rivalen der USA in die Schranken zu weisen. Er sei ein Stellvertreterkrieg zwischen Russland und den Vereinigten Staaten. Es sei zwar richtig, die Ukraine in ihrem Verteidigungskrieg militärisch zu unterstützen. Wir dürfen dabei aber nicht blindlings den Vorgaben der USA folgen, sondern müssen (mit meinen Worten) "erwachsen werden" und unseren eigenen Interessen nachkommen, die sich von denen der USA unterscheiden.</div><div><br></div><div>Zu unseren eigenen Interessen gehört es Vad zufolge auch, keine Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine zu liefern. Denn damit könnte die Ukraine auch Moskau angreifen. Und dass Deutschland dann von Russland zur Kriegspartei erklärt werden könnte, liegt absolut nicht im deutschen Interesse.</div><div><br></div><div>Auch die für 2026 geplante Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland, darunter Überschallwaffen, liegt nach Vad nicht im deutschen Interesse, wenn nicht zugleich Abrüstungsmaßnahmen angestoßen werden. Denn mit diesen Raketen können Militärbasen und andere Ziele in der Tiefe Russlands innerhalb kürzester Zeit angegriffen und zerstört werden. Und obwohl die Raketen in Deutschland lagern, entscheiden die USA über ihren Einsatz. Russische Vergeltungsraketen würden dann Deutschland treffen, nicht die USA. Vad hält fest, dass diese Raketen nur in Deutschland und nicht in anderen NATO-Staaten stationiert werden sollen, so dass die übliche Lasten- und Risikoverteilung innerhalb der NATO hier entfällt.</div><div><br></div><div>Das alles sind für Vad Gründe, sich in einer multipolaren Welt, in der die Vormachtstellung der USA nicht zu halten sein wird, neu zu orientieren, die blinde Gefolgschaft gegenüber den Vereinigten Staaten aufzugeben und eigene politische Haltungen und Aktivitäten zu entwickeln. Das heißt nicht unbedingt, dass die Bindung an den Westen und die NATO aufgegeben werden muss. Aber Europa sollte endlich seine Stärke erkennen und zu einer Position auf Augenhöhe mit den USA gelangen.</div><div><br></div><div>Dann käme Europa in die Lage, eigenständig aktiv zu werden und die Beziehung zu Russland zu entspannen, indem auch die russischen Interessen wahrgenommen werden. Diese bestehen nach Vad darin, für seine Handels- und Kriegsschiffe den Zugang zum Schwarzen Meer zu behalten, und vor allem darin, dass die Ukraine nicht in die NATO eintritt und keine NATO-Truppen und -Raketen in der Ukraine stationiert werden. Diese nationalen Interessen Russlands, so Vad, verschwinden auch nicht dadurch, dass man sie im Westen ignoriert.</div><div><br></div><div>Ein starkes Deutschland könnte die Initiative ergreifen und gemeinsam mit China und den BRICS-Staaten Brasilien, Indien, China und Südafrika Druck auf Putin ausüben, sich auf Verhandlungen über einen Waffenstillstand einzulassen. Und ein starkes Deutschland könnte auch einen Plan entwickeln, wie nach einem Waffenstillstand die Sicherheit eines unabhängigen ukrainischen Staates gewährleistet werden könnte.</div><div><br></div><div>Das alles kann hier nur angedeutet und nicht in allen Aspekten und mit den entsprechenden Begründungen dargestellt werden. Ich empfehle deshalb allen Interessierten die Lektüre des Buches von Erich Vad, das meiner Meinung nach auf nur 68 Seiten Text gut verständlich einen Überblick über die weltpolitische Lage bietet und über Handlungsoptionen, die jenseits von Krieg und Waffenlieferungen liegen.</div><div><br></div><div>Wenngleich ich Vads Überlegungen in vielen Punkten für gut durchdacht und an friedlichen Lösungen orientiert halte, kann ich ihm dennoch aus christlicher Sicht nicht in allen Punkten zustimmen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Eine christliche Ethik in der Nachfolge Jesu</div><div><br></div><div>Christliches Handeln muss sich an Jesus orientieren. Wie also hat Jesus versucht, Menschen zum Guten zu bewegen und Gewalt zu verhindern? Kurz gesagt: Er hat nicht auf Abschreckung gesetzt, indem er Gewalt androhte, sondern auf die Kraft der Liebe.</div><div><br></div><div>Es mag überraschen, dass ich im Raum der Politik auf Liebe zu sprechen komme. Ich möchte daher im Folgenden konkret darlegen, dass auch Politik sich mit Liebe gestalten lässt.</div><div><br></div><div>Lieben heißt zunächst, niemandem hörig zu sein. Jesus ist konsequent seinen eigenen Weg gegangen. Er hat sich mit seiner Meinung nicht zurückgehalten, sondern hat deutliche Worte gefunden und das Böse beim Namen genannt. Er hat gegenüber Menschen, die in (selbst)zerstörerische Handlungsweisen verstrickt waren, nicht geschwiegen, sondern Kritik geübt, wo es nötig war. Er hat auch auf drohende Gefahren eines solchen Lebens hingewiesen (Mk 8,34f; Mt 26,52). Es wäre lieblos gewesen, wenn Jesus das nicht getan hätte.</div><div><br></div><div>Auf unsere Fragestellung bezogen heißt das: Eine Abhängigkeit von den USA und ihrer Weltanschauung wäre nicht im Sinne Jesu gewesen. Freundschaft ist gut, aber Freundschaft bedeutet nicht bedingungslose Gefolgschaft. Christinnen und Christen sind zur Nachfolge Jesu aufgerufen, nicht zur Nachfolge eines irdischen Staatsmannes oder Staates.</div><div><br></div><div>Insofern kann ich Erich Vads Vorschlag einer Abnabelung von den USA zustimmen. Denn die USA verfolgen ihre eigenen nationalen Interessen und bringen durch ihre Kriege viel Leid in die Welt. Das bedeutet weder eine Aufkündigung der Freundschaft mit den USA noch etwa eine neue Freundschaft mit Russland. Aber es bedeutet, eine von beiden unabhängige Politik zu betreiben.</div><div><br></div><div>Vad geht dennoch davon aus, dass wir den atomaren Schutzschirm der USA brauchen, um nicht den Aggressionen Russlands und Chinas wehrlos ausgeliefert zu sein. Er führt den Kalten Krieg als Beweis dafür an, dass das Abschreckungskonzept erfolgreich gewesen sei. Hierin kann ich ihm nicht folgen. Denn es hat sich im Kalten Krieg mehrfach gezeigt, dass dieser sogenannte "Schutzschirm" selbst enorme Gefahren in sich birgt.</div><div><br></div><div>Bekannt ist, dass die Kubakrise 1962 beinahe einen Krieg zwischen der Sowjetunion und der NATO ausgelöst hätte. Weniger bekannt ist ein Vorfall aus dem Jahr 1983: Während der schon erwähnten NATO-Übung <span class="fs14lh1-5"><i>Able Archer</i></span> wäre es aufgrund andauernder politischer Spannungen, massiver Aufrüstung, Misstrauen zwischen den Supermächten und Missverständnissen über den Ablauf der Übung um Haaresbreite zu einem Atomkrieg zwischen der UdSSR und der NATO gekommen.</div><div><br></div><div>Nur der Geistesgegenwart des Oberstleutnants der sowjetischen Luftverteidigung Stanislaw Petrow ist es zu verdanken, dass die schon abschussbereiten russischen Raketen nicht abgefeuert wurden. Petrow folgte seinem Instinkt und ignorierte, was sein Computer ihm anzeigte: den Anflug mehrerer amerikanischer Raketen mit dem Ziel Russland. Es gibt <span class="imUl"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=yxRY7J0Jqxg" target="_blank" class="imCssLink">darüber eine ARTE-Dokumentation</a></span>, die ich nur empfehlen kann<span class="fs11lh1-5"><sup>19</sup></span>.</div><div><br></div><div>Ich kann daraus nur folgern: Der atomare Schutzschirm ist eine Illusion. Er führt dazu, dass jederzeit, aber besonders in Zeiten der Aufrüstung, wie wir sie jetzt wieder erleben, ein Atomkrieg ausbrechen kann – sogar dann, wenn weder die USA noch Russland dies beabsichtigen.</div><div><br></div><div>So schreibt sogar die <span class="fs14lh1-5"><i>Bundeszentrale für politische Bildung</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Einen definitiven Nachweis, dass die eine der Antworten [auf die Frage nach dem Funktionieren der nuklearen Abschreckung] richtig und die andere falsch ist, gibt es nicht. Man kann nicht beweisen, dass oder wie die nukleare Abschreckung funktioniert. Ob und welche Antwort man für richtig hält, ist letztlich "Glaubenssache".</span><span class="fs11lh1-5"><sup>20</sup></span></i></span></div><div><br></div><div>Noch deutlicher wurde Albert Schweitzer, der schon 1957 schrieb:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">In einem Atomkrieg gibt es keinen Sieger, sondern nur Besiegte. [...] Wo es sich um Atomwaffen handelt, kann kein Volk zu seinem Gegner sagen: "Nun sollen die Waffen entscheiden", sondern nur: "Nun wollen wir miteinander Selbstmord begehen, indem wir uns gegenseitig vernichten."</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>21</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Aber ganz abgesehen von diesen Gefahren, die in der atomaren Bewaffnung selbst gründen, möchte ich fragen: Kann man als Christ wirklich in Kauf nehmen, dass Hunderttausende Menschenleben für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und den westlichen Lebensstil ausgelöscht werden? Hängt daran das Heil oder auch nur das Lebensglück? Kann man denn glücklich leben mit dem Wissen, zum Tod Hunderttausender unschuldiger Menschen beigetragen zu haben? Ich denke, Christinnen und Christen sollten den Tod so vieler unschuldiger Menschen nicht riskieren, weil Jesus einen anderen Weg weist.</div><div><br></div><div>Demgegenüber mutet es geradezu grotesk an, was die ukrainische Sängerin Mariana Sadovska wenige Wochen nach dem Beginn des Ukrainekriegs im Bundeskanzleramt sagte: Wer angegriffen werde, müsse sich um jeden Preis zur Wehr setzen und den Angreifer stoppen. Und wenn dies den Weltuntergang per Atomkrieg mit sich bringe, "dann soll es halt so sein!"<span class="fs11lh1-5"><sup>22</sup></span></div><div><br></div><div>Jesus hingegen lebte die Liebe – und das Risiko für ihn selbst, das mit jeder Liebe verbunden ist. <span class="fs14lh1-5"><b>Er </b></span>trug das Risiko der Lieblosigkeit und wälzte es nicht auf die schuldig gewordenen Menschen ab. "Er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. [...] Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen" (Jes 53,4a.5a). Liebe ist in der gefallenen Welt immer ein Wagnis. Wir werden nicht lieben können, ohne ein Wagnis einzugehen.</div><div><br></div><div>Wer nach militärischer Sicherheit strebt, ohne selbst ein Risiko auf sich nehmen zu wollen, muss endlos aufrüsten, ohne jedoch wirklich Sicherheit zu erreichen. Nur wer bereit ist, ein persönliches Risiko einzugehen, kann in der Liebe leben.</div><div><br></div><div>Ein Risiko einzugehen heißt nicht, sich wehrlos zu machen. Ich teile Erich Vads Einschätzung, dass es der Bundeswehr nicht so sehr an Personal, Ausrüstung und funktionierendem Gerät fehlen darf, dass sie ihren Auftrag nicht erfüllen kann. Der verfassungsmäßige Auftrag der Bundeswehr ist die Landesverteidigung. Deshalb muss die Bundeswehr so ausgestattet sein, dass sie verteidigungsfähig ist.</div><div><br></div><div>Erich Vad spricht von Kriegstauglichkeit. Die Frage ist aber, was man unter Kriegstauglichkeit versteht. Wenn damit gemeint ist, dass die Bundeswehr an verschiedenen Stellen der Welt zusammen mit den USA angeblich unser Land verteidigt, ist das mit Vorsicht zu genießen. Auf diese Weise ist der Auftrag der Bundeswehr in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgedehnt worden. Wer glaubt heute noch, dass unser Land in Afghanistan verteidigt wurde? Ich plädiere deshalb für eine Armee, die sich auf die Landesverteidigung konzentriert und dafür ausreichend ausgestattet ist.</div><div><br></div><div>Erich Vad nimmt an, dass Deutschland seine Interessen nur dann wahren kann, wenn es diesen Interessen durch militärische Stärke weltweit Nachdruck verleiht. Ich bezweifle das. Sollte es aber tatsächlich so sein, dann wäre der Verzicht auf solche militärische Stärke ein Stück christlicher Risikobereitschaft.</div><div><br></div><div>Ich denke, auch ein Staat mit relativ kleiner Armee, aber einem umfassenden und funktionierenden Zivilschutz, der der Bevölkerung im Ernstfall Zuflucht bietet, kann durchaus verteidigungsfähig sein. Als neutraler Staat kann er sogar in Konflikten vermitteln oder Ort für Verhandlungen sein, wie man am Beispiel der Schweiz sieht.</div><div><br></div><div>Die Bundeswehr sollte also weder überdimensioniert noch für Auslandseinsätze ausgerüstet sein. Es sollte nicht so viel Geld in sie investiert werden, dass ausreichende Mittel für Schulen, Kindergärten, Sozialleistungen, Straßen, Brücken und Klimaschutz fehlen. Die Finanzierung der Bundeswehr sollte auch nicht auf Kosten der Entwicklungshilfe gehen, so dass schon bevor der Krieg beginnt Leid über die Welt gebracht wird. Auch das würde der Liebesethik Jesu widersprechen.</div><div><br></div><div>Wir benötigen auch keine neuen Mittelstreckenraketen, die von den USA befehligt werden und Moskau unmittelbar bedrohen, so dass sie die Kriegsgefahr vergrößern. Darin bin ich wieder mit Erich Vad einig, aber überhaupt nicht mit Roderich Kiesewetter, der den Krieg unbedingt "nach Russland tragen" will.</div><div><br></div><div>Aber widerspricht eine Armee nicht überhaupt dem Liebesgebot Jesu? Ich denke an eine Armee, die für den äußerst seltenen Fall, dass ein Verteidigungskrieg unerlässlich ist, gerüstet ist. Einem islamistischen Staat beispielsweise, der mit seinen brutalen Kämpfern unser Land bedroht, möchte ich nicht wehrlos ausgeliefert sein. Und ich bin froh, dass Hitler sein grausames Projekt der Weltherrschaft nicht verwirklichen konnte.</div><div><br></div><div>Ich bin mir bewusst, dass man im Krieg schuldig wird. Krieg entspricht nie dem Liebesgebot Jesu. Den Vorrang muss deshalb immer haben, lieber selbst Leid auf sich zu nehmen, statt anderen Leid zuzufügen. Denn das war Jesu Weg.</div><div><br></div><div>Andererseits hat Jesus keinen Soldaten aufgefordert, seinen Dienst zu beenden. Es kann nämlich in der gefallenen Welt möglich sein, dass man mehr Schuld auf sich lädt, wenn man sich nicht verteidigt, als wenn man es tut. Wann ein Verteidigungskrieg wirklich unerlässlich ist, muss immer wieder neu und streng geprüft werden. Es darf meiner Meinung nach aus christlicher Sicht nur äußerst selten und unter engen Voraussetzungen der Fall sein können.</div><div><br></div><div>Der Philosoph Olaf Müller hat ohne christlichen Hintergrund eine solche Haltung als "pragmatischen Pazifismus" bezeichnet. Pragmatisch deshalb, weil diese Haltung nicht starren Lehrsätzen folgt, die ein für allemal gelten, sondern jede Situation flexibel neu bewertet. Der pragmatische Pazifist geht davon aus, dass fast alle zwischenstaatlichen Konflikte friedlich zu lösen sind. Er ist aber zugleich bereit, seine Haltung zu modifizieren, umzuformulieren oder im Extremfall sogar preiszugeben<span class="fs11lh1-5"><sup>23</sup></span>.</div><div><br></div><div>Was bedeutet das alles für eine an Jesus orientierte Ethik? Ich fasse vier wichtige Punkte zusammen, die sich meiner Meinung nach aus Jesu Liebesethik ergeben:</div><div><br></div><div>1. Wer sich an Jesu Liebe orientiert, entscheidet unabhängig. Er weiß um die Gefahren, verführt zu werden, und prüft deshalb gründlich alles, was ihm durch die verschiedenen Medien präsentiert wird. Er lässt prinzipiell Vorsicht walten gegenüber allem, was öffentlich vertreten wird. Er schließt sich nicht unkritisch dem Mainstream an, sondern übernimmt nur das Gute, das mit Jesu Leben und Lehre übereinstimmt (1Thess 5,21).</div><div><br></div><div>2. Wer sich an Jesu Liebe orientiert, gewöhnt sich nicht an Krieg, sondern schreckt vor ihm zurück. Er führt sich das unbeschreibliche Leid vor Augen, das mit Krieg in jedem Fall verbunden ist. Er verschließt die Augen nicht vor den Gefahren der Eskalation, die in jedem Krieg stecken. Deshalb ergreift er alle Möglichkeiten, Krieg zu verhindern. Er beteiligt sich nicht an Kriegen, die machtpolitische Gründe haben. Er dämonisiert den Gegner nicht, sondern nimmt auch seine Interessen wahr und zieht Diplomatie dem Krieg vor. Wie Jesus legt er den Bösen nicht auf seine Bosheit fest, sondern geht auf ihn zu und traut ihm zu, von seinem Weg umzukehren (z.B. Lk 19,5).</div><div><br></div><div>3. Wer sich an Jesu Liebe orientiert, versucht, wie Jesus lieber Leid auf sich zu nehmen als anderen Leid zuzufügen (Mt 5,38-42; 26,51-54). Deshalb lehnt er Krieg in den meisten Fällen ab. Nur in extrem seltenen Ausnahmefällen gesteht er zu, dass ein Krieg unumgänglich ist, und nimmt die Schuld des Krieges auf sich. Er bleibt aber auch dann stets offen für Zugeständnisse und tut alles, um den Krieg schnell zu beenden und so das Leid zu minimieren. Er verweigert alles, was zu einem Atomkrieg führen könnte, denn dieser führt zu Leid und Tod für unzählige unschuldige Menschen. Das widerspricht eindeutig der Liebe Jesu.</div><div><br></div><div>4. Wer in der Gewissheit lebt, von Gott unwiderruflich geliebt und als sein Kind eines ewigen Lebens gewürdigt zu sein, ist bereit, sein irdisches Leben einem Wagnis aussetzen, wenn es dazu dient, das Leben anderer zu retten und so die Liebe Jesu weiterzugeben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Zitiert nach Vad: Ernstfall, S. 5.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Zu diesen persönlichen Daten siehe den Klappentext in Vad: Ernstfall sowie https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Vad.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Siehe Vad: Ernstfall, S. 13-25.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Zum Folgenden siehe Tögel: Kriegsspiele, S. 21-75.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> Zitiert nach Tögel: Kriegsspiele, S. 46. Dort zitiert nach </span><span class="fs11lh1-15"><i>Der Spiegel</i></span><span class="fs11lh1-15"> vom 16.7.1989: "Schlacht von gestern".</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup> Zitiert nach Tögel: Kriegsspiele, S. 33. Dort zitiert nach </span><span class="fs11lh1-15"><i>Der Spiegel</i></span><span class="fs11lh1-15"> vom 27.12.2970: "Weinstein im Kaffeesatz".</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>7</sup> Zitiert nach Tögel: Kriegsspiele, S. 48. Dort zitiert nach </span><span class="fs11lh1-15"><i>Der Spiegel</i></span><span class="fs11lh1-15"> vom 30.4.1989: "Der Iwan kommt – und feste druff".</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>8</sup> Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Ramstein_Air_Base.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>9</sup> Kütt: Kernwaffen, S. 4. Siehe auch Tögel: Kriegsspiele, S. 66f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>10</sup> Siehe Becker: Auswirkungen einer Atombombe, S. 19-33.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>11/</sup> Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Little_Boy.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>12</sup> Zitiert nach Tögel: Kriegsspiele, S. 66. Dort zitiert nach </span><span class="fs11lh1-15"><i>Focus </i></span><span class="fs11lh1-15">vom 30.8.2023: "Was passiert eigentlich, wenn eine Atombombe Berlin trifft?"</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>13</sup> Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Kernwaffe#Taktische_Kernwaffe.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>14</sup> Zitiert nach Tögel: Kriegsspiele, S. 77. Dort zitiert nach </span><span class="fs11lh1-15"><i>t-online</i></span><span class="fs11lh1-15"> vom 30.3.2024: "Polnischer Regierungschef zeichnet düsteres Szenario".</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>15</sup> Zitiert nach Tögel: Kriegsspiele, S. 78. Dort zitiert nach </span><span class="fs11lh1-15"><i>ZDF heute</i></span><span class="fs11lh1-15"> vom 29.10.2023: "Pistorius sieht Gefahr eines Kriegs in Europa".</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>16</sup> Zitiert nach Tögel: Kriegsspiele, S. 78. Dort zitiert nach </span><span class="fs11lh1-15"><i>Deutsche Welle</i></span><span class="fs11lh1-15"> vom 9.2.2024: "Kiesewetter: Den Krieg nach Russland tragen".</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>17</sup> Vad: Ernstfall, S. 25.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>18</sup> Zum nächsten Kapitel siehe Vad: Ernstfall, S. 26-77.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>19</sup> </span><span class="fs11lh1-15">Die ARTE-Dokumentation ist zu sehen auf https://www.youtube.com/watch?v=yxRY7J0Jqxg. </span><span class="fs11lh1-15">Siehe auch Tögel: Kriegsspiele, S. 39f und https://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_Jewgrafowitsch_Petrow.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>20</sup> Siehe https://sicherheitspolitik.bpb.de/de/m6/articles/nuclear-strategy-between-deterrence-and.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>21</sup> Siehe Tögel: Kriegsspiele, S. 92. Dort zitiert nach Ingeborg Maus: Menschenrechte. Demokratie und Frieden. Perspektiven globaler Organisation. Suhrkamp 2018, S. 135ff. Siehe auch https://www.aerzteblatt.de/archiv/55396/Albert-Schweitzer-und-der-Atomtest-Stopp-Appell-an-die-Menschheit.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>22</sup> Siehe Müller: Pazifismus, S. 27.108. Dort zitiert nach </span><span class="fs11lh1-15"><i>Frankfurter Allgemeine Zeitung</i></span><span class="fs11lh1-15"> vom 30.3.2022, S. 9.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>23</sup> Siehe Müller: Pazifismus, S. 11.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Becker, Oda: Auswirkungen einer Atombombe auf Deutschland. Studie im Auftrag von Greenpeace. Hamburg 2020. Download: https://www.greenpeace.de/frieden/was-bewirkt-atombombe.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Kütt, Moritz: Kernwaffen in Deutschland. Hintergründe zur nuklearen Teilhabe. Studie im Auftrag von Greenpeace. Hamburg 2000. Download: https://www.greenpeace.de/publikationen/kernwaffen-deutschland-hintergruende-nuklearen-teilhabe.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Müller, Olaf: Pazifismus. Eine Verteidigung. Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, 2. Aufl. Ditzingen 2022.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Tögel, Jonas: Kriegsspiele. Wie NATO und Pentagon die Zerstörung Europas simulieren. Westend, Neu-Isenburg 2025.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Vad, Erich: Ernstfall für Deutschland. Ein Handbuch gegen den Krieg. Westend, 2. Aufl. Neu-Isenburg 2024.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: TF3000 auf Pixabay (Ausschnitt).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 14 Feb 2025 09:34:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kumbh Mela - Das größte religiöse Fest der Welt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Religionsgemeinschaften"><![CDATA[Religionsgemeinschaften]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000026F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Kumbh Mela – Das größte religiöse Fest der Welt</span></div><div class="imHeading2 imTACenter"><div>Schuld loswerden im Hinduismus und Christentum</div></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/02/2025</span></div><div><br></div><div>In Indien läuft gerade das größte religiöse Fest der Welt. Vom 13. Januar bis zum 16. Februar findet in der nordindischen Stadt Prayagraj das Fest "Maha Kumbh Mela" statt, das "Große Fest des Kruges". Dort, wo die heiligen Flüsse Ganges und Yamuna sowie der unterirdisch fließende mythische Fluss Saraswati zusammenfließen, werden sage und schreibe 350 bis 400 Millionen Pilgerinnen und Pilger erwartet.</div><div><br></div><div>An der muslimischen Pilgerfahrt nach Mekka, der Hadsch, nehmen jedes Jahr gerade mal etwa zwei Millionen Gläubige teil. Man kann sich vorstellen, was für ein Gedränge sich zur Zeit in Prayagraj abspielt. Und so kamen am 29. Januar bei einer Massenpanik mindestens 30 Menschen ums Leben.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Für viele Hindus ist es ein Lebensziel, mindestens</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">einmal im Leben an einem Kumbh Mela teilzunehmen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Vorbereitungen für dieses Fest waren enorm. Seit mehr als zwei Jahren wurde für die Pilgerinnen und Pilger auf einer Fläche von 40 Quadratkilometern eine riesige Zeltstadt aufgebaut – mit Straßen, einem Brauch- und Abwassersystem, medizinischer Versorgung, Müllentsorgung und Sicherheitsdiensten, mit 68.000 Lichtmasten, 150.000 Toiletten und Gemeinschaftsküchen, die 50.000 Menschen zugleich verpflegen können.</div><div><br></div><div>Ein hinduistischer Mythos erzählt, dass einst Götter und Dämonen um den Nektar der Unsterblichkeit kämpften, der sich in einem Krug befand. Im Kampf um diesen Nektar fielen vier Tropfen auf die Erde, und zwar auf die Orte Prayagraj, Haridwar, Ujjain und Nashik. Alle drei Jahre findet an einem dieser vier heiligen Orte die Kumbh Mela statt, so dass jeder Ort nur alle 12 Jahre dran ist – und zwar dann, wenn die Gestirne Jupiter, Sonne und Mond in einer bestimmten Konstellation zueinander stehen.</div><div><br></div><div>Die Maha Kumbh Mela, also das "Große Fest", findet nur in Prayagraj statt. In diesem Jahr hat es eine besondere Bedeutung, weil die Gestirne in einer Weise ausgerichtet sind, die es nur alle 144 Jahre gibt.</div><div><br></div><div>Millionen Pilgerinnen und Pilger strömen nach Prayagraj, um mehrmals im heiligen Ganges unterzutauchen. Sie glauben, sich dadurch von ihren Sünden zu reinigen und spirituelle Erlösung zu erlangen. Dadurch sollen sie der Befreiung vom Kreislauf der Wiedergeburten näherkommen. Für viele Hindus ist es daher ein Lebensziel, mindestens einmal im Leben an einem Kumbh Mela teilzunehmen.</div><div><br></div><div>Neben den rituellen Waschungen gibt es auch Prozessionen von heiligen Asketen und Einsiedlern, philosophische und politische Diskussionen, Einweisungen in spirituelle Lehren, Aufnahme von Schülern in hinduistische Orden sowie traditionelle Musik und Tänze. Im Jahr 2017 wurde die Kumbh Mela von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Der Mensch muss nichts leisten, um von Gott</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">angenommen zu werden</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das Pilgern hat auch eine große christliche Tradition. Anlass für eine christliche Pilgerfahrt konnte zum Beispiel eine auferlegte Bußleistung sein mit dem Ziel, Ablass von Sündenstrafen zu erlangen. Oder man wollte und will durch die Pilgerfahrt einem Gebet Nachdruck verleihen, Gott für etwas danken oder einfach seinen Glauben vertiefen. Doch auch viele Teilnehmer der Kreuzzüge verstanden sich als bewaffnete Pilger, die durch die gewaltsame Vertreibung der Muslime aus dem Heiligen Land einen Ablass zu erlangen suchten.</div><div><br></div><div>Die Reformatoren wandten sich dagegen, dass das Pilgern mit Bußleistungen verbunden wurde, um Ablass von Sündenstrafen zu erlangen. Der protestantische Glaube kennt auch keine an sich heiligen Orte oder Flüsse. Heilig ist nur Gott allein und das, worauf er seine Heiligkeit überträgt (Hos 11,9; Lev 22,32b; 1Mo/Gen 2,3). In diesem Sinne kann das Neue Testament auch die gläubigen Christinnen und Christen als Heilige bezeichnen: Sie sind nicht aus sich selbst heraus heilig, sondern sind von Gott mit seinem heiligen Geist beschenkt und dadurch geheiligt (1Thess 1,6; 5,23).</div><div><br></div><div>Ebenso wendet sich der protestantische Glaube gegen alles, was nach einer Selbsterlösung des Menschen durch seine eigenen Taten aussehen könnte. Der Mensch muss nicht pilgern, um sich selbst von Sünden zu reinigen oder Erlösung zu erlangen. Er muss überhaupt nichts leisten, um von Gott angenommen zu werden. Darin gründet die ungeheure Freiheit des christlichen Glaubens: Die Erlösung wird dem Menschen geschenkt, ohne dass er dafür etwas tun muss – weil er zu seiner Erlösung gar nichts beitragen <span class="fs14lh1-5"><b>kann </b></span>(1Kor 12,3b; 2Kor 3,4-6 ;Eph 2,8-10).</div><div><br></div><div>Was nicht bedeutet, dass der von seiner Einbindung in die destruktiven Strukturen der Welt befreite Mensch so weiterlebt, als wäre nichts geschehen. Die Kausalität ist hier entscheidend: Nicht das Handeln des Menschen ist die Ursache dafür, dass er von Gott erlöst wird; sondern Gottes erlösendes Handeln, das sich in Jesus Christus vollzogen hat, ist die Ursache dafür, dass der Mensch seinen Lebenswandel ändert.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Nötig ist nur, die Erlösung an sich geschehen zu lassen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der von Gott erlöste Mensch wird also, sofern er diese seine Befreiung annimmt, an Jesus Christus glauben – an den Gott Gleichen, der Gottes Liebe zu allen Menschen und sein Leiden unter ihnen gelebt und offenbart hat. Der befreite Mensch wird sodann seinen zerstörerischen Lebenswandel bereuen und von seinen lebensfeindlichen Wegen umkehren. Und er wird das Ziel anpeilen, das Gott für ihn bestimmt hat: ein unvergängliches, glückliches Leben an der Seite Gottes.</div><div><br></div><div>Zu dieser Erlösung sind keine Pilgerfahrten nötig. Nötig ist nur, die Erlösung an sich geschehen zu lassen.</div><div><br></div><div>Das ist der Unterschied zu aller falsch verstandenen menschlichen Religiosität – und zu einem falsch verstandenen Christentum. Denn auch der christliche Mensch ist vor Selbsterlösungsphantasien nicht gefeit (Gal 5,1f.6).</div><div><br></div><div>Der religiöse Mensch macht sich Arbeit mit der Befreiung von seinen Sünden. Der christliche Gott aber sagt zum Menschen (Jes 43,24b.25):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Du hast mir Arbeit gemacht mit deinen Sünden,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">du hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Ich, ich bin es, der deine Missetaten tilgt um meinetwillen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">und deiner Sünden werde ich nie mehr gedenken.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Darum können auch das größte christliche Fest und jede christliche Pilgerfahrt nur dankbare Vergegenwärtigungen des erlösenden Handelns Gottes sein, das uns immer vorausgeht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Pilger<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzzug<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.tagesschau.de/ausland/asien/indien-kumbh-mela-fest-100.html<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/k/kumbh-mela<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.indienaktuell.de/tourismus/kumbh-mela-das-groesste-spirituelle-fest-der-welt-713169<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.indien-special-tours.de/indien-blog/indien-kumbh-mela-reise</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Rajesh Balouria auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 03 Feb 2025 17:46:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Donald Trump - Messias der Evangelikalen?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000026D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Donald Trump – Messias der Evangelikalen?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/01/2025</span></div><div><br></div><div>Viele amerikanische Evangelikale haben Donald Trump gewählt. Über deren Motivation habe ich bereits <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=000000261" class="imCssLink">in einem anderen Artikel berichtet</a></span>.</div><div><br></div><div>Doch Trump wird auch in Deutschland von nicht wenigen evangelikalen Christen verehrt. Sie sehen ihn als eine Art Heilsbringer, sozusagen als neuen Messias – als Erlöser von der angeblich vorherrschenden links-grünen Weltanschauung.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Die politische Gesinnung hat die Oberhand über den</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">christlichen Glauben gewonnen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Natürlich würden die Evangelikalen Donald Trump nicht als Messias bezeichnen. Messias ist für sie nur Jesus Christus. Und der war ohne Sünde. Trump aber ist ein Sünder, wie auch seine Anhänger zugestehen.</div><div><br></div><div>Aber... Jetzt kommt das große Aber: Trump ist ein Sünder, aber Israels König David war auch ein Sünder, und Gott hat ihn dennoch zum mächtigen Herrscher erwählt. So ist es auch mit Donald Trump. Er ist ein von Gott zur Herrschaft auserwählter Sünder.</div><div><br></div><div>Ich frage mich, was mit diesem Argument eigentlich gesagt werden soll. Will man Donald Trump und König David auf ein und dieselbe Stufe stellen? Das kann nicht im Ernst gemeint sein. David war eine gläubiger Israelit, Trump ist ein Amerikaner, an dessen Gläubigkeit man mit Recht zweifeln kann. David hat seine Sünde eingestanden und bereut (2Sam 12,13a; 24,10). Von dem Egomanen und selbstverliebten Narzissten Trump ist das nicht bekannt und auch kaum vorstellbar. Bisher jedenfalls hat er in seinen zahlreichen Gerichtsverfahren jede Schuld abgestritten.</div><div><br></div><div>Wenn man aber König David und Trump nicht auf dieselbe Stufe nebeneinander stellen will, was soll der Vergleich dann besagen? Vielleicht, dass Gott auch Sünder dazu erwählen kann, Gutes zu tun? Das ist zweifellos richtig. Aber dazu bedarf es keines Vergleichs mit König David. Da würde schon der ungläubige persische König Kyros ausreichen, von dem das Alte Testament berichtet, dass Gott ihn dazu bewegte, Gutes zu tun (2Chr 36,22f; Esr 1,1-4).</div><div><br></div><div>Aber was besagt überhaupt der Hinweis darauf, dass Gott Sünder erwählen kann, Gutes zu tun? Dieser Hinweis besagt nur, dass Gott das tun kann. Er besagt aber nicht, dass Trump in die Reihe dieser Erwählten gehört. Wenn man das damit aussagen wollte, dann könnte man ebenso beliebige andere Präsidenten und Staatsmänner zu von Gott erwählten Herrschern erklären: zum Beispiel Bismarck, Napoleon, Kaiser Wilhelm II., Stalin oder Adolf Hitler ...</div><div><br></div><div>Die Aufzählung zeigt schon, wie absurd es ist, jemanden, von dem in der Bibel überhaupt keine Rede ist, zum von Gott erwählten Herrscher von Gottes Gnaden zu erklären. Wenn also biblisch und theologisch nicht zu erweisen ist, dass Trump von Gott auserwählt wurde, dann muss es etwas anderes sein, was manche Gläubige dazu bewegt, Trump als von Gott Erwählten zu betrachten. Dieses Andere kann dann nur in seiner politischen Haltung bestehen.</div><div><br></div><div>Das heißt: Wer Trump eine göttliche Erwählung zuspricht, tut das, weil er seine politische Haltung für richtig hält. Es ist also eine politische Gesinnung, die hier das Urteil fällt. Und dieser politischen Gesinnung gibt man dann nachträglich durch den Vergleich Trumps mit König David eine religiöse Weihe.</div><div><br></div><div>Die politische Gesinnung hat dann die Oberhand über den christlichen Glauben gewonnen.</div><div><br></div><div>Das ist gefährlich. Denn die Annahme, Trump sei von Gott erwählt, verleiht ihm einen quasi unangreifbaren Status. Als von Gott erwählter Herrscher kann er nun tun, was er will: Er ist ja von Gott gesegnet und wird deshalb Gottes Auftrag ausführen – es sei denn, er weicht deutlich von den Erwartungen seiner Anhänger ab. Dann würden sie ihm vielleicht die Treue aufkündigen – jedenfalls diejenigen, die ihm nicht gänzlich verfallen sind.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Viel deutlicher kann man die eigene Person nicht zu dem machen,</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">der das Reich Gottes auf Erden herbeiführt</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Bisher hat Trump offenbar die Erwartungen seiner Anhänger erfüllt. Seine bisher bekannt gewordenen Skandale und Gesetzwidrigkeiten, seine Lügen und seine Demokratiefeindlichkeit führen offenbar in den Augen seiner christlichen Anhänger nicht dazu, ihm seine göttliche Erwählung abzusprechen. Denn auch König David hat trotz seiner Verfehlungen seine göttliche Erwählung nicht verloren.</div><div><br></div><div>Im Gegenteil: Gott hat nach alttestamentlicher Darstellung der David-Dynastie ein ewiges Reich verheißen, das nach christlichem Verständnis in seinem Nachkommen Jesus seinen Abschluss und sein Ziel fand (2Sam 7,16; Lk 1,30-33). Könnte nicht Donald Trump in dieser bis in die Ewigkeit reichenden Geschichte eine außerordentliche Rolle spielen?</div><div><br></div><div>Die David-Dynastie hat ihr Ende gefunden. Es gibt keine Herrscher aus dem Haus Davids mehr. Aber es gibt Jesus, der in die Nachkommenschaft Davids gehört und dessen Reich ein ewiges Reich sein wird: das messianische Friedensreich ohne Ende.</div><div><br></div><div>Es ist das ewige Reich des "Menschensohns", der im Neuen Testament mit Jesus Christus identifiziert wird (Dan 7,13f; Mt 24,30f u.ö.). Vor der Errichtung seines ewigen Reichs aber wird nach einer christlichen Tradition Christus den Teufel aus der Welt verbannen und 1000 Jahre lang auf Erden herrschen. Dann werden 1000 Jahre lang absoluter Friede und Gerechtigkeit auf Erden herrschen (Dan 2,44 i.V.m. Offb 20,1-4). Dieses zukünftige "Tausendjährige Reich" wurde in der christlichen Tradition auch das "Goldene Zeitalter" genannt.</div><div><br></div><div>Auch Donald Trump hat in seiner <span class="imUl"><a href="https://www.berliner-zeitung.de/news/die-antrittsrede-des-us-praesidenten-donald-trump-im-wortlaut-li.2290366" target="_blank" class="imCssLink">Antrittsrede am 20. Januar</a></span> vom Goldenen Zeitalter gesprochen: Das Goldene Zeitalter Amerikas beginne mit seiner Präsidentschaft. Wir stünden am Beginn einer aufregenden neuen Ära des nationalen Erfolgs, und das Sonnenlicht ströme über die ganze Welt – natürlich von Amerika, und das heißt von Donald Trump aus. So bezeichnete er sich in seiner Antrittsrede auch als "Friedensstifter und Einiger", der beim Attentatsversuch in Pennsylvania "von Gott gerettet wurde, um Amerika wieder groß zu machen."</div><div><br></div><div>In Trumps Sicht sind die Vereinigten Staaten eine außergewöhnliche, glorreiche und siegreiche Nation unter Gott, die mit keiner anderen Nation auf Erden zu vergleichen ist. Das ist die Position des <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=000000261" class="imCssLink">amerikanischen Exzeptionalismus</a></span>, der amerikanischen Außergewöhnlichkeit, die wohl alle amerikanischen Präsidenten in ihren Antrittsreden zur Sprache gebracht haben.</div><div><br></div><div>Mit ihrer Macht und Stärke, mit Mut und Mitgefühl werde Amerika, so Trump, "alle Kriege beenden und einen neuen Geist der Einheit in die Welt bringen." Seine "Regierung amerikanischer Patrioten" werde "schnell handeln, um Hoffnung, Wohlstand, Sicherheit und Frieden für Bürger aller Ethnien, Religionen, Hautfarben und Glaubensrichtungen zurückzubringen", und nichts werde sich dabei seiner Nation entgegenstellen.</div><div><br></div><div>Vermutlich weil seine Amtseinführung am amerikanischen Gedenktag für Martin Luther King stattfand, nahm Trump auf den Pastor und Bürgerrechtler Bezug und kündigte an, dass Amerika seinen Traum verwirklichen werde. King ging es in seiner berühmten Rede um die Aufhebung der Rassentrennung und ein Ende aller rassistischen Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Er zitierte dabei die Vision des Propheten Jesaja, wonach, bildlich gesprochen, alles Unebene gerade werden und die Herrlichkeit Gottes auf Erden offenbart werden soll (Jes 40,4f).</div><div><br></div><div>Trump hat diese biblische Verheißung mit seiner Präsidentschaft verbunden. Viel deutlicher kann man die eigene Person nicht zu dem machen, der das Reich Gottes auf Erden herbeiführt. Eine neue Ära, also ein neues Zeitalter, eine Zeitenwende, beginne mit Trump, sagte er. Das Licht der Sonne, ein christliches Symbol für Jesus Christus, werde sich über die Welt ausbreiten. Trumps Herrschaft werde alle Kriege beenden und einen neuen Geist der Einheit hervorbringen. So werden sich Frieden, Sicherheit, Hoffnung und Wohlergehen für alle ausbreiten. Er selbst, Trump, sei ja ein von Gott geretteter Friedensstifter.</div><div><br></div><div>Das alles sind Begriffe, die in der christlichen Tradition allein für den Messias Jesus Christus verwandt werden. Und weil Trump der Messias nicht ist, gibt es auch eine andere Seite seiner scheinbar gottgegebenen Herrschaft.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Man sollte sich Fragen, ob Trumps Politik</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">christlichen Werten standhält</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Anhänger Trumps müssen wissen, welche Politik sie mit seiner Person unterstützen. Trump will das Pariser Klimaabkommen aufkündigen und damit das Ziel nicht mehr verfolgen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die zerstörerischen Folgen des Klimawandels werden vor allem die kommenden Generationen tragen müssen. Ist das ein christlicher Umgang mit Gottes Schöpfung und mit unseren Nachkommen?</div><div><br></div><div>Das ist nicht das Ende des Klimaschutzes. Die Politik Trumps wird wohl nur <span class="imUl"><a href="https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/trump-usa-pariser-klimaabkommen-ausstieg-folgen-100.html" target="_blank" class="imCssLink">eine geringe Auswirkung haben, wenn die anderen Staaten bei ihren Klimaschutzmaßnahmen bleiben</a></span>. Panik ist also nicht angesagt. Aber jeder sollte sich Fragen, ob Trumps Politik christlichen Werten standhält.</div><div><br></div><div>Das gilt auch für den Austritt aus der <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltgesundheitsorganisation" target="_blank" class="imCssLink">Weltgesundheitsorganisation</a></span> (WHO), die Trump angekündigt hat. Die WHO unterstützt vor allem arme Staaten bei ihrer Gesundheitspolitik. Das Streichen von Geldern für die WHO schadet also vor allem den Armen dieser Welt. Ich kann das nicht für christlich halten.</div><div><br></div><div>Trump scheint von der Demokratie nicht viel zu halten. Er hat diejenigen begnadigt, die im Jahr 2021 <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sturm_auf_das_Kapitol_in_Washington_2021" target="_blank" class="imCssLink">den Kongress stürmten</a></span>, in dem die Abgeordneten die Wahl Joe Bidens zum Präsidenten bestätigen wollten. Das Parlament musste seine Sitzung unterbrechen und die Abgeordneten mussten vor der gewalttätigen Menge in Sicherheit gebracht werden. Fünf Menschen starben, Abgeordnetenbüros wurden verwüstet. Zu den von Trump Begnadigten gehören <span class="imUl"><a href="https://www.srf.ch/news/international/us-wahlen-2024/proud-boys-und-oathkeepers-wer-sind-die-rechtsextremen-die-trump-begnadigt" target="_blank" class="imCssLink">Rechtsextremisten wie die "Proud Boys", das sind gewaltbereite, &nbsp;rassistische weiße Faschisten</a></span>.</div><div><br></div><div>Die Demokratie ist sicher nicht die einzig mögliche Staatsform. Sie hat zahlreiche Schwächen, ist aber besser als jede Oligarchie oder Autokratie. Bestrebungen, die Demokratie zu schwächen oder abzuschaffen und faschistische Gewalttäter zu begnadigen, kann man daher kaum christlich nennen.</div><div><br></div><div>In dieselbe Richtung weist, dass Trumps neuer Freund Elon Musk während der Antrittsfeier den Hitlergruß zeigte oder, <span class="imUl"><a href="https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-21-januar-2025-100.html" target="_blank" class="imCssLink">Bodo Ramelow zufolge, einen amerikanischen Nazigruß</a></span>, auch wenn er das nachträglich abstritt. Die amerikanische Nation und die Ära eines nationalen Erfolgs kamen in Trumps Rede erstaunlich oft vor. Ich kann aber einen Nationalismus, der das eigene Volk und seine Erfolge allen anderen Völkern vorordnet, nicht für christlich halten. Das hatten wir in Deutschland schon mal – mit dem bekannten millionenfachen Leid.</div><div><br></div><div>Auf Trumps Gesetzesbrüche, seinen eitlen Egozentrismus, seine Lügen, seine frauenverachtenden Äußerungen, seine Gebietsansprüche (Grönland, Kanada, Panamakanal) und vieles andere will ist jetzt gar nicht eingehen. Das alles ist wohlbekannt. Ich möchte aber noch erwähnen, dass Trump es nicht für nötig hielt, bei seiner Vereidigung die linke Hand auf die Bibeln zu legen, wie es in den USA üblich ist.</div><div><br></div><div>Ihn trotz alledem für einen von Gott erwählten Präsidenten zu halten, kann ich nicht nachvollziehen. Einzig seine Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen kann man als christliche Haltung bezeichnen. Aber um Schwangerschaftsabbrüche abzulehnen, muss man nicht Christ sein. Man kann sie auch aufgrund eines säkular-konservativen Wertekanons ablehnen. Und es wäre sehr einseitig, wenn die Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen <span class="fs14lh1-5"><b>allein </b></span>den Ausschlag dafür gäbe, Trump zu unterstützen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Donald Trump ist kein Weltherrscher,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1">der der Welt das Goldene Zeitalter bringen kann</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Es gibt Christinnen und Christen, die Trump eine quasi-religiöse Verehrung entgegenbringen, als sei er zwar nicht der Messias, aber ein dem Messias ähnlicher Heilsbringer, mit dem das Goldene Zeitalter, das Tausendjährige Reich beginnt. Wirklich christliche Gründe gibt es für diese Verehrung nicht. Dahinter steht vielmehr eine konservative politische Gesinnung. Die kann man haben, aber man sollte sie dann auch als das bezeichnen, was sie ist: eine politische Weltsicht. Gefährlich wird es, wenn man ihr eine christliche Weihe verleiht. Denn dadurch macht man sie unangreifbar und alternativlos.</div><div><br></div><div>Übrigens hat Jesus um die Gefahren von politisch-religiösen Heilsbringern gewusst, als er sagte (Mt 24,4f.23-25):</div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Seht zu, dass euch niemand in die Irre führt. Denn viele werden in meinem Namen kommen und sagen: "Ich bin der Messias" und werden viele in die Irre führen. [...]</span></i></span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf2">Wenn dann jemand zu euch sagt: "Siehe, hier ist der Messias!", oder: "Dort!", glaubt (es) nicht. Denn es werden falsche Messiasse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder vorführen, um – wenn möglich – auch die Auserwählten in die Irre zu führen. Siehe, ich habe (es) euch vorhergesagt.</span></i><br></div><div><br></div><div>Donald Trump hat nicht gesagt "Ich bin der Messias." Aber er hat sich als "Friedensstifter und Einiger", als Befreier und Wohltäter für alle Menschen, als von Gott vor dem Tod geretteter und siegreicher Herrscher präsentiert. Das alles sind Bezeichnungen, mit denen die biblischen Schriften den Messias beschreiben. Jesus aber warnte davor, solchen Verführern zu verfallen. Diese Gefahr ist besonders groß, wenn sie Zeichen und Wunder tun, wenn also Überraschendes und Unerwartetes durch sie geschieht und sie sich so als von Gott Gesandte auszuzeichnen vermögen.</div><div><br></div><div>Walter Klaiber schreibt in seinem Matthäus-Kommentar, aus dem auch die obige Übersetzung des Bibeltextes entnommen ist:</div><div><br></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">Es ist ein Kennzeichen von Notzeiten, dass Leute auftreten, die sich als Retter und Führer ausgeben und von denen sich Leute verführen lassen. Im jüdischen Kontext heißt dies, dass sie sich als </span></span><span class="cf2"><span class="fs16lh1-5 ff1">Messias </span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">ausgeben, den von Gott gesandten Befreier und Retter. [...] Es wird eine grundsätzliche Warnung ausgesprochen: Vorsicht, wenn Leute euch glauben machen wollen: "</span></span><span class="cf2"><span class="fs16lh1-5 ff1">Hier ist der Messias!</span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">", oder: "</span></span><span class="cf2"><span class="fs16lh1-5 ff1">Dort!</span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">", bleibt misstrauisch und glaubt (es) nicht.</span></span></i></div><div><br></div><div>Man muss sich nicht als Jesus Christus ausgeben, um sich als Messias feiern zu lassen. Es gab und gibt auch andere angebliche Messiasse – Herrscher, die sich als von Gott gesandte Retter, Befreier und Heilsbringer für die ganze Welt darstellen.</div><div><br></div><div>Nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten sind manche Christen in Deutschland geradezu euphorisch, andere eher verängstigt und deprimiert. Ich plädiere für Gelassenheit. Gott kann tatsächlich Gutes durch Trump bewirken. Ob Gott das tun wird, wissen wir nicht. Dafür können wir nur beten.</div><div><br></div><div>Trump selber ist in seinem offensichtlichen Größenwahn eher eine Gefahr als ein Heilsbringer. Persönliche und nationale Selbstbezogenheit sind immer gefährlich. Wenn das Goldene Zeitalter von nur einem einzigen Menschen oder einer einzigen Nation ausgehen soll, müssen gerade Christen hellhörig werden. Denn sie sollten wissen, dass messianische Verheißungen nur von Jesus Christus erfüllt werden und von niemandem sonst.</div><div><br></div><div>Donald Trump ist kein Weltherrscher, der der Welt das Goldene Zeitalter bringen kann. Denn der Herr der Geschichte ist nach christlichem Bekenntnis Jesus Christus, nicht Donald Trump. Und darum gilt für Trump das Wort, das der ehemalige Bundespräsident Gustav Heinemann schon 1950 beim 2. Evangelischen Kirchentag in Essen sagte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will: Eure Herren gehen, unser Herr aber kommt!</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch Donald Trump wird gehen, wie alle seine Vorgänger und Nachfolger. Die Zukunft aber liegt in den Händen Jesu Christi, der nicht geht, sondern kommt.</div><div><br></div><div>Darum können Christen – trotz aller Lügen, politischen Wirren und negativen Aussichten – zuversichtlich in die Zukunft blicken.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Walter Klaiber: Das Matthäusevangelium. Teilband 2: Mt 16,21-28,20. Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH. Neukirchen-Vluyn 2015. Die Zitate finden sich auf den Seiten 163, 170 und 175. Die ganze von Klaiber herausgegebene Kommentarreihe "Die Botschaft des Neuen Testaments" ist auch für Nichttheologen sehr zu empfehlen.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Deutsche Übersetzung der Antrittsrede von Donald Trump: <span class="imUl"><a href="https://www.berliner-zeitung.de/news/die-antrittsrede-des-us-praesidenten-donald-trump-im-wortlaut-li.2290366" target="_blank" class="imCssLink">Berliner Zeitung</a></span>.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Zu Trumps Antrittsrede ist auch zu empfehlen das knapp 7minütige Audio des Deutschlandfunks <span class="imUl">L<a href="https://www.deutschlandfunk.de/logik-des-imperialismus-literaturwissenschaftler-barbara-buchenau-ueber-trump-100.html" target="_blank" class="imCssLink">ogik des Imperialismus? Literaturwissenschaftler Barbara Buchenau über Trump</a></span>.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Zum Martin-Luther-Kind-Tag: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther_King_Day" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a>.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Grafik: Samb</span><span class="fs11lh1-5">eet D auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 25 Jan 2025 19:49:00 GMT</pubDate>
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		</item>
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			<title><![CDATA[Christlicher Vorsatz für das neue Jahr: "Ich selbst sein"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000026C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Christlicher Vorsatz für das neue Jahr: "Ich selbst sein"</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Zugleich ein Vorsatz für jede Zeit und jeden Menschen</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/01/2024</span></div><div><br></div><div>Wahrscheinlich möchten die meisten Menschen sie selbst sein. Sie möchten sich nicht verstellen, sondern authentisch sein – als der Mensch erscheinen, der sie wirklich sind. Und doch stellen wir uns oft anders dar, als wir sind.</div><div><br></div><div>Schwächen möchten wir ungern zeigen, sondern lieber stark erscheinen. Wer traurig ist, versucht es vor Menschen, die er nicht gut kennt, zu verheimlichen. Und wenn wir es mit der Wahrheit mal nicht so genau nehmen, dann soll natürlich auch das unser Geheimnis bleiben.</div><div><br></div><div>Im Innersten aber sehnen sich doch wohl die meisten Menschen danach, die Maske abzulegen und sich so zu zeigen, wie sie wirklich sind.</div><div><br></div><div>Vor Kurzem habe ich eine Predigt gehört, die mich zu diesen Gedanken angeregt hat. Thema der Predigt waren drei Sätze aus der Bergpredigt Jesu. Der Name "Bergpredigt" kommt daher, dass Jesus diese Predigt nach der Darstellung des Matthäus auf einem Berg, vielleicht eher einem Hügel hielt. Jesus hatte viele Leute aus dem Volk kommen sehen, die ihn hören wollten. Um besser verstanden zu werden, setzt er sich etwas erhöht auf einen Hügel.</div><div><br></div><div>Etwas unterhalb setzen sich seine Jüngerinnen und Jünger – eine kleine Schar. Mit etwas Abstand, aber in Hörweite, hält sich die große Menge aus dem Volk auf. Die ersten, die Jesus anspricht, sind seine Jüngerinnen und Jünger – diejenigen, die sich ihm angeschlossen hatten.</div><div><br></div><div>Jesus beginnt seine Rede damit, dass er ausführt, wer sich glücklich schätzen darf. Wir kennen diesen Text als die "Seligpreisungen". Glücklich sind nach Jesu Worten Menschen, die eigentlich gar keinen Grund zum Glücklich-sein haben. Das sind immer wieder lesenswerte Aussagen Jesu. Aber um sie geht es mir heute nicht.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Kleingläubigen, die Unverständigen, die Ängstlichen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">sind das Salz der Erde</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Mir geht es um das, was Jesus danach sagt. Als er das Thema "Glücklich-sein" abgeschlossen hat, vergleicht er die, die ihm folgen, mit Salz und Licht. Ich möchte mich heute mit dem Salz-Vergleich beschäftigen. Jesus sagt (Mt 5,13):</div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs14lh1-15"><i><span class="cf2">Ihr seid das Salz der Erde.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wenn aber das Salz fade geworden ist, womit wird es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, außer hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Schauen wir uns zunächst den ersten Satz an: "Ihr seid das Salz der Erde." <span class="fs14lh1-5"><b>Ihr </b></span>– die Jüngerinnen und Jünger, die schon ein Stück des Weges mit Jesus gegangen sind, seine Worte gehört und seine Taten gesehen haben. Sie hatten sich entschieden, sich Jesus anzuschließen, von ihm zu lernen und in seine Fußstapfen zu treten.</div><div><br></div><div>"Ihr seid das Salz der Erde" sagt Jesus ihnen. Später wird er sie oft "Kleingläubige" nennen. Es sind die, deren Glaube klein ist, die Jesus oft nicht verstehen und die Jesus, als es hart auf hart kommt, verlassen. Diese Menschen sind das Salz der Erde, sagt Jesus.</div><div><br></div><div>Ihr <span class="fs14lh1-5"><b>seid </b></span>es, sagt er. Ihr <span class="fs14lh1-5"><b>habt </b></span>das Salz nicht, habt nicht etwas, was ihr unter die Leute bringen könnt, sondern ihr <span class="fs14lh1-5"><b>seid </b></span>es: mit eurer ganzen Person, eurem ganzen Leben. Würden die Glaubenden nur <span class="fs14lh1-5"><b>etwas </b></span>zu den Leuten bringen, seien es gute Worte oder gute Taten, dann würden sie ihr Leben dahinter verstecken. Dann gäbe es eine Differenz zwischen ihrer Person und dem, was sie den Leuten bringen. Aber sie sind persönlich das Salz mit ihrem ganzen Dasein.</div><div><br></div><div>Jesus sagt auch nicht: "Ihr werdet das Salz sein" oder "Ihr solltet es sein", sondern er sagt: "Ihr <span class="fs14lh1-5"><b>seid </b></span>es". Die Kleingläubigen, die Unverständigen, die Ängstlichen sind das Salz der Erde. Jesus fordert sie nicht auf "Ihr sollt Salz der Erde sein", sondern er sagt es ihnen einfach zu: "Ihr <span class="fs14lh1-5"><b>seid </b></span>es".</div><div><br></div><div>Es geht also nicht um eine Forderung, ein Gebot, eine Ermahnung, sondern um eine Zusage. Alle Glaubenden, mag ihr Glaube noch so unvollkommen sein, sind das Salz der Erde. Das sagt Jesus denen, die sich für ihn entschieden haben, einfach zu. Du musst nicht irgendwann Salz werden, sondern du bist es. Kaum zu glauben!</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Ihr macht die Erde zu einem Ort, an dem das Leben lebenswert ist</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Aber was bedeutet das eigentlich, Salz der Erde zu sein?</div><div><br></div><div>Salz ist Würze für die Speise und Konservierungsmittel, aber es ist mehr als das: Es ist lebenswichtig. Ohne Salz gibt es kein menschliches Leben. So sind die Glaubenden, und sei ihr Glaube noch so schwach, die Würze des Lebens, das, was das Leben interessant und schmackhaft, lebenswert macht.</div><div><br></div><div>Und die Glaubenden sind zugleich die Bedingung dafür, dass ein Mensch überhaupt leben kann. Denn echtes Leben ist mehr, als rein biologisch zu leben. Und an den Glaubenden kann man sehen, dass es dieses echte Leben gibt.</div><div><br></div><div>Das ist eine starke Behauptung. Jesus meint offenbar, dass erst der Glaube einen Menschen mit echtem Leben erfüllt. Und dass die Glaubenden dieses echte Leben in die Welt bringen sollen. So sind sie das Salz nicht für sich selbst, sondern für alle Menschen. Dietrich Bonhoeffer hat geschrieben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Sie sind das Salz der Erde. Sie sind das edelste Gut, der höchste Wert, den die Erde besitzt. Ohne sie kann die Erde nicht länger leben. Durch das Salz wird die Erde erhalten, um eben dieser Armen, Unedlen, Schwachen willen, die die Welt verwirft, lebt die Erde. [...] Dieses "göttliche Salz" (Homer) bewährt sich in seiner Wirksamkeit. Es durchwirkt die ganze Erde. Es ist ihre Substanz. So sind die Jünger nicht nur aufs Himmelreich gerichtet, sondern an ihre Erdensendung erinnert.</span></i></span></div><div><br></div><div>Diese Erinnerung tut not. Denn oft konzentrieren sich die Glaubenden zu sehr auf das "Seelenheil" im Himmel und vernachlässigen dadurch die Tatsache, dass Gott auch auf Erden das Beste für seine Geschöpfe will.</div><div><br></div><div>Darum ist es gut, sich als Christ an seinen Auftrag zu erinnern, Menschen nicht nur ins Jenseits einzuladen, sondern auch für ihr Wohlergehen auf Erden zu sorgen. Jesus hat ja auch nicht nur zum Glauben eingeladen, sondern ebenso Kranke geheilt.</div><div><br></div><div>"Ihr seid das Salz der Erde", sagt Jesus. "Ihr macht das. Ihr macht die Erde zu einem Ort, an dem das Leben lebenswert ist. Und ihr weist hin auf den jenseitigen Ort, der das Ziel von allem ist. Ihr lebt die erfüllende Lebenseinstellung des Glaubens, der sich in der Liebe zu allen Geschöpfen äußert. Ihr macht das."</div><div><br></div><div>Doch – machen sie das wirklich? Sind sie wirklich das Salz der Erde?</div><div><br></div><div>Jesus selbst schien seine Zweifel gehabt zu haben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wenn aber das Salz fade geworden ist, womit wird es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, außer hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das klingt gar nicht mehr nach "Ihr seid das Salz der Erde." Das klingt eher nach "Es könnte sein, dass ihr kein Salz seid." Oder genau genommen: "Ihr seid zwar Salz, aber ihr salzt nicht mehr."</div><div><br></div><div>Eigentlich ist das ein Ding der Unmöglichkeit: Salz kann nämlich seine salzende Kraft gar nicht verlieren. Man vermutet deshalb, dass das Salz zur Zeit Jesu aus dem extrem salzhaltigen Toten Meer gewonnen wurde und deshalb Verunreinigungen enthielt. Durch diese Verunreinigungen konnte es unbrauchbar werden. Dann hatte es keinen Wert mehr und musste entsorgt werden.</div><div><br></div><div>Vielleicht sagt das Bild mehr, als man auf den ersten Blick meint: Die Glaubenden sind das Salz der Erde. Es kann aber geschehen, dass sie sich mit unguten Stoffen, unreinen Substanzen der Erde vermischen und dadurch unbrauchbar werden. Es kann sein, dass die Glaubenden sich selbst nicht ernst nehmen und unter der Hand etwas anderes werden, als sie sind. Sie vereinen sich mit schlechten, lebensfeindlichen Anschauungen und Verhaltensweisen, die es in der Welt zur Genüge gibt, und machen damit ihre Leben schaffende Kraft zunichte.</div><div><br></div><div>Das griechische Wort, das hier mit "fade werden" übersetzt ist, kann auch "töricht werden" oder "verrückt werden" heißen. Das würde bedeuten: Die Glaubenden, die ihre lebenswichtige Kraft für die Erde verlieren, sind verrückt geworden. <span class="fs14lh1-5">Sie sind an einen anderen Ort verrückt, an den sie gar nicht gehören. </span><span class="fs14lh1-5">Sie sind nicht mehr die, die sie eigentlich sind. Sie sind etwas eigentlich Unmögliches: ein Salz, das nicht mehr salzt.</span></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Kein Mensch braucht eine Gemeinde oder Kirche, </span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">die sich der Welt gleichmacht</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wir müssen dabei auch bedenken, dass das Salz seine würzende und konservierende Kraft nicht selbst produziert. Es trägt diese Kraft einfach in sich. Der Schöpfer hat dem Salz diese Kraft gegeben.</div><div><br></div><div>Ebenso ist es mit den Glaubenden: Sie bringen ihre lebenswichtige Kraft nicht aus sich selbst hervor, sondern der Schöpfer legt diese Kraft in sie hinein. Es ist die Kraft, die in der Bibel als Geist Gottes bezeichnet wird. Gott kann die Kraft seines Geistes in Menschen hineinlegen und wirken lassen. Die Menschen aber können – total verrückt – die in ihnen wirkende Kraft Gottes "auslöschen", wie Paulus schreibt (1Thess 5,19):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Den Geist löscht nicht aus!</span></i></span></div><div><br></div><div>Martin Luther hat übersetzt: "Den Geist dämpft nicht!" Aber Gottes Kraft in mir auszulöschen ist ja viel mehr, als sie nur abzudämpfen. Das ist das Verrückte, das Unvorstellbare: dass ein Mensch die positive, Leben schaffende Kraft, die in ihm ist, nicht zur Wirksamkeit kommen lassen will, sondern diese Kraft auslöscht.</div><div><br></div><div>Wenn Christinnen und Christen, wenn eine Gemeinde oder gar eine Kirche die wirksame Kraft Gottes auslöscht, dann sind sie zu nichts mehr nütze. Kein Mensch braucht eine Gemeinde oder Kirche, die sich der Welt gleichmacht, indem sie sich deren Leben zerstörenden Anschauungen und Verhaltensweisen angleicht und dadurch ihre Leben schaffende Kraft verliert (Röm 12,2).</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Glaubt an die Leben schaffende</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">und Leben erhaltende Kraft Gottes in euch</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Nun kann man bedrückt fragen: Aber wie soll ich das denn schaffen, Gottes Kraft nicht zu untergraben. Ich bin doch nicht perfekt.</div><div><br></div><div>Richtig! <span class="fs14lh1-5"><b>Du</b></span> kannst es gar nicht schaffen. Darum sagte Jesus ja auch: "<span class="fs14lh1-5"><b>Ihr </b></span>seid das Salz der Erde." Er sagte nicht: <span class="fs14lh1-5"><b>Du </b></span>bist es. Er sprach also seine Jüngerinnen und Jünger als Gruppe an. Das heißt: Sie brauchen einander, um sich gegenseitig zu stützen. Jeder allein wäre von den negativen Kräften in der Welt überwältigt worden.</div><div><br></div><div>So ist es auch heute: Jeder Christ braucht die Mitchristen, braucht eine Gemeinde, die ihn stützt. Darum funktioniert es nicht, wenn jemand meint, er könne auch ohne christliche Gemeinschaft Christ sein. Er bewegt sich dann ja nur in Kreisen, die vom christlichen Glauben wahrscheinlich nicht so viel halten. Und das untergräbt sein Christsein.</div><div><br></div><div>In der Gemeinde aber, sofern sie eine echte Gemeinschaft ist, bist du nicht allein, auch nicht mit deinen Schwächen. Und in einer solchen Gemeinde bekommst du die positiven Impulse, die es verhindern, dass du vom Negativen überwältigt wirst. Jedenfalls dann, wenn die Gemeinde nicht selbst das Negative in sich zu groß werden lässt.</div><div><br></div><div>Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid Mitarbeitende am Reich Gottes. Ihr seid die, die die Welt braucht wie niemanden sonst. Ihr mit all euren Schwächen seid gemeinsam die Leben schaffende Kraft in der Welt.</div><div><br></div><div>Und nun seid ihr selbst. Nun geht aufrecht durch die Welt – nicht stolz, aber auch nicht unterwürfig. Ihr habt eine lebenswichtige Aufgabe. Macht euch das bewusst, macht euch bewusst, wer ihr seid. Seid selbstbewusst, weil ihr am Reich Gottes mitarbeiten dürft. Verstellt euch nicht, zieht euch nicht resigniert zurück, gebt euch nicht der Bequemlichkeit hin. Sondern seid mutig und authentisch, traut euch etwas zu, erkennt, dass ihr entscheidend seid für den Fortbestand der Welt.</div><div><br></div><div>Glaubt an die Leben schaffende und Leben erhaltende Kraft Gottes in euch. Damit die Welt diese Kraft erfährt, die sie unbedingt braucht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Ich danke Sabine Knie für die Anregungen, die sie mir mit ihrer Predigt gegeben hat.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Dietrich Bonhoeffer: Nachfolge. Hg. von Peter Zimmerling. Brunnen Verlag GmbH. 3. Aufl. Gießen 2020. Das Bonhoeffer-Zitat findet sich auf Seite 115.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Walter Grundmann: Das Evangelium nach Matthäus. Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament. Band 1. Evangelische Verlagsanstalt GmbH, 6. Aufl. Berlin 1986.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Walter Klaiber: Das Matthäusevangelium. Teilband 1: Mt 1,1-16,20. Neukirchener Verlagsgesellschaft GmbH, Neukirchen-Vluyn 2015.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Grafik: Cdd20 auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 18 Jan 2025 18:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das rastlose Getriebensein und die wahre Begegnung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000026B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das rastlose Getriebensein und die wahre Begegnung</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie Nächstenliebe die Todessehnsucht stillt</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/01/2025</span></div><div><br></div><div class="imTARight"><span class="fs16lh1-5 ff1"><b><i>Zwischen Ich und Du steht kein Zweck, </i><i>keine Gier und keine Vorwegnahme;</i></b></span></div><div class="imTARight"><span class="fs16lh1-5 ff1"><i><b>und die Sehnsucht selber verwandelt sich,</b></i></span></div><div class="imTARight"><i class="fs16lh1-5 ff1"><b>da sie aus dem Traum in die Erscheinung stürzt.</b></i></div><div class="imTARight"><span class="fs16lh1-5 ff1"><i><b>(Martin Buber)</b></i></span></div><div><br></div><div>Gerade sind wir vom nach Glühwein und gebrannten Mandeln riechenden Weihnachtsmarkt zur feuchtfröhlich-lauten Silvesterfeier geeilt, und schon stürmen wir erwartungsvoll zur hochgelobten Ausstellung der weltberühmten Künstlerin, um danach keinesfalls das Theaterstück zu verpassen, das den Dramatiker schlagartig in die erste Liga der weltweit gespielten Autoren katapultierte. Im Anschluss daran erwartet uns schon der neue Kinohit, in dem uns wie nie zuvor ein Spiegel vorgehalten wird, und lässt uns kaum Zeit, den in neue Weltsichten führenden Vortrag des an einer Exzellenzuniversität lehrenden neuen Sterns am deutschen Professorenhimmel anzuhören.</div><div><br></div><div>Und als wir etwas außer Atem geraten in der Ruhe unseres Schlafzimmers ankommen, spüren wir, dass wir weder dem Grund noch dem Sinn des Lebens auch nur einen Deut nähergekommen sind. Zurück bleibt der fade Geschmack einer vertanen Zeit oder auch die Erinnerung an ein paar Stunden, mit denen wir unsere Langeweile und unseren Überdruss verdrängt haben.</div><div><br></div><div>Diese Gedanken kamen mir nach dem Lesen des Veranstaltungskalenders einer deutschen Großstadt. Natürlich drängen nicht alle ins Museum und Theater, sondern haben andere bevorzugte Eventorte: das Fußballstadion, die Gourmetmeile, den Konsumtempel, den Club, die Konzerthalle, die politische Tagung, die religiöse Gemeinschaft, das verlockende Land in der Ferne oder irgendeinen anderen Ort. Es geht dabei nicht um einen ereignisreichen Tag, sondern um den anhaltenden Prozess des Getriebenseins von einem angeblich überragenden Megaevent zum anderen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Ist dieses rastlose Getriebensein die Quintessenz unserer Zeit?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ist dieses rastlose Getriebensein die Quintessenz unserer Zeit? Ich kann mich von der Versuchung, dem Drang nach Neuem, Bereicherndem, Exklusivem nachzugeben, nicht ausschließen. Und darum kenne ich auch das Gefühl, das sich nach einem Museums-, Theater- oder Konzertbesuch mitunter einstellt: Was hat mir das eigentlich gebracht? Warum bin ich da hingegangen? Es war doch eigentlich geistlos und unbedeutend, es hatte mit meinem Leben nichts zu tun. </div><div><br></div><div>Natürlich gibt es auch bereichernde Erfahrungen – aber eher selten. Manchmal gibt es auch ein Gefühl aus dem Graubereich: Naja, das war ein wenig erhellend oder auch amüsant, aber es war nichts Herausragendes. Es war bedeutend weniger als das, als was man es ankündigte und als das, was ich erwartet hatte. Und das ist auch ein Teil des Problems: dass die Ankündigungen maßlos übertreiben und uns immer wieder und ohne ein Ende der Steigerung eine irreale Exklusivität vorgaukeln. So kommt beides zusammen: unsere Sehnsucht, unser süchtiges Sehnen nach dem Besonderen, nie Dagewesenen, und die Werbung, die dieses Sehnen zu erfüllen, diese Sucht zu befriedigen verspricht. Ich verurteile niemanden, der daran teilhat, sondern versuche, einen gesellschaftlichen Prozess bewusst zu machen.</div><div><br></div><div>Was ist es denn, dass gerade wir, die wir so viel mehr haben als die große Masse der Menschen, so sehr nach noch mehr und immer mehr, nach dem großen Beglückenden und Einsicht Vermittelnden uns sehnen? Das sagt uns doch, dass all unser materieller Reichtum und unsere rationalen Erkenntnisse uns nicht das Glück vermitteln, das wir uns von ihnen versprochen haben, sondern uns im Gegenteil als einen unbefriedigten, enttäuschten und in der Tiefe seiner Seele verzweifelten Menschen zurücklassen, einen Menschen, der auf der dauernden Jagd nach dem Glück immer schneller, hastiger und unbefriedigter durch das Leben hetzt, um zuletzt von einer großen Unerfülltheit erfüllt zu sein, von einer Leere in unseren bis an den Rand mit Gütern gefüllten Behausungen, von einer bedrückenden Sinnlosigkeit in unseren mit Erkenntnissen wie nie zuvor gefüllten Gehirnzellen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Kriegsbegeisterung verkehrt die Lebenssehnsucht</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">in Todessehnsucht</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Und geradezu grausam wäre es, wenn wir einsehen müssten, dass unser bisheriges Leben uns nicht den Zugang zum Glücksgeheimnis eröffnen kann, sondern uns den Weg in die Zerstörung des Lebens ebnet, in die Zerstörung als den einzigen Ausweg aus der Langeweile, dem Überdruss und der Leere, in den Krieg gegen den Feind, der sich immer finden lässt, sei es in der uns im Weg stehenden Natur oder schließlich im absolut bösen Nebenmenschen, der für unsere Misere verantwortlich gemacht wird. Wo die innere Leere unerträglich wird, kann der Krieg, in dem wir unser Leben einsetzen und das des Nächsten auslöschen, die Erlösung aus dem tatenlos-hetzenden Phlegma und der leeren Langeweile sein.</div><div><br></div><div>Das alles hat es schon gegeben. Manche Tagebücher aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zeugen davon. Alle, die mit Begeisterung in den Krieg zogen, zeugen davon. Und die gegenwärtige Kriegsbereitschaft, Kriegsunterstützung, Kriegstüchtigkeit ist zwar noch keine offene Begeisterung für den Krieg, aber sie ist auf dem Weg dorthin und ihr schon bedenklich nah ...</div><div><br></div><div>Die Kriegsbegeisterung ist die schlimmste Ausprägung unserer Verlorenheit. Sie verkehrt die Lebenssehnsucht in Todessehnsucht. Denn wo das echte, das erfüllte Leben unerreichbar erscheint, muss der Tod gesucht werden. Erst der Tod ist dann die letzte mögliche Erfüllung des Lebens. So zerstört die Kriegsbegeisterung das, was sie ersehnt. Sie ist der unbewusste Hass auf das Leben.</div><div><br></div><div>Dem Hass auf das Leben können wir nur die Liebe zum Leben entgegensetzen. Aber woher nehmen wir diese Liebe? Sie stellt sich dort ein, wo ein Mensch die Erfüllung seiner selbst im Mitmenschen findet. Der göttliche Gedanke "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei" (1Mo/Gen 2,18) ist keine Trivialität, sondern eine Wesensbeschreibung des Menschen. Das Leben begegnet mir im mir nahe- oder auch fernstehenden Anderen, der liebenswert ist gerade in seiner Andersheit. Auch in seiner unbequemen Andersheit. Nur dann nicht mehr, wenn er sich, selbst von Lebensleere beherrscht, also den Tod suchend, jeder Liebe entzieht.</div><div><br></div><div>Und so ist doch unser rastloses Suchen nach dem neuen Event im Grunde oft ein Ausbrechen aus unserer Einsamkeit, ein Sehnen nach der Begegnung mit dem Anderen, nach einer Stunde, in der wir uns in einer Gemeinschaft der Zuhörenden, Zuschauenden, Gleichgesinnten aufgehoben fühlen, ein Sehnen freilich, das an den Orten unserer Events unerfüllt bleiben muss, weil diese Orte sich auf das jeweilige Event konzentrieren und nicht auf den Menschen neben mir und deshalb keine wahre Begegnung ermöglichen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wer sich öffnet, ist schon in der Begegnung</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>In der wahren Begegnung nehmen wir den Anderen als Anderen wahr, nehmen ihn in uns auf, lassen uns von ihm bereichern oder auch abstoßen, doch auch dadurch bereichern. Und wir geben uns preis, sind endlich ehrlich und unverstellt, legen unsere Maske ab, schauen in unser Innerstes, sofern wir dazu noch in der Lage sind und die Angst davor uns nicht beherrscht, und öffnen unser Eigenstes dem Anderen. Wir machen uns damit verletztlich, schwach, aber gerade darin sind wir stark, denn wir geben uns und dem Anderen die Möglichkeit, einander wahrhaft zu begegnen. Wer sich verschließt, kann niemandem begegnen und bleibt einsam. Wer sich öffnet, ist schon in der Begegnung.</div><div><br></div><div>In der wahren Begegnung machen wir bereichernde Erfahrungen, bereichern wir uns gegenseitig durch die ausgetauschten Gefühle, Gedanken und Taten. Dies ist nur möglich, wenn wir über den oberflächlichen Small Talk hinausgehen, der nichts eröffnet und niemanden erfüllt. Und wenn wir uns auf den Menschen konzentrieren statt auf ein Event. Und wenn wir uns nicht auf die bloße Entgegensetzung von Thesen beschränken, wie es heute die Regel ist in öffentlichen Diskursen, die also kein Austausch sind und darum auch keine Begegnungen. Solche Pseudo-Begegnungen erfüllen nicht, sondern entleeren. Wir gehen aus ihnen als entleerte, einsame Menschen hervor.</div><div><br></div><div>Die Einsamkeit ist in unserer Zeit der grenzenlosen Kommunikationsmöglichkeiten eine Massenerscheinung. Die digitale Kommunikation kann offenbar die analoge nicht ersetzen. Wir sind leibliche Menschen und benötigen als solche leibliche Nähe, auch wenn wir uns aneinander reiben. Sich aneinander zu reiben schließt wahre Begegnung nicht aus, sondern ein. Denn nur in der Reibung werden wir des Anderen in seiner Andersheit gewahr. Leiblichkeit ist deshalb ein wesentliches Merkmal jüdischen und alttestamentlichen Denkens. Und man kann fragen, ob es etwas mit Gewalt, Kriegsbegeisterung und Unfähigkeit zur Begegnung zu tun hat, dass das europäische Christentum das leibliche Leben in eklatanter Weise abgewertet und an Gewalt und Tod übergeben hat, um es durch ein leibloses ewiges Seelenleben zu ersetzen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Im leidenden und uns fremden Mitmenschen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">begegnet uns in gewissem Sinne Gott selbst</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der jüdische Philosoph Emmanuel Lévinas hat betont, dass sich die wahre Begegnung nicht von mir her, sondern von der Andersheit des Anderen her einstellt. Das entspricht der Perspektive, die Jesus einnahm, als er die Frage, wer einem Menschen der Nächste sei, nicht vom Fragenden her beantwortete, sondern vom Mitmenschen her (Lk 10,29-37): Nicht der Fragende bestimmt, wer ihm, dem Fragenden, der Nächste sei, sondern der jeweils Andere fordert die Antwort darauf, wer ihm, dem Anderen, der Nächste ist. Nicht ich bestimme, wer mein Nächster ist, sondern mein Mitmensch stellt mich in die Verantwortung, ihm der Nächste zu sein. Die wahre Begegnung hat nicht darin ihren Ursprung, dass ich sie einem von mir erwählten Anderen gewähre, sondern darin, dass der Andere in seiner Andersheit mich zu einer wahren Begegnung mit ihm herausfordert.</div><div><br></div><div>Diese Herausforderung kann jederzeit geschehen. Sie ist ein unverfügbares Ereignis, das mir abverlangt, stets auf eine Begegnung mit dem Anderen in seiner Andersheit eingestellt zu sein, mich jederzeit für sie bereit zu halten. Diese Einstellung entrückt mich dem Kreisen um mich selbst, relativiert meine gerade ins Auge gefassten Projekte und die angepeilten Orte, indem sie mich für den Anderen sensibilisiert, der sich unerwartet und unverfügbar mir in den Weg stellt, meinen Weg unterbricht und in die ihm eigene Spur lenkt.</div><div><br></div><div>So entsteht eine Offenheit für die wahre Begegnung mit dem Anderen, die keine Angst vor dieser Begegnung kennt, keine Angst, sich selbst darin zu verlieren. Vielmehr erfährt der, der sich in seinen Aktivitäten unterbrechen lässt und eine wahre Begegnung zulässt, das Glück dieser Begegnung, ihre Sinnhaftigkeit und Bereicherung. Auch das drückte Jesus aus: Wer sich selbst, seine Seele, seinen Lebenssinn, in der wahren Begegnung verliert, indem er dem Anderen zum Nächsten wird, findet Sinn und Ziel seines Lebens (Lk 9,24b). Wer die Herausforderung annimmt, sich dem Anderen zu öffnen, sich von ihm in seiner Andersheit berühren zu lassen und so ihm wahrhaft zu begegnen, der findet das, wonach er sich sehnt: die Erfüllung seines Lebens und Erlösung von der Lebensleere und vom Hass auf das Leben, dem Hass, der sich schlimmstenfalls in der Kriegsbegeisterung äußert.</div><div><br></div><div>Das gilt sowohl für die Begegnung mit dem Menschen als auch für die Begegnung mit Gott. Beides fällt im christlichen Glauben zusammen. Denn im leidenden und uns fremden Mitmenschen begegnet uns in gewissem Sinne Gott selbst (Mt 25,31-46).</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wer dem Anderen die Wahrheit sagt, auch wenn sie</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">unbequem ist, begegnet ihm als sein Nächster</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Lässt man sich auf die <span class="fs14lh1-5"><b>Andersheit </b></span>des Anderen ein, dann führt die Begegnung mit ihm ins Leiden. Denn die Andersheit des Anderen kann zwar in seiner Lebensfreude und seiner Liebe bestehen, aber auch in seinem Leiden oder in seiner Bosheit. Jesus scheute weder das eine noch das andere. Wo Martin Luther übersetzte, dass das Ansehen eines leidenden Menschen Jesus "jammerte" (z.B. Lk 7,13), meint der griechische Text, dass es ihm durch Mark und Bein ging. Darin liegt unsere menschliche Möglichkeit, den Blick nicht vom Leidenden abzuwenden, uns vielmehr im Innersten von ihm treffen zu lassen, anrühren zu lassen, uns nicht zu verhärten, sondern unsere Taten und Pläne erweichen zu lassen vom Anderen, unseren Weg zu unterbrechen, innezuhalten, das Leid an uns heranzulassen und die Schmerzen des Anderen so wahrzunehmen, als würden wir sie am eigenen Leib spüren, und das auszuhalten, ohne uns zu betäuben oder den Leidenden zu ignorieren. So lassen wir die Andersheit des Anderen in uns hinein, öffnen ihm unser Herz, nehmen seine ganze Andersheit in uns auf und sind bereit, sein Leid zu teilen und zu mindern. Und so erleben wir das Glück der wahren Begegnung.</div><div><br></div><div>Dasselbe gilt für den Bösen. Es liegt uns nicht, dem Bösen Gutes zuzutrauen. Lieber legen wir ihn auf sein Böses fest, was den Vorteil hat, dass wir selbst in einem umso besseren Licht erscheinen. Wir könnten ihm aber auch entgegenkommen, wie Jesus es tat (z.B. Lk 19,1-10), indem wir nicht nur seine Bosheit sehen und ihn auf sie festlegen, sondern auch seine positiven Potentiale bewusst in den Blick nehmen und ihm die Chance gewähren, sich zu verändern. Wir könnten ihn mit seinen Schwächen, seinen Verletzungen, seinen Sehnsüchten wahrnehmen, könnten ihm zum Nächsten werden und ihn zu heilen versuchen, indem wir wiederum unseren Weg unterbrechen und uns um ein Einvernehmen bemühen, indem wir die Wunden, die ihm zugefügt wurden, die wir selbst ihm vielleicht zugefügt haben, zu heilen versuchen. Stattdessen ist es üblich, dass der Böse ausschließlich als böse betrachtet wird, der zu meiden, auszugrenzen und zu bestrafen ist.</div><div><br></div><div>Um nicht falsch verstanden zu werden: Es geht nicht um ein unkritisches Umarmen des Bösen. Jesus war nicht nur entgegenkommend, sondern auch kritisch – kritisch gegenüber seinen Jüngern, den "Kleingläubigen", kritisch gegenüber den religiösen Autoritäten, die selbstgerecht an ihre eigene Frömmigkeit glaubten und sich dadurch über den Anderen erhoben, und kritisch gegenüber denen, die nicht bereit waren, ihr Leben zu verändern. Mangel an Glauben Gott gegenüber, Glaube an sich selbst oder Konzentration auf das Haben statt auf das Sein fanden bei Jesus keine Zustimmung.</div><div><br></div><div>Wo Kritik angebracht ist, muss sie ausgesprochen werden. Wahrheit ist keine Kuschelanleitung, sondern kritische Wahrheit. "Besser, es gibt Skandal, als dass die Wahrheit zu kurz kommt", sagte <span class="fs14lh1-5">Papst Gregor I. ("der Große")</span><span class="fs14lh1-5"> im 7. Jahrhundert. Gerade indem wir die Wahrheit sagen, öffnen wir den Anderen für seine eigenen Potentiale, die darin liegen, der Wahrheit entsprechend zu leben. Wer dem Anderen die Wahrheit sagt, auch wenn sie unbequem ist, begegnet ihm als sein Nächster. Wer die Wahrheit tut, auch wenn es gefährlich ist, findet Erfüllung und Lebenssinn. Jesus schreckte davor nicht zurück. Er nahm lieber Leid auf sich, als anderen Leid zuzufügen (Mt 26,51-53). Die Christen sollten es ihm gleichtun und das ihnen auferlegte Kreuz jeweils auf sich nehmen. Wenn sie ihren Lebensplan retten wollen, werden sie das Glück nicht finden. Wenn sie ihn aber umstellen um des Anderen willen, in dem Gott ihnen begegnet, dann werden sie die Erfüllung ihres Lebens erfahren.</span><br></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die wahre Begegnung ist befreiende Begegnung</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die wahre Begegnung ist befreiende Begegnung. Sie befreit vom Kreisen um sich selbst, vom unbefriedigten Jagen nach dem Neuen, Exklusiven, nach der ultimativen Erfüllung, nach dem unverlierbaren Sinn, der unserem Leben Bedeutung verleiht. Denn das Neue, das Exklusive, das Einzigartige ist der Mensch neben uns, dem wahrhaft zu begegnen unsere Einsamkeit vertreibt und uns mit tiefer Freude und Glück erfüllt. Die wahre Begegnung ist deshalb nichts Erzwungenes, Erzwingbares, sondern unsere befreiende Entscheidung, des Anderen Nächster zu sein.</div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht, dass solche Begegnung ein Leichtes sei, das uns zufliegt und sich selber trägt. Im Gegenteil: Solche Begegnung benötigt Kraft. Es ist die Kraft, sich selbst zu "entäußern", wie es unsere Bibelübersetzungen von Jesus sagen (Phil 2,7). Gemeint ist, sich selbst innerlich zu entleeren, zu entblößen, zu berauben, also schwach zu werden in einer Schwachheit, die Stärke ist (2Kor 12,9f). Wahre Begegnung benötigt den Rückzug aus dem beständigen Streben und Rasen, den Rückzug aus dem Herstellen immer neuer Eventerlebnisse und aus der Bewegung überhaupt hin zu einem Innehalten, einem Ruhen, einem Sich-Besinnen, wie es der siebente Schöpfungstag uns nahelegt und wie Jesus es praktizierte, indem er, über den Sabbat hinaus, sich immer wieder zurückzog in das Alleinsein des Kraft schöpfenden Gebets (z.B. Lk 5,16).</div><div><br></div><div>Dabei wird nichts erstrebt, sondern vom Streben geruht, nichts in sich aufgenommen, sondern alles abgelegt im Vertrauen zu der freundlichen, lebenschätzenden, zukunftsträchtigen Macht, die wir Gott nennen, oder besser gesagt: Es wird alles Belastende abgelegt und so Platz geschaffen für das Gute, Lebenschaffende, Zukunftsträchtige, das im vertrauenden Ablegen zugleich von dieser Macht her uns zufließt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Martin Buber: Das dialogische Prinzip. 8. Aufl. bei Lambert Schneider im Bleicher Verlag GmbH, Gerlingen 1997. Das Buber-Zitat findet sich auf Seite 15f.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Barbara Staudigl: Emmanuel Lévinas. UTB 3262. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009.</span><br></li></ul></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 10 Jan 2025 09:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum ich hoffnungsvoll ins neue Jahr blicke]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000026A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum ich hoffnungsvoll ins neue Jahr blicke</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine Religious Fiction, die mehr ist als Fiktion</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 31/12/2024</span></div><div><br></div><div>Das neue Jahr blickt mich nicht gerade freundlich an: Kriege ohne Ende, Klimawandel ohne Wende, Demokratie in Gefahr, ein unberechenbarer Präsident in den USA und in Deutschland wird wohl einer Bundeskanzler, der von Klimaschutz auch nicht besonders viel hält, dafür aber umso mehr von Kriegstüchtigkeit. Verflixt: ganz schön viel beängstigendes Zeugs auf einmal!</div><div><br></div><div>Die Aussichten sind also nicht rosig. Aber ich habe trotzdem Hoffnung. Denn ich setze auf einen, der sich um unsere Aussichten nicht schert.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Zum Glück ist Gott kein höchstes Wesen,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">über das wir nichts Näheres wissen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ehrlich gesagt erwarte ich von den Menschen schon lange nichts mehr. Ich kann ja nun schon einige Jahrzehnte überblicken. Und was da so an politischem Irrsinn zusammengekommen ist, hat jede Hoffnung auf den Menschen in mir zerstört.</div><div><br></div><div>Kein Fortschritt beim Klimaschutz, obwohl das Problem schon seit über 50 Jahren bekannt ist. Versagen beim Kampf gegen Armut und Hunger. Krieg und Gewalt ohne Ende, in den letzten Jahren uns bedenklich nahe gekommen. Und viele Menschen halten das alles für in Ordnung. Was soll ich da noch vom Menschen erwarten?</div><div><br></div><div>Vom Menschen erwarte ich also nichts. Dafür aber von Gott umso mehr.</div><div><br></div><div>Zum Glück ist Gott kein höchstes Wesen, über das wir nichts Näheres wissen. Er ist vielmehr einer, der sich uns bekannt gemacht hat, indem er in dem Menschen Jesus auf die Erde kam. Weihnachten lässt grüßen. Und der Mensch Jesus hat gezeigt, dass Gott kein alter Herr mit Bart ist, der zwar freundlich lächelt, aber leider auch nichts an unserer Situation ändern kann. Sondern er ist ein engagierter, menschenfreundlicher Gott, der sich aktiv für das Leben einsetzt.</div><div><br></div><div>Naja, dass es überhaupt einen Gott gibt, ist für manche ja schon schwierig zu glauben. Dass er sich dann auch noch aktiv für das Leben einsetzen soll, ist für sie fast unvorstellbar.</div><div><br></div><div>Aber man kann ja mal einen Versuch machen und den Gedanken mitdenken, dass es Gott gibt – mal ganz hypothetisch, also rein fiktiv gedacht. Also als <span class="fs14lh1-5"><i>Religious Fiction</i></span>. Dann wäre es doch auch denkbar, dass Gott sich unser Treiben auf Erden nicht einfach nur von oben her anguckt und freundlich dazu lächelt – oder auch verständnislos den Kopf schüttelt. Sondern es wäre doch möglich, dass er mitten unter uns, in unserem ganzen Schlamassel aktiv wird – auf der Seite der Enttäuschten, Verwundeten, Getöteten und nach Hilfe Schreienden.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Heraus kommt die unerwartete gute Tat</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">eines machtversessenen Egomanen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Aber wie macht Gott das? Wie wird er aktiv?</span></div><div><br></div><div>Wir stricken weiter an unserer neuen Kunstform, der <span class="fs14lh1-5"><i>Religious Fiction</i></span>: Zum einen gibt es die Selbstheilungskräfte der Natur. Das heißt: Manches erledigt die Schöpfung von selbst. Das entlastet Gott, denn er braucht jetzt gar nicht mehr gesondert einzugreifen. Die Erde bringt Pflanzen und Landtiere hervor, ganz von selbst (1Mo/Gen 1,11f.24f). Wo etwas von uns Menschen zerstört wird, setzt sich das Grün schnell wieder durch. Die Bakterien auch. Das Leben geht weiter.</div><div><br></div><div>Jedenfalls das nichtmenschliche Leben. Es gibt zwar auch Selbstheilungsprozesse im Menschen, aber einen komplett zerstörten Menschen setzt niemand wieder zusammen. Und einen komplett verblödeten Menschen, der seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört, bringt niemand mehr zur Vernunft.</div><div><br></div><div>Oder doch?</div><div><br></div><div>Es könnte doch sein, dass unser fiktiver Gott über Kräfte verfügt, das Denken und Handeln eines Menschen zu beeinflussen. Wie Jesus seine Mitmenschen offensichtlich durch seine Worte und Taten tief beeindruckte, so könnte doch auch Gott Menschen beeindrucken. Da werden mitunter sogar extreme Übeltäter zu lammfrommen Wohltätern – jedenfalls für einen Augenblick.</div><div><br></div><div>Aber so weit muss es ja gar nicht kommen. In der Regel bleibt ein Übeltäter ein Übeltäter und ein Idiot ein Idiot. Aber urplötzlich hat er einen lichten Moment und eine richtig gute Idee. Und die setzt er dann sogar noch in die Praxis um. Heraus kommt die unerwartete gute Tat eines machtversessenen Egomanen.</div><div><br></div><div>Gibt's nicht, sagst du? Naja, immerhin ist der Egomane Donald Trump schon mal gegen Kriege. Er will sie sogar beenden. Ob er das schafft, weiß man noch nicht. Aber ganz Europa ist schon in heller Aufregung deswegen. Auch irgendwie merkwürdig: Da will einer einen Krieg in Europa beenden, und Europa kriegt die Panik.</div><div><br></div><div>Aber das nur nebenbei. Ich bin absolut kein Fan von Donald Trump. Der kann tatsächlich viel Unheil anrichten. Und er ist unberechenbar. Ich will ja nur sagen, dass sogar ein Unheilstifter Gutes zustande bringen kann <span class="fs14lh1-5">– wenn Gott ihm einen lichten Moment schenkt.</span></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Gott hat viele Möglichkeiten, aus dem undurchdringlichen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Wirrwarr der Geschichte Gutes entstehen zu lassen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Beispiel: Das Alte Testament erzählt von dem heidnischen Perserkönig Kyros II. <span class="fs14lh1-5">Der hat zahlreiche Kriege angezettelt und unzählige Menschen unterdrückt, aus reinen Machtgelüsten.</span><span class="fs14lh1-5"> Also ein Massenmörder. Und der bekam nach der biblischen Erzählung von Gott irgendwie den hellen Gedanken eingeflößt, die im persischen Exil festgehaltenen Israeliten freizugeben und in ihre Heimat zurückkehren zu lassen (2Chr 36,22f; </span><span class="fs14lh1-5">Esr 1,1f; Jes 44,28</span><span class="fs14lh1-5">).</span></div><div><br></div><div>Gott hat sicher noch viele andere Möglichkeiten, aus dem undurchdringlichen Wirrwarr der Geschichte Gutes entstehen zu lassen. Ich denke dabei immer an den Mauerfall von 1989. Da gab es die mutigen und vollkommen gewaltfreien Montagsdemos in der DDR, da gab es die überraschenden Zugeständnisse des russischen Präsidenten Michail Gorbatschow, und es gab die total verwirrten Politiker in der DDR, bei denen der eine offenbar nicht wusste, was der andere tat. Und plötzlich war die Grenze offen. Wenn da nicht Gott Regie geführt hat ...</div><div><br></div><div>Ich bin jedenfalls überzeugt davon, dass er täglich viele gute Dinge auf Erden in die Wege leitet. Auch durch verwirrte Politiker oder Staatslenker, die eher an Psychopathen erinnern. Denn ich glaube, wenn Gott das nicht täte, sondern die Geschichte komplett uns Menschen überließe, <span class="fs14lh1-5">dann wäre hier schon das absolute Chaos ausgebrochen – oder gar die Apokalypse. Dann hätte der </span><span class="fs14lh1-5"><i>homo sapiens</i></span><span class="fs14lh1-5"> schon sich selbst den Garaus gemacht.</span></div><div><br></div><div>Aber es gibt uns noch. Nach ungefähr 300.000 Jahren menschlicher Gewalt- und Irrsinnsgeschichte. Dem Schöpfer sei Dank! Er steht offenbar noch zu seinem aus der Art geschlagenen Geschöpf mit Namen Mensch.</div><div><br></div><div>Leider beseitigt Gott nicht mit einem Schlag alles Böse aus der Welt. Aber – irgendwie ist das ja auch gut so. Denn wenn er alles Böse beseitigen würde, dann müsste er ja auch uns beseitigen – dich und mich.</div><div><br></div><div>Okay, wir sind nicht so böse wie ein Massenmörder oder Terrorist, aber so richtig gut sind wir eben auch nicht. Darum sollten wir vorsichtig sein damit, Gott vorzuwerfen, dass er nicht alles Böse beseitigt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Das Gute bleibt immer nur relativ gut.</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Denn wir leben noch nicht in der neuen Welt Gottes</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Eins habe ich noch vergessen: Gott mag keine Gewalt. Aber er kann das Böse manchmal nur so aus der Welt schaffen, dass er die Übeltäter mit Gewalt beseitigt. Das klingt widersprüchlich. Aber wünschen wir uns nicht auch manchmal den Sturz oder sogar den Tod eines Übeltäters – damit er endlich kein Unheil mehr anrichten kann?</div><div><br></div><div>Alle Massenmörder dieser Welt mussten irgendwann abtreten – ob sie Hitler hießen, Stalin, Idi Amin oder jüngst Baschar al-Assad in Syrien. Auch Wladimir Putin wird irgendwann nicht mehr regieren. Die amerikanischen Präsidenten dürfen sowieso nur maximal acht Jahre – eine weise Einrichtung der Demokratie.</div><div><br></div><div>Und was bedeutet das alles nun für uns?</div><div><br></div><div>Wenn das alles nicht nur eine Religious Fiction wäre, sondern ein gutes Stück Wahrheit – wie in einem guten <span class="fs14lh1-5"><i>Science Fiction</i></span>-Film, der ja, wenn er wirklich gut ist, nicht nur dummes Zeug enthält, sondern eine immerhin mögliche Wirklichkeit zeigt – wenn also unsere <span class="fs14lh1-5"><i>Religious Fiction</i></span> eine mögliche Wirklichkeit zeigen würde, dann wäre es doch gar nicht dumm, sich in diese Wirklichkeit einmal hineinnehmen zu lassen.</div><div><br></div><div>Ich bin jedenfalls zunächst einmal dankbar dafür, dass es uns noch gibt. Und ich bin jeden Morgen dankbar, wenn ich gut geschlafen habe und ohne Schmerzen aufwache <span class="fs14lh1-5">und mein Tagewerk verrichten kann – zum Beispiel das hier schreiben.</span><span class="fs14lh1-5"> Und ich bin für jeden Tag dankbar, an dem der Weltkrieg noch nicht ausgebrochen ist. Und weil ich das nicht einfach für einen glücklichen Zufall halte, danke ich Gott ausdrücklich dafür.</span><br></div><div><br></div><div>Und ich gehe in den Tag vielleicht mit manchen negativen Nachrichten und Prognosen aus dem Weltenchaos<span class="fs14lh1-5">, </span><span class="fs14lh1-5">die mir gleich frühmorgens beim Zähneputzen aus dem Radio entgegengeschleudert wurden</span><span class="fs14lh1-5">.</span><span class="fs14lh1-5"> Aber ich lasse mich davon nicht unterkriegen. Denn ich traue Gott zu, dass er entgegen allen Prognosen und Erwartungen, ja mitten in den Wirren der Weltgeschichte, Gutes wirken kann. Dass er also das Leid in Grenzen hält.</span><br></div><div><br></div><div>Darum habe ich Hoffnung auch für das neue Jahr. Trotz Kriegen, Klimawandel, Kriegstüchtigkeit, <span class="fs14lh1-5"><i>Fake News</i></span>, Demokratiefeindschaft und Donald Trump. Ich habe die Hoffnung, dass Gott uns vor dem Schlimmsten bewahren wird. Und dass das neue Jahr trotz allem für die meisten Menschen ein relativ gutes wird.</div><div><br></div><div>Natürlich wird es das nie für alle Menschen. Und das Gute bleibt immer nur relativ gut. Denn wir leben ja noch nicht in der neuen Welt Gottes, sondern immer noch auf der guten alten Erde mit all ihren Unzulänglichkeiten.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Eigentlich ist das alles eine ziemlich hoffnungsvolle, lebensbejahende</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Religious Fiction. Oder eben mehr als eine Fiction: ein Stück Wirklichkeit</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Dass Gott die Menschheit vor dem Schlimmsten bewahren möge, dafür bete ich. Das erleichtert mich<span class="fs14lh1-5">: Ich gebe die Angst ab. Soll Gott doch machen! Ich kann daran sowieso nichts ändern – außer beten.</span><span class="fs14lh1-5"> Und es wäre toll, wenn möglichst viele Menschen auch dafür beten würden. Denn Gott lässt sich durch unsere Gebete beeinflussen.</span><br></div><div><br></div><div>Das ist auch so eine Eigenart des Gottes, der mitten unter uns ist. Er hört uns, wenn wir uns an ihn wenden. Und er freut sich, wenn wir ihm unsere Sorgen und Ängste mitteilen und uns von ihm helfen lassen.</div><div><br></div><div><div>Kaum zu glauben, dass uns einer hört in unserer kosmischen Einsamkeit. Und dass er uns auch noch hilfreich zur Seite stehen will. Aber ausgeschlossen ist es auch nicht.</div><div><br></div></div><div><div>Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass Gott uns unsere Wünsche erfüllt. Er tanzt nicht nach unserer Pfeife. Aber auch wenn alles schlechter verläuft, als wir es uns wünschen, bin ich fest davon überzeugt, dass Gott uns nichts Böses will. Sein guter Wille für uns kann auch in dem wirken, was uns als schlimmes Unheil erscheint. Vielleicht nimmt ja durch schlechte Erfahrungen unser Sinn für die Liebe und den Glauben wieder einen leichten Aufschwung. Das täte uns und der Welt gut.</div></div><div><br></div><div>Eigentlich ist das alles ja eine ziemlich hoffnungsvolle, lebensbejahende <span class="fs14lh1-5"><i>Religious Fiction</i></span>. Oder eben mehr als eine <span class="fs14lh1-5"><i>Fiction</i></span>: ein Stück Wirklichkeit, die von vielen vernachlässigt oder ignoriert wird.</div><div><br></div><div>Merkwürdig: Da gucken wir uns gerne alle möglichen <span class="fs14lh1-5"><i>Science Fiction</i></span>-Filme mit menschenfeindlichen <span class="fs14lh1-5"><i>Aliens </i></span>oder Grusel-Dokus über <span class="fs14lh1-5">erschreckende Geistererscheinungen</span><span class="fs14lh1-5"> an, aber mit dem menschenfreundlichen, Hoffnung machenden Gott haben wir so unsere Schwierigkeiten.</span><br></div><div><br></div><div>Schade eigentlich – nicht für Gott, aber für die Menschen. Schade, dass nur wenige dieses Stück hoffnungsvolle Wirklichkeit für wahr halten. Aber das muss ja nicht so bleiben. Vielleicht wird sich ja auch das im neuen Jahr ändern ...</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 31 Dec 2024 09:33:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Priester Zacharias - fromme Theorie, Zweifel in der Praxis]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenszweifel"><![CDATA[Glaubenszweifel]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000269"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Priester Zacharias – fromme Theorie, Zweifel in der Praxis</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/12/2024</span></div><div><br></div><div>Das Neue Testament ist voll von Zweiflern. Gerade auch diejenigen, die Vorbilder des Glaubens sein sollten, werden uns oft als Zweifler dargestellt.</div><div><br></div><div>Das ist von einer religiösen Schrift kaum zu erwarten. Die heiligen Schriften der Religionen stellen uns meist vorbildliche Menschen vor, die uns dann zum Ideal des eigenen Glaubens werden können. Bis heute gibt es in der christlichen Literatur Biographien und Romane, die uns Menschen präsentieren, die im Glauben vollkommen zu sein scheinen.</div><div><br></div><div>Die Realität ist offensichtlich eine andere. Glaube und Zweifel liegen auch bei den sogenannten Vorbildern dicht beieinander. Das zeigt uns sogar eine Gestalt, die in die Weihnachts-Vorgeschichte gehört.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Das Lebensproblem von Elisabeth und Zacharias</div><div><br></div><div>Zacharias war jüdischer Priester. Er taucht nur im Lukasevangelium auf und nur vor der Geburt Jesu (Lk 1,5-25.57-80). Dem Evangelisten Lukas liegt daran, seine Erzählung in ihren geschichtlichen Hintergrund einzubetten. Darum erwähnt er eine Fülle historischer Details (Verse 5.8-10). Er will damit deutlich machen, dass es um Ereignisse geht, die tatsächlich geschehen sind (Verse 1-4). Das bedeutet: Gott handelt nicht im luftleeren Raum oder in einem fernen Jenseits, sondern mitten unter uns, in unserer Geschichte.</div><div><br></div><div>Zacharias war mit Elisabeth verheiratet. Beide sind gläubige Juden (Vers 6). Doch ein Schatten liegt über ihrer Ehe: Sie sind hochbetagt und kinderlos geblieben (Vers 7).</div><div><br></div><div>Kinderlosigkeit war damals nicht nur das persönliche Problem eines unerfüllten Kinderwunsches, sondern auch eine gesellschaftliche Schmach (Vers 25). Die Schuld für die Kinderlosigkeit wurde der Frau gegeben. Besonders die Frauen mussten deshalb unter dem Vorwurf leiden, nicht in der Lage zu sein, den Fortbestand des Volkes Israel zu sichern. Zudem brachte Kinderlosigkeit die Unsicherheit mit sich, wer die gebrechlichen Eltern im Alter versorgen sollte.</div><div><br></div><div>Das jahrelange Leiden besonders Elisabeths lässt sich nur erahnen. Zacharias war Priester und damit gesellschaftlich anerkannt. Von seiner Frau wird man das nicht sagen können.</div><div><br></div><div>Das Leben nahm auch unter dieser Belastung seinen Lauf. Beide waren alt geworden, eine Schwangerschaft im Grunde unmöglich. Zacharias tat seinen gewohnten Dienst als Priester. Eines Tages verrichten er und seine Kollegen wie gewohnt den Priesterdienst im Jerusalemer Tempel. Wer das Räucheropfer darbringen soll, wurde jeweils ausgelost. Diesmal fällt das Los auf Zacharias (Vers 8f).</div><div><br></div><div>Weil es so viele Priester gab, wurde diese Ehre einem Priester nur ein- oder zweimal im Leben zuteil. Es war also ein ganz besonderer Tag für Zacharias. Während das Volk draußen betet (Vers 10), betritt der Priester den Tempel und bringt das Opfer dar, indem er wohlriechende Harze und Pflanzenteile auf glühenden Kohlen verbrennt.</div><div><br></div><div>Zacharias kannte den kultischen Ablauf bis in alle Details. Doch diesmal sollte alles anders kommen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die Zweifel des Zacharias</div><div><br></div><div>Zacharias hat während der Zeremonie, bei der er allein im Tempel ist, eine Engelerscheinung und gerät in Angst und Schrecken (Vers 11f). Wie man sich diese Erscheinung vorzustellen hat, wird nicht gesagt. Ob der Engel leibhaft vor ihm stand oder ob es sich um eine bloße Erscheinung visionärer Art handelt, spielt im Grunde auch keine Rolle.</div><div><br></div><div>Es gibt solche Erscheinungen auch heute. Vor vielen Jahren erzählte mir ein Mann, ihm sei nachts ein Engel erschienen. Für ihn war es eine bereichernde Erscheinung und nichts Angst Einflößendes.</div><div><br></div><div>Man könnte sich auch vorstellen, dass Zacharias eine Zeit lang in einen traumartigen Zustand fiel, in dem sein Bewusstsein getrübt war, und dass er dabei diese Erscheinung hatte. Aber wie dem auch sei: Der Engel spricht zu ihm. Er stellt sich als der Engel Gabriel vor, der vor Gott steht (Vers 19), also aus der unmittelbaren Nähe zu Gott eine Botschaft von ihm zu überbringen hat.</div><div><br></div><div>Die Botschaft des Engels lautet: Zacharias und Elisabeth werden einen Sohn bekommen, der von Geburt an mit Gottes Geist begabt sein und mit seiner Verkündigung großen Erfolg haben wird. Außerdem wird er "Gott vorangehen", das heißt nach dem Verständnis des Lukas: Er wird der Vorläufer Jesu sein. Und Zacharias wird wegen seines Sohnes in "Freude und Jubel" ausbrechen (Verse 13-17). Das Wort "Jubel" deutet darauf hin, dass es um weit &nbsp;mehr geht als um ein Ende der Kinderlosigkeit: Es geht um den Jubel, der mit dem Kommen des Messias verbunden ist.</div><div><br></div><div>Die Gnade, die Zacharias und Elisabeth erfahren, übersteigt also bei weitem das, was sie erbeten hatten. Der verheißene Sohn wird Teil der Geschichte des Messias Jesus, der der Welt das Heil bringt. Er wurde von Gott zu dieser Geschichte auserwählt. Darum gibt ihm auch Gott seinen Namen. Die Namengebung eines Kindes war eigentlich das Recht des Vaters. Hier aber gibt Gott den Namen vor und sagt damit: Dein Sohn wird ein Kind Gottes sein.</div><div><br></div><div>Die Gnade, die dem kinderlosen Ehepaar hier völlig unerwartet widerfährt, ist unübertrefflich. Darum bekommt das Kind den Namen Johannes, hebräisch <span class="fs14lh1-5"><i>Jochanan</i></span>, das heißt übersetzt: Gott ist gnädig.</div><div><br></div><div>Es ist kaum zu glauben, was danach geschieht. Der Priester hat gerade eine Nachricht erhalten, die alles Vorstellbare übersteigt. Er kennt die alttestamentlichen Schriften genau und weiß, worum es geht: Der verheißene Messias wird kommen, und sein Sohn wird als dessen Vorläufer eine wichtige Rolle dabei spielen. Das Glück über diese Nachricht müsste unermesslich sein. Aber Zacharias erfasst nicht das Glück, sondern das Misstrauen.</div><div><br></div><div>Was ihm da vom Engel verheißen wird, kann nicht sein. Seine Frau und er selbst sind zu alt, um ein Kind zu bekommen. Die Natur fordert ihr Recht. Eine Schwangerschaft in ihrem Alter hat es noch nie gegeben. Man kann nicht an etwas glauben, was jeglicher Vernunft widerspricht. Man wird ihn auslachen, wenn er das weitererzählt. Wenn er das glauben soll, dann braucht er einen Beweis.</div><div><br></div><div>Zacharias ist voller Misstrauen gegenüber dem Wort Gottes, das der Engel ihm überbracht hat. Deshalb verlangt er ein Zeichen, eine Beglaubigung des Wortes Gottes (Vers 18). Er, der anerkanntermaßen Fromme, der Gläubige, der täglich mit den heiligen Schriften lebende Priester, der x-mal gelesen und durchdacht hat, dass Gott Unglaubliches tun kann und dass er seine Verheißungen erfüllt; er, dem es in der Theorie völlig klar ist, dass man Gottes Verheißungen vertrauen kann – er versagt vollkommen, als es um die Praxis geht. Sein Glaube war eine schöne Theorie. Als er persönlich gefordert ist, das Unglaubliche zu glauben, ist sein Glaube am Ende.</div><div><br></div><div>Hier wird das ganze Elend eines gläubigen Menschen deutlich: Sein Glaube reicht so lange, wie er nicht wirklich erprobt wird. Wenn es hart auf hart kommt, ist seine Glaubenskraft am Ende. Sollen wir gegen jede Logik, gegen jeden Augenschein glauben, dann brauchen wir die Kraft Gottes, die uns geschenkt wird. Unsere eigene Kraft ist zu klein.</div><div><br></div><div>Es ist eine kleine literarische Revolution, dass Lukas sein Evangelium nicht mit der Geburt Jesu (Mt 1,18ff) oder dem Wirken Johannes des Täufers (Mk 1,1ff) beginnt, sondern mit dem Misstrauen eines Frommen gegenüber dem angekündigten Heil. Lukas hält uns damit einen Spiegel vor: Bildet euch bloß nichts auf euren Glauben ein! Er ist nicht einmal so groß wie ein winziges Senfkorn (Lk 17,5f).</div><div><br></div><div>Der Unglaube des Zacharias bleibt nicht ohne Folgen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Folgen des Zweifels</div><div><br></div><div>Der Engel beantwortet das Misstrauen des Zacharias mit der Ankündigung, dass er bis zur Geburt seines Sohnes nicht mehr reden können wird, weil er den Worten des Engels, die die Worte Gottes sind, nicht geglaubt hat (Vers 20).</div><div><br></div><div>Man kann das einfach als Strafe Gottes verstehen, weil Unglaube eben bestraft werden muss. Man stellt sich Gott dann wie einen Richter vor, der jede Sünde bestraft, weil der Sünder es verdient hat, zu leiden. Jede Sünde muss mit Schmerzen bestraft werden. Warum die Strafe hier im Verlust der Sprache besteht, bleibt dann offen. Die Strafe erscheint als etwas Willkürliches und Gott als ein Richter, dem es nur darum geht, dem Sünder Schmerzen zuzufügen, bestenfalls mit dem Ziel, dass er sich dadurch bessert.</div><div><br></div><div>Will man aber den Verlust der Sprache mit dem Misstrauen des Zacharias in Zusammenhang bringen, dann verweigert Gott dem Priester mit dieser Maßnahme, sein Priesteramt eine Zeit lang auszuüben. Wem es selbst am Vertrauen zu Gott mangelt, der kann nicht das Volk zu diesem Vertrauen einladen. Der Verlust der Sprache ist dann nicht einfach Strafe um des Strafens willen, sondern dient dem Schutz des Volkes: Ein massiv Zweifelnder an der Wahrheit der göttlichen Verheißung soll nicht als angeblicher Zeuge dieser Wahrheit auftreten, bis der Zweifelnde wieder zum Glauben an die Wahrheit zurückgefunden hat.</div><div><br></div><div>Weil im Text aber weder etwas von einer Strafe steht noch etwas davon, dass Gott überhaupt tätig wird, gibt es noch eine dritte Möglichkeit. Jede Tat eines Menschen hat eine dieser Tat entsprechende Folge für das Leben des Menschen. Dies ist nach biblischem Verständnis eine der Welt von Gott eingestiftete Ordnung. Eine schlechte Tat bringt demnach schlechte Folgen mit sich.</div><div><br></div><div>So könnte es sein, dass es dem Zacharias die Sprache verschlägt, weil sein Unterbewusstsein genau weiß, dass er sich mit seinen Zweifeln von Gott entfernt und sein Recht als Zeuge des Handelns Gottes in der Geschichte verloren hat. Er nimmt ja die Wirklichkeit nicht mehr realistisch wahr, indem er Gottes Verheißung misstraut. Ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit aber kann nicht von Gott künden, der in dieser Wirklichkeit gegenwärtig ist und in ihr handelt. Darum versagt die Zunge des Zacharias ihren Dienst.</div><div><br></div><div>Zu allen Zeiten gilt, dass der Unglaube einer religiösen Autorität die Botschaft Gottes, ja das Evangelium von Jesus Christus, dessen Vorläufer Johannes sein soll, gefährdet. Denn eine religiöse Autorität sollte Vorbild des Glaubens sein. Wenn das Kommen des Vorläufers des Messias bezweifelt wird, wie sollte dann das Kommen des Messias selbst geglaubt werden?</div><div><br></div><div>Wie wichtig das Vorbild des mit der Verkündigung bzw. dem Kult beauftragten Personals ist, sehen wir heute daran, dass viele Menschen die Kirchen auch deswegen verlassen, weil ihr Personal sich moralisch diskreditiert und dadurch jegliches Vertrauen verloren hat.</div><div><br></div><div>Nach dem Vollzug des Räucheropfers war es die Aufgabe des Priesters, das außerhalb des Tempels wartende Volk zu segnen. Dazu ist der Zweifelnde nun nicht mehr in der Lage, weil er die Stimme zum Sprechen des Segens verloren hat (Vers 22). Welch eine blamable Situation, die das ganze Volk in Mitleidenschaft zieht! Der Segen bleibt dem Volk versagt, weil der mit dem Segnen Beauftragte mit Gott nicht im Reinen ist.</div><div><br></div><div>Das Drama einer jeden Religionsgemeinschaft, deren Hauptvertreter in ihrem Glauben getrübt sind, wird hier deutlich vor Augen gestellt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Gnade Gottes</div><div><br></div><div>An Elisabeth wiederholt sich, was im Alten Testament mehrfach erzählt wird: Einem unfruchtbaren Ehepaar wird im hohen Alter, als das nicht mehr zu erwarten war, ein Kind geboren. Es sind jedes Mal Kinder, die eine entscheidende Bedeutung für die Geschichte Israels hatten. Abraham und Sara wird Isaak geboren (1Mo/Gen 17,17; 21,1f), Isaak und Rebekka wird Jakob geboren (1Mo/Gen 25,21) – beide wurden zu Stammvätern des Volkes Israel. Elkana und Hanna wird Samuel geboren, der ein großer Prophet wurde (1Sam 1,20).</div><div><br></div><div>Der Fortbestand des Volkes Israel liegt also nicht in der Menschen Hand. Es ist allein Gottes Gnade, dass es dieses Volk noch gibt. Man wird das auf die weltweite Kirche übertragen können: Wenn Gott nicht für den Fortbestand des Glaubens auf Erden sorgen würde, wäre er schon ausgestorben. Darum gilt auch: Weil Gott den Fortbestand des Glaubens sichert, müssen wir uns keine Sorgen darüber machen.</div><div><br></div><div>Elisabeth bringt das Kind zur Welt, und es soll acht Tage nach seiner Geburt beschnitten werden. Zacharias bestätigt den ihm von Gott gegebenen Namen Johannes. In diesem Moment erlangt er seine Sprache zurück (Verse 57-64). Es ist der Moment, in dem Zacharias das Zeichen für den Bund Gottes mit Israel, die Beschneidung, an seinem Sohn vollziehen lässt und dem von Gott bestimmten Namen für seinen Sohn zustimmt. Es ist der Augenblick, in dem er die Verheißungen Gottes anerkennt. Er hat zum Glauben zurück- und seine Sprache wiedergefunden.</div><div><br></div><div>Die Geschichte des Zacharias lehrt, dass Gott an seiner Gnade für uns festhält, auch wenn unser Glaube versagt. Unser Misstrauen ist nicht das Letzte; das Letzte ist Gottes Erbarmen. Wir müssen uns nur auf dieses Erbarmen einlassen.</div><div><br></div><div>So war die Zeit des Verstummens für Zacharias eine Zeit des Segens. Nach dieser Zeit, die sicher nicht leicht für ihn war, kann er wieder an die Verheißungen Gottes glauben und Gott sogar dafür loben. Sein Lobgesang, das sogenannte <span class="fs14lh1-5"><i>Benediktus</i></span>, preist das angekündigte Kommen des Messias Jesus und das damit verbundene Heil für das leidgeprüfte Volk Israel (Verse 68-75) und zugleich die Rolle seines Sohnes Johannes als Vorläufer des Messias.</div><div><br></div><div>Und in Erwartung all dieser Ereignisse, die ja noch gar nicht geschehen, sondern erst angekündigt sind, preist Zacharias die Barmherzigkeit Gottes (Verse 76-79). Denn diese Ereignisse stehen ihm schon sichtbar vor Augen, als hätten sie sich schon ereignet und als gäbe es gar keinen Zweifel daran, dass sie sich ereignen werden.</div><div><br></div><div>Zacharias preist also das, was zukünftig ist und wovon man nach herkömmlicher Vorstellung gar kein Wissen haben kann. Er hat nichts als die Verheißungen Gottes, aber er vertraut ihnen. Die Gott Vertrauenden, die seinen Zusagen Vertrauenden, die die noch nicht sichtbare, aber verheißene Zukunft für Realität halten und ihr deshalb nicht mit Angst, sondern mit Lobpreis entgegengehen, sind diejenigen, die das wahre Bild der Wirklichkeit vor Augen haben. Sie sind die wahren Realisten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Zweifel zu Weihnachten und zum neuen Jahr</div><div><br></div><div>Aber was hat Zacharias eigentlich in der Vorgeschichte von Weihnachten zu suchen? In der Weihnachtsgeschichte geht es um die Geburt des Erlösers und das Heil der Welt. Davon sind Christinnen und Christen jeder Couleur überzeugt, und sie vertreten es mit Hingabe.</div><div><br></div><div>Der Beginn des Lukasevangeliums aber ist eine literarische Kritik an allen Frommen, die sich selbst für glaubensstark halten. Denn solange die Zukunft uns keine großen Sorgen bereitet, ist es leicht, an den Erlöser zu glauben. Sobald wir aber aufgefordert sind, auf das Unwahrscheinliche zu hoffen, also auf das, was man nicht erwarten kann, das allen Prognosen widerspricht und das deshalb unmöglich erscheint, wird es mit dem Glauben schwierig.</div><div><br></div><div>Das ist die Diskrepanz zwischen der Theorie und der Praxis des Glaubens. Und der geheime Zweifel, das in uns schlummernde Misstrauen wird uns oft gar nicht bewusst, weil wir ja theoretisch alles glauben, was zum christlichen Glauben gehört. Jemand kann Theologie studieren oder täglich in der Bibel lesen oder professionell christliche Musik machen oder missionarisch unterwegs sein, aber von seinem Vertrauen zu Jesus Christus bleibt kaum noch etwas übrig, als sein Leben in eine Krise gerät.</div><div><br></div><div>Weihnachten aber ist keine Gedenkfeier für einen großen Menschen der Vergangenheit. Denn der Erlöser kommt auch heute noch zu uns. Das bedeutet, dass unsere Zukunft von dem geprägt ist, was der kommende Erlöser mit sich bringt.</div><div><br></div><div>Und was ist das? Was ist uns für die Zukunft verheißen? Wie wird sie aussehen, wie wird das nächste Jahr aussehen?</div><div><br></div><div>Ehrlich gesagt: Wir wissen es nicht. Niemand weiß es. Alle Prognosen sind hilflose Versuche, den dichten Nebel zu durchdringen. Jede Wirtschaftsprognose von Wissenschaftlern überlebt höchstens ein paar Monate und muss dann korrigiert werden. Daran sehen wir, wie sehr wir trotz all unseres Wissens im Dunkeln tappen.</div><div><br></div><div>Wir haben auch keine Verheißungen Gottes darüber, wie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sich weiterentwickeln wird. Es gibt kein Wort Gottes darüber, ob und wie der Ukrainekrieg beendet werden wird. Wir haben keine Verheißungen, die uns sagen, wie groß die Zerstörungen durch den Klimawandel sein werden und ob wir sie werden bewältigen können. Ich habe keine Verheißung Gottes, die mir verrät, wie sich meine Gesundheit im nächsten Jahr entwickeln wird und ob ich das nächste Weihnachtsfest überhaupt noch erleben werde.</div><div><br></div><div>Solch konkrete Verheißungen Gottes gibt es offensichtlich in unserer Zeit nicht. Es gibt aber allgemeinere Verheißungen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Gottes Verheißungen für eine unsichere Welt</div><div><br></div><div>Die wichtigste biblische Verheißung ist mir geworden: Gottes Liebe zu seiner Welt und zu seinen Geschöpfen wird kein Ende nehmen. Nichts, wirklich nichts kann die, die sich Gottes Liebe gefallen lassen, von dieser Liebe trennen. Das hat Paulus mit eindrücklichen Worten festgehalten (Röm 8,35-39):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer wird uns trennen von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Entbehrung oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: "Deinetwegen werden wir den ganzen Tag getötet. Wir wurden bewertet wie Schlachtschafe." Aber in all diesen Dingen erreichen wir den glänzendsten Sieg durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe noch irgendein anderes Geschöpf uns wird trennen können von der Liebe Gottes, der [Liebe] in Christus Jesus, unserem Herrn.</span></i></span></div><div><br></div><div>Was immer auch kommt – die Liebe Gottes bleibt denen, die auf sie vertrauen, erhalten. Das ist die Verheißung, die uns gegeben ist. Von dieser Liebe kann uns kein Krieg, kein Klimawandel und kein Tod trennen. Nicht einmal ein Engel, an dessen Wort wir zweifeln, kann uns von ihr trennen. Keine Macht im Himmel und auf Erden kann diese Liebe auslöschen. Auch wir selbst können sie nicht auslöschen. Denn Gott hält an seiner Liebe und den damit verbundenen Verheißungen fest.</div><div><br></div><div>Wir sollten deshalb nicht mit unseren Zweifeln kokettieren. Das gibt es tatsächlich: Menschen, die von ihren Zweifeln eigentlich nicht lassen <span class="fs14lh1-5"><b>wollen</b></span>, weil sie meinen, sich dadurch als kritisch denkender Mensch auszuzeichnen. Wenn man ein kritisch denkender Mensch ist, gehört man zu den Intellektuellen. Als ein solcher lässt man sich nichts vormachen, sondern setzt hinter alles ein kritisches Fragezeichen. Darum gehört der Zweifel zum Leben, und man will von ihm nicht lassen.</div><div><br></div><div>Gegen kritisches Denken ist nichts einzuwenden. Man darf es nur nicht überschätzen. Auch das kritische Denken muss kritisch bedacht werden. Wenn man das tut, kommt man vielleicht auf die Idee, dass es Dinge im Leben gibt, die unser kritisches Denken nicht beurteilen kann und die man nur durch Vertrauen erfassen kann.</div><div><br></div><div>Sollte also Weihnachten wirklich der Erlöser geboren sein? Oder ist das alles nur eine schöne religiöse Geschichte? Sollte Gott wirklich gesagt haben: "Euch ist heute der Heiland geboren" (1Mo/Gen 3,1; Lk 2,11)? Der Zweifel daran ist erlaubt, aber er muss nicht das letzte Wort haben.</div><div><br></div><div>Die Geschichte vom Zweifler Zacharias zeigt, dass Zweifel überwunden werden können und Zweifelnde zu einem starken Glauben finden können. Vielleicht passiert das durch eine Zeit des Verstummens und Nachdenkens hindurch.</div><div><br></div><div>Die Feiertage geben uns die Gelegenheit, einmal still zu werden und nachzudenken. Darum müssen Zweifelnde nicht verzweifeln. Sie können in der Stille zu Gott finden, der ihnen – vielleicht ganz unerwartet – zu einer Kraft des Glaubens verhilft, die sie für völlig unmöglich gehalten haben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Stuttgarter Erklärungsbibel. Mit Einführungen und Erklärungen. Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart. 2. Aufl. Stuttgart 1992.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Wiefel, Wolfgang: Das Evangelium nach Lukas. Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Band III. Evangelische Verlagsanstalt GmbH Berlin. Berlin 1988.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Nadin Schukina auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 23 Dec 2024 08:21:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Christentum in einer orientierungslosen Welt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000268"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Christentum in einer orientierungslosen Welt</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Impulse zum Verstehen unserer Zeit</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/12/2024</span></div><div><br></div><div>Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Althergebrachtes und Gewohntes gilt nicht mehr, alles scheint im Wandel begriffen. National orientierte Parteien erstarken und regieren, die Demokratie wird in Frage gestellt, Kriege sind wieder hoffähig und traditionelle Werte überzeugen nicht mehr. Was an ihre Stelle treten soll, ist offen.</div><div><br></div><div>Das erzeugt Unsicherheit und Orientierungslosigkeit. Staat und Kirche können offenbar keine Werte mehr vermitteln: Sie überzeugen nicht, weil sie ihre eigenen Werte unterlaufen und dies beständig zu vertuschen trachten. Wer also bietet Orientierung an, wenn die sogar die Kirchen diesbezüglich versagen?</div><div><br></div><div>Der einzelne Mensch findet sich wie auf einem Markt unzähligen Wertangeboten ausgesetzt und bei seiner Sinnsuche allein gelassen. Das kann wohl in einer Gesellschaft, in welcher Markt und Konsum alles bestimmen, nicht anders sein. So werden auch Werte zum Konsumgut und damit austauschbar. Doch der Preis ist hoch: Jeglicher Lebensentwurf wird fraglich, wenn der tiefere Sinn und das Ziel offen bleiben. Das erzeugt Depression oder Aggression – der "Wutbürger" ersteht. Wer in einer Welt lebt, in der die Gewalt ein anerkanntes Mittel ist, wird schließlich selbst gewalttätig.</div><div><br></div><div>Das alles erinnert mich an das Gefühlsleben Jesu, das uns im Matthäusevangelium beschrieben wird (Mt 9,36):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Als Jesus die Menschenmenge sah, war er von Mitleid mit ihnen ergriffen, denn sie waren zutiefst verletzt und hingeworfen wie Schafe, die keinen Hirten haben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Man muss die griechischen Grundbedeutungen der einzelnen Wörter mithören, um den Sinn zu erfassen. Wenn Jesus "von Mitleid ergriffen" war, dann sind nach dem griechischen Wortsinn seine Eingeweide betroffen: Die menschliche Not, die er sah, ging ihm durch Mark und Bein ging. Er war selbst im Innersten davon angerührt. Das Wort von den "verletzten" Menschen erinnert an die Verletzungen der Haut, die sich verirrte Schafe an Felsen und Dornen zuziehen. Das Wort für "hingeworfen", mit dem Jesus die Menschen beschreibt, wird meist von einem zur Erde hinabgesunkenen Toten verwendet.</div><div><br></div><div>Jesus sieht also die Menschen, die weder ein Vorbild noch einen sie Schützenden haben und deshalb hilf- und orientierungslos umherirren, schwere innere Schmerzen leiden und keinen Lebenssinn sehen, also schon wie tot sind, auch wenn sie noch biologisch leben.</div><div><br></div><div>Man kann die Sehnsucht verstehen nach einem "starken Mann", der sagt, wo es langgeht, oder nach Parteien, die alles anders machen, endlich neue Perspektiven eröffnen, die hoffentlich wieder Orientierung bieten. Man kann auch den Rückzug in Zerstreuung und kurzfristigen Genuss verstehen, wenn alles andere keinen Halt bietet.</div><div><br></div><div>Der letzte Halt, wenn kein Halt mehr in Sicht ist, ist das noch unbekannte Neue. Aber gerade dies Unbekannte vergrößert schließlich die Unsicherheit noch, so dass die – persönliche oder politische – Welt "aus den Fugen" gerät.</div><div><br></div><div>Tröstlich ist vielleicht, dass wir nicht die erste Generation sind, der solches widerfährt. Das ist mir besonders bei der Lektüre von Hermann Brochs Romantrilogie "Die Schlafwandler" bewusst geworden, die zwischen 1930 und 1932 veröffentlicht wurde und auf die ich nun zunächst eingehen werde.</div><div><br></div><div>Und weil die Zeit, in der dieser Roman spielt, viel mit unserer Zeit zu tun hat, erfährst du auch etwas über die geistesgeschichtliche Lage am Ende des 19. Jahrhunderts, nämlich über Aufklärung, Romantik und Kulturprotestantismus sowie über die Philosophie Friedrich Nietzsches, die auch das Denken vieler Menschen heute stark geprägt hat. Am Ende mache ich dann einige Vorschläge, wie die Christenheit auf die gegenwärtige Situation reagieren könnte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Die Suche nach Halt, Ordnung, Orientierung</div><div><br></div><div>Hermann Brochs erster Roman der Schlafwandler-Trilogie ist überschrieben "Pasenow oder die Romantik" und spielt im Jahr 1888. Hauptfigur ist der Sohn eines Gutsherrn Joachim von Pasenow. Er erlebt die Zerrissenheit seiner Zeit am Gegenüber von alter Ständeordnung und aufbrechender internationaler Geschäftswelt. Die alten Werte scheinen nicht mehr zu gelten, die neuen sind noch im Werden und allemal erschreckend.</div><div><br></div><div>Das erlebt Joachim auch im Schwanken zwischen einer vom Vater gewünschten standesgemäßen Hochzeit mit Elisabeth und der erotischen Anziehungskraft des böhmischen Animiermädchens Ruzena, ohne sich für die eine oder andere entscheiden zu können. Der Konflikt mit dem autoritären Vater betrifft auch seinen Unwillen, das väterliche Gut zu übernehmen. Joachim hat sich für den Beruf des Soldaten entschieden, der ihm Halt gibt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und war es einst die bloße Tracht des Klerikers, die sich als etwas Unmenschliches von der der anderen abhob, und schimmerte damals selbst in der Uniform und in der Amtstracht noch das Zivilistische durch, so mußte, da die große Unduldsamkeit des Glaubens verloren ward, die irdische Amtstracht an die Stelle der himmlischen gesetzt werden, und die Gesellschaft mußte sich in irdische Hierarchien und Uniformen scheiden und diese an der Stelle des Glaubens ins Absolute erheben. Und weil es immer Romantik ist, wenn Irdisches zu Absolutem erhoben wird, so ist die strenge und eigentliche Romantik dieses Zeitalters die Uniform, gleichsam als gäbe es eine überweltliche und überzeitliche Idee der Uniform, eine Idee, die es nicht gibt und die dennoch so heftig ist, daß sie den Menschen viel stärker ergreift, als irgendein irdischer Beruf es vermöchte, nicht vorhandene und dennoch so heftige Idee, die den Uniformierten wohl zum Besessenen der Uniform macht, [...] vielleicht eben weil der Mensch, der die Uniform trägt, von dem Bewusstsein gesättigt ist, die eigentliche Lebensform seiner Zeit und damit auch die Sicherheit seines eigenen Lebens zu erfüllen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">[...] der Mann in der Uniform [...] ist noch immer ein Mensch wie du und ich, denkt an Essen und Beischlaf, liest auch seine Zeitung beim Frühstück; aber er ist mit den Dingen nicht mehr verbunden, und da sie ihn kaum mehr etwas angehen, vermag er jetzt, sie nach gut und böse zu unterscheiden, denn auf Unduldsamkeit und Unverständnis ist die Sicherheit des Lebens gegründet.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Broch stellt fest, dass dort, wo die absolute Gültigkeit des Glaubens, der nichts Ebenbürtiges neben sich duldet, vorbei ist, etwas anderes absolut Gültiges in den Mittelpunkt treten muss; denn auf das Absolute und nicht auf das Irdische gründet sich die Sicherheit des Lebens. Irdische, also relative Hierarchien und Wertskalen müssen ins Absolute erhoben werden, damit der Mensch sich nicht im Haltlosen verliert. Das Absolute aber ist unduldsam gegenüber allem, was ihm widerspricht, und kann für das ihm Widersprechende auch kein Verständnis haben. Denn wer das Absolute verehrt, steht über den Dingen und kann deshalb Gut und Böse unterscheiden.</div><div><br></div><div>Für Joachim nun ist das Militärische, ins Symbol der Uniform gekleidet, das Absolute, das ihm Sicherheit und Geborgenheit verleiht. Es ist "eine überweltliche und überzeitliche Idee", die ihn ergriffen hat und von der er nicht lassen kann, auch wenn er damit die Nachfolge als Gutsherr des väterlichen Besitzes ausschlägt. Wie Broch an anderer Stelle ausführt, bietet ihm das Militär mit seiner Hierarchie und unzweideutigen Struktur die Ordnung, die er überall zusammenbrechen sieht, und den Halt, nach dem er sich sehnt:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">[...] jede Mahnung zur Quittierung des Dienstes und zur Übersiedlung in die Heimat war wie ein Hinabzerren ins Zivilistische und Haltlose, nicht viel anders, als wollte man ihn eines Schutzes berauben und ihn nackt hinausstoßen [...] die Gefahren des zivilistischen Lebens waren von fremder und dunkler, unfaßbarer Art. Das war alles in Unordnung, ohne Hierarchie, ohne Disziplin und wohl auch ohne Pünktlichkeit.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Ich habe mich beim Lesen dieser Texte gefragt, ob nicht auch heute das wieder in den Vordergrund gerückte Militär für viele Menschen eine Ordnungsmacht ist, die dort, wo die gewünschte Ordnung zu zerbrechen droht, eingesetzt wird, um die gewohnte Lebensform zu retten. Muss sich doch jede Halt bietende Ordnung, wo sie nicht im Glauben gründet, im Weltlichen durchsetzen, und sei es mit Waffengewalt. Wo die von uns gefeierte Lebensform in Frage gestellt wird, ist kein Preis zu hoch, sie gewaltsam durchzusetzen, denn ohne sie geht uns der Lebenssinn selbst verloren.</div><div><br></div><div>Wie sehr eine Gesellschaft im Umbruch um ihr Überleben kämpft, zeigt sich auch an einer anderen Stelle des Romans. Broch schildert die Überlegungen der aus wohlhabendem Hause stammenden Elisabeth:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Elisabeth blieb es nicht verborgen, daß der Eltern Leidenschaft, die Geburtstage zu feiern und ständig auf neue Überraschungen bedacht zu sein, eine tiefere Bedeutung besaß und mit der Freude, ja, man konnte fast sagen Sucht, sich mit immer neuen Dingen zu umgeben, in einem tieferen, wenn auch schwer durchschaubaren Zusammenhang stand; zwar wußte Elisabeth nicht, daß jeder Sammler mit der nie erreichten, nie erreichbaren und doch unentwegt erstrebten lückenlosen Absolutheit seiner Sammlung hinausgelangt über die gesammelten Dinge, in die Unendlichkeit hineingelangt, und daß er, aufgehend in seiner Sammlung, auch die Erreichung seiner eigenen Absolutheit erhofft und die Aufhebung seines Todes, Elisabeth wußte es nicht, aber umgeben von all den vielen schönen toten Dingen, die um sie gesammelt und aufgehäuft waren, umgeben von den vielen schönen Bildern, ahnte sie dennoch, daß die Bilder an die Wände gehängt waren, als sollten sie die Mauern verstärken und als sollten all die toten Dinge etwas sehr Lebendiges bergen, vielleicht auch verbergen und schützen [...] sie ahnte die Angst, die dahinter stand und die den Alltag, der das Altern ist, im Festlichen zu übertönen suchte, Angst, die sich immer wieder vergewisserte – stets neu erlebte Überraschung –, daß sie lebendig und geboren und definitiv beisammen waren und ihr Kreis ewiglich geschlossen.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Die Ungeborgenheit eines Lebens, an dessen Ende unweigerlich der Tod steht und das keine Hoffnung über den Tod hinaus kennt, sucht diesen zu umgehen, indem es sich des bleibenden, sozusagen unauslöschlichen Lebens vergewissert durch beständiges Feiern des Lebens, durch immer neue lebensförderliche Überraschungen und durch das Ansammeln "vieler schöner toter Dinge". Die Zerstreuung und der Konsum sollen das Leben seiner selbst versichern und einen Schutz bieten gegen die Angst vor dem Tod.</div><div><br></div><div>Die Zerstreuung im Feiern und in Events sowie der beständige Konsum, den sich damals nur die Wohlhabenden leisten konnten, ist heute fast allen Menschen, wenn auch in Grenzen, möglich. Es erscheint mir nicht abwegig, diese "Sucht, sich mit immer neuen Dingen zu umgeben", als Kompensation der Todesangst zu begreifen. Dasselbe gilt für den Eskapismus und die immer stärkeren Kicks, mit denen man sich Erlebnisse verschafft und vergewissert, dass man lebt, dass das Leben weitergeht und dass es durch den nächsten Kick sich selbst perpetuiert. Zumal in einer Zeit, in der der Tod, den wir so gern ausschließen, sich uns täglich per Zeitungen, Fernsehen oder Internet ins Wohnzimmer aufdrängt, sucht man die Geborgenheit des Lebens in kurzfristigen Erlebnissen und beständigem Überkonsum, der sagt: "Ich konsumiere, also bin ich."</div><div><br></div><div>Joachim indes hat sich einen Rest christlichen Glaubens bewahrt, wenn auch recht verzerrten Glaubens. Es ist ein Glaube, der vor allem durch Schuldgefühle besetzt ist. Dadurch entstehen kuriose Gedankengänge, die irgendwelche unangenehmen Alltagserfahrungen auf Gott zurückführen, der dadurch eine gerechte Strafe über den Menschen kommen lasse, die nun zu sühnen sei. Doch ist es Joachim ernst mit dem Glauben, und er versucht, die als Kind erlebte Geborgenheit wiederzufinden:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Die Kirchentüre war zufällig offen und Joachim ließ den Wagen halten. Es galt, eine Schuld abzutragen, eine Schuld gegen die Kirche, die ihm bloß angenehme Kühle gewesen war, gegen den Pastor, dessen gute Rede er nicht gehört, gegen Helmuth, dessen Begräbnis er durch profane Gedanken verunehrt hatte, mit einem Wort eine Schuld gegen Gott. Er trat ein und suchte nach der Stimmung seiner Kindheit und ihrer Kirchenbesuche, da er, Joachim v. Pasenow, stets aufs neue überwältigt, jeden Sonntag vor Gottes eigenem Antlitz hier gestanden hatte. Er hatte damals viele Kirchenlieder gekonnt und sie mit Inbrunst gesungen. Aber es ging doch nicht an, daß er jetzt allein in der Kirche zu singen anhöbe. Er mußte sich bescheiden, seine Gedanken zu sammeln und sie auf Gott und auf seine Sündigkeit vor Gott zu lenken, auf seine Kleinheit und Erbärmlichkeit vor Gott; aber seine Gedanken wollten Gott nicht finden. Nur das Wort Jesajas, das er an dieser Stelle einst gehört hatte, fiel ihm ein: "Ein Ochse kennt seinen Herrn, und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt's nicht, und mein Volk vernimmt's nicht" [Jes 1,3]. Ja, Bertrand hatte recht, sie hatten die Christlichkeit verloren; und nun versuchte er das Vaterunser zu beten, mit geschlossenen Augen und achthabend, keine leeren Worte aufzusagen, sondern in jedem Wort den Sinn zu erfassen; und als er zu der Stelle kam, "wie auch wir vergeben unseren Schuldigern", da stellte sich das weiche, ängstliche und doch vertrauende Gefühl der Kindheit wieder ein: er erinnerte sich, daß er diese Stelle stets auf den Vater bezogen und aus ihr die Zuversicht geschöpft hatte, dem Vater verzeihen zu können, ja ihm all das Gute zu tun, zu dem ein Kind verpflichtet ist; und nun kam ihm ins Ohr, daß der alte Mann von einer Vereinsamung gesprochen hatte, von der er offenbar geängstigt war und die man ihm erleichtern mußte.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Das tiefe Schuldbewusstsein prägt den Glauben Joachims. Darum will er die Schuld irgendwie wiedergutmachen, sie "abtragen". Allerdings betreffen seine Schuldgefühle nur Äußerliches: die Kühle des Kirchengebäudes, die Rede des Pastors und die abschweifenden Gedanken bei der Trauerfeier. Sie betreffen eine abstrakte "Christlichkeit", nicht den Mangel an Vertrauen auf Gottes unendliche Liebe zum Sünder.</div><div><br></div><div>So ist es bezeichnend, dass er im Vaterunser nicht bei der Bitte um Sündenvergebung, sondern beim eigenen Vergeben gegenüber seinen Schuldnern das kindliche Gefühl eines ängstlichen und zugleich vertrauenden Glaubens wiedergewinnt. Nicht die gütige Tat Gottes, sondern die eigene gütige Tat zeichnete offenbar seinen Glauben schon als Kind aus. Der Protestantismus seiner Zeit war an solchem Glauben nicht unschuldig, setzte er doch den Akzent vielfach auf das dem Menschen aufgetragene Denken und Handeln. So endet sein Nachsinnen auch mit der beinahe übermenschlichen Absicht, dem höchst autoritären und deshalb verhassten Vater seine Vereinsamung zu erleichtern.</div><div><br></div><div>Es mag sein, dass auch heute viele Menschen mit dem christlichen Glauben Schuldgefühle verbinden. Die Kirchen und christlichen Gemeinschaften sind daran nicht unschuldig. Zu lange wurde das "Gesetz" verkündet und damit Druck ausgeübt, ohne dass zuvor das befreiende "Evangelium" zur Sprache gekommen war.</div><div><br></div><div>Auf diese Weise landet der mit dem "Gesetz" und der drohenden Strafe konfrontierte Mensch wieder bei sich selbst, nämlich bei seinen eigenen Versuchen, dem angeblich zornigen Gott gerecht zu werden. Er wird entweder dahin gelangen, sich selbst als guten Menschen zu verstehen, der Gott nicht fürchten muss, oder er wird sein Scheitern eingestehen und sich von dem ihn bedrohenden Gott verabschieden. Beide Wege führen in die Irre und können nur scheinbar Halt und Geborgenheit vermitteln. So irrt der Mensch orientierungslos umher, suchend und doch nicht findend, weil er seinen Herrn nicht kennt und sein Halt und Ordnung vermittelndes Wort nicht vernimmt, wie Jesaja sagte. Die echte Befreiung aber liegt in der gnädigen Zuwendung Gottes zu dem, der das Heil nicht bei sich selbst sucht, sondern bei dem, der nicht die Guten beruft, sondern die Sünder (Mk 2,17; Mt 9,13; Lk 5,31f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Aufklärung, Romantik und Kulturprotestantismus</div><div><br></div><div>Der erste Teil des Romans spielt am Ende des 19. Jahrhunderts. Die geistesgeschichtliche Lage in Deutschland, die wir uns jetzt in aller Kürze vergegenwärtigen, war zu dieser Zeit von Aufklärung, Romantik und Kulturprotestantismus geprägt.</div><div><br></div><div>Die Aufklärung hatte sich gegen die althergebrachten Autoritäten gewandt: gegen König, Adel und Kirchen. Allein die Vernunft sollte entscheiden, was wahr ist und was nicht. Allein das vernünftige Individuum sollte die Antworten auf alle Fragen finden. Die Überzeugung war, dass die Menschheit große Fortschritte in Wissenschaft und Menschlichkeit machen werde, wenn erst Vernunft und Wissen sich allgemein verbreitet haben.</div><div><br></div><div>So meinte man, auch in der Religion und Ethik könne nur das Geltung beanspruchen, was mit der Vernunft übereinstimmt. So wie die Natur gut sei, so sei auch der Mensch von Natur aus gut. Deshalb könne der Mensch aufgrund seiner Vernunftbegabung zu einem humanistischen Christentum finden. Man konnte Gott als höchstes Wesen verstehen, das sich den Menschen in der Natur und ihren Gesetzen zeige, sich ihnen aber nicht auf übernatürliche Weise offenbare.</div><div><br></div><div>Natürlich kann sich die Romanfigur Joachim der Macht der Vernunft nicht versagen. Er lehnt sich ja selbst gegen die Autorität seines Vaters auf und sucht seinen Weg jenseits der althergebrachten Traditionen. Er versucht auch, im Verhältnis zu Elisabeth und Ruzena einen ethisch akzeptablen Weg zu gehen, scheitert aber immer wieder an seinen differenzierten Gefühlen.</div><div><br></div><div>Was den christlichen Glauben betrifft, haben die kirchlichen Dogmen keine Bedeutung für ihn. Joachim hängt vielmehr innerlich an der Geborgenheit, die ihm sein Kindheitsglaube vermittelt hat – ein Glaube, der allerdings vor der kritischen Vernunft nicht bestehen kann.</div><div><br></div><div>Im Grunde ist Joachim ein Romantiker. Die Romantik wandte sich gegen den strengen Rationalismus der Aufklärung und stellte die nicht-rationalen Dimensionen von Mensch und Natur in den Vordergrund: Gefühl, Phantasie, Erlebnis, Sehnsucht, das Geheimnisvolle und Übernatürliche. Nicht das Allgemeingültige, das der Vernunft entspringt, wird betont, sondern das Individuelle, das schöpferische Ich und besonders das künstlerische Genie. Man wollte tote Materie und menschlichen Geist nicht voneinander trennen, sondern miteinander vermitteln, ebenso die uns umgebende Natur und die von uns gestaltete Geschichte.</div><div><br></div><div>In der Natur erlebte man ein göttliches Ich: eine "Weltseele" oder einen "Weltgeist". In ihm sind Geist und Materie eins, und die ganze Natur ist Ausdruck des einen göttlichen Weltgeistes. Die Natur wurde als ein einziger Organismus verstanden, der sich nach und nach in der Geschichte entfaltet bis hin zum menschlichen Bewusstsein. Auch jedes Volk mit seiner ihm eigenen "Volksseele" konnte als Organismus verstanden werden.</div><div><br></div><div>Joachim wird von seinen Gefühlen und Sehnsüchten getrieben. Alle Versuche, einen rationalen Lebensentwurf zu entwickeln, scheitern. Er wird hin- und hergerissen zwischen seinen Sehnsüchten und dem Versuch, zugleich ein auf ethische Werte gegründetes Leben zu führen. Daran wird deutlich, wie schnell die Vernunft an ihre Grenzen gelangt.</div><div><br></div><div>In seiner Orientierungslosigkeit sucht Joachim Halt im christlichen Glauben. Doch die evangelische Theologie seiner Zeit konnte ihm diesen Halt nicht bieten. Denn der sogenannte "Kulturprotestantismus" suchte den Schulterschluss mit der damaligen Philosophie und Kultur. Man stellte alles christliche Erkennen und Handeln dem gebildeten und autonomen Menschen anheim. Dadurch sollte ein Auseinandertreten von christlicher Religion und säkularer Kultur vermieden werden. Jedes menschliche Individuum habe ein Recht auf seinen ihm gemäßen, von allen Dogmen unabhängigen Glauben. Der höchste Wert des Kulturprotestantismus war also die gebildete autonome Persönlichkeit, die ihren Glauben in einer pluralen Volkskirche leben kann. Die christliche Ethik sollte vorrangig nicht in der Kirche, sondern in einem auf protestantischen Werten gründenden nationalen Kulturstaat verwirklicht werden.</div><div><br></div><div>Dadurch verweigerte man den Menschen ein Angebot, für oder gegen das sie sich entscheiden konnten, um Orientierung zu finden. Ohne ein solches Angebot ist der Mensch offenbar überfordert, einen lebensförderlichen Weg allein aus Vernunfterwägungen zu finden. Das zeigt die Weltgeschichte bis zum heutigen Tag. Denn der Mensch wird eben nicht nur durch seine Vernunft bestimmt, sondern wesentlich auch durch Gefühle, Sehnsüchte, Machtbestrebungen und irrationale Ideale. Die Bewältigung der darin liegenden destruktiven Anteile kann offensichtlich nicht allein der Vernunft überlassen werden.</div><div><br></div><div>Mir scheint die gegenwärtige religiöse Situation viel mit der damaligen gemein zu haben. In Europa widerspricht die Existenz eines Gottes für viele Menschen jeder Vernunft. Andere wiederum suchen Gott in Erfahrungen und Gefühlen, in denen sie Gott jenseits aller Vernunfterkenntnis gegenwärtig erleben. In der Esoterik werden Gefühle und Erfahrungen problemlos mit nichtchristlichen Aussagen verbunden. In extremistischen Kreisen des Christentums oder anderer Religionen kann der Glaube militante Züge annehmen und auch psychische oder physische Gewalt nicht ausschließen.</div><div><br></div><div>Die Kirchen versuchen immer noch, den Anschluss an die verschiedenen säkularen Zeitgeister nicht zu verlieren. Sie verweigern damit die Vermittlung von Lebensentwürfen und Werten, die zwar nicht prinzipiell alle, aber doch die meisten säkularen Weltanschauungen und Ethiken übersteigen müssten – jedenfalls dann, wenn man die Aufforderungen zur Nachfolge durch Jesus und die Glaubensaussagen des Apostels Paulus ernst nimmt.</div><div><br></div><div>Eine bis heute wirkmächtige Perspektive nahm der zur Zeit Joachims von Pasenow lebende Philosoph Friedrich Nietzsche ein, auf den wir jetzt einen Blick werfen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Friedrich Nietzsche</div><div><br></div><div>Hermann Broch datiert den ersten Teil seiner Romantrilogie auf das Jahr 1888. In diesem Jahr veröffentlichte Friedrich Nietzsche (1844-1900) in den beiden Schriften "Götzendämmerung" und "Der Antichrist" seine schärfste Kritik am Christentum. Deshalb ist es sinnvoll, einen Blick auf Nietzsches Christentumskritik zu werfen. Dazu dient uns sein bekannter Text aus der Schrift "Die fröhliche Wissenschaft", die bereits im Jahr 1882 erschien:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der tolle Mensch. – Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittage eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: "Ich suche Gott! Ich suche Gott!" – Da dort gerade viele von denen zusammenstanden, welche nicht an Gott glaubten, so erregte er ein großes Gelächter. Ist er denn verlorengegangen? sagte der eine. Hat er sich verlaufen wie ein Kind? sagte der andere. Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sich vor uns? Ist er zu Schiff gegangen? ausgewandert? – so schrien und lachten sie durcheinander. Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken. "Wohin ist Gott?" rief er, "ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet – ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder! Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? Müssen nicht Laternen am Vormittage angezündet werden? Hören wir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben? Riechen wir noch nichts von der göttlichen Verwesung? – auch Götter verwesen! Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet – wer wischt dies Blut von uns ab? Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen? Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen? Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns? Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen? Es gab nie eine größere Tat – und wer nur immer nach uns geboren wird, gehört um dieser Tat willen in eine höhere Geschichte, als alle Geschichte bisher war!" – Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, daß sie in Stücke sprang und erlosch. "Ich komme zu früh", sagte er dann, "ich bin noch nicht an der Zeit. Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert – es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. Blitz und Donner brauchen Zeit, das Licht der Gestirne braucht Zeit, Taten brauchen Zeit, auch nachdem sie getan sind, um gesehn und gehört zu werden. Diese Tat ist ihnen immer noch ferner als die fernsten Gestirne – und doch haben sie dieselbe getan!" – Man erzählt noch, daß der tolle Mensch desselbigen Tages in verschiedene Kirchen eingedrungen sei und darin sein Requiem aeternam deo angestimmt habe. Hinausgeführt und zur Rede gesetzt, habe er immer nur dies entgegnet: "Was sind denn diese Kirchen noch, wenn sie nicht die Grüfte und Grabmäler Gottes sind?</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">"</span><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Der "tolle", verrückte Mensch entzündet eine Lampe am hellen Vormittag, weil er erkennt, dass es in all dem scheinbaren Licht dunkel und kalt geworden ist. Denn die Menschen haben Gott getötet. Sie meinten, sie bräuchten ihn nicht, und haben ihn abgeschafft. Doch nun gibt es keinen Halt, keine Orientierung, keine Sicherheit mehr. Warum und wozu sind wir da? Ohne Grund und Ziel ist das Leben wie ein Nichts: Es ist nichtig, bedeutungslos.</div><div><br></div><div>Joachim von Pasenow ist durch diese Weltsicht vollkommen verunsichert. Auch die Erinnerung an seinen Kindheitsglauben hilft ihm nicht weiter. Bei seinen Zeitgenossen findet er die unterschiedlichsten Lebensentwürfe, so dass sie ihm auch keine Orientierung bieten können. Er fühlt nur, dass das Alte nicht mehr standhält und das Neue ihm keinen Halt bietet. So sucht er Halt im Militär: der einzigen Institution, in der er noch Sicherheit und Ordnung findet.</div><div><br></div><div>Der tolle Mensch versucht, den anderen die Augen zu öffnen. Er schreit seine Verzweiflung heraus, trifft aber nur auf taube Ohren. Die Menschen verstehen ihn nicht, weil sie Gott nicht vermissen. Sie leben an der Oberfläche. Der tolle Mensch aber spürt die Veränderungen in der Tiefe: Wir brauchen ein Licht, das uns den Weg zu einem sinnvollen Leben weist. Offensichtlich können wir uns diesen Weg nicht selber weisen. Darum ist die Gefahr groß, in oberflächlichem Gerede und sinnlosem Tun zu versinken. Ohne Gottes Geleit gibt es weder Lebenssinn noch -ziel. Warum und wozu sind wir da? Was wird aus uns, wenn wir nicht mehr da sind? Diese Fragen bleiben ohne Antwort. Denn ohne Grund und Ziel sinken wir in ein Nichts.</div><div><br></div><div>Nietzsches Lösung bestand darin: Der Mensch muss selber Antworten geben und Werte entwickeln. Diesen Menschen nannte Nietzsche den Übermenschen: der starke, sich von Autoritäten und Traditionen befreiende und im sinnlichen Leben entfaltende Mensch; der Mensch, der nicht zum Jenseits strebt, sondern der Erde treu bleibt. Von dieser Antwort her konnte Nietzsche mit christlichem Mitleid, mit Demut und Schwachheit nichts anfangen. Er nannte dies eine "Sklavenmoral". Das Wesen alles Lebens aber war für ihn Stärke, Herrschaft, die auch Unterdrückung und Zwang einschließt, Stolz, Mut, Sinnlichkeit und Freude – all das, was seiner Meinung nach das Christentum ablehnt.</div><div><br></div><div>Aber können Stärke, Stolz, Sinnlichkeit und Freude unserem Lebenswillen Genüge tun? Unser Protagonist Joachim in Brochs Roman lebt im Schwanken zwischen Sinnlichkeit und Lebensentfaltung einerseits und Hängen an den traditionellen Werten und Ordnungen andererseits. Er kompensiert diesen schwankenden Boden, auf dem er steht, mit seiner Liebe zum Militär: Dort findet er noch Ordnung und dadurch Sicherheit.</div><div><br></div><div>Schauen wir uns einmal das gegenwärtige Befinden der Menschen in den reichen Ländern der Welt an: Es ist offensichtlich, dass Selbstverwirklichung, Autonomie, Gesundheit, materieller Wohlstand und befreite Sinnlichkeit, also alles, was man als menschliche Stärke bezeichnen könnte, nicht zu dem Glücksgewinn geführt haben, den man sich von ihnen versprochen hatte. Vielmehr nehmen Unbehagen, Angst, Depressionen, Wut und Gewalt zu.</div><div><br></div><div>Auch die Kirchen können dem offenbar nichts Substanzielles entgegensetzen und sind nach Nietzsches Urteil bloß noch "die Grüfte und Grabmäler Gottes". So erhebt sich die Frage: Was sollen die Christenheit in unserer gegenwärtigen Situation tun?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Kirchen und Christenheit in der gegenwärtigen Welt</div><div><br></div><div>Bis zum Mittelalter konnten sich die Kirchen darauf stützen, dass die von ihnen proklamierten Wahrheiten und Werte allgemein anerkannt wurden. Seit der aufgeklärten Moderne muss sich jede Erkenntnis vor der menschlichen Vernunft verantworten. Da aber die menschliche Vernunft dem Wandel der geschichtlichen Situationen und der individuellen Perspektiven unterliegt, kann keine Erkenntnis mehr bleibende Gültigkeit beanspruchen. In der sogenannten Postmoderne werden deshalb alle allgemeingültigen religiösen Wahrheitsansprüche abgelehnt. Stattdessen wird einer prinzipiell grenzenlosen Vielfalt der Wahrheiten das Wort geredet. Der Ton liegt auf Verschiedenheit, Eigenart und individueller Freiheit.</div><div><br></div><div>Doch zeigen sich fatale Folgen: Wenn es selbst über Grundlegendes keine Übereinstimmung mehr gibt, zerreißt das Band zwischen den Individuen und Völkern, und sowohl die persönlichen Gemeinschaften wie auch die internationalen Beziehungen driften unversöhnlich auseinander. Solche Auflösungserscheinungen zeigen sich sogar innerhalb der Bündnisse, seien es die persönlichen (Ehen, Partnerschaften) oder die internationalen (NATO, EU).</div><div><br></div><div>In der Einsamkeit des nur auf je eigene Wahrheiten und Werte Gründenden kann kein Staat und kein Individuum auf Dauer existieren. Darum suchen Staaten sich andere durch Krieg gefügig zu machen und ihnen die eigene Wahrheit und die eigenen Werte aufzuzwingen. Und Individuen passen sich einer gewaltbereiten Welt an, indem sie selbst als Wutbürger gewalttätig werden. Dazu dient auch die Suche nach einem "starken Mann" und einem starken Staat, die endlich wieder festlegen, "wo es langgeht". In einer Welt ohne verbindliche und verbindende Wahrheiten haben dann auch Fake News, Verschwörungstheorien und radikale Vereinfachungen leichtes Spiel. &nbsp;</div><div><br></div><div>Die Kirchen haben dem scheinbar nichts entgegenzusetzen. Ihre früher selbstverständliche Autorität ist ein für allemal verfallen. Das muss sie aber nicht in die Resignation treiben. Denn die Wahrheit des christlichen Glaubens hängt eben dieser Wahrheit zufolge im Letzten nicht ab vom Engagement der Christinnen und Christen, sondern von der Wirksamkeit Gottes. Christliche Wahrheit setzt sich dort durch, wo Gott seinen Geist ausgießt (Apg 2,1-41). Der Geist aber weht dort, wo er will (Joh 3,8), nicht wo die Kirche es will. Dies ist keine Schwäche der Kirche, sondern ihre Stärke.</div><div><br></div><div>Der Christenheit bleibt nur, Gottes Geist nicht zu behindern, sondern ihn in ihren Reihen wirken zu lassen (Eph 4,30; 1Thess 5,19). Dazu müssen die Kirchen allerdings einsehen, dass nicht jede Weltsicht und jeder "Glaube" hilfreich und heilschaffend ist, sondern ausufernder Pluralismus zu Verzweiflung und Gewalt, also ins Chaos führt. Die Christenheit muss sich gegen eine Verwässerung christlicher Glaubenswahrheiten und Werte aussprechen, wenn es ihr ernst ist mit der Wahrheit, die Jesus Christus ist (Joh 14,6). Sie muss darauf bestehen, dass es nicht beliebig viele, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>eine </b></span>Glaubenswahrheit gibt, auch wenn um diese Glaubenswahrheit immer neu gerungen werden muss und die eine Wahrheit sich in einer begrenzten Vielfalt der Schwerpunkte und Perspektiven ausdrücken kann.</div><div><br></div><div>Es hilft in der allgemeinen Orientierungslosigkeit niemandem, wenn die Kirchen selbst sich orientierungslos geben, wie derzeit in der Friedensfrage. Es macht sie unglaubwürdig, wenn sie widersprüchlich handeln, indem sie beispielsweise für Schwache eintreten, aber zugleich in ihren Reihen auftretenden Missbrauch an Kindern, also den Schwächsten, vertuschen; oder indem sie für die Rechte der Armen eintreten, selbst aber über riesige Vermögen verfügen.</div><div><br></div><div>Die Reformatoren verstanden die Kirche als eine beständig zu reformierende Kirche (lateinisch <span class="fs14lh1-5"><i>ecclesia semper reformanda</i></span>). Eine Kirche, die das vergisst, kann keine den jeweiligen Zeiten entsprechenden neuen Strukturen entwickeln, die nötig wären, um Menschen von ihrer Botschaft zu überzeugen.</div><div><br></div><div>Die theologische Wahrheit und die ihr entsprechenden ethischen Werte finden wir nicht von uns aus, sondern in Abhängigkeit von dem, der die Wahrheit ist und sie uns deshalb allein offenbaren kann: Jesus Christus. Diese scheinbar triviale Feststellung ist – zumindest in der christlichen Praxis – oftmals in Vergessenheit geraten.</div><div><br></div><div>Es geht in der christlichen Wahrheit um das, was uns widerfährt, nicht um das, was wir aus uns machen: Wir sind nicht schon immer, was wir sein sollen, sondern Gott lässt uns werden, was für uns und die Welt das Beste ist, wenn wir das zulassen, was er uns werden lassen will.</div><div><br></div><div>Das maßgebliche Zeugnis der Offenbarung in Jesus Christus besteht einerseits in der Geschichte Gottes mit dem Volk Israel und in den Verheißungen des Messias im Alten Testament. Andererseits bezeugen die Schriften des Neuen Testaments die Worte und Taten des Messias Jesus. Deshalb ist es die erste Aufgabe der Christenheit, um ein rechtes Verständnis der Schriften des Alten und Neuen Testaments zu bitten und sie im Vertrauen auf Gottes Geist immer neu für ihre jeweilige Gegenwart auszulegen.</div><div><br></div><div>Konkret bedeutet das, dass die Christenheit ihr Fähnlein nicht nach dem Wind hängt, um gesellschaftlich anerkannt zu sein. Die Kirchen sollten sich beispielsweise nicht der allgemeinen Strömung anschließen, wenn das Verständnis davon, wie Frieden zu schaffen und zu bewahren ist, gesellschaftlich gerade umschlägt. Jesus suchte keine gesellschaftliche Anerkennung, sondern die Ehre Gottes. Beides zusammen zu verfolgen, hat der Kirche noch nie gut getan.</div><div><br></div><div>Das weitgehende Schweigen der Christenheit zum Überkonsum und zum Eskapismus kann ebenfalls als Anpassung an den Zeitgeist verstanden werden. Man möchte nicht als Spielverderber oder "Verbotspartei" gelten. Man übersieht dabei, dass man den Menschen einen Bärendienst erweist, wenn man sie nicht warnt vor der Flucht hin zu den Götzen der gegenwärtigen Welt.</div><div><br></div><div>Auch in der postmodernen Welt muss die Christenheit, um den Menschen Halt und Orientierung zu bieten, darauf bestehen, dass die Wahrheit nicht beliebig relativiert werden darf. Jesus schielte nicht auf den Zeitgeist, sondern hielt an der Wahrheit fest. Wir wissen, dass das ihm persönlich nicht zum Vorteil gereichte. Diesen Mut sollte auch die Christenheit aufbringen.</div><div><br></div><div>Die Kirchen sollten ihr Augenmerk auch nicht hauptsächlich auf Mitgliederwerbung setzen. Es geht nicht darum, zahlende Mitglieder zu generieren, sondern den christlichen Glaubens zu bezeugen. Darum geht es auch nicht um interessengeleitete Angebote an die Menschen, sondern um solche, die der Wahrheitssuche und der Wahrheitsbezeugung entsprechen.</div><div><br></div><div>Eine sich auf Gott verlassende Kirche kann auch zur eigenen Fehlbarkeit und Orientierungslosigkeit stehen – und diese bedauern. Wenn die Wahrheitssuche schwierig ist, sollte sie die Menschen daran beteiligen. Es ist besser, Streit öffentlich auszutragen als auf theologischen Tagungen und in kirchlichen Ausschüssen fern von der breiten Öffentlichkeit. Eine sich auf Christus verlassende Kirche weiß darum, dass Christus in den Schwachen stark ist (2Kor 12,9f) und sein Geist auch in irdischer Schwachheit Erkenntnisse wecken kann.</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen machen Angebote, keine Vorschriften. Sie drohen nicht, sondern laden ein zu Glauben, Hoffnung und Liebe. Sie behaupten nicht, sondern argumentieren. Sie leben vor, was sie verkündigen. Das alles, ohne nach hohen Zahlen zu streben. Auch Jesus sammelte bekanntlich keine Massen um sich.</div><div><br></div><div>Und wenn alles getan ist – dann wissen Christinnen und Christen, dass alle ihre Aktivitäten auf keinen fruchtbaren Boden fallen werden, wenn Gott selbst sich nicht kundtut. Sie werden aber darauf vertrauen, dass er es zu seiner Zeit tun wird. Um dieses Wirken Gottes in der Welt werden sie, von Mitleid mit den Menschen ergriffen, beten, und darauf werden sie hinwirken. Und sie werden froh und erwartungsvoll dem künftigen Wirken des Geistes Gottes entgegensehen – auf dass die Menschen nicht mehr verletzt und hingeworfen sein mögen wie Schafe, die keinen Hirten haben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup> Broch: Die Schlafwandler, S. 23-25.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup> Broch: Die Schlafwandler, S. 68.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup> Broch: Die Schlafwandler, S. 80f.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup> Broch: Die Schlafwandler, S. 52.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> Quelle: http://www.zeno.org - Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH (http://www.zeno.org/nid/20009251758). Dort zitiert nach: Friedrich Nietzsche: Werke in drei Bänden. München 1954, Band 2, S. 126-128.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Verwendete Literatur und sonstige Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Broch, Hermann: Die Schlafwandler. Eine Romantrilogie. Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, suhrkamp taschenbuch 2363. 12. Aufl. Frankfurt 2022.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Dalferth, Ingolf U.: Umsonst. Eine Erinnerung an die kreative Passivität des Menschen. Verlag Mohr Siebeck. Tübingen 2011. S. 213-226.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Gaarder, Jostein: Sofies Welt. Roman über die Geschichte der Philosophie. Carl Hanser Verlag, München/Wien 1993. S. 406-417.536f.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Graf, Friedrich Wilhelm: Kulturprotestantismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft (RGG). Band 4. Hg. von Hans Dieter Betz u.a. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl. Tübingen 2001. Sp. 1850-1852.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Graf, Friedrich Wilhelm: Postmoderne. I. Soziologisch und sozialgeschichtlich. In: RGG Band 6. Hg. von Hans Dieter Betz u.a. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl. Tübingen 2003. Sp. 1514f.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Grözinger, Albrecht: Postmoderne. III. Praktisch-theologisch. In: RGG Band & (s.o.). Sp. 1516f.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Störig, Hans Joachim: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. Verlag W. Kohlhammer GmbH. 12. Aufl. Stuttgart ua. 1981. S. 449-451.539-552.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Ward, Graham: Postmoderne. II. Religionsphilosophisch und fundamentaltheologisch. In: RGG Band 6 (s.o.). Sp. 1515f.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Romantik.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">http://www.zeno.org/nid/20009251758 (der Nietzsche-Text).</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Jan Helebrant auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 14 Dec 2024 08:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kirche und Pazifismus]]></title>
			<author><![CDATA[Thomas Jakob]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000267"><div><div><span class="fs9lh1-5">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, halte es bitte für diese Seite waagerecht, um den Text zu lesen.</span></div></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Kirche und Pazifismus</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="https://schwerglaeubiger.blogspot.com/?showComment=1587235788420&view=flipcard" target="_blank" class="imCssLink">Thomas Jakob</a></span> | 07/12/2024</span></div><div><br></div></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Erich Kästner</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i class="fs14lh1-5"><b>Verdun, viele Jahre später</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Auf den Schlachtfeldern von Verdun</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>finden die Toten keine Ruhe.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Täglich dringen dort aus der Erde</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Helme und Schädel, Schenkel und Schuhe.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Über die Schlachtfelder von Verdun</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>laufen mit Schaufeln bewaffnete Christen,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>kehren Rippen und Köpfe zusammen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>und verfrachten die Helden in Kisten.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Oben am Denkmal von Douaumont</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>liegen zwölftausend Tote im Berge.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Und in den Kisten warten achttausend</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Männer vergeblich auf passende Särge.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Und die Bauern packt das Grauen.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gegen die Toten ist nichts zu erreichen.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Auf den gestern gesäuberten Feldern</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>liegen morgen zehn neue Leichen.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Diese Gegend ist kein Garten,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>und erst recht kein Garten Eden.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Auf den Schlachtfeldern von Verdun,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>stehn die Toten auf und reden.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Zwischen Ähren und gelben Blumen,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>zwischen Unterholz und Farnen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>greifen Hände aus dem Boden,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>um die Lebenden zu warnen.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Auf den Schlachtfeldern von Verdun</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>wachsen Leichen als Vermächtnis.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Täglich sagt der Chor der Toten:</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>"Habt ein besseres Gedächtnis!"</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div>Dieses Gedicht spricht für sich. Direkt mit Kirche und Glauben zu tun hat es nichts. Aber wir erleben gerade eine Zeit, die zunehmend von Krieg, Gewaltherrschaft und Terror beherrscht wird, wo Krieg wieder, wie früher zu einem Mittel der Politik wird, ob erklärt oder nicht erklärt. Selbst ehemalige Pazifisten haben ihre Positionen geändert.</div><div><br></div><div>Und Kirchen agieren wieder einmal nicht eindeutig. Wo sie mit der Politik verflochten sind und weltlicher Macht, der Politik also, nicht bewusst entsagen wollen, werden sie, wie schon so oft in der Geschichte, ganz oder teilweise korrumpiert. Die Worte "Wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen", "Liebet eure Feinde" und "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" werden sie wohl kaum vergessen haben. Umso schlimmer, wenn sie dann zu anderen Positionen als der eines entschiedenen Pazifismus kommen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Quelle: Kurt Faßmann (Hg.): Gedichte gegen den Krieg. Copyright: Kindler Verlag, München 1961. Ausgabe des Verlags Zweitausendeins, Frankfurt a.M. 1971. S. 148.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Soldatenfriedhof Verdun mit Gedenkstätte Douaumont, Bernard Clarinval auf Pixabay (bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 07 Dec 2024 09:36:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die zweifache Bedeutung des Advents]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000266"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die zweifache Bedeutung des Advents</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/11/2024</span></div><div><br></div><div>Es ist wieder Advent. Das Wort kommt vom lateinischen <span class="fs14lh1-5"><i>adventus </i></span>und bedeutet "Ankunft". Gemeint ist die Ankunft Jesu Christi, und zwar in zweifacher Hinsicht:</div><div><br></div><div>Zum einen bereitet die Adventszeit auf das Weihnachtsfest vor, an dem wir die Geburt Jesu vor etwa 2000 Jahren feiern. Weihnachten ist das Kommen Gottes in die Welt – das Wunder, dass der große Gott in einem Säugling Mensch geworden ist, um uns Menschen unvergleichlich nahe zu sein.</div><div><br></div><div>Dieses Ereignis ist alles andere als selbstverständlich. Selbstverständlich ist uns nur das jährlich wiederkehrende Feiern des Weihnachtsfestes. Doch wenn wir dieses Fest ernst nehmen, heißt das: Der ewige Gott hat die Gestalt eines sterblichen Menschen angenommen. Er ist also nicht der ferne, von allem Weltlichen abgehobene Gott, sondern ein Gott, der das Leben in all seinen Facetten kennengelernt hat. Er ist ein Gott, der sich das Weltgeschehen nicht aus sicherer Entfernung ansieht, sondern einer, der neben und mit uns durch die Geschichte geht. So teilt Gott Freude und Leid mit uns. Er kennt unsere Probleme und will uns auf lebenswerte Wege geleiten, damit wir froh in der Welt leben können.</div><div><br></div><div>Das ist das Wunder von Weihnachten: Gott, der Unangreifbare und Unvorstellbare, hat sich in unsere arme Welt herabgelassen und ist uns ähnlich geworden, um unser Leid zu erspüren, uns mit Liebe und Vergebung zu begegnen und für uns vorstellbar zu sein. Der Unangreifbare hat sich angreifbar gemacht, der Unvorstellbare ist in Jesus Christus vorstellbar geworden. Darin besteht die Größe Gottes.</div><div><br></div><div>Dieser Gedanke ist so ungewöhnlich, dass wir ihn immer wieder vergessen. Wir stellen uns unter Gott lieber so etwas wie einen mit allen wünschenswerten Fähigkeiten ausgestatteten Menschen vor, einen übermenschlichen <span class="fs14lh1-5"><i>Superman </i></span>ohne Schwächen und Mängel, eine Figur, die wir wohl selber gerne sein würden. Weil Gott aber so anders ist, als wir ihn uns gerne vorstellen, darum brauchen wir eine drei- bis vierwöchige Vorbereitungszeit auf Weihnachten – die Adventszeit.</div><div><br></div><div>Die Adventszeit, ernst genommen, ist also eine Zeit, die wir nutzen können, um uns mit dem Gedanken anzufreunden, dass Gott ein Mensch gewordener Gott und gerade so Gott ist und bleibt. Das müssen wir uns immer wieder aufs Neue bewusst machen. Advent ist also eine Zeit des Bewusstwerdens: Wir denken dem Wunder der Weihnacht nach, bereiten uns auf die Feier dieses Wunders vor. Wir gehen drei bis vier Wochen lang durchs Leben im Bewusstsein, dass Gott <span class="fs14lh1-5"><b>neben </b></span>und <span class="fs14lh1-5"><b>bei </b></span>uns ist und voller Liebe auch <span class="fs14lh1-5"><b>für </b></span>uns. Und dass er <span class="fs14lh1-5"><b>in </b></span>uns sein will und auch ist – wenn wir ihm die Tür unseres Herzens öffnen. "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit ...".</div><div><br></div><div>Advent ist darum meditative Zeit. Man muss sich in dieses Sein und Tun Gottes hineinfühlen. Das braucht Ruhe und Zeit. Ungestörte Zeit, um klare Gedanken zu fassen:</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Gott, du bist bei mir. Bei mir, dem so ganz und gar unvollkommenen Menschen. Ich bin schwach, krank, ohnmächtig, ich leide und gehe unweigerlich dem Tod entgegen. Doch du würdigst mich deiner Gegenwart. Ich bin dir nicht zu unbedeutend und klein, sondern du machst dich selbst so klein, wie ich es bin. Du nimmst mich ernst, du kennst meine Verzweiflung, du fühlst mit mir, du nimmst meine Probleme auf dich und trägst sie mit, und du verheißt mir eine überaus glückliche Zukunft.</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Ich bin es nicht wert, aber ich bin es D</span><span class="fs12lh1-5">IR</span><span class="fs14lh1-5"> wert, dass du mich an die Hand nehmen und retten willst. Du siehst mich mit unendlich liebevollen Augen an. Was bist du nur für ein Gott!</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Ich werfe mich in deine Arme. Ich brauche nichts zu tun als mich dir hinzugeben. Ich vertraue mein Leben dir an.</span><span class="fs14lh1-5"> </span></i><span class="fs14lh1-5"><i>Ich danke dir, dass du, großer Gott, an meiner Seite bist und bleibst.</i></span></div><div><br></div><div>Das ist die eine Dimension der Adventszeit: die Vorbereitung darauf, dass Gott uns in Jesus Christus unvergleichlich nahegekommen ist. Die andere Dimension der Adventszeit ist die Erwartung des Wiederkommens Jesu Christi am Ende der Tage. Das ist der kommende Advent, die kommende Ankunft des Erlösers.</div><div><br></div><div>Denn Jesus lässt die Welt nicht allein. Er ist zwar am Kreuz gestorben, aber er ist zwei Tage später von Gott zum Leben erweckt worden. Und er wird am Ende der Tage wieder auf die Welt kommen, um das Böse endgültig aus der Welt zu schaffen und das vollkommene Gute aufzurichten – eine Welt, in der das Leben für alle lebenswert ist, in der "der Tod nicht mehr sein wird und kein Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr sein wird" (Offb 21,4).</div><div><br></div><div>In der Adventszeit blicken wir auf diese zweite Ankunft Jesu Christi voraus. Es ist eine Hoffnung, die das Herz springen lässt: Es wird nichts Böses und Lebensfeindliches mehr geben. Alle unerfüllten Sehnsüchte werden erfüllt sein. <span class="fs14lh1-5">Kein Mensch wird uns mehr quälen.</span><span class="fs14lh1-5"> Wir selbst werden von unseren belastenden Eigenheiten befreit sein. Das Leben wird leicht sein, und es wird eine unvorstellbare Freude sein, zu leben. Nichts wird uns mehr fremd sein, auch Gott nicht.</span><br></div><div><br></div><div>Auch diese Aussicht ist alles andere als selbstverständlich. Wir erleben die Welt ganz anders. Das Böse setzt sich oft durch, der Gewaltsame kommt zum Ziel, das Unrecht ist unermesslich. Der Mensch ist der größte Feind des Menschen. Gutes und Böses liegen ohne Unterlass im Streit miteinander, mal setzt sich das eine durch, mal das andere. Es gibt keine Sicherheit, die Zukunft ist ungewiss, und am Ende steht immer der Tod. Das ist das, was wir vor Augen haben.</div><div><br></div><div>Doch <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?der-juengste-tag--vernichtung-und-vollendung" class="imCssLink">eine andere Welt ist uns verheißen</a></span>. Darauf blicken wir im Advent voraus. Mit dem Erlöser kommt eine andere Welt auf uns zu. Sie widerspricht allen Erfahrungen von Leid und Tod, sie ist das Gegenbild zu all diesen Erfahrungen.</div><div><br></div><div>Wir müssen es lernen, dieses Gegenbild ernster zu nehmen als unsere täglichen Erfahrungen von Leid und Tod. Denn Leid und Tod werden ein Ende nehmen. Das Gegenbild zu ihnen aber wird ewig sein. Wir müssen lernen, hinter den Horizont zu schauen.</div><div><br></div><div>Das ist nicht weniger aufwendig als die Erkenntnis der Menschwerdung Gottes. Es braucht Zeit, Muße, Ruhe, Meditation, um sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass das Gute und Vollkommene über das Böse und Zerstörerische siegen wird. Ungewohnt ist uns der Gedanke, dass Jesus Christus noch einmal auf die Welt kommen wird: diesmal nicht als Säugling, sondern als gerechter Richter über alles, was das Leben schwer oder unmöglich macht. Und er wird kommen als Aufrichter der Welt, wie sie von Gott gedacht ist.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Jesus Christus wird also der Hinrichter des Bösen und der Aufrichter des Guten sein. </span>Und weil all das so ungewohnt ist, weil es so schwer Eingang findet in unser tägliches Leben, darum brauchen wir viel Zeit und Ruhe, um es uns immer wieder zu vergegenwärtigen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Jesus Christus, du lebst. </i></span><span class="fs14lh1-5"><i>Du hast den Tod hinter dir gelassen und so besiegt. </i></span><i class="fs14lh1-5">Und du wirst die Welt nicht in Ewigkeit so lassen, wie sie ist. Du hast noch etwas mit ihr vor. Du willst eine Welt erschaffen, in der es all das Elend und Leid nicht mehr gibt. Darum kann ich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Denn am Ende steht für alle, die dir vertrauen, eine ewige Glückseligkeit.</i></div><div><i class="fs14lh1-5"><br></i></div><div><i class="fs14lh1-5">Bis dahin muss ich noch durchhalten. Aber das ist leichter, wenn ich um das gute Ende weiß. Und ich kann dann auch schon auf Gutes in meinem jetzigen Leben hoffen. Ich lasse mich nicht vom Negativen vereinnahmen, sondern vertraue auf das Positive, das du, Gott, in meinem Leben bewirken willst.</i></div><div><i class="fs14lh1-5"><br></i></div><div><i class="fs14lh1-5">Ich lasse mich von dir mitnehmen auf einen hoffnungsvollen Weg. Denn nichts ist dir unmöglich. Du hast den Tod besiegt, so wirst du auch mein Leid besiegen. Du wirst die Welt vom Bösen befreien, so wirst du auch mich von allem befreien, was mich noch gefangenhält. Ich kann in meiner verfahrenen Situation auf dich setzen. Ich sehne mich nach Befreiung. Ich vertraue dir und lege meine Befreiung in deine Hände. Danke, dass ich mein Leben auf deine Zukunft bauen darf.</i></div><div><br></div><div>Indem wir beide Ankünfte Jesu Christi immer wieder bedenken und uns zu eigen machen, nehmen wir uns Zeit für den Advent: Jesus Christus ist in unser Leben gekommen, um es mit uns zu erleiden und uns Gottes Liebe und Vergebung nahezubringen. Und er wird in unsere Welt kommen, um sie vom Leid zu erlösen und eine neue Welt für uns aufzurichten. Beides gehört zusammen. Beides tut der eine Gott an unserer Seite. Beides ist denen verheißen, die sich von Gott auf diesem Weg mitnehmen lassen.</div><div><br></div><div>Wenn wir den Advent bloß als Zeit erhöhten Konsums und Stresses erleben, werden wir von all dem nicht viel erfahren. Wenn wir den Advent aber als Zeit wahrnehmen, in der wir die unfassbare Nähe Gottes und seine uns verheißene unglaublich schöne und erlösende Zukunft bedenken, dann wird sie unser Leben nachhaltig prägen. Dann wird ein Strahl unvergänglicher Freude unsere Herzen hell machen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 30 Nov 2024 08:52:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Meditation über ein christliches Sozialleben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000265"><div><div data-line-height="1" class="lh1 imTALeft"><span class="fs9lh1">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, halte es bitte für diese Seite waagerecht, um den Text zu lesen.</span></div></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Meditation über ein christliches Sozialleben</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Alles könnte besser sein</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/11/2024</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gottes Kraft ist eine Realität. Sie wirkt Liebe und Leben überall auf Erden und millionenfach in jedem Augenblick. Ohne sie wäre das Leben unerträglich.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Und diese Kraft möchte noch mehr wirken – durch uns. Damit das funktioniert, müssen wir unsere Perspektive verändern lassen: vom Schlechten hin zum Guten. Wir müssen unsere Augen für das Gute öffnen lassen, das möglich ist.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich habe in der folgenden Meditation versucht, uns das mögliche Gute im gesellschaftlichen Leben vor Augen zu führen. Ich bin überzeugt davon: Es ist nicht schwer, sondern leicht. Denn es ermöglicht uns ein besseres Leben. Das will Gott selbst durch uns schaffen. Wir müssen es nur wollen. Wenn einige anfangen, werden andere ihnen folgen. In der Kraft Gottes können wir es tun. So könnte es aussehen:</i></span></div><div><br></div></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Jesus zog durch Dörfer und Städte</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">verkündete die Freudenbotschaft vom Reich Gottes</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">stellte es vor die Menschen mit seinem Leben</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">malte es ihnen aus mit seinen Worten</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">mit Gleichnissen vom Himmelreich</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">das mit ihm angebrochen ist</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und mit seinem Geist weiter anbricht</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">hier in unserer Welt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die nicht</span><span class="fs14lh1-5"> Gott los ist</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">weil der Geist in ihr wirkt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">so dass Menschen hoffen, wo nichts zu hoffen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und Zukunft sehen, die nicht zu sehen ist</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">wie Jesus sah: Blinde werden sehen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Lahme werden gehen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Taube werden hören</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Tote werden leben</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und Arme werden froh</span><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">denn alles könnte besser sein</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und es wäre gar nicht schwer</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">weshalb Jesus heute vielleicht sehen und sagen würde</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">morgens früh öffnen die Kirchen ihre Türen für alle, die mühselig und beladen sind</span><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und für alle, die nicht ins Schema passen und mit denen keiner etwas anzufangen weiß</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Pfarrer und Pfarrerinnen stehen bereit, um die Armen zu speisen</span><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">mit den Gaben, die die Reichen ihnen zu diesem Zweck überlassen haben</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Busse und Bahnen fahren pünktlich und oft</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Autos werden zu Hause gelassen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und die begrünten Straßen duften nach Lavendel oder frischem Regen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Menschen in den Bussen und Bahnen sehen vergnügt aus</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">denn sie freuen sich, mit ihrer täglichen Arbeit den anderen Gutes zu tun</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">in den Städten gibt es zwischen den Geschäften reichlich Bäume</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und Wiesen, auf denen Kinder spielen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Bänke, auf denen Menschen sitzen und einander zuhören</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">schweigen oder ihre Gedanken schweifen lassen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">denen mit anderer Hautfarbe gilt das besondere Interesse</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">es ist eine Bereicherung, ihre Welt kennenzulernen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und eine Ehre, den Heimatlosen Heimat zu bieten</span><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">viele Menschen laufen lächelnd durch die Straßen, manche sogar pfeifend oder singend</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">weil sie sich nicht mit unnötigen Einkäufen belasten</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und ihre Sorgen und Probleme von anderen mitgetragen werden</span><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">wer stürzt, dem wird aufgeholfen durch viele starke Hände</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">denn man erlebt, dass das Aufrichten die Aufrichtenden glücklich macht</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Verkäuferinnen und Verkäufer beraten ihre Kunden mit ehrlichen Worten</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">so dass Vertrauen entsteht und die Kundschaft gerne wiederkommt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Ärzte und Krankenhäuser haben genug Einnahmen, um Kranke zu heilen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">denn die Gesunden zahlen gern reichlich in die Krankenkassen ein</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die viel haben, zahlen gern Steuern für die, die zu wenig haben</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">keiner mehr muss in Mülleimern wühlen, um überleben zu können</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Industriemanager lassen das herstellen, was die Menschen zum Leben brauchen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und in den Mengen, die nötig sind</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">denn sie wissen, dass weniger mehr sein kann</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Arbeiter und Angestellten geben ihr Bestes, damit der Laden läuft</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">denn sie identifizieren sich mit dem, was sie tun</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Unternehmer danken ihren Angestellten für ihre Gabe der Arbeitskraft</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und zahlen manchmal sogar mehr Lohn, als ihre Beschäftigten erwartet haben</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Handwerker verstehen sich als helfenden Beruf</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">in dem sie mit flinken Händen das schaffen, was andere nicht können</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Konzerne haben sich weltweit darauf verständigt, nur langlebige Produkte herzustellen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und die Kundschaft zahlt gern etwas mehr dafür</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">alle Betriebe arbeiten mit Eifer daran, umweltfreundlich zu produzieren</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">weil sie wissen, dass das ihre Zukunft ist</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">in der Politik zählen nur wahre Worte und das Wohl der Bevölkerung</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und die Parteien unterstützen einander beim Finden des besten Wegs</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Mächtigen suchen beständig nach einem Ausgleich der Interessen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und alle sind diplomatisch auf dem Plan, sobald ein Konflikt sich auch nur anbahnt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Verteidigungsminister senken ihre Rüstungsausgaben, wo immer es geht</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und stecken das Geld in Schulen und Universitäten, in denen das Lernen spannend ist</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Präsidenten schreiten bei Auslandsreisen eine Ehrenformation von Kindern ab</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die mit Blumen geschmückt sind und fröhlich mit Landesfähnchen winken</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Kinder im ganzen Land freuen sich auf die Schule</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">weil jedes einzelne ernst genommen wird mit seinen individuellen Begabungen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und kein Kind die Schule verlässt, ohne auf den Weg seiner Talente gesetzt zu sein</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Jugendlichen treffen sich nachmittags im Jugendzentrum</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">wo sie ihren Interessen nachgehen und sich selbst finden können</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">sie sehen mit positiven Erwartungen in die Zukunft</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Erwachsenen schaffen den kommenden Generationen eine lebenswerte Zukunft</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und sind froh, ihnen eine intakte Welt zu hinterlassen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Konkurrenzdenken wird beharrlich durch Schwarmintelligenz ersetzt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">weil sie den meisten Ertrag einbringt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">nach Feierabend habe alle Zeit zur Muße</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">um die Schöpfung zu genießen, dem Schöpfer zu danken und dem Leben nachzuspüren</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">das Leben ist voller Sinn, weil man den anderen Gutes tun kann</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und glücklich ist, sie glücklich zu sehen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">im Dorf trifft man sich abends zum vertrauten Austausch auf dem Dorfplatz</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">lacht miteinander, tröstet und erfährt, wo morgen Hilfe benötigt wird</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Nachbarn achten aufeinander und auf Wohnung und Haus des anderen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und fühlen sich sicher in einer Gemeinschaft der Achthabenden</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">in der Nacht muss keiner sich einsam fühlen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">weil immer jemand bereit ist, an seiner Seite zu bleiben</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und denjenigen, die sagen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">das ist alles unrealistisch</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">das ist Spinnerei</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Träume sind Schäume</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">wer's glaubt, wird selig</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">ihr seid die nützlichen Idioten von ...</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">das klingt ja alles schön, aber so ist das Leben nicht</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">die Welt ist nicht das Paradies</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">es gibt auch böse Menschen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">man darf sich nicht alles gefallen lassen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">man muss sich durchsetzen im Privat- und Geschäftsleben</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">der Markt wird's schon richten</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">wir brauchen Realpolitik statt Utopien</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">denjenigen rufen wir freundlich zu</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">das Reich Gottes ist das Realste überhaupt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und nur dieses Reich wird's richten</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">es kommt schon jetzt und setzt sich durch zur Freude aller</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">darum bitten wir, dass sein Reich komme</span><span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">so lauft herbei und schaut es euch an</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Gott schafft Neues, seht ihr's denn nicht</span><span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">lasst euch drauf ein, erlebt es am eignen Leib</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">beerdigt Bedenken und Vorbehalte</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">seid mit uns die nützlichen Idioten Jesu</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">deren Torheit weiser ist als die Weisheit der Welt</span><span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">erblickt das Unmögliche, das Gott möglich ist</span><span class="fs11lh1-5"><sup>9</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und dem, der da glaubt</span><span class="fs11lh1-5"><sup>10</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">vertraut dem Arbeitgeber im Himmel</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und baut mit an seinem Reich</span><span class="fs11lh1-5"><sup>11</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">denkt das Leben neu</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">glaubt, dass alles besser sein könnte</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">weil der, der alles sehr gut gemacht hat</span><span class="fs11lh1-5"><sup>12</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und der aus allem Gutes entstehen lässt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">auch aus dem Bösen</span><span class="fs11lh1-5"><sup>13</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">weil er jetzt schon kommt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">nicht erst später</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">nicht erst in fernster Zukunft</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">am Sanktnimmerleinstag</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">oder nach dem Tod</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">sondern jetzt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">weil er ein Gott der Lebendigen ist und nicht der Toten</span><span class="fs11lh1-5"><sup>14</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">darum kommt, macht einen Anfang</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">hin zu einem Leben der Freude und des Glücks</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">wir suchen nicht das Vollkommene</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">aber das ihm Näherkommende</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">darum lasst uns einen ersten Schritt tun</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">der erste Schritt ist der schwerste</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">der zweite wird schon leichter</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">und vielleicht folgen viele weitere</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">nicht um den Himmel auf die Erde zu holen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">aber um auf ihn zuzugehen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">um unserm Herrn in der Wüste einen Weg zu bahnen</span><span class="fs11lh1-5"><sup>15</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">langsam, Schritt für Schritt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">mit Fehlern und mit Rückschlägen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">aber auch in den Schwächen vollendet sich Gott</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">im Unvollkommenen sind wir stark</span><span class="fs11lh1-5"><sup>16</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">so erstreben wir das uns gesetzte Ziel</span><span class="fs11lh1-5"><sup>17</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">wenigstens ansatzweise</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">denn aus Ansätzen kann Großes entstehen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">darum werdet zu Ansätzern im Namen des Herrn</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">der auf euch wartet und euch die Ehre verleiht</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">mit ihm zu bauen am Himmelreich</span><span class="fs11lh1-5"><sup>18</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">das Jesus verkündete und lebte</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">damit es Wirklichkeit werde</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">zum Glück und Segen aller Geschöpfe</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Bibelstellen</span>:</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup> Mt 11,5; Lk 7,22</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup> Mt 11,28</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup> Mt 25,35</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup> 5Mo/Dtn 14,29</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup> Gal 6,2</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup> Mt 6,10</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup> Jes 43,19</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup> 1Kor 1,19f.25</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>9</sup> Mt 19,26</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>10</sup> Mk 9,23</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>11</sup> 1Kor 3,9</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>12</sup> 1Mo/Gen 1,31</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>13</sup> Röm 8,28</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>14</sup> Lk 20,38</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>15</sup> Jes 40,3</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>16</sup> 2Kor 12,9f</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>17</sup> Phil 3,12-14</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><sup>18</sup> 1Kor 3,9</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Franz Bachinger auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 22 Nov 2024 09:13:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Jüngste Tag: Vernichtung und Vollendung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000263"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Jüngste Tag: Vernichtung und Vollendung</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Von der Treue zur Welt und der Vorfreude auf ihr Ende</div><div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/11/2024</span></div></div><div><br></div><div>An den Jüngsten Tag denken wir nicht gern, weil uns sofort ein Schreckensszenario durch den Kopf schießt: Feuer fällt vom Himmel, die Sterne geraten ins Wanken, alles Leben wird ausgelöscht. Das ist Weltuntergangsstimmung pur.</div><div><br></div><div>Tatsächlich kündigt die Bibel in vielen Aussagen an, dass am Jüngsten Tag die Gestalt unserer Welt zu Ende geht. Aber nicht, weil Gott uns zornentbrannt straft, sondern weil er uns zum vollkommenen Heil führen will. Und damit das Heil vollkommen sein kann, muss das Unheil beseitigt werden.</div><div><br></div><div>Ich will versuchen, die biblischen Aussagen zum Jüngsten Tag ernst zu nehmen und zu verstehen. Dennoch reichen all unsere Gedanken und Worte nicht aus, um das zu beschreiben, was am Jüngsten Tag geschehen wird. Aber das gilt für alle Glaubensaussagen: Unser Erkennen ist Stückwerk (1Kor 13,12) und unser Reden ein Stammeln.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Neuer Himmel, neue Erde, neues Jerusalem, neuer Leib</div><div><br></div><div>Die herkömmliche Vorstellung vom Jüngsten Tag sieht ungefähr so aus: Die ganze Schöpfung, also das Universum, und alles Leben im Universum wird vernichtet. Die Toten werden auferweckt, und diejenigen, die an Jesus Christus geglaubt haben, gehen in die Gemeinschaft mit Gott ein und werden dort ewige Seligkeit erleben. Eine Schöpfung, eine Erde ist nicht mehr nötig, weil sich das ewige Leben im Himmel abspielt.</div><div><br></div><div>Tatsächlich stellt das Neue Testament fest, dass das gegenwärtige Universum vernichtet wird. Jesus sagt nach Mt 24,35:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Worte werden gewiss nicht vergehen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Und in 2Petr 3,10 ist zu lesen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb. Dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente werden sich auflösen, indem sie von Glut verzehrt werden, [...]</span></i></span></div><div><br></div><div>Den letzten Teil des Verses habe ich weggelassen, weil es für ihn zwei unterschiedliche Textvarianten gibt. Wichtig ist mir, dass hier von einem Vergehen und einer Auflösung der Elemente die Rede ist.</div><div><br></div><div>Es wird also nichts von unserer gegenwärtigen Welt bleiben. Muss uns das nicht in Angst und Schrecken versetzen? Man fragt sich unwillkürlich: Was kommt denn danach?</div><div><br></div><div>Die übliche Antwort auf diese Frage ist: Die Toten werden auferstehen, und die Glaubenden kommen in den Himmel, wo sie in ewiger Gemeinschaft mit Gott leben werden.</div><div><br></div><div>Das Neue Testament zeichnet aber ein anderes Bild von dem, was kommt. In der Offenbarung des Johannes ist folgende Vision der Endereignisse überliefert (Offb 21,1f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine Braut, geschmückt für ihren Mann.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist zunächst einmal überraschend, dass Gott offenbar nach der Zerstörung von Himmel und Erde einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird. Und nicht weniger überraschend ist es, dass als Ort des ewigen Lebens eine Stadt genannt wird, nämlich das neue Jerusalem.</div><div><br></div><div>Ich schließe daraus, dass das ewige Leben sich nicht einfach "im Himmel" abspielen wird, sondern an Orten, die zumindest eine Ähnlichkeit mit dem haben, was wir als Himmel, Erde und Jerusalem kennen.</div><div><br></div><div>Man kann natürlich der Meinung sein, dass dies alles nur Bilder oder Symbole für das sind, was wir nicht verstehen können. Aber es bleibt doch die Frage: Warum werden dann gerade diese Bilder und Symbole gebraucht? Warum ist von einem neuen Himmel, einer neuen Erde und einem neuen Jerusalem die Rede, wenn das alles überhaupt keine konkrete Bedeutung haben sollte? Warum zeigt die Vision des Johannes nicht einfach, dass die Glaubenden bei Gott oder im Himmel sein werden?</div><div><br></div><div>Etwas ernster möchte ich die konkreten biblischen Aussagen schon nehmen und sie nicht einfach als belanglose Bilder oder Symbole abtun. Deshalb deute ich sie so: Der Ort des ewigen Lebens wird nicht ein vollkommen unvorstellbarer Ort sein. Wir können ihn uns wie ein Leben in der Stadt Jerusalem, wie ein Leben auf der Erde und unter einem Himmel vorstellen – auch dann, wenn es immer unzulängliche Vorstellungen bleiben mögen.</div><div><br></div><div>Dazu passt auch, dass das Neue Testament das ewige Leben als ein leibliches Leben beschreibt. Auch das ist eine für uns ungewöhnliche Vorstellung. Viele Menschen stellen sich das ewige Leben so vor, dass unsere Seelen weiterleben, während unser Körper verfällt. Unbezweifelbar zerfällt unser Körper nach dem Tod in seine elementaren Bestandteile. Das schließt jedoch nicht aus, dass wir von Gott einen neuen Körper erhalten, der nicht mehr verwest. Paulus macht sehr deutlich, dass das ewige Leben ein leibliches Leben sein wird. Er nennt es ein Leben mit einem himmlischen oder geistlichen Leib (1Kor 15,40.44).</div><div><br></div><div>Was das genau sein wird, wissen wir nicht. Unsere Vorstellungskraft reicht dazu nicht aus. Mir ist aber wichtig, dass wir nicht jede Vorstellung vom ewigen Leben einfach aufgeben müssen. Und dass das ewige Leben auch Elemente enthält, die unserem irdischen Leben und unserem begrenzten Vorstellungsvermögen nicht ganz unähnlich und fremd sind.</div><div><br></div><div>Ich glaube also nicht, dass alles in der neuen Welt total anders sein wird als in unserer jetzigen Welt – so, wie es eine bekannte Geschichte von Mönchen erzählt, die zu dem Ergebnis kommen, dass das neue Leben total anders sein wird als all unsere Vorstellungen davon. Total anders, sagen sie, auf Latein: <span class="fs14lh1-5"><i>totaliter aliter</i></span>.</div><div><br></div><div>Die biblischen Aussagen geben das meiner Meinung nach nicht her. Denn die Bibel redet nicht einfach davon, dass das ewige Leben sich im gänzlich Unbekannten und Unvorstellbaren abspielt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Treue zur Welt</div><div><br></div><div>Wenn Gott uns also einen neuen Leib schenkt und wenn er uns im neuen Jerusalem auf einer neuen Erde unter einem neuen Himmel ewig leben lässt, dann kann man daraus den Schluss ziehen, dass Gott seiner ersten Schöpfung, in der wir jetzt noch leben, in gewissem Sinne treu bleibt. Er schafft ja für das ewige Leben nicht etwas komplett Anderes, sondern etwas, was mit seiner ersten Schöpfung eine gewisse Ähnlichkeit hat.</div><div><br></div><div>Das halte ich nicht für unwichtig. Denn wenn man glaubt, dass Gottes erste Schöpfung nach dem Jüngsten Tag komplett vergessen ist, besteht die Gefahr, in einen weltverneinenden und weltverachtenden Glauben zu verfallen. Gottes Schöpfung ist dann nichts mehr wert. Sie wird ja am Ende entsorgt. Und was am Ende entsorgt wird, dem muss man schon jetzt keine Wertschätzung entgegenbringen. Dementsprechend wird man dann auch mit Gottes Schöpfung umgehen.</div><div><br></div><div>Und tun wir das nicht schon in umfassender Weise? Leben wir nicht schon so, dass wir mit Gottes guter Schöpfung rücksichtslos umgehen, weil sie uns offenbar nichts wert ist – auch wenn wir uns das natürlich niemals eingestehen würden?</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube ist aber alles andere als weltverneinend und -verachtend. Darum ist es entscheidend, dass Gott seiner Schöpfung treu ist und an ihr festhält. Er hält an ihr fest, indem er sich offenbar bei der Neuschöpfung an seiner ersten Schöpfung orientiert. Darum sollen auch wir dieser Schöpfung, in der wir leben, treu bleiben und sie vor dem Untergang bewahren (1Mo/Gen 2,15). Sie ist nicht zum Entsorgen geschaffen.</div><div><br></div><div>Aber warum vernichtet Gott dann am Jüngsten Tag überhaupt seine erste Schöpfung?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Vernichtung alles Lebensfeindlichen</div><div><br></div><div>Die erste Schöpfung ist durch die Sünde pervertiert worden. Das war nicht das Ziel, das Gott für seine Schöpfung vorgesehen hatte. Und Gott lässt sich durch die Sünde auch nicht von seinem Ziel abbringen.</div><div><br></div><div>Genau aus diesem Grund gibt es die Vernichtung am Jüngsten Tag. Denn zusammen mit dem Universum werden die bösen und lebensfeindlichen Mächte, die Eingang in die Schöpfung gefunden haben, vernichtet. Die gottlosen Mächte der Sünde, der Qual und des Todes werden ausgelöscht (Offb 20,10.14). Diese Vernichtung am Jüngsten Tag ist aber keine Tat eines zornentbrannten Gottes, der straft, weil Strafe eben sein muss. Sondern die Vernichtung alles Lebensfeindlichen dient dazu, eine neue Gestalt der Welt zu schaffen – eine Gestalt, in der es das Böse, Leidbringende und den Tod nicht mehr gibt (Offb 21,4; 22,3a).</div><div><br></div><div>Die Vernichtung der ursprünglichen Schöpfung hat also ausschließlich positive Gründe. Das Böse, Leidbringende und der Tod sind so tief in den Elementen und Strukturen der ersten Schöpfung verankert, dass nur ein radikaler Schlussstrich eine Befreiung davon möglich macht. Gott muss einen Schlussstrich ziehen und einen Neuanfang machen, um uns von den Qualen und Bosheiten dieser Welt zu erlösen.</div><div><br></div><div>Der Neuanfang aber ist nicht etwas total Anderes, sondern etwas der ersten Schöpfung Ähnliches. So erreicht Gott schließlich doch das Ziel, das er schon mit der ursprünglichen Schöpfung hatte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Ruhe finden bei Gott</div><div><br></div><div>Noch ein anderer Gedanke ist in diesem Zusammenhang wichtig. Wenn wir davon ausgehen, dass am Jüngsten Tag die ursprüngliche Schöpfung zu ihrem Ziel kommt, dann bedeutet das, dass wir nicht in den Garten Eden zurückkehren, in das Paradies, in dem nach der zweiten Schöpfungsgeschichte Adam und Eva lebten (1Mo/Gen 2,4b-25). Wir gehen vielmehr in die kommende Herrlichkeit Gottes ein (Röm 8,19; 2Kor 3,11). Die ursprüngliche Schöpfung war zwar "sehr gut" (1Mo/Gen 1,31), aber das, was sie geworden ist, ist nicht identisch mit Gottes ewiger Herrlichkeit. Diese ewige Herrlichkeit war und ist aber das Ziel der Schöpfung.</div><div><br></div><div>Dass ewige Herrlichkeit das Ziel der ursprünglichen Schöpfung ist, dafür ist der siebente Schöpfungstag das Zeichen und die Verheißung: der Sabbat, an dem Gott von seinem Schaffen ruhte. Der Sabbat ist der einzige Tag, den Gott segnete und heiligte (1Mo/Gen 2,3). Darum besteht das Ziel der Schöpfung darin, Ruhe bei Gott zu finden – ansatzweise schon jetzt in dieser Welt und vollkommen in der neuen Schöpfung (Jes 66,22f; Hebr 4,9).</div><div><br></div><div>Worin besteht dann der Unterschied zwischen ursprünglicher Schöpfung und Neuschöpfung? In der Neuschöpfung wird Gott überall unangefochten gegenwärtig sein – nicht mehr nur dort, wo Gott seinen Geist ausgießt und wir diesen Geist wirken lassen. Gott wird vielmehr Himmel und Erde vollkommen erfüllen und durchdringen. Er wird "in allem alles sein" (1Kor 15,28). Der Sabbat, das Ruhen bei Gott, wird nicht nur zeitlich begrenzt gefeiert, sondern immer. Und Gott wird nicht mehr in der Gestalt des gekreuzigten Jesus in einer gottlosen Welt anwesend sein, sondern in der Gestalt des auferstandenen Christus in himmlischer Herrlichkeit.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Vorfreude auf den Jüngsten Tag</div><div><br></div><div>Darum können wir uns auf den Jüngsten Tag freuen und müssen, wenn wir an ihn denken, nicht in Angst und Weltuntergangsstimmung verfallen. Der "Tag des Herrn" ist ein Schreckenstag nur für diejenigen, die sich auf ihre Macht verlassen und voller Hochmut und Stolz Leid über die Menschen bringen (Jes 2,12; 13,9.11). Für die Glaubenden aber ist der "Tag des Herrn" ein Tag des Heils und der Freude (Apg 2,20f). Denn alles Lebensfeindliche wird ausgelöscht werden, so dass wir für immer von ihm befreit sind, und Gott wird eine neue Welt ohne Pein und Qual für uns erschaffen (Offb 21,4).</div><div><br></div><div>Dennoch sollen wir die Welt, in der wir noch leben, hochschätzen, weil Gott sie sehr gut geschaffen hat (1Mo/Gen 2,31). Das Lebensfeindliche und Zerstörerische gehört nicht zu seiner Schöpfung. Es quält uns noch und macht uns Angst. Aber es wird ein Ende haben. Denn Christus ist stärker. Er hat den Tod schon besiegt. Und am Jüngsten Tag wird er endgültig mit allem, was uns quält, ein Ende machen. Das ist Grund zur Freude. Darum endet das Neue Testament <span class="fs14lh1-5">mit einer Verheißung Jesu und einer Antwort der Glaubenden</span><span class="fs14lh1-5"> (Offb 22,20b.21):</span><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ja, ich komme bald. </span></i></span><span class="fs14lh1-5 cf1">–</span><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Amen. Komm, Herr Jesus!</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><b>Zum Jüngsten Gericht siehe meinen Beitrag <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-gerichte-der-liebe--teil-2-" class="imCssLink">Die Gerichte der Liebe (Teil 2)</a></span>, vor allem die Abschnitte 6 "Das Jüngste Gericht schafft endgültigen Frieden" und 7 "Wie wird das Jüngste Gericht für die Menschen ausgehen?".</b></span></div></div><div><br></div><div><span class="imUl fs11lh1-5">V</span><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">erwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes. Christliche Eschatologie. Chr. Kaiser/Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 1995. S. 290-307. Dort mit etwas anderer Akzentsetzung als in meinem Artikel.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Karl-Heinrich Ostmeyer: Die Briefe des Petrus und des Judas. Die Botschaft des Neuen Testaments. Vandenhoeck &amp; Ruprecht. Göttingen 2021.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Jürgen Roloff: Die Offenbarung des Johannes. Zürcher Bibelkommentare NT, Band 18. Theologischer Verlag Zürich. 2. Aufl. Zürich 1987.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 16 Nov 2024 09:58:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Auferstehung - gleich nach dem Tod oder am Jüngsten Tag?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000262"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Auferstehung – gleich nach dem Tod oder am Jüngsten Tag?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wann beginnt das ewige Leben?</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/11/2024</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Werden wir gleich nach dem Tod zum ewigen Leben erweckt oder erst am Jüngsten Tag? Weil diese Frage offensichtlich viele Menschen bewegt, bin ich mal den biblischen Aussagen dazu nachgegangen.</span><br></div><div><br></div><div>Und es ist wie in so manchen Fragen, die uns beschäftigen: Die Bibel ist nicht so eindeutig, wie wir es gerne hätten.</div><div><br></div><div>Es gibt zwei unterschiedliche biblische Aussagereihen dazu, wann das ewige Leben beginnt. Nach der ersten Aussagenreihe beginnt das ewige Leben gleich nach dem Tod des Menschen. Der zweiten Aussagenreihe zufolge beginnt das ewige Leben aber erst mit der Wiederkunft Christi und dem Ende der Welt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Das ewige Leben beginnt gleich nach dem Tod</div><div><br></div><div>Die bekannteste Aussage dazu ist wohl das Wort Jesu an den reuigen Verbrecher, der mit ihm zusammen gekreuzigt wurde. Nachdem der Verbrecher seine Reue ausgedrückt hatte, wandte er sich an Jesus (Lk 23,42f):</div><div><br></div><div>Und er sagte: "Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst." Und er [Jesus] sprach zu ihm: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein."</div><div><br></div><div>Damit scheint deutlich gesagt zu sein, dass der Mensch unmittelbar nach seinem Tod im Paradies sein wird. In diese Richtung weist auch Jesu Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus, die beide sofort nach ihrem Tod an je verschiedene Orte kommen – der Reiche ins "Totenreich" und Lazarus in "Abrahams Schoß" (Lk 16,22f).</div><div><br></div><div>Auch Paulus war diese Auffassung offensichtlich nicht fremd, denn er schrieb aus dem Gefängnis an die Gemeinde in Philippi, dass er am liebsten sterben und dadurch "bei Christus sein" möchte, zugleich aber auch weiterleben will, um seiner Verkündigungsaufgabe auch in Zukunft nachzukommen (Phil 1,23f). Paulus wollte seiner Verantwortung für das Evangelium also weiterhin gerecht werden, obwohl er seiner mühsamen Verkündigungsarbeit wohl etwas überdrüssig war und sich wünschte, stattdessen sofort bei Christus zu sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Das ewige Leben beginnt erst mit dem Ende der Welt</div><div><br></div><div>Hierzu gibt es dem Johannesevangelium eine deutliche Aussage Jesu, der zu seinen Jüngern sagte (Joh 5,28f):</div><div><br></div><div>Die Stunde kommt, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine [Gottes] Stimme hören werden, und sie werden [aus den Gräbern] herauskommen: die das Gute getan haben zur Auferstehung zum Leben, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung zum Gericht. </div><div><br></div><div>In diese Richtung weisen auch zwei Gleichnisse Jesu: Die "Kinder des Reiches", also die zu Gott Gehörenden, werden am Ende der Welt von den "Kindern des Bösen" geschieden (Mt 13,40.49). Ebenso spricht Jesus nach Mt 25,31f von einer Scheidung der Guten und Bösen bei der Wiederkunft Christi.</div><div><br></div><div>Auch Paulus sprach sehr deutlich von der Auferweckung der Toten erst dann, wenn Christus wiederkommt (1Kor 15,22f; 1Thess 4,16). Doch an einer anderen Stelle verbindet Paulus den Gedanken, dass wir sofort nach dem Tod bei Gott sein werden, mit dem anderen Gedanken, dass das ewige Leben erst mit dem Jüngsten Gericht am Ende der Welt beginnt. Er schrieb in seinem 2. Brief an die Korinther (2Kor 5,8-10):</div><div><br></div><div>Wir haben Lust dazu, aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein. Deswegen suchen wir auch unsere Ehre darin, [...] ihm zu gefallen. Denn es ist nötig, dass wir alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder gemäß dem empfange, was er im irdischen Leben getan hat, ob es Gutes oder Böses war.</div><div><br></div><div>Paulus würde gern sofort daheim beim Herrn sein. Zugleich weist er darauf hin, dass wir erst, wenn Christus wiederkommt, vor seinen Richterstuhl treten werden. Man könnte meinen, dass Paulus hier beides zusammenzieht: die Auferweckung der Toten sofort und am Jüngsten Tag. Und vielleicht ist das ja auch gar nicht so unmöglich, wie es uns zunächst erscheint.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Martin Luthers Antwort</div><div><br></div><div>Unsere Bibelübersetzungen sprechen oft davon, dass ein gestorbener Mensch "entschlafen" sei (z.B. Mt 27,52; Apg 7,59; 1Kor 11,30; 15,18.20). Das griechische Wort, das dort steht, heißt eigentlich "schlafen", "einschlafen". Wir sagen bis heute, ein lieber Mensch sei "entschlafen". Und auch Martin Luther hat den Tod mit einem Schlaf verglichen und daraus eine Antwort auf unsere Frage abgeleitet, ob wir gleich nach unserem Tod auferweckt werden oder erst am Jüngsten Tag. Hier einige Aussagen Luthers dazu:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Wenn Adam am Jüngsten Tag von den Toten erweckt werden wird, wird er sagen: Ach, ich habe nur ein Viertelstündchen geschlafen!</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Sobald die Augen zugehen, wirst du auferweckt werden. Tausend Jahre werden sein, als wenn du ein halbes Stündlein geschlafen hättest. Gleichwie wir nachts den Stundenschlag [das Schlagen der Kirchenuhr] nicht hören, nicht wissen, wie lange Zeit wir geschlafen haben, so noch viel mehr im Tode sind tausend Jahre [im Nu] hinweg; ehe sich einer umsieht, ist er ein schöner Engel.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Hier muss man die Zeit aus dem Sinn nehmen und wissen, dass in jener Welt nicht Zeit noch Stunde sind, sondern alles [ist] ein ewiger Augenblick.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Luther sagt damit, dass es im ewigen Leben eine Zeit, so wie wir sie kennen, nicht mehr gibt. Deshalb erleben wir im Tod tausend Jahre so, als hätten wir eine halbe Stunde geschlafen. Wir sterben, und im nächsten Moment erwachen wir zum ewigen Leben. Auf Erden sind vielleicht tausende Jahre vergangen – für uns, die wir der Zeit entnommen sind, war's nur ein Augenblick.</div><div><br></div><div>Denn in der Ewigkeit gelten nicht die Gesetze unserer Zeitlichkeit. Wir nehmen im Tod keine Zeit mehr wahr, weil es irdische Zeit für uns als Tote nicht mehr gibt. Weil Ewigkeit aber auch nicht einfach Zeitlosigkeit ist (denn das wäre absoluter Stillstand), muss man sagen: Ewigkeit hat ihre ihr eigene, göttliche "Zeit", die anders ist als alles, was wir als Zeit kennen.</div><div><br></div><div>Natürlich ist der Tod etwas anderes als ein Schlaf. Unser Schlafen ist nur ein Gleichnis, ein unzulängliches Bild für den Tod. So sind auch die biblischen Texte zu verstehen, die den Tod mit einem Schlaf vergleichen (Dan 12,2) oder vom Entschlafen eines Menschen sprechen.</div><div><br></div><div>Dennoch ist der Schlaf ein schönes Bild für den Tod. Und das Wort "Auferweckung" knüpft daran an: Wir werden vom Todesschlaf auferweckt. Das ist die gewisse Hoffnung, die Christinnen und Christen haben. Diese Hoffnung geht nicht auf menschliche Worte zurück, sondern auf Gottes Zusage. Darum ruhen wir nicht im Grab, sondern im Wort Gottes, in seiner Verheißung.</div><div><br></div><div>So sagt es auch ein Gedicht des evangelischen Theologen und geistlichen Dichters Heinrich Vogel (gest. 1989):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sein Wort ist meine Wiege,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">in der kein Tod mich schreckt,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ich schlafe sanft und liege,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">bis Gott mich auferweckt.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span></span></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Zitiert nach Kraus: Systematische Theologie, S. 563f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Zitiert nach Althaus: Die christliche Wahrheit, S. 687. Dort zitiert nach WA 14,71. Ich haben den Luthertext sprachlich an unser heutiges Deutsch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Zitiert nach Althaus: Die christliche Wahrheit, S. 687. Dort zitiert nach WA III, 194. Ich habe den Luthertext sprachlich und orthographisch an das heutige Deutsch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Siehe Vogel: Gott in Christo, S. 1046.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Paul Althaus: Die christliche Wahrheit. Lehrbuch der Dogmatik. Carl Bertelsmann Verlag. 4. Aufl. Gütersloh 1958. S. 684-688.</span></li></ul><ul><li><span class="fs11lh1-15">Hans-Joachim Kraus: Systematische Theologie im Kontext biblischer Geschichte und Eschatologie. Neukirchener Verlag des Erziehungsvereins GmbH. Neukirchen-Vluyn 1983. S. 563f.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Heinrich Vogel: Gott in Christo. Ein Erkenntnisgang durch die Grundprobleme der Dogmatik. Teil 2. Gesammelte Werke Band 2. Radius-Verlag GmbH, Stuttgart 1982. S. 1043-1047.<br></span></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 07 Nov 2024 20:02:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wahre und unwahre Frömmigkeit - eine Religionskritik]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000261"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wahre und unwahre Frömmigkeit – eine Religionskritik</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">oder: Warum US-Evangelikale Donald Trump wählen</div><div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 31/10/2024</span></div></div></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i class="fs14lh1-5 cf1">Wenn das Böse unter einem Deckmantel gut gedeiht, dann ist die beste Tarnkappe zweifellos die der Religion und der kulturellen Tugend.</i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1"><span class="fs14lh1-5">(Richard Rohr)</span><sup>1</sup></span></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Es mag überraschend sein, dass das Böse sich als Gutes tarnt, also gar nicht als Böses in Erscheinung tritt. Mehr noch: Es verbirgt sich unter dem Mantel der Religion, die nur das Beste für den Menschen will. Darum schrieb Paulus, der Satan verwandle seine Gestalt in einen Engel des Lichts (2Kor 11,14).</div><div><br></div><div>Indem das Böse sich als wahre Religion und echte Frömmigkeit darstellt, kann es nur sehr schwer als das erkannt werden, was es in Wahrheit ist. Und wenn das Böse gar nicht als Böses erkannt wird, kann es sich mit Leichtigkeit durchsetzen.</div><div><br></div><div>Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Das Böse hat trotzdem keine Chance. Denn Gottes Geist wirkt permanent dieser falschen Frömmigkeit entgegen. Er schafft wahre Religiosität und echte Frömmigkeit und versetzt so unzählige Menschen in die Lage, das Böse zu entlarven (1Kor 12,10).</div><div><br></div><div>Das Böse kann zwar viel Unheil schaffen und Leid verursachen. Aber letztlich muss es sogar gegen seinen Willen dem Guten dienen (Röm 8,28). Dies vorausgesetzt können wir uns ohne Angst und Sorge mit dem Bösen auseinandersetzen.</div><div><br></div><div>Im ersten Teil schauen wir uns an, wie der evangelische Theologe Karl Barth das Böse verstanden hat, das sich als Frömmigkeit und Religiosität tarnt. Im zweiten Teil blicken wir dann zum US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Er ist ein aktuelles Beispiel für unwahre Religiosität. Der dritte Teil schließlich zeigt auf, wie das sich als Frömmigkeit verkleidende Böse besiegt werden kann.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Wahre und unwahre Religiosität</div><div><br></div><div>Der evangelische Theologe Karl Barth (1886-1968) hat nach den erschütternden Erfahrungen des Ersten Weltkriegs wahre und unwahre Religion, echte und unechte Frömmigkeit unterschieden<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span>. Große Teile der protestantischen Christenheit und Theologenschaft hatten sich der allgemeinen Kriegsbegeisterung hingegeben und damit sich selbst diskreditiert. Man war religiös und zugleich im nationalistischen Kriegstaumel befangen. Barth erkannte in dieser Situation, dass Religiosität noch längst nicht bedeutet, Gott zu bezeugen. Wahre Religiosität, die der Liebe Gottes entspricht, gibt es nur als gnädiges Geschenk Gottes.</div><div><br></div><div>Dabei geht es um etwas sehr Zentrales: Was ist zuerst da – der Glaube oder die Gnade? Ist der menschliche Glaube die Voraussetzung dafür, dass Gott gnädig ist, oder erweckt die Gnade allererst den menschlichen Glauben?</div><div><br></div><div>Barths Antwort war klar: Echten Glauben gibt es nur als Gnadengeschenk. Gottes Gnade ist voraussetzungslos. Auch der frömmste Glaube ist keine Voraussetzung der Gnade, sondern umgekehrt: Die Gnade ist Voraussetzung des Glaubens. Sie ist die Kritik aller Religion und Frömmigkeit, die meint, schon vor dem Geschenk der Gnade existieren zu können.</div><div><br></div><div>Barth hat die radikale Behauptung aufgestellt, dass Religion, Frömmigkeit und Theologie, die ohne das Gnadengeschenk Gottes auszukommen meinen, auf Unglauben beruhen. Jede Form der Religiosität ist Menschenwerk, Glaube aber ist Gotteswerk. Das betrifft auch die Theologie, und zwar Barths Theologie eingeschlossen. Wir können uns keinen festen Grund legen, auf dem wir stehen können. Der einzige Grund, auf dem wir stehen können, ist schon vor uns gelegt: Gottes Gnade, die in Jesus Christus offenbart ist (1Kor 3,11).</div><div><br></div><div>Wenn das stimmt, kann der Mensch nur geduldig darauf warten, dass ihm immer neuer Glaube geschenkt wird. Er kann sich aus eigener Kraft nicht zu echtem Glauben aufschwingen. Was der Mensch selbst hervorbringt, ist immer nur eine pervertierte, unwahre Religion und darum gerade kein echter Glaube.</div><div><br></div><div>Ein solcher "Glaube" ist Widerstand gegen Gottes Offenbarung. Ein solcher "Glaube" versucht, Gott und anderen Mächten zugleich zu dienen, Jahwe und Baal gemeinsam anzubeten (1Kön 18,21). Dieser "Glaube" hat Jesus ans Kreuz gebracht. Er beherrscht auch uns, die wir nicht einmal wissen, was wir beten sollen. Würde uns Gottes Geist nicht leiten, gäbe es kein echtes Gebet, sondern nur unwahres Geplapper (Röm 8,26).</div><div><br></div><div>Darum müssen unsere Frömmigkeit und unsere Theologie sich ständig von Gott her in Frage stellen und aufheben lassen. Jede Frömmigkeit und Theologie ist relativ, und sie wird wahr und lebendig nur dadurch, dass Gott selbst sie zum Leben erweckt.</div><div><br></div><div>Die Welt kann viel Religion ertragen und sogar schätzen. Sie kann sich die Religion einverleiben und sich mit ihr brüsten. Aber das funktioniert nur mit der unwahren Religion. Wo sich wahre Religion ereignet, verweigert sie sich jeder Vereinnahmung und wird zum echten Zeugnis Gottes. Wenn das geschieht, ereignet sich aber nicht weniger als ein Wunder.</div><div><br></div><div>Dieses Wunder umfasst auch das ethische Handeln, mit dem Gott bezeugt wird. Dann geschieht es, dass von Natur aus gottlose Menschen Gott dienen. Gottlose Menschen werden in das Wirken des Geistes Gottes hineingerissen und tragen zur Erneuerung der Welt bei. Das passiert nicht durch moralische Vorschriften oder Traditionen, sondern durch die Eigendynamik des sich verwirklichenden Reiches Gottes.</div><div><br></div><div>Die Christenheit nimmt dabei auch politisch Stellung. Sie ist aber befreit von allen Vorgaben, ideologischen Abhängigkeiten und Einstimmungen in den Zeitgeist. Nachfolge Christi ist vor allem Kreuzesnachfolge, das heißt: Christinnen und Christen werden für ihr Handeln oft nicht hofiert, sondern abgelehnt, bekämpft, diffamiert, verfolgt. Und der Gegner derer, die Christus nachfolgen, ist zuerst die fromme, religiöse Welt, die auch Jesus ans Kreuz brachte.</div><div><br></div><div>Biblische Beispiele für diesen Konflikt der wahrhaft Glaubenden mit der religiösen Welt gibt es zuhauf. Jesus stand im Dauerkonflikt mit den religiösen Führern seiner Zeit und wurde von ihnen in Zusammenarbeit mit der staatlichen Autorität hingerichtet. Viele seiner Jünger mussten ebenfalls Verfolgung und Hinrichtung erleiden. Und schon die Propheten des Alten Testaments wurden weitgehend von ihrer religiösen Umwelt abgelehnt.</div><div><br></div><div>Soweit einige Schlaglichter auf Karl Barths Religionskritik. Sie wurde, wie gesagt, nach dem Ersten Weltkrieg entworfen. Kann sie aber heute noch Geltung beanspruchen? Ist sie nicht zu radikal formuliert?</div><div><br></div><div>Man kann einmal überlegen, worin sich unechte Frömmigkeit heute zeigen könnte – auch bei uns selbst. Wir halten uns vielleicht für gute Christen. Zugleich sind wir aber selbstgewiss, überheblich gegenüber Andersglaubenden, die wir gern verurteilen, um uns selbst besser zu fühlen. Wohl kaum ein Christ wird sich davon freisprechen können.</div><div><br></div><div>Vielleicht hängen wir auch an Gewohntem und sind deshalb unbeweglich im Denken, so dass Gottes Geist uns nicht weiterführen kann. Oder wir laufen jeder neuen Idee nach, ohne danach zu fragen, ob sie mit Gottes Ideen im Einklang steht. Wir gehen unbarmherzig und ungerecht mit denen um, die uns fremd sind. Und wir spielen das Spiel dieser Welt mit, in dem es um Macht und eigenen Vorteil geht, ein Spiel, das uns gar nicht mehr bewusst wird, weil es zu unserer zweiten Natur geworden ist. Indem wir uns weigern, uns selbst zu hinterfragen, verhindern wir, dass Gott an uns arbeiten und unser Denken und Handeln prägen kann (Röm 12,2).</div><div><br></div><div>In dem Bewusstsein, dass wir mit allen anderen religiösen Menschen in demselben Boot sitzen, können wir nun auch einen Blick nach Amerika werfen. Denn dort spielt sich gerade in aller Deutlichkeit ein Schauspiel unwahrer Religiosität ab.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Warum viele Evangelikale in den USA Donald Trump wählen</div><div><br></div><div>In Deutschland können sich die meisten Menschen kaum vorstellen, dass so viele Amerikaner Donald Trump als Präsidenten sehen möchten. Unter seinen Anhängern sind auch viele evangelikale Christinnen und Christen. Wie ist das möglich?</div><div><br></div><div>Offensichtlich gibt es sehr viele Gründe, die – zwar nicht alle, aber viele – amerikanische Evangelikale dazu bewegen, Donald Trump zu wählen. Ich habe ein wenig recherchiert und bin in kurzer Zeit auf folgende Gründe gestoßen<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">1. Viele Evangelikale gehen davon aus, dass die Vereinigten Staaten von Amerika </span><span class="fs14lh1-5"><b>von</b></span><span class="fs14lh1-5"> weißen Christen </span><span class="fs14lh1-5"><b>für </b></span><span class="fs14lh1-5">weiße Christen gegründet worden seien – wobei man mit "Christen" konservative Christen meint. Amerikanisch sein heiße deshalb, konservativer Christ zu sein. Die USA seien wie Israel eine von Gott auserwählte Nation (siehe dazu auch den Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?der-christliche-zionismus" class="imCssLink">Der christliche Zionismus</a></span>). Diese Gründungsgeschichte der Vereinigten Staaten sei heute in Vergessenheit geraten und müsse wiederbelebt werden. Deshalb müssten auch Mauern gegen Migranten errichtet werden.</span><br></div><div><br></div></div><div><div>Donald Trump wird als Garant dieser Wiederbelebung gesehen. Man kann daraus den Schluss ziehen, dass etwa die Hälfte der US-Bevölkerung, darunter viele Evangelikale, eine nationalistische und rassistische Weltanschauung vertreten.</div></div><div><div><br></div><div>2. Manche Evangelikale streben an, die Trennung von Staat und Religion aufzuheben, also einen religiösen Staat zu begründen. Ein religiöser Staat kann aber nur eine Diktatur der Religion sein. Denn ein Staat, der Gott repräsentiert, kann keinen Widerspruch dulden. Jeder Widerspruch gegen den Staat wäre zugleich ein Widerspruch gegen Gott. Aktuelle Beispiele für einen solchen Gottesstaat sind der Iran und Afghanistan.</div><div><br></div><div>Donald Trump macht sich diese christliche Einstellung zunutze und hat schon in seiner ersten Amtszeit einige Forderungen evangelikaler Christen erfüllt. Er stellt weitere entsprechende Maßnahmen in Aussicht.</div><div><br></div><div>3. Viele Evangelikale halten daran fest, dass Homosexualität Sünde sei. Mit dieser Auffassung fühlen sie sich bei Donald Trump besser aufgehoben als bei seiner Gegenkandidatin Kamala Harris. Die Auslegung der Bibelstellen zu diesem Thema ist – auch unter evangelikalen Christen – umstritten.</div><div><br></div><div>4. Auch Schwangerschaftsabbruch ist nach Auffassung vieler evangelikaler Christinnen und Christen Sünde. Trump hat bereits in seiner ersten Amtszeit das Abtreibungsrecht in den USA verändert. Dadurch ist es den Bundesstaaten möglich, Schwangerschaftsabbrüche einzuschränken oder ganz zu verbieten, wovon auch etliche Staaten Gebrauch gemacht haben.</div><div><br></div><div>Das ethische Problem des Schwangerschaftsabbruchs kann hier nicht behandelt werden. Es wird in der deutschen Theologie unterschiedlich beurteilt. Meiner Meinung nach ist es christlich geboten, dem Lebensrecht des ungeborenen Kindes den Vorrang vor dem Selbstbestimmungsrecht der Frau einzuräumen. Das gilt insbesondere, weil es beim Selbstbestimmungsrecht der Frau nicht einfach um das Recht geht, über ihren Körper zu verfügen ("Mein Bauch gehört mir"), sondern um das Leben des in ihrem Körper heranwachsenden Kindes. Darüber hinaus sind aber unbedingt Überlegungen über das Zustandekommen der Schwangerschaft (z.B. durch Vergewaltigung) und über medizinische Indikationen anzustellen. Außerdem müssten psychosoziale Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden, die der Frau das Austragen des Kindes erleichtern.</div><div><br></div><div>5. Es geht in der Wahlentscheidung evangelikaler Christinnen und Christen auch um Besitzstandswahrung. Denn sie betrachten redlich erarbeiteten Wohlstand als Anzeichen der Gnade Gottes. Das Christentum sei deshalb untrennbar mit dem Kapitalismus verbunden.</div><div><br></div><div>Donald Trump steht denen, die so denken, nahe, weil er als Unternehmer erfolgreich war und reich geworden ist. Ihm wird in der Wirtschaftspolitik mehr zugetraut als Kamala Harris.</div><div><br></div><div>6. In dieselbe Richtung weist es, wenn sozialstaatliche Maßnahmen abgelehnt werden, weil sie angeblich Faulheit fördern. Dahinter steht das konservative Narrativ, dass jeder Mensch die Chance habe, durch ehrliche Arbeit Wohlstand zu erlangen.</div><div><br></div><div>Dass nicht alle Menschen dieselben Chancen haben, sondern diese abhängig sind z.B. von Hautfarbe und Herkunftsfamilie, wird dabei nicht bedacht. Es wäre aber christlich, solche gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten sozialstaatlich abzufedern.</div><div><br></div><div>7. Zwei Drittel der amerikanischen Evangelikalen glauben nicht an den menschengemachten Klimawandel und verteidigen damit ihren Komfort-Lebensstil. Eine Änderung des Lebensstils ist nicht erwünscht. Sie stehen damit Donald Trump nahe.</div><div><br></div><div>In der deutschen Christenheit wird weitgehend anerkannt, dass der Klimawandel menschengemacht ist und dass es einer christlichen Ethik entspricht, Gottes Schöpfung zu bebauen und zu bewahren (1Mo/Gen 2,15).</div><div><br></div><div>8. Möglicherweise kommt es den evangelikalen Christen in den USA entgegen, dass der Wahlkampf sehr emotional geführt wird. Denn es geht ja schließlich bei der Zukunft der USA um den christlichen Glauben, ja mehr noch: um das Heil Amerikas und der ganzen Welt. Wen sollte das kalt lassen?</div><div><br></div><div>Die Emotionalisierung des Wahlkampfs wird von Donald Trump vorangetrieben. Das verbindet die Evangelikalen mit ihm.</div><div><br></div><div>9. Donald Trump ist dafür bekannt, nicht gerade einen besonders christlichen Lebensstil geführt zu haben. Doch alle Sünden werden ihm von den Evangelikalen verziehen. Auch Israels König David sei schließlich ein Sünder gewesen und wurde dennoch von Gott zu seinem Werkzeug erwählt. Warum sollte dies bei Trump anders sein?</div><div><br></div><div>Auch dass etliche Gerichtsverfahren gegen Trump laufen, führt nicht dazu, dass seine christlichen Anhänger sich von ihm distanzieren. Im Gegenteil: Sie verstehen diese Verfahren als politisch motiviert. Insofern widerfahre Trump eine politische Verfolgung, die bekanntlich auch Jesus habe erleiden müssen.</div><div><br></div><div>10. Viele US-Evangelikale glauben, dass Gott Donald Trump beim Attentatsversuch in Pennsylvania vor einigen Wochen gerettet und gesegnet habe. Er habe das nicht wegen der herausragenden Persönlichkeit Trumps getan, sondern wegen seiner Entscheidungen zur Unterstützung Israels. Er sei der rechte Mann, um die von Gott auserwählte US-Nation zu Gott zurückzuführen. <span class="imUl"><a href="https://reformiert.info/de/politik/das-attentat-macht-praesidentschaftskandidat-donald-trump-fuer-evangelikale-zum-auserwaehlten-23819.html" target="_blank" class="imCssLink">Das behauptet zum Beispiel der Gründer einer der größten evangelikalen Gemeinden in Kalifornien</a></span> mit über 10.000 Mitgliedern, Pastor Jack Hibbs, der die Calvary Chapel in Chino Hills leitet.</div><div><br></div><div>Die Calvary Chapel ist mit mehreren Gemeinden auch in Deutschland aktiv. Ob und inwieweit sie auch in Deutschland konservatives oder nationalistisches Gedankengut verbreitet, ist mir nicht bekannt.</div><div><br></div><div>Soweit einige Gründe, die Evangelikale in den USA zur Wahl Donald Trumps bewegen. Die Aufstellung zeigt, dass der gegenwärtige Wahlkampf von politischen Ideologien bestimmt wird, die mit religiösen Begründungen vermischt werden. Frömmigkeit mischt sich dabei mit konservativer oder gar nationalistischer Ideologie. Natürlich wird die evangelikale Unterstützung Trumps biblisch begründet. Man kann aber fragen, ob dabei nicht biblische Texte oftmals so lange verbogen werden, bis sie in das schon vorher vorhandene eigene Weltbild passen. Karl Barth würde das als unwahre Religiosität bezeichnen.</div><div><br></div><div>Wie schon gesagt, ist kein Christ davon frei. Man sollte sich deshalb der Gefahren des eigenen Glaubens bewusst sein und versuchen, nicht der eigenen Weltanschauung, sondern den biblischen Texten zu folgen. Wir müssen den eigenen Glauben und die eigene Ethik immer wieder von Gott hinterfragen und uns auf neue Wege leiten zu lassen.</div><div><br></div><div>Der Blick nach Amerika ist nur ein gegenwärtig aktuelles Beispiel für das, was unwahre Religion anrichten kann. Dass es dabei nicht um eine allgemeine Evangelikalenkritik oder einen Antiamerikanismus geht, zeigt ein Zitat des amerikanischen katholischen Theologen Richard Rohr<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span>:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Damit uns die gemeinschaftliche, verborgene Natur der Sünde und des Bösen nicht als abgehobenes theoretisches Konstrukt erscheint, müssen wir uns fragen, wieso die scheinbar so ernsthafte katholische Kirche fähig war, jahrzehnte-, vielleicht jahrhundertelang Tausende Fälle von Kindesmissbrauch zu ermöglichen, zu leugnen und unter den Teppich zu kehren, trotz ihrer 2000-jährigen Geschichte moralischer Lehren und Ausbildung. Oder wie es bei der durch und durch geordneten US-Regierung mit drei rationalen Kontrollebenen und dem Grundsatz "Ein Mensch, eine Stimme" zu der massiven politischen Dysfunktion, der grundsätzlichen Unmoral und der massiven Täuschung kommen konnte, unter denen Amerika heute leidet? Und wie können gut 40 Prozent der Amerikaner diesen Zustand als unproblematisch empfinden? Trotz unserer Religion, unserer guten Erziehung, trotz aller Reformen und Revolutionen scheint es, dass wir durchaus imstande sind, die Taten des Todes mitzutragen. Religionen, Regierungen und alle Organisationen und Unternehmen sind ganz und gar des Bösen fähig, ohne es auch nur als solches zu erkennen – weil es </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>uns </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">nützt, wenn sie unmoralisch handeln. Das Böse findet seine Tarnung in der schweigenden Zustimmung der Masse, wenn es persönliche Vorteile zu bringen scheint. [...] Wenn wir die wahre Form des Bösen und unsere Beteiligung daran nicht sehen oder erkennen, wird es uns kontrollieren und dabei kein bisschen wie Sünde aussehen. Wäre "vereinbarte Täuschung" vielleicht ein besserer Ausdruck?</span></span></i></div><div><br></div><div>Wenn man das liest, scheint unsere Lage aussichtslos. Doch das Evangelium ist eine <span class="fs14lh1-5"><b>gute </b></span>Nachricht. Und kein Böses in dieser Welt kann es zu einer schlechten machen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Der Sieg über die unwahre Frömmigkeit</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Reife Religion muss uns anleiten, die vielen Verkleidungen des Bösen zu durchschauen. Sonst wird die Zukunft jedes Einzelnen immer von irgendeiner Form geleugneten Todes beherrscht.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i class="cf1"><span class="fs14lh1-5">(Richard Rohr)</span><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das ist leicht gesagt. Doch wie kommen wir dahin, die vielen Verkleidungen des Bösen zu durchschauen? Karl Barths Antwort war: Wir müssen warten – warten bis Gott uns die Erkenntnis schenkt. Bis er sich selbst und damit auch seinen Widerpart, das Böse, offenbart. Nicht wir selbst schaffen es, das Böse zu entlarven, sondern Gott schafft es – in uns und durch Läuterung unserer Einsicht und Vernunft.</div><div><br></div><div>Bis ausreichend viele Menschen das Böse entlarven, kann es noch großen Schaden anrichten. Es kann Leid über einzelne Menschen oder die gesamte Menschheit bringen – und das alles sogar im Namen Jesu Christi. Dann verkleidet es sich als "Engel des Lichts" (2Kor 11,14).</div><div><br></div><div>Aber wenn Gott uns gnädig ist und seinen Geist auf viele von uns ausgießt, und wenn wir uns für diesen Geist öffnen und ihn in uns wirken lassen, wenn wir dann Gottes Wort an uns ernst nehmen, dann hat das Böse keine Chance mehr.</div><div><br></div><div>Es spricht nicht das letzte Wort. Auch die pervertierte Religiosität spricht nicht das letzte Wort. Sie wird vergehen wie alles andere Zerstörerische auch, und die wahre Religiosität wird sich durchsetzen. Darum können wir nur bitten. Darum ist unsere stärkste Macht gegen die unwahre Frömmigkeit das Gebet, in dem wir uns für Gottes Wirken in uns öffnen.</div><div><br></div><div>Wir können das Böse nicht selber besiegen. Wir können aber Gottes siegreiche Macht in uns wirksam werden lassen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup> Siehe Richard Rohr: Vom Bösen, S. 52.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup> Zu diesem Kapitel siehe Kraus: Theologische Religionskritik, S. 4-60.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Zu diesem Kapitel siehe:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-evangelikalen-100.html</span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.deutschlandfunk.de/usa-religion-politik-trump-100.html</span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.domradio.de/artikel/evangelikale-verehrung-fuer-donald-trump-traegt-groteske-zuege</span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://reformiert.info/de/politik/das-attentat-macht-praesidentschaftskandidat-donald-trump-fuer-evangelikale-zum-auserwaehlten-23819.html.</span><br></li></ul></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup> Siehe Richard Rohr: Vom Bösen, S. 54f.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup> Siehe Richard Rohr: Vom Bösen, S. 57.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Hans-Joachim Kraus: Theologische Religionskritik. Neukirchener Beiträge zur Systematischen Theologie. Band 2. Neukirchener Verlag. Neukirchen Vluyn 1982.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Richard Rohr: Vom Bösen. Eine neue Theologie. Claudius Verlag, München 2022.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Unbekannter Urheber auf Pixabay (Urheber nicht genannt).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 31 Oct 2024 15:36:00 GMT</pubDate>
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		</item>
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			<title><![CDATA[Gibt es ein Wiedersehen nach dem Tod?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000260"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gibt es ein Wiedersehen nach dem Tod?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Biblische Bilder vom ewigen Leben</div><div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/10/2024</span></div></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">In der amerikanischen Science Fiction-Serie "The 100" äußern die Freunde einer soeben verstorbenen Person regelmäßig den Wunsch: "Mögen wir uns wiedersehen!"</span><br></div><div><br></div><div>Offenbar ist es auch in unserer weitgehend christentumsfremden Kultur eine tief verwurzelte Sehnsucht, dass die Beziehung zu Angehörigen und Freunden den Tod überdauern möge und man sich nach dem Tod wiedersieht.</div><div><br></div><div>Die wissenschaftliche Theologie tut sich schwer damit, diese Sehnsucht aufzugreifen. Viele Theologinnen und Theologen äußern sich nicht dazu oder lehnen eine Auskunft in dieser Sache ab. Sie begründen das damit, dass ein Wiedersehen eine zu konkrete Vorstellung von dem sei, was wir Leben nach dem Tod nennen. Dieses Leben übertreffe alle unsere Vorstellungen, wird dann gesagt. Dennoch gibt es auch Forschende, die ein Wiedersehen nach dem Tod ausdrücklich zur Sprache bringen.</div><div><br></div><div>Ich denke, man kann anhand der biblischen Texte eine Aussage zu einem Wiedersehen nach dem Tod machen. Man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass das ewige Leben all unsere Vorstellungsmöglichkeiten überschreitet und wir nur in Bildern davon sprechen können. Diese Bilder sind zwar nicht bedeutungslos, aber unzulänglich. Dies vorausgeschickt versuche ich, eine biblische Antwort darauf zu geben, ob es ein Wiedersehen nach dem Tod gibt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Leibliches Leben</div><div><br></div><div>Die Evangelien erzählen, dass Jesus nach seinem Tod am Kreuz seinen Jüngerinnen und Jüngern erschienen ist. <span class="fs14lh1-5">Auch wenn man diese Erscheinungen nicht so versteht, dass der am Kreuz gestorbene Jesus &nbsp;hier physisch begegnete, sondern wenn man meint, dass es sich nur um psychische Erlebnisse seiner Jüngerinnen und Jüngern handelte, wird man den Erscheinungen schwerlich jede theologische Bedeutung absprechen können.</span><span class="fs14lh1-5"> Dann aber lässt sich Folgendes feststellen:</span><br></div><div><br></div><div>Jesus begegnete seinen Jüngerinnen und Jüngern in leiblicher Gestalt, so dass sie ihn als ihren gekreuzigten Herrn erkennen. Die Nägelmale seiner Kreuzigung waren an diesem Leib sichtbar (Lk 24,39; Joh 20,25.27), und das Lukasevangelium erzählt, dass Jesus vor den Augen seiner Jünger gegessen hat (Lk 24,43).</div><div><br></div><div>Dennoch war sein Auferstehungsleib offenbar von anderer Art als sein irdischer Leib. So erzählt das Johannesevangelium, dass Jesus durch verschlossene Türen zu den Jüngern trat (Joh 20,19.26). Außerdem wird mehrmals erzählt, dass Jesus von Jüngern bzw. von Maria Magdalena nicht erkannt wird (Lk 24,16; Joh 10,14f; 21,4). </div><div><br></div><div>Es wird also sowohl ein Erkennen als auch ein Nichterkennen des Auferstandenen berichtet. Das könnte man so deuten, dass Jesus zwar in leiblicher Gestalt vor seine Jünger trat, aber doch nicht mit demselben Leib wie vor seinem Tod. Dementsprechend hält Paulus fest, dass Fleisch und Blut das ewige Leben nicht erhalten können, sondern verwesen werden (1Kor 15,50). Der Auferstehungsleib ist nach Paulus kein irdisch-materieller, sondern ein geistiger Leib (1Kor 15,44).</div><div><br></div><div>Was ein geistiger Leib genau ist, übersteigt offenbar unsere Vorstellungskraft. Deutlich ist aber, dass es nicht um ein bloßes Weiterleben der Seele nach dem Tod geht. Die Unsterblichkeit der Seele war eine von Platon entwickelte und in der Antike weit verbreitete Vorstellung. Gegenüber der menschlichen Seele hat Platon das leibliche Leben abgewertet. Diese Vorstellung wurde vom jungen Christentum ausdrücklich nicht übernommen. Die Abwertung des leiblichen Lebens, insbesondere der Sexualität, hat sich erst später im Christentum entwickelt.</div><div><br></div><div>Nach Paulus will Gottes Geist in unserem Leib gegenwärtig sein und ihn bestimmen (1Kor 6,19). Das wird im ewigen Leben in vollkommener Weise der Fall sein, ohne dass Gottes Geist von uns in irgendeiner Weise eingeschränkt wird. An anderer Stelle spricht Paulus deshalb davon, dass Gott "eure sterblichen Leiber lebendig machen wird durch seinen Geist, der in euch wohnt" (Röm 8,11).</div><div><br></div><div>Warum ist diese leibliche Dimension des ewigen Lebens so wichtig? Weil sie unser irdisch-leibliches Leben ernst nimmt und jeder Spiritualisierung widerspricht. Unser irdisches Leben wird sich nicht in irgendwelche Lichtenergien auflösen, wie es am Ende der schon erwähnten Serie "The 100" mit den Menschen geschieht. Sondern unser ganzes irdisches Leben in all seiner Vergänglichkeit, für die unser der Verwesung preisgegebene Leib steht, wird in ein neues unvergängliches Leben mit einem unvergänglichen Leib verwandelt werden.</div><div><br></div><div>In ähnlicher Weise spricht die Bibel von einer neuen Schöpfung. Das neue Leben ereignet sich nicht einfach im Himmel, sondern auf einer neuen Erde unter einem neuen Himmel (Jes 65,17; 66,22; 2Petr 3,13; Offb 21,1). Und als Ort der Gemeinschaft mit Gott wird nicht der Himmel angegeben, sondern eine Stadt: das neue Jerusalem, das von Gott her auf die neue Erde herabkommt (Offb 21,3).</div><div><br></div><div>All diese materiellen Vorstellungen der Bibel sind Bilder, die uns ein ansatzweises Verstehen ermöglichen sollen. Dennoch dürfen wir den neuen Leib, die neue Erde, das neue Jerusalem und den neuen Himmel nicht mit den entsprechenden irdischen Größen gleichsetzen. Aber wir dürfen das neue Leben auch nicht mit Lichtfunken, Geistkräften oder Seelenenergien identifizieren. Würde das ewige Leben in ihnen bestehen, dann gäbe es kein Wiedersehen. Ziel der biblischen Aussagen ist nicht eine abstrakte spirituelle Energie, sondern die konkrete Liebesgemeinschaft zwischen Gott und seinen Geschöpfen (Offb 21,3f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Gemeinschaftsleben</div><div><br></div><div>Das Leben nach dem Tod ist ein Leben bei Jesus und zusammen mit ihm. Das setzt ein Wiedersehen der Jüngerinnnen und Jünger mit Jesus voraus. Und auch wenn Jesus davon spricht, dass er im Reich Gottes wieder mit seinen Jüngern Wein trinken wird (Mt 26,29), setzt das ein Wiedersehen voraus.</div><div><br></div><div>Es geht also im Gemeinschaftsleben nach dem Tod vor allem um das Zusammensein mit Gott und Jesus und erst zweitrangig um das Zusammensein mit anderen Menschen. Vorzeichen und unvollkommene Vorwegnahme dieses Zusammenseins ist die Tischgemeinschaft, die Jesus mit seinen Jüngerinnen und Jüngern gehalten hat (Lk 22,14-16; Offb 19,9.17; Jes 25,6-8). Das Abendmahl bzw. die Eucharistiefeier sollte deshalb von der Auferstehung her verstanden und als Freudenmahl gefeiert werden.</div><div><br></div><div>Das ewige Zusammensein mit Gott und Jesus ist also zugleich das ewige Zusammensein mit den auferweckten Glaubenden. "So werden wir allezeit beim Herrn sein", schrieb Paulus der Gemeinde in Thessaloniki (1Thess 4,17b). Das kann auch nicht anders sein. Denn wir sind als Menschen, also auch in unserem Christsein, keine Einzelwesen, sondern zu unserer Identität gehören unsere Mitmenschen, also auch die anderen Glaubenden, unter denen wir uns bewegen. Wenn ich im Auferstehungsleben mit meinem irdischen Leben identisch bin, können meine irdischen Beziehungen zu den anderen auferweckten Glaubenden nicht ausgelöscht sein. Wir werden in eine neue Gemeinschaft auferweckt.</div><div><br></div><div>In diese Richtung weist auch die Bitte der Jünger Jakobus und Johannes, im ewigen Leben neben Jesus sitzen zu dürfen. Sie wünschen sich eine besondere Nähe zu Jesus (Mk 10,37). Jesus weist sie darauf hin, dass es allein Gott obliegt, jemandem diese Nähe zu gewähren (Mk 10,40). Vorausgesetzt ist dabei, dass es eine neue Gemeinschaft zwischen den Auferweckten geben wird und dass diese neue Gemeinschaft auch Unterschiede beim Zusammensein mit Gott beinhaltet.</div><div><br></div><div>Für ein Wiedersehen nach dem Tod spricht auch das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus. Der reiche Mann, so erzählt Jesus, erblickt nach seinem Tod aus der Ferne des Totenreichs Abraham und kann sogar mit ihm kommunizieren (Lk 16,23-25). Das ist bemerkenswert, da er Abraham ja gar nicht aus seinem Erdenleben kannte. Es muss also im Auferstehungsleben ein Erkennen und Begegnen sogar zwischen solchen möglich sein, die sich auf Erden niemals begegnet waren.</div><div><br></div><div>Schließlich ist noch der Brief des Paulus an Philemon zu nennen, in dem der Apostel dem Philemon nahelegt, seinen entlaufenen und zurückkehrenden Sklaven Onesimus nicht mehr vorrangig als Sklaven, sondern als Bruder im Glauben aufzunehmen und auch entsprechend zu behandeln. Als solchen Bruder wird er ihn "auf ewig" behalten, schreibt Paulus (Phlm 15f). Damit ist gesagt, dass es im ewigen Leben ein Wiedersehen zwischen Philemon und Onesimus geben wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Verwandlung des irdischen Lebens</div><div><br></div><div>Die Frage nach dem Wiedersehen im ewigen Leben hängt auch damit zusammen, inwieweit Identität und Nichtidentität zwischen dem irdischen Leben und dem ewigen Leben besteht. Wenn Paulus schreibt, dass das sterbliche Leben "die Unsterblichkeit anziehen" wird (1Kor 15,53), dann wird durch dieses Bild deutlich, dass das irdische Leben durch das ewige Leben nicht ausgelöscht, sondern "überkleidet" wird. Es tritt also kein anderes Leben an die Stelle des irdischen Lebens. Das wäre nämlich keine Auferweckung, sondern der Beginn eines anderen Lebens.</div><div><br></div><div>Auferweckung ist Anknüpfung an das irdische Leben. Dieses wird nicht vernichtet, sondern verwandelt (1Kor 15,52); und zwar so, dass Jesus Christus "unseren Leib der Niedrigkeit seinem Leib der Herrlichkeit gleichgestalten wird" (Phil 3,21). Aus dem niedrigen, sterblichen Leib wird also ein herrlicher Leib. Christi Auferweckung ist dabei das Vorbild: Es geschieht eine umfassende Umgestaltung und Verklärung des vorangehenden irdischen Lebens. Dabei wird der Mensch mit Gott versöhnt und geheilt (2Kor 5,19; Jes 53,5), und seine irdische Lebensgeschichte wird zurechtgebracht, zu ihrem Ziel gebracht und vollendet (Phil 3,14; 1Petr 1,9).</div><div><br></div><div>Wenn aber die Identität des Verstorbenen nicht ausgelöscht, sondern vollendet wird, dann bleiben die Merkmale seiner Person erhalten und werden von ihren negativen Anteilen befreit. Die negativen Anteile seines Lebens werden ausgelöscht oder in positive verwandelt – so, wie der Schöpfer sie gedacht hatte. Die Lebensgeschichte eines Menschen, die Beziehungen, die zu dieser Lebensgeschichte gehören, seine Charakterzüge und Geschlechtsmerkmale bleiben in gereinigter Form erhalten. Denn der ganze Mensch stirbt, und der ganze Mensch wird zu einer vollendeten Lebensgestalt auferweckt – einer Lebensgestalt, die das irdische Leben in einer vom Negativen geheilten Form in sich trägt.</div><div><br></div><div>Nur dadurch, dass die Identität eines Menschen erhalten bleibt, wird ein Wiedererkennen möglich und ein Wiedersehen sinnvoll. Andernfalls würden wir im Auferstehungsleben lauter Fremden begegnen. Würde die Identität ausgelöscht, so wäre der auferweckte Mensch ein anderer als der gestorbene. Ein anderes Geschöpf wäre entstanden. Auferweckung ist aber keine Erschaffung eines anderen Geschöpfes, sondern die Verwandlung eines gestorbenen Geschöpfes, das Gott bei seinem Namen ruft und dessen Identität er dadurch wahrt: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" (Jes 43,1).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Erfüllung aller Sehnsüchte</div><div><br></div><div>Die Verwandlung eines Menschen ist weder ein totaler Bruch mit seinem irdischen Leben noch dessen einfache Fortsetzung. So ist die natürliche Verwandtschaft, die uns im Erdenleben vielleicht sehr wichtig ist, für Jesus nicht das Entscheidende. Wichtiger sind für ihn diejenigen, die Gottes Willen tun. Sie nennt er seine Familie (Mk 3,35). Deshalb hat das Wiedersehen mit der vollendeten weltweiten Gemeinde der Glaubenden Vorrang vor dem Wiedersehen mit Verwandten und Freunden.</div><div><br></div><div>Das gilt dann auch für die engsten irdischen Beziehungen, nämlich die zwischen Ehepartnern. Jesus weist darauf hin, dass im Auferstehungsleben nicht geheiratet wird und dass die Auferweckten wie Engel sein werden (Mk 12,25). Damit ist zunächst gesagt, dass es das Institut der Ehe nicht mehr geben wird. Das Institut der Ehe ist, wie Martin Luther es ausdrückte, "ein weltlich Ding" – eine durch und durch irdische Angelegenheit.</div><div><br></div><div>Aber wie ist Jesu Hinweis auf die Engel zu verstehen? Im Judentum zur Zeit Jesu glaubte man, dass die Toten nach der Auferstehung zu Engeln werden. Daran knüpft Jesus an. Die Engel leben nach damaliger jüdischer Vorstellung nicht in geschlechtlicher Polarität. Sie essen und trinken nicht und haben keine Frauen.</div><div><br></div><div>Man kann aus Jesu Wort schließen, dass unsere vitalen Grundbedürfnisse – essen, trinken, Gemeinschafts- und Geschlechtsleben – im ewigen Leben erfüllt sein werden und nicht mehr der dauernden aktiven Erfüllung bedürfen. Damit ist nicht gesagt, dass die Geschlechtlichkeit, die zur fundamentalen Identität unseres Erdenlebens gehört, und die mit unserer Geschlechtlichkeit zusammenhängenden personalen Eigenschaften verschwunden sein werden. Aber die unser Erdenleben stark bestimmende Polarität zwischen Mann und Frau und der damit zusammenhängende Eros, die unerfüllte Sehnsucht und die immer neu erst zu schaffende Erfüllung dieser Sehnsucht, werden keine Rolle mehr spielen. Die entscheidende Rolle im Auferstehungsleben spielt die versöhnte Beziehung zu Gott bzw. Jesus.</div><div><br></div><div>Das heißt wiederum nicht, dass alle irdischen Beziehungen und Freundschaften ausgelöscht sein werden. Wie bereits bemerkt, werden wir denen, die auf Erden Gottes Willen getan haben und die zur "Familie Jesu" gehören, im Auferstehungsleben begegnen. Diese Begegnungen werden aber frei von allen unerfüllten Bedürfnissen sein. Das Wiedersehen wird also ein erfülltes und versöhntes sein. Und dieses versöhnte Wiedersehen wird es nicht nur mit "unseren Lieben" geben, sondern auch mit den Ungeliebten.</div><div><br></div><div>Man kann es bedauern, dass es im Auferstehungsleben keine erotischen Bedürfnisse mehr geben wird. Andererseits kann es eine Befreiung sein, wenn Sehnsüchte immer schon erfüllt sind und nicht erst ständig neu gestillt werden müssen. Jedenfalls werden wir in einer so großen Lebensfülle existieren, dass sogar alle Leiden, die wir auf Erden zu ertragen hatten, überhaupt keine Bedeutung mehr haben werden (Röm 8,18). Dann werden doch wohl auch alle nach Erfüllung schreienden irdischen Bedürfnisse keine Bedeutung mehr haben.</div><div><br></div><div>Abschließend möchte ich nochmals betonen: Dies alles sind Versuche des Verstehens. Es sind unzulängliche Bilder vom ewigen Leben. Dieses Leben wird alle unsere Vorstellungen übertreffen. Aber die unzulänglichen Bilder zeigen uns dennoch, wohin die Reise geht – und wohin sie nicht geht. Wir sollten nicht unkritisch konkrete Aussagen über das Auferstehungsleben machen. Wir sollten aber auch nicht alle konkreten Vorstellungen darüber rundweg ablehnen.</div><div><br></div><div>Wie Jesus und die Verfasser der biblischen Schriften, dürfen auch wir in Bildern vom Leben nach dem Tod reden. Aber wir sollten uns das Bewusstsein bewahren, dass all unsere Erkenntnisse auf Erden Stückwerk bleiben und dass wir erst im Angesicht Gottes vollkommen erkennen werden, wie es wirklich ist (1Kor 13,12).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Paul Althaus: Die christliche Wahrheit. Lehrbuch der Dogmatik. Carl Bertelsmann Verlag. 4. Aufl. Gütersloh 1958. S. 664.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Wilfried Härle: Dogmatik. Walter de Gruyter. 2. Aufl. Berlin/New York 2000. S. 645-649.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Ulrich H.J. Körtner: Dogmatik. Lehrwerk Evangelische Theologie Band 5. Evangelische Verlagsanstalt. Leipzig 2018. S. 641f.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Hans-Joachim Kraus: Systematische Theologie im Kontext biblischer Geschichte und Eschatologie. Neukirchener Verlag. Neukirchen-Vluyn 1983. S. 560-565.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Ulrich Kühn: Was Christen glauben. Das Glaubensbekenntnis erklärt. Evangelische Verlagsanstalt. 2. Aufl. Leipzig 2004. S. 204-206.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes. Christliche Eschatologie. Christian Kaiser/Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 1995. S. 87f.92-96.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Eduard Schweizer: Das Evangelium nach Markus. Das Neue Testament Deutsch Teilband 1. Vandenhoeck &amp; Ruprecht. 9. Aufl. Göttingen/Zürich 1989. S. 135f.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 23 Oct 2024 15:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Plädoyer für eine Kultur des Lebens]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000025F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Plädoyer für eine Kultur des Lebens</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Warum der christliche Glaube lebenswichtig ist</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/10/2024</span></div><div><br></div><div>Sandra Maischberger hat gestern in ihrer Talkshow wie immer zu Beginn der Sendung ihre Gäste vorgestellt, mit erhobener Stimme und untermalt von Hintergrundmusik. <span class="imUl"><a href="https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL21lbnNjaGVuIGJlaSBtYWlzY2hiZXJnZXIvMjAyNC0xMC0xNV8yMi01MC1NRVNa" target="_blank" class="imCssLink">Den Bestsellerautor Yuval Noah Harari stellte sie so vor</a></span>:</div><div><br></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">Ich freue mich heute über einen Mann, der uns erklärt, ob wir kurz vor dem dritten Weltkrieg stehen.</span></i><br></div><div><br></div><div>Darauf folgte der Applaus des Publikums. Wer schon einmal live in einer Talkshow saß, weiß, dass der Applaus von einem "Vorklatscher" angestimmt wird, in den dann das Publikum mit seinem Applaus einfällt. Das Publikum braucht diese Vorgabe, weil sonst in der ungewohnten Situation einer Fernsehsendung niemand klatschen würde.</div><div><br></div><div>Maischberger freute sich also darüber, einen Gast zu haben, der darüber informieren kann, ob der Dritte Weltkrieg kurz bevorsteht. Ich fragte mich nach dieser Ansage: Weiß sie, wovon sie spricht? Ist ihr bewusst, was sie da sagt?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Ist der Dritte Weltkrieg ein politisches Spiel, das man spielt,<br>um im Ost-West-Konflikt zu siegen – oder auch nicht?</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Im Zweiten Weltkrieg wurden <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg#Opferzahlen" target="_blank" class="imCssLink">über 65 Millionen Menschen getötet bzw. ermordet, davon die Mehrzahl Zivilisten</a></span>. Die beiden Atombomben, die auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden, <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atombombenabw%C3%BCrfe_auf_Hiroshima_und_Nagasaki" target="_blank" class="imCssLink">töteten etwa 100.000 Menschen sofort und weitere ca. 130.000 in den folgenden Monaten</a></span>. Spätere Opfer, physisch und psychisch Verletzte und lebenslang Gezeichnete, sind dabei noch nicht mitgezählt.</div><div><br></div><div>Ein Dritter Weltkrieg wäre mit großer Wahrscheinlichkeit ein nuklearer. Die heutigen Nuklearwaffen haben ein Vielfaches an Zerstörungskraft wie die von Hiroshima und Nagasaki. Entsprechend müsste man mit unermesslichen Opferzahlen rechnen. Und der nachfolgende nukleare Winter könnte alles Leben auf der Erde auslöschen.</div><div><br></div><div>Kann man über die Wahrscheinlichkeit eines Dritten Weltkriegs reden, als ginge es um eine tagespolitische Streitfrage unter anderen? Haben manche sich schon mit dem drohenden Szenario angefreundet? Ist der Dritte Weltkrieg ein politisches Spiel, das man spielt, um im Ost-West-Konflikt zu siegen – oder auch nicht? Und: Sind die Millionen unschuldiger Toter trotz aller Sonntagsreden aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden?</div><div><br></div><div>Was wird an der Aussage Maischbergers deutlich bezüglich unseres kulturellen Standorts? Welche Sicht auf die Toten, den Tod und das Leben steckt dahinter?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Der Verstorbene wird zum Nichts –</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf2">er war es wohl auch schon zu Lebzeiten</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wenige Stunden, bevor Maischbergers Talkshow gesendet wurde, hatte ich noch folgende Sätze des evangelischen Theologen Jürgen Moltmann gelesen:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Es ist zutiefst inhuman, die Frage nach dem Leben der Toten zu verdrängen. Wer das Recht der Toten vergisst, dem wird auch das Leben seiner Kinder gleichgültig. Es gibt auch kein Glück der Gegenwart und keinen sozialen Fortschritt in eine bessere Zukunft der Menschheit, die das erlittene Unrecht der Toten aufwiegen könnten. Wer den Toten gegenüber gleichgültig wird, wird zuletzt den Kindern gegenüber zynisch.</i></span>*</span></div><div><br></div><div>Der christliche Glaube bekennt sich zu einem Leben, das über den Tod hinausgeht. Die Toten und ihr Leid sind bei Gott nicht vergessen. In Psalm 88 kämpft ein Mensch um diese Einsicht (Verse 6 und 11-13). Der leidende Hiob hofft, dass Gott seiner im Tod gedenken wird (Hi 14,13). Das Neue Testament verkündigt die Auferweckung Jesu und aller Toten durch Gott. Die Toten sind also nicht abgeschrieben, sondern sie sind Kandidaten des Lebens. Sie sind und bleiben Gott präsent.</div><div><br></div><div>Sie sollen deshalb auch uns präsent sein – nicht als ein für allemal Tote, sondern als solche, deren Ziel das Leben ist. Und die Ermordeten und massenhaft Getöteten sollen uns in Erinnerung bleiben als grausamer Ausdruck menschlichen Versagens und als beständige Mahnung, diesem Versagen Widerstand entgegenzusetzen. Das gilt auch für das nukleare Abschreckungssystem, das Moltmann ein Massenvernichtungssystem nennt** – was es ja auch zweifellos ist. </div><div><br></div><div>Unsere Kultur hingegen kennt das Leben über den Tod hinaus weitgehend nur als fromme Erzählung ohne Konsequenzen für das eigene Leben. Deshalb verdrängt sie den Tod – und immer mehr auch die Toten. Gräber werden zunehmend anonymisiert, Urnen in den "Friedwald" verlagert oder gleich ins Meer gesenkt, in dem sich die Asche auflöst. Der Verstorbene wird zum Nichts – er war es wohl auch schon zu Lebzeiten. Dementsprechend gibt es immer weniger Erinnerungsorte. Grabpflege ist nicht mehr nötig oder, wo sie noch nötig ist, tritt sie mehr und mehr in den Hintergrund.</div><div><br></div><div>Weil man den Tod verdrängt, erinnert man sich auch nicht an die Toten. Wem aber die Toten gleichgültig sind, dem wird auch das Leben gleichgültig. Das vergangene Leben der Verstorbenen wird dem Vergessen preisgegeben. Und das bevorstehende Leben der Kinder wird bedeutungslos angesichts der unbewussten Ergebenheit an den Tod. Darauf hat der Theologe Jürgen Moltmann hingewiesen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Der christliche Glaube leistet Widerstand</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf2">gegen diese Kultur des Todes</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Könnte es sein, dass das übersättigte Leben nicht mehr als lebenswert empfunden wird? Dass die Seele sich nicht mehr von der sich stetig steigernden Erlebnisspirale ernähren kann? Dass das nackte Leben ohne Perspektive über den Tod hinaus zum geheimen Hass auf das Leben wird?</div><div><br></div><div>Könnte es sein, dass viele Menschen die Liebe zum Leben verloren haben und deshalb unbewusst dem Tod huldigen? Wie die Menschen, die sich in schwieriger Lage nicht der ernsten und kritischen Selbstreflexion unterziehen, sondern im Gegenteil ausgelassen feiern, obwohl es keinen Grund dazu gibt. Von ihnen heißt es im Alten Testament (Jes 22,1.2a.12f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Was ist denn mit dir, dass alle deine Leute auf die Dächer steigen, du vom Getümmel erfüllte, lärmende Stadt, du jauchzende Stadt? [...] An jenem Tag ermahnt der Herrscher, der Herr der Heerscharen, zum Weinen und Wehklagen, zum Kahlscheren des Hauptes und zum Umgürten des Sacktuches – doch siehe, da ist Jubel und Vergnügen, Ochsenschlachten und Schafeschächten, Fleischessen und Weintrinken: "Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!"</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Apostel Paulus hat es Jahrhunderte später so auf den Punkt gebracht (1Kor 15,32b):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn Tote nicht auferweckt werden, so "lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir".</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn der Tod das Letzte ist, bleibt tatsächlich nur ein Leben im besinnungslosen Rausch, das den drohenden Tod und jede tödliche Gefahr ausblendet. Wenn man die Frage Martin Walsers nicht mehr stellt "Was fehlt, wenn Gott fehlt?", dann wird das Leben aussichtslos, weil es seiner Entbehrungen und seines Sinns nicht mehr gedenkt. Wesentliches fehlt trotz scheinbar übersprudelnden Lebens – aber die Frage, was eigentlich fehlt, wird nicht mehr gestellt und bleibt deshalb ohne Antwort.</div><div><br></div><div>Eine solche Kultur huldigt dem Tod, ohne dass es ihr bewusst wird. Die Erfüllung des Lebens geht verloren und mit ihr die Liebe zum Leben. Eine geheime, nicht eingestandene Liebe zum Tod setzt sich an ihre Stelle.</div><div><br></div><div>Dann redet man auch von der nuklearen Katastrophe, als wäre sie ein diskutabler Zug im Spiel des sinnlos gewordenen und in der Tiefe der Seele schon dem Tode preisgegebenen Lebens.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube leistet Widerstand gegen diese Kultur des Todes, indem er sich um Leben bekennt (1Kor 15,54b.55.57f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? [...] Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus. Daher, meine geliebten Brüder [und Schwestern], seid fest, unerschütterlich, allezeit reich im Werk des Herrn, wissend, dass eure Mühe nicht vergeblich ist im Herrn.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes. Christliche Eschatologie. Chr. Kaiser/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1995. S. 128.</span></div><div><span class="fs11lh1-5">** Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes, S. 262.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Pexels auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 16:26:00 GMT</pubDate>
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		</item>
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			<title><![CDATA[Christen können selber denken]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000025E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Christen können selber denken</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie ein irritierendes Christentum überwunden werden kann</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/10/2024</span></div><div><br></div><div>Christen möchten überzeugend wirken. Das gelingt nur, wenn sie auf überzeugende Weise mit ihren Mitmenschen umgehen. Doch gerade damit tun sie sich mitunter schwer. Und so stellt sich das Christentum nicht selten äußerst irritierend dar.</div><div><br></div><div>Dafür möchte ich drei Beispiele nennen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Streit in der Gemeinde</div><div><br></div><div>Es gibt Kirchengemeinden, in denen die Pfarrer bzw. Pfarrerinnen miteinander im Streit liegen. Da werden Intrigen gesponnen und Tricks angewandt, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Und siehe da: Wo das Pfarrpersonal sich streitet, liegt bald die ganze Gemeinde miteinander im Streit. Es bilden sich Gruppen, die einander nicht grün sind. Das alles geschieht durch gläubige und engagierte Menschen. Es kann so weit kommen, dass sie höchst aggressiv miteinander umgehen.</div><div><br></div><div>Andererseits verliert ein Streit seine Kraft, sobald die Pfarrerinnen und Pfarrer sich friedlich gebärden. Daran wird deutlich, dass das Böse auf seine Umgebung abfärbt. Wo es einmal Fuß gefasst hat, dehnt es sich rasend schnell aus. In der Umgebung des Bösen ist es schwer, sich ihm zu widersetzen. Wo aber das Leitungspersonal friedlich miteinander umgeht, kann sich auch das Böse schwer durchsetzen. Welch eine Verantwortung für die Amtsträger!</div><div><br></div><div>Ich habe das selbst erlebt. Und ich bin überzeugt, dass sich dieser Zusammenhang auf andere Ebenen übertragen lässt: auf Vereine, Firmen, Behörden, Parteien und sogar auf einen ganzen Staat. Das Verhalten des Führungspersonals prägt das Verhalten der untergeordneten Gruppen – entweder zum Guten oder zum Schlechten.</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imHeading3">2. Friedliebende unterstützen den Krieg</div></div><div><br></div><div>Ein anderes Beispiel für irritierendes Christentum: Ich kenne friedliebende Christinnen und Christen, die es gutheißen, Waffen an die Ukraine zu liefern, mit denen unschuldige Menschen getötet werden. Ich vermute, dass bei ihnen die Angst eine Rolle spielt, von Russland angegriffen zu werden.</div><div><br></div><div>Angst gibt es aber auch bei denen, die Waffenlieferungen ablehnen: Ich habe Angst davor, dass Europa in den Krieg hineingezogen wird, Angst vor einem neuen, verheerenden Weltkrieg. Doch nicht nur Angst bestimmt beide Seiten. Es sind auch grundlegende politische Prägungen, die zu unterschiedlichen Einschätzungen führen. Diese tief in uns verankerten Prägungen bestimmen unser Fühlen, Denken und Handeln.</div><div><br></div><div>Auch das Alter mag eine Rolle spielen. Jüngere Menschen haben den Kalten Krieg und die damit zusammenhängende ständige Weltkriegsgefahr nicht erlebt. Sie wissen nichts von den mehreren Grenzsituationen, die im Kalten Krieg beinahe zu einem Weltkrieg geführt hätten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Christliche Zionisten rechtfertigen Gewalt</div><div><br></div><div>Ein letztes Beispiel dafür, wie mich christliche Menschen irritieren: Es sind freundliche, zugewandte Christen, mit denen man gut auskommen kann. Sie rechtfertigen alle militärischen Aktionen Israels im Gazastreifen und im Libanon. Sie gehören zum evangelikalen Christentum, das seit einigen Jahrzehnten weitgehend Partei für Israel ergreift.</div><div><br></div><div>Die frommen, bibeltreuen Menschen haben dieses einseitige Denken aus der evangelikalen Tradition übernommen. Sie rechtfertigen, dass seit einem Jahr zehntausende Unschuldige vom israelischen Militär getötet wurden. Sie stoßen sich nicht daran, dass das Völkerrecht mit Füßen getreten und Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofs missachtet werden.</div><div><br></div><div>Natürlich tun das auch die Terroristen der Hamas, der Hisbollah und aller anderen Terrororganisationen. Der Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023 ist durch nichts zu rechtfertigen. Ich kenne zwar keine Christen, die die Hamas und Hisbollah unterstützen, aber wahrscheinlich gibt es auch solche. Das ist zweifellos unchristlich.</div><div><br></div><div>Dass der Anschlag vom 7. Oktober zu einer solchen Eskalation der Gewalt geführt hat, zeigt einmal mehr, wie sehr sich das Böse vehement ausbreitet. Es braucht nur ein paar Mächtige, die sich darauf einlassen, und schon potenziert sich die Gewalt.</div><div><br></div><div>Dabei ist Israel das von Gott zum Heil auserwählte Volk. Gott wird bis ans Ende der Zeiten treu zu ihm stehen und es vor dem Untergang bewahren, wie er es bis heute getan hat. Im Alten Testament kann man nachlesen, dass Gott seinen Bund mit seinem Volk immer wieder trotz aller Schuld Israels erneuert. Man braucht sich also eigentlich um den Bestand dieses Volkes keine Sorgen zu machen.</div><div><br></div><div>Dennoch hat Gott, wie das Alte Testament auch berichtet, sein Volk immer wieder im Kampf gegen seine Widersacher unterstützt. Es fragt sich aber, wie weit diese Unterstützung geht. Auch Kritik an Israel und an militärischer Gewaltanwendung gibt es im Alten Testament reichlich.</div><div><br></div><div>Mir selbst tut es nicht leid um die getöteten Terroristen, wenngleich auch sie nur irregeleitete Geschöpfe Gottes sind. Aber wer dermaßen rücksichtslos tötet, dem kann man nur wehren, indem man ihn selbst entweder gefangensetzt oder tötet. Mir tut es aber leid um die zigtausend Unschuldigen,<span class="fs14lh1-5">die verkrüppelt, vergewaltigt und physisch wie psychisch bis ans Lebensende gezeichnet sein werden.</span><span class="fs14lh1-5"> Dass manche Christinnen und Christen für diese Menschen kaum Mitleid empfinden und ihre grenzenlose Rechtfertigung des Handelns Israels nicht überdenken, ist für mich irritierend.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Unbewusste Gründe für Entscheidungen</div><div><br></div><div>Die Vertreter all der genannten Beispiele für irritierendes Christentum sind durch folgende Überzeugungen verbunden: Sie meinen, für eine gute Sache einzutreten, während ihre Gegner sich irren und für etwas Schlechtes eintreten. Im Extremfall werden dann die Gegner diskreditiert oder gar dämonisiert. Putin oder Hamasführer wurden schon als Teufel bezeichnet. Wer die militärische Gewalt gegen sie nicht vorbehaltlos unterstützt, erscheint dann als ein Knecht des Teufels. Dadurch entsteht eine strenge Polarisierung: Die Guten auf der einen Seite, die Bösen auf der anderen. Und jede Anwendung von Gewalt – auch Intrigen, Täuschungen und verbale Entgleisungen sind Gewalt – wird gerechtfertigt um der eigenen angeblich guten Sache willen. Das gewaltsame Vorgehen erscheint alternativlos, weil man den Teufel nur mit Gewalt bekämpfen könne.</div><div><br></div><div>Auf einige unbewusste Aspekte, die unser Denken und Handeln prägen, habe ich schon hingewiesen. Wir meinen zwar, allein unsere Vernunft gebe den Takt an. Aber in Wahrheit sind es unbewusste psychische Regungen, die unser Denken bestimmen und für die wir nachträglich rationale Argumente entwickeln. Wir denken dann nicht selber, sondern unsere Beziehungen, Gefühle und Wünsche produzieren das ihnen entsprechende Denken. Dieser Vorgang wird uns nicht bewusst.</div><div><br></div><div>Unter Pfarrern können beispielsweise Neidgefühle auftreten, wenn der eine mehr Gottesdienstbesucher hat als der andere. Dann kann es geschehen, dass der Pfarrer mit der geringeren Anzahl an Gottesdienstbesuchern einen Schwachpunkt in der Arbeit seines Kollegen sucht und Argumente dafür entwickelt, warum der Kollege nicht in die Gemeinde passe. Dass sein Neid der Grund für dieses Verhalten bildet, wird ihm nicht bewusst.</div><div><br></div><div>Wenn es um Waffenlieferungen für die Ukraine geht, spielt für Europas Politiker auch eine Rolle, welchen Status sie innerhalb der EU oder der NATO einnehmen. Man stelle sich einen Regierungschef vor, der entgegen dem Standpunkt seiner Kolleginnen und Kollegen in EU und NATO beharrlich alle Waffenlieferungen ablehnt. Er müsste sich ständig dafür rechtfertigen, würde zum Außenseiter in den für ihn und sein Land wichtigen internationalen Organisationen, würde schließlich ausgegrenzt und man begegnete ihm mit andauernder Kritik und Unfreundlichkeit. Man würde seine eigenen Interessen nicht mehr ernst nehmen und sie nicht zum Zuge kommen lassen.</div><div><br></div><div>Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dennoch an einem Außenseiterstandpunkt festzuhalten, aber es ist für den Politiker der weitaus schwerere Weg. Denn dann verletzt er "Solidaritäts- und Loyalitätsverpflichtungen"* gegenüber den Gruppen, denen er zugehört:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Überzeugungen spielen, wie sozialpsychologische Konformitätsexperimente ausnahmslos gezeigt haben, nur im Ausnahmefall die wichtigste Rolle dafür, welche Entscheidung jemand situativ trifft – viel wichtiger ist es, soziale Normen </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">zu verletzen, soziale Anerkennung </span></span><span class="cf1"><b class="fs14lh1-5">nicht </b></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">zu riskieren, </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>gut </b>vor den anderen </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>dazustehen</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">. Das alles ist nicht trivial: Weil Menschen soziale und kooperative Wesen sind, ist Konformität [...] viel wahrscheinlicher als Abweichung [...]. Anders gesagt: Konformität ist das jederzeit Erwartbare.*</span></span></i></div><div><br></div><div>Das ist wohl der Grund dafür, dass führende Politiker in Europa oder auch die Leitmedien eines Landes – von wenigen Ausnahmen abgesehen – unisono dieselbe Politik verfolgen, auch wenn große Teile der Bevölkerung anders votieren. Und so ist es wohl auch zu erklären, dass sich große Teile der Bevölkerung nach und nach der angeblichen Mehrheit anschließen. Denn es ist immer angenehmer, zur Mehrheit zu gehören, als gegen den Stachel zu löcken.</div><div><br></div><div>Ich will damit nicht sagen, dass alle Politiker unüberlegt und irrational handeln. Ich will aber darauf hinweisen, dass für ihre Entscheidungen – wie für die Entscheidungen aller Menschen – nicht nur rationale Gründe, sondern auch psychische Befindlichkeiten eine große, wenn nicht entscheidende Rolle spielen.</div><div><br></div><div>Das gilt – um mein drittes Beispiel noch einmal aufzugreifen – auch für die evangelikalen Christinnen und Christen, die einen christlichen Zionismus vertreten. Sie leben in ihren evangelikalen Gemeinden, die oft von einer großen Israelnähe geprägt sind. Sie sind in diese Tradition hineingewachsen, so dass die Israelnähe ihnen selbstverständlich geworden ist. Sie werden deshalb an der Berechtigung ihres Standpunktes kaum zweifeln. Und wenn doch einmal bei jemandem Zweifel aufkommen sollten, dann wird er kaum mit seiner Gemeinschaft brechen und die Solidarität mit ihr aufkündigen.</div><div><br></div><div>Das Problem bei all den genannten Beispielen besteht darin, dass eine in der Gruppe herrschende Tradition, eine politische Grundüberzeugung oder persönliche Gefühlsregungen wie Neid oder Angst den christlichen Glauben überdecken können, ohne dass uns das bewusst wird. Und es stellt sich die Frage, wie wir das eigentlich verhindern können.</div><div><br></div><div>Ich möchte fünf Punkte benennen, die es Christinnen und Christen aus ihrem Glauben heraus erleichtern, selbst zu denken, gegen den Strom zu schwimmen und zu unabhängigen Entscheidungen zu kommen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Selber denken und Selbstkritik üben</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen leben in der Gewissheit, von Gott geliebt und anerkannt zu sein, und zwar unabhängig von ihren weltlichen Bindungen und psychischen Abhängigkeiten (2Thess 2,16f; Joh 15,9). Die Liebe Gottes ist ihnen zugesagt, und Gott wird zu dieser Zusage stehen. Das feste Vertrauen darauf kennzeichnet den christlichen Glauben. Aus dieser Gewissheit heraus vertrauen die Glaubenden darauf, dass Gott sie nicht auf ihre Irrtümer und Verfehlungen festlegt, sondern sie ihnen gnädig vergibt (Röm 3,25).</div><div><br></div><div>Deshalb können Glaubende zu ihren Irrtümern stehen und ihre Haltungen immer wieder selbstkritisch überprüfen. Sie können versuchen, sich ihre eigenen unbewussten Motivationen bewusst zu machen, also die Ängste, prägenden Traditionen und politischen Grundhaltungen, die ihr christliches Denken und Handeln beeinflussen. Sie können sich von diesen bewusst gemachten Aspekten ihres Seins lösen, denn sie müssen aufgrund ihres Glaubens keine Angst haben vor dem Eingeständnis, sich geirrt zu haben.</div><div><br></div><div>Nur wer Irrtümer eingesteht und für Korrekturen offen ist, kann dazulernen und sich korrigieren, oder besser gesagt: sich von Gottes Geist korrigieren lassen und beginnen, in der Kraft dieses Geistes selber zu denken.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Neue Erkenntnisse zulassen</div><div><br></div><div>Damit verbunden ist die Einsicht, dass alle menschliche Erkenntnis Stückwerk ist (1Kor 13,12). Es beruht nicht auf unserem Vermögen, die Wahrheit zu erkennen, sondern Gott selbst offenbart uns die Wahrheit (Joh 16,13). Unser eigener Beitrag besteht darin, um rechte Erkenntnis zu bitten und uns ihr nicht zu verschließen.</div><div><br></div><div>Deshalb müssen Christinnen und Christen nicht an einmal gelernten und liebgewonnenen Einstellungen festhalten. Sie werden zum Beispiel nicht alle in ihrer Gemeinde gängigen Traditionen übernehmen, sondern diese immer wieder an biblischen Aussagen überprüfen (1Thess 5,21). Sie werden also nicht der Meinung verfallen, schon alles über den Glauben und das rechte Handeln zu wissen. Wer so denkt, verschließt sich neuen Erkenntnissen und erklärt das eigene Denken und Handeln für alternativlos.</div><div><br></div><div>Alternativlosigkeit ist aber keine christliche Kategorie. Denn bei Gott gibt es immer Alternativen. Er hat Gedanken, die uns bisher verschlossen waren, und kennt Wege, für die wir blind sind (Jes 55,8). Und er will uns in der Wahrheit und in der Liebe wachsen lassen (Eph 4,15). Dazu aber müssen wir bereit sein, liebgewonnene Haltungen aufzugeben und uns für Neues zu öffnen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Für die Bösen beten und sie segnen</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen kennen ihre eigene Glaubens- und Liebesschwäche, und es ist ihnen bewusst, dass sie nur durch Gottes Kraft glauben und lieben können. Deshalb schließen sie es nicht aus, dass jeder andere Mensch ebenfalls an der Kraft Gottes Anteil bekommen kann (Mt 5,44f; Lk 6,35b). Sie werden also niemanden vom Heil ausschließen und keinen Menschen dämonisieren, also mit dem Teufel identifizieren. Auch der "Böseste" ist in ihren Augen nicht hoffnungslos verloren, sondern kann von Gott zum Guten bewegt werden.</div><div><br></div><div>Weil zudem in jedem Menschen Gutes und Böses miteinander vermengt sind, verschließen sich Christinnen und Christen jeder strengen Polarisierung, durch welche die Menschen fein säuberlich in Gute und Böse aufgeteilt werden. Die Entscheidung darüber, wer ein Mensch zu Lebzeiten ist, gebührt allein Gott (Lk 6,37; 1Kor 4,5). Und solange ein Mensch lebt, hat er die Chance, sich zum Guten verändern zu lassen.</div><div><br></div><div>Deshalb fordert das Neue Testament mehrfach dazu auf, für die Bösen zu beten und sie zu segnen (Mt 5,44; Lk 6,28; Röm 12,14; 1Petr 3,9). Damit ist klargestellt, dass von uns kein Mensch dämonisiert und ihm damit das Menschsein abgesprochen werden darf. Eine solche Dämonisierung leugnet Gottes Barmherzigkeit, die auch dem Bösesten gilt und ihn zum Guten motivieren kann. Und sie stiftet Unfrieden, indem sie einen Menschen aus der menschlichen Gemeinschaft ausschließt und auf seine Taten festlegt. Das Gegenteil ist von uns gefordert: für den Bösen zu beten, das heißt, um seine radikale Umgestaltung durch Gott zu bitten; und ihn zu segnen, das heißt, ihn in Gottes heilschaffende und lebensförderliche Kraft einzuschließen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">8. Im Widerspruch zur eigenen Gemeinschaft leben</div><div><br></div><div>Das Beten für den, der Böses tut, anstatt ihn zu verurteilen, und das Segnen des Übeltäters, anstatt ihn als Mensch abzuschreiben, gehört zu den schwersten menschlichen Akten. Es wird besonders schwer dann, wenn die Gemeinschaft, in der wir leben, den Bösen verurteilt und dämonisiert. Bei aller Verbundenheit mit den Menschen gilt aber, dass wir Gott mehr gehorchen sollen als den Menschen (Apg 5,29).</div><div><br></div><div>Darum können Christinnen und Christen auch der eigenen Gemeinschaft widersprechen. Wenn diese Gemeinschaft wahrhaft christlich lebt, wird sie den Widerspruch hinnehmen, auch wenn sie bei ihrer abweichenden Haltung bleibt. Es kann aber auch geschehen, dass der Widersprechende zum Außenseiter gemacht wird, den man meidet und diffamiert. Wenn er es schafft, dennoch an seinem Widerspruch festzuhalten, bezeugt er damit, dass er Gott mehr gehorcht als den Menschen.</div><div><br></div><div>Wenn man für den Bösen betet und ihn segnet, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass man ihn gewähren lässt. Es kann notwendig sein, ihn in seinem zerstörerischen Handeln zu bremsen, aber so, dass auch das ihm letztlich zum Guten gereicht (1Kor 5,4f). Wichtig ist aber, dass nicht Unschuldige zusammen mit dem Bösen zu Schaden kommen. Denn auch Gott verschont die Bösen um der Unschuldigen willen, wie Jesus im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen verdeutlicht: Er lässt das Unkraut wachsen, damit der Weizen nicht zerstört wird, und wird erst im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-gerichte-der-liebe--teil-2-" class="imCssLink">Jüngsten Gericht</a></span> beides voneinander scheiden (Mt 13,24-30).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">9. Alternativen zur Gewalt suchen</div><div><br></div><div>In alldem geht es darum, Jesu Handeln nicht auszublenden, sondern Jesus nachzufolgen, auch wenn sein Handeln unseren eigenen vitalen Impulsen widerspricht (Mt 10,38f; 16,24-26). Sein Weg war ein Weg der Gewaltlosigkeit. Das müssen auch Glaubende sich immer wieder klarmachen, weil der natürliche Impuls zur Gewaltanwendung auch in ihnen ist.</div><div><br></div><div>Gewalt hat neben der physischen Dimension auch viele andere Gesichter, zum Beispiel Ausgrenzung, Diskreditierung, Dämonisierung. Jesus hat jede Form von Gewalt abgelehnt. Darum ist es im Sinne Jesu, immer neu zu überlegen, welche Alternativen es zur Gewalt gibt und wie die Gewalt, wenn sie unumgänglich sein sollte, minimiert werden kann.</div><div><br></div><div>Gewalt, wenn sie denn nötig sein sollte, muss immer von dem ernsthaften Versuch begleitet sein, im Gespräch zu bleiben und den Konflikt zu entschärfen. Das kann auch dadurch geschehen, dass man Kompromisse eingeht, die für einen selber Leid mit sich bringen. Denn auch Jesus hat es vorgezogen, Leid zu ertragen, anstatt denen, die ihn verfolgten und ans Kreuz brachten, Leid zuzufügen (Mt 26,51-53).</div><div><br></div><div>Gegen Jesu Gewaltverzicht wird manchmal seine "Tempelreinigung" angeführt, bei der Jesus Gewalt angewandt habe (Mt 21,12-17 u.ö.). Näher liegt aber eine andere Deutung des Ereignisses: Es war eine prophetische Zeichenhandlung – eine symbolische Handlung der Art, die von den Propheten des Alten Testaments wohlbekannt ist.</div><div><br></div><div>Jesus stößt die Tische der Händler und Geldwechsler um, so dass ihre Taubenkäfige und ihr Geld in den Staub fallen. Er zeigt damit, was die Waren und das Geld wert sind im Vergleich zur Anbetung Gottes. Er vertreibt die Käufer und Verkäufer mit ihren Tieren aus dem Tempel und macht so deutlich, dass der Tempel ein Ort der Anbetung und kein Kaufhaus ist, kein Tempel des Konsums und Handels. Jesus fügt niemandem einen Schaden zu, denn das Geld und die Tiere können wieder eingesammelt und die Geschäfte draußen vor dem Tempel fortgesetzt werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">10. Einladung zum Selber-denken</div><div><br></div><div>Im Alten Testament gibt es die schöne Geschichte, dass Gott dem König Salomo kurz nach seinem Amtsantritt im Traum erscheint und ihn auffordert, eine Bitte zu äußern. Eine spannende Frage: Was wird sich der frischgebackene König wünschen? Lange Regierungszeit, Reichtum und Ehre, Macht über andere Völker? Weit gefehlt. Der König denkt nicht an die eigene Macht, sondern an das Wohl seines Volkes (1Kön 3,9):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gib deinem Diener ein Herz, das hört, damit er deinem Volk Recht verschaffen und unterscheiden kann zwischen Gut und Böse. Denn wer könnte deinem Volk, das so gewaltig ist, Recht verschaffen?</span></i></span></div><div><br></div><div>Salomo ist sich seiner Verantwortung bewusst. Er will sie wahrnehmen, indem er "hört" – also wahrnimmt, was Gottes Wille ist und wo seinem Volk der Schuh drückt. Um den Anliegen seines Volkes gerecht zu werden, muss er dem Volk Recht verschaffen. Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Armut will er nicht dulden.</div><div><br></div><div>Darum muss er sauber unterscheiden, was gut und böse, lebensförderlich und lebensfeindlich ist. Unterscheiden ist ein Akt der Vernunft. Der König bittet also um unvoreingenommenes und unabhängiges Denken, das dem Willen Gottes gerecht wird und sich nicht von anderen Menschen oder vom Zeitgeist abhängig macht. Salomo will selber denken.</div><div><br></div><div>Das kann uns ein Beispiel sein. Christinnen und Christen sind befreit, selber zu denken, anstatt sich einer Tradition, einer Mehrheit oder einem Zeitgeist gedankenlos anzuschließen. Sie sind aufgerufen, wenn es darauf ankommt gegen die herrschende Meinung und eigene Befindlichkeiten Widerstand zu leisten. Wenn wir das vergessen, versäumen wir es, Jesus Christus nachzufolgen – und praktizieren ein äußerst irritierendes Christentum.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand. Fischer Taschenbuch. 6. Aufl., Frankfurt am Main 2015. S. 228.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: jacqueline macou auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 11 Oct 2024 18:45:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wir müssen an das Unvorstellbare glauben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000025D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wir müssen an das Unvorstellbare glauben</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Zuversicht in einer krisengeplagten Welt</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 04/10/2024</span></div><div><br></div><div>Kann man bei all den gegenwärtigen Krisen noch glauben, dass sich das Gute durchsetzen wird?</div><div><br></div><div>Dietrich Bonhoeffer hat als Gefangener der Nazis, nicht wissend, ob und wann er noch einmal frei kommen werde, ein persönliches Glaubensbekenntnis formuliert. Ein Satz in diesem Glaubensbekenntnis lautet so:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.</i></span></span><span class="cf1">*</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Ich finde diesen Satz sehr ermutigend und hoffnungsvoll, gerade auch in Notsituationen. Ich würde den Satz aber für mich leicht verändern und sagen: Ich glaube, dass Gott aus allem nicht nur Gutes entstehen lassen </span><span class="fs14lh1-5"><b>kann</b></span><span class="fs14lh1-5"> und </span><span class="fs14lh1-5"><b>will</b></span><span class="fs14lh1-5">, sondern es auch </span><span class="fs14lh1-5"><b>tut</b></span><span class="fs14lh1-5">.</span><br></div><div><br></div><div>Denn was Gott will, das tut er auch. Warum sollte Gott etwas wollen, aber nicht umsetzen?</div><div><br></div><div>Das Problem ist aber: Es ist für uns kaum einmal etwas davon zu sehen, dass aus Bösem Gutes entsteht. Im Gegenteil: Viele gute Absichten werden zunichte gemacht, und manche enden sogar im Bösen. Es scheint immer nur bergab zu gehen. Die Krisen häufen sich: Kriege, Klimawandel, Umgang mit Migration, gefährdete Demokratie. Das schlägt auf die Stimmung. Menschen ertragen es nicht mehr, von so vielen Krisen zu hören, und schalten ab. Depressionen sind auf dem Vormarsch. Das ist verständlich.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Es gibt aber ein Gegenmittel gegen die Hoffnungslosigkeit: glauben, dass Gott aus all den Krisen und Katastrophen Gutes entstehen lässt.</i></span> Und zwar deshalb, weil er das Schicksal der Welt nicht den Menschen überlässt, sondern es selbst in seinen guten Händen hält. Weil <span class="fs14lh1-5"><b>er </b></span>das Schicksal der Welt bestimmt.</div><div><br></div><div>Wenn wir das glauben, halten wir das Unvorstellbare für möglich. Wir glauben an das Leben mitten im Tod.</div><div><br></div><div>Wenn wir in all den Krisen und Katastrophen die Hoffnung auf Gutes nicht verlieren wollen, müssen wir darauf vertrauen, dass Gott auch aus dem Bösesten Gutes entstehen lässt.</div><div><br></div><div>Der berühmte jüdische Geigenvirtuose Yehudi Menuhin (gest. 1999) hat einmal gesagt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir müssen für das Unerreichbare kämpfen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist gut jüdisch gedacht, mit dem Akzent auf dem menschlichen Handeln. Heute, wo wir sehen, dass das menschliche Handeln der Krisen nicht Herr wird, sondern sie überhaupt erst erzeugt, möchte ich den Satz umformulieren:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir müssen an das Unvorstellbare glauben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist kaum vorstellbar, dass aus all den gegenwärtigen Krisen und Katastrophen Gutes wird. Aber alle Dinge sind möglich bei Gott (Mk 10,27; 14,36 u.ö.).</div><div><br></div><div>Dass Gott aus Bösem Gutes entstehen lässt, ist nicht nur ein frommer Wunsch oder eine Glaubensphrase. Für die Glaubenden ist es die Realität – wenn auch oft eine unsichtbare. Und das Vertrauen auf diese Realität beeinflusst unser Denken, Fühlen und Handeln. Es prägt unsere Stimmung und gibt unserem Leben in allem Bösen, das wir erleben, Zuversicht.</div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht, dass wir nicht mehr zu leiden hätten. Es kann uns schwer erwischen. Es kann uns auch ein früher Tod ereilen. Aber was wäre der christliche Glaube, wenn er nicht im Schweren die Erlösung, im Tod das Leben erwarten würde?</div><div><br></div><div><div>Dass Gott aus Bösem Gutes entstehen lässt, bedeutet auch nicht, dass wir selbst die Hände in den Schoß legen könnten. Sondern gerade weil Gott (auch durch uns!) Gutes entstehen lässt, sollen wir uns für das Gute einsetzen. Insofern gilt tatsächlich: Wir müssen für das (für uns!) Unerreichbare kämpfen.</div><div><br></div></div><div>Ich vermute, dass Bonhoeffer bei der Formulierung seines Bekenntnisses an einen Satz des Apostels Paulus dachte (Röm 8,28):</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken</span><span class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></span></i><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">–</span></i></span><i><span class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><span class="cf1"> </span></span><span class="cf1">denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.</span></span></i></div><div><br></div><div>Die Gott lieben, das sind diejenigen, die Gott zum Glauben berufen hat. Ihnen jedenfalls wirkt alles, also auch das Böseste, zum Guten mit. <span class="fs14lh1-5">Auch das Böseste kann Gottes guten Willen für die Gott Liebenden und für seine geliebte Welt nicht zunichte machen.</span></div><div><br></div><div>Das verändert wahrlich die Stimmung. Das macht unseren Glauben fröhlicher, unser Handeln gelassener und unsere Gebete preisender. Das kann uns Freude geben sogar in schlimmen Krisen und Katastrophen.</div><div><br></div><div>Ich gestehe, dass ich von solchem Glauben weit entfernt bin. Aber ich hoffe darauf und bete darum, dass Gott mich immer wieder zu solchem Glauben beruft und dann auch mit genug Glaubenskraft ausstattet.</div><div><br></div><div>So dass ich dann an jedem Tag, auch am bösen, vielleicht nicht gerade jubeln kann, wie Psalm 118 sagt, aber doch hoffnungsvoll und zuversichtlich sein (Ps 118,24):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasst uns an ihm jubeln und fröhlich sein!</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Aus: Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Hg. von Eberhard Bethge. Neuausgabe. Chr. Kaiser Verlag, 3. Auf. München 1985. S. 20.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto:</span><span class="fs11lh1-5"> Himsan auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 04 Oct 2024 07:37:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der christliche Zionismus]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Geschichtliches"><![CDATA[Geschichtliches]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000025C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der christliche Zionismus</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Herkunft – Geschichte – Einordnung</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/09/2024</span></div><div><br></div><div>Sie glauben, die Rätsel der Geschichte ließen sich mit der Bibel lösen. Denn alles, was gegenwärtig geschehe, sei die Erfüllung biblischer Prophetien. Die Weltgeschichte zeige deutlich, dass die Endzeit angebrochen sei, in welcher der Antichrist herrsche. Es sei unvermeidlich, dass es zum großen Krieg zwischen Christus und dem Antichristen kommen werde, zur Entscheidungsschlacht von Harmageddon. Denn die Bibel sage diesen Krieg voraus. Alle Friedensbestrebungen widersprächen deshalb Gottes Willen und seien sinnlos.</div><div><br></div><div>In diesem Krieg gehe es um Gottes auserwähltes Volk, das Volk Israel. Darum müssten Christen in Israels Kampf gegen die Araber an der Seite Israels stehen. Und nach Israels Sieg in diesem Krieg werde Christus sein tausendjähriges Friedensreich aufrichten. Darum ist die unvermeidliche Entscheidungsschlacht nicht zu fürchten, sondern geradezu herbeizusehnen.</div><div><br></div><div>So oder so ähnlich denken viele christliche Zionisten<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span>. Als Zionismus bezeichnet man eine Bewegung, die einen eigenen jüdischen Staat in bestimmten geographischen Grenzen bewahren und rechtfertigen will. Dass Juden einen eigenen Staat angestrebt und gegründet haben und diesen Staat bewahren und verteidigen wollen, ist ihr gutes Recht. Aber wie kommen eigentlich Christen dazu, sich diesem Anliegen vehement anzuschließen?</div><div><br></div><div>Um das zu verstehen, müssen wir einen Blick in das 19. Jahrhundert werfen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. John Nelson Darby und der Darbysmus</div><div><br></div><div>Der britische Geistliche John Nelson Darby (1800-1882) bekam als junger Mann Kontakt zu freikirchlichen christlichen Kreisen, den Keimzellen der sogenannten Brüderbewegung. Daraufhin gab er seinen Dienst in der Anglikanischen Kirche auf und übernahm eine führende Rolle in der Brüderbewegung. Dabei wirkte er nicht nur in England, sondern auch weit darüber hinaus: in Deutschland, Frankreich und der Schweiz, ja, er war sogar in Neuseeland und mehrmals in Nordamerika. Sein Ziel war, die Christen zu missionieren und zum Austritt aus den offiziellen Kirchen zu bewegen.</div><div><br></div><div>Darby entnahm der Bibel eine Einteilung der Weltgeschichte in heilsgeschichtliche Epochen, in denen Gott unterschiedlich an Juden und Heiden handelt. Diese Epochenlehre bildet auch die Grundlage der später entstandenen Scofield-Bibel.</div><div><br></div><div>Darby ging von folgenden Epochen aus: Auf das gegenwärtige Zeitalter der Kirche folge die Entrückung, bei der alle Gläubigen plötzlich von der Erde verschwinden und bei Christus versammelt würden. Danach komme eine siebenjährige schwere Leidenszeit, in welcher der Antichrist auf Erden herrsche, dann der Sieg Christi über den Antichristen in der Schlacht von Harmageddon, dann das tausendjährige Friedensreich Christi und schließlich das Jüngste Gericht. Die Endzeit sei aber bereits angebrochen, was daran festzumachen sei, dass die Zustände in den Kirchen und in der Kultur immer schlechter würden.</div><div><br></div><div>Diese Diagnose fiel in der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs mit 500.000 Toten, der Ermordung Abraham Lincolns und des weiterhin bestehenden Rassismus in den USA auf fruchtbaren Boden. Sie findet bis heute aufgrund der beiden Weltkriege und anderer negativer Entwicklungen in Nordamerika große Verbreitung.</div><div><br></div><div>Der Prediger Hal Lindsey, dessen Bücher in den 1970er Jahren in den USA und weltweit Millionenauflagen erreichten, betrachtete den Kalten Krieg, die Atomkriegsgefahr und die Neugründung Israels im Jahr 1948 als deutliche Zeichen der Endzeit. Später wurden auch die zunehmenden Umweltkatastrophen und der islamische Fundamentalismus als Endzeiterscheinungen gedeutet, während die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die Globalisierung und moderne Kommunikationssysteme als Wegbereiter des Antichristen verstanden wurden.</div><div><br></div><div>Unter den Nachfolgern Darbys setzte sich die Ansicht durch, Israels irdische Zukunft bestehe im Heiligen Land, das ihm nach dem Alten Testament für alle Zeiten von Gott zugesprochen wurde. In den 1890er-Jahren verbreitete sich in Nordamerika die Meinung, die USA sollten alles dafür tun, dass die Juden in Israel einen eigenen Staat errichten können. An diesem jüdischen Staat hänge das Heil für die Welt, denn ohne Israels tausendjähriges Friedensreich, ohne das strahlende irdische Jerusalem könne es kein himmlisches Jerusalem für die Gläubigen geben.</div><div><br></div><div>Das alles wurde in einem komplizierten System der Bibelauslegung, in dem verschiedene Bibelworte miteinander kombiniert wurden, nachzuweisen versucht. Die Scofield-Bibel mit ihrem biblischen Verweissystem ist bis heute ein anschaulicher Beleg dafür.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Der Kampf gegen den Antichristen</div><div><br></div><div>Der "Antichrist", genauer "Antichristus", ist eine biblische Figur, die viermal im Neuen Testament genannt wird, und zwar nur in den Johannesbriefen (1Joh 2,18.22; 4,3; 2Joh 7). Aus diesen Bibelstellen geht hervor, dass mit dem "Antichristen" nicht eine einzelne Person gemeint ist, sondern alle Gegner Christi und derer, die sich zu ihm bekennen. "Antichrist" ist also die Bezeichnung einer Gruppe von Menschen. Und diese antichristliche Gruppe tritt in der Endzeit auf, und ihr Auftreten ist daher immer in eine Lehre von der zeitlichen Abfolge der Endereignisse eingebettet.</div><div><br></div><div>Die Endereignisse werden je nach theologischer Sichtweise zeitlich unterschiedlich geordnet. Nach einer Sichtweise werden die Gläubigen alle vor der Endzeit entrückt, so dass sie den Leiden der Endzeit entgehen und sie vom Himmel aus verfolgen werden. Eine andere Sichtweise herrscht in der deutschen pietistisch-evangelikalen Richtung vor: Die Gläubigen werden die schwere Zeit des Antichristen mit Christenverfolgungen erleiden müssen. Aber im größten Leid komme Christus wieder, um den Antichristen zu töten und mit Israel das tausendjährige Friedensreich aufzurichten.</div><div><br></div><div>Israel werde dann für tausend Jahre die Weltherrschaft innehaben. Dann werden sich alle alttestamentlichen Verheißungen erfüllen und die Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet werden. Alle Völker der Erde werden nach Jerusalem zum Tempelberg pilgern und dort Gott die Ehre geben.</div><div><br></div><div>Vorher jedoch kommt nach dieser Lehre der große Abfall von Gott unter dem Antichristen. An diese Lehre schließen sich unmittelbar gegenwartspolitische Deutungen an: Der Antichrist werde einen Welteinheitsstaat und eine Welteinheitsherrschaft errichten, die sich gegen Israel wenden. Denn der Welteinheitsstaat wolle die Nahostkrise beenden und Frieden zwischen Juden und Palästinensern schaffen, indem den Palästinensern ein eigener Staat auf einem Teil des Landes Israels zugestanden wird. Ein solcher Friede sei aber nicht möglich. Denn das Land sei von Gott allein Israel zugesprochen. Darum hielten die Juden zu recht an den alttestamentlichen Landverheißungen fest. Weil sie das tun, werde der Welteinheitsstaat eine Judenverfolgung betreiben, so dass auf diesem Weg gerade kein Friede eintrete.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Die politisch-religiöse Endzeitideologie Hal Lindseys</div><div><br></div><div>Weil das ganze Land Israel allein gehöre, begrüßen viele christliche Zionisten die Siedlungspolitik Israels im Westjordanland, manche auch eine Umsiedlung der arabischen Bevölkerung, um sie aus dem Israel zugesprochenen Land zu entfernen. Sie stehen damit dem rechtsnationalen politischen Spektrum in Israel nahe. Die Einwanderung von Jüdinnen und Juden nach Israel und der Siedlungsbau in den besetzten Gebieten werden mit politischer Lobbyarbeit und erheblichen finanziellen Mitteln gefördert. Angestrebt wird die Rückkehr aller Jüdinnen und Juden nach Israel, womit nach der dahinter stehenden heilsgeschichtlichen Deutung der Weltgeschichte das gegenwärtige Zeitalter seinen Höhepunkt erreiche.</div><div><br></div><div>Die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 wird von den christlichen Zionisten als ein göttlicher Triumph gefeiert, den sie in der Eroberung ganz Jerusalems 1967 bestätigt sehen. Beide Geschehnisse seien apokalyptische Zeichen für die Endzeit und die bevorstehende Wiederkunft Christi. Es wird behauptet, Gott habe Israel den Sieg im Krieg geschenkt.</div><div><br></div><div>Diese "Erfolge" führten zu einem Aufschwung der Endzeittheologie in den USA. Der schon genannte Prediger Hal Lindsey erreichte mit seinem Bestseller "The Late Great Planet Earth" (deutsch: "Alter Planet Erde, wohin? Im Vorfeld des Dritten Weltkriegs") in den frühen 70er Jahren Millionen von Menschen. Das Buch war das meistverkaufte Sachbuch seiner Zeit. Es wurde in 54 Sprachen übersetzt und auf Englisch über 35 Millionen Mal verkauft. Die Übersetzungen erreichten noch einmal 18 bis 20 Millionen Menschen.</div><div><br></div><div>Lindsey entwarf seine Glaubensanschauungen in den Spuren von Darbys heilsgeschichtlichen Epochen und deutete die biblischen Prophetien so, als sprächen sie von Ereignissen der Gegenwart. Der Kalte Krieg, der drohende Atomkrieg, der Kommunismus – das alles sei schon in der Bibel prophezeit, meinte Lindsey. Für ihn war klar: Das antichristliche Reich ist der Kommunismus. Dieser wird über Israel herfallen, und Europa wird kommunistisch werden. Die USA werden der letzte Hort der Freiheit sein. Sie haben einen Sonderstatus unter den Völkern, denn sie spielen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Antichristen. Das Böse zeigt sich im säkularen, liberal-humanistischen Westen, der den Islam in seine Länder hineinlässt, so dass es zu einer Machtübernahme des Islam in Europa kommen wird. Der liberale westliche Säkularismus und der Islamismus sind die Feinde Israels und des gläubigen Amerika.</div><div><br></div><div>Um einmal einen Eindruck von Lindseys Denkweise zu vermitteln, zitiere ich hier aus dem 1991 in Deutsch erschienenen Buch "Der göttliche Supermarkt. Auf der Suche nach der Seele Amerikas" von Malise Ruthven<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lindseys Buch ist eine Mischung aus biblischem Epos, Science-fiction und Katastrophenfilm. Die erste Voraussetzung für die Erfüllung der Prophezeiungen ist demnach bereits dabei, sich zu erfüllen: "Das Volk der Juden wird seinen Staat wieder auf der alten Heimaterde in Palästina errichten", ein von "ungläubigen Juden durch irdische Anstrengung" vollbrachtes Werk. Nach der Wiederherstellung des Tempels beginnt der siebenjährige "Countdown" bis zum Entscheidungskampf in Harmagedon. Diese Schlacht wird von der "größten Vernichtung gekennzeichnet sein, die der Mensch je über sich gebracht hat. Die Menschheit wird am Rande der Selbstzerstörung stehen, wenn auf einmal Christus wiederkehrt, um dem Krieg aller Kriege, der Harmagedon heißt, ein Ende zu setzen." Danach folgt die Herrschaft des Antichristen, eines europäischen Diktators, der "die Regime von Hitler, Mao und Stalin im Vergleich dazu wie Pfadfinderinnen mit einem Kranz aus Gänseblümchen im Haar aussehen lassen wird". Dem Antichristen wird "absolute Macht und die Kraft des Satans verliehen sein". Der Antichrist wird den 144000 Juden den Krieg erklären, die sich zum Glauben bekehren lassen, Jesus sei der Messias. "144000 jüdische Billy Grahams werden auf der Erde losgelassen sein", schreibt Lindsey. "Nie zuvor wird die Erde eine Zeit der Evangelisierung wie diese erlebt haben." Die wiedergeborenen Christen werden dann bereits verschwunden sein, da sie "entrückt" sind, also körperlich durch die Luft davongetragen wurden. "Ohne Zutun der Wissenschaft, ohne Raumanzüge oder interplanetare Raketen werden manche zu einem herrlichen Ort befördert werden, schöner und gewaltiger, als wir es je begreifen können." Eine Beschreibung dieser erstaunlichen Begebenheit legt Lindsey einem Augenzeugen in den Mund: "Als ich gerade auf der Schnellstraße fuhr, geriet ich auf einmal in einen wahren Hexenkessel. Plötzlich begannen viele Autos ziellos durcheinander zu fahren, und in keinem einzigen saß ein Fahrer. Ich meine, es war einfach verrückt. Ich dachte, da wäre eine Invasion der Außerirdischen im Gange." Aufkleber auf Autos in Dallas und anderen Städten des Südens verkünden oft Botschaften wie ACHTUNG: FAHRER LÖST SICH BEI ENTRÜCKUNG IN LUFT AUF.</span></i></span></div><div><br></div><div>Man fragt sich nicht nur, woher Lindsey das alles weiß, sondern auch, wie er die angebliche Alternativlosigkeit dieser apokalyptischen Katastrophen und ihres millionenfachen Leids mit der Barmherzigkeit Gottes und dem heilenden, Frieden schaffenden Handeln Jesu zusammenbringt. Sein Denken zeigt deutlich, wo es enden kann, wenn man biblische Prophetien unhistorisch einfach auf gegenwärtige Ereignisse bezieht: Die politische Ideologie hat dann bereits die Oberhand über die biblischen Prophetien gewonnen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Der Nahostkonflikt als Spielball religiöser und politischer Interessen</div><div><br></div><div>Von einer in der Tradition Hal Lindseys stehenden Endzeittheologie und einem christlichen Zionismus wurde zunächst in den USA, dann aber auch weltweit in Teilen der Christenheit der Nahostkonflikt befeuert. Für weite Teile der evangelikalen Christenheit in den USA wurde die Gegenwart als Endzeit und das Schicksal Israels als Heilsgeschichte verstanden. Der große Krieg Harmageddon werde als Kampf um Israel stattfinden, und darum müsse er auch mehr oder weniger geschürt werden, wobei die Christen an der Seite Israels stehen müssten. Gottes Plan sei die Scheidung zwischen Juden und Muslimen. Deshalb widerspreche es Gottes Plan, eine Versöhnung zwischen Juden und Muslimen anzustreben und etwa einen Friedensplan für den Nahostkonflikt zu entwickeln. Eine Zwei-Staaten-Lösung sei aussichtslos und gegen Gottes Willen, denn Gott habe Israel das ganze Land gegeben.</div><div><br></div><div>Der amerikanische Präsident George Bush senior hat noch versucht, zwischen Israel und den Palästinensern zu vermitteln, sein Sohn George W. Bush junior nicht mehr. Es gibt in der evangelikalen Christenheit der USA die Einstellung, Gott habe Amerika gesegnet, weil Amerika die Juden gesegnet habe, und wenn Amerika nicht mehr an der Seite Israels stehe, werde Gott Amerika strafen. Viele christliche Lobbygruppen mit Millionen von Mitgliedern, die Namen tragen wie "Christians united for Israel", untersuchen angehende Politiker daraufhin, ob sie für Israel sind oder nicht.</div><div><br></div><div>Bei den US-Republikanern kann man heute offenbar nicht mehr politisch Karriere machen, wenn man nicht für Israel ist. Das heißt, dass es wohl keine rein säkulare konservative Rechte in den USA mehr gibt. Donald Trump verspricht, dass er die Ziele der Religiösen zu seinen eigenen machen werde. Dementsprechend hat er als Präsident die US-Botschaft nach Jerusalem verlegt. Mike Pompeo, Außenminister unter Trump, sagte, das Völkerrecht sei keine Grundlage für die Lösung des Nahostkonflikts. Dahinter steht die religiöse Auffassung, dass im Nahostkonflikt nicht das Völkerrecht gelte, sondern Gottes Wort.</div><div><br></div><div>Es lässt sich historisch nachweisen, dass die religiöse Rechte in den USA apokalyptisches und dualistisches, spaltendes Denken auf die politische Auseinandersetzung übertragen hat. Denn in den 70er Jahren wurden die genannten Einstellungen nur in der religiösen Rechten vertreten. Heute aber sind sie Allgemeingut der ganzen republikanischen Partei. Und aus den ehemals evangelikal-konservativen Subkulturen sind heute Mehrheitskulturen in den ländlichen Regionen der USA geworden. Die Städte sind in deren Sicht dem Unglauben preisgegeben. Zwei Kulturen, Schwarz und Weiß, Licht und Finsternis stehen einander feindselig und unversöhnlich gegenüber.</div><div><br></div><div>Auch in Israel selbst gibt es in der religiösen Rechten keinen Glauben an ein Einvernehmen zwischen Juden und Palästinensern mehr. Stattdessen wird die Ansicht vertreten, Groß-Israel sei Gottes Verheißung. Gott habe den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon (1928-2014), der Gebiete an die Palästinenser abgeben wollte, ins Koma fallen und Jitzchak Rabin (1922-1995), der den Friedensprozess mit den Palästinensern vorantrieb, ermorden lassen. Ebenso sei der Mord an dem ägyptischen Präsidenten Anwar el-Sadat (1918-1981), der den Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten aushandelte, Gottes Wille gewesen.</div><div><br></div><div>Politische Gewalt wird auch damit gerechtfertigt, dass es im politischen Bereich nicht um Friedenslösungen gehe, sondern um einen starken Staat und eine schlagkräftige Armee. Frieden sei etwas für den privaten Bereich, aber für die Weltgeschichte gelte nach Gottes Willen keine andere Sprache als die der Macht und Gewalt.</div><div><br></div><div>Viele dieser Ansichten werden auch von evangelikalen Christen in Deutschland vertreten. &nbsp;Einseitig werden israelische Interessen verfolgt, ebenso einseitig wird nur die Gewalt der Hamas und anderer Gruppen angeprangert – die gängige politische Polarisierung, die nur Freund und Feind, Gute und Böse kennt. Gutes und Böses werden dabei nur auf jeweils einer Seite gesehen, anstatt die Gewalt und den Hass auf beiden Seiten zu verurteilen. Wenn Israel Gewalt anwende, so wird gesagt, dann sei das alternativlos.</div><div><br></div><div>Zuweilen wird das dadurch erzeugte Leid zwar bedauert, aber sogleich hinzugefügt, dass Israel keine andere Möglichkeit habe, als auch unschuldigen Menschen Leid zuzufügen. Hamasführer werden mit dem Teufel gleichgesetzt, ihnen wird also das Menschsein abgesprochen. Folglich braucht man sich über Gottes Barmherzigkeit mit von ihm abgefallenen Menschen keine Gedanken mehr zu machen. Im Zeichen angeblich bibeltreuer Frömmigkeit wird Gewalt verherrlicht und Hass verbreitet, ohne die gänzlich anders geartete Friedensbotschaft Jesu auch nur ansatzweise zu bedenken.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Theologische Einordnung des christlichen Zionismus</div><div><br></div><div>Ich finde es erschreckend, wie im christlichen Zionismus christlicher Glaube von politischer Ideologie überdeckt und vereinnahmt wird und welches Leid daraus entsteht. Ich möchte deshalb anhand der folgenden vier Kritikpunkte zeigen, dass der christliche Zionismus in der Form, wie ich ihn beschrieben habe, biblisch und theologisch äußerst fragwürdig ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Bibelverständnis</div><div><br></div><div>Der christliche Zionismus wirft einen unhistorischen Blick auf die Bibel und tut so, als wäre sie heute entstanden und würde uns die gegenwärtige Weltlage erklären und die unmittelbare Zukunft voraussagen. Die biblischen Schriften werden ihrem zeitgeschichtlichen Horizont entnommen und in unseren gegenwärtigen Horizont versetzt. Das hat beim Lesen der Bibel den Vorteil, dass die biblischen Aussagen unmittelbar einleuchtend erscheinen und vorgeblich ein Schlüssel gefunden ist, der uns die gegenwärtige Geschichte verstehen lässt.</div><div><br></div><div>So kann man zum Beispiel das Tier, von dem in Offenbarung 13,14 gesagt wird, dass es zu den Bewohnern der Erde spricht, auf das Radio, Fernsehen und Internet beziehen. Eine historische Auslegung hingegen stellt den biblischen Text in die geschichtlichen Entwicklungen hinein, in denen er entstanden ist. Das Tier symbolisiert dann die religiöse Propaganda im römischen Weltreich, die zur Verehrung des Kaisers als Gott aufrief. Und die Gegenwartsbedeutung einer solchen Aussage besteht darin, dass keiner politischen Institution göttliche Würde zukommt und keine wie immer geartete weltliche Herrschaft absolute Gefolgschaft beanspruchen darf. Eine Reduzierung der Textbedeutung auf Radio, Fernsehen und Internet ist nicht nur vollkommen unhistorisch, sondern wird auch dem Anliegen des Textes nicht gerecht.</div><div><br></div><div>Die biblischen Schriften haben zuerst in ihre jeweilige Zeit hinein gesprochen und sind nicht zuerst für uns im 21. Jahrhundert geschrieben. Der Verfasser der Johannnesoffenbarung hat von Radio, Fernsehen und Internet nichts gewusst. Die Propheten des Alten Testaments haben keinen Ton gesagt über weltgeschichtliche Ereignisse und Entwicklungen wie die Entstehung des Islam, die Reformation, die Aufklärung, die Industrialisierung, die beiden Weltkriege und den Nahostkonflikt. Sie haben von alldem offenbar nichts gewusst.</div><div><br></div><div>Im Neuen Testament wird festgehalten, dass in Jesus Christus alle Verheißungen des Alten Testaments erfüllt sind (2Kor 1,19f). Es ist daher unnötig, nach der Erfüllung alttestamentlicher apokalyptischer Verheißungen in der jeweiligen Gegenwart zu suchen.</div><div><br></div><div>Abzulehnen ist deshalb die Aussage, man lebe in der Endzeit, und das Ende sei nah. Diese Aussage ist in der Kirchengeschichte schon unzählige Male getroffen worden, ohne dass das angeblich nahe Ende eingetreten ist. Wir können davon ausgehen, dass mit dem Kommen Jesu Christi eine Zeitenwende eingetreten ist und die Endzeit begonnen hat. Doch wie lange sie dauert und wann das Ende tatsächlich kommt, ist uns nach Jesu Wort verborgen (Mk 13,31f).</div><div><br></div><div>Hinzu kommt, dass die christliche Apokalyptik eine Trostlehre in einer Zeit war, in der man unter der Weltmacht Rom litt und ein christliches Martyrium nicht ausgeschlossen war. Die Apokalyptik wollte also keine Endzeitereignisse voraussagen. Sie wollte nicht dazu führen, dass man sich resigniert oder scheinbar gottergeben mit den gottlosen Gegebenheiten der Welt abfindet, sondern dass man vom endgültigen Sieg Christi über die gottlosen Weltmächte her diesen Mächten Widerstand entgegenbringt. Sie wollte sagen, dass die in der Welt Gerichteten im Reich Christi richten, die hier Gestorbenen dort leben und die jetzt Unterlegenen einst herrschen werden. Das tausendjährige Reich Christi galt als göttliches Gegenbild zum gottlosen Rom. Es war eine Märtyrerhoffnung und nicht die Vision einer jüdischen oder christlichen Weltherrschaft.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Biblische Landverheißungen</div><div><br></div><div>Wie bereits deutlich geworden ist, beruft sich der christliche Zionismus auf die alttestamentlichen Verheißungen Gottes, die Israel ein eigenes Land zusagen. Im Neuen Testament spielen das Land und die Landverheißung an Israel keine hervorgehobene Rolle. <span class="fs14lh1-5">Aus dem Alten Testament kann man zum Beispiel folgende Bibeltexte anführen:</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">All das Land, das du [Abram] siehst, will ich dir und deinen Nachkommen geben für alle Zeit und will deine Nachkommen machen wie den Staub auf Erden.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(1Mo/Gen 13,15f)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">An dem Tage schloss der Herr einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich dies Land von dem Strom Ägyptens an bis an den großen Strom, den Euphrat.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(1Mo/Gen 15,18)</span></i></div><div><br></div><div>Die erste Verheißung ist sehr allgemein gehalten, und die Grenzen des Landes werden nicht genannt. Die zweite Verheißung verortet das Land Israels vom Nil bis an den Euphrat. Eine solche Ausdehnung hat der Staat Israel nie gehabt. Andere Bibelstellen geben andere Grenzen des Landes an. Es lässt sich also festhalten, dass die Größe des Landes Israel in der Bibel unterschiedlich bestimmt wird und die Aussage, das ganze Land gehöre Israel, deshalb ungenau ist. Feste Grenzen des Israel zustehenden Landes lassen sich biblisch nicht begründen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">c) Gottesverständnis</div><div><br></div><div>Wie schon angedeutet, führt die Vorstellung von einem nach strengen Vorgaben ablaufenden Geschichtsplan dazu, Voraussetzungen zu schaffen, die erfüllt sein müssen, damit Jesus wiederkommen kann. Solange demnach bestimmte geschichtliche Ereignisse nicht eingetroffen sind, kann Gott sein Heilswerk nicht vollenden. Darum muss alles nach einem festgelegten Plan ablaufen, den man für göttlich hält. Gott wird dadurch in ein System gepresst und verliert seine Handlungsfreiheit. Es ist ihm auch nicht möglich, ein beschlossenes Unheil zu bereuen und stattdessen Heil zu gewähren, wie es mehrfach im Alten Testament berichtet wird (z.B. Jon 3,10; siehe hierzu den Artikel <span class="fs14lh1-5"><span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?jona---ein-prophet-zweifelt-an-gottes-gerechtigkeit" class="imCssLink">Ein Prophet zweifelt an Gottes Gerechtigkeit</a></span>).</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">d) Ethik </div><div><br></div><div>Im christlichen Zionismus wird behauptet, im politischen Bereich müsse Gott irdische Macht erringen und Gewalt anwenden, um sich durchzusetzen. Ein friedliches Miteinander gebe es zwar im Privatbereich, nicht aber in der Politik. Das ist ein vereinfachtes Verständnis von Martin Luthers sogenannter Zwei-Reiche-Lehre (siehe dazu den Artikel <span class="fs14lh1-5"><span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?martin-luthers-zwei-reiche-lehre" class="imCssLink">Martin Luthers Zwei-Reiche-Lehre</a></span>).</span><br></div><div><br></div><div>Diese Lehre Luthers ist in der evangelischen Theologie umstritten. Denn wenn sie verallgemeinert und absolut gesetzt wird, führt sie leicht zu politischer Lieblosigkeit. Diese kann sich in einer Gleichgültigkeit gegenüber dem durch Macht und Gewalt bewirkten Leid zeigen. Denn wenn man Macht und Gewalt in jeder Form als gottgegeben hinnimmt, lässt man sich nicht berühren von dem durch sie verursachten Leid und leistet auch keinen Widerstand gegen unnötig verursachtes Leid.</div><div><br></div><div>Gott will aber nicht nur unser Privatleben, sondern unser ganzes Leben bestimmen. In allen Lebensbereichen sollen wir Jesus nachfolgen. Darum sagte Jesus (Mt 22,37):</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>ganzen</b> Herzen und mit deiner </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>ganzen </b>Seele und mit deinem </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>ganzen </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Denken.</span></span></i></div><div><br></div><div>Nicht nur ein Teil unseres Lebens soll unsere Liebe zu Gott zum Ausdruck bringen, sondern unser ganzes Leben in allen seinen Dimensionen: unser Fühlen und Wollen (Herz), unsere ganze kreatürliche Lebenskraft (Seele) und unsere Rationalität (Denken)<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span>. Die politische Dimension ist davon nicht ausgenommen. Und darum gilt auch in der politischen Dimension das Gebot der Nächstenliebe, das Jesus dem der Gottesliebe gleichgestellt hat (Mt 22,39):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn von der Nächstenliebe – bewusst oder unbewusst – abgesehen wird, droht im politischen Denken und Handeln die Ideologie das Regiment zu übernehmen. Es herrscht dann ein Freund-Feind-Denken vor mit der daraus resultierenden verheerenden Polarisierung von guten und bösen Menschen. Darum wird der Böse gern mit dem Antichrist oder dem Teufel gleichgesetzt, der natürlich nichts Gutes an sich haben kann.</div><div><br></div><div>Eine solche Polarisierung erlaubt zum einen eine einfache Positionierung, weil ja immer klar ist, wer der Gute und wer der Böse ist. Sie erlaubt zum anderen, sich selbst zu den Guten zu zählen, weil man ja davon überzeugt ist, auf der Seite des eindeutig Guten zu stehen. Dass beide Seiten Böses tun, aber auch Potentiale des Guten in sich tragen, dass Gott auch dem Bösen gnädig sein und ihn zum Guten bewegen kann und dass der Böse bei aller Verwerflichkeit seines Handelns ein geliebtes Geschöpf Gottes bleibt und niemals zum Teufel wird, kommt nicht in den Blick.</div><div><br></div><div>Daraus entsteht eine unbarmherzige Alternativlosigkeit: Man wähnt sich auf der Seite des Guten, der, auch wenn er brutale Gewalt anwendet, der Gute bleibt und immer bleiben wird. Seine Gewalt wird gerechtfertigt, weil sie vielleicht zwar bedauerlich, aber angeblich alternativlos sei. Das ist keine christliche Nächstenliebe, sondern christlich verbrämte Ideologie. Denn Jesus wusste nichts von alternativloser Gewaltanwendung. Er predigte und lebte im Gegenteil konsequente Gewaltvermeidung – so konsequent, dass er selbst lieber Gewalt hinnahm als anderen Gewalt zuzufügen und gerade darin die alttestamentlichen Schriften erfüllt sah (Mt 26,51-54).</div><div><br></div><div>Die scharfe Trennung und Polarisierung zwischen Guten und Bösen widerspricht zudem Jesu Wort vom Splitter und Balken (Mt 7,3-5):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, des Balkens jedoch in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, in deinem Auge ist der Balken? Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann magst du zusehen, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dieses Wort macht zunächst deutlich, dass jeder Mensch Anteile des Bösen in sich trägt. Es weist sodann darauf hin, dass wir das Böse beim anderen immer stärker wahrnehmen als bei uns selbst. Schließlich ermahnt es uns, soweit wie möglich zuerst das Böse bei uns selbst zu beseitigen und erst dann zur Beseitigung des Bösen beim anderen beizutragen. Die Gut-Böse-Polarisierung zwischen Israel und den Palästinensern, bei der christliche Zionisten das Gute gern allein bei Israel und bei sich selbst verorten, wird all dem nicht gerecht.</div><div><br></div><div>So wird dem christlichen Zionismus auch vorgeworfen, dass er Juden und Araber nicht als gleichberechtigte Menschen betrachte. Es sei ungerecht, einer Menschengruppe alles Recht auf ein Land zuzusprechen und einer anderen dieses Recht vollends zu verweigern. Der christliche Zionismus sei deshalb friedensunfähig und vertrete eine extrem rassistisch einseitige Position.</div><div><br></div><div>Ein weiterer Kritikpunkt lautet, dass der christliche Zionismus auch dem Volk Israel nicht gerecht werde. Denn die Förderung Israels diene nur dem Ziel, die Endzeitereignisse herbeizuführen. Das Volk Israel und seine Geschichte hätten dabei keinen Eigenwert. Das irdische Jerusalem werde instrumentalisiert, weil es lediglich dazu diene, das himmlische Jerusalem zu ermöglichen.</div><div><br></div><div>So zieht eine Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland folgendes Resümee<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">– Judentum und Staat Israel sind für den "christlichen Zionismus" nur Instrumente zur Herbeiführung eschatologischer Geschehnisse. Dem Judentum wird kein eigener Wert zugestanden. Das Recht einer jüdischen Existenz in der Diaspora wird bestritten. Dies ist im Kern judenfeindlich [...].</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">– Nach dem "christlichen Zionismus" haben Nichtjuden kein Lebensrecht im Land Israel oder dürfen nur als land- und rechtlose Beisassen dort wohnen. Das verletzt den biblischen Wert der Gerechtigkeit und grundlegende Menschenrechte.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">– Damit negiert der "christliche Zionismus" auch das Existenzrecht der Kirchen in dieser Region und ist nicht ökumenisch und geschwisterlich.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">– Die Lehren und die Praxis des "christlichen Zionismus" wirken konfliktverschärfend und widersprechen der biblischen Botschaft von Versöhnung und Feindesliebe.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das mag nicht das Anliegen aller christlichen Zionisten sein. Es sollten sich aber alle christlichen Zionisten die Frage stellen, ob ihre Sicht wirklich der biblischen Botschaft entspricht, insbesondere den alttestamentlichen Landverheißungen und der Ethik Jesu. Und sie sollten sich fragen, ob ihre Sicht der Dinge, wenn man sie zu Ende denkt und danach handelt, nicht Konsequenzen mit sich bringt, die von ihnen nicht gewollt sind und in der Nachfolge Jesu auch nicht gewollt sein können.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Als Grundlage dieses Artikels diente mir der Podcast "Der christliche Zionismus" aus der Reihe "Das Wort und das Fleisch" mit Thorsten Dietz und Martin Christian Hünerhoff: https://wort-und-fleisch.de/der-christliche-zionismus/. Zu diesem Podcast von mehr als zwei Stunden Länge habe ich noch die genannten weiteren Quellen hinzugezogen.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Siehe http://www.payer.de/fundamentalismus/fundamentalismus063.htm. Dort zitiert nach: Malise Ruthen: Der göttliche Supermarkt. Auf der Suche nach der Seele Amerikas. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1991. S. 327.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Siehe Walter Klaiber: Das Matthäusevangelium. Teilband 2: Mt 16,21-28,20. Neukirchener Verlagsgesellschaft. Neukirchen-Vluyn 2015. S. 131.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Siehe Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (Hg.): Gelobtes Land? Land und Staat Israel in der Diskussion. Eine Orientierungshilfe. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2012. S. 84f. Download als PDF unter https://www.ekd.de/Fussnoten-647.htm.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Weitere verwendete Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/John_Nelson_Darby</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Brüderbewegung</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Scofield-Bibel</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Dispensationalismus</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Boyer, Paul S.: Chiliasmus. IV. Nordamerika. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. &nbsp;Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Hg. von Hans Dieter Betz u.a. Bd. 2. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl. Tübingen 1999. Sp. 140f.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Callahan, James P.: Darby, John Nelson. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Bd. 2 (siehe oben). Sp. 579.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Callahan, James P.: Darbysten (Plymouthbrüder). In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Bd. 2 (siehe oben). Sp. 579-581.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Klauck, Hans-Josef: Antichrist. I. Neues Testament. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Hg. von Hans Dieter Betz u.a. Bd. 1. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl. Tübingen 1998. Sp. 531f.</span></li><li><span class="fs11lh1-15">Roloff, Jürgen: Die Offenbarung des Johannes. Zürcher Bibelkommentare. Theologischer Verlag Zürich. 2. Aufl., Zürich 1987.</span></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: wal_172619 auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 25 Sep 2024 09:44:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was macht Jesus in unseren Jeans?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000025B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was macht Jesus in unseren Jeans?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie ich einen Vortrag über Gottes Gegenwart erlebte</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/09/2024</span></div><div><br></div><div>Es gibt schon merkwürdige Christen unter der Sonne. Einer von ihnen war Dieter. Er war ein herzensguter Mensch, aber eben etwas schräg. Dieter war immer etwas schlaksig gekleidet und hatte nach meiner Erinnerung eine leicht gebückte Haltung – vielleicht Ausdruck christlicher Demut? Ich weiß es nicht. Jedenfalls gab es Dieter nur im Doppelpack mit seiner Frau. Er war im Hotelfach tätig gewesen, und beide hatten viele Jahre in den USA gelebt. Von dort hatte er neben guten Englischkenntnissen eine ordentliche Portion christlichen US-Fundamentalismus mitgebracht. Das gab seiner Theologie einen leicht schrägen Touch. Aber darüber später mehr.</div><div><br></div><div>Soweit ich mich erinnere, hatte Dieter keine theologische Ausbildung. Er war sozusagen Selfmade- und Freilufttheologe. Aber das muss beileibe kein Makel sein, wenn man sich die Theologie manches studierten Theologen anschaut. Jedenfalls prädestinierte ihn sein gutes Englisch für eine ganz bestimmte Aufgabe.</div><div><br></div><div>Denn Dieter leitete zusammen mit Fred, einem weitgereisten Geschäftsmann aus der Aluminiumbranche, eine englische Bibelstunde in Göttingen, genannt <span class="fs14lh1-5"><i>English Bible Study</i></span>. Englisch deshalb, weil in der Universitätsstadt viele Studierende und Wissenschaftler aus dem Ausland lebten, denen Englisch näher lag als Deutsch. Die <span class="fs14lh1-5"><i>English Bible Study</i></span>-Gruppe war aber nicht nur für Ausländer, sondern für alle, die den Hals nicht voll genug von Englisch kriegen konnten. Und tatsächlich klingt manches Bibelwort in Englisch überraschend neu, das in Deutsch für uns schon einen langen Bart hat. </div><div><br></div><div>Meine Frau und mich hatte es damals in den Raum Göttingen verschlagen. Wir besuchten regelmäßig die Gottesdienste einer Baptistengemeinde und genossen die dort herrschende Gemeinschaft, die es in unserer landeskirchlichen Dorfgemeinde mit ihren maximal 15 vorwiegend weiblichen Gottesdienstbesuchern ab 70 Jahren nicht gab. Außerdem fanden wir die Meinung des freundlichen Dorfpfarrers, jeder Säugling sei bei seiner Taufe Christ geworden, etwas – positiv gesagt: verträumt romantisch, negativ gesagt: reichlich schräg. Siehe oben die Bemerkung zu manchen studierten Theologen.</div><div><br></div><div>In der Göttinger Baptistengemeinde blühte im Gegensatz zu unserer Dorfgemeinde das Leben mit jungen und alten Pflanzen in bunter Vielfalt. In den Räumen dieser Gemeinde traf sich auch die Gruppe <span class="fs14lh1-5"><i>English Bible Study</i></span>. Meine Frau war sofort begeistert: Sie als Naturwissenschaftlerin, die schon zweieinhalb Jahre in Indien gearbeitet hatte und sich gern mit Asiaten unterhielt, hatte mit Englisch überhaupt kein Problem – ganz im Unterschied zu mir.</div><div><br></div><div>Als Pfarrer braucht man zwar Bibelhebräisch, Altgriechisch und Latein, aber kein Englisch. Vielleicht kommt die Kirche auch deshalb oft mit einem jahrhundertealten Gesicht daher, in dem alles Moderne keinen Platz hat. Jedenfalls war es mit meinem Englisch nicht zum Besten bestellt, das normale Schulenglisch eben, aber das war auch schon ein paar Jahrzehnte her. Doch für das Nötigste reichte es noch. Ich hatte schließlich Bob Dylan und die Beatles rauf und runter gehört und ihre Stücke sogar auf der Gitarre gespielt. Das war mein Englisch-Förderunterricht. Und weil meine Frau so begeistert vom <span class="fs14lh1-5"><i>English Bible Study</i></span> war, dachte ich: Vielleicht hilft die Gruppe ja, mein Schulenglisch mal wieder aufzufrischen. Und nebenbei lerne ich noch ein paar interessante Leute aus dem Ausland kennen.</div><div><br></div><div>So war es dann auch: Im <span class="fs14lh1-5"><i>English Bible Study</i></span> wurde mein ergrautes Schulenglisch zu neuem Leben erweckt, und einige Begegnungen mit ausländischen Studierenden habe ich bis heute nicht vergessen. Es ist eben doch viel spannender, mal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, als sich ständig nur unter Einheimischen zu bewegen. Nichts gegen Deutschland und die Deutschen, aber im Ausland gibt es tatsächlich auch interessante Menschen mit gar nicht so dummen Einstellungen.</div><div><br></div><div>Zum <span class="fs14lh1-5"><i>English Bible Study</i></span> kamen regelmäßig circa 15 bis 20 Personen: Studierende, Wissenschaftler, Ausländer, die sich keinen schöneren Ort auf der Welt als Göttingen für ihr Leben vorstellen konnten, oder solche wie meine Frau und ich, die irgendwie mehr oder weniger zufällig dort gelandet waren. Göttingen ist übrigens wirklich schön. Aber das nur nebenbei. Zu Beginn jedes Abends wurde im <span class="fs14lh1-5"><i>Bible Study</i></span> ein Vortrag über einen Bibeltext gehalten, und danach gab es die Möglichkeit zum Gespräch – natürlich alles auf Englisch.</div><div><br></div><div>Ehrlich gesagt erinnere ich mich an keinen Vortrag mehr – bis auf einen. Obwohl, das ist zu viel gesagt: Ich erinnere mich nicht an den Vortrag, sondern nur an einen Satz aus dem Vortrag. Und dieser Satz kam von Dieter.</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht mehr, um welchen Bibeltext es ging. Ich weiß auch nicht mehr, was das Thema von Dieters Vortrag war. Ich weiß nur noch, dass Dieter immer und immer wieder in verschiedenen Variationen diesen Satz sagte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">You have Jesus in your jeans.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Satz schlug voll bei mir ein. In meinem Gehirn ratterte es sofort los: Was meint Dieter mit diesem Satz? Zuerst beruhigte ich mich noch: Hör einfach weiter zu, die Erklärung wird schon noch kommen.</div><div><br></div><div>Aber die Erklärung kam nicht. Stattdessen kam:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jesus is in your jeans.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich streckte meine Beine aus und blickte auf meine Jeans. Darin ließ sich ja manches finden, aber kein Jesus. Allerdings hatte ich ihn dort auch noch nicht gesucht. War das ein Fehler? Viel Platz war aber in der Jeans nicht. Für zwei reichte die Hose nicht. Und auch in die Hosentaschen passte nur ein geschrumpfter Jesus. Also musste Dieter den Satz anders meinen. Wahrscheinlich metaphorisch. Das war offensichtlich die Lösung: Dieter meinte es nicht wörtlich, sondern im übertragenen Sinn.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">You have Jesus in your jeans</span></i></span><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">!</span></i></span></div><div><br></div><div>rief Dieter betont eindringlich. Ich merkte, wie wichtig ihm das war. Also fragte ich mich, was er mit diesem Bild sagen wollte. Wollte er die große Nähe Jesu zu mir ausdrücken? So nah, dass er, bildlich gesprochen, in meinen Jeans steckt – ganz nah an mir dran?</div><div><br></div><div>Zufrieden war ich mit dieser Erklärung nicht. Gab es noch andere Möglichkeiten, den Satz zu verstehen? Ich versuchte, dem Vortrag zu folgen, aber es ging nicht mehr. Alle meine Gedanken kreisten um diesen einen Satz. Und so ratterte es in meinem Gehirn weiter.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jesus is in your jeans!</span></i></span></div><div><br></div><div>tönte es von Dieter her und unterbrach all meine weitreichenden Überlegungen. Ich ging meine gesamten Bibelkenntnisse durch, konnte mich aber an keine Bibelstelle erinnern, die Jesus in einer Hose, einem Rock oder einem antiken Obergewand verortete. Auch aus der Dogmengeschichte war mir nichts bekannt, was den Satz von Jesus in unseren Hosen rechtfertigen könnte.</div><div><br></div><div>Langsam ließen meine geistigen Kräfte nach, und ich versuchte mich zu entspannen. Na gut, dachte ich schließlich, das ist eben Dieter mit seiner leicht schrägen Theologie. Wahrscheinlich ist das Bild von der Jeans total schief, aber das passt ja irgendwie zu ihm. Ich bleibe mal bei der Deutung: Jesus ist mir nah. Das ist es, was Dieter meint. Im Sinne von Matthäi am Letzten: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" (Mt 28,20).</div><div><br></div><div>Aber was macht Jesus in meinen Jeans – sorry, in meiner Nähe? So ganz nah an meinem leiblichen Leben. Ich konnte einfach nicht aufhören, über den Satz zu philosophieren.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jesus is in your jeans!</span></i></span></div><div><br></div><div>dröhnte es immer lauter in meine Ohren. Ich gebe zu: Ich bin ein Grübler. Ich grüble so lange über eine Sache nach, bis ich eine befriedigende Lösung gefunden habe. Oder gefunden zu haben meine. Also ging das Grübeln weiter, während Dieter irgendwelche englischen Erklärungen abgab, die ich schon längst nicht mehr verfolgte.</div><div><br></div><div>Der Vortrag näherte sich dem Ende, und ich hatte noch immer keine wirklich befriedigende Antwort darauf, warum Dieter Jesus in meiner Jeans verortete. "Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen" (Mt 3,2) könnte noch ein passender Bibelspruch sein. Bis in meine Jeans ist das Himmelreich gekommen. Aber warum in die Jeans? Warum nicht ins Hemd oder T-Shirt? Warum redet Dieter immer von meiner Hose??</div><div><br></div><div>Doch dann kam ein Moment der Erleuchtung über mich. Es war wie eine Offenbarung. Mit einem Mal hörte ich denselben Satz ganz anders:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">You have Jesus in your genes!</span></i></span></div><div><br></div><div>In meinem gemarterten Gehirn wurde es leuchtend hell <span class="fs14lh1-5">– und zugleich peinlich dunkel. Wie konnte ich das nur überhört haben!? Nicht von Hosen war die Rede, sondern von Genen. Beide Wörter werden im Englischen gleich ausgesprochen. Es ging um die </span><span class="fs14lh1-5"><i>genes </i></span><span class="fs14lh1-5">– die Gene! Wir haben Jesus in unseren Genen, wollte Dieter sagen.</span><br></div><div><br></div><div>Die Erleuchtung kam spät, aber sie kam. Das Problem war damit entschärft, aber nicht gelöst. Jesus in unseren Genen? Was sollte das nun wieder heißen? Jesus ist in unseren natürlichen Erbanlagen? Ist er dann vererbbar? Steuert er unsere Anlagen? Ist Jesus Bestandteil der Genetik?</div><div><br></div><div>Ich war zwar erleichtert, mir Jesus nicht mehr in meiner Jeans vorstellen zu müssen, aber ihn in meinen Genen zu denken, war auch keine leichte Aufgabe.</div><div><br></div><div>Natürlich fallen mir sofort biblische Sätze wie diese ein:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich lebe. Aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Gal 2,20a)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Siehe, das Reich Gottes ist inwendig in euch.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Lk 17,21b)</span></i></div><div><br></div><div>Der letzte Satz lässt zwei Übersetzungen zu: Das Reich Gottes ist "inwendig in euch" oder "mitten unter euch". Ich tendiere zur zweiten Übersetzung. Aber auch die erste ist nicht falsch.</div><div><br></div><div>Das ist ein Wunder, das wir als Christinnen und Christen in aller Regel gar nicht wahrnehmen: Das Göttliche ist in uns, treibt uns von innen her an. Christus ist in uns gegenwärtig, er lebt und wirkt in uns. Wir leben unser Leben, aber die treibende Kraft unseres Lebens ist Christus selbst, die Kraft seines göttlichen Geistes. Insofern werden wir gelebt, aber zugleich ist es nichts uns Fremdes, was uns antreibt, sondern unser grundlegend erneuertes, radikal verändertes Ich. Unser Ich treibt uns ab, aber es ist ein neues Ich. Es wird uns nichts aufgezwungen, sondern das, was wir sind, wird einer radikalen Verwandlung unterzogen, die alle unsere Gefühle, Empfindungen und Gedanken betrifft. Wir werden neu und führen ein neues Leben, weil Christus in uns lebt.</div><div><br></div><div>Es ist natürlich ein Skandal, dass wir das nicht wahrnehmen. Stattdessen halten wir uns in unserem christlichen Größenwahn für Menschen, die sich selbst verwandeln, die sich aus eigener Kraft für den richtigen Weg entschieden haben, die sich grundlegend selbst erneuern. Als könnten wir das! Als könnten wir den "alten Adam" in uns selbst besiegen und bedürften dazu nicht eines anderen, der eben kein "alter Adam" ist. Wir wollen uns am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen! Das ist der christliche Größenwahn.</div><div><br></div><div>Ein wenig mehr gebückte Haltung, also christliche Demut, täte uns deshalb ganz gut. Nein, wir müssen nicht in Sack und Asche gehen, wir müssen nicht vor lauter Demut vor allen anderen einen Bückling machen. Es geht einfach darum anzuerkennen, dass wir auf Gottes Gnade und ihre wirksame Kraft angewiesen sind, weil wir aus eigenem Vermögen nichts zustande bringen. "An Gottes Segen ist alles gelegen" – aber auch wirklich alles. Oder, wie Martin Luther formulierte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann;</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten;</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Erklärung zum 3. Glaubensartikel im Kleinen Katechismus)</span></i></div><div><br></div><div>Luther wusste darum, dass unser Glaube und darum auch unsere aus dem Glauben erwachsenden Taten durch den heiligen Geist, also durch Gott selbst, gewirkt werden. Wir können uns diesem Wirken zwar widersetzen und es damit unwirksam machen. Aber wir können dieses Wirken nicht selber produzieren.</div><div><br></div><div>Vielleicht wusste auch Dieter darum. Er hat es auf seine Art ausgedrückt. Dass Jesus in unseren Genen sitzt, ist natürlich ein schräger Gedanke. Aber so war Dieter eben. Wir haben Jesus nicht als einen biologischen Bestandteil unseres Körpers. Jesus wird uns nicht vererbt, und wir vererben ihn nicht weiter. Er ist nicht in unsere Gene eingeschlossen. Wir besitzen ihn nicht, so wie wir unsere Gene besitzen. Jesus ist vielmehr frei darin, uns zu verwandeln oder nicht. Er kann sich uns auch entziehen. Aber wenn er in uns gegenwärtig ist, dann verwandelt er uns mit Leib und Seele. Ein neuer Mensch entsteht – wenn wir diese Neugeburt zulassen (2Kor 5,17; Gal 6,15; Joh 3,3-8).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">You have Jesus in your genes.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich gestehe, dass ich während Dieters Vortrag früher auf den Gedanken hätte kommen können, dass er von den Genen spricht. Meine Frau ist Biologin. Sie hat diesen Satz selbstverständlich von Anfang an verstanden und musste sich erst mal ausschütten, als ich ihr erzählte, wie ich ihn verstanden hatte. Sie wäre nie auf die Idee gekommen, an Hosen zu denken. Gene gehörten eben zu ihrem täglichen beruflichen Geschäft. Also verstand sie sofort, dass Dieter von Genen sprach.</div><div><br></div><div>Mir dagegen war die Hose allemal näher, als es irgendwelche Gene waren. Die Hose musste ich schließlich morgens an- und abends ausziehen. Mit Genen hingegen hatte ich nichts zu tun. Ich weiß zwar, dass es sie gibt und dass ich sie habe, aber sie waren jenseits meiner täglichen Gedanken und Taten. Darum dachte ich bei Dieters Vortrag an Hosen. Tut mir wirklich leid, Dieter!</div><div><br></div><div>Dieters Gedanke, wenn ich ihn jetzt richtig verstehe, hat aber sein gutes Recht. Wir sollten ihn uns öfter in Erinnerung rufen. Wir tragen Jesus zwar nicht in unseren Genen mit uns herum, aber wir haben ihn auch nicht nur als einen Kumpel neben uns. Jesus ist auch in uns am Werk. Und das ist wichtig, denn ohne ihn können wir nichts tun – jedenfalls nicht in geistlicher Hinsicht (Joh 15,5b). Das hat Jesus selbst gesagt. Und daran erinnert mich mein Erlebnis in Göttingen. Dieter sei's gedankt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: PublicDomainPictures auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 16 Sep 2024 10:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wie wahrscheinlich ist es, dass Gott existiert?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000025A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wie wahrscheinlich ist es, dass Gott existiert?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/09/2024</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Hier in meinen Beiträgen ist ja wirklich viel von Gott die Rede. So, als wäre es selbstverständlich, dass es ihn gibt. Ich habe auch wirklich die Gewissheit in mir, dass es ihn gibt. Ich weiß nicht, warum ich diese Gewissheit habe; sie ist einfach da. Aber das ist nicht bei allen Menschen so. Manche haben Zweifel an der Existenz Gottes, und die kann man ja auch wirklich haben. Andere sind sich ganz sicher, dass es keinen Gott gibt.</span><br></div><div><br></div><div>Ich möchte dazu einen Gedanken mit euch teilen, der mir am Milchsee gekommen ist. Der Milchsee ist ein kleiner See nahe Hachenburg im Westerwald. Man kann ihn in etwa 10 Minuten bequem umrunden. Und das Besondere des Milchsees ist, dass sein Wasser tatsächlich eine trübe, milchige Konsistenz hat. Man kann das auch auf dem Foto oben sehen.</div><div><br></div><div>Diese Konsistenz <span class="fs14lh1-5">kommt <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaolin" target="_blank" class="imCssLink">vom Kaolin her, auch weiße Tonerde genannt. Das ist ein weißes Gestein</a></span>, das in der Nähe des Milchsees abgebaut wird und das auch am Grund des Milchsees vorkommt.</span><br></div><div><br></div><div>Im Milchsee gibt es Fische, wie man hier sieht.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-3" src="https://christseinverstehen.de/images/Fische-im-Milchsee-Ausschnitt-2.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Die Fische kennen nur ihren milchigen See. Dort spielt sich ihr ganzes Leben ab, dort machen sie ihre Erfahrungen. Sie gehen davon aus, dass ihr See der einzige Lebensraum ist, den es gibt. Vielleicht wundern sie sich manchmal über die Schatten, die an ihrem See vorüberhuschen. Aber sie haben sich daran gewöhnt und ziehen daraus kaum den Schluss, dass es da oben Lebewesen gibt. Das ist für sie auch gar nicht interessant. Interessant ist für sie nur ihr eigener Lebensraum.</div><div><br></div><div>Aus unserer Sicht erscheint das als eine doch sehr eingeschränkte Denkweise. Aus der Sicht der Fische ist es aber selbstverständlich. Und es reicht für ein gutes Leben im See aus.</div><div><br></div><div>Mir kommen die meisten Menschen manchmal ganz ähnlich vor: Sie akzeptieren als Realität nur das, was sie erfahren. Darüber hinaus könne es nichts geben, meinen sie.</div><div><br></div><div>Schon Immanuel Kant hat die Kompetenz menschlicher Vernunft auf das beschränkt, was wir erfahren. Nur das Erfahrbare, also nur die uns umgebende Welt, kann Gegenstand menschlicher Erkenntnis sein. Alles, was jenseits der Welt ist, bleibt unserer vernünftigen Erkenntnis verschlossen.</div><div><br></div><div>Weil Gott nach Kant kein Teil der Welt ist, kann er auch nicht erkannt werden. Und es kann auch keine Aussage darüber gemacht werden, ob es ihn gibt oder nicht. Die Frage, ob Gott existiert, muss vom Verstand her offen bleiben. Sie kann nur im Glauben beantwortet werden.</div><div><br></div><div>Obwohl die Gottesfrage vom Verstand her nicht zu beantworten ist, hielt Kant doch an einer "Idee" von Gott fest. Er meinte, wir bräuchten eine solche Idee, um ethisch verantwortlich zu handeln.</div><div><br></div><div>Eigentlich wäre es doch schön, wenn wir unseren Blick weiten könnten über unseren engen Lebensraum hinaus; nicht nur in die Weiten des Universums, sondern auch noch über dieses hinaus. Wenn wir das tun, können wir zwar kein nachprüfbares Wissen von der Existenz Gottes erlangen. Aber wenn Gott uns beschenkt, können wir dennoch gewiss werden, dass es Gott gibt.</div><div><br></div><div>Jedenfalls irren sich Atheisten, wenn sie ganz selbstbewusst behaupten, objektiv gesehen könne es keinen Gott geben; man könne sich sicher sein, dass es keinen Gott gibt; an Gott zu glauben, sei unvernünftig. Es gebe 100prozentig keinen Gott.</div><div><br></div><div>Diese objektive Sicherheit gibt es nicht. Es gibt nur den subjektiven Glauben, dass es keinen Gott gibt. Denn zu beweisen ist weder die Existenz noch die Nichtexistenz Gottes.</div><div><br></div><div>Agnostiker bekennen sich, anders als Atheisten, zu ihrer Unsicherheit. Sie sagen: Wir wissen es nicht, ob es einen Gott gibt: Es kann sein, es kann aber auch nicht sein. Die Möglichkeit ist 50 zu 50. Sie haben mit ihrer Unsicherheit recht gegenüber den Atheisten, die meinen, man könne sich in dieser Frage sicher sein.</div><div><br></div><div>Wenn man also keine Gewissheit über die Existenz Gottes hat, kann man vernünftigerweise bestenfalls Agnostiker sein, aber nicht Atheist.</div><div><br></div><div>Die Fische im Milchsee leben in ihrem trüben, milchigen Wasser. Sie kennen keine andere Welt. Sie wissen nichts von unserem Planeten und schon gar nichts vom Universum. Ihre Erkenntnis ist auf ihren kleinen See beschränkt.</div><div><br></div><div>Ist es nicht bei uns ganz ähnlich? Unsere Erkenntnisse sind auf unseren Planeten und einen winzigen Teil des Universums beschränkt. Und viele Menschen gehen wie selbstverständlich davon aus, mehr könne es nicht geben. Das ist in einer Welt, die sich von Gott weitgehend verabschiedet hat, vielleicht verständlich. Aber ist es nicht zugleich auch eine ziemlich eingeschränkte Sichtweise?</div><div><br></div><div>Vernünftigerweise müssten wir sagen: Die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes liegt bei 50 Prozent. Im Glauben aber kann ein Mensch eine 100prozentige Gewissheit erlangen, dass Gott existiert.</div><div><br></div><div>Doch auch ohne diese Gewissheit wird man zugeben müssen: Es ist absolut nicht ausgeschlossen, dass es um uns herum eine wunderbare göttliche Welt gibt, die für uns bestimmt ist und über die wir uns einfach nur freuen können.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Fotos: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 07 Sep 2024 06:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kann ein grausamer Tod Gottes Bestimmung sein?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000259"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Kann ein grausamer Tod Gottes Bestimmung sein?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Merkwürdige Gedanken nach dem Tod einer Maus</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/08/2024</span></div><div><br></div><div>Meine Frau und ich saßen im Garten und betrachteten frustriert das Beet, in dem letztes Jahr noch so viele bunte Blumen geblüht hatten. Das Beet lag öde ohne blühende Blumen vor uns. Denn Wühlmäuse hatten die Wurzeln sämtlicher Stauden gefressen.</div><div><br></div><div>Unser Kater schien am Mäusefangen kein großes Interesse zu haben. Deshalb hatten die Mäuse ein schönes Leben bei uns. Weil wir Tierfreunde sind, regte ich an, ein paar Lebend-Mausefallen zu kaufen. Meine Frau stimmte zu.</div><div><br></div><div>Doch fast im selben Moment huschte blitzschnell eine lebendige Mausefalle neben uns über den Weg und verschwand in einem Busch. Meine Frau hatte nur zwei Schatten gesehen, so schnell ging es. Dann hörten wir ein jämmerliches Quieken. Meine Frau sah im Busch nach und entdeckte eine erlegte, noch blutende Maus.</div><div><br></div><div>Wir regten uns nicht und verhielten uns mucksmäuschenstill. Nach etwa einer Minute tauchte der Kopf eines Minimonsters aus einem Loch in der Wiese auf. Vorsichtig erkundete es die Lage nach allen Seiten. Als die Luft rein war, spurtete es über den Weg und verschwand im Busch. Alles ging so schnell, dass wir gar nicht mitbekamen, wie es wieder mit Beute in seinem Loch verschwand. Meine Frau stellte nur noch fest, dass die tote Maus aus dem Busch verschwunden war.</div><div><br></div><div>Das Minimonster erinnerte uns an einen Minimarder. Mit seinen ausgeprägten Zähnen, die er uns zeigte, sah er wirklich gefährlich aus. Wir mussten nicht lange recherchieren, um herauszufinden, dass das Minimonster tatsächlich ein Marder war, und zwar einer, der zur Art der Wiesel gehört: ein Mauswiesel nämlich – laut <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mauswiesel" target="_blank" class="imCssLink"><span class="imUl">Wikipedia</span> </a>"das kleinste Raubtier der Welt".</div><div><br></div><div>Das Mauswiesel ernährt sich gern von Wühlmäusen. Dabei dringt es in die Mäusegänge ein und lässt den Mäusen keine Chance. Unsere Maus war offensichtlich in Panik aus ihrem Gang unter den Busch geflüchtet, aber auch dort war sie dem Wiesel ausgeliefert.</div><div><br></div><div>Natürlich tat die Maus uns leid. Ich musste sofort denken: So ist das Leben in Gottes Schöpfung: fressen und gefressen werden. Das klingt absolut nicht danach, dass die Schöpfung sehr gut ist, wie es in 1 Mo/Gen 1,31 heißt.</div><div><br></div><div>Manche Christinnen und Christen argumentieren nun so, dass es das "fressen und gefressen werden" vor dem Sündenfall noch nicht gegeben habe. Tatsächlich steht in 1Mo/Gen 1,29, dass Gott allen Tieren Gras und Kraut zu fressen gegeben hat. Demnach gab es vor dem Sündenfall noch keine Raubtiere.</div><div><br></div><div>Aber warum ist das nach dem Sündenfall nicht mehr so? Die Tiere hätten doch auch danach Vegetarier bleiben können.</div><div><br></div><div>Nun kann man sagen: Die ganze Schöpfung ist von Gott abgefallen. Wir leben nicht mehr im Garten Eden (1Mo/Gen 3,24). Aber warum müssen die unschuldigen Tiere, die nicht gesündigt haben, unter der Sünde der Menschen leiden?</div><div><br></div><div>Ich habe darauf keine Antwort. Und für mich bleibt es anstößig, dass die von Gott geschaffene Natur nicht nur schön ist, sondern auch grausam.</div><div><br></div><div>Manchmal habe ich den zugegeben etwas merkwürdigen Gedanken, dass ein gefressenes Tier seine Bestimmung dadurch erfüllt, dass es einem anderen Tier zur Nahrung dient und dadurch dessen Leben ermöglicht. Aber kann es sein, dass Gott Tiere dazu bestimmt hat, dass sie gefressen werden?</div><div><br></div><div>Ich könnte mir vorstellen, dass das Leben für Gott weit mehr ist als das rein biologische Leben. Für uns gibt es nur: Entweder ist ein Lebewesen lebendig, oder es ist tot. Dazwischen gibt es nichts.</div><div><br></div><div>So einfach wurde es in biblischen Zeiten nicht gesehen. Die Menschen damals wussten, dass es den Tod auch mitten im Leben gibt. Zum Beispiel wenn ein Mensch in gestörten Beziehungen lebt oder wenn er von schwerer Krankheit geplagt wird. Natürlich auch dann, wenn die Beziehung zu Gott nicht in Ordnung ist. Ein solcher Mensch, so meinte man damals, ist zwar biologisch noch am leben – aber seelisch oder geistlich schon im Bereich des Todes (z.B. Ps 22,15f; 88; Lk 15,24; Röm 6,13; Eph 2,1; 1Tim 5,5f).</div><div><br></div><div>Tatsächlich kann es sein, dass ein Mensch sich bei bester Gesundheit wie tot fühlt – einsam, verzweifelt, ohne Perspektive. Martin Luther konnte von sich selbst sagen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mehr als eine Woche lang war ich den Toren der Hölle und des Todes nahe. Ich zitterte an allen Gliedern. Christus war mir verloren. Ich war hin- und hergeschüttelt von Verzweiflung und Gotteslästerung.</span></i></span></div><div><br></div><div>Luther beschreibt hier nicht etwa eine fiebrige Infektion mit Schüttelfrost, sondern die Verzweiflung, die ihn seelisch und körperlich erfasste, als er das Vertrauen auf Gottes Gnade verloren hatte.</div><div><br></div><div>Mit Leben und Tod ist es also nicht so einfach, wie wir moderne Menschen es uns meist machen. Man kann biologisch lebendig und zugleich seelisch oder geistlich tot sein.</div><div><br></div><div>Umgekehrt kann ein Mensch biologisch tot sein und zugleich das Leben haben (Mt 9,24; 16,25; Joh 5,25; 11,25f).</div><div><br></div><div>Wenn dem so ist, dann ist das eigentlich Furchterregende des Todes nicht seine biologische Dimension, sondern seine geistliche. Tot ist, wer ohne Gott und deshalb ohne Lebensperspektive lebt. Tot ist, wer keine Beziehung zum Ursprung und Ziel seines Lebens hat. Fürchterlich ist es, wenn ein Mensch die Bestimmung und damit den Sinn seines Lebens verfehlt.</div><div><br></div><div>Das, was dem modernen Menschen die größte Angst bereitet, nämlich dass sein biologisches Leben erlischt, wäre dann gar nicht das Schlimmste. Auch irdische Leiden wären nicht das Schlimmste. Paulus schreibt in diesem Sinne (Röm 8,18):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich meine, dass die Leiden der jetzigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich verstehe das so: Die Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll, ist das Leben nach dem Tod in der vollkommenen Gemeinschaft mit Gott und allen Lebewesen, die dann mit uns ewig leben. Dieses herrliche Leben lässt alle irdischen Leiden verblassen. Sie haben im Vergleich zu diesem Leben überhaupt keine Bedeutung mehr.</div><div><br></div><div>Man könnte daraus schließen, dass Gott folgenden Blick auf unser Leben hat: Wir sollen eine Zeit lang auf Erden leben, sollen dort unsere gute und sinnvolle Bestimmung erfüllen, sollen dann sterben und danach zum ewigen Leben auferweckt werden. Der biologische Tod ist dann nicht <span class="fs14lh1-5"><b>die</b></span> Tragödie unseres Lebens. Er ist zwar ein Abschied, aber zugleich der letzte Schritt zu unserer endgültigen Bestimmung. Wer im Glauben stirbt, müsste dann den biologischen Tod nicht fürchten.</div><div><br></div><div>Dann wäre der biologische Tod eines von Gott geschaffenen und geliebten Geschöpfs auch für Gott keine Tragödie. Wir denken ja gern: Es muss doch schlimm für Gott sein, wenn eins seiner Geschöpfe stirbt. Vielleicht ist dem gar nicht so. Und vielleicht ist es für das Geschöpf auch gar nicht so schlimm, zu sterben.</div><div><br></div><div>Um nicht missverstanden zu werden: Ich halte das biologische Leben für ein extrem hohes Gut. Es ist Gottes Gabe an uns, dass wir leben. Darum ist dieses Leben hoch zu schätzen und vor Schaden zu bewahren.</div><div><br></div><div>Ich will also keineswegs der Gleichgültigkeit gegenüber dem biologischen Leben das Wort reden. Unser irdisches biologisches Leben ist Gott wichtig und sollte deshalb auch uns wichtig &nbsp;sein. Wir sollen unser eigenes Leben und das unserer Mitgeschöpfe schützen, anstatt es zu zerstören.</div><div><br></div><div>Das biologische Leben ist also eins der höchsten Güter. Aber ein Leben, das seine göttliche Bestimmung erfüllt, könnte doch ein ebenso hohes Gut sein. Und ein biologisches Leben, das erlischt, wäre nicht so tragisch, wie wir es meist empfinden.</div><div><br></div><div>Wir müssten also zu unterscheiden lernen, welcher Tod zur göttlichen Bestimmung eines Lebewesens gehört und welcher nicht.</div><div><br></div><div>Wenn ein Kind durch einen Autounfall ums Leben kommt, ist das bestimmt nicht die göttliche Bestimmung für dieses Kind. Wenn ein Autofahrer einem Kind ausweicht und bei diesem Manöver gegen einen Baum prallt und zu Tode kommt, könnte das seine göttliche Bestimmung gewesen sein.</div><div><br></div><div>Für uns bleibt es aber immer schwierig zu erkennen, ob etwas eine göttliche Bestimmung ist oder nicht. Letztlich bleibt uns nur die christliche Hoffnung über den Tod hinaus.</div><div><br></div><div>Einfacher ist es vielleicht, wenn es um Tiere geht. Eine ihrer göttlichen Bestimmungen könnte es doch sein, ein Glied in der Nahrungskette zu sein und so anderen Tieren zum Leben zu verhelfen.</div><div><br></div><div>Etwas ganz anderes ist es, wenn die von uns Menschen gehaltenen sogenannten Nutztiere gemästet und nach der Mast getötet werden. Zuvor werden sie zudem oft noch durch eine Tierhaltung gequält, die nicht ihrer Natur entspricht. Das ist bestimmt keine göttliche Bestimmung dieser Tiere.</div><div><br></div><div>Die vom Mauswiesel getötete Maus, deren letztes Quieken wir noch hörten, tat uns wirklich leid. Eine Lebendmausefalle wäre uns lieber gewesen. Aber vielleicht hat diese Maus ja ihre der Schöpfung innewohnende Bestimmung erfüllt.</div><div><br></div><div>Ich würde es ihr auf jeden Fall gönnen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: jplenio auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 30 Aug 2024 07:08:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Turmbau zu Babel heute]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000258"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Turmbau zu Babel heute</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine biblische Gesellschaftskritik</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/07/2024</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Im Alten Testament wird eine seltsame Geschichte erzählt: Die Menschheit – "alle Welt", so heißt es – sprach ein und dieselbe Sprache und wurde sesshaft im Land Sinear, im heutigen Irak. Dort bauten die Menschen mit gebrannten Ziegelsteinen unter Verwendung von Asphalt als Mörtel eine Stadt. Die Krönung der Stadt aber sollte ein Turm sein, der bis an den Himmel reichte. Mit diesem Bauwerk wollten die Menschen sich einen Namen machen, um durch diesen Ruhm ihre Einheit zu bewahren.</div><div><br></div><div>Doch Gott "stieg herab", wird erzählt, um Stadt und Turm zu betrachten. Man beachte die feine Ironie: Gott muss vom Himmel herabsteigen, um die Stadt und den Turm, der doch bis an den Himmel reichen sollte, überhaupt sehen zu können. Und Gott sprach, offenbar entsetzt über das menschliche Treiben: "Die Menschen sind ein einziges Volk mit einer einzigen Sprache – nun wird ihnen nichts mehr unmöglich sein."</div><div><br></div><div>Um dem alles ermöglichenden Handeln der Menschen einen Riegel vorzuschieben, verwirrte Gott die Sprache der Menschen, damit sie einander nicht mehr verstehen. Infolge dieser Sprachverwirrung verlor die Menschheit ihre Einheit und zerstreute sich über die ganze Erde, so dass sie die Stadt nicht weiterbauen konnte. Der Name der Stadt aber war Babel – ein Wort, das im biblischen Hebräisch ähnlich wie das Wort "verwirren" klingt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Stadt Babylon könnte auch Peking, Moskau oder Washington heißen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Geschichte bildet den Abschluss der Erzählungen im ersten Buch der Bibel, 1. Mose bzw. Genesis Kapitel 1 bis 11. Die dort versammelten Geschichten sind nicht als historische Berichte zu verstehen. Es geht in ihnen um viel mehr: um Fundamentalaussagen über das Wesen der Menschen – aller Menschen. Was dort über das menschliche Wesen gesagt wird, gilt also auch von uns, die wir im 21. Jahrhundert leben.</div><div><br></div><div>Die Stadt Babylon, die dort genannt wird, könnte auch Peking, Moskau oder Washington heißen. Das babylonische Reich war zu biblischen Zeiten eine Weltmacht, deren Unterdrückung Israel grausam erfahren musste. Darum verlegt die Erzählung die Zerstreuung der Menschheit an diesen Ort. Denn auch das scheinbar unbezwingbare Imperium der Babylonier zerfiel, wie bislang alle Weltmächte auf Erden früher oder später untergegangen sind.</div><div><br></div><div>Die Erzählung bietet keinen optimistischen Ausblick auf die Weltgeschichte. Nachdem das erste Buch der Bibel zunächst die individuelle Dimension der Gottlosigkeit und Unmenschlichkeit ausführlich ins Auge gefasst hatte – Adam und Eva, Kain und Abel –, kommt mit der Sintflut und dem Turmbau zu Babel die weltgeschichtliche Dimension in den Blick. Danach erst wird die Geschichte Israels im Rahmen dieser Weltgeschichte und des Wirkens Gottes in ihr dargestellt.</div><div><br></div><div>Die Erzählung vom Turmbau zu Babel ist – neben dem Versuch, die Sprachenvielfalt zu erklären – eine Geschichte vom maßlosen menschlichen Streben nach Ruhm und Einheit. Der Ruhm soll durch den Einsatz technischer Fertigkeiten errungen werden: das Brennen von Ziegelsteinen und die Nutzung von Asphalt als Mörtel. Diese Fertigkeiten erlauben es dem Menschen, ein weithin sichtbares Zeichen seiner Macht zu errichten. Mit diesen Errungenschaften schickt sich die Menschheit an, den Himmel zu erklimmen oder, anders gesagt, den Himmel auf die Erde zu holen: "Seht, nichts ist uns versagt: Wir bauen ein Reich, in dem wir himmlisches Leben ermöglichen". Das ist das kulturelle Versprechen des technologiegeprägten Fortschrittsglaubens.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Der eigene Ruhm und Machtgewinn hat fast immer einen grausamen Preis</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Was ist eigentlich dagegen einzuwenden? Warum unterbindet Gott diesen Fortschritt, der doch das Leben auf der Erde nur angenehmer machen will? Was hat Gott gegen die Einheit der Menschheit?</div><div><br></div><div>Er hat sicher nichts gegen Einheit, wenn damit Einigkeit gemeint ist. Was das babylonische Imperium betrifft, kann jedoch von Einigkeit keine Rede sein. Wie bei allen Weltreichen war die Einheit eine erzwungene, mit viel Blut erkämpfte. Ein Opfer des babylonischen Machtstrebens wurde Israel selbst. Das babylonische Exil hat sich tief ins israelische Bewusstsein eingebrannt. Es ist erstaunlich, dass es in der Geschichte vom Turmbau mit keinem Wort auch nur angedeutet wird. Aber es war jedem Lesenden in Israel präsent. Hier müssen wir zwischen den Zeilen lesen.</div><div><br></div><div>Die Weltmacht Babylon gründete ihre Macht und ihren Wohlstand auch darauf, dass sie Teile der Bevölkerung unterdrückter Staaten deportierte und für sich arbeiten ließ. Wer also hat den Turm gebaut? Wer hat die Steine geklopft und die Ziegel gebrannt? Wer hat sie zum Turm und auf ihn hinauf befördert? Wie viele haben dabei ihr Leben gelassen? Darüber gab und gibt es keine Aussagen.</div><div><br></div><div>Die Fragen kann man gleichermaßen an die Erbauer der großen christlichen Kathedralen stellen. Schon immer wurde versucht, den Lohn niedrig zu halten. Hilfskräfte wurden oft als Tagelöhner beschäftigt, Arbeitssicherheit im heutigen Sinne gab es nicht. Auch beim Bau christlicher Kathedralen sind Handwerker zu Tode gekommen. Der eigene Ruhm und Machtgewinn hat fast immer einen grausamen Preis.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Das ist heute nicht anders als zur Zeit Babylons, wenn auch in anderer Weise. Wir profitieren ein Stück weit von Arbeitsrecht, Mindestlohn und anderen sozialen Rechten. Sklavenhandel und Leibeigenschaft sind abgeschafft, und selbst der Umgang mit Kriegsgefangenen ist völkerrechtlich geregelt. Dennoch gibt es weiterhin zahlreiche Opfer maßlosen Machtstrebens und materiellen Überflusses.</span><br></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Das menschliche Problem besteht darin, das rechte Maß zu finden</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Im 20. Jahrhundert nahmen der technologische Fortschritt, die Produktion von Gütern und damit der Wohlstand in vielen Teilen der Welt einen nie gekannten Aufschwung. Die Wirtschaftsleistung stieg im 20. Jahrhundert um das Vierzehnfache, die industrielle Produktion um das Vierzigfache. Zugleich wurde allein im 20. Jahrhundert mehr Energie verbraucht als in der ganzen Menschheitsgeschichte zuvor<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span>.</div><div><br></div><div>Die Verlierer dieses Prozesses treten erst einige Jahrzehnte später zutage. Durch die Folgen des immensen Energieverbrauchs steigen die Meeresspiegel. Menschen verlieren ihre Heimat, wie zum Beispiel die indigene Bevölkerung der Insel Gardi Sugdub in Panama, die <span class="imUl"><a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/panama-insel-umsiedlung-klimawandel-100.html" target="_blank" class="imCssLink">auf das Festland übersiedeln muss</a></span>. Das wird in Zukunft vielen Inselbewohnern so gehen. Der babylonische Größenwahn fordert schon heute seinen Preis.</div><div><br></div><div>Und das ist nur der Anfang. Erst die kommenden Generationen werden die Folgen des Klimawandels in seiner ganzen Härte zu spüren bekommen.</div><div><br></div><div>Wie in der Turmbaugeschichte ist Maßlosigkeit das Problem. Niemand hat etwas gegen lebensförderlichen Fortschritt, angemessenen Wohlstand und entsprechende kulturelle Errungenschaften. Das menschliche Problem besteht jedoch darin, das rechte Maß zu finden. Wenn wir einmal angefangen haben, können wir offenbar nicht mehr aufhören. Was wir zu tun in der Lage sind, müssen wir auch umsetzen. Es gibt im wahrsten Sinne des Wortes keinen Halt und kein Halten mehr. Darauf weist uns die Turmbaugeschichte hin.</div><div><br></div><div>Die deutsche Wirtschaftswundergeneration hat in ihrem Leben gelernt, dass der materielle "Wohlstand" nur eine Richtung kennt: nach oben. Das Bruttoinlandsprodukt hat sich seit 1950 in Deutschland verachtzigfacht<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span>. Eine zuvor nie dagewesene Steigerung des Besitzes und Vermögens hat vielen das Bewusstsein eingeprägt, dass wir alles haben können, was wir haben wollen, und zwar sofort. Zwar gibt es soziale Bruchstellen, die sich seit einigen Jahrzehnten immer deutlicher zeigen; aber sie können noch einigermaßen unter dem Teppich gehalten werden.</div><div><br></div><div>Diese Verfügungsgewalt über alles, was das Herz begehrt, wird als die große Freiheit gepriesen<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span>. Wer über ausreichende Liquidität verfügt, kann alles bekommen. Und wegen des offenbar vorhandenen Zwangs, alles, was zu haben möglich ist, auch tatsächlich zu haben, findet die Wunschliste niemals ein Ende.</div><div><br></div><div>Wir nennen die Maßlosigkeit dieser immer nach oben weisenden Konsum- und Wirtschaftskurve sehr geschickt "Wachstum" – obwohl hier nichts wächst, vielmehr die über Jahrtausende gewachsenen natürlichen Ressourcen geschrumpft werden. Ohne dieses "Wachstum" von Produktion, Wirtschaftsleistung, Konsum und Besitz funktioniert das marktwirtschaftliche System nicht. Und da es kein Wirtschaftswachstum ohne Ausbeutung der natürlichen Ressourcen gibt, ist auch diese Ausbeutung exponentiell angestiegen.</div><div><br></div><div>Weil die meisten Menschen von dieser Ausbeutung der Natur durch immer neuen Konsum offensichtlich nicht lassen können, ist das, was als Freiheit gepriesen wird, in Wahrheit eine Gefangenschaft, aus der es kein Entrinnen gibt. Ein anderes Wort für maßlosen Konsum ist Gier. Diese unterstellen wir gern irgendwelchen Finanzjongleuren, ohne zu merken, dass die Gier uns selbst fest im Griff hat.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Christliche Aspekte haben es schwer, sich durchsetzen,</span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1">weil der Wachstumsglaube selbst zur Religion geworden ist</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Gier ist übrigens nicht deshalb schlecht, weil sie immer mehr will, sondern weil sie immer auf Kosten anderer geht. Das wusste schon die alttestamentliche Spruchweisheit (Spr 28,15):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Der Habgierige erregt Streit; wer aber auf den Herrn vertraut, wird reichlich gelabt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Hier wird gesehen, dass Habgier Streit um die knappen Ressourcen erzeugt. Schon heute geht es in Kriegen nicht selten um Bodenschätze. Manche sprechen davon, dass die Kriege der Zukunft um knappe Ressourcen geführt werden. Die Bibel setzt der Gier nach Gütern eine Haltung entgegen, die von Gott alles Lebenswichtige erwartet – und auch reichlich erhält. Das befreit von der Angst, zu kurz zu kommen. Und es ermöglicht, der Gefangenschaft in Gier und Überkonsum zu entkommen und Kriege zu vermeiden.</div><div><br></div><div>Doch christliche Aspekte haben es schwer, sich durchsetzen, weil der Wachstumsglaube mit &nbsp;seinen Heilsversprechen selbst zur Religion geworden ist: Das vom Menschen entwickelte System des Wirtschaftens, das vom Wachstum lebt, erschafft permanent Menschen, die unendliches Wachstum generieren wollen, als lebten sie in einer unendlichen Welt, also sozusagen im Himmel. Und wenn wir leben, als hätten wir den Himmel mit seinen unendlichen Ressourcen an Glücksverheißungen auf die Erde geholt, gebärden wir uns wie Götter. Womit wir wieder bei der Turmbaugeschichte wären und bei Adam und Eva, die auch wie Gott sein wollten (1Mo/Gen 3,5).</div><div><br></div><div>Das Schlimme daran ist gar nicht so sehr der Wille, wie Gott zu sein. Das Schlimme sind vielmehr die ganz irdischen Folgen, die auftreten, wenn diejenigen, die keine Götter sind und niemals Götter sein werden, sich gebärden, als wären sie welche. Denn die, die keine Götter sind, sich aber als solche aufspielen, können das nur auf Kosten der anderen Geschöpfe: Das meiste, was der Planet Erde bietet, wird von dem kleinen Teil seiner Bewohner verbraucht, die zufällig gerade im 20. und 21. Jahrhundert leben, während die später Geborenen leer ausgehen. Schlimmer noch: Sie werden die physikalischen Folgen des maßlosen Verbrauchs erleiden müssen.</div><div><br></div><div>Maßlosigkeit gab es schon immer, aber nicht mit den desaströsen Folgen für die Mitkreaturen, die sie heute zeitigt. Zunächst waren die Folgen auf das eigene Dasein beschränkt. Wer faul ist und maßlos schläft anstatt zu arbeiten, wird von Armut heimgesucht, wusste die alttestamentliche Spruchweisheit (Spr 6,9-11). Und wer zu viel Honig verschlingt, der wird sich übergeben müssen (Spr 25,16). Darum gilt es, sich selbst zu beherrschen und die Maßlosigkeit, in der man gefangen ist, in Zucht zu nehmen (Spr 5,22f; 25,28). Dabei kann die Einsicht helfen, dass aller Besitz und alle Freude unser Verlangen letztlich nicht stillen kann (Pred/Koh 2,10f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>Was immer meine Augen sich wünschten,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>verwehrte ich ihnen nicht.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>Ich versagte meinem Herzen keine Freude.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>Denn mein Herz sollte Freude haben von all meinem Schaffen,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>und das sollte mir der Lohn für all meine Mühe sein.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>Doch als ich all meine Werke ansah,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>die meine Hände vollbracht hatten,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>und alles, was ich mit Mühe geschaffen hatte,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>siehe, da war alles umsonst und ein Haschen nach Wind.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>Es gibt keinen Gewinn unter der Sonne.</i></span></div><div><br></div><div>Hier wird nicht der Freudlosigkeit das Wort geredet, sondern der Einsicht, dass bleibende Freude nicht durch endloses Streben nach Besitz und kurzfristige Glückserlebnisse erreicht wird. Denn gerade die Endlosigkeit des Strebens raubt jeder Freude ihren zufriedenstellenden Charakter. Verzicht am rechten Ort kann deshalb durchaus sinnvoll sein und wird im Neuen Testament als eine Gabe des göttlichen Geistes genannt (Gal 5,22f).</div><div><br></div><div>Im Brauch des Fastens ist der Verzicht auch heute noch für manche Christinnen und Christen bedeutsam. Jesus selbst hat auch gefastet (Mt 4,2). Eine nachträgliche Hinzufügung zum ursprünglichen Bibeltext von Mt 17 sagt, dass der menschliche Kleinglaube nur durch Beten und Fasten zu besiegen ist (Mt 17,21). Wir sollen uns also nicht auf das konzentrieren, was wir selbst durch unseren Glauben meinen bewirken zu können. Sondern im Mittelpunkt stehen soll das, was Gott uns je und je gibt. Sich auf die eigenen Glaubenskräfte zu konzentrieren, ist maßlos. Erst der Verzicht darauf ermöglicht es uns, im Vertrauen zu Gott und in seiner Kraft Böses und Lebensbedrohliches zu besiegen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Maßlosigkeit meint eine Sucht nach immer mehr Gütern</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">und immer beeindruckenderen Erlebnissen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Verzicht ist aber innerhalb einer Kultur der steten Steigerung von Produktion und Konsum gerade kein Verhaltensmuster, das sich uns nahelegt. Der Sozialpsychologe Harald Welzer hat beschrieben, dass Menschen von unbewussten kulturellen Mustern geleitet werden, in denen sie von klein auf gelernt haben, die Welt wahrzunehmen und zu deuten<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span>. Diese Muster sind ihnen sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen und werden deshalb gar nicht in Frage gestellt. Insofern beruht unser Handeln nur zum verschwindend geringen Teil auf bewussten rationalen Entscheidungen. Der größte Teil unseres Handelns ist von Verhaltensmustern geprägt, die auf erlernten und unbewussten Gefühls-, Erwartungs- und Verhaltensstandards beruhen. Und zu solchen Standards gehört offensichtlich ein nachhaltiges Leben nicht. Darum ist eine im gesellschaftlichen Bewusstsein breit verankerte Kultur der Verringerung von Produktion und Konsum so wichtig.</div><div><br></div><div>Die Nachkriegsgeneration ist in eine Wirklichkeit hineingewachsen, in der es ihr materiell immer besser ging. Das sogenannte Wirtschaftswunder führte zu unaufhaltsam steigendem materiellen Wohlstand. Ein Zurück in eine Wirklichkeit auch nur gleich bleibenden materiellen Wohlstands scheint undenkbar geworden. Darum erreichen Appelle an die Vernunft die meisten Menschen nicht, und darum ist eine Veränderung des Lebensstils für sie so schwer.</div><div><br></div><div>Hinzu kommt, dass der sogenannte Wohlstand nicht nur materielle Güter betrifft, sondern auch unsere Erlebnis- und Erfahrungswelt<span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span>. In den 60er Jahren wurde üblich, was es zuvor für die breiten Massen gar nicht gab: einmal im Jahr Urlaub machen. Die Ziele lagen zunächst in Deutschland und dann vor allem in Italien. Etwas später wurden auch andere europäische Länder in deutsche Urlaubspläne einbezogen. Fuhr man zunächst mit dem eigenen Auto, oft einem VW-Käfer, so wurden danach die Flugreisen in weiter entfernte Länder modern, schließlich die Fernreisen in andere Kontinente. Natürlich blieb es auch nicht beim VW-Käfer, sondern die Autos wurden immer größer, stärker und komfortabler.</div><div><br></div><div>Heute fliegt man schon mal für ein Wochenende nach Malle oder London. Und die neue "Freiheit" zeigt sich seit einigen Jahren im Wohnmobil, mit dem man zigtausende Kilometer durch Europa fahren kann, ohne auf vorgeplante Touren, vorherige Hotelbuchungen oder umständliche Unterkunftssuche angewiesen zu sein. Man lebt und fährt in den Tag hinein und übernachtet dort, wo es gerade schön ist. Dass diese Schönheit durch den hohen CO<span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span>-Ausstoß zerstört wird, scheint kein relevanter Gedanke zu sein.</div><div><br></div><div>Ähnliches ließe sich von vielen anderen Bereichen unseres Lebens sagen, zum Beispiel von unserer Wohnkultur: Ich lebte als Kind zuerst mit meinen Eltern in einer Zweizimmerwohnung, dann mit Eltern und Großmutter in einer Dreizimmerwohnung, bevor meine Eltern sich schließlich ein Einfamilienhaus bauen ließen. Ich will das gar nicht verurteilen. Die jährlichen Urlaubsreisen und die Freiheit im Eigenheim waren für mich Erlebnisse, für die ich dankbar bin.</div><div><br></div><div>Ich beschreibe hier nur die Entwicklung hin zu immer mehr materiellen und immateriellen Gütern, die sich uns offensichtlich so sehr eingeprägt hat, dass wir ihr kein Ende setzen, obwohl wir um ihre Problematik wissen. Genau das meint Maßlosigkeit: eine Sucht nach immer mehr Gütern und immer beeindruckenderen Erlebnissen – eine Sucht, die wir nicht zügeln können.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Es werden die alten und bewährten Handlungsmuster</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">auf eine vollkommen neue Situation angewandt,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">die es so in der Menschheitsgeschichte noch nie gab</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Kulturelle Muster gab es natürlich auch schon zur Zeit des Turmbaus zu Babel. Der Entschluss, diesen Turm zu bauen, fiel sicher nicht von heute auf morgen. Er war ein Ergebnis der babylonischen Eroberungsgeschichte und des daraus folgenden kulturellen Denkens und Fühlens: Wir sind mächtig genug, den Himmel auf die Erde zu holen. Wir können es, darum machen wir es.</div><div><br></div><div>Das Anliegen, den Himmel auf die Erde zu holen, wurde nicht etwa als Übertreibung empfunden, sondern als ganz normale, selbstverständliche Folge der eigenen Möglichkeiten. So ist es auch heute: Unser Konsumieren und Produzieren wird von den meisten Menschen als gut und erfolgreich erlebt, nicht als übertrieben. Denn wir kennen es ja nicht anders, und nur die stete Steigerung hält die Wirtschaft am Laufen. Steigerung gehört also zum normalen Ablauf<span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span>.</div><div><br></div><div>Von Problemen am Turmbau wird in der biblischen Geschichte nichts berichtet. Aber es ist wahrscheinlich, dass es welche gab – von denen man selbstverständlich annahm, dass sie mit Hilfe von Technologie gelöst werden können. Auch das gleicht unserer heutigen Situation: Vielfach wird vorausgesetzt, dass die mit unserem Wirtschaften geschaffenen Probleme technologisch gelöst werden. Man braucht also am Wirtschaften selbst und am eigenen Konsumverhalten nichts zu verändern. Neue Technologien werden's schon richten, so, wie es immer schon war.</div><div><br></div><div>Es werden also die alten und bewährten Handlungsmuster auf eine vollkommen neue Situation angewandt, die es so in der Menschheitsgeschichte noch nie gab. Auch das ist typisch für den Menschen: Er klammert sich an das, was in der Vergangenheit funktioniert hat. Kreative Phantasie für Neues und Ungewohntes gibt es dabei nicht.</div><div><br></div><div>Anders war es in der biblischen Geschichte von Joseph, der als Sklave nach Ägypten gelangte und durch seine Weisheit zur rechten Hand des Pharao aufstieg (1Mo/Gen 41,39-43). Seine Weisheit bestand darin, vorausschauend zu denken (1Mo/Gen 41,29-36): Aus Träumen des Pharao schloss er, dass es in Ägypten zuerst sieben Jahre lang Rekordernten geben wird und danach sieben Jahre lang Hungerernten. Josephs Vorschlag bestand nun nicht darin, den großen Ertrag der ersten sieben Jahre auszukosten und sich darüber hinaus auf neue technologische Entwicklungen zu verlassen, die es schon möglich machen würden, auch in den mageren Erntejahren den Ertrag zu steigern. Sondern seine Idee war, große Lagerhallen zu bauen, den Überschuss aus den ertragreichen Jahren einzuziehen und in den staatlichen Scheunen aufzubewahren. So wurde ein Vorrat für die sieben Hungerjahre angelegt.</div><div><br></div><div>Heute haben wir es mit Jahrzehnten zu tun, die wir vorausdenken müssen. Denn die Folgen unseres Handelns werden sich erst nach Jahrzehnten auswirken. Es täte den kommenden Generationen gut, wenn wir unsere fetten Jahre nicht vorbehaltlos auskosten, sondern vorausschauend wie Joseph denken würden.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Gottes Wort an uns ist nicht nur das biblische oder das gepredigte Wort,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">sondern auch die zu uns sprechende Wirklichkeit der Welt</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der evangelische Theologe Gerhard von Rad hat in seinem Buch über die "Weisheit in Israel" Bedenkenswertes über das Tun des Guten, Lebensförderlichen geschrieben, und zwar vor dem Hintergrund des altisraelitischen Wirklichkeitsverständnisses:</div><div><br></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">Gut ist das, was gut tut; böse ist das, was Schaden verursacht. Gutes wie Böses schaffen soziale Zustände; in einem ganz "äußerlichen" Sinne bauen sie auf oder zerstören sie die Gemeinschaft, den Besitz, das Glück, den Namen, das Wohlergehen der Kinder und vieles andere mehr. [...] Es handelt sich [...] um eine Wirklichkeitsvorstellung, die den Einzelnen in seinem Ergehen viel intensiver, viel "organischer" mit den Bewegungen seiner Umwelt verbunden wusste, um eine Wirklichkeitsvorstellung, die das Andringen der Umwelt auf den Menschen als einen Anruf, aber auch als eine Antwort auf sein Verhalten zu verstehen vermochte, und die einfach wusste, dass von dieser Seite aus dauernd etwas sehr Wichtiges an dem Menschen geschah, Böses und Gutes, das zu ihm sprach und das sich seinem Verständnis keineswegs gänzlich entzog. [...] Der Gute ist der, der um das Aufbauende des Guten, um das Zerstörerische des Bösen weiß und der sich diesen Ordnungen, die sich in seiner Welt abzeichnen, unterstellt. Es ist der Rechtliche, der Fleißige, der Maßvolle, der Hilfsbereite, dem dieses sein Gutsein auch selbst zum Guten ausschlägt. [...] Gutheit war also immer etwas Öffentliches, nie etwas bloß Innerliches; es war ein soziales Phänomen. "Über das Wohlergehen des Rechtlichen freut sich die Stadt." "Durch den Segen der Redlichen kommt eine Stadt empor" [Spr 11,10f]. Immer wird das Verhalten und das Tun des Einzelnen ebenso auf seine Folgen wie auf das soziale Zusammenspiel hin angesehen.</span></span><span class="cf2"><span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span></span></i></div><div><br></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">Wieder haben wir uns der eigentümlichen Vorstellung von der sich unablässig auf den Menschen zu bewegenden Wirklichkeit zu erinnern. Diese Vorstellung wäre jetzt nur dahin zu ergänzen, dass diese Bewegungen auch Ordnungen erkennen lassen, aus denen der Mensch Normen für sein Verhalten ablesen kann. In diesen Bewegungen der Wirklichkeit war Jahwe ordnend und richtend am Werk. Man konnte diese Wirklichkeit einigermaßen neutral als ein gewisses Regelgeschehen fixieren, das einen Anruf an den Menschen enthielt. Man konnte aber auch unmittelbar von dem reden, der hinter all diesen Bewegungen und ihrem Anruf stand. [...] Das Ethos der Spruchweisheit geht von einem dem Menschen durchaus zugänglichen Wissen aus. Nach den Lehren der Weisen ist das rechte Verhalten eine Sache der rechten Einsicht, aber es ist auch eine Frage des Vertrauens. Dieses Vertrauen – sollen wir nun sagen: in die Ordnungen oder auf Jahwe? – ist in den Sentenzen [den Weisheitssprüchen, z.B. in Sprüche/Sprichwörter oder Prediger/Kohelet] ganz unerschüttert.</span></span><span class="cf2"><span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Das Wirklichkeitsverständnis, das in den weisheitlichen Texten der Bibel zum Ausdruck kommt, sieht so aus: Wir Menschen sind mit der Wirklichkeit, die uns begegnet, untrennbar verbunden. Die Schöpfung und alles, was in ihr geschieht, steht uns nicht wie etwas von uns Getrenntes, rein Äußerliches gegenüber, sondern das Weltgeschehen spricht zu uns bzw. Gott selbst spricht in ihm zu uns: Er ruft uns durch das Weltgeschehen zum rechten Handeln in der Welt auf und antwortet durch das Weltgeschehen auf unser Handeln in der Welt. So begegnen uns in der Weltwirklichkeit Ordnungen, die ethische Normen beinhalten. Wenn der Glaubende sich diesen Ordnungen unterstellt, ist er gerecht, fleißig, maßvoll und hilfsbereit und in alldem ein Segen für die Welt.</div><div><br></div><div>Man kann dieses Wirklichkeitsverständnis, das uns so fremd ist, auch so beschreiben: Das Weltgeschehen interagiert mit uns. Oder anders gesagt: Gott interagiert durch die der Schöpfung eingeprägten Abläufe mit uns. Die physikalischen Abläufe in der Schöpfung sind nicht einfach Physik, sondern zugleich eine sichtbare Anrede des Schöpfers an uns. </div><div><br></div><div>Gottes Wort an uns ist also nicht nur das biblische Wort oder das gepredigte Wort, sondern auch die zu uns sprechende Wirklichkeit der Welt. Und es geht bei unserer Antwort auf Gottes Anrede nicht nur um etwas Innerliches, um ein spirituelles Verhältnis zu Gott, sondern immer auch um etwas Soziales, um eine öffentliche Wirksamkeit.</div><div><br></div><div>Wenn es aber so ist, dass das Weltgeschehen bzw. Gott durch das Weltgeschehen zu uns spricht, also auch durch die zunehmenden Klimakatastrophen, dann müssen wir uns heute die Frage stellen: Ist unsere Gesellschaft noch bei Sinnen? Eine Gesellschaft, in der Fliegen zur Tagesordnung gehört und selbst die EU-Abgeordneten mindestens einmal im Monat zwischen Straßburg und Brüssel pendeln und dabei <span class="imUl"><a href="https://www.deutschlandfunk.de/das-pendelnde-eu-parlament-die-bruessel-strassburg-100.html#a" target="_blank" class="imCssLink">ca. 20.000 Tonnen <span class="fs14lh1-5">CO</span><span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span></a></span><span class="fs14lh1-5"><span class="imUl"><a href="https://www.deutschlandfunk.de/das-pendelnde-eu-parlament-die-bruessel-strassburg-100.html#a" target="_blank" class="imCssLink">-Emissionen pro Jahr</a></span> verantworten</span><span class="fs14lh1-5">? Eine Gesellschaft, deren Regierung sich CO</span><span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span><span class="fs14lh1-5">-Neutralität auf ihre Fahnen geschrieben hat, aber zugleich Leopard-II-Kampfpanzer produzieren und in alle Welt liefern lässt, die – wie das gesamte Militär – in keiner Emissionsstatistik auftauchen und von denen ein einziger Panzer ca. 500 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbraucht</span><span class="fs11lh1-5"><sup>9</sup></span><span class="fs14lh1-5">? Ist eine Gesellschaft noch bei Sinnen, die ihren übermäßigen Konsum-Plastikmüll aus dem gelben Sack um die halbe Welt nach Malaysia verschifft, wo er auf riesigen Müllhalden verbrannt wird und die Bevölkerung vergiftet?</span></div><div><br></div><div>Es tut mir leid, so fragen zu müssen. Und ich selbst kann meine Hände nicht in Unschuld waschen: Auch ich bin vor 20 Jahren noch mehrmals zu Fernreisen aufgebrochen und bin in meiner Jugend bedenkenlos Auto gefahren. Meine Eltern haben einen Wohnwagen hinter sich hergezogen, und ich habe von den schönen Urlauben am Meer profitiert.</div><div><br></div><div>Aber wir können uns ändern. Heute wissen wir mehr, und die Fragen müssen erlaubt sein: Sind wir noch bei Sinnen, wenn <span class="fs14lh1-5">SUV's </span><span class="fs14lh1-5">bei uns massenhaft anbeboten und gekauft werden, also äußerlich einem Geländewagen ähnliche Autos, die übermäßig schwer und breit sind und viel Sprit verbrauchen, aber nie ein Gelände sehen werden? Oder wenn sich spritschluckende Wohnmobile, mit denen Menschen zigtausende von Kilometern durch Europa fahren, ganz selbstverständlich großer Beliebtheit erfreuen? Wenn wir das alles für normal halten und für ganz in Ordnung: Sind wir dann noch bei Sinnen?</span></div><div><br></div><div>Jesus drückte es etwas anders aus: Wenn die Menschen vor dem Sichtbaren, und das heißt doch auch vor den beginnenden klimatischen Katastrophen die Augen verschließen, dann gilt von ihnen (Mt 13,14b.15):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Mit sehenden Augen werdet ihr sehen und doch nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, [...] und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht mit den Augen sehen [...] und nicht mit dem Herzen verstehen und sie nicht umkehren und ich sie nicht heile.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>An uns liegt es, eine Verhaltensänderung ehrlich zu wollen,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Gott um sie zu bitten und die Kraft Gottes in uns wirken zu lassen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der Turmbau zu Babel sollte Einheit und Ruhm bewirken. Aber von einer Einheit der Welt kann immer weniger die Rede sein. Und der Ruhm der technologisch am stärksten entwickelten Länder bröckelt. Die Maßlosigkeit der Macht und des Reichtums wird in Frage gestellt – vor allem von jenen, die am meisten darunter leiden.</div><div><br></div><div>Maßlos soll nach biblischer Vorstellung nur die Liebe sein. "Der Herr lasse euch wachsen und mache euch übermäßig reich in der Liebe untereinander und zu jedermann" (1Thess 3,12). "Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maß der Liebe" (Hos 10,12).</div><div><br></div><div>Liebe und Gerechtigkeit üben, das rechte Maß finden – das alles wird heute in der Theorie niemand in Frage stellen. Das Problem aber besteht in der Praxis. Darum hat es seinen Sinn, dass das Neue Testament Liebe, Gerechtigkeit und Verzicht als Gaben des Geistes Gottes bezeichnet (Gal 5,22f; Phil 1,11). Das bedeutet nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen sollen. An uns liegt es, eine Verhaltensänderung ehrlich zu wollen, Gott um sie zu bitten und die Kraft Gottes in uns wirken zu lassen. Dann werden Veränderungen sogar selbstverständlich.</div><div><br></div><div>Und sie geschehen bereits. Damit komme ich zu den guten Nachrichten. In der ZEIT vom 4. Juli 2024 wurde auf Seite 1 von Stefan Schmitt berichtet:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Sonne und Winde, Wasserkraft und Biogas haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 einen Versorgungsrekord in Deutschland aufgestellt. Rund 60 Prozent, nie wurde ein größerer Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen erzeugt und verbraucht als von Januar bis Juni. [...] In Deutschland haben sich die Emissionen aus der Elektrizitätserzeugung binnen zehn Jahren halbiert. Und allein vom ersten Halbjahr 2023 bis zur ersten Hälfte dieses Jahres sank der Treibhausgas-Ausstoß beim Strom um ein Fünftel. [...] Der positive Trend gilt übrigens ganz ähnlich für die gesamte EU. Durch Rekorde beim sauberen Strom sinken die Emissionen. [...] Auch im weltweiten Durchschnitt markiert das Jahr einen Rekord bei erneuerbar erzeugter Elektrizität.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist keine Entwarnung, aber ein Anfang der Veränderungen. Der Himmelsturm wackelt und bekommt Risse. Aber die Umkehr muss weitergehen und viel mehr als nur Elektrizität erfassen. Das heißt nicht, in die Steinzeit zurückzukehren, sondern in ein besseres Leben aufzubrechen. Denn der Himmel wird nicht durch Maßlosigkeit erreicht, sondern durch das rechte Maß. Und das bedeutet heute, dass weniger mehr ist:</div><div><br></div><div><ul><li>weniger Befriedigung durch Konsum – mehr Glück dadurch, zum Glück aller beizutragen<br></li><li>weniger Zeit beanspruchender Besitz – mehr Zeit für Zusammensein und Austausch<br></li><li>weniger Schnelligkeit und Hektik – mehr spannendes, weil langsames Entdecken<br></li><li>weniger Schweifen in die Ferne – mehr Erlebnisse in der uns reich umgebenden Natur<br></li><li>weniger immer neue und stärkere Eindrücke – mehr beglückende Eindrücke durch tiefgehende menschliche Nähe<br></li></ul></div><div><br></div><div>Die Zukunft wird zeigen, ob wir es schaffen, den Turm von uns aus zurückzubauen oder ob Gott unser globales Einverständnis am Turmbau verwirren muss, um unsere Arbeit am Turm zu stoppen. Letzteres wird weitaus schmerzhafter sein als die freiwillige Umkehr.</div><div><br></div><div>Wir werden den Himmel niemals auf die Erde holen. Der Himmel wird aber zu uns kommen, wenn wir damit aufhören, ihn herbeizwingen zu wollen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Welzer: Selbst denken, S. 24.<br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Welzer: Zeitenende, S. 135-138.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Welzer: Selbst denken, S. 22.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Welzer: Selbst denken, S. 54-57.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> Welzer: Selbst denken, S. 58f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup> Welzer: Selbst denken, S. 93.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>7</sup> von Rad: Weisheit, S. 106f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>8</sup> von Rad: Weisheit, S. 129f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>9</sup> Welzer: Zeitenende, S. 87.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Gerhard von Rad: Weisheit in Israel. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 1992.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Harald Welzer: Zeitenende. Politik ohne Leitbild, Gesellschaft in Gefahr. S. Fischer Verlag. Frankfurt am Main 2023.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: focuszaa auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 21 Aug 2024 07:40:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Einladung zur Langsamkeit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000257"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Einladung zur Langsamkeit</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Warum Gott langsam ist und wir es auch sein sollten</div><div class="imTACenter"><span class="fs12lh1-5">Klaus Straßburg | 11/08/2024</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Endlich Urlaub! Endlich Zeit! Endlich kein Stress!</span><br></div><div><br></div><div>Im Urlaub kann man endlich mal langsam machen. Denn im Urlaub machen alle langsam. Also macht man ganz automatisch auch selber langsam. Während sich vor dem Urlaub alle beeilten, beeilt sich im Urlaub keiner. Im Urlaub habe ich noch keinen rennen sehen – höchstens aus Freude. Ansonsten ist Langsamkeit angesagt.</div><div><br></div><div>Man steht langsam auf. Man frühstückt langsam. Man geht langsam. Man fährt langsam Auto. Man trottet langsam durch die Souvenirläden. Man isst langsam ein Stück Kuchen. Man kauft langsam ein. Man vollbringt den Abend langsam. Man geht langsam ins Bett. Man steht langsam auf – wenn überhaupt. Und so weiter ...</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Es ist gigantisch, was ich beim Wandern alles erlebe</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ich entdecke gerade auch eine Langsamkeit: die beim Wandern. Früher liebte ich das Radfahren. Radfahren fand ich super – nicht zu schnell und nicht zu langsam. Genau das richtige Tempo. Ich kam mehr rum als beim Wandern. Und ich konnte trotzdem viel sehen und erleben. Meinte ich jedenfalls.</div><div><br></div><div>Doch irgendwann hat sich das Blatt gewendet. Jetzt bin ich der Meinung, beim Wandern viel mehr zu erleben als beim Radfahren. Außerdem gefällt mir die Art der Bewegung besser. Und der Hintern schmerzt hinterher auch nicht.</div><div><br></div><div>So viel gewandert wie in diesem Jahr bin ich noch nie. Das hängt auch mit meiner neuen Wanderapp zusammen. Ich kann mir vor der Wanderung aus unzähligen Touren eine aussuchen und speichern. Und während der Wanderung gibt es kein Verlaufen mehr, denn die App dirigiert mich mit freundlicher Frauenstimme zielsicher durchs Gelände. Einfach genial! Kein Suchen des richtigen Weges mehr, kein langes Wälzen von Wanderkarten oder -führern, sondern einfach drauflos gehen. Die Wanderapp weist mir den Weg und schlägt sogar freundlich Alarm, wenn ich auf dem falschen Weg bin.</div><div><br></div><div>Da nehme ich gern in Kauf, dass manchmal ein Weg gar kein Weg mehr ist, sondern eine Art Urwald. Aber das ist auch ein Abenteuer ...</div><div><br></div><div>Es ist gigantisch, was ich beim Wandern alles erlebe. Es gibt verschlungene Pfade, idyllische Seen, plätschernde Bäche, nie zuvor gesehenes Getier, Kapellen, Kreuze, Schnitzereien, Kulturwanderwege mit Gedichten am Wegesrand, philosophische Sprüche im Garten einer Philosophin, ein buddhistisches Kloster mitten im Westerwald und so weiter und so fort. Die Kamera ist immer dabei und findet stets Motive. Und manchmal komme ich sogar mit interessanten Menschen ins Gespräch.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Mens sana in corpore sano</i></span>, sagten die alten Römer: Ein gesunder Geist ist in einem gesunden Körper. Und das erlebe ich tatsächlich beim Wandern. Denn wenn der Körper sich bewegt, bewegt sich auch der Geist. Meiner jedenfalls. Beim Wandern bekomme ich die besten Ideen. Manche meiner Artikel, Podcasts und Videos sind auf Wanderungen entstanden. Ich habe immer einen Notizblock dabei. Wenn eine Idee kommt, bringt das oft eine ganze Welle weiterer Ideen in Gang. Die schreibe ich mir dann sofort auf – manchmal ein ganzer Artikel in Stichpunkten.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Gott ist uns zu langsam, als dass wir ihn spüren könnten.</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf2">Oder besser gesagt: Wir sind zu schnell</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Zuweilen habe ich beim Wandern die verrückte Idee, dass Gott mich aus der Schöpfung heraus anblickt. Vielleicht ist es aber eher umgekehrt: Ich erblicke in der Schöpfung etwas von Gott. Und dieser Gott ist wunderschön, lebensbejahend, freundlich – und er macht glücklich.</div><div><br></div><div>Wandern ist eine verhältnismäßig langsame Art der Fortbewegung. Wir Menschen sind ja überhaupt verhältnismäßig langsame Geschöpfe. Für jeden Hund, jedes Eichhörnchen und sogar jede Ratte sind wir die großen Zweibeiner, die aber sowas von langsam sind. "Wie kann man nur so langsam sein?" denken die. Und bedauern uns. "Diese armen Unbeweglichen!" Ja, Gott hat uns für ein langsames Leben geschaffen.</div><div><br></div><div>Wir haben aber, ganz gegen unsere Natur, eine Kultur der Schnelligkeit entwickelt. Wir rasen mit unseren Autos durch die Gegend und beklagen uns nach einem Unfall bei Gott darüber, dass er ihn nicht verhindert hat. Dabei hat er uns für solche Geschwindigkeiten gar nicht gemacht. Und wenn wir trotzdem meinen, durch die Welt rasen zu müssen, dann ist das doch unser eigenes Risiko.</div><div><br></div><div>Genauso rasen wir durch unser Leben und fragen uns am Ende, warum es so schnell verging und wir so wenig erlebt haben. Wir treffen schnelle Entscheidungen ohne viel nachzudenken und wundern uns später darüber, dass wir uns falsch entschieden haben. Wir lassen uns mit zahllosen oberflächlichen Informationen vollpumpen, verlieren dabei das große Ganze aus dem Blick und sind frustriert, wenn wir die Welt nicht mehr verstehen.</div><div><br></div><div>Zum großen Ganzen gehört auch die transzendente Dimension, man kann auch sagen: die Gottesdimension. Manche spüren ja im Urlaub, wenn sie langsam leben, eine gewisse religiöse Offenheit. Sie besichtigen Kathedralen und tauchen ein wenig ein in das Geheimnis des Unsichtbaren. Sie spüren das Wunderbare der Natur, und in ihnen geht die Frage auf, ob es nicht doch etwas dahinter geben könnte. Sie machen sich vielleicht sogar ein paar Gedanken über den Sinn des Lebens.</div><div><br></div><div>Aber nach dem Urlaub nimmt die rastlose Hetze unserer Welt sie wieder in Beschlag. Und da bleibt überhaupt keine Zeit mehr für Gedanken an eine Transzendenz. Bei der jederzeitigen Weltorientierung, die unsere Kultur von uns fordert, muss der langsame Blick für das, was nicht Welt ist, verloren gehen.</div><div><br></div><div>Gott ist uns eben zu langsam, als dass wir ihn spüren könnten. Oder besser gesagt: Wir sind zu schnell. Denn Gott ist vor allem "langsam zum Zorn", wie das Alte Testament mehrmals feststellt (4Mo/Num 14,18; Neh 9,17; Ps 86,15; 103,8). Die meisten Bibelübersetzungen schreiben, Gott sei "geduldig" oder "langmütig". Aber das trifft die Sache nicht, die mit "Gott ist langsam zum Zorn" gemeint ist.</div><div><br></div><div>Kleiner Tipp nebenbei: Die Elberfelder Übersetzung ist hier die genaueste. Jedenfalls von denen, die ich mir angesehen habe.</div><div><br></div><div>Weil bei uns alles schnell gehen muss, meinen wir, Gott müsste ebenfalls schnell sein: schnell mit seiner Hilfe, schnell mit seinen Antworten, schnell damit, sich spüren zu lassen. Ja, und manche Christinnen und Christen meinen, Gott müsste auch schnell mit seinem Zorn sein. Und sie reden dann auch so von Gottes Zorn, dass man gleich an einen explodierenden Choleriker denkt. Dabei ist Gott das glatte Gegenteil!</div><div><br></div><div>Wie gut, dass Gott langsam zum Zorn ist, weil er gnädig und barmherzig mit uns umgeht!</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Ich plädiere für zwei Monate verpflichtenden Urlaub im Jahr</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf2">für alle führenden Politikerinnen und Politiker</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Übrigens wird auch uns Menschen in der Bibel Langsamkeit empfohlen. Natürlich sollen auch wir "langsam zum Zorn" sein (Jak 1,19), genauso wie Gott. Wir sollen geduldig sein und dadurch Streit beschwichtigen (Spr 15,18). Wir sollen am Fehlverhalten des Mitmenschen "vorübergehen" (Spr 19,11). Wer die Welt verstehen will, höre gut zu und nehme sich Zeit (Spr 1,1-6). Paulus empfiehlt, wenn man gute Ergebnisse erzielen will, alles genau zu prüfen (1Thess 5,21) – und Prüfen braucht nun einmal Zeit.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Mit anderen Worten: Wir hätten weniger Streit, würden die Welt und unsere Mitmenschen besser verstehen, in besseren Beziehungen leben, mehr Wunder in der langsamen Welt der Natur erkennen und die Schönheit Gottes wahrnehmen, wenn wir uns mehr Zeit nehmen würden.</span><br></div><div><br></div><div>Ich frage mich, ob all die Politiker, die an den Schalthebeln der Macht sitzen und so viele schwere Entscheidungen zu treffen haben, nicht den Blick für das Schöne und Göttliche verloren haben. Vielleicht sollten sie öfter mal stressfrei und mit offenen Augen und Ohren durch den Wald gehen und zwei Monate Urlaub machen, wahlweise am Meer oder im Kloster.</div><div><br></div><div>Ja, ich plädiere für zwei Monate im Jahr Pflichturlaub für alle führenden Politikerinnen und Politiker. Am Meer oder im Kloster. Ohne Handy und Nachrichten, dafür aber mit Enkelkindern. Dann würde sich manches relativieren. Und sie müssten nicht ständig über so schreckliche Dinge nachdenken wie potentielle Feinde, die geopolitische Lage in 30 Jahren und Kriegstüchtigkeit. Sie würden selbstkritischer werden, also den Balken im eigenen Auge entdecken und nicht nur den Splitter im Auge des anderen (Mt 7,3-5; Lk 6,41f). Sie bekämen einen anderen Blick auf das Leben und die Welt. Vielleicht bekämen sie sogar eine Ahnung vom schönen und lebensfreundlichen Gott – und das würde sich ganz sicher auf ihre Politik auswirken.</div><div><br></div><div>Mir ist klar, wie schwer das langsame und nachdenkliche Leben in unserer hektischen und getriebenen Kultur ist. Ich habe selbst jahrelang als Gemeindepfarrer gearbeitet und bin oft genug von Termin zu Termin gehetzt. Eine ziemlich ungesunde Lebensweise. Und nicht nur ungesund, sondern auch unchristlich. Und nicht förderlich für eine gute Arbeit in der Gemeinde.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Ich habe gelernt, immer so lange dumm auszusehen, bis ich klug bin.</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2">Oder bis die anderen noch dümmer aussehen als ich</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2">(Sten Nadolny)</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wir sollten also die Langsamkeit entdecken – so, wie es Sten Nadolny in seinem Roman "Die Entdeckung der Langsamkeit" eindrucksvoll beschrieben hat. Ich habe den Roman vor vielen Jahren einmal gelesen – mitten in meiner Gemeindehetzerei. Er hat mich beeindruckt – und wahrscheinlich auch ein wenig abgebremst. Jedenfalls habe ich ihn nicht vergessen und zu diesem Beitrag sogar aus dem Regal geholt.</div><div><br></div><div>Und weil ich nach einigem Blättern interessante Stellen gefunden habe, biete ich hier zum Schluss noch einige Zitate aus diesem lesenswerten Roman – ganz ohne Zusammenhang, nur zum <span class="fs14lh1-5"><b>langsamen </b></span>Genießen und Meditieren:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf3">An Tante Eliza konnte man lernen, dass bei allzu schnellen Reden der Inhalt so überflüssig war wie die Schnelligkeit.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf3"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf3">Plötzlich wusste John, dass sie genauso große Schwierigkeiten hatte wie er, das richtige Wort zu finden. [...] Sie fanden alle die richtigen Worte nicht, aber sie waren eben schnell und gingen mit diesem Mangel anders um als er.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf3"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf3">John war mit einem Male wieder stark genug, die Ungeduld anderer zu ertragen, und damit war ihr Spiel zu Ende. Er bewegte sich in seiner eigenen Gangart. [...] Er machte die Pausen da, wo er sie haben wollte, und nicht, wo andere ihn unterbrachen. Er verzichtete auf den starren Blick und den schnarrenden Ton, selbst wenn es brenzlich wurde.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf3"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf3">Er [der langsam Lebende] kümmert sich nicht um das Eilige, sondern schaut Einzelnes lange an, er erkennt Dauer und Geschwindigkeit allen Geschehens und setzt sich keine Fristen, sondern macht es sich schwer. Er hört auf die innere Stimme und kann auch den besten Freunden nein sagen, vor allem seinem Ersten Offizier. Sein eigener Rhythmus, sein gut behüteter Atem sind die Zuflucht vor allen scheinbaren Dringlichkeiten, vor angeblichen Notwendigkeiten ohne Ausweg, vor kurzlebigen Lösungen. Wenn er nein gesagt hat, ist er zur Begründung verpflichtet. Aber auch damit darf es keine zu große Eile haben.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf3"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf3">Ich habe gelernt, immer so lange dumm auszusehen, bis ich klug bin. Oder bis die anderen noch dümmer aussehen als ich.</span></i></span></div><div><br></div><div>Soweit Sten Nadolny. Lies ruhig nochmal und lass dir Zeit.</div><div><br></div><div>Ich gebe zu, dass ich noch viel Langsamkeit zu lernen habe. Manches werde ich nie lernen. Denn ich bin leider ein ungeduldiger Mensch. Aber ein bisschen habe ich schon gelernt. Und manchmal höre ich auf eine innere Stimme, und die lässt mich innehalten und auf die Bremse treten.</div><div><br></div><div>Vielleicht ist es ja die zärtliche Stimme Gottes, die mich zu der Langsamkeit ruft, zu der ich geschaffen bin.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweis</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Sten Nadolny: Die Entdeckung der Langsamkeit. R. Piper & Co. Verlag. 28. Auflage, München 1993. Die Zitate finden sich auf den Seiten 28, 274, 156, 308, 221 (in der Reihenfolge der Zitate). Angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Shingo_No auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 11 Aug 2024 17:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Vergeltung!]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000256"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Vergeltung!</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie ein biblisches Missverständnis Unheil schafft</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/08/2024</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Vergeltung hat Hochkonjunktur. Wir hören täglich in den Nachrichten und lesen in den Zeitungen davon. Vergeltung gehört offensichtlich zum politischen Tagesgeschäft, wie gegenwärtig der Nahostkonflikt zeigt. Und sie gründet bei manchen Menschen sogar in einem biblischen Missverständnis.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Vergeltung im Nahostkonflikt</div><div><br></div><div>Am 27. Juli<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span> führte vermutlich die libanesische Hisbollah einen Raketenangriff auf das von Israel besetzte syrische Gebiet auf den Golanhöhen durch. Bei dem Angriff kamen zwölf Fußball spielende Kinder und Jugendliche ums Leben, die der Religionsgemeinschaft der Drusen angehörten. Daraufhin kündigte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entschlossene Vergeltung an.</div><div><br></div><div>Die Religion der Drusen ist im 11. Jahrhundert <span class="imUl"><a href="https://www.tagesschau.de/ausland/europa/drusen-102.html" target="_blank" class="imCssLink">durch eine Abspaltung vom Islam entstanden</a></span>. Vertreter der Drusen auf den Golanhöhen haben sich von den israelischen Vergeltungsdrohungen distanziert und erklärten: "Wir lehnen es ab, dass auch nur ein einziger Tropfen Blut unter dem Vorwand vergossen wird, unsere Kinder zu rächen". Die Religion der Drusen verbiete "jegliche Form des Tötens und der Rache".</div><div><br></div><div>Drei Tage nach dem Angriff tötete das israelische Militär den ranghöchsten Kommandeur der Hisbollah, Fuak Shukr, der für den Raketenangriff auf die Golanhöhen verantwortlich sein soll. Einen Tag später wurde der Hamas-Führer Ismail Hanija bei einem Besuch in Teheran getötet, mutmaßlich durch einen israelischen Luftangriff. Der iranische Präsident Massud Peseschkian und der oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, kündigten Vergeltung gegenüber Israel an. Andere iranische Sprecher drohten mit Rache.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Vergeltung als Gottes Vollendung unserer Taten</div><div><br></div><div>Aber Vergeltung ist mehr als militärische Rache. Sie geht auf frühe antike Rechtstexte zurück<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span>. Durch Vergeltung soll ein Ausgleich zwischen zwei Taten hergestellt werden: Eine gute Tat soll mit Gutem und eine böse mit Bösem vergolten werden. Heute noch sprechen wir positiv vom Vergelten in der Formulierung "Vergelt's Gott".</div><div><br></div><div>Von Vergeltung ist auch oft in der Bibel die Rede<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span>. Nach Mt 6,4.6.18 verheißt Jesus, dass Gott ein gutes Verhalten entsprechend vergelten wird. Man kann das so verstehen, dass Vergeltung nicht einfach den verdienten Lohn für eine Tat meint, sondern dass die Tat, die auf Erden unbeantwortet und unvollendet bleibt, von Gott her eine Antwort erhält und dadurch vollendet wird. Vergeltung bedeutet dann: Auf eine Handlung wird so reagiert, dass sich ihr Sinn durch Gegenseitigkeit vollendet.</div><div><br></div><div>Ein Beispiel: Wenn ich ein Geschenk bekomme, bedanke ich mich dafür und vollende das Schenken, indem ich das Geschenk dankbar annehme und die Zuwendung der schenkenden Person zu mir mit Dankbarkeit beantworte. Würde ich mich nicht bedanken, dann würde die Tat der schenkenden Person unvollendet bleiben. Es würde etwas Entscheidendes fehlen. Meine Dankbarkeit ist nicht der verdiente Lohn für das Geschenk im Sinne einer Belohnung oder Gegenleistung, sondern meine Dankbarkeit ist die Vollendung des Geschenks.</div><div><br></div><div>Vergeltung schließt also immer an eine Tat an und verwirklicht das Ziel dieser Tat. Sie fügt der Tat nichts hinzu, was ihr prinzipiell fremd ist. Das gilt für die Vergeltung guter wie böser Taten. So heißt es in Mt 16,27, dass Jesus jedem Menschen seinen Taten entsprechend vergelten wird. Ähnlich äußert sich Paulus (Röm 2,6-10; 2Kor 5,10). Die Taten sind dabei nichts anderes als ein Spiegel der Gottesbeziehung des Menschen, also ein Spiegel seines Glaubens oder Unglaubens.</div><div><br></div><div>Das unterschiedliche Vergelten Gottes je nach den menschlichen Taten ist keine Ungerechtigkeit Gottes. Sie zeigt vielmehr die Ambivalenz des menschlichen Verhaltens an. Denn das menschliche Verhalten ist eine Mischung aus Glauben und Unglauben und eben deshalb auch eine Mischung aus guten und bösen Taten.</div><div><br></div><div>Dem entspricht das göttliche Vergelten. Es besteht nicht darin, dass dem Menschen eine Belohnung oder Bestrafung widerfährt im Sinne einer Gegenleistung für eine von ihm erbrachte oder verweigerte Leistung. Sondern Gottes Vergeltung besteht in der Vollendung dessen, was der Mensch mit seinen Taten wollte. So lässt Gott die menschlichen Taten zu ihrem Ziel kommen. Er tut dies aber so – und das ist wichtig –, dass er die bösen Anteile an unseren Taten ihrer Nichtigkeit preisgibt und sie vernichtet. Es bleiben also nur die guten Anteile an unseren Taten übrig – die Anteile, die ein Recht darauf haben, bestehen zu bleiben (1Kor 3,12-15).</div><div><br></div><div>Weil Gott so vergilt, stellt die Bibel die Vollendung unserer Taten als etwas Herrliches dar: Der das Gericht vollziehende Menschensohn kommt nach Mt 25,31 in Herrlichkeit und setzt sich auf den Thron seiner Herrlichkeit.</div><div><br></div><div>Das ewige Leben ist daher keine Gabe, in der alle Menschen einander gleichgemacht werden. Es ist im Gegenteil eine Gabe, die Unterschiede herstellt und in der Unterschiede bestehen bleiben: Jeder Mensch empfängt seinen eigenen Lohn, wie er seinem eigenen Handeln entspricht (1Kor 3,8b). Wobei mit "Lohn" eben keine Gegenleistung gemeint ist, sondern die Vollendung des menschlichen Handelns – auch wenn es, soweit es böses Handeln war, kein Recht auf Bestand hat und der Vernichtung preisgegeben wird. Der Mensch, der böse gehandelt hat, wird dadurch Anteile seiner Existenz verlieren und Schaden nehmen (1Kor 3,15a).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Aus dem Teufelskreis der Vergeltungen aussteigen!</div><div><br></div><div>Nun lässt sich kaum leugnen, dass das menschliche Vergelten gegenüber dem göttlichen einen entscheidenden Mangel hat: Unser Vergelten kann das Böse nicht vernichten und damit aus der Welt schaffen. Unser Vergelten fügt dem Bösen vielmehr ein weiteres Böses hinzu. Es potenziert also das Böse.</div><div><br></div><div>Das ist gerade im Nahostkonflikt deutlich zu beobachten. Eine Vergeltungstat folgt auf die andere. Dabei kommt es nicht zu einer Eindämmung des Bösen, sondern eher zu einer Eskalation. Vergeltung kann jedenfalls nicht deeskalieren. Wenn nicht eine der Krieg führenden Parteien auf Vergeltung verzichtet, findet der Vorgang des Vergeltens nie ein Ende. Der Krieg verewigt sich selbst.</div><div><br></div><div>Das gilt für alle Kriege. Sie können nur so enden, dass eine der Parteien aus der sich perpetuierenden Vergeltungslogik aussteigt oder zum Aussteigen gezwungen wird. Oder dass beide gemeinsam sich auf ein Ausstiegsszenario einigen.</div><div><br></div><div>Weil aber dieses Aussteigen aus der Vergeltungslogik so schwer ist und die Weigerung auszusteigen Leid und Tod mit sich bringt, macht es Sinn, dass die Bibel im Alten und Neuen Testament die Vergeltung durch Menschen verbietet und sie stattdessen Gott vorbehält (3Mo/Lev 19,18; 5Mo/Dtn 32,35; Röm 12,19; Hebr 10,30).</div><div><br></div><div>Im Neuen Testament wird darüber hinaus geboten, Böses nicht mit Bösem, sondern mit Gutem zu vergelten (Röm 12,17; 1Thess 5,15; 1Petr 3,9). Dem entspricht Jesu Forderung der Feindesliebe. Ich zitiere die unbekanntere Fassung nach Lukas (Lk 6,27f.32-35; vgl. Mt 5,43-48):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich sage euch, den Hörenden: Liebt eure Feinde! Handelt gut an denen, die euch hassen! Segnet die, die euch verfluchen! Betet für die, die euch misshandeln! [...] Wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben die, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen [etwas] leiht, von denen ihr hofft, [etwas] zurückzuerhalten, welchen Dank habt ihr? Auch Sünder leihen den Sündern [etwas], damit sie das gleiche zurückerhalten. Doch liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne zu hoffen, etwas zurückzuerhalten! Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein. Denn er ist gütig gegenüber den Undankbaren und Bösen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Wir sind aufgerufen, den Teufelskreis des Vergeltens, also der Potenzierung und Eskalation des Bösen, zu durchbrechen. Weil das Unrecht aber nach Gerechtigkeit schreit, gelingt das nur, wenn wir das Vergelten Gott überlassen. Wenn wir das tun, sind wir sogar in die Lage versetzt, Böses mit Gutem zu beantworten.</div><div><br></div><div>Denn für Gerechtigkeit wird Gott sorgen. Er wird die guten und bösen Taten zu ihrem Ziel führen, sie vollenden. Das Ziel des Bösen ist sein Vergehen; denn im ewigen Leben ist kein Platz für Böses. Das Ziel des Guten ist hingegen sein Bestehen; denn im ewigen Leben wird alles gut sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Das Teuflische menschlicher Vergeltung</div><div><br></div><div>Was gerade im Nahostkonflikt geschieht, ist das von Gott verbotene Vergelten, denn es potenziert das Leid. Doch in jedem Krieg wird Böses mit Bösem beantwortet. Nur in den seltensten Fällen wird damit Leid verringert; meist wird es vergrößert.</div><div><br></div><div>Das geradezu Teuflische daran ist, dass Vergeltung als etwas Normales, Selbstverständliches, ja als etwas Gutes angesehen wird, wenn es sich lange genug kulturell verankert hat. Dann gehört Vergeltung sozusagen zum Tagesgeschäft, das fraglos weitergeführt wird.</div><div><br></div><div>Und besonders perfide ist es, wenn Vergeltung dann auch noch mit einem biblischen Missverständnis begründet wird. Ungefähr so: Weil Gott Vergeltung übt, sollen wir es auch tun. Denn das Böse muss ausgerottet werden. Und daran sollen wir mitwirken, indem wir dem anderen mit gleicher Münze heimzahlen. Nur so spürt er, was er uns antut. Nur so kann er in seine Grenzen verwiesen werden.</div><div><br></div><div>Die Wahrheit aber sieht anders aus, wie der Nahostkonflikt gerade für jedermann sichtbar zeigt: Durch menschliches Vergelten werden Leid und Tod nicht ausgerottet, sondern potenziert.</div><div><br></div><div>Darum macht es Sinn, dass das Neue Testament gebietet, das Vergelten Gott zu überlassen und Böses mit Gutem zu beantworten. Das ist das uns zugute erlassene Gebot des Alten und des Neuen Testaments. Nur so können Leid und Tod verringert werden.</div><div><br></div><div>Die Welt wäre friedlicher, wenn wir uns daran halten würden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Zur Darstellung der politischen Geschehnisse siehe <a href="https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/krieg-in-israel-und-gaza-im-news-ticker-vom-29-juli-bis-4-august,UJugcuG" target="_blank" class="imCssLink">https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/krieg-in-israel-und-gaza-im-news-ticker-vom-29-juli-bis-4-august,UJugcuG</a> und <a href="https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/ereignisse-im-nahost-konflikt-aus-kw-31-im-rueckblick,UJF5cNW" target="_blank" class="imCssLink">https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/ereignisse-im-nahost-konflikt-aus-kw-31-im-rueckblick,UJF5cNW</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Siehe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vergeltung" target="_blank" class="imCssLink">https://de.wikipedia.org/wiki/Vergeltung</a>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Zum Folgenden siehe Etzelmüller: ... zu richten die Lebendigen und die Toten. S. 262-264.302.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Etzelmüller, Gregor: ... zu richten die Lebendigen und die Toten. Zur Rede vom Jüngsten Gericht im Anschluß an Karl Barth. Neukirchener Verlag. Neukirchen-Vluyn 2001.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Sand, Alexander: </span><span class="fs11lh1-15"><i>apodídomi</i></span><span class="fs11lh1-15">. In: Exegetisches Wörterbuch zum Neuen Testament. Hg. von Horst Balz und Gerhard Schneider. Verlag W. Kohlhammer. 2. Aufl. Stuttgart u.a. 1992. Band 1. Sp. 306-309.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 02 Aug 2024 12:46:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Taylor Swift und Jesus]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000255"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Taylor Swift und Jesus</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Ein Blick auf ihre Unterschiede im Gemeinsamen</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/07/2024</span></div><div><br></div><div>Taylor Swift bricht alle Rekorde. Die Künstlerin, deren Deutschland-Tournee in diesen Tagen zu Ende geht, gehört zu den erfolgreichsten Musikern aller Zeiten. Sie erhielt bereits zahllose Auszeichnungen und wurde von der Zeitschrift "Time" 2023 zur Person des Jahres gekürt. Von der Universität New York erhielt sie die Ehrendoktorwürde.</div><div><br></div><div>Viele haben schon versucht, dem Phänomen Taylor Swift auf die Spur zu kommen. Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber mich interessiert, was die Person Taylor Swift für Millionen Menschen so anziehend macht – und wie sich ihre Anziehungskraft zu der verhält, die Jesus auf viele Menschen ausübt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Die Künstlerin Taylor Swift</div><div><br></div><div>Ein wichtiger Grund für Taylor Swifts Anziehungskraft sind zweifellos ihre Songtexte. Swift schreibt ihre Texte selbst oder schreibt zumindest an ihnen mit und erzählt in ihnen Geschichten vom Leben. Oft geht es um Liebesbeziehungen, deren Probleme und Trennungen. Damit trifft sie offensichtlich ein Thema, das auch ihre Fans bewegt.</div><div><br></div><div>Swift verarbeitet darin auch ihre eigenen Erfahrungen. Dadurch wird sie zur Identifikationsfigur: Wer erlebt, was sie besingt, kann sich darauf berufen, dass Swift Ähnliches erlebt hat und es durchgestanden hat. Das macht Mut, im Schweren nicht zu verzweifeln, sondern es zu bewältigen: Wenn sie das geschafft hat, kann ich es auch schaffen.</div><div><br></div><div>Swift gibt dabei ihre eigene Verletzlichkeit zu. Als verletzlicher Mensch aber geht sie ihren Weg und bleibt sich treu. In ihrem Song <span class="fs14lh1-5"><i><span class="imUl"><a href="https://www.swr3.de/musik/poplexikon/lyrics/taylor-swift-willow-songtext-deutsche-uebersetzung-lyrics-100.html" target="_blank" class="imCssLink">Willow</a></span></i></span> singt sie von der Abhängigkeit von einem Mann, dem sie sich beinahe willenlos anpasst. Zugleich macht sie aber Mut, allen Erwartungen zum Trotz auch Nein zu sagen – selbst noch vor dem Traualtar (im Song <span class="imUl fs14lh1-5"><i><a href="https://www.azlyrics.com/lyrics/taylorswift/speaknow.html" target="_blank" class="imCssLink">Speak now</a></i></span>).</div><div><br></div><div>Darüber hinaus ermutigt sie Frauen, sich selbstbewusst für ihre Rechte einzusetzen – so, wie sie selbst es tat. Sie ließ sich von ihrem Plattenverlag nicht unter Druck setzen und forderte die Rechte der Künstlerinnen und Künstler an ihren Werken ein. Sogar gegen den mächtigen Apple-Konzern setzte sie sich durch.</div><div><br></div><div>Man hat auch versucht, Swift politisch zu vereinnahmen, was sie aber nicht zuließ. Stattdessen traut sie sich, politisch Stellung zu beziehen, auch wenn sie über politische Fragen nicht bis ins Letzte informiert ist, wie sie selbst zugibt. Offensichtlich äußert sie sich so, wie es der "gesunde Menschenverstand" ihr nahelegt. Zu ihrem Engagement gehört auch, dass sie sich für diffamierte Minderheiten einsetzt und immer wieder große Summen für wohltätige Zwecke spendet.</div><div><br></div><div>Musikalisch hat sie bereits mehrere Stilwechsel vollzogen. Das spricht für ihre musikalische Bandbreite und ihr Talent. Sicher ist ihre Musik Geschmackssache. Sie mag nicht besonders anspruchsvoll sein, aber die Melodien sind eingängig und zum Teil gut tanzbar. Sie machen Freude, und in Verbindung mit ihren Texten sprechen sie offensichtlich viele Menschen an. Ihre Texte werden auch von ihren Kritikern als literarisch gut beurteilt.</div><div><br></div><div>Bei alledem ist Swift sicher eine kluge Geschäftsfrau. Sie weiß, was sie tut und wie sie die Massen begeistern kann. Wenn sie in ihrem Song <i><span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://www.swr3.de/musik/poplexikon/lyrics/taylor-swift-anti-hero-songtext-deutsche-uebersetzung-lyrics-100.html" target="_blank" class="imCssLink">Anti-Hero</a></span></i> sich selbst als Anti-Heldin darstellt und von Depressionen spricht, von nächtlicher Unruhe, von als Altruismus getarntem Narzissmus und Planlosigkeit, könnte man das als unehrlich bezeichnen. Sie singt, dass sie nicht schlauer werde und nicht sexy sei, sondern ein Monster – alles andere als eine Heldin.</div><div><br></div><div>Wenn sie tatsächlich ihre Karriere dezidiert und überlegt plant, statt Depressionen Durchsetzungskraft zeigt und sich auf der Bühne sexy darstellen kann, könnte man ihr vorwerfen, dass sie sich geschickt in die Probleme vieler Menschen hineinversetzt und so tut, als sei sie selbst auch von diesen Problemen betroffen. Das scheint aber nicht wirklich der Fall zu sein.</div><div><br></div><div>Indem sie aber die Probleme vieler Menschen anspricht, auch wenn sie selbst offenbar nicht unmittelbar von ihnen betroffen ist, ist sie für ihre Fans eine Heldin. Sie wird als Pop-Ikone verehrt, und der damit oft verbundene Personenkult bleibt nicht aus, wird wohl auch von Swift gefördert, jedenfalls nicht von ihr eingedämmt. Der Personenkult ist im Musikgeschäft nichts Neues. Er kam mir persönlich immer schon bedenklich vor.</div><div><br></div><div>Ein weiterer Punkt wurde an ihr kritisiert, nämlich die Flüge mit ihrem Privatjet. Darunter waren auch sehr kurze Flüge. Der kürzeste dauerte nur 36 Minuten. Allein mit ihren Flügen soll sie zwischen Januar und Juli 2022 das 1.185fache einer Durchschnittsperson an <span class="fs14lh1-5">CO</span><span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span> ausgestoßen haben.</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, warum sie das tut. Ich kann mir aber vorstellen, dass ein Leben mit Stückeschreiben, Proben, Studioaufnahmen, Fototerminen, Konzerten usw. sehr einsam machen kann und dass sie diese Einsamkeit dadurch umgeht, dass sie zwischen all den Terminen kurz mal Familie oder Freunde besucht. Das könnte ich gut nachvollziehen.</div><div><br></div><div>Rechtfertigen will ich ihren enormen CO<span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span>-Ausstoß damit nicht. Wenn man ein Künstlerleben auf diesem Niveau führen will, braucht man vielleicht diese Möglichkeit des Privatjets, will man nicht irgendwann emotional verarmen oder seine Einsamkeit mit Drogen betäuben. Allerdings kann man wählen, ob man den CO<span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span>-Preis für dieses Leben zu zahlen bereit ist oder nicht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Der Wanderprediger Jesus</div><div><br></div><div>Taylor Swift kann man kaum mit Jesus vergleichen – zu unterschiedlich scheinen sie zu sein und zu unterschiedlich sind die Zeiten, in denen sie wirkten. Es war eine vollkommen andere Welt, in der Jesus lebte. Kurzzeitig jubelten die Massen auch ihm zu, als er in Jerusalem einzog (z.B. Mt 21,8f). Aber dieser Ruhm währte nur kurz. Wenig später forderten die Massen seine Kreuzigung (z.B. Mt 27,23-25).</div><div><br></div><div>Das Kreuz wurde zum wichtigsten Symbol der Christenheit. Am Kreuz hängt aber keine strahlende Siegerfigur, sondern ein einsam und qualvoll sterbender Wanderprediger, der gescheitert zu sein scheint. Dieser Gekreuzigte ist, für sich allein genommen, bestimmt keine Identifikationsfigur. Niemand möchte so enden wie er. Umso erstaunlicher, dass er bis heute unzählige Anhänger weltweit hat – wahrscheinlich weit mehr als Taylor Swift.</div><div><br></div><div>Ein Sterbender ist für uns niemals ein schöner Anblick. Jesus ist aber mehr als der am Kreuz Sterbende. Jesus hat vor seinem Tod etwa drei Jahre lang öffentlich gewirkt. Was wir von seinem aktiven Leben als Prediger wissen, ist uns in den biblischen Evangelien überliefert.</div><div><br></div><div>Die Evangelien sind Verkündigungsschriften. Sie sind auch erst einige Jahrzehnte nach Jesu Tod verfasst worden. Was wir dort lesen, ist nicht immer genau so geschehen. Aber die Evangelien bieten uns dennoch ein authentisches Bild dessen, was Jesus wollte, was er tat und sagte und wie er schließlich starb. Und sie erzählen einhellig davon, dass sein Tod nicht das Ende für ihn war.</div><div><br></div><div>Jesus war ein Mensch, der sich ganz den Schwachen seiner Zeit zuwandte. Er pflegte Gemeinschaft mit denen, mit denen damals niemand etwas zu tun haben wollte: offenkundige Sünder, Huren, Frauen, die heute manchmal "Schlampen" genannt werden, geldgierige Betrüger und Kollaborateure mit der römischen Besatzungsmacht. In der Bibel werden sie zusammengefasst "Zöllner und Sünder" genannt (z.B. Mt 9,10-12).</div><div><br></div><div>Außerdem wird berichtet, dass Jesus immer wieder Kranke heilte. Auch die Kranken gehörten zu den vom Gemeinschaftsleben Ausgeschlossen. Ein soziales Netz gab es nicht. Wer krank war und nicht für seinen Lebensunterhalt sorgen konnte, musste betteln. Jesus sah das Leid dieser Menschen und machte sie gesund – ohne Bezahlung, ohne Gegenleistung.</div><div><br></div><div>Jesus rief auch zu einer Veränderung des Lebens auf: zu echtem Glauben an Gott und zur wahrhaftigen Liebe zu den Mitmenschen. Er verkündete, dass nicht die irdischen Machthaber die Welt regieren, sondern der Gott, den er seinen Vater nannte. Dessen Reich des Friedens und der Gerechtigkeit sei bereits angebrochen (Mk 1,14f). Nicht der Kommerz, der sogar im Jerusalemer Tempel Einzug gehalten hatte, sollte das Leben bestimmen (z.B. Mt 21,12f). Das Leben bestimmen sollte vielmehr das Vertrauen zu Gott, der mitten im chaotischen Weltgeschehen, mitten in der gewalttätigen und ungerechten Welt Frieden und Gerechtigkeit wirkt (z.B. 1Mo/Gen 50,20; Mt 6,23-34).</div><div><br></div><div>Bei alledem war Jesus irdischen Freuden nicht abgeneigt. Er hat offensichtlich gern und gut in Gemeinschaft mit anderen gegessen, wie das Lukasevangelium an zahlreichen Stellen berichtet (z.B. Lk 5,29f; 15,1f). Und er hat auch die Freuden großer Feierlichkeiten genossen, wie es zum Beispiel von einer Hochzeitsfeier erzählt wird, deren Gelingen er sogar gerettet hat (Joh 2,1-11).</div><div><br></div><div>Jesu Botschaft kann man vielleicht so zusammenfassen: Ich bin bei euch, ich verlasse euch nicht, ich helfe euch in der Not. Ich bin gerade auch für die Außenseiter, Benachteiligten, Gemobbten und Gemiedenen da. Und für die, die schuldig geworden sind. Ich vergebe ihnen im Namen Gottes ihre Schuld. Darum glaubt an Gott und sein Handeln in der Welt. Wenn ihr das tut, werdet ihr niemals die Hoffnung verlieren.</div><div><br></div><div>Doch Jesu Botschaft und sein Handeln kamen bei denen, die damals religiös das Sagen hatten, nicht gut an. Solch große Nähe zu den "Zöllnern und Sündern" war ihnen dann doch zu viel. Darum beschlossen sie schließlich, Jesus zu beseitigen.</div><div><br></div><div>Jesus hätte sich dem gut entziehen können. Er hätte seine Gemeinschaft mit Zöllnern und Sündern einschränken können. Er hätte vor seinen Verfolgern ins Ausland fliehen können. Er hätte Gott zu Hilfe rufen können, damit er seine Verfolger sterben lässt (Mt 26,53). Doch Jesus hat all das nicht getan.</div><div><br></div><div>Warum nicht? Weil er seine Liebe zu den Zöllnern und Sündern durch keinen Kompromiss einschränken wollte. Weil er nicht einfach weglaufen und sie allein lassen wollte. Und weil er sogar seinen Verfolgern nicht das Leben nehmen wollte.</div><div><br></div><div>Jesus wollte lieber selbst Leid und Tod auf sich nehmen, statt anderen Leid und Tod zuzufügen.</div><div><br></div><div>So wurde er zum Verkannten und Verfolgten, schließlich zum grausam Hingerichteten. Aber nur so ist seine Liebe zu den Zöllnern und Sündern glaubwürdig geblieben. Alles andere hätte dazu geführt, dass man von ihm sagte: "Seht nur, der uns angeblich über alles liebt: Sein eigenes Leben ist ihm doch wichtiger als unseres."</div><div><br></div><div>Jesus starb also am Kreuz, weil er seine Liebe konsequent lebte. Wäre das sein Ende gewesen, könnte man nur den Schluss ziehen: Liebe zahlt sich doch nicht aus. Wer in dieser Welt liebt, bezahlt das mit seinem Leben. Und wenn er nicht mehr lebt, kann er nicht mehr lieben.</div><div><br></div><div>Doch Jesu Geschichte ging nach seinem Tod noch weiter. Das ist ein entscheidender Punkt des christlichen Glaubens: Jesus blieb nicht einfach tot – wie auch immer man sich das vorstellt. Er lebt ewig an der Seite Gottes. Und mit ihm lebt auch seine Liebe weiter.</div><div><br></div><div>Jesus liebt auch heute noch die Zöllner und Sünder. Er leidet mit den Kranken, mit den Ausgegrenzten, mit den Gequälten. Und er wird sein ewiges Reich aufrichten, von dem es in der Bibel heißt (Offb 21,3f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott wird bei ihnen [nämlich den Menschen] wohnen und [...] bei ihnen sein. Und er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, und kein Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste [nämlich die Welt des Leidens] ist vergangen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Was hier beschrieben wird, ist die letzte Zukunft der Welt. Und es ist das letzte Ziel der Hoffnung für alle, die an Jesus glauben.</div><div><br></div><div>Heute ist es schwer zu vermitteln, dass der am Kreuz gestorbene Jesus leben soll. Denn wir glauben nur, was wir mit unseren Augen sehen. Und dass es ein Leben nach dem Tod gibt, können wir nicht mit unseren Augen sehen.</div><div><br></div><div>Es ist aber ein schwaches Argument, dass es nur das geben kann, was wir mit unseren Augen sehen können. Denn warum sollte es eigentlich nicht mehr geben als das, was uns vor Augen ist?</div><div><br></div><div>Das Symbol des Kreuzes, das für die Christenheit zum Siegeszeichen geworden ist, funktioniert nur, wenn man die Voraussetzung mitmacht: dass Jesus nach seinem Tod am Kreuz ins Leben zurückgekehrt ist. Und zwar in ein anderes, vollkommenes Leben bei Gott.</div><div><br></div><div>Wenn man diese Voraussetzung mitmacht, wird das Kreuz zum Symbol der Hoffnung für alle, die so elendig dran sind wie Jesus am Kreuz: zum Symbol der Hoffnung für die Verfolgten, Gequälten, Verurteilten, Gemobbten, Ausgegrenzten, schuldig Gewordenen und so weiter und so fort.</div><div><br></div><div>Insofern war Jesus ein Anti-Held: keiner, der im hellen Scheinwerferlicht von den Massen bejubelt wurde. Sondern einer, der seine liebevolle Hinwendung zu den Menschen teuer bezahlte, weil er um jeden Preis an ihr festhalten wollte. Einer, dem es nicht um sich selbst ging.</div><div><br></div><div>Mit dem Begriff Anti-Held sind wir wieder bei Taylor Swift gelandet. Denn sie hat sich ja selbst als Anti-Heldin bezeichnet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Die Unterschiede im Gemeinsamen</div><div><br></div><div>Taylor Swift ist für viele ihrer Fans eine Heldin, auch wenn sie sich als das Gegenteil bezeichnet. Dass Popstars als Helden verehrt werden, ist aber nichts Neues. Meine musikalischen Helden in der Jugend waren unter anderem die Beatles, die Rolling Stones, Deep Purple und Led Zeppelin. Manche von ihnen zierten auf großen Postern mein Jugendzimmer.</div><div><br></div><div>Im Jahr 1971 wurde die Rockoper <span class="imUl fs14lh1-5"><i><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_Christ_Superstar" target="_blank" class="imCssLink">Jesus Christ Superstar</a></i></span> von Andrew Lloyd Webber in New York uraufgeführt. Darin wurde Jesus als eine Art Held gefeiert. Jesus eignet sich allerdings überhaupt nicht für die Rolle eines Superstars nach unseren heutigen Vorstellungen. Es ist schon merkwürdig: Taylor Swift, die ohne Frage ein Superstar ist, stellt sich als Anti-Heldin dar; und Jesus, der zu unseren Vorstellungen von einem Superstar absolut nicht passt, wird eine Helden-Rolle zugeschrieben.</div><div><br></div><div>Trotz der kolossalen Unterschiedlichkeit zwischen Jesus und Taylor Swift gibt es aber auch Gemeinsamkeiten. Es zeigt sich dabei, dass das, was beide miteinander verbindet, sie zugleich voneinander unterscheidet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Identifikationsfiguren</div><div><br></div><div>Man kann wohl sagen, dass sowohl Jesus als auch Taylor Swift in jeweils ihrer Weise Identifikationsfiguren sind. Mit dem gekreuzigten Jesus möchte sich wahrscheinlich niemand einfach identifizieren. Aber wenn man Jesu Leben bedenkt und seinen Tod als äußerste Konsequenz seiner Zuwendung zu den Schwachen und Verachteten versteht, kann er als Vorbild und Identifikationsfigur dienen. Er war ja der Menschenfreund, der für die Benachteiligten und Vergessenen auf der Schattenseite des Lebens da war, und zwar so sehr, dass er für sie sein eigenes Leben hingab.</div><div><br></div><div>Eine Menschenfreundin ist wahrscheinlich auch Taylor Swift. Dass sie große Summen spendet, zeigt, dass sie nicht alles für sich allein haben will, sondern auch an die in Not Geratenen denkt. Das macht ihre Liedtexte, mit denen sie Menschen Mut macht, ein Stück weit glaubwürdig und trägt dazu bei, dass man sich mit ihr identifiziert. Man möchte ein Stück weit so sein wie sie: so mutig, so menschenfreundlich und vielleicht auch so reich und berühmt.</div><div><br></div><div>Genau das ist aber auch Swifts Problem: Sie ist nicht wirklich in derselben Situation wie ihre Fans. Sie lebt auf einem anderen Niveau. Das unterscheidet sie von Jesus, der nicht mehr besaß als seine Jüngerinnen und Jünger. Und er pflegte die Nähe zu den sozial Geächteten, um ihnen durch seine Gemeinschaft mit ihnen Mut zu machen. So können sich gerade die Armen und Verachteten auch heute noch mit Jesus identifizieren. Schließlich wurde ja auch Jesus ein Verachteter.</div><div><br></div><div>Taylor Swift ist ein Beispiel für die Fähigkeit der Musik, Menschen in den Tiefen ihrer Seele anzusprechen, ihnen Freude zu bereiten und ihnen Mut zu machen. Auch für mich hatte Musik in meiner Jugend eine große Bedeutung. Das schloss aber nicht aus, dass auch Jesus für mich wichtig war. Heute gibt es sogar christliche Rockmusik. Wenn sie ehrlich gemeint ist und keinen Personenkult pflegt, kann sie junge Menschen für Jesus Christus begeistern. Das sollte den Kirchen, die ihre Gottesdienstpraxis hauptsächlich an Jahrhunderte alten Traditionen und Gesängen orientieren, zu denken geben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Mutmacher</div><div><br></div><div>Taylor Swift kann anderen Menschen Mut machen, weil sie begabt, gesund, leistungsfähig und erfolgreich ist. Und ihre Ermutigung besteht darin, es ihr gleichzutun: gegen Widerstände anzugehen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, Enttäuschungen zu überwinden und für die eigenen Rechte zu kämpfen. Was aber, wenn das nicht möglich ist, weil die Gegenmächte zu groß sind oder die eigenen Kräfte nicht ausreichen?</div><div><br></div><div>Ich will damit sagen, dass der menschlichen Durchsetzungsfähigkeit Grenzen gesetzt sind. Es ist nichts dagegen einzuwenden, das eigene Leben mutig und kraftvoll in die Hand zu nehmen. Man sollte sich jedoch klarmachen, dass die Selbstbestimmung an Grenzen stößt. Eine Krankheit, ein Trauma oder einfach die Begegnung mit einem, der mehr Macht hat als ich selbst, können der Selbstverwirklichung schnell ein Ende setzen.</div><div><br></div><div>Jesus machte den Menschen Mut, indem er ihnen die unverbrüchliche Liebe Gottes verkündete und ihnen selbst mit Liebe begegnete. Er wusste um die Grenzen menschlicher Kräfte und verwies deshalb auf die Kraft Gottes. Er machte Mut und Hoffnung sogar über den Tod hinaus. Spätestens angesichts des Todes müsste allen Menschen klar sein, dass ihre Kräfte zur Selbsthilfe begrenzt sind – und dass dann nur einer helfen kann, der stärker ist als der Tod.</div><div><br></div><div>Damit soll nichts gegen ermutigende Worte, Freude bereitende Musik, Tanz und Begeisterung gesagt sein. Das alles kann die Lebenskraft fördern. Es soll aber davor gewarnt werden, die eigenen Kräfte zu überschätzen – und bei ihrem Versagen in ein umso tieferes Loch zu fallen. Träume können schnell zerplatzen, wenn unsere Kräfte uns verlassen. Eine Lebenskrise mag stärker sein als unsere Selbstheilungskräfte. Freunde können uns verlassen, <span class="fs14lh1-5">ohne dass wir sie aufhalten können.</span><span class="fs14lh1-5"> Dann hilft nur, einen Freund zu haben, der uns niemals verlassen wird. Der für uns durchs Feuer geht – oder ans Kreuz. Ein Gott, mit dem man über Mauern springen kann (Ps 18,30).</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">c) Begeisternde</div><div><br></div><div>Es geht also, wenn wir anderen Mut machen wollen, darum, ehrlich zu sein, das heißt die eigenen Grenzen und die der anderen nicht zu verschweigen. Sonst endet die Begeisterung schnell in einer Enttäuschung.</div><div><br></div><div>Taylor Swift kann mit ihrer Musik und ihren Texten begeistern. Jesus begeistert bis heute unzählige Menschen mit seiner Botschaft und seinen Taten. Aber Begeisterung ist ein zweischneidiges Schwert. Denn wenn sie nicht in der Tiefe der Seele gründet, ist sie nur ein kurzfristiges Gefühl, von dem man sich mitreißen lässt – und das schnell verpufft, wenn das Leben mit seinen ungelösten Problemen uns wieder einholt.</div><div><br></div><div>Anhaltende Begeisterung ist eine langsam wachsende Pflanze im Herzen. Sie geht durch Höhen und Tiefen und wächst an beidem. Sie ist keine kurzzeitige Emotion, sondern ein dauerhaftes Lebensgefühl. In diesem Sinne kann man sich für Jesus begeistern. Dieses Lebensgefühl geht auch durch Zweifel und Enttäuschungen hindurch und hält dennoch an Jesus fest.</div><div><br></div><div>Natürlich gehören auch kurzfristige Begeisterungen und Erlebnisse der Freude zu unserem Leben. Sie sind unbedingt notwendig und können über Schweres hinwegtragen. Das Verdienst Taylor Swifts und aller Popstars ist es, solche Erlebnisse erzeugen zu können.</div><div><br></div><div>Darüber hinaus aber brauchen wir etwas, das langfristig wirkt, das uns lebenslang Halt gibt – bis hin zu den tiefsten Krisen unseres Lebens. Etwas – oder besser gesagt: einen, der von Depressionen nicht nur singt, sondern in ihnen nicht von unserer Seite weicht und sie mit uns erträgt. Einen, mit dem wir in unseren Stunden der Angst sprechen können. Einen, der uns Befreiung von Krieg, Krankheit und Tod versprochen hat und seine Versprechen halten wird.</div><div><br></div><div>So haben Künstlerinnen wie Taylor Swift ihre Berechtigung und tragen ihren Teil zu unserem Glück bei. Die Freude, die mir die Beatles und andere Bands machten, haben mein Leben bereichert. Das Konzert Paul McCartneys in Köln, das ich erlebte, werde ich nie vergessen.</div><div><br></div><div>Und doch weiß ich, dass all dies zwar ein bereicherndes, aber ein kleines und vergängliches Glück ist. Und dass das größte Glück meines Lebens eben jener Jesus ist, der die Liebe Gottes verkündet und gelebt hat. Und der durch Leid und Tod hindurch zum unvergänglichen Leben gekommen ist.</div><div><br></div><div>Er hat allen, die sich mit ihm identifizieren und in der Tiefe der Seele für ihn begeistern, versprochen, dass sie denselben Weg gehen werden: durch Leid und Tod hindurch zu einem unvergänglichen Glücklichsein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Verwendete Quellen zur Person Taylor Swift:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Taylor_Swift</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.swr.de/swrkultur/musik-jazz-und-pop/popikone-und-beste-freundin-warum-lieben-alle-taylor-swift-swr2-forum-2024-02-05-100.html</span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://www.swr.de/swrkultur/musik-jazz-und-pop/taylor-swift-10-fakten-um-den-hype-zu-verstehen-102.html</span></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: ktphotography auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 26 Jul 2024 06:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ist Gott allwissend? Und wenn ja, wozu?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000254"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ist Gott allwissend? Und wenn ja, wozu?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Augenzwinkernde Gedanken über eine Eigenschaft Gottes</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/07/2024</span></div><div><br></div><div>Das Schild auf dem Foto oben habe ich an einer Holzwand gesehen. "Der liebe Gott weiß alles – die Nachbarschaft noch mehr!" Das ist doch endlich mal 'ne klare Aussage über Gott. Und zugleich über die Nachbarschaft. Jedenfalls, wenn man es mit Humor sieht. Und außerdem hängt das Schild auch noch in aller Öffentlichkeit, an der es jeder sehen kann. Also eine echt missionarische Maßnahme. Ich fand es jedenfalls lustig und habe gleich ein Foto davon gemacht.</div><div><br></div><div>Es wäre doch toll, wenn mehr Menschen bei uns sich trauen würden, ihre Glaubensüberzeugung an die Hauswand oder Haustür zu heften.</div><div><br></div><div>Also der liebe Gott weiß alles. Darin stecken zwei Aussagen: Erstens, dass Gott lieb ist. Und zweitens, dass er alles weiß. Jedenfalls fast alles. Denn die Nachbarn wissen eben noch etwas mehr als der liebe Gott. Und darum sind die Nachbarn eben nicht lieb wie der liebe Gott, sondern einfach nur Nachbarn. Ohne "lieb". Die wissen zu viel.</div><div><br></div><div>Wer zu viel weiß – das kennt man aus Western und Krimis –, muss das manchmal mit dem Leben bezahlen. Denn wer zu viel weiß, ist gefährlich. Schließlich hat jeder das Recht auf Privatsphäre. Auch der Gauner. Oder du und ich. Eine ziemlich ätzende Vorstellung, dass jemand alles über mich weiß. Wirklich alles! Big brother hoch drei. Nee, das macht mich fertig. Wenn der das weitererzählt. So einer muss zum Schweigen gebracht werden.</div><div><br></div><div>Blöde Nachbarn! Da ist uns der liebe Gott schon lieber, der weiß eben nur fast alles. Der wahrt unsere Privatsphäre. Vielleicht heißt er auch deshalb der "liebe" Gott.</div><div><br></div><div>Aber ehrlich gesagt: Irgendwie erscheint mir das nun doch unlogisch. Stehen jetzt die Nachbarn über dem lieben Gott? Sind sie die Übergötter? Oder ist der liebe Gott nur ein Göttlein, weil er ja nicht wirklich alles weiß? Aber warum sagt man dann, er sei allwissend?</div><div><br></div><div>Fragen über Fragen! Warum wird eigentlich alles so schwierig, wenn man über Gott nachzudenken anfängt?</div><div><br></div><div>Also die Theologen, die müssen es ja wissen. Die haben das ja studiert. Und die sagen: Gott ist allwissend.</div><div><br></div><div>Aber wenn man erst Theologen fragt, dann wird es meistens noch schwieriger. Denn die stellen dann gleich die nächste Frage: Was heißt das denn, dass Gott allwissend ist?</div><div><br></div><div>Also, allwissend ist doch allwissend, oder? Bei den Theologen aber nicht.</div><div><br></div><div>Die sagen dann zum Beispiel so Sätze wie: "Gottes Allwissenheit ist kein abstraktes Alles-wissen, sondern ein konkretes Wissen um die Zukunft mit dem Ziel, Gutes zu wirken und Heil zu schaffen."</div><div><br></div><div>Uff! Wer soll das denn verstehen? Also ist Gott jetzt allwissend oder nicht?</div><div><br></div><div>Man kann das ja wohl auch etwas verständlicher ausdrücken. Vielleicht so: Gott ist allwissend, um Gutes zu bewirken. Sein Allwissend-sein besteht nicht darin, einfach alles zu wissen, und das war's. Gottes Allwissend-sein ist keine megagroße Festplatte, auf der die bloßen "harten" Fakten gespeichert sind; also wo alles ganz "objektiv" und ohne persönliche Anteilnahme festgehalten ist, was jemals im Universum geschah und geschehen wird.</div><div><br></div><div>Wir sind ja heute technisch denkende Menschen. Da kann man ein Gehirn schon mal mit einer Festplatte vergleichen. Aber Gottes Gehirn ist keine Festplatte. Und Gott ist kein PC.</div><div><br></div><div>Also liegt Gottes Alles-Wissen nicht einfach auf einem Speichermedium rum und verkümmert dort, weil Gott sich gar nicht dafür interessiert. So wie unsere zigtausend Fotos, die wir uns nie wieder ansehen werden.</div><div><br></div><div>Aber Moment mal! Wer sagt denn, dass Gott sich unsere Vergangenheit nicht mehr ansieht? Es gibt doch noch das Jüngste Gericht (zitter). Und da könnte Gott doch – o Graus – unsere Vergangenheit von der Festplatte abrufen und daraus seine Anklageschrift zusammenstellen.</div><div><br></div><div>Oh Mann, dann sieht's aber übel aus! Dann werden die Bücher geöffnet, steht irgendwo in der Bibel. Sind das die Ordner mit unseren Verfehlungen, nach denen der Richter uns dann verurteilt?</div><div><br></div><div>"Ja aber", sagen jetzt wieder die Theologen. Wie gesagt, wenn man die fragt, wird's schwierig. "Ja, aber Gott meint es doch gut mit uns" sagen die Theologen. "Der Richter ist Jesus Christus (z.B. Joh 5,22;2Kor 5,10). Und der ist ein Friedensrichter. Der will uns nicht fertig machen, sondern zurecht bringen. Darum muss die Wahrheit mal auf den Tisch. Und wenn wir dann nicht starrköpfig sind, sondern unsere Schuld einsehen, wird Christus uns gnädig sein. Jedenfalls können wir darauf hoffen. Denn wir wollen ja seinem Urteil nicht vorgreifen. Aber Christus war ja schon zu Lebzeiten ausgesprochen gnädig. Darum können wir auch auf seine Gnade im Jüngsten Gericht vertrauen, wenn wir sein Gnadenurteil annehmen."</div><div><br></div><div>Soweit die Theologen. Jedenfalls einige. Andere behaupten was anderes. Es gibt ja auch viele <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?theorien-ueber-die-hoelle" class="imCssLink">Theorien über die Hölle</a></span>. Also bleibt in der wichtigen Frage, was im Jüngsten Gericht eigentlich passiert, alles ziemlich unklar. Sogar die Theologen sind sich da nicht einig.</div><div><br></div><div>Aber ehrlich gesagt: Dass unser ganzes Leben in allen Einzelheiten, und vor allem unsere bösen Gefühle, Gedanken und Taten und unser aller ziemlich halbseidener Glaube und ziemlich großer Unglaube – dass das alles nur deshalb auf einer himmlischen Festplatte gespeichert ist, damit es am Ende gegen uns verwendet werden kann – das widerspricht irgendwie meiner Vorstellung von Gott. Dann wäre Gott ja doch wieder der Big brother und wäre denjenigen Nachbarn sehr ähnlich, die unsere Sünden auch nur deshalb genau registrieren, um uns später einen Strick daraus zu drehen.</div><div><br></div><div>Da scheint es Gott schon näher zu kommen, dass sein Alles-Wissen erstens kein Datenmüll ist und zweitens auch nicht dazu dient, uns den Garaus zu machen, sondern dass sein Alles-Wissen ein konkretes Ziel hat: nicht zu verurteilen, sondern Gutes zu bewirken. Schließlich ist ja Gott Liebe und nicht Verdammung (1Joh 4,8.16). Und seine Gnade ist unendlich viel größer als sein Zorn (2Mo/Ex 34,6f; 5Mo/Dtn 5,9).</div><div><br></div><div>Also nehmen wir mal an, Gott weiß alles, um Gutes zu bewirken. Er kennt unsere Vergangenheit, um uns zurecht zu bringen, und er kennt unsere Zukunft, um uns vor Unheil zu bewahren. Also das wäre dann ein echt "lieber" Gott. Keiner wie ein lieber Teddybär, aber einer, den man ernst nehmen kann und vor dem man trotzdem keine Angst haben muss, sondern dem man sich anvertrauen kann.</div><div><br></div><div>Gottes Alles-Wissen wäre dann wirklich kein abstraktes Sammeln von Fakten ohne Sinn und Zweck und auch nicht, um uns wie ein Scharfrichter zu verurteilen. Sondern Gottes Alles-Wissen wäre ein konkretes Wissen, weil Gott so ist, wie der Mensch Jesus Christus war: Er wollte helfen, heilen und unser Leben zum Guten wenden. Das will Gott auch. So, wie es einmal beim Propheten Jeremia steht (Jer 29,11f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ich kenne die Pläne, die ich über euch hege,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>spricht Gott,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Pläne zum Heil und nicht zum Unheil,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>um euch Zukunft und Hoffnung zu geben.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Und ihr werdet mich anrufen,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>werdet hingehen und zu mir beten,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und ich werde euch erhören.</i></span></div><div><br></div><div>Ach ja, und dass Gott um die Vergangenheit weiß, hat auch einen konkreten Grund: Er nimmt teil an unseren Leiden, er fühlt mit uns und leidet mit uns. Das klingt sehr ungöttlich, aber sorry: Gott ist eben ganz anders, als wir ihn uns oft vorstellen. Das ist übrigens der Grund dafür, dass viele mit Gott nichts anfangen können: Sie stellen ihn sich einfach falsch vor. Mit einem Big Brother-Gott wollte ich auch nichts zu tun haben.</div><div><br></div><div>Also Gott ist nicht ohne alles Leid, wie wir meinen, dass es sich für einen Gott gehört. Sondern er ist voller Mitleid mit uns und voller Anteilnahme an unserem Leid. Siehe wieder Jesus Christus. Gott hat ja schon vor Urzeiten am Leid des Volkes Israel Anteil genommen und ihm aus der Not herausgeholfen (2Mo/Ex 3,7.8a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und Gott sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Schreien über ihre Bedränger gehört; ja, ich kenne ihre Leiden. Und ich bin herabgekommen, um sie aus der Gewalt der Ägypter zu retten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dass Gott um unsere vergangenen und gegenwärtigen Leiden weiß, hat also den Grund, dass er uns davon befreien will. Ist doch cool, oder?</div><div><br></div><div>Okay, er befreit uns nicht unbedingt sofort davon und vielleicht auch nicht so, wie wir es erwarten. Gott ist ja kein Wunscherfüllungsautomat, in den man Geld einwirft, und dann kann man sich das Gewünschte ziehen. Manchmal lässt Gottes Hilfe ziemlich lange auf sich warten. Oder – das finden wir nicht so cool – sie kommt erst nach dem Tod. Aber dafür dauert sie dann ewig.</div><div><br></div><div>So, zum Schluss fasse ich mal alles kurz zusammen:</div><div><br></div><div>1. Gott weiß alles, indem er an allem teilnimmt und alles mitfühlt.</div><div><br></div><div>2. Gott kennt unsere Übeltaten, um uns mit der Nase auf sie zu stupsen, damit wir uns bessern.</div><div><br></div><div>3. Gott kennt unsere Leiden und leidet mit, um uns von den Leiden zu befreien.</div><div><br></div><div>4. Gott kennt unsere Zukunft, um uns auf guten Wegen zum Ziel zu geleiten.</div><div><br></div><div>5. Gott weiß mehr als unsere Nachbarn. Die wissen eigentlich nichts von uns.</div><div><br></div><div>6. Gott will uns nicht wie manche Nachbarn einen Strick drehen, sondern uns von allen Fallstricken und</div><div> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Verstrickungen befreien.</div><div><br></div><div>Da fällt mir nur noch ein: Halleluja! – Lobt den Herrn. Und verurteilt nicht die Nachbarn!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 18 Jul 2024 15:56:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000252"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen"</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine Deutung des Rilke-Gedichtes</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/07/2024</span></div><div><br></div><div>Vor ein paar Tagen traf ich während einer Wanderung auf eine Schautafel mit einem Gedicht von Rainer Maria Rilke. Das Gedicht kannte ich schon; ich fand es aber schön, mitten im Wald daran erinnert zu werden. Neben der Schautafel war ein dicker durchgesägter Baumstumpf aufgestellt, auf dem man, passend zum Gedicht, die Jahresringe des Baumes sehen konnte.</div><div><br></div><div>Hier das bekannte Rilke-Gedicht:</div><div><br></div></div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">die sich über die Dinge ziehn.</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">aber versuchen will ich ihn.</span></i><br><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">und ich kreise jahrtausendelang;</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm</span></i><br><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">oder ein großer Gesang.*</span></i></span></div></div><div><div><br></div><div>Rilke vergleicht das Leben mit den Jahresringen eines Baumes. Ein Ring legt sich um den anderen, und mit jedem Ring wird der Stamm dicker. So baut sich unser Leben auf von kleinen Ringen hin zu immer größeren. Erfahrung reiht sich an Erfahrung, und der Reichtum unserer Erfahrungen wächst mit jedem Lebensjahr.</div><div><br></div><div>Die Ringe ziehen sich über die Dinge, sagt Rilke. Versteht man die "Dinge" als die materielle Dimension unseres Lebens, dann werden sie durch die sich darüberlegenden Ringe überdeckt. Nicht das Materielle an sich, also das Dingliche und Sachliche, auch Technische ist das, was uns weiterführt. Den Reichtum unseres Lebens machen vielmehr unsere Erfahrungen aus, unser geistig-seelisches Erleben und Empfinden.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Mir scheint es manchmal, dass viele Menschen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf2">eingefangen sind vom Materiellen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wenn ich durch den Wald wandere, erlebe ich Licht- und Schattenwurf, unendlich viele Grüntöne und andere Farben, nehme das Singen der Vögel wahr, erfahre mich als einen Teil der Schöpfung und empfinde große Dankbarkeit für den Reichtum des göttlichen Schaffens. Ich erlebe die Schöpfung nicht als bloße Natur, als physisches "Ding", das man sezieren und analysieren kann, sondern als Liebesgabe Gottes an mich und von daher mich selbst als geliebtes Geschöpf Gottes.</div><div><br></div><div>Wir leben inmitten von Materie und sind selbst Materie. Aber wir sind zugleich unendlich viel mehr als Materie, und wer die Welt und sich selbst auf Materie reduziert, ist ein armer Mensch.</div><div><br></div><div>Mir scheint es manchmal, dass viele Menschen so eingefangen sind vom Materiellen, dass sie den Sinn für das echte Leben verloren haben. Man kann so weit kommen, dass man nur noch das Dingliche des Lebens sieht. Dann wird alles zum bloßen Ding, zu einer Sache: Pflanzen, Tiere, die Mitmenschen – und auch ich selbst. Sachlichkeit oder auch Technologie entscheiden dann über Leben und Tod: Die bessere Technologie bringt Gewinne; das sachliche Argument verschafft mir Macht; die Verdinglichung aller Beziehungen vermeidet Leiden und hilft mir, mich durchzusetzen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Wer das Leben verachtet, muss sich nach dem Tod sehnen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wirtschaftsleben, Politik, Beziehungen: In all diesen Bereichen gibt es Entfremdung vom Lebendigen, vom Wahrnehmen des Anderen mit seinen Bedürfnissen, vom Mitleiden mit seinen Schmerzen, vom zärtlichen Umgang miteinander. Anstelle des bereichernden Wahrnehmens und Einfühlens regiert das Streben nach Profit, Macht und sezierender Analyse.</div><div><br></div><div>Damit soll prinzipiell nichts gegen analytisches Forschen und Handeln gesagt sein; es bringt uns enorme Fortschritte, zum Beispiel im medizinischen Bereich. Aber es birgt auch Gefahren. Das verdinglichende wirtschaftliche und politische Denken und Handeln der Gegenwart scheint mir mehr denn je geprägt zu sein von Härte, Selbstsucht und Lebensverachtung. Wer aber das Leben verachtet, muss sich nach dem Tod sehnen.</div><div><br></div><div>Es ist schwer, sich in einer solchen Kultur den Sinn für das Lebendige zu bewahren. Möglicherweise hatte Rilke das im Blick, als er selbstkritisch formulierte, dass er den letzten Ring vielleicht nicht vollbringen werde. Der letzte Ring ist vielleicht nicht einfach der <span class="fs14lh1-5"><b>zeitlich </b></span>letzte, sondern der <span class="fs14lh1-5"><b>entscheidende</b></span>, der <span class="fs14lh1-5"><b>letztgültige</b></span>, der dem Leben eine es erfüllende Richtung gibt und es zu einem gelungenen Abschluss bringt. Was steht als Überschrift über meinem Leben und als Summe an seinem Ende? Werde ich den Sprung in die Freiheit, den Sprung vom rein Materiellen zum Empfinden des Göttlichen geschafft haben?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Man kann ein religiöser Mensch sein und von Gott nichts wissen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das lyrische Ich des Rilke-Gedichts kreist um Gott, den uralten Turm, und zwar schon Jahrtausende lang. Das galt wohl auch von Rilke selbst. Es ist die Suche nach Gott, die sein ganzes Leben prägte. Er tat damit nichts anderes als das, was Menschen seit Jahrtausenden tun (Apg 17,28).</div><div><br></div><div>Ein Turm ist etwas Feststehendes, Herausragendes, Unübersehbares – ein uralter Turm zumal. Gott mit solch einem Turm zu vergleichen, macht mir Schwierigkeiten. Man könnte die Religion als einen uralten Turm bezeichnen. Die Religion ist aber nicht Gott. Religiös sein heißt noch nicht, im christlichen Sinne ein Glaubender zu sein. Darum ist die Gefahr groß, dass wir um die Religion kreisen und nicht um Gott.</div><div><br></div><div>Die Religion ist Menschenwerk: menschliche Gedanken und Worte über Gott und über die ihm entsprechenden Handlungen. Man kann sich lange und intensiv mit Religion beschäftigen und dennoch Gott verfehlen. Man kann ein religiöser Mensch sein und von Gott nichts wissen.</div><div><br></div><div>Niemand ist davor gefeit. Unser Wissen um Gott ist immer begrenzt und von Religion verstellt. Nur Gott selbst offenbart nach christlichem Verständnis sich selbst durch religiöses Menschenwerk. Darum ist es eine Gnade, durch den Schleier der Religion hindurch etwas von Gott wahrzunehmen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2"><i>Wenn Gott ein Gesang ist und ich in sein Singen einstimme,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf2">dann werde ich selbst zum Gesang</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Für Rilke steht am Ende das Nichtwissen: Bin ich ein Falke, der den Turm umkreist und an ihm sein Nest baut, dem der Turm also eine vorübergehende Heimat ist? Oder bin ich ein Sturm, der den Turm umweht, ihn auf seine Standfestigkeit erprobt, aber nicht bei ihm bleiben kann, sondern an ihm vorbeizieht, dem nächsten Ziel entgegen? Oder bin ich ein großer Gesang, der den Turm umgarnt, ein Gesang von irgendwoher, klingend und verklingend und wieder aufklingend, vom Winde verweht, schwach, kaum hörbar und dennoch unglaublich schön gerade in seiner leisen Sanftmut und Zerbrechlichkeit?</div><div><br></div><div>Für Rilke bleibt die Frage offen. Mich erinnert Rilkes Rede vom großen Gesang an ein anderes Lied. Es ist das Lied <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?vom-gesang-gottes" class="imCssLink">Ich glaub' an einen Gott, der singt</a></span> von Winfried Pilz. Der Refrain und die erste Strophe dieses Liedes lauten:</div><div><br></div></div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Ich glaub' an einen Gott, der singt,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">von dem alles Leben klingt.</span></i><br><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Ich glaube, Gott ist Klang,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">sein Wesen ist Gesang.</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Er singt als schönstes Stück</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">die Liebe und das Glück.</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Wer singt, die Quelle trinkt,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">die tief in Gott entspringt,</span></i><br><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">sein Sehnen wird erfüllt,</span></i><br><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das Leben ihm enthüllt.</span></i></span></div></div><div><div><br></div><div>Dieses Lied hat sicher nicht die lyrische Kraft von Rilkes Gedicht. Aber ich finde, dass es ein ungewohntes und schönes Gleichnis für Gottes Wesen formuliert.</div><div><br></div><div>Hier wird Gott als Gesang bezeichnet. Ein singender und klingender Gott. Er singt die Liebe und das Glück. Alles Leben, die ganze Schöpfung, hat ihren Klang von diesem Gott her. Ich erlebe etwas davon, wenn ich durch die Schöpfung wandere. Dann kann sich das Gefühl einstellen, dass mir Gott selbst begegnet – der singende, Liebe und Glück aus sich heraussetzende Gott, der selbst nichts anderes als Gesang ist. So wie er nach dem biblischem Wort nichts anderes als Liebe ist (1Joh 4,8.16).</div><div><br></div><div>Die Liebe hat etwas Singendes. Und wenn es im Neuen Testament heißt, dass diejenigen, die von Gottes Geist erfüllt sind, in diesem Geiste Gesänge anstimmen, dann muss Gott selbst, metaphorisch gesprochen, so etwas wie ein Gesang sein (Eph 5,18b.19).</div><div><br></div><div>Wer sich diesem Gesang anschließt, wer begnadet ist, sich ihm anschließen zu können, dem erschließt sich, was Leben bedeutet. Das Sehnen hat ein Ende, das Kreisen um den Turm kommt zur Ruhe. Die Frage nach sich selbst findet eine Antwort.</div><div><br></div><div>Wenn Gott ein Gesang ist und ich in sein Singen einstimme, dann werde ich selbst zum Gesang – zum Gesang Gottes, zu seinem geliebten Geschöpf. Ich weiß dann um das Nicht-Materielle, das in Wahrheit das Leben ausmacht, auch wenn es kein Leben ohne Materie gibt. Ich lebe, indem ich Gottes Gesang mitsinge, die Liebe und das Glück. Und ich entsage den bloßen harten Fakten, der strikten, alleinherrschenden Sachlichkeit, auf deren Altar die Menschlichkeit geopfert wird. Wenn wir mit Gott sein Lied singen, dann öffnen wir uns für die Welt des Schönen, der Liebe und der Erfüllung.</div><div><br></div><div>Dann werden wir zum großen Gesang, aus dem die Liebe zu Gott und zu allen Geschöpfen klingt. In diesem Singen kommen wir endlich zu unserer Bestimmung und zu uns selbst.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Zitiert aus: Rainer Maria Rilke: Die schönsten Gedichte. Insel Taschenbuch 4053. Insel Verlag, 10. Aufl. Berlin 2020. S. 50.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Zum Lied "Ich glaub' an einen Gott, der singt" siehe auch den Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?vom-gesang-gottes" class="imCssLink">Vom Gesang Gottes</a></span>.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Fotos: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 09 Jul 2024 14:49:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gott ist sauer]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000251"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gott ist sauer</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie wir ihn zum Lächeln bringen</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/07/2024</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">An einem alten Bahnhofsgebäude fand ich die auf dem Foto gezeigte Inschrift, mit weißer Kreide geschrieben: "Gott </span><span class="fs14lh1-5">→</span><span class="fs14lh1-5"> sauer" stand da. Ich musste unwillkürlich schmunzeln.</span></div><div><br></div><div>Da hat jemand etwas kurz und prägnant in unserer Alltagssprache mit zwei Wörtern und einem Pfeil zum Ausdruck gebracht. So, dass es jeder verstehen kann.</div><div><br></div><div>Ich habe die Inschrift spontan so gedeutet: Gott ist sauer. Später wurde mir klar, dass man den Pfeil auch so deuten kann, dass er nicht auf einen Gemütszustand Gottes hinweist, sondern auf eine Wirksamkeit Gottes. Dann würde der Schreiber meinen: Gott bewirkt Sauersein. Gott macht sauer. Wahrscheinlich den, der das an die Wand gekritzelt hat.</div><div><br></div><div>Dass wir manchmal sauer auf Gott sind, ist keine Frage. Die Frage ist aber, ob der Fehler bei Gott liegt oder bei uns. Darüber müsste man dann mal nachdenken.</div><div><br></div><div>Bleiben wir aber jetzt mal bei der Aussage "Gott ist sauer". Mit dem Wort "sauer" hatte ich Gottes Gemütszustand noch nie in Verbindung gebracht.</div><div><br></div><div>Gott ist sauer - das ist nun sicher eine sehr menschliche Aussage. Aber wir sind nun mal Menschen und können deshalb auch nur menschlich über Gott denken. Und Gott kann sich sehr gut durch menschliche Gedanken und Wörter zur Sprache bringen. Er wurde ja schließlich in Jesus Christus selbst ein Mensch.</div><div><br></div><div>Darum spricht auch die Bibel sehr menschlich von Gott, wenngleich sie manchmal andere Begriffe benutzt als wir heute. Sie würde vielleicht statt "Gott ist sauer" sagen: "Gott ist zornig". Aber unsere Sprache ist nicht mehr in jedem Fall die biblische. Und manches wird klarer, wenn wir es in unserer heutigen Sprache ausdrücken.</div><div><br></div><div>Greifen wir das also mal auf: Gott ist sauer. Da fragt sich sofort: Warum ist er sauer?</div><div><br></div><div>Vielleicht denken jetzt manche, Gott sei sauer, weil wir ihn nicht genug als Gott verehrt haben. Ich finde das etwas schwierig.</div><div><br></div><div>Ich denke nämlich, dass Gott keiner ist, der nach Verehrung lechzt. Auch wenn er sicher alle Verehrung verdient hat und es deshalb überhaupt nicht lustig findet, wenn seine lieben Kinder ihn wieder mal ignorieren. Aber Gott braucht uns nicht. Darum sitzt er nicht beleidigt und schmollend in der Ecke, weil wir ihm die Verehrung versagt haben.</div><div><br></div><div>Ich denke, Gott ist aus ganz anderen Gründen sauer. Er ist sauer, weil seine lieben Kinder ihren Nächsten so viel Leid zufügen. Er liebt ja schließlich jedes seiner Geschöpfe und nicht nur die, die sich für liebenswert halten. Oder die sich für tolle Christen halten. Oder die meinen, sie würden viel Gutes tun.</div><div><br></div><div>Nein, Gott liebt vor allem diejenigen, denen übel mitgespielt wird. Und für die ist er voller Mitleid.</div><div><br></div><div>Wenn wir sehen, dass jemandem Leid zufügt wird, den wir lieben, sind wir auch sauer auf den Übeltäter. Und wir blasen ihm mal richtig den Marsch, um die Qual des anderen zu beenden.</div><div><br></div><div>Das tut Gott auch. Es müssen ja nicht gleich die sieben Posaunen aus der Offenbarung sein, die Gott bläst (Offb 8; 9; 11,15-19). Aber er ist sauer und lässt den Übeltätern ihre Taten nicht auf die Dauer durchgehen.</div><div><br></div><div>Da stellt sich natürlich sofort die Frage, wer denn die Übeltäter sind. Die Frage wird ja auch schon an prominenter Stelle im Neuen Testament gestellt: "Herr, bin ich's?" fragen Jesu Jünger, also die Frömmsten der Frommen, als Jesus ihnen eröffnet, dass einer von ihnen ihn verraten wird (Mt 26,22)</div><div><br></div><div>Wir fühlen uns ja normalerweise nicht als Übeltäter. Wir machen zwar auch Fehler, und das tut uns dann ja auch wirklich leid – manchmal jedenfalls. Und zuweilen entschuldigen wir uns ja auch bei denen, die wir verletzt haben.</div><div><br></div><div>Aber wir haben noch niemanden ermordet, wir stehlen nicht und betrügen nicht, wir reden nichts Falsches über andere, wir begehren nicht, was dem anderen gehört, und Ehebruch betreiben wir in der Regel auch nicht.</div><div><br></div><div>Nun ja, die Bergpredigt Jesu blenden wir jetzt gerade mal aus, denn die ist ja, sagen manche Theologen, sowieso nicht erfüllbar.</div><div><br></div><div>Jedenfalls ist Gott sauer. Und zwar zu recht. Gründe gibt es sicher viele. Ich möchte hier nur beispielhaft einen herausstellen.</div><div><br></div><div>Gerade passiert etwas sehr Seltsames: Wir Menschen – also doch auch du und ich – wir machen gerade etwas, was lebendige Wesen wirklich nicht tun sollten: Wir fressen unseren Nachwuchs. Wenn Tiere das tun, sind wir ganz entsetzt über diese Grausamkeit. Um besser damit umgehen zu können, entwickeln Forscher dann schleunigst Theorien zu der Frage, warum Tiere so grausam sind. Das muss doch irgendeinen einsehbaren Grund haben, oder?</div><div><br></div><div>Nun tun wir aber dasselbe, wenn auch auf andere Art als die Tiere. Ich meine damit: Wir leben auf Kosten der kommenden Generationen. Wir rauben ihnen die Lebensmöglichkeiten und riskieren damit den Fortbestand der Gattung Mensch. Und wir tun das nicht aus irgendeinem Instinkt heraus wie die Tiere, sondern wir tun es, obwohl wir schon seit Jahrzehnten wissen, was wir tun – so blöd muss man erst mal sein.</div><div><br></div><div>Haben wir einen einsehbaren Grund dafür, das zu tun? Äh – es fällt mir schwer, einen zu finden. Der einzige Grund, warum wir das tun, besteht nämlich darin, dass wir unser Leben nicht ändern wollen. Wir opfern unseren Nachwuchs also unserem Lebensstil. Und das ist nun wirklich überhaupt nicht einsehbar.</div><div><br></div><div>Gott ist also zu recht sauer. Er hat schon jetzt Mitleid mit denen, die in den kommenden Jahrzehnten leben werden und unsere Übeltaten ausbaden müssen. Und er tut, was auch wir tun, wenn wir einen Übeltäter beobachten: Gott bläst uns den Marsch, damit wir auf den rechten Weg zurückfinden.</div><div><br></div><div>Schade, dass wir immer erst dann bereit sind, etwas zu verändern, wenn wir ordentlich Contra kriegen. Ein paar Überschwemmungen, Hagelschauer und Tornados in Mittelhessen reichen bei weitem nicht. Wir sind ja meistens nicht davon betroffen. Und die Umsiedlung der Bevölkerung von irgendwelchen kleinen Inseln in der Südsee aufs Festland berührt uns schon gar nicht.</div><div><br></div><div>Da muss es schon härter kommen, damit wir uns wirklich ändern: Wir müssen den Karren erst an die Wand fahren. Nur dass es diesmal kein Karren ist, sondern unser Planet. Zuerst also fahren wir den Planeten Erde an die Wand. Dann verändern wir vielleicht etwas – wenn das dann noch möglich ist. Auch ein Stück Blödheit des Menschen, der sich so gern vernunftbegabt nennt.</div><div><br></div><div>Wir können also die göttlichen Winke mit dem Zaunpfahl gut ignorieren. Wir sind ja Meister darin, uns selbst zu entschuldigen und alles Böse von uns zu weisen. Aber das ändert nichts daran, dass Gott sauer auf uns ist. Vielleicht ist er, weil wir uns immer wieder herauszureden versuchen, sogar stocksauer.</div><div><br></div><div>Dabei hat das Ganze ja auch etwas Gutes: Jeder Wink Gottes bietet die Möglichkeit, es in Zukunft besser zu machen. Wir müssen es nur wollen.</div><div><br></div><div>Gottes Sauersein sollte uns also keine Angst vor Gott machen, sondern vor uns selbst. Denn auch wenn Gott sauer ist, meint er es gut mit uns. Und die einzige angemessene Antwort auf Gottes Sauersein besteht darin, unser Leben zu ändern. Die Bibel redet vom Umkehren.</div><div><br></div><div>Vom Umkehren wird in der christlichen Community auch gern geredet. Gemeint sind damit aber immer die anderen. Man selbst ist ja schon umgekehrt. Das ist dann eine besonders fiese Ausrede: Ich bin ja schon auf dem richtigen Weg und hab's nicht nötig, etwas an meinem Leben zu verändern.</div><div><br></div><div>Also lasst uns alle Ausreden aufgeben, unsere Schuld eingestehen, unseren Lebensstil verändern und Gott ein Lächeln auf die Lippen zaubern: Endlich wieder einer mehr, der umgekehrt ist. Und mit Gott lächelt das ganze Himmelreich (Lk 15,7).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 02 Jul 2024 13:36:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Meditationen zum Vaterunser]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000250"><div><div><span class="fs9lh1-5">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, halte es bitte für diese Seite waagerecht, um den Text zu lesen.</span></div></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Meditationen zum Vaterunser</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/06/2024</span></div><div><br></div><div>Das Vaterunser ist ein kurzes Gebet. Aber der Inhalt ist groß. Darum wollen die Anrede, die sieben Bitten und der abschließende Lobpreis meditiert werden.</div><div><br></div><div>Die folgenden Meditationen können zum eigenen Meditieren anregen. Dazu mag es dienen, die Texte mehrmals zu lesen, um nach und nach das Vaterunser mit eigenen Gedanken zu füllen.</div><div><br></div><div>Martin Luther hat einmal angeregt: Wenn ein Satz des Vaterunsers unser Herz in besonderer Weise berührt, können wir ruhig mit unseren Gedanken bei diesem Satz stehenbleiben und den Rest des Vaterunsers ein anderes Mal beten.</div><div><br></div><div>Beten heißt nicht, einen vorgegebenen Text abzuhaken, sondern das Herz sprechen zu lassen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Vater unser im Himmel</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vater!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dass ich das sagen darf –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass ich zu dir, großer Gott, Vater sagen darf,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>als stündest du neben mir wie mein irdischer Vater.</div></div><div>Doch erlaubst du mir, zu dir "Vater" zu sagen,</div><div>so wie Jesus zu dir "Vater" sagte,</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und ich darf mich fühlen als dein geliebtes Kind,</div><div>an dem du Wohlgefallen hast,</div><div>so wie Jesus dein geliebter Sohn ist,</div><div>an dem du Wohlgefallen hast.<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></div></div><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vater, sage ich, und weiß doch zugleich:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du bist anders.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du bist nicht nur wie ein Vater,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern auch wie eine Mutter.<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und du bist nicht wie menschliche Väter und Mütter</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit ihren Fehlern und Versäumnissen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern du bist das Vorbild aller Väter und Mütter,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>du bist so, wie jeder Vater und jede Mutter sein sollte,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aber niemals sein kann.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du bist vollkommen in deiner Liebe.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Großer Gott, ich danke dir,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass du dich so klein machst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">dass du an meine Seite trittst,</span></div><div><span class="fs14lh1-5">dass du dich zu mir herabbeugst,</span></div><div><span class="fs14lh1-5">dass du mich zu dir emporhebst,</span></div><div><span class="fs14lh1-5">so dass ich Vater zu dir sagen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und mich als dein geliebtes Kind fühlen darf.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vater, ich danke dir!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vater unser!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du bist nicht nur <span class="fs14lh1-5"><b>mein </b></span>Vater,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern der Vater aller Menschen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wenn ich dich, unseren Vater, anrufe,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dann denke ich an alle deine Kinder weltweit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich kann dich nicht allein für mich anrufen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern muss dich zugleich für alle Menschen anrufen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wenn du unser aller Vater bist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dann sind alle deine Kinder meine Schwestern und Brüder.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dann sind sie keine Fremden für mich und keine Feinde,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Konkurrenten und keine Minderwertigen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dann gehört alles, was mir gehört, auch ihnen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>weil du es uns allen geschenkt hast, unser Vater.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du hast mich in die weltweite Gemeinschaft deiner Kinder gestellt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und in dieser Gemeinschaft haben alle</div><div>einen Halt unter Gleichgeliebten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und eine wichtige, sinnvolle Aufgabe.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum bete ich zu dir für alle deine Kinder: unser Vater!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Unser Vater im Himmel!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du bist unerreichbar für uns und doch nicht fern,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unbegreifbar und doch uns offenbar geworden.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du überblickst alles und achtest doch auf jeden einzelnen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du bestimmst unsere Wege von fern her</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und gehst sie mit an unserer Seite.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du leitest uns durch unser Leben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und leidest mit uns unsere Schmerzen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du lebst in der Herrlichkeit des Himmels</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und lässt dich herab ins Elend unserer Welt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Welcher Gott ist größer als du,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unser Vater im Himmel?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Geheiligt werde dein Name</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dein Name, Gott, das bist du selbst, der Heilige.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du bist an dir selbst heilig,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>durch und durch rein und unberührt von allem Bösen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ewig derselbe und keinem Vergehen unterworfen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>fern von aller Sünde und zugleich mitten unter uns.<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Weil du in Ewigkeit heilig bist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mögest du auch geheiligt werden</div><div>in der vergänglichen, unheiligen Welt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Geehrt mögest du sein unter allen Völkern,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unter den Mächtigen und den Machtlosen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unter den Glaubenden und nicht Glaubenden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unter den Übeltätern und ihren Opfern.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gelobt mögest du sein von den Glücklichen und Verzweifelten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>von den Reichen und Armen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gepriesen mögest du sein von aller Kreatur.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Geheiligt mögest du werden mit unserem ganzen Leben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und mit unserem Tod.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Das Wunder möge geschehen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass du von der Schwachheit geheiligt werdest,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass deine Kraft in der gefallenen Kreatur mächtig werde,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass du selbst dich heiligen mögest</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>inmitten des Unheiligen.<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dein Reich komme</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Unser Vater, du hast uns gerufen in dein Friedensreich,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in welchem wir menschlich werden, indem wir dich ehren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>uns selbst finden, indem wir dich suchen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und frei werden, indem wir dir gehorchen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dein Reich ist angebrochen in Jesus Christus.<span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Es ist darum nicht nur eine ferne Zukunft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern auch schon Gegenwart</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dort, wo der Geist Jesu Christi wirkt.<span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dieser Geist befreit uns zur Liebe,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auf dass Liebe zwischen allen Menschen sei</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und allen Kreaturen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div><div>Dein Reich, Vater, können wir nicht bauen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum bitte ich darum, dass es zu uns komme:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auf dass wir aufhören, einander das Leben zu rauben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auf dass wir nicht mehr zerstören, was du geschaffen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auf dass wir deinen Namen nicht entheiligen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern dir folgen mit unseren Gedanken und Taten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Es komme die Liebe, in der niemand allein ist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es komme die Freiheit der Unterdrückten und Unterdrücker,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es komme der Friede, in dem Feinde sich umarmen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es komme die Gerechtigkeit für Benachteiligte und Bevorzugte,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es komme die Wahrheit, die Lüge und Täuschung beendet,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es komme die Hoffnung, in der niemand resignieren muss,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es komme der Glaube, der von dir alles erwartet,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es komme die Kraft, die im Leid bestehen kann,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es komme dein Reich, Vater, in dem nichts dir mehr widersteht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und alles sich zum Guten wandelt.<span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Im Namen Jesu Christi,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit dem dein Reich auf Erden angebrochen ist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bitten wir dich:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dein Reich komme!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dein Wille geschehe,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">wie im Himmel, so auf Erden</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dein Wille, Vater, nicht mein Wille geschehe</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und sei das Maß aller Dinge.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dein Wille, nicht meiner</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bringe der Welt Frieden und Heil,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie sie schon im Himmel herrschen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und auf Erden überall dort, wo du regierst.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Denn dein Wille setzt sich durch, wo du es willst</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und wo Menschen ihn zur Geltung kommen lassen.</div></div><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum sei mir gnädig:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Hilf mir, mich selbst zurückzunehmen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>lass mich nicht Recht haben wollen dir gegenüber,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bewahre mich vor der Verblendung, Gott sein zu wollen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schenke den Mächtigen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>den Meinungsmachern,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>den Prominenten, auf die Menschen hören –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>schenke ihnen ein Gefühl für deinen Willen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>schenke ihnen deinen Geist, der sie antreiben kann,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auch wenn sie deiner nicht gedenken.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und schenke den Ohnmächtigen die Kraft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aus ihrer Ohnmacht aufzuwachen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und sich der Missachtung deines Willens zu widersetzen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>des Willens zu Wahrheit, Gerechtigkeit und Friede.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Mit der ganzen Christenheit auf Erden bitten wir:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dein Wille geschehe!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Unser tägliches Brot gib uns heute</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vater im Himmel, du stehst an erster Stelle.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Zuerst haben wir deiner gedacht:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>deines Namens, deines Reiches, deines Willens.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Nun dürfen wir auch unser gedenken.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Das erste, dessen wir bedürfen, ist die tägliche Nahrung.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir kaufen sie aus vollen Regalen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie steht uns wie selbstverständlich zur Verfügung,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wir kennen keinen Hunger.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und dennoch, Vater unseres Lebens,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bist du es, der uns speist.<span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Es ist deine Gnade, dass wir leben dürfen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und dass du uns alles zum Leben gibst.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum bitten wir:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Lass uns erkennen, wie sehr wir von dir abhängen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Hilf uns, dankbar zu sein für das scheinbar Selbstverständliche.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gib uns jeden Tag aufs Neue, was wir zum Leben brauchen:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Nahrung für Körper und Seele,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gesundheit und Zufriedenheit,</div></div><div>Kraft in Krankheit und Verzweiflung,</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gute Beziehungen, in denen wir Halt finden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und Hoffnung für die Zukunft.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vater, gib uns auch das Lebensbrot,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das dein Sohn Jesus Christus ist:<span class="fs11lh1-5"><sup>9</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>seine unendliche Liebe,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die uns von aller Schuld frei macht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und uns ewiges Leben verheißt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum bewahre uns davor,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unser Glück im Nichtigen zu suchen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und Steine für Brot zu halten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Lass uns die Hände auftun</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und von dir das Leben empfangen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>jeden Tag aufs Neue.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir denken nicht nur an uns selbst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern auch an diejenigen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denen es am Nötigsten mangelt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum bitten wir nicht um <span class="fs14lh1-5"><b>mein </b></span>tägliches Brot,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern um <span class="fs14lh1-5"><b>unseres</b></span>.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gib den Hungernden in der Welt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und lass uns ihnen abgeben von unserem Überfluss.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gib den Verzweifelten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und lass uns für sie offene Ohren haben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gib den Einsamen und Kranken,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und lass uns an ihrer Seite sein.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gib den Resignierten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und lass uns zu Mutmachern werden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>weil dir alle Dinge möglich sind.<span class="fs11lh1-5"><sup>10</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So lass uns leben durch das, was du uns gibst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und weitergeben von dem, was du uns anvertraut hast.<span class="fs11lh1-5"><sup>11</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und vergib uns unsere Schuld,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">wie auch wir vergeben unseren Schuldigern</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir sind nicht die Guten, für die wir uns meist halten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir können uns nicht entschuldigen, wie wir es oft tun.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir können uns nicht reinwaschen mit unseren Ausreden.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir sind schuldig vor dir, Vater, und vor unseren Mitmenschen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum bitten wir:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vergib uns unsere Schuld;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie tut uns herzlich leid.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich bereue, dass ich dich, gütiger Vater, verletzt habe,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass ich nicht nach deinem Willen gefragt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und dadurch deinen Namen entheiligt habe.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich bereue, dass ich meinen Nächsten Leid zugefügt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und die fernen Nächsten ignoriert habe</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>um meines eigenen Vorteils willen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich bereue, dass ich nicht der war,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>den du, Schöpfergott, aus mir machen wolltest.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum bitte ich dich:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Nagele mich nicht fest auf meine Verfehlungen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der du selbst dich hast festnageln lassen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in deinem Sohn Jesus Christus am Kreuz.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Mach einen neuen Anfang mit mir,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der du auch einen neuen Anfang gemacht hast</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit deinem Sohn Jesus Christus,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dem von den Toten Auferweckten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gib mir die Kraft, ein neues Leben zu führen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Leben nach deinem heiligen Willen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch ich bitte nicht nur um Vergebung für <span class="fs14lh1-5"><b>meine </b></span>Schuld,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern auch für die Schuld der anderen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Unermesslich ist der Schmerz, den wir Menschen einander zufügen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und womit wir in tiefe Schuld fallen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Unbeschreiblich und skandalös ist die Ignoranz,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die wir deinem Willen entgegenbringen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Unbegreiflich ist die Gnade,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit der du uns all das vergeben willst.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum bitten wir:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Lass uns nicht die Folgen unseres Tuns tragen müssen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Bewahre uns vor dem Unheil, das wir selbst in die Welt bringen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vergib in deiner unendlichen Gnade</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denen, die dich anrufen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und auch denen, die dich nicht anrufen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich habe oft nicht vergeben denen, die an mir schuldig wurden.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich bin aus der Haut gefahren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>habe mein Recht eingefordert</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und gerade so Unrecht getan.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich wollte Gerechtigkeit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und habe die Liebe versäumt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dabei sollte es doch anders sein:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich sollte vergeben, so wie du, Vater, vergibst.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Weil wir auch darin fehlgehen, bitte ich dich:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vergib uns, dass wir unseren Schuldnern nicht vergeben haben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und hilf uns, es wie selbstverständlich zu tun.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Hilf uns, ihnen zu vergeben, weil du uns vergibst.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Lass uns die Vergebung leben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die uns leben lässt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Lass uns vergeben denen, die uns Leid zufügten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die unsere Tränen fließen ließen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die unser Leben schwer machten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die uns feindlich gesonnen waren und sind.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Lass uns ihnen allen vergeben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auf dass wir Frieden bringen und beten können:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vergib uns unsere Schuld,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und führe uns nicht in Versuchung</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vater, bewahre uns vor Versuchungen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denn wir sind schwach.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Alles kann uns zur Versuchung werden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gerade auch die Besten deiner Gaben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Denn wir missbrauchen sie,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>weil wir nie genug kriegen können,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>weil deine Gaben uns nicht ausreichen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>weil wir bezweifeln, dass du uns alles gibst, was wir brauchen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir wollen immer mehr</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und geben so der Versuchung nach.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs14lh1-5">Wenn wir Brot haben, wollen wir Fleisch;</span></div></div><div>wenn wir Geld haben, wollen wir Gold;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">wenn wir zwei Zimmer haben, wollen wir ein Haus.</span><br></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Haben wir Erfolg, wollen wir Ansehen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>haben wir Ansehen, wollen wir Macht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>haben wir Macht, wollen wir über alles bestimmen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Sind wir gesund, wollen wir stärker sein als andere,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sind wir begabt, wollen wir andere übertreffen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sind wir ein Mensch, wollen wir Gott sein.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vater, erbarme dich über uns.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Hilf uns, dass wir uns genügen lassen an deinen Gaben<span class="fs11lh1-5"><sup>12</sup></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und dass sie uns nicht zur Versuchung werden.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir sind schwach,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>darum führe uns nicht in Versuchung.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sondern erlöse uns von dem Bösen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Das Böse verheißt uns Freiheit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und weil wir nach Freiheit streben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>suchen wir sie dort,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wo sie sich uns anbietet: im Bösen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Um frei zu konsumieren, was das Herz begehrt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>halten wir uns Sklavinnen und Sklaven.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Um unsern Reichtum nach Belieben zu genießen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>übersehen wir die Kinder, die für uns arbeiten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und die Armen, die von uns für einen Hungerlohn schuften.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Um die Freiheit des Reisens zu erleben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>schädigen wir deine Schöpfung.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Um unsern freien Lebensstil zu verteidigen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>töten wir unsere Schwestern und Brüder,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>deine geliebten Kinder,</div><div>die du liebst wie uns, Vater,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auch die, die dich wie wir als Vater anrufen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir merken gar nicht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass das, was wir Freiheit nennen, keine Freiheit ist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern unser Versklavtsein an das Böse,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unser Gefangensein in der Selbstsucht.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die wahre Freiheit gibt es nur</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in der Loslösung vom Bösen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und in der Bindung an dich, unseren Vater.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Es ist die Freiheit, bei dir schon alles zu besitzen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bevor wir unser Herz dem Konsum geschenkt haben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Freiheit, aus deinen Händen unser Glück zu empfangen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bevor wir Geld angehäuft haben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Freiheit, in jeder kleinen Kreatur deine Güte zu sehen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bevor wir in die große weite Welt gereist sind,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und die Freiheit, im Vertrauen zu dir Leid und Tod zu ertragen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bevor wir Leid und Tod über andere gebracht haben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vater, schenk uns diese Freiheit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und befreie uns aus der Bindung an das Böse.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Denn dein ist das Reich und die Kraft</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und die Herrlichkeit in Ewigkeit</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Unser Vater im Himmel,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der du den Himmel auf die Erde bringst</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in deinem Sohn Jesus Christus</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und in deinem heiligen Geist:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Du allein richtest dein Reich auf Erden auf,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>du allein gibst die Kraft, die vom Bösen befreit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>du allein kannst uns herrlich machen schon jetzt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und du allein schenkst uns Vollkommenheit im ewigen Leben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum loben und preisen wir dich,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>darum rufen wir dich an</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und darum erwarten wir von dir die Fülle des Guten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in Zeit und Ewigkeit.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Amen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ja, so ist es.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Daran machen wir uns fest,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>daran binden wir uns.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Denn das ist die Wahrheit, von der wir leben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Bibelstellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> &nbsp;&nbsp;Markus 1,11</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> &nbsp;&nbsp;Jesaja 49,15; 66,13</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> &nbsp;&nbsp;Hosea 11,9</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> &nbsp;&nbsp;3. Mose/Leviticus 22,32</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> &nbsp;&nbsp;Markus 1,15; Lukus 17,21</span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup> &nbsp;&nbsp;Römer 14,17</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>7</sup> &nbsp;&nbsp;Römer 8,28</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>8</sup> &nbsp;&nbsp;Psalm 104,27f</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>9</sup> &nbsp;&nbsp;Johannes 6,35.51</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>10</sup> Markus 10,27</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>11</sup> Lukas 19,11-27</span></div><div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>12</sup> 2. Korinther 12,9a</span></div></div></div></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Yerson Retamal auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 24 Jun 2024 08:39:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Über das strikte Dualisieren in Christentum und Politik]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000024F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Über das strikte Dualisieren in Christentum und Politik</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie wir eine komplexe Welt besser verstehen können</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 15/06/2024</span></div><div><br></div><div>Die Welt ist im Wandel. Viele wichtige Lebensbereiche verändern sich rasend schnell. Nicht nur die Seele bleibt oft dahinter zurück, sondern auch das Verstehen. "Ich versteh' die Welt nicht mehr", sagen wir dann. Auf das Weltgeschehen wirken so viele und immer neue Faktoren ein, dass es immer komplexer wird – und immer komplizierter, sich in dieser Welt zurechtzufinden.</div><div><br></div><div>Doch es gibt Gegenmaßnahmen. Wir praktizieren sie täglich. Ohne sie würden wir überhaupt nichts mehr verstehen. Also sind wir durchgehend damit beschäftigt, Ordnung in unsere Weltanschauung zu bringen. Dazu eignet sich gut das Dualisieren.</div><div><br></div><div>Das Dualisieren erleben wir in der Politik, wo man Freund und Feind, "Gute" und "Böse" strikt voneinander abgrenzt, besonders in unserer Zeit, in der das Verhältnis der Staaten zueinander an Komplexität zugenommen hat. Munter dualisiert wird aber auch in der Christenheit, wo Gläubige von Ungläubigen streng geschieden werden. Darum lohnt es sich, das Dualisieren einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.</div><div><br></div><div>Ich versuche das in folgenden vier Abschnitten:</div><div><br></div><div>1. Die Reduktion von Komplexität durch Dualisierung</div><div>2. Selbstrechtfertigung und Dualisierung</div><div>3. Die Überwindung der zeitlichen Dualisierungen und ihrer ewigen Fortschreibung</div><div>4. Das Verstehen der Welt im Verzicht auf strikte Dualisierungen</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Die Reduktion von Komplexität durch Dualisierung</div><div><br></div><div>Was bedeutet Dualisieren? Ein Dual ist eine Zweizahl im Unterschied zur Einzahl und zur Vielzahl. Dualisieren bedeutet dann, dass man etwas in zwei Bereiche aufteilt. Wir können die verschiedenen Aspekte eines Sachverhalts zum Beispiel in zwei gegensätzliche Aspekte aufteilen. Damit reduzieren wir die Komplexität des Sachverhalts, der eigentlich viel mehr Aspekte hat. Aber durch diese vielen Aspekte wird er für uns unübersichtlich. Was macht also unser Gehirn, um Übersicht zu schaffen? Es beschränkt die Aspekte des Sachverhalts auf zwei überschaubare und gut verständliche Gegensätze.</div><div><br></div><div>Ein Beispiel dafür ist, den Menschen in Leib und Seele aufzuteilen und diese fein säuberlich voneinander abzugrenzen – obwohl wir heute wissen, dass der Leib auf die Seele und die Seele auf den Leib einwirken, beide also nicht voneinander getrennt sind. Oder wir grenzen streng Gott und Welt voneinander ab – obwohl Gott auch in der Welt ist und die Welt nicht einfach komplett gottlos. Ebenso trennen wir, wie bereits erwähnt, Gläubige und Ungläubige oder auch Gute und Böse – obwohl wir wissen, dass auch die Gläubigen nicht frei vom Unglauben sind und die "Guten" durchaus auch Böses tun. Indem wir diese Komplexität ausblenden, praktizieren wir einen sogenannten "Dualismus".</div><div><br></div><div>Im christlichen Glauben, aber auch im Alltagsleben und in der Politik gibt es viele Beispiele für praktiziertes Dualisieren. Politik reduziert sich dann schon mal auf Folgendes: Die Regierung ist wahlweise die schlechteste oder dümmste aller Zeiten, die Opposition sagt die Unwahrheit, die AfD sowieso und Sahra Wagenknecht ist auch nur eine verkappte Rechtsextreme. Die so Angeklagten sind natürlich die Bösen oder Schlechten, während der jeweilige Ankläger zu den Guten zählt. Dieses Schauspiel dient dann nicht mehr dazu, die Welt selbst besser zu verstehen, sondern dazu, Wähler mit einfachen Alternativen auf die eigene Seite zu ziehen. Wer einfache Lösungen anbietet, dem glaubt man lieber als jemandem, der komplizierte Erklärungen abgibt. Das macht das Dualisieren sogar gefährlich.</div><div><br></div><div>Um noch einen weiteren strikten christlichen Dualismus zu nennen: Er besteht darin, die Menschen in solche einzuteilen, die nach dem Tod das ewige Leben erhalten, und in die anderen, die "verloren" sind oder "verdammt" werden. Die einen kommen in den "Himmel", die anderen in die "Hölle". Das ist eine leicht zu verstehende und deshalb attraktive Antwort auf die Frage, was aus den Menschen nach ihrem Tod wird – jedenfalls solange man wie selbstverständlich davon ausgeht, dass man selber zu den Himmelskandidaten gehört.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Selbstrechtfertigung und Dualisierung</div><div><br></div><div>Die jüdisch-christliche Tradition benennt einen entscheidenden Dualismus bereits am Anfang der Bibel, und zwar exakt in der Situation, in der Adam und Eva der Sünde verfallen. Adam und Eva stehen hier nicht für historische Personen, also für Menschen, die in grauer Vorzeit einmal wirklich gelebt haben. Adam und Eva stehen vielmehr für uns alle. Ihre Geschichte ist unsere Geschichte. Sie bieten uns einen Spiegel, in dem wir uns erkennen können – ob wir dem Christentum verbunden sind oder nicht. Darum sind Adam und Eva für uns höchst interessant.</div><div><br></div><div>Die Sündenfallgeschichte erzählt, dass Eva von der Schlange dazu verführt wird, eine Frucht vom verbotenen "Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen" zu essen. Sie gibt auch Adam davon, und der macht fraglos mit – ein typischer Fall von Mitläuferschaft (1Mo/Gen 2,9; 3,4-6). Das Essen der verbotenen Frucht hat augenblicklich Folgen (1Mo/Gen 3,8-13): Erstmals erfasst den Menschen die Scham, wahrscheinlich wegen seiner Verfehlung. Und als Gott kurz darauf in der Abendkühle des Gartens Eden einen Spaziergang macht (so menschlich wird hier Gott beschrieben!), verstecken sie sich vor ihm – vermutlich wiederum wegen ihrer Verfehlung.</div><div><br></div><div>Gott vermisst die beiden offenbar und ruft nach seinem Geschöpf: "Wo bist du?" Als Adam gesteht, dass er sich schämt und vor Gott fürchtet, weiß Gott, dass die beiden von der verbotenen Frucht gegessen haben. Adam verteidigt sich: Eva hat mir davon zu essen gegeben. Eva verteidigt sich auch: Die Schlange hat mich verführt. <span class="fs14lh1-5">Die paradiesische Einheit von Adam und Eva mit Gott, aber auch ihre Einheit untereinander und mit der Schöpfung ist damit beendet.</span></div><div><br></div><div>Wer sich darin nicht wiedererkennt, hat offenbar nicht viel von sich selbst verstanden. Wir erleben es ja täglich, dass Menschen, wir selbst eingeschlossen, die Schuld für eine Verfehlung auf andere abwälzen: Ich habe keine Schuld; die anderen waren's.</div><div><br></div><div>Eine interessante Auslegung dieser Szene besteht darin, dass Adam und Eva den Ruf Gottes "Wo bist du?" komplett missverstehen. Sie verstehen ihn nämlich als Frage des zornigen Gottes, der Rechenschaft für das verbotene Verhalten der beiden verlangt. Davon ist aber im Text überhaupt keine Rede. Im Gegenteil, Gott scheint erst im Gespräch zu erfahren, dass die beiden vom verbotenen Baum gegessen haben (1Mo/Gen 3,11). Und selbst wenn er es schon vorher gewusst hat, könnte die Frage "Wo bist du?" so verstanden werden: Gott will den Menschen, der sich seiner Schuld schämt und in ihr seinen Halt verloren hat, wohlmeinend und besorgt aufsuchen.</div><div><br></div><div>Man sieht daran: Wir haben ein Problem mit unseren Fehltritten. Nicht Gott hat damit zuerst ein Problem, sondern wir. Gott kann uns verzeihen – wir uns oftmals nicht. Wir reden uns zwar schnell heraus, finden viele Entschuldigungen und verdrängen unsere Schuld vielleicht vollkommen. Aber im Innersten wissen doch die meisten von uns, dass wir sehr fehlbare Menschen sind, die vor Gott und unseren eigenen moralischen Ansprüchen nicht bestehen können.</div><div><br></div><div>Weil der erste Reflex auf das Schuldbewusstsein aber die Selbstrechtfertigung ist, kommt es zur Dualisierung: Nicht ich bin schuld, sondern der andere oder die anderen. Oder die Verhältnisse in der Welt, die so ungerecht sind. Nicht Adam, sondern Eva hat schuld; nicht Eva, sondern die Schlange, also das Böse, das es in der Schöpfung gibt. Also eigentlich hat Gott selbst schuld, der ja auch die Schlange, also das Böse, das mich verführt hat, geschaffen oder zumindest zugelassen hat. Also ist die Schöpfung wohl doch nicht so gut, wie Gott meinte (1Mo/Gen 1,31).</div><div><br></div><div>Mit dem Abschieben eigener Schuld bezweifeln wir also die Güte der Schöpfung – und damit auch die des Schöpfers.</div><div><br></div><div>Was ist hier passiert? Eigentlich wollten Adam und Eva doch nur wissen, was gut und böse ist (1Mo/Gen 3,5). Aber die Erkenntnis des Guten und Bösen bringt offenbar, weil wir selber niemals die Bösen sein wollen, notwendig eine Dualisierung mit sich: Ich bin der Gute, und die anderen sind die Bösen. Eigentlich bin ich gut, aber die Verhältnisse sind so schlecht, dass ich Böses tun musste. Warum hat Gott solche Verhältnisse geschaffen, wo ich doch eigentlich ein guter Mensch bin?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Die Überwindung der zeitlichen Dualisierungen und ihrer ewigen Fortschreibung</div><div><br></div><div>Zum Sündenfall – dem Abfall und der Trennung von Gott – gehört also "das Verstricktsein in heillose Oppositionen und strenge Dualisierungen"*, in Feindschaften und Verteufelungen, in Selbstrechtfertigungen und Moralisierungen. All diese mentalen Operationen sind keine bedauerlichen Einzelfälle, sondern kennzeichnen das "allgemeine Wahrheitsbewusstsein"*: Ich bin auf der Seite der Guten, ich vertrete die wahren Werte, ich weiß, was gut und böse ist. Die Bösen sind daher meine Feinde, sie sind teuflisch gefährlich und müssen deshalb von mir und meinen Gesinnungsgenossen bekämpft werden. Einen Gott brauche ich dazu nicht.</div><div><br></div><div>Das daran orientierte Denken und Handeln kann so fest in Menschen verankert sein, dass sie gar nicht auf den Gedanken kommen, dieses "allgemeine Wahrheitsbewusstsein" könne unwahr sein.</div><div><br></div><div>Das biblische Wahrheitsbewusstsein findet demgegenüber seinen profiliertesten Ausdruck in der Liebe zu Gott und zugleich zum Nächsten, der auch ein Fremder oder Feind sein kann (Mk 12,29-31; Mt 22,37-40; Lk 10,27). Meine Liebe zu Gott beruht dabei auf Gottes unverbrüchlicher Liebe zu mir, in der er mir alle Schuld vergibt. Weil ich dieser Vergebung gewiss bin, kann ich in der Fremdheit oder Feindschaft des Nächsten auch das entdecken, was ich selbst schuldhaft zu eben dieser Fremdheit oder Feindschaft beigetragen habe. Und indem ich mich dazu bekenne und dazu stehe, bin ich nicht mehr gezwungen, meinen Nächsten moralisierend abzuwerten oder zu verteufeln.</div><div><br></div><div>Der gekreuzigte Jesus, der für seine Feinde bat "Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun" (Lk 23,34), steht für die Überwindung aller Feindschaften. Das heißt nicht, alle Unterschiede einzuebnen. Es ist nicht egal, was ein Mensch denkt und tut. Aber es steht denen, die Jesus nachfolgen oder die Werte des "christlichen Abendlandes" vertreten wollen, nicht gut an, mit Dualisierungen zu arbeiten: Der Nächste, und sei er unser Feind, ist kein unverbesserlicher Teufel, mit dem man sowieso nicht reden kann. Sondern auch der Feind ist und bleibt ein geliebtes Geschöpf Gottes, dem Gottes Vergebung gilt. Er bleibt also unser Nächster.</div><div><br></div><div>Dementsprechend steht es christlichen Menschen auch nicht gut an, dem "Bösen" die Hölle vorherzusagen, womöglich noch begründet mit dem gekreuzigten Jesus. Vielmehr steht es ihnen gut an, Gott um Vergebung für ihn, den "Bösen" oder "Feind", zu bitten, so wie Jesus es am Kreuz getan hat.</div><div><br></div><div>Man kann, scheinbar christlich motiviert, die zeitliche Trennung von "Guten" und "Bösen" in alle Ewigkeit fortschreiben, indem man die "Guten" zu Himmelskandidaten und die "Bösen" zu Höllenkandidaten erklärt. Und man kann das sogar damit begründen, dass diese Fortschreibung doch von Gott und Jesus Christus vorgegeben sei.</div><div><br></div><div>Man ignoriert dabei aber, dass Jesus am Kreuz das Gegenteil einer solchen Fortschreibung praktizierte, als er für seine Feinde um Vergebung bat. Und man ignoriert das Wort des Paulus, dass "wir von jetzt an niemanden mehr nach dem Fleisch kennen" (2Kor 5,16). Das heißt: Wir beurteilen als Christinnen und Christen niemanden mehr allein nach seiner äußeren Erscheinung, nach seinen "guten" oder "bösen" Taten. Wir kennen und beurteilen ihn vielmehr als von Gott Geliebten, der sich – wie wir alle – im "Bösen" verloren hat. Und wir begegnen ihm entsprechend: Wir dämonisieren ihn nicht, überheben uns nicht moralisch über ihn und sagen nicht sein Höllenschicksal voraus, sondern hoffen für ihn und bitten darum, dass Gott ihm vergeben möge.</div><div><br></div><div>Dass dies als direkt von der Schuld des anderen betroffener und unter ihr leidender Mensch schwer oder sogar unmöglich sein kann, ist keine Frage. Manchmal kommen wir nicht gegen unsere Gefühle an. Aber die Tendenz christlichen Denkens sollte in eine andere Richtung gehen, auch wenn unsere Gefühle dagegen protestieren.</div><div><br></div><div>Zur Tendenz christlichen Denkens gehört auch, den Adam bzw. die Eva in sich selbst zu erkennen, sich aber zugleich bewusst zu machen, von Gott wohlmeinend gerufen und eben nicht ignoriert oder aufgegeben zu werden. Darum wendet sich, wer wirklich christlich denkt und handelt, gegen das Trennende, gegen den Hass, der den anderen verteufelt, indem er ihn auf die Seite des Teufels stellt oder mit Gleichgültigkeit straft. Und der christlich denkende Mensch tritt ein für ein verbindendes Handeln gerade in schwierigen Beziehungen, indem er auch auf den im "Bösen" Verlorenen zugeht und versucht, Vertrauen zu ihm aufzubauen.</div><div><br></div><div>Aber gehört es nicht zur christlichen, ja biblischen Tradition, die Bösen strikt von den Guten, die Höllenkandidaten von den Himmelskandidaten zu trennen? Nehmen wir als Beispiel Mt 25,31-46. Dort wird erzählt, wie im Jüngsten Gericht die Guten von den Bösen getrennt werden. Den Guten wird mitgeteilt, was sie Gutes, den Bösen, was sie Böses getan haben. Den Guten wird der "Himmel" geöffnet, die Bösen müssen ins "ewige Feuer".</div><div><br></div><div>Der Clou der Geschichte besteht jedoch darin, dass weder die Guten um das Gute wissen, das sie getan haben, noch die Bösen um das Böse. Alle schätzen sich falsch ein. Damit ist jeder Vorwegnahme des Urteils Gottes ein Riegel vorgeschoben. Wir wissen weder, wer zu den Guten gehört und "in den Himmel kommt", noch, wer zu den Bösen gehört und "verflucht" ist. Darum ist uns das Urteil darüber verwehrt, wer "gläubig" und wer "ungläubig", wer "gut" und wer "böse" ist. Heilsgewissheit gibt es in dieser Lage für uns nur dadurch, dass wir auf ein gnädiges Urteil Gottes vertrauen, auf das wir – wie alle anderen auch – angewiesen sind.</div><div><br></div><div>Diese Geschichte macht auch deutlich, dass es nicht darum geht, das Böse gut zu reden. Das sogenannte Jüngste Gericht dient vielmehr dazu, dass das Böse beim Namen genannt wird. Derjenige, für den Jesus am Kreuz um Vergebung bittet, hat es offensichtlich nötig. Der Böse wird also auch böse genannt. Aber der biblische Dual von guten und bösen Menschen, die beide von der Liebe Gottes leben, liegt quer zu allen weltlichen Dualisierungen.</div><div><br></div><div>Das wusste Paulus, als er den Glaubenden ins Stammbuch schrieb: "Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann noch Weib; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus" (Gal 3,28; vgl. Kol 3,11). Die Einheit liegt in der Liebe Gottes zu allen, wenn auch die Unterschiede offenbar sind und das Unrecht keinesfalls gerechtfertigt werden darf.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Das Verstehen der Welt im Verzicht auf strikte Dualisierungen</div><div><br></div><div>Das christliche Dualisieren nimmt Gottes Beurteilung von Menschen vorweg, anstatt sie ihm zu überlassen. Es beginnt bei der strikten Scheidung von "guten" und "bösen", "gläubigen" und "ungläubigen" Menschen und endet bei der strikten Verteilung der Menschen auf "Himmel" und "Hölle". Es beginnt bei zeitlichen Oppositionen und Verteufelungen und endet bei ewigen. Es schafft daher keinen Frieden, sondern schürt Feindschaft und Hass.</div><div><br></div><div>Genau besehen reduzieren strikte Dualisierungen zwar vordergründig Komplexität, intensivieren aber letztlich die Komplexität, indem sie einfache zweistellige Lösungen an die Stelle der vielstelligen Wirklichkeit setzen. Damit werden sie der Wirklichkeit aber nicht gerecht. Und so wird die gedankliche Durchdringung der komplexen Wirklichkeit nicht erleichtert, sondern erschwert, oder, wenn das zweistellige Gedankengebäude sich verfestigt, sogar unmöglich gemacht.</div><div><br></div><div>Der Prozess des Dualisierens führt dazu, dass der Mensch sich auf seine "guten" Taten und seinen Glauben konzentriert, also auf sich selbst, indem er sich permanent von den "Bösen" und "Ungläubigen" strikt abgrenzt. Diese strikte Abgrenzung wird christlich noch dadurch überhöht und verewigt, dass das eigene ewige Heil mit dem ewigen Unheil unzähliger anderer Menschen Hand in Hand geht.</div><div><br></div><div>Die Haltung der in Gottes Liebe begründeten Nächstenliebe hingegen führt zusammen, indem sie gerade keine strikten Scheidungen vornimmt, sondern das "Böse" und den Unglauben des anderen auch in sich selber findet und zugleich um Gottes Vergebung weiß. Diese Vergebung gilt aber nicht nur für mich, sondern genauso auch für die anderen. Die Entscheidung, ob und wo die Vergebung Gottes auch eine Grenze hat, liegt dabei niemals in meiner Kompetenz, sondern ist allein Gottes Entscheidung.</div><div><br></div><div>Die Reduzierung von Komplexität geschieht nicht, indem Menschen Gottes Grenzentscheidung vorwegzunehmen trachten, sondern indem sie Gottes Liebe zu seinen Geschöpfen in der Nächstenliebe spiegeln. Das Bestreben, Gottes Entscheidung zu kennen und vorwegzunehmen, sich also an Gottes Stelle zu setzen, vergrößert die Komplexität sogar noch, weil es der Wirklichkeit der Welt und der Wahrheit Gottes unangemessen ist. Ein unangemessenes Wirklichkeitsverständnis und ein Ausblenden der Wirksamkeit Gottes in der Welt können aber nicht zum Verstenen der Welt beitragen.</div><div><br></div><div>Das Verstehen einer im schnellen Wandel begriffenen Welt vollzieht sich deshalb nicht durch die einfache Aufteilung der Menschen in "Gute" und "Böse". Die biblische Tradition weiß sowohl um "Gute", die Böses tun, als auch um "Böse", die Gottes Willen umsetzen.</div><div><br></div><div>Wir verstehen die Welt deshalb besser durch die Einsicht, dass das Böse in allen Menschen zu Hause ist, dass es also von vielen Seiten auf das Weltgeschehen einwirkt und sich nicht einseitig von uns fixieren lässt. Und zugleich dient dem Verstehen der Welt das Vertrauen, dass das Gute von Gott her in allen Menschen ein Zuhause finden kann. Es kann deshalb, weil Gott das Gute wirkt, von vielen Seiten her, auch von gänzlich unerwarteten Seiten, auf das Weltgeschehen einwirken und Gutes in ihm hervorbringen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">J. Christine Janowski: Allerlösung. Annäherungen an eine entdualisierte Eschatologie. Neukirchener Beiträge zur Systematischen Theologie. Hg. von Wolfgang Huber u.a. Band 23/1. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2000. S. 151-153.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Zitatnachweis</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Janowski: Allerlösung, S. 151.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: MasterTux auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 14 Jun 2024 10:34:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theorien über die Hölle]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000024E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Theorien über die Hölle</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Mit einem Blick auf Sartres "Die Hölle, das sind die anderen"</div><div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/06/2024</span></div></div><div><br></div><div>Der christliche Glaube wird wohl von den meisten Menschen damit in Verbindung gebracht, dass am Ende des irdischen Lebens die Hölle droht, also ewig andauernde Qualen für diejenigen Menschen, die den Anforderungen Gottes nicht gerecht geworden sind.</div><div><br></div><div>Jahrhunderte hindurch wurde diese Lehre aktiv von den Kirchen verbreitet, und zwar auch, um daraus Kapital zu schlagen – im wahrsten Sinne des Wortes. Erst seit der Aufklärung wird die Vorstellung einer Angst einflößenden Hölle kritisiert, und mit zunehmender Säkularisierung ist ein Ort ewiger Qualen für viele Menschen nur noch ein Argument gegen den christlichen Glauben: Einem Gott, der einen Großteil der Menschen ewigen Qualen aussetzt, kann man seine Gnade und Liebe nicht abnehmen; von solch einem Gott muss man sich vielmehr distanzieren.</div><div><br></div><div>Doch gibt es in der Christenheit sehr unterschiedliche Vorstellungen von der Hölle. Darum lohnt es zu fragen, was die Bibel eigentlich über das, was wir "Hölle" nennen, sagt und welche Theorien über die Hölle in der Christenheit heute vertreten werden. Außerdem werde ich einen Blick auf ein diesseitiges Verständnis der Hölle werfen, wie es Jean-Paul Sartre in seinem Theaterstück "Geschlossene Gesellschaft" mit der These ausgedrückt hat: "Die Hölle, das sind die anderen".</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Biblische Aussagen über die "Hölle"</div><div><br></div><div>Im Alten Testament gibt es den hebräischen Ausdruck <span class="fs14lh1-5"><i>scheól</i></span>. Er meint einen Ort der Finsternis, an dem die Toten sich aufhalten. In der Theologie ist bis heute umstritten, ob dieser Ausdruck "Totenreich" bedeutet oder auch mit "Hölle" übersetzt werden kann. In den neueren Bibelübersetzungen wird er meist mit "Totenreich" wiedergegeben.</div><div><br></div><div>Nach Pred/Koh 9,5.10b passiert eigentlich an diesem Ort nichts: Die Toten wissen, tun und planen nichts, sie haben weder Erkenntnis noch Weisheit und sind dem Vergessen preisgegeben. Die Toten werden Gott weder danken noch ihn loben (Ps 6,6; 115,17).</div><div><br></div><div>Das hebräische <span class="fs14lh1-5"><i>scheól </i></span>wurde in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, der sogenannten Septuaginta, mit dem Wort <span class="fs14lh1-5"><i>hádes </i></span>übersetzt. Dieser Begriff stammt aus der griechischen Mythologie und bezeichnet dort den Ort der Toten, über den der Gott Hades herrscht. Die Toten existieren dort als Schatten. Wer zu Lebzeiten gegen die Götter gehandelt hatte, wurde nach griechischer Vorstellung in den tiefsten Hades verstoßen, den <span class="fs14lh1-5"><i>tártaros</i></span>, wo er ewige Qualen erleiden musste. Neuere Bibelübersetzungen geben das Wort meist mit "Totenwelt" oder "Unterwelt" wider.</div><div><br></div><div>Ein weiterer neutestamentlicher Begriff in diesem Zusammenhang ist <span class="fs14lh1-5"><i>géenna</i></span>, deutsch "Gehenna", eine Übersetzung des hebräischen <span class="fs14lh1-5"><i>ge-hinnom</i></span>, deutsch "Tal von Hinnom". Das Wort ist ein Ortsname und bezeichnet ein südlich von Jerusalem gelegenes Tal. Zur Zeit des israelischen Königtums wurden dort nach kanaanäischem Brauch Kinder geopfert, indem sie verbrannt wurden. Der Prophet Jeremia verurteilte das scharf und bezeichnete das Tal als einen künftigen Strafort für Israel (Jer 7,31f; 19,5).</div><div><br></div><div>Dieses Wort wird in den Übersetzungen des Neuen Testaments mit "Hölle" wiedergegeben. Es ist ein Ort, an dem nach biblischer Vorstellung die Würmer nicht sterben und das Feuer nicht verlöscht (Mk 9,48), ein Ort, an dem Gott Leib und Seele verderben kann (Mt 10,28).</div><div><br></div><div>Auch wo keiner der oben genannten Begriffe benutzt wird, spricht das Neue Testament davon, dass die Ungläubigen in die Finsternis und die Übeltäter in den Feuerofen geworfen werden (Mt 8,12; 13,42.50). An anderen Stellen ist von einem unauslöschlichen oder ewigen Feuer die Rede (Mt 3,12; 18,8; 25,41). Die Offenbarung des Johannes spricht von einem "Feuersee" und deutet ihn als den "zweiten Tod" (Offb 20,14). Das Matthäusevangelium sagt denen, die sich unbarmherzig verhalten haben, eine ewige Züchtigung oder ewige Strafe voraus (Mt 25,46). Paulus spricht ohne nähere Erläuterung vom Verderben oder von der Vernichtung der Ungläubigen (Röm 9,22; vgl. Mt 7,13).</div><div><br></div><div>Insgesamt fällt auf, dass die Aussagen über die Hölle in der Bibel nicht so zahlreich sind, wie es ihre Rolle in der christlichen Frömmigkeit vermuten lassen könnte. Anders formuliert: Die herausragende Rolle der Hölle in manchen christlichen Strömungen steht in einem seltsamen Missverhältnis zu ihrem relativ begrenzten Vorkommen in der Bibel.</div><div><br></div><div>Außerdem deuten viele Aussagen das Geschehen in der Hölle nur an: Unter einem "Verderben" oder einer "Vernichtung" des Menschen in der Hölle kann man sich Vieles vorstellen. Die Aussage vom Feuer ist ein Bild, das in den biblischen Aussagen nicht unbedingt meint, dass ein Mensch zu Asche verbrennt. Was aber ist dann genau mit diesem Feuer gemeint? Worin die ewigen "Züchtigungen" oder "Strafen" bestehen, wird in der Bibel nicht konkret ausgeführt – anders als in manchen kirchlichen Darstellungen vergangener Jahrhunderte.</div><div><br></div><div>Es lässt sich aber nicht leugnen, dass es Aussagen über ewige Qualen in der Bibel gibt, und man muss deshalb theologisch dazu Stellung nehmen. Die Christenheit hat das durch verschieden Theorien getan.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Theorien über die Hölle</div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Ewige Qualen</div><div><br></div><div>Gemeinhin wird die Hölle als ein Ort verstanden, an dem die ungläubigen Menschen und reuelosen Übeltäter nach ihrem Tod in alle Ewigkeit unerträgliche Qualen erleiden müssen, weil sie im Jüngsten Gericht von Gott dazu verurteilt wurden. Das sei die Strafe für ihre Sünden, so wird gesagt. Für zeitlich begrenzte Verfehlungen seien also ewig andauernde Strafen vorgesehen.</div><div><br></div><div>Man kann fragen, ob bei einem solchen Verständnis der Hölle die Verhältnismäßigkeit gewahrt ist: Ist es gerecht, dass jemand, der in seinem irdischen Leben, also für eine begrenzte Zeit, nicht an Gott geglaubt und seinen Mitmenschen Leid zugefügt hat, mit ewigen Qualen bestraft wird?</div><div><br></div><div>Eine andere Frage wäre, wie es mit dem biblischen Glauben an einen liebevollen und gnädigen Gott zu vereinbaren ist, dass dieser Gott seine Geschöpfe schwersten endlosen Qualen aussetzt. Sieht so Gottes Liebe und Gnade aus, oder wäre das nicht vielmehr lieblos und ungnädig?</div><div><br></div><div>Es kann auch zum Problem werden, dass es, wenn es eine Hölle gibt, niemand sicher sein kann, ob er nicht am Ende in ihr landet. Denn niemand kann für sich selbst garantieren und das Urteil Gottes über sich vorwegnehmen. Kein Mensch kann sicher sein, dass sein eigener Glaube groß genug ist, um nicht zu den Höllenstrafen verurteilt zu werden. Es gibt also, wenn es eine Hölle gibt und man nicht wissen kann, ob man ihr entgehen wird, keine Heilsgewissheit.</div><div><br></div><div>Außerdem lassen sich etliche Bibelstellen anführen, die in eine andere Richtung zu weisen scheinen. Mehrmals wird in der Bibel in Aussicht gestellt, dass sich am Ende alle Menschen zu Jesus Christus bzw. Gott bekennen und vor ihnen auf die Knie fallen werden (Jes 45,23-25; Röm 14,11; Phil 2,10f; Offb 5,13). Ist es aber denkbar, dass auch solche Menschen in die Hölle verdammt werden?</div><div><br></div><div>Man könnte auch 1Kor 15,28 anführen, wo gesagt wird, dass Gott am Ende "alles in allem" sein wird, oder Offb 22,3, wo es heißt: "Alles Verfluchte wird nicht mehr sein." Wenn aber Gott alles und nichts Verfluchtes mehr sein wird – wie kann dann noch eine Hölle sein? </div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Das Fegefeuer</div><div><br></div><div>Die katholische Lehre kennt das "Fegefeuer", in welchem die Menschen, die nach ihrem Tod nicht sofort in den "Himmel" kommen, geläutert werden. Der Verstorbene weiß im Fegefeuer bereits um Gottes Gnade, weiß aber zugleich auch darum, dass er ihrer nicht würdig ist, und bereut seine Sünden zutiefst. Das Ertragen der Diskrepanz zwischen Gottes Gnade und seiner eigenen Unwürdigkeit macht seine Qual aus. Durch diese Qual und seine Reue wird er für den "Himmel" geläutert.</div><div><br></div><div>Das Fegefeuer ist nicht die Hölle, sondern ein Ort vorübergehender Qualen. Die traditionell herangezogenen Bibelstellen sind 2Makk 12,43–45 und 1Kor 3,13–15. Das 2. Makkabäerbuch ist ein apokryphes Buch und gehört in der evangelischen Kirche nicht zum Alten Testament. Die Stelle aus 1Kor ist nach heute gängiger Meinung der wissenschaftlichen Bibelauslegung kein Beleg für ein Fegefeuer. Wenn Paulus schreibt, ein Sünder könne "wie durchs Feuer hindurch" gerettet werden (1Kor 3,15), dann bezieht er sich wahrscheinlich auf ein antikes Sprichwort: Der Sünder kann "wie durchs Feuer hindurch", das heißt "mit knapper Not" gerettet werden.</div><div><br></div><div>Die Reformatoren haben die Lehre vom Fegefeuer abgelehnt, weil sie keine biblische Begründung für sie sahen und weil sie zum kirchlichen Missbrauch führe, indem man sich durch Ablasszahlungen von Fegefeuerqualen freikaufen kann. Luther beharrte darauf, dass kein Menschenwerk, also auch kein menschliches Leiden den Menschen retten könne, sondern allein Jesus Christus.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">c) Ewige Trennung von Gott</div><div><br></div><div>Früher standen die körperlichen Qualen im Mittelpunkt der Höllenvorstellung, wie es auf vielen mittelalterlichen Gemälden dargestellt ist. Heute sehen manche als Grund der Qualen die ewige Trennung von Gott, also eine seelische Qual.</div><div><br></div><div>Wenn Gott der Lebensgrund ist, der Grund jedes sinnvollen Seins, dann bedeutet dies, dass ein Mensch, der von Gott getrennt ist, aus sich selbst heraus kein lebenswertes, sinnvolles Leben führen kann. In dieser Situation ist der Mensch dieser Höllentheorie zufolge nach seinem Tod: Er weiß um ein lebenswertes, ja heilvolles Leben im "Himmel", aber er weiß zugleich, dass er dieses Leben niemals erfahren wird, sondern in Ewigkeit das Gegenteil ertragen muss, nämlich ein unheilvolles, hoffnungsloses Leben.</div><div><br></div><div>Nach diesem Verständnis ist die Hölle die Folge dessen, was der Mensch zu seinen Lebzeiten für sich selbst gewählt hat: ein von Gott getrenntes Leben. Diese in seiner Lebenszeit getroffene Entscheidung muss er nun für alle Ewigkeit sozusagen "ausbaden". Das Problem auch dieser Höllenvorstellung bleibt also, dass eine zeitliche Entscheidung ewige Folgen mit sich bringt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">d) Endgültiger Tod</div><div><br></div><div>Eine weitere in der Theologie vertretene These besteht darin, dass Verstorbene nicht unter ewigen Qualen in der Hölle leben müssen, sondern dass die Hölle darin besteht, dass sie eben nicht mehr leben dürfen. Mit dem Tod ist für sie alles aus.</div><div><br></div><div>Als biblischer Beleg für diese Vorstellung könnte eine Stelle aus der Offenbarung in Betracht kommen, wo es heißt (Offb 20,14f):</div><div><br></div><div><i class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der Tod und das Totenreich [</span><span class="fs16lh1-5 ff1">hádes</span><span class="fs14lh1-5">] wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens aufgezeichnet gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen.</span></i></div><div><br></div><div>Hier wird unterschieden zwischen denen, die das ewige Leben erhalten, und denen, die es nicht erhalten. Letztere werden aber nicht in die Hölle geworfen, wo sie ewige Qualen ertragen müssen, sondern werden dem endgültigen Tod überantwortet. Die Toten, die nicht das ewige Leben erhalten, erleiden einen "zweiten Tod". Die ewigen Qualen würden damit entfallen. Die Qual der zur Hölle Verdammten bestünde dann darin, dass sie in Ewigkeit tot sind, dass es also nach dem irdischen Leben für sie keine Hoffnung auf Leben gibt.</div><div><br></div><div>Man kann annehmen, dass diese Theorie aus dem Bedürfnis heraus entstanden ist, die Vorstellung von ewigen Qualen abzumildern. Das Problem dieser Theorie besteht allerdings darin, dass sie mit anderen Bibelstellen nicht unbedingt in Einklang zu bringen ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">e) Es gibt keine jenseitige Hölle</div><div><br></div><div>Noch radikaler wendet sich gegen die Theorie ewiger Qualen die Vorstellung, es gebe gar keine jenseitige Hölle. Damit werden aber alle biblischen Belege ignoriert, die von einem Ort der Qualen sprechen, seien sie ewig oder zeitlich begrenzt. Diese Ignoranz ist für eine an der Bibel orientierte Theologie ein unannehmbares Verfahren.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">f) Die Hölle ist am Ende leer</div><div><br></div><div>Eine letzte Theorie über die Hölle entgeht dieser Ignoranz gegenüber biblischen Texten, indem sie zwar zugibt, dass es eine Hölle gibt, aber behauptet oder zumindest in Betracht zieht, dass sie am Ende leer sein wird. Diese Theorie stützt sich darauf, dass im Alten Testament mehrfach davon die Rede ist, dass Gott ein einmal beschlossenes Gericht über Menschen bereut und das vorgesehene Unheil dann doch nicht geschehen lässt (z.B. Ps 106,40-46; Am 7,1-6). Auch die biblisch vermerkte unvergleichlich größere Gnade Gottes gegenüber seinem Zorn kann herangezogen werden (z.B. 2Mo/Ex 20,5f), oder aber folgende Passage aus dem Alten Testament (Klgl 3,31-33):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Gott wird nicht auf ewig verstoßen. Sondern wenn er betrübt hat, dann erbarmt er sich wieder nach der Fülle seiner Güte; denn nicht von Herzen plagt und betrübt er die Menschenkinder.</i></span></div><div><br></div><div>Auch wenn im Alten Testament nicht von einem Jüngsten Gericht im Jenseits die Rede ist, sondern von zeitlichen Gerichten Gottes im Diesseits, könnten diese Schriftstellen doch darauf hinweisen, dass Gottes Liebe und Gnade letztlich über seinen Zorn siegt und der Gott, der seine Geschöpfe nur widerwillig plagt und betrübt, am Ende Gnade walten lassen wird.</div><div><br></div><div>Dennoch bleibt auch bei dieser Theorie die Frage, wie man mit anderslautenden Schriftstellen umgeht.</div><div><br></div><div>Alle genannten Theorien über die Hölle zeigen jedenfalls, dass es in der Christenheit und schon in der Bibel offenbar keine einheitliche und eindeutige Antwort auf die Frage nach der Hölle gibt. Das ist sehr bedauerlich, weil es dabei ja nicht um ein Randproblem geht, sondern um die relativ wichtige Frage: Was wird aus uns nach dem Tod?</div><div><br></div><div>Im Anschluss an die Theorie, es gebe keine jenseitige Hölle, hat sich in der säkularisierten Welt auch die Rede von den irdischen Höllen etabliert. Darauf möchte ich jetzt eingehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Jean-Paul Sartres "Die Hölle, das sind die anderen"</div><div><br></div><div>Wie schon bemerkt, wurde eine jenseitige Hölle nach der Aufklärung in Frage gestellt. Schon Friedrich Schiller schrieb in seinem Gedicht "Resignation" den Satz: "Die Weltgeschichte ist das Weltgericht". Die These wurde auch in der Theologie aufgegriffen: Statt eines jenseitigen Jüngsten Gerichts mit anschließenden Höllenstrafen richtet der Mensch sich selbst und schafft immer neue irdische Höllen.</div><div><br></div><div>Unter irdischen Höllen kann man sich alles vorstellen, was Menschen einander an unvorstellbarem Leid zufügen. Solche irdischen Höllen entsprechen unseren Erfahrungen. Von einer jenseitigen Hölle aber haben wir keine Erfahrung. Dementsprechend glaubten einer Studie zufolge im Jahr 1999 noch 15 Prozent der Deutschen daran, dass es eine jenseitige Hölle gebe, 20 Jahre später laut einer Befragung von 1.003 Personen noch 13 Prozent (nach <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hölle#Umfragen" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>).</div><div><br></div><div>Die These von den irdischen Höllen hat durch den französischen Philosophen Jean-Paul Sartre ihre vielleicht renommierteste Darstellung erhalten. In seinem Theaterstück "Geschlossene Gesellschaft" aus dem Jahr 1944 schildert Sartre die Situation von zwei Frauen und einem Mann, die nach ihrem Tod in einen Raum eingeschlossen werden, in dem sie ewig zusammenbleiben müssen. Dass die drei Personen tot sind, hat für Sartre symbolische Bedeutung. Es geht ihm darum zu zeigen, dass Menschen, die in schlechten Beziehungen zueinander stehen, einander die Hölle bereiten.</div><div><br></div><div>Die Ausgangssituation ist folgende: Der Raum hat Türen, die aber verschlossen sind. Er hat keine Spiegel und es gibt für die Protagonisten keinen Schlaf und keine Dunkelheit. Sie sind einander also 24 Stunden am Tag auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.</div><div><br></div><div>Weil eine Selbstwahrnehmung nicht möglich ist – es gibt ja keine Spiegel –, sind die Personen darauf angewiesen und davon abhängig, wie die anderen sie wahrnehmen. Wer ich bin und wie ich bin, entscheidet sich daran, wie ich auf die anderen wirke und von ihnen beurteilt werde. Auch wie ich mich verhalten soll, entscheidet sich an den Erwartungen der anderen an mich. Insofern kann keiner er selbst sein, sondern ist immer der, den die anderen in ihm sehen.</div><div><br></div><div>Jede Freiheit ist in dieser Konstellation ausgeschlossen. Der Versuch von zwei Personen, eine Bindung einzugehen, scheitert zum einen an der Eifersucht und den Störmaßnahmen der jeweils dritten Person, zum anderen an der eigenen Unfähigkeit, Vertrauen zueinander aufzubauen und Liebe zu üben. Trotz dieser desolaten Situation ist der einzelne auf die beiden anderen angewiesen, kann ohne sie nicht leben. So schafft es, als sich überraschend eine der verschlossenen Türen öffnet, keine Person, den Raum zu verlassen. Sie können nicht ohneeinander sein, aber auch nicht miteinander.</div><div><br></div><div>Was ist der Mensch? Das, was andere in ihm sehen und aus ihm machen. Und das, was er gewollt und getan hat:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Man ist, was man will. [...] Nur Taten entscheiden über das, was man gewollt hat. [...] Man stirbt immer zu früh – oder zu spät. Und nun liegt das Leben da, abgeschlossen; der Strich ist gezogen, fehlt nur noch die Summe. Du bist nichts anderes als dein Leben.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Sartre hat in einer Stellungnahme zu seinem Theaterstück betont, dass es durchaus bessere Beziehungen geben kann:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Was ich auch über mich sage, immer spielt das Urteil andrer hinein. Was ich auch in mir fühle, das Urteil andrer spielt hinein. Das bedeutet, wenn meine Beziehungen schlecht sind, begebe ich mich in die totale Abhängigkeit von anderen. Und dann bin ich tatsächlich in der Hölle. Und es gibt eine Menge Leute auf der Welt, die in der Hölle sind, weil sie zu sehr vom Urteil anderer abhängen. Aber das heißt keineswegs, dass man keine anderen Beziehungen zu den anderen haben kann. Es kennzeichnet nur die entscheidende Bedeutung aller anderen für jeden von uns.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Die große Bedeutung unserer Mitmenschen für uns steht außer Frage. Wir sind immer auch das Bild, das andere von uns haben. Aber wir können durch Beziehungen, in denen man uns mit unseren Ecken und Kanten akzeptiert, ein Stück weit vom Einfluss der anderen befreit werden. So wird man Sartre zufolge von einem lebendigen Toten zu einem freien Menschen:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">"Tot" symbolisiert hier etwas. Ich wollte einfach zeigen, dass viele Leute in einer Reihe von Gewohnheiten und Gebräuchen verkrustet sind, dass sie Urteile über sich haben, unter denen sie leiden, die sie aber nicht einmal zu verändern versuchen. Und diese Leute sind wie tot. [...] Damit soll gesagt werden, dass es ein lebendiges Totensein ist, wenn man von der ständigen Sorge um Urteile und Handlungen umgeben ist, die man nicht verändern will. [...] In welchem Teufelskreis wir auch immer sind, ich denke, wir sind frei, ihn zu durchbrechen. Und wenn die Menschen ihn nicht durchbrechen, dann bleiben sie, wiederum aus freien Stücken, in diesem Teufelskreis. Also begeben sie sich aus freien Stücken in die Hölle.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Sartre bietet mit seinem Einakter eine Sozialstudie im Kleinen. Nur drei Personen sind nötig, um ein Desaster zwischenmenschlicher Beziehungen darzustellen. Doch ich denke, dass man das Stück auch auf das Verhältnis von Staaten zueinander übertragen kann. Die politische Dimension des Stückes ist zwar umstritten, aber das Stück wurde <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlossene_Gesellschaft" target="_blank" class="imCssLink">im Jahr 1944 uraufgeführt</a></span>, ist also während des 2. Weltkriegs entstanden.</div><div><br></div><div>Auch zwischen Staaten und Volksgruppen oder deren Führungen gibt es Abhängigkeiten, die das Selbstverständnis der Beteiligten begründen. Um ein aktuelles Beispiel zu nennen: Das Selbstverständnis Israels und der Hamas gründet jeweils darin, dass die jeweils andere Seite die eigene Seite als Feind beurteilt. <span class="fs14lh1-5">Weil Israel und die Hamas von der jeweils anderen Seite als Feind beurteilt und auch so behandelt werden, müssen sie sich beständig gegen diesen Feind zur Wehr setzen. Die Handlungen jeder Seite sind also davon bestimmt, dass die andere Seite die eigene als Feind betrachtet und angreift.</span><span class="fs14lh1-5"> Vertrauen ist in dieser Beziehung nicht möglich. So befinden sich beide Seiten in einem Teufelskreis, aus dem es seit Jahrzehnten kein Entrinnen gibt. </span><span class="fs14lh1-5">Es fehlt ihnen die Freiheit, aus der Rolle des Feindes, der sich zur Wehr setzen und das Gegenüber vernichten muss, auszubrechen.</span><br></div><div><br></div><div>Ähnlich kann man das derzeitige Verhältnis zwischen Russland und den westlichen Staaten beschreiben. <span class="fs14lh1-5">Putin fühlt sich vom Westen bedroht und greift die Ukraine an, weil sie sich dem Westen annäherte. Der Westen fühlt sich von Putin bedroht und unterstützt die Ukraine, ebenfalls weil sie sich dem Westen annäherte.</span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">Innerhalb kürzester Zeit schreibt man sich gegenseitig die Rolle des Feindes zu, der die Existenz des eigenen Staates bedroht.</span><span class="fs14lh1-5"> In dieser Rollenzuschreibung verhalten sich die Staaten auch zunehmend als unversöhnliche Feinde – ein Teufelskreis, aus dem es, wenn niemand diese Konstellation durchbricht, keinen Ausweg gibt.</span><br></div><div><br></div><div>Geopolitisch richtet sich der Blick des Westens schon auf den nächsten möglichen Feind: China. Je mehr die Gegenseite als Konkurrent und potentieller Feind betrachtet wird, desto mehr verhält sie sich auch entsprechend. Jede geopolitische Aktion des jeweils anderen provoziert eigene Abwehrmaßnahmen – die wiederum Abwehrmaßnahmen der jeweils anderen Seite hervorrufen. Man könnte auch sagen: Jede noch so kleine Bewegung der anderen Seite ruft eine Bewegung der eigenen Seite hervor. So agiert man in Abhängigkeit von den Bewegungen der jeweils anderen Seite und verliert die Freiheit zu konfliktlösenden Maßnahmen.</div><div><br></div><div>Was im zwischenmenschlichen Bereich gilt, lässt sich also auch im politischen Bereich feststellen: Von der Sorge um Urteile und Handlungen des "Feindes" umgeben, wird man unfähig, Vertrauen aufzubringen und Frieden zu schaffen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Ein christlicher Ausblick</div><div><br></div><div>Sartre hatte betont, dass Menschen frei seien, solche Teufelskreise zu durchbrechen. Es fragt sich aber, wie das möglich sein soll, wenn nicht die Bereitschaft besteht, ein Minimum an Vertrauen zum anderen aufzubringen. Vertrauen ist keine Sicherheit, sondern bringt immer ein Risiko mit sich. Sicherheit scheint es nur durch Misstrauen und entsprechende Abwehrmaßnahmen zu geben. Ein minimales Vertrauen aber müsste bereit sein, ein minimales Risiko einzugehen. Vertrauen zu einem menschlichen Gegenüber ist immer ein Wagnis.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube ermöglicht ein solches Wagnis, weil er sein Dasein nicht darin gegründet sieht, dass man sich sein Leben aus eigener Kraft sichert, sondern dass Gott es bewahrt. Darum sollte es den Glaubenden eher möglich sein, ein (wenn auch nur minimales) Risiko einzugehen, damit aber einen Schritt auf den anderen zu zu tun. Nicht der andere, auch nicht der "Feind" entscheidet über Sein oder Nichtsein, sondern der Herr über Leben und Tod.</div><div><br></div><div>Diese Perspektive fehlt Sartre, der sich als Atheist bekannte. So bleibt ihm als Lebenssumme nur das eigene Wollen und Handeln. Der christliche Glaube aber setzt auf den liebevollen Blick Gottes auf das eigene Leben. Der Mensch ist mehr als die Summe seines Wollens und seiner Taten. Er ist geliebtes Geschöpf Gottes, das zum Leben berufen ist. Das gilt trotz aller Höllentheorien. Gott will, "dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" (1Tim 2,4).</div><div><br></div><div>Jeder Mensch ist deshalb gerufen, seine eigene Unzulänglichkeit zu erkennen, deshalb ernstlich den gnädigen Gott zu suchen und seine Hoffnung im Leben und Sterben auf ihn zu setzten. Und jeder Mensch, der das tut, darf auf ein gnädiges Urteil Gottes und das Geschenk des ewigen Lebens vertrauen (Joh 3, 16; 5,24; 8,51; Röm 8,35-39).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Jean-Paul Sartre: Geschlossene Gesellschaft. Stück in einem Akt. Neuübersetzung von Traugott König. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1986.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Weltgeschichte_ist_das_Weltgericht<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Fegefeuer<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Gehinnom<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlossene_Gesellschaft<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Hades<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Hölle<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Scheol<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">https://de.wikipedia.org/wiki/Unterwelt_der_griechischen_Mythologie</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Anmerkungen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Sartre: Geschlossene Gesellschaft, S. 57. Alle Zitate orthographisch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Sartre: Geschlossene Gesellschaft, S. 61.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Sartre: Geschlossene Gesellschaft, S. 62.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Alexa auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 08 Jun 2024 08:07:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gott wirbt um uns]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000024C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gott wirbt um uns</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 01/06/2024</span></div><div><br></div><div>Auf einer Radtour vor ein paar Tagen stand ich plötzlich vor einem Gehege mit Hühnern, Gänsen, Rehen – und drei Pfauen, die ich zuerst gar nicht bemerkt hatte, ein männlicher Pfau und zwei weibliche Pfauen. Ich war im richtigen Moment gekommen. Denn es dauerte nicht lange, da stellte der männliche Pfau sein prächtiges Federkleid auf und begann eine Balz um die beiden Weibchen. Er zeigte seine Federn in all ihrer Schönheit, drehte sich im Kreis, tanzte vor den Weibchen – die allerdings wenig Interesse an ihm zeigten. Sie widmeten sich ihrem Fressen, das ihnen wichtiger war als der Kontakt mit dem Männchen.</div><div><br></div><div>Ich beobachtete die Balz etwa 15 Minuten und machte mehrere Fotos. So deutlich und anhaltend hatte ich noch keine Balz eines Pfaus gesehen. Schließlich setzte ich meine Radtour fort.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1020064---Kopie.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Ungefähr 30 Minuten später kam ich auf der Rückfahrt wieder am Gehege vorbei. Und ich staunte nicht schlecht, als der Pfau immer noch bei seiner Balz war. Er strengte sich also richtig an, ließ nicht locker, warb anhaltend darum, dass eins der beiden Weibchen seine Zuwendung erwiderte. Die Weibchen aber schienen immer noch so wenig Lust dazu zu haben wie eine halbe Stunde zuvor.</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, wie die Geschichte ausgegangen ist; ob eins der Weibchen dem Pfau noch Aufmerksamkeit geschenkt hat. Aber in mir blitzte der Gedanke auf: So ein beharrliches, geduldiges Werben gleicht dem Werben Gottes um uns. Er lässt so schnell nicht nach, lässt sich auch durch unser Desinteresse nicht von seiner Liebe zu uns abbringen. Wenn wir ihm die kalte Schulter zeigen, bittet er weiterhin darum, dass wir auf seine Liebe eingehen. Wenn unser Bauch uns wichtiger ist als Gott (Phil 3,19), tut das seiner Liebe keinen Abbruch. <span class="fs14lh1-5">Er gibt seine Liebe zu uns nicht auf, auch wenn wir sie ablehnen, sondern er bemüht sich weiterhin geduldig um uns.</span></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1020059---Kopie.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Natürlich ist die Liebe des Pfaus etwas anderes als Gottes Liebe. Aber dass Gott um uns <span class="fs14lh1-5"><b>wirbt</b></span>, dass er anhaltend darum <span class="fs14lh1-5"><b>bittet</b></span>, uns auf eine Beziehung zu ihm einzulassen, ist biblische Wahrheit. Darum schrieb Paulus (2Kor 5,20):</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Wir </span><span class="fs14lh1-5"><b>bitten </b></span><span class="fs14lh1-5">an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!</span></span></i></div><div><br></div><div>Wenn Paulus und seine Mitchristen anstelle von Christus darum <span class="fs14lh1-5"><b>bitten</b></span>, dass Menschen sich mit Gott versöhnen lassen, heißt das: Auch Christus <span class="fs14lh1-5"><b>bittet </b></span>darum, übt also keinen Druck aus und macht keine Angst zu machen.</div><div><br></div><div>Dass Christus, dass Gott <span class="fs14lh1-5"><b>bittend </b></span>um uns <span class="fs14lh1-5">wirbt</span>, bedeutet: Er <span class="fs14lh1-5"><b>zwingt </b></span>uns nicht, er <span class="fs14lh1-5"><b>droht </b></span>uns nicht, er <span class="fs14lh1-5"><b>maßregelt </b></span>uns nicht. <span class="fs14lh1-5">Er wartet darauf, dass wir in großer Freiheit und ohne jede Angst seine Zuwendung erwidern.</span></div><div><br></div><div>Der Pfau zeigte sich bei der Balz in seiner ganzen Pracht. Nach dem Neuen Testament können wir auch Gottes Pracht sehen. Wir sehen nicht Gottes Körper, sehen keine Lichtgestalt oder etwas ähnliches. Wir können Gottes Pracht und Herrlichkeit überhaupt nicht mit unseren Augen sehen. Aber wir können sie im Glauben sehen.</div><div><br></div><div>Was aber ist Gottes Herrlichkeit, die wir im Glauben sehen können? Im Johannesevangelium heißt es (Joh 1,14):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Wort [Gottes] wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, wie sie der einzige [Sohn] von seinem Vater hat, voller Gnade und Wahrheit.</span></i></span></div><div><br></div><div>Gottes Herrlichkeit ist keine glänzende Gestalt, keine Ausgeburt körperlicher Schönheit. Gottes Herrlichkeit ist der Mensch Jesus Christus, der Verfolgte, Verachtete und Hingerichtete. Denn im Leben, Leiden und Sterben Jesu zeigte sich die zuverlässige und unendlich geduldig um uns werbende Liebe Gottes. Auch wenn wir diese Liebe ignorieren, ja ihr widerstehen, lässt Gott uns nicht fallen. Ja, er fällt lieber selber dem Tod anheim und hält gerade so an seiner Liebe fest.</div><div><br></div><div>Wem das zu theoretisch ist, der richte seine Augen auf die Herrlichkeiten der Schöpfung (und nicht immer nur auf deren Grausamkeiten). Ich muss die Wunder der Schöpfung nicht aufzählen. Wir können sie mit unseren eigenen Augen sehen.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-2" src="https://christseinverstehen.de/images/P1020055---Kopie.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Und wir wissen auch um die Herrlichkeiten unseres persönlichen Lebens (auch wenn es Vieles gibt, worunter wir gelitten haben und jetzt noch leiden). Jeder weiß um das Gute, das ihm im Leben auch widerfahren ist. Wenn wir uns nicht nur auf die unerfüllt gebliebenen Wünsche und das Leid konzentrieren, das uns widerfahren ist, dann steht uns das Geglückte unseres Lebens vor Augen.</div><div><br></div><div>Jedenfalls dann, wenn wir nicht hauptsächlich mit Fressen beschäftigt sind – ich meine: mit der Befriedigung unserer oberflächlichen Bedürfnisse, mit dem Streben nach immer mehr, mit unserer Unersättlichkeit. Wenn wir nicht nur dem Materiellen leben und uns noch einen Sinn bewahrt haben für das Immaterielle, für Gott, für seine Liebe zu uns, dann scheint das Schöne und Lebenswerte in uns auf, das auch zu unserem Leben gehört.</div><div><br></div><div>In solchen Momenten spüren wir wohl alle, dass es eine Macht der Liebe geben muss, dass all die Wohltaten der Schöpfung und unseres Lebens nicht bloßer Zufall sein können. Wir spüren eine uns zugewandte Liebe – und es liegt an uns, ob wir auf ihr Werben eingehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Fotos: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 01 Jun 2024 18:22:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der christliche Fundamentalismus und seine Folgen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Religionsgemeinschaften"><![CDATA[Religionsgemeinschaften]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000024B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der christliche Fundamentalismus und seine Folgen</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Geschichte – Ausprägungen – Bewertung</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/05/2024</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Wer schon einmal mit einem christlichen Fundamentalisten diskutiert hat, weiß, dass er sich wappnen muss. Ein Fundamentalist tritt mit großem Selbstbewusstsein auf und kann seine Thesen mit Bibelstellen belegen. Wenn man nicht genauso selbstbewusst und bibelfest entgegnen kann, hat man schlechte Karten. Ein solches Gespräch kann sehr verunsichern.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Aber woher kommt eigentlich der christliche Fundamentalismus? Wo liegen seine Wurzeln? Welche Lehren vertritt er in seiner protestantischen Variante? Und wie kann man ihm angemessen entgegnen? Darum geht es in diesem Artikel. Er umfasst folgende Teile:</span></div><div><br></div><div>1. Der Glaube an die "auserwählte Nation"</div><div><span class="fs14lh1-5">2. Der politische Fundamentalismus in den USA</span></div><div><span class="fs14lh1-5">3. Der Zusammenhang zwischen religiösem und politischem Fundamentalismus</span></div><div><span class="fs14lh1-5">4. Der protestantische Fundamentalismus in Deutschland</span></div><div><span class="fs14lh1-5">5. Zwei Beispiele des nichtchristlichen Fundamentalismus</span></div><div><span class="fs14lh1-5">6. Theologische Bewertung des Fundamentalismus</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Begriff "Fundamentalismus" entstand erst im 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit religiösen Strömungen in den USA. Doch das mit diesem Begriff Gemeinte hat eine bezeichnende Vorgeschichte, auf die wir nun zuerst einen Blick werfen.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Der Glaube an die "auserwählte Nation"</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Zwischen 1629 und 1740 wanderten über zwanzigtausend reformierte Gläubige von England nach Amerika aus und siedelten sich im Norden der amerikanischen Ostküste an, dem sogenannten "Neuengland".</span><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">Die Gläubigen forderten eine Reinigung (engl.</span><span class="fs14lh1-5"> </span><i><span class="fs14lh1-5">purification</span></i><span class="fs14lh1-5">) der Kirche von römisch-katholischen Lehren und wurden deshalb "Puritaner" genannt.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Was sie nach Amerika mitbrachten, waren die apokalyptischen Bilder vom Kampf zwischen Christus und dem "Anti-Christus" (Antichrist), zwischen der wahren und der falschen Kirche. Außerdem glaubten sie daran, dass Jesus Christus bald auf die Erde zurückkehren und ein tausendjähriges Friedensreich aufrichten werde. Vor diesem Friedensreich aber gebe es einen militärischen Endkampf auf Leben und Tod. So segneten die puritanischen Prediger noch vor ihrer Auswanderung die Truppen Oliver Cromwells (gest. 1658) als "Soldaten Christi", und zwar für ihren Kampf gegen die Truppen des Antichristen – so nannte man die Truppen des Königs Karl I. Cromwells Truppen siegten, und der König wurde hingerichtet. In Irland ging Cromwell brutal gegen die Katholiken vor und ist deshalb noch heute dort verhasst.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Nach ihrem Sieg hatten die auswanderungswilligen Puritaner den Eindruck, dass jetzt die Weitergabe des protestantischen Glaubens in Amerika ihre Bestimmung sei. Der in Amerika geborene Erweckungsprediger Jonathan Edwards (gest. 1758) verkündete, dass durch die Bekehrung Amerikas das "Reich des Satans" auf der ganzen Welt überwunden werde. Das weiße, angelsächsische, puritanische Amerika verstand sich als die überlegene Nation, die mit Gott auf ihrer Seite den Sieg davontragen würde.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Wie Israel von Gott aus der ägyptischen Sklaverei befreit worden war, so fühlten sich die Auswanderer von der Unterdrückung im feudalistischen, absolutistischen und staatskirchlichen Europa befreit. Freiheit und Selbstbestimmung galten als die amerikanischen Errungenschaften und als das politische Heil, das diese "auserwählte Nation" der Welt zu bringen habe. Dazu aber müssten die Feinde dieser Nation vernichtet werden, so wie das ägyptische Heer, vor dem Israel am Schilfmeer gerettet worden war.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Vorstellung von der "auserwählten Nation" blieb durch die Jahrhunderte hindurch in den USA erhalten. Deren zweiter Präsident, John Adams (gest. 1826), schrieb 1813 an seinen Zeitgenossen Thomas Jefferson:</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Viele hundert Jahre müssen vergehen, bevor wir verdorben sein werden. Unsere reine, tugendhafte, gemeinschaftsorientierte, föderative Republik wird für immer bestehen, den Globus regieren und die Vollkommenheit des Menschen einführen.</span><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>2</sup></span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Thomas Jefferson selbst, Adams' Nachfolger im Präsidentenamt, verstand die USA als "die unschuldige Nation in einer bösen Welt."</span><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Der politische Fundamentalismus in den USA</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Von der Zeit der puritanischen Auswanderer an bis heute ist die politische Philosophie der Vereinigten Staaten von dem Sendungsbewusstsein bestimmt, die Welt vom Bösen befreien zu müssen.</span><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">Die Aussagen verschiedener Präsidenten zeugen davon. Der 28. Präsident der USA, Woodrow Wilson (gest. 1924), ging davon aus, dass das amerikanische Volk "das grenzenlose Privileg habe, seine Bestimmung zu erfüllen und die Welt zu retten".</span><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">John F. Kennedy (gest. 1963) und sein Nachfolger Lyndon B. Johnson (gest. 1973) bekannten sich zum "messianischen Glauben" der Vorväter. Und Richard Nixon (gest. 1994), der den Vietnamkrieg so lange wie möglich weiterführte, verkündete, dass</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">unser Glaube mit Kreuzzugseifer erfüllt werden müsse, um die Welt zu verändern und die Schlacht um die Freiheit zu gewinnen.</span></i><i><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>4</sup></span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Wer sich selbst auf der Seite des Guten wähnt und die Welt vom Bösen erlösen will, muss dem Bösen einen Namen geben. Dementsprechend sprach Präsident Ronald Reagan (gest. 2004) von der Sowjetunion als dem "Reich des Bösen", und George W. Bush (geb. 1946) fand nach dem Untergang der Sowjetunion eine Gruppe von Staaten, die er als "Achse des Bösen" und "Schurkenstaaten" bezeichnete. Er wollte die Völker "zur Demokratie erlösen" und erklärte seinen Krieg gegen den Irak als göttliche Mission:</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Freiheit ist nicht ein Geschenk der USA an die Völker, sondern ein Geschenk Gottes an die Menschheit.</span></i><i><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>5</sup></span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Hintergrund des Glaubens von Bush ist die schon erwähnte Lehre vom tausendjährigen Reich. Es sei die Bestimmung der USA, diesem Reich durch einen Endkampf gegen das Böse den Weg zu bereiten.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Schließlich hat auch Bill Clinton (geb. 1946) die Mission der USA für die gesamte Welt bestätigt:</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Amerika muss weiterhin die Welt anführen, für die wir so viel getan haben. [...] Amerikas lange, heroische Reise muss immer weiter nach oben führen.</span><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>6</sup></span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">All diese Zitate amerikanischer Präsidenten belegen, wie sehr in den Vereinigten Staaten der Mythos gepflegt wird, eine endzeitliche Rolle in der Weltgeschichte zu spielen, das heißt den Endkampf der Guten gegen die Bösen zu kämpfen. Dafür wird sogar eine Zerstörung der Welt in Kauf genommen. Ronald Reagan sprach ausdrücklich von einer nuklearen Katastrophe, die "unsere Generation" treffen könnte.</span><span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">Der "doomsday", der Weltuntergang, ist offensichtlich die Kehrseite des politischen Sendungsbewusstseins, die Welt vom Bösen zu befreien.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Dass dieses Sendungsbewusstsein keine fixe politische Idee, sondern tief in der Kultur der Vereinigten Staaten verankert ist, zeigt jeder Ein-Dollar-Schein. Auf dem Siegel der USA steht der lateinische Satz: "Novus ordo seclorum" – neue Ordnung der Zeitalter. Mit anderen Worten: Die Vereinigten Staaten wurden für eine neue Weltordnung gegründet. Und kaum ein anderes Wort beschreibt dieses Bewusstsein deutlicher als die Sätze von Herman Melville in seinem Roman "Moby Dick" von 1851:</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Wir Amerikaner sind das besondere auserwählte Volk – das Israel unserer Zeit; wir tragen den Bogen der Freiheiten der Welt [...] Lange genug waren wir Skeptiker uns selbst gegenüber und bezweifelten, ob tatsächlich der politische Messias gekommen war. Aber er ist in uns gekommen, wenn wir nur seinen Eingebungen Ausdruck verleihen würden.</span><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>7</sup></span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Der Zusammenhang zwischen religiösem und politischem Fundamentalismus</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Es ist schon ansatzweise deutlich geworden, dass religiöser und politischer Fundamentalismus in Zusammenhang miteinander stehen können.</span><span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">Jedenfalls gehört zum amerikanischen Fundamentalismus die Tendenz zu einer konservativen politischen Überzeugung, die versucht, ihre politische Gesinnung systematisch und durch politische Institutionen durchzusetzen. Die fundamentalistische Bewegung in den USA ist durch sogenannte "fundamentals" geprägt, das heißt durch fundamentale Lehren, die angeblich unwiderruflich zum christlichen Glauben dazugehören. Fünf solcher Lehren lassen sich nennen:</span></div><div><br></div><div><ul><li><span class="fs14lh1-5">Die ganze Bibel ist absolut irrtumslos.</span></li><li><span class="fs14lh1-5">Jesus wurde von einer Jungfrau geboren.</span></li><li><span class="fs14lh1-5">Jesus starb als stellvertretendes Sühnopfer für unsere Sünden.</span></li><li><span class="fs14lh1-5">Es gibt eine Auferstehung des Leibes zum ewigen Leben.</span></li><li><span class="fs14lh1-5">Vor dem Jüngsten Gericht wird Jesus Christus wiederkommen und sein tausendjähriges Friedensreich aufrichten.</span></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Diese fünf Punkte sind nicht alle schlichtweg falsch. Es kommt aber sehr darauf an, wie man die biblischen Aussagen dazu interpretiert. Geht es der Bibel zum Beispiel entscheidend darum, dass Maria eine Jungfrau war, als Jesus geboren wurde, oder geht es um die Aussage, die damit über Jesus gemacht werden soll: dass er nämlich nicht einfach ein Mensch wie alle anderen war, sondern zugleich Mensch und Gott? Was das bedeutet, muss natürlich auch wieder diskutiert werden.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Man landet also schnell beim Bibelverständnis, wenn man mit Fundamentalisten diskutiert. Denn mit der These von der absoluten Irrtumslosigkeit der Bibel</span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">wendet sich der Fundamentalismus gegen alles, was er für eine Relativierung der Autorität der Bibel hält, vor allem durch die wissenschaftliche Bibelauslegung mit Hilfe der historisch-kritischen Methode. Diese Methode untersucht die biblischen Texte auf ihre historische Entstehung hin und versteht die Bibel nicht als in einem Guss aufgeschriebenes Buch, das den schreibenden Menschen wortwörtlich vom heiligen Geist eingeflüstert wurde.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">So wendet sich der Fundamentalismus auch gegen die Urknalltheorie und die Entwicklung der Lebewesen innerhalb von Jahrmillionen und hält an der Vorstellung von der Schöpfung in sieben Tagen fest, wie es im 1. Buch Mose bzw. Genesis beschrieben ist.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Wie sich biblische Vorstellungen auf politische Themen auswirken, zeigt folgendes Beispiel. Nicht wenige amerikanische Fundamentalisten glauben: Weil die Bibel keine Irrtümer enthält, gibt es einen Zusammenhang zwischen dem tausendjährigen Reich und dem Martyrium der Glaubenden, wie es im biblischen Buch der Offenbarung beschrieben ist. Bevor das Reich Christi anbricht, findet demnach ein Endkampf der Glaubenden gegen die Feinde des Glaubens statt, im dem viele Glaubende sterben und zu Märtyrern werden. Der Tod amerikanischer Soldaten, die im Krieg gegen das Böse gefallen sind, ist demnach ein Märtyrertod. Die Gefallenen haben mit ihrem Tod der Herbeiführung des tausendjährigen Reiches gedient.</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Der jährlich in den USA gefeierte Memorial Day ist der Gedenktag für die Gefallenen. Er fand erstmals 1864 im Gedenken an den letzten Gefallenen der Schlacht von Gettysburg im amerikanischen Bürgerkrieg statt. Seitdem werden jährlich am Memorial Day die Gräber der amerikanischen Gefallenen geschmückt, und die Veteranenverbände demonstrieren in den Straßen. Der 16. Präsident der USA, Abraham Lincoln (gest. 1865), hat von den in Gettysburg Gefallenen gesagt: "Sie gaben ihr Leben, damit die Nation lebe." Und er fügte hinzu:</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Wir sind überzeugt davon, dass diese Toten nicht umsonst gestorben sein werden; dass diese Nation unter Gott eine neue Geburt der Freiheit erleben wird und dass diese Regierung des Volkes, durch das Volk und für das Volk nicht von der Erde verschwinden wird.</span><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>9</sup></span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Die zunächst noch relativ kleinen Vereinigten Staaten dehnten sich im Jahr 1803 massiv nach Westen hin aus, indem sie Land von Napoleon kauften. Die Eroberung des Westens und die weitgehende Ausrottung der indianischen Ureinwohner begann. Religiös wurde das dadurch untermauert, dass man die Indianer tötete und vertrieb, so wie es Israel bei der Einnahme des Gelobten Landes mit der dortigen Bevölkerung getan hatte. Man rechtfertigte das mit der für die USA geltenden "manifest destiny", der offensichtlichen Bestimmung. Es gehöre zur göttlichen Bestimmung der USA, den Kontinent zu erobern. Der Erweckungsprediger Lyman Beecher (gest. 1863) erklärte, die Vereinigten Staaten seien dazu bestimmt, "den Weg in die moralische und politische Emanzipation der Welt zu weisen".</span><span class="fs11lh1-5"><sup>10</sup></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Bis heute gehören solche Überzeugungen zur US-amerikanischen Kultur. Die 1995 erstmals erschienenen Bestseller "The late great Planet Earth" von Hal Lindsay erzählen von der Endschlacht im Tal von Armagedon. Der Ort beschreibt die Gegend des israelischen Meggido und wird in der Bibel ein einziges Mal erwähnt (Offb 16,16). An diesem Ort werden Lindsays Büchern zufolge die antichristlichen Armeen aus Russland und China mit US-Atombomben vernichtet. Danach soll Christus erscheinen und sein tausendjähriges Reich errichten. Lindsay war Nahostberater von Präsident Reagan.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Der protestantische Fundamentalismus in Deutschland</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Der in Amerika entstandene Fundamentalismus ging auch an Europa nicht vorbei.</span><span class="fs11lh1-5"><sup>11</sup></span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">In Deutschland gab es innerhalb des Protestantismus im 18. und 19. Jahrhundert verschiedene pietistische Strömungen und Erweckungsbewegungen, welche die Bibel in den Mittelpunkt stellten und die persönliche Frömmigkeit der Christinnen und Christen hervorhoben. Heute wird diese Glaubensrichtung eher "evangelikal" genannt.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Aber nicht jeder Evangelikale ist auch Fundamentalist. Es gibt zwar viele Berührungspunkte zwischen Evangelikalen und Fundamentalisten, zum Beispiel die grundlegende Bedeutung der Bibel und die persönliche Frömmigkeit. Seit einigen Jahren wird aber eine sogenannte neue evangelikale Bewegung stärker, welche die Bibel hochachtet, sie aber dennoch nicht als wortwörtlich inspiriert versteht, sondern ihren – von Gott geleiteten – geschichtlichen Entstehungsprozess über viele Jahrhunderte ernst nimmt. Der "Worthaus"-Verein, der 2010 gegründet wurde und mit Videos, Podcasts und Tagungen viele Menschen erreicht, kann als Beispiel für die neue evangelikale Bewegung stehen. Sie wird von den fundamentalistischen Evangelikalen misstrauisch beäugt und zum Teil bekämpft.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Als fundamentalistische bzw. dem Fundamentalismus nahestehende Institutionen in Deutschland können zum Beispiel gelten</span></div><div><ul><li><span class="fs14lh1-5">die 1966 entstandene Bekenntnisbewegung "Kein anderes Evangelium"</span></li><li><span class="fs14lh1-5">die fundamentalistische Studiengemeinschaft "Wort und Wissen"</span></li><li><span class="fs14lh1-5">einige Bibelschulen</span></li><li><span class="fs14lh1-5">der Pressedienst "IDEA" mit seiner wöchentlichen Zeitschrift "IDEA", früher "idea Spektrum"</span></li><li><span class="fs14lh1-5">der Evangeliumsrundfunk (ERF)</span></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Zwei Beispiele des nichtchristlichen Fundamentalismus</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Werfen wir einen kurzen Seitenblick auf zwei nichtchristliche Fundamentalismen.</span><span class="fs11lh1-5"><sup>12</sup></span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte der religiös-politische Fundamentalismus vielerorts einen Aufschwung. Ein Beispiel ist die Wahl Menachem Begins zum Premierminister Israels im Jahr 1977. Die streng religiösen Gruppierungen in Israel erlangten nun auch politische Bedeutung. Die konservative Regierung gründete, unterstützt von den streng religiösen Kräften, zahlreiche neue Siedlungen in den von Israel besetzten Palästinensergebieten und begründete dies auch damit, dass diese Gebiete nach biblischer Aussage dem von Gott auserwählten Volk Israel zugesprochen worden seien.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Heute noch werden solche Maßnahmen von der israelischen Regierung Benjamin Netanjahus religiös begründet. In der Regierung sitzen Vertreter extremer religiöser Richtungen, die ihre nationalen Interessen und Gebietsansprüche religiös begründen und das ganze Land einnehmen möchten, weil es Israel laut Bibel von Gott zugesprochen sei. Andererseits gibt es extreme palästinensische Gruppen, zu denen auch die radikale Hamas gehört, die das ganze Land für die Palästinenser beanspruchen und Israel vernichten wollen. Wie man gegenwärtig sieht, ist zwischen solch extremen Standpunkten keine Einigung möglich, was zu Gewalt und Krieg führt.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Hamas gehört zu den fundamentalistischen Gruppierungen des Islam. Im Jahr 1979 rief Ayatollah Khomeini in Teheran die Islamische Republik aus, deren Staatsoberhaupt er bis zu seinem Tod im Jahr 1989 war. Die Islamische Republik ist ein Gottesstaat, das heißt, in ihr gelten keine weltlichen, sondern die göttlichen Gesetze des Korans. Wie diese zu interpretieren sind, entscheiden letztlich die geistlichen Führer des Landes. Das höchste Amt im Staat bekleidet ein islamischer Rechtsgelehrter, der auch Religionsführer genannt wird. Der sogenannte Wächterrat besteht aus zwölf religiös-fundamentalistischen Mitgliedern. Diese zwölf Männer wachen darüber, ob die Gesetze und deren Ausführung mit dem Koran übereinstimmen oder nicht. Außerdem bestimmen sie, wer zu Wahlen zugelassen wird und wer nicht. Der Iran ist also keine Demokratie, sondern ein Staat, in dem wenige religiöse Fundamentalisten das Sagen haben.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Iran ist streng antiwestlich orientiert und unterstützt bis heute die Hamas sowie die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen – alles politisch-militärische Gruppen, die sich die Vernichtung Israels zum Ziel gesetzt haben. Der islamistische Fundamentalismus breitete sich nach der Revolution im Iran über viele muslimische Staaten aus. Er macht auch immer wieder von Terrorakten in aller Welt von sich reden.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Theologische Bewertung des Fundamentalismus</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Fundamentalismus ist ein breit gefächertes Phänomen. Darum konnte die Darstellung nur eine erste Orientierung bieten. Manches müsste ergänzt, anderes differenzierter dargestellt werden. Fundamentalismus muss auch nicht zwangsläufig zu Gewaltanwendung führen. Es gibt Fundamentalisten, die jede Gewalt strikt ablehnen. Fundamentalisten sind auch keine Unmenschen. Viele von ihnen wollten sicher Gutes für die Menschheit. Sie waren aber, wie wir alle, nicht gefeit gegen extremistische Ideologien und Irrtümer.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Weil wir alle davon bedroht sind, kann es nicht darum gehen, fundamentalistisch denkende Menschen pauschal zu verurteilen, sehr wohl aber darum, ihre Lehren und ihr Handeln der Kritik zu unterziehen. Eine der Hauptlehren des religiösen Fundamentalismus ist die Vorstellung von der absoluten Irrtumslosigkeit eines heiligen Buches, sei es die Bibel oder der Koran. Es könnte sein, dass gerade diese Hauptlehre das gefährliche Einfallstor für extreme Ideologien und für Gewalt ist.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Christliche Fundamentalisten gehen davon aus, dass jedes einzelne Wort der Bibel den Schreibern der biblischen Texte vom Geist Gottes eingegeben wurde. Fundamentalisten meinen also, man müsse sich, wenn man die Wahrheit sucht, nur an die biblischen Texte halten. Diese Texte sagen klar und deutlich, was wahr ist und was unwahr, was richtig und was falsch ist. Wenn man sich nur an diese Texte halte, dann habe man die Wahrheit. Darum gehen christliche Fundamentalisten davon aus, dass sie im Besitz der Wahrheit sind. Jeder, der etwas anderes behauptet als sie selbst, sei im Irrtum.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Eine solche Auffassung übersieht, dass kein Mensch allein die Wahrheit hat, sondern jeder nur einen Teil der Wahrheit erkennen kann und außerdem nicht vor Irrtümern sicher ist. Gegen Irrtümer kann zwar das Lesen der Bibel helfen; aber weil jedes Lesen schon ein Interpretieren ist, garantiert auch das Lesen allein nicht, die Wahrheit zu kennen. Zur treffenden Interpretation eines biblischen Textes und zu seiner Bedeutung für die heutige Zeit führt nicht einfach die geistige Arbeit eines Menschen, sondern der Geist Gottes – der "Geist der Wahrheit", der uns "in die ganze Wahrheit leitet" (Joh 16,13).</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Mit anderen Worten: Die Wahrheit muss uns offenbart werden. Wir finden sie nicht aus eigener Kraft, sondern nur mit Hilfe der Kraft Gottes. Gegen Irrtümer hilft nur Gottes Geist und der feste Wille des Menschen, diesen Geist in sich wirken zu lassen. Gottes Geist in sich wirken zu lassen heißt aber, sich immer wieder selbst hinterfragen zu lassen. Es heißt, keiner religiösen oder politischen Ideologie fraglos zu folgen. Darum schrieb Paulus (2Kor 3,4-6):</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Ein solches Vertrauen haben wir durch Christus zu Gott. Nicht, dass wir von uns selbst her fähig wären, etwas zu ersinnen, gleichsam aus uns selbst heraus. Sondern unsere Fähigkeit kommt von Gott, der uns fähig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.</span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Das ist nicht weniger als biblische Kritik an einem Buchstabenglauben. Der Buchstabe der Bibel tötet, weil er allein nicht die Wahrheit Gottes enthält. Kein Wort und kein Buch kann die Fülle Gottes in sich fassen. Wer sich daher allein auf die Bibel beruft, ohne zugleich auf Gottes Geist zu hören, findet in der Bibel nicht das Leben, sondern nur tödliche Worte. Umgekehrt lauert aber dieselbe Gefahr: Wer sich allein auf irgendwelche geistliche Offenbarungen beruft, ohne die Bibel zu Rate zu ziehen, findet in diesen angeblichen Offenbarungen nicht das Leben, sondern nur tödliche Ideologien.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Was also sollen wir tun? Wir sollen die Bibel ernst nehmen und zugleich darum bitten, dass der Geist Gottes uns die Bibel erschließe. Wir sollen in der Bibel lesen und zugleich darum wissen, dass wir sie falsch verstehen könnten. Wir sollen uns eingestehen, dass wir uns irren können, und unser Verständnis der biblischen Worte immer wieder hinterfragen lassen – von anderen biblischen Worten, von anderen Christinnen und Christen, von allen Menschen, die uns Fragen stellen und von unseren Lebenserfahrungen. Nur wer sich hinterfragen lässt, kann in der Erkenntnis wachsen.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Es geht dabei nicht um die Relativierung der Autorität der</span><span class="fs14lh1-5"> </span><b><span class="fs14lh1-5">Bibel</span></b><span class="fs14lh1-5">, sondern um die Relativierung jeder</span><span class="fs14lh1-5"> </span><b><span class="fs14lh1-5">Auslegung</span><span class="fs14lh1-5"> </span></b><span class="fs14lh1-5">der Bibel. Und es geht um die Einsicht, dass Gott durch Schriften zu uns spricht, die inmitten der Geschichte durch menschliche Gedanken und geschichtliche Entwicklungen entstanden sind. Gottes Geist bedarf keiner wortwörtlichen Einflüsterungen; er spricht zu uns durch geschichtliche Ereignisse – so, wie Gott sich uns in der Geschichte des Menschen Jesus kundgetan hat.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Sich selbst beständig hinterfragen zu lassen, macht unsicher. Unsicherheit ist aber nicht jedermanns Sache – vor allem nicht in Glaubensdingen. Das fundamentalistische Selbstbewusstsein, diese scheinbare Sicherheit, erscheint mir manchmal nur als verbrämte Unsicherheit: Weil man im Tiefsten unsicher ist, hält man verkrampft an der scheinbaren Sicherheit des biblischen Buchstabens fest. Doch in Glaubensdingen gibt es keine schwarz auf weiß belegbare Sicherheit. Es gibt nur eine innere Gewissheit, die uns von Gott geschenkt wird.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Diese Gewissheit ist nicht abhängig von Buchstaben, die schwarz auf weiß vor uns stehen, sondern vom Geist Gottes, den wir nicht zu fassen kriegen. Buchstaben können wie ein Beweis der Wahrheit sein. Gottes Geist aber kann kein Beweis sein. Darum gibt es für die Wahrheit des christlichen Glaubens keinen eindeutigen Beleg – außer den Geist Gottes selbst, der in uns wirkt (Röm 8,16). Dieser Geist kann in uns eine Gewissheit schaffen, die stärker ist als alles scheinbar sichere und bewiesene Wissen.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Zur Gewissheit des Glaubens gehört, dass wir trotz aller Unsicherheit von Gott angenommen und geliebt und bei ihm mit all unserer Unsicherheit herzlich willkommen sind.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Bezüglich der Folgen des christlichen Fundamentalismus ist deutlich geworden, dass er nicht selten Nationalismus und Gewalt mit sich brachte. Die Puritaner übertrugen die Aussagen der Johannesapokalypse, auch "Offenbarung" genannt, 1:1 auf sich selbst: Sie hielten sich für die von Gott Auserwählten, die den Kampf zwischen Christus und dem Antichristen zu führen hätten, einen militärischen Endkampf auf Leben und Tod. Als sie militärische Erfolge errungen hatten, fühlten sie sich berufen, der ganzen Welt Frieden zu bringen, indem sie als die überlegene Nation das "Reich des Satans" militärisch besiegen – so wie das ägyptische Heer am Schilfmeer vernichtet wurde.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Es wird deutlich, dass dieses ungeheure Erwählungs-, Sendungs- und Siegesbewusstsein dadurch entstand, dass man die biblischen Aussagen, die fast 2000 Jahre zuvor in völlig anderen historischen Verhältnissen aufgeschrieben wurden, auf sich selbst übertrug. Dass nach den Aussagen der Bibel </span><span class="fs14lh1-5"><b>Israel </b></span><span class="fs14lh1-5">Gottes auserwähltes Volk ist und dass in der Bibel unbestimmt bleibt, wer eigentlich der Antichrist ist, wurde dabei vollständig ignoriert. So war es möglich, dass man jeden, den man als Feind ansah, mit dem Antichristen gleichsetzte.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Das ist die Gefahr, wenn man die biblischen Texte aus ihrem historischen Kontext löst und bruchlos auf sich selbst, den eigenen Glauben und das eigene Volk überträgt. Man kann dann zu einer Selbstgewissheit kommen, in der man sich allen anderen überlegen fühlt. Man selbst gehört zu den Guten, der auserkorene Feind aber zu den Bösen.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Vom Erwählungs- und Sendungsbewusstsein eines Volkes ist es nur ein kleiner Schritt zu Nationalismus und Gewalt. Wenn ein Volk hingegen seine Sendung im Sinne der Bibel versteht, muss jeder selbstbezogene Nationalismus abgelehnt werden. Denn dann geht es nicht um die eigene Nation, sondern darum, den göttlichen Frieden für jedes Volk auf Erden durchzusetzen, und zwar nicht mit Gewalt, sondern auf dem Weg der Nächstenliebe. Jürgen Moltmann formuliert mit Blick auf Amerika (und hier durch meine Interpretation ergänzt):</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Als ein humaner Traum ist der "American dream" ein guter und notwendiger Traum; als ein bloß "amerikanischer Traum" aber wird dieser humane Traum in sein Gegenteil verkehrt. Im Grunde liegt diese Zweideutigkeit schon im Erwählungs- und Sendungsbewusstsein Israels vor: Ist Israel von Gott erwählt, um ein "Licht der Völker" zu sein [für die Völker da zu sein; Jes 49,6], oder sind die Völker dazu bestimmt, ihr Licht in Israel zu finden [sich Israel einzuordnen]? Geht es Gott mit Israel um die Völker [um das Wohlergehen der Völker, dem sich Israel unterzuordnen hat] oder mit den Völkern um Israel [um das Wohlergehen Israels, dem sich die Völker unterzuordnen haben]? Dahinter steht die entscheidende Frage: Wie kann ein universales Anliegen [der Einsatz für das weltweite Friedensreich Gottes] durch etwas Partikulares [ein einzelnes Volk] vertreten werden, ohne dass dieses Partikulare [dieses einzelne Volk] sich entweder selbst für das Universale [das Friedensreich Gottes] hält oder sich selbst auflöst [indem es sich ganz an das Friedensreich Gottes hingibt]?</span><span class="fs11lh1-5 cf1"><sup>13</sup></span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Bis heute wird ein politisiertes Christentum gepflegt, zum Beispiel von Donald Trump, der mit der Bibel in der Hand posiert und fordert, Amerika wieder großartig und mächtig zu machen. Aber nicht nur in den USA wird diese Ausnahmestellung der eigenen Nation vertreten.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Vergessen wird dabei ein wesentlicher Aspekt jedes christlichen Glaubens und jeder biblischen Ethik: dass sie quer zu allen politischen Ideologien, Konzepten und Programmen stehen. Der christliche Glaube hat seine eigene Weltanschauung und Ethik. Er eignet sich deshalb nicht dafür, von irgendwelchen bevorzugten Weltanschauungen und Ethiken vereinnahmt zu werden.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15"><span class="imUl fs11lh1-5">Quellennachweise</span><span class="fs11lh1-5">:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Zu diesem Kapitel siehe Moltmann: Politische Theologie, S. 107-109</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Moltmann: Politische Theologie, S. 109. Dieses Zitat wie auch viele der folgenden Zitate stehen bei Moltmann im amerikanischen Original. Die Übersetzungen habe ich mit</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://translate.google.com/?hl=de&tab=TT" target="_blank" class="imCssLink">Google Übersetzer</a></span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="fs11lh1-15">angefertigt und nachbearbeitet.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Zu diesem Kapitel siehe Moltmann: Politische Theologie, S. 103-107. Ich folge der Darstellung Moltmanns, der sich auf diverse amerikanische Literatur und Zeitungsartikel bezieht.</span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Moltmann: Politische Theologie, S. 105</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> Moltmann: Politische Theologie, S. 103f</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup> Moltmann: Politische Theologie, S. 116</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>7</sup> Moltmann: Politische Theologie, S. 106</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>8</sup> Zu diesem Kapitel siehe Kienzler: Der religiöse Fundamentalismus, S. 29f und Moltmann: Politische Theologie, S. 109-112.118f</span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>9</sup> Moltmann: Politische Theologie, S. 110</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>10</sup> Moltmann: Politische Theologie, S. 112</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>11</sup> Zu diesem Kapitel siehe Kienzler: Der religiöse Fundamentalismus, S. 36-41</span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>12</sup> Zu diesem Kapitel siehe Kienzler: Der religiöse Fundamentalismus, S. 9f</span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>13</sup> Moltmann: Politische Theologie, S. 114</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15"><span class="imUl fs11lh1-5">Verwendete Literatur</span><span class="fs11lh1-5">:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Kienzler, Klaus: Der religiöse Fundamentalismus. Christentum, Judentum, Islam. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung. Beck'sche Reihe Band 2031. München 1996.</span></li><li><span class="fs11lh1-15">Moltmann, Jürgen: Politische Theologie der modernen Welt. Gütersloher Verlagshaus in der Penguin Random House Verlagsgruppe München. Gütersloh 2021.</span></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto:</span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5">J F auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 24 May 2024 16:15:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wie der christliche Glaube hilft, Enttäuschungen zu vermeiden]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000024A"><div class="imTACenter"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wie der christliche Glaube hilft, Enttäuschungen zu vermeiden</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Mein persönliches Problem mit zu hohen Erwartungen</div></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/05/2024</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Vorgestern habe ich wieder eine Wanderung gemacht. Normalerweise bereite ich meine Wanderungen akribisch vor. Ich suche mir im Wanderführer, auf Karten oder in meiner Wander-App eine Tour aus, die mir geeignet erscheint. Ich möchte nämlich nicht einfach nur wandern, sondern dabei auch etwas erleben. Und erleben heißt für mich: Es gibt reizvolle Naturerlebnisse, verschlungene Pfade, herausfordernde Kletterpassagen, interessante Flussüberquerungen oder außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Ein beeindruckendes Erlebnis soll also schon dabei sein. Vorgestern bin ich aber mal ziemlich spontan losgegangen. Ich wollte keinen langen Anfahrtsweg und habe mir deshalb eine Wanderung in der Nähe unseres Wohnorts ausgesucht. Da ich die Wälder in unserer Nähe ganz gut kenne, war ich skeptisch, was das Erlebnispotenzial betrifft. Hier wird viel Forstwirtschaft betrieben, was für das Wandererlebnis nicht gerade vorteilhaft ist.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><div><span class="fs14lh1-5">Ich ging also los, ohne viel zu erwarten – und war überrascht, als die Tour meine Erwartungen bei weitem übertraf. Es gab viel zu sehen und zu erleben. Ich war froh, die Kamera mitgenommen zu haben, die ich eigentlich schon zu Hause lassen wollte, weil ich dachte: Es wird auf dieser Tour sowieso keine interessanten Motive geben.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Was sich mir dann darbot, davon kann ich hier nur einen kleinen Eindruck wiedergeben. Die Gerüche müsst ihr euch selber dazudenken.</span></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">Das Ginstermeer</span></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/a7rdy4zshs878bh59t9z3t58tzielnm8"  title="" alt=""/><br></div><div><div class="imTACenter"><br><span class="fs14lh1-5">Durch mehrere Ginsterspaliere</span></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/b3mq3gczs76cvnwrz03xopug2jjymk7t"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-2" src="https://christseinverstehen.de/images/5zv5pr2sg96vnsd63qekkpjm85nkxec7"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-3" src="https://christseinverstehen.de/images/0c7vrq28xageizta5cvw5m8fg8wj3iv2"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">Leben auf totem Stamm</span></div><div class="imTACenter"><img class="image-4" src="https://christseinverstehen.de/images/wyvblieco6na9439cdekig1d3rfiti4e"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">Die "Sieg-Loreley"</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">(naja, ziemlich übertrieben 😅)</span></div><div class="imTACenter"><img class="image-5" src="https://christseinverstehen.de/images/feik3ionyi7zzy6b5n7q4akgwi7t2wi5"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">Die Ginsterwelle</span></div><div class="imTACenter"><img class="image-6" src="https://christseinverstehen.de/images/18uvmj5uoqmz82e4k3d6bea4u2nlavk2"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Als ich all diese Schönheiten erlebte, die ich gar nicht erwartet hatte, fiel mir ein Wort des irischen Dramatikers George Bernard Shaw ein. Ich habe es auf einer Postkarte, die mir kürzlich nach langer Zeit wieder in die Hände gefallen war:</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe.</span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Das ist ein Wort, das ich mir hinter die Ohren schreiben muss. Ich erwarte nämlich meist zu viel vom Leben – und bin danach enttäuscht. Es ist wie auf meinen Wanderungen: Ich möchte etwas erleben, möchte, dass der Tag mir irgendein Highlight bietet, auf das ich begeistert zurückblicken kann. Ich mag das tägliche Einerlei nicht so sehr, sondern möchte interessante Gespräche führen, neue Einsichten gewinnen, überraschende Erfahrungen sammeln oder spannende Erlebnisse haben. Das ganz normale Alltagsleben füllt mich nicht aus.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Ich bin als Kind in einer Siedlung voller gleichaltriger Kinder aufgewachsen. Da war jeder Tag für mich ein Abenteuer. Vielleicht hat meine glückliche Kindheit mir das Gefühl vermittelt, als Erwachsener so viele Wiederholungen zu erleben.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Manche Menschen laufen ihr Leben lang vor etwas weg. Bei mir ist es anders: Ich laufe spannenden Erlebnissen hinterher.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Neulich hatte ich den Gedanken: Das ist auch eine Art von Lebensgier. Ich strebe nicht nach materiellem Luxus, nach Ruhm oder Macht, sondern nach außergewöhnlichen Erfahrungen. Bin ich auf diese Weise auch der allgegenwärtigen Gier nach Leben verfallen?</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Als ich vorgestern auf meiner Wanderung darüber nachdachte, ging mir ein Wort des Apostels Paulus durch den Kopf, an das ich schon öfter mal gedacht hatte. Paulus hat in einen Gedankengang über Heiraten und unverheiratet bleiben eine grundsätzlich Überlegung über das Verhältnis der Christen zur Welt eingefügt (1Kor 7,29-31):</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Die Zeit ist kurz [wörtlich: zusammengedrängt]. Künftig sollen auch die Frauen Habenden sein wie nicht Habende und die Weinenden wie nicht Weinende und die sich Freuenden wie sich nicht Freuende und die Kaufenden wie nicht Behaltende und die die Welt Benutzenden wie sie nicht Ausnutzende. Denn die Gestalt [= das Wesen] dieser Welt vergeht.</span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Das klingt verwirrend. Wie soll jemand, der eine Frau hat, sein wie einer, der keine hat? Wie soll ein Weinender sein, als würde er nicht weinen? Und so weiter.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Paulus beginnt und beendet diese Passage mit einem Hinweis auf die Vergänglichkeit der Welt. Alles Irdische ist vergänglich. Es ist uns vorläufig gegeben, aber nicht endgültig. Es kann schnell zu Ende sein mit dem Glück, aber auch mit dem Unglück. Darum ist es nicht hilfreich, wenn wir uns auf ein uns geschenktes Glück fixieren und von ihm abhängig machen. Und es ist ebensowenig hilfreich, wenn wir uns auf ein Unglück fixieren und gar nicht mehr damit rechnen, dass es einmal ein Ende haben wird.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Denn das Ende alles Irdischen kommt. Endgültig ist nur das Reich Gottes. Es ist jetzt schon angebrochen und geht seiner Vollendung entgegen. Es bereichert uns, vom Reich Gottes, von der schon angebrochenen Herrschaft Gottes her und auf sie hin zu leben. Von der ewigen und alles erfassenden Herrschaft Gottes her ist die Weltzeit quasi nur auf einen Augenblick "zusammengedrängt". Wenn uns dieser Augenblick vereinnahmt, sind wir nicht mehr frei. Darum ist es hilfreich, wenn Gottes ewiges Reich unser Fühlen und Streben schon jetzt bestimmt.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Es ist für unser Leben äußerst wichtig, das Vorläufige vom Endgültigen, das Vorletzte vom Letzten zu unterscheiden. Paulus will uns mit dieser Unterscheidung die Sorgen um irdische Güter nehmen (1Kor 7,32a). Denn alles Irdische ist nur ein Augenblick gegenüber der neuen, ewigen Welt. Die Freuden der Welt sind ein schöner, wenn auch unvollkommener Vorgeschmack auf das Reich Gottes. Und die Leiden der Welt sind nicht der Rede wert im Vergleich zur kommenden Herrlichkeit (Röm 8,18).</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Diese Gewissheit befreit uns davon, das Weltliche allzu ernst zu nehmen. Wir werden frei davon, Menschen oder Güter zu vergötzen, frei davon, im Leid die Hoffnung zu verlieren, frei davon, beständig irgendwelchen Glückserlebnissen nachzujagen. Das Blicken auf die neue ewige Welt befreit uns davon, diese vergängliche Welt egoistisch auszunutzen und zu zerstören. Es befreit uns von der Lebensgier, die unersättlich ist und immer mehr für sich will, so dass die irdischen Güter zu Göttern werden.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Aber es stellt sich doch noch eine Frage: Lebt man denn noch richtig, wenn man die Freuden und die Güter der Welt nicht in vollen Zügen genießt? Ich habe mir diese Frage schon oft gestellt, wenn ich an die Sätze des Paulus dachte. Und ich meine, dass es dem Apostel nicht darum geht, der Welt und ihren Freuden zu entsagen. Wir dürfen und sollen sie genießen. Sie sind uns zum Genießen gegeben. Aber es tut uns nicht gut, wenn wir sie verabsolutieren, vergöttern und uns von ihnen abhängig machen. Denn dann sind die Enttäuschungen vorprogrammiert. So wie meine Enttäuschung am Ende eines Tages, der mir öde vorkommt, weil er mir wie eine Wiederholung vieler anderer Tage erscheint.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Unsere Lebenswanderung ist kurz. Gerade darum sollten wir sie, so gut es geht, genießen und weder zu wenig noch zu viel von ihr erwarten. Deshalb habe ich mir die Karte mit dem Wort von George Bernard Shaw so aufgestellt, dass ich sie täglich im Blick habe. Denn ich bin noch dabei zu lernen, vom Leben nicht zu viel zu erwarten.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Fotos: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 17 May 2024 06:58:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Judentum, Christentum, Islam - ein Vergleich]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Religionsgemeinschaften"><![CDATA[Religionsgemeinschaften]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000248"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Judentum, Christentum, Islam - ein Vergleich</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Aus Anlass einer Multireligiösen Feier</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/05/2024</span></div><div><br></div><div>Sie hat es wieder getan. Vor gut zwei Jahren habe ich zum ersten Mal bemerkt, dass sie es tut. Schon damals <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=000000109" class="imCssLink">habe ich etwas darüber geschrieben</a></span>. Ich war mir nicht sicher, ob sie es noch einmal tun würde. Doch nun hat sie es getan. Und ich muss wieder schreiben.</div><div><br></div><div>Sie, die Evangelische Kirche in Deutschland, hat am Sonntag, dem 28. April, wieder statt eines Gottesdienstes <span class="imUl"><a href="https://www.deutschlandfunk.de/multireligioese-feier-aus-dem-stadtkloster-segen-in-berlin-dlf-9c00f3dc-100.html" target="_blank" class="imCssLink">eine Multireligiöse Feier von Juden, Christen und Muslimen im Radio übertragen</a></span>. Ort der Feier war das <span class="imUl"><a href="https://stadtklostersegen.de/" target="_blank" class="imCssLink">Stadtkloster Segen in Berlin</a></span>.</div><div><br></div><div>Ich möchte diese Radioübertragung nutzen, die drei Religionen etwas genauer in den Blick zu nehmen. Wie im Christentum, so gibt es auch im Judentum und Islam sehr unterschiedliche Strömungen. Ich beschränke mich hier auf die liberalen jüdischen und islamischen Sichtweisen, die auch in der Multireligiösen Feier vertreten waren.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Der Glaube an den einen Gott</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Verschiedene Klänge, eine Melodie – so klingt es, wenn Juden, Muslime und Christen Seite an Seite ihren Glauben leben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit diesen Worten begann die Radioübertragung. Will wohl sagen: Wenn auch die Formen sich unterscheiden, sind die Inhalte des jüdischen, muslimischen und christlichen Glaubens doch dieselben.</div><div><br></div><div>Dementsprechend wurde die Feier "im Namen des einen Gottes" begonnen. Man wollte "Seite an Seite beten" und gemeinsam hoffen – und zwar "in Treue zur je eigenen Glaubenstradition und in Offenheit zueinander." Gemeinsam wollte man "über Wege zu Gott nachdenken – Wege der Liebe zu Gott. Denn Liebe hat Gott in jede Menschenseele gelegt."</div><div><br></div><div>Darum wurde Gott um die Kraft der Liebe gebeten. <span class="fs14lh1-5">Die Bitte wurde "durch Jesus Christus, Gottes Sohn", vorgetragen. Das gab dem Ganzen einen christlichen Anstrich:</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lass uns leben und lieben aus der Kraft deiner Liebe. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Bitte wurde durch Jesus Christus, Gottes Sohn, vorgetragen. Das gab dem Ganzen einen christlichen Anstrich.</div><div><br></div><div>Gegen das Thema der Feier, die Liebe, lässt sich schwer etwas sagen. Sie steht auch gesellschaftlich hoch im Kurs. Sie ist im Judentum, Christentum und Islam eine wichtige Größe. Unter ihr kann man also sehr leicht alle drei Religionen versammeln. Vielleicht ist sie der kleinste gemeinsame Nenner.</div><div><br></div><div>Doch reicht es kaum aus, das Miteinander der drei Religionen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu gründen. Darum wurde die Feier "im Namen des einen Gottes" begonnen. Die Formulierung erweckt den Eindruck, dass alle drei Religionen dieselbe Vorstellung von dem einen Gott hätten.</div><div><br></div><div>Das ist jedoch nicht der Fall. Der Glaube, dass es nur einen Gott gibt, ist nicht identisch mit der näheren Bestimmung dieses Gottes. Auch wenn Angehörige der drei Religionen an nur einen Gott glauben, kann die Vorstellung von diesem Gott doch sehr unterschiedlich ausfallen. Darum hilft es nicht weiter zu betonen, man glaube doch gemeinsam an den <span class="fs14lh1-5"><b>einen </b></span>Gott. Man verwischt dadurch vielmehr die Unterschiede zwischen den drei Religionen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Das Verhältnis zwischen Gott und Mensch im Judentum</div><div><br></div><div>Um das jüdische Verhältnis zwischen Gott und Mensch deutlich zu machen, biete ich hier vier Zitate aus dem dreibändigen Werk "Die Lehren des Judentums nach den Quellen" aus den Jahren 1928-1930. Am Anfang stehen zwei Zitate des berühmten jüdischen Rabbiners Leo Baeck (gest. 1956). Danach folgen zwei Zitate aus der vorangehenden jüdischen Tradition.</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Gottes Liebe besagt: Gott gibt alles; alles was ist, ist seine Schöpfung, offenbart seine Gnade. Göttliche Liebe ist daher [...] der Ausdruck dafür, dass unser aller Leben mit Gott verbunden ist und zu ihm gehört [...]. Aber was Gott für uns ist, besagt zugleich auch, was er von uns verlangt. Alle göttliche Liebe ist zugleich göttliche Gerechtigkeit. Wie Gott gibt, so fordert er. Er hat vor den Menschen das Gute und Böse hingelegt, damit der Mensch wähle und sich entscheide [...]. Gott ist der Liebevolle und der Gerechte, beides ist in ihm eines; darum ist er, der Heilige, der Einzige und Eine.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Dieses Gute, dieses Sittliche vermag der Mensch zu schaffen, er vermag es zu verwirklichen. Darin bildet er sein Leben, er wird ein Schöpfer des Guten, das Ebenbild des einen Gottes. [...] Das Gute und das Böse ist vor ihn hingestellt, damit er wähle. [...] Er vermag, wenn er von ihm sich abgewendet hatte, umzukehren, um jetzt den Weg zu gehn, auf dem er Gott findet. Er kann sich versöhnen, sich reinigen. Seine Tat, die sittliche Tat, ist es, die die Versöhnung schafft. Nicht das Wunder und nicht ein Sakrament bringt sie, sondern die Freiheit, die in ihn gelegt ist. [...] Im Judentum sind die Gedanken oft mannigfaltige Wege gegangen. Aber in diesem Einen sind sie immer übereingekommen und zu diesem hat die Entwicklung immer bestimmter hingeführt, dass Frömmigkeit und Gottesfurcht sich auf die sittliche Tat gründen.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der Jude weiß auch: wie der Mensch durch </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>seine </b>Schuld von Gott sich getrennt hat, so muss er sich ihm wieder durch </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>seine </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">sittliche Tat nähern. [...] Die sittliche Erneuerung muss aus eigener Kraft erwachsen, die Heiligung des Menschen ist sein eigenes Werk, er selbst muss sich den Frieden mit sich selbst [...] erringen, die den Frieden mit Gott, die Versöhnung verbürgt.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Das Judentum weiß nicht nur vom Tode, das Judentum weiß von der Sünde zu erlösen! Es braucht der Sünder, der ergrauteste Sünder nur zu wollen, [...] mit einem rechten, ernsten Entschluss sich aus den Banden der Sünde losrütteln zu wollen, ernstlich zu wollen – so ist sein Gott ihm nahe, kommt auf halbem Wege ihm entgegen, hilft ihm den Sieg über den Feind zu erringen und ist in jedem Augenblick bereit, den ergrautesten Sünder rückkehrend aufzunehmen, liebend aufzunehmen.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Ich fasse diese Aussagen jüdischer Denker zusammen: Wir sind durch Gottes Gnade und Liebe mit ihm verbunden. Gottes Liebe ist jedoch zugleich fordernde Gerechtigkeit: Gott fordert von uns, dass wir uns für das Gute entscheiden; denn wir haben die Kraft, das Gute zu wählen. Wenn wir das tun, dann schaffen wir Gutes: Wir werden Schöpfer des Guten und als solche Ebenbild Gottes.</div><div><br></div><div>Auf diesem Weg kehren wir um zu Gott und versöhnen uns mit ihm. Kein Wunder Gottes, kein Sakrament schafft Versöhnung mit Gott, sondern unsere guten Taten sind es, die uns mit Gott versöhnen. Unsere Heiligung und Versöhnung sind unser eigenes Werk. Wenn wir ernsthaft den Willen haben, der Sünde abzusagen, dann wirkt Gott mit uns zusammen und hilft uns, das gute Werk zu vollbringen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Das Verhältnis zwischen Gott und Mensch im Islam</div><div><br></div><div>Zur Beschreibung des islamischen Verhältnisses zwischen Gott und Mensch zitiere ich drei anerkannte islamische Theologen und eine Theologin: den islamischen Journalisten Muhammad Salim Abdullah (gest. 2016), den katholisch-ostkirchlichen Priester und Islamwissenschaftler Adel Theodor Khoury (gest. 2023), den Professor für islamische Religionspädagogik in Münster Mouhanad Khorchide (geb. 1971) sowie die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel (gest. 2003):</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Die islamische Theologie geht davon aus, dass Gott alle Sünden verzeiht, auch die schwersten, auch den Unglauben, wenn der Mensch seine Schuld ehrlich bereut und sich von ihr abwendet. [...] Grundsätzlich gilt, dass jeder Mensch, ohne Ausnahme, das ganze Leben hindurch Buße üben muss. Er ist nach islamischer Auffassung nie ganz frei von Tatsünden. Das arabische Wort für Buße [...] kennzeichnet den sündigen Menschen, der reuig zu Gott zurückkehrt. [...] Gott wendet sich in seiner Barmherzigkeit dem Menschen wieder zu, der sich in Sünde von ihm vorübergehend entfernt hatte. So sagt der Koran: "Doch die bereuen und sich bessern und offen (die Wahrheit) bekennen, zu denen kehre Ich mich mit Verzeihen, denn ich bin der Allvergebende, der Barmherzige" (2:161).</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Gott ist bereit, alle Sünden des Menschen zu vergeben (39,53) [...]. Eine Ausnahme bildet der Unglaube in seinen verschiedenen Varianten. Wer ungläubig ist und frevelt, wird keine Vergebung finden (4,168; 9,80). [...] Eine besonders schwere Variante des Unglaubens, der nicht vergeben wird, ist die Beigesellung, die Anerkennung anderer Gottheiten neben dem einzigen Gott (4,48.116). Endlich ist der Abfall vom Glauben eine so schwere Abwendung von Gott, dass Gott ihn nicht vergibt [...]. Die Vergebung der übrigen Sünden ist grundsätzlich möglich. Bedingung zur Erlangung der göttlichen Vergebung ist zunächst der Glaube. Wer glaubt, kann mit der Verzeihung seiner Sünden rechnen [...]. Desgleichen darf auf Vergebung hoffen, wer dem Propheten folgt (3,31) und sonst seine religiösen Pflichten erfüllt. [...] Der Koran bezeichnet die "gläubigen Männer und Frauen" als diejenigen, die "das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten" (9,71). [...] Denn Gott liebt die Rechtschaffenen, die das Gute tun (2,195).</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der Koran beschreibt [...] den Menschen in seiner Ambivalenz, er ist weder vollkommen gut noch vollkommen schlecht. Er wurde zwar "in edelster Form erschaffen" (Koran 95:4), aber er ist "schwach" (Koran 4:28), jedoch keineswegs eine gefallene Kreatur. Er ist dem Bösen zugeneigt (Koran 75:5), kleinmütig (Koran 70:19), er kann sich aber selbst läutern (Koran 91:9).</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der Mensch kann zwischen Gut und Böse wählen; die Engel können nur gehorsam sein. [...] Die niederen Triebe [können] verwandelt und veredelt werden [...], wenn man sie unaufhörlich bekämpft. So wird auch ein störrisches Pferd zum trefflichen Renner, wenn du es ständig trainierst.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>8</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Annemarie Schimmel beschreibt die Bedeutung Jesu in einem fingierten Gespräch zwischen Maria und einem Muslim:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Da es keine Erbsünde gibt, besteht auch keine Notwendigkeit für eine Erlösung durch Jesu Opfertod. In der Frömmigkeit erscheint er als Modell der Askese, der Liebe, vor allem der Gottesliebe, und seine Milde wird immer wieder gepriesen. [...]</span></i></span></div><div><i><span class="fs16lh1-5 cf1 ff1">"Also Jesus ist ein großer Prophet", wiederholt Maria nachdenklich, "nicht Gottes Sohn."</span></i></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Nein, das wird im Koran (Sure 19,35 u.a.) kategorisch abgelehnt. Dann kam Muhammad, [...] und der Muslim versteht daraus, dass er der im Johannesevangelium verheißene </span><span class="fs16lh1-5 ff1">paraklet </span><span class="fs14lh1-5">ist [...]. So hat Muhammad das Erbe Jesu angetreten.</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>9</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Diese Aussagen lassen sich so zusammenfassen: Gott ist barmherzig und vergibt jedem, der seine Sünde bereut, um Vergebung bittet, sich von seiner Sünde abwendet, sein Leben bessert und die Wahrheit bekennt. Gott vergibt aber nicht, wenn jemand im Unglauben verharrt oder vom Glauben abfällt und entsprechend lebt.</div><div><br></div><div>Ein besonders schwerer Unglaube besteht darin, an nicht nur einen Gott zu glauben. Dazu rechnet der Islam auch den christlichen Glauben an einen dreieinigen Gott. Darum versteht der Islam Jesus nicht als Sohn Gottes, sondern als einen großen Propheten und ein Vorbild des Glaubens und Handelns.</div><div><br></div><div>Es gibt also Bedingungen für die Vergebung: vor allem der Glaube, aber auch die Nachfolge Mohammeds und die Erfüllung der religiösen Pflichten. Gläubig sind die, die "das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten", also sich für das Gute einsetzen und es auch tun.</div><div><br></div><div>Der Mensch ist also nicht hoffnungslos der Sünde verfallen, sondern kann sich selbst von ihr befreien. Er hat die Wahl zwischen Gut und Böse. Er kann das Gute einüben, indem er das Böse bekämpft. So veredelt er sich selbst. "Es liegt [...] letztendlich in der alleinigen Entscheidung des Menschen, ob er mit Gott kooperiert oder nicht." Deshalb ist auch jede das Verhältnis bereinigende Vermittlung zwischen Mensch und Gott unnötig.<span class="fs11lh1-5"><sup>10</sup></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Das Verhältnis zwischen Gott und Mensch im Christentum</div><div><br></div><div>Wie Judentum und Islam, so versteht auch das Christentum Gott als einen liebenden und barmherzigen Gott. Und auch im Christentum ist der liebende und barmherzige Gott zugleich einer, der von den Menschen Glaube und Liebe fordert. Ebenso sind Reue und Umkehr wichtige Aspekte des christlichen Glaubens. Und dennoch bestehen wesentliche Unterschiede zwischen dem Christentum und den beiden anderen Religionen.</div><div><br></div><div>Schauen wir zunächst auf Jesus: Er suchte den Kontakt zu den Sündern und pflegte Gemeinschaft mit ihnen. So ging er auf die Sünder zu (Lk 19,1-10), und das wurde ihm von den religiösen Autoritäten vorgeworfen (Lk 5,30-32):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten und sagten zu seinen [Jesu] Jüngern: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Umkehr [zu rufen].</i></span></div><div><br></div><div>Auch denen, die nach damaligem Verständnis einen falschen Glauben hatten, verschloss sich Jesus nicht. Im Gegenteil, er ließ sich auf sie ein, scheute den Kontakt mit ihnen nicht und konnte sie sogar als Vorbild des Glaubens darstellen. So sagte er von einem römischen, also heidnischen Hauptmann der Besatzungsmacht (Mt 8,10b):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wahrlich, ich sage euch: Bei niemandem in Israel habe ich so großen Glauben gefunden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch den Samaritanern, deren Glaube von den Juden nicht anerkannt wurde, wandte sich Jesus zu (Joh 4,5-41) und stellte sie als ethisches Vorbild dar (der "barmherzige Samariter", Lk 10,30-37). </div><div><br></div><div>Jesus ging so weit, dass er um seiner Liebe zu den Sündern willen den Konflikt mit den Herrschenden suchte, was schließlich zu seiner Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung führte. Er weigerte sich, Abstriche von seiner Liebe zu machen. So offenbarte er nicht nur seine eigene, sondern Gottes Liebe. Darum wurde er "Sohn Gottes" genannt.</div><div><br></div><div>Jesus ertrug Verachtung, Verfolgung, Folterung und Tod, also die Sünde seiner Gegner, ohne sich gegen sie zur Wehr zu setzen, sie mit Gottes Hilfe zu töten und so sich selbst dem Tod zu entziehen (Mt 26,51-53). Das heißt: Er ließ die Sünder leben um den Preis, selbst getötet zu werden. So war nicht nur Jesus, sondern so war Gott – und so ist er bis heute.</div><div><br></div><div>Es ist von entscheidender Wichtigkeit, die Einheit Jesu mit Gott zu erkennen. Jesus war nach christlichem Verständnis nicht einfach ein vorbildlicher Mensch, sondern der Mensch, der Gott offenbarte. Darum sehen wir an Jesu Geschick, was auch Gott tut und erleidet.</div><div><br></div><div>Der Apostel Paulus hat Jesu Zuwendung zu den Sündern später so ausgedrückt (Röm 4,5; 5,6.8.10):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dem aber, der keine [guten] Werke tut, aber an den glaubt, der den Gottlosen gerecht [= heil] macht, wird sein Glaube als Gerechtigkeit [= Heil] angerechnet.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Christus ist, als wir noch schwach waren, zur damaligen Zeit für Gottlose gestorben. [...] Gott erweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. [...] Wenn wir nämlich, als wir noch Feinde [Gottes] waren, durch den Tod seines Sohnes mit Gott versöhnt worden sind, umso mehr werden wir, die [mit Gott] Versöhnten, durch sein Leben gerettet werden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit alledem ist deutlich, dass nach christlichem Verständnis die Versöhnung zwischen Gott und Mensch nicht vom Menschen ausgeht, sondern von Gott allein. Nicht der Mensch wendet sich aus eigener Kraft Gott zu und entscheidet sich für ihn, sondern Gott neigt sich zu dem in seiner Sünde hoffnungslos verlorenen Menschen herab und erwählt ihn dazu, sich von Gott beschenken zu lassen und im Glauben Gutes zu tun. Darum sagte Jesus (Joh 15,16):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch [dazu] bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht tragt und eure Frucht bleibt, damit mein Vater euch gibt, worum auch immer ihr ihn in meinem Namen bitten werdet.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es geht also, christlich gesehen, nicht um eine Entscheidung des Menschen für Gott, sondern umgekehrt um eine Entscheidung Gottes für den Menschen. Erst wenn Gott sich für den Menschen entschieden hat, ihn in Liebe erwählt hat, ist der Mensch in der Lage, sich für Gott zu entscheiden, Gott zu seinem Gott zu erwählen. Denn erst mit der Erwählung des Menschen durch Gott ist der Mensch überhaupt in die Lage versetzt, glaubend und liebend Gott als seinen Gott anzunehmen (1Kor 12,3b; 2Kor 3,4-6a; Eph 2,8-10a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Niemand kann sagen: Herr ist Jesus, außer im heiligen Geist.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Solches Vertrauen zu Gott haben wir durch Christus. Nicht, dass wir von uns selbst her fähig wären, etwas gleichsam aus uns selbst zu ersinnen, sondern unsere Fähigkeit kommt von Gott, der uns fähig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Aus Gnade seid ihr gerettet worden durch den Glauben, und dies nicht aus euch – Gottes Gabe ist es –; nicht aus [eigenen] Werken, damit niemand sich rühme. Denn </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>sein </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Gebilde sind wir, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken.</span></span></i></div><div><br></div><div>Das Neue Testament stellt immer wieder klar, dass sowohl der Glaube als auch die guten Taten nicht aus der Kraft des Menschen hervorgebracht, sondern von Gott selbst im Menschen gewirkt werden. Natürlich ist es der Mensch, der Entscheidungen fällt. Aber er tut es nicht aus eigenem Vermögen, sondern indem er die göttliche Kraft, die in ihm ist, zur Wirksamkeit kommen lässt.</div><div><br></div><div>Der menschliche Anteil am Glauben und an der Liebe ist vergleichbar einem verhungernden Bettler, der nichts anderes tut, als das Brot, das ihm gereicht wird, dankbar anzunehmen. Er trifft dabei keine abwägende Entscheidung, er überlegt nicht, ob er das Brot will, er wählt nicht aus zwischen den beiden Möglichkeiten, das Brot zu nehmen oder nicht, sondern – er ist ein Verhungernder! – er ergreift das rettende Brot ganz selbstverständlich, weil es keine andere Lebensmöglichkeit für ihn gibt.</div><div><br></div><div>Dennoch gehören wir alle zu den Menschen, die das rettende Brot aus eigenem Wollen und Vermögen unbegreiflicherweise <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>ergreifen. Wir wollen keine auf Gott angewiesenen Bettler sein, sondern uns unser Brot selbst verdienen. Darum ist es ein <span class="fs14lh1-5"><b>Wunder</b></span>, wenn ein Mensch auf jegliche Verdienste vor Gott verzichtet und stattdessen an Jesus Christus als seinen Retter glaubt.</div><div><br></div><div>Nach evangelischem Verständnis geht also die Versöhnung mit Gott sowie die Erlösung und Heiligung des Menschen nicht vom Menschen aus, sondern von Gott. Es ist Gott, der die Welt mit sich versöhnte (2Kor 5,18f), der uns vom Bösen erlöst (Mt 6,13b; Röm 7,24f) und der uns zu allem Guten heiligt (1Thess 5,23). Versöhnung, Erlösung und Heiligung sind deshalb <span class="fs14lh1-5"><b>kein Zusammenwirken</b></span> von Gott und Mensch, sondern sie gründen allein in der <span class="fs14lh1-5"><b>bedingungslosen </b></span>und all unserem Tun und Wollen <span class="fs14lh1-5"><b>zuvorkommenden </b></span>Liebe Gottes.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Drei Predigten über die Liebe</div><div><br></div><div>Ich komme nun zurück zur <span class="imUl"><a href="https://www.deutschlandfunk.de/multireligioese-feier-aus-dem-stadtkloster-segen-in-berlin-dlf-9c00f3dc-100.html" target="_blank" class="imCssLink">multireligiösen Feier</a></span>. Die Predigten des jüdischen Rabbiners Andreas Nachama und des christlichen Pfarrers Gregor Hohberg bezogen sich auf das "Hohelied der Liebe" aus der hebräischen Bibel, dem Alten Testament. Der Rabbiner verstand es als Gebet für ein Hochzeitspaar – "und zugleich setzt es das Paar gleich mit der Beziehung Israels zu Gott". Diese sinnbildliche, allegorische Bedeutung des Liedes bestand für den Rabbiner darin:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir lieben Gott, und er, unser Hirte, liebt uns.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der evangelische Pfarrer deutete das Hohelied als zwischenmenschliche Liebeslyrik. Er stellte fest, dass Gott in dem Liebeslied gar nicht vorkomme. Dennoch komme alle Liebe von Gott:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott ist Liebe. Das heißt: Wenn ich liebe – ob meine Partnerin, meine Kinder, meinen Freund; ob meine Katze oder die Pflanzen im Garten – wenn ich liebe, bin ich mit Gott verbunden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Im Anschluss an Hildegard von Bingen verstand der Pfarrer das Hohelied, ähnlich wie der Rabbiner, als Beschreibung der Beziehung zwischen Gott und Mensch. Und er drückte seine Hoffnung auf Frieden aus – auch in den heutigen Konflikten und Kriegen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Liebe ist auferstanden, und sie lebt. Auch heute, mitten unter uns. Darum: Gebt der Liebe all euer Hoffen und allen Glauben, und sie wird sich als wahre, göttliche Friedensmacht erweisen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Pfarrer schloss seine Predigt mit den Worten:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn Liebe tatsächlich überall zu finden ist, dann gibt es auch überall Wege zu Gott – über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg. [...] Die Liebe verbindet uns, und sie verbindet mit Gott. Die Liebe ist das Band der Vollkommenheit.</span></i></span></div><div><br></div><div>Schließlich stellte auch der Imam Osman Oers die Liebe in den Mittelpunkt seiner Predigt. Er zitierte aus der islamischen Tradition folgendes Wort: "Ihr glaubt nicht wahrhaftig, solange ihr einander nicht liebt." Und er fügte hinzu:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Frieden ist der Auftrag Gottes an die Menschheit. Liebe hingegen ist Gottes Geschenk an uns, das wir uns durch die Erfüllung unseres Friedensauftrages verdienen müssen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Am Ende seiner Predigt drückte der Imam seine Hoffnung auf mehr Frieden und Liebe in der Welt aus.</div><div><br></div><div>Gegen Ende der Feier zitierte der Rabbiner die Bibelstelle 1Mo/Gen 1,27: "Im Ebenbild Gottes schuf er [Gott] den Menschen". Das bedeutet nach der Auslegung des Rabbiners:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gottes Licht gibt mit jeder Seele, die er schafft, einen Funken dieses göttlichen Lichts an uns, an uns Menschen. Also hat jeder Mensch einen Funken Göttlichkeit in sich – jenen unauslöschlichen Funken, der geprägt ist vom himmlischen Frieden. Und wenn wir einem anderen Menschen in die Augen schauen [...], dann springt uns dieser unauslöschliche göttliche Funke ins Gesicht. [...] Und ich persönlich sage: Alles ist besser als Krieg. Am Ende eines jeden Krieges gibt es nur Verlierer, Verletzte, Verstümmelte, zerstörte Städte und unendlich viele Tote.</span></i></span></div><div><br></div><div>Den Abschluss der Feier bildete ein Gebet um Liebe und Frieden mit einem anschließenden Vaterunser – ein Fürbittengebet, wie es in jedem christlichen Gottesdienst hätte gesprochen werden können. Danach folgten noch drei Segenssprüche.</div><div><br></div><div>Ich schätze sehr jeden Einsatz für den Frieden, jeden Kampf um die Liebe. Ich könnte mich in diesem Einsatz mit Juden und Muslimen zusammentun. Ich unterstütze voll und ganz die Sätze des Rabbiners: "Alles ist besser als Krieg. Am Ende eines jeden Krieges gibt es nur Verlierer, Verletzte, Verstümmelte, zerstörte Städte und unendlich viele Tote."</div><div><br></div><div>Von daher kann ich ein gemeinsames Vorgehen gegen den Krieg und das gemeinsame Plädoyer für die Liebe nur gutheißen. Das heißt aber nicht, dass ich eine gottesdienstliche Feier mit Juden und Muslimen feiern würde. Denn ich kann trotz ethischer Übereinstimmungen die Glaubensunterschiede nicht leugnen.</div><div><br></div><div>Der evangelische Pfarrer zitierte in seiner Predigt zwei Stellen aus dem 1. Johannesbrief, an denen es heißt: "Gott ist (die) Liebe" (1Joh 4,8.16). Er fügte hinzu: "Die Liebe ist auferstanden." Deshalb sollten wir der Liebe allen Glauben und alle Hoffnung geben. Denn wenn wir lieben, seien wir miteinander und mit Gott verbunden.</div><div><br></div><div>Dass wir, wenn wir einander lieben, miteinander verbunden sind, ist unbestreitbar. Dass wir aber, wenn wir einander lieben, mit Gott verbunden sind, ist eine steile These. Sie geht davon aus, dass man den Satz "Gott ist Liebe" umdrehen kann: "Die Liebe ist Gott." So, wie eine mathematische Gleichung: 3+6=9 kann man umdrehen zu 9=3+6, und die Gleichung stimmt immer noch. Das ist aber sprachlich nicht immer möglich.</div><div><br></div><div>Wenn man sagt "Gott ist Liebe", dann bedeutet das, dass Gott die Fülle der Liebe zukommt. Wo Gott ist, da ist also immer Liebe und nichts anderes. Wenn man den Satz umdreht und sagt "Die Liebe ist Gott", dann bedeutet das, dass der Liebe die Fülle Gottes zukommt. Das würde bedeuten: Wo Liebe ist, da ist immer auch Gott und nichts anderes.</div><div><br></div><div>Das lässt sich aber unter den Bedingungen der Welt nicht sagen. Unsere Liebe ist vielmehr meist durchsetzt mit anderem, was keine Liebe ist. Darum stimmt es auch nicht, dass wir, wenn wir lieben, sozusagen automatisch mit Gott verbunden sind. Und wenn wir jemandem in die Augen schauen, sehen wir nicht unbedingt einen göttlichen Funken. Es ist genau umgekehrt: Nicht unsere Liebe, also unser Tun, stellt eine Verbindung zu Gott her, sondern Gott, also gerade nicht unser Tun, stellt eine Verbindung zur Liebe her.</div><div><br></div><div>Darum kann man auch nicht sagen, dass wir uns Gottes Geschenk der Liebe verdienen müssen. Nicht wir müssen etwas tun, damit Gott uns Liebe schenkt, sondern Gott schenkt uns Liebe, ohne dass wir dafür etwas tun müssen. Nicht wir lieben Gott zuerst, damit er uns liebt, sondern Gott liebt uns zuerst, so dass wir ihn lieben können (1Joh 4,19):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir lieben [oder: Lasst uns lieben], weil er [Gott] uns zuerst geliebt hat.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das sind keine Gedankenspiele von Theologen, sondern hier geht es um den Kern des Evangeliums. Es geht darum, dass Gottes Liebe all unserem Tun und Lassen vorangeht und dass wir uns Gottes Liebe deshalb niemals verdienen müssen. Das ist die frohe, befreiende Botschaft des Evangeliums.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Gemeinsam beten?</div><div><br></div><div>Solange mit anderen Menschen über den Kern des Evangeliums Uneinigkeit besteht, kann ich nicht mit ihnen zusammen beten, Gott loben und eine wie auch immer genannte gottesdienstliche Feier abhalten. <span class="fs14lh1-5">Ich könnte auch mit Menschen, die sich Christen nennen, aber im Kern des Evangeliums mit mir uneins sind, nur schwerlich Gottesdienst feiern. </span><span class="fs14lh1-5">Ich kann mich mit ihnen zusammentun, um mich für den Frieden einzusetzen. Ich kann für ein friedliches Miteinander der Religionen eintreten. Ich kann den Dialog der Religionen fördern. Aber ich kann nicht gemeinsam mit ihnen beten, solange ich nicht davon überzeugt bin, dass wir denselben Gott meinen, zu dem wir beten.</span></div><div><br></div><div>Ich will damit nicht ausschließen, dass Juden oder Muslime christlich leben, fühlen und denken können, auch wenn sie Christus nicht im Munde führen. Ich will nicht ausschließen, dass sie von der Gnade und Barmherzigkeit Gottes leben, dass sie in tiefem Vertrauen mit Gott verbunden sind und dass sie darauf verzichten, sich Gottes Barmherzigkeit durch eigene Taten verdienen zu wollen.</div><div><br></div><div>Ich bin überzeugt davon, dass es Menschen nichtchristlicher Religionen gibt, die sich zutiefst ihrer eigenen Fehlbarkeit bewusst sind und sich gerade deshalb voll und ganz in der Liebe Gottes geborgen fühlen. Ich glaube sogar, dass solche Menschen stärker der bedingungslosen Liebe Gottes vertrauen als manche Christen, die auf ihre eigenen Taten und Verdienste setzen. Wenn ich einen solchen Menschen nichtchristlicher Religion gut kennen würde und davon überzeugt wäre, dass er allein auf Gottes Gnade und Barmherzigkeit baut, könnte ich auch mit ihm zusammen beten. Aber an einer allgemeinen Feier mit mir nicht bekannten Juden und Muslimen kann ich aus den genannten Gründen nicht teilnehmen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Die Evangelische Kirche in Deutschland</div><div><br></div><div>Ich finde es deshalb auch falsch, dass die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) statt eines evangelischen Gottesdienstes eine multireligiöse Feier im Radio ausstrahlt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die multireligiöse Feier mit dem christlichen Gottesdienst gleichzusetzen ist.</div><div><br></div><div>Es ist aber nicht egal, ob man Jude, Christ oder Muslim ist. Es ist nicht egal, ob man sich an dem Gott orientiert, den Jesus offenbart hat, oder an dem Gott der jüdischen Tradition oder dem Gott, den Mohammed verkündigt hat. Es ist nicht egal, ob man den Koran, die Bibel ohne Neues Testament oder die Bibel mit dem Neuen Testament liest. Es ist nicht egal, ob man durch seine eigenen Taten vor Gott bestehen will oder allein durch Gottes Liebe. Und es ist auch nicht egal, ob man sich an der Liebe und radikalen Gewaltlosigkeit Jesu orientiert, die auch die Feinde einschloss, oder an einer Liebe und Gewaltlosigkeit, die den Krieg gegen Feinde dennoch rechtfertigt.</div><div><br></div><div>Wie vor kurzem bekannt wurde, hat sich auch im Jahr 2023 der Trend zum Rückgang der Kirchenmitgliedschaft und Verbundenheit mit der Kirche fortgesetzt, der bereits seit Jahrzehnten besteht. Die EKD hat 2023 rund 560.000 Mitglieder verloren, 380.000 davon durch Kirchenaustritte. Wichtiger ist, dass das Evangelium für immer weniger Menschen relevant ist. Die Kirche versucht, diese Relevanz offensichtlich dadurch zu stärken, dass sie die Erwartungen zu erfüllen versucht, die Menschen noch an die Kirche haben. Entsprechend <span class="imUl"><a href="https://www.ekd.de/faq/ekd-veroeffentlicht-mitgliederzahlen-2023-83806.htm" target="_blank" class="imCssLink">äußerte sich die amtierende Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs</a></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir werden eine kleinere und ärmere Kirche, dieser Tatsache müssen wir uns stellen. Auch mit weniger Mitgliedern bleibt es aber unsere Aufgabe, uns für Nächstenliebe, Menschlichkeit und die Weitergabe des christlichen Glaubens einzusetzen [...]. Aus der jüngsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung wissen wir, dass viele Menschen nach wie vor hohe Erwartungen an die Kirchen haben. Sie wünschen sich von uns den Einsatz für sozial benachteiligte Menschen, für Bildung und für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, ist es wichtig, dass wir als Kirche wissen, wofür wir stehen und dass wir immer wieder kritisch unser Handeln und unsere Strukturen auf den Prüfstand stellen. Das ist auch wichtig im Blick auf die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Ratsvorsitzende greift Stichworte auf, gegen die kaum jemand etwas einwenden wird: Nächstenliebe, Menschlichkeit, Weitergabe des christlichen Glaubens. Man beachte aber die Reihenfolge! Die Ratsvorsitzende fügt noch einige Stichworte der gesellschaftlichen Debatte hinzu: Einsatz für sozial Benachteiligte, Bildung und Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Kirche solle diesen Erwartungen gerecht werden. Das bedeutet nichts anderes als: Sie solle dem, was der Zeitgeist fordert, nachkommen. Aber kann eine Kirche, die dem Zeitgeist nachläuft, Jesus Christus nachfolgen?</div><div><br></div><div>Eine Kirche, die Jesus Christus nachfolgt, hat in erster Linie (und nicht an dritter Stelle) das Evangelium von Jesus Christus zu verkündigen, zu dem auch Nächsten-, Fernsten- und Feindesliebe gehören. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Aber nicht aus der Liebe folgt der Glaube, sondern aus dem Glauben folgt die Liebe. Ein guter Baum bringt gute Früchte, aber aus guten Früchten wird niemals ein guter Baum (Mt 7,17f; 12,33; Lk 6,43-45).</div><div><br></div><div>Darum folgen die ethischen Ermunterungen in den neutestamentlichen Briefen auf die Lehre. Und in der Theologie ist die Ethik bis heute eine Funktion der Dogmatik und nicht eine eigenständige Disziplin, die zur Not auch auf die Dogmatik verzichten kann. Ein kirchliches Handeln, das die Ethik in den Vordergrund stellt, nennt man in der Theologie "ethische Engführung".</div><div><br></div><div>Die Ratsvorsitzende stellt zu recht fest, dass wir als Kirche wissen müssten, wofür wir stehen. <span class="fs14lh1-5">Wofür stehen also die Christinnen und Christen? Die EKD hat sich offensichtlich für die gesellschaftlich anerkannten Werte entschieden. Diese werden auch von anderen gesellschaftlichen Institutionen vertreten und gefördert. Dazu bedarf es der Kirche also nicht. Eine Kirche, die nicht mehr das Evangelium von Jesus Christus und die darin gründende Ethik in den Vordergrund ihres Redens und Handelns stellt, ist überflüssig und verliert zuerst ihre Bedeutung und dann ihre Mitglieder.</span></div><div><br></div><div>Nach den Worten der Ratsvorsitzenden sollte die Kirche "immer wieder kritisch ihr Handeln und ihre Strukturen auf den Prüfstand stellen." Doch sie sollte auch ihr Denken und Reden auf den Prüfstand stellen. Sie sollte darüber reflektieren, ob die Vergleichgültigung ihrer Botschaft durch eine ethische Engführung und dementsprechend der Ersatz des Gottesdienstes durch eine multireligiöse Feier der richtige Weg ist, das Evangelium von Jesus Christus und von dem mit ihm angebrochenen Reich Gottes zu verkündigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Leo Baeck: Inbegriff von Sittlichkeit, Liebe, Gerechtigkeit und Heiligkeit. In: Die Lehren des Judentums nach den Quellen. Band II. Vierter Teil: Die Lehre von Gott. Neu herausgegeben von Walter Homolka. Faksimiledruck der Originalausgabe 1928-1930. Knesebeck Verlag, München 1999. S. 195f. Alle Zitate in diesem Artikel wurden orthographisch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Leo Baeck: Sittlichkeit als Grundforderung des Judentums. In: Die Lehren des Judentums nach den Quellen. Band I. Erster Teil: Die Grundlagen der jüdischen Ethik. Neu herausgegeben von Walter Homolka. Faksimiledruck der Originalausgabe 1928-1930. Knesebeck Verlag, München 1999. S. 14f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Max Dienemann: Judentum und Christentum. Frankfurt 1914. S. 34f. Zitiert nach: Die Lehren des Judentums nach den Quellen. Band II (siehe Anm. 1). S. 307.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Samson Raphael Hirsch: Gesammelte Schriften I. Frankfurt 1902-1908. S. 477. Zitiert nach: Die Lehren des Judentums nach den Quellen. Band II (siehe Anm. 1). S. 308.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>5</sup> Muhammad Salim Abdullah: Islam für das Gespräch mit Christen. Gütersloher Verlagshaus. 2. Aufl. Gütersloh 1995. S. 80f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>6</sup> Adel Th. Khoury / Peter Heine: Im Garten Allahs. Der Islam. Verlag Herder im Breisgau. 2. Aufl. Freiburg u.a. 1996. S. 97f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>7</sup> Mouhanad Khorchide: Gott glaubt an den Menschen. Mit dem Islam zu einem neuen Humanismus. Verlag Herder GmbH. Freiburg im Breisgau 2015. S. 25.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>8</sup> Annemarie Schimmel: Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen. Der Islam. Deutscher Taschenbuch Verlag. München 1999. S. 65f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><sup>9</sup> Annemarie Schimmel: Im Namen Allahs (siehe Anm. 8). S. 62.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>10</sup> Vgl. Mouhanad Khorchide: Gott glaubt an den Menschen (siehe Anm. 7). S. 28.30.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: hgenthe auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 07 May 2024 08:15:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was ist ein erfülltes Leben?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000247"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was ist ein erfülltes Leben?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/04/2024</span></div><div><br></div><div>Was heißt es eigentlich, zu leben? Oder anders gefragt: Wann lebt ein Mensch?</div><div><br></div><div>Die naheliegende Antwort ist: Ein Mensch lebt, wenn sein Gehirn mit Sauerstoff versorgt wird. Oder einfacher gesagt: Ein Mensch lebt, wenn die wesentlichen Abläufe seines Organismus funktionieren.</div><div><br></div><div>Doch wir würden wohl alle sagen: Das ist ein sehr eingeschränktes Verständnis des Lebens. Das ist irgendwie zu wenig. Wir sind doch mehr als geordnet ablaufende Körperfunktionen. Es geht nicht nur um physisches Funktionieren, denn dann wären wir nur so etwas wie eine organische Maschine. Leben ist mehr als ein Funktionieren der Organe, nämlich ein erfülltes Leben – ein Leben, das Leben genannt zu werden verdient.</div><div><br></div><div>Darum hat Wolf Biermann gedichtet:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das kann doch nicht alles gewesen sein,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das bisschen Sonntag und Kinderschrein,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das muss doch noch irgendwo hingehn!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das kann doch nicht alles gewesen sein,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">da muss doch noch irgendwas kommen! Nein,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">da muss doch noch Leben ins Leben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wann aber führen wir solch ein Leben, das ich ein erfülltes Leben nenne? Darauf sucht jeder Mensch eine Antwort; denn jeder Mensch möchte nicht nur dahinvegetieren, sondern erfüllt leben.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf2"><i>Ein Leben ist dann erfüllt, wenn ein Mensch um</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf2">den Grund und das Ziel seines Lebens weiß</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Und was ist ein erfülltes Leben in christlicher Sicht? Wann ist ein Leben erfüllt?</div><div><br></div><div>Die kurze Antwort ist: Ein Leben ist dann erfüllt, wenn ein Mensch um den Grund und das Ziel seines Lebens weiß. Man könnte auch sagen: wenn er eine Beziehung zu Gott hat. Eine solche Beziehung zeigt sich in drei Dingen: im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.</div><div><br></div><div>Der Glaube ist das Vertrauen zu Gott, der wie eine liebevolle Mutter und ein sorgender Vater in einer Person ist (Jes 66,13; Mt 6,8). Eine Mutter und ein Vater, bei denen man sich geborgen fühlen kann. Ein erfülltes Leben ist also ein Leben, mit dem man nicht ständig hadert und unzufrieden ist, sondern in dem man sich geborgen fühlt.</div><div><br></div><div>Die Hoffnung ist die Erwartung, dass diese Mutter und dieser Vater, diese Macht, die wir "Gott" nennen, letztlich alles zum Guten wenden wird, auch wenn man schwere Zeiten durchmachen muss (Röm 8,28). Ein erfülltes Leben ist also ein Leben, das voller guter Erwartungen in die Zukunft blickt.</div><div><br></div><div>Die Liebe besteht darin, dass man für die anderen Menschen und für alle Kreaturen lebt. Das bedeutet, dass man nicht nur für sich selber lebt, sondern genauso für andere. Liebe ist Lebenshingabe an andere. Im Extremfall kann das heißen, dass man sein leibliches Leben für andere hingibt – und gerade so ein erfülltes Leben hat (Mk 8,34f). Ein erfülltes Leben ist also ein Leben, in dem man nicht einfach für sich selber lebt – das führt in die Einsamkeit –, sondern ein Leben, in dem man sein eigenes Leben mit dem Leben der anderen Kreaturen teilt.</div><div><br></div><div>Wir leben nicht immer ein erfülltes Leben. Manchmal hadern wir mit unserem Leben, manchmal schwindet uns jede Hoffnung, manchmal sind wir auch nicht in der Lage zu lieben. Aber Christinnen und Christen streben doch immer nach einem Leben, das erfüllt ist in dem Sinne, wie ich es beschrieben habe.</div><div><br></div><div>Wir können dieses erfüllte Leben nicht "produzieren". Denn Gott selbst ist das Fundament von Glaube, Hoffnung und Liebe. Das heißt: Wenn Gott in uns wirkt, leben wir anders als ohne diese Wirksamkeit. Darum schrieb Paulus (Gal 2,20):</div><div><br></div></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich lebe; doch nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir.</span></i></span></div></div><div><div><br></div><div>Was aber wirkt Gott in mir, wenn Christus in mir lebt?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf2"><i>Ohne Liebe gibt es kein erfülltes Leben,</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf2">sondern nur ein mit sich selbst angefülltes</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Gott wirkt nicht in allen dasselbe. Schon das Neue Testament kennt ganz unterschiedliche Gaben Gottes (z.B. 1Kor 12,8-11; Eph 4,11). Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. In manchen Menschen wirkt Gott vor allem einen tiefen Glauben, in anderen eine große Zukunftshoffnung und in wieder anderen eine echte Liebe zu allen Mitgeschöpfen. Etwas von alldem wirkt Gott aber wohl in jedem Christen und jeder Christin.</div><div><br></div><div>Doch Gott wirkt auch in nichtchristlichen Menschen. Gott kann auch einem nichtchristlichen Menschen das tiefe Vertrauen zu einer göttlichen Macht schenken, also etwas, was dem christlichen Glauben nahekommt. Wenn ein Mensch auf eine göttliche Macht vertraut und von ihr Gnade und Zukunft erhofft, dann kann es sein, dass er sich geborgen fühlt wie ein Christ. Er führt vielleicht nicht Jesus Christus im Mund – aber wollen wir ihm deshalb absprechen, dass Gott in ihm wirkt? Wollen wir ihm das Vertrauen zu Gott und die Geborgenheit in ihm absprechen?</div><div><br></div><div>Ebenso kann Gott nichtchristlichen Menschen Hoffnung schenken bis dahin, dass sie die Kraft haben, schwierigste Situationen durchzustehen. Wer echte Hoffnung hat, lässt sich diese auch durch den Tod nicht nehmen. Wer hingegen keine Hoffnung hat, lebt nur auf den Tod zu. Darum schrieb Paulus (1Kor 15,19):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus gehofft haben, sind wir bemitleidenswerter als alle anderen Menschen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Hoffnung greift darum immer über den Tod hinaus. Und wir sollten niemandem die Hoffnung absprechen, wenn er tatsächlich getrost dem Tod entgegengeht (und nicht nur den Tod verharmlost, also nicht ernst nimmt). Denn diese Hoffnung könnte Christus in ihm wirken.</div><div><br></div><div>Und schließlich kann Gott auch nichtchristlichen Menschen echte Liebe schenken bis dahin, dass sie ihr Leben für andere hingeben, wie Jesus Christus es auch getan hat. Christus mit seiner Liebe lebt dann in ihnen – auch wenn sie davon gar nichts wissen. Wollen wir ihnen echte Liebe absprechen, weil sie nicht wissen, woher sie kommt?</div><div><br></div><div>Die Liebe ist das Dasein für andere. Ohne diese Liebe gibt es kein erfülltes Leben, sondern nur ein mit sich selbst angefülltes. Auch der Glaube ist ohne diese Liebe tot, weil es keinen Glauben ohne Liebe gibt. Darum schrieb Jakobus (Jak 2,17):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Der Glaube ist, wenn er keine Taten hat, nach Maßgabe seiner selbst tot.</i></span></div><div><br></div><div>Auch wenn Menschen nicht um Jesus Christus wissen, können sie also von ihm reich beschenkt werden und ein erfülltes Leben führen.</div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Stellen wir uns zum Beispiel einen gläubigen Muslim vor. Er nennt Gott Allah und vertraut sein Leben ihm an. Er weiß sich in seiner Hand gut aufgehoben. Er weiß, dass er selbst ein Sünder ist und von der Barmherzigkeit Allahs lebt. Er fühlt sich in seinem Glauben geborgen. Er hofft auf ein Leben nach dem Tod, und er versucht nach Kräften, seinen Mitmenschen in Liebe zu begegnen. Jesus ist ihm der größte Prophet nach Mohammed. Darum sind ihm Christen nicht fremd, sondern er achtet sie als Anhänger einer monotheistischen Religion, auch wenn er ihre Vorstellung eines dreieinigen Gottes nicht versteht. Sie sind ihm jedenfalls keine Ungläubigen. Er liest regelmäßig im Koran und versucht, seine Lehren zu beherzigen. Er betet fünfmal täglich – nicht, um sich bei Allah beliebt zu machen, sondern um ihn zu ehren. Von islamistischem Terror hält er nichts; es ist ihm ein Gräuel. Er lehnt jeden Terror ab und verurteilt Hass und Krieg. Er glaubt, dass nach dem Tod alle Gläubigen zum ewigen Leben auferweckt werden.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Können wir es ausschließen, dass dieser Muslim </i></span><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">durch Jesus Christus zum Vater kommt (Joh 14,6) und dass er </span></i><i class="fs14lh1-5">Jesus Christus sogar näher sein kann als mancher, der den Namen Jesu oft im Munde führt?</i></div></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf2"><i>Ein Mensch soll wissen, woher er kommt,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf2">wohin er geht und wovon er lebt</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Man könnte nun meinen: Dann ist es ja egal, ob man an Jesus Christus glaubt oder nicht.</div><div><br></div><div>Aber dem ist nicht so. Denn der christliche Glaube will sich immer seiner selbst bewusst sein. Ein Mensch soll wissen, woher er kommt, wohin er geht und wovon er lebt. Er soll wissen, wer ihn beschenkt und wem er Dank schuldet. Und er soll sich zu diesem Herrn bekennen und ihn mit seinem Leben öffentlich bezeugen. Darum sollen wir das Wissen um Jesus Christus niemandem vorenthalten.</div><div><br></div><div>Wann also lebt ein Mensch ein erfülltes Leben?</div><div><br></div><div>Ein Mensch lebt dann ein erfülltes Leben, wenn er Gott vertraut und sein Leben auf ihn gründet statt auf sich selbst. Er lebt ein erfülltes Leben, wenn er auf Gott hofft, auch wenn es weltlich gesehen nichts mehr zu hoffen gibt. Er lebt ein erfülltes Leben, wenn er sein Leben für andere hingibt, und zwar im Extremfall auch für seine Feinde (Mt 5,43-48).</div><div><br></div><div>Und die Lebensfülle ist dann vollkommen, wenn ein Mensch um den weiß, der in ihm Glauben, Hoffnung und Liebe wirkt. Wenn er Jesus Christus ehrt und ihn mit Worten und Taten bekennt und bezeugt. Das jedoch ist nur dem möglich, der den Namen seines Herrn kennt. Darum soll jeder Mensch wissen, wer ihm ein erfülltes Leben schenkt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Albrecht Fietz auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 25 Apr 2024 13:30:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Dilemma in der Kriegsfrage]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000246"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Dilemma in der Kriegsfrage</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Worin das wahre Dilemma besteht</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/04/2024</span></div><div><br></div><div>Markus Lanz befragte in seiner <span class="imUl"><a href="https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-9-april-2024-100.html" class="imCssLink">Sendung vom 9. April</a></span> die Bundestags-Vizepräsidentin und Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt zum Konflikt zwischen Israel und der Hamas – besser gesagt: zum Krieg im Gazastreifen. Lanz ist ja als beharrlicher Interviewer bekannt. Wenn er eine Frage stellt, lässt er sich nicht mit irgendeinem Geschwurbel abspeisen. Das hat er auch in diesem Interview bewiesen.</div><div><br></div><div>Für mich war dieses Interview interessant, weil Göring-Eckardt sich als Christin bekennt. Sie bezeichnete sich sogar einmal als "fromm". Göring-Eckardt studierte mehrere Jahre Theologie (ohne Abschluss), war Mitglied des Präsidiumsvorstands des Deutschen Evangelischen Kirchentags, gehört dem Präsidium des Kirchentags an, leitete den Kirchentag 2011 in Dresden als Präsidentin und wurde im Jahr 2009 zur Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt. Und das sind noch nicht alle Ämter, die sie innehatte und -hat.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Der Begriff "Dilemma" ist offensichtlich in christlichen</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Kreisen beliebt, um Kriege zu rechtfertigen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Man denkt bei dieser Biographie (nach <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Katrin_G%C3%B6ring-Eckardt" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>): Wow, die Frau muss es echt drauf haben. Jedenfalls ist sie eine der bekanntesten Christinnen Deutschlands. Und so viele Präsidentinnen-, Präses- und Präsidiumsämter muss man erst mal sammeln.</div><div><br></div><div>Also, so meint man, muss sie doch etwas zu sagen haben über das christliche Verhältnis zum Krieg im Gazastreifen. Lanz fragte beharrlich nach, ob es im Gazastreifen Kriegsverbrechen der israelischen Armee gebe und ob Deutschland in dieser Situation noch Waffen an Israel liefern sollte.</div><div><br></div><div>Und Göring-Eckardt? Sie schwurbelte endlos herum, ohne die Fragen zu beantworten. Schließlich zog sie sich auf das Dilemma zurück, in dem man angeblich stehe. Ich fand das erbärmlich.</div><div><br></div><div>Der Begriff "Dilemma" ist offensichtlich in christlichen Kreisen beliebt, um Kriege zu rechtfertigen. Schon in den kirchlichen Diskussionen um den Ukrainekrieg tauchte er immer wieder auf, zum Beispiel bei der damaligen Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland, <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-ekd-ratsvorsitzende-zum-ukraine-krieg" class="imCssLink">Annette Kurschus</a></span>.</div><div><br></div><div>Weil dieser Begriff so wichtig zu sein scheint, sah ich mal in meinem Fremdwörter-Duden nach. Dort wird "Dilemma" so erklärt: als "eine Wahl zwischen zwei (gleich unangenehmen) Dingen", als "Zwangslage" oder "Zwangsentscheidung". *</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Es muss getötet werden, damit nicht getötet wird</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ich will mal versuchen, dieses Dilemma im Bezug auf den Krieg im Gazastreifen durchzubuchstabieren: "Es ist ja so furchtbar. Zehntausende sind schon im Krieg umgebracht worden. Unschuldige Kinder sterben. Menschen verhungern. Es gibt kaum noch eine medizinische Versorgung. Aber – wir sind in einer Zwangslage. Israel kann nicht anders: Es muss diesen Krieg so führen, wie es ihn führt. Und wir müssen Waffen liefern, damit es ihn so führen kann, wie es ihn führt. Natürlich kritisieren wir Israel: Es muss mehr Hilfslieferungen ins Land lassen. Aber es kann sich keine Waffenpause leisten. Denn das würde die Hamas stärken, und dann würden ja wieder Israelis von der Hamas hingemetzelt werden."</div><div><br></div><div>Das hat Göring-Eckardt nicht wörtlich so gesagt. Aber so kann man wohl das Dilemma interpretieren, von dem sie sprach. Und das angeblich rechtfertigt, dass wir Israel mit Waffen versorgen, mit denen Palästinenser umgebracht werden. Auch Kinder.</div><div><br></div><div>Soweit die Argumentation der Christin Göring-Eckardt. Kurz gesagt, läuft sie darauf hinaus: Es muss getötet werden, damit nicht getötet wird. Und wir müssen Waffen liefern, mit denen getötet wird, damit nicht getötet wird. Das sei das Dilemma, in dem wir stehen. Gemeint ist ein politisches Dilemma.</div><div><br></div><div>Dahinter steht der Gedanke, dass die Terrororganisation Hamas vernichtet werden muss, weil es sonst keinen Frieden für Israel gibt.</div><div><br></div><div>Ein anderer Gast in der Sendung von Markus Lanz, die Reporterin Sophia Maier, hat vor kurzem Israel und Palästinensergebiete besucht. Sie berichtete davon, dass sich im Westjordanland schon Kinder zu Hamas-Anhängern radikalisieren und die Zahl der Befürworter der Hamas ansteigt. Es scheint also nicht so richtig zu klappen mit der Vernichtung der Hamas.</div><div><br></div><div>Die Ethik Jesu liest sich irgendwie anders als das, was Göring-Eckardt sagte. In ihr gibt es keine Begriffe wie "Dilemma", also "Zwangslagen", mit denen man rechtfertigt, andere zu töten, damit nicht getötet wird.</div><div><br></div><div>Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin Israel-Freund. Ich stehe zu hundert Prozent zum Existenzrecht Israels. Denn Israel ist und bleibt Gottes auserwähltes Volk. Von daher hat es ein unverbrüchliches Existenzrecht.</div><div><br></div><div>Das heißt aber nicht, dass man Israel nicht kritisieren darf. Das hat inzwischen ja sogar die Bundesregierung gemerkt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Jesus kannte nur ein einziges Dilemma: das Schwanken</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">zwischen unserem Hang zum Bösen und seiner Forderung</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">des Guten</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Zurück zu Jesus. Der kritisierte zu seiner Zeit die Autoritäten Israels scharf, ohne Antisemit zu sein. Und seine "Bergpredigt" kennt weder Dilemma-Situationen noch irgendwelche Zwangslagen. Da heißt es eindeutig:</div><div><br></div><div><span class="cf2"><i><span class="fs14lh1-5">Ihr seid das Licht der Welt [also kein Zwielicht].</span></i></span></div><div class="mb1"><span class="cf2"><i><span class="fs11lh1-5">(Mt 5,14)</span></i></span></div><div><span class="cf2"><i><span class="fs14lh1-5">Selig sind die Friedenmacher [also nicht die Friedenredner].</span></i></span></div><div class="mb1"><span class="cf2"><i><span class="fs11lh1-5">(Mt 5,9)</span></i></span></div><div><span class="cf2"><i><span class="fs14lh1-5">Selig sind die Trauernden [also nicht die in Trauer Versetzenden].</span></i></span></div><div class="mb1"><span class="cf2"><i><span class="fs11lh1-5">(Mt 5,4)</span></i></span></div><div><span class="cf2"><i><span class="fs14lh1-5">Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist [...] schuldig [wieviel mehr der, der ihn tötet].</span></i></span></div><div class="mb1"><span class="cf2"><i><span class="fs11lh1-5">(Mt 5,22)</span></i></span></div><div><span class="cf2"><i><span class="fs14lh1-5">Wer dich auf deine rechte Wange schlägt, dem wende auch die andere hin [anstatt zurückzuschlagen]!</span></i></span></div><div class="mb1"><span class="cf2"><i><span class="fs11lh1-5">(Mt 5,39)</span></i></span></div><div><span class="cf2"><i><span class="fs14lh1-5">Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen [anstatt sie zu hassen und umzubringen]!</span></i></span></div><div class="mb1"><span class="cf2"><i><span class="fs11lh1-5">(Mt 5,44)</span></i></span></div><div><span class="cf2"><i><span class="fs14lh1-5">Alles, was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das tut ihnen auch [also wenn ihr nicht getötet werden wollt, dann tötet auch selber nicht]!</span></i></span></div><div><span class="cf2"><i><span class="fs11lh1-5">(Mt 7,12)</span></i></span></div><div><br></div><div>Das sind deutliche Worte. <span class="fs14lh1-5">Ohne Geschwurbel, politische Rücksichtnahmen, Bedingungen oder Ausnahmen. Keine Rede von einem politischen Dilemma, durch das die Nächstenliebe relativiert wird.</span></div><div><br></div><div>Die rabbinische Theologie zur Zeit Jesu hatte die Gebote durch tausend Sonderregelungen für irgendwelche speziellen Situationen aufgeweicht und ihnen die Spitze abgebrochen. Dagegen wandte sich Jesus.</div><div><br></div><div>Jesus kannte nur ein einziges Dilemma – und das ist das eigentliche, das echte Dilemma, in dem wir stehen: das Schwanken zwischen unserem Hang zum Bösen und seiner Forderung des Guten. Wir sind immer wieder geneigt, uns dem Bösen zuzuwenden, um für uns selbst etwas scheinbar Gutes zu erreichen. <span class="fs14lh1-5">Das ist kein politisches Dilemma, sondern ein Glaubensdilemma. Das ist die dramatische Versuchung, die auf uns lastet.</span><span class="fs14lh1-5"> Darum sollen wir beten (Mt 6,13):</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Paulus hat dieses Dilemma so ausgedrückt (Röm 12,21):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse mit dem Guten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das echte Dilemma besteht darin, dass wir uns fragen, was wir niemals fragen sollten: "Sollte Gott gesagt haben ...?" (1Mo/Gen 3,1). Sollte Gott, sollte Jesus wirklich gesagt haben, dass ich lieber selbst Leid auf mich nehmen soll, als dem anderen Leid zuzufügen? Sollte Gott, sollte Jesus wirklich gesagt haben, dass ich meinem Feind mit Liebe begegnen soll anstatt mit der Absicht, ihn zu töten?</div><div><br></div><div>Das wahrhaft den Menschen zerreißende Dilemma besteht darin, Leid und Tod zu fürchten und deshalb dem Willen Gottes zu widerstreben. Stattdessen unser Leben getrost in Gottes Hände zu legen – dazu müssen wir uns tatsächlich immer wieder durchringen, so wie auch Jesus sich dazu durchringen musste (Mt 26,39).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Jesus hat das gelebt. Er hat das Getötet-werden dem Töten vorgezogen. Wir sollen versuchen, das schwerste zu tun, was es gibt: ihm nach Kräften darin nachzufolgen. In der Kraft seines Geistes ist das möglich. Wenn wir das aber nicht können, dann sollten wir zumindest bereit sein, ein </span><span class="fs14lh1-5"><b>kalkuliertes Risiko</b></span><span class="fs14lh1-5"> für uns selbst einzugehen, anstatt dem anderen sein Leben zu nehmen. Dieses kalkulierte Risiko einzugehen sollte jedem Christen im Vertrauen zu Gott möglich sein.</span></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Es gibt Vereinfachungen, die ethisch unverantwortlich sind.</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Genauso wahr ist aber: Es gibt auch Verkomplizierungen,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">die ethisch unverantwortlich sind</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Darum sollte Deutschland in der jetzigen Situation keine Waffen an Israel liefern, mit denen größeres Leid zugefügt als vermieden wird und außerdem die Hamas nicht vernichtet werden kann. Eigentlich sollte es sowieso für Christen ausgeschlossen sein, an irgendwen Waffen zu liefern, der dann damit machen kann, was er will – auch das, was christlich unverantwortlich ist.</div><div><br></div><div>Manche sind der Meinung, das sei eine Vereinfachung, die Lage sei eben kompliziert. Damit ist man wieder beim Dilemma. Es ist zwar wahr: Es gibt Vereinfachungen, die ethisch unverantwortlich sind. Genauso wahr ist aber: Es gibt auch Verkomplizierungen, die ethisch unverantwortlich sind.</div><div><br></div><div>Die einfache Antwort schließt nicht aus, dass es kompliziertere Situationen gibt. Es kann ethisch verantwortlich sein, einem Aggressor mit Gewalt das Handwerk zu legen, um größeres Leid zu verhindern. Aber: Es ist nicht ethisch verantwortlich, Menschen großes Leid zuzufügen, um kleineres zu verhindern.</div><div><br></div><div>Markus Lanz hat beharrlich nach Kriegsverbrechen Israels und den deutschen Waffenlieferungen an Israels gefragt. Die Christin Karin Göring-Eckardt hat ihm keine Antwort gegeben. Doch die christliche Wahrheit ist nicht so schwierig, wie sie glauben machen wollte.</div><div><br></div><div>Sie ist einfacher und schwieriger zugleich. Sie lautet: Leg dein Leben in Gottes Hände und gib so dem Frieden eine Chance. Kämpfe um die Bereitschaft, im Vertrauen zu Gott Leid auf dich zu nehmen, wenn du dadurch viele Leben unschuldiger Menschen retten kannst. Stelle dem anderen keine Waffen zur Verfügung, mit denen er zu Unrecht töten kann. Fordere ihn vielmehr auf, den Weg des Gottvertrauens zu gehen statt den des Gewaltvertrauens. Betreibe keinen Selbstschutz auf Kosten unschuldiger Menschen, sondern lass Gott, den Herrn der Geschichte, deinen Schutz sein im Leben und im Sterben.</div><div><br></div><div>Ein beharrliches Nachfragen nach der Ethik Jesu und Hinterfragen der eigenen politischen Position könnte helfen, dem vermeintlichen politischen Dilemma zu entkommen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Duden. Fremdwörterbuch. Duden Band 5. Bibliographisches Institut / Dudenverlag. Mannheim, 3. Aufl. Mannheim u.a. 1974. S. 178.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay (bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 18 Apr 2024 07:35:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was die Bibel über das ewige Leben sagt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000245"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was die Bibel über das ewige Leben sagt</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Fünf Missverständnisse über die Erlösung der Seele</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/04/2024</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Das obige Foto habe ich über Ostern in der Eifel gemacht. An einer Hauswand steht das Kruzifix mit dem im Vergleich zum Kreuz sehr kleinen gekreuzigten Jesus. Und die Inschrift unter dem Kruzifix lautet:</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gelobt sei Jesus Christus + Rette deine Seele!</span></i></span></div><div><br></div><div>Diese Inschrift ist aus fünf Gründen missverständlich.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Selbsterlösung</div><div><br></div><div>Die Inschrift fordert uns auf, unsere Seele zu retten. Als ob wir das könnten! Der Retter ist doch kein anderer als Jesus Christus. Darum wird er ja auch im ersten Teil der Inschrift gelobt. Wir können uns also nicht selber retten. Wir können nur auf den Retter Jesus Christus vertrauen.</div><div><br></div><div>Wahrscheinlich ist das auch mit der Inschrift gemeint. Dann sollte sie das aber auch so sagen. Also wenn schon der Mensch zu etwas aufgefordert werden soll, dann bitte so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lass deine Seele von Jesus Christus retten!</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Gegenwartsvergessenheit</div><div><br></div><div>Die Inschrift erweckt den Eindruck, als gehe es im christlichen Glauben nur um das Leben nach dem Tod. Leider ist das auch oft so verstanden worden: Das irdische Leben ist ein Jammertal, das wir nun mal durchstehen müssen. Das eigentliche Leben beginnt erst im Jenseits.</div><div><br></div><div>Das ist ein Glaubensirrtum. Denn das Leben an Gottes Seite beginnt schon jetzt. Es duldet keinen Aufschub auf später. Wenn man das Diesseits nur als Todestanz versteht, muss man das Leben ins Jenseits verlegen. Aber Gott will uns schon jetzt lebendig an seiner Seite haben. Und das heißt: Er will uns schon jetzt vom Todesfluch des Egoismus und der Lieblosigkeit erlösen. Er will, dass wir schon jetzt in der Liebesgemeinschaft leben, deren vollendete Gestalt wir nach unserem Tod erleben werden. Darum heißt es im 1. Johannesbrief (1Joh 3,14):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir wissen, dass wir aus dem Tod ins Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder [und Schwestern] lieben. Wer nicht liebt, bleibt im Tode.</span></i></span></div><div><br></div><div>Was dieser Vers über die gegenwärtige Weltlage und ihre Protagonisten aussagt, darüber möge sich jeder selbst seine Gedanken machen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Leibfeindlichkeit</div><div><br></div><div>Die Inschrift ist tendenziell leibfeindlich. Denn es geht beim ewigen Leben nicht nur um unsere Seele, sondern auch um unseren Leib.</div><div><br></div><div>Die Trennung von Seele und Leib ist ein Relikt der griechischen Philosophie. Dort muss sich die Seele vom Leib absondern, damit der Mensch glücklich und unsterblich wird. Der Leib ist nur ein Gefängnis der Seele; die Seele aber ist das eigentlich Wichtige, das sich vom Leib befreien muss.</div><div><br></div><div>Das jüdische Denken, das sich im Alten und Neuen Testament ausdrückt, hat diese griechische Sichtweise nicht übernommen. Das Wort "Seele" umschreibt den ganzen Menschen, mit Leib und Geist. Darum konnte Paulus formulieren (Röm 8,11):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott, der Christus von den Toten auferweckt hat, wird auch eure sterblichen Leiber lebendig machen.</span></i></span></div><div><br></div><div>An anderer Stelle hat sich Paulus ausführlicher geäußert (1Kor 15,42b-44):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es wird gesät in Verweslichkeit, es wird auferweckt in Unverweslichkeit. Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib, es wird auferweckt ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Hier ist beides zusammengefasst: Unser natürlicher, irdischer Leib zerfällt und verwest, aber ein geistlicher, unverweslicher Leib wird auferweckt. Damit ist gesagt: Im ewigen Leben werden wir einen Leib haben – wenn auch einen anderen als den irdischen.</div><div><br></div><div>Was Auferweckung meint, hat Paulus im großen Auferstehungskapitel seines 1. Briefes an die Korinther bildlich umschrieben (1Kor 15,53):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dieses Verwesliche muss anziehen Unverweslichkeit und dieses Sterbliche muss anziehen Unsterblichkeit.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es wird also etwas geschehen mit unserem sterblichen Leben, zu dem auch unser sterblicher Leib gehört. Darum kann das ewige Leben kein total anderes Leben sein. Wenn es ein total anderes Leben wäre, würde auch der Begriff "Auferweckung" nicht passen. Denn dann wäre das ewige Leben die Geburt eines anderen Lebens und nicht die "Erweckung" des irdischen Lebens mitsamt des irdischen Leibes. Paulus spricht einmal von einer Verwandlung (1Kor 15,51):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir werden alle verwandelt werden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Veränderung, die im ewigen Leben eintreten wird, kann man mit den beiden Begriffen "Verwandlung" und "Verherrlichung" umschreiben. Von der Verherrlichung spricht Paulus an anderer Stelle (Phil 3,21):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jesus Christus wird unseren armseligen Leib verwandeln zu einem Leib, der seinem verherrlichten Leib gleichgestaltet ist.</span></i></span></div><div><br></div><div>"Verherrlichung" bedeutet: Im ewigen Leben wird unser vergängliches Leben mitsamt seinem Leib von allen irdischen Gebrechen geheilt, mit Gott versöhnt, in die Gestalt gebracht, als die es gedacht war und die Gott gefällt, und so wird unser irdisches Leben vollendet. Es kommt zu seinem herrlichen Ziel.</div><div><br></div><div>Auch das sogenannte Apostolische Glaubensbekenntnis drückt in seiner ursprünglichen Fassung die Leiblichkeit des ewigen Lebens aus. Das Bekenntnis ist sehr alt: Es geht auf ein altrömisches Taufbekenntnis aus der Mitte des zweiten Jahrhunderts zurück, das im Mittelalter umgeformt wurde. Im Jahr 1971 wurden einige Formulierungen geändert, um eine einheitliche Fassung der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland herzustellen. Seitdem heißt es: "Ich glaube an [...] die Auferstehung der Toten". Doch die ursprüngliche Fassung lautete so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich glaube an [...] die Auferstehung des Fleisches.</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit der Auferstehung des Fleisches wird dem Fleisch die höchste denkbare Ehre zuteil. Der menschliche Leib ist nichts Minderwertiges gegenüber dem menschlichen Geist, und das, was man "Fleischeslust" nannte, ist nichts an sich Schändliches. </div><div><br></div><div>Die Leiblichkeit des ewigen Lebens ist auch ein Einwand gegen jede esoterische Spiritualisierung, die sich ein Sein nach dem Tod nur als Energien, Bewusstseinsströme, transparente Seelen oder lichtgleiche Engelwesen vorstellen kann.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Unsterblichkeit</div><div><br></div><div>Mit der Seelenvorstellung hängt auch die Unsterblichkeitsvorstellung zusammen. Man wünscht sich: Wenn schon die Materie sich unweigerlich nach dem Tod zersetzt, dann möge doch wenigstens die immaterielle Seele weiterleben. Man versteht die Seele dann als Bewusstseinskern des Menschen, der nicht stirbt, und der Tod ist für die Seele nur ein Hinübergleiten in das ewige Leben. Der Leib stirbt, aber die unsterbliche Seele erfährt den Tod nicht, sondern gleitet in ein neues Leben hinüber.</div><div><br></div><div>Jesus jedoch meinte nach dem Johannesevangelium, dass das Weizenkorn sterben muss, um viel Frucht zu bringen (Joh 12,24). Und Paulus sagte, dass nur das lebendig gemacht werden kann, was zuvor gestorben ist (1Kor 15,36). Es muss uns also nicht erschrecken, dass der <span class="fs14lh1-5"><b>ganze </b></span>Mensch stirbt. Denn gerade dann wird auch der <span class="fs14lh1-5"><b>ganze </b></span>Mensch von der Auferweckung durch Gott das Leben empfangen.</div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht, dass es keine Verbindung zwischen dem auferweckten Menschen und dem gestorbenen Menschen geben wird, dass also die Identität des gestorbenen Menschen vollkommen ausgelöscht sein wird. Der Mensch wird mit dem Bewusstsein seiner selbst auferweckt werden. Aber er wird mitsamt seinem Bewusstsein verwandelt und vollendet sein. Wenn der Mensch stirbt, wird sein Bewusstsein nicht wie etwas Unsterbliches einfach weiterleben. Sondern seine ganze Identität <span class="fs14lh1-5"><b>in ihrer sündigen Gestalt</b></span> wird ausgelöscht werden, und zugleich wird seine ganze Identität <span class="fs14lh1-5"><b>in einer gereinigten und vollendeten Gestalt</b></span> zu neuem Leben erweckt werden (1Kor 3,15).</div><div><br></div><div>Des Menschen irdische Identität wird also verwandelt und verherrlicht. Das heißt, dass der ganze Mensch mit seiner verwandelten und verherrlichten irdischen Geschichte zum ewigen Leben erweckt wird. Gott wird uns bei unserem Namen rufen, und das heißt: bei allem, was wir gewesen sind, so wie er uns schon im irdischen Leben nicht als anonyme Person ruft, sondern bei unserem Namen, also als einen einmaligen Menschen mit unseren spezifischen Eigenschaften und Charaktermerkmalen (Jes 43,1). Das heißt auch, dass unsere geschlechtliche Identität gewahrt bleiben wird. Denn nicht ein neuer Mensch wird geschaffen, sondern unser leibliches Leben wird neu geschaffen.</div><div><br></div><div>Dafür spricht auch, dass Gott uns aus Liebe auferwecken wird. Er erweckt dieselben Menschen zum ewigen Leben, die er schon zu ihren Lebzeiten auf Erden liebte. Er liebt in Ewigkeit keine anderen Menschen als die, die er schon in ihrem zeitlichen Sein liebte. Zu ihrem zeitlichen Sein aber gehört auch ihre Leiblichkeit mit all ihren Komponenten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Individualismus</div><div><br></div><div>Die Aufforderung, seine Seele zu retten, ist schließlich ein sehr vom neuzeitlichen Individualismus geprägter Gedanke. Denn es geht bei der Auferweckung nicht nur um mich, sondern immer auch um die anderen. Wer auf die eigene Rettung hofft, muss auch für seine Mitmenschen hoffen. Und damit sind nicht nur die engsten Angehörigen und Freunde gemeint. Ja, es geht sogar um die ganze Schöpfung. Denn die biblische Hoffnung richtet sich nicht nur auf Menschen und andere Lebewesen, sondern auf einen neuen Himmel und eine neue Erde (Offb 21,1.4f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. [...] Und der Tod wird nicht mehr sein. [...] Denn das erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: "Siehe, ich mache alles neu."</span></i></span></div><div><br></div><div>Hier ist die kosmische Dimension des ewigen Lebens angesprochen. Wenn die Bibel von Himmel und Erde spricht, dann ist der ganze Kosmos gemeint. Man kann also sagen, dass sich das ewige Leben auf einer neuen Erde und in einem neuen Kosmos abspielen wird. Natürlich werden das keine Erde und kein Kosmos sein, die unserer jetzigen Erde und dem jetzigen Kosmos gleich sind. Aber sie werden ihnen auch nicht vollkommen ungleich sein.</div><div><br></div><div>Es gibt also Hoffnung nicht nur für die eigene Seele, sondern für den ganzen Kosmos, die ganze Schöpfung, die sich nach Röm 8,19-22 zusammen mit uns nach der Verherrlichung und Vollendung sehnt. Wer auf die eigene Rettung hofft, muss also auch auf die Rettung der ganzen Schöpfung hoffen. Er kann sich schlecht an der Verlorenheit der "Ungläubigen" erfreuen oder insgeheim über sie triumphieren und sich ihnen überlegen fühlen. Er kann wohl auch schlecht die Tiere von der Rettung ausschließen.</div><div><br></div><div>Weil wir soziale Wesen sind, wird das ewige Leben ein soziales Leben sein. Das hat Jesus angedeutet, indem er das Himmelreich mit einem Festmahl verglich, zu dem viele unterschiedliche Menschen eingeladen sind (Mt 22,1-14; Lk 14,15-24). Im Alten Testament ist davon die Rede, dass Gott allen Völkern ein Festmahl bereiten und sich ihnen zu erkennen geben wird (Jes 25,6-8). Dann endlich werden die Völker Gottes guten Weisungen folgen, und es wird der ersehnte Friede einkehren (Jes 2,2-5; Mi 4,1-5).</div><div><br></div><div>Darum ist das ewige Leben kein Leben vereinzelter und sich selbst genügender Seelen, sondern die wunderbare Liebes- und Friedensgemeinschaft derer, die Gottes Einladung dankbar angenommen haben. Und diese Menschen werden ihr Leben schon jetzt an dieser Liebes- und Friedensgemeinschaft ausrichten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Verwendete Literatur:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes. Christliche Eschatologie. Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1995. S. 82-88.92f.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 11 Apr 2024 07:30:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wenn das Leben in der Welt des Todes aufblitzt ...]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000244"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wenn das Leben in der Welt des Todes aufblitzt ...</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie ich das Sterben meiner Mutter erlebte</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/03/2024</span></div><div><br></div><div>Kurz nach Weihnachten im letzten Jahr starb meine Mutter. Sie war über 90 Jahre alt und schon viele Jahre krank gewesen. Sie lebte aber dennoch zufrieden, und meistens sagte sie auch, dass es ihr gute gehe. Sie hatte keine Schmerzen und konnte mit ihrer Krankheit gut leben. Und als sie starb, blitzte für mich nicht etwa der grausige Tod auf, sondern im Gegenteil: das Leben.</div><div><br></div><div>Ostern ist ja das Fest des Lebens – nicht nur des Lebens nach dem Tod, sondern auch des Lebens hier und jetzt. Denn es geht beim Osterfest um den Sieg über den Tod, und dieser Sieg hat Auswirkungen auf unser gegenwärtiges Leben. Das, was wir von der Zukunft erwarten, bestimmt unser Leben schon jetzt. Und auch unser Sterben ist davon bestimmt, ob wir noch etwas danach erwarten oder nicht. Das wurde mir beim Sterben meiner Mutter anschaulich.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Überall kann das vom Tod ungestörte,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">das ersehnte Leben aufblitzen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Bevor ich davon erzähle, möchte ich kurz daran erinnern: Jesus war am Kreuz gestorben. Danach erschien er aber seinen Jüngerinnen und Jüngern mehrfach als Lebendiger. Seitdem ist Ostern die christliche Feier des Sieges über den Tod. Der Tod hat nichts mehr zu sagen. Ja, das meine ich wirklich so. Der Tod macht sich zwar noch lautstark bemerkbar, fällt uns ins Wort, schreit uns vielleicht sogar an und gibt keine Ruhe. Aber es ist nur ein machtloses, wütendes Geschrei. Denn der Tod hat nicht mehr wirklich mitzureden. Er ist bereits besiegt und sein Ende ist besiegelt.</div><div><br></div><div>Wir alle möchten leben, möchten das Leben feiern. Aber immer wieder kommt uns der Tod in die Quere. Das Lebensfeindliche, das wir am liebsten aus der Welt verbannen würden, holt uns immer wieder ein. Es trägt unzählige Namen: Krieg, Krankheit, Schmerzen, Unrecht, Verachtung, Gewalt, Egoismus und viele mehr.</div><div><br></div><div>Und dennoch blitzt manchmal etwas auf von dem Leben, das wir ersehnen. Überall kann das vom Tod ungestörte, das ersehnte Leben aufblitzen: in der Liebe, im Glück, in der Freude über etwas, in der Kunst, im Erleben der Natur, in der gelungenen Feier und in vielem mehr. Für mich blitzte etwas vom Leben auf, als meine Mutter starb.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Sie blickte auf den gekreuzigten Jesus. Sie war schon</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">auf dem Weg zu dem hin, auf den ihr Blick sich richtete</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Meine Mutter starb im letzten Jahr zwei Tage nach Weihnachten. Heiligabend war sie noch bei uns gewesen, war aber schon sehr schwach. Dann ging es schnell.</div><div><br></div><div>Am 27. Dezember legte sie sich ins Bett und atmete schwer. Der Arzt sagte, der Sterbeprozess habe eingesetzt. Als meine Frau und ich bei ihr ankamen, war sie nicht mehr ansprechbar. Ihre Augen waren halb geschlossen. Das schwere Atmen, das Ringen nach Luft hat mir am meisten zu schaffen gemacht.</div><div><br></div><div>Ich sprach mit ihr, aber sie reagierte nicht. Ihr Kopf war von mir abgewandt und zur Wand gerichtet. Ich fragte mich, warum sie sich nicht mir zuwendet. Warum blickte sie zur Wand statt zu mir?</div><div><br></div><div>Erst als wir wieder gingen, begriff ich: An der Wand hing ihr hölzernes Kruzifix. Sie blickte auf den gekreuzigten Jesus. Sie war schon auf dem Weg zu dem hin, auf den ihr Blick sich richtete. Sie hatte uns und die Welt schon hinter sich gelassen.</div><div><br></div><div>Meine Mutter war ihr Leben lang – ich sage mal dieses etwas verpönte und vielleicht auch missverständliche Wort: Sie war gläubig gewesen. Das trifft es einfach bei meiner Mutter. Ich kenne sie gar nicht anders. Ebenso war es mit ihrer Mutter, meiner Großmutter gewesen. Sie lebte, als ich klein war, bei uns im Haushalt und teilte mit mir das Zimmer. Meistens saß sie in der Küche und hatte vor sich die Bibel und das Gesangbuch. Darin las sie. Das waren ihre Kraftquellen. Abends, bevor sie ins Bett ging, kniete sie nieder und betete. Das hatte ich als Kind täglich vor Augen.</div><div><br></div><div>Meine Mutter und mein Vater gingen regelmäßig in den Gottesdienst und nahmen am Gemeindeleben teil. Sie sangen viele Jahrzehnte im Kirchenchor. Mein Vater war über dreißig Jahre lang in zwei Gemeinden Presbyter. Meine Mutter sang bei der Hausarbeit Kirchenlieder. Sie führte nicht ständig die Bibel im Mund, aber man merkte, dass die Bibel in ihr lebte. Der Glaube gehörte einfach zum Familienleben, ohne dass groß darüber geredet wurde. Er war ganz natürlich und selbstverständlich Bestandteil des normalen Lebens wie Essen und Trinken.</div><div><br></div><div>Mein Vater war übrigens eher atheistisch aufgewachsen. Aber durch meine Mutter hatte er den christlichen Glauben kennen und schätzen gelernt. Er besuchte, als sie ein Paar wurden, mit meiner Mutter zusammen die Gottesdienste. Er wehrte sich nicht dagegen, sondern ließ sich mitnehmen. So war er wohl in den Glauben hineingewachsen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Mit dem festen Blick auf das Leben zu sterben –</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">das wünsche ich auch mir selbst</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ich nenne also meine Mutter gläubig im positiven Sinn. Der Arzt hatte gesagt, es könne noch einige Tage bis zu zwei Wochen dauern bis zu ihrem Tod. So blieben meine Frau und ich nicht über Nacht bei ihr. Doch am nächsten Morgen war sie tot. Als wir bei ihr ankamen, lag sie noch so im Bett, wie sie gestorben war. Ich hatte das Gefühl, dass ihr Kopf noch etwas weiter zur Wand hin geneigt war. Dorthin, wo Jesus am Kreuz hing.</div><div><br></div><div>Für mich war das eine sehr schöne und tröstliche Erfahrung. Es ist genau das, was ich ihr gewünscht hatte: dass sie im Glauben an Jesus sterben kann, und dass sie keinen langen Todeskampf durchstehen muss. Beides hat sich erfüllt.</div><div><br></div><div>Ich war nicht von großer Trauer erfüllt. In den Jahren ihrer Krankheit hatte ich schon mehrmals von ihr Abschied genommen. Jedes Mal, wenn ich sie nach einem Besuch verließ, wusste ich nicht, ob ich sie noch mal wiedersehen würde. Das habe ich mir immer bewusst gemacht. So war es ein Abschied über lange Zeit.</div><div><br></div><div>Im letzten Jahr wurde sie immer schwächer. Ich wusste, dass es nicht mehr allzu lange dauern würde. Mein einziger Wunsch war, dass sie nicht leiden muss.</div><div><br></div><div>So ist es dann auch gekommen. Das Kruzifix, das neben ihr über dem Bett hing, ist mir eine Erinnerung an ihr Sterben, in dem sie dem Leben entgegenging. Obwohl das Kruzifix nicht gerade meinem ästhetischen Geschmack entspricht, möchte ich es als Zeichen der Erinnerung in meinem Arbeitszimmer aufhängen. Mit dem festen Blick auf das Leben zu sterben – das wünsche ich auch mir selbst.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wir feierten im Angesicht des Todes – das Leben </i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Beerdigung fand einige Tage später zu Beginn dieses Jahres statt. Ich wollte keine traurige Feier. Ich finde die meisten Beerdigungen bei uns zu sehr von Todestrauer und zu wenig von Lebenshoffnung geprägt. Ich kann das verstehen, wenn der Verlust sehr groß ist. Denn es kann für die Zurückbleibenden ein unerträglicher Zustand sein, nun ohne den verstorbenen lieben Menschen Leben zu müssen. Darüber hinaus steht uns, wenn jemand stirbt, immer auch unser eigener Tod vor Augen, und der macht uns gehörig Angst.</div><div><br></div><div>Bei meiner Mutter wollte ich die Trauerfeier nicht todtraurig haben. Der Organist sollte nicht zu traurig spielen, der Pastor vom Leben predigen. Ich hatte Lieder wie "In dir ist Freude in allem Leide" ausgesucht. Das entsprach meiner Stimmung.</div><div><br></div><div>Und genau so wurde dann auch die Trauerfeier. Bevor sie begann, standen wir mit den nach und nach eintreffenden Trauergästen in der Friedhofskapelle. Alle begrüßten sich, redeten miteinander, freuten sich, einander zu sehen. Manche hatten sich lange Zeit nicht getroffen. Nach der Beisetzung trafen wir uns zum Kaffeetrinken, und das muntere Gespräch ging weiter. Es hatte mehr von einem Freundes- und Nachbarschaftstreffen als von einer Trauerfeier. Das war das, was ich mir gewünscht hatte. Wir feierten im Angesicht des Todes – das Leben.</div><div><br></div><div>Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass in manchen Gemeinden Afrikas bei christlichen Beerdigungen getanzt wird. Das hat mich beeindruckt, weil damit das Leben gefeiert wird – gerade auch angesichts Todes. Christen haben allen Grund, das zu tun.</div><div><br></div><div>Weil ich nach dem Tod meiner Mutter nicht besonders traurig war, habe ich mich mehrmals ernsthaft gefragt: Verdränge ich die Trauer? Will oder kann ich nicht trauern? Aber die Antwort war jedesmal: Ich bin deshalb nicht traurig, weil meine Mutter ein langes Leben hatte, weil sie beim Sterben nicht leiden musste und weil sie im Glauben an Jesus Christus und das ewige Leben starb. Und weil ich diesen Glaube teile und er für mich nicht nur ein Glaube ist, sondern die Beschreibung dieser Wahrheit: Mit dem Tod ist nicht alles aus.</div><div><br></div><div>Wer zu Jesus geht, den wird er aufnehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er meine Mutter nicht aufnehmen wird. Und ich hoffe, er wird einst auch mich aufnehmen. Meine Mutter war nicht perfekt, und ich bin es natürlich auch nicht. Aber darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, dass Gott uns, seinen Geschöpfen, das Leben schenken will; dass er mit uns zusammen sein will über den Tod hinaus. Und dass deshalb jeder Sterbende, der den Weg zu Gott gehen will, von ihm mit offenen Armen empfangen wird. Wie Jesus sagte: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen" (Joh 6,37).</div><div><br></div><div>Ich bin dankbar dafür, dass ich meine Mutter so lange hatte, dass sie so unendlich viel für mich getan hat, dass sie so liebevoll war, dass sie ihren Glauben an mich weitergegeben hat. Ich bin dankbar für ihr Sterben ohne langen Todeskampf, für das Kruzifix an der Wand, auf das sie blickte, für ihren Glauben bis zuletzt. Ich bin dankbar für die Trauerfeier, die sich nicht in Tränen und Traurigkeit erging, sondern die im Angesicht des Todes das Leben feierte – das Leben, das Gott denen verheißen hat, die es aus seiner Hand entgegennehmen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Der Tod des Todes ist beschlossen. Sein Geschrei</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">ist nur noch sein eigenes Todesgeschrei</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Jeder Mensch weiß, dass er einmal sterben wird, und dieses Wissen prägt sein Leben. Denn wer davon überzeugt ist, dass nach dem Tod ein neues Leben beginnt, der wird anders leben als jemand, der diesen Glauben nicht hat – es sei denn, seine Überzeugung ist nur eine fromme Floskel, die nicht wirklich bis an die Wurzeln seines Lebens reicht.</div><div><br></div><div>Weil unsere Lebensart davon abhängt, wie wir uns zum Tod stellen, ist es für unser Leben wichtig, ob wir den Tod als das Letzte betrachten oder nicht. Und es ist nicht nur für unser Leben wichtig, sondern auch für unser Sterben. Denn wer sich im Tod Gott anvertraut, wer sich sterbend in Gottes Hände wirft, der stirbt anders.</div><div><br></div><div>Jesu Auferstehung von den Toten zeigt, dass die Macht des Todes schon gebrochen ist. Der Tod des Todes ist beschlossen. Sein Geschrei ist nur noch sein eigenes Todesgeschrei, mit dem er uns in Angst und Schrecken versetzen will – was ihm auch immer wieder gelingt. Insofern ist der Tod noch unser "Feind". Aber er ist ein Feind, dessen Ende bereits besiegelt ist (1Kor 15,26). Das zeigt der auferstandene Jesus Christus.</div><div><br></div><div>Mir ist das Leben aufgeblitzt beim Tod meiner Mutter. Manchmal blitzt mir das Leben auch auf in der Natur, in der Liebe und im Gebet. Das Leben – und ich rede vom echten Leben, nicht von einem Zerrbild des Lebens – kann überall aufblitzen, weil der Gott des Lebens überall ist.</div><div><br></div><div>Er ist auch da, wo der Tod kommt. Diese Einsicht sollten wir uns immer wieder bewusst machen und nicht auf später verschieben. Denn ich habe Menschen kennengelernt, die ihr Leben lang fern von Gott gelebt haben und am Ende ihres Lebens nicht mehr zu ihm finden konnten.</div><div><br></div><div>Lasst uns also Ostern als das Fest des Lebens feiern! Und lasst uns das Leben feiern, wann immer es uns aufblitzt! Wir können bei unseren Trauerfeiern den Tod des Lebens betrauern, aber zugleich den Tod des Todes feiern. Lasst uns vor allem nicht zu spät damit beginnen, das Leben bei dem Gott des Lebens zu suchen! Denn er wird sich von jedem finden lassen, der ihn sucht (Jer 29,13f; Mt 7,7f).</div><div><br></div><div>Unser Leben und Sterben bekommen eine neue, ungeahnte Qualität, wenn wir den Gott des Lebens finden und zusammen mit ihm durch unser Leben und Sterben gehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Foundry Co auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 29 Mar 2024 18:13:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die unversöhnliche Welt ist mit Gott versöhnt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000243"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die unversöhnliche Welt ist mit Gott versöhnt</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Über den Sinn des Karfreitags</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/03/2024</span></div><div><br></div><div>Der Karfreitag führt in der christlich geprägten Kultur ein Schattendasein. Weihnachten und Ostern sind akzeptierte Festtage auch bei denen, die sie nicht religiös begehen. Aber Karfreitag? Was für ein merkwürdiger Tag!</div><div><br></div><div>Der Tag der Kreuzigung Jesu. Was soll man an solch einem Tag feiern? Eigentlich unbegreiflich, dass die Christenheit den schändlichen Tod des Menschen, den sie für den Sohn Gottes hält, feierlich begeht.</div><div><br></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Versöhnung steht nicht bevor, sie ist keine Sache</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">der Zukunft oder des Jüngsten Gerichts,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">sondern sie liegt bereits hinter uns</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div><div><br></div><div>Es gibt eine Reihe großer Missverständnisse über den Tod Jesu am Kreuz – auch innerhalb der christlichen Community. Lassen wir uns deshalb einmal auf ein paar Sätze des Apostels Paulus ein, um zu verstehen, worum es geht.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Paulus schrieb in seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth folgende Sätze (2Kor 5,17-20):</span><br></div></div><div><div><br></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs11lh1-5"><sup>17</sup></span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"> Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung;</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.</span></i></span></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs11lh1-5"><sup>18</sup></span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"> Das alles aber von Gott,</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">der uns durch Christus mit sich selbst versöhnt</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat;</span></i></span></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs11lh1-5"><sup>19</sup></span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"> wie es ja feststeht, dass Gott in Christus war</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">und die Welt mit sich selbst versöhnte,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">ihnen ihre Vergehen nicht anrechnete</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">und unter uns das Wort von der Versöhnung aufrichtete.</span></i></span></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs11lh1-5"><sup>20</sup></span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"> Wir sind also Gesandte an Christi statt,</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">wie Gott durch uns aufruft;</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!</span></i></span></div><div><br></div><div>Paulus verkündet hier eine wunderbare Botschaft: Wir sind mit Gott versöhnt. Wir mögen mit uns selbst und mit unseren Mitmenschen im Clinch liegen. Wir mögen die Augen verschließen vor der Welt, die Kriege statt Versöhnung feiert. Wir mögen uns selbst als unversöhnlichen Menschen erleben. Das alles ändert nichts daran, dass wir mit Gott versöhnt sind. Dass Gott uns mit liebenden Augen ansieht.</div><div><br></div><div>Das ist nicht automatisch so, sondern Gott hat sich entschieden, uns die Hand zur Versöhnung zu reichen. Und das ist wichtig: Nicht <span class="fs14lh1-5"><b>wir </b></span>müssen <span class="fs14lh1-5"><b>Gott </b></span>versöhnen, indem wir fromme oder bessere Menschen werden. Nicht wir müssen aktiv werden und Gott irgendwie besänftigen, ihm Genugtuung leisten, damit er uns gnädig ist. Sondern <span class="fs14lh1-5"><b>Gott </b></span>hat <span class="fs14lh1-5"><b>uns </b></span>mit sich versöhnt (Verse 18 und 19). Gott ist hier der allein Aktive.</div><div><br></div><div>Das ist wichtig, weil es meist anders herum gesehen wird: Wir müssen Gutes tun und fromm sein, und damit stimmen wir Gott versöhnlich. Das ist ein Missverständnis. Paulus schreibt das glatte Gegenteil: Nicht <span class="fs14lh1-5"><b>wir </b></span>müssen etwas tun, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>Gott </b></span>hat das Entscheidende bereits getan.</div><div><br></div><div>Die Versöhnung ist also bereits geschehen. Sie steht nicht bevor, sie ist keine Sache der Zukunft oder des Jüngsten Gerichts, sondern sie liegt bereits hinter uns. Die Versöhnung ist da. Gott reicht uns die Hand. Punkt. Wir haben dem nichts hinzuzufügen. Wir können nur staunend vor diesem Wunder stehen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Auch die Muslime sind mit Gott versöhnt, auch die Buddhisten</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">und die Atheisten und die übelsten Übeltäter dieser Welt</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Diese Versöhnung ist "durch Christus" geschehen, schreibt Paulus (Vers 18). Jesus Christus <span class="fs14lh1-5"><b>lebte </b></span>die Versöhnung Gottes. Er wandte sich denen zu, die diese Versöhnung in besonderer Weise brauchten: den geldgierigen Betrügern, den Egoisten, den sexuell Zügellosen, den angeblich von Dämonen Besessenen. Er pflegte Gemeinschaft mit denen, die man meiden sollte, und sagte ihnen die Liebe Gottes zu. Er ließ sich für diese Liebe verfolgen, verhaften, foltern und kreuzigen.</div><div><br></div><div>Jesus Christus lebte damit nicht nur seine <span class="fs14lh1-5"><b>eigene </b></span>Liebe, sondern die Liebe <span class="fs14lh1-5"><b>Gottes</b></span>. Das ist gemeint, wenn Paulus schreibt, dass "Gott in Christus war" (Vers 19). Gottes Liebe, die Christus lebte, ist so groß, dass Gott lieber <span class="fs14lh1-5"><b>selber </b></span>unter unserer Verachtung leidet und sich von uns den Status eines toten Gottes verpassen lässt, als dass er <span class="fs14lh1-5"><b>uns </b></span>ins Leid stürzen und in unserem selbstverschuldeten Elend zugrunde gehen lässt. Der Gott, den <span class="fs14lh1-5"><b>wir </b></span>für tot erklären, gibt <span class="fs14lh1-5"><b>uns </b></span>nicht dem Tod preis, nämlich der Trennung von ihm, der unser Leben ist. Gott erduldet vielmehr <span class="fs14lh1-5"><b>seine </b></span>Toterklärung, reicht uns die Hand zur Versöhnung und rettet damit <span class="fs14lh1-5"><b>uns </b></span>vor dem Tod.</div><div><br></div><div>Er rettet nicht nur <span class="fs14lh1-5"><b>uns</b></span>, sondern die ganze <span class="fs14lh1-5"><b>Welt </b></span>(Vers 19). Wir sind meistens zu sehr auf uns selbst konzentriert: "Wenn ich glaube, werde ich gerettet. Die Ungläubigen aber sind verloren. Das haben sie davon. Für meine engsten Verwandten habe ich noch Hoffnung. Die meisten Menschen aber werden Gottes gerechtes Urteil empfangen: die Angehörigen anderer Religionen, die Taufscheinchristen, alle, die nicht an Jesus Christus glauben. Also fast die ganze Welt. Wie gut, dass ich anders bin."</div><div><br></div><div>"O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner", sagte der Pharisäer mit Blick auf den Sünder, der im Tempel weit von ihm entfernt mit niedergeschlagenen Augen stand und es nicht wagte, die Augen zu erheben (Luk 18,11). Nicht umsonst erzählte Jesus dieses Gleichnis.</div><div><br></div><div>Dass Gott die ganze Welt mit sich versöhnte, heißt, dass ich mitten unter Versöhnten lebe. Auch die Muslime sind mit Gott versöhnt, auch die Buddhisten und die Atheisten und die übelsten Übeltäter dieser Welt. Ihnen allen gilt Gottes Liebe, in der Gott sich von den von ihm Geliebten verspotten, ignorieren und als toter Gott behandeln lässt – wie es Jesus Christus widerfahren ist.</div><div><br></div><div>Ich lebe also mitten unter Versöhnten. Darum kann ich nicht auf sie herabschauen. Wie sollte ich auf die herabschauen, mit denen Gott sich versöhnt hat? Wie sollte ich die auf ihre Bosheiten festlegen, denen Gott ihre Vergehen nicht anrechnet (Vers 19)? Wie sollte ich denen Böses wünschen, die Gott liebt? Wie sollte <span class="fs14lh1-5"><b>ich </b></span>sie in die Hölle verdammen? Würde ich das tun, so würde ich Gottes Liebe zu ihnen ignorieren und seinem Urteil vorgreifen.</div><div><br></div><div>Wenn ich also mitten unter mit Gott Versöhnten lebe, kann doch auch ich nur mit ihnen versöhnt sein. Mag sein, dass sie von Gottes Versöhnung nichts wissen. Mag sein, dass sie entgegen dieser Versöhnung leben und Christus täglich neu töten. Ich aber kann sie nicht anders ansehen, als Gott sie ansieht: als mit ihm Versöhnte, mit denen auch ich von meiner Seite aus nur versöhnt sein kann – wie unversöhnt auch immer sie mit mir sein mögen.</div><div><br></div><div>Dann blicke ich anders auf die versöhnte Welt. Sie begegnet mir nicht einfach als hoffnungslos verlorener Sündenpfuhl, sondern als der Ort, mit dem Gott versöhnt ist und für den er das Beste will. Und ich verhalte mich anders gegenüber dieser Welt. Ich kann sie in ihrer Gottlosigkeit nicht aufgeben, sondern werde für sie hoffen, beten und arbeiten. Ich werde diese Welt lieben – diese armselige, in ihrer Sünde sich selbst zerstörende Welt, die Gott über alles liebt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Niemals ist es unsere Aufgabe, andere zu drängen,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">von ihnen zu fordern, sie zu ängstigen,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">ihnen mit der Hölle zu drohen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Als mit Gott Versöhnter, der in einer mit Gott versöhnten Welt lebt, lebe ich anders. Das meint Paulus, wenn er von einer "neuen Schöpfung" spricht, die diejenigen sind, die "in </div><div>Christus" leben, die mit seinen Augen auf die Welt blicken (Vers 17). "In Christus sein" heißt: Christus gleichgestaltet sein (Röm 8,29; Phil 3,10). Dass wir zu Christus Gleichgestalteten werden, können wir nicht selber schaffen. Dazu bedarf es der schöpferischen Energie Gottes. Darum heißen die wahrhaft Glaubenden "neue Schöpfung". Ihr altes Leben ist vergangen, ein neues Leben hat für sie bereits begonnen (Vers 17). "Das alles aber von Gott", nicht etwa durch sie selbst (Vers 18).</div><div><br></div><div>Unter den neu Geschaffenen hat Gott "das Wort von der Versöhnung aufgerichtet" (Vers 19). Dieses Wort steht wie ein Denkmal unter ihnen. Es ist der Orientierungspunkt ihres Lebens. Das Wort von der Versöhnung ist ihr Lebensinhalt. Sie leben von diesem Wort und sie leben dieses Wort, indem sie es weitergeben mit ihren eigenen Worten und Taten. Denn sie sind "Gesandte an Christi statt", durch die Gott "aufruft", ebenfalls von diesem Wort der Versöhnung zu leben (Vers 20).</div><div><br></div><div>Wunder über Wunder: Wir stehen an Christi statt. Gott ruft durch uns auf, so wie er durch Christus aufrief. Wir – Sünder durch und durch – sind die Statthalter Christi – nicht durch eigenes Vermögen, sondern weil Gott es so will und uns zu einer "neuen Schöpfung" macht.</div><div><br></div><div>Welche Ehre ist es, das Wort von der Versöhnung Gottes mit der Welt auszurichten an alle Menschen! Welche Freude, für Gott arbeiten zu können! Welches Geschenk, dadurch einen Lebenssinn zu erhalten!</div><div><br></div><div>Was tun die, die eine "neue Schöpfung" geworden sind? Sie "bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!" (Vers 20). Sie bedrängen die anderen nicht, sie machen ihnen keine Angst, sie verurteilen sie nicht, sondern sie bitten. Dass wir das nur nicht vergessen! Unsere Aufgabe ist, die anderen zu bitten, einzuladen, zu umwerben. Niemals ist es unsere Aufgabe, sie – und sei es in der besten Absicht – zu drängen, von ihnen zu fordern, sie zu ängstigen, ihnen mit der Hölle zu drohen. Wir sollen die, die mit Gott schon versöhnt sind, bitten, diese Versöhnung anzuerkennen und in ihr zu leben.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Je mehr wir uns von Gottes Hand festhalten lassen,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">desto freier, fröhlicher, hoffnungsvoller und engagierter</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">werden wir leben</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Denn das ist das einzige, was wir Menschen tun können: die ausgestreckte Hand Gottes zu ergreifen und im Status der Versöhnung nun auch zu leben. Was für eine Tragik, wenn ein Mensch die ausgestreckte Hand Gottes ausschlägt! Wenn er lieber als Unversöhnter weiterlebt denn als Versöhnter! Kaum zu glauben, dass es das gibt! Aber das ist die Tragik des Lebens von uns allen.</div><div><br></div><div>Denn das ist ja nicht nur das Problem der anderen, sondern das ist auch unser eigenes Problem: dass wir immer wieder versucht sind, die Hand Gottes auszuschlagen und uns an anderen Händen festzuhalten, die uns näher, greifbarer und wichtiger erscheinen. Deshalb gilt die Bitte "Lasst euch versöhnen mit Gott!" zuerst immer uns selbst. "Lebt doch als Versöhnte! Als Versöhnte mit Gott und als Versöhnte untereinander! Seid doch die neue Schöpfung, die Gott aus euch macht! Lebt dieses neue Leben, widerstrebt dem Leben nicht, das in Wahrheit Leben ist, und lasst alles Alte, das sich nur Leben nannte, hinter euch! Lebt nicht als Verlorene, Tote, Gott und dem Leben Ferne! Verurteilt euch nicht selbst zum Tod der Gottlosigkeit, der Unversöhntheit, der bleibenden Trennung von Gott und vom Leben, sondern ergreift euer Glück und euer Leben, das stärker ist als der Tod, indem ihr euch ergreifen lasst von der Liebe, die Gott euch entgegenbringt!"</div><div><br></div><div>Gottes ausgestreckte Hand ist da. Es ist nur ein kleiner Handschlag bis zur Versöhnung. Wenn wir in Gottes Hand einschlagen, eröffnet sich uns ein neuer Weg, auf dem wir Gottes Hand festhalten können. Dieser Weg wird nicht immer leicht sein. Aber je mehr wir an Gottes Hand festhalten, vielmehr: je mehr wir uns von ihr festhalten <span class="fs14lh1-5"><b>lassen</b></span>, desto freier, fröhlicher, hoffnungsvoller und engagierter werden wir leben – schon jetzt in dieser Welt, die nichts so sehr braucht wie Gottes Wort von der Versöhnung.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Wenn du Genaueres zum Thema Versöhnung und Kreuzestod Jesu wissen willst, empfehle ich dir mein Buch "Versöhnte Welt - Wie wir Jesu Tod am Kreuz verstehen können". Das Buch liefert ein Verständnis dafür, warum sich in Jesu Tod am Kreuz die Versöhnung der Welt ereignet hat. Nähere Informationen und Leseproben findest du <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/allgemeinverstaendlich--kreuzestod-jesu.html" class="imCssLink">hier</a></span>.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Joshua Woroniecki auf Pixabay.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 28 Mar 2024 16:45:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was hat es mit dem Satan auf sich?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000242"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was hat es mit dem Satan auf sich?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Überlegungen zum Teuflischen in Bibel und Gegenwart</div><div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/03/2024</span></div></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Die gute Nachricht ist: Der Satan ist schon von Christus besiegt. Er übt nur noch eine befristete und von Gott kontrollierte Macht aus.</span><br></div><div><br></div><div>Das sollte allen Überlegungen über den Satan vorangestellt werden. Der Satan muss uns also keine Angst mehr machen. Christus ist allemal stärker als er. Darum kann er uns nicht mehr wirklich etwas anhaben.</div><div><br></div><div>In einem Gottesdienst habe ich folgende Geschichte gehört: Ein frommer Christ schlief nachts in seinem Bett. Plötzlich hörte er etwas und wachte auf. Und was sah er? Der Satan stand vor seinem Bett. Der Mann im Bett sagte: "Ach du bist es nur, Satan", drehte sich um und schlief weiter.</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, ob diese Geschichte sich tatsächlich so ereignet hat. Aber ich finde, das ist die richtige Weise, dem Satan zu begegnen: Wir sollten ihn im Bewusstsein, dass Christus stärker ist als er, nicht allzu ernst nehmen. Ich werde darauf noch zurückkommen.</div><div><br></div><div>Man muss den Satan nicht wie eine Person verstehen. Auch das wird unten noch ein Thema sein. Ich spreche aber zunächst vom Satan bzw. Teufel so, als sei er ein personales Wesen. Denn die Bibel spricht auch so von ihm.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Satan, Teufel und Dämonen in der Bibel</div><div><br></div><div>Der Satan oder, wie er auch genannt wird, der Teufel ist in der Bibel vor allem der Widersacher oder Feind. Das griechische Wort für Teufel, <span class="fs14lh1-5"><i>diábolos</i></span>, kann vom Wortstamm her auch "Entzweier" und "Durcheinanderbringer" bedeuten, denn es hängt mit dem Verb <span class="fs14lh1-5"><i>diabállein </i></span>zusammen, das unter anderem "entzweien, auseinanderbringen, verhasst machen, verfeinden, durcheinanderbringen, irreführen" bedeutet.<span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></div><div><br></div><div>Wenn man sich diese Wirkungen des Satans anschaut, kann man sich an die erste Schöpfungsgeschichte in 1Mo/Gen 1,1-2,4a erinnert fühlen. Die Schöpfungsgeschichte berichtet nämlich, wie Chaos und Feindschaft von Gott beseitigt werden, indem er eine lebenswerte Welt erschafft. Vor seinem Schaffen herrschte tohuwabohu, wie es im hebräischen Text heißt (1Mo/Gen 1,2). Das Wort fand sogar Eingang in die deutsche Sprache. Martin Buber übersetzte die Stelle so: "Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal"<span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span>.</div><div><br></div><div>Um diese Irrsal und Wirrsal, dieses unbegreiflich-chaotische Durcheinander zu beenden, erschuf Gott in einer wohltuenden Ordnung von <span class="fs14lh1-5">– bildlich gesprochen – </span><span class="fs14lh1-5">sieben Tagen eine geordnete und in den einzelnen Schöpfungswerken aufeinander abgestimmte Welt. Um Leben zu ermöglichen, ließ Gott aus der unwirtlich-kalten Finsternis und den bedrohlich lebensfeindlichen Urfluten eine Welt entstehen, die für den Menschen durch den geordneten Wechsel von Licht und Finsternis und die Trennung von Wasser und Land lebensfreundlich war. Damit war dem Chaos und der Bedrohung eine gute, nein: sehr gute Ordnung entgegengesetzt (1Mo/Gen 1,31).</span><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><br></div><div>Diese sehr gute und lebensfreundliche Welt wird vom Widersacher und Feind alles Guten in Frage gestellt und bekämpft. Im Alten Testament ist der Widersacher, von der hebräischen Wurzel <span class="fs14lh1-5"><i>satán </i></span>her, ein Wesen, das die Menschen vor Gott anklagt und beschuldigt und so gegen die Menschen vorgeht (Hi 1,6-12; 2,1-7; Sach 3,1). Er geht aber auch gegen die Menschen vor, indem er sie zum Bösen verführt (1Chr 21,1). Dabei wird jedoch festgehalten, dass der Satan Gott untersteht und nichts tun kann, wofür er nicht von Gott die Erlaubnis bekommen hat (Hi 1,12; 2,6; Sach 3,2).</div><div><br></div><div>Viel häufiger ist vom Satan und Teufel im Neuen Testament die Rede. Hier ist der Satan bzw. Teufel einer, der die Menschen vor Gott anklagt, sie für das Lebensabträgliche vereinnahmt und versklavt, sie zur Sünde anstiftet und verführt und so ins Verderben, ins lebensfeindliche Chaos stürzt. Als Ursprung der Sünde ist er der Böse schlechthin, der "Fürst", der in der Welt herrscht, ja sogar der "Gott dieser Welt" und als solcher der Feind Christi, also der Gegenspieler Gottes, der Menschen und alles Guten. Er kämpft gegen die guten Taten der Glaubenden, gegen die Gemeinde und gegen die Verkündigung. Er wird auch als Grund von Krankheiten betrachtet und ist der Herr über die bösen Geister, die Dämonen, welche die von Gott erschaffenen Lebewesen bedrohen.<span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></div><div><br></div><div>Das ist also eine ganze Menge, was dem Satan hier angelastet wird. Dabei kann einem richtig angst und bange werden. Aber das ist gar nicht nötig. Denn die biblischen Aussagen stellen eins klar: Die Macht und Herrschaft des Satans ist schon gebrochen und er kann uns deshalb letztlich nichts anhaben.</div><div><br></div><div>Die Krankenheilungen Jesu, die als Dämonenaustreibungen verstanden wurden, zeigen, dass nicht der Satan mit seinen Handlangern, den Dämonen, die letzte Macht über uns hat, sondern Jesus Christus (z.B. Mt 8,28-34; 12,28; Lk 10,17-19). Mit dem Wirken Jesu auf Erden sowie mit seinem Tod und seiner Auferstehung ist der Satan mit seinem todbringenden Treiben schon besiegt (Joh 12,31; 16,11; 1Joh 3,8b). Er tobt sich zwar noch auf Erden aus, aber sein Schicksal ist schon besiegelt. Darum kämpft er nur noch Rückzugsgefechte.</div><div><br></div><div>Es gibt mächtige Gegenmittel gegen das Angst einflößende Wirken des Satans: die Gewissheit, dass Gott den Satan vernichten wird (Röm 16,20), das Vertrauen darauf, dass Gott die Glaubenden vor ihm bewahren wird (2Thess 3,3), die Macht über den Satan, die Jesus den Glaubenden gegeben hat (Lk 10,17-19), das Hören des Wortes Gottes (Mt 13,19.23) und das Vertrauen auf die Macht Gottes, die allemal größer ist als die des Satans (Eph 6,16; 1Petr 5,8-11).</div><div><br></div><div>Sicher bleibt es noch ein Kampf, den wir gegen den Satan und das von ihm angerichtete Verderben auszufechten haben. Ich werde unten noch einige Beispiele dafür nennen, wie sehr sich Entzweiung, Feindschaft und Chaos in der Welt auswirken und die von Gott gestiftete Ordnung untergraben.</div><div><br></div><div>Aber es gibt keinen Grund, angesichts dessen die Ohren hängen zu lassen. Denn wir kämpfen zwar gegen die Mächte der Finsternis, die uns noch sehr zu schaffen machen können (Eph 6,12). Aber zugleich führen diese finsteren Mächte kein Eigenleben, haben keine in sich selbst gründende Macht, sondern sie haben ihren Grund und ihr Ziel in Jesus Christus (Kol 1,15-17). Sie sind also, was immer sie sind, durch ihn, und ohne ihn sind sie nichts. Darum können sie, wie sehr sie auch immer toben mögen, uns niemals von der Liebe Gottes trennen (Röm 8,38f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Dämonenglaube und das antike Weltbild</div><div><br></div><div>Wir haben gemerkt, dass bei den Aussagen über den Satan bzw. den Teufel und die Dämonen das antike Weltbild eine große Rolle spielte. Das antike Weltbild sah so aus: Die Welt ist voller Dämonen und böser Mächte. Überall kann man von einem Dämon angefallen werden, besonders an dunklen und geheimnisvollen Orten. Diesen dunklen Mächten hat der Mensch kaum etwas entgegenzusetzen. Und besonders der Chef dieser dunklen Mächte, der Satan, versucht beständig, alles Gute auf Erden zu zerstören und zunichte zu machen. Er will Gott und Mensch, Mensch und Mensch einander entzweien, über die Menschen Macht gewinnen, sie zum Bösen verführen, Chaos stiften und die gute Ordnung Gottes durcheinanderbringen. Darum meinte man, Krankheiten könnten vom Satan kommen, und das, was wir heute als psychische Krankheit kennen, wurde als Besessenheit von Dämonen verstanden.</div><div><br></div><div>Wir teilen dieses Weltbild nicht mehr. Wir würden wohl kaum sagen, dass die Welt voller Dämonen ist, die uns an jeder Ecke begegnen können. Wir führen auch psychische Erkrankungen nicht auf die Besessenheit von Dämonen zurück. Und auch, dass es sich bei Dämonen und beim Satan um personale Wesen handelt, die mit Gott reden und verhandeln und unsichtbar in der Welt ihre Taten ausführen, werden viele Menschen heute nicht nachvollziehen können.</div><div><br></div><div>Was wir aber kennen, ist der Umstand, dass es in der Welt Mächte und Gewalten gibt, deren wir nicht Herr werden. Ich meine damit überpersönliche Strukturen, Machtzusammenballungen, unkontrollierbare Zusammenhänge und Verstrickungen, die eine gewaltige Macht entwickeln, die uns beherrschen und deren wir uns kaum erwehren können. Es gibt nicht nur Menschen, die Böses tun und Leid hervorrufen, sondern es gibt auch Systeme und Strukturen, es gibt in den weltlichen Abläufen angelegte Gesetze, die ihre Macht unabhängig von einzelnen Menschen entfalten und denen man schwerer entgegentreten kann als einzelnen Menschen, weil sie kaum zu greifen, zu kontrollieren und zu verändern sind.</div><div><br></div><div>Jesus und die Verfasser der biblischen Schriften haben diese uns überlegenen Mächte und Gewalten so beschrieben, dass sie sie als unsichtbare personale Wesen verstanden, die in der Welt ihr Unwesen trieben: als Dämonen mit ihrem Oberherrn dem Satan bzw. Teufel. Sie sahen das Böse mit den Augen ihrer Zeit, die ein anderes Weltbild hatte als wir. Sie konnten als Menschen gar nicht anders, als das Böse mit den Vorstellungen ihrer Zeit zu beschreiben. Alles andere wäre damals unverständlich gewesen. Und die Vorstellungen, die sie in die biblischen Schriften einbrachten, waren damals richtig und gut.</div><div><br></div><div>Die Zeiten ändern sich, und mit ihnen unsere Vorstellungen und Kenntnisse. Wenn wir das antike Weltbild nicht mehr teilen können, dann müssen wir die antiken Vorstellungen, die in der Bibel zum Ausdruck kommen, in unsere Zeit übertragen. Wir wollen an den biblischen Inhalten nichts streichen, aber wir wollen auch das antike Weltbild nicht einfach übernehmen und die Welt zum Beispiel als Scheibe verstehen oder psychische Krankheiten als dämonische Besessenheiten.</div><div><br></div><div>Wer kein Problem damit hat, den Satan oder Teufel als Person zu begreifen, der mag ihn so verstehen. Man kann aber auch seine Gefährlichkeit, seine Verführung, Entzweiung und chaotische Zerstörungskraft als unpersönliche Machtkonzentrationen in der Welt verstehen, die deshalb nicht harmloser, sondern vielleicht sogar schwerer zu domestizieren sind als ein personal verstandener Satan. Für solche unpersönlichen Mächte und Gewalten möchte ich jetzt einige Beispiele geben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Chaos beim Umbau der Marktwirtschaft</div><div><br></div><div>Die Marktwirtschaft ist ein extrem leistungsfähiges System, das einen zuvor nie dagewesenen materiellen Wohlstand erlaubt hat. Das System ist in unserer modernen Welt hochkomplex, und ebenso komplex sind auch die Probleme, die es mit sich bringt.</div><div><br></div><div>Probleme können immer dann entstehen, wenn das System Änderungen erfährt, die von außen an es herangetragen werden. Seit vielen Jahren ist erkannt, dass unser Wirtschaften ökologisch nachhaltig sein muss, wenn wir überleben wollen. Doch die Umstellung des Systems auf diese Nachhaltigkeit schafft erhebliche Probleme.</div><div><br></div><div>Nehmen wir als Beispiel die Landwirte, die vor wenigen Wochen durch lang anhaltende Proteste auf sich aufmerksam machten. Die Landwirtschaft ist schon seit Jahren von immer neuen ökologischen Auflagen betroffen. Das bringt offenbar viele Betriebe in Schwierigkeiten, so dass nicht wenige Landwirte ihre wirtschaftliche Existenz in Frage gestellt sehen. Diese Existenzangst erzeugte Wut und Widerstand, der sich auch in Protesten mit illegalen Straßenblockaden Ausdruck verschaffte.</div><div><br></div><div>Viele divergierende Aspekte treffen hier zusammen: Die Politik bemüht sich um den nachhaltigen Umbau des Systems, ohne den das System früher oder später kollabieren wird. Die Landwirte werden durch diesen Umbau in ihrer Existenz bedroht und wehren sich deshalb massiv gegen zu viele belastende Umbaumaßnahmen. Manche schrecken auch vor illegalen Protesten nicht zurück. Das untergräbt in gewisser Weise die Demokratie. Den Protesten schließen sich offenbar rechtsnationalistische Kreise an, denen die Demokratie sowieso ein Dorn im Auge ist. Dadurch gelangen aber Landwirte in Misskredit, die mit rechtsnationalistischen Strömungen gar nichts zu tun haben wollen. Die schon vorhandene Spaltung der Gesellschaft wird dadurch vorangetrieben.</div><div><br></div><div>Hier wirken also verschiedene Mächte in einer Weise zusammen, die zur Entzweiung der Gesellschaft beiträgt, obwohl daran außer den rechtsnationalistischen Kreisen wohl niemandem gelegen ist. Die gesellschaftliche Ordnung, die für ein demokratisches Gemeinwesen unverzichtbar ist, wird untergraben. Das haben zwar die wenigsten gewollt, aber das im Umbau begriffene System selbst erzeugt solche Verwerfungen. Sie wären nur zu vermeiden, wenn die Existenz der Landwirte trotz des ökologischen Umbaus durch finanzielle Ausgleichszahlungen gesichert werden könnte und auch ein gewisser gesamtgesellschaftlicher Wohlstandsverlust in Kauf genommen würde, um dies zu finanzieren. Dazu fehlt aber einerseits der gesamtgesellschaftliche Wille und andererseits nähme das marktwirtschaftliche System zum Beispiel durch höhere Unternehmenssteuern selbst Schaden, so dass dem Staat die finanziellen Mittel für Ausgleichszahlungen fehlen, und zwar auch deshalb, weil die ihm zur Verfügung stehenden Mittel anderweitig eingesetzt werden.</div><div><br></div><div>Das Böse, Lebensfeindliche ist also schwer greifbar, schwerer noch, als wenn man es sich im Bild eines Satans oder Teufels vorstellt. Die Mächte und Gewalten, die uns bestimmen, sind nicht so leicht zu fassen und zu fixieren, wie wir es gerne hätten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Lebensfeindliches Klima in der Familie</div><div><br></div><div>Nicht nur im Staat, sondern auch in kleineren sozialen Gruppen bis hin zur Kleinfamilie wirken mehrere Menschen und Menschengruppen aufeinander ein. Dadurch entsteht ein schwer durchschaubares Netz an Prägungen, Einflussnahmen und Abhängigkeiten. Daher ist auch eine Familie als System zu betrachten.</div><div><br></div><div>Enge Beziehungen, wie es sie in der Kleinfamilie gibt, sind immer stark emotional besetzt. Deshalb sind die gegenseitigen bewussten und unbewussten Einflussnahmen und Abhängigkeiten besonders groß und können auch besonders verletzend sein. Hinzu kommt, dass lebensabträgliche Stimmungen und Verhaltensweisen mitunter über Generationen hinweg meist unbewusst weitergegeben werden. So kann in der Familie ein geradezu zerstörerisches Klima entstehen, in dem jeder einzelne Familienangehörige in seiner Weise gefangen ist. Denn die Abhängigkeiten bestehen nicht einseitig, sondern betreffen alle Beteiligten, wenngleich die schwächeren Familienmitglieder, vor allem Kinder, in besonderer Weise darunter leiden.</div><div><br></div><div>Das zerstörerische Klima muss sich nicht in sichtbarer körperlicher Gewaltanwendung ausdrücken, sondern kann auch in subtiler, für die einzelnen schwer erkennbarer seelischer Gewalt bestehen. Sie tut niemandem gut, vielleicht hat sie auch niemand bewusst gewollt, und dennoch ist sie unterschwellig immer da und versklavt eine ganze Familie.</div><div><br></div><div>Ihre schwere Durchschaubarkeit hat auch damit zu tun, dass alle Beteiligten in ihrer Weise zu ihr beitragen: Ich werde von dir in meiner Lebensgestaltung beeinträchtigt, aber ich habe durch mein Verhalten dazu beigetragen, dass du mich durch dein Verhalten unterdrückst – und umgekehrt. Mein und dein Verhalten sind außerdem möglicherweise geprägt durch das Verhalten eines dritten oder durch ein belastetes Familienklima, das seinen Grund in der Generation der Großeltern hat. In dieser schicksalhaften Verstrickung ist nicht auszumachen, wer damit "angefangen" hat. Das wechselseitige zerstörerische Verhalten ist einfach da und scheint immer schon dagewesen zu sein.</div><div><br></div><div>Es ist nicht verwunderlich, dass in solch einer Familie psychische Krankheiten entstehen können. Die Mächte und Gewalten beherrschen die Familie, ohne dass die einzelnen sich darüber klar sind, was hier eigentlich so stark lebenseinschränkend auf sie einwirkt und warum das so ist. Therapeuten versuchen dann, die Zusammenhänge im System der Familie bewusst zu machen. Denn sie sind für die einzelnen kaum erkennbar und auch nicht personal mit Namen wie "Satan" oder "Teufel" benennbar, worin schon eine Entlastung bestehen könnte. Gerade die Anonymität, das Unbekannt-sein der die Familie beherrschende Macht erschwert die Situation. Das scheint auch im dritten Beispiel der Fall zu sein, das jedoch ganz andere Dimensionen hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Der weltweit Chaos stiftende Krieg</div><div><br></div><div>Krieg ist wohl das Geschehen auf Erden, das am meisten Entzweiung und Chaos hervorbringt. Das gilt natürlich in erster Linie für die jeweiligen Kriegsparteien. Die Zerstörungswucht des Krieges fordert nicht nur viele physische und psychische Opfer, sondern richtet darüber hinaus Wirtschaften, Industrien und persönliche Lebenswerke sowie Familien und Freundschaften zugrunde, heizt den Klimawandel an und vergrößert Ungerechtigkeit und Hunger in den Ländern des globalen Südens. Das alles ist uns nur in minimalen Dimensionen direkt vor Augen, wird von vielen Menschen verdrängt und kann in all seinen weltweiten und zeitlichen Auswirkungen wohl nur geahnt werden.</div><div><br></div><div>Entsprechend der lebensfeindlichen und entzweienden Macht des Krieges sowie der Undurchschaubarkeit des Kriegsverlaufs und seiner Folgen sind auch die politischen Reaktionen chaotisch, verwirrend und unehrlich. Dabei zieht der Krieg weite Kreise auch dort, wo gar nicht geschossen wird. Verfolgt man das politische Tagesgeschehen, so scheint es, dass eine große Verwirrung und Orientierungslosigkeit um sich gegriffen hat: Aufgeregte Diskussionen, lautstarkes Durcheinanderreden, Meinungsstreit ohne Ende, gegenseitige schwere Beschuldigungen und eine Polarisierung der politischen Akteure sind nur einige der Folgen des Ukrainekriegs, die man in Deutschland beobachten kann. Hier seien schlagwortartig einige Beispiele für die aus meiner Sicht herrschende "Irrsal und Wirrsal" genannt, die sicher zu ergänzen sind:</div><div><br></div><div>Eine zögerliche oder vorsichtige Haltung des Bundeskanzlers hinsichtlich der Frage einer Kriegsausweitung wird von Beginn an diffamiert. Die ehemals pazifistische Partei der Grünen mutiert innerhalb kürzester Zeit zu einer militaristischen Partei mit extremen Befürwortern von Waffenlieferungen. Die Außenministerin Annalena Baerbock spricht davon, wir seien im Krieg mit Russland. Wie sehr der Krieg die Umwelt belastet, scheint bei der Umweltpartei in Vergessenheit geraten zu sein, spielt jedenfalls keine Rolle. Ein Leopard-II-Kampfpanzer verbraucht etwa 500 Liter Diesel auf 100 Kilometer<span class="fs11lh1-5"><sup>4</sup></span>. Ein F-35-Kampfjet emittiert alle 80 Kilometer eine Tonne CO<span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span>. Im Krieg brennen Häuser, Fabriken, Raffinerien und Wälder, Gewässer werden durch Öl verunreinigt. Man spricht vom Wiederaufbau der Ukraine, erwähnt aber nicht, dass die zivile Bauwirtschaft für ungefähr 40 Prozent der globalen CO<span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span>-Emissionen verantwortlich ist. Dass Krieg und Klimaschutz Zielkonflikte darstellen, ist nicht bewusst oder wird nicht erwähnt. Der Krieg bestimmt das Denken, und alles andere tritt dahinter zurück.</div><div><br></div><div>Wie komplett die Verwirrung und das politische Chaos ist, wird in der seit Monaten andauernden Diskussion über die Lieferung von Taurus-Raketen an die Ukraine besonders deutlich. Politikerinnen und Politiker der Regierungskoalition stimmen Entschließungsanträgen der Opposition zu, stimmen also gegen die eigene Regierung und den von ihnen gewählten Bundeskanzler. Dieser legt seine Gründe für die Weigerung, diese Raketen zu liefern, nur scheibchenweise und erst nach Wochen auf den Tisch. Der Grüne <span class="imUl"><a href="https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/taurus-scholz-debatte-ukraine-krieg-russland-100.html" target="_blank" class="imCssLink">Anton Hofreiter wirft "seinem" Bundeskanzler vor, die Unwahrheit zu sagen</a></span>. Aussage steht gegen Aussage, und zwar innerhalb der Regierungsparteien.</div><div><br></div><div>Frankreichs Präsident Macron plädiert mehrfach dafür, einen Einsatz von Bodentruppen in der Ukraine nicht auszuschließen. Das würde einer Beteiligung am Krieg gleichkommen. Was Macron nicht sagt, ist, dass Frankreich der Ukraine nur etwa <span class="imUl"><a href="https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-19-maerz-2024-100.html" target="_blank" class="imCssLink">1/27 dessen an militärischer Ausrüstung zur Verfügung stellt, was Deutschland liefert</a></span>. Zwar wird Macrons Äußerung weitgehend kritisiert, doch <span class="imUl"><a href="https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/politik/ukraine-macron-soldaten-einsatz-100.html" target="_blank" class="imCssLink">der CDU-Innenpolitiker Roderich Kiesewetter lobt den französischen Präsidenten dafür</a></span>. Auch die <span class="imUl"><a href="https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-19-maerz-2024-100.html" target="_blank" class="imCssLink">NATO-Staaten Kanada und Finnland stimmen Macron zu</a></span>. Offensichtlich spielen manche in der NATO mit dem Gedanken, mit Bodentruppen in den Krieg einzutreten, weil die Ukraine den Krieg nicht verlieren dürfe. Sie nehmen dabei also einen Krieg mit Russland und einen möglichen Atomkrieg in Kauf. Dazu passt, dass die <span class="imUl"><a href="https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/schulen-katastrophenschutz-100.html" target="_blank" class="imCssLink">Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) junge Menschen in den Schulen auf den Kriegsfall und andere Krisen vorbereiten möchte</a></span>. Sie müssten die Bedrohungen der Freiheit kennen und mit den Gefahren umgehen können. Das klingt ein bisschen wie schulische Rettungsübungen aus den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts: Wenn alle bei einer Atombombenexplosion unter den Tisch krabbeln und sich dort verstecken, kann ihnen nichts passieren.</div><div><br></div><div>Unterdessen verliert die Ukraine zurückeroberte Gebiete wieder an Russland und schickt jetzt auch über 50jährige nach einem Monat Ausbildung in den Krieg, weil ihr die Soldaten ausgehen. Sie droht den Krieg zu verlieren, und dennoch plädieren die maßgeblichen politischen Akteure dafür, den Krieg fortzusetzen. Den Angreifer und Hauptverantwortlichen für Tod und Zerstörung Wladimir Putin kann es eigentlich nur freuen, dass der richtige Zeitpunkt für Verhandlungen, als Russland im Krieg schlechter dastand, bereits verpasst sein könnte.</div><div><br></div><div>Doch der Krieg soll fortgesetzt werden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass er weltweit zu Hunger führt<span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span>: Die Preise für Lebensmittel, Saatgut, Dünger und Energie sind durch den Krieg gestiegen. Und auch der durch den Krieg angeheizte Klimawandel ist ein entscheidender Faktor für Hunger. Als Ziel des Krieges wird die Rettung der Menschen in der Ukraine oder in ganz Europa vor Fremdherrschaft genannt. Dass zugleich ungenannte und ungezählte Menschen im globalen Süden unter den Kriegsfolgen sterben, wird verschwiegen.</div><div><br></div><div>Ich finde, da ist schon einige Verwirrung und Orientierungslosigkeit zu beobachten. Das gilt übrigens nicht nur für die Politik, sondern auch für die Evangelische Kirche in Deutschland: Sie hat kurz nach Beginn des Ukrainekriegs innerhalb weniger Wochen ihre zuvor in Jahrzehnten erarbeitete und schriftlich fixierte Friedensethik über den Haufen geworfen und arbeitet jetzt an einer neuen Friedensethik, weil ja eine neue Situation eingetreten sei <span class="fs14lh1-5">– eine "Zeitenwende" etwa, also das, was doch eigentlich mit der Geburt des Messias Jesus und seiner Friedensbotschaft eingetreten ist?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div>Da komme ich ins Grübeln: Unterstellt man der "alten" Friedensethik, dass sie nur für den Frieden gedacht war und nicht für den Kriegsfall? War sie falsch, weil jetzt ein Kriegsfall (was ist daran eigentlich neu?) eingetreten ist? Oder hat die Kirche in der angeblich "neuen Situation" <span class="fs14lh1-5">– nach der "Zeitenwende" des Krieges – </span><span class="fs14lh1-5">dann doch nichts anderes zu sagen als das, was uns der in Deutschland herrschende mediale Mainstream sowieso täglich in die Ohren bläst? Wenn das, was eine ganze Generation von Theologinnen und Theologen mühsam erarbeitet hat, von einer späteren Generation innerhalb weniger Wochen für null und nichtig erklärt wird, dann zeugt das doch von ziemlich großer theologischer Orientierungslosigkeit und Verwirrung.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Abschließend möchte ich kurz anmerken, dass gegenwärtig im Gazastreifen 500.000 Menschen vor dem Hungertod stehen. Es ist erfreulich, dass internationale Hilfsaktionen gestartet sind, an denen auch Deutschland beteiligt ist. Das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen wird inzwischen auch kritisiert. Vor wenigen Wochen noch wurde allerdings jede Kritik an Israel schnell mit dem Vorwurf des Antisemitismus abgewürgt. Damit wird die Wahrheit doch sehr gepresst. Denn es gab und gibt viele Jüdinnen und Juden, die das Vorgehen der nationalkonservativen und in Teilen mit religiösen Extremisten besetzte Regierung Israels scharf kritisieren und die man dann ebenso als Antisemiten hätte bezeichnen müssen.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Geborgenheit im Glauben an den Stärkeren</div><div><br></div><div>Ich hoffe, es ist beispielhaft – wenn auch subjektiv – einiges von der "Irrsal und Wirrsal" deutlich geworden, in die wir verstrickt sind und der wir uns nicht entziehen können, ja, an der wir auch selbst beteiligt sind. Viele Menschen muten sich schon lange keine Nachrichtensendungen mehr zu. Sie haben ein Gespür für das Durcheinander in Politik und Medien und konzentrieren sich auf ihr Privatleben. Doch auch im Privatleben herrscht nicht selten Chaos. Das Böse erfasst alle Bereiche des Lebens, denn es erfasst die Menschen, die das Leben gestalten. Damit soll nicht alles über einen Kamm geschoren werden. Es gibt Unterschiede, auch zwischen einzelnen Menschen. Aber niemand kann sich sicher fühlen, nicht auch vom "Bösen" ergriffen und beherrscht zu werden, und niemand kann behaupten, gänzlich davon frei zu sein.</div><div><br></div><div>Der Begriff "Böses" ist vielleicht gar nicht stark genug. Denn er legt den Gedanken nahe, dass man es mit ein wenig gutem Willen und Disziplin abstellen könne. Dem ist aber nicht so. Gerade das macht das Böse so unheimlich. Darum muss es nicht falsch sein, es als "teuflisch" oder "dämonisch" zu bezeichnen. Nur sollte man dabei nicht unbedingt an personale Mächte denken, sondern an überpersonale Mächte und Gewalten, deren wir nicht Herr werden.</div><div><br></div><div>Wir müssen ihrer auch nicht Herr werden. Denn es gibt einen Herrn, der die Macht auch über diese Mächte und Gewalten hat. Wenn wir uns ihm anvertrauen und seine Kraft in uns wirken lassen, sorgt er dafür, dass wir nicht vollends in den Strudel dieser Mächte und Gewalten geraten. Deshalb müssen Christinnen und Christen auch angesichts der größten Irrsal und Wirrsal nicht die Hoffnung und Lebensfreude verlieren.</div><div><br></div><div>Der "Fürst dieser Welt" mag zwar noch toben, aber es gibt einen, der stärker ist (Joh 12,31; 16,11). Darum kann uns das teuflisch Lebensfeindliche keinen letzten Schrecken mehr einjagen. Die Welt ist in Gottes Hand. Und wenn uns das Teuflische bis in die Nacht hinein verfolgt, können wir sagen: "Ach, ihr seid es, die dunklen Mächte, die noch immer toben. Aber ihr könnt damit nichts Entscheidendes mehr ausrichten. Denn der Herr Jesus regiert die ganze Welt und führt sie seinem Ziel entgegen. In seiner Hand steht mein ganzes Leben" (Ps 31,16). Und dann dreht ihr euch um und schlaft in ihm geborgen weiter.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1" class="lh1 mb1"><span class="fs11lh1"><sup>1</sup> Duden. Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Dudenverlag, 2. Aufl. Mannheim u.a. 1989. S. 742.</span></div><div data-line-height="1" class="lh1 mb1"><span class="fs11lh1"><sup>2</sup> Die Schrift. Verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig. 10. Aufl., Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1976/1978/1979. Lizenzausgabe für die Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1992. Band 1, S. 9.</span></div><div data-line-height="1" class="lh1 mb1"><span class="fs11lh1"><sup>3</sup> Verführer: Mt 4,3; 1Kor 7,5; 1Thess 3,5; Ankläger: Offb 12,10; Versklaver: Hebr 2,14; 1Joh 3,8.10; Anstifter: Mt 4,1; 1Thess 3,5; Verderber: Joh 8,44; Ursprung der Sünde: Joh 8,44; 2Kor 11,3; der Böse: Mt 13,19; Eph 6,16; 2Thess 3,3; der Fürst, der in der Welt herrscht: Joh 12,31; 14,30; 16,11; "Gott dieser Welt": 2Kor 4,4; der Feind Christi: Mt 13,39; Lk 10,19; Kämpfer gegen die Taten der Glaubenden: Lk 22,31; gegen die Gemeinde: Apg 5,3; gegen die Verkündigung: 1Thess 2,18; Grund von Krankheiten: Lk 13,16; 1Kor 5,5; 2Kor 12,7; Herr über böse Geister/Dämonen: Mt 25,41; 2Kor 12,7; Eph 2,2; 6,12; Offb 12,9. Quelle: Josef de Fraine / Herbert Haag: Satan. In: Bibel-Lexikon. Hg. von Herbert Haag. Benziger Verlag. 3. Aufl., Zürich u.a. 1982. Sp. 1526-1528.</span></div><div data-line-height="1" class="lh1 mb1"><span class="fs11lh1"><sup>4</sup> Siehe hierzu und zum Folgenden mit vielen weiteren Fakten Harald Welzer: Zeitenende. Politik ohne Leitbild, Gesellschaft in Gefahr. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2023. S. 86-93.</span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1"><sup>5</sup> Siehe hierzu 65. Aktion Brot für die Welt: Wandel säen. Projekte und Positionen. Berlin 2023. S. 7.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: </span><span class="fs11lh1-5">Hans auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 22 Mar 2024 09:53:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Jesus: Mensch? - Gott? - Halbgott?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000241"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Jesus: Mensch? – Gott? – Halbgott?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 15/03/2024</span></div><div><br></div><div>Dass Jesus gelebt hat, ist historisch belegt. Mehrere römische Geschichtsschreiber, die keine Christen waren, bezeugen das, zum Beispiel Tacitus und Josephus. Aber was war dieser Jesus eigentlich für ein Mensch?</div><div><br></div><div>Die Christenheit hat ihn von Beginn an als einen Menschen und zugleich als Gott verehrt (z.B. Phil 2,6-8). Denn Jesus war nach seinem Tod seinen Jüngerinnen und Jüngern lebendig begegnet. Und nur ein Gott kann leben, obwohl er gestorben ist. Nur ein Gott ist stärker als der Tod.</div><div><br></div><div>Darin gründet der christliche Glaube, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. So wie Jesus von den Toten auferweckt wurde, so will Gott auch uns von den Toten auferwecken, wenn wir ihm unser Leben anvertrauen (Joh 3,16).</div><div><br></div><div>War Jesus also so etwas wie ein Halbgott: halb Mensch und halb Gott?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Wenn wir wissen wollen, wie Gott ist,</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">dürfen wir nicht im Himmel suchen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Halbgötter gibt es in der griechisch-römischen Mythologie zuhauf. In der Bibel werden solche Wesen nur einmal abwertend erwähnt (1Mo/Gen 6,1-4). Und auch Jesus wurde nie als Halbgott verstanden.</div><div><br></div><div>Jesus war nicht halb Mensch und halb Gott, sondern ganz Mensch und zugleich ganz Gott. Er war der Mensch, in dem Gott sich der Menschheit kundgetan hat. Oder anders herum: Er war der Gott, der die Gestalt eines Menschen angenommen hat (Phil 2,6f).</div><div><br></div><div>Weil Jesus zugleich Mensch und Gott war, können wir in ihm Gott erkennen. Wenn wir wissen wollen, wie Gott ist, dürfen wir nicht im Himmel suchen, sondern brauchen nur auf den Menschen Jesus zu blicken.</div><div><br></div><div>Dass Jesus Mensch war, bedeutet, dass er verletzlich und sterblich war. Dass er Gott war, bedeutet, dass er allmächtig war und ewig ist.</div><div><br></div><div>Wie kann man das zusammenbringen? Gott vereint in sich beides: Verletzlichkeit und Allmacht, Ewigkeit und Tod.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Gott hat uns als Menschen erschaffen, die die Macht haben,</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">mit ihm und in seinem Sinn über die Erde zu herrschen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>1. Der Allmächtige macht sich verletzlich, indem er Mensch wird. Seine Allmacht besteht gerade darin, dass er sie zurücknehmen kann und andere Mächte neben sich duldet. Zugleich lässt er sich aber nicht von diesen Mächten unterdrücken, sondern bleibt der, der das Heft in der Hand behält.</div><div><br></div><div>Gott hat uns als Menschen erschaffen, die die Macht haben, mit ihm und in seinem Sinn über die Erde zu herrschen (1Mo/Gen 1,28). Er erträgt es, dass wir diese Macht gegen ihn wenden und in einer Weise herrschen, die nicht in seinem Sinn ist. <span class="fs14lh1-5">Es verletzt ihn, wie man besonders im Buch des Propheten Jeremia lesen kann </span><span class="fs14lh1-5">(z.B. Jer 2,12f.29-32; 3,19f; 9,9; 14,17f)</span><span class="fs14lh1-5">.</span></div><div><br></div><div>2. Der Ewige wird sterblich, indem er Mensch wird. Seine Ewigkeit besteht gerade darin, dass er sich dem Tod hingeben kann, ohne darin zugrunde zu gehen. Indem er sich den Tod einverleibt, besiegt er ihn.</div><div><br></div><div>Weil Gott sich dem Tod hingibt, sind wir in unserem Tod nicht allein. Gott schreibt uns nicht ab, wenn wir tot sind, sondern er öffnet uns die Tür zum ewigen Leben.</div><div><br></div><div>Warum macht sich Gott verletzlich und wird sterblich?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Gott gibt sein Geschöpf nicht dem Tod preis,</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">obwohl sein Geschöpf Gott dem Tod preisgibt</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>1. Er tut es, weil er die Liebe ist (1Joh 4,8.16). In Liebe nimmt Gott seine Allmacht zurück, indem er dem Menschen, seinem Geschöpf, Macht gibt. Mit der Schöpfung des Menschen zieht Gott seine Allmacht zurück und macht sich verletzlich. Er tut das, weil er sein Geschöpf liebt: Er will es nicht missen, auch wenn es seine Macht missbraucht.</div><div><br></div><div>Unterdrückende Macht verletzt die Unterdrückten. Die Macht der Liebe hingegen macht den Liebenden verletzlich.</div><div><br></div><div>Gott will uns nicht unterdrücken, sondern lässt es aus Liebe zu uns geschehen, dass wir ihn unterdrücken.</div><div><br></div><div>2. Gott gibt sich dem Tod hin, weil er die Liebe ist. Denn der Mensch lebt so, dass er seinen Schöpfer totschweigt – verachtet, verspottet, mundtot macht, überhört, ignoriert, aus der Welt verbannt, quasi beerdigt. Indem der Mensch in dieser Weise gottlos wird, ohne Gott wirklich loszuwerden, stirbt seine Gottesbeziehung. Gott ist für ihn tot. Und Gott lässt das geschehen. Er lässt sich aus der Welt, seiner Schöpfung verbannen und für tot erklären. Er lässt es geschehen, weil er sein Geschöpf trotzdem liebt: Gott gibt sein Geschöpf nicht dem Tod preis, obwohl sein Geschöpf Gott dem Tod preisgibt.</div><div><br></div><div>Wer leben will, muss seine Feinde töten. Wer hingegen seine Feinde liebt, muss selbst den Tod auf sich nehmen.</div><div><br></div><div>Gott nimmt den Tod auf sich, und gerade so bleibt er der Gott, der seine Feinde liebt. Gerade so bleibt der Gott, der die Liebe ist, lebendig.</div><div><br></div><div>So lässt uns Gott leben, obwohl wir ihn wie einen Toten behandeln. Er tut das, weil er uns über alles liebt.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Die Tür, den Weg zum ewigen Leben ohne Leid und Tod</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">zu beschreiten, steht offen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Darum ist es wichtig, dass wir an Jesus als wahren Gott und als wahren Menschen glauben.</div><div><br></div><div>Wäre Jesus nur wahrer Gott gewesen, der gar nicht wirklich Mensch war, dann hätte Gott nicht wirklich gelitten und wäre nicht wirklich gestorben, so wie jeder Mensch leiden und sterben muss. Er hätte nur scheinbar gelitten und wäre nur scheinbar gestorben. Gottes Leiden und Sterben wäre ein Fake gewesen.</div><div><br></div><div>Gott leidet und stirbt aber wie wir. Darum ist er im Leiden und Sterben an unserer Seite und lässt uns Leid und Tod überwinden, wenn wir seine Nähe zulassen.</div><div><br></div><div><div>Wäre Jesus nur wahrer Mensch gewesen, der gar nicht wirklich Gott war, dann hätte uns Jesus nicht wirklich Gott kundtun und Gottes Liebe leben können. Er hätte nur, wie andere Menschen auch, in unvollkommener Weise von Gott geredet und wie Gott geliebt. Er hätte aber nicht in letztgültiger Weise Gott offenbaren und wie Gott die Liebe in Person sein können.</div><div><br></div><div>Jesus aber offenbart uns die Fülle Gottes (Kol 1,19; 2,9) und seine vollkommene Liebe, in der Gott leidet und den Tod auf sich nimmt, um uns den Weg zu einem Leben ohne Leid und Tod zu eröffnen.</div></div><div><br></div><div>Wir alle können diesen Weg gehen. Denn die Tür, den Weg zum ewigen Leben ohne Leid und Tod zu beschreiten, steht offen. Es braucht einen ersten Schritt, um hindurchzugehen und auf dem Weg des Lebens zu wandeln.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Frank Davis auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 14 Mar 2024 20:59:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Jona - ein Prophet zweifelt an Gottes Gerechtigkeit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenszweifel"><![CDATA[Glaubenszweifel]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000240"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Jona – ein Prophet zweifelt an Gottes Gerechtigkeit</span></div><div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08.03.2024</span></div></div><div><br></div><div>Jona war ein Glückspilz: Er war von Gott berufen, das Wort Gottes an die Menschen weiterzugeben. Ein Auserwählter sozusagen. Nicht einfach ein Glaubender oder ein Priester, der seinen Glauben bezeugte. Nein, Jona war einer, der zu seiner Zeit Gottes ganz konkrete Botschaften an die Menschen ausrichten durfte. Er durfte ausdrücken, was Gott den Menschen in ihrer jeweiligen Situation sagen wollte.</div><div><br></div><div>Solche auserwählten Menschen wurden damals Propheten genannt. Es gab nicht viele von ihnen. Darum war es eine besondere Ehre, von Gott zum Propheten berufen zu sein.</div><div><br></div><div>Jona lebte nach 2. Könige 14,25 zu einer Zeit, als das Reich der Assyrer langsam zu einer Weltmacht aufzusteigen begann. Das war im 8. Jahrhundert v.Chr. Aufgeschrieben wurde die Geschichte Jonas aber erst viel später, nämlich zwischen 400 und 200 v.Chr. So entstand das kleine, aber beeindruckende Buch Jona mit seinen vier Kapiteln.</div><div><br></div><div>Das assyrische Reich umfasste vor allem Gebiete des heutigen Iran und Irak. Die Assyrer eroberten aber Gebiete bis ans Mittelmeer und bis nach Ägypten. Die Hauptstadt Assyriens war Ninive, am Tigris gelegen, und zwar auf dem Gebiet der heutigen irakischen Großstadt Mossul.</div><div><br></div><div>Ninive war damals für Israel der Inbegriff von Bosheit und Gottesferne. Die Weltmacht Assyrien war für ihre Grausamkeit bekannt. Sie führte brutale Eroberungskriege und deportierte die einheimische Bevölkerung. Die Assyrer eroberten von dem damals gespaltenen Staat Israel zuerst den nördlichen Teil und etwas später fast auch den südlichen. Große Teile der Bevölkerung des Nordreichs wurden nach Assyrien deportiert.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Jonas Flucht vor dem Auftrag Gottes</div><div><br></div><div>Jona wurde von Gott auserwählt, gegen die Großstadt Ninive zu predigen (Jon 1,2). Genaueres zu Gottes Auftrag wird nicht erzählt. Man kann aber annehmen: Gott will dem von dieser Stadt ausgehenden Unrecht nicht länger zusehen. Wenn die Einwohner ihren Lebenswandel nicht ändern, wird die Stadt von Gott vernichtet werden (Jon 3,4).</div><div><br></div><div>Und was tut Jona? Er läuft weg. Er weigert sich, der verruchten Großstadt diese Botschaft zu überbringen. Er gönnt es dem Sündenpfuhl Ninive nicht, von Gott gewarnt zu werden. Sollen sie doch in ihrer Gottlosigkeit umkommen! Sie haben es nicht besser verdient. Womöglich, denkt Jona, bereut Gott in seiner unermesslichen Güte und Barmherzigkeit noch seinen Entschluss und lässt die Leute am Leben (Jon 4,2). Nein, dabei will Jona nicht mitspielen.</div><div><br></div><div>Vielleicht spielte auch Angst eine Rolle. Immerhin bedeutet der Name Jona "Taube", und die Taube galt in Israel als ängstlicher Vogel. Dabei geht es nicht um die Angst, von den Gottlosen in Ninive getötet zu werden. Jona fürchtet nicht den Tod. Was er aber fürchtet, ist, dass Gott zuletzt ein gnädiges Urteil über Ninive sprechen und seinen Vernichtungsbeschluss zurücknehmen könnte. Dann hätte der Sündenpfuhl gut Lachen, und der Prophet wäre dafür mitverantwortlich. Diese Blöße will er sich nicht geben.</div><div><br></div><div>Also macht sich Jona auf nach Tarsis, im Südwesten Spaniens gelegen. Ein unheimlich weiter Weg – damals das Ende der bekannten Welt. In der Philisterstadt Jafo/Joppe (heute Tel Aviv) besteigt Jona ein Schiff, das nach Tarsis fahren will. Dort wäre er weit genug von Ninive entfernt.</div><div><br></div><div>Doch so leicht entkommt man Gott nicht. Das hätte auch Jona wissen müssen. Auf dem Meer kommt ein Sturm auf, das Schiff droht zu sinken. Die Seeleute beten zu ihren Göttern, Jona aber schläft. Der Kapitän ist darüber erbost und fordert Jona auf, ebenfalls zu seinem Gott zu beten (Jon 1,6).</div><div><br></div><div>Schließlich hegt die Mannschaft einen Verdacht: Vielleicht ist Jona der Grund für diesen Sturm. Sie nehmen ihn ins Verhör, und tatsächlich kommt heraus, dass der Gott, vor dem Jona flieht, der Urheber des Sturmes sein muss (Jon 1,7-11).</div><div><br></div><div>Jona weiß, dass er das Versteckspiel mit Gott verloren hat. Deshalb rät er den Seeleuten, ihn ins Meer zu werfen. Dann wird der Sturm sich legen (Jon 1,12).</div><div><br></div><div>Man sieht daran, wie hartnäckig Jona ist. Er weigert sich weiterhin, Gottes Auftrag auszuführen. Lieber will er sterben. Vielleicht ist er auch deprimiert: Er weiß, dass er Gott nicht entkommen kann. Er will aber das ihm Gebotene nicht tun. Er hat seinen eigenen Kopf in dieser Sache. So sehr er auch an Gott glaubt und von ihm bekennt, dass er "der Gott des Himmels ist, der das Meer und das Trockene gemacht hat" (Jon 1,9) – dieses Mal ist er anderer Ansicht als Gott. Dem Sündenpfuhl Ninive will er nicht zur Umkehr verhelfen. Dann stirbt er lieber auf der Flucht vor Gott.</div><div><br></div><div>Die heidnischen Seeleute mögen Jona nicht einfach ins Meer werfen. Sie rudern, was das Zeug hält, aber sie schaffen es nicht, gegen den Sturm anzukommen. Schließlich fassen sie den Entschluss, Jona doch den Fluten zu übergeben. Vorher aber beten sie wieder – nun nicht mehr zu ihren Göttern, sondern zum Gott Jonas. Sie bitten Gott um Gnade, wenn sie nun tun, was nicht zu vermeiden ist, wenn sie nicht alle im Sturm umkommen wollen. Dann werfen sie Jona ins Meer (Jon 1,13-15).</div><div><br></div><div>Der Sturm legt sich. Die Seeleute haben Angst vor dem Zorn Gottes. Sie bringen Gott Opfer dar und legen Gelübde ab. Es scheint so, als hätten sie sich zum Gott Israels bekehrt (Jon 1,16).</div><div><br></div><div>So kann Gott sogar aus der Eigenwilligkeit eines abtrünnigen Propheten noch Gutes entstehen lassen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Jonas theologische Kritik an Gott</div><div><br></div><div>Was für ein Mensch ist Jona? Zweifellos ein Frommer. Einer, dem Gott wichtig ist und der Gottes Wort weitergibt, wie es einem Propheten gebührt. Er hat feste religiöse Vorstellungen: von Gott, von den Menschen und davon, was Recht und Unrecht ist. Und er weiß: Wer gottlos ist und wem es an Liebe fehlt, wer stattdessen grausam und unbarmherzig mit seinen Mitmenschen umgeht, der hat Gottes Zorn verdient. "Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten" (Gal 6,7), würde Jona wohl mit Paulus sagen. Ein Mann von ehernen Grundsätzen.</div><div><br></div><div>So weit, so gut. Doch seine ehernen Grundsätze werden ihm zum Fallstrick. Wenn Gott anders handelt, als es Jonas Vorstellungen entspricht, bekommt der Prophet ein Problem. Dass Gott mit den übelsten Sündern, den teuflischen Menschenverächtern, den brutalsten Massenmördern nicht kurzen Prozess macht, sondern ihnen noch eine Frist einräumt und ihnen am Ende möglicherweise gnädig ist – das geht dem frommen Propheten dann doch zu weit. Das ist nicht gerecht. Und Gerechtigkeit muss sein. Wo kämen wir hin, wenn man Massenmördern das Leben schenken, ihnen womöglich das Feld überlassen würde. Wir können die Welt nicht in ihre Hände geben. Hat Jona nicht recht damit?</div><div><br></div><div>Jona kämpft für Gerechtigkeit. Jeder muss bekommen, was er verdient. Und die Gottlosen haben den Tod verdient. An ihrer Begnadigung will der Prophet sich jedenfalls nicht beteiligen. Für diese Überzeugung geht er bis ans Ende der Welt. Ja, er ist bereit, für seine Überzeugung sein Leben zu opfern.</div><div><br></div><div>Wie gesagt: ein Mann eherner Grundsätze. Er dient Gott gern, aber er kann dabei nicht gegen seine religiösen Grundsätze verstoßen. Was gegen seine religiösen Grundsätze verstößt, kann er nicht als Gottes Wort anerkennen.</div><div><br></div><div>Der Prophet hat zwar einen Auftrag bekommen – anscheinend von Gott. Aber war es wirklich Gott, der zu ihm sprach? Könnte die innere Stimme, die er vernahm, nicht die Stimme eines anderen gewesen sein? Könnte es nicht die Stimme des Teufels gewesen sein, die ihn in die Irre führt? Ist Gott nicht ein gerechter Gott, zu dem es gar nicht passt, dass er den hoffnungslosen Halunken in Ninive noch eine Chance gibt? "Sollte Gott gesagt haben ...?" – das war schon die Frage, welche die Schlange im Paradies an Eva richtete (1Mo/Gen 3,1).</div><div><br></div><div>Jona ist uns nicht so fern, wie wir vielleicht meinen. Auch wir haben eine bestimmte Vorstellung von Gott und von seiner Gerechtigkeit. Aber Gott begegnet uns immer wieder unheimlich fremd. Dann sind wir schnell geneigt, ihm nur so weit zu folgen, wie es uns einleuchtet. Wir glauben dem Wort Gottes gern, solange es mit unserer Meinung übereinstimmt. Wenn jedoch unsere Meinung und Gottes Wort auseinanderklaffen, sind wir schnell dabei, dieses Wort zu ignorieren. Es passt nicht in unser Gedankensystem. Darum müssen unsere Gedanken und letztlich wir selbst vor dem Wort Gottes die Flucht ergreifen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Umkehr der Gottlosen</div><div><br></div><div>Jona hat den Tod vorgezogen vor einer Zustimmung zu Gottes Wort. Doch Gott lässt ihn nicht sterben. Schon das ist bemerkenswert. Gott hält immer noch an diesem abtrünnigen Propheten fest. Er wird von einem großen Fisch verschlungen und überlebt im Leib dieses Fisches. Von einem Wal ist im hebräischen Text nicht die Rede. Jedenfalls bleibt Jona drei Tage lang im Leib dieses Fisches.</div><div><br></div><div>Ich gehe jetzt nicht der Frage nach, ob und wie das möglich sein kann und ob das wirklich so passiert ist. Darum geht es auch in dieser Geschichte gar nicht. Es geht nicht darum, dass wir über ein großes Wunder staunen und darüber, was Gott alles kann. Dass Gott kann, was Menschen nicht können, wissen wir. Damit müssen wir uns nicht lange aufhalten. Wenn man sich auf das Können Gottes konzentriert, übersieht man die anderen Aspekte der Geschichte.</div><div><br></div><div>Konzentrieren wir uns also nicht auf Nebensächlichkeiten. Wichtig ist, dass Gott den Fisch "kommen ließ", wörtlich dass er ihn "anordnete". Diese Formulierung taucht später in der Geschichte noch dreimal auf: Gott ordnete eine Staude an sowie ein Gewürm und einen Ostwind (Jon 4,6-8). Wir werden darauf zurückkommen. Jetzt nur so viel: Alle Elemente der Schöpfung – Pflanzen, Tiere und Winde – haben Gott zu dienen. Nur der Mensch Jona verweigert sich.</div><div><br></div><div>Aber Gott lässt ihn nicht los. Drei Tage und drei Nächte lang muss er im Leib des Fisches aushalten – keine angenehme Vorstellung. Die Zahl "drei" verweist einerseits darauf, dass der Prophet vollkommen vom Leben abgeschnitten und dem Tode preisgegeben ist. Andererseits ist er Gott ausgeliefert, der ihn durch den Fisch vor dem sicheren Ertrinken bewahrt hat. Es ist ein Dasein zwischen Leben und Tod, in Einsamkeit und Ungewissheit. Doch Jona erlebt es als Rettung vor dem Tod und spricht ein langes Dankgebet (Jon 2,2-10). Ein Kommentator schreibt dazu:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jona im Fischbauch, das ist zum Bild geworden für eine Erfahrung, die Unzählige gemacht haben: dass Gott den Menschen in die Tiefen der Verzweiflung, ja an die Grenze des Todes geraten lässt, damit der sich aus dem Gefängnis der Vorurteile, aus engherziger Selbstabkapselung löst und zum lebensvollen Zeugen der weltumspannenden Liebe Gottes wandelt.*</span></i></span></div><div><br></div><div>Eine andauernde Finsternis, ein nicht zu überwindendes Leid kann dazu führen, dass wir uns verändern, dass sich in uns etwas verändert. Und im Nachhinein merken wir, dass Gott im Leid an uns gearbeitet hat. So ist es auch bei Jona: Er gibt schließlich den Kampf gegen Gott auf und führt den göttlichen Auftrag aus.</div><div><br></div><div>Denn der Fisch spuckt den Propheten wieder ans Land. Das ist eine klare Ansage Gottes. Und damit keine Zweifel bleiben, wiederholt Gott noch mal seinen Auftrag: "Geh in die Stadt Ninive und predige ihr, was ich dir sagen werde!" (Jon 3,1f) Jona folgt nun, ohne weitere Fragen an Gott zu stellen. Er predigt der Stadt: "Es sind noch vierzig Tage, dann wird Ninive untergehen" (Jon 3,4).</div><div><br></div><div>Sicher hat der Prophet noch ein paar Worte mehr gesagt. Doch der Erzähler konzentriert sich auf das Wesentliche. Und er will uns vielleicht sagen, dass Jona sich nicht viel Mühe macht und sich als wortkarger und missmutiger Prediger zeigt.</div><div><br></div><div>Dazu passt auch, was der Erzähler über die Größe der Stadt berichtet: Drei Tage benötigt man von einem Ende zum anderen – aber Jona geht nur einen Tag weit in die Stadt hinein, gelangt also nicht bis ins Zentrum, und hält dann seine Predigt (Jon 3,3f). Er mag gedacht haben: "Warum soll ich mir viel Mühe machen und bis ins Zentrum vordringen? Die Gottlosen haben es gar nicht verdient, dass ihnen Gottes Wort verkündigt wird."</div><div><br></div><div>Dass der Untergang erst in vierzig Tagen erfolgen soll, eröffnet noch eine Frist, in der die Einwohner von Ninive sich besinnen können. Vierzig Tage währte schon für Mose die Zeit des Betens und Fastens (2Mo/Ex 34,28; 5Mo/Dtn 9,18.25f).</div><div><br></div><div>Tatsächlich geschieht, was man kaum erwarten konnte, und dies wird sehr ausführlich berichtet: Die Einwohner Ninives mitsamt des assyrischen Königs beginnen zu glauben, zu fasten und ihren Lebenswandel zu ändern. Sie hoffen, dass Gott seinen Vernichtungsbeschluss noch einmal zurücknimmt (Jon 3,5-9).</div><div><br></div><div>Dem Erzähler ist die Reaktion Ninives offensichtlich wichtig. Man kann das so deuten:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Was Jerusalem – trotz engagiertester Verkündigung seiner Propheten – nie tat, das tut die verderbte Stadt Ninive auf die Worte des verdrießlichen Jona hin.*</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Gottes Mitleid mit den Gottlosen</div><div><br></div><div>Und was tut Gott? Er tut das, was Jona die ganze Zeit befürchtete: Er bereut seinen Vernichtungsbeschluss und lässt Ninive nicht untergehen (Jon 3,10). Jona ist außer sich. Voller Zorn betet er zu Gott und wirft ihm seine Gnade, Barmherzigkeit, Geduld und Güte vor. Denn die hat Ninive seiner Meinung nach nicht verdient. Und so will er – wieder einmal – lieber sterben, als an dem Werk der Gnade Gottes beteiligt zu sein (Jon 4,1-3).</div><div><br></div><div>An dieser Stelle wird uns die ganze Verdorbenheit des göttlichen Propheten bewusst. Dieser gläubige, zur Verkündigung berufene Mensch kann nicht anerkennen, dass Gottes Gnade und Barmherzigkeit auch den Ungläubigen gilt, wenn sie von ihren gottlosen Wegen umkehren. Er hält theologisch daran fest, dass die gottlosen Heiden und Feinde Israels nichts anderes als den Untergang verdient haben. Er klammert sich an sein Gottesbild und lässt sich durch kein Handeln Gottes davon abbringen.</div><div><br></div><div>Jona lässt sich außerhalb der Stadt nieder. Gott erbarmt sich des abtrünnigen Propheten und lässt eine Staude wachsen, die ihm Schatten spendet. Jona freut sich sehr über diese gütige Tat Gottes. Doch am nächsten Tag schon verdorrt die Staude durch ein Gewürm, das Gott kommen lässt. Und die Sonne sowie ein heißer Ostwind, den Gott ebenfalls aufkommen lässt, macht dem schutzlosen Jona das Leben unerträglich. Wieder einmal ist er sauer auf Gott und möchte am liebsten sterben (Jon 4,5-8).</div><div><br></div><div>Das nimmt Gott zum Anlass, Jona eine Frage zu stellen (Jon 4,10f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du bist betrübt wegen der Staude, um die du dich nicht mühtest und die du nicht aufzogst [...]. Und ich sollte nicht betrübt sein wegen der großen Stadt Ninive, in der mehr als 120.000 Menschen leben, die nicht zwischen rechts und links unterscheiden können, und außerdem zahlreiches Vieh?</span></i></span></div><div><br></div><div>Gottes Argument ist Folgendes: Jona, du bist betrübt über den Verlust dieser Staude, die du nicht gemacht hast, um die du dich nicht bemüht hast und zu der du im Grunde keine Beziehung hast. Es ist ja auch nur eine Staude. Zugleich wirfst du mir vor, dass ich betrübt wäre über den Verlust von 120.000 Menschen mit ihren Tieren, die ich geschaffen habe, um die ich mich bemüht habe und die ich liebe. Es sind verirrte Menschen, die in religiösen und ethischen Fragen nicht wissen, wo rechts und wo links ist. Das ist für dich, Jona, ein Grund, sie zu verachten. Für mich aber ist es ein Grund mehr, dass sie mir leid tun. Sollte ich mich da nicht über sie erbarmen?</div><div><br></div><div>So spricht Gott zu Jona, und mit dieser Frage endet das Buch Jona. Wie Jona auf die Frage reagiert, bleibt offen. Es ist eine Frage, die sich an uns alle richtet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Gottes Gnade ist immer gerecht</div><div><br></div><div>Das Buch Jona dreht sich um zwei Themen: Um die unbegreifliche Gnade Gottes und um die Reaktion des Propheten Jona auf sie. Beide Themen gehören zusammen. Denn jedes Handeln Gottes fragt danach, wie wir darauf reagieren.</div><div><br></div><div>Die Gottlosen aus Ninive werden gerettet. Jesus sagt später von ihnen, dass sie im Jüngsten Gericht die Generation Israels zur Zeit Jesu verurteilen werden. Denn die Einwohner Ninives sind auf die Verkündigung des Jona hin zu Gott umgekehrt. Jesu Zeitgenossen aber sind auf die Verkündigung Jesu hin nicht umgekehrt (Mt 12,41; Lk 11,32).</div><div><br></div><div>Größer kann kaum von der Gnade Gottes geredet werden: Sie ist zuerst für Israel da, aber das schließt die Heiden nicht aus (Mt 15,24-28). Wenn diejenigen, die andere Götter verehren und höchst grausam mit ihren Mitmenschen umgehen, von ihren gottlosen Wegen umkehren, dann werden sie im Jüngsten Gericht über die scheinbar Frommen und Gottesfürchtigen urteilen – über die, die ihre Gottlosigkeit gar nicht erkannt haben und deshalb auch nicht von ihren gottlosen Wegen umgekehrt sind. Der Richter im Jüngsten Gericht wird aber Jesus selbst sein, und er wird so richten, wie er schon zu Lebzeiten auf Erden auftrat: als ein Mensch, der allen, die an ihn glauben, aus welchen Völkern auch immer, gnädig begegnet (Apg 10,42f).</div><div><br></div><div>Die Frage an uns lautet: Wie gehen wir mit dieser unermesslichen Gnade Gottes um? Ziehen wir, wie Jona, Grenzen zwischen Menschen – Grenzen, die den einen den Zugang zum Himmel erlauben, ihn den anderen aber verschließen? Können wir uns der Gnadenbotschaft anschließen, deren Horizont weiter ist als unser eigener, oder hegen wir Zweifel daran, dass Gott es mit seiner großen Geduld, Gnade und Barmherzigkeit richtig macht? Glauben wir, dass Gottes Gnade gerecht ist, oder bezweifeln wir das und spielen Gottes Gerechtigkeit gegen seine Gnade aus?</div><div><br></div><div>Es gibt Christinnen und Christen, die ein festes Bild von Gott haben: Er ist den Gläubigen gnädig und wird die Ungläubigen in die Hölle verstoßen. Manchmal reden sie so von der Hölle, als mache es ihnen geradezu eine Freude, die Gottlosen und Bösen schon in der Hölle zu sehen. Es fehlt ihnen offensichtlich an Mitleid für sie.</div><div><br></div><div>Wir sollten stattdessen bedenken, dass die Grenze zwischen Glaube und Unglaube durch uns alle geht (Mk 9,24). Wir haben uns den Himmel nicht verdient, auch nicht durch unser kleines bisschen Glauben. Wir leben alle von der Gnade Gottes. Darum haben wir nicht das Recht, über andere zu richten, auch wenn sie uns noch so gottlos und heidnisch erscheinen (Mt 7,1; 1Kor 4,5). Es ist auch nicht unser Recht, die Angehörigen anderer Religionen pauschal zu verurteilen. Das sollten wir an der Jonageschichte lernen.</div><div><br></div><div>Es gibt auch einen frommen Zweifel an Gott. Das ist der Zweifel daran, ob Gottes Gnade denn mit seiner Gerechtigkeit zusammenpasst. Man ist dann schnell dabei, die Andersgläubigen und Atheisten schon in der Hölle zu sehen, und man redet dann auch so.</div><div><br></div><div>Doch was wissen wir von dem einzelnen Menschen, über den wir urteilen? Und was wissen wir von Gottes Geduld mit diesem Menschen? Gott ist "langsam zum Zorn" (Jon 4,2; 2Mo/Ex 34,6; Jo 2,13; Ps 86,15 und öfter) und kann seinen Unheilsbeschluss sehr wohl bereuen. Was wissen wir darüber, wie Gott letztlich über den einzelnen Menschen urteilen wird? Wer Gottes Richten vorwegnimmt, setzt sich an die Stelle Gottes und zweifelt damit sein gerechtes Gericht an.</div><div><br></div><div>Der gläubige Jona ist der Mensch, der sich Gott nach seinem Bild erschaffen hat. Er klebt an seinen Erwartungen Gott gegenüber und bezweifelt, dass Gott ganz anders sein könnte, als er es sich vorstellt. Er glaubt mehr an sein Bild von Gott als an Gott, wie er ist. Und dennoch lässt Gott ihn nicht fallen. Er stößt ihn in schwere Krisen, damit er sich von seinem Gottesbild verabschiedet.</div><div><br></div><div>Solche Krisen werden auch uns nicht erspart bleiben. Sie stoßen uns in Zweifel an unserem Gottesbild, damit wir ein falsches Gottesbild hinter uns lassen. Wir müssen uns immer wieder korrigieren, <span class="fs14lh1-5">oder besser gesagt: uns von Gott korrigieren lassen.</span><span class="fs14lh1-5"> Und wir können darauf vertrauen, dass Gott uns auf diesem Weg nicht fallen lässt.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Stuttgarter Erklärungsbibel, mit Einführungen und Erklärungen. Deutsche Bibelgesellschaft, 2. Aufl. Stuttgart 1992. Das erste Zitat auf S. 1113, das zweite auf S. 1116. Orthografisch angepasst. Die Kommentare auf den Seiten 1113-1116 habe ich zur Erklärung des Jonabuches verwendet.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 08 Mar 2024 17:40:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum Christen Verzicht üben können]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000023F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum Christen Verzicht üben können</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Plädoyer für eine schöpfungsschöne Welt</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 01/03/2024</span></div><div><br></div><div>Bei uns im Dorf ist gerade richtig was los: Es werden Glasfaserkabel verlegt. Gerade auch in unserer Straße. Gestern mussten wir unser Auto in Entfernung vom Wohnhaus parken. Überall fahren kleine Bagger mit gelbem Blinklicht durchs Dorf. Zeitweise ist es ordentlich laut und staubig. Am Straßenrand wird der Asphalt geschnitten, dann ein Kanal gegraben, das neue Kabel eingelegt, der Kanal wieder zugeschüttet und schließlich mit einem Stampfer verdichtet. Der Asphalt kommt offensichtlich später drauf.</div><div><br></div><div>Bei all den Arbeiten wird natürlich viel CO<span class="fs10lh1-5"><sub>2</sub></span> emittiert. Wenn ich mir vorstelle, dass in ganz Deutschland mit großem Aufwand Straßen aufgerissen und Kabel verlegt werden, wird mir ganz übel. Manchmal passiert das in derselben Straße sogar mehrmals. Denn wenn der erste Glasfaser-Anbieter seine Arbeit vollendet hat, kommen möglicherweise der zweite und dritte, um ihr eigenes Kabel an derselben Stelle zu verlegen, und die Straße wird erneut aufgerissen.</div><div><br></div><div>Ich frage mich, ob das wirklich sein muss. Ich sitze nicht selten am Internet und hatte nur selten Probleme mit der Geschwindigkeit. Und wenn es einmal der Fall ist, kann man doch wohl ein paar Sekunden warten, oder? Natürlich sollte dort, wo es noch kein schnelles Internet gibt, etwas dagegen getan werden. Aber Glasfaser überall? Um vielleicht am Ende ein paar Sekunden pro Woche zu sparen?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>"Der Gedanke, das Leben angesichts des sicher kommenden</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Todes auszukosten, ist ein allgemeinmenschlicher"</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"> </span><span class="fs12lh1-5 cf1"><b><i>(Otto Kaiser)</i></b></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Mir fiel dazu ein Bibelwort ein, das auf den ersten Blick gar nichts mit Glasfaser zu tun hat. In der christlichen Gemeinde von Korinth gab es Menschen, die die Auferstehung der Toten leugneten. Daraufhin schrieb der Apostel Paulus an die von ihm gegründete Gemeinde: Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, dann gilt Folgendes (1Kor 15,32):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir.</span></i></span></div><div><br></div><div>Bekannter und pointierter ist Martin Luthers Übersetzung:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.</span></i></span></div><div><br></div><div>Paulus will sagen: Wenn es stimmt, dass die Toten nicht auferstehen, dann muss man das Leben im Diesseits voll auskosten. Er zitiert dabei Jesaja 22,13. Dort steht dieser Satz in anderem Zusammenhang: Israel kehrt auch in unheilvoller Zeit nicht zum guten Weg Gottes zurück, indem es über sich selbst erschrickt, seine Schuld betrauert und die kommende Todesgefahr wahrnimmt, sondern im Gegenteil: Es gibt sich ausgelassenen Feiern und überschwänglicher Freude hin. Man kann das so kommentieren:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Der Gedanke, das Leben angesichts des sicher kommenden Todes auszukosten, ist ein allgemeinmenschlicher. So wird von [dem griechischen Dichter] Alkaios der Vers überliefert [...]:</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">"Nicht soll den Sinn man hängen an Not und Leid.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Was fruchtet es, ob du dich auch sorgst und härmst?</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Das beste Mittel, Freund, bleibt immer,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wein sich zu holen und froh zu zechen." *</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Um das drohende Unheil nicht wahrnehmen zu müssen, gibt man sich den Genüssen des Lebens umso intensiver hin. "Lasst uns heute noch das Leben in vollen Zügen genießen, denn morgen schon werden wir tot sein."</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Glaubenden sind befreit davon, schon in diesem Leben</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">verzweifelt eine Lebensfülle anzustreben, die sie hier niemals</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">erreichen werden</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Man könnte das für die heutige Zeit und unsere Situation angesichts des Klimawandels so übersetzen:</div><div><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 mb1"><i class="fs14lh1-5">"Lasst uns auf keine Freude verzichten, denn wenn wir tot sind, gibt es keine Freude mehr."</i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 mb1"><i class="fs14lh1-5">"Lasst uns durch die Welt jetten und durch Europa rasen, denn im engen Sarg können wir uns nicht mehr bewegen und nichts mehr erleben."</i><i class="fs14lh1-5"><br></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 mb1"><i class="fs14lh1-5">"Lasst uns ohne Ende produzieren und konsumieren, um die Fülle des Lebens zu genießen, denn nach dem Tod gibt es nur noch leblose Leere."</i><i class="fs14lh1-5"><br></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 mb1"><i class="fs14lh1-5">"Lasst uns alles dafür tun, dass unsere Wirtschaft in immer neue Höhen wächst, damit unser materieller Wohlstand erhalten bleibt, denn nach dem Tod zerfällt alle Materie."</i><i class="fs14lh1-5"><br></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 mb1"><i class="fs14lh1-5">"Lasst uns jede neue Technik nutzen, die unsere Möglichkeiten erweitert, denn wenn wir tot sind, haben wir gar keine Möglichkeiten mehr."</i><i class="fs14lh1-5"><br></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 mb1"><i class="fs14lh1-5">"Lasst uns nur edle Güter kaufen, um einen angesehenen Status unter den Lebenden zu haben, denn die Toten haben keinen Status."</i><i class="fs14lh1-5"><br></i></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="fs14lh1-5">"Lasst uns so oft wie möglich neue Kleidung und eine neue Brille kaufen, und lasst uns unser Outfit optimieren, um die Blicke der anderen auf uns zu ziehen. Denn wenn wir tot sind, wird keiner mehr uns sehen und an uns denken."</i></div><div><br></div><div>Der christliche Glaube hat allerdings in dieser Sache eine ganz andere Vorstellung. Die Toten sind für Gott weder aus den Augen noch aus dem Sinn. Weil er sie schon zu Lebzeiten liebevoll ansah (1Mo/Gen 16,13), wird er sie auch im Tod nicht einfach vergessen. Gott wird vielmehr die Toten sehen (2Kor 5,10), und die Toten werden Gott sehen (Offb 1,7). Mit dem Tod ist nicht alles aus, sondern beginnt für die Glaubenden die Fülle des Lebens und der Freude (Offb 21,1-5).</div><div><br></div><div>Darum sind die Glaubenden befreit davon, schon in diesem Leben verzweifelt eine Lebensfülle anzustreben, die sie hier niemals erreichen werden. Sie sind frei, sich einzuschränken, zurückzunehmen und nicht mehr alle ihre Wünsche ohne Rücksicht auf die zerstörerischen Folgen zu verwirklichen.</div><div><br></div><div>Natürlich kann man viele Gründe dafür finden, sich nicht einzuschränken:</div><div><br></div><div class="mb1"><i class="fs14lh1-5">"Nicht ich, sondern der Staat und die Politik sind für Umweltschutz verantwortlich."</i></div><div class="mb1"><i class="fs14lh1-5">"Wir können sowieso nichts erreichen, wenn die anderen nicht mitmachen."</i></div><div class="mb1"><i class="fs14lh1-5">"Der Klimawandel kommt sowieso, daran können wir nichts ändern."</i></div><div class="mb1"><i class="fs14lh1-5">"Ich lasse mir meinen Lebensstil nicht von Moralisten und Gutmenschen schlechtreden."</i></div><div><i class="fs14lh1-5">"Ich tue doch schon so viel für den Klimaschutz, dann kann ich mir auch mal etwas leisten."</i><br></div><div><br></div><div>Auch hier hat der christliche Glaube eine andere Sicht. Denn den guten Wegweisungen Gottes folgt man nicht mit halber Kraft, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>mit all seinen Möglichkeiten</b></span>, und zwar in Ehrfurcht vor dem Schöpfer und Eigentümer der Erde und in der Liebe zu ihm, aber auch <span class="fs14lh1-5"><b>im eigenen Interesse</b></span> (5Mo/Dtn 10,12-14):</div><div><br></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">Was fordert der H</span></span><span class="cf2"><span class="fs12lh1-5">ERR</span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">, dein Gott, von dir, als dass du den H</span></span><span class="cf2"><span class="fs12lh1-5">ERRN</span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">, deinen Gott fürchtest, indem du in allen seinen Wegen wandelst, ihn liebst und dem H</span></span><span class="cf2"><span class="fs12lh1-5">ERRN</span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">, deinem Gott, dienst </span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"><b>von ganzem Herzen und von ganzer Seele</b></span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">, indem du die Gebote und Satzungen des H</span></span><span class="cf2"><span class="fs12lh1-5">ERRN</span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"> [...] hältst, </span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"><b>auf dass es dir wohl ergehe</b></span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">? Siehe, dem H</span></span><span class="cf2"><span class="fs12lh1-5">ERRN</span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">, deinem Gott, gehört der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darauf ist.</span></span></i></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Der Kipppunkt, an dem immer mehr Güter und Erlebnisse</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">in immer weniger Glück umschlagen, scheint bereits überschritten</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Nun wird man schnell als Spielverderber und Spaßbremse betrachtet, wenn man dazu aufruft, sich einzuschränken. Doch ich denke, das Gegenteil ist der Fall: Wir täten das im eigenen Interesse. Wir hätten nicht weniger, sondern mehr Lebensfreude, wenn wir uns einschränken würden.</div><div><br></div><div>Es wäre weniger laut, weniger hektisch, die Nächte weniger hell. Wir hätten mehr Ruhe und weniger Herzinfarkte. Wir würden bessere Luft atmen. Wir wären gesünder und fröhlicher. Wir hätten weniger Angst voreinander und mehr Zeit füreinander. Unsere Städte hätten mehr schöne Orte statt Beton und Asphalt – Orte, an denen man sich gerne trifft. Wir müssten nicht ständig irgendwelchen neuen Gütern und Erlebnissen nachjagen und würden wieder lernen, uns der alltäglichen Dinge des Lebens zu freuen.</div><div><br></div><div>Wir würden dann auch wieder einmal zum klaren Nachthimmel blicken, weil dort Millionen von Sternen und die Milchstraße zu sehen sind. Vielleicht würde uns dann unsere Winzigkeit bewusst, und wir würden uns wieder mehr auf den Schöpfer des Weltalls besinnen, dem wir Winzlinge unendlich wichtig sind.</div><div><br></div><div>Wir würden das Wunder seiner Schöpfung und seiner Liebe begreifen und alles daran setzen, die Schönheit der Schöpfung zu bewahren. Und wir würden begreifen, dass Weniger durchaus Mehr sein kann.</div><div><br></div><div>Dass wir das vergessen haben, dafür ist Glasfaser nur ein Symptom. Der Kipppunkt, an dem immer mehr Güter und Erlebnisse in immer weniger Glück umschlagen, scheint bereits überschritten. Darum wären wir in einer schöpfungsschönen Welt glücklicher als in einer mit immer mehr fragwürdigen Erlebnissen und Gütern angefüllten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Otto Kaiser: Der Prophet Jesaja – Kapitel 13-39. Das Alte Testament Deutsch, Teilband 18. Vandenhoeck & Ruprecht. 2. Aufl. Göttingen 1976. S. 117. Das Alkaios-Zitat ist dort entnommen aus: Alkaios, griechisch und deutsch. Hg. von M. Treu. 2. Aufl. München 1963. S. 67.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Sandra auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 01 Mar 2024 08:15:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wie kann man mit Widersprüchen in der Bibel umgehen?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000023E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wie kann man mit Widersprüchen in der Bibel umgehen?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/02/2024</span></div><div><br></div><div>Für manche Menschen ist es eine Horrorvorstellung, dass die Bibel Widersprüche enthält. Ich kann das verstehen. Denn woran soll man sich dann noch halten, wenn man nicht mal der Bibel glauben kann!?</div><div><br></div><div>Aber das ist für mich nun gerade <span class="fs14lh1-5"><b>kein </b></span>Widerspruch: dass man der Bibel glaubt, auch wenn sie Widersprüche enthält. Ich finde es sogar wichtig, diese Widersprüche nicht zu verdrängen. Denn irgendwann holen sie uns doch ein, und dann kann es sein, dass der ganze Glaube ins Wanken gerät.</div><div><br></div><div>Aber wie soll man mit Widersprüchen in der Bibel umgehen? Um diese Frage geht es in diesem Beitrag. Und ich rede dabei nicht von bloßen Abschreibfehlern in den biblischen Originaltexten, die ja, als es noch keinen Buchdruck gab, mühsam Wort für Wort abgeschrieben wurden. Und ich rede auch nicht von Aussagen, die sich im Wortlaut unterscheiden, aber inhaltlich dasselbe sagen. Auch meine ich keine Aussagen, die sich zwar inhaltlich unterscheiden, aber keinen wesentlichen Unterschied in der Botschaft machen. Sondern ich rede von widersprüchlichen Aussagen über das Wesen Gottes.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Wenn Gott Finsternis und Unheil schafft, dann muss doch</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">auch ein finsterer und unheilvoller Wille in ihm sein</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Um einmal zwei Beispiele zu nennen: In 1Joh 1,5 lesen wir:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Das ist die Botschaft, die wir von ihm [Jesus Christus] gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und es ist keinerlei Finsternis in ihm.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ganz anders klingt dagegen Jes 45,7:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Der das Licht bildet und die Finsternis schafft, der Heil vollbringt und Unheil schafft, ich, der HERR, bin es, der all dies vollbringt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Widerspruch irritiert: Einerseits soll keine Finsternis in Gott sein, andererseits soll er aber selber Finsternis und Unheil schaffen. Wenn aber Gott Finsternis und Unheil schafft, dann muss doch auch ein finsterer und unheilvoller Wille in ihm sein.</div><div><br></div><div>Ein zweites Beispiel: Im Alten Testament ist mehrfach davon die Rede, dass Gott etwas, was er getan oder beschlossen hat, bereut. So steht in 1Mo/Gen 6,5-7, dass Gott es bereute, die Menschen erschaffen zu haben, als er ihre Bosheit sah:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Als Gott sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden, und dass alles Dichten und Trachten ihres Herzens die ganze Zeit nur böse war, da bereute Gott es, dass er den Menschen geschaffen hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn tief. Und Gott sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vom Erdboden vertilgen [...]; denn ich bereue, dass ich sie gemacht habe.</span></i></span></div><div><br></div><div>Abgesehen davon, dass Gott mit der dann folgenden Sintflut Finsternis und Unheil über die Welt bringt, widerspricht dieses Wort auch dem, was in 1Sam 15,29 über Gott gesagt wird:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Der Ruhm Israels [= Gott] lügt nicht und bereut nicht, denn er ist kein Mensch, dass er etwas bereuen müsste.</span></i></span></div><div><br></div><div>Und das, obwohl noch kurz zuvor im selben Kapitel Gott von sich selbst sagt (1Sam 15,11a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>Ich bereue, dass ich Saul zum König gemacht habe.</i></span></div><div><br></div><div>Diese Beispiele zeigen, dass es offensichtlich Widersprüche in der Bibel gibt, die das Wesen Gottes betreffen. Wie sollen wir nun mit solchen Widersprüchen umgehen?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Gott handelt je und je anders,</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">aber er wird dadurch kein anderer</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Zuerst sollte man sich klarmachen, dass sich Gott nicht in ein System pressen lässt. Ich meine damit, dass wir stets versuchen, ein einheitliches Bild von Gott zu entwerfen und alle Widersprüche aus diesem Bild auszuschließen. Wir möchten ein klares Bild von Gott haben. Widersprüche passen nicht zu dieser Klarheit.</div><div><br></div><div>Wir vergessen dabei, dass Gott unser Denken und Verstehen übersteigt (Phil 4,7). Er passt sich auch nicht fein säuberlich in unsere Logik ein. Deshalb müssen wir uns darüber klar sein, dass alle unsere Erkenntnisse über Gott sehr begrenzt sind (1Kor 13,9.12) – und uns eben deshalb manchmal auch widersprüchlich erscheinen.</div><div><br></div><div>Das bedeutet aber nicht, dass Gott selber in sich widersprüchlich ist. Die biblischen Aussagen und unsere Erkenntnisse über ihn mögen widersprüchlich sein, aber Gott selbst ist morgen kein anderer als heute und gestern (Hebr 13,8). Auch dann nicht, wenn er morgen anders handelt als heute und gestern. Er handelt je und je anders, aber er wird dadurch kein anderer. Er bleibt sich selbst treu, gerade indem er in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich und für uns überraschend handelt.</div><div><br></div><div>Man könnte auch sagen: Gott ist lebendig und darum vielschichtig. Er hat viele unterschiedliche Seiten. Unser eindimensionales Denken möchte gern einen eindimensionalen Gott aus ihm machen. Aber ein eindimensionaler Gott wäre kein lebendiger Gott, sondern so etwas wie ein fixierbarer und definierbarer Götze aus Holz oder Stein.</div><div><br></div><div>Weil Gott kein solcher Götze ist, müssen wir nicht resigniert bei den widersprüchlichen Aussagen über ihn stehenbleiben. "Wir können Gott sowieso nicht verstehen" wäre solch ein resigniertes Stehenbleiben. Ebenso der Satz "Jedes Nachdenken über Gott ist zwangsläufig unlogisch". Wir sollten vielmehr damit rechnen, dass gerade die widersprüchlichen biblischen Aussagen über Gott uns etwas über ihn lehren können.</div><div><br></div><div>Und wir sollten versuchen, die widersprüchlichen Aussagen nicht zu harmonisieren, aber doch miteinander zu vermitteln. Also zu fragen: Welche Spannung im Gottesbegriff drücken diese widersprüchlichen Aussagen aus? Und unter welchem Gesichtspunkt sagen sie etwas Sinnvolles über Gott aus?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading2"><span class="cf1"><i>Nicht nur im Heil, im Hellen und Schönen</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">dieser Welt begegnet mir Gott, sondern auch</span></div><div class="imHeading2"><span class="cf1">im Unheil, im Dunklen und Schweren</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die widersprüchlichen Aussagen über Licht und Finsternis Gottes sagen mir zum Beispiel Folgendes: Nicht nur im Heil, im Hellen und Schönen dieser Welt begegnet mir Gott, sondern auch im Unheil, im Dunklen und Schweren. Auch wenn alles in mir und um mich herum finster zu sein scheint, bin ich nicht in der Hand böser Mächte oder eines anonymen Schicksals, sondern in der Hand des Gottes, dessen Licht auch in der Finsternis leuchtet und der in seiner unauslöschlichen Liebe stärker ist als alles Finstere (Ps 139,11f).</div><div><br></div><div>Und in Bezug auf Gottes Reue möchte ich sagen: Dass Gott etwas bereut, ist sicher eine sehr menschliche Redeweise. Aber die Bibel scheut sich nicht, von Gott auf unsere menschliche Weise zu reden. <span class="fs14lh1-5">Vom Menschen unterscheidet sich Gott aber dadurch: Er</span><span class="fs14lh1-5"> bleibt sich treu, auch wenn er etwas bereut. Und er bleibt uns treu, auch wenn er so ganz anders handelt, als wir es von ihm erwartet haben. Wie sehr sich Gott auch zu wandeln scheint: Seine Gnade bleibt bestehen – und sie ist tausendmal stärker als sein Gericht über uns (2Mo/Ex 34,6f).</span><br></div><div><br></div><div>Ein Gott, von dem man nur logisch passgenaue Aussagen machen könnte, erscheint mir wie ein von uns konstruierter Götze. Seine Lebendigkeit und Größe wird mir erst angesichts seiner spannungsvollen Vielschichtigkeit bewusst.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Vertiefend zum Verhältnis von Licht und Finsternis in der Bibel empfehle ich dir <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?licht-und-finsternis-in-der-bibel-"/>diesen Artikel</a>.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: John Hain auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 22 Feb 2024 11:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ist Gott ein strafender Gott?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000023D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ist Gott ein strafender Gott?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/02/2024</span></div><div><br></div><div>"Der liebe Gott sieht alles!" Dieses bedrohliche Wort haben manche in ihrer Kindheit nicht nur einmal gehört. Es galt als Erziehungsmaßnahme und wollte sagen: "Tu nichts Böses, denn Gott sieht alles und bestraft es!" Damit wurde ein Angst machendes und bedrohliches Gottesbild weitergegeben.</div><div><br></div><div>Der Gedanke, dass Gott böse Menschen für ihre Taten bestraft, ist in der christlichen Tradition tief verwurzelt. Dem steht gegenüber, dass zumindest im Neuen Testament von einem strafenden Gott erstaunlich selten die Rede ist. Und im Hebräisch des Alten Testaments gibt es verschiedene Wörter, die in unseren Übersetzungen mit "Strafe" übersetzt sind, aber auch ganz andere Bedeutungen haben können.</div><div><br></div><div><div>Es lohnt also, sich einmal mit der Frage zu beschäftigen, was die biblischen Schriften wirklich über den strafenden Gott sagen. Das kann hier nur exemplarisch an einigen wenigen Bibelstellen geschehen; denn ein biblisches Gesamtbild würde ein ganzes Buch füllen. Aber auch einige exemplarische Stellen können zeigen, dass die biblischen Aussagen <span class="fs14lh1-5">nicht so eindeutig sind, wie wir denken.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Gott weist uns zurecht, um uns den rechten Weg zu weisen</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Blicken wir zuerst auf zwei Stellen aus dem Alten Testament. </span>In Psalm 6 drückt ein Mensch eine Notsituation aus, in der er mit Übeltätern und Feinden (Vers 11) zu kämpfen hat, ja sogar mit dem Tode bedroht wird (Vers 5f). Er fleht Gott um Errettung an und wird am Ende des Psalms gewiss, dass Gott ihn erhört hat (Verse 9b-11). Der Vers 2 dieses Psalms wird in fast allen Übersetzungen, die sich um eine wörtliche Übersetzung bemühen, so wiedergegeben:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">H</span></span><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">ERR</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, strafe mich nicht in deinem Zorn</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und züchtige mich nicht in deinem Grimm.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Vers ist so aufgebaut, dass beide Glieder parallel zueinander stehen (sog. <span class="fs14lh1-5"><i>parallelismus membrorum</i></span>). Das ist eine übliche poetische Figur alttestamentlicher Dichtung. In diesem Fall sagen beide Glieder mit unterschiedlichen Worten dasselbe oder Ähnliches aus.</div><div><br></div><div>Das hebräische Verb, das hier mit "strafen" übersetzt ist, kann laut Lexikon verschiedene Bedeutungen annehmen: "entscheiden, richten, Recht sprechen, Recht schaffen, zurechtweisen, zur Rechenschaft ziehen, züchtigen, strafen."</div><div><br></div><div>Das Verb, das mit "züchtigen" übersetzt wird, hat folgende Bedeutungsgehalte: "züchtigen, zurechtweisen (auch im Sinne von ermahnen), belehren."</div><div><br></div><div>Wer den Text übersetzt, muss also zwischen den verschiedenen Bedeutungsgehalten auswählen. Im ersten Teil des Verses muss man nicht mit "strafen" übersetzen, sondern könnte das Verb zum Beispiel auch mit "richten" wiedergeben. Im zweiten Teil des Verses könnte man statt "züchtigen" die Bedeutung "zurechtweisen/ermahnen" wählen. Der Vers würde dann so lauten:</div><div><br></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 cf1">H</span><span class="fs12lh1-5 cf1">ERR</span><span class="fs14lh1-5 cf1">,</span></i><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> richte mich nicht in deinem Zorn</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und weise mich nicht zurecht in deinem Grimm.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Die zweite Übersetzung ergibt einen deutlich anderen Sinn als die erste. Sie geht davon aus, dass Gott über das Schicksal des in Not geratenen Menschen entscheidet. Er ist sozusagen der Richter, der uns für unsere Verfehlungen belangen kann.</span><br></div><div><br></div><div>In der konkreten Situation des Psalmbeters könnte das heißen: Wie es oft in unserem Leben ist, ist er nicht ganz unschuldig an dem Konflikt, in dem er steht. Er hat seinen Beitrag zur Eskalation des Konflikts geleistet. Nun schlägt das auf ihn selbst zurück: Seine Feinde bedrohen sein Leben. Er fleht Gott an, dass er ihn nicht für seine Mitschuld belangen möge, dass ihm diese Zurechtweisung erspart bleibe.</div><div><br></div><div>Diese Deutung entspricht dem alttestamentlichen Tat-Folge-Zusammenhang, wonach eine böse Tat auf den Täter zurückschlägt und ihn selbst in Bedrängnis bringt. Das geschieht nicht automatisch, sondern nur dann, wenn Gott dieses Zurückschlagen zulässt.</div><div><br></div><div>Aber könnte man nicht genauso gut vom Strafen Gottes sprechen statt von seinem Richten? Je nachdem, was man unter Strafe versteht. <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Strafe" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span> definiert Strafe so: "Die Strafe ist eine Sanktion gegenüber einem bestimmten Verhalten, das im Regelfall vom Erzieher, Staat oder Vorgesetzten als Unrecht bzw. als [...] unangemessen qualifiziert wird." Und was ist eine Sanktion? Wieder <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sanktion" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>: "Als Sanktion wird [...] ein Zwangsmittel bezeichnet, durch das rechtsnormwidriges oder verhaltensnormwidriges Handeln dem so Handelnden Nachteile bringen soll, um ihn zur Einhaltung dieser Normen zu bewegen."</div><div><br></div><div>Überträgt man das auf Gott, dann wäre sein Richten ein Mittel, das dazu dient, die Einhaltung seiner Gebote zu erzwingen. Das finde ich schwierig. Es geht bei Gottes Richten nicht um ein Zwangsmittel, sondern um Gottes Ruf zu einem guten Verhalten. Vielleicht um die letzte Möglichkeit, uns auf einen guten Weg zurückzuführen. Gott schlägt uns nicht, um unsere Gebotserfüllung zu erzwingen, so wie die sogenannte "schwarze Pädagogik" das Ziel hatte, mit Schlägen den Willen des Kindes zu brechen. So verstehe ich Gottes Handeln nicht. Ich verstehe Gott vielmehr als einen, der um uns wirbt; der uns bittet, aus seiner Liebe und selber liebend zu leben, so wie Paulus schrieb: "Wir bitten anstelle von Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!" (2Kor 5,20b)</div><div><br></div><div>Mit einem strafenden Gott werden viele falsche Vorstellungen verbunden: Ein Gott, der uns Schmerzen zufügt, weil wir ungehorsam waren, gegen sein Gesetz verstoßen oder gar seine Autorität untergraben haben. Ein Gott, der Genugtuung fordert und uns deshalb bestraft.</div><div><br></div><div>Diese Gottesvorstellungen finde ich schwierig. Die Bibel spricht nicht von einem in Zorn geratenen Gott, der wütend oder auch nur gekränkt eine Strafe über die Menschen verhängt. Solch eine Strafe und Züchtigung verbinden wir oft mit einem in Zorn geratenen Vater, der sein Kind mit Schlägen züchtigt. Dieses elterliche Verhalten ist dem Alten Testament wie überhaupt dem alten Orient nicht fremd (z.B. Spr 13,24; 22,15). Es darf aber nicht einfach auf Gott übertragen werden.</div><div><br></div><div>Gott ist kein Vater, der in seiner Autorität gekränkt ist und uns straft, weil das göttliche Gesetz das so fordert; denn jede Übeltat muss eben bestraft werden. Ein solches göttliches Gesetz gibt es nicht. Gott will uns vielmehr durch sein richterliches, Recht schaffendes Handeln auf den rechten Weg zurückbringen. Er ist ein barmherziger Richter, der es gut mit uns meint. Auch unser deutsches Wort "zurechtweisen" meint ja nicht, dass jemand einen anderen mit Wutanfällen oder Schlägen bedroht, sondern dass er zum rechten Handeln und insofern auf einen guten Weg gewiesen wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Gott straft uns nicht, sondern macht uns Schuld und deren Folgen bewusst</div><div><br></div><div>Als zweites Beispiel aus dem Alten Testament schauen wir uns 2. Mose bzw. Exodus 34 Vers 7b an, der meist so übersetzt wird:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">[...] aber ungestraft lässt er [Gott] niemanden, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich gehe jetzt nicht auf den Beginn des Satzes ein (Vers 7a), der das unermessliche Übergewicht der Gnade und Vergebung Gottes gegenüber seiner Heimsuchung unserer Übeltaten beschreibt. Mir geht es jetzt wieder nur um die Bedeutung der Verben in diesem Vers 7b.</div><div><br></div><div>Das mit "ungestraft lassen" übersetzte Verb heißt in seiner Grundbedeutung "folgenlos sein lassen". Daraus ergeben sich laut Lexikon die Übersetzungsmöglichkeiten "für unschuldig erklären, lossprechen, ungestraft lassen". Das zweite Verb "heimsuchen" kann positiv bedeuten "nach dem Rechten sehen, beobachten, sich jemandes annehmen, jemanden besuchen" und negativ "kontrollieren, heimsuchen, Rechenschaft einfordern". Man kann also auch übersetzen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">[...] aber er [Gott] erklärt gewiss niemanden für unschuldig (und lässt ihn folgenlos davonkommen), sondern beobachtet die Missetat der Väter an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied.</span></i></span></div><div><br></div><div>Hält man beide Übersetzungen nebeneinander, so ist in der zweiten nicht mehr von einem Gott die Rede, der jede Schuld bestraft und sie an den Nachfahren der Übeltäter heimsucht, sondern von einem Gott, der die Schuld und den Übeltäter benennt und die Folgen seiner Taten gemäß dem Tat-Folge-Zusammenhang auch an den Nachfahren des Übeltäters beobachtet – und zwar nicht distanziert, sondern Anteil nehmend beobachtet und beachtet. Das entspricht unserer Erfahrung, dass wir manchmal erschüttert beobachten müssen, dass die Folgen von Übeltaten über Generationen hinweg nachwirken und von den kommenden Generationen getragen werden müssen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Das Bild von Gott, das hier gezeichnet wird, ist nicht das eines Gottes, der die Kinder für die Schuld ihrer Väter bestraft. Hier wird vielmehr von einem Gott gesprochen, der Schuld tausendfach vergibt (Vers 7a), aber sie dennoch benennt und verurteilt, damit sie vom Übeltäter nicht wiederholt und fortgesetzt wird. Und weil Schuld immer leidvolle Folgen mit sich bringt, werden von ihr mitunter sogar die kommenden Generationen heimgesucht – woran Gott mitleidend Anteil nimmt. Das sollte uns besonders sensibel für die Folgen unserer Taten machen.</span><br></div><div><br></div><div>Wir müssen an dieser Stelle verstehen, dass eine Schuld nach biblischem Verständnis nicht einfach eine böse Tat ist, sondern zugleich die Folgen dieser Tat zur Tat dazugehören. Eine böse Tat ist nicht mit dem Ende der Tat abgeschlossen, sondern setzt sich fort in den bösen Folgen, die sie mit sich bringt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Gott unterweist uns durch Krisen und schwere Zeiten</div><div><br></div><div>Im Neuen Testament werfen wir einen Blick auf Hebräer 12,5-7. Die Elberfelder Übersetzung, die als besonders wortgetreu gilt, lautet:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span><span class="fs14lh1-5">Ihr habt die Ermahnung (wörtl. Ermunterung) vergessen, die zu euch als zu Söhnen spricht: "Mein Sohn, schätze nicht gering des Herrn Züchtigung, und ermatte nicht, wenn du von ihm gestraft (wörtl. zurechtgewiesen) wirst! </span><span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span><span class="fs14lh1-5">Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt (wörtl. geißelt) aber jeden Sohn, den er aufnimmt." </span><span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span><span class="fs14lh1-5">Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung: Gott behandelt euch als Söhne. Denn ist der ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt</span></span></i><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">?</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Wort in Vers 5, das hier mit "Züchtigung" wiedergegeben ist, heißt laut Lexikon in seiner Grundbedeutung "Erziehung, Unterweisung". Das Verb "strafen" in Vers 5 bedeutet laut Lexikon vor allem "ans Licht bringen, jemanden einer Sache überführen, jemanden tadeln, zurechtweisen". Das "züchtigen" in Vers 6 bedeutet wieder "erziehen, unterweisen". Das "schlagen" in demselben Vers bedeutet "peitschen, auspeitschen, strafen, züchtigen, misshandeln". Hier ist offenbar das Handeln Gottes mit dem eines Vaters parallelisiert, der sein Kind erzieht – es handelt sich nämlich um ein Zitat aus Spr 3,11f. Dementsprechend steht in Vers 7 wieder "Erziehung/Unterweisung" und am Schluss "erziehen/unterweisen".</div><div><br></div><div>Es wird hier also das erzieherische Handeln eines Vaters als Beispiel für das Handeln Gottes benutzt. Mit einer "Strafe" im juristischen Sinn, bei der auf ein Vergehen notwendig eine Strafe folgen muss, weil das Gesetz es so erfordert, hat das nichts zu tun. Und auch eine Strafe, bei der ein Gott durch unseren Ungehorsam seine Autorität untergraben sieht und uns deshalb bestraft, ist nicht gemeint. Es geht vielmehr um eine "Zurechtweisung" Gottes, durch den der Mensch einer bösen Tat "überführt" wird mit dem Ziel, dass er das Böse in Zukunft unterlässt.</div><div><br></div><div>Wichtig ist deshalb, dass Gottes Handeln nicht einfach darin besteht, uns sinnlos oder als notwendige Folge unserer bösen Tat Schmerzen zuzufügen, sondern dass Gott uns auf einen rechten Weg weisen will und in diesem Sinne uns zurechtweisen. Weil das aus Liebe geschehen soll (Vers 6), kann damit nicht ein Peitschen oder gar Misshandeln gemeint sein. Die körperliche Züchtigung in der Erziehung war zwar damals üblich. Das aber auf Gott zu übertragen, wäre überzogen. Es ist nicht gemeint, dass Gott uns körperliche Schmerzen zufügt, um uns zu maßregeln.</div><div><br></div><div>Wir wissen heute, dass es sinnvoll ist, wenn Erziehungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Tat stehen, die in Zukunft nicht mehr verübt werden soll. Wenn ein Kind zum Beispiel sein Geschwisterkind ärgert, soll es nicht dafür geschlagen werden, sondern vom Geschwisterkind getrennt werden, so dass das Ärgern nicht mehr möglich ist. Das Kind spürt dann die Folgen seiner eigenen Tat, nämlich die Isolation. Es muss jetzt für gewisse Zeit alleine spielen.</div><div><br></div><div>So kann es sein, dass Gott einen Menschen die Folgen seiner Tat spüren lässt. Gerade so kann der Mensch lernen, sich in Zukunft anders zu verhalten. Hier spielt wieder der Tat-Folge-Zusammenhang eine Rolle: Wenn ich Böses tue, muss ich selber an den Folgen der Tat leiden. Gerade dies gibt mir zu denken und bewirkt eine Veränderung meines Verhaltens.</div><div><br></div><div>Eine alternative Übersetzung des Textes könnte dann so lauten:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs11lh1-5"><sup>5</sup></span><span class="fs14lh1-5">Ihr habt die Ermunterung vergessen, die zu euch als Kindern spricht: "Mein Kind, schätze die Unterweisung Gottes nicht gering, und werde nicht schwach, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst! </span><span class="fs11lh1-5"><sup>6</sup></span><span class="fs14lh1-5">Denn wen der Herr liebt, den unterweist er; er geißelt aber [natürlich nicht körperlich, sondern im übertragenen Sinn] jedes Kind, das er annimmt." </span><span class="fs11lh1-5"><sup>7</sup></span><span class="fs14lh1-5">Im Blick auf die Unterweisung haltet aus! Gott begegnet euch als [seinen] Kindern! Denn welches Kind unterweist sein Vater nicht?</span></span></i></div><div><br></div><div>So verstanden ist der Text eine tröstliche Ermutigung und Ermunterung (Vers 5!), schwere Zeiten durchzustehen. Jeder ernsthafte Glaube kennt Anfechtungen, die ihm das Glauben schwer machen. Gerade solche Anfechtungen können aber den Glauben stärken und wachsen lassen.</div><div><br></div><div>Wichtig ist sich klarzumachen, dass nicht jedes Leid eine Erziehungsmaßnahme Gottes ist. Es gibt viel Leid, das nicht gottgewollt ist. Darum sollte niemand vom Leid eines anderen vorschnell behaupten, es sei eine Zurechtweisung Gottes, die er willig zu ertragen hätte. Dass in einer schweren Zeit Gott an einem Menschen arbeitet, kann nur dieser Mensch selber erkennen, und zwar oft erst im Nachhinein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Gott kann uns den leidvollen Folgen unserer Taten aussetzen</div><div><br></div><div>Dass Gott uns unseren eigenen unheilvollen Taten ausliefern kann, ist biblisches Allgemeingut. So heißt es schon Spr 1,30f:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Meinen Rat haben sie nicht gewollt, jede Ermahnung von mir haben sie verschmäht, darum müssen sie essen von der Frucht ihres Weges und satt werden von ihren Plänen. Denn ihre Untreue bringt die Einfältigen um, und die Dummen richtet ihre Sorglosigkeit zugrunde. Wer aber auf mich hört, wohnt sicher und hat Ruhe vor dem Schrecken des Unheils.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Text spricht über Menschen, die nicht nach Gottes Wegen gefragt und jeden Fingerzeig, jede Ermahnung von ihm ignoriert haben. Gott hat also versucht, sie vor dem Unheil zu bewahren. Sie wollten ihm aber in ihrer Untreue und dummen Sorglosigkeit nicht folgen. Nun müssen sie die Suppe auslöffeln, die sie sich selbst eingebrockt haben. Das Unheil besteht in ihren eigenen Taten, die nun auf sie zurückschlagen.</div><div><br></div><div>Paulus drückte es dann später kurz und prägnant so aus (Gal 6,7b):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Was der Mensch sät, das wird er auch ernten.</span></i></span></div><div><br></div><div>An anderer Stelle sagt Paulus einmal, dass Gott die törichten und unverständigen Menschen an die "Unreinheit", an das Unheil "dahingegeben" hat, das sich "im Verlangen ihrer Herzen" und in ihren Taten breit gemacht hat (Röm 1,22-25). Gott tut das nicht, um uns unseren Ungehorsam heimzuzahlen, sondern um uns einen Spiegel vorzuhalten. Dadurch können wir erkennen, was wir in Zukunft anders machen sollten, um Unheil und Leid zu vermeiden. Denn Gott will, dass alle Menschen die Wahrheit erkennen (1Tim 2,4).</div><div><br></div><div>All das lässt den Schluss zu: Nicht Gottes Strafen stürzen uns ins Unheil, sondern unser eigenes Handeln. Darum sollten wir nicht vor Gott Angst haben, sondern vor uns selbst.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Gottes Gerichte und sein Zorn: gnädige Wegweisungen</div><div><br></div><div><div>Zum Schluss möchte ich noch einen Blick auf Gottes Zorn und sein auf Erden richtendes Handeln an den Menschen werfen. Und ich tue dies im Anschluss an einige spannende und höchst aktuelle Einsichten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Christenheit gemacht wurden<span class="fs14lh1-5">.</span></div><div><br></div><div>Gottes Zorn und Gericht <span class="fs14lh1-5">– sein </span><span class="fs14lh1-5">warnendes, wegweisendes und uns unserer Verfehlungen überführendes Handeln </span><span class="fs14lh1-5">– </span><span class="fs14lh1-5">hat ja nicht nur persönliche Dimensionen, sondern auch weltweite. Denn die Welt und ihre Geschichte ist Gott nicht gleichgültig. Immerhin kam er, als er in Jesus Christus in die Welt kam, in sein Eigentum (Joh 1,11).</span><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div><div><br></div><div>Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Christinnen und Christen klar, dass sie schon vor dem Beginn des Krieges die wegweisenden und warnenden Zeichen Gottes übersehen hatten. So bekannte die erste Synode der Bekennenden Kirche von Berlin im Juli 1945:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gottes Zorn war über uns. "Gottes Güte ist es, dass wir nicht gar aus sind" [Klgl 3,22a]. Wer noch lebt, weiß dafür keinen anderen Grund. Die Gottes Wort kannten, haben seinen Zorn gefürchtet und kommen sehen und haben schwer daran getragen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Längst ehe Gott im Zorn sprach, haben wir das Wort seiner Liebe überhört. Längst ehe die Kirchen in Schutt sanken, waren Kanzeln entweiht und Gebete verstummt. Hirten ließen die Herde verschmachten, Gemeinden ließen ihre Pfarrer allein. –</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Längst ehe die Scheinordnung des Reiches zerbrach, war das Recht verfälscht. Längst ehe man Menschen mordete, waren Menschen gottverloren und daher nichtig geworden. Wessen Leben nichtig ist, dem fällt es nicht schwer, zu vernichten. Wer die Liebe verachtet, kämpft nicht um das Recht.</span><span class="fs11lh1-5"><sup>1</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Man konnte nach den grauenvollen Erfahrungen des Krieges anscheinend offen von Gottes Zorn sprechen – und zugleich von seiner Güte. Und man wusste darum, dass diejenigen, die Gottes Wort kannten, den Zorn Gottes an den Ereignissen der Weltgeschichte haben kommen sehen.</div><div><br></div><div>Zugleich bekannte die Synode das eigene Versagen: Gottes Wort der Liebe war überhört worden, so dass Gott schließlich im Zorn zu sprechen begann. Kanzeln waren missbraucht und Gebete eingestellt worden, so dass schließlich die Kirchen in Schutt und Asche versanken. Pfarrer hatten versagt, so dass Gottes warnendes Wort nicht durchdringen konnte. Wo das Wort Gottes nicht durchdringt, wird das Leben nichtig, bedeutungslos. Wo das Leben nichtig ist, ist das Vernichten nicht weit.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Und heute? Werden wir das Wort der Liebe Gottes noch hören und um Gottes Gnade bitten, auf dass er nicht im Zorn zu uns spreche? Noch beten wir um den Frieden und um die Bewahrung seiner Schöpfung. Aber handeln wir auch danach? Es ist vielleicht entscheidend, dass das warnende und uns überführende Wort Gottes verkündigt wird. Damit deutlich wird, dass das von Gott geschenkte Leben heilig ist. Denn nur was uns heilig ist, bleibt von unserem Vernichten verschont.</span><br></div><div><br></div><div>Beeindruckend ist auch das, was der Schweizer Karl Barth 1945 in einem Offenen Brief an die reformierten Gemeinden in Basel schrieb:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Wir können den Ausbruch und das Ende dieses Krieges weder als blindes Schicksal und Naturgeschehen, noch als bloßes Menschenwerk verstehen. In diesen Ereignissen hat Gott geurteilt und gerichtet über bestimmte menschliche Fehlentwicklungen. Aber eben an diesen Fehlentwicklungen hatten und haben auch wir Anteil. Die Willkür des Menschen, in der er zum Sklaven seiner eigenen Macht wird, in der er das Recht und die Würde der Schwachen mit Füßen tritt, in der er den Namen und das Wort Gottes missachtet und lästert und in der er sich schließlich vor seiner eigenen Schuld verbirgt, indem er den Juden verklagt, das alles war und ist nicht nur die deutsche, sondern auch die schweizerische Sünde, obwohl sie diesmal bei uns so krass nicht offenbar wurde.</span><span class="fs11lh1-5"><sup>2</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Der Krieg war nach Barth nicht einfach Menschenwerk, sondern zugleich auch ein Geschehen, in dem Gott über das Menschenwerk geurteilt und gerichtet hat. Aber wie passt beides zusammen? So, dass Gott die Menschen an ihr eigenes Werk ausgeliefert und gerade dadurch zu ihnen gesprochen hat: "Seht, was eure Taten anrichten!"</div><div><br></div><div>Gott hat also die Menschheit nicht gestraft, indem er ihr einen Krieg "schickte", sondern er hat die Menschheit an den von Deutschland angezettelten Krieg hingegeben und dadurch "bestimmte menschliche Fehlentwicklungen" offengelegt. Er hat das sicher nicht willkürlich getan, sondern um die Menschheit zur Einsicht zu bewegen, auf dass der Mensch nicht erneut "zum Sklaven seiner eigenen Macht" werde. Denn die Folgen waren furchtbar: die Verletzung jeder Menschenwürde, die Gotteslästerung und die grausame Übertragung eigener Schuld auf die Juden, die als "Sündenbock" herhalten mussten.</div><div><br></div><div>Nach dem Krieg, unter dem unmittelbaren Eindruck seiner Furchtbarkeit, war diese Einsicht in die eigene Schuld noch vorhanden. Heute sucht man die Schuld längst wieder bei den anderen. Das ist immer höchst gefährlich, weil es eigene Verhaltensänderungen ausschließt. Müsste die Christenheit, müssten die Kirchen nicht auch heute auf die eigene politische Mitschuld verweisen, um zu einer Entspannung der Weltlage beizutragen? Müssten sie das nicht dringend tun, damit wir nicht wieder zum Sklaven unserer eigenen Macht werden und das Gericht Gottes hervorrufen?</div><div><br></div><div>Ich schließe mit zwei Texten Dietrich Bonhoeffers, die vermitteln, was Gottes Gericht und Zorn bedeuten. Bonhoeffer erlebte im Gefängnis der Nazis Bombenangriffe und schrieb darüber:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn die Bomben so um das Haus herum einschlagen, kann ich gar nicht anders, als an Gott, an sein Gericht, an den "ausgereckten Arm" seines Zorns (Jes. 5,25 und 9,11-10,4), an meine mangelnde Bereitschaft zu denken; [...] es ist eben doch so, dass die Not kommen muss, um uns aufzurütteln und ins Gebet zu treiben, und ich empfinde das jedes Mal als beschämend, und es ist es auch.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Dass wir die grauenhaftesten Dinge des Krieges jetzt so intensiv erleben müssen, ist, wenn wir sie überleben, für später wohl die notwendige Erfahrungsgrundlage dafür, dass nur auf dem Boden des Christentums ein Wiederaufbau des Lebens der Völker im Innern und Äußern möglich ist. Darum müssen wir das, was wir erleben, wirklich in uns bewahren, verarbeiten, fruchtbar werden lassen und es nicht von uns abschütteln. Noch nie haben wir den zornigen Gott so handgreiflich zu spüren bekommen, und auch das ist Gnade. "Heute, so ihr seine Stimme hört, verstocket eure Herzen nicht." Die Aufgaben, denen wir entgegengehen, sind ungeheuer; für sie sollen wir jetzt vorbereitet und reif gemacht werden...</span><span class="fs11lh1-5"><sup>3</sup></span></span></i></div><div><br></div><div>Was will nach Bonhoeffer Gottes Zorn? Uns aufrütteln und ins Gebet treiben. Uns Erfahrungen vermitteln, die wir bewahren und fruchtbar werden lassen, um unsere Aufgaben in dieser Welt zu erfüllen. Darum ist Gottes Zorn eine Gnade.</div><div><br></div><div>Müssen wir heute einen solchen Zorn Gottes fürchten? Ich denke: noch nicht. Noch geschieht viel Gutes, noch wird für den Frieden gebetet, noch gibt es zwar viel Kriegsbereitschaft, aber auch Kriegsskepsis und keine Kriegsbegeisterung. Die heutige Situation ist eine andere als die der Naziherrschaft in Deutschland.<span class="fs14lh1-5"> Aber es gibt Entwicklungen, die zu denken geben, und die Kirchen sollten Gottes Wort mit seinen Warnungen nicht überhören, sondern rechtzeitig und deutlich vor Fehlentwicklungen warnen.</span></div><div><br></div><div>Denn wir sollten uns bewusst machen: Nicht Gott ist die Gefahr – wir selbst sind es. Wir strafen uns selbst, wenn wir so weitermachen wie bisher. Diese Einsicht würde viel verändern. Ich sorge mich um die weitere Entwicklung: nicht um das gnädige Handeln Gottes, aber um die Folgen unseres Tuns. Ich hoffe, dass die Menschheit zur Einsicht kommt und vielen Menschen bewusst wird, was jetzt der Wille Gottes ist. So wie Karl Barth 1945 über die Deutschen schrieb:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Ist es nicht, als ob alle Engel des Himmels den Atem anhielten in Erwartung dessen, was jetzt – jetzt, wo es mit allem deutschen Reichtum, Ruhm und Stolz zu Ende ist – unter den Deutschen geschehen könnte, geschehen müsste?</span><span class="fs11lh1-5"> <sup>4</sup></span></span></i></div><div><br></div><div><div>Es könnte sein, dass die Engel des Himmels auch heute wieder den Atem anhalten – heute, da Reichtum, Ruhm und Stolz wieder zu Fehlentwicklungen führen und gerade deshalb unter uns etwas geschehen müsste. Die Engel warten auf unsere Antwort.</div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>1</sup> Zitiert nach Dietrich/Link: Die dunklen Seiten Gottes, S. 178. Dort zitiert nach Spandauer Synode (29. bis 31. Juli 1945), hg. im Auftrag des Bruderrates der Bekennenden Kirche von Berlin im Christlichen Zeitschriftenverlag Berlin 1945, S. 7. Orthographisch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>2</sup> Zitiert nach Dietrich/Link: Die dunklen Seiten Gottes, S. 178f. Dort zitiert nach Karl Barth: Offene Briefe 1945-1968, hg. von D. Koch, GA V.15, Zürich 1984, S. 45f. Orthographisch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>3</sup> Die letzten beiden Zitate aus Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, S. 223 und 164f. &nbsp;Orthographisch angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><sup>4</sup> Zitiert nach Dietrich/Link: Die dunklen Seiten Gottes, S. 180f. Dort zitiert nach Karl Barth: Offene Briefe 1945-1968, hg. von D. Koch, GA V.15, Zürich 1984, S. 52.</span></div><div><br></div><div class="mb2"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Bauer, Walter: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der übrigen urchristlichen Literatur. Walter de Gruyter, 5. Aufl. Berlin/New York 1971.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. Neuausgabe. Chr. Kaiser Verlag, 3. Aufl. München 1985.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Dietrich, Walter / Link, Christian: Die dunklen Seiten Gottes. Band 1: Willkür und Gewalt. Neukirchener Verlag. 3. Aufl. Neukirchen-Vluyn 2000. S. 168-181.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Gesenius, Wilhelm: Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Springer-Verlag, 17. Aufl. Berlin u.a. 1962.<br></span></li><li><div class="fs11lh1-15">Goldstein, Horst: <i class="fs11lh1-15">ekd<i><div style="display: inline !important;">í</div></i><i>kesis </i><span style="font-style: normal;" class="fs11lh1-15">etc. In: Exegetisches Wörterbuch zum Neuen Testament. Hg. von Horst Balz und Gerhard Schneider. Band I. Verlag W. Kohlhammer. 2. Aufl. Stuttgart u.a. 1992. Sp. 991-993.</span></i><br></div></li><li><span class="fs11lh1-15">Janowski, Bernd: Ein Gott, der straft und tötet? Zwölf Fragen zum Gottesbild des Alten Testaments. Neukirchener Verlagsgesellschaft, Neukirchen-Vluyn 2013. S. 153-158.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Koch, </span>Robert: Strafe. In: Bibellexikon. Hg. von Herbert Haag. Benziger Verlag. 3. Aufl., Zürich u.a. 1982. Sp. 1649f.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Schneider, Johannes: <span class="fs11lh1-15"><i>kolázo</i></span><span class="fs11lh1-15">, </span><span class="fs11lh1-15"><i>kólasis</i></span><span class="fs11lh1-15">. In: Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament. Hg. von Gerhard Kittel. Band III. Verlag W. Kohlhammer. Stuttgart u.a. 1990. S. 815-817.</span><br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Stoebe, H.J.: <span class="fs11lh1-15"><i>raa</i></span><span class="fs11lh1-15"> - schlecht sein. In: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. Band II. Hg. von Ernst Jenni. Chr. Kaiser/Gütersloher Verlagshaus. 6. Aufl. Gütersloh 2004. Sp. 794-803.</span><br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Werbick, Jürgen: Bilder sind Wege. Eine Gotteslehre. Kösel Verlag, München 1992. S. 185-200.<br></span></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Thánh Ki</span><span class="fs11lh1-5">ê</span><span class="fs11lh1-5">t Lý auf Pixabay (Ausschnitt).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 15 Feb 2024 09:17:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Sagen Christen die Wahrheit?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000023C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Sagen Christen die Wahrheit?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Karl Barth über christliches Denken und Reden</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/02/2024</span></div><div><br></div><div>Jeder christliche Mensch ist ein Theologe. Er ist es, weil er sich Gedanken über Gott macht. Das Wort "Theologe" ist nämlich zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern <span class="fs14lh1-5"><i>theós </i></span>und <span class="fs14lh1-5"><i>lógos</i></span>, also <span class="fs14lh1-5"><i>Gott </i></span>und <span class="fs14lh1-5"><i>Wort/Überlegung/Vernunft</i></span>.</div><div><br></div><div>Man kann sogar noch weiter gehen: Nicht nur jeder <span class="fs14lh1-5"><b>christliche </b></span>Mensch, sondern überhaupt <span class="fs14lh1-5"><b>jeder </b></span>Mensch ist in seiner Weise Theologe. Denn jeder Mensch hat einen Gott oder mehrere Götter, die sein Denken über die Welt und dann auch sein Handeln in der Welt prägen. Alles, was es in der Welt gibt, kann zu solch einem Gott werden: die Natur, die Vernunft, der "Fortschritt", eine Religion oder eine ganz unreligiöse Ideologie, ein bewunderter Mensch oder eine Gruppe von Menschen und vieles mehr.</div><div><br></div><div>So ähnlich hat es der evangelische Theologe Karl Barth in seiner letzten Vorlesungsreihe ausgedrückt, die er im Wintersemester 1961/62 in Basel hielt. Die Vorlesung trug den Titel "Einführung in die evangelische Theologie". Sie richtete sich aber nicht nur an Theologiestudenten, sondern an jeden Christen und jede Christin sowie jeden an der Theologie interessierten Menschen.</div><div><br></div><div>Denn, wie gesagt: Jeder Mensch hat etwas, das er für unentbehrlich für sein Leben hält, hängt einer Weltanschauuung an, ohne die er nicht leben kann und will, und verehrt in dieser Weise etwas, das ihm göttliche Bedeutung hat. Insofern betreibt er Theologie.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die beste oder gar allein wahre Theologie</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">müsste die Theologie Gottes selber sein</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Aber was verbindet eigentlich all diese so unterschiedlichen Theologien, die Menschen betreiben? Nach Karl Barth besteht die Verbindung darin, dass all diese Theologien sich für die einzig richtige und wahre oder zumindest für die beste Theologie halten. An diesem Wettstreit der Theologien möchte sich Barth allerdings nicht beteiligen.</div><div><br></div><div>Denn Barth nimmt die christliche Theologie ausdrücklich davon aus, sich selbst für die einzig richtige, wahre oder für die beste Theologie zu halten. Das mag überraschen. Scheint doch die christliche Theologie gegenüber allen anderen Theologien gern die Wahrheit für sich zu beanspruchen.</div><div><br></div><div>Die beste oder gar allein wahre Theologie müsste jedoch die Theologie Gottes selber sein. Sie müsste das denken und zum Ausdruck bringen, was Gott selbst über sich denkt. Sie müsste das aussprechen, was Gott selber spricht.</div><div><br></div><div>Diese Formulierungen verraten schon die Absurdität dieses Gedankens. Denn kein Mensch kann das denken und aussprechen, was Gott selber denkt und ausspricht. Wir können immer nur das denken und aussprechen, was wir erlebt, gehört und aus dem Erlebten und Gehörten kombiniert haben. Und wir können das alles nur mit den unvollkommenen Wörtern unserer menschlichen Sprache denken und aussprechen.</div><div><br></div><div>Wer über Gott nachdenkt und spricht, muss sich auf das beziehen, was andere ihm über Gott gesagt haben und was er in der Bibel über ihn gelesen hat. Aber all das, auch die Bibel, ist nicht das unmittelbare Wort Gottes. Wir vernehmen Gottes Sprechen nicht unmittelbar, sondern vermittelt über das Sprechen von Menschen. Auch die Verfasser der biblischen Schriften waren Menschen. Was sie aufschrieben, war nicht das unmittelbar von Gott selbst Gesprochene.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Keine Theologie darf sich als Weisheit oder Lehre ausgeben,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">die mit der Wahrheit Gottes identisch ist</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>An diesem Punkt aber scheiden sich die Geister. Denn fundamentalistische Christinnen und Christen halten die Bibel für das unmittelbare Wort Gottes, das den Verfassern der biblischen Schriften wortwörtlich von Gott eingegeben wurde. Wenn man davon ausgeht, kommt die Bibel dem lebendigen Sprechen Gottes gleich.</div><div><br></div><div>Tatsächlich reden manche Fundamentalisten auch selber so von Gott, als würde in diesem Moment Gott selbst sprechen. Ich habe Christen kennengelernt, die so genau über Gott Bescheid wussten, wie es eigentlich nur Gott selber kann. Und sie haben es mit einer Autorität vorgetragen, als gebe es überhaupt keinen Zweifel an dem, was sie sagten. So haben sie sich im Grunde jeder Diskussion entzogen. Sie sprachen so, als wäre ihr Wort identisch mit dem lebendigen Wort Gottes.</div><div><br></div><div>Karl Barth meinte, dass jede Theologie, die sich so ausdrückt, als wäre sie die allein wahre Theologie Gottes selbst, sich schon dadurch als eine Theologie verraten hat, die eben das nicht ist.</div><div><br></div><div>Keine Theologie darf sich als Weisheit oder Lehre ausgeben, die mit der Wahrheit Gottes identisch ist. Und zwar deshalb nicht, weil Gott jeder Theologie gegenüber schlechthin überlegen ist und seine Wahrheit immer neu erschließt. Diese Wahrheit muss daher immer wieder neu entdeckt werden. Es gibt deshalb in der Theologie – im Nachdenken aller Christinnen und Christen über Gott – keinen Stillstand. Nur dort, wo Gott sich selbst immer wieder neu zu erkennen gibt und wo Menschen sich darauf einlassen, können Erkenntnisse über Gott wachsen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Christliche Theologie ist eine Wissenschaft,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">bei der es in der Natur ihrer Sache liegt, dass sie</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">von Gott selbst einer dauernden Krise ausgesetzt wird</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>So erwartet und erhofft die Theologie nicht von sich selbst, sondern allein von Gott, dass sie in die Lage versetzt wird, Gottes Wahrheit auszudrücken. Christliche Theologie gibt nur Gott und Jesus Christus, nicht aber sich selbst die Ehre. Insofern ist christliche Theologie nach Barth eine "bescheidene Wissenschaft".</div><div><br></div><div>Ihre Bescheidenheit zeigt sich auch darin, dass sie nie an ein Ende kommt. Sie lebt vielmehr davon, sich immer wieder auf das Ereignis einzulassen, dass Gott sich ihr neu zu erkennen gibt. Sie macht daher keinen Halt bei dem, was frühere Menschen einmal von Gott erkannt haben – und seien es die größten Theologen und beeindruckendsten Glaubensvorbilder gewesen.</div><div><br></div><div>Insofern ist christliche Theologie nach Barth eine "eminent kritische Wissenschaft" – eine Wissenschaft, bei der es in der Natur ihrer Sache liegt, dass sie von Gott selbst einer dauernden Krise ausgesetzt wird. Wer diese Krise seines eigenen Denkens und Redens über Gott nicht aushalten kann, mag zwar ein Christ sein, aber er wird wohl bei dem, was er früher einmal über Gott gelernt hat, stehen bleiben und sich neuen Erkenntnissen über Gott verschließen.</div><div><br></div><div>Dabei kann man diese Krise, dieses Gericht Gottes (das griechische <span class="fs14lh1-5"><i>krisis </i></span>heißt auch <span class="fs14lh1-5"><i>Gericht</i></span>) getrost über sich ergehen lassen. Denn Gott ist kein höchstes Wesen, das fern von uns sein Dasein fristet, sondern er ist ein Gott, der sich in die Niedrigkeit unseres Menschseins und unserer Theologie herablässt und gerade in dieser Niedrigkeit seine Hoheit hat. Denn diesem Gott liegt an uns und unserem theologischen Denken und Reden.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wir müssen nicht ängstlich auf dem beharren,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">was wir irgendwann einmal für richtig befunden haben</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>So ist Gottes Nein zu uns und unserer Theologie eingeschlossen in sein gnädiges Ja zu uns und unserer Theologie. Wir müssen nicht ängstlich auf dem beharren, was wir irgendwann einmal für richtig befunden haben. Wir müssen uns nicht um unsere Rechtgläubigkeit sorgen, weil der gnädige Gott uns auch unseren Irrglauben verzeiht. Wir können daher auch in unserem theologischen Reden getrost und bestimmt auftreten.</div><div><br></div><div>Denn unser ängstliches oder auch kritisches Denken über Gott darf auf keinen Fall dazu führen, dass wir nur verschüchtert zurückhaltend oder gar überhaupt nicht mehr von Gott reden, weil wir uns ja irren könnten. Das wäre eine falsche Bescheidenheit. Dann würden wir einen Gott verehren, der nur das Nein zu unserer Theologie kennt.</div><div><br></div><div>Wir glauben aber an einen Gott, dessen erstes und letztes Wort nicht Nein ist, sondern Ja. Mit diesem Ja tut Gott, wo und wann er will, durch unsere menschlich schwachen und unvollkommenen Worte seine göttliche Wahrheit kund.</div><div><br></div><div>Sagen Christinnen und Christen also die Wahrheit? Sie sagen dann die Wahrheit, wenn Gott seine Wahrheit durch ihre Worte zum Ausdruck bringt. Und sie beten darum und vertrauen darauf, dass Gott dies immer wieder tut.</div><div><br></div><div>Darum ist christliche Theologie und jedes ernsthafte christliche Nachdenken und Reden über Gott und die Welt eine "dankbare und darum fröhliche Wissenschaft".</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="imUl fs11lh1-5">Verwendete Literatur</span><span class="fs11lh1-5">:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Karl Barth: Einführung in die evangelische Theologie. Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn. 2. Aufl. Gütersloh 1977. S. 9-16. Alle Anspielungen und Zitate aus den angegebenen Seiten.</span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: 7854 auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 08 Feb 2024 15:25:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Wunder der Liebe]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000023B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Wunder der Liebe</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie zwei Unbekannte meinen Tag bereicherten</div><div class="imTACenter"><span class="fs12lh1-5">Klaus Straßburg | 01/02/2024</span></div><div><br></div><div>Ich hatte nur eine kurze Strecke mit der Deutschen Bahn zurückzulegen. Der Zug war wegen des Streiks der Lokführer überfüllt, aber ich fand noch einen freien Sitzplatz.</div><div><br></div><div>Mir gegenüber saß ein junges Paar, beide nach meinem Eindruck gut 20 Jahre alt: ein großer Mann mit blonden, etwas wilden Locken und einem Gesicht, das mit roten Pusteln und Narben überhäuft war. Neben ihm eine zierliche Frau mit rot gefärbten Haaren, die glatt über ihre Schultern fielen, sehr langen Fingernägeln in derselben Farbe und hübschem Gesicht.</div><div><br></div><div>Erst als sie ein Gespräch begannen, bemerkte ich ihre ausländische Herkunft. Sie unterhielten sich in einer Sprache, die nach russisch oder ukrainisch klang. Ich vermutete, dass sie aus der Ukraine kamen und vor dem Krieg geflüchtet waren.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">	<i>In mir stieg Freude auf über diese Liebe,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">die so schön war und stärker als der Streit</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Es blieben mir einige Minuten Zeit, ihre Unterhaltung zu verfolgen. Obwohl ich kein Wort verstand, nahm ich ihr Verhalten mit Interesse wahr. Weil der Inhalt des Gesprächs mir verschlossen blieb, achtete ich besonders auf den Tonfall, ihre Mimik und ihre Blicke. Dies alles brachte deutlich ihre Liebe zueinander zum Ausdruck. Ich freute mich darüber, wie das ganze Verhalten dieses jungen Paares von einer Sprache der Liebe geprägt war.</div><div><br></div><div>Doch dann änderte sich unerwartet der Tonfall. Die Stimmen wurden lauter und bestimmter, die Blicke distanzierter und die Mimik unfreundlicher. Die beiden hatten eindeutig eine Meinungsverschiedenheit. Der Blick der Frau verfinsterte sich zusehends, beide erregten sich immer mehr. Der Mann stellte den ruhigeren Part dar, die Frau redete mehr und eindringlicher, wandte sich schließlich von ihm ab und schaute aus dem Fenster.</div><div><br></div><div>Dennoch setzten sie das Gespräch fort, wenn auch in anderer Weise als zu Beginn. Die Frau stieß ihren Freund mit der Schulter an. Er sprach ein paar Worte und stieß zurück. Es war kein schmerzhaftes Stoßen, eher ein freundschaftliches, das aber ein ernstes Ungenügen ausdrückte.</div><div><br></div><div>Der Mann redete weiter, und ein leichtes Lächeln huschte über seine Lippen. Die Frau war noch verärgert und schaute ihren Freund mit einem langen, durchdringenden Blick an. Der Ton wurde langsam ruhiger, beide entspannten sich ein wenig. Der Mann lächelte sie an, wenige Sätze später musste auch die Frau lächeln. Es war ein verliebtes Lächeln.</div><div><br></div><div>In mir stieg Freude auf über diese Liebe, die so schön war und stärker als der Streit. Und darüber, dass ich diese Kraft der Liebe hatte miterleben dürfen. Und ganz einfach über das Wunder der Liebe, das zwei Menschen auf unerklärliche Weise miteinander verbindet. Und das für jeden, der Augen hat zu sehen, ein Zeugnis des unfassbar Schönen ist, das in uns Menschen hineingelegt ist.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">	<i>Wie zutiefst menschlich ist es, diesen jungen Menschen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">ihre Liebe zueinander und eine Zukunft zu ermöglichen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ich malte mir aus: Vielleicht war der Mann vor dem Kampfeinsatz im Krieg aus der Ukraine geflohen; hatte seine Heimat verlassen, um nicht töten zu müssen oder sich töten zu lassen. Um nicht zum reißenden Tier zu werden. Und seine Freundin hat ihn aus Liebe begleitet. Hier waren beide sicher und konnten ihre Liebe leben.</div><div><br></div><div>Einmal mehr wurde mir klar: Ich würde nicht wollen, dass auch nur ein Liebespaar meinetwegen seiner Liebe beraubt wird, auch nur einer dieser jungen Männer für mich sterben muss – auch dann nicht, wenn mein eigenes geliebtes Land angegriffen würde.</div><div><br></div><div>Die beiden, die mir im Zug gegenüber saßen, waren gerettet. Aber wie viele werden nicht gerettet! Wie viele Familien und Paare werden auseinandergerissen, manche für immer!</div><div><br></div><div>Die Liebe der beiden weckt in mir den Gedanken: Wie gut, dass wir diesen Menschen Zuflucht gewähren. Welch ein Ausdruck von Nächstenliebe ist es, dass wir ihnen alles zur Verfügung stellen, was sie zum Leben brauchen, auch wenn es unseren eigenen Wohlstand ein wenig einschränken sollte. Wie zutiefst menschlich ist es, diesen jungen Menschen ihre Liebe zueinander und eine Zukunft zu ermöglichen, so wie es keinem jungen Menschen in der Welt jemals versagt sein sollte.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Diese beiden mir völlig unbekannten jungen Menschen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">haben von der Liebe, die sie hier erfuhren, etwas zurückgegeben</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Im 5. Buch Mose bzw. Deuteronomium 10,17-19 stehen folgende Worte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><i>Der HERR, euer Gott, ist der Gott der Götter, er ist der Herr der Herren. Er ist der große, mächtige Gott, vor dem man Ehrfurcht hat. Er kennt kein Ansehen der Person [...]. Er liebt die Fremden und versorgt sie mit Nahrung und Kleidung. Darum sollt auch ihr die Fremden lieben.</i></span></div><div><br></div><div>Wenn ich dieses Bibelwort lese, bin ich froh, in einem Land zu leben, das Fremde aufnimmt; Menschen, die in großer Not waren, von Tod und Zerstörung bedroht, und die nun von uns mit allem Lebensnotwendigen versorgt werden. Damit erweisen wir diesen Menschen einen Liebesdienst und gewähren ihnen die Chance, ihr Leben und ihre Liebe trotz allem zu leben.</div><div><br></div><div>Es ist unglaublich, was Liebe vermag: Diese beiden mir völlig unbekannten jungen Menschen, die bei uns mit Liebe aufgenommen wurden, haben mir allein dadurch, wie sie ihre Liebe zueinander zum Ausdruck brachten, die Schönheit und Kraft der Liebe vor Augen geführt. Sie haben von der Liebe, die sie hier erfuhren, etwas zurückgegeben – und meine nur wenige Minuten dauernde Zugfahrt reich gemacht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5">Foto: efes auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 01 Feb 2024 11:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum mir christliche Kriegsbereitschaft fremd ist]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000023A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum mir christliche Kriegsbereitschaft fremd ist</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Ein Versuch christlicher Friedensethik</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/01/2024</span></div><div><br></div><div>Christinnen und Christen sind sich uneinig über die Kriege, die gerade in der Ukraine und in Israel bzw. dem Gaza-Streifen geführt werden. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland <span class="fs14lh1-5">kann sich zu keiner einheitlichen Stellungnahme durchringen, mit der sie Orientierung bieten könnte, sondern muss erst </span><span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://www.evangelisch.de/inhalte/223191/13-11-2023/friedensbeauftragter-kramer-so-hilft-die-friedensarbeit-der-ekd-zeiten-von-krieg-und-hass" target="_blank" class="imCssLink">einen langwierigen "Konsultationsprozess" durchlaufen</a></span><span class="fs14lh1-5">, um danach im Jahr 2025 eine Orientierungsschrift herauszugeben. Ich kann diese Uneinigkeit und Orientierungslosigkeit nicht nachvollziehen.</span></div><div><br></div><div>Ich verstehe nicht, dass Kriege in Kauf genommen werden, in denen zigtausende oder gar hunderttausende Unschuldige getötet werden. Sie werden getötet nicht nur, indem ihr Leben physisch ausgelöscht wird, sondern indem es ihnen genommen wird, auch wenn es physisch erhalten bleibt.</div><div><br></div><div>Damit meine ich den Raub der Lebensmöglichkeiten und insofern das erloschene Leben der Verletzten, Amputierten und Traumatisierten, die den Rest ihres Lebens unter diesen Verletzungen, ja Zerstörungen ihres Lebens leiden werden. Und das verlorene Leben derjenigen, deren Familie zerstört wurde, deren Liebste getötet wurden oder vermisst sind und die fortan ohne sie in quälender Ungewissheit, unüberwindlicher Trauer oder dauernder Einsamkeit werden leben müssen. Und ich denke an das Leben der kommenden Generationen, an welche dieses unbewältigte Leid in traumatisierten Familien bekanntlich weitergegeben wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Leidensbereitschaft statt Tötungsbereitschaft</div><div><br></div><div>Es ist mir fremd, dass Christinnen und Christen all das in Kauf nehmen, um andere Menschen oder im Fall des Ukraine-Kriegs neben den anderen auch sich selbst zu retten, dass also unsägliches Leid zugefügt wird, damit andere oder man selber nicht leiden muss. Wobei das Leiden, das man verhindern will, im Fall des Ukraine-Kriegs der Verlust staatlicher Souveränität und individueller Freiheit wäre sowie das Leben in einem totalitären Staat.</div><div><br></div><div>Unsägliches Leid wird also billigend in Kauf genommen von Christenmenschen, die doch ihre Souveränität in der Herrschaft des ihnen freundlich zugewandten Gottes haben müssten, ihr Recht in der unzerstörbaren Gerechtigkeit dieses Gottes und ihre Freiheit in der Gewissheit, dass ihr Leben in Tod und Auferstehung Jesu Christi gnädig geborgen ist und immer geborgen bleiben wird.</div><div><br></div><div>Dieses unsägliche Leid anderer Menschen billigend in Kauf zu nehmen ist mir fremd. Denn gerade diejenigen, die sich in ihrem Glauben auf Jesus Christus berufen und von ihm in die Nachfolge gerufen wurden, müssten doch bereit sein, den Weg der Niedrigkeit zu gehen, der keine passive Ergebenheit, sondern zugleich ein Weg der Hoheit ist und den eben dieser Jesus Christus ihnen vorausgegangen ist (Phil 2,1-8, besonders 5-8). Sie müssten bereit sein, lieber die Schuld der anderen und das damit verbundene Leid auf sich zu nehmen, anstatt selber schuldig zu werden und den anderen Leid zuzufügen. Das tat ja auch der, den sie ihren Herrn nennen: Er nahm die Schuld der anderen Menschen, die Leid und Tod mit sich brachte, auf sich. So befreite er sie von ihrer Schuld und rettete sie vor eigenem Leiden und Sterben, das ihre Schuld schon auf Erden und dann auch durch Gottes Urteil in Ewigkeit über sie gebracht hätte (Mt 1,21b; Joh 1,29b; Röm 4,25).</div><div><br></div><div>Darum müssten doch gerade die an diesen Herrn Glaubenden bereit sein, ein Risiko einzugehen, so wie ihr Herr das Risiko einging, trotz aller Warnungen vor Verfolgung und Tod nach Jerusalem zu ziehen (Joh 11,8). Sie müssten ihrem Herrn folgen, wenn es ihnen ernst mit ihm sein sollte, müssten im Extremfall bereit sein, ihr Leben hinzugeben, so wie er es getan hat, anstatt anderen das Leben zu nehmen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Beten statt resignieren</div><div><br></div><div>Es wird behauptet, Kriege seien notwendig, um größeres Leid zu verhindern. Kriege würden also eine Not (ab)wenden.</div><div><br></div><div>So wurde wohl fast jeder und wird bis heute jeder Krieg begründet. Schon das macht dieses Argument fragwürdig. An Christinnen und Christen aber stellen sich in besonderer Weise einige Fragen:</div><div><br></div><div>Wer wendet eigentlich unsere Not? Ist unser Leben, ist das Leben aller Menschen nicht in Gottes Hand? Befreit nicht er uns von unseren Feinden? Sind es nicht Gottes Taten, die größeres Leid verhindern? Wer ist eigentlich der Herr der Geschichte, der Herr der Welt? Sind wir es, sind es die mächtig sich gebärdenden Herren der Welt, oder ist es der Herr, der sich ohne Gegenwehr verhaften, verurteilen und hinrichten ließ? Und welcher all dieser Herren hat der Welt eigentlich den Frieden gebracht?</div><div><span class="fs11lh1-5">(Bibelstellen zu diesem und zum übernächsten Abschnitt siehe unten am Ende des Artikels!)</span></div><div><br></div><div>Und speziell mit Blick auf Israel ist zu sagen: Wenn es stimmt, dass dieses Volk von dem, der sich in Ewigkeit mit ihm verbunden und verbündet hat, so dass jeder, der dieses Volk antastet, seinen eigenen Augapfel antastet (1Mo/Gen 17,7; Sach 2,12) – wenn es stimmt, dass dieses Volk von diesem Herrn bewahrt wird vor allen seinen Feinden (2Mo/Ex 23,20-22.27; 2Sam 22,41), dann muss niemand besorgt darum sein, dass Israel jemals von seinen heutigen Nachbarstaaten ausgelöscht werden wird.</div><div><br></div><div>Wenn es also Gott ist, der das Regiment führt in der Welt, dann kann das erste und letzte Handeln der Christinnen und Christen niemals darin bestehen, zu den Waffen zu greifen, sondern nur darin, sich zu dem Herrn zu bekennen, der statt der Waffen das Gebet als Trost und Ausweg aus der Gefahr gewählt hat. In seiner Nachfolge wenden sich die Glaubenden zuerst und zuletzt im Gebet an den Gott Jesu, der ihre Gebete nicht nur hört, sondern sich an ihnen ausrichtet und sein Geschichtshandeln von ihnen mitbestimmen lässt.</div><div><br></div><div>Könnte es sein, dass die evangelische Kirche, dass wir Christinnen und Christen deshalb so unentschlossen und orientierungslos sind und angesichts der scheinbaren weltgeschichtlichen Dilemmata im Grunde resigniert haben, ja deprimiert zurückbleiben, weil uns das Vertrauen abhanden gekommen ist, dass der Herr der Geschichte sich von unseren Gebeten beeinflussen lässt? So dass wir die Kraft des Gebets durch die Kraftlosigkeit unseres Handelns ersetzt haben, eines Handelns, das in der Welt tatsächlich an enge Grenzen stößt und zuletzt immer in den Wirren von politischen Einschätzungen und Gegeneinschätzungen sich rettungslos verirren muss.</div><div><br></div><div>Wenn der christliche Glaube nicht nur eine fromme Theorie bleiben soll, dann muss er sich im Denken und Handeln der Glaubenden ausdrücken. Zumindest im Denken. Ich verstehe jeden Menschen, der daran scheitert, das, was er denkt und glaubt und wonach er zu leben trachtet, in die Praxis umzusetzen. Das eigene Leben hinzugeben kann nicht gefordert, sondern muss geschenkt werden. Wir sind alle schwach in der Praxis. Aber das darf keine Rechtfertigung für fehlenden Glauben sein. Im Glauben und entsprechendem Denken können wir stark sein, wenn wir Jesu Botschaft ernst nehmen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Sind Kriege notwendig?</div><div><br></div><div>Aber gibt es nicht tatsächlich notwendige Kriege? Kriege, die wirklich größeres Leid verhindern? Ich kann das nicht vollends verneinen. Der Krieg gegen Nazi-Deutschland war sicher ein notwendiger Krieg. Wobei gefragt werden muss, ob die Flächenbombardements der Alliierten notwendig waren; ob also wirklich so viele Unschuldige wahllos hätten getötet werden müssen, um diesen Krieg zu gewinnen. Heute werden solche Bombardements vom Völkerrecht eindeutig als Kriegsverbrechen eingestuft, was aber kriegführende Parteien nicht daran hindert, <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%A4chenbombardement#Area_Bombing_Directive" target="_blank" class="imCssLink">ähnliche Bombardements der Zivilbevölkerung</a></span> durchzuführen.</div><div><br></div><div>Aufgrund der unverhältnismäßigen Potenzierung des Tötens sind die wenigsten Kriege notwendige Kriege, die größeres Leid verhindern. Sie sind es schon gar nicht in christlicher Sicht. Denn wer bereit ist, lieber Leid auf sich zu nehmen als Leid zuzufügen, wird sehr viel zurückhaltender dabei sein, die Notwendigkeit eines Krieges zu behaupten. Es kann ja, christlich gesehen, in einem Krieg nicht darum gehen, eigenes Leid zu minimieren. Gerade dieses Ziel bestimmt aber die Logik des Krieges, die damit einem weltlichen Muster folgt, dem wir uns nicht gleichstellen, sondern entgegenstellen sollen (Röm 12,2). Das christliche Verhaltensmuster aber ist die Logik der Liebe, die anderen Gesetzen folgt als der Anspruch auf Minimierung eigenen Leids.</div><div><br></div><div>Auch das Bestreben, das Leid einer bestimmten Gruppe anderer Menschen zu minimieren, macht einen Krieg nicht automatisch zu einem notwendigen Krieg. Denn wer für sich selbst eine christliche Ethik der Liebe vertritt, nach welcher es besser ist, selber zu leiden als Leid zuzufügen, kann diese Ethik, wenn es um andere Menschen geht, nicht einfach für ungültig erklären und dem Töten den Vorrang einräumen gegenüber dem bewussten und aktiven Erdulden von Leid. Das Ziel christlicher Liebe ist ja nicht, eine begrenzte Gruppe mir politisch nahestehender Menschen um jeden Preis vor Leid zu bewahren, sondern Gott die Ehre zu geben und deshalb Gewalt und Zerstörung gegenüber allen seinen Geschöpfen soweit wie möglich einzudämmen. Das schließt zwar die Notwendigkeit eines Krieges nicht vollends aus, setzt ihr aber enge Grenzen.</div><div><br></div><div>Diese Grenzen sind entscheidend, weil der Krieg seine eigene Logik hat. Sie zeigt sich darin, dass sich das Töten, wo es einmal begonnen hat, in sich selbst potenzierende Höhen aufschaukelt. Wenn alle Dämme der Menschlichkeit gebrochen sind, kommt es auf zehntausende weitere Getötete nicht mehr an. Die Verhältnismäßigkeit gehört nicht zu den Gesetzen des Krieges. Wir erleben das gerade im Gaza-Streifen: Wo rund 1.200 Unschuldige bestialisch gefoltert und ermordet wurden, werden jetzt zehntausende Unschuldige getötet. Auf diese Weise werden Leid und Hass nicht begrenzt, sondern potenziert.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Eine neue Gewichtung statt Entweder-Oder</div><div><br></div><div>Jesus setzte Leidensbereitschaft an die Stelle der Kampfesbereitschaft. Ohne Leidensbereitschaft wird es kein Ende der das Töten potenzierenden Kriege geben. Eine Akzentuierung der Leidensbereitschaft ohne Ausschluss jeder Wehrhaftigkeit, falls ein Krieg tatsächlich einmal notwendig werden sollte, verheißt ein Mehr an Frieden. Nicht affektgesteuerte und phantasielose Gegengewalt, sondern geduldig ertragenes Leid und Warten auf Gottes rettendes Eingreifen führen in die Freiheit, wie schon die Befreiung Israels aus dem babylonischen Exil zeigt (2Chr 36,22f).</div><div><br></div><div>Ein Gegenbeispiel scheint die Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten zu sein, die ohne Gewalt nicht vonstatten ging. Doch auch hier ist es Gott, der Mose beruft und das ägyptische Heer im Meer ersaufen lässt (2Mo/Ex 3,4-10). Zeitweise gab es in Israel den Brauch, ein Los zu werfen und das Ergebnis als Entscheidung Gottes für oder gegen Krieg zu verstehen (1Sam 14,37). Wie exotisch uns das auch immer erscheinen mag: Es ist nicht zu unterschätzen, dass der affektive menschliche Impuls zur Gegengewalt hier eine massive Hemmung erfuhr durch die Frage nach dem Willen Gottes.</div><div><br></div><div>Krieg war also schon im antiken Israel kein Automatismus. Er war aber auch nicht ausgeschlossen. Ich rede also keiner Wehrlosigkeit das Wort, aber auch keiner übertriebenen Wehrhaftigkeit, die jedes Risiko und jede Leidensbereitschaft scheut und ausschließen will, einer Wehrhaftigkeit, die jetzt wieder auch die deutsche Politik ergriffen hat.</div><div><br></div><div>Es geht also nicht um ein striktes Entweder-Oder – entweder Wehrlosigkeit oder Wehrhaftigkeit –, sondern es geht um eine neue Gewichtung, die dem allzu menschlichen Affekt des Gegenschlags deutlich widerspricht. Zumindest diese christliche Gewichtung und das Bemühen, sich dieser Gewichtung entsprechend zu verhalten, sollten Christinnen und Christen der Bergpredigt Jesu entnehmen können (besonders Mt 5,38-48).</div><div><br></div><div>Es ist eine Gewichtung, die zur üblichen politischen Gewichtung und zu den in der Welt üblichen Verhaltensmustern in deutlichem Widerspruch steht. Auch ein politisches Handeln, das auf dieser christlichen Gewichtung gründet, wäre nicht vollkommen frei von Unwägbarkeiten. Aber es könnte in ihm ein Maß an Eindeutigkeit und Orientierung wiedergewonnen werden, das bei weitem weniger Unwägbarkeiten mit sich bringt als ein politisches Handeln, das allein auf politischen oder militärischen Machtinteressen beruht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Geist der Wahrheit statt Tod der Eindeutigkeit</div><div><br></div><div>Denn zu den Dilemmata der tödlichen Logik des Krieges gehört auch, dass mit dieser Logik die Eindeutigkeit stirbt, so dass es keine Gewissheit des Denkens und Handelns mehr gibt und Orientierungslosigkeit um sich greift. Die Evangelische Kirche in Deutschland und mit ihr nicht wenige Menschen sehen sich nicht in der Lage, eine Entscheidung für oder gegen den Krieg zu treffen. Sie verharren in der Unsicherheit, in der es keine eindeutigen Antworten gibt.</div><div><br></div><div>Aber das Verharren in der Unentschiedenheit ist auch eine Entscheidung. Wer nicht Stellung bezieht, überlässt das Feld den anderen. Eine Entscheidung zu treffen heißt, Verantwortung zu übernehmen. Gott wartet nicht auf antwortlose Christenmenschen, sondern auf antwortende. Die Antwort darf weder beliebig sein noch auf Dauer ganz ausbleiben.</div><div><br></div><div>Die Sorge, eine falsche Entscheidung zu treffen, ist dabei kein Argument für die Unentschiedenheit. Denn Christinnen und Christen, die um die Gnade Gottes wissen, können das Risiko eingehen, sich falsch zu entscheiden. Und sie beten darum und hoffen darauf, in aller scheinbaren Uneindeutigkeit von Gottes Geist zu einer richtigen, das Leben fördernden Entscheidung geleitet zu werden (Joh 6,63; 16,13a; 2Kor 3,6b).</div><div><br></div><div>Was die Glaubenden selber dazu beitragen können, ist, sich die Frohe Botschaft vom Retter der Welt vor Augen zu führen. Es ist eine Frohe Botschaft, die nicht nur zum Seelenheil verhelfen will, sondern schon in dieser Welt Heil stiften und vor dem Tod retten – und sei es um den Preis eigenen Leidens und im Extremfall auch eigenen Sterbens.</div><div><br></div><div>Wer das weiß, dem wird vielleicht auch christliche Kriegsbereitschaft zu etwas werden, was in der unerlösten Welt zwar nicht vollends auszuscheiden ist, aber dennoch für den christlichen Glauben extrem begrenzt und zutiefst fremd, deshalb fast immer abzulehnen ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Bibelstellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Gott wendet unsere Not: Ps 107,10-16; Nah 1,7.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Unser Leben ist in Gottes Hand: Ps 10,14; 31,16.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Gott befreit uns von unseren Feinden: Spr 16,7; Mi 4,10; Nah 1,8.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Gottes Taten verhindern Leid: Jes 57,14-19; 1Kor 10,13.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Gott ist der Herr der Geschichte: Ps 33,13-22; Jes 14,5-7; 45,22.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Jesus Christus ist der Herr der Geschichte: Lk 1,69; Joh 17,2; Offb 12,10f.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Jesus Christus hat der Welt Frieden gebracht: Lk 2,14; Joh 14,27; Eph 2,14.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Zuerst und zuletzt nicht nach den Waffen greifen: Mt 26,51-53; Joh 18,10f.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Gebet als Trost und Ausweg aus der Gefahr: Mt 26,36-46; 69-75; Joh 17; 18,15-18.25-27.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Zuerst und zuletzt sich im Gebet an Gott wenden: Röm 12,12; 1Thess 5,17; Eph 6,18.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Gott lässt sein Handeln von unseren Gebeten mitbestimmen: Mt 7,7.11; 21,22; Phil 1,19f; Jak 5,16b.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: rihaij auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 26 Jan 2024 11:07:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Sabbat und Sonntag]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000239"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Sabbat und Sonntag</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Die lebenswichtige Bedeutung zweier Tage</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/01/2024</span></div><div><br></div><div>"Endlich Wochenende!" – so wird wohl jeder schon mal mit einem Seufzer aufgeatmet haben. Endlich den Stress hinter sich lassen: keine Arbeit mehr, sondern Zeit zum Ausruhen und zur freien Gestaltung.</div><div><br></div><div>Am Samstag muss keiner mehr zur Schule und viele müssen nicht mehr arbeiten. Und am Sonntag ruht sogar das Gewinn maximierende Verkaufen und das Überflüssiges anhäufende Kaufen – meistens jedenfalls.</div><div><br></div><div>Bekanntlich geht der Sonntag auf den jüdischen Sabbat zurück. Zum Nomen "Sabbat" (hebräisch <span class="fs14lh1-5"><i>schabbát</i></span> gesprochen, Betonung auf der letzten Silbe) gibt es das verwandte Verb <span class="fs14lh1-5"><i>schabát</i></span>. Das bedeutet: "aufhören, ruhen".</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Den Geschöpfen soll es nicht schlechter gehen als dem Schöpfer</div><div><br></div><div>Irgendwie toll: Die Verfasser der biblischen Schöpfungsgeschichte in 1. Mose/Genesis 1 scheuten sich nicht davor, von Gott zu erzählen, dass er sich nach sechs Tagen Schöpfung Zeit zum Ruhen gegönnt hat. Vielleicht hätten sich der jüdische und dann auch der christliche Ruhetag nicht bis heute durchgesetzt, wenn das Ruhen und Aufhören mit der Arbeit nicht in dieser genialen Weise in das Leben Gottes einbezogen worden wäre.</div><div><br></div><div>Weil der Schöpfer am siebenten Tag von seiner Schöpfung ruhte, wird im Alten Testament seinen Geschöpfen das Halten der Sabbatruhe geboten (2Mo/Ex 20,11). "Geboten" heißt hier, wie auch sonst in der Bibel: Es wird den Geschöpfen eine Weisung gegeben, die ihrem Wohlergehen dient und ihrem Leben förderlich ist.</div><div><br></div><div>Man kann also sagen: Den Geschöpfen soll es nicht schlechter gehen als dem Schöpfer. Sie sollen in all ihrer Unruhe an der Ruhe Gottes Anteil haben. Denn Leben ist mehr als aktiv sein, arbeiten und produzieren. Deshalb soll an einem Tag in der Woche niemand arbeiten: weder der Herr noch der Knecht, weder Erwachsene noch Kinder, weder Sklaven noch Gastarbeiter oder Migranten. Und – man beachte! – die Tiere werden nicht vergessen: Auch sie sollen an diesem Tag ruhen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Sich selbst Grenzen setzen und Gott Raum gewähren</div><div><br></div><div>Das ist schon außergewöhnlich: Landwirtschaft ist zum Beispiel in der Erntezeit sehr arbeitsintensiv und ganz einfach notwendig. Da kann der Landwirt nicht einfach sagen: "Ich hör jetzt mal auf." Dennoch wurde in der bäuerlich geprägten Gesellschaft Israels an jedem siebenten Tag die Arbeit in der Landwirtschaft – und darüber hinaus – eingestellt.</div><div><br></div><div>Mit dem Einstellen der eigenen Arbeit wurde etwas Entscheidendes anerkannt: Nicht der Mensch, sondern Gott ist der Herr über die Fruchtbarkeit des Landes und über den Alltag mit all seiner Mühsal.</div><div><br></div><div>Wenn der Mensch aufhört und ruht, setzt er sich selber Grenzen. Er schraubt seinen Anspruch, durch sein Arbeiten über den Alltag zu verfügen, zurück, und ebenso seinen Anspruch, die Natur zu beherrschen. Er gesteht ein, dass er keine letzte Macht über sein eigenes Leben hat. Denn all sein Arbeiten und seine Naturbeherrschung dienen der Sicherung seines Lebens.</div><div><br></div><div>Dass wir in Wahrheit keine letzte Macht über unser Leben haben, müssen wir immer wieder erfahren. Dennoch gibt es in dieser Unsicherheit des Lebens und in all unserer besorgten Unruhe eine tröstliche Ruhe für die Glaubenden. Der Hebräerbrief des Neuen Testaments hat das so ausgedrückt (Hebr 4,9f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die endgültige Sabbatruhe steht also für das Volk Gottes noch aus. Denn wer zu dem Ruheplatz Gottes gekommen ist, ruht sich aus von seinen Werken – so wie Gott selbst es von seinen eigenen Werken getan hat.</span></i></span></div><div><br></div><div>So die <span class="fs14lh1-5"><i>BasisBibel</i></span>. Martin Luther hat den ersten Satz sehr schön und einprägsam so übersetzt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.</span></i></span></div><div><br></div><div>Gerade in unruhigen Zeiten ist das eine tröstliche Wahrheit.</div><div><br></div><div>Aber das Ruhen von den eigenen Werken hat auch noch eine ganz andere Dimension. Denn kaum etwas ist heute wichtiger für die Schöpfung als unser Aufhören: aufhören damit, die Schöpfung immer weiter auszubeuten. Die Bewahrung der Schöpfung kann nur so gelingen, dass wir uns selber Grenzen setzen und Verzicht üben dort, wo wir die Schöpfung mit unseren Aktivitäten, unserem Konsumieren und Produzieren über die Maßen belasten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Der Tag ohne Nacht</div><div><br></div><div>Es gibt noch eine weitere Dimension des Sabbats, die ich sehr wichtig finde und die mir erst kürzlich bewusst wurde: In der Schöpfungsgeschichte fällt auf, dass der siebente Tag nicht "sehr gut" ist wie die anderen Tage, sondern heilig. Und außerdem wird im Unterschied zu allen anderen Tagen vom siebenten Tag kein Abend ausgesagt (1Mo/Gen 2,2-4). Der heilige siebente Tag erscheint als ein Tag, an dem es keine Dunkelheit der Nacht gibt!</div><div><br></div><div>Das erinnert an eine andere Aussage am Ende des Neuen Testaments, wo die neue, ewige Schöpfung Gottes im Bild des neuen Jerusalem beschrieben wird. Von dieser Stadt gilt (Offb 21,23):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtete sie, und ihre Leuchte ist das Lamm [= Jesus].</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn man beide Aussagen zusammen in den Blick nimmt, kann man folgern: Weder am siebenten Tag der Schöpfung noch im neuen Jerusalem der Neuschöpfung gibt es Dunkelheit. Der Sabbat weist damit über sich selbst hinaus auf die neue, ewige Schöpfung, die nach dem Neuen Testament in Jesus ihren Grund hat. So nimmt der Sabbat die zukünftige Herrlichkeit, in der die Schöpfung vollendet wird, schon ansatzweise vorweg.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Die Vorwegnahme der Zukunft</div><div><br></div><div>Was heißt das genau? Nach den Evangelien ist die Botschaft vom Reich Gottes das Zentrum der Verkündigung Jesu. Kein anderes biblisches Buch spricht derart oft und zentral vom Reich Gottes, wie Jesus es in den Evangelien tat. Daraus kann man schließen, dass Jesus davon ausging, mit ihm sei das Reich Gottes angebrochen. Dementsprechend ist er auch der erste Mensch, der von den Toten auferweckt wurde (1Kor 15,20.23).</div><div><br></div><div>Wenn wir auf Jesus blicken, begegnet uns also schon die Zukunft: Wir sehen, was es heißt, im Reich Gottes zu leben und von den Toten auferweckt zu werden. Wie Jesus das ewige Leben leiblich vorweggenommen hat, so nehmen wir es im Andenken an ihn gedanklich vorweg. Außerdem beschreibt das biblische Buch der Offenbarung in vielen Bildern das ewige Leben (Offb 21 und 22). Diese Bilder sind unvollkommene irdische Vorstellungen, die aber dennoch etwas über das ewige Leben aussagen.</div><div><br></div><div>Vorwegnahme des ewigen Lebens meint also nicht, dass wir Gott vorgreifen und uns das ewige Leben aneignen oder es gar "herstellen", bevor es überhaupt angebrochen ist. Wir entwickeln nur Vorstellungen, die nicht das ewige Leben sind, die ihm aber ähnlich sind – und zwar trotz aller Unähnlichkeit. Wir müssen Ähnlichkeit und Unähnlichkeit zusammendenken: Unsere Vorstellungen und Begriffe sind einerseits unvollkommen und unpassend, andererseits aber doch dem ewigen Leben ähnlich und deshalb nicht gänzlich ohne Aussagekraft. Sie formulieren Ähnlichkeiten in aller Unähnlichkeit. Man spricht dann auch von Analogien oder Entsprechungen.</div><div><br></div><div>So schreibt Paulus, dass wir auf etwas hoffen, was wir nicht sehen (Röm 8,24f). Und der Hebräerbrief stellt fest, dass der Glaube eine Überzeugung von Dingen ist, die man nicht sieht (Hebr 11,1). All unsere Erkenntnis ist verzerrtes Stückwerk (1Kor 13,12). Wir haben also nur eine vorläufige und verzerrte Vorstellung vom ewigen Leben.</div><div><br></div><div>Dennoch verändert diese Vorstellung unser Leben schon jetzt: Sie spendet Trost, weckt Vorfreude und ermöglicht liebevolle Hingabe an unsere Nächsten. So wirkt das ewige Leben bereits in unser zeitliches Leben hinein. Wir erleben in unvollkommener Weise das, was noch aussteht – etwas ihm Ähnliches. Unsere Vorstellung vom ewigen Leben ist nicht nur ein Traum, sondern sie prägt unser Leben schon jetzt.</div><div><br></div><div>So ist auch der Sabbat nach alttestamentlicher und jüdischer Vorstellung eine unvollkommene Vorwegnahme des Kommenden: ein heiliger Tag in der unheiligen Welt, ein Tag des Lichts in der Finsternis, ein Tag der Freude an Gott in allem Leid (Jes 58,13f), ein Tag, der den "ewigen Sabbat" in der Zeit, das Vollendete im Unvollendeten spiegelt (Jes 66,23). Der Sabbat unterbricht unseren Alltag mit seiner Mühsal und feiert die kommende Erlösung in der unerlösten Welt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Die Woche beginnt mit der Auferstehung</div><div><br></div><div>Alles, was ich über den jüdischen Sabbat gesagt habe, gilt auch für den christlichen Sonntag. Ab dem 2. Jahrhundert n.Chr. ist belegt, dass der Sonntag für die Christenheit an die Stelle des jüdischen Sabbats getreten ist. Und erst unter dem römischen Kaiser Konstantin, der das Christentum zur Staatsreligion erklärte, wurde der Sonntag im Jahr 321 als arbeitsfreier Ruhetag eingeführt.</div><div><br></div><div>Der Sonntag geht auf den Sabbat zurück und ersetzte ihn schließlich für die Christinnen und Christen. Aber der Sonntag hatte noch einen über den Sabbat hinausgehenden Charakterzug. Denn der erste Tag der Woche war nach dem biblischen Zeugnis der Tag der Auferweckung Jesu (Mk 16,2; Mt 28,1; Lk 24,1; Joh 20,1).</div><div><br></div><div>Zwar ist der Sonntag im allgemeinen Bewusstsein heute nicht mehr der erste Tag der Woche, sondern der letzte. Zur Zeit Jesu aber war der auf den Sabbat folgende Tag, also unser Sonntag, der erste Tag der Woche, und so ist es im Judentum noch heute. Folgt man dem, dann beginnt die Woche für Christinnen und Christen mit dem Gedenken an die Auferstehung Jesu von den Toten und mit dem Vorausblick auf die zukünftige Auferweckung der Glaubenden zum ewigen Leben.</div><div><br></div><div>Wir müssen uns das mal ganz bewusst machen: Unsere Woche beginnt nicht mit Mühsal und Frust, sondern mit dem Blick auf die kommende Erlösung von alldem.</div><div><br></div><div>Im römischen Reich war der Sonntag oder "Tag der Sonne" auch dem Sonnengott geweiht. Für die frühe Christenheit aber gab es keine andere Sonne als Jesus Christus, der als "Licht der Welt" verehrt wurde (Joh 8,12) und der nach biblischer Überlieferung hell wie die Sonne leuchtet (Mt 17,2), ja sogar noch heller als die Sonne (Apg 26,13).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Der Gottesdienst und anderes Lebenswichtiges</div><div><br></div><div>Bis heute ist der Sonntag der Tag des christlichen Gottesdienstes. Einen Gottesdienst zu besuchen, ist keine vertane Zeit. Man ist zwar als Besucher des Gottesdienstes nicht produktiv im herkömmlichen Sinn, aber man ist ein aktiv Beteiligter:</div><div><br></div><div><ul><li>Man blickt über den eigenen Horizont und die vielen nichtssagenden Worte des Alltags hinaus und hört auf das, was das Evangelium, die Frohe Botschaft von Gott, uns Lebenswichtiges zu sagen hat. Dazu gehört auch die Botschaft, dass alle irdische Mühsal einmal ein Ende haben wird.<br></li><li>Man konzentriert sich nicht auf die negativen Seiten des Lebens, sondern macht sich das Gute, das uns schon jetzt täglich widerfährt, bewusst und dankt Gott dafür.<br></li><li>Man wird ehrlich und führt sich die meistens verdrängte Verletzlichkeit des eigenen Lebens vor Augen. So kann man Gott um seinen Segen und seine Bewahrung bitten.<br></li><li>Man stärkt den eigenen, immer angefochtenen, vielleicht sogar schon verschütteten Glauben. Denn im Gottesdienst begibt man sich in eine Gemeinschaft von Menschen, die wie man selbst glauben, zweifeln und angefochten sind. So erlebt man, dass man mit seinen Zweifeln und Anfechtungen nicht allein ist.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Das alles ist lebenswichtig. Und über den Gottesdienst hinaus ist es lebenswichtig für uns, am Sonntag – ganz profan – Zeit zu haben:</div><div><br></div><div><ul><li>Zeit, gemeinsam etwas zu unternehmen, einander wahrzunehmen, uns aneinander zu erfreuen und Leid miteinander zu teilen.<br></li><li>Zeit zum Feiern, Spielen und Alleinsein; Zeit, einfach da zu sein, ohne einem Ziel nachzujagen oder einen Zweck zu erfüllen.<br></li><li>Zeit innezuhalten und sich zu besinnen auf das Leben jenseits von Arbeit und Alltagssorgen.<br></li><li>Zeit, den weniger leistungsfähigen Menschen wertschätzend zu begegnen, aber auch den Tieren und der uns umgebenden Natur.<br></li><li>Zeit für alle und alles, was nicht ausschließlich einem ökonomischen Nutzen dient, sondern ein Lebensrecht hat jenseits aller Nützlichkeitserwägungen.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Wenn wir all das über den Sonntag Gesagte auch nur ein Stück weit verwirklichen, dann kann tatsächlich jeder Sonntag eine Verheißung sein: die Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, die Gott für uns bereiten wird. Dass wir darauf hoffen und uns darauf schon jetzt freuen, dazu lädt uns Gott herzlich ein (Offb 21,1-7).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Karl-Heinrich Bieritz: Sonntag. I. Historisch. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl. Band 4, München 2004. Sp. 1445-1447.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Berthold Klappert: Worauf wir hoffen. Das Kommen Gottes und der Weg Jesu Christi. Mit einer Antwort von Jürgen Moltmann. Chr. Kaiser/Güterslohner Verlagshaus. Gütersloh 1997. S. 67f.74-76.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Der Weg Jesu Christi. Christologie in messianischen Dimensionen. Christian Kaiser Verlag. München 1989. S. 350f.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Eckart Otto: Sabbat. I. Altes Testament. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl. Band 4, München 2004. Sp. 712f.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Ulrich Volp: Sabbat. III. Christentum. 2. Kirchengeschichtlich. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl. Band 4, München 2004. Sp. 716.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Grafik: Chen auf Pixabay (Ausschnitt).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 19 Jan 2024 09:00:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Im Bett, vor dem Einschlafen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000238"><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs9lh1">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, halte es bitte für diese Seite waagerecht oder verwende die Einstellung "Desktop-Website", um den Text zu lesen.</span></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Im Bett, vor dem Einschlafen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/01/2024</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div data-line-height="1" class="lh1">es ist warm</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es ist weich</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es ist still</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Muskeln ruhen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Gedanken schweigen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Sinne schwinden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Schmerzen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Sorgen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Angst</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gelobt sei der Herr!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">		* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Piyapong Saydaung auf Pixabay.</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 13 Jan 2024 08:56:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Anmerkungen zu Peter Sloterdijk]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000237"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Anmerkungen zu Peter Sloterdijk</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Über Zumutungen, Wahrheit, Tod und Gott</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/01/2024</span></div><div><br></div><div>Manchmal werfe ich einen Blick über den Tellerrand der Theologie hinaus und lande dabei im Feuilleton der ZEIT. Wie auch vor einigen Wochen, als ich auf einen Artikel über ein Tagebuch des Philosophen Peter Sloterdijk stieß.*</div><div><br></div><div>Vor Jahrzehnten kaufte ich mir das frühe zweibändige Werk dieses Philosophen mit dem Titel "Kritik der zynischen Vernunft". Mit Erstaunen stelle ich fest, dass ich tatsächlich den ersten Band durchgelesen hatte und außerdem noch Teile des zweiten Bandes. Noch erstaunlicher ist aber, dass sich die wichtigen Einsichten dieses Buches mir nicht nachhaltig eingeprägt haben. Geblieben ist nur das Bewusstsein, dass da etwas Wichtiges stand. Was dieses Wichtige war, ist den Tiefen des Vergessens anheimgefallen, ich weiß nicht, warum.</div><div><br></div><div>Auch heute noch regt mich Sloterdijk an, sonst gäbe es diesen Artikel nicht. Sein besagtes Tagebuch umfasst die Jahre 2013 bis 2016. Der ZEIT-Autor Thomas E. Schmidt klärt mich darüber auf, was in diesen Jahren alles passiert ist: Terrorakte in Paris, Russland &nbsp;annektiert die Krim, in Deutschland gibt es eine "Flüchtlingskrise", in Europa die Euro-Krise und Donald Trump wird Präsident der USA. Ziemlich viel für vier Jahre, denke ich, und wundere mich, dass mir der enge Zeitrahmen dieser Krisen bisher gar nicht bewusst war.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Gott ist das Unübersetzbare. Gerade darum</span></div><div class="imHeading3"><span class="fs14lh1-5 cf1">kann man nicht aufhören, es immer aufs Neue zu übersetzen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Dann zitiert Schmidt aus Sloterdijks Tagebuch:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Das Tagebuch: Klagemauer für Leute, die nicht wissen, wo sonst sie die Nachricht deponieren können, der Tag sei wieder eine Zumutung gewesen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Beim Wort <span class="fs14lh1-5"><i>Klagemauer </i></span>schlägt das Theologenherz höher. Richtig, wir brauchen eine Klagemauer, besonders dann, wenn der Tag eine Zumutung war oder von uns als solche empfunden wurde.</div><div><br></div><div>Und so möchte ich Sloterdijk, der ein Tagebuch schreiben muss, weil er keinen anderen Ort hat, an dem er die Nachricht vom zugemuteten Tag, also diesen Tag selbst, abladen kann, deponieren kann wie auf einer Müllkippe – ich möchte ihm zurufen: "Entsorge doch diese betrübliche Nachricht bei ... bei ...". Ja, wo denn? Soll ich wirklich sagen: bei <span class="fs14lh1-5"><i>Gott</i></span>? Soll ich dieses abgegriffene und unendlich oft missbrauchte Wort benutzen, dieses Wort, das suggeriert, wir wüssten, wovon wir reden, wenn wir <span class="fs14lh1-5"><i>Gott </i></span>sagen? Kann dieses Wort dem Philosophen überhaupt etwas sagen? Sagt man, sobald man es in den Mund nimmt, nicht schon zu viel – oder auch zu wenig?</div><div><br></div><div>Also, was soll ich einem gebildeten, aber nicht religiösen Menschen sagen, wenn ich von dem reden will, den wir <span class="fs14lh1-5"><i>Gott </i></span>nennen? "Entsorge doch den zugemuteten Tag bei einer guten Macht, die aus allen Zumutungen etwas Gutes entstehen lassen kann"? Er wird sofort merken, dass die "gute Macht" nur eine Umschreibung für <span class="fs14lh1-5"><i>Gott </i></span>ist. "Entsorge doch den zugemuteten Tag im Himmel"? Aber der <span class="fs14lh1-5"><i>Himmel </i></span>ist ebenso abgenutzt wie <span class="fs14lh1-5"><i>Gott</i></span>, nur dass er etwas unpersönlicher und esoterischer wirkt.</div><div><br></div><div>Manche schreiben heute <span class="fs14lh1-5"><i>G*tt</i></span>, um die Unbeschreiblichkeit Gottes auszudrücken. Aber dann beschreiben sie ihn doch, auch wenn sie ihn <span class="fs14lh1-5"><i>G*tt</i></span> nennen. Wir kommen ums Beschreiben Gottes nicht herum, es sei denn, wir hörten auf, von ihm zu reden. Doch dann bleibt nur das Tagebuch, um den Tag zu entsorgen.</div><div><br></div><div>Ich finde einen treffenden Satz der französischen Philosophin Barbara Cassin, auch ihn entnehme ich dem Feuilleton der ZEIT:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Das Unübersetzbare ist nicht das, was man nicht übersetzen kann, sondern es ist das, was man nie zu übersetzen aufhört, immer aufs Neue.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist wahr, auch wenn sie es wohl nicht auf Gott bezogen hat: Gott ist das oder der Unübersetzbare. Gerade darum kann man nicht aufhören, es oder ihn immer aufs Neue zu übersetzen.</div><div><br></div><div>Ich werde also weiter von <span class="fs14lh1-5"><i>Gott </i></span>reden, manchmal auch von <span class="fs14lh1-5"><i>guten Mächten</i></span>, was natürlich von Bonhoeffer entliehen ist. <span class="fs14lh1-5"><i>Die Macht, die wir Gott nennen</i></span> ist auch eine mögliche Umschreibung. <span class="fs14lh1-5"><i>Der gute Geist</i></span>? Aber es gibt viele gute Geister, manche sind sogar Menschen: "Die Mutter war der gute Geist des Hauses." Was wir auch sagen: Es passt alles nicht für den Unübersetzbaren.</div></div><div><br></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Wahrsprecher sind nicht erwünscht.</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Denn heute haben ja unterschiedslos alle recht</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ich werde also nicht das passende Wort finden, schon gar nicht eins, das Sloterdijk überzeugen würde. Der ist weiter auf der Suche und schreibt in sein Tagebuch:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Blättere in den Feuilletons der letzten Tage, unfähig, mich für das Gelesene und das sich darin verratende Schriftstellerelend zu interessieren.</span></i></span></div><div><br></div><div>Da fühle ich mich wieder ganz einig mit ihm. Obwohl: Gerade lese ich über sein Tagebuch im Feuilleton. Also finde ich dort doch Interessantes. Sicher habe ich noch nicht so viele Feuilletons gelesen wie der Philosoph. Vielleicht hat dieser auch etwas übertrieben. Egal, ich kenne auch das Desinteresse an Zeitungen, seien es die politischen Seiten, die Wirtschaftsseiten oder die Feuilletons. Und den Überdruss an Fernsehdiskussionen. Alles dreht sich im Kreis. Die Gedanken überschlagen sich und kommen doch nie ans Ziel.</div><div><br></div><div>Auch dazu findet sich offenbar etwas bei Sloterdijk. Sein Rezensent Thomas E. Schmidt beschreibt es so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Man unterstellte, dass Peter Sloterdijk von seiner Position aus klarer sehe, schon indem er mutiger schien. Heute haben unterschiedslos alle recht, es gibt kein Außen mehr des allkommunizierenden Innen. Wer sich aus den Strömen des Geläufigen ans Ufer rettet, dem gelingt es vielleicht kurzfristig. Das fällt kaum auf, und auch der erfahrenste Taucher wird dafür nicht mehr mit einem Platz auf dem Podium belohnt oder mit einer Charakterrolle als Wahrsprecher im intellektuellen Schwimmzirkus.</span></i></span></div><div><br></div><div>Diese Sätze musste ich dreimal lesen, um ihre Bedeutung zu erahnen. "Kein Außen mehr des allkommunizierenden Innen"? Ist gemeint, dass der, der sein Innen nach außen kehrt, der Position bezieht, außerhalb seiner selbst niemanden mehr findet, der ihm wirklich zuhört – und dann auch noch zustimmt? Vielleicht gelingt es, dass ein aus dem Geläufigen ausbrechender Mensch kurzzeitig wahrgenommen wird. Aber es fällt kaum auf und erfährt keine Belohnung. Wahrsprecher sind nicht erwünscht. Denn postmodern haben ja unterschiedslos alle recht.</div><div><br></div><div>Schmidt fährt fort:</div><div><br></div><div><i><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">Die Kapitäne der Talkshows reden sich den Kopf unter Wasser. Wer trotzdem auf seiner eigenen Sicht beharrt, spielt in der Vorstellung vielleicht gar nicht mehr mit, sondern darf nur noch der Beleuchter sein. Der Autor [Sloterdijk] drückt es etwas anders aus: "Es ist an der Zeit, sich von der Laternenanzünder- und Elektriker-Metapher 'Aufklärung' zu verabschieden. Ein besserer Titel wäre jetzt: </span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"><b>Deception Studies</b></span></span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">."</span></span></i></div><div><br></div><div>Diese metaphernreiche Sprache liegt mir einfach nicht. Ich muss jedes Mal hin und her überlegen, was eigentlich mit der Metapher gemeint ist. Ich weiß, Metaphern stehen hoch im Kurs, auch in der Theologie. Mir sind sie zu schwammig, zu ungenau. Vielleicht habe ich aber auch zu wenig Gedichte gelesen. Mir erschließt sich mehr die sachliche Sprache.</div><div><br></div><div>Dennoch finde ich es toll formuliert. Ja, in den Talkshows reden sie sich "den Kopf unter Wasser". Also blubbern sie nur noch Luftblasen, so dass man sich wünscht, sie hätten lieber geschwiegen. Wer trotzdem bei seinem eigenen Standpunkt bleibt, wer sich des Geläufigen entzieht, darf nicht mehr mitspielen. Und Sloterdijk setzt noch einen drauf: Die Aufklärung sei nicht etwas Lichtbringendes, sondern <span class="fs14lh1-5"><i>Deception Studies</i></span>.</div><div><br></div><div>Ich gestehe, dass ich das Wort <span class="fs14lh1-5"><i>deception </i></span>in meinem Langenscheidt Schulwörterbuch nachschlagen musste, das nun schon fast mein ganzes Leben lang geduldig im Regal steht. Dort fand ich die Übersetzungen <span class="fs14lh1-5"><i>Täuschung, Irreführung, Betrug</i></span>. Aufklärung sei also ein Unternehmen der Täuschung und Irreführung, des Betrugs um die Wahrheit. So barsch hätte ich es nicht ausgedrückt. Aber wie begrenzt der Lichtschein der Aufklärung ist, wie schnell er von der Finsternis vereinnahmt wird, ist auch mir klar.</div><div><br></div><div>Es tut gut, diesen Satz von einem Philosophen zu hören, der sich nicht als Christ bekennt. Denn wenn ein Christ es sagt, erregt das sofort den Verdacht, er richte hier ein Weltreich der Finsternis auf, um das Licht Jesu und der Glaubenden umso heller leuchten zu lassen (z.B. Joh 1,5). Wenn Sloterdijk es sagt, wird es als tiefe Wahrheit gehört.</div><div><br></div></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Alle stehen in der Gefahr, "ein ziemlich laut tönendes Erz</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">und eine überklug klingende Schelle" zu sein. Auch Theologen.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Aber wie ist es um die Wahrheit bestellt? Der Philosoph notiert in sein Tagebuch, nachdem ihm ein alter Aufsatz aus eigener Feder in die Hände gefallen ist:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><b>Mon dieu</b></span><span class="cf2"> [Mein Gott], als ich noch alles wusste, da war ich ein ziemlich laut tönendes Erz und eine überklug klingende Schelle.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist beeindruckende Selbstkritik. Und: Der Mann kennt das Neue Testament (1Kor 13,1):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.</span></i></span></div><div><br></div><div>Worauf kommt es an? Auf angehäuftes Wissen? Auf den festen Stand, in dem man meint, immer eine Antwort parat zu haben? Auf die feste Überzeugung, "alles zu wissen"? Sloterdijk weiß um die Überheblichkeit und Selbstüberschätzung, die in solcher Haltung zum Ausdruck kommt. Weiß er auch, was Paulus wusste: dass erst die Liebe allem Wissen seinen Glanz verleiht?</div><div><br></div><div>Alle stehen in der Gefahr, "ein ziemlich laut tönendes Erz und eine überklug klingende Schelle" zu sein. Auch Theologen. Sie sogar besonders. Ich nehme mich nicht davon aus. Bescheidung täte ihnen gut. Aber es ist eine Gratwanderung: zwischen Wahrheitswahn und Wahrheitsverlust. Wenn alle unterschiedslos recht haben, gibt es keine Wahrheit mehr. Wenn einer im Unterschied zu allen anderen recht hat, gibt es auch keine Wahrheit mehr. Dann gibt es Diktatur.</div><div><br></div><div>Darum bedarf die Wahrheit des fairen Streits um sie. Das gilt auch für die Wahrheit Gottes. Es gibt nicht nur eine Evangeliumsschrift, sondern vier. Es gibt nicht nur die Paulusbriefe, sondern auch andere. Es gibt nicht nur einen Propheten, sondern viele. Es gibt sie, weil einer allein die Wahrheit dessen, den wir <span class="fs14lh1-5"><i>Gott </i></span>oder von mir aus auch <span class="fs14lh1-5"><i>G*tt</i></span> nennen, nicht zum Ausdruck bringen kann. Allein schon dieser Umstand sollte die allzu Bibelbuchstabentreuen davon überzeugen, dass keine Gruppe, keine Gemeinde oder Gemeinschaft allein ausreicht, um die Wahrheit zu bezeugen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Kein Mensch ist ein Zufallsprodukt,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">sondern jeder ein Gedanke Gottes</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Auch am Tod kommt Sloterdijk nicht vorbei – würde er es, so wäre er kein Philosoph mehr. Ihn zu verdrängen ist eines nachdenklichen Menschen nicht würdig. Denn der Tod (be)trifft jeden.</div><div><br></div><div>Beim Tod geht es, wie bei Gott, ums Ganze: um das Ziel unseres Daseins und deshalb auch um seinen Grund. Ziel und Grund aber entscheiden über den Sinn. Schmidt gibt Sloterdijks Gedanken so wieder:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Der Mensch [...] komme heillos zufällig auf die Welt, gewissermaßen ohne Berechtigung, und er könne die Lücke seiner Grundlosigkeit nachträglich nicht schließen. [...] Wenn dieses Leben keine zureichende Legitimation besitzt ("Neues vom nackten Dass: Jeder spürt, es gibt keine Regel, die sein Dasein erklärt. Das Zufällige ist dem Notwendigen immer ein paar Schritte voraus."), fällt dem Einzelnen zwangsläufig eine ungeheure, potenziell auch ruinöse Freiheit zu: "Frei ist, wer nie zum Sklaven des Angeborenen und Vorgefundenen wurde, auch nicht seiner geerbten Eigenschaften." [...] "Die Sprechblase des Jahrzehnts: 'sich selbst neu erfinden'." Es ist die Supersprechblase, die es noch ins folgende Dezennium geschafft hat. Die Runderneuerten machen ihr Ich nicht urbar, sie optimieren es höchstens. Wo Individualität war, ist nun Identität, oft eine Form der Selbstgefälligkeit.</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch hier muss ich manche Sätze mehrmals lesen. Der Mensch kommt ohne Berechtigung und Grund zur Welt? Da fehlt dem Philosophen, was der Christ glaubt: Ich bin gewollt! Kein Mensch ist ein Zufallsprodukt, sondern jeder ein Gedanke Gottes. Jeder Mensch ein Geschöpf mit in der Welt benötigten Begabungen und liebenswürdigen Anlagen – die wir zu unserem eigenen und der anderen Leidwesen massiv pervertieren und destruieren können. Gedacht jedoch ist jeder Mensch als wunderbares Individuum (Ps 139,13.14a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Du hast meine Nieren geschaffen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">hast mich gewoben im Mutterleib.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist der Lobgesang des glaubenden Menschen – nicht auf sich selbst, sondern auf den kreativen Erzeuger. Der hat seine "Nieren" erschaffen – gemeint ist sein durchaus gutes Inneres, seine positiven Gedanken, Empfindungen und Bestrebungen –, und zwar jenseits dessen, was die Welt und er selbst aus ihnen gemacht haben. Das ist die Legitimation jedes Menschenlebens, das es deshalb zu schützen und zu fördern gilt. Und darin – nicht in der fehlenden Legitimation des Menschenlebens – gründet des Menschen Freiheit.</div><div><br></div><div>"Frei ist, wer nie zum Sklaven des Angeborenen und Vorgefundenen wurde, auch nicht seiner geerbten Eigenschaften", schreibt Sloterdijk. Aber wer könnte sich schon von alldem wirklich lossagen? Wir tragen alle die Last des Angeborenen, Geerbten und Vorgefundenen in uns. Aber stärker ist die Kraft, die der kreative Erneuerer in uns hineinlegen kann und die das schafft, was uns selbst unmöglich ist: wahrhaft von negativen Einflüssen frei zu werden.</div><div><br></div><div>Damit sind wir wieder im Haus der Transzendenz. Wir überschreiten die uns sichtbare Welt und tauchen ein in eine unsichtbare, die zu glauben dem aufgeklärten Menschen, der wir sind, so unendlich schwer fällt. Aber war nicht die Aufklärung im Urteil des Philosophen ein Unternehmen der Täuschung und Irreführung, der Betrugs um die Wahrheit? Könnte also das aufklärerische Licht der Wahrheit, das im Sichtbaren nicht aufgeht, erst vom Unsichtbaren her auf das Sichtbare fallen?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Der Glaube setzt darauf, dass auch im Zugemuteten</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">der kreative Erneuerer am Werk ist</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wer allerdings den unsichtbaren und unbeschreibbaren kreativen Erneuerer aus dem Spiel lässt, ist gezwungen, beständig sich selbst neu zu erfinden – in den Worten Sloterdijks: sich zu optimieren, anstatt sich urbar zu machen. "Wo Individualität war, ist nun Identität, oft eine Form der Selbstgefälligkeit", deutet Schmidt. Optimierte Identität: Man ist, der man ist, nur immer besser. Individuelle Urbarmachung: Man wird, der man noch nicht ist, aber sein kann. Das erste gründet in Selbstgefälligkeit, das zweite im Ungenügen an sich selbst. Letzteres bringt unangenehme Gefühle hervor und führt zudem zur oft mühsamen Arbeit an sich selbst. Vielleicht ist es gerade deshalb keine bloße Sprechblase.</div><div><br></div><div>Die Theologie kennt einen Imperativ, der im Indikativ gründet: "Werde, der du bist!" Der Indikativ: Du bist der gewollte, begabte und zu freiem, sinnvollen Dasein bestimmte Mensch. Der Imperativ: Werde immer aufs Neue dieser Mensch! Das "Werde!" ist nötig, weil wir in der gefallenen Welt immer wieder unser wahres Sein verfehlen. Darum finden wir unser Sein auf Erden nicht ohne beständiges Neuwerden.</div><div><br></div><div>Doch ist dieses Neuwerden und damit der Imperativ der Christin und dem Christen gerade kein mühsames menschliches Unterfangen. Es ist vielmehr das bloße Einwilligen in das Werden, das durch den kreativen Erneuerer bewirkt wird, der uns schon "im Mutterleib gewoben" hat und auch jetzt an uns weiterweben will. Dieses Werden kommt nicht aus uns selbst – es geschieht mit uns. Dann freilich ist es ein Weg, der der Anfechtung nicht entbehren wird: der Anfechtung, den Unsichtbaren und Unbeschreibbaren an sich arbeiten zu lassen, und zwar auch dort, wo wir es möglicherweise gar nicht wollen, und auf eine Weise, die unser Leben scheinbar erschwert.</div><div><br></div><div>Dabei wird es Tage geben, die wir als Zumutung empfinden. Doch der Glaube setzt darauf, dass auch im Zugemuteten der kreative Erneuerer am Werk ist. Keine Zumutung ist zu groß, als dass er nicht Beglückendes daraus entstehen lassen kann.</div><div><br></div><div>Ist es überheblich, das zu sagen? Ist es zu viel gesagt über den, den wir <span class="fs14lh1-5"><i>Gott </i></span>nennen? Ist, wer so spricht, "ein ziemlich laut klingendes Erz und eine überklug klingende Schelle"? Jeder wird selber entscheiden müssen, ob es für ihn so klingt. Paulus meinte, es dürfe bei allen Worten nicht an der Liebe fehlen. Darum muss das Erste des das Wort ergreifenden Christen sein, dass es seinem Reden nicht an Liebe mangelt.</div><div><br></div><div>Daran kann, wer redet, scheitern. Wer aber aus Sorge vor dem Scheitern das Reden einstellt, ist schon gescheitert.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* DIE ZEIT Nr. 47 vom 9.11.23, S. 53. Das Zitat der französischen Philosophin Barbara Cassin auf S. 51. Das Tagebuch von Peter Sloterdijk: Zeilen und Tage III. Notizen 2013-2016. Suhrkamp Verlag, Berlin 2023.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Phuong Luu auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 06 Jan 2024 11:52:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Vor dem neuen Jahr]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000235"><div><div><span class="fs9lh1-5">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, halte es bitte für diese Seite waagerecht, um den Text zu lesen.</span></div></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Vor dem neuen Jahr</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 31/12/2023</span></div></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Ich stehe vor dem neuen Jahr</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>und es ist, wie's immer war,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>dass ich mich wieder Vieles frag',</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>zum Beispiel, was im alten Jahr lag.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Ich meine nicht, was geschehen ist</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>in des letzten Jahres Frist –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>das weiß ich schon, hab's auch verfolgt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>mich informiert und mich gesorgt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Nein, ich hab' an was and'res gedacht:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Was war das Ziel, was der Sinn?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Hat's Jahr die Menschheit weitergebracht?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Und wenn es so wär: Wohin? Wohin?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Ist's Leben besser geworden in dem Jahr</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>oder schlechter, als es vorher war?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Doch dann denk' ich mir: Kann man so fragen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>wenn bei der Menschen acht Milliarden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>als besser und schlechter, wenn man es wählt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>für jeden etwas and'res zählt?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Wenn <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> uns sorgen, weil unser Geld</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>auf der Bank verliert an Wert,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>die anderen aber, weil sie nicht ermessen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>was sie morgen sollen essen –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>da muss man sich doch wirklich mal fragen:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Kann man überhaupt ein Jahr bemessen?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Kann man es sozusagen verwalten?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Dann denke ich: Es bleibt doch alles beim Alten <span class="fs14lh1-5">–</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>hier wird's besser, dort wird's schlechter.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Die Menschen bleiben auch gespalten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>manche woll'n alles zum Besten gestalten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>doch ist es am Ende anders gekommen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>als sie es sich vorgenommen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Der Teufel steckt nicht nur im Detail,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>sondern mehr noch in der Umsetzung des Heils,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>das Menschen sich schön ausgedacht –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>haben aber nicht das Böse bedacht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>das unversehens und ohne Acht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>zwischen den Taten sich breit gemacht.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>So gibt's nichts Neues unter der Sonne?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Wird auch im nächsten Jahr nichts Neues begonnen?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Wird das Neue immer zum Alten zurückkommen?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Die ewige Wiederkehr des Gleichen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>aus der wir niemals können entweichen?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>So steh' ich vor dem neuen Jahr,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>das nur 'neu' heißt, doch nicht als solches sich erweist.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Ob ein Krieg mehr oder weniger, scheint egal,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>ob Unrecht hier oder dort vor uns tobt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>ob rot regiert oder grün oder schwarz,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>das Leiden bleibt doch immer hart</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>und am Ende steht die große Not.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>So wird es auch im neuen Jahr sein –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>alles beim Alten: Gefahr und Pein.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Doch hier stock' ich nun wirklich: Au wei!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Jetzt hab' ich mich tatsächlich festgeeist</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>in einem ewig sich drehenden Kreis.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Hab' ganz vergessen den Gott des Heils,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>der Wege aus dem Kreis heraus weist.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>So also steht's mit meinem Glauben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>dass beim in die Welt Hineinschauen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>ich nur noch das Böse seh' mit Grauen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>und der Glaube an den Weltenherrn schnell vergeht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>der doch alles, alles zu wenden versteht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>der Neues schafft tagaus tagein</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>und niemals ruht, der Schöpfer zu sein,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>der die Welt nicht am Alten zerbrechen lässt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>so dass aus ihr immer Neues erwächst.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>So wendet sich auch mein Gefühl und Verstand</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>und gewinnt etwas Neues: Hoffnung genannt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Jetzt seh' ich das Schlechte und kann doch Gutes glauben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>seh' die Macht der Zerstörung, kann der Lebensmacht vertrauen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>weil Gott im Schlechten das Gute wirken kann,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Leben im Tod, wie Er's will, wo und wann.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Verborgen für die Sinne, dem Glauben offenbar,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>wird auch den Sinnen etwas klar.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>So hoff' ich auf Gottes Wirksamkeit.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Hoff' auf Frieden, wo nur Kriege und Streit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>denn die Kriegsherrn haben keine Macht über die Zeit.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Ich hoff' auf Umkehr zum Klimaschutz,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>denn ewig ist nicht der Eigennutz.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Hoff' auf Miteinander, wo Menschen woll'n spalten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>denn Zukunft im Reich Gottes heißt: Zusammenhalten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Hoffe nicht, weil ich auf Menschenwerke warte,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>sondern bete, dass Gott mit denselben Gutes starte.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Drum freut euch mit mir auf das neue Jahr,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>vertraut auf den Schöpfer, er sagt dazu: Ja!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Es wird ein Jahr des Herrn, in dem Gutes gewinnt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>auch wenn wir's nicht seh'n, weil uns're Augen blind.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Es ist ein Geschenk, Gott will es uns geben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>deshalb sagt ihm Dank: Ihr dürft es erleben!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Es ist ein Jahr des Lebens, ein Jahr gewährter Zeit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>denn der Tod hat verlor'n – wisst ihr Bescheid?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Das Gute wird siegen, das Schlechte bleibt liegen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>lasst es doch endlich im Alten zurück,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>nehmt mit von Hoffnung und Freude ein Stück!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Und lasst euch erfüllen vom göttlichen Geist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>der unseren Herzen den Weg zum Guten weist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>der uns antreibt, zu dämpfen den alten Sinn,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>und das Leben erfüllt mit einem Neubeginn.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>Dann rührt ihr eure Hände und euren Verstand</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>und setzt euch ein für ein neues Land,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>ein Land, in dem keiner mehr nur für sich lebt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>sondern für die andern – auch wenn das Böse bebt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>So setzt das Reich Gottes sich durch im neuen Jahr,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><div>und ihr tragt dazu bei. Halleluja!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><br><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imTALeft"><blockquote><div class="imTALeft"><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Nanne Tiggelman auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 31 Dec 2023 17:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Licht und Finsternis in der Bibel ]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000234"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Licht und Finsternis in der Bibel</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine weihnachtliche Reise durch zwei Landschaften unseres Lebens</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/12/2023</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Heute möchte ich mit euch ein Experiment machen. Ich werde mit euch durch die Jahrhunderte springen, durch vollkommen unterschiedliche weltgeschichtliche und persönliche Situationen, um den biblischen Worten über Licht und Finsternis nachzugehen. Ein solches Verfahren ist nicht ungefährlich. Aber ich wage es trotzdem, weil Licht und Finsternis viel mit Weihnachten und mit unserem Leben zu tun haben.</span><br></div><div><br></div><div>Weihnachten 2023 ist anders. Die Lichter der Innenstädte und die Kerzen in den Wohnzimmern werden empfindlich gestört von den finsteren Bildern, die von Krisen, Krieg und Tod erzählen. Die Wirtschaft dümpelt vor sich hin, Politiker und Expertinnen liegen im endlosen Streit miteinander. Der Umbau zu einer klimaneutralen Gesellschaft verläuft holprig, und manche sind persönlich davon betroffen. Ein Problem scheint das andere abzulösen, ohne dass tragbare Lösungen in Sicht sind. Wie wird es weitergehen? Manche klinken sich aus den täglichen Nachrichten aus, weil sie die massive Gewaltanwendung in den Kriegen nicht mehr ertragen können und keinen Silberstreif am Horizont sehen. Die Sehnsucht nach einem Ende der Gewalt, nach Lösungen und nach Sicherheit ist groß.</div><div><br></div><div>Ist Weihnachten 2023 nur eine romantische Flucht aus all diesem Bedrückenden, eine kurze Atempause, ein Verschließen der Augen vor den Problemen, wenigstens für einen kurzen Moment? Was kann die Botschaft von der Geburt des Erlösers noch bewirken mit ihrer Erzählung vom Licht in der Finsternis und vom Lobgesang der Engel dort, wo es keinen Grund zum Loben zu geben schien? Schon gibt es Menschen, die zwar an die Geburt des Erlösers glauben, die aber zugleich erschrecken angesichts der nicht endenden Finsternisse und die Zweifel daran hegen, dass noch eine Wendung zum Licht hin möglich ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Das Erschrecken vor dem Licht</div><div><br></div><div>Allerdings kann man nicht nur vor der Finsternis, sondern auch vor dem Licht erschrecken. Das stellt uns die Weihnachtsgeschichte jedes Jahr vor Augen. Die Hirten auf dem Felde gingen in der Finsternis ihrem unheimlichen und gefährlichen Nachtwerk nach. Sie galten selbst als finstere und furchterregende Gesellen, die man des Raubs an den ihnen anvertrauten Tieren verdächtigte. Sie waren von der ehrenwerten Gesellschaft ausgeschlossen. So mögen sie sich mit ihrer Lage abgefunden haben, kannten sie doch seit Jahr und Tag nichts anderes als das Zusammensein mit den Tieren und mit der finsteren Seite des Lebens.</div><div><br></div><div>Diese Hirten nun, so erzählt es der Evangelist Lukas, werden plötzlich aus ihrer trübseligen äußeren und inneren Finsternis herausgerissen durch die Herrlichkeit Gottes, die mit einem gleißenden Lichtglanz einhergeht (Lk 2,9). Mit Bedacht hat der Evangelist hier das Wort "Herrlichkeit" gewählt, griechisch <span class="fs14lh1-5"><i>dóxa</i></span>, das in seiner Grundbedeutung "Lichtglanz" heißt. Denn wo der H<span class="fs12lh1-5">ERR</span> der Welt in diese eintritt, kann das Licht nicht ausbleiben.</div><div><br></div><div>Wir werden verstehen, dass die in ihrer Finsternis hausenden Hirten von dem unerwarteten und unerklärlichen Aufstrahlen des hellen Lichts in Angst und Grauen versetzt wurden. Erst von außen her, durch die Stimme eines Engels, wurde ihnen der Schrecken genommen. Denn der Engel &nbsp;überbrachte ihnen eine Frohbotschaft, nämlich die Botschaft von dem Retter, der alle Not heilen sollte, die Botschaft vom verheißenen und ersehnten Messias, der kommen sollte, sein Friedensreich aufzurichten. Erst durch diese Botschaft gewannen die Hirten ihre Fassung zurück (Lk 2,10-12).</div><div><br></div><div>Und nachdem eine unzählbare Engelschar einen Lobgesang auf den H<span class="fs12lh1-5">ERRN</span> angestimmt hatte und die Engelerscheinung mitsamt des Lichtglanzes erloschen war, regten sich die Hirten wieder. Sie konnten nun nicht einfach in der Finsternis bleiben, als wäre nichts geschehen, sondern sie mussten den angekündigten Erlöser aufsuchen. Sie wollten nicht nur von ihm hören, sondern den Erlöser auch leibhaftig sehen und ihn in seiner Armut und seinem Ausgeliefert-sein wahrnehmen. Hatte doch Gott die Bedürftigkeit erwählt, um seinen geliebten Geschöpfen in ihrer Bedürftigkeit nah zu sein (Lk 2,13-15).</div><div><br></div><div>Wahrscheinlich gleichen wir jenen Hirten auf dem Felde mehr, als wir uns eingestehen. Denn auch wir haben uns an manche Finsternis gewöhnt und uns mit einer gewissen Hoffnungslosigkeit abgefunden. Die Welt ist nun mal finster, meinen wir, daran ändern auch die winzigen Lichter nichts, die wir zuweilen anzünden. Gewalt und Tod beherrschen die Welt. Manche sagen auch: Der Teufel ist der Herr der Welt.</div><div><br></div><div>Und wir gleichen den Hirten wohl auch darin, dass ein zu helles Licht in uns nicht etwa Hoffnung weckt, sondern im Gegenteil Angst einflößt. Denn es will sich nicht in unsere Wahrnehmung der Welt einpassen, oder besser gesagt: <span class="fs14lh1-5"><b>Wir </b></span>können es nicht in unsere Weltanschauung einordnen. Denn die Finsternis hat sich auch in unseren Köpfen festgesetzt. Sind die etwas zu grell strahlenden glitzernd-bunten Lichter und der etwas zu laute Jubel in den Weihnachtsshows bei näherem Hinsehen nur ein Ausdruck für die Finsternis, die in unseren Seelen herrscht?</div><div><br></div><div>Gottes Herrlichkeit jedenfalls passt nicht in unsere finstere Zeit. Und wer es wagt, dennoch einmal eine konkrete Hoffnung zu äußern, die Hoffnung auf eine friedlichere und gerechtere Welt ohne die Auswüchse von Gewalt und Unterdrückung zum Beispiel – wer eine solche Hoffnung äußert, wird schnell der unrealistischen Naivität bezichtigt. Keinen Grund scheint es zu geben, in dieser Welt noch solche Hoffnungen zu haben.</div><div><br></div><div>Gottes Lichtglanz hat in der so verstandenen Welt keinen Ort. Er hat aber einen Ort in den biblischen Schriften, den schriftlich festgehaltenen Worten jener Menschen, die an den Gott glaubten, der die Welt mit Licht erfüllt. Darum konnten sich diese Glaubenden mit der Finsternis der Welt nicht abfinden. Gehen wir also einmal jenen aufgeschriebenen Worten nach. Wir springen dabei, wie gesagt, kühn durch Jahrhunderte und durch vollkommen unterschiedliche weltgeschichtliche Stationen und persönliche Situationen.</div><div><br></div><div>Das ist nicht ungefährlich. Denn es verleitet uns dazu, zu vergessen, dass diese Worte in der Welt entstanden sind. Wir dürfen diese von Menschen aufgeschriebenen Worte nicht mit dem ursprünglichen Sprechen Gottes verwechseln. Wir hören in den biblischen Schriften nicht die unmittelbare Stimme Gottes, sondern die Stimme von Menschen, durch deren menschliche Worte Gott zu uns sprechen will. Diese menschlichen Worte aber sind unvollkommene Worte, welche die Größe Gottes nur in menschlich-unvollkommener Weise zum Ausdruck bringen können. Das Wunder besteht darin, dass Gott durch diese unvollkommenen Worte dennoch zu uns spricht.</div><div><br></div><div>Trotz dieser Gefahr des Missverständnisses wagen wir es, den Sprung durch die Jahrhunderte zu machen. Wir vergegenwärtigen uns dabei die symphonische Vielfalt der biblischen Aussagen. Und wir lernen daraus, dass jede Systematisierung Gottes ihn schon verfehlt hat, weil der Eine und Einzige von uns nicht wie ein Objekt unseres Denkens in ein System gepresst werden kann. Es bleibt uns also nichts anderes, als mit den vielfältigen Aussagen zu leben und gerade <span class="fs14lh1-5"><b>darin </b></span>die Wahrheit Gottes und die Wahrheit der Welt zu entdecken. Machen wir uns auf den Weg durch die biblischen Landschaften des Lichts und der Finsternis!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Gott ist Licht und Lichtquelle</div><div><br></div><div>Gott wird im Neuen Testament mit dem Licht gleichgesetzt (1Joh 1,5):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und es ist keinerlei Finsternis in ihm.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wir können das so übersetzen: Gott ist ausschließlich gut, heilbringend, Leben spendend. Böses, Zerstörerisches und Tödliches ist nicht in ihm, und deshalb dient alles, was er tut, dem Leben. In Gott ist kein Vernichtungswille, sondern ausschließlich Liebe zum Leben.</div><div><br></div><div>Weil Gott nichts anderes als Licht ist, ist er auch die Quelle alles Lichts, das es auf Erden gibt (1Mo/Gen 1,2-4):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Erde war wüst und öde, und Finsternis lag auf der Urflut, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Und Gott schied das Licht von der Finsternis.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Schöpfungsgeschichte in 1. Mose/Genesis 1 ist erst relativ spät entstanden, nämlich im 5. bis 6. Jahrhundert vor Christus. Dennoch ist diese Geschichte die Grundlage für den Glauben im Alten und Neuen Testament. Bevor Gott sein Schöpfungswerk beginnt, sind Finsternis und Chaos da. Es gibt noch kein Licht, noch nichts Lebensförderliches. Weil Leben so nicht möglich ist, schafft Gott als erstes das Licht. Gott sieht, wie gut das Licht ist. Darum trennt er Licht und Finsternis voneinander.</div><div><br></div><div>Das heißt: Licht und Finsternis sind verschiedene Dimensionen in unserer Welt. Das Licht ist die Leben ermöglichende Dimension. Sie hat Vorrang vor der Finsternis, die eine zwiespältige Rolle einnimmt: In der Nacht dient sie der Regeneration des Lebens, im Tod aber zerstört sie das Leben. Beide Dimensionen sind da, aber der Schöpfer scheidet sie voneinander. Dadurch ist ihre unterschiedliche Rollenverteilung festgelegt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Finsternis verliert ihr Finster-sein</div><div><br></div><div>Licht und Finsternis sind aber nicht so voneinander geschieden, dass das Licht nicht auf die Finsternis einwirken könnte. Das Licht leuchtet vielmehr in die Finsternis hinein, ja mehr noch: Es leuchtet <span class="fs14lh1-5"><b>in </b></span>der Finsternis (Joh 1,5.9a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen [andere Übersetzungsmöglichkeit: die Finsternis hat`s nicht überwältigt]. [...] Es [= das "Wort", das Jesus ist] war das wahre Licht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Weil das Licht in der Finsternis der Welt scheint, ist die Welt nicht nur finster, so sehr sie sich auch finster darstellt. Ein Licht, das nicht zur Welt gehört, aber von außen her in die Welt kommt und die Welt erleuchtet, durchbricht die totale Finsternis.</div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Ohne Gottes Leben schaffendes Handeln gäbe es in unserer Welt nur den Tod. Ohne seine Liebe, die das Leben bewahrt, gäbe es nur Hass und Zerstörung. Die Welt ist nicht so finster, wie wir meinen. Die Finsternis versucht zwar, möglichst viel Raum einzunehmen, aber sie kann das Licht nicht verdrängen (nach der obigen zweiten Übersetzungsmöglichkeit). Wenn schon ein kleines Licht der Finsternis ihre totale Dunkelheit nimmt, um wie viel mehr bringen dann Gottes Liebe und Güte Hoffnung und Freude in die Welt. Die Welt kann dann in all ihrer Finsternis nicht mehr total finster sein.</div><div><br></div><div>Das ist noch gut verständlich. Aber nun gehen wir einen Schritt weiter und lesen von der Transformation der Finsternis zum Licht. Gott spricht (Jes 42,16):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich [Gott] werde Blinde auf einem Weg geleiten, den sie nicht kennen, werde sie auf unbekannte Pfade treten lassen. Ich werde Finsternis vor ihnen zu Licht machen und Holpriges zu Ebenem. Dies sind die Dinge, die ich tat, und ich lasse sie nicht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Worte sind von dem sogenannten zweiten Jesaja im babylonischen Exil gesprochen wurden. Es war eine Zeit, in der die Israeliten in der Fremde lebten, in die sie von der Großmacht Babylonien verschleppt worden waren. Es gab keine Hoffnung, in absehbarer Zeit in die Heimat zurückkehren zu können.</div><div><br></div><div>Nach diesen Worten stehen die beiden Dimensionen Licht und Finsternis nicht auf Dauer nebeneinander. Gott bewirkt vielmehr, dass die Finsternis zu Licht wird. Die Menschen, die blind sind für das Licht, blind für jede Hoffnung, werden von Gott auf Wege geführt werden, von denen sie nichts ahnen. Die Finsternis wird in sich zusammenbrechen, und der holprige Weg, der für Blinde nicht zu bewältigen ist, wird zum ebenen Weg werden. Solches hat Gott schon in der Vergangenheit getan, und er wird es wieder tun.</div><div><br></div><div>Für uns bedeutet das: Gott kann der Finsternis, die uns betrifft, ihre lebensfeindliche Kraft nehmen. Er findet Wege für die Welt, die uns unbekannt sind und auf die wir deshalb auch nicht hoffen. Er findet Wege aus unseren persönlichen Nöten heraus und auch aus den Kriegen und aus dem Klimawandel. Er kann uns auf diesen Wegen geleiten, auch wenn wir keinen einzigen dieser Wege sehen können. Mehr noch: Er kann das, was uns die größten Sorgen bereitet, zu einer Chance werden lassen; er kann nicht nur <span class="fs14lh1-5"><b>in </b></span>der Finsternis helfen, sondern die Finsternis selbst <span class="fs14lh1-5"><b>zur Hilfe machen</b></span>, Finsternis zu Licht werden lassen.</div><div><br></div><div>Der Apostel Paulus hat das einmal so ausgedrückt (Röm 8,28a):</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, </span><span class="fs14lh1-5"><b>alle Dinge</b></span><span class="fs14lh1-5"> zum Guten mitwirken.</span></span></i></div><div><br></div><div>Und <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> fasste seinen Glauben in folgende bedenkenswerte Worte*:</div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.</span></i></span></div><div class="mb1"><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.</span></i><br></div><div class="mb1"><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden als mit unseren vermeintlichen Guttaten.</span></i><br></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum [Schicksal] ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.</span></i><br></div><div><br></div><div>Auch Finsternis kann also zum Guten führen. Durch jede Notlage hindurch, auch durch unsere eigenen Fehler und Irrtümer, kann Gott uns zum Guten führen. Wir kennen oft nur ein Entweder – Oder: entweder Licht oder Finsternis. Diese strenge Unterscheidung von Licht und Finsternis gilt bei Gott nicht. Auch Finsternis kann Licht ins Leben bringen. So verliert die Finsternis ihr Wesen des alle Hoffnung raubenden Finsteren.</div><div><br></div><div>Aber wir gehen noch einen Schritt weiter. Gott kann nicht nur Finsternis zu Licht machen, sondern es kann sogar geschehen, dass Finsternis für ihn gar keine Finsternis ist (Ps 139,11f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Spräche ich: Nur Finsternis verschlinge mich und Nacht sei Licht für mich [oder: bis in mich hinein?], so wäre auch Finsternis nicht finster für dich [Gott], und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis wäre wie Licht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Deutlicher kann man die Mauer zwischen Licht und Finsternis nicht einreißen. Von einer Trennung zwischen Licht und Finsternis kann nun keine Rede mehr sein. <span class="fs14lh1-5"><i>Was für uns Finsternis ist, kann vielmehr für Gott wie Licht sein, also Unheil wie Heil, Böses wie Gutes, Tod wie Leben.</i></span> Die Dimensionen verschieben sich im Angesicht Gottes: In unseren Augen haben die Dinge offensichtlich einen anderen Charakter als in Gottes Augen. Was für uns hoffnungslos ist, kann für Gott voller Hoffnung und Chancen sein.</div><div><br></div><div>Man kann daraus schließen, dass wir die Finsternis oft viel zu ernst nehmen. Sie drängt sich uns unheimlich auf, um jede Hoffnung im Keim zu ersticken. Natürlich sollen wir vor dem Unheil nicht die Augen verschließen oder es für heilvoll erklären. Aber wir sollen auch mit der Möglichkeit rechnen, dass es vielleicht gar nicht so unheilvoll ist, wie es sich für uns darstellt. Wir sollen es getrost in Gottes Hände legen, der es besser einzuschätzen weiß als wir. Es muss nicht sein, aber es könnte sein, dass im Unheil das Heil verborgen ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Gott erschafft auch die Finsternis</div><div><br></div><div>Doch die biblische Sicht geht noch einen Schritt weiter. Der oben schon zitierte zweite Jesaja erlaubt sich tatsächlich zu sagen, dass Gott nicht nur das Licht, sondern auch die Finsternis erschafft (Jes 45,7):</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der das Licht bildet und die Finsternis schafft, der Heil vollbringt und Unheil schafft, ich, der H</span></span><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">ERR</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, bin es, der all dies vollbringt.</span></span></i></div><div><br></div><div>Jesaja widerspricht damit der Schöpfungsgeschichte aus 1. Mose/Genesis 1. Oder ergänzt er sie nur? Er spricht zu einem verzweifelten Volk, das kein Ende der Verbannung kommen sieht.</div><div><br></div><div>Diesem Volk sagt er: <span class="fs14lh1-5"><i>Was ihr gerade erlebt, diese undurchdringliche Finsternis, diese absolute Ausweglosigkeit, dieses abgründige, unerklärliche Unheil – all dies kommt nicht von bösen und anonymen Mächten her, es kommt auch nicht durch ein blindes Schicksal über euch, sondern es kommt von mir her, von dem Gott, der euch liebt.</i></span> Macht euch keine Sorgen, ihr seid keinen bösen Mächten ausgeliefert, ihr seid nicht in der Hand einer Schicksalsmacht, gegen die man nichts ausrichten kann, sondern ihr seid in meiner Hand, in der Hand des H<span class="fs14lh1-5">errn</span> der Geschichte, der euch durch dieses Unheil gehen, aber euch niemals darin untergehen lässt.</div><div><br></div><div>Das gilt auch für uns: Kein Schicksal bestimmt über uns und keine bösen Mächte, seien sie menschlich oder übermenschlich. Über uns bestimmt allein der Gott, der die ganze Welt in seiner Hand hält und uns nicht für immer dem Unheil preisgibt. Ist es nicht besser, darum zu wissen, dass die Not, die uns getroffen hat, von Gott ausgeht, anstatt zu rätseln, woher sie kommt oder sie gar bösen Mächten zuzuschreiben? </div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn Gott uns eine Last auflegt, wird er sie nicht zu schwer für uns machen und wird sie zu seiner Zeit auch wieder von uns nehmen.</i></span></div><div><br></div><div>Das Buch der Klagelieder des Alten Testaments drückt in derselben Situation ebenfalls diesen Gedanken aus (Klgl 3,34-39):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn man alle Gefangenen auf Erden mit den Füßen niedertritt und eines Mannes Recht vor dem Höchsten beugt, um einen Menschen im Rechtsstreit zu beugen – sollte der Herr das nicht sehen? Wer hat je etwas gesagt und es ist geschehen, ohne dass der Herr es befahl? Geht nicht aus dem Mund des Höchsten hervor das Böse und das Gute? Was beklagt sich der Mensch, der noch am Leben ist? Ein jeder klage über seine Sünden!</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Frage, die auch wir oft stellen, lautet: "Sieht Gott denn das Unheil nicht? Warum greift er nicht ein?" Antwort: Wer noch lebt, soll sich nicht beklagen. Ihm ist immerhin das Leben geschenkt – trotz seiner Sünden, über die zu klagen er Grund genug hätte. Er freue sich aber seines Lebens, und statt zu klagen frage er sich lieber: "Warum darf ich noch leben?"</div><div><br></div><div>Ein anderes Wort des Alten Testaments bietet noch einen weiteren wichtigen Aspekt. Dort heißt es, dass Gott "im Dunkeln wohnen will" (1Kön 8,12). <span class="fs14lh1-5"><i>Gott erschafft also die Finsternis nicht, um uns in ihr allein zu lassen, sondern er lebt selbst in der Finsternis.</i></span> Was hier alttestamentlich bezeugt wird, bekräftigt das Neue Testament dadurch, dass Gott in Jesus Christus in die Finsternis dieser Welt gekommen ist und in ihr Not und Tod selbst erlitten hat.</div><div><br></div><div>Wo also ist Gott in all dem Leid dieser Welt? Er ist dort, unter den Leidenden – mitten in ihrer Finsternis. Er ist auch in unserer Finsternis, welcher Art sie auch sei. Er kennt unsere Not, er leidet mit uns und er wird ihr ein Ende bereiten – wenn nicht in dieser Welt, dann in der neuen, in der es keine Finsternisse mehr geben wird.</div><div><br></div><div>Das ist keine billige Vertröstung auf ein Jenseits. Das diesseitige Unheil kann einen Menschen bis an die Grenzen seiner Kraft quälen. Hat Gott dieses Unheil befohlen, wie es das zitierte Klagelied behauptet? Das kann nicht für alles Unheil gelten. Auch die Klagelieder sprechen in eine bestimmte Situation hinein, in der dieses Wort tröstlich gewirkt haben mag: Gott und nicht der babylonische König hat das erste und das letzte Wort über das Unheil, das über Israel gekommen ist. Darum wird Gott Israel auch aus diesem Unheil wieder befreien. Damit ist dem Unheil ein Stück seiner Schärfe genommen. Die Anfechtung angesichts des Unheils ist aber nicht aus der Welt geräumt. Wir können Gott nicht immer verstehen.</div><div><br></div><div>Noch einen anderen Aspekt bringt der Prophet Amos ein. Er kritisiert während einer politischen und wirtschaftlichen Blütezeit Israels scharf die herrschenden sozialen Ungerechtigkeiten. Und er kündigt dem Volk an, dass Gott es ins Unheil stürzen wird – vermutlich, um es zur Umkehr zu bewegen. In diesem Zusammenhang fällt der Satz (Am 3,6b):</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Geschieht ein Unglück in einer Stadt, ohne dass der H</span><span class="fs12lh1-5">ERR</span><span class="fs14lh1-5"> es bewirkt hat?</span></i></span></div><div><br></div><div>Was Amos anspricht, ist der Aspekt des Gerichts Gottes über die Menschen, die Unheil in die Welt bringen. Sie werden selber Unheil erfahren, aber nicht um ihrer Bestrafung willen, sondern um die Ungerechtigkeit, die sie anderen Menschen antun, zu beenden. Gottes Gericht dient einem guten Zweck: Es will die Menschen zur Umkehr rufen und so ihren ungerechten Lebenswandel beenden. Bei Amos ist dieser Ruf zur Umkehr sehr verhalten, kaum hörbar. Doch zerstört Gott nicht um des Zerstörens willen. Er will auch mit seinem Gericht nicht zerstören, sondern aufbauen. Das Gericht mag hart sein, aber es ist wohl nötig, um der Ungerechtigkeit ein Ende zu bereiten und einen Neuanfang zu machen.</div><div><br></div><div>Möge es geschehen, dass auch wir unserem Unrecht ein Ende setzen, bevor Gott zum letzten Mittel greift und uns durch sein Gericht dazu zwingt.</div><div><br></div><div><div>Was bedeutet das nun alles für unsere menschlichen Nöte und Sorgen – Krankheiten, Beziehungsprobleme, Einsamkeit, Mobbing, Enttäuschungen, Brüche auf dem Lebensweg, Gewalt und Unrecht und was es alles an Finsterem, Bösen in der Welt gibt?</div><div><br></div><div>Ich denke, man kann aus der biblischen Sicht der Finsternis den Schluss ziehen: Das Böse und Beschwerliche in der Welt hat gar kein Eigenleben. Es ist nicht nur wesenlos, sondern es ist auch vollkommen machtlos. Es wird total von Gott bestimmt. Es darf nur insoweit wirken, wie Gott es zulässt, und es darf nur das wirken, was Gott ihm erlaubt. Das Böse und Beschwerliche hat kein Sein in sich selbst, sondern es ist, was es ist, nur von Gott her.</div><div><br></div><div>Das bedeutet für uns: Wir sind niemals in der Hand böser Mächte, sondern immer in der Hand des guten Gottes. Die bösen Mächte haben ihre Daseinsberechtigung nur von Gott her. <span class="fs14lh1-5">Gott gewährt ihnen noch eine eng begrenzte Macht und Zeit, in der sie uns quälen können. Aber indem Gott ihnen dies gewährt, ist die Grenze und das Ende alles Unheils und der Sieg des Heils bereits sicher.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Die Zukunft kennt keine Finsternis</div><div><br></div><div>Schauen wir zum Schluss noch einmal auf die Geschichte Jesu. Gleich zu Beginn seiner öffentlichen Wirksamkeit wird deren Folge für die Menschen beschrieben. Der Evangelist Matthäus zitiert dabei Jesaja 9,1f (Mt 4,16; vgl. auch Lk 1,78f). Der ganze Jesajatext gehört zu den gottesdienstlichen Lesungen an Heiligabend (Jes 9,1.2a.4-6):</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die im finsteren Land wohnen [andere Übersetzungsmöglichkeit: im Land des Todesschattens wohnen], ist ein Licht aufgestrahlt.Du [Gott] vermehrst den Jubel [andere Handschriften: Du vermehrst das Volk], du machst die Freude groß. [...] Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers.Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und sein Name lautet Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Oberster des Friedens. Groß ist die Herrschaft und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Reich, weil er es festigt und gründet auf Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des H</span></span><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">ERRN</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> der Heerscharen wird dies tun.</span></span></i></div><div><br></div><div>Die Verheißung des Messias, des kommenden Friedenskönigs, erlaubt denen, die an ihn glauben, schon jetzt in aller noch herrschenden Finsternis Jubel und Freude. Denn das Ende der Finsternis ist bereits beschlossene Sache. Die Angst einflößenden Kriegerstiefel und die blutgetränkten Mäntel haben keine Zukunft. Unrecht, Gewalt und Tod haben keine Zukunft und sind bereits im Vergehen. Die Zukunft ist nicht Gewalt und Krieg ohne Ende, sondern Friede ohne Ende. Denn die Herrschaft des verheißenen Friedenskönigs wird eine dauerhafte Herrschaft sein.</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen erkennen in Jesus den verheißenen Messias und erwarten die universale Aufrichtung seines Friedensreiches. Seine Macht besteht nicht in Gewalt, sondern in Recht und Gerechtigkeit für alle Menschen. Wir sollten uns daher nicht von den vielfältigen gegenwärtigen Problemen, Krisen und Bedrohungen vereinnahmen lassen. Wir können vielmehr das große Licht in den Blick nehmen, das denen aufstrahlt, "die im finsteren Land wohnen".</div><div><br></div><div>Damit sind wir am Ende unseres Weges durch die biblischen Landschaften von Licht und Finsternis. Wir haben die vielfältigen, teils widersprüchlich klingenden Aussagen der Bibel kennengelernt. Doch was uns widersprüchlich erscheint, ist vielleicht nur die rechte Vielstimmigkeit, die allein Gott angemessen mit unseren unvollkommenen Worten beschreibt.</div><div><br></div><div>Wir haben von der Hoffnung gelesen, die auf den Gott vertraut, der seine geliebten Geschöpfe nicht allein lassen wird. Er macht auch uns Hoffnung in den gegenwärtigen Krisen und Bedrohungen. Wir haben zwar keine Garantie dafür, dass das Unheil nicht noch länger andauert oder sogar noch größer wird. Gott muss nicht dann helfen, wenn wir es für richtig halten. Wir haben aber die Verheißung, dass am Ende nicht die Finsternis stehen wird, sondern das Licht – und dass, mit <span class="fs14lh1-5"><i>Jochen Kleppers</i></span> Worten, die Nacht schon vorgedrungen ist und der Tag nicht mehr fern (Evangelisches Gesangbuch Nr. 16):</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Nacht ist vorgedrungen,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">der Tag ist nicht mehr fern.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">So sei nun Lob gesungen</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dem hellen Morgenstern!</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Auch wer zur Nacht geweinet,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">der stimme froh mit ein.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Morgenstern bescheinet</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">auch deine Angst und Pein.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. Chr. Kaiser Verlag, 3. Aufl. München 1985. S. 20f. Ich habe die Absätze eingefügt und den Text an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 24 Dec 2023 03:00:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Drei Engel für Rolf]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000233"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Drei Engel für Rolf</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie mein Freund Rolf von Engeln gerettet wurde</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/12/2023</span></div><div><br></div><div>Mit dieser Geschichte möchte ich zeigen, dass es trotz des abgrundtiefen Hasses und der rücksichtslosen Zerstörung, welche die Welt immer stärker zu erfassen scheinen, auch die rettende und Leben bewahrende Liebe gibt.</div><div><br></div><div>Wir werden ja gegenwärtig von Nachrichten des Todes und der Zerstörung geradezu überhäuft. Gewalt, Krieg, politische Halbwahrheiten und globale Gefahren scheinen allgegenwärtig. Eine todbringende Lieblosigkeit und eine menschenverachtende Gewalt blähen sich dermaßen auf, dass die Liebe keinen Ort mehr in dieser Welt zu haben scheint. Aber der Schein trügt.</div><div><br></div><div>Ich habe einen Freund aus meiner Jugendzeit, nennen wir ihn Rolf. Mit Rolf habe ich viel erlebt. Wir haben in unserer Jugend unsere Probleme diskutiert, und wir haben herzlich miteinander gelacht. Ich erinnere mich an eine wahre Lachorgie, die ich mit ihm erlebte. Rolf ist kein oberflächlicher Mensch, sondern einer, der sich immer schon viele Gedanken über das Leben und den Glauben machte.</div><div><br></div><div>Trotzdem haben unsere Lebensläufe ganz unterschiedliche Wege genommen. Während ich relativ geradlinig einen bestimmten Weg verfolgte, gab es bei Rolf immer wieder neue Wendungen, Abbrüche und Neuanfänge. Ein geradliniger Weg wie meiner wäre ihm wahrscheinlich zu langweilig gewesen.</div><div><br></div><div>In den letzten Jahren hielt sich Rolf oft in Kenia auf. Während eines Urlaubs dort hatte er eine Afrikanerin kennengelernt, und sie haben sich ineinander verliebt. Seitdem lebte Rolf jeweils ein halbes Jahr in Deutschland, wo er arbeitete, und die andere Hälfte des Jahres in Kenia, wo er die Zeit mit seiner Freundin verbrachte.</div><div><br></div><div>Als Rolf das Rentenalter erreicht hatte, entschloss er sich, endgültig nach Kenia überzusiedeln. Er brach alle Zelte in Deutschland ab und wanderte nach Kenia aus. Ich erinnere mich noch an unser letztes Gespräch in Deutschland. Es tat mir weh, dass ich Rolf nun nicht mehr treffen konnte. Aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, ihn dennoch wiederzusehen. Ich hoffte auf eine Wendung auch in diesem Punkt seines Lebens.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Rolf war schwer verletzt und landete<br>in einem afrikanischen Krankenhaus</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wir blieben in Kontakt miteinander. Nachdem Rolf ungefähr zwei Jahre in Kenia war, teilte er mir mit, dass seine Freundin und er sich getrennt hatten. Sie standen noch in Kontakt miteinander, sahen sich auch hin und wieder, aber er hatte nun seine eigene Wohnung. Er wollte in Kenia bleiben.</div><div><br></div><div>Doch dann hatte er einen schweren Verkehrsunfall. Er muss von hinten von einem Tucktuck (ein offenes Dreirad-Taxi) oder Motorrad angefahren und möglicherweise sogar überrollt worden sein. So genau weiß niemand, was eigentlich passiert ist. Rolf war jedenfalls schwer verletzt und landete in einem afrikanischen Krankenhaus.</div><div><br></div><div>Jetzt war seine frühere Freundin wieder zur Stelle und pflegte ihn. In diesem Krankenhaus ging es anders zu als in unseren Krankenhäusern: Angehörige mussten einen Teil der Pflege übernehmen, die Betten standen in riesigen Räumen und waren nur durch Vorhänge voneinander getrennt, und Geschrei von Babys und Kindern war überall zu hören. Es gab kaum Ruhe. Für Rolf war das schlimm, aber er konnte das Krankenhaus nicht verlassen: Er hatte eitrige, kaum heilende Wunden am ganzen Körper, konnte nicht laufen und hatte keine Kraft und Beweglichkeit in den Fingern. Er konnte nicht einmal sein Handy selber halten.</div><div><br></div><div>Im Krankenhaus konnte ihm nur wenig geholfen werden. Dennoch verbesserte sich sein Zustand, wenn auch sehr langsam. Nach einigen Monaten konnte Rolf das Krankenhaus verlassen und zog wieder mit seiner früheren Freundin zusammen. Sie pflegte ihn nun mit viel Liebe zu Hause. Rolf machte, so gut es ging, Lauf- und Fingerübungen, um wieder längere Strecken laufen zu können und Kraft und Beweglichkeit in seine Finger zu bekommen. Sehr langsam machte sein Zustand Fortschritte.</div><div><br></div><div>Trotz der liebevollen Pflege wurden Rolf und seine frühere Freundin kein Paar mehr. Der dauernde Aufenthalt in ihrer Wohnung, fast nur im Bett der großen Hitze und zeitweise viel Lärm ausgesetzt, ohne seine gewohnten Spaziergänge am Meer – all das zehrte an seinen Nerven. So fasste Rolf, als er sich stark genug dafür fühlte, den Entschluss, zurück nach Deutschland zu kommen, um sich von hiesigen Ärzten behandeln zu lassen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Bis zuletzt war nicht klar, ob Rolf mutterseelenallein<br>und ohne Hilfe im Frankfurter Flughafen stehen würde,<br>unfähig, irgendwohin zu gehen</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das war eine weitreichende Entscheidung. Denn Rolf hatte nichts mehr in Deutschland: keine Wohnung, keine Krankenversicherung, kein Auto. Und er war nicht in der Lage, selbstständig seinen ablaufenden Reisepass zu verlängern, einen Flug zu buchen oder zum Flughafen in Mombasa zu gelangen. Auch seine frühere Freundin konnte ihm dabei nicht helfen. Und die Deutsche Botschaft in Nairobi war weit entfernt. Von ihr war offensichtlich keine Hilfe zu erwarten.</div><div><br></div><div>Was sollte Rolf tun? Er benötigte dringend eine bessere medizinische Versorgung. Ansonsten bestand die Gefahr, dass er niemals wieder richtig würde gehen und seine Hände gebrauchen können, und das heißt: Er würde ein Pflegefall bleiben.</div><div><br></div><div>Durch einen Bekannten bekam Rolf einen Tipp: Es gab in Kenia einen Deutschen, der schon lange in Kenia lebte und es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Rückführung erkrankter deutscher Staatsbürger nach Deutschland zu organisieren. Rolf nahm zu ihm Kontakt auf. Kurz gesagt: Der Helfer besuchte Rolf, um sich ein Bild von ihm zu machen. Er verlängerte Rolfs Reisepass und buchte einen Flug nach Deutschland. Er holte Rolf ab, nahm ihn drei Tage bei sich zu Hause auf und brachte ihn schließlich zum Flughafen nach Mombasa. Dort wurde Rolf in einen Rollstuhl gesetzt und in den Flieger gebracht. Auch das hatte der Helfer organisiert.</div><div><br></div><div>Offen blieb, was nach seiner Landung in Frankfurt mit Rolf passieren würde. Der Helfer versuchte, von Kenia aus einen Rollstuhltransport und eine Unterkunft in Frankfurt für Rolf zu organisieren. Er schaltete mehrere Hilfsorganisationen und das Frankfurter Sozialamt ein. Bis zuletzt war aber nicht klar, ob alle Beteiligten mitspielen würden oder ob Rolf mutterseelenallein und ohne Hilfe im Frankfurter Flughafen stehen würde, unfähig, irgendwohin zu gehen.</div><div><br></div><div>Wer meint, ein deutscher Staatsbürger, der ausgewandert war, würde in Deutschland mit offenen Armen empfangen und erhielte jede Hilfestellung, irrt sich sehr. Im Gegenteil: Bei manchen Behörden und Organisationen gewann man das Gefühl, so ein Rückkehrer würde nur stören.</div><div><br></div><div>Dann kam der Tag des Abschieds aus Kenia und der Ankunft in Deutschland. Keiner wusste, was in Frankfurt geschehen würde. Ich zitterte mit Rolf.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Es funktionierte alles wie am Schnürchen,<br>besser, als wir es jemals erwartet hatten</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Und kaum zu glauben: Es funktionierte alles wie am Schnürchen, besser, als wir es jemals erwartet hatten. Nachdem Rolf in Frankfurt gelandet war, wurde er mit Rollstuhl abgeholt, zum Taxi gebracht und zu einer Notunterkunft des Arbeiter Samariter Bundes gefahren, der bereits ein Zimmer in einem ehemaligen Hotel für ihn reserviert hatte, das nun von der Hilfsorganisation verwaltet wurde. Dort waren auch viele ukrainische Flüchtlinge untergebracht. Rolf bekam ein Einzelzimmer mit Dusche und WC sowie Vollverpflegung. Für ihn war es nach der schweren Zeit in Kenia wie die Ankunft im Paradies.</div><div><br></div><div>Das alles ist schnell aufgeschrieben und gelesen, aber es war für den Helfer, der aus Kenia alles organisiert hatte, mit viel Arbeit verbunden. Bis zuletzt wusste auch er trotz aller Bemühungen nicht, ob im deutschen Institutionendschungel von Flughafenhilfe (Rollstuhl), Arbeiter Samariter Bund (Unterkunft) und Sozialamt (Rückkehrerhilfe) alle ihren Part übernehmen würden und alle Rädchen ineinandergreifen würden.</div><div><br></div><div>Ich hatte gehofft, dass Rolf gleich in Frankfurt ärztliche Hilfe erfahren könnte. Aber das war unmöglich, weil er keine Postanschrift hatte und deswegen keinen Zugang zu einer Krankenkasse erhielt. Und wer keine Krankenkasse hat, wird kaum ärztlich behandelt, wenn nicht akute Todesgefahr besteht.</div><div><br></div><div>Nachdem er etwa zehn Tage im "Hotel" des Arbeiter Samariter Bunds versorgt worden war, bekam er ein Bahnticket in seinen Heimatort und trat die Heimreise an. Das Problem war nur, dass er dort keine Bleibe hatte. Das Sozialamt im Heimatort war über seine Ankunft informiert, und so musste Rolf sich direkt vom Bahnhof zum Sozialamt begeben. Wieder war unsicher, wie es mit ihm weitergehen würde.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Kurz entschlossen nahm ihn Claudia<br>für eine Woche bei sich auf</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Eine langjährige Freundin, nennen wir sie Claudia, war so freundlich, sich von ihrer Arbeit frei zu nehmen und Rolf zum Sozialamt zu fahren. Das Sozialamt hatte kein Zimmer zur Verfügung, es gibt ja auch gerade sehr viele Flüchtlinge. Das einzige, was ihm angeboten wurde, war eine Notunterkunft in einem heruntergekommenen Haus: eine Pritsche in der Küche, die von einem Ukrainer benutzt wurde, der im Nebenzimmer lebte. "Ein dunkles Loch", wie Rolf das nannte. Als er es besichtigte, brach eine Etage höher ein lauter Streit zwischen dem Hausmeister und einem weiteren Bewohner aus. Rolf war noch nicht bei Kräften, und diese Unterkunft überforderte ihn.</div><div><br></div><div>Da geschah etwas Unerwartetes: Kurz entschlossen nahm ihn Claudia, die ihn zum Sozialamt und zur Notunterkunft gefahren hatte, für eine Woche bei sich auf. Rolf war gerettet.</div><div><br></div><div>Aber nun ging es durch den Behördendschungel: Sozialamt, Krankenkasse, Rentenversicherung. Tausend Dinge mussten unterschrieben, beantragt, nachgefragt werden. Claudia erwies sich als fit im Umgang mit Ämtern. Sie fuhr Rolf hier- und dahin und erledigte für ihn die Formalitäten. Rolf gestand mir: Ohne ihre Hilfe hätte ich das niemals geschafft.</div><div><br></div><div>Aus der Woche, die er bei Claudia bleiben sollte, wurden zwei. Rolf besichtigte mehrere Wohnungen, und es zeigte sich, dass er trotz eines defekten Knies kilometerweit laufen konnte. Mit der ärztlichen Behandlung ging es nicht sofort los, denn es fehlte noch die Aufnahmebestätigung der Krankenkasse.</div><div><br></div><div>Eines Tages wurde Rolfs Bein dick und rot und schmerzte. Drei Tage später brachte ihn Claudia an einem Sonntag in die Notaufnahme des Krankenhauses. Das behielt ihn gleich da. Diagnose: Thrombophlebitis, eine akute Thrombose der oberflächlichen Venen. Rolf musste zehn Tage in der Klinik bleiben und kam dann zurück zu Claudia.</div><div><br></div><div>Dort ist er noch heute. Aus einer Woche Aufenthalt bei ihr sind inzwischen vier geworden. Und Rolf kann weiterhin bei ihr bleiben. Jetzt sagt er, er würde auch in das "dunkle Loch" ziehen, wenn es bei Claudia nicht mehr ginge. Aber er ist natürlich heilfroh, dass sie ihm Asyl gewährt und darüber hinaus tatkräftig unterstützt. Ohne diesen Engel wäre er im "dunklen Loch" und im Behördendschungel untergegangen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Es könnte sein, dass ein himmlischer Engel<br>in einem Menschen eine Zeit lang<br>Menschengestalt annimmt</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der Bibel zufolge sind Engel himmlische Wesen, die Gott umgeben, ihn preisen und ihm dienen. Sie haben aber auch eine Beziehung zur Welt und zu einzelnen Menschen – wie ja Gott selber auch: Der thront nicht einfach im Himmel und ist sich selbst genug, sondern er hat zu jedem von uns eine liebevolle Beziehung, ob wir das wissen oder nicht. Ich habe darüber ausführlich im Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?party-im-himmel" class="imCssLink">Party im Himmel</a></span> geschrieben.</div><div><br></div><div>Am bekanntesten ist der Engel aus der Weihnachtsgeschichte. Der Evangelist Lukas berichtet, dass er den Hirten die Geburt des Retters ankündigt und plötzlich von einem ganzen Heer von Engeln umgeben ist, die miteinander Gott preisen (Lk 2,10-14). Man muss das nicht unbedingt für ein historisches Ereignis halten, aber den Sinn dieser Erzählung sollte man schon ernst nehmen.</div><div><br></div><div>Aber Engel können auch in Menschengestalt auftreten. Ich denke an die drei unbekannten Besucher, die Abraham die Botschaft Gottes überbringen, dass er noch im hohen Alter einen Sohn bekommen wird. Abraham erweist sich als gastfreundlich gegenüber den Fremden und bekommt dadurch Gottes Verheißung zu hören (1Mo/Gen 18,1-16). Obwohl im Bibeltext nicht von Engeln die Rede ist, werden sie in der Theologie oft so gesehen.</div><div><br></div><div>Gastfreundschaft ist sowieso angebracht. Es könnte nämlich sein, dass man damit Engel beherbergt, meinte der Hebräerbrief (Hebr 13,2):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Vergesst die Gastfreundschaft nicht! Denn durch diese haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn Gäste Engel sein können, dann sicher auch Gastgeber. Ich will nicht behaupten, dass Claudia, der Helfer aus Kenia und Rolfs frühere Freundin in Kenia Engel aus der Umgebung Gottes sind. Sie sind vor allem Menschen mit ihren Fehlern und Macken – wie wir alle. Aber ich möchte doch behaupten, dass Gott solche fehlbaren Menschen zu irdischen "Engeln" machen kann – zumindest Engeln auf Zeit. Engel, die eine Zeit lang im Dienst Gottes stehen, auch wenn sie selbst gar nicht darum wissen. Engel, die eine Botschaft Gottes verkünden oder Gottes Liebe in die Welt bringen.</div><div><br></div><div>Gerade in unserer Zeit braucht die Welt nichts nötiger als solche Engel, durch die Gott in der Welt wirkt. Sie zeigen, dass nicht Gewalt und Zerstörung die Alleinherrschaft haben, sondern dass es Gegenmächte gibt, die der Gewalt und Zerstörung widerstehen. Sie retten und ermöglichen Leben auch in einem lebensfeindlichen Umfeld. Sie nehmen etwas auf sich, tragen mit am Leid des Nächsten und tun ihr Werk, ohne viel Aufhebens davon zu machen – ganz anders als der ohrenbetäubende Lärm, der mit Gewalt und Zerstörung einhergeht.</div><div><br></div><div>Diese Engel sind keine himmlischen Wesen, die Gott umgeben. Aber es könnte sein, dass ein himmlischer Engel in einem Menschen eine Zeit lang sozusagen Menschengestalt annimmt. Dann tut ein ganz normaler Mensch im Dienst Gottes das, was Gottes Engel durch ihn tut.</div><div><br></div><div>Denn die Engel sind zwar im Himmel. Aber sie können auf die Erde kommen und in die Welt hineinwirken. Und vielleicht ist Rolf ohne sein Wissen in der größten Not von mindestens zwei Engeln umgeben gewesen – und ist bei einem dritten jetzt gerade zu Gast.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Lies oder höre jetzt auch zum Thema "Engel": <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?party-im-himmel" class="imCssLink">Party im Himmel</a></span>!</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Paul Davies auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 17 Dec 2023 18:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Leben in der materiellen Welt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000232"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Leben in der materiellen Welt</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was Madonna, George Harrison und die Bibel dazu sagen</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/12/2023</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Im November konnten wir feststellen, dass aus dem </span><span class="fs14lh1-5"><i>Black Friday</i></span><span class="fs14lh1-5"> mittlerweile eine </span><span class="fs14lh1-5"><i>Black Week</i> geworden ist. Und die Deutschen machen reichlich Gebrauch von den Shopping-Angeboten: 2/3 der Bevölkerung wollen den </span><i><span class="fs14lh1-5">Black </span><span class="fs14lh1-5">Frida</span></i><span class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><i>y </i></span>nutzen. Allein an diesem Tag wurden durch Online-Shopping </span><span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://www.deutschlandfunk.de/black-friday-warum-viele-verbraucher-genug-von-der-rabattschlacht-haben-dlf-d772c3e5-100.html" target="_blank" class="imCssLink">11 Millionen zusätzliche Paketsendungen</a></span><span class="fs14lh1-5"> in Deutschland erwartet.</span><br></div><div><br></div><div>Doch nicht nur am <span class="fs14lh1-5"><i>Black Friday</i></span> sehe ich junge Frauen mit mehreren vollgepackten Einkaufstüten in beiden Händen durch die City laufen. Die Männer sehen sich wahrscheinlich lieber in den Autosalons um. Dazu passt die Meldung, dass <span class="imUl"><a href="https://www.theology.de/skurriles/von-kirchenbaenken-zu-autositzen.php" target="_blank" class="imCssLink">der ADAC mittlerweile mehr Mitglieder hat als die deutsche katholische Kirche</a></span>.</div><div><br></div><div>Konsum dient offensichtlich nicht mehr nur der Beseitigung eines Mangels, sondern er ist zu einem Lebensstil geworden. Pointiert gesagt: Er <span class="fs14lh1-5"><b>dient </b></span>nicht dem Leben, sondern er <span class="fs14lh1-5"><b>ist </b></span>das Leben. Was einmal Lebens<span class="fs14lh1-5"><b>mittel</b></span> war, ist nunmehr Lebens<span class="fs14lh1-5"><b>inhalt</b></span>.</div><div><br></div><div>Die globale Datensammelindustrie befördert diesen Trend, indem sie uns personalisierte Werbung 24 Stunden am Tag auf die Bildschirme liefert.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die materielle Orientierung erzeugt</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Enttäuschung und Unzufriedenheit</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Aber das Grundproblem ist nicht neu. <span class="fs14lh1-5"><i>Madonna </i></span>hat bereits im Jahr 1984 in ihrem Song <span class="fs14lh1-5"><i>Material Girl</i></span> ihre materielle Orientierung zu Markte getragen – wenn vielleicht auch bewusst provokativ, um die eigene Karriere zu befördern. Über ihr Verhältnis zu Männern hat sie <span class="imUl"><a href="https://musikguru.de/madonna/songtext-material-girl-145732.html" target="_blank" class="imCssLink">singend zum Besten gegeben</a></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wenn sie mir nicht genug Geld geben</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">geh' ich einfach weg. [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Der Mann mit dem richtigen Geld</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">ist immer Mr Right.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Denn wir leben in einer materiellen Welt</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">und ich bin ein materielles Mädchen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Niemand weiß, wie viele junge Mädchen und Frauen ihre sich entwickelnde Weltsicht an diesen Zeilen orientiert haben. Dass <span class="fs14lh1-5"><i>Madonna </i></span>mit ihrem Song eine Gesellschaftskritik an der materiellen Orientierung habe ausdrücken wollen, wie manche behaupten, lässt sich am Text jedenfalls nicht festmachen.</div><div><br></div><div>Ganz anders klang es, als der Ex-Beatle <span class="fs14lh1-5"><i>George Harrison</i></span> gut zehn Jahre vor Madonna seinen Blick auf die Sache in einen Songtext fasste. In <span class="fs14lh1-5"><i>Living in the Material World</i></span> <span class="imUl"><a href="https://genius.com/George-harrison-living-in-the-material-world-lyrics" target="_blank" class="imCssLink">bekannte Harrison</a></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Ich lebe in der materiellen Welt [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Kann nicht sagen, was ich hier tue,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">aber ich hoffe, viel klarer zu sehen</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">nach dem Leben in der materiellen Welt.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Ich wurde in die materielle Welt hineingeboren,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">bin abgenutzt worden in der materiellen Welt,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">benutze meinen Körper wie ein Auto,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">das mich in die Nähe und Ferne bringt,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">habe meine Freunde alle in der materiellen Welt getroffen. [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">John und Paul hier in der materiellen Welt [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wir sind in der materiellen Welt gefangen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Aus dem spirituellen Himmel,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">habe ich so schöne Erinnerungen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Zum spirituellen Himmel,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">wie ich bete,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">ja, ich bete,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">dass ich mich nicht verlieren</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">oder in die Irre gehen werde.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Indem die materielle Welt mein Schicksal ist,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">werde ich frustriert in der materiellen Welt,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">werden die Gefühle nie befriedigt,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">schwellen nur an wie eine Flut –</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">das könnte mich in der materiellen Welt ertränken. [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Während ich in der materiellen Welt lebe –</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">in ihr gibt es nicht viel "Geben" –,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">habe ich viel zu tun,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">versuche, eine Botschaft zu vermitteln,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">und zurückzukommen aus dieser materiellen Welt.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Ich lebe in der materiellen Welt [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Ich hoffe, dass ich hier rauskomme</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">durch die Gnade des Herrn Sri Krishna –</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">meine Rettung aus der materiellen Welt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Für <span class="fs14lh1-5"><i>George Harrison</i></span> hat die materielle Welt erkennbar zerstörerische Züge. Wir werden in sie hineingeboren, insofern ist sie etwas Schicksalhaftes. Auch die Freunde können nicht helfen, denn sie leben in derselben materiellen Orientierung. Auf sich allein gestellt, muss jeder Mensch für sich eine Entscheidung darüber treffen, wie er mit dieser Situation umgeht.</div><div><br></div><div>Denn die Folgen sind dramatisch: Die materielle Orientierung erzeugt Enttäuschung und Unzufriedenheit. Jede Befriedigung gebiert neue Wünsche, und das endlose Wechselbad der Gefühle zwischen Erfüllung und Enttäuschung schwillt an und droht mich zu ertränken. Weil mir das Materielle nicht viel gibt, kann ich gar nicht sagen, warum ich eigentlich nach all dem Besitz strebe. Was tue ich hier eigentlich?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>In der materiellen Welt gibt es nur noch Materielles,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">auch ich selbst bin nichts anderes</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der Konsum kann den Hunger nach seelischem Frieden nicht stillen. Die dadurch entstehende innere Leere wird mit noch mehr Konsum zu füllen versucht. Statt Abstand von den materiellen Dingen zu gewinnen, werde ich schließlich selbst zu einem Ding, das ich benutze und das sich abnutzt. In der materiellen Welt gibt es nur noch Materielles, auch ich selbst bin nichts anderes – wie <span class="fs14lh1-5"><i>Madonna </i></span>dann auch sich selbst als "materielles Mädchen" bezeichnete. So verliere ich mich selbst, verliere mein Menschsein. "Was nützt es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und sein Leben einzubüßen?" fragte Jesus (Mk 8,36).</div><div><br></div><div>Es besteht die Gefahr, sein ganzes Leben auf einen Irrtum zu gründen. Darum gesteht <span class="fs14lh1-5"><i>George Harrison</i></span>: "Ja, ich bete, dass ich mich nicht verlieren oder in die Irre gehen werde." Er betet freilich nicht zum Herrn Jesus Christus, sondern zum Herrn Sri Krishna, einem der indischen Götter.</div><div><br></div><div>Es ist bekannt, dass <span class="fs14lh1-5"><i>Harrison </i></span>ein spiritueller Mensch war. Im Jahr 1968 waren die Beatles <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Beatles_in_Indien" target="_blank" class="imCssLink">auf sein Betreiben hin nach Indien gereist</a></span>, um an einem Kurs für Transzendentale Meditation teilzunehmen. Obwohl der Kurs sie nicht überzeugte, hat die indische Religion offenbar einen nachhaltigen Eindruck bei <span class="fs14lh1-5"><i>Harrison </i></span>hinterlassen. In ihr fand er Zuflucht, besonders beim Gott Krishna.</div><div><br></div><div>Immerhin setzte er nicht auf sein eigenes Vermögen, der materiellen Welt zu entkommen, sondern auf die Gnade Krishnas – sie ist für ihn die Rettung aus der materiellen Welt. Auch für den christlichen Glauben ist entscheidend, dass wir uns nicht selbst aus unseren zerstörerischen weltlichen Verflechtungen erlösen können, sondern dazu der Gnade Gottes bedürfen.</div><div><br></div><div>Zu der Zeit, als <span class="fs14lh1-5"><i>George Harrison</i></span> seinen Song schrieb, gab es offensichtlich noch ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür, wie ambivalent Konsum und Besitz sind. In den Jahrzehnten danach scheint dieses Bewusstsein weitgehend verloren gegangen zu sein. Zwar ist für jedermann erfahrbar, dass das von der Produktwerbung verheißene Glücksgefühl schnell in Enttäuschung und Depression umschlagen kann. Dennoch wird kaum entsprechend reagiert. Unsere Kultur hat die Illusion geweckt, materieller Wohlstand sei ein Glücksgarant. Konsum erscheint deshalb als Erfolgsmodell guten Lebens.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Offenbar sind Liebe zu Gott und Liebe zum Besitz</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">nicht kompatibel miteinander</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die antike biblische Weisheit hingegen weiß um die Ambivalenz sowohl des Reichtums als auch des wenigen Besitzes: Reichtum garantiert kein Lebensglück, und wenig Besitz muss nicht unglücklich machen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Besser ein Stück trockenen Brotes und dabei Ruhe</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">als ein Haus voller Fleisch mit Streit.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf2">(Spr 17,1)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wer auf seinen Reichtum vertraut, wird stürzen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">aber die Gerechten werden sprießen wie Laub.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf2">(Spr 11,28)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Besser wenig mit Ehrfurcht vor Gott</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">als ein großer Schatz und dabei Unruhe.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf2">(Spr 15,16)</span></i></div><div><br></div><div>Die alttestamentliche Lebensweisheit basiert auf Erfahrungen, welche die Weisen über Jahrhunderte hin machten und von Generation zu Generation weitergaben. Demnach lehrt die Erfahrung: Materieller Reichtum macht unglücklich, wenn er zum Lebensinhalt wird. Deshalb ist es fatal, von Besitz und Konsum ein erfülltes Leben zu erwarten. Stattdessen schafft die Beziehung zu Gott eine Ruhe und Lebensfülle, die kein materielles Gut zu bewirken vermag. Um zu vermeiden, dass wir ein glückliches Leben am falschen Ort suchen, warnte auch Jesus (Mt 6,24):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird sich an den einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.</span></i></span></div><div><br></div><div>Offenbar sind Liebe zu Gott und Liebe zum Besitz nicht kompatibel miteinander. Die Liebe zum Besitz verdirbt den Menschen und macht eine erfüllte Gottesbeziehung unmöglich. Das bedeutet natürlich nicht, der Mensch solle sich allen Besitzes entledigen. Er soll aber nicht sein Herz daran hängen und sein Lebensglück darauf aufbauen. Er soll dem Materiellen nicht "dienen", das heißt, nicht dessen Sklave werden und seine Zufriedenheit vom Konsum abhängig machen.</div><div><br></div><div>Woran es zu erkennen ist, ob ein Mensch dem Materiellen dient oder nicht, zeigt Jesu Erzählung vom reichen Mann und armen Lazarus (Lk 16,19-31): Wer den Armen nicht nur mit dem abspeist, wofür er selbst keine Verwendung mehr hat, sondern ihm mit seinem Vermögen ein gutes Leben ermöglicht, der hat sein Herz nicht an materielle Güter gehängt. Wer hingegen alles für sich haben will und den Armen darben lässt, wird einen hohen Preis dafür bezahlen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf3"><i>Statt auf Überkonsum zu verzichten,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf3">verzichtet die konsumorientierte Kultur lieber darauf,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf3">ihr Lebensumfeld zu verbessern</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der Preis, den wir für den jahrzehntelangen Überkonsum bezahlen, ist schon jetzt hoch. Die Migrationsbewegung beruht auch darauf, dass viele Menschen in den armen Ländern keine Lebensperspektive mehr für sich sehen, während wir im Überfluss leben.</div><div><br></div><div>Aber auch bei uns selbst fehlt es in vielen Innenstädten an Lebensqualität, weil zementierte Konsumzonen und Straßen wenig natürlichen Raum zum Verweilen im Grünen lassen. Straßenlärm und verpestete Luft führen zu Gesundheitsschäden, Verkehrsstaus rauben Lebenszeit. Die digitale Berieselung mit nicht bestellter Werbung erzeugt unnötigen Konsumdruck. Stetige angebliche Softwareoptimierungen stressen die Nutzer, die sich auf jede Veränderung neu einstellen müssen, kosten ebenfalls Lebenszeit und fordern zudem oft die Anschaffung neuer Hardware. "Nach 4G kommt 5G, aber 6G steht schon am Start, um bald schon von 7G abgelöst zu werden."* Nach dem Sinn des Ganzen aber wird kaum einmal gefragt.</div><div><br></div><div>Statt auf Überkonsum zu verzichten, verzichtet die konsumorientierte Kultur lieber darauf, ihr Lebensumfeld zu verbessern – von den Auswirkungen des Klimawandels auf die Welt unserer Kinder und Kindeskinder einmal ganz zu schweigen. Bis jetzt bekommen diese Auswirkungen ja vor allem diejenigen zu spüren, die das Pech haben, in Flusstälern oder auf fernen Inseln zu leben.</div><div><br></div><div>Deshalb fordern <span class="fs14lh1-5"><i>Greenpeace </i></span>und der <span class="fs14lh1-5"><i>World Wildlife Fund</i></span> den Verzicht auf schädlichen und das Umsteigen auf nachhaltigen Konsum. Und die <span class="fs14lh1-5"><i>Deutsche Umwelthilfe</i></span> fordert bereits die <span class="imUl"><a href="https://www.evangelisch.de/inhalte/223515/21-11-2023/black-friday-umwelthilfe-fordert-abschaffung-der-rabatttage" target="_blank" class="imCssLink">Abschaffung der ressourcenvergeudenden und klimaschädlichen Rabatttage</a></span>.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf3"><i>Der von Gott entfremdete Mensch lebt</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="fs14lh1-5 cf3">in einem Gefühl der Entgrenzung</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das Grundproblem aber ist ein religiöses: Die Konsumkultur huldigt dem Materiellen und praktiziert in Folge davon einen unendlichen Verbrauch, der ausblendet, dass wir auf einem endlichen Planeten leben. Der von Gott entfremdete Mensch lebt in einem Gefühl der Entgrenzung, weil er sich durch keine göttliche Macht mehr begrenzt weiß. Das Gefühl der Entgrenzung aber führt zu Allmachtsphantasien, die den Wahn befördern, alles machen und haben zu können.</div><div><br></div><div>Zugleich mit diesem Wahn stellt sich ein Gefühl des Ungenügens ein, das jedoch kein Innehalten auf dem Weg zerstörerischen Überkonsums bewirkt. Denn allgegenwärtig sind die Kräfte, die diesen Überkonsum als Glücksgaranten anpreisen, weil sie ihren eigenen materiellen Wohlstand auf eben diesen Konsum gründen. So sucht der von der materiellen Welt vereinnahmte Mensch seine Seligkeit im Materiellen: Wenn der bisher erlangte Besitz mir den inneren Frieden nicht gewährt, muss ich mehr davon haben.</div><div><br></div><div>Inzwischen wird die materielle Kultur brüchig. Immer mehr Menschen fragen sich, ob es innerhalb des Wirtschaftssystems, das diese Kultur prägt, überhaupt möglich ist, dass eine für die gegenwärtige und zukünftige Lebensqualität relevante Anzahl von Menschen auf unnötigen Konsum verzichtet, oder ob das System selbst verändert oder abgeschafft werden muss. <span class="fs14lh1-5"><i>George Harrison</i></span> hat sicherlich richtig gesehen, dass die Kultur des Überkonsums eine religiöse Dimension hat und deshalb Spiritualität einen erheblichen Beitrag zur Befreiung von dieser Kultur leisten kann.</div><div><br></div><div>Das größte christliche Fest war ursprünglich Ostern. In der materiellen Kultur ist Weihnachten zum größten christlichen Fest geworden. Das Weihnachtsfest beschert dem Einzelhandel bekanntermaßen 20 Prozent des Jahresumsatzes. Da einige Familienangehörige mich kürzlich nach meinen Weihnachtswünschen fragten, habe ich mir tagelang mühsam überlegt, was ich mir denn zu Weihnachten wünschen könnte. Das war nicht leicht, weil ich versuche, jeden unnötigen Konsum zu vermeiden und deshalb eigentlich keine materiellen Wünsche hatte. Ich wollte aber meine Familie nicht im Regen stehen lassen.</div><div><br></div><div>Leider kam ich erst zu spät auf die Idee, mir eine Spende für <span class="fs14lh1-5"><i>Brot für die Welt</i></span> zu wünschen. Das ärgert mich jetzt. Aber für die nächsten Anfragen habe ich mir diesen Wunsch fest vorgenommen. Ich muss dann nicht lange darüber nachgrübeln, welche Dinge ich mir wünschen könnte – Dinge, die ich, bei Licht besehen, gar nicht wirklich brauche. Und ich kann vielleicht ein Gegengewicht zum <span class="fs14lh1-5"><i>Black Friday</i></span> und der ganzen Konsumkultur mit ihren negativen Folgen setzen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Harald Welzer: Zeitenende. Politik ohne Leitbild, Gesellschaft in Gefahr. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2023. S. 107.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Steve Buissinne auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 11 Dec 2023 14:46:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Martin Luthers Zwei-Reiche-Lehre]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000231"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Martin Luthers Zwei-Reiche-Lehre</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Bedeutung – Wirkung – Bewertung</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 05/12/2023</span></div><div><br></div><div>Zu den bekanntesten Lehren Martin Luthers gehört die sogenannte Zwei-Reiche-Lehre. Sie betrifft nicht nur die Politik, wird aber meist im politischen Bereich erwähnt, wenn sich etwa folgende Fragen stellen: Wie sollen sich Christinnen und Christen angesichts des Bösen in der Welt verhalten? Sollen sie es leidend hinnehmen und nicht dagegen aufbegehren, sondern geduldig dem ewigen Leben entgegensehen? Oder sollen sie mit aller Kraft und vielleicht auch mit Gewalt das Böse zu besiegen versuchen?</div><div><br></div><div>Und wenn sich dann Christinnen und Christen für das Gute einsetzen: An welchen Maßstäben sollen sie sich dann orientieren? Kann man mit Nächsten- und Feindesliebe, von der in der Bergpredigt des Neuen Testaments viel gesagt wird, in der Welt etwas verändern? Oder muss man sich den Gepflogenheiten in der Welt anpassen, um mit Hilfe der in der Politik geltenden Machtstrukturen, die nicht immer einwandfrei sind, Gutes zu bewirken?</div><div><br></div><div>Noch anders gefragt: Soll jemand, der ehrlich für eine bessere Welt eintritt, dieser Welt das Evangelium predigen? Oder wird er mehr erreichen, wenn er ein politisches Amt übernimmt und innerhalb der politischen Machtstrukturen und unter Anwendung der weltlichen Gesetze dieses Amt führt?</div><div><br></div><div>Man wird wohl antworten: Allein mit dem Evangelium wird man nicht weit kommen; denn die meisten Menschen pfeifen auf diese Heilsbotschaft. Wenn man aber allein auf politische Machtausübung setzt, stellt sich die Frage, ob dabei nicht das Evangelium auf der Strecke bleibt.</div><div><br></div><div>So sind die Glaubenden – aber eigentlich alle Menschen – eingespannt zwischen Himmel und Erde, Gott und Welt, Kirche und Staat, und müssen in dieser Grundspannung ihren Weg durchs Leben gehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Die menschliche Grundspannung</div><div><br></div><div>Martin Luther hat diese Grundspannung dadurch ausgedrückt, dass er von zwei unterschiedlichen Sphären ausging, in denen alle Menschen leben: einerseits die Sphäre oder das "Reich" Gottes, in dem das Evangelium gilt, und andererseits die Sphäre oder das "Reich" der Welt, in dem die Ordnungen und Gesetze der Welt gelten.</div><div><br></div><div>Doch diese Formulierungen sind schon missverständlich. Denn Luther meinte nicht, dass im Reich der Welt das Evangelium nichts gelte, und er meinte auch nicht, dass es im Reich Gottes kein Gesetz gebe. Es ging Luther deshalb nicht um eine schiedlich-friedliche Trennung von Reich Gottes und Reich der Welt, etwa im Sinne der neuzeitlichen Trennung von Kirche und Staat. Und schon gar nicht wollte Luther einer Flucht der Glaubenden aus der "bösen" Welt oder einer Flucht der weltlich orientierten Menschen vor Gott das Wort reden.</div><div><br></div><div>Darum ist es falsch, die beiden Reiche voneinander zu <span class="fs14lh1-5"><b>trennen</b></span>, so dass sie keine Beziehung zueinander hätten. Es kommt vielmehr darauf an, sie voneinander zu <span class="fs14lh1-5"><b>unterscheiden </b></span>und dann in rechter Weise aufeinander zu <span class="fs14lh1-5"><b>beziehen</b></span>.</div><div><br></div><div>Die Zwei-Reiche-Lehre ist also missverstanden, wenn man sie so begreift, dass sie ein </div><div>unumgängliches Gegeneinander von göttlichen Geboten und Notwendigkeiten des Lebens in der Welt ausdrücken will, ein Gegeneinander, das dann zu Kompromissen und Abstrichen von Gottes Geboten führt. Vielmehr gelten Gottes Gebote nicht nur bei den Glaubenden, sondern in der ganzen Welt. Denn die ganze Welt untersteht dem Regiment Gottes.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die zwei Arten, mit denen Gott die Welt regiert</div><div><br></div><div>Weil Gott die Welt regiert, spricht man auch von Gottes Regiment über die Welt. Nach Luther regiert Gott auf zwei unterschiedliche Weisen über die Welt: Sein geistliches Regiment geschieht durch sein Wort und seinen Geist, die der Erlösung der Welt dienen. Sein weltliches Regiment aber vollzieht sich ganz anders, nämlich durch Recht und durch Gewaltanwendung, mit der dem Recht zur Durchsetzung verholfen wird. Das dient nicht der Erlösung, sondern der Erhaltung der Welt: Die Welt soll bestehen bleiben und nicht wieder ins Chaos stürzen, aus dem Gott sie erschaffen hat (1Mo/Gen 1,2).</div><div><br></div><div>Man kann es auch anders ausdrücken: Gott hat nach Luther zwei Arten von Regimenten in der Welt eingesetzt. In dem einen wird durch die Predigt des Evangeliums regiert und in dem anderen durch den Einsatz von Recht und Gewalt, den Einsatz des "Schwertes". Durch die Predigt des Evangeliums sorgt Gott dafür, dass viele Menschen Erlösung erfahren. Durch das Schwert hingegen sorgt Gott für Frieden und Ordnung in der Welt. Denn die Welt würde wegen des großen Unglaubens der Menschen im Chaos versinken, wenn nur das Evangelium verkündet würde und nicht zugleich mit Gewalt für Ordnung gesorgt würde.</div><div><br></div><div>Die Gewalt darf aber niemals in Glaubensfragen angewendet werden, denn der Glaube beruht immer auf einer freien Gewissensentscheidung des Menschen. Umgekehrt darf aber dem Bösen niemals ohne Gewalt entgegengetreten werden, weil das Böse nur gewaltsam in Schach zu halten ist.</div><div><br></div><div>Auf beide Weisen regiert <span class="fs14lh1-5"><b>Gott </b></span>die Welt, und zwar mit Hilfe von Menschen. Einerseits beruft Gott Menschen, die das Evangelium verkündigen, andererseits lässt er sich durch Staatslenker und ihre Bediensteten dienen, die, wie wir heute sagen, das Gewaltmonopol des Staates durchsetzen. Um den Staat zu lenken und das Gewaltmonopol durchzusetzen, muss man kein Christ sein, meinte Luther; die menschliche Vernunft reiche aus. Denn Gott gibt auch ungläubigen Menschen Weisheit, Vernunft und die Begabung zur Staatsführung.</div><div><br></div><div>Dennoch ist es gut, wenn auch Christinnen und Christen unter den Staatslenkern sind. Denn sie wissen, dass sie auch als Machthaber unter Gottes Regiment stehen und ihm dienen sollen, indem sie ihr Volk mit Liebe regieren. Sie wissen auch, dass nicht jedes weltliche Gesetz Gottes Gebot wiedergibt, sondern dass es auch widergöttliche Gesetze gibt.</div><div><br></div><div>An diesen Bemerkungen sieht man schon, dass das Reich Gottes und das Reich der Welt nicht unverbunden nebeneinander stehen, sondern dass sie ineinander verschlungen sind. Das bereits auf Erden angebrochene Reich Gottes, in dem die Christinnen und Christen leben, ist nicht frei von weltlichen Ordnungen und Gesetzen. Und das Reich der Welt, in dessen Ordnungen und Gesetzen Gott nicht unbedingt eine Rolle spielt, ist nicht von Gott verlassen, sondern es steht unter der Heilsbotschaft des Evangeliums.</div><div><br></div><div>Gerade diese Verflechtungen beider Reiche machen die Spannung aus, in der wir leben. Diese Spannung drückt sich auch aus in folgenden Erklärungen Martin Luthers: Christinnen und Christen haben sich im Privatleben nach dem Evangelium zu richten und deshalb Unrecht geduldig zu erleiden, wie es Jesu Bergpredigt vorgibt. Für dieselben Christinnen und Christen gelten aber im öffentlichen Leben andere Vorgaben. Als Familienvater (der damals als Oberhaupt der Familie sozusagen eine öffentliche Aufgabe wahrnahm), Soldat, Richter oder Abgeordneter hat ein Christ das Böse nicht geduldig zu ertragen, sondern im Gegenteil dem Bösen unter Anwendung von Gewalt den Garaus zu machen und so Gottes Gebot zu vollstrecken.</div><div><br></div><div>Luther war der Ansicht, dass die Glaubenden auf Gewalt verzichten müssen, wenn es um ihre eigene Verteidigung geht. Wenn aber einer ihrer Mitmenschen angegriffen wird, müssen sie diesen mit Gewalt verteidigen, besonders dann, wenn sie ein staatliches Amt innehaben, das den Einsatz von Gewalt erfordert.</div><div><br></div><div>Es ist ja auch heute noch so: Richter, Polizistinnen, Beamte, Verwaltungsangestellte und viele andere müssen die staatlichen Gesetze anwenden und üben dadurch staatliche Gewalt aus. Sie dürfen bei ihren Entscheidungen nicht nach Sympathie, Mitleid oder Nächstenliebe vorgehen, sondern müssen schlicht die staatlichen Gesetze anwenden.</div><div><br></div><div>Dennoch gibt es auch für sie in den meisten Fällen oder sogar immer Ermessensspielräume. Manche Richter sind für harte Urteile bekannt, andere für eher milde, obwohl beide nach denselben Gesetzen urteilen. Und jede Verwaltungsangestellte kann entweder ohne Rücksicht auf persönliche Notlagen vorgehen oder Verständnis und Empathie für ihre Klienten aufbringen.</div><div><br></div><div>Von daher scheint es mir sehr einseitig, wie Luther im öffentlichen Bereich jeden Einfluss von Nächstenliebe ausblendet. Deshalb leuchtet mir auch die scharfe Trennung von Privatleben und öffentlichem Leben nicht ein. Ich bin doch im Privatleben kein anderer Mensch als im öffentlichen Leben. Und ich kann doch nicht im Privatleben im Sinne der Nächstenliebe handeln, im öffentlichen Leben aber die Nächstenliebe außen vor lassen. Das ist ein Spagat, der den Menschen zerreißt und der außerdem zu einer Doppelmoral führt; die das Handeln des Menschen unglaubwürdig macht.</div><div><br></div><div>Luther betont hier offenbar zu stark die Unterscheidung der beiden Reiche. Er kommt damit einer Trennung der Reiche bedenklich nah. Eine Trennung würde aber bedeuten, dass in den beiden Reichen unterschiedliche göttliche Ethiken gelten, die nichts miteinander zu tun haben. Das aber würde dazu führen, dass man einen Riss in Gott selbst annimmt: Im Privatleben regiert Gott die Welt als der Gnädige und Liebende, und im öffentlichen Leben regiert er sie mit harter Hand als der Ungnädige, der von Liebe nichts wissen will.</div><div><br></div><div>Weil Gott aber nicht in sich gespalten ist, wollte Luther die Trennung seiner beiden Reiche ebenso vermeiden wie ihre Vermischung. Manchmal kommt er aber der Trennung so nah, dass man den Eindruck gewinnt, beide Reiche seien voneinander abgeschottet – auch wenn Luther eine solche Abschottung eigentlich nicht wollte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Gehorsam und Widerstand gegenüber weltlichen Obrigkeiten</div><div><br></div><div>Martin Luther hat die Zwei-Reiche-Lehre in der Auseinandersetzung mit reformatorischen Bewegungen ausgebildet, die er abwertend als "Schwärmertum" bezeichnete. Dazu rechnete Luther sehr unterschiedliche Gruppierungen: Erstens Menschen, denen neben dem biblischen Wort auch ihre subjektiven Gotteserfahrungen sehr wichtig waren. Zweitens solche, die einen gewissen Druck zur Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden in sich verspürten und diesen Druck auch weitergaben, wodurch Luther die christliche Freiheit bedroht sah. Drittens Menschen, die solche weltlichen Ordnungen, die ihrer Meinung nach dem Reich Gottes widerstreiten, beseitigen wollten, und zwar notfalls auch durch einen Aufstand gegen die herrschenden Obrigkeiten.</div><div><br></div><div>Zu diesen unterschiedlichen reformatorischen Bewegungen zählten zum Beispiel solche, die die Kindertaufe nicht gelten ließen, die jede Gewaltanwendung ablehnten oder die – im Gegenteil dazu – das Reich Gottes verwirklichen wollten, indem sie unter Anwendung von Gewalt gegen Fürsten kämpften, die ihrer Meinung nach Unrecht und Leid zu verantworten hatten.</div><div><br></div><div>Dem Aufruhr gegen die Fürsten stellte Luther die Christenpflicht entgegen, den weltlichen Obrigkeiten Gehorsam zu leisten (Röm 13,1f; 1Petr 2,13f), und zwar auch dann, wenn sie Unrecht tun. Widerstand wollte Luther nur dann zulassen, wenn die Obrigkeiten ihr Regiment auf den Glauben ausdehnten, also über den Glauben der Menschen bestimmen wollten. Doch auch dieser Widerstand darf nach Luther nur mit dem Wort geschehen, nicht mit Gewalt. Er meinte, den Glaubenden sei es in keinem Fall gestattet, Aufruhr zu stiften; stattdessen müssten sie das Unrecht, das man ihnen antut, willig erleiden (Mt 5,39).</div><div><br></div><div>Luther kritisierte zwar auch die Fürsten, wenn sie die Ausbreitung des reformatorischen Glaubens mit Gewalt verhinderten oder ein Unrechtsregime führten. Andererseits brauchte er die Unterstützung der weltlichen Obrigkeiten, um die Reformation der Kirche voranzutreiben. Und er erkannte wohl: Wenn die Bauern, die vom Freiheitsgedanken des neuen Glaubens ermutigt wurden, gegen die Fürsten für ihre Freiheit zu kämpfen – wenn diese Bauern eine Revolution anzetteln, wird die geistliche Dimension der Reformation von diesem Aufstand verschlungen und unwirksam gemacht.</div><div><br></div><div>Zwar ermahnte Luther die Fürsten wegen ihrer schlechten Behandlung der Bauern. Die Bauern aber kritisierte er viel umfassender. Er warf ihnen vor, sie vermischten das Reich Gottes und das Reich der Welt, indem sie sich für ihre politischen Ziele auf das Evangelium berufen und Gott für sich in Anspruch nehmen. Der Missbrauch fürstlicher Macht hebe ihre Gehorsamspflicht nicht auf. Sie sollten nicht gewaltsam vorgehen, sondern sich an die Bergpredigt halten und gegen das Unrecht keinen Widerstand leisten. Indem sie die Aufhebung der Leibeigenschaft fordern, verstünden sie das Evangelium als etwas Äußerliches, nicht als etwas Geistliches. Aber auch ein Leibeigener könne innerlich frei sein. Es seien eben im Reich der Welt nicht alle Menschen gleich, und darum gebe es in der Welt auch Leibeigene. Wer dagegen angeht, verwandle das Reich Gottes in ein weltliches Reich.</div><div><br></div><div>Wiederum fällt auf, dass Luther die beiden Reiche eher trennt als in Beziehung zueinander setzt. Betrifft denn das Evangelium nicht auch unser Handeln in der Welt, auch unser politisches Handeln (oder unsere politische Enthaltsamkeit)? Sind wir nicht aufgerufen, dem politischen Machtmissbrauch entgegenzutreten, wenn auch nicht mit Gewalt? Konnten die Bauern sich nicht auf die Frohe Botschaft Jesu vom nahe herbeigekommenen Reich Gottes berufen, wenn sie gegen die Leibeigenschaft protestierten? Auch Jesus hat sich doch gerade den Armen und gesellschaftlich Benachteiligten zugewandt, den Kranken, die betteln mussten, den Huren und Zöllnern – denen, die ganz unten in der Hierarchie standen.</div><div><br></div><div>Wenn Luther die Leibeigenen ermahnt, ihre Stellung als Leibeigene hinzunehmen, weil es im Reich der Welt eben Unterschiede gebe, so zeigt das ganz deutlich, dass das Reich Gottes für ihn an dieser Stelle in keiner Beziehung zum Reich der Welt steht – als sei das Reich Gottes von der Welt abgespalten und rage nicht in sie hinein. Die überbetonte Unterscheidung der beiden Reiche wird auch hier zur Scheidung der Reiche.</div><div><br></div><div>Um einmal zu verdeutlichen, wie scharf Luther gegen die aufständischen Bauern wettern konnte, sei ein Abschnitt aus seiner Schrift "Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern" aus dem Jahr 1525 zitiert:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und gedenken, dass nichts Giftigeres, Schändlicheres, Teuflischeres sein kann denn ein aufrührerischer Mensch, gleich als wenn man einen tollen Hund totschlagen muss [...]. So kann's denn geschehen, dass, wer auf der Obrigkeit Seite erschlagen wird, ein rechter Märtyrer vor Gott sei, wiederum, dass ein ewiger Höllenbrand ist, was auf der Bauern Seite umkommt [...]. Solche wunderlichen Zeiten sind jetzt, dass ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann, besser denn andere mit Beten [...]. Darum, liebe Herren, erlöset hier, rettet hier, helft hier, erbarmt euch der armen Leute: Steche, schlage, töte hier, wer da kann. Bleibst du drüber tot, wohl dir, seligeren Tod kannst du nimmermehr finden.*</span></i></span></div><div><br></div><div>Man sieht, dass Luther die Obrigkeit und den Bauernstand hier völlig ungleich behandelt. Er tadelt nicht nur die Gewalt der Bauern, sondern schon ihren Protest gegen das soziale Unrecht, das ihnen widerfährt. Die Obrigkeit hingegen, die für das soziale Unrecht verantwortlich ist, kann er gar nicht genug zur Gewalt anstacheln. Eine Trennung der beiden Reiche führt offenbar zu einer ungleichen Beurteilung der Menschen sowie ihrer Leiden und Taten. Bei Gott jedoch ist kein Ansehen der Person (1Petr 1,17; Jak 2,1).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Kirche und Welt</div><div><br></div><div>Luther hat sich auf die zwei Regierungsweisen Gottes auch in seiner Kritik an der römischen Kirche berufen. Die Kirche verstand sich ja als die Institution, in der den Menschen das Heil vermittelt wird. Sie wollte identisch mit dem Reich Gottes sein, und weil das Heil für alle da war, strebte sie nach weltlicher Macht und beanspruchte die Herrschaft über alle weltlichen Lebensbereiche, auch über die Politik. So wird der Papst ein Fürst der Welt, kritisierte Luther. In den Augen des Papstes wird die Kirche ein Stück Welt und die Welt zum Gottesstaat, zum Reich Gottes. Dadurch aber sind die beiden Reiche heillos miteinander vermischt.</div><div><br></div><div>Die Reformatoren entzogen der Kirche diese Vormachtstellung zum Beispiel dadurch, dass sie den Menschen durch ihren Glauben Anteil am Reich Gottes zusprachen und nicht durch die Absolution, die ihnen von den Priestern erteilt wurde. Vielmehr konnten sich alle Glaubenden als Priester verstehen, wie es die Offenbarung des Johannes sagt (Offb 1,6; 5.10; 20,6).</div><div><br></div><div>Dennoch mussten auch die Reformatoren Unterschiede machen: Wenngleich alle Glaubenden Priester waren, so durften sie trotzdem nicht alle im Gottesdienst predigen. Das Predigtamt wurde vielmehr an diejenigen delegiert, die dazu ausgebildet waren. Zur Regelung der Ämter und Dienste in der Kirche gab es keine göttlichen Gesetze, die man der Bibel entnehmen konnte, sondern dazu waren Menschengesetze notwendig. Die Erfordernisse irdischer Ordnung konnten nicht unmittelbar aus dem Reich Gottes abgeleitet werden.</div><div><br></div><div>Man sieht an diesem Beispiel, dass sich nicht alles irdisch Notwendige bis ins Detail durch das Evangelium regeln lässt. Die Bibel enthält nicht alle Antworten auf Fragen der konkreten Weltgestaltung. Bis heute gibt es ein umfangreiches Kirchenrecht, in dem neben vielem anderen auch die Zulassung zum Predigtamt oder die Vokation zum Religionslehrer geregelt ist.</div><div><br></div><div>Dennoch gründet dieses Kirchenrecht nicht in einem evangeliumsfreien Raum. Es sollten vielmehr alle seine Vorschriften vor dem Hintergrund des Evangeliums gefasst werden. Das Kirchenrecht sollte nicht auf weltlichen Werten gründen, sondern auf geistlichen.</div><div><br></div><div>An der Wechselbeziehung zwischen Evangelium und irdischen Notwendigkeiten wird deutlich, dass das Reich der Welt Probleme aufweist, die dem Reich Gottes an sich fremd sind, und dass das Reich Gottes die Grundlage für das ist, was im Reich der Welt gilt.</div><div><br></div><div>Die Kunst besteht darin, die beiden Reiche, die beständig ineinandergreifen, nicht miteinander zu vermischen, aber auch nicht voneinander zu trennen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Ein gegenwärtiger Missbrauch der Zwei-Reiche-Lehre</div><div><br></div><div>Luthers Zwei-Reiche-Lehre (die diesen Namen erst im Luthertum des 19. Jahrhunderts erhalten hat) wurde in der Geschichte vielfältig interpretiert, missverstanden und missbraucht, aber auch kritisiert. Bis heute gibt es sehr simple Deutungen dieser Lehre, vor allem, wenn es um ihre politische Dimension geht.</div><div><br></div><div>Man benutzt die Zwei-Reiche-Lehre dann gern, um staatliche Anordnungen oder eine ganze staatliche Ordnung zu rechtfertigen. Der Staat könne nicht mit der Bergpredigt regiert werden, heißt es dann lapidar. Auf diese Weise versucht man, dem Staat seine ihm eigene Gesetzlichkeit zuzusprechen, die mit der Botschaft Jesu nicht kompatibel sei. Man vergisst dabei gern, dass Luther auch die Obrigkeiten sehr wohl ermahnen konnte, im Sinne der Nächstenliebe das Wohl der Bevölkerung zu suchen. Denn das ist – auch nach Luther – die biblische Aufgabe der Regierenden.</div><div><br></div><div>Mit so einer simplen und missverstandenen Deutung Luthers hält man dann das Thema für ausreichend durchdacht und erledigt. Jeder christliche Einwand gegen das staatliche Handeln wird mit dem Hinweis auf die Zwei-Reiche-Lehre abgewehrt. Wenn die Regierenden Entscheidungen fällen, die dem Neuen Testament widersprechen, kann man sein christliches Gewissen sehr gut mit der Zwei-Reiche-Lehre beruhigen. Denn die Obrigkeit an sich sei ja eine von Gott eingesetzte Ordnung, der man auch dann zu gehorchen habe, wenn die Regierung nicht der biblischen Ethik entsprechend handeln könne.</div><div><br></div><div>Das wird weder den biblischen Texten gerecht noch dem Anliegen Martin Luthers. Denn Luther stellte sich eine ständige Wechselbeziehung zwischen den beiden Reichen vor, auch wenn das in seinen Äußerungen nicht immer deutlich wurde. Er meinte, die Glaubenden hätten einen dauernden Kampf zwischen dem Gehorsam gegenüber Gott einerseits und gegenüber der Obrigkeit andererseits auszufechten. Von einer schiedlich-friedlichen Trennung der beiden Reiche und einer fertigen Lösung, bei der es keine weiteren Fragen gebe, war er weit entfernt.</div><div><br></div><div>Ich halte es zudem für einen Irrtum, dass mit der Bergpredigt keine Politik gemacht werden kann. Die meisten Gebote der Bergpredigt betreffen gar nicht den politischen Raum. Die Weisungen Jesu, die den politischen Bereich betreffen, sind vor allem das Gebot, gegen das Böse keinen Widerstand zu leisten (Mt 5,39), und das Gebot der Feindesliebe (Mt 5,44).</div><div><br></div><div>Doch die Gebote der Bergpredigt sind keine fixen Vorschriften für jede denkbare Situation. Sie sind vielmehr nach Jesu Wort im Sinne des Liebesgebots auszulegen (Mt 22,37-40; vgl. Röm 13,10). Die Liebe aber muss in jeder neuen Lebenssituation aufs Neue gesucht werden. Die Situation eines Menschen, der im Streit mit seinem Nachbarn liegt, ist eine völlig andere als die eines Richters. Der Nachbar kann im Streit um der Liebe willen nachgeben. Dieselbe Liebe erfordert es, dass ein Richter dem Bösen Widerstand leistet, aber auch das im Sinne der Liebe: Er kann unbarmherzig hart oder gnädig urteilen. Und sogar ein hartes Urteil kann aus Liebe gesprochen sein, wenn es dem Verurteilten zur Einsicht verhilft.</div><div><br></div><div>Ebenso kann die Liebe es erforderlich machen, den Feind nicht gewähren zu lassen. Man kann dennoch darauf hinwirken, den Konflikt zu entschärfen. Man kann aus Liebe dem Feind zuhören, Kompromisse suchen und auf eigene Ansprüche verzichten, um den Frieden wiederherzustellen. Ausnahmsweise kann ein Kampf unumgänglich sein, aber selbst im Kampf kann man versuchen, schweres Leid möglichst zu vermeiden. Es ist stets zu fragen: Was gebietet die Liebe? Nach dem Satz des Kirchenvaters <span class="fs14lh1-5"><i>Augustin </i></span>(gest. 430): "Liebe – und was du willst, das tu!"</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Zur Wirkung der Zwei-Reiche-Lehre</div><div><br></div><div>Die Zwei-Reiche-Lehre hat eine große Wirkung auf die Theologie der nachfolgenden Jahrhunderte ausgeübt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Luthertum zwei Handlungsweisen Gottes unterschieden hat: sein <span class="fs14lh1-5"><b>Heils</b></span>handeln, mit dem er die Welt zur Vollendung des Reiches Gottes führt, und sein <span class="fs14lh1-5"><b>Erhaltungs</b></span>handeln, mit dem er die Welt vor dem Untergang bewahrt. Um die Welt zu bewahren, hat Gott bestimmte Ordnungen geschaffen, die jeder Mensch mit Hilfe seiner Vernunft einsehen kann.</div><div><br></div><div>Manche Lutheraner sprechen von "Schöpfungsordnungen": Die Schöpfung enthält bestimmte Ordnungen, die in Kontinuität mit Gottes Liebesgebot stehen und auch von nicht glaubenden Menschen in der Schöpfung erkannt werden können. Solche Ordnungen sind zum Beispiel Ehe, Familie und der Staat mit seinen Gesetzen. Diese Ordnungen sichern das Fortleben der Menschheit, und dass sie das tun, kann jeder vernünftige Mensch einsehen.</div><div><br></div><div>Andere Lutheraner sprechen von "Erhaltungsordnungen": Das sind "Notordnungen" Gottes. Sie sind aus der Not geboren, dass die Welt der Sünde verfallen ist. Es sind "Interimsordnungen" für die Zeit der sündigen Welt zwischen Sündenfall und Erlösung.</div><div><br></div><div>Das Problem dieser Ordnungstheologien besteht aber darin, dass die Ordnungen immer geschichtlich verwirklichte und deshalb dem Wandel unterworfene Kulturleistungen des Menschen sind	. Es gibt keine objektiven Kriterien dafür, welche Ordnung als Schöpfungs- oder Erhaltungsordnung zu gelten hat und welche nicht. Wenn es aber keine Kriterien gibt, lösen sich diese Ordnungen von jeder christlichen Ethik ab und es kommt zu der verhängnisvollen Trennung des Reiches Gottes und des Reiches der Welt.</div><div><br></div><div>Die Identifikation der Schöpfungs- und Erhaltungsordnungen mit geschichtlich-gesellschaftlichen Denkgewohnheiten und Ideologien wurde besonders deutlich in der Zeit des Nationalsozialismus. Gottes Ordnungen wurden zum Beispiel mit Verschiedenheiten der Rassen und Völker oder mit dem Führerprinzip identifiziert. Besonders deutlich wurde das in dem sogenannten "Ansbacher Ratschlag" von 1934, in dem lutherische Theologen die Nazi-Ideologie rechtfertigten:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die natürlichen Ordnungen [...] sind [...] die Mittel, durch die Gott unser irdisches Leben schafft und erhält. [...] In dieser Erkenntnis danken wir als glaubende Christen Gott dem Herrn, dass er unserem Volk in seiner Not den Führer "als frommen und getreuen Oberherren" geschenkt hat und in der nationalsozialistischen Staatsordnung "gut Regiment", ein Regiment mit "Zucht und Ehre" bereiten will. Wir wissen uns daher vor Gott verantwortlich, zu dem Werk des Führers in unserem Beruf und Stand mitzuhelfen.**</span></i></span></div><div><br></div><div>Nach dem Krieg hat der evangelische Theologe <span class="fs14lh1-5"><i>Helmut Thielicke</i></span> (gest. 1986) kritisiert, dass die lutherische Theologie während der Naziherrschaft den Staat jeder Kritik entzogen habe, indem es ihn im politischen Bereich schalten und walten ließ. Dennoch hielt auch <span class="fs14lh1-5"><i>Thielicke </i></span>an der Zwei-Reiche-Lehre fest. Er meinte, dass die "Notverordnungen" Gottes nach Luther zwar nicht vom Evangelium abgeleitet seien, dass der Staat aber dennoch die Pflicht habe, den Frieden zu bewahren.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Thielicke </i></span>bemühte sich, die beiden Reiche Gottes zusammenzuhalten. Er kommt darüber aber zu recht widersprüchlichen Aussagen. Seine Meinung war, dass Gottes Gebote in der Welt eine "Brechung" erfahren und das Liebesgebot modifiziert werden müsse. In der sündigen Welt, die eine "Zone der Relativierungen" ist, könne das Liebesgebot nur sinngemäß angewendet werden. Was dabei herauskomme, seien keine Tugenden, sondern "Fremdgesetze".</div><div><br></div><div>Dem entspricht es, wenn <span class="fs14lh1-5"><i>Thielicke </i></span>darauf Wert legt, dass die Modifikation des Liebesgebotes ein "Krankheitssymptom" sei, bei dem sich der Mensch niemals beruhigen und ein gutes Gewissen haben könne. Weil die in der Welt gelebte Liebe mit Hauen und Stechen, Strafen und Vergelten verbunden sei, müsse der Mensch sich, wenn er die Bergpredigt ernst nehme, ehrlich machen und sich selbst als Mörder und Ehebrecher erkennen.</div><div><br></div><div>Mir erschließt sich nicht, wie das Liebesgebot zu einem Fremdgesetz transformiert werden kann, das ein Krankheitssympton und <span class="fs14lh1-5"><b>keine </b></span>Tugend ist, aber dennoch das Liebesgebot bleiben soll. Hier wird doch das Liebesgebot, das angeblich mit Hauen und Stechen, Strafen und Vergelten einhergeht, bis zur Unkenntlichkeit entstellt, so dass es schließlich alles andere ist als ein Liebesgebot.</div><div><br></div><div>Zu R<span class="fs14lh1-5">echt kritisierte </span><span class="fs14lh1-5"><i>Thielicke</i></span><span class="fs14lh1-5">, dass die Fragwürdigkeit der Notverordnungen bei Luther nicht spürbar werde. Vielmehr macht Luther es uns leicht, uns mit den Eigengesetzlichkeiten der Welt guten Gewissens abzufinden.</span></div><div><br></div><div>Dem entspricht es, wenn Luther von anderer Seite die Kritik erfuhr, dass seine Unterscheidung der beiden Reiche vor allem der Erhaltung der vorhandenen Ordnung diente. Ein Impuls zur Veränderung der Verhältnisse geht von diesem Denkansatz kaum aus. So weiß Luther von der Dämonie der aufständischen Bauern viel zu sagen, von der Dämonie der Macht aber nur wenig. Zum Zweck der Aufrechterhaltung der bestehenden Ordnung gewann bei Luther sogar der Krieg "den harmlosen Charakter einer Strafexpedition oder Polizeiaktion, wobei Justizpflege und Kriegführung bis in die Sprache hinein fast zusammenfallen":</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Des Schwertes Amt sei Schützen und Strafen, Schützen die Frommen im Frieden und Strafen die Bösen mit Krieg.***</span></i></span></div><div><br></div><div>Tatsächlich hat es sich in der Geschichte gezeigt, dass die Zwei-Reiche-Lehre vor allem dazu diente, die jeweils bestehende Ordnung, die herrschende Regierung und eine konservative Politik zu stützen. Das legt den Verdacht nahe, dass sie für eine bestimmte politische Haltung instrumentalisiert wurde.</div><div><br></div><div>Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts besteht in der evangelischen Theologie weitgehend Einigkeit darüber, dass das Evangelium, also das Heilshandeln Gottes, das auf Erlösung zielt, der Ethik vorgeordnet werden muss. Auf diese Weise kann man, wenn man von zwei Arten des Welthandelns Gottes ausgeht, diese zusammenbinden.</div><div><br></div><div>Das heißt konkret: Gottes Gebote werden erst dann angemessen verstanden, wenn man sieht, dass sie im Evangelium begründet sind. Die Welt durch eine staatliche Ordnung zu erhalten, ist dann kein vom Evangelium unabhängiges Handeln, sondern es dient der Erlösung der Welt und soll die Erlösung gleichnishaft – nicht in Vollkommenheit, aber als Gleichnis des zukünftigen Himmelreichs – schon jetzt vorwegnehmen. Das Reich der Welt kann, weil <span class="fs14lh1-5"><b>Gott </b></span>in ihr handelt, zum Gleichnis und zur unvollkommenen Abschattung des Reiches Gottes werden.</div><div><br></div><div>Die Welt birgt in sich Herausforderungen, die uns immer wieder in die Spannung stellen, zwischen weltlichen Erfordernissen und Gottes Willen einen gangbaren Weg zu finden. Dieser Weg kann nur der Weg christlicher Liebe sein.</div><div><br></div><div>Denn es gibt zwar eine Welt, die die Liebe immer wieder vor unfassbar schwere Aufgaben stellt und ihr manchmal nur den Weg des Schuldig-werdens lässt. Es gibt aber keine christliche Ethik, die vom Evangelium der Liebe Gottes unberührt ist und vor der Bergpredigt Jesu die Augen verschließt. </div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">* Zitiert nach Heinz Zahrnt: Martin Luther, S. 167. Dort ohne Quellenangabe. Orthographisch angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">** Zitiert nach Markus Mühling: Systematische Theologie: Ethik, S. 72. Dort zitiert aus Ansbacher Ratschlag. Allgemeine Evangelisch-Lutherische Kirchenzeitung 25 (1934), S. 3-4. Orthographisch angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">*** Zitiert nach Thielicke: Theologische Ethik, S. 692; dort zitiert nach WA 19, 645, 13. Das Zitat im Text davor ist von Heinz Zahrnt: Martin Luther, S. 160. Das Kapitel zur Wirkungsgeschichte orientiert sich vor allem an Markus Mühling: Systematische Theologie: Ethik, S. 67-73 und Helmut Thielicke: Theologische Ethik, S. 585-610.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Barth, Ulrich: Sichtbare und unsichtbare Kirche. Die Tragweite von Luthers ekklesiologischem Ansatz. In: Danz, Christian / Tück, Jan-Heiner (Hg.): Martin Luther im Widerstreit der Konfessionen. Historische und theologische Perspektiven. Herder-Verlag, Freiburg im Breisgau 2017. S. 288-351.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Ebeling, Gerhard: Dogmatik des christlichen Glaubens. Band 1: Prolegomena. Erster Teil: Der Glaube an Gott den Schöpfer der Welt. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck). 3. Auflage, Tübingen 1987. S. 234f.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Ebeling, Gerhard: Luther. Einführung in sein Denken. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck). 4. Aufl. Tübingen 1981. S. 198-218.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Enns, Fernando / Stroh, Ralf: Schwärmertum. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Band 7. Mohr Siebeck. 4. Aufl. Tübingen 2004. Sp. 1047-1050.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Fausel, Heinrich: D. Martin Luther. Sein Leben und Werk. Band 2: 1522-1546. Hänssler-Verlag 1996. S. 279-283.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Herms, Eilert: Zwei-Reiche-Lehre/Zwei-Regimenten-Lehre. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Band 8. Mohr Siebeck. 4. Aufl., Tübingen 2005. Sp. 1936-1941.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Mühling, Markus: Systematische Theologie: Ethik. Eine christliche Theorie vorzuziehenden Handelns. Vandenhoeck &amp; Ruprecht, Göttingen 2012. S. 67-73.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Roper, Lyndal: Der Mensch Martin Luther. Die Biographie. S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016. S. 413-415.493.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Thielicke, Helmut: Theologische Ethik. 1. Band: Prinzipienlehre. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck). 4. Aufl. Tübingen 1972. S. 585-610.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Zahrnt, Heinz: Martin Luther. Reformator wider Willen. R. Piper Verlag, München 1986. S. 154-169.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 05 Dec 2023 09:43:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ..."]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000230"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">"Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ..."</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Jesus über Kinder- und Erwachsenenwelt</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/11/2023</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Zwei graue Wohnblöcke nebeneinander. Zwei Eingänge pro Block, sechs Wohnungen pro Eingang. Das macht 24 Wohnungen. Einige bewohnt von alleinstehenden Frauen, wenige von kinderlosen Ehepaaren, die meisten von Ehepaaren mit mehreren Kindern.</span><br></div><div><br></div><div>Wenn es 15 Familien waren mit durchschnittlich zwei Kindern, dann waren wir 30 Kinder. Mädchen, Jungs, Evangelische, Katholische, Muslime. Die Eltern eines Mädchens waren Zeugen Jehovas. Sie spielte nur selten mit uns. Manchmal saß sie am Fenster und schaute uns sehnsüchtig beim Spielen zu. Ich fragte mich damals: Warum kommt sie nicht raus? Sperren ihre Eltern sie ein? Das wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht durfte sie nicht mit uns spielen. Doch wenn sie es einmal durfte, war sie willkommen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die türkischen Mädchen gehörten selbstverständlich dazu,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">das war gar keine Frage</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wir spielten alle zusammen, egal welcher Religion oder Konfession wir angehörten. Mein bester Freund war katholisch. Die türkischen Mädchen gehörten selbstverständlich dazu, das war gar keine Frage. Niemand wäre auf die Idee gekommen, sie auszuschließen, weil sie Muslime waren.</div><div><br></div><div>Wir spielten Mädchen- und Jungenspiele und dachten uns nichts dabei: Seilspringen, Gummi-Twist, Himmel und Hölle, Cowboys und Indianer, Räuber und Gendarm, Völkerball, Rollschuhlaufen. Nur beim Fußball fehlten die Mädchen. Manchmal dachten wir uns Spiele aus, die es noch gar nicht gab. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.</div><div><br></div><div>Vor den beiden Wohnblöcken eine wilde Wiese, die nicht gemäht wurde. Manchmal sträunte ein Schäferhund durch die Wiese und machte uns Angst. Dann flohen wir in den Hauseingang. Einmal versteckte sich ein Älterer, ich weiß nicht, woher er kam, im hohen Gras und jagte uns Angst ein, indem er bedrohlich eine Sichel schwenkte. Das war gruselig. Aber wir hatten ja den Hauseingang als Zufluchtsort.</div><div><br></div><div>Die vielen Kinder, die Wiese, die Straße weit entfernt, die endlosen Spielideen – es war ein Kinderparadies.</div><div><br></div><div>Dann wurden zwei weitere Wohnblöcke gebaut, auf der wilden Wiese. Ich trauerte ein wenig um die Wiese, aber die Baustellen mit ihren Baggern waren auch interessant, und die hohen Berge von der ausgehobenen Erde waren ein dankbarer Spielort. Als die Wohnblöcke bezogen waren, kamen noch mehr Kinder dazu, wurden neue Freundschaften geschlossen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Einmal stritten sich zwei,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">einer von ihnen zog plötzlich ein Messer</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Natürlich gab es auch Konflikte. Einmal stritten sich zwei, einer von ihnen kam nicht aus unserer Siedlung. Er zog plötzlich ein Messer und bedrohte seinen Kontrahenten damit. Eine Minute später steckte er das Messer wieder weg. Aber dieser Ausbruch von Gewalt war ein Schock und hat sich mir eingeprägt.</div><div><br></div><div>Ein anderes Mal boxte mich jemand mit voller Kraft in den Magen. Das tat sehr weh, aber ich ließ mir nichts anmerken. Einige Tage später spielten wir wieder zusammen. Später rangen wir einmal miteinander, und ich konnte ihn flachlegen und mich auf ihn setzen. Das war mir Genugtuung. Wenig später war es vergessen, auch wenn er mir nie so recht sympathisch wurde.</div><div><br></div><div>Einmal hatten ein Spielkamerad und ich jeweils einen kurzen Ast in der Hand, mit dem wir Säbelfechten spielten. Dabei kam ich ihm etwas zu nah und schrammte seine Lippe auf. Er blutete. Ich war zutiefst erschrocken. Er aber wurde wütend und schlug auf mich ein. Ich flüchtete mich zur Haustür, und er schlug immer weiter auf meinen Rücken ein. Dann simulierte ich zu weinen. Das befriedigte ihn offenbar. Er ließ von mir ab und rannte nach Hause.</div><div><br></div><div>Nach der Schule griff mich einmal ein Klassenkamerad an, ich weiß nicht mehr, warum. Ich glaube, es war ein Missverständnis. Eigentlich verstand ich mich mit ihm ganz gut. Nachdem wir einige Minuten miteinander gerungen hatten, hatte ich keine Lust mehr und ließ mich extra fallen, ohne dass er meine Absicht bemerkte. Nun saß er auf mir. Ich sagte: "Du hast ja gewonnen." Das schien ihm auszureichen, und er ließ von mir ab. Ich hatte mein Ziel erreicht. Dann fuhren wir beide nach Hause, er mit dem Bus und ich mit dem Fahrrad. Ich fühlte mich erniedrigt, aber irgendwie doch als – Gewinner.</div><div><br></div><div>Die Sache war schnell vergessen, und wir verstanden uns wieder gut und hatten viel Spaß miteinander.</div><div><br></div><div>Grundsätzlich hasste ich es, mich zu prügeln. Ich konnte darin nie einen Sinn sehen, wäre auch nie auf die Idee gekommen, eine Rauferei von mir aus anzufangen.</div><div><br></div></div><div><div>Als ich zwölf war, zogen wir in einen anderen Stadtteil. Meine Eltern hatten ein Haus gebaut. Jetzt lernte ich die Einsamkeit kennen. Hin und wieder traf ich mich noch mit meinem besten Freund. Aber das Kinderparadies war für immer verloren.</div><div><br></div><div>Ich war auch kein Kind mehr. Mit dem Jugendalter kamen die Probleme. Früher gab es keine, weil die Eltern alle Probleme lösten. Jetzt, beim Erwachsen-werden, war ich selbst zuständig.</div><div><br></div><div>In der Schule lernten wir, alles zu hinterfragen. Nichts war mehr selbstverständlich. Alles konnte so oder auch anders verstanden werden. Die Klarheit und Eindeutigkeit war vorbei. Die Eltern als primäre Bezugspersonen traten in den Hintergrund, ohne dass es schon neue Bezugspersonen gab. Ich war auf mich allein gestellt.</div><div><br></div><div>Das neue Haus war schön. Aber es machte nicht glücklich. Später begriff ich: Kein Besitz oberhalb der Armutsgrenze macht glücklich. Glücklich machen uns geglückte Beziehungen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Man muss ein Stück weit Kind sein,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">um am Reich Gottes teilzuhaben</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>In biblischen Zeiten galten Kinder als unmündig und unfertig. Sie waren noch auf dem Weg zum Erwachsensein. Sie konnten die Tora noch nicht einhalten und keine Verdienste vor Gott aufweisen. Sie konnten sich aber vertrauensvoll von Gott beschenken lassen.</div><div><br></div><div>Als Eltern ihre Kinder zu Jesus bringen wollten, damit er sie segnet, haben Jesu Jünger sie weggeschickt (Mk 10,13f; Lk 18,15f). Jesus ist für die Erwachsenen da, dachten sie wahrscheinlich, für diejenigen, die entscheiden konnten, was gut und böse ist und die von Jesus etwas lernen konnten. Kinder sind dazu noch zu unreif, ungebildet, unbedeutend.</div><div><br></div><div>Doch Jesus sah das anders und rief die Kinder zu sich. Dann sagte er ein Wort, das ihm besonders wichtig war und das er darum mit dem doppelten "Wahrlich" einleitete:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf2">(Mk 10,15; Lk 18,17)</span></i></div><div><br></div><div>Damit kehrt Jesus die Erwartung der Jünger um: Die Kinder sind nicht jene, die vom Reich Gottes noch nichts wissen können, sondern im Gegenteil: Ihnen gehört das Reich Gottes (Mk 10,14; Lk 18,16; Mt 19,14). Warum? Weil man ein Stück weit Kind sein muss, um am Reich Gottes teilzuhaben.</div><div><br></div><div>Das Reich Gottes ist der Raum der Gegenwart Gottes, der Raum des Schalom, die Einflusssphäre Gottes, von der man in Beschlag genommen wird und in die man eintreten kann. Das Reich Gottes ist das Paradies für Kinder und Erwachsene – jetzt noch bestritten und bekämpft, im ewigen Leben aber umfassend und vollkommen.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Niemals wären wir auf die Idee gekommen,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">dass Jungs mehr wert sind als Mädchen,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf1">Christen mehr als Muslime</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wenn meine Kindheit so etwas wie ein Kinderparadies war, dann heißt das: Ich lebte im Vertrauen zu Gott, zu meinen Eltern und zu den anderen Kindern. Das Vertrauen zu den anderen Kindern wurde manchmal enttäuscht, aber immer neu aufgebaut. Alle waren abhängig von der Güte Gottes. Wir waren Gleiche unter Gleichen. Niemand hatte das Recht, sich hervorzuheben.</div><div><br></div><div>Wir Kinder sortierten die anderen nicht nach deren Religion ein. Keiner hatte mit seiner Religion dem anderen etwas voraus. Keiner stand vor Gott besser oder schlechter da (Mk 9,33-37; Mt 18,1-5; Lk 9,46-48). Es gab keine Privilegien, wir wohnten alle in einer Dreizimmerwohnung. Niemals wären wir auf die Idee gekommen, dass Jungs mehr wert sind als Mädchen, Evangelische mehr als Katholiken, Katholiken mehr als Zeugen Jehovas, Christen mehr als Muslime. Das Leben war ein Spiel, das mitzuspielen alle das gleiche Recht hatten. </div><div><br></div><div>Wer dieses Recht eines anderen mit Gewalt einzuschränken versuchte, jagte uns Angst ein und wurde gemieden. Wenn es doch einmal zum Konflikt kam, war er schnell wieder vergessen und vergeben, sofern der andere bereit war, sich wieder in die Ordnung einzufügen. In der Freude am gemeinsamen Spiel fanden wir wieder zusammen. Auch diejenigen, die zu Aggressionen neigten, fanden wieder einen Platz bei uns. Die Freude am Spiel siegte über ihre Lust am Streit.</div><div><br></div><div>Rache und Vergeltung kannten wir nicht. Sie waren keine Ideen, die das Spiel weiterführten, sondern es zerstörten. Und das Spiel musste weitergehen, denn es war unser Leben. Das Interessante am anderen, an seinen individuellen Spielideen, hatte größeren Wert als der andauernde Streit.</div><div><br></div><div>Bildlich gesprochen: Nach dem Streit umarmten wir uns wieder, so wie Jesus die Kinder umarmte. Wir suchten wieder die Nähe des anderen, der mit seiner Wesensart unser Leben bereicherte. Wir versuchten ihm entgegenzukommen und uns ihm zuzuneigen.</div><div><br></div><div>Wenn wir uns nicht auf ein Spiel einigen konnten, wurde so lange gesucht, bis alle einverstanden waren. Und wenn unser Spiel einmal an einen toten Punkt gekommen war, half uns unsere Phantasie, ihm neues Leben einzuhauchen. Wir erfanden neue Spiele, in denen für alle Platz war.</div><div><br></div><div>Und wenn einer sich partout nicht in diese Spielgemeinschaft einordnen wollte? Dann hatte er sich selbst aus ihr ausgeschlossen und musste ohne sie leben.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf3"><i>Legt eure Zukunft in die Hand dessen, der die Macht hat!</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf3">Dann werdet ihr fähig zum Vertrauen, zum Kompromiss,</span></div><div class="imHeading3"><span class="cf3">zur Vergebung, zur Phantasie des Friedens</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Jesus erinnerte an die Kinder, als er zu den Erwachsenen vom Reich Gottes sprach, vom göttlichen Schalom: Nur wer sich von diesem Schalom ergreifen lässt wie ein Kind, kann diesen Schalom erleben. Nur wer den göttlichen Schalom annimmt, wie ein Kind mit leuchtenden Augen ein großes Geschenk annimmt, kann diesen Schalom haben.</div><div><br></div><div>Die Erwachsenenwelt, wie wir sie gerade erleben, schafft es offensichtlich nicht, in diesem Schalom zu leben. Denn sie kennt niemanden, der das Spiel der Welt mit unsichtbarer Hand am Laufen hält. Deshalb setzt sie auf das eigene Vermögen, das in Macht, Misstrauen, Wehrhaftigkeit, Kampfbereitschaft und Vergeltung gründet.</div><div><br></div><div>Diese Erwachsenenwelt kann dem anderen keinen Vertrauensvorschuss gewähren, ohne den es keinen Schalom gibt. Sie setzt auf eigene Macht, die größer sein muss als die des anderen. Deshalb kann sie keinen Schritt zurückweichen aus Angst, etwas zu verlieren. Sie mag dem, der sich als gewalttätig erwiesen hat, nicht entgegenkommen, sondern legt ihn auf das Böse fest, das er getan hat. Sie beantwortet phantasie- und leblos Gewalt mit Gewalt.</div><div><br></div><div>Die Kinder wissen es besser, sagt Jesus. Und sie versuchen, wie gebrochen auch immer, diesen Schalom zu praktizieren.</div><div><br></div><div><div>Schaut euch die Kinder an, ruft uns Jesus zu, und lernt von ihnen! Lebt wie die Kinder: Nehmt euch nicht so wichtig, sondern nehmt den wichtig, der das Rad auch ohne euch am Laufen hält! Lasst euch doch befreien von der zerstörerischen Mühsal, mit der ihr eigenmächtig versucht, das Rad anzutreiben! Erkennt eure Machtlosigkeit an! Werdet euch eurer Abhängigkeit bewusst von dem, der euer Leben bewahrt! Legt eure Zukunft in die Hand dessen, der die Macht hat! Dann werdet ihr fähig zum Vertrauen, zum Kompromiss, zur Vergebung, zur Phantasie des Friedens. Dann werdet ihr frei von eurer todbringenden Zerstörungssucht. Und der göttliche Schalom wird euch umgreifen, das Reich Gottes, ein Stück des Paradieses auf Erden.</div></div><div><br></div><div>Ihr werdet es erleben, in aller irdischen Unvollkommenheit. Aber es wird in all seiner Unvollkommenheit tausendmal besser sein als das, was ihr eigenmächtig zustande bringt. Der Schalom Gottes ist da. Ihr müsst ihn nur ergreifen – wie die Kinder es tun.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Alexa auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 28 Nov 2023 12:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Himmlische Klarheit in einer vieldeutigen Welt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenszweifel"><![CDATA[Glaubenszweifel]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000022F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Himmlische Klarheit in einer vieldeutigen Welt</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Ein Versuch über Ambivalenz</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/11/2023</span></div><div><br></div><div>"25 Jahre glücklich verheiratet" stand auf der Einladung eines Freundes zu seiner Silberhochzeit. Das machte mich stutzig. Wirklich? 25 Jahre Eheglück?</div><div><br></div><div>Ist doch unser Leben mit Zwei- und Mehrdeutigkeiten behaftet. Nichts ist so klar, wie wir es gerne hätten und darstellen. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir gestehen, dass unser Fühlen, Denken und Handeln ein Schwebendes ist, ein Vages, Tastendes, mehr Suchendes als Wissendes. Und auch die glückliche Zeit ist durch Zwiespältiges gekennzeichnet.</div><div><br></div><div>Wer es gelehrt ausdrücken will, spricht von Ambivalenz und Ambiguität. Die Vorsilbe <span class="fs14lh1-5"><i>ambi-</i></span> drückt die Zweideutigkeit, den Zwiespalt aus, die Mehrdeutigkeit einer Sache. Weil das Fremdwort die oben beschriebenen Bedeutungsgehalte zusammenfasst, bedienen wir uns auch hier des Begriffs der Ambivalenz.</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Je stärker uns die Ambivalenz bewusst wird,</span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">desto mehr sehnen wir uns nach etwas Greifbarem,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">an dem wir uns festmachen können</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Ambivalenz unseres Seins zeigt sich deutlich im politischen Diskurs. Dort werden immer neue Eindeutigkeiten formuliert, an denen es angeblich keinen Zweifel geben kann. Je stärker in den Debatten die unterschiedlichen Perspektiven ausgesprochen werden, umso lauter muss die scheinbare Eindeutigkeit zur Geltung gebracht werden. So diskutiert man ohne Ende, dreht sich im Kreise und kommt dem Ziel der Eindeutigkeit nicht näher. Man kann ihm auch gar nicht näherkommen, weil es diese Eindeutigkeit nicht gibt.</div><div><br></div><div>Auch der christliche Glaube und die Theologie sind von der Ambivalenz unseres Seins nicht ausgeschlossen. Überraschend offen reflektiert ein Satz des Apostels Paulus unser spirituelles Handeln – ein Satz, den wir in unserer eingebildeten religiösen Selbstsicherheit gern überlesen (Röm 8,26):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wer den Satz wirklich hört, muss erschrecken: Selbst der innigste Ausdruck unseres Glaubens, das Gebet, ist nichts Eindeutiges, Klares, sondern von Nichtwissen, Suchen und Tasten geprägt.</div><div><br></div><div>Wir erleben die Ambivalenz unseres Seins täglich, und wer sich ihr nicht ganz verschließt, dem ist sie nicht unbekannt. Sie wird von den Dichtern beschrieben und von großer Kunst augenfällig gemacht. Musik, die nicht nur zum Mitsummen gedacht ist, sondern die Tiefe unseres Seins auslotet, lässt sie uns fühlen.</div><div><br></div><div>Je stärker uns die Ambivalenz bewusst wird, desto mehr sehnen wir uns nach etwas Greifbarem, an dem wir uns festmachen können. Unser Dasein braucht einen festen Halt- und Orientierungspunkt. Doch diesen Punkt gibt es nicht im Diesseits, wo alles im Nebel der Unkenntlichkeit verschwimmt. Es gibt ihn nur auf der anderen Seite der Wirklichkeit, die wir manchmal Himmel nennen.</div><div><br></div><div>Also strecken wir uns aus nach dem Himmel, so wie es alle Kreatur tut (Röm 8,19). Wir greifen über das Diesseits hinaus, in den Himmel hinein, und fassen den Fixpunkt, der uns Eindeutigkeit bietet und an dem wir Halt gewinnen. Doch in demselben Moment, in dem wir ihn ergreifen, vermischt sich die Eindeutigkeit mit unseren Trieben, Sehnsüchten, Wünschen und Ängsten – und alles wird wieder zweideutig, vieldeutig, unbestimmt, zweifelhaft. Es gelingt uns nicht, den ersehnten Halt in unser irdisches Leben übertragen.</div><div><br></div><div>Bleibt also die Eindeutigkeit, die Klarheit dem Jenseits vorbehalten?</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Die Klarheit Gottes, sein alles erhellendes und</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imHeading3"><span class="cf1">veränderndes Licht, stellt sich auf Erden von selber ein</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Das Neue Testament spricht vielfach von der "Herrlichkeit Gottes". Das griechische Wort für "Herrlichkeit" (<span class="fs14lh1-5"><i>dóxa</i></span>) heißt in seiner Grundbedeutung auch "Lichtglanz". Der Begriff ist im Neuen Testament oft von Bildern des Lichts begleitet. Gottes Herrlichkeit, selbst voller Glanz und Helligkeit, strahlt aus und bringt Licht und Klarheit. <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther</i></span> hat "Herrlichkeit" deshalb an einigen Stellen des Neuen Testaments mit "Klarheit" übersetzt*. In der revidierten Lutherübersetzung von 2017 finden sich drei Stellen mit dieser Übersetzung.</div><div><br></div><div>Am bekanntesten ist die Stelle aus der Weihnachtsgeschichte (Lk 2,9):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Und der Engel des Herrn trat zu ihnen [den Hirten], und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die zweite Stelle ist die von der Verklärung Jesu. Es wird berichtet, dass die Jünger Petrus, Johannes und Jakobus, die mit Jesus auf einen Berg gestiegen waren, bei Jesu Verklärung vom Schlaf übermannt wurden. Dann heißt es (Lk 9,32):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Als sie aber aufwachten, sahen sie seine [Jesu] Klarheit.</span></i></span></div><div><br></div><div>Schließlich berichtet Paulus über sein "Bekehrungserlebnis" (Apg 22,6.11):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Da umleuchtete mich plötzlich um die Mittagszeit ein großes Licht vom Himmel. [...] Als ich aber, geblendet von der Klarheit dieses Lichtes, nicht sehen konnte, wurde ich an der Hand geleitet von denen, die bei mir waren, und kam nach Damaskus.</span></i></span></div><div><br></div><div>Alle drei Texte erzählen davon, dass die Klarheit Gottes bzw. Jesu für die Menschen vollkommen unerwartet und ohne ihr Zutun aufleuchtet: bei den Hirten, die nachts über ihre Herde wachten und von der Geburt Jesu nichts ahnten, bei den drei schlafenden Jüngern Jesu und bei Paulus, dem Christenverfolger. Die Helligkeit und Klarheit Gottes tritt also gänzlich überraschend und für Menschen unverfügbar ein.</div><div><br></div><div>Und es verändert die Situation der betroffenen Menschen radikal: Die Hirten bekommen angesichts des unbekannten Lichts zunächst einen großen Schreck. Dann suchen sie Jesu Geburtsstätte in Bethlehem auf, und als sie auf ihr Feld, in ihr normales Leben, zurückkehren, hat sich alles für sie verändert (Lk 2,8-20).</div><div><br></div><div>Die Jünger wollen den Berg gar nicht mehr verlassen, sondern ihr Leben dort fortsetzen, können aber dieses Erlebnis der Klarheit nicht festhalten und müssen wieder herunter in den Alltag. Dort scheint das Erlebnis keine positiven Folgen zu haben, im Gegenteil, wie ihr Unverständnis und ihre Unfähigkeit in den nachfolgenden Geschichten zeigt (Lk 9,28-48). Erst später zeigt sich, dass sich etwas in und mit ihnen verändert hat, wenngleich ihre Ambivalenz bestehen bleibt (z.B. Lk 10,17.20).</div><div><br></div><div>Bei Paulus schließlich ist die Veränderung am augenfälligsten. Er ist vorübergehend erblindet, ein Bild für die Irritation und Orientierungslosigkeit, die durch das Licht Christi zunächst eintreten kann. Dann aber wird ihm verheißen und durch ein weiteres Erlebnis klar, dass er fortan kein Christenverfolger mehr ist, sondern ein Christusverkünder (Apg 22,12-21). Wie ambivalent die Situation in den nächsten Jahren dennoch für ihn bleibt, zeigen die Schwierigkeiten, die er mit den von ihm gegründeten Gemeinden hat (z.B. 1Kor 3,1-4; Gal 1,6f) und zeigt schließlich auch seine wahrscheinliche Hinrichtung in Rom. </div><div><br></div><div>Damit ist gesagt: Die Klarheit Gottes, sein alles erhellendes und veränderndes Licht, stellt sich auf Erden von selber ein – in aller bleibenden Ambivalenz unseres Lebens. Der Halt aus dem Himmel, nach dem wir uns sehnen, ergreift uns auf Erden, ohne dass wir in den Himmel gegriffen haben. Wir müssen gar nicht versuchen, den Fixpunkt, der uns von aller Zweideutigkeit befreit, vom Himmel auf die Erde zu holen. Denn er kommt von sich aus zu uns auf die Erde.</div><div><br></div><div>Dem entspricht die Fortsetzung der Bemerkung des Paulus über unsere Unfähigkeit zum rechten Beten (Röm 8,26):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf2">Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; aber der Geist [Gottes] selbst tritt [vor Gott] für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="imHeading3"><span class="cf1"><i>Insofern ist auch die Ambivalenz selber ambivalent</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Klarheit Gottes ist demnach auf Erden gegenwärtig. Dennoch bleibt die Ambivalenz alles irdischen Seins bestehen. Denn der göttliche Lichtglanz, die göttliche Klarheit wird durch irdische "Finsternis" verdunkelt (2Kor 4,3f). Auch von den Glaubenden lassen sich Licht und Klarheit nicht festhalten. Das Licht wird vielmehr durch die menschlichen Prägungen, Vorentscheidungen, Sehnsüchte, Wünsche, Ängste seiner leuchtenden Klarheit beraubt. Die Dämmerung irdischer Mehrdeutigkeit legt sich über Gottes Klarheit.</div><div><br></div><div>Und doch leuchtet das Wunder der Klarheit auch <span class="fs14lh1-5"><b>in </b></span>der irdischen Ambivalenz. Die menschlichen Mechanismen der Vernebelung und Verunklarung können das Licht Gottes nicht dauerhaft verdunkeln und seiner Wirksamkeit berauben. Dann geschieht es, dass die Herrlichkeit und Klarheit Gottes so weit, wie es auf Erden eben möglich ist, einem Menschen offenbar wird und alle Ambivalenz für ihn eine Zeit lang in den Hintergrund tritt. <span class="fs14lh1-5">Insofern ist auch die Ambivalenz selber ambivalent.</span></div><div><br></div><div>Es gibt diese "hellen Momente", in denen uns plötzlich etwas klar und unbezweifelbar vor Augen steht. Dieser Moment der Klarheit kann so stark sein, dass er, obwohl bald wieder vergangen, dennoch seine Wirkung im Leben entfaltet und mehr verändert, als wir zunächst geahnt haben. Es gibt auch das langsame Wachsen von Einsichten, die sich nach und nach, vielleicht über Jahre hin, entwickeln und etwas verklaren und so unser Leben nachhaltig prägen. Oder wir erleben es, dass jemand in großer Klarheit und unangefochten von aller Ambivalenz seinen Weg durch das undurchsichtige Weltgeschehen geht.</div><div><br></div><div>Das alles geschieht nicht durch unsere Frömmigkeit, sondern dort, wo Gott sein Licht leuchten lassen will; wo der Geist Gottes uns in die Wahrheit leitet und wir Kinder des Lichts (Joh 12,36; 16,13) werden.</div><div><br></div><div>Und so ist meinem Freund und seiner Frau vielleicht doch in ungeahnter Weise die Klarheit widerfahren, wie glücklich die 25 Jahre ihrer Ehe waren – auf einer anderen Ebene als der oberflächlichen, die die Tage des Glücks und die des Streits zählt und gegeneinander aufwiegt. Eher so, dass sie das Ganze ihrer Ehe in aller Ambivalenz des Lebens als ein Geschenk empfunden haben und dieses Geschenk als ein großes Glück – ein Glück, das ihnen auch die ambivalenten Stimmungen und Erfahrungen nicht nehmen konnten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Vgl. hierzu Wolf Krötke: Gottes Klarheiten. Eine Neuinterpretation von Gottes "Eigenschaften". Verlag J.C.B. Mohr (Paul Siebeck). Tübingen 2001. S. 34f und 104-108.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 22 Nov 2023 09:35:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Solidarität mit Israel und Palästinensern?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000022E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Solidarität mit Israel und Palästinensern?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Bemerkenswerte Stimmen und biblische Aspekte</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/11/23</span></div><div><br></div><div>Bei dem brutalen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober wurden mindestens 1.400 Jüdinnen und Juden gefoltert und getötet, 4.100 verletzt und rund 250 entführt [1]. Seitdem wird Israel von ranghohen deutschen Politikerinnen und Politikern immer wieder die unverbrüchliche Solidarität der Bundesrepublik Deutschland zugesagt. In einem gemeinsamen Entschließungsantrag von CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP verurteilte der Bundestag den Terror der Hamas und forderte die Bundesregierung auf, Israel "volle Unterstützung und jedwede Solidarität zu gewähren" [2].</div><div><br></div><div>Ich denke, jeder, der mit den betroffenen jüdischen Zivilisten mitfühlt, wird diese Solidarität für berechtigt halten. Jedes Volk, das auf grausame Weise angegriffen oder terrorisiert wird, sollte unserer Verbundenheit und tatkräftigen Unterstützung versichert werden. Genau das meint der Begriff "Solidarität": eine Haltung der Verbundenheit und des Zusammenhalts, eine prinzipielle Übereinstimmung sowie konkrete Unterstützung und helfendes Eintreten für die Angegriffenen [3].</div><div><br></div><div>Jüdinnen und Juden bedürfen dieser Unterstützung in besonderer Weise, da sie durch ihre Geschichte hindurch oft antisemitischen Strömungen ausgesetzt und als Gipfel der Perversion dem Vernichtungsterror des Hitlerregimes ausgeliefert waren. Gerade Deutschland steht deshalb bei Israel in der Schuld. Auch die Nachgeborenen, die keine persönliche Verantwortung für die Taten der Nationalsozialisten trifft, können sich nicht einfach der Geschichte ihres Landes entziehen. Denn weil sie von dem profitieren, was ihre Vorfahren für sie erarbeitet haben, können sie das, was ihre Vorfahren verbrochen haben, nicht einfach abschütteln, als hätten sie damit nichts zu tun.</div><div><br></div><div>Doch die Solidarität mit Israel ist auch in der Bundesrepublik Deutschland umstritten. Nicht nur hier lebende palästinensische und muslimische Menschen, sondern auch Deutsche plädieren und demonstrieren für eine Solidarität mit den Palästinensern, die – so die Meinung – unter der israelischen Politik seit Jahrzehnten leiden.</div><div><br></div><div>Wie ist es also um die Solidarität mit Israel bestellt? Wie weit muss sie oder darf sie gehen? Hat sie eine Grenze? Schließt Solidarität mit Juden die Solidarität mit Palästinensern aus? Ich möchte, um diese Fragen zu beantworten, zunächst einen Blick auf die biblischen Aussagen über das besondere, in biblischer Sicht sogar einmalige Volk Israel werfen. Anschließend werde ich, einige gegenwärtige Stimmen aufnehmend, den aktuellen Krieg in Gaza beleuchten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Gottes erwähltes Volk</div><div><br></div><div>Im Alten Testament wird immer wieder festgestellt, dass Gott sich das Volk Israel zum Volk seines Eigentums erwählt hat [4]. So heißt es zum Beispiel in 5. Mose/Deuteronomium 7,6-11:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(6) Du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott. Dich hat der Herr, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(7) Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(8) sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat der Herr euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(9) So sollst du nun wissen, dass der Herr, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(10) und vergilt ins Angesicht denen, die ihn hassen, und bringt sie um und säumt nicht, zu vergelten ins Angesicht denen, die ihn hassen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(11) So halte nun die Gebote und Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, dass du danach tust.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Formulierung, dass Gott sich Israel zum "Volk des Eigentums" erwählt hat (Vers 6), mag uns merkwürdig vorkommen. Der Kontext zeigt, dass es beim Volk Israel nicht um eine Sache geht, die sich Gott genommen hat, um mit ihr nach Gutdünken zu verfahren, sondern vielmehr um eine Liebesbeziehung (Vers 7f). Gott hat Israel geliebt und deshalb aus der Sklaverei in Ägypten befreit (Vers 8).</div><div><br></div><div>Ein anderer Begriff für Gottes einzigartige Beziehung zu Israel ist der Bund, den Gott mit diesem Volk geschlossen hat (Vers 9). Der Bund ist kein Vertrag, den zwei gleichberechtigte Partner miteinander schließen. Vielmehr hat Gott diesen Bund gestiftet, er ist der Initiator dieses Bundes. Er bleibt diesem Bund durch alle Wechselfälle des Lebens hindurch treu, denn es ist ein "ewiger Bund" (1Mo/Gen 17,7). Und Israel ist gehalten, diesem Bund entsprechend zu leben (Vers 11).</div><div><br></div><div>Zur Gabe des Bundes gehört die Gabe eines eigenen Landes, in dem Israel leben kann. Das wird deutlich in 2. Mose/Exodus 6,4.7f:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(4) Ich habe meinen Bund mit ihnen aufgerichtet, dass ich ihnen geben will das Land Kanaan, das Land, in dem sie Fremdlinge gewesen sind. [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(7) Ich will euch annehmen zu meinem Volk und will euer Gott sein, dass ihr's erfahren sollt, dass ich der Herr bin, euer Gott, der euch wegführt von den Lasten, die euch die Ägypter auflegen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(8) Und ich will euch in das Land bringen, über das ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, dass ich's geben will Abraham, Isaak und Jakob; das will ich euch zu eigen geben. Ich bin der Herr.</span></i></span></div><div><br></div><div>Gott hat sein Volk aus der Sklaverei befreit, damit es fortan nicht mehr unter Fremdherrschaft leben muss, sondern sein eigenes Land hat, in dem es in Freiheit leben kann. Doch ist dieses Land, wie die ganze Welt (Ps 24,1), letztlich Gottes Eigentum. Er hat Israel das Land sozusagen zum treuhänderischen Besitz übergeben (3Mo/Lev 25,23):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Land gehört mir, und ihr seid Fremde und Gäste bei mir.</span></i></span></div><div><br></div><div>Im Land Gottes ein "Fremder" zu sein, ist etwas vollkommen anderes, als im Land Ägypten fremd zu sein. Denn von Gott wird man nicht unterdrückt, sondern befreit. Man ist, auch wenn man Gott fremd ist, ein willkommener Gast in seinem Land.</div><div><br></div><div>Das Alte Testament schildert die Gabe des Landes so, dass Israel, noch bevor es ins Land einzieht, auf das Halten der Gebote Gottes verpflichtet wird. Der Besitz des Landes wird geradezu vom Halten der Gebote abhängig gemacht. Sollte Israel sich von Gott und seinen Geboten abwenden, dann wird es das Land verlieren (5Mo/Dtn 4,1.25f).</div><div><br></div><div>Tatsächlich haben die alttestamentlichen Propheten später herbe Kritik an Israel geübt. Dabei ging es einerseits darum, keine weiteren Götter neben dem Gott Israels anzubeten. Andererseits verurteilten die Propheten die Ungerechtigkeit, die im Land herrschte: Die Armen wurden unterdrückt und ausgebeutet von den wirtschaftlich Überlegenen (Am 2,6f; 5,10-12; 8,4-6). Gerechtigkeit soll dabei auch den im Land wohnenden Fremden widerfahren (Jer 7,6f). Konkret beklagt beispielsweise der Prophet Jesaja (Jes 5,8; ähnlich Mi 2,2):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Weh denen, die Haus an Haus reihen und Acker an Acker rücken, bis kein Platz mehr ist und ihr allein Besitzer seid mitten im Lande!</span></i></span></div><div><br></div><div>Man könnte die Erwählung Israels mit Bezug auf unser Thema der Solidarität so zusammenfassen:</div><div><br></div><div><ul><li>Gott ist der Erste, Verlässlichste und Hilfreichste, der absolut solidarisch mit Israel ist und bleibt.<br></li><li>Zu Gottes Solidarität gehört Israels Befreiung aus der Sklaverei und die Gabe eines eigenen Landes.<br></li><li>Gott garantiert Israel ein bleibendes Existenzrecht.<br></li><li>Gott fordert Israel auf, Gerechtigkeit gegenüber jedermann walten zu lassen und so seiner Solidarität zu entsprechen.<br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Israelkritik und Antisemitismus</div><div><br></div><div>Die gegenwärtige Diskussion dreht sich vielfach um Antisemitismus. Manchmal wird Israelkritik fälschlicherweise mit Antisemitismus gleichgesetzt. Aber Solidarität mit Israel und Israelkritik schließen sich nicht aus – so wenig, wie sich die Liebe zu einem anderen Menschen und die Kritik an ihm nicht ausschließen. Kritik kann vielmehr dem anderen Menschen dienen, da wir alle der Korrektur bedürfen.</div><div><br></div><div>Das ist bei Staaten nicht anders. Darum gebietet Solidarität mit Israel, mögliche Fehlentwicklungen anzusprechen und gemeinsam nach Alternativen zu suchen. Wenn die rechtsnationale Regierung Israels die Zwei-Staaten-Lösung ablehnt, wenn die Siedlerbewegung den Palästinensern das Land raubt, wenn die Menschenrechte der Palästinenser nicht gewahrt bleiben, dann ist das kritikwürdig. Denn Israel, das ein unverbrüchliches Existenzrecht hat und damit auch das Recht auf einen eigenen Staat, ist als Gottes auserwähltes Volk in besonderer Weise zum Halten der göttlichen Gebote und zur Wahrung von Recht und Gerechtigkeit angehalten.</div><div><br></div><div>Wäre Israelkritik Antisemitismus, dann wären die alttestamentlichen Propheten, die im Namen Gottes Israel kritisiert haben, Antisemiten gewesen. Das anzunehmen ist absurd.</div><div><br></div><div>Kritik an der israelischen Politik stellt also nicht Israels Existenzrecht in Frage. Sie ruft auch nicht zur Israelfeindschaft auf. Manchmal wird argumentiert, dass Israelkritik in der jetzigen, emotional aufgeladenen Situation Antisemitismus bei anderen befördere. Das ist zu vermeiden, indem deutlich für das Existenzrecht Israels und gegen jede Israelfeindschaft eingetreten wird. Es könnte jedoch auch sein, dass gerade die Kritik an jeder Israelkritik den Antisemitismus nicht vermeidet, sondern im Gegenteil steigert. Denn wenn jede Kritik, an wem auch immer, gesellschaftlich sanktioniert wird, werden diejenigen, die diese Kritik äußern wollen, erst recht ein Feindbild entwickeln.</div><div><br></div><div>Vizekanzler <span class="fs14lh1-5"><i>Robert Habeck</i></span> hat in seiner denkwürdigen Online-Rede vom 2. November zum Thema gesagt [5]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich machte klar, dass bei uns Kritik an Israel natürlich erlaubt ist. Und dass es eben nicht verboten ist, für die Rechte der Palästinenserinnen und Palästinenser und auch ihr Recht auf einen eigenen Staat einzutreten. Aber der Aufruf zur Gewalt gegen Juden oder das Feiern der Gewalt gegen Juden, die sind verboten – und zwar zu Recht! [...] Der Tod und das Leid, das jetzt über die Menschen im Gazastreifen kommt, sind schlimm. Das zu sagen, ist so notwendig wie legitim. Systematische Gewalt gegen Jüdinnen und Juden aber kann damit dennoch nicht legitimiert werden. Antisemitismus kann damit nicht gerechtfertigt werden. Natürlich muss sich Israel an das Völkerrecht und internationale Standards halten. Aber der Unterschied ist: Wer würde solche Erwartungen je an die Hamas formulieren?</span></i></span></div><div><br></div><div>Hier ist klar zwischen Antisemitismus und Israelkritik unterschieden. Und es ist angedeutet, dass Solidarität mit Israel Solidarität mit den Palästinensern nicht ausschließt. Wohl aber ist Antisemitismus, ist Israelhass, ist Gewalt gegen Jüdinnen und Juden und der Aufruf dazu sowie der Jubel darüber ausgeschlossen. Und wenn <span class="fs14lh1-5"><i>Habeck </i></span>fragt, wer entsprechende Erwartungen an die Hamas formulieren würde, dann kann ich nur sagen, dass Gottes Gebote auch für die Hamas gelten und die Einhaltung dieser Gebote deshalb von ihr eingefordert werden muss – auch wenn man damit wohl kaum auf offene Ohren bei der Hamas stoßen wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Der historische Kontext</div><div><br></div><div>Der aktuelle emotional aufgeladene Streit geht auch darum, ob und wieweit der historische Kontext für Handlungen der einen oder der anderen Seite herangezogen werden darf. Darf man die brutale Terroraktion der Hamas vom 7. Oktober in einen historischen Kontext einordnen? Ist andererseits die Reaktion Israels durch den Kontext, nämlich den Terrorangriff der Hamas, gerechtfertigt?</div><div><br></div><div>Die jüdische Schriftstellerin amerikanisch-deutscher Herkunft <span class="fs14lh1-5"><i>Deborah Feldman</i></span> hat in der Sendung "Markus Lanz" vom 1. November ein beeindruckendes Statement abgegeben und mit Blick auf die Angriffe der Hamas vom 7. Oktober gesagt [6]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es gab eine sehr emotionale Diskussion, nachdem wir über diese Angriffe erfahren haben, und es wurde immer wieder wiederholt: Es gibt keinen Kontext, keine Rechtfertigung, keine Erklärung für diese Gewalt. Im selben Atemzug sagen wir: Es gibt einen Kontext für die Gewalt gegen Palästinenser. Wir können nicht auf beiden Hochzeiten tanzen. Entweder gibt es keine Rechtfertigung der Gewalt gegenüber allen unschuldigen Zivilisten, oder wir müssen dann anfangen, über Kontext immer zu reden.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Feldman </i></span>fordert, entweder immer über den historischen Kontext politischer Aktionen zu reden oder jede Gewalt gegenüber Zivilisten abzulehnen. Mir scheint es keine Frage zu sein, dass jede menschliche Aktion in Zusammenhang mit anderen vorangegangenen Aktionen steht. Insofern hat sie immer einen historischen Kontext. Die Auseinandersetzung dreht sich allerdings darum, ob der historische Kontext Gewalt gegen Zivilisten durch die eine oder andere Seite <span class="fs14lh1-5"><b>rechtfertigt</b></span>. Diejenigen, die im Blick auf den Hamas-Angriff jede Heranziehung eines historischen Kontexts ablehnen, wollen vermeiden, dass dadurch der Angriff gerechtfertigt wird. Und diejenigen, die die Ursache für den Hamas-Angriff in der vorangegangenen Gewalt Israels gegen die Palästinenser sehen, wollen diesen Angriff dadurch rechtfertigen. Dasselbe gilt für die militärische Reaktion Israels im Gaza-Streifen, die durch den Hamas-Angriff gerechtfertigt werden soll – oder eben nicht.</div><div><br></div><div>Man kann es auch anders ausdrücken: Jede Seite behauptet für sich, sich doch nur gegen die vorangegangene Gewalt der anderen Seite zu verteidigen. Es ist wie in jedem Krieg: Alle Seiten führen ihn angeblich nur, um sich zu verteidigen. So simpel ist Weltgeschichte.</div><div><br></div><div>Wenn man dieser Vereinfachung ausweichen will, muss man darauf hinweisen, dass beide Seiten in dem jahrzehntelangen Konflikt Schuld auf sich geladen haben. Wer diese – auch theologische – Einsicht ablehnt, verfällt einer Ideologisierung. Zugleich ist festzuhalten, dass die Schuld der jeweils anderen Seite theologisch keine Rechtfertigung für eigenes schuldhaftes Verhalten sein kann, sondern nur ein Ruf zur Umkehr an beide Seiten.</div><div><br></div><div>Auch <span class="fs14lh1-5"><i>Robert Habeck</i></span> hat in seiner Stellungnahme auf die Gewalt Israels hingewiesen [5]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ja, das Leben in Gaza ist Leben in Perspektivlosigkeit und Armut. Ja, die Siedlerbewegung in der Westbank schürt Unfrieden und nimmt Palästinensern Hoffnung und Rechte – und zunehmend auch Leben. Und das Leid der Zivilbevölkerung jetzt im Krieg ist eine Tatsache, eine fürchterliche Tatsache. Jedes tote Kind ist eines zu viel.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wie bereits dargestellt, lehnt <span class="fs14lh1-5"><i>Habeck </i></span>zu recht jeden aus der elenden Situation der Palästinenser sich ableitenden Antisemitismus und jede Gewalt gegen Israel ab. Seine Solidarität mit Israel führt aber nicht zu einer Blickverengung, die das Leid des palästinensischen Volkes gar nicht mehr wahrnimmt oder an diesem Leid nicht Anteil nehmen will. Jedes menschliche Leben hat dasselbe Lebensrecht. Kein Volk hat das Recht, ein anderes zu unterdrücken oder ihm Leid zuzufügen.</div><div><br></div><div>Darum wird im Alten Testament das Eigentumsvolk Gottes, das Volk Israel, immer wieder aufgefordert, die im Land lebenden Fremden nicht zu unterdrücken. Gerade das auserwählte Volk steht in der besonderen Verantwortung, Gottes Lebenswillen für alle Völker zu verwirklichen – so wie auch Christinnen und Christen in der besonderen Verantwortung stehen, Gottes Liebe zu allen Menschen ohne Unterschied in ihrer Lebenspraxis umzusetzen. Echte Solidarität mit dem Volk Israel fordert darum geradezu Solidarität auch mit dem Leid des palästinensischen Volks.</div><div><br></div><div>Um einmal ein Stück weit zu konkretisieren, worum es dabei geht: Bis zum 7. November wurden in Gaza offenbar 10.569 Menschen durch die israelischen Angriffe getötet. 67 Prozent davon sind Frauen und Kinder. Außerdem wurden 220.000 Wohngebäude teilweise oder ganz zerstört sowie 120 Krankenstationen, 278 Schulen, 68 Moscheen und 3 Kirchen [7].</div><div><br></div><div>Die Zahlen stammen vom Gesundheitsministerium von Gaza, das von der Hamas geleitet wird. Sie sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. Die UN hält die Zahlen des Gesundheitsministeriums allerdings für glaubwürdig, weil dessen Zahlen aus früheren Konflikten überprüft wurden und sich als zutreffend erwiesen haben [8]. Auch von internationalen Experten werden die Zahlen deshalb als relativ verlässlich eingestuft [9]. Die Zahlen sind demnach nicht hundertprozentig richtig, aber doch relativ glaubwürdig. Sie müssen dennoch differenziert betrachtet werden. Zum Beispiel "zählt jeder Tote unter 18 Jahre als Kind, ungeachtet dessen, dass die Hamas auch Minderjährige rekrutiert" [10].</div><div><br></div><div>Der Vergleich von Opferzahlen ist immer eine höchst fragliche Sache, weil jedes Opfer, jeder getötete oder verkrüppelte Mensch einer zu viel ist. Dennoch werfen die rund zehntausend (oder seien es auch nur acht- oder neuntausend) Palästinenser, die durch das israelische Militär getötet wurden, vor allem Frauen und Kinder, eine Frage auf: die Frage, ob diese vielen Opfer wirklich "nötig" waren und ob die Verhältnismäßigkeit gegenüber den etwa 1.400 durch den Hamas-Angriff Getöteten gewahrt ist.</div><div><br></div><div>Und es stellt sich die Frage, wie ein Ende der Gewalt möglich sein soll, wenn der Kreislauf der jeweiligen Vergeltungsschläge nicht irgendwann einmal durchbrochen wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Die Gewaltspirale</div><div><br></div><div>Die Hamas ist eine Terrororganisation, der Menschenleben offenbar nichts wert sind – wahrscheinlich auch das eigene Leben nicht (siehe den Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?warum-ich-das-leben-liebe" class="imCssLink">Warum ich das Leben liebe</a></span>). Die Hamas hat Israel angegriffen und Menschen brutal getötet, gefoltert und als Geiseln genommen. Sie schreckt auch nicht davor zurück, ihre eigene Bevölkerung als Schutzschild zu missbrauchen.</div><div><br></div><div>Israel hat das Recht, die militärischen Strukturen der Hamas zu zerstören. Nur darum kann es gehen, nicht darum, die Hamas zu zerschlagen, wie jetzt oft gesagt wird. Denn eine Ideologie kann man nicht mit Gewalt zerschlagen, weil sie dadurch nur gestärkt wird und in den Köpfen unzähliger Menschen weiterlebt.</div><div><br></div><div>Es ist gut, dass Israel den palästinensischen Zivilisten die Flucht in den Süden des Gazastreifens ermöglicht. <span class="fs14lh1-5">Das könnte darauf hinweisen, dass es Israel nicht um die Tötung von Zivilisten geht. Andererseits wird der Tod vieler Zivilisten durch die Angriffe des israelischen Militärs auf die Infrastruktur der Hamas in Kauf genommen.</span><span class="fs14lh1-5"> Die Hamas ist daran mitschuldig, was aber für ihre Anhänger offenbar kein Problem ist.</span><br></div><div><br></div><div>Beide Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber: Die Hamas will die Zerstörung Israels, Israel will die Zerstörung der Hamas. Es lässt sich nahezu täglich beobachten, wie dieser Krieg den Hass der Anhänger auf beiden Seiten schürt. Wie soll so ein Ende der Gewalt möglich werden?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Deborah Feldman</i></span> hat diese Frage aufgegriffen [11]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es gibt eine erhebliche Stimme in der israelischen Gesellschaft und in der Diaspora, die nach einem Ende der Gewaltspirale schreit. Ich bin eine dieser Stimmen. Ich habe vor zehn Tagen einen Brief zugeschickt bekommen von einem amerikanischen Akademiker, der in Deutschland wohnt. Viele jüdische Künstler, Intellektuelle, Schriftsteller, Akademiker, Wissenschaftler haben diesen Brief unterschrieben. In diesem plädieren sie dafür, Menschen aufgrund ihrer palästinensischen Identität, aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Geschichten nicht zu verdammen und nicht in einem Bild des Fremden und des Bedrohlichen aufzulösen. [...] Ich bin der festen Überzeugung, dass es nur eine einzige legitime Lehre des Holocaust gibt, und das ist die absolute, bedingungslose Verteidigung der Menschenrechte für alle. Punkt. [...] Ich werde die Palästinenser nicht hassen. [...] Und ich bitte Sie und ich bitte die Menschen in diesem Land, ich bitte die Politiker, die in diesem Land das Sagen haben: Bitte heben Sie die Stimmen dieser Menschen hervor, es ist womöglich unsere allerletzte Chance umzulenken. Wenn diese Eskalation der Gewalt nicht jetzt zu beenden ist, erleben wir möglicherweise eine dramatische, gefährliche Änderung in der Welt und in unserer Gesellschaft, die wir vielleicht nicht mehr in den Griff kriegen. Ich fürchte mich vor dem Zivilisationsbruch, weil: Wir reden so lange über die Werte, über die wir uns angeblich geeinigt haben seit dem Zweiten Weltkrieg, aber inzwischen sind wir nicht mehr so gut darin, es zu verstecken, dass wir diese Werte nur selektiv einsetzen.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Feldman </i></span>fordert ein Ende der Gewaltspirale. Das heißt konkret: Eine der beiden Seiten muss aufhören mit der Gewalt. Wenn die Hamas es nicht tut, dann sollte Israel es tun. Aufhören mit der Gewalt heißt auch: aufhören mit der Verdammung des Feindes, mit seiner Verteufelung, mit dem Hass. Es heißt, dass die Menschenrechte für alle gelten und dass darum auch das Leid der palästinensischen Zivilisten unsere Anteilnahme verdient. Jeder Mensch hat ein Lebensrecht. Wenn wir uns nur für das Lebensrecht einer bestimmten Gruppe einsetzen, werden wir mit unseren in der Politik gerade viel zitierten Werten unglaubwürdig – was mit den sogenannten westlichen Werten ja auch gerade geschieht.</div><div><br></div><div>Natürlich muss auch Israel das Lebensrecht seiner Bevölkerung sichern. Das israelische Territorium muss also gegen einen erneuten Angriff der Hamas gesichert werden. Ich bin kein Militärexperte, aber ich denke, das wäre auch ohne eine Bombardierung des Gaza-Streifens möglich. Und ich könnte mir vorstellen, dass der Schaden durch Raketen, die aus dem Gaza-Streifen heraus abgefeuert werden, durch eine intensivierte Raketenabwehr zumindest eingedämmt werden könnte.</div><div><br></div><div>Wenn außerdem Israel den Palästinensern – nicht der Hamas – politisch entgegenkommen würde, könnte das der arabischen Welt zeigen, dass Israel das Lebensrecht der Palästinenser ernst nimmt. Eine politische Kehrtwendung hin zu einer Zwei-Staaten-Lösung könnte eventuell der Hamas die ideologische Grundlage entziehen. Diese Kehrwendung ist aber von der gegenwärtigen Regierung, die <span class="fs14lh1-5"><i>Feldman </i></span>"rechtsnational" nennt, nicht zu erwarten. Eine Garantie für das Gelingen solcher Versuche gibt es auch nicht. Aber die Rettung tausender Menschenleben wäre es wert, dass solche Versuche unternommen werden.</div><div><br></div><div>Mir ist es in der gegenwärtigen Situation vollkommen fremd, dass auf Demonstrationen in Deutschland immer nur für eine der beiden Seiten Solidarität bekundet wird. Ich konnte deshalb noch an keiner dieser Demonstrationen teilnehmen. Warum gibt es eigentlich keine Demonstration, in der man sich solidarisch mit den Leiden beider Völker zeigt? Ist ein israelischer Mensch, ein israelisches Kind weniger wert als ein palästinensisches – und umgekehrt? Vom christlichen Glauben her jedenfalls nicht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Gibt es einen Weg zum Frieden?</div><div><br></div><div>Wie kein zweiter Konflikt zeigt dieser, der schon Jahrzehnte andauert, dass Gewalt Hass erzeugt und Hass neue Gewalt. Die Gewaltspirale schaukelt sich hoch, offensichtlich ohne Ende. Immer wieder Gewalt anzuwenden, Schuld auf sich zu laden, hilft letztlich keiner Seite. Der Konflikt wird dadurch fortgesetzt und erzeugt immer neues Leid. </div><div><br></div><div>Wenn man versucht, Konflikte mit militärischer Gewalt zu lösen, besteht die große Gefahr, dass die Konflikte nicht bereinigt werden, sondern früher oder später wiederkehren. Die alttestamentliche Weisheitsliteratur wusste darum und hat es im Bild des Säens und Erntens ausgedrückt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Soviel ich gesehen habe: Die Unrecht pflügen</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und Unheil säen, ernten es auch.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Hi 4,8)</span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer Unrecht sät, der erntet Unheil,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und der Stock seiner Überheblichkeit bricht entzwei.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer gütig blickt, der wird gesegnet,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">denn er gibt dem Bedürftigen von seinem Brot.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Spr 22,8f)</span></i></div><div><br></div><div>Bezieht man diese Worte auf den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, dann bedeuten sie: Wer Gewalt übt, wird Gewalt erfahren. Die jahrzehntelange Geschichte dieses Konflikts belegt die Wahrheit dieses Satzes. Keine der beiden Seiten sollte sich die Überheblichkeit anmaßen, Gott die Rache aus der Hand zu nehmen und eigenmächtig Vergeltung zu üben (3Mo/Lev 19,18; Röm 12,19-21; Hebr 10,30). Verheißungsvoll wäre es hingegen, dem "Feind" mit Güte zu begegnen. Wer das tut, wird Gottes Segen erfahren, also von der ewigen Gewaltspirale erlöst werden. Das gilt für Palästinenser und Israelis gleichermaßen. Das gilt besonders für Israel, weil Gott in besonderer Weise mit ihm solidarisch ist, aber es gilt auch für die Palästinenser.</div><div><br></div><div>Paulus drückte denselben Sachverhalt später so aus:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Irrt euch nicht! Gott lässt sich nicht verspotten. Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten. [...] Lasst uns aber nicht müde werden, das Gute zu tun! Denn zur bestimmten Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht matt werden.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Gal 6,7.9)</span></i></div><div><br></div><div>Auf unser Thema bezogen würde Gott zu verspotten bedeuten, dass Palästinenser und Israelis Gewalt üben in der Annahme, dadurch von Gewalt befreit zu werden. Dies aber ist ein Irrtum. Der Gewalt abzusagen braucht es allerdings einen langen Atem; man kann dabei ermüden und ermatten. Paulus weiß um die Schwierigkeiten, die der auf sich lädt, der Gewalt durch Entgegenkommen ersetzen will. Das Entgegenkommen ist Widerständen ausgesetzt; es bedeutet, ein Risiko einzugehen; und der Erfolg stellt sich nicht so schnell und deutlich sichtbar ein wie die Ziele, die mit der Ausübung von Gewalt verfolgt werden. Dennoch ruht Gottes Segen auf dem langmütigen und beschwerlichen Weg des Entgegenkommens.</div><div><br></div><div>Ich würde die These aufstellen, dass das Entgegenkommen nicht einfach deshalb verheißungsvoll ist, weil es in der Bibel steht, sondern weil es den Ordnungen, Prozessen und Realitäten entspricht, die unserer Welt innewohnen. Grundsätzlich kann das Entgegenkommen auch scheitern. Im aktuellen Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sehe ich allerdings im Entgegenkommen eine Chance, denn es würde den Feind beschämen und international so sehr unter Druck setzen, dass er seine feindselige Haltung wahrscheinlich aufgeben müsste. Auch darum wusste schon die alttestamentliche Weisheit (Spr 25,21f; Röm 12,20):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn deinen Feind hungert, so speise ihn,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dürstet ihn, so gib ihm zu trinken;</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und der Herr wird's dir vollenden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Man kann daraus den Schluss ziehen, dass der Konflikt nur zu lösen ist, wenn man die Ursachen analysiert, also den historischen Kontext bedenkt, und wenn mindestens eine der beiden Seiten bereit ist, ihre Mitschuld einzugestehen und sich ein Stück weit zurückzunehmen.</div><div><br></div><div>Meine Hoffnung ist, dass durch den jetzigen Krieg Vernunft einkehrt. Solidarität ist auch helfendes Eintreten für den anderen, hatte ich zu Beginn gesagt. Ich möchte solidarisch mit beiden Parteien sein. Das bedeutet auch, dem Leid für beide Parteien ein Ende zu setzen. Dies ist offensichtlich durch Gewalt nicht möglich.</div><div><br></div><div>Dass Gewalt das Leid offensichtlich in den meisten Fällen nicht beendet, sondern verlängert, gilt nicht nur für diesen Krieg. Das meinte auch Jesus, als er sagte (Mt 26,52):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch dieser Satz ist nicht deshalb wahr, weil er in der Bibel steht, sondern er steht in der Bibel, weil er eine Wahrheit über unser Leben ausspricht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Terrorangriff_der_Hamas_auf_Israel_2023</span></div><div><span class="fs11lh1-5">[2] https://taz.de/Scholz-im-Bundestag-zu-Hamas-Angriff/!5966127/</span></div><div><span class="fs11lh1-5">[3] https://neueswort.de/solidaritaet; https://de.wikipedia.org/wiki/Solidarit%C3%A4t</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5">[4] Siehe zu diesem Kapitel Rolf Rendtorff: Theologie des Alten Testaments. Ein kanonischer Entwurf. Band 2: </span><span class="fs11lh1-5">Thematische Entfaltung. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2001. S. 20-31.42-46.216f.</span></div><div><span class="fs11lh1-5">[5] https://www.juedische-allgemeine.de/politik/robert-habecks-viel-beachtete-rede-ueber-israel-im-wortlaut/</span></div><div><span class="fs11lh1-5">[6] https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-1-november-2023-100.html</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5">[7] https://www.nachdenkseiten.de/?p=106425; https://www.ochaopt.org/content/hostilities-gaza-strip-and-israel-reported-impact-day-33</span></div><div><span class="fs11lh1-5">[8] https://www.nachdenkseiten.de/?p=106425, siehe im Artikel die "Zusatzfrage Jung".</span></div><div><span class="fs11lh1-5">[9] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/gazastreifen-todesopfer-zivilisten-liste-hamas-israel-100.html</span></div><div><span class="fs11lh1-5">[10] https://taz.de/Opfer-im-Gaza-Krieg/!5969294/</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5">[11] Wie [6]. Der von </span><span class="fs11lh1-5"><i>Feldman </i></span><span class="fs11lh1-5">genannte Offene Brief findet sich in einer deutschen Übersetzung unter https://taz.de/Offener-Brief-juedischer-Intellektueller/!5965154/</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Grafik: Tumisu auf Pixabay (bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 17 Nov 2023 14:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Falsche Gebetspraxis - schlechte Stimmung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000022D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Falsche Gebetspraxis – schlechte Stimmung</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 15/11/2023</span></div><div><br></div><div>Mein tägliches Morgengebet besteht fast nur noch aus Bitten, habe ich bemerkt. Es gibt die Kriege, es gibt so viel menschliche Bosheit und Not, dass ich ständig darum bitte, Gott möge dieses Elend beenden. Weil das Elend aber kein Ende nimmt, wiederhole ich jeden Tag aufs Neue dieselben Bitten. Das tut mir nicht gut.</div><div><br></div><div>Es tut mir aus zwei Gründen nicht gut: Erstens führe ich mir jeden Tag das Elend der Welt vor Augen, bevor ich meine Bitten formuliere. Zweitens muss ich mir jeden Tag eingestehen, dass sich an diesem Elend noch immer nichts geändert hat. Gerade darum, weil sich noch nichts geändert hat, liege ich Gott ja immer wieder mit denselben Bitten in den Ohren.</div><div><br></div><div>Im Grunde setze ich dabei voraus: Das Elend besteht fort, und Gott hat noch nichts zum Guten gewendet. Aber ist das wirklich so?</div><div><br></div><div>Ist es nicht vielmehr so, dass Gott jeden Tag Gutes bewirkt? Dass er jeden Tag Menschen rettet und Leid verhindert oder verringert?</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Das Alte Testament setzt auf jeder Seite voraus, dass Gott auf verborgene Weise oder durch Menschen in der Weltgeschichte handelt (z.B. 2Mo/Ex 3,7-10; 5Mo/Dtn 7,17-19; Ri 11,29; Ps 7,7-12; 73,23f). Im Neuen Testament wird erzählt, wie Gott durch den Menschen Jesus Christus und nach dessen Tod durch seinen Geist in der Geschichte handelt (z.B. Joh 5,36; Apg 2,4).</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Der christliche Glaube geht also davon aus, dass Gott die Welt nicht sich selbst überlässt, sondern beständig in der Welt handelt: Er bewirkt Gutes, rettet und richtet einzelne Menschen (2Sam 22,47-51) und ganze Völker (Jes 45,22; Jer 9,25f) und bewahrt seine Schöpfung vor dem Untergang (1Mo/Gen 8,21f).</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gott kann sogar durch Leid und Tod hindurch Heil und Leben entstehen lassen (Joh 16,20; 1Kor 15,54f). Er handelt eben nicht immer so, wie wir es uns vorstellen und wünschen. Darum lässt sich sein Handeln nicht beweisen, sondern nur im Glauben bezeugen. Es bleibt für nicht Glaubende immer zweifelhaft, für Glaubende aber kann es (obwohl sie auch Zweifel kennen) zur Gewissheit werden.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Zurück zu meinem Beten: Ich versuche jetzt, nicht von der Bosheit der Menschen und vom Elend der Welt auszugehen, sondern von Gottes täglichem Handeln in der Welt; davon, dass er auch an diesem Tag retten, die Not lindern, Menschen zum Guten bewegen und sogar durch den Tod hindurch Leben schaffen wird. Ich versuche mir bewusst zu machen, dass der neue Tag ein guter Tag ist: ein Tag, den der Herr gemacht hat und an dem ich mich freuen und fröhlich sein kann (Ps 118,24). Dann beginne ich mein Gebet in einer ganz anderen Stimmung.</div><div><br></div><div>Am Anfang meines Gebets können Lob und Dank stehen für das, was Gott in den letzten 24 Stunden Gutes getan hat – auch wenn ich davon nichts mitbekommen habe. Ich denke auch daran, was er gerade jetzt Gutes bewirkt und an diesem Tag noch Gutes bewirken wird. Ich bitte ihn dann darum, auch in aussichtslosen Situationen Menschen zu retten und die verstockten Herzen derer, die Böses tun, aufzubrechen. Ich denke also vom positiven Handeln Gottes her und nicht vom negativen Zustand der Welt her.</div><div><br></div><div>Das gelingt nicht immer gleich gut. Manchmal passiert es mir, dass beide Gefühle nebeneinander stehen und um die Oberhand ringen: einerseits meine Dankbarkeit für Gottes rettendes und Leben schaffendes Handeln und andererseits meine Traurigkeit über die Not, über die vielen Menschen, die von anderen Menschen getötet werden.</div><div><br></div><div>Jedenfalls soll in Zukunft nicht das Böse den Ton in meinem Gebet angeben, sondern das Gute, das Gott täglich tut – auch in der vom Bösen durchsetzten Welt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Claudia auf Pixabay (Ausschnitt).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 15 Nov 2023 08:17:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Versöhnung neu denken (Teil 2)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000022C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Versöhnung neu denken</span></div><div class="imHeading2 imTACenter"><div><b><span class="fs14lh1-5">Was macht die Versöhnung mit Gott </span></b><b class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5">und uns? (Teil 2)</span></b></div></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/11/2023</span></div><div><br></div><div>Im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?versoehnung-neu-denken" class="imCssLink">ersten Teil zu diesem Thema</a></span> habe ich darüber gesprochen, dass Versöhnung nicht einfach ein göttliches Urteil ist, das er über mich spricht, sondern dass sie eine neue Beziehung zwischen Gott und mir begründet. Außerdem habe ich vier Punkte ausgeführt, durch die deutlich wird, was Versöhnung für Gott bedeutet: Er vergibt uns die Sünden. Er nimmt sich selbst zurück, indem er auf sein Recht auf Wiedergutmachung verzichtet und stattdessen sich zu uns erniedrigt. Er erniedrigt sich zu uns bis dahin, dass er unter unserer fortgesetzten Schuld leidet. Das alles bedeutet auch, dass Gott mit uns fühlt und für uns denkt und handelt. So wird eine neue Beziehung zwischen Gott und uns möglich, in der wir mit Gott versöhnt sind.</div><div><br></div><div>Heute geht es darum, was eigentlich mit uns geschieht, wenn wir als Versöhnte leben. Denn Versöhnung versetzt uns an einen Ort der Versöhnung, an dem wir unter dem Einfluss der versöhnten Beziehung zu Gott stehen, in der unsere Existenz eine andere wird.</div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Was geschieht mit mir durch Versöhnung?</div><div><br></div><div>In der Versöhnung geht es um eine neue Beziehung zu Gott, zum Grund meines Daseins. In dieser neuen Beziehung erfährt mein ganzes Leben eine neue Richtung. Es verändert sich also nicht nur ein Teilbereich meines Lebens, vielleicht der Bereich der Religiosität oder der Moral. Sondern wenn mein Leben Versöhnung mit Gott wirklich erfährt und nicht nur theoretisch darum weiß, dann wird mein Leben geprägt durch ein vollkommen neues Fühlen, Denken und Handeln. Mein Fühlen, Denken und Handeln erfährt nicht bloß eine teilweise Veränderung und Weiterentwicklung, sondern es wird auf ein neues Fundament gestellt.</div><div><br></div><div>Es stellt sich zum Beispiel eine Dankbarkeit ein, die mir zuvor fremd war: Ich bin dankbar für mein Leben und für Gottes Wohlwollen mir gegenüber, auf das ich keinen Anspruch habe. Mir wird bewusst, dass ich aus Gnade lebe. Ich fasse Vertrauen zu diesem Gott, der mir das Leben geschenkt hat und mich auf guten Wegen durch mein Leben geleiten will. Neue Interessen tun sich auf: Interesse an Bibel und Glaubenserkenntnis sowie an Gleichgesinnten in der christlichen Gemeinde. Das sind die ganz "normalen" Äußerungen des Glaubens, die uns wohlbekannt sind.</div><div><br></div><div>Aber Versöhnung, die bei mir ankommt und in mein Herz dringt, macht noch viel mehr mit mir.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Universale Weltsicht</div><div><br></div><div>Gottes Versöhnung gilt der ganzen Welt (2Kor 5,19). Darum kann mein versöhnender Blick nicht auf meine unmittelbare Umgebung beschränkt bleiben. Mein Blick weitet sich. Er bleibt nicht hängen an meiner Familie, an meinen Freunden, an der kleinen Gruppe der mir nahestehenden und für mich wichtigen Menschen. Der Nahbereich öffnet sich wie bei einem Weitwinkelobjektiv für das bisher nicht Wahrgenommene.</div><div><br></div><div>Denn es geht bei der Versöhnung nicht nur um mich und meine engsten Bezugsgruppen (Mt 5,47). Es geht auch nicht nur um diejenigen, die wir für die "Guten" halten. Es geht vielmehr gerade auch um die, die als "böse" bezeichnet werden. Denn ihnen gegenüber ist das Streben nach Versöhnung besonders nötig (Lk 5,31f). Der versöhnliche Blick auf sie legt sie nicht auf ihre Bosheit fest, sondern gesteht ihnen zu, Gutes tun zu können. Weil Gott ihnen vergibt und ihre Umkehr für möglich hält, sind die Glaubenden gehalten, ihnen auch zu vergeben und sie zum Tun des Guten einzuladen.</div><div><br></div><div>Damit treten Menschen in mein Blickfeld, die ich zuvor nicht im Blick hatte, weil sie von mir, wie von den meisten Menschen, als unverbesserliche Übeltäter abgeschrieben wurden. Aber nicht nur die Übeltäter sehe ich in neuer Weise, sondern auch die Opfer weltweiter Ungerechtigkeit: die Hungernden, Unterdrückten, Versklavten und Flüchtenden. Wie die Übeltäter von uns auf ihre Bosheit festgelegt und deshalb von der Versöhnung ausgeschlossen werden, so werden die Opfer der öffentlichen Wahrnehmung oft entzogen und deshalb ebenfalls vom Versöhnungsgeschehen ausgeschlossen. Ihr Leiden vollzieht sich im Unsichtbaren. Darum sind mit dem Leid der Opfer auch die Verursacher ihres Leids unsichtbar: Wo kein Leid ist, sind auch keine Verursacher von Leid. Auch meine eigene Verantwortung verschwindet hinter einem Schleier der Nichtwahrnehmung.</div><div><br></div><div>Der neue, geweitete Blick strebt den Schalom Gottes, strebt die Versöhnung für alle an. Dabei ist dieser Blick nicht nur ein interessierter, sondern ein engagierter; er nimmt nicht nur interessehalber etwas wahr, sondern er setzt sich bleibend für die Wendung der Not und für Versöhnung ein. Nicht das distanzierte Interesse dominiert, sondern das herzerfüllte Dasein für die anderen.</div><div><br></div><div>Diesen neuen Blick können auch nicht Glaubende haben. Für Glaubende aber ist er das Selbstverständliche, wenn denn ihr Glaube "echt" ist. Glaubende können nicht anders, als ihren Blick zu weiten, ohne sich dazu zu zwingen. Es geschieht mit ihnen, sofern sie als mit Gott Versöhnte leben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Mitfühlen mit den anderen </div><div><br></div><div>Gottes Zuwendung zu uns ist kein von ihm abgespultes Programm, weil Zuwendung sich für einen liebenden Gott so gehört, sondern sie ist innerstes Anteilnehmen (Mt 18,27; Lk 15,20). Darum ist auch die christliche Liebe kein Halten von Geboten und Verboten, sie ist nie und nimmer ein Gesetz, das zu befolgen man sich durchringt. Wenn ich liebe, lasse ich mich vielmehr auf das Leid der anderen ein, fühle mit ihnen, fühle ihr Leid, als wäre es mein eigenes. Ich lasse mich in meinem satten Wohlbefinden stören und aufschrecken. Ich fühle mich ein in das, was den Leidenden widerfährt. Meine individuelle Glückssuche wird unterbrochen, ich nehme mich mit meinen Glücksinteressen zurück. Ich finde mein Glück nicht in den Eigeninteressen, sondern im Suchen des Glücks des Nächsten. Das Suchen des Nächstenglücks wird zum "Gesetzten" meines Lebens, das eben kein Gesetz mehr ist, sondern mein innerstes Bedürfnis.</div><div><br></div><div>Das in mir Gesetzte setzt mich in Bewegung. Kein Zwang, keine Angst vor Strafe treibt mein Handeln an, sondern das, was in mich hineingesetzt ist. Der mitfühlende Mensch kann das Leid der anderen, das er fühlt, nicht ignorieren. So ist das Streben nach Gerechtigkeit kein theoretischer Grundsatz, sondern ein Lebensantrieb, ein Baustein des täglichen Lebens. Wenn das Lebenshaus, in dem Glück für alle möglich wird, nicht gebaut wird, bleibt der Schmerz der Leidenden in mir bestehen. Erst der Neubau des Lebenshauses für alle kann den Schmerz des Mitgefühlten lindern.</div><div><br></div><div>Das Neue ist der Zustand des umfassenden Schalom, die Versöhnung, die allen gilt. Der umfassende Schalom teilt nicht ein in Freunde und Feinde, in "Wir" und "Ihr". Er kann sich nicht bei der Ungerechtigkeit beruhigen, schon gar nicht bei der eigenen. Er freut sich an dem, was des Lebens würdig ist, und fühlt den Schmerz des täglichen Todes. Er fühlt, dass alle Menschen gleichermaßen würdig sind, in ihren Lebenseinschränkungen und ihrem Todesleiden betrauert zu werden. Der mitfühlende Mensch betrauert die unsichtbar leidenden Opfer und die auf ihre Bosheit festgelegten Übeltäter. Auf diese Weise werden alle der Versöhnung würdig erachtet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">c) Mitbedenken der anderen</div><div><br></div><div>Gott kreist in seinen Gedanken nicht um sich selbst, wie wir es oft tun, sondern er denkt mit denen und für die, die er liebt. Darum bemerkt das Johannesevangelium immer wieder, dass Gott mit Jesus eins ist und dass sie ineinander existieren (Joh 10,38; 14,10f.20; 17,21). Das bedeutet auch, dass Gott seine Gedanken mit Jesus teilt und Jesus die Gedanken Gottes weitergibt (Joh 12,49; 14,10b).</div><div><br></div><div>Wer Versöhnung praktizieren will, kann nicht mehr selbstbezogen, also ausschließend denken – weder thematisch noch personal ausschließend. Die um Versöhnung Ringenden bedenken die Lebensinteressen der jeweils anderen mit. Das ist nicht trivial. Denn es setzt voraus, dass die Lebensinteressen der anderen zu meinen eigenen werden oder, im Fall der Übeltäter, dass sie als deren Interessen überhaupt wahrgenommen werden, auch wenn ich sie mir nicht zu eigen machen kann. Ich bin nicht mehr verschlossen in dem, was mir eigen ist, sondern ich schließe das, was den anderen eigen ist, in meine eigenen Überlegungen ein. Nichts ist dem Menschen ferner als solches Denken.</div><div><br></div><div>Um Versöhnung zu erreichen, gehe ich auch über die Gedankenwelt des Übeltäters nicht einfach hinweg. Wenngleich ich sie nicht teile, erkenne ich in ihr möglicherweise Gedanken, an deren Zustandekommen ich durch mein Verhalten mitgewirkt habe.</div><div><br></div><div>Es kann aber auch sein, dass der Übeltäter in einer verschlossenen negativen Gedankenwelt lebt, die sich immer neu selbst reproduziert. Dann enthalte ich mich, soweit möglich, all dessen, was den Konflikt verschärfen kann. Gedanken der Rache und Vergeltung sind keine Kategorien, die Versöhnung schaffen. Verurteilung und Strafe sind nur dann sinnvoll, wenn sie uns der Versöhnung näherbringen. Auch Gottes Verurteilung und Strafe dienen dazu, uns zur Umkehr zu bewegen (z.B. Jer 35,15; Hebr 12,4-6.10f). So soll auch unser Denken das Ziel haben, die Übeltäter für das Gute zu gewinnen.</div><div><br></div><div>Das alte Denken schreibt die Verantwortung für einen Konflikt ausschließlich dem anderen Menschen zu und übt umfassende Kritik an ihm. Demgegenüber ist Selbstkritik ein wesentlicher Bestandteil des neuen Denkens. Zuerst Selbstkritik, dann Fremdkritik, lautet die Devise. Damit wird das allgemein übliche Denken umgekehrt. Der reflexartigen Fremdkritik, die uns so naheliegt, wird ein Moratorium vorangestellt, das in der Suche nach Lösungsmöglichkeiten einschließlich stiller Selbstkritik besteht. Wer Gottes Versöhnung empfangen hat, kann mit Selbstkritik umgehen. Er muss sich nicht zwanghaft selbst rechtfertigen. Wie er im Verhältnis zu Gott auf Selbstrechtfertigung verzichtet, kann er es auch im Verhältnis zu seinem Nächsten tun.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">d) Mithandeln für die anderen</div><div><br></div><div>Gott ist bereit, selbst Leid auf sich zu nehmen, um Menschen Leid zu ersparen. Jesus gab sein Leben hin, indem er seine Verfolger am Leben ließ und ihnen dadurch die Chance zur Umkehr gewährte. Er weigerte sich, das Ziel der Versöhnung aufzugeben und zahlte dafür mit seinem Leben.</div><div><br></div><div>Auch unser Eintreten für Versöhnung ist mit eigenem Leid verbunden. Denn der Versuch einer Verständigung mit Übeltätern kann von diesen missbraucht werden. Und er wird außerdem von der Gesellschaft selten honoriert. Darin unterscheidet sich Jesu Zeit nicht von unserer. Wer Versöhnung mit Übertätern sucht, riskiert es, sich deren Gewalt und zudem der Kritik derer auszusetzen, die Versöhnung für unmöglich halten. Es kann geschehen, dass es um den nach Versöhnung Strebenden einsam wird. Wenn es gut geht, kann er Gleichgesinnte finden, vielleicht auch unter anderen Christinnen und Christen.</div><div><br></div><div>Jedenfalls riskiert der nach Versöhnung Strebende um des Friedens für die anderen willen den Frieden für sich selbst (Mt 10,34). Es wäre aber ein falscher Friede, wenn er um des Friedens für sich selbst willen den Frieden mit den anderen opfern würde. Dies gliche dem falschen Frieden einer auf sich selbst beschränkten Gottesbeziehung, die angeblich nur Gott und mich selbst etwas angeht. Insofern zeigt sich gerade im Verlust des selbstbezogenen falschen Friedens das Streben nach dem echten Frieden der Versöhnung.</div><div><br></div><div>Wer Versöhnung will, wird im Konfliktfall, wo immer es möglich ist, die Deeskalation suchen und nicht auf Gewalt setzen, weil dies der Versöhnung entgegenwirkt. Er wird Kompromisse suchen und bereit sein, etwas zu riskieren, etwas aufzugeben um der Versöhnung willen. Denn versöhnte Beziehung ist ihm wichtiger als unversöhnlich gerettete Eigeninteressen. Hätte Jesus seine vitalsten Eigeninteressen gesucht, wäre Versöhnung nicht möglich gewesen. Stattdessen war er bereit, sein Leben hinzugeben, weil er die Übeltäter nicht dämonisierte, nicht auf das Böse festlegte, sie nicht als unverbesserlich, dialog- und friedensunfähig diskreditierte. Er gab ihnen eine Chance um den Preis seines eigenen Lebens.</div><div><br></div><div>Das eigene Leid um der Versöhnung willen ist der schwerste und deutlichste Lebenseinschnitt, der den nach Versöhnung Strebenden trifft. Es kann ihm nicht besser ergehen als seinem Herrn (Mt 10,24): Wer dem bösen Menschen ohne Gewalt entgegentritt, liefert sich seiner Gewalt aus. Und wer das Gespräch mit den gesellschaftlich Geächteten sucht und an ihre Seite tritt, muss mit sozialer Ausgrenzung rechnen. Auch die Bereitschaft zum Leiden ist aktives Handeln, das sich für Versöhnung, also für die anderen einsetzt.</div><div><br></div><div>Damit sind nicht alle Fragen beantwortet. In einer von Gewalt beherrschten Welt gibt es Situationen, in denen Gewalt dazu dient, größere Gewalt zu verhindern. Das ist keine Rechtfertigung der Gewalt, sondern das Eingeständnis, schuldig zu werden. Zuvor jedoch muss alles getan werden, um Versöhnung zu stiften. Doch daran scheitern wir schon. In aller Regel beantworten wir Gewalt intuitiv mit Gegengewalt. Und wenn der Weg der Gewalt erst einmal beschritten ist, gibt es kaum ein Zurück: Die Spirale der Gewalt produziert immer mehr Gewalt.</div><div><br></div><div>Es sei denn, man bewegt sich in der Einflusssphäre Gottes, der Unmögliches möglich macht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Die Zukunft der Versöhnung</div><div><br></div><div>Am Ort der Einflusssphäre Gottes kann es nur anders sein als dort, wo nach den meist allgemein gültigen Kriterien und Werten entschieden und gehandelt wird. Gewalt kann, wenn überhaupt, nur das letzte Mittel sein. An jeden, der sich darauf beruft, dieses letzte Mittel anzuwenden, ist die kritische Frage zu richten, ob er wirklich zuvor alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft hat. Denn unter dem Einfluss Gottes steht am Anfang das echte, mühsame, geduldige und leidensbereite Streben nach Versöhnung, verbunden damit, den Segen Gottes dafür zu erbitten – des Gottes, der selbst versöhnlich handelt und mit dem wir versöhnlich handeln sollen. Ich bin überzeugt davon, dass ein solches Handeln in den allermeisten Fällen zum Erfolg führen würde – wenn wir es nur wirklich versuchen würden.</div><div><br></div><div>Denn bei Gott sind alle Dinge möglich – auch die, die bei den Menschen unmöglich sind (Mk 10,27). Und weil bei Gott alle Dinge möglich sind, ist alles auch möglich dem, der auf Gott vertraut (Mk 9,23).</div><div><br></div><div>Gelebte Versöhnung gründet deshalb in der erlebten Versöhnung mit Gott. Nur wer sich im Leben und Tod getragen weiß, kann etwas riskieren. Nur wer sein Leben "von guten Mächten wunderbar geborgen" weiß, kann das Leben der anderen suchen.</div><div><br></div><div>Diese Gewissheit des Getragen- und Geborgenseins ist aber nicht nur Christinnen und Christen vorbehalten. Auch Nicht-Glaubende können eine innere Versöhnung mit dem Grund ihres Daseins erleben, wenngleich sie diesen Grund vielleicht nicht "Gott" nennen. Umgekehrt garantiert eine gefühlte christliche Versöhnung mit Gott nicht, dass der betreffende Mensch wirklich versöhnlich lebt.</div><div><br></div><div>Der Geist der Versöhnung weht tatsächlich, wo er will (Joh 3,8). Wir können ihn weder herbeizwingen noch seine Wirksamkeit nur den Glaubenden vorbehalten. Denn Gott gießt seinen Segen aus über Gute und Böse (Mt 5,45). Auch das ist ein Teil seines universalen Versöhnungshandelns.</div><div><br></div><div>Gottes Versöhnungshandeln für uns und unser Leben als Versöhnte und Versöhnung Stiftende sind eine wahre Zeitenwende. Sie hat allerdings einen gänzlich anderen Charakter als die Umstellung der Militärdoktrin auf einen großen zwischenstaatlichen Krieg.</div><div><br></div><div>Zwar werden wir auch als Versöhnung Stiftende nicht den Himmel auf Erden schaffen. Aber wir werden, wo Gott es will, zur Versöhnung auf Erden beitragen. Versöhnung ist nicht nur das Vergangene, das Jesus am Kreuz bewirkte. Sie ist auch nicht nur unser gegenwärtiger Seelenfriede mit Gott. Versöhnung ist auch das Ziel unseres Daseins und darum die Zukunft der Welt. Dieser Zukunft Gottes den Weg zu ebnen ist die Berufung aller Glaubenden, die von der Hoffnung auf den Unmögliches ermöglichenden Gott lebt (Jes 40,3-5):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Bereitet in der Wüste den Weg für Gott,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jedes Tal soll sich heben,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und jeder Hügel und Berg soll sich senken;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das bergige Gelände soll eben werden</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und das Hügelland zur Talebene.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und die Herrlichkeit Gottes wird offenbart werden,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und alles Fleisch miteinander wird es sehen;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">denn Gottes Mund hat es gesagt.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Henning Westerkamp auf Pixabay (bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 09 Nov 2023 13:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Versöhnung neu denken (Teil 1)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000022B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Versöhnung neu denken</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was macht die Versöhnung mit Gott und uns? (Teil 1)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/11/2023</span></div><div><br></div><div>Versöhnung ist ein wesentlicher Begriff des christlichen Glaubens. Er ist wahrscheinlich allen Christinnen und Christen geläufig; denn ihr Glaube lebt davon, dass sie mit Gott versöhnt sind. Es lohnt jedoch, gerade solche geläufigen Begriffe einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Denn das, was uns allzu geläufig ist, läuft sich schnell ab und verliert sein Profil. Übrig bleibt dann eine oberflächliche und eingeschränkte Vorstellung von dem, was mit Versöhnung gemeint ist.</div><div><br></div><div>Ich habe meine Gedanken zu diesem Thema in zwei Teile geteilt. In diesem ersten Teil erfährst du, was Versöhnung ist und wie sie geschieht. Es geht vor allem um die vielleicht ungewohnte Frage, was Versöhnung eigentlich für Gott bedeutet. Im zweiten Teil, der in ein paar Tagen erscheinen wird, spreche ich dann darüber, was mit dem Menschen passiert, wenn er von Gott her Versöhnung erfährt, und was Versöhnung für unsere Zukunft bedeutet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Was ist Versöhnung?</div><div><br></div><div>Der Apostel Paulus beschreibt das Heil, das sich durch Jesus Christus ereignet hat, als Versöhnungsgeschehen. Das Verhältnis zwischen Gott und Mensch ist demnach von Versöhnung geprägt (2Kor 5,19): </div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es steht ja fest, dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht anrechnete und unter uns das Wort von der Versöhnung aufrichtete.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das versöhnte Verhältnis zwischen Gott und Mensch hat unmittelbare Folgen für das Dasein und Handeln der Menschen, wie Paulus gleich im nächsten Satz festhält (2Kor 5,20):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir sind also Gesandte an Christi statt, wie Gott durch uns aufruft; wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!</span></i></span></div><div><br></div><div>Dass ein Mensch mit Gott versöhnt ist, macht ihn zu einem "Gesandten Christi", durch den Gott die anderen Menschen aufruft, sich ebenfalls mit Gott versöhnen zu lassen. Dieses Gesandt-sein ist nicht nur eine vorübergehende oder begrenzte Beauftragung des Menschen, sondern eine neue Lebensweise, die ihn fortan durch und durch bestimmt. Paulus nennt diese neue Lebensweise eine neue Schöpfung. Wer mit Gott versöhnt ist, ist nicht weniger als eine neue Kreatur (2Kor 5,17):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ist also jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Man kann es auch so ausdrücken: Versöhnung ist nicht einfach die Befriedung der Beziehung zwischen Gott und mir, sondern Versöhnung besteht darin, dass ich hineingenommen werde in den Schalom Gottes, in seinen umfassenden Frieden. Gottes Frieden gilt der ganzen Welt und ist deshalb universal.</div><div><br></div><div>Es geht in der Versöhnung also nicht einfach darum, dass meine Beziehung zu Gott in Ordnung gebracht wird. Sondern es geht darum, dass die ganze Welt, alle anderen Menschen in diese in Ordnung gebrachte Beziehung einbezogen werden.</div><div><br></div><div>Oder anders gesagt: Es geht nicht einfach um ein Dekret Gottes, nämlich das Dekret "Du bist versöhnt", das Gott von oben herab über mich spricht und das nur Gott und mich selbst etwas angeht. Sondern es geht um einen Ortswechsel meiner ganzen Person: Ich werde sozusagen an einen anderen Ort in der Welt versetzt, nämlich an den Ort des universalen Schalom Gottes. Und dieser Ortswechsel ist verbunden mit einem Perspektiv- und Kulturwechsel. Ich stehe fortan unter dem prägenden Einfluss göttlicher Liebe und Lebensfreude. Und das bedeutet, in einem neuen Umfeld und mit bisher unbekannten Perspektiven zu leben.</div><div><br></div><div>Natürlich ist damit nicht gemeint, dass der mit Gott versöhnte Mensch schon der Welt enthoben sei. Er lebt weiterhin an seinem Ort auf Erden, aber zugleich am Ort Gottes, nämlich in seiner Nähe und in seinem Umfeld, in der Erlebnissphäre Gottes. Das drückt sich in der Regel nicht in außergewöhnlichen religiösen Erfahrungen aus, schon gar nicht in irgendwelchen verzückenden oder entrückenden Erlebnissen. Das Leben im Einflussbereich Gottes zeigt sich vielmehr in einem Fühlen, Denken und Handeln, das dem betreffenden Menschen zuvor unbekannt oder zumindest unzugänglich war. Denn im Umfeld Gottes erscheint alles in einem neuen Licht.</div><div><br></div><div>Der mit Gott versöhnte Mensch ist also nicht etwa dem irdischen Leben entrückt, sondern im Gegenteil ihm zutiefst verbunden. Weil Gott sich der Welt in Zeit und Ewigkeit verbunden hat (1Mo/Gen 9,8-12; Mt 26,27f), können auch Christinnen und Christen, wenn es recht zugeht, nur der Welt verbunden sein. Darum sieht der mit Gott versöhnte Mensch, soweit er diese Versöhnung in sich wirken lässt, die Welt im Lichte Gottes, und das heißt: Er sieht sie so, wie sie wirklich ist – realistisch.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Wie geschieht Versöhnung?</div><div><br></div><div>Versöhnung ist die Befriedung der Beziehung zwischen Gott und mir, hatte ich gesagt. Aber wie kommt diese Befriedung eigentlich zustande? Was geschieht genau zwischen Gott und mir, wenn Versöhnung geschieht?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Vergebung der Sünden</div><div><br></div><div>Man kann Versöhnung zunächst schlicht als göttliches Gnadendekret verstehen oder als "Vergebung der Sünden". Vergebung der Sünden bedeutet, dass uns Gott nicht auf unseren Unglauben und unsere moralischen Verfehlungen festlegt, sondern uns davon freispricht. Gott behaftet uns also nicht bei unserer Gottesferne, sondern überwindet diese von sich aus, sucht immer wieder den Kontakt zu uns und ermöglicht uns dadurch immer aufs Neue, mit ihm in Kontakt zu treten.</div><div><br></div><div>Das ist von Jesus in einzigartiger Weise gelebt worden. Die Evangelien erzählen durchweg, wie Jesus den Kontakt gerade zu den "Zöllnern und Sündern" suchte und mit ihnen Tischgemeinschaft pflegte (z.B. Mk 2,15; Lk 5,29). Er legte sie also nicht auf ihr Sündersein fest, sondern spiegelte ihnen Gottes Zuwendung und Vergebung und lud sie ein, dieser Zuwendung und Vergebung entsprechend zu leben (Lk 5,32). Jesus erlaubte ihnen dadurch, sich selbst nicht als die unwiderruflich Gottlosen und der Nähe Gottes Unwürdigen zu verstehen. Sie konnten sich vielmehr im Gegenteil als Menschen sehen, denen Gott etwas zutraute, die er an seiner Seite haben wollte und deren Existenz dann auch Grund göttlicher Freude war (Lk 15,7.10).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Selbstzurücknahme Gottes</div><div><br></div><div>Würde Versöhnung allein durch den Freispruch von Sünden geschehen, dann wäre Versöhnung nicht mehr als ein göttliches Gnadendekret, ein befreiendes Wort, das sozusagen im Himmel über uns gesprochen wird und das uns begnadigt. Es wäre nicht einmal nötig, dass wir von diesem Wort etwas erfahren. Denn selbstverständlich ist ein göttliches Dekret auch dann gültig, wenn kein Mensch davon etwas weiß.</div><div><br></div><div>Der Freispruch von Sünden ist aber viel mehr als ein unpersönliches göttliches Dekret. Denn Gott tritt zu uns, zu jedem einzelnen von uns, in Beziehung und spricht ihm persönlich zu, dass er ihn nicht auf seine Schuld festnagelt. Deshalb hat Jesus nicht allgemein die Vergebung aller menschlichen Sünden verkündet und sich nach der Verkündung dieser Botschaft zurückgezogen, sondern er hat die Beziehung zu einzelnen Menschen gesucht und ihnen persönlich die Vergebung ihrer Sünden zugesprochen (z.B. Mk 2,5; Mt 9,2; Lk 7,48) Vergebung der Sünden ist also nicht bloß ein Dekret, sondern die Begründung einer versöhnten Beziehung.</div><div><br></div><div>Indem Gott Sünden vergibt, besteht er nicht auf dem Recht, das er uns gegenüber hätte, nämlich dem Recht, dass wir unsere Schuld begleichen. Gott kommt dennoch zu seinem Recht, aber nicht, indem er uns verurteilt, sondern indem er uns begnadigt. Gott lässt uns trotz unserer Schuld leben und nimmt stattdessen sein eigenes Leben zurück. Gerade so ist er der gnädige und gütige Gott, als den ihn die Bibel beschreibt. Gott spricht nicht ein Dekret von oben herab, sondern kommt herunter in unsere Welt und sucht die Beziehung zu uns. Dementsprechend ist Jesus nicht als der rechtliche Vollstrecker Gottes aufgetreten, sondern hat sich mit Zöllnern und Sündern vereint, hat sich erniedrigt und ist den sündigen Menschen gleich geworden (Phil 2,7f). Gerade in dieser Selbstzurücknahme hat er seinen göttlichen Auftrag erfüllt.</div><div><br></div><div>Versöhnung beinhaltet also, dass der Versöhnende sich zurücknimmt, nicht auf seinem Recht auf Wiedergutmachung besteht und auf diese Weise eine wahrhaft zukunftsträchtige, gedeihliche Beziehung mit seinen Schuldnern sucht. Jesus schildert in einem Gleichnis, dass es selbstverständlich ist, dass, wie der versöhnende Gott dies praktiziert, es auch die mit ihm versöhnten Menschen tun (Mt 18,23-35).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">c) Leidensbereitschaft Gottes</div><div><br></div><div>Wer nicht auf seinem Recht besteht, muss damit rechnen, dass seine Zurückhaltung ausgenutzt und ihm sein Recht genommen wird. Das gilt auch für Gott. Jesu Leben und Sterben hat gezeigt, wie derjenige, der sich in eine Position liebevoller Machtlosigkeit begibt, von hasserfüllter Macht zum Schweigen gebracht wird. Die Feinde Jesu haben nicht verstanden, dass Versöhnung auf Gnade beruht. Sie wollten ihre Gottesbeziehung nicht auf Gnade gründen, sondern auf ein ihnen vermeintlich zustehendes Recht. Dass Jesus ihnen dieses Recht absprach, hat ihn schließlich sein Leben gekostet.</div><div><br></div><div>Das Leiden Jesu spiegelt das Leiden Gottes unter der menschlichen Gottlosigkeit. Die menschliche Gottlosigkeit besteht darin, dass der Mensch nicht durch Gottes Gnade gerettet werden will, sondern durch seine eigene Frömmigkeit und Moral (Röm 4,5; 5,6). Ein solcher Mensch bedarf der Gnade Gottes nicht und lehnt sie ab. Er lehnt damit die auf Liebe gründende Beziehung zu Gott ab.</div><div><br></div><div>Im Alten Testament wird beschrieben, wie Gott unter der Ablehnung seiner Liebe durch das Volk Israel leidet (z.B. Jes 7,13; Jer 9,1-9; Ps 78,40f). Das Neue Testament erzählt, wie der die Sünder liebende Jesus bewusst den Weg ins Leiden ging (z.B. Mk 10,45). Daran wird deutlich: Der Gott, der an seiner Liebe festhält, obwohl diese vom Menschen abgelehnt wird, muss selbst bereit zum Leiden sein. Der Gott, der sich weigert, unversöhnlich zu reagieren und sein Recht auf Wiedergutmachung durch die Gottlosen durchzusetzen, geht den Weg ins Leiden. Versöhnung gibt es nicht ohne Leidensbereitschaft.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">d) Versöhnende Existenz Gottes</div><div><br></div><div>Es ist deutlich geworden, dass Versöhnung nicht einfach ein freundliches Entgegenkommen Gottes ist, sondern ein Verhalten, das die ganze Existenz Gottes umfasst. Es gibt keine Versöhnung mit Gott ohne eine versöhnende Existenz Gottes: ohne sein versöhnendes Fühlen, Denken und Handeln. So war Jesu ganzes Leben von Versöhnung gekennzeichnet. Er fühlte mit den unversöhnten Menschen (z.B. Mk 6,34; 8,2), dachte in Kategorien der Versöhnung, wie seine Gleichnisse zeigen (z.B. Lk 15,11-32), und er handelte konsequent versöhnend, indem er selbst Leid auf sich nahm (Mt 26,52f). Auf diese Weise war Jesus das Ebenbild des versöhnenden Gottes (Kol 1,15; Hebr 1,3).</div><div><br></div><div>Zugleich war Jesus der Mensch, wie er nach Gottes Willen sein sollte: der neue Mensch (1Kor 15,45), der Gott auf Erden repräsentiert. Insofern nahm Jesus die Verleiblichung Gottes vorweg, die sich nach seinem Tod durch die Glaubenden vollziehen soll: Sie sind der Leib Christi (Eph 1,22f; Kol 1,18.24). Das hat Konsequenzen für die Existenz der Glaubenden, also auch für uns.</div><div><br></div><div>Wir haben die Versöhnung noch nicht verstanden, wenn wir sie allein als Gottes Dekret über uns verstehen und meinen, mit einem Dekret sei alles Wesentliche gesagt und geschehen. Zum Geschehen der Versöhnung gehört nämlich, dass der versöhnte Mensch in eine neue Beziehung zu Gott eintritt und dass sich die ganze Existenz des versöhnten Menschen wandelt. Nur wenn das geschieht, ist der Ortswechsel in die Einflusssphäre Gottes beim Menschen vollzogen. Nach der Versöhnung des Menschen mit Gott bleibt sozusagen im Lebenshaus des Menschen kein Stein auf dem anderen. Gottes Versöhnung "macht etwas" mit dem Menschen, und wenn sie nichts mit ihm macht, dann ist sie noch nicht bei ihm angekommen.</div><div><br></div><div><span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?versoehnung-neu-denken--teil-2-" class="imCssLink">Zur Fortsetzung (Teil 2)</a></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Henning Westerkamp auf Pixabay (bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 03 Nov 2023 10:29:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Segen des grauen Tages]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000022A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Segen des grauen Tages</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/10/2023</span></div><div><br></div><div>Ich sitze am Fenster. Eine tiefe Dunstglocke liegt über dem Ort. Aus der Flussniederung steigt dichter Nebel auf. Immer wieder bilden sich neue Nebelschwaden und tauchen alles in ein undurchdringliches Grau. Die Häuser, die Wiesen, die Berge entschwinden dem Blick.</div><div><br></div><div>Was für ein Tag, denke ich und sehne mich nach einem kleinen Stück blauen Himmels. Doch das wird es heute nicht geben. Meine Stimmung entspricht dem alles vereinheitlichenden Grau des Fensterblicks. Der Tag liegt grau vor mir, undurchdringlich, farblos, ohne Kontur. Wo ist das Licht, das Leben, die Freude, der Sinn?</div><div><br></div><div>Der Regen prasselt unaufhörlich. Mein Drang, mich zu bewegen, frische Luft zu atmen, wird heute kaum befriedigt werden. Ich weiß nicht, warum ich diesen Bewegungsdrang in mir habe. Wenn ich nur laufen kann, fühle ich mich lebendig. Leben ist Bewegung, Stillstand ist der Tod. Vielleicht bin ich darum glücklich, wenn meine Beine mich einfach forttragen, egal wohin. Der Weg ist das Ziel.</div><div><br></div><div>Vor ein paar Tagen habe ich etwas von Wasserknappheit gehört, auch in Deutschland. Es wird immer trockener, Wasser fehlt, wurde schon in manchen Gegenden rationiert. So gesehen sollte ich dankbar sein für den Regen und den aufsteigenden Nebel. Wasser ist Leben, Trockenheit ist der Tod. Wir selbst sind zu 60 bis 80 Prozent Wasser. Wenn wir sterben, trocknen wir aus, habe ich in einer Ausstellung erfahren. "Es regnet, Gott segnet, die Erde wird nass" sangen wir als Kinder. Da wussten wir noch etwas vom Segen.</div><div><br></div><div>Heute muss ich es mir erst bewusst machen: Der Regen ist Segen Gottes. Gott lässt die Sonne scheinen und lässt regnen über Gute und Böse (Mt 5,45). Also sollte ich diesen Tag als einen gesegneten Tag verstehen. Im undurchdringlichen Grau dieses Tages ruht Segen. Merkwürdig, dass ich dafür blind geworden bin. Ich habe nur das Grau gesehen, diese deprimierende Farblosigkeit, und war blind für den Segen, der in diesem Grau wohnt.</div><div><br></div><div>So geht es wohl oft im Leben: Wir sehen etwas, das wir für schlecht halten, und sind blind für das Gute, das darin wohnt. Wir lassen uns gefühlsmäßig herunterziehen, weil wir nur das Negative sehen, und ahnen nichts vom Positiven, das uns gerade widerfährt. Die Freude über Gottes Segen erreicht uns nicht, weil wir uns von einer oberflächlichen Sicht der Dinge täuschen lassen.</div><div><br></div><div>Ich möchte die göttliche Liebe in dem erkennen, was der Lebensfreude zu widerstreiten scheint. Ich möchte immer aufs Neue Gottes Segen entdecken, den er auch im täglichen Grau über mich spricht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 30 Oct 2023 14:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wer gläubig wird, kommt nicht zum Glauben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000229"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wer gläubig wird, kommt nicht zum Glauben</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Über eine gefährliche christliche Formulierung</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/10/2023</span></div><div><br></div><div>Manche Formulierungen haben sich im Christentum über Jahrzehnte hin einen festen Platz erobert. Dazu gehört die Formulierung, dass jemand "zum Glauben gekommen ist".</div><div><br></div><div>Der Satz ist zum festen Bestandteil christlicher Ausdrucksweise geworden. Darum fällt gar nicht mehr auf, wie merkwürdig diese Formulierung eigentlich ist. Wir können ja zu vielen Personen oder Orten kommen: zur Mutter, zum Freund, zur Arbeit, zur Schule, zum Schwimmbad ... – aber zum Glauben? Wir sagen ja auch nicht, wir seien zum Lesen gekommen oder zum Denken oder zum Schwimmen.</div><div><br></div><div>Dass die etwas eigentümliche Formulierung sich dennoch in der christlichen Terminologie festsetzen konnte, hängt mit unseren Bibelübersetzungen zusammen. Die meisten Bibelübersetzungen sprechen nämlich an verschiedenen Stellen davon, dass irgendjemand oder viele Menschen "zum Glauben gekommen" sind.</div><div><br></div><div>Ich habe einmal im griechischen Text des Neuen Testaments nachgeschaut und war vom Ergebnis selber überrascht. Denn an keiner einzigen Stelle, die ich untersuchte und an der in den Übersetzungen "zum Glauben kommen" steht, ist im griechischen Text von einem "Kommen" die Rede. Im griechischen Text steht an den entsprechenden Stellen nur, dass jemand oder viele Menschen "gläubig geworden" sind. (Sollte jemand eine anders lautende Stelle im griechischen Text gefunden haben, bitte ich um eine Mitteilung.)</div><div><br></div><div>Zwischen "zum Glauben kommen" und "gläubig werden" besteht aber ein großer Unterschied. Denn wenn jemand zum Glauben <span class="fs14lh1-5"><b>kommt</b></span>, setzt das eine Aktivität voraus: Dieser Mensch setzt sich in Bewegung und kommt aufgrund seiner Aktivität dorthin, wo der Glaube sich befindet. Er bewegt sich also zum Glauben hin, der dann zum Bestandteil seines Lebens wird.</div><div><br></div><div>Mit einem Menschen hingegen, der gläubig <span class="fs14lh1-5"><b>wird</b></span>, geschieht etwas. Er ist nicht aktiv, sondern passiv. Er setzt sich nicht selbst in Bewegung, sondern wird dahin bewegt, von nun an ein gläubiger Mensch zu sein.</div><div><br></div><div>Die Formulierung "zum Glauben kommen" ist also zumindest missverständlich, eigentlich aber sogar gefährlich. Denn sie birgt die Gefahr in sich, den Glauben als eigene Tat, als frommes Werk, aufzufassen. Das aber widerspricht dem Neuen Testament eklatant (z.B. 1Kor 1,30a; 12,3; 2Kor 3,4-6; Gal 2,20, Eph 2,8-10; Joh 6,63-65).</div><div><br></div><div>Es ist gerade umgekehrt: Nicht wir kommen zum Glauben, also zu Gott, sondern Gott kommt zu uns. Jesus verkündigte das nahegekommene Reich Gottes (Mk 1,15). Das Neue Testament berichtet immer wieder davon, dass Jesus zu den Menschen kommt (z.B. Mk 1,38; Mt 3,14; 5,17; 9,13; Lk 7,44; Joh 5,43; 6,19; 1Tim 1,15). Alles Kommen zu Jesus hat darin seinen Grund, dass er zuerst zu uns gekommen ist.</div><div><br></div><div>Darum ist es eine tiefe biblische Wahrheit, dem Satz "Ich bin zum Glauben gekommen" die Aussage entgegenzusetzen: "Der Glaube ist zu mir gekommen."</div><div><br></div><div>Wenn der Glaube zu mir gekommen ist, wenn also der Glaube sich mir nahegelegt hat und ich gläubig geworden bin, dann stellt sich manchmal die Frage: "Wie kann ich Jesus näherkommen?"</div><div><br></div><div>Auch diese Frage ist nicht ungefährlich. Denn sie setzt ebenfalls voraus, dass ich mich in Bewegung setze: Ich muss aktiv werden und irgendwelche frommen Übungen machen, um Jesus näherzukommen.</div><div><br></div><div>Nach Lk 15,1 nähern sich Jesus aber gerade nicht die Frommen, sondern die "Zöllner und Sünder" – also diejenigen, zu denen der Glaube offenbar noch nicht gekommen ist. Und Lk 21,28 hält fest, dass die Erlösung sich <span class="fs14lh1-5"><b>uns </b></span>nähert und nicht <span class="fs14lh1-5"><b>wir </b></span>uns der Erlösung nähern.</div><div><br></div><div>Wir müssen also keine Frömmigkeitsverrenkungen machen, um Jesus näherzukommen. Was wir aber nach Lk 21,28 tun können, ist Folgendes: Wir können uns in aller Gottesferne, in der wir leben, "aufrichten und unsere Häupter erheben." Das heißt: Wir können zuversichtlich und als solche Menschen, die von Gott der nahen Erlösung gewürdigt sind, in die Zukunft blicken. Und das nicht, weil wir uns der Erlösung würdig erwiesen haben, sondern weil Gott uns der Erlösung gewürdigt hat.</div><div><br></div><div>Wenn der Glaube zu uns gekommen ist, dann hat uns Gott der Erlösung gewürdigt. Wir haben dem nichts mehr hinzuzufügen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Markus Distelrath auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 24 Oct 2023 09:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Detox mit den Seligpreisungen]]></title>
			<author><![CDATA[Thomas Jakob]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000228"><div><br></div><div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Detox mit den Seligpreisungen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="fs11lh1-5"><b><a href="https://schwerglaeubiger.blogspot.com/2023/09/detox-mit-den-seligpreisungen.html?showComment=1587235788420&view=flipcard" target="_blank" class="imCssLink">Thomas Jakob</a></b></span><span class="fs11lh1-5"> | 19/10/2023</span></div></div><div><br></div><div>Früher fand ich <span class="fs14lh1-5"><i>Waldorf </i></span>und <span class="fs14lh1-5"><i>Statler </i></span>lustig, diese beiden anscheinend wohlsituierten alten Männer aus der <span class="fs14lh1-5"><i>Muppet-Show</i></span>, die sich von ihrer Opernloge aus in sarkastischen Pointen zu überbieten versuchten. Heute frage ich mich manchmal, durchaus besorgt, ob ich auf dem Weg zu einer solchen Haltung bin. Klar, ich bin inzwischen durchaus häufiger in der Rolle des Zuschauers als in der des Akteurs, und das macht nicht unbedingt glücklich. Aber ich möchte niemals zynisch und nicht zu sarkastisch werden, doch ich ertappe mich selbst öfters bei zu viel negativem Denken und Reden oder bekomme entsprechendes Feedback.</div><div><br></div><div>Was tun? Erstens habe ich mir vorgenommen, immer neugierig und an anderen Menschen interessiert zu bleiben. Ich glaube, das hilft grundsätzlich.</div><div><br></div><div>Ganz praktisch versuche ich es zurzeit mit einem Entgiftungsprogramm anhand der Seligpreisungen aus der Bergpredigt (Mt 5,3-11):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Diese Verse habe ich auswendig gelernt. Ich spreche sie bei abendlichen Spaziergängen vor mich hin, wenn ich allein bin. Oder ich wiederhole sie innerlich, wenn ich irgendwo warten muss. Das verändert etwas in mir, spürbar. Es holt mich aus negativen Denkschleifen heraus, und es bringt mir andere Gruppen von Menschen ins Bewusstsein. Ich glaube, ich werde diese Praxis beibehalten. Sie tut mir gut.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von </span><span class="imUl fs11lh1-5"><b><a href="https://schwerglaeubiger.blogspot.com/2023/09/detox-mit-den-seligpreisungen.html?showComment=1587235788420&view=flipcard" target="_blank" class="imCssLink">Thomas Jakob</a></b></span><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: </span><span class="fs11lh1-5">cgabor auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 19 Oct 2023 07:36:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Weltschema verstehen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000227"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Weltschema verstehen</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie wir dem Konzept der Gewalt entkommen können</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/10/2023</span></div><div><br></div><div>Ich gehe durch die Stadt, sehe die Menschenmassen, die jungen Leute, die ihr Leben aufbauen, die Kinder, die auf uns angewiesen sind, die Alten, die sich an den Jungen freuen. Alle wollen sie leben, suchen das Leben, unbedarft und hoffnungsvoll die Kinder, anpackend und Zukunft schaffend die Jungen, lebenserfahren und helfend die Alten. Ein wenig Glück wollen sie erheischen, einen erfüllten Tag, spielend, lachend, gestaltend leben. Denn das ist Leben: zusammen sein, gemeinsam den Tag pflücken, das Leben voranbringen einer erfüllten Zukunft entgegen.</div><div><br></div><div>Und dann sehe ich sie vor mir: die Leichen in den Schützengräben, die zerrissenen Leiber, höre die schmerzerfüllten Schreie. Ich sehe die verkrüppelten Väter und die Frauen, deren Männer nicht mehr zurückkehren werden, die zerbrochenen Ehen, die verzweifelten Mütter, die vergewaltigten Mädchen, die traumatisierten Männer, die nie mehr dieselben sein werden, die sie einmal waren. Sie alle wollten, wie die Menschen bei uns, ihr Leben gestalten und ihm ein wenig Glück abringen.</div><div><br></div><div>Denn sie sind wie wir. Die Menschen in der Ukraine und die in Russland, die Soldaten auf beiden Seiten: Sie sind wie wir. Nicht mehr und nicht weniger barbarisch, nicht mehr und nicht weniger auf der Suche nach dem Glück und nicht weniger als wir würdig, betrauert zu werden. Und doch: Wer trauert schon um sie – hier bei uns? Wer vergießt eine Träne ihrer unvorstellbaren Leiden und ihres frühen Todes wegen? Wie Paulus schrieb (Röm 12,15):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden!</span></i></span></div><div><br></div><div>Nur wer mitfühlt, wer sich einlässt auf die Leidenden, wer das unermessliche Leid an sich heranlässt, lebt an der Seite der Nächsten. Nur wer mit den Weinenden weint, darf sich auch mit den Fröhlichen freuen. Wer sich nur mit sich selber freut und mit den Seinen, mit der kleinen Gruppe der Nahestehenden und Gleichgesinnten, der hat noch nicht angefangen, Anteil zu nehmen am Ergehen des Nächsten, hat noch nicht angefangen, den Nächsten zu lieben, ist noch nicht aus der Reihe getreten, um anders zu leben, um wirklich zu leben.</div><div><br></div><div>Ich füge einige Sätze des Paulus aus demselben Kapitel hinzu (Röm 12,2.9.14.17-21):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Fügt euch nicht ins Schema dieses Äons, sondern lasst euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes [oder: Denkens], damit ihr prüfen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Segnet, die euch verfolgen; segnet und verflucht sie nicht!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden! Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: "Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr." Vielmehr: Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen; wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken. Denn wenn du dies tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Lass dich vom Bösen nicht besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das "Schema dieses Äons", dieser Welt, in der wir leben, ist das herrschende gedankliche Konzept vom Dasein, die allgemein eingenommene Stellung zum Dasein und die Haltung, die man gegenüber Ereignissen dieses Daseins einnimmt. Dieses Schema tritt seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine wieder deutlich hervor. Es hat die Menschheit fest im Griff, hat seine grausame Herrschaft übernommen und die Menschen versklavt. Das "Schema dieses Äons" ist die Logik des Krieges, die auf Gewalt mit Gewalt antworten muss, unterschiedslos töten muss, ohne trauern zu können.</div><div><br></div><div>Kann man diesem Schema entkommen? Dem Apostel Paulus zufolge nur, indem man sich verwandeln lässt, sich den Sinn, das Denken erneuern lässt, so dass man in die Lage versetzt wird, Anteil zu nehmen. Die Kraft der Erneuerung, Gottes Geist des Lebens und des Friedens, ist da, wir müssen diese Kraft nur in uns wirken lassen.</div><div><br></div><div>Dass es sich um ein Schema handelt, also um mehr als nur eine bedauerliche Ausnahme, einen tragischen Unglücksfall, zeigt die Tatsache, dass Gewaltbereite in der ganzen Welt in diesem Schema denken und hemmungslos ihm entsprechend handeln. Nun also auch die palästinensischen Terroristen. Und die Frage ist, wie viele Unbeteiligte durch die Reaktion Israels sterben werden.</div><div><br></div><div>Und auch wir selbst entkommen diesem Schema nicht. Es ist eben das Schema dieses Äons und deshalb so mächtig, dass wir uns in gewissem Maß darauf einlassen müssen, wollen wir nicht den Terroristen die Welt überlassen. Natürlich müssen die palästinensischen Terroristen gestoppt werden, weil ihre Opfer – Kinder, Mütter, Väter, Alte – würdig sind, betrauert zu werden. Und die Terroristen lassen sich nur so stoppen, dass man sie inhaftiert oder tötet. Sie werden wohl lieber sterben, weil sie den Tod mehr lieben als das Leben (siehe dazu den Beitrag <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?warum-ich-das-leben-liebe" class="imCssLink">Warum ich das Leben liebe</a></span><span class="fs14lh1-5">).</span></div><div><br></div><div>Dennoch bleibt die Frage, wie man dabei vorgeht, ihnen ihr tödliches Handwerk zu legen. Müssen nun auch hunderte, vielleicht tausende Palästinenser sterben – Kinder, Mütter, Väter, Alte, die ebenso würdig sind, betrauert zu werden, die jedoch politisch und medial bei uns nicht betrauert werden? Muss der Gegenschlag so heftig sein, dass er der Heftigkeit des Angriffs gleichkommt oder diese sogar übertrifft?</div><div><br></div><div>Hier ginge es doch darum, sich nicht in das Schema dieses Äons einzufügen. Vergeltung ist keine Überwindung des Schemas, sondern seine Fortsetzung. "Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. [...] Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes." Paulus wusste, warum er das schrieb. Er kannte das Schema dieses Äons. Seine Worte haben an Aktualität nichts verloren.</div><div><br></div><div>Sie gelten auch für den Ukraine-Krieg. Das Schema dieses Äons kennt letztlich nur den Krieg bis zum Sieg über den Feind, um die eigenen Forderungen ohne Einschränkung durchzusetzen. Es ist der Krieg, der namenlose Opfer fordert, die wir nicht betrauern, mit denen wir nicht weinen. Doch diese Opfer sind Menschen wie wir. Menschen, denen wir in unseren Städten, auf unseren Straßen begegnen. Es sind die nach Glück und Leben strebenden Kinder, Eltern und Alten. Es sind Menschen und es bleiben Menschen, die von Gott in die Welt gesetzt wurden, um zu leben, sich des Lebens zu freuen und selbst Freude zu verbreiten.</div><div><br></div><div>Es sind Menschen, die Gott segnen will. Wie können wir sie dann verfluchen – ihr Leben auslöschen? Für Christinnen und Christen gilt etwas anderes: Soweit das Schema dieses Äons es zulässt (das Schema, dem wir alle unterliegen, dem wir uns aber nicht willen- und gedankenlos einfügen dürfen), soweit es also irgend möglich ist (und in der Kraft Gottes ist es meistens möglich) – soweit es irgend möglich ist, gilt für Christen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Segnet, die euch verfolgen; segnet und verflucht sie nicht!</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="2" class="lh2"><span class="fs11lh2"><span class="imUl">Literaturhinweis</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Den hilfreichen Gedanken der Betrauerbarkeit habe ich übernommen von:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Judith Butler: Die Macht der Gewaltlosigkeit. Über das Ethische im Politischen. Suhrkamp Verlag, Berlin 2023.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Grafik: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 12 Oct 2023 19:47:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum ich das Leben liebe]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000226"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum ich das Leben liebe</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/10/2023</span></div><div><br></div><div>Gott wird im "Buch der Weisheit" als "Freund des Lebens" gepriesen. Man kann auch übersetzen "Liebhaber des Lebens" (Weish 11,26). Gott ist also keinesfalls dem Leben mit all seinen Schattenseiten abgeneigt. Unser Leben ist ihm kein Dorn im Auge, so dass ihm eigentlich unser Tod näher ist als unser Leben. Im Gegenteil: Gott liebt unser Leben.</div><div><br></div><div>Die Schrift "Buch der Weisheit", auch "Weisheit Salomos" genannt, ist in der Zeit zwischen 80 und 30 v.Chr. in der jüdischen Diaspora Ägyptens entstanden, wahrscheinlich in <span class="fs14lh1-5"><i>Alexandria</i></span>, dem damaligen wissenschaftlichen Zentrum. Das Buch führt also nah an die Geburt Jesu heran. In der katholischen Kirche gehört es zum Alten Testament, in der evangelischen zu den sogenannten <span class="fs14lh1-5"><i>apokryphen </i></span>Schriften.</div><div><br></div><div>Die <span class="fs14lh1-5"><i>Apokryphen </i></span>sind in der damaligen Weltsprache, dem Griechischen, verfasst. Sie stehen also nicht in der hebräischen Bibel. Die Reformatoren haben sie deutlich von den alttestamentlichen Schriften abgegrenzt. Martin Luther sagte über sie: "Das sind Bücher, die nicht der Heiligen Schrift gleichgesetzt und dennoch nützlich und gut zu lesen sind."</div><div><br></div><div>"Freund des Lebens, Liebhaber des Lebens" – ich finde, das sind wunderbare Namen Gottes. Hält man sie sich vor Augen, so ist es schlagartig aus mit aller Lebens- und Leibfeindlichkeit. Wie sehr hat die Kirche sich verirrt mit ihrer Abwertung des Leiblichen und ihrer pessimistischen Sicht auf das Leben in dieser Welt, die ihr oft als bloßes Jammertal erschien.</div><div><br></div><div>Der Schöpfer des Alls, bei dem die "Quelle des Lebens" (Ps 36,10) ist, hat eine ganz andere Sicht auf das Leben: Er liebt es mit unendlicher Güte und Barmherzigkeit, er liebt es weit mehr, als ich es liebe. Immer wieder preist die Bibel in den höchsten Tönen die Gnade Gottes, seine Treue zu dem von ihm erschaffenen Leben und seine Fürsorge für dieses Leben (Ps 36,6-10):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott, bis an den Himmel reicht deine Gnade,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und deine Treue bis an die Wolken. [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Den Menschen und den Tieren hilfst du, Gott!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wie köstlich ist deine Gnade, Gott!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Im Schatten deiner Flügel bergen sich die Menschenkinder.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie laben sich am Überfluss deines Hauses [des Tempels],</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und mit dem Strom deiner Wonnen tränkst du sie.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">in deinem Lichte sehen wir das Licht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn ich das Leben wegen seiner Beschwernisse verzagt anschaue, dann schaut Gott es mit großer Liebe, Treue und Hilfsbereitschaft an. Wenn ich mir schutzlos vorkomme, dann schafft Gott Möglichkeiten, mich unter seinen "Flügeln" zu bergen – ein schönes Bild für das schützende Wesen Gottes. Und wenn &nbsp;es mir an so Vielem zu fehlen scheint, dann fließen manchmal wie ein Strom unerwartet neue Freuden in mein Leben, an denen ich meinen Lebensdurst stillen kann.</div><div><br></div><div>Wenn aber Gott das Leben so sehr liebt, dann legt es sich doch nahe, dass auch wir das Leben lieben. Dann müssen wir uns die Lebensfreude nicht rauben lassen von dem, was uns das Leben schwer macht. Wir lieben nicht das Schmerzliche, aber wir sehen und lieben trotz des Schmerzlichen das Gute, Schöne und Lebenswerte dieses Lebens. Wir sind nicht blind für den gnädigen, treuen und fürsorglich helfenden Gott. Im Licht Gottes, mit dem Blick auf ihn gerichtet und ihm vertrauend, erkennen wir dann auch das Licht, das diese Welt trotz ihrer Dunkelheiten durchzieht.</div><div><br></div><div>Mir liegt es von Natur aus näher, die beschwerlichen und tödlichen Seiten des Lebens zu sehen, all das Lebensfeindliche, das mir den Blick auf das Liebenswerte des Lebens verstellt. Aber dieser einseitige Blick meines geistigen Auges macht freudlos. Echte Liebe zum Leben kehrt erst dann in meine Existenz ein, wenn ich im Geist Gottes das Liebenswerte erkenne. Das Neue Testament schreibt dem Geist Gottes Leben schaffende Kraft zu (Joh 6,63; 2Kor 3,6). Und so erkenne auch ich durch diesen Geist erst die Wahrheit (Joh 16,13), dass Gott ein Liebhaber des Lebens ist und dass dieses Leben es deshalb wert ist, auch von mir geliebt zu werden.</div><div><br></div><div>Auch die Freunde des Todes, die es tatsächlich gibt, können mir dann diesen Sinn für das Liebenswerte und für die Lebensfreude nicht nehmen. <span class="fs14lh1-5"><i>Albert Camus</i></span> sagte mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Geheimnis Europas ist: Das Leben wird nicht mehr geliebt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ein schreckliches Wort, sicher zugespitzt, denn es gab auch im Europa des Zweiten Weltkriegs immer Menschen, die das Leben liebten. Doch kann man sich schon manchmal fragen, wie viel echte Liebe zum Leben – zum erfüllten, lebenswerten Leben für alle Geschöpfe – es in Europa tatsächlich gibt. Es gibt immer wieder auch Beispiele der Liebe zum Tod.</div><div><br></div><div>Im spanischen Bürgerkrieg rief der faschistische General <span class="fs14lh1-5"><i>Franco </i></span>aus:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Viva la muerte! – Es lebe der Tod!</span></i></span></div><div><br></div><div>Und <span class="fs14lh1-5"><i>Mullah Omar</i></span> sagte in Afghanistan:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Eure jungen Leute lieben das Leben, unsere lieben den Tod.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich möchte dem entgegnen: Mit Recht lieben unsere jungen Leute das Leben, mit Recht feiern sie es, mit Recht sehen sie ihrer Zukunft hoffnungsvoll entgegen. Was für ein Leben ist das, wenn schon in jungen Jahren der Tod als das Erstrebenswerte erscheint? Wenn das Leben nichts mehr wert ist, sondern das Nichtsein als einziger Wert und einziges Ziel noch bleibt?</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen setzen dieser Kultur des Todes eine Kultur des Lebens entgegen. Doch hat sich die Kultur des Todes vielfach unbemerkt breit gemacht, mitten unter uns. Wie alles Lebensfeindliche sich unsichtbar zu machen trachtet, verschleiert auch die Kultur des Todes ihr wahres Wesen und stellt sich als Kultur des Lebens dar. Es gibt ein tägliches Töten, vor dem man die Augen verschließt. Dabei geht es nicht nur um Krieg, sondern auch um Armut, Unrecht, Schwangerschaftsabbruch und ökologischen Egoismus. All das tötet, und unsere Kultur will es nicht wahrnehmen.</div><div><br></div><div> </div><div>Der evangelische Theologe <span class="fs14lh1-5"><i>Jürgen Moltmann</i></span> spricht von einem sich ausbreitenden Gefühlsnihilismus. Wenn Nihilismus den Verlust aller letztgültigen Normen, Zwecke und Wünsche meint, dann ist Gefühlsnihilismus der Verlust aller wesentlichen Gefühle, also auch der Verlust des Mitgefühls. Daneben erkennt <span class="fs14lh1-5"><i>Moltmann </i></span>einen ökologischen, nuklearen und sozialen Nihilismus: den Verlust der unser Verhalten bestimmenden Normen. Das sind Normen, von denen nicht nur geredet wird, sondern die <span class="fs14lh1-5"><b>unweigerlich </b></span>dazu führen, dass wir ökologisch, sozial und nuklear verantwortlich handeln, weil wir wirklich das Leben lieben.</div><div><br></div><div>Hinter dieser Entwicklung, in der die lebensbejahenden Normen, Zwecke und Wünsche abhanden gekommen sind, sieht <span class="fs14lh1-5"><i>Moltmann </i></span>einen apokalyptischen Nihilismus heraufziehen – vielleicht ein Nihilismus, der zwar viel von der Zukunft redet, aber im Grunde für die Zukunft des Lebens keine Hoffnung mehr hat. In dieser Hoffnungslosigkeit geht die Welt, wie von einem geheimen Fahrplan gesteuert, ihrem Ende entgegen, und aus dieser Todeszukunft gibt es kein Entrinnen mehr.</div><div><br></div><div>Ein solches Denken widerspricht der christlichen Lebenseinstellung zutiefst. Denn der christliche Glaube lebt von der Gewissheit, dass der Schöpfer seine Schöpfung nicht den Mächten des Todes preisgibt. Weil Gott ein Freund, ein Liebhaber des Lebens ist, darum hoffen Christinnen und Christen beharrlich auf die Zukunft des Lebens, ohne diese Hoffnung jemals aufzugeben. Wir vertrauen auf das gnädige, treue und fürsorgliche Wirken Gottes in der Geschichte. Und wir misstrauen allen apokalyptischen Endzeitvisionen, die sich auf Prognosen und falsche Prophetien stützen.</div><div><br></div><div>So fördern wir eine Kultur des Lebens, die wir aller Kultur des Todes entgegenstellen. Die Kultur des Lebens folgt notwendig aus dem Glauben an den Gott, der die Quelle des Lebens und ein Freund des Lebens ist, und an den Leben schaffenden Geist Gottes. Diesem Schaffen nicht im Wege zu stehen, sondern es zu unterstützen, fühle ich mich aufgerufen. Denn Christinnen und Christen loben Gott nicht nur mit frommen Liedern und Gebeten, sondern auch mit ihrem Einsatz für das Leben. Sind sie doch getrieben vom göttlichen Geist des Lebens (Röm 8,14).</div><div><br></div><div>Der jüdische Schriftsteller <span class="fs14lh1-5"><i>Elie Wiesel</i></span>, der in den Vernichtungslagern Auschwitz und Buchenwald den Holocaust überlebte, drückte den Zusammenhang zwischen Lob Gottes und Liebe zum Leben so aus:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Um Gott zu loben, muss man leben. Um zu leben, muss man das Leben lieben – trotz allem.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich liebe das Leben – trotz allem –, weil Gott das Leben liebt, weil er es deshalb immer neu erschafft und bewahrt, und weil ich an Gottes Liebe zum Leben teilnehmen möchte. Deshalb möchte ich mit meinem Einsatz, so gut ich es vermag, echte Lebensmöglichkeiten für alle Geschöpfe immer neu schaffen und bewahren.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Weiter Raum. Eine Lebensgeschichte. Gütersloher Verlagshaus, 2. Aufl. Gütersloh 2020. Seite 332. Alle Zitate (außer den biblischen) und Hinweise auf Moltmanns Denken finden sich auf dieser Seite.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Ri Butov auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 06 Oct 2023 19:45:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Lebendig tot oder leidenschaftlich lebendig?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000224"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Lebendig tot oder leidenschaftlich lebendig?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Das ewige Leben hat schon begonnen</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 29/09/2023</span></div><div><br></div><div>Die meisten Christinnen und Christen stellen sich unter dem ewigen Leben etwas vor, was nach dem Tod beginnt: Nach dem Tod leben wir nicht mehr zeitlich begrenzt, sondern ewig.</div><div><br></div><div>Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Es gibt nämlich etliche Aussagen im Neuen Testament, die davon sprechen, dass wir bereits <span class="fs14lh1-5"><b>jetzt</b></span>, also <span class="fs14lh1-5"><b>vor </b></span>unserem Tod, das ewige Leben haben. Hier einige biblische Texte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer an den Sohn [Gottes] glaubt, hat ewiges Leben.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Joh 3,36a; ähnlich 6,47)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wahrlich, wahrlich, ich [Jesus] sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben, und in [Gottes] Gericht kommt er nicht, sondern er ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Joh 5,24)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat [...] uns, obwohl wir durch die Übertretungen [seiner Gebote] tot waren, zusammen mit Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr gerettet! Und er hat uns mit [Christus] auferweckt und uns durch Christus Jesus mit [ihm] einen Platz in der Himmelswelt gegeben.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Eph 2,4-6)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">... indem ihr in der Taufe mit ihm [Christus] begraben worden seid, und durch ihn seid ihr auch mit auferweckt worden durch den Glauben an die wirkungsvolle Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat. Und euch, die ihr tot wart durch die Übertretungen [der Gebote ...], hat er mit ihm lebendig gemacht, indem er uns alle Übertretungen vergeben hat.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Kol 2,12f)</span></i></div><div><br></div><div>Die letzten beiden Stellen verbinden unsere Auferweckung zum ewigen Leben mit der Auferweckung Jesu Christi von den Toten und sagen: Mit ihm sind auch wir bereits von den Toten auferweckt worden – wenn auch in anderer Weise als Jesus. Was ist damit gemeint?</div><div><br></div><div>Das Neue Testament versteht unter Leben und Tod mehr als nur einen biologischen Vorgang. Echtes Leben ist ein Leben im Glauben an Gott und ein Leben aus seiner Gnade und Vergebung. Tod ist umgekehrt ein Leben ohne Beziehung zu Gott und ein Leben mit unvergebenen Verstößen gegen die Ordnung der Liebe und des Friedens, zu der uns Gott bestimmt hat.</div><div><br></div><div>Wir unterscheiden heute in der Regel nur naturwissenschaftlich zwischen einem biologisch lebenden Menschen und einem biologisch toten Menschen. Wir unterscheiden aber innerhalb der biologisch lebenden Menschen nicht die einen, die geistlich tot sind, und die anderen, die geistlich lebendig sind. Darum ist unsere Auffassung von Leben und Tod nur die halbe Wahrheit.</div><div><br></div><div>Die neutestamentlichen Texte sagen: Die Auferstehung Jesu von den Toten hat einen Prozess in Gang gesetzt. Dieser Prozess erfasst die Glaubenden schon jetzt und wird sie nach ihrem Tod vollenden. An die Auferstehung Jesu zu glauben, heißt also nicht nur: Ich halte das historische Faktum für wahr, dass Jesus von den Toten auferweckt wurde. Es bedeutet viel mehr: Ich nehme den Prozess wahr, der mit dem historischen Faktum der Auferstehung Jesu in Gang gesetzt wurde.</div><div><br></div><div>Wer diesen Prozess wahrnimmt, sagt: Ich glaube daran, dass alle Glaubenden bereits jetzt und mit Jesus zusammen zu einem neuen Leben erweckt worden sind. Sie werden zwar noch leiblich sterben, aber sie sind geistlich schon mit Jesus vereint. Denn die Glaubenden leben schon in der Gemeinschaft mit Gott. Dieses ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott ist jetzt noch getrübt und unvollkommen, aber es wird nach dem Tod vollkommen sein.</div><div><br></div><div>Das bedeutet auch, dass die tödlichen Mächte dieser Welt keine letzte Macht mehr über uns haben. Wir sind berufen und durch Gottes Geist befähigt, den tödlichen Mächten die Stirn zu bieten. Und dort, wo sie uns das irdische Leben rauben, können wir gewiss sein, dass dieser Raub nicht das Letzte ist.</div><div><br></div><div>Das Letzte ist das Geschenk der ewigen Gemeinschaft mit Gott. Diese Gemeinschaft hat bereits auf Erden begonnen. Und sie mündet in Gottes himmlisches Friedensreich, in dem die tödlichen Mächte dieser Welt vollständig entmachtet sein werden.</div><div><br></div><div>Weil auch dieses Friedensreich nicht nur eine Sache der Zukunft ist, sondern – wie vorläufig und angefochten auch immer – bereits auf Erden begonnen hat, konnte Paulus schreiben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir sind durch die Taufe [...] mit ihm [Christus] begraben worden, damit, so wie Christus [...] von den Toten auferstanden ist, [jetzt] auch wir ein neues Leben führen. [...] Gebt die Glieder [eures Körpers] nicht der Sünde zu Werkzeugen der Ungerechtigkeit hin. Sondern stellt euch Gott zur Verfügung als solche, die aus Toten lebendig geworden sind. Und eure Glieder überlasst Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Röm 6,4.13)</span></i></div><div><br></div><div>Gerechtigkeit meint hier ein Leben im Sinne der göttlichen Liebes- und Friedensordnung. Weil Gott uns ein neues Leben geschenkt hat, sollen wir dieses neue Leben auch praktizieren. Mit jedem Rückfall in die alte Todesordnung rauben wir uns selbst ein Stück des ewigen Lebens.</div><div><br></div><div>Wir müssen also, wenn wir die neutestamentlichen Aussagen verstehen wollen, zwischen geistlichem Tod und geistlichem Leben unterscheiden. Geistlich tot sind wir, wenn wir uns nach unseren eigenen Antrieben und Leidenschaften ausrichten. Geistlich lebendig aber sind wir, wenn wir den Geist des Lebens, den lebendig machenden Geist Gottes (Joh 6,63; Röm 8,11) in uns wirksam werden lassen.</div><div><br></div><div>Dann leben wir schon jetzt nicht mehr als Menschen, die lebendig tot sind, sondern als solche, die leidenschaftlich das Leben lieben und deshalb Frieden in alle Lebensverhältnisse bringen – wie Paulus schrieb:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nach weltlichen Dingen zu streben, bringt den Tod. Aber nach dem zu streben, was der Geist [Gottes] will, bringt Leben und Frieden.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Röm 8,6) </span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Wer ist Christus für uns heute? Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994. S. 71-73.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 29 Sep 2023 13:26:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["Hilfe, mein (Ehe-)Partner ist ungläubig!"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000223"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">"Hilfe, mein (Ehe-)Partner ist ungläubig!"</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie ein Bibeltext aus ferner Zeit zu uns sprechen kann</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/09/2023</span></div><div><br></div><div>Jede Zeit hat ihre eigenen Probleme. Nicht für jedes Problem hat die Bibel eine Patentlösung bereit. Patentlösungen gibt es sowieso nicht, weil jede Situation anders ist, die Zeiten sich ändern und wir uns mit ihnen ändern.</div><div><br></div><div>Die Bibel ist deshalb kein Ratgeber mit Patentlösungen für alle Lebenslagen. Wir können aber ihre Aussagen, so gut es geht, in unsere Zeit verlängern und die veränderte Situation dabei zu berücksichtigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Das Problem</div><div><br></div><div>Ein Eheproblem der Zeit, als das Christentum sich auszubreiten begann, bestand darin, dass einer der Ehepartner Christ geworden war, während der andere an seinem heidnischen Glauben festhielt. Ungläubige in dem Sinn, dass jemand an keinen Gott glaubt, gab es damals gar nicht. Alle glaubten an irgendeinen Gott oder an mehrere Götter. Schon das ist ein großer Unterschied zu unserer Zeit.</div><div><br></div><div>Wenn einer der Ehepartner Christ wurde, konnte das die Ehe vor eine Zerreißprobe stellen. Denn der Glaube ist nicht nur eine Nebensache, sondern er beeinflusst das ganze Leben. Wenn die Ehepartner, die vorher in demselben Glauben lebten, plötzlich einen unterschiedlichen Glauben hatten, stellte das ihre Welt auf den Kopf.</div><div><br></div><div>Stellen wir es uns konkret vor: Im Haus stehen Götterbilder, zu denen der heidnische Partner betet, und er nimmt am heidnischen Opferkult teil. Für den christlichen Partner sind die Götterbilder Götzen, und er hat neue Freunde in der christlichen Gemeinde gefunden. Jeden Sonntag besucht er den Gottesdienst. Es tut ihm im Herzen weh, wenn er sieht, wie sein Partner die heidnischen Götzen verehrt. Der heidnische Partner hingegen beäugt den neuen christlichen Glauben mit Argwohn, und die neuen Freunde seines Mannes bzw. seiner Frau sind ihm fremd – so wie ihm auch das ganze Denken und Fühlen des Ehegatten fremd ist.</div><div><br></div><div>Wie soll sich der gläubige Ehepartner verhalten? Kann er die Ehe weiterführen – bei so grundverschiedenen Lebenseinstellungen? Man ist einander fremd geworden und versteht die Welt des anderen nicht mehr. Beide leben einen wesentlichen Teil ihres Lebens in unterschiedlichen Welten. Ist die ständige Berührung mit Götzenbildern nicht gefährlich für den eigenen Glauben? Bringen es die unterschiedlichen Lebenshaltungen nicht mit sich, dass der eigene Glaube immer wieder in Frage gestellt wird? Wäre es da nicht konsequent, die Ehe aufzulösen?</div><div><br></div><div>In europäischen Ehen gibt es zwar nur selten das Problem des Heidentums im beschriebenen Sinn, aber es gibt ähnliche Probleme. Denn das Leben eines Ehepartners, der Christ wird, ändert sich fundamental. Er besucht auf einmal am Sonntag Morgen Gottesdienste und möglicherweise wochentags andere Gemeindekreise. Er interessiert sich für die Bibel, die bisher im Schrank verstaubte. Er macht sich Gedanken über Dinge, die vorher kein Thema für ihn waren. Beide Ehepartner merken, dass sie in einigen wichtigen Fragen der Weltanschauung nicht mehr auf demselben Weg gehen. Sie reden darüber, stellen sich gegenseitig in Frage und streiten vielleicht auch. Kann das alles die frühere Verbundenheit zerreißen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die Stellungnahme des Paulus</div><div><br></div><div>Der Apostel Paulus hatte die christliche Gemeinde in der griechischen Stadt Korinth gegründet. Durch Briefe blieb er in Kontakt mit der Gemeinde. Und in einem seiner Briefe spricht er Eheprobleme an, die es offenbar in Korinth gab.</div><div><br></div><div>Was die Frage betraf, ob eine Ehe geschieden werden darf oder nicht, konnte sich Paulus auf ein Jesuswort beziehen (1Kor 7,10). Für die Frage aber, ob ein gläubig gewordener Christ bei seinem heidnischen Ehepartner bleiben soll oder nicht, gab es kein Jesuswort. In dieser Frage drückte Paulus seine eigene Meinung aus und schrieb der Gemeinde in Korinth (1Kor 7,12-16):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(12) Den anderen [die in einer Ehe mit einem heidnischen Ehepartner leben] sage ich etwas, das nicht vom Herrn stammt: Da hat ein Bruder eine Ehefrau, die nicht zum Glauben gekommen ist. Wenn sie bei ihm bleiben will, soll er sie nicht fortschicken!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(13) Oder eine Frau hat einen Ehemann, der nicht zum Glauben gekommen ist. Wenn er bei ihr bleiben will, soll sie ihn nicht fortschicken!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(14) Denn der ungläubige Mann wird durch die Frau heilig. Und die ungläubige Frau wird durch den Bruder heilig. Sonst wären ja auch eure Kinder unrein. Sie sind nun aber heilig.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(15) Wenn der Ungläubige sich jedoch scheiden lassen will, soll er das tun. In solchen Fällen ist der Bruder oder die Schwester nicht an die Ehe gebunden. Gott hat euch vielmehr zu einem Leben in Frieden berufen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(16) Denn woher willst du wissen, Frau, ob du deinen Mann rettest? Oder woher willst du wissen, Mann, ob du deine Frau rettest?</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Übersetzung: BasisBibel mit einer leichten Änderung)</span></i></div><div><br></div><div>Der Text ist schwer verständlich. Und es ist bis heute nicht vollständig geklärt, wie er in allen Feinheiten gemeint ist. In manchem gehen die Meinungen der Ausleger auseinander. Ich kann hier auch nur eine Auslegung versuchen</div><div><br></div><div>Zunächst wird deutlich, dass Paulus zwischen Jesusworten und eigenen Worten zu unterscheiden weiß (Vers 12). Jesusworte haben für ihn größeres Gewicht. Insofern relativiert der Apostel seine eigene Meinung. Eine solche Haltung täte auch manchen Christen heutzutage gut.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Was ist Heiligkeit?</div><div><br></div><div>Um die Aussagen des Paulus zu verstehen, müssen wir uns erst einmal klarmachen, was mit Heiligkeit gemeint ist. Im Alten Testament beschreibt Heiligkeit den göttlichen Bereich, der prinzipiell von allem Profanen, also vom Weltlichen, getrennt ist. Vor allem ist Gott selbst heilig. Aber er kann die Trennung vom Weltlichen aufheben und seine Heiligkeit auf Menschen und weltliche Dinge übertragen. Andererseits gibt es weltliche Dinge, die unheilig sind und eine religiös verunreinigende Wirkung haben. Dazu gehören zum Beispiel Tote, Kranke, Blut und heidnische Götzenbilder oder heidnisches Götzenopferfleisch. Ein Mensch, der damit in Berührung kommt, muss sich durch einen kultischen Brauch reinigen, um wieder den Tempel betreten zu dürfen und mit Gott in Kontakt zu kommen.</div><div><br></div><div>Die Trennung von Heiligem und Unheiligem ist also keine absolute Trennung. Der heilige Gott kann dem unheiligen Menschen nahekommen, und das Unheilige kann von seiner Unreinheit befreit werden. Den Kern des Gedankens kann man vielleicht so ausdrücken: Göttliches und Weltliches sollen nicht in falscher Weise miteinander vermischt werden, so als gäbe es zwischen Gott und Welt keine Unterschiede. Gott und Welt sind voneinander zu unterscheiden, aber nicht voneinander zu trennen. Durch Gott kann auch Weltliches geheiligt werden, das heißt, es kann eine göttliche Bedeutung erlangen.</div><div><br></div><div>Der letzte Gedanke wird im Neuen Testament stärker betont. Die Glaubenden werden "Heilige" genannt, weil sie von Gott auserwählt, berufen und vom heiligen Geist bewegt werden. Als Glaubende leben sie in einer Gottesbeziehung. Ihre Heiligkeit besteht also darin, durch Gottes Gnade mit Gott verbunden zu sein und durch Gottes Kraft ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen. Ihre Sündhaftigkeit hingegen bedeutet den Rückfall in ein unheiliges Leben. Dieser Rückfall kann nur dadurch aufgehoben werden, dass Gott ihnen ihre Schuld vergibt und sie wieder in den Stand der Heiligkeit versetzt.</div><div><br></div><div>Das Neue Testament berichtet immer wieder, dass Jesus die Berührung mit Unheiligem nicht scheute: Er heilte Kranke, trieb Dämonen aus, erweckte Tote zum Leben und hatte Berührung mit einer "blutflüssigen Frau" (Mk 5,25-34). Dies alles hat aber nicht Jesus verunreinigt, sondern im Gegenteil, es reinigte die Welt von Krankheit und Tod. Dadurch wird deutlich, dass alles Weltliche und Lebensfeindliche der Macht Gottes unterlegen ist: Nicht die Welt entheiligt Gott, sondern Gott heiligt die Welt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Was meinte Paulus?</div><div><br></div><div>Zurück zum Problem der Ehe eines heidnischen und eines christlichen Menschen. Paulus nimmt den christlichen Ehepartnern zuerst ihre Sorge: Durch die Götzenbilder, die heidnischen Opfergaben im Haus sowie die heidnischen Ansichten und Gebete des Ehepartners wird die "Reinheit" und "Heiligkeit" des christlichen Ehepartners nicht in Mitleidenschaft gezogen. Das heißt: Seine Gottesbeziehung leidet nicht darunter. Die Macht der Götzenbilder hat keine Macht über den Glauben, den Gott ihm geschenkt hat. Wenn die Ehe also weiterhin "funktioniert", wenn kein Zerwürfnis zwischen den Ehepartnern besteht, gibt es keinen Grund, sich zu trennen (Verse 12 und 13).</div><div><br></div><div>Paulus begründet diesen Standpunkt damit, dass nicht der heidnische Partner den christlichen entheiligt, sondern umgekehrt der christliche den heidnischen heiligt (Vers 14). Das heißt, dass der heidnische Partner nicht die Gottesbeziehung des christlichen Partners gefährdet, sondern umgekehrt der christliche Partner dem heidnischen eine Gottesbeziehung ermöglicht. Dasselbe gilt für die Kinder der beiden: Durch den christlichen Elternteil haben sie die Chance, gläubig zu werden, und der heidnische Elternteil kann diese Chance nicht zunichte machen (Vers 14). Denn Gottes Gnade und Kraft, die durch den christlichen Elternteil wirksam sind, sind allemal mächtiger als das Wirken des heidnischen Ehepartners.</div><div><br></div><div>Man könnte es auch so ausdrücken: Der heidnische Partner ist durch die Gemeinschaft mit dem christlichen Ehegatten in ein geheiligtes Gottesverhältnis einbezogen. Diese Gottesverhältnis strahlt auf den heidnischen Partner aus – jedenfalls solange, wie der christliche Partner seine christliche Lebensweise nicht aufgibt (1Kor 6,9-11).</div><div><br></div><div>Paulus fügt noch hinzu, dass der christliche Ehepartner in die Scheidung der Ehe einwilligen kann, wenn der heidnische diese fordert. Denn es ist besser, sich zu trennen, als in Unfrieden miteinander zu leben (Vers 15). Der christliche Partner muss dann nicht krampfhaft an der Ehe festhalten, um zu versuchen, dem heidnischen Partner den christlichen Glauben nahezubringen. Denn ob der heidnische Partner zum Glauben kommt oder nicht, liegt nicht in der Hand des christlichen Partners. Es liegt allein in der Hand Gottes, so dass es keine Gewähr dafür gibt, ob der heidnische Partner gläubig wird oder nicht (Vers 16).</div><div><br></div><div>Die Ausführungen des Apostels Paulus wirken merkwürdig formal. Von Liebe zwischen den Ehepartnern ist nirgends die Rede. Das hängt damit zusammen, dass es das romantische Ideal, wonach gegenseitige Liebe die Ehe prägt, damals noch nicht gab. Zwar spielt die Liebe zwischen den Ehegatten im Neuen Testament eine große Rolle. Aber es geht dabei nicht um romantische Gefühle, sondern um das Füreinander-da-sein und Füreinander-eintreten.</div><div><br></div><div>So ist es zum Beispiel erklärlich, dass Paulus ziemlich trocken schreibt, der christliche Partner solle die Trennung zulassen, wenn der heidnische Partner sie wünsche. Gefühle spielten dabei weniger eine Rolle. Und die der geschiedenen Frau drohende Armut wurde dadurch abgefedert, dass die christliche Gemeinde für diese zu sorgen hatte: Die "Familie Gottes", die Gemeinschaft der Glaubenden, trat neben die natürliche Familie (Mk 3,31-35).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Was bedeutet das für unsere Zeit?</div><div><br></div><div>Weil das Verständnis und das Umfeld der Ehe sich seit Paulus sehr geändert haben, können wir die Aussagen des Paulus nicht einfach in die Gegenwart übertragen. Wir müssen versuchen, das von ihm Gemeinte auf unsere veränderte Situation zu beziehen.</div><div><br></div><div>Wie ich schon erwähnte, haben wir es heute in aller Regel nicht mit einem christlichen und einem heidnischen Ehepartner zu tun, sondern mit einem christlichen und einem nicht glaubenden. Die Gefahr geht also nicht von Götzenbildern aus, sondern möglicherweise von unterschiedlichen Lebenseinstellungen beider Partner. Es kann sein, dass man einander fremd wird. Jesus hat den Evangelien zufolge darum gewusst und auf diese Möglichkeit der Entzweiung hingewiesen. Wichtig war ihm, dass der christliche Partner seinen Glauben auf keinen Fall eines anderen Menschen zuliebe aufgibt (Mt 10,34-37; Lk 12,51-53).</div><div><br></div><div>Es wird dann in der Ehe darauf ankommen, dass man Meinungsverschiedenheiten in fairer Weise anspricht. Beide Ehepartner sollten der Andersartigkeit des anderen mit Respekt begegnen und bleibende Differenzen tolerieren. Wenn dies möglich ist und kein Zerwürfnis entsteht, können die beiden zusammenbleiben. Dies würde der Äußerung des Paulus in den Versen 12 und 13 entsprechen.</div><div><br></div><div>Es könnte auch passieren, dass der christliche Partner durch den nicht glaubenden Ehepartner und die Gespräche mit ihm in Glaubenszweifel gestürzt wird. Dann gibt es die Möglichkeit, auf Gespräche über den Glauben zu verzichten. Jedenfalls darf der Zweifelnde wissen, dass ihn nichts, also auch sein Zweifel nicht, von Gottes Liebe trennen kann (Röm 8,38f).</div><div><br></div><div>Es gibt auch die umgekehrte Möglichkeit, dass der nicht glaubende Ehepartner durch den glaubenden ins Nachdenken kommt und irgendwann selber zu glauben beginnt. Das wäre die Situation, die Paulus in Vers 14 anspricht. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass der christliche Partner den anderen nicht versucht, aggressiv und nervtötend zu missionieren. Er sollte ihn vielmehr so annehmen, wie er ist – auch mit seinem Unglauben. Denn Gott nimmt uns auch so an, wie wir sind. Und der christliche Partner sollte, auch wenn die Standpunkte verhärtet sind, die Hoffnung für den nicht Glaubenden nicht aufgeben. Eine Garantie dafür, dass der andere irgendwann zu glauben beginnt, gibt es allerdings nicht. Das hält Paulus in Vers 16 fest.</div><div><br></div><div>Sollte jedoch ein Zerwürfnis zwischen den Ehepartnern entstehen, dann gilt das, was für jede Ehe gilt: Ein krampfhaftes Festhalten an der Ehe kann zu einem dauerhaft unfriedlichen Leben führen, was vor allem den Kindern Schaden zufügt. Eine Trennung in Respekt und Nächstenliebe kann in diesem Fall hilfreich sein. Ein Leben in Frieden ohne den Partner kann – besonders für die Kinder – besser sein als eine Ehe im Dauerstreit. Eine ähnliche Situation beschreibt Paulus in Vers 15.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Das Beispiel einer Ehegeschichte</div><div><br></div><div>Zum Schluss möchte ich kurz von dem Beispiel einer Ehe erzählen, in der die Ehefrau Christin war und der Ehemann nicht. Als die beiden sich kennenlernten, besuchte die Ehefrau regelmäßig die Sonntagsgottesdienste. Beide waren verliebt ineinander, und so ging der Ehemann immer mit in die Gottesdienste. Er gewöhnte sich offensichtlich daran und hielt daran fest, auch als die beiden schon lange zusammen waren und schließlich heirateten.</div><div><br></div><div>Irgendetwas muss sich im Inneren des Mannes verändert haben. Denn er begann zu glauben, sang mit seiner Frau zusammen lange im Kirchenchor und wurde sogar Presbyter. Er las christliche Bücher, und beide erzogen ihre Kinder gemeinsam im christlichen Glauben.</div><div><br></div><div>Das wäre wohl ein Beispiel dafür, dass "der ungläubige Mann durch die Frau heilig wird", wie Paulus sagte (Vers 14). Das ist nichts, was die Frau oder der Mann vollbracht haben. Denn die Heiligung eines Menschen geht immer von Gott aus. Sie ist nicht weniger als ein Wunder.</div><div><br></div><div>Es muss nicht immer so ausgehen. Ich kenne andere Ehen, in denen der nicht glaubende Partner bei seinem Unglauben bleibt. Das muss nicht bedeuten, dass die beiden einander fremd werden. Sie können vielmehr in Respekt voreinander und ehrlicher Toleranz gegenüber den Aktivitäten des jeweils anderen leben.</div><div><br></div><div>So wird es dann auch in solch einer Ehe wahr, dass Gott die beiden "zu einem Leben in Frieden berufen hat" (Vers 15). Und ob der nicht glaubende Ehepartner nicht irgendwann doch noch einen anderen Weg einschlägt, weiß Gott allein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Fotografik: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 21 Sep 2023 13:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der fromme Zweifler Abraham]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenszweifel"><![CDATA[Glaubenszweifel]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000222"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der fromme Zweifler Abraham</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine biblische Religionskritik</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/09/2023</span></div><div><br></div><div><div>Es gibt fromme Menschen, die keinen Glaubenszweifel zu kennen scheinen. Der Glaube scheint für sie eine felsenfeste Sache zu sein. Sie leben ein scheinbar absolut gottgefälliges Leben. Sie beten täglich, lesen in der Bibel, besuchen Gottesdienste und Versammlungen. Wenn man mit ihnen spricht, lächeln sie freundlich und bezeugen ihren Glauben.</div><div><br></div><div>Ich könnte mir vorstellen, dass Abraham auch so ein Mensch war: Ein orientalischer Stammesfürst, der anerkannt, zu Wohlstand gekommen und fest im Glauben verwurzelt war. So jedenfalls wird er im ersten Buch der Bibel beschrieben. Und noch über ein Jahrtausend später wird er als Vorbild des Glaubens gepriesen.</div><div><br></div><div>Aber Abraham hat auch ein anderes Gesicht, das oft nicht wahrgenommen wird. Ein Gesicht, das so gar nicht zu seiner Frömmigkeit passt. Daran zeigt sich: Frömmigkeit ist eine Sache; die Gottesbeziehung ist eine andere Sache. Man kann fromm leben und alles tun, was die Religion fordert – und dennoch am Gottvertrauen scheitern. Aber sehen wir uns Abraham einmal genauer an.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Gottes Verheißungen</div><div><br></div><div><div>Die Geschichte Abrahams beginnt in 1Mo/Gen 12,1-4 (wenn nicht anders vermerkt, sind alle Stellenangaben aus 1Mo/Gen). Zunächst wird Abraham noch bei seinem alten Namen Abram genannt, bevor er von Gott den Namen Abraham bekommt. Abrams Geschichte beginnt so:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Der Herr sagte zu Abram: "Verlass dein Land, dein Verwandtschaft und das Haus deines Vaters! Geh in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich will dich zum Stammvater eines großen Volkes machen. Ich will dich segnen und deinen Namen groß machen, so dass du ein Segen sein wirst. Ich werde die segnen, die dich segnen. Wer dir aber Böses wünscht, den werde ich verfluchen. Alle Völker der Erde sollen durch dich gesegnet werden." Da ging Abram los, wie der Herr es ihm befohlen hatte.</span><span class="fs14lh1-5"> </span></i><span class="fs14lh1-5"><i>[Sein Neffe] Lot ging mit ihm. Abram war 75 Jahre alt, als er [seine Heimat] Haran verließ.</i></span></span></div><div><br></div><div>"Einen alten Baum verpflanzt man nicht", sagt ein deutsches Sprichwort. Im Himmel scheint dieses Sprichwort nicht bekannt zu sein. Denn Gott schickt den 75jährigen Abram aus seiner Heimat fort und sagt ihm nicht einmal, wohin die Reise gehen soll.</div><div><br></div><div>Ich stelle mir das nicht so vor, dass Abram plötzlich Gottes Stimme gehört hat und daraufhin sofort seine Sachen packte. Gott spricht in der Regel anders zu uns, nämlich durch Erlebnisse und Gedanken. Es mag einige Zeit gedauert haben, bis in Abram der Entschluss gereift war, im hohen Alter noch seine Heimat zu verlassen. Vielleicht hat er sogar mit sich gekämpft. Aber die innere Stimme, die ihn zum Aufbrechen trieb, war so stark, dass er sich ihr nicht widersetzen konnte. Er hat sie als die Stimme Gottes gedeutet.</div><div><br></div><div>Gründe für den Aufbruch nennt der Bibeltext nicht. Doch es kann immer Entwicklungen geben, die uns dazu treiben, einen Neuanfang zu machen. Abram macht sich im Vertrauen zu Gott auf den Weg. Das Ziel ist noch unklar. Aber Abram setzt auf das Geleit seines Gottes, und in diesem Vertrauen geht er das Risiko ein.</div><div><br></div><div>Es muss ihm gewiss geworden sein, dass er mit dem Segen und unter dem Schutz Gottes geht. Er soll, obwohl kinderlos, zum Stammvater eines großen Volkes werden. Er soll ein Segen für alle Völker sein. Er soll vor bösen Menschen bewahrt werden, weil Gott über sie einen Fluch sprechen wird. Das heißt: Sie werden keine Macht über Abraham gewinnen und ihre bösen Absichten nicht umsetzen können.</div><div><br></div><div>Mit solchen Verheißungen in der Tasche kann man wohl einen Neuanfang wagen. Hinzu kommt, dass Gott seine Verheißungen ständig wiederholt. Er scheint zu wissen, dass einmal bei uns Menschen nicht ausreicht. Wir brauchen beständig Auffrischungen unseres Glaubens, brauchen das Wort, das uns immer wieder im Glauben bestärkt.</div><div><br></div><div>So verheißt Gott dem Abraham mehrmals zahllose Nachkommen (13,16; 15,5; 17,5f), verspricht ihnen ein Land, in dem sie leben können (12,7; 15,18; 17,8) und schließt einen ewigen Bund mit Abraham und seinen Nachkommen (15,18; 17,2.7). So ist Gott mit Abraham auf dem Weg, erinnert ihn immer wieder an seine Verheißungen und macht ihm dadurch Mut, den nicht immer einfachen Weg weiterzugehen.</div><div><br></div><div>Die theologische Forschung führt diese häufigen Wiederholungen darauf zurück, dass verschiedene Überlieferungen zu dem Bibeltext, der uns jetzt vorliegt, zusammengefügt wurden. Deshalb dürfen wir den Text nicht wie einen historischen Reisebericht lesen. Das ändert aber nichts daran, dass der Text irgendwann mit all diesen Wiederholungen aufgeschrieben wurde, ohne dass sich jemand daran gestört hat. Also müssen wir uns auch nicht daran stören. Wir können jedenfalls festhalten, dass Gott Abraham seine Treue, sein Geleit und seinen Segen deutlich verheißen hat, möglicherweise sogar mehrmals und immer wieder.</div><div><br></div><div>Unser Glaube wäre wohl schnell am Ende, wenn Gott uns nicht immer wieder ansprechen würde. <span class="fs14lh1-5"><i>In den täglichen Herausforderungen und Kämpfen des Lebens verliert der Glaube schnell seine Kraft. Darum brauchen wir immer aufs Neue das mutmachende Wort von außen, ein Wort, das wir uns nicht selber sagen können.</i></span></div><div><br></div><div>Gott weiß das und lässt uns nicht auf Dauer ohne sein Wort allein. Auch Abraham hat das erfahren. Aber wie hat er darauf reagiert?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Abrahams Glaube</div><div><br></div><div>Abraham vertraute Gottes Verheißung und verließ seine Heimat (12,1-4). Er ließ sich auf die innere Stimme ein, die er vernahm, und deutete sie als Stimme Gottes. Auf dem Weg vernimmt er immer wieder diese Stimme. Er vertraut ihr (15,6), baut Gott mehrfach Altäre und opfert auf ihnen (12,7f; 13,18; 15,9).</div><div><br></div><div>Im Bau eines Altars und in einer Opferung drückt sich die Gottesbeziehung aus. Niemand wird einem Gott opfern, zu dem er keine Beziehung hat. Zuerst ist also die Beziehung da, dann baut man einen Altar und opfert auf ihm. Man ehrt Gott damit und pflegt die Beziehung zu ihm oder bittet um eine Wiederherstellung der Beziehung, wenn sie gestört ist.</div><div><br></div><div>Abraham war also ein frommer Mann, der seine Beziehung zu Gott pflegte. Dankbarkeit spielte dabei sicher auch eine Rolle. Es gab zwar auf der Reise immer wieder Probleme, aber jedes Mal wendete sich alles wieder zum Guten. Gottes Segens- und Schutzverheißungen schienen sich zu erfüllen.</div><div><br></div><div>Wenn es so gut läuft, ist es leicht, fromm zu sein und Gott zu vertrauen. Die biblischen Verheißungen und Zusagen Gottes bewahrheiten sich. Wir erleben es am eigenen Leib, dass sie wahr sind. Also glauben wir, dass Gott gut und gnädig ist, dass er unsere Gebete erhört und uns vor Unheil schützt, dass er uns durch unser Leben geleitet. Wir glauben es, weil wir es erleben.</div><div><br></div><div>Aber was, wenn wir es nicht mehr erleben? Was, wenn die biblischen Aussagen sich nicht in unserem Leben bestätigen und wenn unsere Gebete nicht mehr erhört werden? Dann droht unsere Überzeugung, dass die biblischen Aussagen wahr sind, zu zerbrechen. Es zeigt sich, dass unser Glaube nur ein theoretischer Glaube war, ein Gedankenkonstrukt, das uns nichts kostet. Jetzt aber, da es nicht mehr gut läuft, wird der Glaube mühsam. Jetzt gilt es, gegen unsere Erfahrungen an Gott festzuhalten. Jetzt hilft kein Gedankenkonstrukt mehr, sondern nur noch der Trotz des Glaubens, der zu Gott sagt: "Dennoch bleibe ich stets bei dir" (Ps 73,23).</div><div><br></div><div>Der Glaube verliert seine Selbstverständlichkeit. Die Erfahrungen des Lebens nagen erbarmungslos am Gottvertrauen. Es ist nichts mehr mit der selbstgewissen Gottesbeziehung. Wir machen nur noch Trippelschritte im Glauben. Das musste auch Abraham erleben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Abrahams Todesangst</div><div><br></div><div>Nun zeigt sich die andere Seite in Abrahams Frömmigkeit. Die schöne Glaubenswelt bekommt Risse. Selbst der Frömmste kommt an seine Grenzen, wenn alle Erfahrungen dem Glauben widersprechen. Das gilt auch heute noch.</div><div><br></div><div>Wie ich schon sagte, war der Weg, auf den Gott Abraham gestellt hatte, nicht ohne Probleme. Gleich zu Beginn wird berichtet, dass Abraham, nachdem er im Land Kanaan, in das Gott ihn geführt hatte, angekommen war, gleich wieder von dort fliehen musste, weil eine Hungersnot ausbrach. Also zieht er nach Ägypten, wo in den fruchtbaren Nilebenen offenbar genug geerntet werden konnte. Doch mit der Flucht in die Fremde kommt auch die Angst.</div><div><br></div><div>Flüchtlinge waren schon damals mit dem Tod bedroht. Darum mahnt das Alte Testament um Gottes Willen immer wieder, die Fremden, die Ausländer im Land nicht zu unterdrücken (z.B. 2Mo/Ex 22,20; 4Mo/Num 15,15; 5Mo/Dtn 10,18f).</div><div><br></div><div>Die Angst Abrahams ist schnell erzählt (12,10-20): Seine Frau Sara war offenbar eine Schönheit. Abraham musste fürchten, dass die ägyptischen Machthaber sich über sie hermachen und ihren Ehemann kurzerhand ermorden. Darum verabreden Abraham und Sara, sich als Geschwister auszugeben. Tatsächlich wird Sara in den Palast des Pharao geholt und muss ihm zu Willen sein. Abraham aber wird nicht umgebracht, sondern als mutmaßlicher Bruder Saras reich beschenkt und geehrt.</div><div><br></div><div>Doch Gott lässt den Pharao nicht gewähren, sondern weist ihn mit allerlei Unheil in seine Grenzen. Dem Pharao bleibt nicht verborgen, dass das Unheil von dem Gott kommt, an den Abraham glaubt. Der ägyptische Herrscher ist entsetzt und wirft Abraham vor, ihn belogen und dadurch dem Unheil ausgeliefert zu haben. Hätte er die Wahrheit gesagt, dann hätte er sich Sara nicht zu eigen gemacht. Um das Unheil loszuwerden, wirft er Abraham und Sara aus dem Land. Sie bekommen sogar noch militärisches Geleit bis an die Grenze Ägyptens.</div><div><br></div><div>Was war geschehen? Abraham, dem Gott Nachkommenschaft, Schutz und Segen verheißen hatte, wird in Ägypten von Todesangst geplagt. Mit anderen Worten: Er vertraut nicht mehr auf Gottes Verheißungen. Deshalb ergreift er die Eigeninitiative und liefert Sara mit einer Lüge dem Pharao aus, um seine eigene Haut zu retten. Am Ende kommt heraus, dass das Ganze vollkommen unnötig war. Denn der Pharao hätte Sara nicht angerührt, wenn Abraham ehrlich gesagt hätte, dass sie seine Frau ist.</div><div><br></div><div>Der fromme Abraham wird also zum Lügner, der seine Frau der sexuellen Gewalt des Pharaos aussetzt. Was für ein Widerspruch des ach so Frommen! In der Todesangst bleibt nichts von seinem Gottvertrauen. Und das mangelnde Gottvertrauen stürzt die eigene Frau ins Elend. Der Glaube Abrahams war offenbar ein theoretisches Gedankengebäude, das so lange als religiöse Praxis funktionierte, wie es ihn nichts kostete.</div><div><br></div><div>Das ist die Gefahr jeder Frömmigkeit: dass sie keinen Eingang ins Leben findet, sondern nur in frommen Gedanken und Gefühlen besteht, vielleicht auch in einer "richtigen Dogmatik". Fromme Gedanken und Gefühle machen aber noch keine Gottesbeziehung. Und eine Dogmatik erst recht nicht.</div><div><br></div><div>Eine andere Version derselben Geschichte, die an anderem Ort und zu anderer Zeit spielt, wird übrigens in 1Mo/Gen 20 erzählt. Die biblischen Textsammler und Schreiber waren sich nicht zu schade, diese peinliche Geschichte zweimal in den Text aufzunehmen. <span class="fs14lh1-5"><i>Hier wird nichts verschwiegen und nichts beschönigt. Das "Vorbild des Glaubens" Abraham wird in seiner ganzen Zwiespältigkeit dargestellt. Alle Welt soll wissen, dass auch die Frömmsten an ihrem Misstrauen Gott gegenüber scheitern. Es ist befreiend, dass die Bibel so realistisch ist und uns keine Supermänner des Glaubens vorgaukelt, die es nicht gibt.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Abrahams Misstrauen</div><div><br></div><div>Das Misstrauen Abrahams setzte sich fort. Eine nächtliche Szene wird beschrieben: Abraham hat – vielleicht im Traum – eine Vision, in der Gott zu ihm spricht und ihm erneut seinen Schutz zusagt (15,1). Doch Abraham beklagt sich darüber, dass er kinderlos sterben wird (15,2b). Daraufhin lässt Gott Abraham in den Sternenhimmel blicken und verheißt ihm so viele Nachkommen, wie Sterne am Himmel stehen – und Abraham glaubt es ihm.</div><div><br></div><div>In der nächsten Szene dieser Vision zeigt Gott Abraham das Land, das er ihm und seinen Nachkommen geben will. Doch Abraham fragt (15,8):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Herr, mein Gott! Woran kann ich erkennen, dass ich es besitzen werde?</span></i></span></div><div><br></div><div>Daraufhin vollzieht Gott eine rituelle Handlung (15,9f.17): In der Gestalt von Feuer und Rauch geht er durch zerteilte Tiere hindurch, die auf dem Erdboden liegen. Wer das tut, zieht – nach einem alten orientalischen Brauch – das Schicksal dieser Tiere auf sich, wenn er seine Zusage nicht einhält. Gott nutzt hier diesen Brauch, um Abraham seiner Zusage gewiss zu machen. Einmal mehr ist sich Gott nicht zu schade, sich in die Welt menschlicher Vorstellungen zu begeben, um dem Menschen seine Vertrauenswürdigkeit zu erweisen.</div><div><br></div><div>Der Zweifel Abrahams an dieser Vertrauenswürdigkeit ist offensichtlich. Und offensichtlich ist auch Gottes Eingehen auf diesen Zweifel, und zwar nicht im Zorn und mit erhobenem Zeigefinger, sondern durch ein Sprechen mit Abraham in einer Symbolik, die dieser versteht: die unzähligen Sterne am Himmel und das Ritual, mit dem Gott sich auf menschliche Weise dazu verpflichtet, seine Zusage einzuhalten. <span class="fs14lh1-5"><i>Kann ein Gott sich liebevoller auf menschliche Gegebenheiten einlassen?</i></span></div><div><br></div><div>Doch die Zeit verrinnt, Abraham und Sara werden älter, und die Verheißung, dass sie einen Sohn bekommen sollen, erfüllt sich nicht. Der Zahn der Zeit nagt am Gottvertrauen. Wie soll man an Veränderung glauben, wenn nichts sich verändert? Wie soll man Gottes Verheißung ernst nehmen, wenn die Erfüllung ausbleibt?</div><div><br></div><div>Kinderlosigkeit war im Altertum ein schweres Los, weil die kinderlose Frau geringgeschätzt wurde und weil das eigene Leben der Menschen sich in ihren Nachkommen fortsetzte. Wenn eine Ehe kinderlos blieb, konnte die Ehefrau ihrem Mann ihre persönliche Sklavin anbieten, um mit ihr ein Kind zu zeugen. Das Kind galt dann als Kind der Ehefrau – für die Sklavin ein grausamer Brauch, aber damals durchaus üblich.</div><div><br></div><div>Sara bietet Abraham diese "Lösung" des Problems an. Vielleicht will Gott ja auf diese Weise seine Verheißung erfüllen. Man kann ja auf diese Weise ein wenig nachhelfen. Abraham willigt ein, und die Sklavin Hagar wird von ihm schwanger. Nun entsteht ein heftiger Konflikt zwischen beiden Frauen: Hagar blickt, weil sie schwanger ist, verächtlich auf die kinderlose Sara herab, und Sara behandelt sie mit dem Einverständnis Abrahams offenbar so schlecht, dass der schwangeren Hagar nur die Flucht bleibt (16,1-6).</div><div><br></div><div>Abraham und Sara versuchen also, der Verheißung Gottes nachzuhelfen. Doch daraus entstehen nur neue Probleme. <span class="fs14lh1-5"><i>Es ist merkwürdig: Sobald wir Gott eigenmächtig ins Handwerk pfuschen, wird es unmenschlich.</i></span> In dieser Situation greift Gott ein: Er sieht das Elend Hagars und verheißt ihr unzählige Nachkommen durch ihren Sohn Ismael. Und er fordert sie auf, zu Abraham und Sara zurückzukehren. So wurde Abraham zum Vater Ismaels, der den Muslimen bis heute als ihr Stammvater gilt (16,7-16; 25,12-16).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Abrahams Zynismus</div><div><br></div><div>Weitere Jahre vergehen, ohne dass Sara schwanger wird. Wahrscheinlich haben beide resigniert. Doch Gott lässt sie nicht los. Er erscheint Abraham erneut, schließt einen Bund mit ihm, verheißt ihm zahllose Nachkommen vom Sohn Saras, die im Land Kanaan leben werden (17,1-8.15-17). Abraham reagiert so (17,17-21):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Da warf sich Abraham zu Boden und lachte. Im Stillen dachte er: "Ich bin fast hundert Jahre alt. Kann mir da noch ein Sohn geboren werden? Sara ist schon neunzig. Soll sie da noch ein Kind bekommen?" Abraham sagte zu Gott: "Erfüll doch deine Verheißung an meinem Sohn Ismael!" Aber Gott erwiderte: "Nein, deine Frau Sara wird dir einen Sohn schenken. Den sollst du Isaak nennen. Mit ihm und seinen Nachkommen werde ich einen Bund schließen. Dieser Bund gilt für immer. Auch deine Bitte für Ismael will ich erfüllen. Ich will ihn segnen, dass er fruchtbar ist und sich über alle Maßen vermehrt. Er wird zwölf Stammesführer zeugen, und seine Nachkommen werden zu einem großen Volk. Aber meinen Bund schließe ich mit Isaak. Nächstes Jahr um diese Zeit wird Sara ihn zur Welt bringen."</span></i></span></div><div><br></div><div>Abraham ist im Gespräch mit Gott. Er kann über Gottes Verheißung jetzt nur noch zynisch lachen. Er diskutiert mit Gott, indem er das vorschlägt, was ihm allein noch glaubwürdig erscheint: "Erfüll doch deine Verheißung an Ismael!" Aber Gott bleibt bei seiner Verheißung, dass Sara einen Sohn bekommen wird. Dennoch will er auch Abrahams Bitte für Ismael erhören und ihn segnen.</div><div><br></div><div>Was für ein Gott! <span class="fs14lh1-5"><i>Kein Wort des Zorns, kein Tadel, kein Vorwurf, von Strafe ganz zu schweigen. Im Gegenteil: unendliche Geduld, unendliche Liebe zum Zweifler</i></span>, und die Bitte für Ismael, mit der Abraham der Verheißung Gottes widerspricht – die Bitte für Ismael soll auch noch erfüllt werden.</div><div><br></div><div>Ich kürze ab: Sara bekommt schließlich den verheißenen Sohn (21,1f). Doch der Konflikt zwischen Sara und Hagar schwelt offenbar weiter. Abraham wirft Hagar und Ismael auf Bitten Saras aus dem Haus, doch Gott sorgt für die Sklavin und ihren Sohn, so dass seine Verheißung an Ismael sich erfüllt (21,9-21).</div><div><br></div><div>Die ganze Geschichte wirkt wie ein endloses Hin und Her zwischen göttlicher Verheißung, menschlicher Frömmigkeit und menschlichem Zweifel. Der Glaube Abrahams, der im Neuen Testament gelobt wird (Röm 4,3; Hebr 11,8f.17), war jedenfalls kein vorbildlicher Glaube. Er war vielmehr ein ständiges Schwanken zwischen Glaube und Zweifel, zwischen Frommsein und Scheitern, zwischen tiefem Vertrauen auf Gott und zynischem Lachen über Gott. Das ist der Stammvater Israels und Jesu.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Weil Abraham unser aller Stammvater im Glauben ist, darum erzählt seine Geschichte auch etwas über unseren Glauben. Und sie erzählt vor allem etwas über die unendliche Geduld Gottes mit den Zweifelnden und seine unendliche Liebe zu ihnen.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Eine biblische Religionskritik</div><div><br></div><div>Die Zeit nagt unaufhörlich an unserem Glauben. Die scheinbare Abwesenheit Gottes, sein scheinbares Nichtstun und Schweigen untergraben unser Gottvertrauen. Von Erfüllungen ist nichts zu sehen, denken wir, und brauchen doch nur Geduld. Gott hat Zeit, seine Verheißungen zu erfüllen. Nur wir haben sie nicht. Denn der Tod sitzt uns im Nacken. Und wir sind blind für die Erfüllungen, die sich täglich ereignen.</div><div><br></div><div>Denn wir wollen etwas sehen, und zwar sofort. Wir wollen Segen für unser Leben und Rettung vor dem Bösen sofort. Wir wollen nicht warten, wollen die tödlichen Mächte sofort aus der Welt verbannen, wollen das himmlische Leben jetzt und nicht erst später. Wir geben keine Ruhe, weil wir unersättlich sind nach dem Leben, das wir noch nicht haben.</div><div><br></div><div>Darum nehmen wir selber in die Hand, was Gott hinauszögert. Unsere Ungeduld ist verständlich, aber sie hilft nicht weiter, sondern schafft neue Probleme. Wo wir zu tun versuchen, was nur Gott schaffen kann, wo wir uns das himmlische Leben eigenmächtig zu verschaffen suchen, wo wir uns an Gottes Stelle setzen, da wird es unmenschlich.</div><div><br></div><div>Das ist das Problem menschlicher Religion: Der Mensch will Gott vorgreifen, will ihn sich gefügig machen, ihm den eigenen Rhythmus aufzwingen anstatt im Rhythmus Gottes zu leben. Das ist Misstrauen, das ist Zweifel an Gottes Kompetenz und Verlässlichkeit. Gerade der fromme Mensch will es oft besser wissen und besser machen als Gott.</div><div><br></div><div>Die biblische Religionskritik, die auch in der Abrahamgeschichte deutlich wird, warnt uns davor, uns vom Eigenen leiten zu lassen. Dagegen hilft nur permanente Selbstkritik – eine Selbstkritik, die auf Gottes Wort hört anstatt ihm ins Wort zu fallen, die sich zufrieden gibt mit Gottes Schweigen anstatt dagegen aufzubegehren, die Gottes Handeln in seine Nichtstun, sein Reden in seinem Schweigen glaubt anstatt sein Handeln und Reden erzwingen zu wollen.</div><div><br></div><div><div>Und biblische Religionskritik sagt: <span class="fs14lh1-5"><i>Der Glaube besteht nicht in frommen Übungen oder religiösem Aktivismus, nicht im Bauen von Altären und Kirchen, nicht im frommen Praktizieren religiöser Bräuche. Sondern der Glaube besteht im geduldigen, vertrauensvollen Warten auf die Zeit, in der Gott handelt.</i></span> Es geht im Glauben nicht um dogmatisch einwandfreies Denken, sondern um eine Gottesbeziehung, die von Vertrauen geprägt ist und darum Gottes Rhythmus zum eigenen macht. Es geht nicht um eigene Erkenntnisse und Fähigkeiten, überhaupt um nichts Eigenes, sondern um das, was Gott uns je und je schenkt.</div></div><div><br></div><div>Frömmigkeit kann eine perfekte religiöse Theorie und Praxis sein; der tatsächliche Glaube ist etwas anderes.</div><div><br></div><div>Abraham musste lernen, dass Gott allein schafft Leben – zu <span class="fs14lh1-5"><b>seiner </b></span>Zeit. Gottes Verheißungen übertreffen all unser Erleben, Fühlen und Denken – denn Unmögliches soll geschehen: <span class="fs14lh1-5"><i>Leben wird entstehen, wo Leiber schon tot sind, wo jedes Leben von uns gewichen ist. Hoffnung ist möglich, wo wir jede Hoffnung fahren lassen müssen. Gott wird Leben erstehen lassen, wo wir Tod über die Welt bringen. Er wird Leben retten, wo all unsere Vorhersagen und Statistiken nur Tod prophezeien können. Er wird das von ihm geschaffene Leben segnen, wo wir nur Unheil am Werk sehen.</i></span></div><div><br></div><div>Wie wird heute Leben möglich in einer Welt, in der der Tod regiert? Es wird so möglich, dass wir Gott in unser Leben Einzug halten lassen, dass wir gelassen, befreit und zuversichtlich aus seinen Verheißungen leben und uns von ihm zu Worten und Taten bewegen lassen – und das alles aus <span class="fs14lh1-5"><b>seiner </b></span>Leben schaffenden Kraft und zu <span class="fs14lh1-5"><b>seiner </b></span>mit Leben erfüllten Zeit.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Alle Bibelzitate aus der BasisBibel, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2021.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Stuttgarter Erklärungsbibel, mit Einführungen und Erklärungen, Deutsche Bibelgesellschaft, 2. Aufl. Stuttgart 1992.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Michael Knoll auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 14 Sep 2023 07:51:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wie wird Friede?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000221"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wie wird Friede?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/09/2023</span></div><div><br></div><div>Wir leben in einer friedlosen Zeit. Das wird uns vor dem Hintergrund bewusst, dass wir einige Jahrzehnte relativen Frieden in Europa hatten. Kriege und soziale Gewaltausbrüche gab es meist anderswo. Doch die Zeiten haben sich geändert. Es gibt zunehmend aggressive Konfrontationen zwischen Ideologien, Bündnissen und Staaten, zwischen Armen und Reichen weltweit, zwischen Bevölkerungsgruppen und radikalen Parteien, zwischen Bevölkerung und staatlichen Organen sowie deren Vertretern. Diese Konflikte, von denen Europa für einige Zeit relativ verschont geblieben war, sind wieder bei uns angekommen. Die gemütlichen Jahre scheinen nun auch für uns vorbei zu sein.</div><div><br></div><div>Die schlimmste Konfrontation zwischen Menschen ist der Krieg. Für das Jahr 2022 werden weltweit <span class="imUl"><a href="https://orf.at/stories/3316361/" target="_blank" class="imCssLink">neben 216 gewaltsam ausgetragenen Konflikten 42 Kriege gezählt</a></span>. Einer davon ist uns besonders nah, und an ihm sind wir besonders stark indirekt beteiligt. Er hat sogar das Potential, in einen Weltkrieg zu münden.</div><div><br></div><div>In dieser Situation muss die dringlichste Frage sein: Wie wird Friede? Wie können Aggressivität, Gewaltbereitschaft sowie tägliches Leiden und Sterben ein Ende finden? Wie können Eskalationen vermieden werden? Wem immer ein Menschenleben etwas wert ist, der wird seine Kraft im Denken und Handeln diesen Fragen widmen.</div><div><br></div><div>Auch die Christenheit kann sich dieser Frage nicht entziehen. Weder kann sie sich auf den Standpunkt zurückziehen, dass das Politische mit dem Christlichen nichts zu tun habe. Denn das Christliche ist immer auch politisch, sonst wäre Christus nicht von <span class="fs14lh1-5"><i>Pontius Pilatus</i></span> im Namen des römischen Weltreichs verurteilt und hingerichtet worden. Noch kann die Christenheit das Politische Gott überlassen, weil er allein sich in der vom Bösen beherrschten Welt durchsetzen kann. Denn der Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist und als Mensch auf Erden gewirkt hat, herrscht nicht einfach "von oben herab" auf übernatürliche Weise über den Geschichtslauf. Er will vielmehr durch von ihm ergriffene und erneuerte Menschen die Geschichte vorantreiben, und zwar in besonderer Weise durch jene, die sich als Christinnen und Christen ihm verschrieben haben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Vom Ich zum Wir</div><div><br></div><div>Wenn die Christenheit also berufen ist, den mit der Geburt Jesu verheißenen Frieden auf Erden umzusetzen (Lk 2,14), dann richtet sie den Blick auf diesen Jesus Christus, mit dem die Friedensverheißung in die Welt gekommen ist. Denn von ihm gilt (Eph 2,14-18):</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Christus ist unser Friede. Er hat beide, Juden und Heiden, zu </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>einem </b>gemacht. Er hat die Mauer niedergerissen, die sie trennte. Er hat die Feindschaft zwischen ihnen beseitigt, indem er seinen Leib hingab. So hat er das Gesetz mit seinen Geboten und Vorschriften aufgehoben [nämlich die verurteilende Macht des jüdischen Gesetzes aufgehoben]. In seiner Person hat er die beiden Teile zu </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>einem </b>neuen Menschen vereint und dadurch Frieden gestiftet. Zugleich hat er die beiden Teile durch seinen Tod am Kreuz als </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>einen</b> Leib mit Gott versöhnt. So hat er durch seinen Tod die Feindschaft getötet. Er kam und verkündete Frieden: Frieden für euch in der Ferne [die Christen gewordenen Heiden] und Frieden für die in der Nähe [die Christen gewordenen Juden]. Denn durch ihn haben wir beide in </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>einem </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Geist Zugang zum Vater.</span></span></i></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Übersetzung: BasisBibel mit einigen Änderungen)</span></i></div><div><br></div><div>Der Text wirkt merkwürdig und schwer verständlich. Es geht um das Verhältnis zwischen den Christen, die zuvor Juden waren (Judenchristen), und denen, die zuvor einen heidnischen Glauben hatten (Heidenchristen).</div><div><br></div><div>Der entscheidende Punkt ist, dass Christus durch seinen Tod am Kreuz beide, Juden- und Heidenchristen, mit Gott versöhnt hat. Zuvor standen sich Juden und Heiden unversöhnlich gegenüber. Jetzt sind sie zu einer Einheit gemacht, zu einem "neuen Menschen", einem "neuen (Menschen-)Leib." Die einstmals Verfeindeten sind im Glauben zusammengeschweißt zu einer geeinten "neuen Menschheit", in der es keine trennenden Mauern mehr gibt.</div><div><br></div><div>In beeindruckender Weise werden in diesem Text die vielen unterschiedlichen Personen, die Christen geworden sind, quasi als eine einzige Person beschrieben. Man könnte sagen: Die vielen <span class="fs14lh1-5"><i>Ich-Persone</i></span>n bilden eine große <span class="fs14lh1-5"><i>Wir-Person</i></span>, und zwar deshalb, weil sie durch Christus mit Gott versöhnt sind. Die Versöhnung so unterschiedlicher, ja miteinander verfeindeter Menschen mit Gott führt also dazu, dass sie auch untereinander nicht mehr verfeindet sein können. Sie sind ja nun nicht mehr einfach eine Gruppe individueller <span class="fs14lh1-5"><i>Ich-Personen</i></span>, sondern sie bilden – auch wenn jeder von ihnen ein <span class="fs14lh1-5"><i>Ich </i></span>bleibt – eine einheitliche <span class="fs14lh1-5"><i>Wir-Person</i></span>. Das <span class="fs14lh1-5"><i>Wir </i></span>tritt hervor, das isolierte <span class="fs14lh1-5"><i>Ich </i></span>tritt dahinter zurück. Der Mensch wird zum verantwortlichen und erfüllten <span class="fs14lh1-5"><i>Ich </i></span>erst dadurch, dass er ein <span class="fs14lh1-5"><i>Wir </i></span>ist, so wie das <span class="fs14lh1-5"><i>Wir </i></span>nicht denkbar ist ohne die <span class="fs14lh1-5"><i>Iche</i></span>, die in ihm vereint sind.</div><div><br></div><div>Durch diese Zurücknahme des <span class="fs14lh1-5"><i>Ich </i></span>mit seinen Eigeninteressen und seinem Drang zur von den anderen <span class="fs14lh1-5"><i>Ichen </i></span>losgelösten Selbstbestätigung entsteht Frieden. Fundament dieses Friedens ist die Liebe Jesu Christi, die allen Menschen gleichermaßen gilt. Die von Gott Geliebten und mit ihm Versöhnten können einander nicht mehr feind sein. Es wäre absurd, wenn die mit Gott Versöhnten miteinander unversöhnlich umgingen.</div><div><br></div><div>Im Folgenden wird anschaulich werden, was das konkret für die Frage bedeutet, wie Friede wird. Zunächst aber möchte ich das Dargestellte noch anhand eines zweiten biblischen Textes erläutern.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Das In-sein der Liebe</div><div><br></div><div>Wie kann ein <span class="fs14lh1-5"><i>Ich </i></span>zugleich ein <span class="fs14lh1-5"><i>Wir </i></span>sein? Um diese Frage zu beantworten, werfen wir noch einmal einen Blick auf Jesus. Das Johannesevangelium überliefert ein Gebet, das Jesus vor seiner Gefangennahme spricht. Er spricht zu Gott, den er "Vater" nennt (Joh 17,4f.22f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(4) Ich habe dich verherrlicht auf Erden und habe das Werk vollendet, das du mir übergeben hast, damit ich es tue.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(5) Und jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(22) Ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen [den an Jesus Glaubenden] gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(23) – ich in ihnen und du in mir –, damit sie vollkommen eins seien, auf dass die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wieder ein merwürdiger Text. Aber er kommt uns nur merkwürdig vor, weil wir die fundamentalen Wahrheiten des Lebens nicht mehr kennen. Ich will versuchen, den Text kurz zu erklären.</div><div><br></div><div>Jesus spricht von "Verherrlichung" (Vers 4): Er hat Gott verherrlicht, nämlich Gottes Liebe offenbar gemacht, indem er sich aus Liebe zu den Sündern von diesen kreuzigen ließ. Das heißt: Jesus hat seine eigene Person ganz zurückgenommen, so sehr, dass er Gott nicht um den Tod seiner Verfolger bat, sondern selbst in den Tod ging. Jesu Verfolger durften leben und ihr Todeswerk vollenden, und deshalb musste Jesus sterben. Allgemein gesagt: Darin, dass die Sünder leben dürfen, besteht die herrliche Liebe Jesu und Gottes.</div><div><br></div><div>Am Kreuz wird also die Liebe Jesu und Gottes sichtbar, weil beide den Verfolgern Jesu trotz ihrer abgrundtiefen Bosheit das Leben schenken. Darum spricht Jesus von Verherrlichung: Jesu Leiden und Sterben verherrlicht Gottes Liebe. Und zugleich verherrlicht Gott Jesus, indem er ihn am Kreuz sterben lässt, weil am Kreuz seine Liebe zu den Sündern ihren Höhepunkt erreicht (Vers 5). Ein in Gottes Augen herrliches Leben ist also ein Leben, das aus Liebe zu den Sündern bereit ist, Leid auf sich zu nehmen.</div><div><br></div><div>Diese Herrlichkeit hat Jesus an die Glaubenden weitergegeben (Vers 22). Auch sie sollen den Sündern mit Liebe begegnen und so auch einander lieben. Das heißt konkret: Sie sollen in der Liebe eins sein, wie Jesus und Gott in der Liebe eins sind. Dieses Einssein in der Liebe wird im Johannesevangelium oft durch ein wechselseitiges "Ineinander-sein" ausgedrückt (Vers 23): Jesus ist in Gott und Gott in Jesus (Joh 10,38; 14,10f.20; 17,21). So soll es auch unter den Glaubenden sein. An ihrer Liebe zueinander und zu allen anderen Sündern soll die ganze Welt erkennen, dass Jesus Gottes Liebe offenbart hat und dass Gott alle Sünder trotz ihrer Sünde liebt.</div><div><br></div><div>Der Gedanke des In-seins findet sich im Neuen Testament übrigens nicht nur im Johannesevangelium, sondern auch in den paulinischen Schriften. Ihnen zufolge sind die Glaubenden "in Christus" (z.B. 1Kor 1,30) und die "vielen" Glaubenden sind "<span class="fs14lh1-5"><b>ein </b></span>Leib in Christus" (Röm 12,5). Umgekehrt ist Christus in den Glaubenden (z.B. 2Kor 13,5), so dass Christus in Paulus spricht (2Kor 13,3). Wie das Leben der Glaubenden "mit Christus in Gott verborgen ist" (Kol 3,3), so ist schließlich auch Gott und sein Geist in den Glaubenden (1Kor 14,25; Röm 8,9).</div><div><br></div><div>Wenn das jetzt etwas viel auf einmal ist, dann lies die Sätze noch einmal durch oder lies einfach weiter, auch wenn du noch nicht alles verstanden hast. Es geht um eine Beschreibung der Liebe, die auch für uns heute noch gilt. Das wird im Folgenden noch konkreter und anschaulicher werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Was ist Liebe?</div><div><br></div><div>Liebe zwischen zwei Personen kann man so beschreiben: Sie sind im jeweils anderen anwesend; die eine Person trägt die andere mit sich herum. Das führt zu vielen Übereinstimmungen in ihrem Fühlen, Denken und Handeln. Weil der andere in mir ist, kenne ich ihn (Joh 10,14f). Damit ist kein simples Bekannt-sein gemeint, sondern das Wahrnehmen und Übernehmen der Gefühle und Gedanken des anderen. Weil er in mir anwesend ist, mache ich das Seine zu meinem Eigenen. Ich nehme seine Gefühle wahr, und sie werden zu meinen Gefühlen – ebenso wie er meine Gefühle wahrnimmt und sie sich zu eigen macht. Die Freude des anderen wird zu meiner Freude und seine Traurigkeit zu meiner Traurigkeit. "Wie fühlst du dich", fragen wir manchmal – und wir spüren, dass der andere sich nicht gut fühlt. Einander Liebende haben ein Gefühl für den anderen.</div><div><br></div><div>Dasselbe gilt für die Gedanken (Joh 8,16). Wenn der andere in mir ist, bedeutet das keine Gleichheit der Gedanken, keine bloße "Gedankenübertragung", sondern eine Einheit im Denken, in der Weltanschauung und im Beurteilen von Situationen. Ich öffne mich für die Gedanken des anderen, greife sie auf und lerne von ihnen, so dass wir uns einander annähern. Wir denken nicht nebeneinander her, sondern beeinflussen uns gegenseitig und kommen so der Wahrheit näher. Wir bestehen nicht darauf, recht zu haben, sondern sehen das Wahre in den Gedanken des anderen. "Die Wahrheit beginnt zu zweit" lautet ein Buchtitel des Psychologen <span class="fs14lh1-5"><i>Michael Lukas Moeller</i></span>.</div><div><br></div><div>Diese Einheit des Fühlens und Denkens führt schließlich zur Einheit im Handeln (Joh 5,19.21). Das ist wiederum kein plumpes Nachäffen und Wiederholen der Handlungen des anderen, sondern das Verfolgen derselben Ziele und Anliegen. Man "arbeitet Hand in Hand", man unterstützt einander, man handelt nicht gegeneinander in dauernder Konkurrenz, sondern miteinander, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.</div><div><br></div><div>Liebende fühlen, was der andere fühlt, fühlen sich in ihn ein, sie denken wie der andere und machen sich so dessen Anliegen zu eigen. Sie sind nicht fixiert auf die jeweils eigenen Interessen, sondern sind offen für die Interessen des oder der Geliebten. Sie bedenken immer die Interessen des anderen mit, ihre Taten und ihre Gefühle sind geprägt von den Taten und Gefühlen des anderen – nicht wie in einer fatalen Gebundenheit an den anderen, sondern im freien Anteilnehmen an dessen Leben und Anteilgeben des eigenen Lebens.</div><div><br></div><div>So entsteht ein Einssein, in welchem keiner das bloß ihm Eigene verfolgt, sondern beide sich das Eigene der anderen Person zum Eigenen der eigenen Person machen. So entsteht in der Liebe aus zwei isolierten <span class="fs14lh1-5"><i>Ich-Personen</i></span> eine <span class="fs14lh1-5"><i>Wir-Pers</i></span>on.</div><div><br></div><div>Diese Liebe meint keine Sympathie. Es kann sie vielmehr auch zwischen Menschen geben, die einander unsympathisch sind. Wir werden dieses <span class="fs14lh1-5"><i>Wir</i></span>, diese Einheit, auf Erden auch niemals vollkommen erreichen. Wir können uns ihr immer nur annähern. In der Beziehung zwischen Gott und Jesus war dieses <span class="fs14lh1-5"><i>Wir </i></span>in vollkommener Weise verwirklicht: Sie waren in der Liebe vollkommen eins. Dahinter bleiben wir immer zurück. Aber ansatzweise geschieht dort, wo wirkliche Liebe ist, solch ein Einssein zweier Menschen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Grenzen der Liebe</div><div><br></div><div>Das Einssein der Liebe hat vor allem dort eine Grenze, wo der andere sich nicht auf meine Liebe einlässt. Wo einer sich der Liebe versagt, kann es kein Einssein, kein <span class="fs14lh1-5"><i>Wir </i></span>geben. Dennoch kann ich an meiner Liebe festhalten. Ich kann mich in die Gefühle, Gedanken und Taten des anderen einfinden, kann sie zu verstehen versuchen und mir vielleicht sogar das eine oder andere darin zu eigen machen. Ich kann zumindest immer wieder versuchen, das Fühlen, Denken und Handeln des anderen nachzuvollziehen und Wahrheitsanteile darin zu finden. So besteht zumindest die Chance, dass wir uns einandern annähern und zu einem Interessenausgleich kommen.</div><div><br></div><div>Eine Garantie dafür, dass die Annäherung gelingt, gibt es nicht. Wenn ich dennoch an meiner Liebe festhalte, wenn ich den Sünder liebe, dann ist das mit einem Risiko verbunden. Es mag sein, dass der andere mich verletzt und ich darunter leiden muss. Aber in der Liebe gebe ich ihn nicht auf, sondern halte daran fest, dass wir doch noch zu einer Annäherung finden.</div><div><br></div><div>Es kann jedoch auch sein, dass ich mich vom anderen trennen muss. Das heißt nicht, dass ich ihn hasse oder er mir gleichgültig wird. Ich halte daran fest, dass er eine unverlierbare Menschenwürde hat, auch wenn er sich nicht so verhält. In der Liebe spreche ich ihm nicht seine Würde ab, sondern bleibe offen dafür, dass er zu einem menschenwürdigen Denken und Handeln zurückkehrt. Ich betrachte ihn weiterhin als ein geliebtes Geschöpf Gottes, auch wenn ich mich von ihm lossagen muss.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Wie wird Friede?</div><div><br></div><div>Der Friede ist nicht bei uns zu finden, sondern bei Christus, sagten wir. Das heißt nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen können. Im Gegenteil! Der Friede, der Christus ist, ruft uns zu höchster Aktivität. Es ist eine bei weitem differenziertere Aktivität als diejenige, die auf Unfrieden mit Unfrieden, auf Konfrontation mit Konfrontation, auf Gewalt mit Gewalt antwortet.</div><div><br></div><div>Den Frieden bei Christus zu suchen, bedeutet zunächst und allgemein gesagt, den Blick von sich selbst weg- und zu Christus hinzuwenden. Dieses Blicken auf Christus ist nicht einfach ein frommes Reden von Christus und seinen Taten. Es ist vielmehr ein Umkehren von den eigenen Wegen, auf denen man meint, recht zu haben, auf denen man unnachgiebig nach Macht strebt und zur (offenen oder subtilen) Gewalt bereit ist. Auf Christus blicken heißt umkehren vom <span class="fs14lh1-5"><i>Ich </i></span>zum <span class="fs14lh1-5"><i>Wir</i></span>, vom bloßen Außen-sein zum In-sein, vom Fördern des Konflikts zum Suchen der Einheit und damit eines Konsenses.</div><div><br></div><div>Wer auf Christus blickt, entdeckt die Stärke des <span class="fs14lh1-5"><i>Wir</i></span>. Ein <span class="fs14lh1-5"><i>Ich</i></span>, das einem anderen <span class="fs14lh1-5"><i>Ich </i></span>verschlossen entgegentritt, bleibt bei sich selbst, isoliert sich und entfernt sich von der Liebe wie von der Wahrheit. Sind wir ein solches <span class="fs14lh1-5"><i>Ich</i></span>, dann sind wir schwach, obwohl wir uns für stark halten. In Wahrheit stark aber sind wir als ein <span class="fs14lh1-5"><i>Ich</i></span>, das sich für das <span class="fs14lh1-5"><i>Wir </i></span>öffnet, das sich einfühlt, versteht, vom anderen <span class="fs14lh1-5"><i>Ich </i></span>lernt, das Wahrheit nicht nur bei sich selbst, sondern auch beim anderen entdeckt. Dann beharren wir weder auf dem Rechthaben noch auf der eigenen Unschuld, sondern nehmen den eigenen Schuldanteil am Konflikt wahr. Wir hinterfragen nicht nur den anderen, sondern auch uns selbst. Und weil wir wissen, wie sehr wir mit Mängeln behaftet sind, suchen wir nach einem Interessenausgleich.</div><div><br></div><div>Dazu sind wir nur in der Lage, wenn wir uns zurücknehmen, eigene Maximalforderungen aufgeben und Interessen zurückstellen und so unserem Nächsten entgegengehen mit dem Ziel, dass aus beiden <span class="fs14lh1-5"><i>Ich-Personen</i></span> eine <span class="fs14lh1-5"><i>Wir-Person</i></span> werde. Dann wagen wir zu vertrauen und Risiken einzugehen um der Liebe willen. Dann sind wir leidensbereit statt gewaltbereit, so wie Jesus es war. Wir konzentrieren uns nicht auf das, was uns angetan wurde, um dann mit gleicher Münze heimzuzahlen. Wir praktizieren also kein "Auge um Auge, Zahn um Zahn", wir vergelten nicht Gleiches mit Gleichem, sondern wir suchen, auch wenn wir unter unserem Nächsten leiden müssen, dessen Wohl, so wie Christus das Wohl des Nächsten gesucht und die Seinen aufgerufen hat, es ihm gleichzutun (Mt 5,38-42).</div><div><br></div><div>Wir blicken noch nicht auf Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, wenn wir nur nach unserem eigenen Frieden suchen – der so lange kein Friede ist, wie er den Nächsten nicht einbezieht. Erst dann blicken wir auf Christus, wenn wir vom nur Eigenen absehen, anstatt den Nächsten nach einem bestimmten, von uns vertretenen Wertekanon zu beurteilen, danach, ob er diesen Werten entspricht oder nicht, ob er uns nützt oder nicht, ob er unsere Erwartungen erfüllt oder nicht. Weil Christus dem Nächsten nicht so begegnet, wie er es nach seinen Taten verdient hat, sondern ihn, was immer er auch getan hat, als ein der Liebe würdiges Geschöpf Gottes sieht, können wir ihn nicht anders sehen. Der Nächste erscheint uns dann nicht als verabscheuungswürdiges, dämonisches Wesen, wenngleich er sich so gebaren mag, sondern er ist uns ein potentieller Bruder bzw. eine potentielle Schwester Jesu Christi. Die Liebe hofft für ihn und erwartet Konfliktlösungen vom Lieben statt von der Gewalt.</div><div><br></div><div>Sich für Frieden einsetzen heißt demnach:</div><div><ul><li>sich zurücknehmen, wo es erträglich ist und dem Frieden dient;<br></li><li>dem anderen neue Chancen gewähren;<br></li><li>die Gefühle des anderen verstehen und akzeptieren;<br></li><li>sich seinen Gedanken und Interessen öffnen, soweit sie das Gute fördern, und einen Kompromiss suchen;<br></li><li>die Wahrheitsanteile beim anderen und die eigene Schuld anerkennen;<br></li><li>mit ihm zusammen auf eine neue Menschheit hinarbeiten und um Gottes Geist dafür bitten.<br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Die Grenzen des Friedens</div><div><br></div><div>Eins jedoch müssen wir und klarmachen: Der Friede hat in einer unerlösten Welt Grenzen. Es kann nicht darum gehen, Gefühle, Gedanken und Taten des Nächsten fraglos zu übernehmen und sich zu eigen zu machen. Wir nehmen zwar den Nächsten in seiner Vielfalt wahr, wenn er "in uns ist", aber wir übernehmen nicht das Negative, das Lebensfeindliche, das in ihm ist. Hier gilt die Devise des Paulus: "Prüft alles, das Gute behaltet" (1Thess 5,21).</div><div><br></div><div>Das Einssein der Liebe bedeutet also nicht, im Bösen eins zu sein. Wir werden vielmehr versuchen, das Böse auszumerzen und den anderen davon zu überzeugen, was das Böse ist – und zugleich uns von ihm zeigen zu lassen, wo das für uns verborgene Böse in unseren eigenen Gefühlen, Gedanken und Taten ist.</div><div><br></div><div>Der Friede findet auch dort eine Grenze, wo er ins Leid führt – auch wenn gerade so die Liebe sich durchsetzt. Wer sich zurücknimmt, wer nicht Gleiches mit Gleichem vergilt, muss bereit sein, ein Risiko einzugehen: das Risiko, dass der eigene Friedenswille ausgenutzt wird, dass man bedroht wird.</div><div><br></div><div>Wir wissen, welchen Weg Jesus gegangen ist. Er ging bewusst den Weg des Risikos, der ihn ins Leid führte. Er suchte nicht das Leid und den Tod, aber er entschied sich dafür um des Lebens des Nächsten willen, um der Liebe willen. Leidensbereitschaft um des Lebens dessen willen, der anderen Leid zufügt, wird aber von den Maßstäben unserer Welt ausgeschlossen. Wer Leid bewusst auf sich nimmt, weil er sich weigert, demjenigen, der anderen Leid zufügt, seinerseits Leid zuzufügen, erntet bestenfalls ein Kopfschütteln oder wird als schwächlich verunglimpft. Das bewusste Inkaufnehmen von Gewalt ist aber Ausdruck der Liebe und bezeichnet zugleich die Grenzen des Friedens in unserer unerlösten Welt. Diese Grenzen sind zu akzeptieren, und sie sind – um der Liebe willen – zu ertragen.</div><div><br></div><div>Wenn Friede werden soll, ist nichts so wichtig wie Risiko- und Leidensbereitschaft. Ohne die Bereitschaft, ein Risiko einzugehen und gegebenenfalls Leid auf sich zu nehmen, wird es keinen Frieden geben: weder zwischen Religionen noch zwischen Ideologien, weder zwischen Armen und Reichen, weder zwischen Volk und Staat. Auch nicht zwischen Russland und der westlichen Welt.</div><div><br></div><div>In der unerlösten Welt kommt der Friede schließlich dadurch an seine Grenzen, dass er als Schwäche und Gelegenheit zur Zerstörung von Leben ausgenutzt wird. Ziel der Liebe ist aber keine selbstquälerische Grundhaltung. Der unfriedliche Nächste kann unsere Friedensbereitschaft zur Gewaltanwendung nutzen. Dann kann es sein, dass um der Liebe willen eine Trennung vollzogen werden muss. Und es kann sogar sein, dass eine zeitlich begrenzte Gegengewalt nötig ist, um schlimmeres Unheil zu vermeiden – eine Gegengewalt jedoch, die sich ihrer Schuld bewusst ist, die sich deshalb immer wieder selbst hinterfragt und die permanent und ernsthaft nach Wegen und Angeboten des Friedens sucht, um den Weg der Gewalt so schnell wie möglich zu beenden.</div><div><br></div><div>In diesem Sinne können wir die im Alten Testament geschilderten Kriege Israels (und Gottes selbst) gegen diejenigen Völker verstehen, die Israel vernichten wollten. Im Extremfall können wir nicht umhin, einen Aggressor mit Gewalt zu stoppen, um größere Gewalt zu verhindern. Doch wird Gewalt in den meisten Fällen damit begründet, dass man sich gegen einen Aggressor zur Wehr setzen müsse. Fast alle Gewalttäter begründen ihre Gewalt damit, dass sie sich nur verteidigen – und rechtfertigen damit ihre Gewalt. Gewalt aber ist in den meisten Fällen nicht zu rechtfertigen, sondern nur zu bedauern. Sie entzieht sich jeglichen Triumphgeschreis.</div><div><br></div><div>Darum muss strikt daran festgehalten werden, dass solche Gegengewalt nur in extrem seltenen Fällen zur Anwendung kommen darf und auch dann nur zeitlich sehr begrenzt. Alle anderen Wege zum Frieden, die, wie beschrieben, auch eine selbstkritische Beurteilung einschließen, sind vor und während der Anwendung von Gegengewalt ehrlich und geduldig auszuschöpfen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Die Christenheit in der Kultur des Unfriedens</div><div><br></div><div>Das Neue Testament beschreibt die Christenheit als Vorreiter einer Kultur des Friedens. Die neue Menschheit, die in Gottes Versöhnung der Welt begründet ist, beginnt in der weltweiten Christenheit. Sie hat deshalb der Welt nicht die Schleppe hinterher zu tragen, sondern die Fackel voran.</div><div><br></div><div>Dies gilt besonders in Situationen, in denen Unfriede zunehmend die Kultur zu prägen scheint. Man kann mit Recht fragen, ob die Kultur der Entspannung und des Miteinanders im Westen gerade durch eine Kultur der Gewaltbereitschaft und Machtorientierung ersetzt zu werden droht.</div><div><br></div><div>Sind zunehmende Aggressionen gegenüber Feuerwehr- und Rettungskräften sowie Polizei und Journalisten Zeichen zunehmender Gewaltbereitschaft? Ist journalistisch einseitige Berichterstattung subtile Gewalt? Heiligt der Zweck die Mittel, wenn Straßenblockierer sich über das Recht hinwegsetzen? Dürfen Autofahrer gegen eben diese Blockierer Selbstjustiz üben? Sind raumgreifende SUVs Symbole für Unüberwindlichkeit und selbstbezogene Stärke? Bergen national gesinnte Geisteshaltungen in sich das Potenzial ausufernder Gewalt? Ist massive Unzufriedenheit mit den Regierenden auf deren Überheblichkeit und Rücksichtslosigkeit zurückzuführen? Fördert das Denken in geopolitischen Einflusssphären die Gewaltbereitschaft auch in der Bevölkerung? Ist es legitim, den vielfältigen wirtschaftlichen und politischen Krisen mit Aggressivität zu begegnen? Die gegenwärtig virulenten Fragen ließen sich fortsetzen.</div><div><br></div><div>Die Gefahr der Christenheit besteht darin, zu diesen Fragen zu schweigen, um niemandem zu nahe zu treten. Die andere Gefahr ist, dass sie ihre Sicht den jeweils vorherrschenden Geistesströmungen anpasst. Um ihre Relevanz zu erweisen, sprechen die Kirchen dann nachträglich das aus, was die säkulare Welt schon vorher wusste. Gerade so aber geht die Relevanz der Kirchen verloren. Eine Kirche, die nicht mehr und nicht anderes zu sagen hat als das, was die Welt sich selber sagen kann, braucht niemand. Oder anders ausgedrückt: Eine Kirche, die sich von der anstößigen Botschaft der Bergpredigt (Mt 5-7) verabschiedet, ist keine Kirche Jesu Christi mehr.</div><div><br></div><div>Deshalb ist es Aufgabe der weltweiten Christenheit, die Botschaft Jesu stark zu machen: Selbstverwirklichung geschieht nicht durch Rücksichtslosigkeit und überzogenen Individualismus, sondern durch Sich-öffnen für ein <span class="fs14lh1-5"><i>Wir</i></span>, das den jeweils anderen in sich trägt. Freiheit gibt es nicht durch autonome Selbstbestimmung im Entscheiden und Handeln, sondern durch freie Selbstbestimmung zum Existieren in Beziehungen der Liebe. Lebenswerte Zukunft entsteht nicht durch persönliche Macht und Ausdehnung der eigenen Einflussbereiche, sondern durch Selbstzurücknahme zugunsten des Nächsten.</div><div><br></div><div>Diese Botschaft ist zukunftsträchtig und lebenswichtig. Sie kann dem christlichen Glauben Relevanz und Attraktivität verschaffen, wenn sie von praktischer Liebe im täglichen Leben getragen ist. Gerade in den Kirchen muss die Würde der Geschöpfe Gottes gewahrt werden, müssen Hilfsbereitschaft und Unterstützung für die sozial Schwachen und Leidenden selbstverständlich sein. Durch vielfältige menschenverachtende Skandale sowie durch stures Festhalten an Ämtern und Posten sind die Kirchen in den letzten Jahrzehnten diesem Auftrag nicht gerecht geworden. Dadurch ist auch der christliche Glaube und seine Liebesbotschaft in Misskredit geraten.</div><div><br></div><div>Umso dringlicher ist es, dass die Kirchen jetzt selbstkritisch in ihren eigenen Reihen aufräumen und danach auch deutliche Worte gegen die kulturelle Verherrlichung rücksichtsloser Macht und selbstgerechter Stärke richten. Gerade in einer friedlosen Zeit können die Kirchen, kann die weltweite Christenheit ein Hoffnungsanker sein, der die Perspektive einer lebenswerten Zukunft nicht aus dem Blick verliert und der Welt die Richtung weist – im Blick auf Jesus Christus und in der Kraft seines lebenschaffenden Geistes.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Joachim Ringleben: Das philosophische Evangelium. Theologische Auslegung des Johannesevangeliums im Horizont des Sprachdenkens. Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 2014.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Klaus Scholtissek: In ihm sein und bleiben. Die Sprache der Immanenz in den johanneischen Schriften. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau u.a. 2000.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Grafik: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 07 Sep 2023 06:30:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wie kann man Gefühle beten?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000220"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wie kann man Gefühle beten?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 31/08/2023</span></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Eine peinliche Frage</div><div><br></div><div>Es gibt Fragen, die sind ganz einfach nur peinlich. Besonders dann, wenn sie uns in der Pubertät gestellt werden.</div><div><br></div><div>Eine solche Frage aus meiner Pubertät ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Ich hatte eine herzensgute Patentante mit einer – ich will einmal sagen: naiven Frömmigkeit. Wobei naiv hier nicht einfach negativ gemeint ist. Eine gewisse Portion Naivität ist im Glauben wohl unerlässlich (siehe meinen Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?naivitaet-des-glaubens" class="imCssLink">Naivität des Glaubens</a></span>).</div><div><br></div><div>Irgendwann, schätzungsweise als ich zwischen 13 und 16 Jahren alt war, also mitten in der Pubertät, stellte sie mir in Gegenwart noch anderer Familienangehöriger die Frage:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>"Betest du denn auch immer schön?"</i></span></div><div><br></div><div>Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken. Das war mir nun wirklich zu indiskret. Darüber wollte ich wirklich nicht reden. Weil die Frage nun aber einmal gestellt war, musste ich mich ja dazu äußern. Also presste ich mit ziemlich schlechtem Gefühl ein "Ja" heraus.</div><div><br></div><div>Es war mir höchst peinlich. In der Pubertät sucht man ja seinen Weg und möchte nicht unbedingt dazu Auskunft geben, welchen Weg man gerade eingeschlagen hat. Noch dazu, wenn es um eine so persönliche Sache wie das Beten geht.</div><div><br></div><div>Die Frage meiner Patentante war gar nicht dumm. Denn das Gebet ist eine zentrale Äußerung des christlichen Glaubens. Ich denke, eigentlich wollte sie wissen, ob ich an Gott glaube. Dafür Sorge zu tragen, war ihre Aufgabe als Patentante. Sie drückte die Frage nach dem Glauben aus in der Frage nach dem Gebet.</div><div><br></div><div>Damit hatte sie recht. Denn wer glaubt, der betet. Und wer nicht betet, der glaubt nicht. Christlicher Glaube ist primär kein Fürwahrhalten christlicher Lehren, sondern eine Vertrauensbeziehung zu Gott. Und diese Vertrauensbeziehung drückt sich vor allem im Beten aus.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Gefühle beten</div><div><br></div><div>Das Beten kann viele unterschiedliche Formen annehmen. Es müssen nicht viele Worte sein. Es kann ein Hilfeschrei sein in plötzlicher Not oder nur ein Gedanke der Dankbarkeit in dem Augenblick, in dem wir etwas Schönen erleben. Es kann die Stille sein, die ganz ohne Worte auskommt: das stille Dasein vor Gott. Es kann ein Lied- oder Bibelvers sein, der uns plötzlich in den Sinn kommt, oder ein Gedanke im Vorübergehen.</div><div><br></div><div>Am letzten Sonntag hörte ich eine Predigt, in der der Prediger fünf menschliche Grundgefühle nannte. Grundgefühle sind Gefühle, die wir alle haben und die unser Leben prägen. Der Prediger zählte diese Gefühle dazu: Angst, Wut, Scham, Freude und Trauer.</div><div><br></div><div>Sicher lassen sich noch andere Gefühle finden, die für uns Menschen grundlegend sind. Jedenfalls dachte ich während der Predigt: Wenn Menschen Gefühle haben, die für ihre Existenz fundamental sind, dann werden Christinnen und Christen diese Gefühle doch in ihre Vertrauensbeziehung zu Gott einbringen. Dann werden sie mit diesen Gefühlen beten – oder sollte man besser sagen: Sie werden diese Gefühle beten?</div><div><br></div><div>Wie kann das aussehen: Gefühle beten? Hier einige Beispiele für gebetete Gefühle:</div><div><br></div><div><span class="imUl">Angst</span></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>"Gott, wenn ich an deine große Macht denke, bekomme ich immer Angst."</i></span></div><div><i class="fs14lh1-5">"Die Zukunft macht mir Angst. Ich kann ihr einfach nicht zuversichtlich entgegensehen."</i><br></div><div><br></div><div><span class="imUl">Wut</span></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>"Mein Gott, ich bin stinksauer, ich bin wütend auf dich! Wie kannst du mir das antun?"</i></span></div><div><i class="fs14lh1-5">"Jemand hat mich verletzt, und in mir ist lauter Wut auf ihn. Darf das nicht sein? Bist du nun auch noch gegen mich, Gott?"</i><br></div><div><br></div><div><span class="imUl">Scham</span></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>"Herr, du bist der Richter über alle Menschen. Ich bin voller Scham wegen meiner Taten. Wie kann ich vor dir bestehen?"</i></span></div><div><i class="fs14lh1-5">"Gott, ich schäme mich, mich vor anderen Menschen zu dir zu bekennen. Und ich schäme mich dafür, dass ich mich dessen schäme."</i><br></div><div><br></div><div><span class="imUl">Freude</span></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>"Herr, ich freue mich so sehr über diesen Augenblick, den du mich erleben lässt!"</i></span></div><div><i class="fs14lh1-5">"Lieber Jesus, mein Freund, wie schön ist es zu wissen, dass du an meiner Seite bist!"</i><br></div><div><br></div><div><span class="imUl">Trauer</span></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>"In meinem Leben läuft alles anders, als ich es mir gewünscht habe. Ich muss mich von all meine Plänen verabschieden. Wie soll ich damit leben? Und wie soll ich an dich glauben, Gott?"</i></span></div><div><i class="fs14lh1-5">"Bruder Jesus, ich habe einen lieben Menschen verloren. Jetzt fühle ich mich wie in einem falschen Leben. Warum hilfst du mir nicht?"</i><br></div><div><br></div><div>Es lassen sich, wie gesagt, sicher noch mehr Grundgefühle finden. Diese fünf Grundgefühle sollen auch nur Beispiele dafür sein, was ich mit dem Beten von Gefühlen meine. Unsere Gefühle müssen beim Beten nicht außen vor bleiben. Im Gegenteil: Sie gehören zum Beten dazu. Sie prägen unsere Vertrauensbeziehung zu Gott und darum auch unsere Gebete.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Der mitfühlende Gott</div><div><br></div><div>Gebete sind Ausdruck des Gottvertrauens. Wir sollen uns selbst mit allem, was wir sind, in ihnen ausdrücken. Unsere Gefühle aber gehören grundlegend zu uns selbst. Also beten wir mit unseren Gefühlen, ja, wir beten unsere Gefühle – so, wie wir auch unsere Gedanken beten.</div><div><br></div><div>Weil wir Gott vertrauen können, dürfen und sollen wir <span class="fs14lh1-5"><b>alle </b></span>Gefühle vor ihm ausbreiten. Auch negative Gefühle dürfen unser Beten prägen. Denn Gott verurteilt uns nicht für unsere Gefühle, sondern versteht sie. Er weiß, dass wir gefühlsbetonte Menschen sind, denn er hat uns so geschaffen.</div><div><br></div><div>Gott akzeptiert auch unsere negativen Gefühle – auch die, die nicht gut für uns und unsere Mitmenschen sind. Er toleriert sogar aggressive Gefühle, auch wenn er sie nicht unbedingt gutheißt. Und er kann negative und aggressive Gefühle verwandeln, so dass sie uns und andere nicht mehr belasten.</div><div><br></div><div>Dass Gott mit unseren Gefühlen mitfühlt, wird darin deutlich, dass er in Jesus Christus Mensch geworden ist – ein Mensch mit Gefühlen der Angst, der Wut, der Freude, der Trauer (Angst: Mk 14,32-36; Wut: Mk 11,15; Joh 11,33; Freude: Lk 1,44; Joh 15,11; Trauer: Joh 11,35f). Der mitfühlende Gott wird auch im Alten Testament beschrieben, vor allem beim Propheten Jeremia. Bei ihm klagt Gott beispielsweise über das Geschick seines Volkes Israel (Jer 9,9):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Über die Berge muss ich anheben Weinen und Totenklage, über die Weideplätze der Steppe das Trauerlied. Wüst liegen sie da, da geht kein Wanderer; man hört keinen Laut der Herde. Die Vögel des Himmels und das Wild – fort sind sie alle, entflohen</span></i></span>.</div><div><br></div><div>Gott fühlt mit uns: Er nimmt teil an unseren Leiden, verzeiht uns unsere Aggressionen, macht sich klein, um uns nicht zu verängstigen, vergibt auch die schwersten Sünden, wenn wir sie bereuen, trauert mit uns und eröffnet uns neue Wege, und er freut sich mit uns. Diesem Gott können wir vorbehaltlos unsere Gefühle anvertrauen.</div><div><br></div><div>Alle unsere Gefühle gehen in unser Beten ein. So ist das Gebet vielfältig wie unser Leben: Es kann reden und schweigen, flüstern und schreien, klagen und jubeln, verzagt sein und hoffnungsvoll, voller Frust und voller Glück, aggressiv und gelassen, ängstlich und zuversichtlich, traurig und voller Freude. Und Gott hört und fühlt und versteht das alles.</div><div><br></div><div><div>Wir müssen also beim Beten keine großen Worte machen und keine bestimmten frommen Worte sprechen. Wir können beim Beten auch schweigen. Wir sind einfach da, mit dem Wirrwarr unserer Gefühle, und Gott ist auch da.</div><div><br></div><div>Wir schweigen und öffnen uns mit allem, was in uns ist. Wir vertrauen ihm, vertrauen darauf, dass er uns liebevoll anblickt. Wir sagen ihm, was uns bedrückt, was uns erfreut und was wir erbitten, in der Sprache, die jetzt, in diesem Augenblick, aus uns herausquillt.</div><div><br></div><div>Wir nehmen wahr, was daraus Neues in uns entsteht, welche neuen Gefühle und Gedanken sich entwickeln. So treten wir in Beziehung zu Gott. Und wir nehmen diese Beziehung mit in den Tag und werden seiner Nähe gewiss – bis zum nächsten Treffen mit ihm, bei dem wir uns wieder mit all unseren Gefühlen ihm öffnen.</div><div><br></div><div>Weil solches Beten eine Vertrauensbeziehung ausdrückt, muss es uns nicht peinlich sein. Andere werden diese Vertrauensbeziehung vielleicht nicht verstehen. Doch alle Menschen leben vom Vertrauen. Es gibt nichts Wertvolleres als vertrauensvolle Beziehungen.</div><div><br></div><div>Dass wir eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott pflegen, dessen müssen wir uns beileibe nicht schämen. Denn <span class="fs14lh1-5"><i>es gibt kaum etwas Schöneres und Erfüllenderes als die Beziehung zu einer guten Macht, der wir vertrauen und vor die wir mit all unseren Gefühlen treten können – und die uns versteht.</i></span></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Alexa auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 31 Aug 2023 08:30:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Sturz des Bösen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000021F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Sturz des Bösen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/08/2023</span></div><div><br></div><div>Ein Bild der letzten Tage geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Es ist das abstürzende Flugzeug, in dem der Chef der Wagner-Truppe <span class="fs14lh1-5"><i>Jewgeni Prigoschin</i></span> gesessen haben soll. Auch wenn es Mutmaßungen gibt, das Ganze könnte nur ein Täuschungsmanöver gewesen sein, gehe ich davon aus, dass <span class="fs14lh1-5"><i>Prigoschin </i></span>wirklich im Flugzeug saß. Das Flugzeug war offenbar so stark beschädigt, dass es wie ein Stein vom Himmel stürzte.</div><div><br></div><div>Das erinnerte mich an ein Jesuswort aus Lukas 10,18:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Flugzeug fiel zwar nicht wie ein Blitz vom Himmel, aber immerhin wie ein Stein. Und ich will <span class="fs14lh1-5"><i>Prigoschin </i></span>auch nicht mit dem Satan identifizieren, aber als Chef einer brutalen Privatarmee ist er für mich ein Massenmörder und symbolisiert das abgrundtief Böse.</div><div><br></div><div>Sein <span class="fs14lh1-5">plötzlicher Tod </span><span class="fs14lh1-5">macht für mich deutlich, wie schnell es mit dem Bösen ein Ende nehmen kann. Es tobt sich eine Zeit lang aus, spuckt große Töne, sonnt sich in seiner Macht, fühlt sich unbesiegbar – </span><span class="fs14lh1-5">und stürzt wie ein Blitz aus heiterem Himmel in den Tod.</span><br></div><div><br></div><div>Genau das wollte Jesus mit seinem Wort vom Satan sagen. Während der Satan sich noch großspurig in den Vordergrund drängt und seine Macht ausspielt, hat Jesus schon sein Ende gesehen. Damit hat er die Zukunft vorweggenommen.</div><div><br></div><div>Ich muss ehrlich sagen, dass mir das in diesen unruhigen und bedrohlichen Zeiten ein Trost ist. Natürlich sterben nicht alle abgrundtief Bösen eines plötzlichen unnatürlichen Todes. Aber sie sterben, und das heißt, ihre Macht ist eng begrenzt, wie immer sie auch heißen mögen.</div><div><br></div><div>Ihre Opfer müssen noch unter ihnen leiden, so wie viele Unschuldige unter den Händen von <span class="fs14lh1-5"><i>Prigoschin </i></span><span class="fs14lh1-5">und seiner Truppe </span><span class="fs14lh1-5">leiden und sterben mussten. Aber ein Trost für die Opfer ist es, dass ihre Peiniger nicht in Ewigkeit über sie triumphieren werden. Sie werden von Gott ihr gerechtes Urteil empfangen.</span></div><div><br></div><div>Das ist das Tröstliche des Gerichtes Gottes: Es wird Gerechtigkeit geben. Die Bösen werden erniedrigt und ihre Opfer werden über sie erhöht werden.</div><div><br></div><div>Jesus hat übrigens seinen Jüngern die Macht gegeben, das Böse schon jetzt in seine Schranken zu weisen. <span class="fs14lh1-5">Seinem Wort über den vom Himmel fallenden Satan fügte er hinzu</span><span class="fs14lh1-5"> (Lk 10,19f):</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Siehe, ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und er wird euch keinen Schaden zufügen. Doch nicht darüber freut euch, dass die [bösen] Geister euch untertan sind; freut euch vielmehr, dass eure Namen in den Himmeln aufgeschrieben sind!</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist natürlich nicht so gemeint, dass wir uns gedankenlos in Gefahr begeben sollen, weil uns ja nichts passieren kann. Es kann uns noch eine ganze Menge passieren, und darum gilt es, vorsichtig und "klug wie die Schlangen" (Mt 10,16) zu sein, wie Jesus bei anderer Gelegenheit sagte. Aber Jesus will uns ermutigen, nicht zu schnell klein beizugeben und dem Bösen das Feld zu überlassen. Wir sollen vielmehr dem Bösen mutig Paroli bieten, so gut wir es können.</div><div><br></div><div>Vielleicht müssen wir dabei noch unter manchen Handlangern des Bösen leiden. Zuletzt aber wird niemand den Kindern Gottes das Leben bei ihrem Vater nehmen können. Darum sollen sich die Jünger nicht darüber freuen, dass sie Macht über die bösen Geister haben, sondern darüber, dass ihre Namen im Buch des Lebens stehen.</div><div><br></div><div>Ich kann für mich nur sagen: Ich freue mich sehr darüber und es ist mir ein echter Trost, dass das Ende des Bösen schon besiegelt ist und dass dieses Ende sogar manchmal ganz deutlich vor unseren Augen erscheint – und sei es durch einen simplen Flugzeugabsturz.</div><div><br></div><div>Aber das Ende des Bösen ist ja vielleicht – wie das Böse selbst – eine ganz simple, banale Sache.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 26 Aug 2023 07:52:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum sollen Christen Gutes tun?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000021E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum sollen Christen Gutes tun?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Die schwierige Antwort auf eine einfache Frage</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/08/2023</span></div><div><br></div><div>Man kann ja mal fragen, warum Christen eigentlich Gutes tun sollen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Die einfache Antwort</div><div><br></div><div>Die einfache Antwort auf diese Frage wäre: weil sie Gott gehorchen sollen. Dann täten Christen deshalb Gutes, weil Gott es befiehlt und weil Gottes Befehl natürlich Gehorsam zu leisten ist.</div><div><br></div><div>Dann ginge es beim Gutes-Tun eigentlich nur darum, einer höchsten Autorität Genüge zu tun. Man könnte von einer gesetzlichen Ethik sprechen. Das Geschöpf, dem man Gutes tut, käme in dieser Perspektive gar nicht vor.</div><div><br></div><div>Eine Variante dieser einfachen Antwort könnte noch sein: Christen sollen Gutes tun, um durch ihren Gehorsam in den Himmel zu kommen.</div><div><br></div><div>Diese Variante ist nicht nur gesetzlich, sondern sie ist schlichtweg falsch. Denn das Seelenheil der Menschen hängt nach evangelischem Verständnis gerade nicht davon ab, ob und wie viel Gutes sie vorzuweisen haben (Röm 3,23f; Eph 2,8f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Dietrich Bonhoeffers Antwort</div><div><br></div><div>Viel komplexer ist die Antwort, die <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> auf die Frage, warum Christen Gutes tun sollen, gegeben hat.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>hat in seinem Buch "Nachfolge" zwischen billiger und teurer Gnade unterschieden. Billige Gnade ist die Gnade, die für den begnadigten Menschen folgenlos ist. <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>schreibt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Billige Gnade heißt Gnade als Schleuderware, verschleuderte Vergebung, verschleuderter Trost, verschleudertes Sakrament; [...] Gnade ohne Preis, ohne Kosten. [...] Billige Gnade heißt Gnade als Lehre, als Prinzip, als System; heißt Sündenvergebung als allgemeine Wahrheit [...]. Billige Gnade ist Predigt der Vergebung ohne Buße [= Umkehr], ist Taufe ohne Gemeindezucht, ist Abendmahl ohne Bekenntnis der Sünden, ist Absolution ohne persönliche Beichte. Billige Gnade ist Gnade ohne Nachfolge, Gnade ohne Kreuz, Gnade ohne den lebendigen, menschgewordenen Jesus Christus.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die billige Gnade also, die allen Menschen ohne Unterschied zugesagt, ihnen nachgeworfen wird, kostet diese Menschen nichts, fordert keine Umkehr von ihnen, ruft sie nicht in die Nachfolge, ruft sie nicht in ein Leben, das den Einsatz ihres eigenen Lebens von ihnen fordert.</div><div><br></div><div>Dieser billigen Gnade setzt <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>die teure Gnade entgegen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Teure Gnade ist der verborgene Schatz im Acker, um dessentwillen der Mensch hingeht und mit Freuden alles verkauft, was er hatte, die köstliche Perle, für deren Preis der Kaufmann alle seine Güter hingibt [Matth 13,44-46], die Königsherrschaft Christi, um derentwillen sich der Mensch das Auge ausreißt, das ihn ärgert [Matth 5,29], der Ruf Jesu Christi, auf den hin der Jünger seine Netze verlässt und nachfolgt [Matth 4,18-22]; teuer ist sie, weil sie dem Menschen das Leben kostet, Gnade ist sie, weil sie ihm so das Leben erst schenkt; teuer ist sie, weil sie die Sünde verdammt [Röm 8,3], Gnade, weil sie den Sünder rechtfertigt. Teuer ist die Gnade vor allem darum, weil sie Gott teuer gewesen ist, weil sie Gott das Leben seines Sohnes gekostet hat – "ihr seid teuer erkauft" [1Kor 6,20; 7,23] –, und weil uns nicht billig sein kann, was Gott teuer ist.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die teure Gnade also hat Jesus das Leben gekostet und kann deshalb auch für uns nicht folgenlos sein. Teure Gnade führt zur Lebensveränderung, zur Lebenshingabe. Weil die teure Gnade dem Sünder ein Leben schenkt, das er nicht mehr verlieren kann, darum gibt er sein vergängliches Leben voller Freude hin zugunsten des Lebens der anderen Geschöpfe.</div><div><br></div><div>Die Lebenshingabe muss nicht immer gleich den Tod bedeuten. Sie bedeutet aber, sich selbst zurückzunehmen, selbstbezogene Interessen zurückzustellen, für das eigene Leben scheinbar Unerlässliches (etwas, was ich meine, unbedingt haben zu müssen) zu relativieren und gerade so ein erfülltes Leben zu führen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffers </i></span>Worte enthalten viel Wahrheit und gelten heute noch genauso wie vor 86 Jahren, als das Buch erstmalig erschien. Dennoch ist die Rede von der teuren Gnade missverständlich. Denn Gnade ist tatsächlich nicht nur billig, sondern umsonst (Jes 55,1; Röm 4,4f; 11,6). Sie ist nicht abhängig von unseren Taten. Sie gilt auch denen, die keinerlei gute Taten vorweisen können. Denn Gnade, die von guten Taten abhängt, wäre keine Gnade mehr.</div><div><br></div><div>Das wusste natürlich auch <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span>. Er wollte nicht sagen, dass die Gnade von guten Taten abhängig ist, sondern dass sie nicht folgenlos bleiben kann. Aber seine Rede von der teuren Gnade kann im ersten Sinne missverstanden werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Die Antwort des Heidelberger Katechismus</div><div><br></div><div>Der reformierte <span class="fs14lh1-5"><i>Heidelberger Katechismus</i></span> aus dem Jahr 1563 stellt wie <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>den Zusammenhang zwischen Gottes Gnade und menschlichen guten Taten heraus. Er tut das durch die Gliederung des Katechismus, die wir uns deshalb kurz vor Augen führen müssen.</div><div><br></div><div>Der Katechismus beginnt mit einem kurzen Teil über das Elend des Menschen, das darin besteht, dass er Gottes Weisungen nicht vollständig befolgen kann. Der zweite Teil spricht dann unter der Überschrift "Von des Menschen Erlösung" von der Gnade Gottes. Und im dritten Teil werden dann unter der Überschrift "Von der Dankbarkeit" die Zehn Gebote behandelt.</div><div><br></div><div>Das ist ein wesentlicher Unterschied zu <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luthers</i></span> Katechismen, die mit der Beschreibung der Zehn Gebote beginnen und erst danach das Glaubensbekenntnis mit den Sätzen über die Erlösung durch Jesus Christus behandeln.</div><div><br></div><div>Für <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther</i></span> bestand die wichtigste Funktion der Zehn Gebote darin, uns unsere Sünde vor Augen zu halten, so dass wir uns nach der Gnade Gottes ausstrecken. Für die reformierte Theologie besteht die wichtigste Funktion der Zehn Gebote darin, uns einen Maßstab für das rechte Verhalten an die Hand zu geben, um das wir uns nach dem Zuspruch der Gnade Gottes aus Dankbarkeit für diese Gnade bemühen.</div><div><br></div><div>Der Grund für unsere guten Taten liegt also dem <span class="fs14lh1-5"><i>Heidelberger Katechismus</i></span> zufolge in der Dankbarkeit:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">86. Frage</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dieweil wir denn aus unserm Elend ohne all unser Verdienst aus Gnaden durch Christum erlöset sind, warum sollen wir gute Werke tun?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Antwort</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Darum, dass Christus, nachdem er uns mit seinem Blut erkauft hat, uns auch durch seinen Geist erneuert zu seinem Ebenbild, dass wir mit unserm ganzen Leben uns dankbar gegen Gott für seine Wohltat zeigen und er durch uns gepriesen werde. Danach auch, dass wir bei uns selbst unsers Glaubens aus seinen Früchten gewiss sind und mit unserm gottseligen Wandel unsere Nächsten auch Christo [= für Christus] gewinnen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Antwort besagt: Gottes Gnade geht unserem Gutes-Tun voraus. Seine Gnade betrifft nicht nur unser Seelenheil, sondern auch unser Handeln: Durch Gottes Geist getrieben tun wir Gutes, und zwar aus Dankbarkeit für Gottes Gnade. In dieser Dankbarkeit preisen wir Gott, stärken unseren eigenen Glauben, den wir an seinen guten Taten ablesen und legen ein Zeugnis für Christus ab, um unsere Mitmenschen für den Glauben an ihn zu gewinnen.</div><div><br></div><div>Problematisch ist vor allem die Aussage, dass sich an den guten Taten der Glaube ablesen lässt. In der reformierten Frömmigkeit führte das dazu, dass man zum Beispiel an seinen erfolgreichen und zu Reichtum führenden Taten einen rechten und starken Glauben meinte ablesen zu können. Dass das nicht funktioniert und die guten Taten in übler Weise instrumentalisiert, liegt auf der Hand.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Meine persönliche Motivation, Gutes zu tun</div><div><br></div><div>Mir geht es jetzt aber um die Verbindung der Dankbarkeit mit den guten Taten. Ich will mir angesichts dieser Verbindung einmal über meine eigene Motivation klarwerden: Wenn ich mich darum bemühe, Gutes zu tun, dann denke ich nicht daran, dass ich jetzt Gott für seine Gnade danken will.</div><div><br></div><div>Wenn ich zum Beispiel einer jungen Mutter dabei helfe, ihren Kinderwagen eine Treppe hinaufzutragen, denke ich nicht: Ich tue das jetzt aus Dankbarkeit Gott gegenüber oder weil ich Gott damit preisen will. Ich denke auch nicht daran, durch meine Tat ein Zeugnis für Christus abzulegen. Und schon gar nicht denke ich daran, mir selbst die Stärke meines Glaubens vor Augen zu führen. Sondern ich denke ganz einfach, dass diese Frau Hilfe gebrauchen kann und ich ihr diese Hilfe gewähren will.</div><div><br></div><div>Ich nehme mal an, dass es vielen Christen und Christinnen ebenso gehen wird. Ich fände es schon sehr merkwürdig, wenn man als Christ deshalb Hilfe leisten würde, weil man Gott für seine Gnade dankbar ist oder weil man Christus bezeugen will – ganz zu schweigen davon, mir selbst zu dienen, weil mir durch meine Hilfestellung mein toller Glaube bewusst wird. Bei einem solchen Denken würde ja der hilfsbedürftige Mensch gar keine Rolle spielen, sondern es ginge nur um Gott, um Christus und um mich selbst – der hilfsbedürftige Mensch wäre nur Mittel zum Zweck.</div><div><br></div><div>Ich vermute, dass die Verfasser des <span class="fs14lh1-5"><i>Heidelberger Katechismus</i></span> das nicht wirklich gemeint haben. Sie wollten einfach – wie <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> mit seiner Rede von der teuren Gnade – herausstellen, dass die Gnade Gottes immer gute Taten auf Seiten des Menschen mit sich bringt. Und das finde ich entscheidend wichtig.</div><div><br></div><div>Ich habe mich gefragt, warum ich beispielsweise der Frau mit dem Kinderwagen helfen würde. Ich könnte ja auch an ihr vorbeigehen und denken: Was interessiert mich ihr Problem? Jeder muss selber mit seinen Problemen klarkommen. Ich habe schon genug mit mir selbst zu tun.</div><div><br></div><div>Aber ich gehe nicht an der Frau vorbei. Meine Motivation, ihr zu helfen, könnte ich so ausdrücken: Sie ist ein Mensch, der wie ich von Gott geliebt ist. Gott ist ihr gnädig, so wie er mir gnädig ist. Er will Gutes für sie. Sie soll ein gutes Leben haben, und ihr Kind auch. Und Gott hat mir mein Leben nicht nur gegeben, um selber ein gutes Leben zu haben, sondern auch, um anderen zu einem guten Leben zu verhelfen.</div><div><br></div><div>Natürlich mache ich mir all diese Gedanken nicht in der konkreten Situation. Es ist aber der Hintergrund meines Bemühens, Gutes zu tun. Ich habe es sozusagen immer im Hinterkopf. Meine guten Taten resultieren also tatsächlich aus Gottes Gnade, die allen Menschen gilt, und aus Gottes gutem Willen für alle seine Geschöpfe. Meine guten Taten sind insofern auch ein Stück Dankbarkeit für Gottes umfassende Gnade, denn ohne seine Gnade gäbe es diese Motivation zum Guten nicht.</div><div><br></div><div>Vielleicht hätte ich dann eine <span class="fs14lh1-5"><b>andere </b></span>Motivation, Gutes zu tun. Ob sie genau so stark wäre wie meine christliche Motivation, weiß ich nicht. Ich vermute aber, dass das, was ich <span class="fs14lh1-5"><b>inhaltlich </b></span>als das Gute bezeichne, dann etwas anderes wäre. Denn ich merke immer deutlicher, dass sich meine Vorstellung vom Guten inhaltlich vom gesellschaftlichen <span class="fs14lh1-5"><i>Mainstream </i></span>stark unterscheidet. Aber das ist ein anderes Thema.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Bonhoeffer, Dietrich: Nachfolge. Hg. von Peter Zimmerling. Brunnen Verlag, 3. Aufl. Gießen 2020. Die Zitate finden sich auf den Seiten 40-42.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Der Heidelberger Katechismus. Hg. von Otto Weber. Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn, Gütersloh 1978. Lizenzausgabe mit Genehmigung des Luther Verlages, Bielefeld 1978. Copyright: Furche Verlag H. Rennebach KG, Hamburg 1963. Das Zitat ist aus S. 47. Die in den Text eingefügten Schriftstellen wurden ausgelassen und die Orthographie wurde an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Grafik: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 23 Aug 2023 09:55:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der "ungläubige" Thomas - ein aufgeklärter Mensch]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenszweifel"><![CDATA[Glaubenszweifel]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000021C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der "ungläubige" Thomas – ein aufgeklärter Mensch</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/08/2023</span></div><div><br></div><div>Der Zweifel ist ein treuer Begleiter des Glaubens. Wir werden ihn kaum einmal los – auch dann nicht, wenn wir uns einbilden, wir hätten einen starken Glauben.</div><div><br></div><div>Dass der Zweifel uns nicht verlässt, muss uns aber nicht in Verzweiflung stürzen. Denn mit unserem Zweifel sind wir nicht allein. Die Bibel ist voll von zweifelnd Glaubenden – oder glaubend Zweifelnden. Und Gott hat seine eigene Gnadengeschichte mit jedem dieser Menschen.</div><div><br></div><div>Das ist wichtig zu wissen, wenn wir uns mit unserem Zweifel auseinandersetzen. Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen (Röm 8,38f) – auch unser Zweifel nicht.</div><div><br></div><div>Ich möchte in einer Reihe von Artikeln Zweifler der Bibel vorstellen, und ich beginne mit dem wohl bekanntesten Zweifler: dem "ungläubigen" Thomas.</div><div><br></div><div>Thomas begegnet uns im Neuen Testament an einigen Stellen – aber ausschließlich im Johannesevangelium. Und er spielt dabei immer eine Sonderrolle. Er ist einer der Jünger Jesu, dessen wenige Bemerkungen zeigen, dass er ein unangepasster Jünger ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Thomas der Zwilling</div><div><br></div><div>Zum ersten Mal begegnet uns Thomas, als Jesus den Jüngern kundtut, dass sein Freund Lazarus gestorben ist (Joh 11,1-16). Jesus will zu ihm, obwohl er dort vor kurzem von den jüdischen Autoritäten mit dem Tod bedroht worden war. Die Jünger verstehen Jesu Entscheidung nicht. Doch Thomas sagt (Joh 11,16):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lasst auch uns hingehen, damit wir mit ihm sterben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist ein denkwürdiger Satz. Thomas sieht, wie die anderen Jünger auch, die Gefahr – nicht nur für Jesus, sondern für die ganze Gruppe. Er sieht die Fakten, und die zählen für ihn. Die Fakten aber sprechen dafür, dass Jesus dort sterben wird – und vielleicht die Jünger mit ihm.</div><div><br></div><div>Ohne Jesus aber hat für Thomas das Leben keinen Sinn mehr. Zu sehr hat er sein Leben auf ihn aufgebaut, hat er all seine Hoffnung und Sehnsucht in ihn gelegt. Wenn Jesus stirbt, ist es wohl das Beste, wenn auch die Jünger sterben, meint Thomas. Auch darin ist Thomas knallhart realistisch.</div><div><br></div><div>Es ist bemerkenswert, dass Thomas nicht wegläuft vor dem Tod. Er lässt Jesus nicht los, sondern geht auch diesen letzten Weg mit ihm zusammen. Er bleibt in dieser hoffnungslosen Situation bei ihm, bleibt ihm treu. Vielleicht denkt er: "Wenn das schon das Ende ist, dann soll es das Ende zusammen mit Jesus sein. Wenigstens diesen Sinn will ich meinem letzten Schritt im Leben noch geben: dass ich bei Jesus geblieben bin."</div><div><br></div><div>Thomas ist eben nicht nur der Zweifler, sondern auch der treue Jünger, der Nachfolger Jesu. Bis in den Tod will er ihm nachfolgen. Dem Verfasser des Johannesevangeliums ist es offenbar wichtig, den Worten des Thomas hinzuzufügen, dass er auch "Zwilling" genannt wird (Joh 11,16; 20,24).</div><div><br></div><div>Wenn das nicht nur eine familiäre Bemerkung sein soll – und das glaube ich nicht –, dann beleuchtet die Bezeichnung "Zwilling" die innere Gefühlslage des Thomas: Da wohnen zwei Seelen in seiner Brust – so wie eineiige Zwillinge oft innerlich miteinander verbunden sind.</div><div><br></div><div>Weil man in der Antike nicht wusste, wie Zwillinge entstehen<span class="fs14lh1-5">*</span><span class="fs14lh1-5">, ging man nach mythologischem Verständnis meist von zwei Vätern der Zwillinge aus: entweder von einem göttlichen und einem menschlichen Vater oder von zwei menschlichen Vätern.Manchmal wurde auch eins der Zwillingskinder getötet. Oder die Mutter wurde samt den beiden Kindern aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Erst durch das Christentum, das aus dem Judentum die Bejahung jedes Menschen und das Tötungsverbot übernommen hatte, setzte sich das Lebensrecht der Zwillinge durch.</span></div><div><br></div><div>Thomas, der auch Zwilling genannt wurde, hat zwei Seelen in seiner Brust, so wie ein Zwilling zwei Väter hat – vielleicht einen göttlichen und einen menschlichen. Die eine Seele sagt: "Ich möchte glauben, ich weiß, wie wichtig das ist, ich habe im Glauben den Sinn meines Lebens gefunden." Die andere Seele sagt: "Es spricht so vieles gegen den Glauben, die Fakten sprechen eine andere Sprache, sie widerlegen den Glauben, so wie der Tod des Freundes Jesu ihn widerlegt. Wenn der Tod noch regiert, wie kann dann Jesus die Macht haben? Wenn auch Jesus dem Tod entgegengeht, welchen Sinn hat dann der Glaube an ihn?" Und die erste Seele wiederum antwortet: "Und dennoch kann ich nicht von ihm lassen, dennoch muss ich auch den Weg in den Tod mit ihm gehen."</div><div><br></div><div>Thomas ist einer von uns. Wir tragen alle zwei Seelen in unserer Brust, sind gespalten zwischen Glaube und Zweifel. Wir können den Zwiespalt nicht überwinden. Wenn uns jemand in die Lage versetzt, den Zwiespalt zu verringern, dann ist das Jesus. Aber dazu später mehr.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Thomas der Bekenner</div><div><br></div><div>Es kommt, wie es kommen musste: Jesus wird erneut angefeindet. Man trachtet ihm nach dem Leben. Jesus weiß, was ihm blüht. Und er kündigt seinen Jüngern zum Abschied an, dass er sie verlassen und wiederkommen wird, um sie dorthin zu holen, wo er ihnen einen Ort zum Leben bereitet hat. Dann fügt er hinzu (Joh 14,4f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>"Ihr kennt den Weg dorthin, wohin ich gehe." Thomas sagt zu ihm: "Herr, wir wissen [noch] nicht [einmal], wohin du gehst. Wie können wir [dann] den Weg [dorthin] kennen?"</i></span></div><div><br></div><div>Thomas wird hier zum Sprecher der Jünger. Während die anderen noch rätseln, was Jesus meinte, aber sich nicht trauen, es auszusprechen, nimmt Thomas kein Blatt vor den Mund: Sie kennen das Ziel nicht und kennen darum auch den Weg zum Ziel nicht. Etwa drei Jahre lang sind sie Schüler des Rabbi Jesus gewesen, und sie wissen – so gut wie nichts.</div><div><br></div><div>Thomas drückt hier eine Lebenserfahrung aus, die auch Christinnen und Christen nicht erspart bleibt. Es ist die Erfahrung, dass die Zukunft hinter einem Schleier der Ungewissheit liegt. "Was wird aus uns werden? Wohin geht der Weg? Was nützt uns eigentlich unser Glaube, wenn die Zukunft im Dunklen liegt? Wir müssen ja schließlich von allem Abschied nehmen, so wie Jesus Abschied nahm. Dem Tod entgeht niemand. Und niemand ist aus dem Tod auf die Erde zurückgekommen. Müssen wir dann nicht auch von jeder Hoffnung Abschied nehmen? Wenn das Ziel unsicher wird, dann ist auch der Weg zum Ziel, der Glaube und die Hoffnung, überflüssig."</div><div><br></div><div>Sicher wussten die Jünger Jesu um die Vorstellung von der Auferstehung der Toten, die damals von vielen Juden geteilt wurde. Die Jünger hatten ja sogar erlebt, wie Jesus den toten Lazarus zum Leben erweckt hatte. Aber es bleibt der Zweifel, ob nicht doch am Ende der Tod steht; ob nicht alles ein großer Irrtum ist, eine schöne Illusion. Vielleicht ist Lazarus ja gar nicht wirklich tot gewesen. Es ist noch kein Toter zurückgekommen ...</div><div><br></div><div>Thomas zeichnet sich dadurch aus, dass er ausspricht, was die anderen denken und fühlen: diese quälende Unsicherheit, die den Glauben zu zermalmen droht.</div><div><br></div><div>Es ist gut, die Zweifel auszusprechen. Sie verschwinden nicht dadurch, dass man sie verschweigt oder verdrängt. Jesus nimmt den Jüngern ihre Zweifel auch nicht mit einem Schlag weg. Aber er steht zu seinen zweifelnden Jüngern. Er gibt sie nicht auf, sondern erklärt ihnen, was er gemeint hat. Er wirbt um ihren Glauben und versucht, ihn zu stärken, indem er weiter mit ihnen redet und ihnen Trost spendet in dieser Situation des Abschieds.</div><div><br></div><div>Wir sollten auch über unsere Zweifel reden – mit Menschen unseres Vertrauens. Und es ist ein großer Mangel, wenn in einer Gemeinde keine Zweifel zugelassen oder sie unter den Tisch gekehrt werden. <span class="fs14lh1-5"><i>Zweifel begleiten jeden Menschen, der glaubt. Darüber sollten wir uns keine Illusion machen. Dass die Zweifel den Glauben begleiten, macht sie nicht zu etwas Positivem. Aber absolut positiv ist, dass Jesus die Zweifelnden nicht verwirft, sondern sich ihrer annimmt.</i></span></div><div><br></div><div>Weil Thomas seine Zweifel offen vor Jesus ausgesprochen hat, erlebt er es, dass Jesus ihn nicht von sich weist. Wir können das auch erleben, wenn wir unsere Zweifel vor Gott bekennen – und gerade so an ihm festhalten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die zweifelnden Jünger</div><div><br></div><div>Die bekannteste Stelle, an der Thomas auftritt, ist Joh 20,24-29. Der "Zwilling" war nicht dabei, als der gekreuzigte Jesus seinen Jüngern erschienen war (Joh 20,19-23). Er hat also nicht erlebt, was die anderen Jünger erlebt haben.</div><div><br></div><div>So ein Gefühl kann man auch heute manchmal bekommen, wenn andere Christen von ihren wunderbaren Erlebnissen mit Jesus erzählen. Und es kann einen traurig machen, dass man solche Erfahrungen nicht gemacht hat. Aber lassen wir uns nicht blenden.</div><div><br></div><div>Die anderen Jünger erzählen Thomas von ihrem Erlebnis (Joh 20,25):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Wir haben den Herrn gesehen." Er aber sagte zu ihnen: "Wenn ich an seinen Händen nicht die Nägelmale sehe und meinen Finger nicht in die Nägelmale lege und meine Hand nicht in seine Seite [mit der Wunde] lege, dann werde ich es nicht glauben."</span></i></span></div><div><br></div><div>Man beachte: Die Jünger rufen nicht voller Begeisterung: "Jesus lebt! Stell dir vor, er ist auferstanden!" Sie stellen vielmehr ohne Emotionen ganz sachlich fest: "Wir haben den Herrn gesehen." Das klingt nicht gerade begeistert und vor Freude sprühend, sondern eher blass und zaghaft. Es klingt wie: "Wir haben eine Erscheinung gehabt, ein Erlebnis mit Jesus. Aber wir wissen nicht, ob er es wirklich war ..." Thomas reagiert darauf mit seinem Zweifel: "Nun mal langsam! Ich will ihn erst sehen und spüren, bevor ich glaube, dass er wirklich lebt."</div><div><br></div><div>Danach vergehen acht Tage. Was werden die Jünger in diesen acht Tagen gemacht haben? Worüber werden sie endlos diskutiert haben? Haben sie darauf gewartet, Jesus erneut zu sehen? Haben sie erwogen, seine Erscheinung sei vielleicht doch eine Einbildung gewesen? Haben sie sich unruhig im Schlaf gewälzt, hin- und hergerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung?</div><div><br></div><div>Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass acht Tage lang von Jesus keine Spur war. Acht Tage – das kann eine unendlich lange Zeit sein. So wie es uns als eine unendlich lange Zeit erscheinen kann, wenn wir von Jesus nichts spüren, nichts mit ihm erleben. Wenn wir uns sehnen nach einer Erfahrung, die unseren Glauben stärkt – aber nichts dergleichen geschieht. Die Tage vergehen – und von Gott keine Spur.</div><div><br></div><div>Die erste Erscheinung des auferstandenen Jesus scheint für die Jünger keine nachhaltige Erfahrung gewesen zu sein. Es hat sie offenbar nicht verändert. Obwohl Jesus ihnen seinen Frieden zugesprochen, sie in die Welt gesandt, ihnen seinen Geist gegeben und sie zur Sündenvergebung aufgerufen hatte (Joh 20,21-23). Doch die Ermutigung durch Jesu Erscheinung scheint die Jünger schnell wieder verlassen zu haben.</div><div><br></div><div>Denn auch nach den acht Tagen haben sie die Türen aus Angst vor Verfolgung verschlossen (Joh 20,19.26). Wieder kommt Jesus durch die verschlossenen Türen und spricht den Friedensgruß. Ich denke, mit den verschlossenen Türen sind nicht nur die Haustüren gemeint. Dann würde dieses Detail nur bedeuten, dass Jesus das übernatürliche Mirakel tun kann, durch verschlossene Türen zu gehen.</div><div><br></div><div>Ich denke vielmehr, dass mit den verschlossenen Türen auch die Herzenstüren gemeint sind. Die Jünger hatten sich in sich selbst zurückgezogen. Von der Umwelt abgeschottet, waren sie in die innere Emigration gegangen. Ihre Herzenstüren waren noch vor der Hoffnung und Freude verschlossen. Angst und Verzweiflung regierten noch in ihnen. Schließlich war mit Jesu Tod eine Welt in ihnen zusammengebrochen. Daran hatten auch das leere Grab und die Erscheinung Jesu vor Maria Magdalena nichts geändert (Joh 20,3-8.18).</div><div><br></div><div>Es geht also nicht darum, dass Jesus durch Wände gehen konnte, es geht nicht um <span class="fs14lh1-5"><i>Science Fiction</i></span>, <span class="fs14lh1-5"><i>Fantasy </i></span>oder <span class="fs14lh1-5"><i>Zauberei</i></span>, sondern darum, dass Jesus "in die Mitte trat" – in den Mittelpunkt ihres Lebens, ihres Denkens und Fühlens, in die Mitte ihres Herzens (Joh 20,19.26). Mit dem Friedensgruß "Friede sei mit euch" bringt er ihnen den Frieden, den sie in sich selbst nicht gefunden haben.</div><div><br></div><div>Nach Jesu erster Erscheinung haben die Jünger ihre Herzenstüren offenbar noch nicht geöffnet. Darum erscheint Jesus ihnen nochmals – diesmal ist auch Thomas dabei. Wird es Jesus jetzt gelingen, den Zweifel der Jünger zu durchbrechen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Der fehlende Faktencheck</div><div><br></div><div>Es ist bemerkenswert, dass sich Jesus zum zweiten Mal in die Mitte dieser Zweiflergemeinde begibt. Jesus kommt in die abgeschottete Gemeinde und in die verschlossenen Herzen. Er kommt wieder mit dem Friedensgruß, der auch dem Zweifler Thomas gilt.</div><div><br></div><div>Jesus geht sofort auf Thomas zu, ohne darauf zu warten, dass Thomas auf ihn zugeht. Kein erhobener Zeigefinger, kein beredtes Abwarten Jesu (na, wird er wohl zu mir kommen?), kein noch so leichter Vorwurf. Auch keine theologische Belehrung über die Verwerflichkeit des Zweifelns. Jesus weiß um des Thomas, um unsere Zweifel, um unsere Sehnsucht, einen Beleg zu haben, etwas Handfestes zu sehen, zu fühlen und zu erfahren. Darum geht Jesus auf Thomas ein, geht hinab in die Tiefe seines Denkens und Fühlens, lässt sich auf seinen Zweifel ein.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Zweifel sind nichts Angenehmes – für den Zweifelnden nicht und für den Bezweifelten auch nicht. Aber das muss man dem Zweifelnden nicht gleich unter die Nase reiben.</i></span></div><div><br></div><div>Thomas will Jesus nicht nur sehen, sondern auch fühlen. Das ist radikaler Zweifel, der sich auf das verlässt, was er wahrnimmt – so, wie wir es alle tun. Thomas ist ein moderner Mensch: Es ist nichts zu sehen von einer Überwindung des Todes, von einer erneuerten, friedlichen Welt ohne Leiden und Sterben, nichts zu sehen vom Reich Gottes – wie soll Jesus dann der Retter sein?</div><div><br></div><div>Der Zweifel des Thomas verlangt nach Fakten, es ist ein faktenbasierter Zweifel. Dieser Zweifel weiß aber dennoch um den großen Wert des Glaubens, des Festhaltens an Jesus. Es ist ein Zweifel, der sich nach erfülltem Leben sehnt. Es ist kein Zweifel, der vor Selbstsicherheit nur so strotzt, kein Zweifel, der nur unverbindlich diskutieren will, ohne selbst wirklich betroffen zu sein und sich auf die Fraglichkeit des Lebens einzulassen. Der Zweifel des Thomas ist ein sehnsüchtiger, nach Wahrheit suchender Zweifel.</div><div><br></div><div>Jesus wendet sich sogleich Thomas zu und sagt zu ihm (Joh 20,27-29):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Reiche deinen Finger hierher [in die Nägelmale] und schau meine Hände an, reiche deine Hand hierher und lege sie in meine Seite [mit der Wunde], und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" Thomas antwortete und sagte zu ihm: "Mein Herr und mein Gott!" Jesus sagt zu ihm: "Du hast geglaubt, weil du mich gesehen hast. Selig sind, die nicht gesehen haben und dennoch glauben."</span></i></span></div><div><br></div><div>Jesus geht komplett auf die Wünsche des Thomas ein. Er bietet ihm den definitiven Faktencheck an. Doch nun fällt auf, dass im Text gar nichts davon steht, dass Thomas den Faktencheck auch durchführt. Thomas sagt auch nicht: "Es ist wirklich wahr!" oder "Du bist es tatsächlich!". Nach der Anrede durch Jesus spricht er einfach das Bekenntnis: "Mein Herr und mein Gott!"</div><div><br></div><div>Das Wunder, das Mirakel, dass der am Kreuz gestorbene Jesus ziemlich lebendig vor ihm steht, scheint gar nicht mehr wichtig zu sein. Wichtig ist, dass Jesus zu Thomas gekommen ist, ihn angesprochen hat und auf seine Wünsche eingegangen ist. Er hat sich ihm, dem Zweifler, zugewendet. Das reichte schon aus dafür, dass Thomas sich zu ihm bekennt. Jesu unauslöschliche Liebe hat ihn überwältigt und seine Herzenstür geöffnet. Das Wunder, dass der Tote lebendig vor ihm stand, trat demgegenüber ganz in den Hintergrund.</div><div><br></div><div>Die Liebe, mit der Jesus uns, den Zweiflern, begegnet, erweckt den Glauben in uns. <i><span class="fs14lh1-5">Wenn wir Jesu Liebe erfahren, brauchen wir kein Wunder mehr. Denn Jesu Liebe </span><span class="fs14lh1-5"><b>ist </b></span><span class="fs14lh1-5">das Wunder.</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Vertrauen ohne Garantieschein</div><div><br></div><div>Nun gibt es aber ein Problem: Jesu Liebe ist nicht immer offensichtlich. Man kann durchaus an ihr zweifeln. Denn es gibt sehr viel Leid auf der Welt, und wir haben keine Garantie, davon verschont zu bleiben. Wo aber ist dann Jesu Liebe? Ist es nicht verständlich, dass wir sie nicht nur glauben, sondern auch erfahren wollen?</div><div><br></div><div>Ich finde das völlig verständlich. Und ich denke, Jesus hat auch Verständnis dafür. Er hat sich ja auch für den Erfahrungshunger des Thomas geöffnet. Ich glaube, dass Jesus uns deshalb immer wieder Erfahrungen seiner Liebe machen lässt. Diese Erfahrungen sind nur kein Dauerzustand. Es gibt auch immer wieder gegenteilige Erfahrungen, die wir nicht mit Jesu Liebe zusammenbringen können.</div><div><br></div><div>Wir leben eben nicht mehr im Paradies. Und wir leben noch nicht im himmlischen Reich Gottes. Wir leben in dieser Welt, in der es Leid und Tod gibt. In dieser Welt gibt es nicht nur Gottes Liebe, sondern auch Hass, Gewalt, Krankheit und Tod. Damit müssen wir leben.</div><div><br></div><div>Darum müssen wir auch damit leben, dass uns Gottes Liebe nicht beständig vor Augen ist. Sie ist zwar da, aber nicht immer sichtbar und spürbar. Sie kann uns lange Zeit verborgen sein. Im Glauben kommt es darauf an, dann nicht aufzugeben.</div><div><br></div><div>Es kommt auch darauf an, dass wir uns nicht ständig auf das Negative konzentrieren. Das tun wir sehr gern. Und wir werden schnell unzufrieden und zweifeln an Gottes Liebe, wenn nicht alles so läuft, wie wir es uns wünschen. Dann sagen wir: "Warum merke ich jetzt nichts von Gottes Liebe?"</div><div><br></div><div>Für die Liebe gibt es aber gar keinen Faktencheck. Wer garantiert mir, dass mein Partner oder meine Partnerin mich wirklich liebt? Dass er oder sie mich dauerhaft liebt? Wer garantiert mir, dass nicht alles nur Schein ist – auch wenn noch so viele Fakten für die Liebe sprechen?</div><div><br></div><div>Liebe lebt immer vom Vertrauen. Alle Beziehungen zwischen Menschen leben vom Vertrauen, Fakten sind dabei nur eine Krücke. Dennoch brauchen wir diese Krücke, um Vertrauen entwickeln und behalten zu können.</div><div><br></div><div>Jesus weiß das. Darum wendet er sich Thomas zu und ermöglicht ihm so das Vertrauen. Er wird es bei uns genauso machen. Und er sagt uns:</div><div><br></div><div>"Selig wirst du sein, geborgen wirst du dich fühlen, wenn du in Zeiten, in denen du meine Liebe nicht spürst, dennoch darauf vertraust, dass sie da ist."</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Wer war Thomas?</div><div><br></div><div>Ich fasse kurz zusammen.</div><div><br></div><div>Erstens: Thomas war der Mensch mit den zwei Seelen in seiner Brust, der die zweifelnde Seele in seiner Brust nicht verdrängt hat. Auch wir müssen mit zwei Seelen in unserer Brust leben. Gut ist es, wenn wir unsere Zweifel nicht verdrängen, sondern zu ihnen stehen und sie vor Gott aussprechen. <span class="fs14lh1-5"><i>Wir brauchen keine Angst zu haben, wegen unserer Zweifel Gottes Liebe zu verlieren. Wenn wir ihn aufrichtig suchen, wird er trotz unserer Zweifel zu uns stehen.</i></span></div><div><br></div><div>Zweitens: Thomas war der moderne Mensch, der sich nicht auf bloße Aussagen verließ, sondern nach harten Fakten fragte. Als aufgeklärte Menschen fragen auch wir nach den Fakten und wollen sie möglichst durch Erfahrungen belegt haben. Das ist dort, wo Erfahrungsbeweise möglich sind, gut so. <span class="fs14lh1-5"><i>Liebe aber kann letztlich nicht bewiesen werden. Vertrauen ist daher immer mit einem Restrisiko verbunden. Darum sollten wir nicht das Unmögliche verlangen, einen Beweis für Gottes Liebe zu erhalten.</i></span> Wir können uns aber über jede Erfahrung der Liebe Gottes freuen und unser Vertrauen zu ihm dadurch stärken lassen.</div><div><br></div><div>Drittens: Thomas ließ sich von Jesu Zuwendung und Liebe überzeugen und konnte dann sogar auf die harten Fakten verzichten. Nicht der Beweis für ein Wunder überwand seine Zweifel, sondern die Erfahrung, dass Jesus dem Zweifler mit Liebe begegnet.</div><div><br></div><div>Solche Erfahrungen der Liebe Jesu können wir auch machen. Und wir können uns durch solche Erfahrungen stärken lassen für Zeiten, in denen diese Erfahrungen ausbleiben. <span class="fs14lh1-5"><i>Solche schweren Zeiten werden kommen. Dann bleibt uns nur das Vertrauen, dass Jesus mit seiner Liebe bei uns ist, auch wenn wir nichts davon spüren. Wenn wir darauf vertrauen, werden wir auch schwere Zeiten gut überstehen – in einem Gefühl der seligen Geborgenheit.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1">* Siehe hierzu Wikipedia: Zwillinge &gt; <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zwillinge#Anschauungen_%C3%BCber_Zwillinge_in_der_Antike" target="_blank" class="imCssLink">Anschauungen über Zwillinge in der Antike</a></span>.</span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1">Verwendete Literatur:</span><span class="fs11lh1"> </span><span class="fs11lh1">Helmut Thielicke: Ich glaube. Das Bekenntnis der Christen. Quell-Verlag, Stuttgart 1965. S. 222-239.</span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1">Grafik: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 18 Aug 2023 08:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Zu den Füßen des Rabbi sitzen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Geschichtliches"><![CDATA[Geschichtliches]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000021B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Zu den Füßen des Rabbi sitzen</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie Kinder zur Zeit Jesu Bildung erfuhren</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/08/2023</span></div><div><br></div><div>Zur Zeit Jesu begann die religiöse und ethische Erziehung der Kinder bereits im Elternhaus. Sobald ein Kleinkind sprechen konnte, lehrte es sein Vater das "Höre, Israel" aus 5Mo/Dtn 6,4-9. Das ist einer der wichtigsten biblischen Texte im Judentum.</div><div><br></div><div>Außerdem wurde dem Kind die <span class="fs14lh1-5"><i>Tora </i></span>nahegebracht. Damit bezeichnet man die ersten fünf Bücher der Bibel, von uns auch die fünf Bücher Mose genannt. Und man lehrte die Kinder die "heilige Sprache", das Hebräische. Denn zur Zeit Jesu sprach man in Israel aramäisch. Die Bibel aber war in hebräisch verfasst.</div><div><br></div><div>Diese frühkindliche Erziehung genossen Jungen und Mädchen gleichermaßen. Vom sechsten bis zum zehnten Lebensjahr gingen die Jungen dann in die Schule – die Mädchen leider nicht. Dennoch gab es im Judentum zur Zeit Jesu auch gebildete Frauen.</div><div><br></div><div>Die Schule fand an sechs Tagen pro Woche mindestens einen halben Tag lang statt. Der Schulraum war oft die Synagoge. Dort saßen die Kinder dem Lehrer buchstäblich zu Füßen. Sie lernten die fünf Bücher Mose auswendig, und zwar durch ständiges lautes Aufsagen.</div><div><br></div><div>Im Alter von zehn bis vierzehn Jahren lernten die Jungen die ganze hebräische Bibel auswendig und außerdem die späteren Auslegungen der religiösen Vorschriften, die sogenannte <span class="fs14lh1-5"><i>Mischna</i></span>. Zudem lernten sie Lesen und Schreiben. Auch ein wenig Sport, Mathematik, Musik, Kunst, Rhetorik und Philosophie wurden gelehrt. Ziel war nicht, sich ein umfassendes Wissen in verschiedenen Gebieten anzueignen, sondern rechtschaffene Menschen heranzubilden, die ein tiefes Empfinden für moralische Werte besaßen.</div><div><br></div><div>Für uns ist es kaum vorstellbar, dass der Text des Alten Testaments auswendig gelernt wird. Sicher waren darin auch nicht alle gleich gut. Aber man muss bedenken, dass Bibeln in den meisten Häusern nicht vorhanden waren. Deshalb musste man im Alltag auf das zurückgreifen, was man auswendig im Kopf hatte. Von daher hatte das Auswendiglernen in der jüdischen Kultur einen hohen Stellenwert. Der Bildungsstand war im Volk Israel sogar größer als in der griechischen Umwelt. Denn dort war Bildung nur den Wohlhabenden zugänglich, während in Israel alle daran teilhatten – die Frauen allerdings weniger als die Männer.</div><div><br></div><div>Wenn die Jungen besonders begabt waren, durften sie sich als junge Männer einen Rabbi suchen und ihn darum bitten, sein Schüler zu werden. "Rabbi" war zu Jesu Zeiten noch kein geschützter Begriff, keine formale Amtsbezeichnung. Es war ein Ehrentitel, etwa zu vergleichen mit "hoher Lehrer". Martin Luther übersetzte das Wort in seiner Übersetzung der griechischen Bibel, also des Neuen Testaments, mit "Meister". Auch dem Rabbi saßen seine Schüler, wie man sagte, "zu Füßen".</div><div><br></div><div>Jesus war solch ein Rabbi, und Jesu Jünger waren seine Schüler, die "zu seinen Füßen saßen". Das griechische Wort, das in unseren Bibeln mit "Jünger" übersetzt ist, heißt wörtlich "Schüler". Das Lukasevangelium erzählt sogar, dass Maria zu Jesu Füßen saß und ihm zuhörte (Lk 10,39). Das war eine feministische Revolution. Denn dass eine Frau bei einem Rabbi studierte, ging damals gar nicht.</div><div><br></div><div>Im Studium beim Rabbi wurde nicht mehr auswendig gelernt. Im Gegenteil! Es wurde viel diskutiert, es wurden Fragen gestellt, und der Rabbi antwortete mit Gegenfragen, um die Schüler zum eigenen Weiterdenken anzuregen. Der Rabbi lieferte also keine fertigen Antworten nach der Devise: Ich weiß, was richtig ist, und ihr müsst es glauben. Sondern mit seiner Gegenfrage drückte er aus: Denkt doch mal selber nach! Ihr kennt doch die Antwort, wenn ihr euch selber Gedanken darüber macht.</div><div><br></div><div>Im Neuen Testament wird berichtet, dass Jesus auf Fragen, die man ihm stellte, oft nicht mit einer direkten Antwort reagierte. Stattdessen redet er scheinbar von etwas ganz anderem, so dass man sich fragt: Was hat das eigentlich mit der Frage zu tun? Aber wenn man einmal genauer nachdenkt, merkt man, dass seine Antwort sehr wohl etwas mit der Frage zu tun hat. Wir müssen nur selber denken und dürfen von ihm keine vorgesetzte Antwort erwarten, über die man dann nicht mehr nachdenken muss.</div><div><br></div><div>Jesus wollte also, wie es für einen Rabbi üblich war, seinen Zeitgenossen nichts vorsetzen, was sie dann auf Gedeih und Verderb glauben mussten, ohne es zu verstehen. Sie sollten vielmehr selber auf die Antwort kommen. Dazu wollte er ihnen verhelfen.</div><div><br></div><div>Zugleich wird in den Diskussionen der Schüler mit ihrem Rabbi deutlich, dass die heilige Schrift diskutiert werden muss. Sie bedarf der Interpretation, und jeder Mensch muss dabei vom anderen lernen. Wer die Bibel verstehen will, muss zur Diskussion bereit sein, das heißt: Er muss bereit sein, seine eigene Meinung auch in Frage stellen zu lassen.</div><div><br></div><div>Im Judentum zur Zeit Jesu gab es schon theologische Schulen. Am bekanntesten sind die Schule des Rabbi <span class="fs14lh1-5"><i>Hillel </i></span>und die des Rabbi <span class="fs14lh1-5"><i>Schammai</i></span>. Beide Schulen widersprachen sich in vielen Auslegungen. Dennoch sagt eine jüdische Tradition: Weil jede Lehre in Gottes Offenbarung gründet, darum "mache auch du dein Herz zu lauter Kammern und lege hinein die Worte der <span class="fs14lh1-5"><i>Schammaiten </i></span>und die Worte der <span class="fs14lh1-5"><i>Hilleliten</i></span>."</div><div><br></div><div>Wir können daraus lernen, dass auch einander widersprechende Auslegungen Wahrheit enthalten können und deshalb einen Platz in unserem Herzen verdient haben. Die Welt der Schriftauslegungen ist nicht schwarz und weiß. Es gibt viele Farbtöne, die einen Funken Wahrheit enthalten. Und nur viele Farben zusammen bilden die ganze Wahrheit ab.</div><div><br></div><div>Obwohl also viel diskutiert wurde im Judentum, bedeutet das nicht, dass der Rabbi keine Autorität besessen hätte. Seine Worte und seine Lebensweise wurden von seinen Schülern als Vorbild genommen. Vorbild waren sicher seine Weisheit und Bildung, aber auch sein Lebenswandel – und dazu gehörte seine Fähigkeit, sich der Diskussion auszusetzen, ohne die eigene Meinung für der Weisheit letzten Schluss zu halten.</div><div><br></div><div>Der Rabbi lehrte übrigens nicht nur Religion, sondern auch Mathematik, und zwar, um den religiösen Kalender aufstellen zu können. Und er lehrte Biologie, um die Wildpflanzen und -tiere der Bibel zu erkennen, sowie Geographie, um die biblischen Ortsangaben zu verstehen. Man lernte das alles nicht, um Wissen anzuhäufen, sondern um die heilige Schrift zu verstehen und erklären zu können. Auf den Gebieten, mit denen die hebräische Bibel sich nicht befasste, forschte man hingegen nicht.</div><div><br></div><div>Sobald ein Rabbi der Meinung war, dass ein junger Mann in schwierigen Fragen der Religion die richtigen Entscheidungen treffen konnte, ernannte er ihn zum Schriftgelehrten. Von da an durfte er sich selbst Rabbi nennen.</div><div><br></div><div>Der Rabbi Jesus nannte seine Schüler auch "Apostel", das heißt "Gesandte" (Mk 3,14f). Sie sollten bei ihm sein und wurden von ihm gesendet, seine Botschaft weiterzugeben und Lebensfeindliches auszumerzen.</div><div><br></div><div>Auch wir können "zu Jesu Füßen sitzen" – seine Worte hören, aufnehmen, bedenken und diskutieren. Dann mag es wohl geschehen, dass er auch uns einmal sendet, damit wir seine Botschaft weitergeben und die Welt in seinem Sinne gestalten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">Ich danke Sabine Knie für ihre Predigt, die den Anstoß und Informationen zu diesem Artikel geliefert hat. Außerdem habe ich folgende Literatur verwendet:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Friedrich Avermarie: Jüdische Schriftgelehrsamkeit. In: Klaus Scherberich (Hg.): Neues Testament und Antike Kultur. Band 2: Familie – Gesellschaft – Wirtschaft. Neukirchener Verlagsgesellschaft, Neukirchen-Vluyn 2011. S. 244-248.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Charles Bricker u.a.: Auf den Spuren von Jesus Christus. Sein Leben und seine Zeit. Verlag Das Beste. Stuttgart u.a. 1988. S. 150-160.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Till Brömme auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 11 Aug 2023 12:45:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Reich Gottes - Weg und Ziel des Daseins]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000219"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Reich Gottes – Weg und Ziel des Daseins</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was ist das Reich Gottes? (Teil 6)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/07/2023</span></div><div><br></div><div>Es ist wunderbar, eine Aufgabe zu haben. Und es ist noch wunderbarer, dass Gott für jeden Menschen eine Aufgabe hat.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ohne Aufgabe rumzusitzen und unsere Lebenszeit zu vergeuden, füllt uns nicht aus. Aber dass Gott uns etwas zutraut und uns beauftragt, ist die größte Ehre, die es gibt.</i></span></div><div><br></div><div>Natürlich gibt es ganz unterschiedliche Aufgaben. Jeder Mensch hat Begabungen und entsprechende Aufgaben. Aber mit all diesen Aufgaben können wir an dem einen großen Werk Gottes in dieser Welt mitwirken: am Bau des Reiches Gottes.</div><div><br></div><div>Ich denke, dass wir in diese Welt gesetzt sind, um dabei mitzuwirken, dass Gottes Reich der Gnade und Liebe an möglichst vielen Orten Raum gewinnt. Man kann dazu beitragen in der Familie, an der Arbeitsstelle, im Freundeskreis und im Sportverein – einfach überall.</div><div><br></div><div>In diesem letzten Teil zum Reich Gottes möchte ich allen Menschen zurufen: <span class="fs14lh1-5"><i>Am Reich Gottes mitzuarbeiten ist nicht nur eine Ehre, sondern es macht auch Freude. Das Leben erhält einen Sinn. Was man tut, ist nicht vergeblich.</i></span> Manchmal sieht es zwar so aus, als sei alle Mühe umsonst. Man sieht wenig vom Reich Gottes in der Welt. Das macht mich traurig. Aber ich versuche zu glauben, dass Gott trotzdem in der Welt wirkt – auch durch meinen Beitrag, der mir oft so belanglos erscheint.</div><div><br></div><div>Und ich sehe mich in allen Wirren dieser Zeit auf dem Weg einem Ziel entgegen. Am Ende wird sich durchsetzen, was jetzt noch am Reich Gottes fehlt. Darauf freue ich mich, auch wenn das dem Reich Widerstrebende mir jetzt noch das Leben schwer macht.</div><div><br></div><div>Wir sind also eingeladen, am Reich Gottes mitzubauen. Manche Menschen fragen allerdings: "Ist das Reich Gottes nicht eine Sache für den Himmel – für das zukünftige ewige Leben?"</div><div><br></div><div>Ich sage dazu: Nicht nur. Gott baut sein Reich schon jetzt. Aber wir Menschen arbeiten noch oft dagegen. Der Bau wird untergraben und steht auf wackligen Beinen. Er wird darum erst in der neuen Schöpfung von Himmel und Erde vollendet sein (Offb 21,1-5).</div><div><br></div><div>Doch im Vaterunser beten wir schon jetzt: "Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden." Was im Himmel schon jetzt Wirklichkeit ist, soll auf Erden noch Wirklichkeit werden – und zwar nicht erst in ferner Zukunft, nicht erst im ewigen Leben, sondern schon in dieser Welt. Dafür setzen sich alle ein, die am Reich Gottes mitbauen.</div><div><br></div><div>Aber sind wir nicht zu schwach dazu, Gottes Reich zu bauen? Ist das nicht allein Gottes Sache?</div><div><br></div><div>Mit Jesus ist das Reich Gottes angebrochen. Das Reich Gottes ist also zuerst Jesu Sache. Die Menschen, die ihm begegneten und denen er sich zuwandte, haben das Reich Gottes am eigenen Leibe erfahren (siehe <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---geheilte-lebendigkeit" class="imCssLink">Was ist das Reich Gottes? (Teil 4)</a></span>).</div><div><br></div><div>Der Epheserbrief hat für die Christenheit auf Erden das Bild des Leibes Christi gefunden (Eph 1,22f). Gemeint ist, dass die Christenheit die leibliche Gegenwart Christi darstellt, der ja leiblich nicht mehr unter uns ist. Darum sagte Jesus zu seinen Jüngern (Mt 6,33; 10,7f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Dann werden euch alle [lebensnotwendigen] Dinge hinzugefügt werden.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn ihr [zu den Menschen] hingeht, dann verkündet: "Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen." Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!</span></i></span></div><div><br></div><div>Das gilt auch für uns: Wir sollen also mit exakt denselben Worten das Reich Gottes verkündigen, wie Jesus es tat (Mt 4,17), und wir sollen dieselben Taten tun, die Jesus getan hat (Mt 11,5). Auch wenn uns das nicht immer gelingen wird (auch Jesu Jünger konnten es nicht; Mt 17,16): Es ist unsere Aufgabe, den leiblich abwesenden Christus sozusagen zu verleiblichen. Das Reich Gottes ist also, weil es <span class="fs14lh1-5"><b>Jesu </b></span>Sache ist, auch <span class="fs14lh1-5"><b>unsere </b></span>Sache.</div><div><br></div><div>Wir sind zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Reich Gottes berufen. Wir werden das Reich nicht aus eigener Kraft bauen können. Aber wir können auf Gottes Kraft vertrauen, mit der er uns ausstatten will.</div><div><br></div><div>Im 19. Jahrhundert nannte man die missionarischen und diakonischen Dienste der Christenheit in der Welt "Reich-Gottes-Arbeit." Dazu gehört das "Rauhe Haus" für verwahrloste Kinder, das <span class="fs14lh1-5"><i>Johann Hinrich Wichern</i></span> in Hamburg gründete. Oder die Anstalten für Behinderte in Bielefeld-Bethel, die <span class="fs14lh1-5"><i>Friedrich von Bodelschwingh</i></span> aufbaute.</div><div><br></div><div>Welche Beispiele könnte es heute dafür geben, im täglichen Leben zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten und zu erleben, dass uns alles Lebensnotwendige dadurch hinzugefügt wird:</div><div><ul><li>Zuerst für andere da sein. Dann werden wir aneinander wachsen und miteinander glücklich sein. Denn wer für andere da ist, findet sich selbst, spürt seine Lebendigkeit und erlebt einen tiefen Sinn in seinem Leben.<br></li><li>Zuerst keine Kirche und Gemeinde für sich selbst sein, sondern eine für andere. Dann wird die Kirche und Gemeinde stark werden und überzeugend auf ihre Mitmenschen wirken.<br></li><li>Zuerst keine Regierung sein, die sich um die nächste Wahl sorgt, sondern eine, die sich um das Land und die Welt sorgt. Dann wird sie die Stimmen der Armen und Benachteiligten sammeln, die sich ihr Recht nicht durch teure Anwälte kaufen können, und die Stimmen aller Menschen guten Willens werden ihr zufallen.<br></li><li>Zuerst langfristig denken und für die zukünftigen Generationen da sein. Dann wird auch unsere eigene Generation an Lebenswert gewinnen.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Ich sprach von der "Reich-Gottes-Arbeit." Aber das Eintreten für das Reich Gottes ist nicht nur Arbeit, sondern auch Ruhe: die Sonntagsruhe, die auf die Auferstehung vorausblickt, und im jüdischen Glauben die Sabbatruhe, von der die Sonntagsruhe abgeleitet ist. Nach einer jüdischen Tradition ist ein richtig gefeierter Sabbat bereits ein Sechzigstel des Reiches Gottes. Die Ruhe gehört im jüdisch-christlichen Denken dazu: Ruhen im Vertrauen darauf, dass Gott auch ohne unsere Rastlosigkeit sein Reich baut.</div><div><br></div><div>Man kann das griechische Wort für "Reich Gottes" auch mit "Gottesherrschaft" übersetzen. Wenn Gott über uns herrscht, werden wir aber nicht unterdrückt, sondern geliebt. Es ist die Herrschaft der Liebe, die nicht zwingt, sondern bittet, nicht fordert, sondern einlädt, nicht die Freiheit nimmt, sondern sie schenkt (siehe <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---raum-der-lebenslust" class="imCssLink">Was ist das Reich Gottes (Teil 1)</a></span>).</div><div><br></div><div>Für uns bedeutet die "Gottesherrschaft" keinen blinden Gehorsam, sondern "das Aufleben aller Geschöpfe in der Gemeinschaft des Schöpfers" (Jürgen Moltmann). In dieser Gemeinschaft haben die Geschöpfe teil an Gottes Weg und Ziel, an seiner Herrlichkeit und Schönheit.</div><div><br></div><div>Wenn wir in dieser Teilhabe leben, dann gehorchen wir unserem Gewissen und lassen uns nicht durch die "Werte", die andere uns nahelegen, betäuben. Wir sind wir selbst. <span class="fs14lh1-5"><i>Im Reich Gottes gibt es keinen christlichen Zwang, sondern nur freiwillige christliche Selbstdisziplin.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Weitere Teile der Reihe zum Reich Gottes</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 1: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---raum-der-lebenslust" class="imCssLink">Reich Gottes – Raum der Lebenslust</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 2: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---einladung-zur-freundschaft" class="imCssLink">Reich Gottes – Einladung zur Freundschaft</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 3: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---die-gegenwart-der-zukunft" class="imCssLink">Reich Gottes – die Gegenwart der Zukunft</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 4: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---geheilte-lebendigkeit" class="imCssLink">Reich Gottes – geheilte Lebendigkeit</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 5: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---glueck-der-armut" class="imCssLink">Reich Gottes – Glück der Armut</a></span>.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>: Jürgen Moltmann: Wer ist Christus für uns heute? Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994. S. 21-29.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 02 Aug 2023 17:36:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Teufel wird 80]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000218"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Teufel wird 80</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Mick Jaggers Sympathie für den Teufel</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/07/2023</span></div><div><br></div><div>Von Jugend an hörte ich die <span class="fs14lh1-5"><i>Rolling Stones</i></span>. Sie waren für mich zwar nicht die größte, aber eine der größten Rockbands.</div><div><br></div><div>Zu ihrem Frontman <span class="fs14lh1-5"><i>Mick Jagger</i></span> hatte ich immer eine gespaltene Beziehung. Einerseits beeindruckten mich seine Songs und wie er sie rüberbrachte. Andererseits war er mir mit seinen Frauengeschichten und Drogenexzessen nicht ganz geheuer.</div><div><br></div><div>Gestern Morgen hörte ich beim Zähneputzen im Deutschlandfunk, dass <span class="fs14lh1-5"><i>Jagger </i></span>gestern 80 Jahre alt wurde. Und er springt immer noch auf der Bühne herum fast wie mit 30. Kaum zu glauben!</div><div><br></div><div>Früher begeisterte mich vor allem die Musik der <span class="fs14lh1-5"><i>Stones</i></span>. Erst später wurde ich auf die Texte aufmerksam. Und ich entdeckte, dass <span class="fs14lh1-5"><i>Jagger </i></span>nicht nur ein guter Frontman und Sänger war, sondern auch ein begabter Songschreiber.</div><div><br></div><div>Dabei erweckte ein Song meine besondere Aufmerksamkeit: <span class="fs14lh1-5"><i>Sympathy for the Devil</i></span>. Das konnte doch nur ein antichristlicher Song sein, dachte ich.</div><div><br></div><div>Tatsächlich ist der Song von Beginn an umstritten gewesen. Man unterstellte den <span class="fs14lh1-5"><i>Stones </i></span>satanistische Tendenzen. <span class="fs14lh1-5"><i>Jagger </i></span>hatte wohl wirklich als junger Mann eine Zeit lang Interesse an okkulten Praktiken.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Wie begegnet uns der Teufel?</div><div><br></div><div>Irgendwann sah ich mir den Text von <span class="fs14lh1-5"><i>Sympathy for the Devil</i></span> einmal genauer an. Und ich stellte fest, dass man den Song absolut nicht antichristlich interpretieren muss.</div><div><br></div><div>Der Song beginnt so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Erlauben Sie, dass ich mich vorstelle</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich bin ein Mann mit Reichtum und Geschmack</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich gehe hier schon viele, viele Jahre um</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Raubte vielen die Seele und den Glauben</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich war dabei als Jesus Christus</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Seinen Augenblick des Zweifels und des Schmerzes hatte</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Stellte sicher, dass Pilatus</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sich die Hände wusch und sein Schicksal besiegelte</span></i></span></div><div><br></div><div>Man ahnt, dass mit all dem der Teufel gemeint ist. Er wird aber nicht als grauenvolle Gestalt mit einer furchterregenden Fratze und Pferdefuß beschrieben, sondern als wohlhabender Mensch mit Manieren und Stil – einer, der es geschafft hat, der Ansehen erlangt hat und vielleicht sogar beneidet und bewundert wird.</div><div><br></div><div>Zugleich wird die Schattenseite seines Daseins deutlich: Er raubte vielen Menschen die Seele und den Glauben. Er war es, der Jesus versuchte und ihm Schmerzen zufügte und der Pilatus dazu trieb, seine Hände in Unschuld zu waschen (Mt 27,24).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Das Doppelgesicht des Teufels</div><div><br></div><div>Das Janusgesicht, das widersprüchliche Wesen des Teufels, wird im Song weiter beschrieben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich hing rum in St. Petersburg</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Als ich entschied, die Zeit für einen Wechsel sei da</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich tötete den Zaren und seine Minister</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Anastasia schrie vergebens</span></i></span></div><div> </div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich fuhr 'nen Panzer</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">War ein General</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Als der Blitzkrieg tobte</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und die Leichen stanken</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich sah mit Genuss zu</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Während eure Könige und Königinnen</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zehn Jahrzehnte lang kämpften</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Für die Götter, die sie sich erschaffen hatten</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich rief</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Wer tötete die Kennedys?"</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Letztendlich</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Waren es du und ich</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist das Zerstörungswerk des Teufels – des Mannes von Welt, von Ansehen und Erfolg, der sich selbstbewusst und gekonnt in der Gesellschaft der Reichen und Mächtigen bewegt. Es ist einer, den niemand, wirklich niemand mit dem Teufel in Verbindung bringen würde.</div><div><br></div><div>Aber warum spricht <span class="fs14lh1-5"><i>Jagger </i></span>hier in der Ich-Form? Warum sagt er: "Ich habe das alles getan?" Ist das nur ein lyrischer Kniff oder meint er das ernst?</div><div><br></div><div>Ich denke, dass er es ernst meint. Denn auch <span class="fs14lh1-5"><i>Mick Jagger</i></span> ist einer, der es geschafft hat. Als der Song 1968 erschien, waren die <span class="fs14lh1-5"><i>Rolling Stones</i></span> und ihr Sänger schon weltberühmt.</div><div><br></div><div>Aber ist denn jeder ein Teufel, der Ansehen und Erfolg hat? <span class="fs14lh1-5"><i>Jagger </i></span>hat doch keinen getötet, war nicht im Krieg und hat natürlich auch keinen der Kennedys erschossen.</div><div><br></div><div>Ich denke, hier zeigt sich eine tiefe Selbsterkenntnis des Songschreibers. <span class="fs14lh1-5"><i>Jagger </i></span>ist offensichtlich der Ansicht, dass sich niemand von der Gewalt freisprechen kann – auch dann nicht, wenn er niemanden von eigener Hand umgelegt hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Alle in einer Reihe</div><div><br></div><div>Die Aufteilung in Gute und Böse, die wir uns so gern einbilden, funktioniert eben nicht. Das wird drastisch in folgender Strophe deutlich:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">So wie jeder Polizist auch ein Verbrecher ist</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und alle Sünder Heilige sind</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">So wie Kopf und Zahl [beim Münzwurf] dasselbe sind</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nennt mich einfach Luzifer</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Denn ich muss mich ein wenig zusammenreißen</span></i></span></div><div><br></div><div>Das klingt hart: Der Gute, der Polizist, ist zugleich ein Verbrecher, und der Böse, der Sünder, ist zugleich ein Heiliger. Das ist sicher sehr pointiert formuliert. Aber es weist darauf hin, dass die einfache Rechnung "Hier die Guten – dort die Bösen" nicht aufgeht. Christlich gesprochen: Vor Gott stehen wir alle in einer Reihe. Auch der Polizist ist nicht immer gut, und der Sünder ist nicht nur schlecht.</div><div><br></div><div>Sicher gibt es Unterschiede: Ein Mörder ist kein Dieb, ein Dieb kein Choleriker und ein Choleriker keiner, der schlecht über andere denkt. Aber wenn wir der Sache auf den Grund gehen, dann merken wir, dass – bei allen Unterschieden – Gewalt und Unrecht in allen ist. Wir selbst sind davon nicht ausgenommen.</div><div><br></div><div>Jesus hat die Ethik des Alten Testaments radikal interpretiert. Zum Beispiel so: Nicht nur, wer seinen Nächsten tötet, ist vor Gott schuldig, sondern auch, wer ihm zürnt und ihn verachtet (Mt 5,21f). Und ein Ehebruch beginnt nicht erst bei einem Seitensprung, sondern schon beim Begehren der Frau eines anderen (Mt 5,27f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Die Abschiebung des Bösen</div><div><br></div><div>Von vielen Christinnen und Christen wird der Teufel als nichtmenschliche Figur verstanden. Man kann das so sehen. Es birgt aber eine Gefahr in sich: die Gefahr, das Böse außerhalb seiner selbst zu verorten. Wenn der Teufel eine Art böser Geist ist, schieben wir das Böse weit von uns weg. So, wie wir <span class="fs14lh1-5"><b>den </b></span>Bösen weit von uns wegschieben. Der Böse ist dann kein Mensch, sondern eben der Teufel, der Menschen verführt. Oder der Böse ist vielleicht auch ein Mensch, aber der andere – wir selbst sind es jedenfalls nicht.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Mick Jagger</i></span> hat offensichtlich erkannt, dass er selber auch zu den Bösen gehört. Dass er selber Anteil hat am Leid und Tod anderer. Dass er, ob er will oder nicht, auf Kosten anderer lebt. Dass er, wie wir alle, in die ungerechten Strukturen dieser Welt verstrickt ist und von ihnen profitiert, ohne dass wir uns das in der Regel vor Augen halten. Wir wissen, dass unter diesen Strukturen, von denen wir profitieren, andere Menschen leiden, aber wir <span class="fs14lh1-5"><b>wollen </b></span>es nicht wissen, um uns nicht schlecht zu fühlen.</div><div><br></div><div>Stattdessen verhalten wir uns so, wenn wir dem Bösen begegnen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Also, wenn Sie mir begegnen sollten</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zeigen Sie gute Manieren</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zeigen Sie Sympathie und Geschmack</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Benutzen Sie alle Höflichkeit, die man Ihnen beigebracht hat</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sonst werde ich Ihre Seele zerstören</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Freut mich, Sie kennen zu lernen</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hoffe, Sie haben meinen Namen erraten</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Aber was Sie verwirrt</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ist, worin mein Spiel eigentlich besteht, ich mein's Ernst, auf die Knie!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Oh ja, auf die Knie!</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Angesehenen, die sich benehmen und gut reden können, faszinieren uns. Wir orientieren uns gern an ihnen. Wir haben Sinn für das scheinbar Gute, das uns auf ansprechende und sympathische Weise begegnet. Und wir wollen selbst ungern Anstoß erwecken, sondern entgegenkommend und höflich sein. Dagegen ist prinzipiell nichts zu sagen. Schlecht wird es aber dann, wenn wir das Teuflische hinter dem Strahlenden, Erfolgreichen und Weltgewandten nicht mehr sehen. Dann haben wir, ohne es zu wollen, Sympathie für den Teufel.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Das Verwirrspiel des Teufels</div><div><br></div><div>Jesus wusste, dass sich der Satan als Engel des Lichts verkleidet (2Kor 11,14). Er wusste um die Wölfe im Schafspelz (Mt 7,15). Er nannte seinen Jünger <span class="fs14lh1-5"><i>Petrus</i></span> Satan (Mt 16,23; Mk 8,33) – den Jünger, dem er nach dem Matthäusevangelium noch kurz zuvor sagte, dass er auf ihn seine Gemeinde bauen wolle (Mt 16,18).</div><div><br></div><div>Das sollte uns genug Anhalt dafür sein, dass der Teufel nicht einfach eine außermenschliche Gestalt ist. Er ist eine Macht, die uns ergreift und uns selbst teuflisch macht – so wie die Sünde eine Macht ist und keine harmlose Verfehlung, die uns manchmal widerfährt.</div><div><br></div><div>Das teuflische Spiel des Satans besteht darin, uns mit schmeichelnder Höflichkeit und guten Manieren zu betören und gerade so Macht über uns zu gewinnen. Das ist das dämonische Verwirrspiel, von dem <span class="fs14lh1-5"><i>Mick Jagger</i></span> spricht. Am Ende des Spiels steht dann der Kniefall vor dem Bösen.</div><div><br></div><div>Zugleich zeigt das <span class="fs14lh1-5"><i>Petrus</i></span>-Beispiel, dass Jesus auch den Satan in Dienst nehmen kann. Jesu Gnade gilt auch denen, die unter der Macht des Satans stehen. Dazu gleich mehr. Zunächst aber möchte ich noch einen Blick auf die musikalische Seite des Songs werfen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Der Strudel des Bösen</div><div><br></div><div>Die Musik steigert sich von Beginn an. Der Rhythmus ist schon am Anfang da, wird aber heftiger und turbulenter. Er treibt nach vorwärts, unaufhaltsam. Es ist wie ein Strudel, in den man hineingerissen wird. Zugleich wird die Stimmung durch den Hintergrundchor immer unheimlicher. Wer sich hineinbegibt in die Welt dieses Songs, wer sich von ihm treiben lässt, kann sich dem berauschenden Taumel nicht mehr entziehen. Beglückt von den vorwärts treibenden Rhythmen und dem sich immer wiederholenden Chor stürzt man in eine Welt, die keinen Ausgang und kein Ende zu haben scheint.</div><div><br></div><div>Das hat etwas von scheinbarer Lebendigkeit und Zukunftsorientierung. Es geht immer weiter, die berauschende Stimmung, wenn auch etwas unheimlich, lässt einen nicht mehr los. Man ist schließlich ganz vereinnahmt, hingerissen, überwältigt.</div><div><br></div><div>So kann man in den Strudel des Bösen geraten. Ich meine nicht, dass der Song böse ist. Aber er transportiert auf grandiose Weise eine Atmosphäre, die eine in das Böse verstrickte, vom Bösen aufgesogene und im Strudel des Bösen untergehende Welt spiegelt. "Auf die Knie!" ruft der Teufel im Song. Sein Verwirrspiel besteht darin, dass er uns das Leben suggeriert und den Tod bringt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Die Erlösung vom Bösen</div><div><br></div><div>Es bedarf einer größeren Macht als der des Bösen, um dem Bösen zu entkommen. Es bedarf einer Lebendigkeit, die in das Leben mündet und nicht in den Tod. Es bedarf einer Botschaft, Musik und Kultur, die den Teufel austreibt.</div><div><br></div><div>Im Jakobusbrief steht, dass selbst die Dämonen an Gott glauben – und vor ihm zittern (Jak 2,19). Sie wissen, dass sie es mit einer stärkeren Macht zu tun haben. Sie fürchten die Erlösung der Menschheit, weil sie dann ihre Existenzgrundlage verlieren. Jesus hat das Ende des Satans schon vor Augen gehabt (Lk 10,18). Der Satan tobt zwar noch, aber er hat keine entscheidende Macht mehr. Er zieht uns in den Abgrund, aber der Abgrund ist nicht das Letzte. Er hat ein Ende und einen Ausgang zum Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Ein Leben ohne Verführung, Verstrickungen und Todesnot. Darum sieht die Johannesoffenbarung schon das Ende des Teufels vor sich (Offb 20,10).</div><div><br></div><div>Dieses positive Ende kennt der Song nicht. Er hat uns das Böse in seiner dämonischen Zwiespältigkeit vor Augen gestellt. Wir leben, als ob wir gut wären. Manche Menschen fragen sich, wovon sie denn eigentlich erlöst werden müssten. So macht sich der Teufel unsichtbar. Gerade darin besteht das Dämonische.</div><div><br></div><div>Jesus hat die Dämonen massenhaft ausgetrieben. Er hat auf den Dämon <span class="fs14lh1-5"><i>Petrus </i></span>seine Kirche gebaut. Darum müssen uns Dämonen keine Angst mehr machen. Angst machen sollte es uns aber, wenn wir sie weit von uns wegschieben. Denn dann haben sie uns schon im Griff.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Mick Jagger</i></span> hat es geschafft, sich selbst auf der Seite des abgrundtief Bösen zu sehen. Wie immer man zu ihm stehen mag: Es tut uns Christinnen und Christen gut, ihm in dieser Selbsterkenntnis nicht nachzustehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Der Text des Songs und die von mir verwendete Übersetzung ist zu finden auf: <span class="imUl"><a href="https://lyricstranslate.com/de/sympathy-devil-mitgef%C3%BChl-mit-dem-teufel.html" target="_blank" class="imCssLink">https://lyricstranslate.com/de/sympathy-devil-mitgef%C3%BChl-mit-dem-teufel.html</a></span>.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Hintergrundinformationen zum Song </span><span class="fs11lh1-5"><i>Sympathy for the Devil</i></span><span class="fs11lh1-5"> findest du in der </span><span class="imUl fs11lh1-5"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sympathy_for_the_Devil_(Lied)" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Eine lesenswerte Interpretation des Songs, die in eine ähnliche Richtung geht wie meine, hat der damalige Bischof der Nordkirche, </span><span class="fs11lh1-15"><i>Gerhard Ulrich</i></span><span class="fs11lh1-15">, im Jahr 2017 vorgelegt: </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://www.nordkirche.de/nachrichten/nachrichten-detail/nachricht/sympathy-for-the-devil-und-auf-der-buehne-ist-der-teufel-los" target="_blank" class="imCssLink">https://www.nordkirche.de/nachrichten/nachrichten-detail/nachricht/sympathy-for-the-devil-und-auf-der-buehne-ist-der-teufel-los</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: StockSnap auf Pixabay.</span></div></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 27 Jul 2023 09:33:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Sünde - biblisch und konkret]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000217"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Sünde – biblisch und konkret</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 20/07/2023</span></div><div><br></div><div>Sünde ist so vielfältig wie unser Leben. Ihre unfassbare Bosheit wird deutlich in einem kurzen Gesprächsausschnitt von Soldaten im Zweiten Weltkrieg [1]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ZOTLÖTERER: Ich habe einen Franzosen von hinten erschossen. Der fuhr mit dem Fahrrad.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">WEBER: Von ganz nahe?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ZOTLÖTERER: Ja.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">HEUSER: Wollte der dich gefangen nehmen?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ZOTLÖTERER: Quatsch. Ich wollte das Fahrrad haben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Sünde ist heute für die meisten Menschen kein Thema. Man spricht zwar von "Schuld" und man weiß um das Böse, das Menschen tun können. Aber "Sünde" als religiöser Begriff kommt im öffentlichen Leben kaum vor.</div><div><br></div><div>Umso wichtiger ist es, sich zu verdeutlichen, was Sünde eigentlich ist. Ich möchte in diesem Beitrag zunächst der Bedeutung von Sünde im Alten und Neuen Testament nachgehen. Anschließend werde ich einige Konkretionen der Sünde aufzeigen. Dabei kommt hauptsächlich die Gewalt als wesentlicher Aspekt von Sünde zur Sprache – nicht nur, aber vor allem im Krieg als der wohl gravierendsten Form der Gewalt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Begriffe für Sünde im Alten Testament</div><div><br></div><div>Das Alte Testament hat keinen einheitlichen Begriff für Sünde, sondern spricht von ihr mit einer Vielzahl von Begriffen. Das entspricht dem konkreten und lebensnahen hebräischen Denken. Ich nenne hier einige der wichtigsten Begriffe, die im Alten Testament die Sünde beschreiben (in einfacher, nicht-wissenschaftlicher Lautschrift wiedergegeben; Betonung immer auf der letzten Silbe) [2]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>ra-a</i></span>: Bosheit, Schlechtigkeit. Das Wort bezeichnet die Sünde im umfassenden Sinn als das Schlechte, Böse im Gegensatz zum Guten. Es kann auch das Unglück bezeichnen, das aus dem Bösen folgt, das man zuvor getan hat. Daraus wird schon deutlich, dass es nicht um Kleinigkeiten geht, sondern um gravierend Böses. Böses, das sich gegen Menschen richtet, ist dabei zugleich gegen Gott gerichtet.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>chattat</i></span>: Verfehlung. Das Wort ist der Hauptbegriff für die Beschreibung der Sünde. Es handelt sich bei der Sünde um eine Zielverfehlung: Das Handeln verfehlt das Gute und bewirkt Schlechtes. Ob dies bewusst oder unbewusst geschieht, spielt keine Rolle: Beides führt zum negativen Ergebnis der Zielverfehlung. Diese besteht darin, die Gemeinschaft mit Gott oder mit anderen Menschen zu verletzen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>awon</i></span>: Verkehrtheit. Hier geht es nicht um das Ergebnis des Handelns, sondern um seinen Vollzug: Der Vollzug in all seinen Phasen – Tat, Folgesituation, Vollendung – ist verkehrt, weil er vom rechten Weg abweicht. Wiederum kann dies bewusst oder unbewusst geschehen. Kriterium der Verkehrtheit ist der Verstoß gegen das, was nach Gottes Willen richtig ist. In einer säkularen Weltanschauung <span class="fs14lh1-5">spielt das Kriterium "Wille Gottes" keine Rolle. Es gibt aber doch bei vielen Menschen</span><span class="fs14lh1-5"> so etwas wie ein Gespür dafür, dass etwas grundlegend verkehrt läuft - ein Hinweis auf die Verkehrtheit des Lebens.</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>ascham </i></span>und <span class="fs14lh1-5"><i>aschma</i></span>: Schuldverplichtung. Wenn jemand den verkehrten Weg beschreitet, führt das dazu, dass er zu etwas verpflichtet ist: Aufgrund des Urteilens oder Handelns Gottes ist eine Haftpflicht eingetreten, die den Menschen zur Ableistung einer Schuldgabe verpflichtet.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>päscha</i></span>: Verbrechen. Das Wort beschreibt ein Brechen mit, ein Zerbrechen und Zerstören. Sünde bricht mit Gott, indem sie sich an dem Seinen vergreift. So zerstört sie auch zwischenmenschliche Beziehungen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>chamas</i></span>: Gewalttat. Dieses Wort beschreibt gewalttätige Verhaltensweisen, welche die von Gott gegebene Ordnung verletzen und durch Blutvergießen das zwischenmenschliche Verhältnis in besonderer Weise belasten.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>rascha</i></span>: Schuld. Der Begriff bezeichnet ein Verhalten, mit dem jemand die Gemeinschaft schädigt. Vor allem geht es dabei darum, dass jemand unschuldigen Menschen oder Volksangehörigen das Leben nimmt. Die Schuld kann aber auch durch Raub, Unterdrückung von Armen, ungerechten Handel, Anhäufung von Reichtum und andere für die Gemeinschaft schädliche Verhaltensweisen entstehen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>nebala</i></span>: Torheit. Torheit ist dabei mehr als Dummheit. Sie stellt einen schweren Bruch mit der Moral Israels dar, besonders im sexuellen Bereich, und zerstört sinnlos die gemeinschaftlichen Beziehungen, ohne die wir nicht leben können.</div><div><br></div><div>Als gemeinsamen Nenner dessen, was Sünde im Alten Testament bedeutet, könnte man feststellen: Sünde ist die Zerstörung all dessen, was gut, gerecht, friedfertig, segensreich und heilvoll ist. Außerdem ist wichtig, dass Sünde nicht nur die Tat ist, sondern auch die negative Folge der Tat umfasst. Die Tatfolge fällt nach alttestamentlichem Verständnis früher oder später auf den Täter zurück, wenn Gott es so will. Im Einzelnen aufweisen lässt sich dieser Zusammenhang zwischen Tat und Tatfolge nicht. Jedenfalls gehört zur Sünde immer auch ihr negatives Ergebnis, das sich über Jahre und Jahrzehnte hin auswirken kann.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Sünde in der Urgeschichte</div><div><br></div><div>Ausgangspunkt der Sünde ist nach der Urgeschichte (1Mo/Gen 1-11) die Verletzung der göttlichen Ordnung durch Adam und Eva. Die Urgeschichte ist kein Zeitabschnitt in der Menschheitsgeschichte, sondern sie macht grundlegende Aussagen über alle Menschen. Adam und Eva sind dementsprechend keine historischen Gestalten, sondern ihre Geschichte zeigt uns, wer wir eigentlich sind: Gottes geliebte Geschöpfe, die von ihm abgefallen sind und deshalb in einer von ihm abgefallenen Welt leben. Der Abfall von Gott ist die Ursünde. Alle anderen moralischen Formen der Sünde haben hier ihren Grund.</div><div><br></div><div>Es gibt also eine göttliche Ordnung im Geschaffenen. Wenn man diese verletzt, richtet man Zerstörung an, die zugleich Selbstzerstörung ist (1Mo/Gen 3,7.23f). Jedes Vergehen ist ein Vergehen gegen Gott, weil Gott allem Geschaffenen liebevoll zugewandt ist. Es gibt nichts und niemanden in dieser Welt, dem nicht Gottes Liebe gilt.</div><div><br></div><div>Nach der Sünde durch Adam und Eva geht die menschliche Sündengeschichte weiter, und zwar mit einem Brudermord: Kain ermordet seinen Bruder Abel, nachdem er sich geistig im Neid gegen ihn gewandt hat (1Mo/Gen 4,6.8). Darauf folgt in 1Mo/Gen 4,24 die grenzenlose Blutrache und anschließend die globale Gewalt auf Erden (1Mo/Gen 6,11.13):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Erde wurde verderbt vor Gott, und die Erde füllte sich mit Gewalttat. [...] Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist vor mein Angesicht gekommen. Denn die Erde ist voller Gewalttat von den Menschen her. Und siehe: Ich verderbe sie mitsamt der Erde.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Übertreten der göttlichen Ordnung bringt es nach dieser Erzählung mit sich, dass mit der Ordnung des Schöpfers sogleich auch das vom Schöpfer erschaffene Leben angetastet wird. Mord und Gewalt erscheinen damit als die gravierendsten Formen der Sünde, weil sie das vom Schöpfer gewollte Leben auslöschen. Es zeigt sich eine Ausweitung der Gewalttat von der Ermordung eines Einzelnen über das Töten Vieler bis hin zur weltweit ausgeübten Gewalttätigkeit. Die Gewalt, einmal in der Welt, dehnt sich also wie ein Virus, der die ganze Welt infiziert, aus, so dass niemand mehr vor ihr sicher ist. Die von den Menschen zunächst partiell ausgeübte Gewalt fällt auf die ganze Menschheit zurück.</div><div><br></div><div>Die physische Gewalt ist vielleicht die konzentrierteste und augenfälligste Form moralischer Sünde. Es gibt aber unzählige andere Formen der Sünde, darunter auch versteckte Formen. Auch Gewalt beginnt nicht mit dem physischen Angriff auf das Leben, sondern mit Gefühlen und Gedanken. Sie schreitet fort über verletzende Worte bis hin zum Angriff auf den Körper des Nächsten. Immer aber geht es um die Zerstörung von Leben, sei es psychisch oder physisch.</div><div><br></div><div>Sünde besteht demnach nicht nur in der Tat, sondern sie hat immer auch eine geistige Dimension. Auf das Sehen des lieblichen Baumes folgt das Essen seiner Frucht (1Mo/Gen 3,6), auf das Ergrimmen der Mord (1Mo/Gen 4,6.8), auf das böse "Dichten und Trachten" der Menschen ihr böses Tun (1Mo/Gen 6,5.11f).</div><div><br></div><div>Einzelne Sünden sind nicht nur Ausnahmen von der Regel, also gelegentliche Abweichungen vom Gutsein des Menschen, sondern sie werfen ein Licht auf die menschliche Beschaffenheit als Ganze, auf das wesentliche Sündigsein des Menschen. Denn in den Sündenzusammenhang sind alle verstrickt. Es handelt sich um ein unauflösliches Gewebe zerstörerischer Taten, in dem wir gefangen sind. Darum hat der Prophet Hosea gesagt (Hos 7,2): "Ihre Taten umringen sie jetzt." Das heißt nicht, dass es keine Unterschiede im Grad der Verfehlungen und der zerstörerischen Folgen gebe: Ein Dieb richtet weniger Schaden und Zerstörung an als ein Mörder.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Sünde im Neuen Testament</div><div><br></div><div>Im Neuen Testament wird die vielfältige Begrifflichkeit der Sünde eingeebnet. Im Mittelpunkt steht jetzt das griechische Wort <span class="fs14lh1-5"><i>hamartía</i></span>. Das Wort bezeichnet das Nichterreichen eines Zieles, also eine Zielverfehlung. In der Sünde wird die Treue Gott gegenüber verfehlt und damit zugleich sein guter Wille für uns.</div><div><br></div><div>Jesus hat den Willen Gottes, wie er im Alten Testament niedergelegt ist, radikalisiert. Das zeigt sich besonders in der Bergpredigt (Mt 5-7), wo Jesus die Nächstenliebe zur Feindesliebe ausgeweitet hat. Die Liebe soll auch dem gegenüber gelten, der mir als Feind, als Sünder und Gewalttäter, begegnet.</div><div><br></div><div>Dem entspricht Jesu eigenes Verhalten: Er hat sich in besonderer Weise nicht den angeblich Guten, sondern den Sündern, den Feinden Gottes, zugewendet (Röm 5,10). Er hat ihnen ihre Sünden vergeben und dadurch Anstoß erregt.</div><div><br></div><div>Paulus hingegen benutzt den Begriff "Sünde" meist im Singular. Damit drückt er aus: Sünde ist in erster Linie nicht ein Einzelvergehen eines einzelnen Menschen, sondern eine uns beherrschende (Sünden-)<span class="fs14lh1-5"><b>Macht</b></span>. Sie betrifft den verderblichen Lebenszusammenhang, in dem ein Mensch steht, den unheilvollen Raum außerhalb des Reiches Gottes.</div><div><br></div><div>Der Sünde gegenüber steht nicht einfach der Glaube, sondern zuerst der Geist Gottes, der wie die Sünde eine Macht ist. Die Macht des Geistes Gottes kann dazu führen, dass ein Mensch nun nicht mehr von der Sünde beherrscht wird, sondern in positiver Weise vom Geist Gottes getrieben.Der Mensch kann sich also nicht aus eigener Kraft aus dem Machtbereich der Sünde lösen. Diese Unfähigkeit macht uns abhängig von Gottes Geist und davon, dass wir ihn in uns zur Wirksamkeit kommen lassen.</div><div><br></div><div>Oft wird gesagt, das sei ein pessimistisches Menschenbild. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Vorstellung der Abhängigkeit des Menschen von Gott ist kein Pessimismus, sondern Optimismus. Denn was der Mensch nicht schaffen kann, nämlich aus eigener Kraft der Sündenmacht zu entkommen, bewirkt Gott bei jedem, der die Kraft des Geistes Gottes dankbar annimmt.</div><div><br></div><div>Glaube ist nach Paulus das Vertrauen auf die Treue Gottes zu den von ihm geschaffenen Menschen. In dieser Treue hält Gott an den Menschen fest, obwohl sie Sünder sind. In dieser Treue, die sich in Jesu Leiden und Sterben am Kreuz zeigte, sind wir mit Gott versöhnt (2 Kor 5,18-20).</div><div><br></div><div>Dem Glauben entspricht daher in negativer Weise das Misstrauen, die Unversöhntheit und Unversöhnlichkeit. Unversöhnlichkeit aber stiftet einen verheerenden Kommunikations- und Lebenszusammenhang. Wie sehr dieser zusammen mit der Gewalt unsere Welt prägt, soll nun an einigen Beispielen deutlich werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Gewalt als notwendiger Urinstinkt</div><div><br></div><div>Gewalt kann durchaus positiv, notwendig und weiterführend verstanden werden. Damit meine ich jetzt nicht das Gewaltmonopol des Staates, sondern die persönliche Ausübung von Gewalt. Die Journalistin <span class="fs14lh1-5"><i>Heike Littger</i></span> hat die Weltsicht eines Fußball-Hooligans beschrieben [3].</div><div><br></div><div>Für den Hooligan, <span class="fs14lh1-5"><i>Schneider </i></span>genannt, gehört zum Fansein notwendig die körperliche Auseinandersetzung und das Adrenalin, das sich nach dem Spiel bei der Schlägerei mit gegnerischen Hooligans bildet. Die menschlichen Urinstinkte, so meint er, würden auf diese Weise Ausdruck finden. Alles, was diese Urinstinke unterdrückt, bedeute die Verweichlichung des Menschen. Und diese Verweichlichung führe "direkt in den Abgrund, Gewalt und Brutalität nehmen nicht ab, sondern zu" (S. 46). Als Beispiele führt <span class="fs14lh1-5"><i>Schneider </i></span>die Messerattacken von Kindern an, die in den letzten Wochen die Gemüter erhitzten.</div><div><br></div><div>Das Ausleben der Urinstinkte, wie <span class="fs14lh1-5"><i>Schneider </i></span>es nennt, beschreibt die Journalistin so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Kampfmaschinenmodus: den Gegner schnellstmöglich zu Boden bringen und treten, am besten auf Kinn oder Schläfe, bis man sicher ist, dass er keine Lust mehr hat, noch mal aufzustehen, dann zum nächsten. [...] Der Lohn: ein Hochgefühl, das eine Woche lang anhält, selbst wenn man verloren hat. Als Feinde würde Schneider die wenigsten seiner Gegner bezeichnen. "Mit vielen Hooligans bin ich befreundet oder zolle ihnen zumindest Respekt." Nicht selten gehe man nach dem Kampf zusammen noch feiern, stoße an auf den Kick, den man sich "gegenseitig geschenkt hat".</span></i></span></div><div><br></div><div>Den Wert des Kampfes sieht Schneider auch darin, dass man seiner Mannschaft treu ist, und zwar auch dann, wenn es "hart auf hart kommt". Es kommt darauf an, wehrhaft zu sein und loyal gegenüber der Hooligan-Szene. Dazu gehört, dass man keine Schwächeren niedermacht. Für ihn selbst springt dabei eine Position heraus, die er sich erkämpft hat. Wenn ihn im Stadion irgendwelche Leute nerven,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">reicht ein Wort, um für Ruhe zu sorgen. Diese Stellung habe ich mir erarbeitet, von nichts kommt nichts, du musst abliefern – und zwar beständig auf hohem Niveau, sonst bist du weg oder musst zurück ins Glied.</span></i></span></div><div><br></div><div>Theologisch kann man sagen: Deutlich wird in Schneiders Weltsicht zunächst die geistige Dimension der Sünde: Im Kampf werden Urinstinkte aktiviert. Urinstinkte weisen auf das Wesen des Menschen, auf seinen innersten Kern. Zu diesem Kern gehört die Gewalt. Gewalt ist demnach eine biologische Notwendigkeit. Wo diese unterdrückt wird, tritt sie umso heftiger hervor.</div><div><br></div><div>Die Gewalt erscheint so nicht als etwas Böses, sondern als Grundwert menschlicher Existenz. In ihr geht es um Treue zur Mannschaft und um Loyalität, also um eine stabile Persönlichkeit. Treue und Loyalität gegenüber Gott sind damit ersetzt. Stabilität wird nicht erlangt durch Vertrauen, sondern indem man treu und wehrhaft ist. Das ist ein Verständnis von Treue zur Gemeinschaft, die durch Gewalt ausgeübt wird.</div><div><br></div><div>Die göttliche Ordnung sieht eine andere Treue zur Gemeinschaft vor, nämlich eine durch Liebe, die Gewalt soweit wie irgend möglich ausschließt. Immerhin werden die Gegner von Schneider nicht als Feinde betrachtet. Das Ganze erinnert eher an eine sportliche Auseinandersetzung. Dass dabei Menschen verletzt, vielleicht auch in ihrer Unversehrtheit gefährdet werden, bleibt außer Betracht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Wie Vaterlandsliebe und Feindschaft voneinander leben</div><div><br></div><div>Die europäischen Nationalstaaten lebten davon, sich gegen ihre Nachbarn abzugrenzen und sie als potentielle Feinde zu betrachten. Das zeigt sich auch in deren Nationalhymnen, zum Beispiel in der französischen <span class="fs14lh1-5"><i>Marseillaise</i></span>, deren Text 1792 entstand. Hier ein Auszug [4]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Auf, auf, ihr Kinder des Vaterlands! Der Tag des Ruhmes ist da.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gegen uns wurde der Tyrannei blutiges Banner erhoben.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hört ihr im Land das Brüllen der grausamen Krieger?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie kommen bis in eure Arme, um euren Söhnen, euren Gefährtinnen die Kehle durchzuschneiden!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Refrain</b></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zu den Waffen, Bürger, formiert eure Truppen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">marschieren wir, marschieren wir!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dass unreines Blut tränke unsere Furchen!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">[...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Heilige Liebe zum Vaterland, führe, stütze unsere rächenden Arme.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Freiheit, geliebte Freiheit. Kämpfe mit deinen Verteidigern!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Unter unseren Flaggen, damit der Sieg den Klängen der kräftigen Männer zu Hilfe eilt,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">damit deine sterbenden Feinde deinen Sieg und unseren Ruhm sehen!</span></i></span></div><div><br></div><div>Im mit Frankreich verfeindeten Deutschland dichtete 1813 <span class="fs14lh1-5"><i>Ernst Moritz Arndt</i></span> in seinem Gedicht "Des Deutschen Vaterland" [5]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das ist des Deutschen Vaterland,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wo Zorn vertilgt den wälschen Tand,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wo jeder Franzmann heißet Feind,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wo jeder Deutsche heißet Freund.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das soll es seyn!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das ganze Deutschland soll es seyn!</span></i></span></div><div><br></div><div>Hier tritt die Sünde sowohl als Unversöhnlichkeit zutage als auch als das, was ich unauflösliches Gewebe zerstörerischer Taten nannte. Die Liebe zum Vaterland lebt von der Feindschaft gegenüber dem Nachbarn und umgekehrt. Die Feindschaft des einen ruft die Feindschaft des anderen hervor, die sich über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte hält. Diesem Gewebe zu entkommen, erscheint aussichtslos, zumal die Kultur der Feindschaft dem Volk durch Intellektuelle und Schriftsteller einverleibt wird.</div><div><br></div><div>Insofern wird deutlich, dass der Krieg immer eine geistige Dimension hat, die dem Töten vorausgeht. Das wusste auch der Kriegstheoretiker <span class="fs14lh1-5"><i>Carl von Clausewitz</i></span>, der in seinem Buch "Vom Kriege" schrieb [6]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ist der Krieg ein Akt der Gewalt, so gehört er notwendig auch dem Gemüt an. Geht er nicht davon aus, so führt er doch darauf mehr oder weniger zurück, und dieses Mehr oder Weniger hängt nicht von dem Grade der Bildung, sondern von der Wichtigkeit und Dauer der feindseligen Interessen ab.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Krieg lebt von der Wichtigkeit und Dauer der feindseligen Interessen, die dem Gemüt eingepflanzt wurden und in ihm wuchern. Dazu sagt der Politikwissenschaftler <span class="fs14lh1-5"><i>Herfried Münkler</i></span>: "Kommt das 'feindselige Gefühl' ins Spiel, werden Gegner zu Feinden." Theologisch gesprochen: Sünde beginnt nicht erst bei der Tat, sondern schon lange vorher im Fühlen und Denken.</div><div><br></div><div>Fühlen und Denken sind geprägt von den immer wiederkehrenden Narrativen, die von der außergewöhnlichen Grausamkeit des Feindes, vom Ruhm des Rächens und Tötens, vom heldenhaften Sterben für das geliebte Vaterland erzählen. Ehrenmale erinnern in allen Ländern an den Ruhm der Gefallenen und erhalten damit das Narrativ über Generationen hinweg aufrecht. Auch das ist Teil des unauflöslichen Gewebes, dem Menschen ausgesetzt sind.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Freude am Töten, Jagen und Rächen</div><div><br></div><div>Der britische Geheimdienst hörte im Zweiten Weltkrieg in großem Umfang die Gespräche deutscher Soldaten ab. An den Abhörprotokollen lässt sich ablesen, was mit den Menschen passiert, die als Soldaten im Krieg kämpfen. Hier können nur einige wenige Auszüge aus den Protokollen exemplarisch zitiert werden [7].</div><div><br></div><div>Dass der Krieg einen Menschen innerhalb kürzester Zeit radikal verändert, zeigt folgender Dialog, in dem ein Leutnant der Luftwaffe, genannt <span class="fs14lh1-5"><i>Pohl</i></span>, berichtet:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">POHL: Am zweiten Tage des Polenkrieges musste ich auf einem Bahnhof von Posen Bomben werfen. Acht von den 16 Bomben fielen in die Stadt, mitten in die Häuser hinein. Da hatte ich keine Freude daran. Am dritten Tage war es mir gleichgültig und am vierten Tage hatte ich meine Lust daran. Es war unser Vorfrühstücksvergnügen, einzelne Soldaten mit Maschinengewehren durch die Felder zu jagen und sie dort mit ein paar Kugeln im Kreuz liegen zu lassen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">MEYER: Aber immer gegen Soldaten ...?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">POHL: Auch Leute. Wir haben in den Straßen die Kolonnen angegriffen. Ich saß in der Kette [in einer Formation von drei Flugzeugen]. Die Führermaschine warf auf die Straße, die beiden Kettenhunde auf die Gräben, weil da immer solche Gräben gezogen sind. Die Maschine wackelt, hintereinander, und jetzt ging es in der Linkskurve los, mit allen MGs und was du da machen konntest. Da haben wir Pferde herumfliegen sehen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">MEYER: Pfui Teufel, das mit den Pferden ... nee!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">POHL: Die Pferde taten mir leid, die Menschen gar nicht. Aber die Pferde taten mir leid bis zum letzten Tag.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">[...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">MEYER: Man verroht doch furchtbar bei solchen Unternehmungen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">POHL: Ich sagte ja, am ersten Tage ist es mir furchtbar vorgekommen. Da habe ich gesagt: Scheiße, Befehl ist Befehl. Am zweiten und dritten Tage habe ich gesagt: Das ist ja scheißegal, und am vierten Tag, da hab ich meine Freude daran gehabt. Aber, wie gesagt, die Pferde, die schrien. Ich glaubte, nicht das Flugzeug zu hören, so schrien sie. Da lag so ein Pferd mit den Hinterbeinen abgerissen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Mensch wird nicht als ein Mensch geboren, der Freude am Töten hat. Der Krieg aber bewirkt dies offenbar in kürzester Zeit. Das Töten führt zur Freude darüber. Und die Freude am Töten führt zum weiteren Töten. So bewegt sich der Mensch in einem Teufelskreis. Man kann wohl sagen: Die Gewalttat fällt auf den Täter zurück, indem sie seine Gefühlswelt geradezu umkehrt: Aus einem Menschen, der Gewalt verabscheut, wird ein Mensch, der Freude an ihr findet und dadurch immer stärker in die Gewalt verstrickt wird.</div><div><br></div><div>Das Ziel des Guten – Bewahrung des Lebens – wird damit verfehlt. Ein Zerbrechen aller bisherigen Moralvorstellungen ist die Folge. Theologisch lässt sich sagen: Wenn die Sünde sich potenziert, brechen alle Dämme. Auch vor Unschuldigen macht die Lust am Töten keinen Halt.</div><div><br></div><div>Die Lust am Töten kann sportliche Züge annehmen. Die Ziele werden gejagt. Was im ukrainischen <span class="fs14lh1-5"><i>Butscha </i></span>geschah, gehört in all seiner Grausamkeit offensichtlich zum Kriegsgeschehen hinzu. Der Leutnant zur See <span class="fs14lh1-5"><i>Danckworth </i></span>berichtet von seiner Freude am Jagen anderer Schiffe:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das macht doch Spaß auch heute noch. [...] Das Schönste, was es gibt, ist Einzeljagd.</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch durch Rache potenziert sich die Gewalt. Der Obergefreite <span class="fs14lh1-5"><i>Diekmann </i></span>erzählt, was passierte, nachdem einer seiner Kameraden von einem als Zivilist getarnten Kämpfer erschossen worden war:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">DIEKMANN: [...] Da ratterte es schon [das Maschinengewehr], sämtliche Fenster abgestrichen, und was sich so eben auf der Straße gezeigt hat. Immer über die Straßen, peng, peng, weißt du, immer genau in die sämtlichen Seitenstraßen habe ich reingeschossen, alles was sich gezeigt hat. Mein Lieber, da ist verschiedentlich einer unschuldig umgefallen, das war mir ganz scheißegal. Diese gemeinen Hunde, Junge, Junge! – Ein alter Kerl, verheiratet, ich weiß nicht, vier oder fünf Kinder zu Hause, den legen sie so meuchlerisch um; da kannst du nicht mehr Rücksicht nehmen, das ist unmöglich. Wir hätten ja sämtliche Häuser angesteckt, wenn da noch ein Schuss gefallen wäre. Wir haben mit dem MG zwischen dreißig belgische Weiber gehauen. Die wollten das deutsche Verpflegungslager stürmen. Wurden sie aber fix herausgejagt.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">HAASE: Da sind sie abgehauen, was?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">DIEKMANN: Nein, umgefallen sind sie alle.</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch hier wird deutlich, dass das Töten eines Einzelnen das Töten Vieler zur Folge hat. Rache, auch Vergeltung genannt, potenziert die Gewalt. Ein Leutnant <span class="fs14lh1-5"><i>Leichtfuss </i></span>erwähnt das ausdrücklich, als er erzählt, <span class="fs14lh1-5">wie verfahren wurde, nachdem deutsche Kriegsgefangene auf grauenvolle Weise vom Feind gemartert und getötet worden waren:</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Diese Sachen hat man natürlich zum Anlass genommen, um das Zehnfache und Zwanzigfache und Hundertfache, nicht auf diese rohe und viehische Art und Weise, zu vergelten, sondern das wurde einfach folgendermaßen gemacht: Wenn da so ein kleiner Trupp gefangen genommen war, also zehn bis fünfzehn, dann war es dem Landser oder dem Unteroffizier auch zu schwierig, die nun irgendwie 100 oder 120 Kilometer nach rückwärts zu transportieren. Dann wurden die irgendwie in einem Raum eingesperrt. Dann flogen durchs Fenster drei bis vier Handgranaten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Angesichts solcher Schilderungen versteht man, wenn Rache bzw. Vergeltung in den biblischen Schriften Gott vorbehalten bleibt (3Mo/Lev 19,18; Röm 12,19; Hebr 10,30): Es geht nicht darum, sich Gott so vorzustellen, dass er menschliche Rachegelüste entwickelt, sondern darum, die menschliche Rache einzudämmen; denn Gott bleibt – im Gegensatz zum Menschen – in aller Vergeltung ein barmherziger Gott.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Verfeindung durch Religion und Ideologie</div><div><br></div><div>Auch religiöse Vorstellungen können ein Einfallstor brutaler Gewalt bilden. Das zeigt nicht nur der gegenwärtige iranische Gottesstaat, sondern auch die christliche Tradition. <span class="fs14lh1-5"><i>Herfried Münkler</i></span> weist in einer – meiner Meinung nach fragwürdigen – Interpretation der Johannesoffenbarung darauf hin, einer Interpretation, die aber durchaus zur kirchlichen Tradition gehört [8]:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Sicherlich gab es eine Ausmalung des Feindbildes in Verbindung mit religiösen Vorstellungen, in denen der Feind zum eschatologischen Widersacher, zu einer grundsätzlichen Infragestellung menschlichen Lebens, zumindest der eigenen Kultur, gesteigert wurde, zur Verkörperung des Widersinnigen schlechthin, sodass der Kampf gegen ihn zum Endkampf zwischen den Kräften des Guten und des Satanischen wurde. Man kann das als eine spezifische Art der Verfeindung bezeichnen, in der religiöse Vorstellungen die Aufgabe übernehmen, die in späterer Zeit den Ideologien zufallen sollte. Der Kampf um knappe Ressourcen wurde auf diese Weise [...] zu einem Ringen kosmischen Ausmaßes. Die </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Offenbarung des Johannes</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> zeigt, wie Widerstands- und Rachefantasien, die gegen das übermächtige Rom gerichtet waren, aus einem Unabhängigkeitskrieg [...] ein kosmisches Ringen machten, in dem es nicht nur um Sein oder Nichtsein eines Volkes, sondern um das Schicksal der Welt, um den Endkampf zwischen dem Göttlichen und den satanischen Mächten ging.</span></span></i></div><div><br></div><div>Eine solche Interpretation der Johannesoffenbarung zeigt, wie sehr die Verteufelung des Feindes die Feindschaft bis hin zu einem religiös aufgeladenen Endkampf steigern kann. Für Versöhnung bleibt hier kein Raum mehr, kann man sich doch mit satanischen Mächten nicht versöhnen. Der Kampf wird hierdurch entweder verewigt oder mit dem Sieg Gottes beendet. In der Offenbarung siegt am Ende Gott. Insofern ging für die Menschen damals etwas Tröstliches davon aus, dass das Schicksal des römischen Weltreichs, wie mächtig es sich auch noch gebärdete, schon besiegelt war.</div><div><br></div><div>Dennoch sind solche Verteufelungen des Feindes keine Sache der Vergangenheit. <span class="fs14lh1-5"><i>Münkler </i></span>stellt zu Recht fest, dass sie "in späterer Zeit den Ideologien zufallen sollte." Bis heute besteht die Gefahr, den Feind in die Ecke des Teufels zu stellen, gegen den bis zum Endsieg zu kämpfen ist. Die Beziehungen zwischen den beteiligten Staaten und ihrer Bevölkerung werden so für Jahrzehnte belastet, wenn nicht der Verfeindung preisgegeben, und das heißt: von Versöhnung ausgeschlossen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">8. Logik des Konflikts oder feindlose Demokratie?</div><div><br></div><div>Kriege erzeugen nicht nur zwischenstaatliche Feindschaft, sondern, wie der Soziologe <span class="fs14lh1-5"><i>Armin Nassehi</i></span> betont, auch innerhalb der beteiligten Staaten gesellschaftliche Konflikte [9]. Man sieht das heute deutlich an den Diskussionen über die militärische Unterstützung der Ukraine. Dabei besteht die Gefahr, dass alle Argumente der "Logik des Konflikts" unterworfen werden. Auch komplexe Problemlagen werden dann auf einen einfachen Gegensatz reduziert – zum Beispiel "naiver Pazifismus" versus "tödlicher Bellizismus".</div><div><br></div><div>Alle an der Diskussion Beteiligten werden dann einer der beiden Seiten zugeordnet. Differenziertere Positionen werden "von dem etablierten Konflikt aufgesogen". Der so auf Dauer gestellte Konflikt mit seiner Vereinfachung reduziert Komplexität und schafft klare, handhabbare Verhältnisse. Jedoch wird dann leicht die ganze Gesellschaft entlang dieser grundlegenden Konfliktlinie sortiert. <span class="fs14lh1-5"><i>Nassehi </i></span>plädiert für eine "feindlose Demokratie" und fragt schließlich, ob sie gelingen kann:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Vielleicht ist der (neue und alte) weltgeschichtliche Antagonismus der, wie es gelingt, mit Uneindeutigkeit umzugehen: durch Bearbeitung von Diversität (jeglicher Form) oder durch ihre Negierung. Dass all das – in gesellschaftlichen Innenverhältnissen wie in politischen Außenverhältnissen – unter der alten Semantik von "Freunden" und "Feinden" verhandelt wird, ist eine historische Hypothek. Ob aus "Freunden" und "Feinden" schlichte "Differenzen" und "unterschiedliche Unterscheidungen" werden können?</span></i></span></div><div><br></div><div>In der Tat gibt es in vielen ethischen Fragen, besonders in denen, die mit Krieg zusammenhängen, nicht die Eindeutigkeit, die wir uns wünschen würden. Uneindeutigkeit aber kann nur dadurch überwunden werden, dass man sich ihr stellt. Das aber bedeutet, die eigene Position zu relativieren und den Wahrheitsanteil in der Gegenposition anzuerkennen. Das kann nur gelingen, wenn der Andersdenkende prinzipiell nicht als kriegstreibender oder zynischer "Feind" betrachtet wird, sondern als ein Mensch, der, wie ich selbst, das Gute will und sucht.</div><div><br></div><div>Eine solche tolerante Haltung wird durch einen Glauben unterstützt, der zum einen um die eigene Fehlbarkeit weiß und der zum anderen in der Lage ist, den Gang der Weltgeschichte in die Hände einer guten Macht abzugeben – einer Macht, die weiter blickt und stärker ist, als es Menschen jemals vermögen. Denn wir kämpfen nicht einfach mit Fleisch und Blut, sondern mit der für uns nicht fassbaren Macht der Sünde, die nach der Welt und nach uns selbst greift und derer wir allein nicht Herr werden können (siehe Eph 6,12). Darum bedarf es der Kraft Gottes, um die Sünde zu besiegen – auf dass nicht geschehe, was <span class="fs14lh1-5"><i>Friedrich Nietzsche</i></span> so ausgedrückt hat [10]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">[1] Sönke Neitzel / Harald Welzer: Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben. S. Fischer Verlag, 2. Aufl. Frankfurt am Main 2012. S. 204.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[2] nach:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Rolf P. Knierim: Zur Gestalt alttestamentlicher Hamartiologie. In: Sigrid Brand u.a (Hg.): Sünde. Ein unverständlich gewordenes Thema. Neukirchener Verlag, 2. Aufl. Neukirchen-Vlyun 2005. S. 71-114. Dieser Aufsatz auch zu Kapitel 2.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. Hg. von Ernst Jenni. Christian Kaiser Verlag / Gütersloher Verlagshaus. Band I: Gütersloh 1971. Sp. 243-249. 251-258. 541-549. 583-587. Band II: Gütersloh 1975. Sp. 26-31. 488-495. 794-803. 813-818.<br></span></li></ul></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">[3] Heike Littger: Lagerfeuer. Mitten durch Freundes- und Feindesland. In: </span><span class="fs11lh1-15">Freund &amp; Feind. </span><span class="fs11lh1-15">Kursbuch 214 (Juni 2023). Hg. von Armin Nassehi u.a. S. 42-51. Die folgenden Zitate auf S. 47f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[4] nach:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Herfried Münkler: Was macht den Feind zum Feind? Und was den Freund zum Freund? Eine kleine Typologiereise. In: Kursbuch 214 (s.o. [3]). S. 54.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Wikipedia: <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marseillaise#Nationalhymne_in_Frankreich" target="_blank" class="imCssLink">Marseillaise</a></span>.<br></span></li></ul></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">[5] Herfried Münkler: Was macht den Feind zum Feind? (s.o. [4]). S. 54.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">[6] Zitiert nach: Herfried Münkler: Was macht den Feind zum Feind? (s.o. [4]). S. 56. Dort zitiert nach: Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hg. von Werner Hahlweg. 19. Aufl. Bonn 1980. S. 193.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">[7] Zitate aus: Sönke Neitzel / Harald Welzer: Soldaten (s.o. [1]). S. 84f.87.107.126f.135.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">[8] Herfried Münkler: Was macht den Feind zum Feind? (s.o. [4]). S. 58f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">[9] Armin Nassehi: Der zivilisierende Staubsauger. Wie man mit Freunden und Feinden leben kann. In: Kursbuch 214 (s.o. [3]). S. 99-112. Das folgende Zitat auf S. 112.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[10] Zitiert nach: Constanze Stelzenmüller: Die Wiederkehr des Feindes. Die Dabatte um einen ukrainischen Kompromissfrieden und die Denklücken der Sicherheitspolitik. In: Kursbuch 214 (s.o. [3]). S. 130. Dort zitiert nach: Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse. Leipzig 1886. Aphorismus 146. Das Zitat wurde orthographisch angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Engin Akyurt auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 20 Jul 2023 08:18:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Reich Gottes - Glück der Armut]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000216"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Reich Gottes – Glück der Armut</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was ist das Reich Gottes (Teil 5)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/07/2023</span></div><div><br></div><div>Die Seligpreisungen Jesu gehören zu den bekanntesten Texten des Neuen Testaments. "Selig" oder "überglücklich" sein möchten wir alle. Jesus spricht diese "Seligkeit" bestimmten Menschen zu und ruft zugleich dazu auf, an diesem übermäßigen Glück unsere Mitmenschen teilhaben zu lassen.</div><div><br></div><div>Wäre es nicht ein Glück, vollkommen frei zu sein von allem, was wir besitzen und worum wir uns sorgen müssen, und auch frei davon, was andere uns einflüstern und welches Verhalten sie von uns erwarten?</div><div><br></div><div>Wir werden diese absolute Freiheit aus eigener Kraft kaum erreichen. Und doch spricht Jesus dieses übermäßige Glück gerade denen zu, die vielem, was Menschen für unbedingt notwendig und richtig halten, den Abschied gegeben haben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Die Seligpreisungen</div><div><br></div><div>Jesu erste Seligpreisung gilt den Armen. Um sie geht es mir heute, weil ihnen das Reich Gottes verheißen wird. Mt 5,3 und Lk 6,20 formulieren unterschiedlich:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig seid ihr Armen; denn euch gehört das Reich Gottes.</span></i></span></div><div><br></div><div>Aber wer ist eigentlich genau mit den "Armen" oder "geistlich Armen" gemeint? <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> hat treffende Worte dafür gefunden:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Mangel haben die Jünger an allen Stücken. Sie sind schlechthin "arm" (Lk 6,20). Keine Sicherheit, kein Besitz, den sie ihr eigen nennen könnten, kein Stück Erde, das sie ihre Heimat nennen dürften, keine irdische Gemeinschaft, der sie ganz gehören dürften. Aber auch keine eigene geistliche Kraft, Erfahrung, Erkenntnis, auf die sie sich berufen, deren sie sich getrösten könnten. Um seinetwillen [um Jesu willen] haben sie das alles verloren. Als sie ihm nachfolgten, da verloren sie ja sich selbst und damit auch alles, was sie noch reich machen konnte. Nun sind sie so arm, so unerfahren, so töricht, dass sie auf nichts mehr hoffen können als auf den, der sie gerufen hat. [...] Über ihnen, die um Jesu willen schlechthin </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>in Verzicht und Mangel</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> leben, bricht das Himmelreich an. Sie sind mitten in der Armut Erben des himmlischen Reiches. Sie haben ihren Schatz tief in der Verborgenheit, sie haben ihn am Kreuz. Das Himmelreich ist ihnen verheißen in sichtbarer Herrlichkeit, und es ist ihnen auch schon geschenkt in der vollkommenen Armut des Kreuzes.</span></span></i></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Dietrich Bonhoeffer: Nachfolge, S. 106f)</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die vielgestaltige Armut der Glaubenden</div><div><br></div><div>Die Armut der Glaubenden ist umfassend. Es ist materielle Armut insofern, als die Glaubenden die weltweite Schere zwischen Armen und Reichen als Skandal empfinden und deshalb von ihrem Besitz etwas abgeben. Wenn ich schreibe, dass sie "etwas" abgeben, trifft das schon den kritischen Kern: Was wir in den reichen Ländern dieser Welt abgeben, ist immer nur "etwas", ist immer zu wenig, um wirklich einen "Ausgleich" zwischen Armen und Reichen zu schaffen (2Kor 8,13-15).</div><div><br></div><div>Es kann nicht das Ziel sein, dass wir so arm werden wie die Hungernden in der Welt. Aber es würde schon viel verändern, wenn wir uns den Armen annähern und auf alles Unnötige verzichten würden. Damit meine ich alles, was nicht zu einem erfüllten Leben in unserer westlichen Gesellschaft notwendig ist. Würden wir auf das Überflüssige verzichten und dadurch ein Stück weit ärmer werden, dann könnten wir zum Abbau der Armut beitragen. Ich sage das durchaus selbstkritisch.</div><div><br></div><div>Aber die Armut der Glaubenden umfasst viel mehr. Indem die Jünger Jesus nachfolgten, haben sie ihre Heimat aufgegeben. Sie haben die Sicherheit ihres Broterwerbs hinter sich gelassen und die Gemeinschaft der Großfamilie, des Freundeskreises und des Dorfes. Nicht, dass sie den Kontakt völlig aufgegeben hätten. Sie sind ja immer wieder nach Hause zurückgekehrt. Aber sie haben mit dem alten Leben und den alten Denkweisen gebrochen. Jesus selbst hat diesen Bruch im Konflikt mit seinen Eltern erlebt (Mt 12,46-50).</div><div><br></div><div>Es geht also auch um die Armut bezüglich der Lebenshaltung, in der man einstmals beheimatet war. Diese Lebenshaltung haben Jesu Jüngerinnen und Jünger aufgegeben, als sie sich Jesus anschlossen.</div><div><br></div><div>Aber mehr noch: Sie sind geistlich arm geworden. Mit anderen Worten: Sie haben sich verabschiedet von aller eigenen geistlichen Kraft, von aller eigenen geistlichen Erkenntnis und Weisheit, vom Vertrauen auf das Eigene. Was die Glaubenden also an Kraft und Erkenntnis haben und worauf allein sie vertrauen können, ist das, was Jesus und sein himmlischer Vater ihnen geben. Damit haben sie alles, wessen sie bedürfen; damit wird ihnen das Reich Gottes zu eigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Die Seligkeit des Leidens</div><div><br></div><div>Dieses Reich Gottes ist ein Schatz, aber ein verborgener. Er ist verborgen unter dem Kreuz: dort, wo nichts mehr hilft als allein Gott. <span class="fs14lh1-5"><i>Der Schatz besteht darin, sich ganz auf Gott zu verlassen und alle Kraft, alle Erkenntnis und Weisheit von ihm zu empfangen. Dieser himmlische Schatz ist zugleich weltliche Armut.</i></span></div><div><br></div><div>Jetzt wird deutlich, dass das Heben dieses Schatzes durchaus mit Leid verbunden sein kann. Das übergroße Glück ist in der unerlösten Welt meist getrübt. Es stellt sich auch selten sofort ein. Oft bedarf es eines Weges durch das Leid hindurch. Am Ende aber wird das Glück des Reiches Gottes stehen.</div><div><br></div><div>Vielleicht sollte man tatsächlich gar nicht von "Glück" sprechen, sondern von "Seligkeit". Wir haben Schwierigkeiten, uns einen leidenden Menschen glücklich vorzustellen, obwohl ich das nicht ausschließen möchte. Dass er trotz seines Leids in einem Stand der "Seligkeit" lebt, passt vielleicht besser in unsere Vorstellungswelt. Gibt es nicht auch ein seliges Leiden – ein Leiden, das für uns ein Glück ist? Und wäre ein solches Leiden nicht so etwas wie Glück jenseits aller vorübergehenden Glücksgefühle?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Das selige Glück der Abhängigkeit</div><div><br></div><div>Das Reich Gottes ist ja keine vorübergehende Episode, kein Gefühlsüberschwang, sondern etwas Dauerndes. Die Glaubenden orientieren sich ja um des Reiches willen nicht mehr am Weltgeschehen. Sie verlassen sich nicht mehr auf das, was Menschen zuwege bringen: nicht auf den Zeitgeist, auf eine Ideologie oder ein politisches Programm, nicht auf die allgemeine Volksfrömmigkeit, auf die Familie und den Freundeskreis, nicht auf das, was allgemein gedacht und geglaubt wird und was man gemeinhin tut. Der Schatz besteht darin, jeden Halt in der Welt zu relativieren, um Halt bei Gott zu erlangen. Darum sagte Jesus (Mt 10,39):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer sein Leben findet, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Darum gehört das Reich Gottes nach Jesu Wort auch den Kindern (Mt 19,14):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lasst die Kinder und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn ihnen gehört das Himmelreich!</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die Kinder haben nichts Eigenes, worauf sie bauen könnten. Sie sind ganz angewiesen, aber deswegen nicht unglücklich. Sie leben, wenn sie sich geborgen wissen, im seligen Glück der Abhängigkeit. Darum steht uns das Reich Gottes offen, wenn wir wie die Kinder werden.</i></span> Jesus sagte (Mt 18,3):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich hineinkommen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wir verschließen uns das Himmelreich und enthalten es zugleich unseren Nächsten vor, wenn wir uns an das Eigene klammern, wenn wir nicht arm sein wollen. Gelassener aber und glücklicher macht uns das Vertrauen darauf, dass wir alles, was wir brauchen, von Gott erhalten, und die Freiheit, auf alles überflüssige Eigene zu verzichten. Dann werden wir unabhängiger, können entspannter leben und von unserem Überfluss abgeben. Damit alle am Glück des Reiches Gottes teilhaben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Weitere Teile der Reihe zum Reich Gottes</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 1: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---raum-der-lebenslust" class="imCssLink">Reich Gottes – Raum der Lebenslust</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 2: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---einladung-zur-freundschaft" class="imCssLink">Reich Gottes – Einladung zur Freundschaft</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 3: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---die-gegenwart-der-zukunft" class="imCssLink">Reich Gottes – die Gegenwart der Zukunft</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 4: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---geheilte-lebendigkeit" class="imCssLink">Reich Gottes – geheilte Lebendigkeit</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 6: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---weg-und-ziel-des-daseins" class="imCssLink">Reich Gottes – Weg und Ziel des Daseins</a></span>.</span></div></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Dietrich Bonhoeffer: Nachfolge. Hg. von Peter Zimmerling. Brunnen Verlag. 3. Aufl. Gießen 2020. S. 106f.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Georg Eichholz: Auslegung der Bergpredigt. Neukirchener Verlag der Erziehungsvereins, Neukirchen-Vluyn 1965, S. 26-35.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Marco Frenschkowski: Seligpreisungen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Band 7. Hg. von Hans Dieter Betz u.a. Verlag Mohr Siebeck. 4. Aufl., Tübingen 2004. Sp. 1184-1186.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Wer ist Christus für uns heute? Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994. S. 19-21.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Thomas Söding: Nächstenliebe. Gottes Gebot als Verheißung und Anspruch. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2015. S. 119.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 14 Jul 2023 19:47:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Reich Gottes - geheilte Lebendigkeit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000215"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Reich Gottes – geheilte Lebendigkeit</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was ist das Reich Gottes? (Teil 4)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/07/2023</span></div><div><br></div><div>Jesus verkündete, dass mit seiner Person das Reich Gottes angebrochen sei. Doch das waren zunächst nur Worte. Niemand hätte ihnen auf Dauer Aufmerksamkeit geschenkt, wenn ihnen nicht die entsprechenden Taten gefolgt wären.</div><div><br></div><div>Die drei Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas berichten übereinstimmend, dass Jesus nach dem Beginn seiner Verkündigung Kranke geheilt hat. Dadurch wurde konkret, was er verkündete: Das Reich Gottes ist mit ihm angebrochen.</div><div><br></div><div>Dem Evangelisten Markus zufolge lehrte Jesus in der Synagoge von <span class="fs14lh1-5"><i>Kapernaum </i></span>und heilte dort einen Menschen, der offensichtlich psychisch schwer erkrankt war – "ein Mensch mit einem unreinen Geist", den Jesus "austrieb", wie man damals sagte (Mk 1,23-26). Schon dadurch wird deutlich, dass das abgrundtief und unerklärlich Böse im Reich Gottes keinen Platz hat.</div><div><br></div><div>Noch an demselben Tag geschah etwas Außergewöhnliches (Mk 1,32-34):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Als es Abend geworden war, brachten sie nach Sonnenuntergang alle zu ihm [zu Jesus], die krank und besessen waren. Und die ganze Stadt war an der Türe versammelt. Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, weil sie ihn kannten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Eine fast gespenstische Szene: Nach Sonnenuntergang, also im Dunklen, denn Straßenbeleuchtungen gab es damals nicht, läuft das ganze Dorf zusammen und bringt die Kranken mit. Manche Krankheiten waren wohl schon damals eine Sache, die man nicht gern an die große Glocke hängte; erst in der Dunkelheit machte man sich verschämt auf zu dem Haus, in dem Jesus sich aufhielt. Aber dort waren so viele versammelt, dass nichts geheim bleiben konnte. Markus berichtet: Jesus heilte viele, nicht alle. Warum nicht alle, darüber verliert er kein Wort. Wir wissen es nicht.</div><div><br></div><div>Wunderbare Krankenheilungen werden in der Antike oft berichtet, nicht etwa nur von Jesus. Bei Jesus aber sind die Krankenheilungen mit dem Anbruch des Reiches Gottes verbunden. <span class="fs14lh1-5"><i>Jürgen Moltmann</i></span> schreibt eindrücklich:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn der lebendige Gott zu seiner Schöpfung kommt, dann müssen die Mächte der Qual weichen, dann werden die gequälten Geschöpfe gesund. Das Reich des lebendigen Gottes vertreibt die Bazillen des Todes und breitet die Keime des Lebens aus. Es bringt nicht nur Heil in einem religiösen Sinne, sondern auch Gesundheit in körperlicher Erfahrung. In der Heilung der Kranken wird das Reich leibhaftig.</i></span></span><span class="cf1"> *</span></div><div><br></div><div>Gottes Reich ist nicht nur eine Sache der Seele. Es geht nicht nur um das Seelenheil. Die Aufspaltung des Menschen in Leib und Seele ist eine Erfindung der antiken griechischen Philosophie. Das hebräische Denken kennt diese Aufspaltung nicht.</div><div><br></div><div>Das hebräische Wort, das wir mit "Seele" übersetzen, beschreibt den ganzen Menschen in seiner umfassenden Lebendigkeit, mit seinem inneren und äußeren Leben. Dieses Leben in all seinen Dimensionen ist dem Menschen von Gott "eingehaucht" worden (1Mo/Gen 2,7). Wenn dieses Leben durch Krankheit eingeschränkt ist, ist dem Menschen etwas von seiner Lebendigkeit verloren gegangen. Ist der Mensch aber genesen, dann ist sein Leben in der Weise wiederhergestellt, wie Gott das Leben gewollt hat.</div><div><br></div><div>Viele Menschen finden heute keinen Zugang zu diesen wunderbaren oder auch wunderlichen Krankenheilungen Jesu. Aber es wird ihnen vielleicht der Gedanke verständlich sein, dass Gottes Lebenskraft unsere Person auch in ihrer Körperlichkeit durchdringen und zurechtbringen will.</div><div><br></div><div>Vom ewigen Leben her gedacht, also von der Vollendung des Reiches Gottes her, sind die Heilungsgeschichten Jesu gar nichts Besonderes, gar keine "Wunder", sondern das Selbstverständliche. Denn im zukünftigen Reich Gottes wird es selbstverständlich keine Krankheiten mehr geben. Weil aber die Zukunft schon in die Gegenwart hineinreicht, geschieht es auch schon jetzt, dass Menschen auf unerklärliche Weise gesund werden. Die Medizin nennt solche für sie unerklärlichen Heilungsprozesse "Spontanheilungen".</div><div><br></div><div>Es mag ein Anstoß für uns sein, dass nicht alle Kranken geheilt werden. Wir wissen nicht, warum die einen gesund werden und die anderen nicht. Aber wir wissen, dass das Reich Gottes noch nicht umfassend und in Vollkommenheit gegenwärtig ist. Deshalb gibt es noch das Schwere, auch schwere Krankheiten, die wir in unserem Leben zu tragen haben.</div><div><br></div><div>Doch welche Last wir auch immer zu tragen haben, es gibt eine Hoffnung. Wer keine Hoffnung auf Gottes Reich hat, für den können die Heilungsgeschichten der Bibel eigentlich nur Märchen sein. Wer aber an der Hoffnung auf dieses Reich festhält, der wird auch die Hoffnung auf Gottes heilendes Wirken in unserer gegenwärtigen Welt und spätestens in der zukünftigen Welt nicht verlieren. Dann können ihm Jesu Heilungsgeschichten zu Erinnerungen werden, die Hoffnung wecken.</div><div><br></div><div>Wer durch Krankheit eingeschränkt ist, der hat etwas von seinem Leben verloren. Darum wurden Krankheiten in biblischer Zeit, als man den Tod noch nicht so massiv verdrängte wie heute, als Vorboten des Todes verstanden. Umgekehrt hat ein Mensch, wenn Jesus ihn heilte, einen Vorgeschmack der Auferstehung verspürt. Wir sagen noch heute, wenn wir einer körperlichen oder psychischen Notlage entkommen sind: "Ich fühle mich wie neu geboren." Verstehen wir die Heilung als ein Wirken Gottes an uns, dann können wir darin eine ansatzweise Erfahrung des zukünftigen Auferstehungslebens erblicken.</div><div><br></div><div>Zur Erfahrung des Reiches Gottes gehört offenbar der Glaube. In seiner Heimatstadt <span class="fs14lh1-5"><i>Nazareth </i></span>glaubte man Jesus nicht, so dass er dort nur wenige Kranke heilen konnte (Mk 6,1-6). An einem anderen Ort brachte ein Vater seinen Sohn zu Jesus, der an Epilepsie litt. Der Glaube des Vaters war nicht besonders stark. Er sagt zu Jesus: "Ich glaube; hilf meinem Unglauben!" Schon dieser schwache Glaube reichte aus dafür, dass Jesus seinen Sohn gesund machte. Immer wieder sagte Jesus zu denen, die er geheilt hat: "Dein Glaube hat dich gerettet" (z.B. Mk 5,34; 10,52).</div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Es gibt offenbar eine Wechselbeziehung zwischen unserem Glauben und dem Wirken Gottes an uns. Ich will damit nicht sagen, dass Gott bei denjenigen, die nicht an ihn glauben, nichts bewirken kann. Umgekehrt garantiert auch der stärkste Glaube nicht, dass eine Krankheit geheilt wird. Diejenigen, die nicht gesund werden, sind also nicht etwa selber Schuld daran. Aber es kann geschehen, dass wir Gottes Wirken an uns nicht zum Zuge kommen lassen. Seine heilende Kraft kann von uns geschmälert werden (1Thess 5,19). Es ist wie eine Mauer, die wir dann zwischen uns und Gott aufrichten: Sie könnte dem Positiven, das uns erreichen will, den Weg versperren.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Richten wir also keine Mauer auf zwischen uns und Gott! Öffnen wir uns für ihn und sein Reich! Dann bleibt das Reich Gottes nicht nur ein Wort, sondern gewinnt konkrete Gestalt in unserem Leben.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Weitere Teile der Reihe zum Reich Gottes</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 1: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---raum-der-lebenslust" class="imCssLink">Reich Gottes – Raum der Lebenslust</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 2: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---einladung-zur-freundschaft" class="imCssLink">Reich Gottes – Einladung zur Freundschaft</a></span>.<br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 3: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---die-gegenwart-der-zukunft" class="imCssLink">Reich Gottes – die Gegenwart der Zukunft</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 5: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---glueck-der-armut" class="imCssLink">Reich Gottes – Glück der Armut</a></span>.<br></span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 6:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---weg-und-ziel-des-daseins" class="imCssLink">Reich Gottes – Weg und Ziel des Daseins</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span></div></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Jürgen Moltmann: Wer ist Christus für uns heute? Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 1994. S. 15-18.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 07 Jul 2023 19:07:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Reich Gottes - die Gegenwart der Zukunft]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000210"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Reich Gottes – die Gegenwart der Zukunft</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was ist das Reich Gottes? (Teil 3)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/06/2023</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Dürfen wir einmal träumen? Die Menschheit rauft sich zusammen. Kriegführen wird weltweit geächtet, Rüstungsausgaben minimiert. Die eingesparten Mittel werden für den gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel eingesetzt. Es gibt tatsächlich Superreiche, die Millionen für Hungernde zur Verfügung stellen. Daraus entsteht eine Bewegung, der sich Unzählige anschließen und aus ihren Ersparnissen etwas abgeben. So werden lebenswerte Verhältnisse in den armen Ländern geschaffen, so dass die Zahlen der Flüchtlinge gegen Null gehen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Leider gibt es noch Gewalt. Es gibt zwar genug Geld für vorbeugende Programme, schon unter Jugendlichen. Doch unverbesserliche Gewalttäter müssen zum Schutz der Menschheit inhaftiert werden. Immer wieder flammen auch Kriege auf. Doch der Druck der Weltgemeinschaft auf die Kriegführenden ist groß. Sie werden geächtet und vom Handel ausgeschlossen. Die internationale Gemeinschaft sucht in jedem aufbrechenden Konflikt nach Kompromissen. Formen gewaltfreier Verteidigung werden eingeübt.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Dennoch ist die Welt kein Paradies. Doch Kranke werden mit den bestmöglichen Mitteln behandelt, unabhängig von ihrem Vermögen. Auch in den armen Ländern entstehen modernste Kliniken, die für alle da sind. Wer nicht leistungsfähig ist, muss dennoch nicht um seinen Lebensunterhalt bangen. Alle Zukunftsplanungen orientieren sich an den Schwächsten der Gesellschaft, nicht am Profit. Die Städte werden grüner, niemand muss in Mülleimern wühlen. Das Geld dient den Menschen, nicht die Menschen dem Geld.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die Kirchen verzichten auf einen großen Teil ihrer Besitztümer zugunsten einer menschlicheren Welt. So werden sie zu glaubwürdigeren Zeugen Jesu Christi und seines Reiches.</i></span></div><div><br></div><div>Alles nur ein Traum? Vielleicht. Aber einer, der das zukünftige Reich Gottes ansatzweise vorwegnimmt, so dass es schon jetzt ein Stück weit Wirklichkeit wird.</div><div><br></div><div>In der Person Jesu hat sich das Reich Gottes schon verwirklicht. Jesus hat sich den Armen und Verachteten zugewandt und Kranke geheilt. So hat er das Böse, das Lebensfeindliche besiegt. Er hat den Sündern ihre Sünde vergeben und sie durch seine Worte ins Nachdenken gebracht. Bei ihm bekamen alle eine neue Chance. Jesus hat sie aufgerufen, seinem himmlischen Vater zu vertrauen und ihr Leben auf ihn zu gründen. Wer das tat, machte sein Leben nicht an sich selbst und der eigenen Macht fest. So hat Jesus seine Liebe konsequent gelebt bis hin zum eigenen Leiden und Sterben.</div><div><br></div><div>Doch mit seinem Tod war das Reich Gottes nicht am Ende. Der Tote wurde von den Toten auferweckt und erschien seinen Freundinnen und Freunden. Deshalb gibt es Menschen, die den Tod für besiegt halten. Als Jesus ging, hinterließ er den Seinen den göttlichen Geist. Dieser Geist macht Unmögliches möglich. Er befähigt Menschen, umzukehren von den Wegen der Gottlosigkeit und Gewalt. Er legt ganz normalen Menschen Worte in den Mund, die andere bewegen und überzeugen. So bringt er das Evangelium zu allen Völkern der Welt.</div><div><br></div><div>Durch Gottes Geist geschieht es, dass Menschen überzeugt werden und ihr Leben umkrempeln. Wo Hass regierte, wird überraschend Liebe möglich. Wo Leid ist, keimt eine unbezwingbare Hoffnung. In den Beziehungen von Menschen geschieht Wunderbares: Man hört einander zu, man fühlt sich ein, man lernt von den Andersdenkenden. Einsame bekommen das Gefühl vermittelt, dass sie verstanden werden. Solche Liebe vollzieht sich oft hinter dicken Mauern, in den "kleinen" Ereignissen der Zuwendung, des gemeinsamen Weinens, der Zärtlichkeit, die nicht an die Öffentlichkeit dringen. Aber immer wieder geschieht es auch, dass völlig unerwartet Völker zueinander finden und Mauern gewaltlos durchbrochen werden. Das Reich Gottes setzt sich durch.</div><div><br></div><div>Natürlich gibt es auch noch das andere: Krankheit, Tod, Verzweiflung, Gottlosigkeit und Gewalt. Das Reich Gottes setzt sich offensichtlich nicht überall und allezeit durch. Auch das Böse tritt machtvoll auf den Plan. Es gibt noch abgrundtief Böses, geradezu Teuflisches in der Welt. Darum stellte man sich das Böse zu Jesu Zeiten in der Gestalt von Dämonen vor. Dass das Reich Gottes schon mitten unter uns ist, wie Jesus sagte (Lk 17,21), zeigt sich also nicht darin, dass es nichts Böses mehr gibt. Es zeigt sich aber darin, dass das Böse der Macht Jesu hoffnungslos unterlegen ist. Jesus hat die Dämonen, also das Böse, besiegt. Er hat gesagt (Mt 12,28):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn ich durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist das Reich Gottes zu euch gekommen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wer das abgrundtief Böse austreiben kann, hat die letzte Macht. Das Böse hat den Kampf also schon verloren. Sogar der Tod hat seit Jesu Auferstehung keine letzte Macht mehr über uns.</div><div><br></div><div>Als Jesus nach Joh 18,36 sagte "Mein Reich ist nicht von dieser Welt", sprach er über die Herkunft des Reiches, nicht über den Ort, an dem es sich verwirklicht. <span class="fs14lh1-5"><i>Das Reich Gottes kommt von Gott her, keine Frage. Aber es verwirklicht sich nicht nur später im "Himmelreich", sondern auch schon jetzt in unserer Welt.</i></span></div><div><br></div><div>Dennoch quält uns das Böse noch. Es ist zwar besiegt, aber noch nicht ausgerottet. Darum ist Gottes Reich nicht nur eine gegenwärtige Größe, sondern auch eine zukünftige: Seine Vollendung, seine alles umfassende und für alle sichtbare Verwirklichung steht noch aus. <span class="fs14lh1-5"><i>Es gibt schon partielle Verwirklichungen des Reiches Gottes, aber es gibt noch nicht die eine umfassende Verwirklichung. Auf sie müssen wir noch hoffen.</i></span></div><div><br></div><div>Die christliche Hoffnung sagt nicht "Ich weiß nicht, ob es geschehen wird", sondern sie sagt: "Ich bin gewiss, dass es geschehen wird". Sie vertraut darauf, dass Gott seine Verheißungen erfüllen wird. Was sich mit Jesus bereits ereignet hat, was heute nur partiell geschieht, das wird unsere Zukunft sein: Der Tod wird überwunden sein, Gewalt und Unrecht werden ein Ende nehmen. Schließlich wird es keine Krankheit und kein Leid mehr geben. Die Saat ist schon gelegt und aufgegangen, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann ein wunderbarer Baum daraus geworden ist (Mt 13,31f).</div><div><br></div><div>So ist das Reich Gottes ansatzweise und partiell bereits gegenwärtig, umfassend und unangefochten aber noch zukünftig. Wo schon jetzt lebenswürdige Verhältnisse geschaffen werden, wo der Gewalt abgesagt wird und den Elenden Gerechtigkeit widerfährt, da ist Gottes Reich schon zu uns gekommen. Es ist zum Greifen nah, kann aber nicht festgehalten und fixiert werden (Lk 17,20f). Es ist kein machbarer Zustand, sondern eine punktuell sich ereignende Wirklichkeit – eine Wirklichkeit, die nicht empirisch festgemacht, aber mit den Augen des Glaubens gesehen werden kann.</div><div><br></div><div>Die Gegenwart des Reiches Gottes sagt uns: <span class="fs14lh1-5"><i>Die Macht des Bösen ist schon gebrochen. Darum gibt es Hoffnung, was immer auch geschieht, und es gibt niemals einen Grund, die Hoffnung aufzugeben. Denn die Zukunft hat schon begonnen.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><div><span class="imUl fs11lh1-5">Weitere Teile der Reihe zum Reich Gottes</span><span class="fs11lh1-5">:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 1:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---raum-der-lebenslust" class="imCssLink">Reich Gottes – Raum der Lebenslust</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 2:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---einladung-zur-freundschaft" class="imCssLink">Reich Gottes – Einladung zur Freundschaft</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 4:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---geheilte-lebendigkeit" class="imCssLink">Reich Gottes – geheilte Lebendigkeit</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 5:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---glueck-der-armut" class="imCssLink">Reich Gottes – Glück der Armut</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 6:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---weg-und-ziel-des-daseins" class="imCssLink">Reich Gottes – Weg und Ziel des Daseins</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span></div></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Wer ist Christus für uns heute? Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994. S. 21.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Die Bedeutung der Reich-Gottes-Erwartung für das Zeugnis der christlichen Gemeinde. Votum des Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche der Union. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1986. S. 57-65.102-104.107f.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 27 Jun 2023 09:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Christlich leben ohne Druck]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000020F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Christlich leben ohne Druck</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/06/2023</span></div><div><br></div><div><div class="imHeading2">1. Theoretisch frei – praktisch unter Druck<br></div></div><div><br></div><div>Als Christ oder Christin soll man angeblich frei sein. Jesus hat nach dem Johannesevangelium gesagt: "Die Wahrheit wird euch frei machen" (Joh 8,32). Und Paulus schrieb: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit" (Gal 5,1).</div><div><br></div><div>Deutlicher kann man es eigentlich nicht aussprechen: Christen sind absolut freie Menschen. Und zwar deshalb, weil sie Sünde, Tod und Teufel nicht mehr fürchten müssen. Denn Christus ist stärker als diese alle.</div><div><br></div><div>So weit, so gut. Doch jetzt kommt das große ABER.</div><div><br></div><div>ABER da gibt es doch die Zehn Gebote und die ethischen Weisungen Jesu, vor allem in der Bergpredigt (Mt 5-7). Es gibt also eine ganze Menge Dinge, die Christen und Christinnen tun sollen und nicht tun dürfen. Und es gibt Etliches, was die Kirche, die Pastoren, andere Christen und Familienangehörige einem eingeimpft haben, was man als Christ auf keinen Fall tun dürfe oder in jedem Fall tun müsse.</div><div><br></div><div>Und schon ist es vorbei mit dem guten Gewissen und der großen Freiheit. Stattdessen dauernder Druck: "Ich muss doch als Christ ...", fordert das Gewissen. "Ich darf doch als Christin nicht ...", meldet sich die innere Warnung. Dann steht man plötzlich da und denkt: "Scheiße! Das schaff' ich nie!"</div><div><br></div><div>"Also bin ich kein richtiger Christ", ist die Folgerung. "Ich bin ein Versager." Alle Versuche, Jesu Worte zu befolgen, sind gescheitert. Das schlechte Gewissen ist ein Dauerzustand, und das Damoklesschwert des zornigen Gottes schwebt über mir. Bergpredigt und Höllenangst lassen grüßen: "Bin ich verloren? Habe ich die Prüfung nicht bestanden?"</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imHeading2">2. Erfahrungen (un-)christlichen Drucks</div></div><div><br></div><div>Ich kann ein Lied davon singen. In meiner Jugend prasselten die Forderungen nur so auf mich ein. Glücklicherweise nicht von meinen Eltern. Aber in unserer kirchlichen Jugendgruppe wurde die Bibel sehr ernst genommen, also auch die Forderungen Jesu. Andere christliche Gruppen waren noch extremer als unsere. Ein missionierender Baptist verlangte, dass bestimmte Rockmusik nicht mehr gehört werden dürfe, weil sie vom Satan sei.</div><div><br></div><div>Manche warfen ihre Schallplatten weg. Andere hörten die Musik mit schlechtem Gewissen. Das schlechte Gewissen schlug übrigens an ziemlich vielen Stellen Alarm. Muss ich mich nicht zwingen, dies und das zu tun? Muss ich mich nicht überwinden, jenes zu lassen?</div><div><br></div><div>Man sollte als Christ missionarisch wirken. Man sollte jeden Tag seine "stille Zeit" halten. "Stille Zeit" wurde die Zeit der Bibellese und des Gebets genannt. Jeden Tag, am besten morgens, im Notfall auch abends. Das gehörte einfach dazu, wenn man Christ oder Christin sein wollte.</div><div><br></div><div>Ich entschied mich für den Abend, weil ich morgens ausschlafen wollte. Am Abend war ich aber meistens zu müde. Also fiel die "stille Zeit" meistens aus. Schon stellte sich das schlechte Gewissen ein. Aber ich schaffte es nicht mit der täglichen Bibellese. So interessant fand ich die Bibel nun auch wieder nicht. Andere Dinge waren viel interessanter.</div><div><br></div><div>"Hast du gestern nachmittag den Western geguckt?" fragte mich einmal einer aus unserer Jugendgruppe in seiner extremen Phase. Als ich bejahte, fragte er: "Warum hast du in der Zeit nicht die Bibel gelesen?" Dazu fiel mir damals nichts mehr ein. Leider.</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imHeading2">3. Befreiender Glaube</div></div><div><br></div><div>Aber, Gott sei Dank, das änderte sich. Ich begann, theologische Bücher zu lesen. Da wehte ein anderer Geist als in den christlichen Traktaten, die damals in Umlauf waren. Nicht allem, was ich las, mochte ich zustimmen. Aber bei <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther</i></span> und bei dem reformierten Theologen <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Barth</i></span> fand ich die christliche Freiheit.</div><div><br></div><div>Sie funktioniert, kurz gesagt, so: Gott ist ein gnädiger Gott. Punkt. Egal, was du tust oder nicht tust und wie schwach dein Glaube ist: Gott ist dir gnädig. Er nimmt die Gottlosen, Ungläubigen und Kleingläubigen an, ja sogar seine Feinde (Gottlose: Röm 4,5; 5,6; Feinde: Röm 5,10; 11,28; Klein- und Ungläubige: Mt 17,17.20). Gottes Gnade hat Bestand, unabhängig von deinem Lebenswandel. Du musst nichts tun, um seine Gnade zu erlangen; denn sie ist schon da, und du darfst sie mit leeren Händen ergreifen.</div><div><br></div><div>Diese Einsicht hatte für mich Konsequenzen. Langsam, sehr langsam verabschiedete ich mich davon, das Heil von meinem Glauben und meinen Taten zu erwarten. Das Heil kommt allein von Jesus Christus her. Mein Glaube und meine Taten sind zwar nicht egal, aber sie haben keine Relevanz für mein Heil.</div><div><br></div><div>Natürlich habe ich Gottes Gnade nur dann, wenn ich sie annehme. Aber das war für mich gar keine Frage: Nichts wollte ich lieber als Gottes Gnade.</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imHeading2">4. Ein Experiment mit ungewissem Ausgang</div></div><div><br></div><div>Irgendwann beschloss ich, mir überhaupt keinen Druck mehr zu machen. Ich wollte keine "stille Zeit" mehr halten, weil andere mir gesagt hatten, das müsse man als Christ tun. Ich wollte nicht mehr beten, weil ein Christ eben betet. Sondern ich wollte nur noch dann beten, wenn mir danach war.</div><div><br></div><div><div>Es war ein Experiment – Ausgang ungewiss. Mir war nicht ganz wohl dabei ...</div><div><br></div><div>Aber<span class="fs14lh1-5">, o Wunder: Ich hörte nicht etwa auf zu beten. Ich betete weiter, ganz freiwillig. Und irgendwann, viel später, begann ich eine regelmäßige "stille Zeit" am Morgen und halte sie bis heute. Jedenfalls meistens. Der Unterschied zu damals ist nur: Ich halte sie nicht, weil man das als Christ so macht, sondern weil sie mir hilft und ich sie vermisse, wenn ich sie nicht halte.</span></div></div><div><br></div><div>Durch Gottes Gnade, die meinem Glauben und Handeln immer zuvorkommt, fühle ich mich vollkommen frei. Ich lebe in der Gewissheit, dass Gott mich liebt und nichts, wirklich nichts mich von seiner Liebe trennen kann (Röm 8,38f) – also auch ich selbst nicht. Wie schwach mein Glaube auch immer ist und wie groß meine Verfehlungen auch sein mögen – Gottes Gnade geht mir nicht verloren.</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imHeading2">5. Zwischen innerem Antrieb und Fußtritt</div></div><div><br></div><div>In diesem Glauben bin ich motiviert, das zu tun, was Gott von mir möchte. Ich tue es aber nicht unter Druck oder aus Angst, sondern weil ich es tun will; weil ich es wichtig und richtig finde. Und das ist ein riesiger Unterschied.</div><div><br></div><div>Es ist nämlich der Unterschied zwischen Freiheit und Unfreiheit: Wenn du etwas unter Druck oder aus Angst tust, bist du nicht frei. Wenn du es aber ohne Druck und Angst tust, ist es deine freie Entscheidung.</div><div><br></div><div><div>Doch was wir immer brauchen, ist ein motivierender Impuls. <span class="fs14lh1-5">Wie sieht der aus? Die Menschen sind unterschiedlich: </span><span class="fs14lh1-5">Die einen benötigen, um den "inneren Schweinehund" zu überwinden, einen Schubs, den sie sich selber geben. </span><span class="fs14lh1-5">Vielleicht auch einen Fußtritt. Andere haben es da etwas leichter: Sie verspüren meist einen inneren Antrieb und müssen sich deshalb weniger selber anschubsen.</span></div><div><br></div></div><div>Das Christsein schließt also nicht aus, dass du dich manchmal am Riemen reißt, um nicht auf Abwege zu geraten. Oder du gibst dir selbst einen Tritt, um in Gang zu kommen und das Gute auch wirklich zu tun. Wenn diese Motivation aber aus deinem freien Herzen kommt und nicht aus Druck oder Angst, dann tust du auch das – in Freiheit.</div><div><br></div><div><div>Jesus hatte recht: "Die Wahrheit wird euch frei machen!"</div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Henryk Niestrój auf Pixabay</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 22 Jun 2023 08:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Reich Gottes - Einladung zur Freundschaft]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000020E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Reich Gottes – Einladung zur Freundschaft</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was ist das Reich Gottes? (Teil 2)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/06/2023</span></div><div><br></div><div>Wir leben von der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Nichts ist schöner, als mit Freunden zusammen zu sein, von denen man verstanden wird, bei denen man anerkannt ist, bei denen man Fehler machen darf und dennoch respektiert wird.</div><div><br></div><div>Man muss nicht immer mit Freunden zusammen sein. Es gibt auch Menschen, die gern allein sind. Aber ganz ohne Freunde wird niemand glücklich werden.</div><div><br></div><div>Jesus hat die Gemeinschaft mit Menschen gesucht – besonders mit denen, die allgemein einen schweren Stand hatten: die abgelehnt, verachtet und links liegengelassen wurden.</div><div><br></div><div>Zum einen sind da die "Zöllner und Sünder". Das sind Menschen, die als Verbrecher und Gottlose galten. Von ihnen hielt man Abstand, denn mit ihnen wollte man nicht in einen Topf geworfen werden.</div><div><br></div><div>Jesus hat es anders gemacht. Er hat den Kontakt zu den zweifelhaften Typen, die angeblich von Gott und von Moral nichts wissen wollten, geradezu gesucht. Er hat sie in seine Gemeinschaft aufgenommen und mit ihnen gegessen (Lk 15,2). Im Lukasevangelium wird erstaunlich oft von Jesu Mahlzeiten zusammen mit anderen berichtet. Jesus schätzte offensichtlich gutes Essen. Und er speiste vorzugsweise mit denen, die als Sünder gemobbt wurden und vom sozialen Leben ausgeschlossenen waren. Sie lagen ihm besonders am Herzen.</div><div><br></div><div>Beim Essen und Reden mit Jesus haben diese Leute gespürt, dass sie, was immer sie getan hatten, angenommen waren. Gemeinsam mit Jesus haben sie das Essen genossen und sich den Wein schmecken lassen. Sie werden nicht nur ernst miteinander geredet haben, sondern auch geflachst, so wie wir es mit Freunden tun. Sie haben einander zugehört und ihre Probleme besprochen. <span class="fs14lh1-5"><i>Jesus war ein einfühlsamer Zuhörer. Er hat die Sünder nicht verurteilt, sondern zum Gottvertrauen aufgerufen. Jeder hat die Chance, noch einmal neu zu beginnen.</i></span> Natürlich hat Jesus den Sündern auch ein Leben im Glauben und in der Nächstenliebe vor Augen gemalt und ihnen klargemacht, wie befreiend und sinngebend solch ein Leben ist.</div><div><br></div><div>So haben diese Leute das Reich Gottes erlebt. Denn mit dieser Tischgemeinschaft hat Jesus die zukünftige Gemeinschaft mit Gott vorweggenommen. <span class="fs14lh1-5"><i>So wie Jesus auf Erden die Sünder an seinen Tisch bat, so werden die Sünder und Zweifler, die Außenseiter und Ausgeschlossenen einst von Gott eingeladen werden. Und alle, die diese Einladung annehmen, werden die Freude im Zusammensein mit Gott erleben</i></span> (Lk 14,15-24).</div><div><br></div><div>Es ist eine Wohltat für die Seele, wenn man sich in einer Gemeinschaft aufgenommen fühlt. Wenn man weiß: Dort werde ich nicht schief angeguckt, dort werde ich nicht bewertet und dort fragt mich niemand, wie stark mein Glaube ist. Dort habe ich Freunde, die zu mir halten, auch wenn ich aufs Neue Mist bauen werde. Sie werden mich auch dann wieder in ihren Kreis aufnehmen. Ich bin nicht allein.</div><div><br></div><div>Jesus eröffnet den glaubensschwachen und moralisch unvollkommenen Menschen das ewige Heil bei Gott, indem er sie spüren lässt, dass Gott sie liebt. Und zugleich eröffnet er ihnen die Heilung ihrer sozialen Außenseiterposition. Wenn sie zum Freundeskreis Jesu gehören wollen, gehören sie auch zu Gott und zum Freundeskreis der Glaubenden. Darum wird Jesus auch Freund genannt – "Freund der Zöllner und Sünder" (Lk 7,34; 12,4; Joh 15,13-15).</div><div><br></div><div>Die bedingungslose Liebe, mit denen Jesus den Menschen begegnete, gab ihnen die Kraft, eine Lebenswende zu vollziehen. Wer sich geliebt weiß, muss nicht stark sein. Er kann seine Schwächen erkennen und bereuen. In der Nähe Jesu lernten die Menschen, was Leben bedeutet: in die Gottesgemeinschaft gerufen zu sein und der Menschengemeinschaft zu dienen. Paradebeispiel dafür ist der Betrüger <span class="fs14lh1-5"><i>Zachäus</i></span>, der sein Leben änderte, nachdem er Jesu Zuwendung erfahren hat (Lk 19,1-10).</div><div><br></div><div>Für die, die sich selbst für gut halten, ist Jesu Gemeinschaft mit Zöllnern und Sündern ein Skandal. Jesus ist ein Unruhestifter, der die gesellschaftliche Wertordnung durcheinanderbringt (Lk 15,2; 19,7). Doch die gesellschaftliche Wertordnung ist nicht identisch mit dem, was im Reich Gottes gilt.</div><div><br></div><div>Indem Jesus die Wertordnung der Mächtigen in Frage stellt, macht er ihnen ihre eigene Fehlbarkeit und Selbstgerechtigkeit bewusst. Er hält ihnen einen Spiegel vor (Lk 11,37-53). So richtet er sie, um sie zu retten. Er richtet also sowohl die Kriminellen, die gegen die gesellschaftliche Ordnung verstoßen, als auch die Autoritäten, die ihre Hände in Unschuld waschen und selbstgerecht über andere urteilen. Er richtet sie aber nicht, indem er sie vernichtet, sondern indem er sie so, wie sie sind, annimmt, ihnen den Spiegel vorhält und zu einem neuen Leben im Reich Gottes einlädt.</div><div><br></div><div>Nur die Liebe heilt alle Wunden. Wenn die Sünder angenommen werden, beginnen sie, ihren Selbsthass aufzugeben und sich wieder in einem positiven Licht zu sehen. Wenn die Übeltäter Liebe erfahren, wird es ihnen möglich, ihr Leben zu verändern, weil sie erfahren, dass das gute Leben nicht im Besitz vieler Dinge besteht, sondern in vertrauensvoller und verlässlicher Gemeinschaft. Wenn den Selbstgerechten ihre eigene Fehlbarkeit deutlich wird, hören sie auf, sich über andere zu erheben. Sie werden demütig und gemeinschaftsfähig.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">So kommen im Reich Gottes alle zusammen, die die Einladung annehmen. Niemand hält sich mehr für besser als die anderen, und niemand muss sich für schlechter halten als die Masse.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, Freunde zu haben, auf die du dich verlassen kannst und die für dich da sind. Du bist endlich zu Hause. Denn im Reich Gottes gibt es einen Platz für alle. Wo dieses Reich schon heute Wirklichkeit wird, ist das Leben Genuss und Freude pur.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div><span class="imUl fs11lh1-15">Weitere Teile der Reihe zum Reich Gottes</span><span class="fs11lh1-15">:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 1:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---raum-der-lebenslust" class="imCssLink">Reich Gottes – Raum der Lebenslust</a></span></span><span class="fs11lh1-15">.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 3:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---die-gegenwart-der-zukunft" class="imCssLink">Reich Gottes – die Gegenwart der Zukunft</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 4:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---geheilte-lebendigkeit" class="imCssLink">Reich Gottes – geheilte Lebendigkeit</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 5:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---glueck-der-armut" class="imCssLink">Reich Gottes – Glück der Armut</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 6:</span><span class="fs11lh1-15"> </span><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---weg-und-ziel-des-daseins" class="imCssLink">Reich Gottes – Weg und Ziel des Daseins</a></span><span class="fs11lh1-15">.</span></div><div data-line-height="1.15"><br></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Benutzte Literatur: Jürgen Moltmann: Wer ist Christus für uns heute? Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994. S. 18f.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 17 Jun 2023 08:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ist jetzt die Zeit der Feindesliebe?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000020D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ist jetzt die Zeit der Feindesliebe?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/06/2023</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Vor ein paar Tagen habe ich einen echten Promi gesehen: den ehemaligen Bundesminister <span class="fs14lh1-5"><i>Thomas de Maizière</i></span>.</div><div><br></div><div>Bisher kannte ich ihn nur aus dem Fernsehen. Er wirkte immer ganz sympathisch auf mich: ruhig und bedacht. Keiner, der polemisch und aggressiv Politik betreibt. Einer, der überlegt, bevor er spricht. Und ich habe nun tatsächlich etwas von ihm gelernt – oder besser gesagt: Ich habe etwas gelernt, indem ich durch ihn zum Nachdenken angeregt wurde.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>De Maizière</i></span> bekennt sich als Christ. Darum ist er auch Präsident des Evangelischen Kirchentages, der gerade in Nürnberg zu Ende gegangen ist. Und bei dieser Gelegenheit habe ich ihn auch live gesehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Was ist der höchste Wert?</div><div><br></div><div>Es war auf einer Veranstaltung zur evangelischen Friedensethik. <span class="fs14lh1-5"><i>De Maizière</i></span> hielt das Einführungsreferat – mit lauter Stimme und mit Jeans. Sympathisch wie immer, und seine Stimme ließ keinen Zweifel daran, dass er von dem, was er sagte, überzeugt war. Er wollte keine persönliche Stellungnahme zur Friedensethik abgeben, sondern den Stand der Diskussion skizzieren.</div><div><br></div><div>Dabei spitzte er die entscheidende Frage in der gegenwärtigen Diskussion um die Friedensethik so zu: Entweder das <span class="fs14lh1-5"><b>Leben </b></span>ist der höchste Wert; dann darf ein Land seine Freiheit nicht militärisch verteidigen, weil es dadurch Leben auslöschen würde. Oder die <span class="fs14lh1-5"><b>Freiheit </b></span>ist der höchste Wert; dann darf ein Land seine Freiheit verteidigen, auch wenn dabei Leben geopfert wird. Denn der Wert der Freiheit steht höher als der Wert des Lebens.</div><div><br></div><div>Ich habe bisher immer das Leben als den höheren Wert eingeschätzt. Als ich aber über <span class="fs14lh1-5"><i>de Maizières</i></span> Zuspitzung nachdachte, kam mir noch ein ganz anderer Gedanke.</div><div><br></div><div>Wenn ich die biblischen Aussagen dazu überdenke, was der höchste Wert ist, dann ist das weder das Leben noch die Freiheit. Der höchste Wert ist vielmehr eindeutig die Liebe.</div><div><br></div><div>Jesus antwortete auf die Frage, was das größte Gebot sei (Mt 22,37-39):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.</span></i></span></div><div><br></div><div>Paulus drückte es so aus (1Kor 13,1f.13):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen rede, habe aber die Liebe nicht, so bin ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich aus Eingebung rede und alle Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, habe aber die Liebe nicht, so bin ich nichts. [...] Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihn</span></i></span><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">en.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Liebe ist also der höchste Wert – höher als das Leben und die Freiheit. Bei den Werten Leben und Freiheit geht es ja meist um unser <span class="fs14lh1-5"><b>eigenes </b></span>Leben und unsere <span class="fs14lh1-5"><b>eigene </b></span>Freiheit. Sie sollen auch in einem Krieg verteidigt werden. In der Liebe aber geht es nicht um etwas Eigenes, sondern um etwas, was dem Nächsten zukommt: um des Nächsten Wohlbefinden, um sein Heil und seine Heilung, um sein Leben und sein Glück.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Der Ernstfall der Nächstenliebe</div><div><br></div><div>Jesus und Paulus stellen also das Wohlergehen des Nächsten in den Mittelpunkt. Und bei den Nächsten geht es nicht nur um unsere Freunde oder die, die uns sympathisch sind, sondern auch um unsere Feinde.</div><div><br></div><div>Hören wir noch einmal Jesus (Mt 5,44-47):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. [...] Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Freunde zu lieben ist das, was alle tun. Liebe, die sich an Jesus orientiert, zeichnet sich dadurch aus, dass sie auch die Feinde liebt. Die Feindesliebe ist der Ernstfall der Nächstenliebe.</div><div><br></div><div>Diese Liebe ist keine Kuschelangelegenheit. Mit dem Feind liegt man sich nicht in den Armen. Man sieht ihn am liebsten von hinten. Und dennoch sucht man in der Liebe, die Jesus meinte, sein Wohlergehen. Man sucht es auch dann noch, wenn der Feind mir selbst an den Hals geht; wenn mein eigenes Leben auf dem Spiel steht.</div><div><br></div><div>Wenn man das Leben und Wohlergehen auch der Feinde sucht, kann das bedeuten, dass man selber Leben und Wohlergehen hingeben muss. Nirgends wird so deutlich wie hier, dass es bei dem, was Jesus und Paulus mit Liebe meinten, nicht um ein nettes und für beide Seiten erhebendes Miteinander geht. In dieser Liebe geht es vielmehr im Extremfall – um Leben und Tod.</div><div><br></div><div>Wir hören das nicht gern. Wir glauben lieber an die Liebe, bei der es allen gut geht. Aber diese Liebe ist eine romantische Illusion. Zum Lieben gehört das Leiden. Billiger ist die Liebe nicht zu haben. Wer an der Liebe festhält, auch wenn der andere ihn angreift, begibt sich freiwillig ins Leiden. Das gilt für das persönliche Leben ebenso wie für das Verhältnis der Staaten zueinander.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Den Angreifer lieben?</div><div><br></div><div>Aber nun stellt sich eine entscheidende Frage: Kann es nicht sein, dass sich Feindesliebe und Nächstenliebe ausschließen – dann nämlich, wenn ich einen Angreifer aus Liebe schone und dadurch dem Angegriffenen die Unterstützung versage? Muss ich nicht die Feindesliebe hintanstellen und zuerst gegenüber dem Angegriffenen Nächstenliebe üben? Mit anderen Worten: Widerstreitet die Feindesliebe der Nächstenliebe?</div><div><br></div><div>Wenn die Feindesliebe wirklich der Ernstfall der Nächstenliebe ist, kann das eigentlich nicht sein. Aber bedenken wir die Frage einmal am konkreten Fall des Ukraine-Krieges, der natürlich auch bei <span class="fs14lh1-5"><i>Thomas de Maizières</i></span> Überlegungen im Hintergrund stand.</div><div><br></div><div>Die Befürworter einer militärischen Unterstützung der Ukraine könnten sagen: Zuerst müssen wir das Opfer lieben, also die Ukraine, und nicht den Angreifer Russland. Deshalb müssen wir der Ukraine Waffen liefern, damit sie ihre Freiheit verteidigen kann, auch wenn es den Krieg verlängert und viele Menschen das Leben kostet.</div><div><br></div><div>Die Gegner einer militärischen Unterstützung der Ukraine könnten sagen: Wir müssen beide lieben, auch den Angreifer. Deshalb dürfen wir den Krieg nicht durch Waffenlieferungen an die Ukraine verlängern, weil das viele Menschen das Leben kostet, auch wenn die Ukraine damit einen Teil ihrer Freiheit verliert.</div><div><br></div><div>Aber Moment mal! Jetzt sind wir ja wieder bei der Frage angekommen, ob Freiheit oder Leben der höhere Wert ist. Gleichsam durch die Hintertür ist diese Frage wieder auf den Plan getreten.</div><div><br></div><div>Ist also der Widerspruch zwischen Nächstenliebe und Feindesliebe doch unüberwindbar?</div><div><br></div><div>Ein absoluter Pazifist würde jetzt sagen: Wenn man strikt an der Feindesliebe festhält, gibt es keinen Widerspruch zwischen Nächsten- und Feindesliebe. Ich finde, dass ein solcher Standpunkt unbedingt zu würdigen ist. Dennoch bin ich kein absoluter Pazifist.</div><div><br></div><div>Ich würde daher antworten: Es kann in unserer unerlösten Welt Situationen geben, in denen ich zwischen der Liebe zum Opfer und der Liebe zum Angreifer wählen muss. Die Entscheidung muss dann für das Opfer fallen, so dass die Feindesliebe auf der Strecke bleibt.</div><div><br></div><div>Ein Widerspruch zwischen Nächsten- und Feindesliebe kann also dann eintreten, wenn ich nicht selber das Opfer eines Angreifers bin, sondern ein anderer, und ich selbst vor der Entscheidung stehe, ob ich ihm gegen den Angreifer helfen soll oder nicht.</div><div><br></div><div>Bezogen auf den Ukraine-Krieg würde das heißen: Christliche Nächstenliebe gegenüber den Menschen in der Ukraine bedeutet, ihnen Waffen zu liefern, damit sie sich gegen den Angreifer zur Wehr setzen können. Die Feindesliebe muss dahinter zurücktreten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Einen Ausgleich suchen?</div><div><br></div><div>Diesen Standpunkt kann ich jedoch nicht vertreten. Und zwar deshalb, weil ich eine solche Situation, in der entweder nur Nächstenliebe oder nur Feindesliebe möglich ist und ich mich deshalb für eins von beiden entscheiden muss, gegenwärtig im Urkraine-Krieg nicht sehe. Ich sehe vielmehr eine Reihe von Möglichkeiten, zu einem Ausgleich zwischen der Ukraine und Russland zu kommen. Meine These ist darum: Wenn ich nach einem Ausgleich mit dem Feind suche, helfe ich in diesem Fall zugleich auch dem Angegriffenen.</div><div><br></div><div>Der Ausgleich zielt ja darauf, den Krieg zu beenden. Das verlangt einen Kompromiss. Dann müssten beide Seiten ihre Maximalforderungen aufgeben. Für den Ukraine-Krieg würde das bedeuten: Die Ukraine müsste wahrscheinlich Landstriche abgeben. Russland müsste auf eine Eroberung der ganzen Ukraine verzichten. Die Ukraine dürfte der EU, nicht aber der NATO beitreten. Russland müsste die Westorientierung der Ukraine hinnehmen und sich dazu verpflichten, sie nicht erneut anzugreifen. Natürlich müssten diese und auch andere Punkte noch konkret ausgehandelt werden.</div><div><br></div><div>Der Gewinn solch einer Lösung bestände darin, dass tausende, wenn nicht zigtausende von Menschenleben gerettet würden und der Krieg durch einen Waffenstillstand beendet würde. Die Menschen beider Länder würden davon profitieren.</div><div><br></div><div>Allerdings würde das nicht bedeuten, dass das Leid ein Ende hat. Die Ukraine würde einen nicht unbeträchtlichen Teil ihres Landes verlieren. Die ukrainefreundliche Bevölkerung in diesen Gebieten würde vielleicht unterdrückt oder müsste ihre Heimat verlassen und in die Restukraine umsiedeln. Die russlandfreundliche Bevölkerung in diesen Gebieten müsste fortan unter dem Autokraten <span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span>leben. Aber das würde sie wahrscheinlich nicht stören, weil sie ja russlandfreundlich eingestellt ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Leidende Feindesliebe</div><div><br></div><div>Wir erinnern uns: Liebe, und vor allem Feindesliebe, bedeutet nicht, dass das Leid aufhört. Es bedeutet vielmehr, dass man bereit ist, Leid in Kauf zu nehmen um der Liebe willen.</div><div><br></div><div>Leid in Kauf zu nehmen kann natürlich niemand der Ukraine vorschreiben. Sie muss selbst entscheiden, wie lange sie sich verteidigen und wie viel Leid sie dafür in Kauf nehmen will. Allerdings tragen auch diejenigen, die Waffen zur Verfügung stellen, Verantwortung dafür, dass durch die Lieferung dieser Waffen Nächsten- und Feindesliebe nicht vollkommen unmöglich werden.</div><div><br></div><div>Das heißt für mich: Ich bin gegen Waffenlieferungen, weil sie den Krieg verlängern und das Leid auf beiden Seiten vergrößern. Das ist für mich weder Nächsten- noch Feindesliebe.</div><div><br></div><div>Man kann einer solchen Haltung vorwerfen, das wäre keine Nächstenliebe gegenüber den Menschen in der Ukraine, weil man sie schutzlos dem Angreifer ausliefert. Ich muss aber darauf bestehen, dass es Nächstenliebe ist, wenn es in der Ukraine weniger und möglichst bald gar keine Kriegsopfer mehr gibt – auch dann, wenn sogar das ganze Land von Russland eingenommen würde. Denn, wie gesagt: <span class="fs14lh1-5"><i>Liebe üben heißt nicht, dass man nicht mehr leiden muss. Im Gegenteil: Gerade die Feindesliebe bringt Leid mit sich</i></span><span class="fs14lh1-5"><i>.</i></span></div><div><br></div><div>Solche Feindesliebe darf ein Christ auch von einem Angegriffenen erwarten, wenn dieser um die Lieferung von Waffen bittet. Oder anders ausgedrückt: Wenn mich jemand um Hilfe bittet und ich ihm die Mittel zur Selbsthilfe zur Verfügung stelle, lege ich Wert darauf, dass er diese Mittel im christlichen Sinne verwendet.</div><div><br></div><div>Wahrscheinlich gehen an diesem Punkt die Wege auseinander. Der absolute Pazifist hat es einfach, weil er sich all diese Fragen gar nicht stellen muss. Für ihn ist Waffengebrauch tabu, egal, wie die konkrete Situation aussieht. Der absolute Bellizist (also Kriegsbefürworter) hat es auch einfach, weil es für ihn keine Frage ist, dass ein Angegriffener sich mit Waffengewalt verteidigen darf, egal, wie viele Tote es gibt.</div><div><br></div><div>Alle anderen müssen sich die Frage stellen: <span class="fs14lh1-5"><i>Wie viel Leid will ich dem angegriffenen Land zumuten, wenn es vom Feind besetzt wird?</i></span> Und umgekehrt: <span class="fs14lh1-5"><i>Wie viele Tote ist mir die Verteidigung des Landes wert?</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Aktives Leiden</div><div><br></div><div>Liebe üben bedeutet übrigens nicht, dass man sich alles gefallen lässt. Es gibt Möglichkeiten, sich zu wehren, ohne Gewalt anzuwenden. Ob das im Einzelfall funktioniert, dafür gibt es keine Garantie – wie übrigens auch für eine gewaltsame Verteidigung nicht. Wenn es nicht funktioniert, kann die Liebe dazu führen, dass der liebende Mensch sein eigenes Wohlbefinden und sogar sein eigenes Leben hingeben muss.</div><div><br></div><div>Liebe üben bedeutet auch nicht, keine kritischen Fragen zu stellen, sondern alles fraglos hinzunehmen. Eine solche Frage an die westliche Politik wäre, ob es ihr wirklich darum geht, den Menschen in der Ukraine zu helfen, oder nicht vielmehr darum, ihren geopolitischen Einflussbereich zu sichern. Dass das ein Motiv für die Waffenlieferungen an die Ukraine ist, sagt natürlich keiner. Alle sprechen nur davon, dass sie helfen wollen. Aber ist das glaubwürdig, wenn an so vielen anderen Orten der Welt nicht geholfen wird?</div><div><br></div><div>Jesus ist ein Vorbild sowohl für die Lebenshingabe um der Liebe willen als auch dafür, kritische Fragen zu stellen. Er hat sich nicht umsonst mit den Machthabern auseinandergesetzt. <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span>, <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther King</i></span> und viele andere sind ihm darin gefolgt.</div><div><br></div><div>Sie alle haben gezeigt: Die christliche Liebe ist kein passives Erdulden, in dem man alles mit sich machen lässt und alles fraglos hinnimmt. Die Liebe ist vielmehr höchst aktiv: Sie geht auf den Feind zu und sucht nach Auswegen aus dem Konflikt. Sie schwächt den Konflikt ab anstatt ihn verbal und praktisch zu eskalieren. Sie besteht nicht auf Maximalforderungen, sondern ist bereit, Zugeständnisse zu machen und Einschränkungen von Freiheit und Leben in Kauf zu nehmen. Und sie fragt nicht nur den Feind, sondern auch den Freund, ob seine Motive wirklich so lauter sind, wie er vorgibt.</div><div><br></div><div>Das ist der Weg der Feindesliebe, den Jesus uns gewiesen hat. Dieser Weg beginnt schon lange vor dem Krieg. Wenn der Krieg beginnt, hat die Feindesliebe schon versagt. Oder besser gesagt: Wir haben versagt. Die Christenheit hat das Wort nicht erhoben, als noch Zeit war, den Krieg abzuwenden. Jetzt wäre die Zeit, den Versuch zu machen, das Versäumte nachzuholen.</div><div><br></div><div>Ach ja, das war ja auch das Motto des Kirchentags: <span class="fs14lh1-5"><i>Jetzt ist die Zeit.</i></span> Ob die Kirche sie nutzen wird?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Zu Thomas de Maizière siehe auch den Beitrag </span><span class="imUl fs11lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?thomas-de-maiziere-und-der-regenbogen" class="imCssLink">Thomas de Maizière und der Regenbogen</a></span><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 12 Jun 2023 10:53:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Reich Gottes - Raum der Lebenslust]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000020C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Reich Gottes – Raum der Lebenslust</span></div><div class="imTACenter"><b></b></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was ist das Reich Gottes? (Teil 1)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/06/2023</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße [= kehrt um] und glaubt an die Frohe Botschaft [= das Evangelium]!</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit diesen Worten begann Jesus sein öffentliches Auftreten (Mk 1,15). Er verkündigte die Nähe des Gottesreiches und erzählte viele Gleichnisse von diesem Reich. Manchmal ist auch vom "Himmelreich" die Rede. Man kann auch "Gottesherrschaft" oder "Königsherrschaft Gottes" übersetzen. Das griechische Wort, das an diesen Stellen steht, lässt mehrere Übersetzungen zu.</div><div><br></div><div>Aber was ist eigentlich das Reich Gottes?</div><div><br></div><div>Es wäre toll, wenn wir jetzt eine Gesprächsrunde eröffnen könnten und jeder seine Gedanken zum Reich Gottes einbringen könnte. Es kämen sicher viele unterschiedliche Aspekte des Reiches Gottes zusammen, und alle könnten etwas zum Verstehen beitragen.</div><div><br></div><div>Nun können wir leider keine Gesprächsrunde einrichten. Aber wir können jemanden befragen, der sich zeitlebens mit dem Reich Gottes beschäftigt hat. Es ist der evangelische Theologie <span class="fs14lh1-5"><i>Jürgen Moltmann</i></span>, der viele Jahrzehnte in Tübingen lehrte und im April seinen &nbsp;97. Geburtstag gefeiert hat. In seinem Buch "Wer ist Christus für uns heute?"* beschreibt der Theologe unter anderem sein Verständnis des Reiches Gottes. Dieses Buch lege ich einer kleinen Reihe über das Reich Gottes zugrunde, die mit diesem Beitrag beginnt.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Moltmann </i></span>bezieht sich zum einen auf die Gleichnisse vom säenden Bauern, von der Saat, die von selber wächst, und vom kleinen Senfkorn, aus dem ein großer Strauch hervorgeht (Markusevangelium Kapitel 4). Der Same wird gesät, damit er Frucht bringt, und aus einem kleinen Anfang entstehen ohne menschliches Zutun große und wunderbare Wirkungen. In Mk 13,28f wird die ganze frühlingshafte Natur zum Gleichnis des Reiches Gottes: Alles wächst und blüht, neues Leben entsteht in reicher Fülle.</div><div><br></div><div>Zum andern bezieht sich <span class="fs14lh1-5"><i>Moltmann </i></span>auf die Gleichnisse, die von einem Verlieren und Wiederfinden reden (Lukasevangelium Kapitel 15). Ein Schäfer verliert eins von seinen Schafen, verlässt die 99 anderen, um das eine zu suchen und ist voller Freude, als er es wiedergefunden und gerettet hat. Ebenso wird eine Frau von großer Freude erfüllt, die ihren verlorenen Silbergroschen wiederfindet. Und Jesus deutet beide Gleichnisse folgendermaßen: So, wie beide voller Freude über das Wiedergefundene sind, so bricht im Himmel eine riesige Freude aus über nur einen einzigen Sünder, der Buße tut.</div><div><br></div><div>Schließlich folgt das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Als dieser nach Hause zurückkehrt, ist die Freude des Vaters so groß, dass er ausruft (Lk 15,24):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden worden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Und der Sohn bekommt das beste Kleid angezogen und einen Ring an die Hand, das gemästete Kalb wird geschlachtet und ein riesiges Freudenfest wird gefeiert.</div><div><br></div><div>Und nun hören wir, wie <span class="fs14lh1-5"><i>Jürgen Moltmann</i></span> diese Gleichnisse deutet:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Was also heißt nach diesen Gleichnissen "Reich Gottes"? Es ist nichts anderes als die Freude Gottes über das Wiederfinden seiner verlorenen Geschöpfe. Und was ist die "Buße, die der Sünder tut"? Sie ist nichts anderes als "Gefundenwerden" und "Heimkehren" aus der Entfremdung, als "Wieder lebendig werden" und Einstimmen in die Freude Gottes. Das Reich Gottes wird erfahren, wo so etwas mit uns geschieht, wo wir blühen und grünen wie die Blumen und Bäume im Frühling und wieder lebendig werden, weil wir die große, unerschöpfliche Liebe spüren, aus der alles Leben hervorgeht. Wo wir die Lebenslust Gottes in seiner Freude über uns erfahren und unsere Lebensgeister wieder erwachen, da ist das "Reich Gottes" keine fremde Herrschaft, sondern die Lebensquelle. Da ist das Reich Gottes der </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>weite Raum</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, in dem wir uns entfalten können, weil es in ihm keine Bedrängnis mehr gibt. Erfahren wir das Reich Gottes so, dann nehmen wir die Fülle unserer Lebensmöglichkeiten wieder wahr.</span></span></i><span class="cf1"> *</span></div><div><br></div><div>Das Reich Gottes ist ein Raum der Freude und Lebenslust Gottes. In diesen Raum werden wir Menschen hineingenommen, wenn Gott uns findet und wir uns von ihm finden lassen und zu ihm heimkehren. "Buße tun" heißt (wörtlich übersetzt) nicht eine Strafe abbüßen, sondern umkehren – heimkehren zu Gott und einstimmen in die Freude Gottes über das Leben und unser eigenes Lebendigwerden.</div><div><br></div><div>Denn im Reich Gottes gibt es keine Entfremdung mehr: weder zwischen Mensch und Gott noch zwischen Mensch und Mensch; aber auch keine Entfremdung des Menschen von sich selbst und von der Schöpfung Gottes. Dann blüht und grünt das Leben wie im Frühling, wenn alles zu neuem Leben erwacht und die Lebensgeister sich regen.</div><div><br></div><div>Das ist eine, wie ich finde, geradezu poetische Beschreibung des Reiches Gottes. Sie ist ungewohnt für mich, weil ich mir das Reich Gottes noch nie mit Hilfe der Natur und der in ihr sichtbaren "Lust auf Leben" vorgestellt habe – obwohl Jesus doch so viele Naturgleichnisse erzählt hat. Und auch der Gedanke an die Freude und Lebenslust Gottes war mir nicht besonders wichtig. Ich finde es sehr ansprechend, dass Gott Lust am Leben hat, am eigenen und am Leben seiner Geschöpfe, an dem er sich über alles freut. </div><div><br></div><div>Und weil es um solche Lebensfreude geht, handelt es sich beim Reich Gottes auch nicht um ein unterdrückendes und bedrängendes Herrschen Gottes – wie man beim Wort "Gottesherrschaft" denken könnte. Es gibt Menschen, die so intensiv von anderen beherrscht wurden, dass sie von einem Herrschen Gottes verständlicherweise nichts wissen wollen.</div><div><br></div><div>Ihnen möchte ich sagen: Gottes Reich ist die Quelle des Lebens, kein Zwang und keine Fremdherrschaft. In Gottes Reich wird niemand bedrängt und unterdrückt. Im Gegenteil: Dort können wir uns entfalten, dort treten wir aus unserem engen und eingeschränkten Lebensraum heraus in den weiten Raum unendlicher Lebensmöglichkeiten, in einen Raum, in dem wir endlich die Lebensfülle auskosten können, die uns so oft verwehrt geblieben ist.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Im Reich Gottes sind wir ein Teil des blühenden und grünenden göttlichen Lebens, von dem jeder Frühling ein Gleichnis und Vorschein ist.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Jürgen Moltmann: Wer ist Christus für uns heute? Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994. Das Zitat aus diesem Buch findet sich auf Seite 15. – Das Taschenbuch ist gut verständlich geschrieben und erscheint mir als eine Kurzfassung der Theologie des weltweit bekannten Theologen Jürgen Moltmann. Es ist bereits in 7. Auflage erschienen und für 18 Euro im Buchhandel erhältlich (128 Seiten).</span></div><div><br></div><div><span class="imUl fs11lh1-5">Weitere Teile der Reihe zum Reich Gottes</span><span class="fs11lh1-5">:</span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 2:</span><span class="fs11lh1-15"> <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---einladung-zur-freundschaft" class="imCssLink">Reich Gottes - Einladung zur Freundschaft</a>.</span><br></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 3: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---die-gegenwart-der-zukunft" class="imCssLink">Reich Gottes – die Gegenwart der Zukunft</a></span>.</span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 4: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---geheilte-lebendigkeit" class="imCssLink">Reich Gottes – geheilte Lebendigkeit</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 5: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---glueck-der-armut" class="imCssLink">Reich Gottes – Glück der Armut</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Teil 6: <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?reich-gottes---weg-und-ziel-des-daseins" class="imCssLink">Reich Gottes – Weg und Ziel des Daseins</a></span>.</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div><span class="fs11lh1-15">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 07 Jun 2023 09:04:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Freiheit durch Bindung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000020B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Freiheit durch Bindung</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie der christliche Glaube uns befreit</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/06/2023</span></div><div><br></div><div>Erfülltes Leben gibt es nur als verbindliches. Wer unverbindlich hin und her schwankt, wem nichts "heilig", nichts der letzten Hingabe würdig ist, der wird keinen Sinn in seinem Leben finden und schließlich in bewusst oder unbewusst verzweifelter Weise bloß vegetieren anstatt hingebungsvoll und von seiner Aufgabe erfüllt zu leben.</div><div><br></div><div>Aber wie, so stellt sich sogleich die Frage, kann Bindung mit dem höchsten Gut des modernen Menschen, nämlich der Freiheit, zusammenkommen? Herrscht hier nicht ein unüberwindlicher Widerspruch? Und gilt dieser Widerspruch nicht besonders für die Bindung an das Wort Gottes, das absoluten Gehorsam fordert, so dass der sich dem Gehorsam hingebende glaubende Mensch niemals zugleich ein freier Mensch sein kann?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Freiheit und innerer Zwang</div><div><br></div><div>Merkwürdig genug, dass der Apostel <span class="fs14lh1-5"><i>Paulus </i></span>keinen Widerspruch zwischen Bindung und Freiheit zu sehen scheint. Er weiß um die Freiheit des Glaubens, erlebt sein Verkündigen aber zugleich als einen inneren Zwang (1Kor 9,16):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn ich das Evangelium verkünde, habe ich keinen Ruhm. Denn ein Zwang liegt auf mir. Denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!</span></i></span></div><div><br></div><div>Noch deutlicher hat fast 700 Jahre zuvor der Prophet <span class="fs14lh1-5"><i>Jeremia </i></span>von der unerträglichen Qual gesprochen, die ihn überfällt, wenn er das Reden im Namen Gottes verweigert (Jer 20,7-9):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du hast mich betört, o Herr, und ich habe mich betören lassen; du hast mich ergriffen und überwältigt. Ich bin zum Gelächter geworden den ganzen Tag, jeder spottet über mich. Sooft ich rede, muss ich aufschreien; "Unrecht! Gewalttat!" muss ich rufen. Denn das Wort des Herrn ist mir zur Schmach und zum Hohn geworden den ganzen Tag. Sage ich mir aber: "Ich will seiner nicht mehr gedenken, will nicht mehr reden in seinem Namen", dann wird es in meinem Herzen wie brennendes Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühe mich ab, es zu tragen, und vermag es nicht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Hohn und Spott, den der von Gott überwältigte und im Namen Gottes redende Prophet über sich ergehen lassen muss, ist ihm erträglicher als das Verstummen. Kann man da noch von Freiheit sprechen? Ist der sich Gott hingebende Mensch nicht Inbegriff einer schwachen Seele, die sich einem unterdrückenden Machthaber, einer unüberwindlichen Autorität willenlos ausliefert?</div><div><br></div><div>Prophet und Apostel haben es offenbar anders erlebt. Sie <span class="fs14lh1-5"><b>mussten </b></span>tun, was sie taten; denn sie taten, was <span class="fs14lh1-5"><b>in ihnen</b></span> war; wozu ihr Innerstes sie getrieben hat. Sie waren sie selbst, als sie ihr Wort sprachen – nein, das aussprachen, was Gott in sie hineingelegt hatte. Außen und Innen, von außen auf sie Kommendes und von innen aus ihnen Wachsendes waren beim Propheten und Apostel nicht mehr zweierlei, sondern waren zur Einheit untrennbar zusammengebunden. Hätten sie verschwiegen, was von außen über sie gekommen ist und von innen her aus ihnen herausdrängte, so hätten sie sich gegen Gott aufgelehnt, indem sie ihr Innerstes leugneten, und gegen sich selbst, indem sie Gott leugneten. Sie hätten sich nicht nur von Gott entfremdet, sondern ebenso von sich selbst, wären sich selbst fremd geworden, hätten ihre Seele verraten. Dieser Schmerz wäre unerträglich gewesen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Freiheit im Bund Gottes mit uns</div><div><br></div><div>Darum haben sie ausgesprochen, was Gott in einem neuen Bund mit Israel ihnen ins Herz geschrieben hatte: die Weisungen Gottes, die ihnen nichts Fremdes, Äußeres, von außen ihnen Aufoktroyiertes waren, kein Gesetz, dem man zu folgen genötigt war, indem man den eigenen Willen unterdrückte, sondern Gedanken und Worte, die mit unwiderstehlicher Macht aus tiefster Seele hervorquollen und in die Freiheit des Aussprechens drängten und deren Drang sie sich weder widersetzen konnten noch wollten. Denn so hatte Gott in seiner unermesslichen Güte gesprochen (Jer 31,33):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das ist der Bund, den ich [...] mit dem Hause Israel schließen will, spricht der Herr: Ich werde meine Weisung in ihr Inneres legen und sie ihnen ins Herz schreiben; ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.</span></i></span></div><div><br></div><div>Soweit die Verheißung. Ihr folgt die Erfüllung, solange der Mensch sich dem inneren Drang nicht widersetzt; solange er das lebt, was zu leben seine Bestimmung ist. Aber der Mensch hat seine eigenen Vorstellungen davon, was ihm bestimmt sei. Er kann sich dem, was in ihm ist und in die Freiheit drängt, entgegenstellen, kann seine inneren Antriebe ignorieren und überschreiben durch andere Antriebe, die dann scheinbar sein ursprünglich Innerstes sind. Schlimmer noch: Er kann die Überzeugung gewinnen, dass das, was in ihn gelegt ist, gar nicht existent sei, dass es eine Illusion sei, ein Hirngespinst, das seiner Freiheit im Weg stehe. Er kann das alles tun im Namen seiner Autonomie. Und er tut es immer wieder.</div><div><br></div><div>Unter Freiheit versteht er dabei die Wahlfreiheit seines Willens. Doch verdrängt er die Frage, wer oder was seinen Willen eigentlich bestimmt. Ist der Wille wirklich frei? Oder unterliegt er Mächten und Gewalten, die ihn bestimmen, ohne dass der Mensch sich ihrer bewusst wird?</div><div><br></div><div>Angesichts dieser Fragen kommt zutage, dass der Mensch niemals eine <span class="fs14lh1-5"><i>tabula rasa</i></span> ist, ein unbeschriebenes Blatt, sondern dass er immer schon von etwas herkommt, was ihn prägt und beeinflusst, und dass er zeitlebens Einflüssen ausgesetzt ist, die ihn drücken und ziehen, die an ihm arbeiten und sein Wollen zumindest mitbestimmen. So steht er beständig im Gedränge der an ihn herangetragenen Ansprüche und im Kampf darum, in diesem Gedränge er selbst zu bleiben. Wer aber spricht das Urteil darüber, ob er in diesem Kampf bestanden hat oder nicht? Kann der Mensch über sich selbst das Urteil sprechen?</div><div><br></div><div>Wenn wir ehrlich sind, müssen wir eingestehen: Er kann es nicht. Er weiß nicht, wer oder was ihn treibt, und es bleibt ihm verschlossen, von welchen Mächten sein Wille, den er fälschlich als frei erachtet, getrieben und gedrängt wird. Sein Herz kann gute oder böse Geister beherbergen, sein Wollen kann vom Guten oder vom Bösen getrieben sein. Und in des Menschen Selbsterkenntnis kann das Gute böse und das Böse gut erscheinen.</div><div><br></div><div>So kann der Freispruch nur durch Gott erfolgen. Es ist der unwiderrufliche Freispruch für uns, die wir das uns ins Herz geschriebene Gute nicht wollen. Dieser Freispruch bedeutet Freiheit in aller Unfreiheit des Wollens. Diese Freiheit ist keine durch eigene Wahl hervorgerufene, sondern eine durch unendliche Liebe gewonnene Freiheit. Diese Liebe macht denjenigen Menschen frei, der sich bedingungslos an sie bindet, der sich durch sie, was immer auch geschehen mag, anerkannt und angenommen weiß. Es ist der Mensch, der dem Liebeswort Gottes traut, der auf die Treue dieses Gottes setzt, darauf, dass nichts ihn von dieser Liebe trennen kann, weder Hohes noch Tiefes, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Tod noch Leben, weder Mächte noch Gewalten und auch er selber nicht. Dessen war der Apostel Paulus gewiss (Röm 8,38f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Stationen auf dem Wege zur Freiheit</div><div><br></div><div>Dieses Vertrauen auf eine unauslöschliche Liebe birgt in sich die Freiheit, Berge zu versetzen (Mk 11,23). Denn dieses Vertrauen scheut weder Tod noch Leben, um die Liebe, die im Herzen des Menschen Wohnung genommen hat, in die Welt zu tragen. Der geliebte Mensch kann von seinem Geliebt-sein nicht schweigen. Er lebt fortan dem Gott, der ihn über alles liebt, und gibt sich dessen Willen hin, ohne dabei etwa seinen eigenen Willen aufzugeben, trägt er doch Gottes Willen in seinem Herzen und will nichts anderes, als in freiem Gehorsam sich diesem Willen hingeben.</div><div><br></div><div>Darum hat <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> in einem Gedicht vier "Stationen auf dem Wege zur Freiheit" genannt: Zucht, Tat, Leiden und Tod. Der sich für autonom haltende Mensch wird weder Zucht noch Leiden und Tod mit Freiheit in Verbindung bringen. Diese Stationen vertragen sich nicht mit der angestrebten, doch nie erreichten Wahlfreiheit. Es sind Wegmarken auf einem anderen Weg – auf dem Weg in die Freiheit des unauslöschlichen Geliebt-seins [1].</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Zucht</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ziehst du aus, die Freiheit zu suchen, so lerne vor allem</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zucht der Sinne und deiner Seele, dass die Begierden</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und deine Glieder dich nicht bald hierhin, bald dorthin führen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Keusch sei dein Geist und dein Leib, gänzlich dir selbst unterworfen</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und gehorsam, das Ziel zu suchen, das ihm gesetzt ist.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Niemand erfährt das Geheimnis der Freiheit, es sei denn durch Zucht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Freiheit erlangt man nicht durch autonome Wahl des Weges, sondern durch die Hingabe an den, der das Ziel und damit auch den Weg für uns gesetzt hat. In solcher freien Hingabe zu leben vermag der Mensch, der, wie <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>in seinem bekanntesten Gedicht formulierte, sich "von guten Mächten wunderbar geborgen" weiß und deshalb "getrost erwarten" kann, "was kommen mag".</div><div><br></div><div>Wer in dieser Weise Geborgenheit bei Gott erfährt, kann sich ihm in Zucht – wir würden heute Disziplin oder Selbstbeherrschung sagen – und in Keuschheit hingeben. Unter Keuschheit versteht <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>keinen "Verzicht auf Lust, sondern eine Gesamtausrichtung des Lebens auf ein Ziel" [2]. Weder die hierhin und dorthin treibende Richtungslosigkeit noch die auf kurzfristige Belustigung ausgerichtete Zerstreuung führen zur Freiheit, sondern die disziplinierte Selbstkontrolle, die Freude und Sinn darin erfährt, das Ziel des Lebens konsequent zu verfolgen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Tat</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Tritt aus ängstlichem Zögern heraus in den Sturm des Geschehens,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">nur von Gottes Gebot und deinem Glauben getragen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und die Freiheit wird deinen Geist jauchzend empfangen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Noch einmal wird der Finger in die Wunde des Schwankens gelegt, das sich nicht festlegen mag und im Beliebigen sich aufhält, niemals sich bindet, niemals sich konzentriert und deshalb auch niemals bei sich selbst ist, nämlich bei dem, was als das Rechte erkannt worden ist. Nur im Wagnis, das jedes Tun mit sich bringt, beginnt der Mensch wirksam und wirklich zu werden und entsagt er dem Schweben im Unwirklichen, Abstrakten, Ideologischen, im Möglichen, das niemals zur Wirklichkeit drängt.</div><div><br></div><div>Diese Tat freilich ist nicht das simple, ungestörte, scheinbar selbstverständliche Tun, das sich der Stimmung, dem Zeitgeist, dem Erfolg ausliefert, sondern sie ist das tapfere Heraustreten in den Sturm des Geschehens, in den Kampf um das Rechte; sie ist der Einsatz für die Gebeutelten, Erniedrigten, ihrer Würde Beraubten, die zu Opfern einer das Leben verfehlenden "Kultur" gemacht wurden.</div><div><br></div><div>Dem Sturm, den ein solches Tun auslöst, dem Kulturkampf, der angesichts dieses Tuns anhebt, kann sich nur stellen, wer sich konsequent bestimmen lässt von dem von Gott Gebotenen, von seinen das Leben preisenden Weisungen, und wer sich getragen weiß von der Gewissheit des durch nichts ihm zu nehmenden Geliebt-seins. In diesem Geliebt-sein erfährt der dem Sturm Ausgesetzte seine Freiheit.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">c) Leiden</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wunderbare Verwandlung. Die starken, mächtigen Hände</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sind dir gebunden. Ohnmächtig, einsam siehst du das Ende</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">deiner Tat. Doch atmest du auf und legst das Rechte</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">still und getrost in stärkere Hände und gibst dich zufrieden.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nur einen Augenblick berührtest du selig die Freiheit,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dann übergabst du sie Gott, damit er sie herrlich vollende.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Tun des Rechten führt nicht zwingend zum Erfolg, sondern verwandelt sich oft genug in Leiden, doch in wunderbarer Weise. Das Ende unserer Taten ist schnell erreicht im Ansturm der Widerstände, die sich in Lüge, Verführung und Machtmissbrauch durchsetzen. So erfahren wir unsere engen Grenzen.</div><div><br></div><div>Und dennoch ist diese Verwandlung des Tuns in Leiden eine wunderbare, die aufatmen lässt: Das Rechte kann getrost in stärkere Hände gelegt werden, in Hände, die unmerklich wirken und sich sogar durch Lüge und Gewalt nicht aufhalten lassen, im Gegenteil <b>durch sie</b> und <span class="fs14lh1-5"><b>gegen </b></span>ihre ureigene Intention sich durchsetzen. So vollenden Gottes Hände, was durch unsere unvollendet bleiben muss. Die Hoffnung darauf führt zum inneren Frieden, wenn auch der äußere verloren geht, und in die Freiheit, wenn auch die Gefangenschaft einer ganzen Gesellschaft zur Herrschaft kommt.</div><div><br></div><div>Freiheit ist nicht Aufgeben der Hoffnung angesichts der eigenen Begrenztheit und Schwäche, sondern Abgeben des Erhofften in stärkere Hände, damit diese die Freiheit herrlich vollenden. <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffers </i></span>Werk hat diese Vollendung wie kaum ein anderes erfahren. Was im Gefängnis geschrieben wurde, in seinem Kampf zwischen Widerstand und Ergebung, was auf seine Ermordung hinauslief, das hat in die Welt hinein gesprochen, hat Millionen bewegt und bewegt sie bis heute. Was von diesem Theologen, der in den Sturm des Geschehens tapfer hinausgetreten war, vor seiner Inhaftierung geschrieben wurde vor hundert Jahren, was mit seinem Tod leicht hätte in Vergessenheit geraten können, das ist herrlich vollendet worden zur Freiheit eines weltweiten Weiterwirkens.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">d) Tod</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Komm nun, höchstes Fest auf dem Wege zur ewigen Freiheit,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Tod, leg nieder beschwerliche Ketten und Mauern</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">unsres vergänglichen Leibes und unsrer verblendeten Seele,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dass wir endlich erblicken, was hier uns zu sehen missgönnt ist.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Freiheit, dich suchten wir lange in Zucht und in Tat und in Leiden.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sterbend erkennen wir nun im Angesicht Gottes dich selbst.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Tod scheint die Vernichtung aller Freiheit zu sein, ist er doch die Macht, die uns aller Möglichkeiten beraubt und all unserem Wollen und Tun ein Ende setzt. Für <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>ist der Tod jedoch geradezu das Gegenteil, nämlich das höchste Fest auf dem Wege zur Freiheit, die nun eine ewige ist. Weder beraubt der Tod noch setzt er ein Ende, vielmehr beschenkt er und vollendet, was auf Erden begonnen hat.</div><div><br></div><div>Die Freiheit, die in Zucht, Tat und Leiden gesucht wurde, entblößt sich als eine zeitlich begrenzte, angreifbare und verlierbare Freiheit, und so sehnt sich der glaubende Mensch nach der himmlischen, unverlierbaren, von der jene nur ein unzulängliches Abbild ist, sehnt sich nach der Freiheit, in welcher nichts mehr Gott und Mensch, Mensch und Mensch, Mensch und Kreatur voneinander entfremdet und trennt.</div><div><br></div><div>Bezeichnenderweise ist es gerade der Tod, der alles diesseitig Beschwerliche, Vergängliche und Verblendete aufbricht, das uns gefangen hält, der die Mauern einreißt, an denen unsere Anstrengungen und Hoffnungen zerschellen, und der unserem getrübten Blick die unendliche Weite eröffnet, die ihm auf Erden fehlt, auf dass wir, sterbend, im Angesicht des unendlich liebenden Gottes in Vollkommenheit erkennen, was wir immer schon suchten: die ewige Freiheit.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Schluss</div><div><br></div><div>Freiheit in Zucht, Leiden und Tod zu erfahren, widerspricht dem Lebensgefühl des modernen Menschen. Lediglich die Tat könnte er als Freiheitsakt begreifen, verdrängt dabei aber ihre Begrenztheit und Vorläufigkeit. Echte Freiheit aber gibt es nicht ohne Selbstüberwindung, Anfechtung, Kampf und Leidensbereitschaft, die vielmehr die unumgänglichen Stationen auf dem Weg zur Freiheit sind.</div><div><br></div><div>Wer glaubt, er sei bindungslos frei, ist gerade in diesem Glauben unfrei. Die in die Freiheit führende Bindung besteht in der Gewissheit, unzweifelhaft gewollt, unverlierbar anerkannt und unendlich geliebt zu sein. Jedes Kind, das von der Liebe seiner Eltern lebt, weiß um diese Freiheit; dem tätigen, machtbewussten, sich die Verschiebung aller Grenzen zum Ziel setzenden Menschen aber ist sie in Vergessenheit geraten. So ringt er zeitlebens um eine Freiheit, die keine ist, ihn vielmehr immer tiefer in der Unfreiheit sich verstricken lässt.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Frei ist, wer bewusst in der Bindung des unendlichen Geliebt-seins lebt. Es ist, weil kein Mensch zuverlässig, treu und unvergänglich lieben kann, die Bindung an den ewigen Gott.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">[1] Alle Zitate des Gedichtes aus: Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. Neuausgabe. Christian Kaiser Verlag, 3. Aufl. München 1985. S. 403. Die Sinnabschnitte, die ich hier durch jeweils neue Zeilen dargestellt habe, sind bei Bonhoeffer, wohl aus Mangel an Papier im Gefängnis, lediglich durch Schrägstriche voneinander abgesetzt. Die Zwischenüberschriften entsprechen den Überschriften, die Bonhoeffer über die jeweiligen Strophen setzte. Die Orthographie habe ich an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[2] Widerstand und Ergebung, S. 408.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Weitere verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Gerhard Ebeling: Frei aus Glauben. Sammlung gemeinverständlicher Vorträge und Schriften aus dem Gebiet der Theologie und Religionsgeschichte (SgV). Nr. 250. Verlag J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1968.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay (bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 02 Jun 2023 13:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Eingefahrene Wege verlassen - Pfingsten als Fest der Erneuerung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000020A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eingefahrene Wege verlassen</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Pfingsten als Fest der Erneuerung</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/05/2023</span></div><div><br></div><div>Manchmal erscheint eine Situation festgefahren und unveränderlich. Aber der Eindruck trügt. Denn Veränderung ist möglich. Nicht nur einzelne Menschen können sich in erstaunlicher Weise verändern, sondern auch die Kirche sowie die gesamte Gesellschaft und Kultur sind der Veränderung fähig.</div><div><br></div><div>Sie bedürfen dazu allerdings einer verändernden Kraft, eines Anstoßes von außen, eines Geistes der Erneuerung, der das Leben erst lebendig werden lässt. Denn Veränderung ist Leben; Verhärtung und Stillstand aber sind der Tod.</div><div><br></div><div>Doch alle Menschen sind in sich festgefahren, wenn sie nicht Anstöße von außen bekommen, die sie aufleben lassen. Weil Gott ein Gott des Lebens ist, gibt er uns solche Anstöße. Er führt uns Kräfte zu, die wir nicht in uns tragen und die uns allererst zu einem lebendigen Menschen machen. Wenn wir diese Kräfte in uns wirken lassen, führen sie zu einer Erneuerung aller inneren und äußeren Verhältnisse. Eine Umgestaltung unseres Fühlens, Denkens und Handelns setzt ein.</div><div><br></div><div>Die biblischen Schriften nennen diese Kräfte den Geist Gottes. Dieser Geist der Erneuerung ist bereits unter uns. Das Pfingstfest erinnert daran, dass Gott diesen Geist auf die Jüngerinnen und Jünger ausgegossen hat. Seitdem wirkt dieser Geist in der Welt, wann und wo Gott ihn auf Menschen ausgießt und Menschen ihn zur Wirkung kommen lassen.</div><div><br></div><div>Das Bild des Ausgießens ist nicht zufällig gewählt. Es beschreibt die machtvolle Dimension dieser Kräfte: Nicht um eine tröpfelnde Kraft geht es, sondern um eine breit und massenhaft ausgegossene. Wenn Pfingsten anbricht, lautet Gottes Devise: Nicht kleckern, sondern klotzen.</div><div><br></div><div>Ich möchte zunächst rückblickend des Pfingstwunders gedenken und danach auf die radikale Wende der Welt blicken, in welcher der Geist Gottes die Welt aus der verhärteten und festgefahrenen Wirklichkeit herausführt zu einem Leben, das diesen Namen verdient hat. Schließlich werde ich auf das Wunder der Kirche hinweisen, in der Gott wirkt und die deshalb in all ihrer Schwäche stark ist und die Welt verändert.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Das Pfingstwunder</div><div><br></div><div>Jesu Jüngerinnen und Jünger fassten neuen Mut, als ihnen der gekreuzigte Jesus erschienen war. Die nach Jesu Tod orientierungslos Auseinanderstiebenden versammelten sich nach seiner Auferstehung in Jerusalem. Doch die Erscheinungen Jesu waren nicht von Dauer. Die Apostelgeschichte des Neuen Testaments schildert den Abschied von Jesus im Bild seiner Himmelfahrt: Nachdem Jesus auf einem Berg nahe Jerusalem im Nebel einer Wolke den Augen der Jünger entschwunden ist, schauen sie noch sehnsüchtig mit starrem Blick zum Himmel auf. Sie werden jedoch von zwei Männern in weißen Kleidern angesprochen und abrupt auf die Erde zurückgeholt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>"Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und blickt zum Himmel auf? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel fahren sehen."</i></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf1"><i>(Apg 1,11)</i></span></div><div><br></div><div>Damit ist gesagt: Nicht im Himmel ist der Ort des Heils, um den es den Jüngern gehen soll, sondern hier auf Erden. Vom Himmel her kommt zwar das Heil, aber es will sich durchsetzen auf Erden. Nicht in den Himmel sollen sich deshalb die Glaubenden träumen, sondern einen Traum vom Reich Gottes auf Erden sollen sie entwickeln. Denn Jesus, der im Himmel ist, wird auf die Erde zurückkommen und sein Reich aufrichten. Also gilt es, nicht unbeweglich mit starrem Blick zum Himmel dazustehen, sondern sich in Bewegung zu setzen und die Erde zu einem Ort zu machen, an dem das Heil sich ereignet.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Da kehrten sie [die Jünger Jesu] nach Jerusalem zurück von dem Berge, welcher Ölberg heißt [...]. Und als sie hineingekommen waren, gingen sie hinauf in das Obergemach, wo sie sich aufzuhalten pflegten [...].</i></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf1"><i>(Apg 1,12f)</i></span></div><div><br></div><div>Jesus ist fort, und nun beginnt die Zeit der Erwartung und Hoffnung. Jesus hatte seinen Jüngerinnen und Jüngern die Kraft seines Geistes verheißen, die Kraft der Erneuerung und des Lebens. Diese Kraft ist uns nicht verfügbar. Sie gehört nicht zu unserer Natur und ist nicht immer schon in uns. Sie muss auf uns ausgegossen werden. Darauf kann man nur warten und darum kann man beten. Das tun die Jüngerinnen und Jünger Jesu in der Abgeschiedenheit des Obergemachs:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Diese [Jünger] alle verharrten einmütig im Gebet mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.</i></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf1"><i>(Apg 1,14)</i></span></div><div><br></div><div>Noch ist die Zeit der Veränderung nicht angebrochen. Noch müssen die Männer und Frauen "verharren im Gebet". Die Zeit des Gebets ist die Zeit zwischen Stillstand und Bewegung, zwischen Passivität und Aktivität. Sie treten noch nicht aktiv für die Erneuerung ein, aber sie beten schon aktiv um sie. Die Kraft, die Inspiration, die Kreativität des Geistes ist noch nicht über sie gekommen.</div><div><br></div><div>Dass diese Kraft über sie kommen wird, ist ihnen aber schon verheißen. Darum werden Vorbereitungen getroffen: Es soll ein neuer Apostel, ein Zeuge des auferstandenen Jesus, gewählt werden, der den Verräter <span class="fs14lh1-5"><i>Judas </i></span>ersetzt. Die Zwölfzahl, Symbol der zwölf Stämme Israels, soll durch Auslosung wiederhergestellt werden. Dadurch wird deutlich, dass alle Stämme Israels das alles verändernde Heil erfahren sollen, nicht etwa nur eine fromme Gruppe in Israel. Das Los wird Gott anempfohlen und fällt auf <span class="fs14lh1-5"><i>Matthias</i></span>. Er ist nun der zwölfte Jünger Jesu (Apg 1,21-26).</div><div><br></div><div>Die Zeuginnen und Zeugen sind vorbereitet, auch wenn ihnen noch die Kraft des Bezeugens fehlt.</div><div><br></div><div>Erst mit der Ausgießung des göttlichen Geistes beginnt das Neue, und es übertrifft alle Erwartungen. Nicht das geschieht, was die Jüngerinnen und Jünger sich vorgestellt hatten, sondern Überraschendes und gänzlich Unerwartetes:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Plötzlich entstand vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein gewaltiger Wind daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und es setzte sich auf jeden von ihnen. Und sie wurden alle mit dem heiligen Geist erfüllt und fingen an, in fremden Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen zu sprechen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, gottesfürchtige Leute aus jedem Volk unter dem Himmel. Als aber dieses Getöse anhob, lief die Menge zusammen, und sie wurde verwirrt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Es erstaunten aber alle, verwunderten sich [...]</i></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf1"><i>(Apg 2,2-7)</i></span></div><div><br></div><div>Mit der Ausgießung des Geistes hat das Verharren im Obergemach ein Ende: Die Zeuginnen und Zeugen des von den Toten Auferstandenen wenden sich der Welt zu, die Verkündigung beginnt, für jedes Volk unter dem Himmel in seiner Sprache, zur Verwunderung der Hörenden. Die Sprachverwirrung und Entfremdung der Menschen unter dem gescheiterten Turmbau zu Babel hat ein Ende (1Mo/Gen 11,7-9). Das Evangelium "von den großen Taten Gottes" (Apg 2,11) führt zusammen, was zusammen gehört. Im Reich Gottes gibt es keine Entfremdung und Feindschaft mehr.</div><div><br></div><div>Die weltweite Kirche entsteht: keine machtvolle Institution, sondern das kleine Häufchen der Glaubenden und ihren Glauben Bezeugenden. <span class="fs14lh1-5"><i>Kirche ist dort, wo Gottes Geist sie schafft: wo das Feuer der Begeisterung brennt und der Sturm der Erneuerung weht, wo das Alte geläutert und das Überlebte hinweggefegt wird, wo mit Leidenschaft das Evangelium verkündigt und mit Mut ein neues Leben begonnen wird.</i></span></div><div><br></div><div>Das ist neu, unerwartet und verwirrend: Menschen beginnen zu reden, wie sie noch nie geredet haben. Sie sind erkennbar verändert, irritierend anders. Sie treten aus der Masse der Schweigenden heraus, schließen sich nicht länger der Mehrheit an, sondern bezeugen einen neuen Glauben aus innerster Überzeugung. Der Mund geht ihnen über von dem, wovon ihr Herz erfüllt ist (Lk 6,45b). Arbeiter und Handwerker werden zu talentierten Rednern und Ideengebern.</div><div><br></div><div>Mit dieser irritierenden und verwirrenden Verkündigung entsteht die Kirche und geht sie ihren Weg durch die Geschichte. <span class="fs14lh1-5"><i>Die lebendige Kirche irritiert, ihre Verkündigung erregt Anstoß und ruft zur Erneuerung aller verkehrten Lebensverhältnisse auf (Apg 2,37-41). Wo sie das nicht mehr tut, fehlt ihr der Pfingstgeist.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die radikale Wende</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!</span></i></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf1"><i>(Apg 2,40)</i></span></div><div><br></div><div>Mit diesen Worten hat <span class="fs14lh1-5"><i>Petrus </i></span>mitten in Jerusalem Aufsehen erregt und die Massen für sich eingenommen. Etwa dreitausend Menschen lassen sich noch am selben Tag taufen, berichtet die Apostelgeschichte (Apg 2,41). </div><div><br></div><div>Offenbar sind die Diagnose und Therapie des Apostels angekommen. Er hat die Gesellschaft seiner Zeit als ein "verkehrtes Geschlecht" beschrieben, als eine verirrte Generation, eine Gesellschaft, die sich auf Abwegen befindet. Es ist eine Gesellschaft des Todes, denn sie hat den Messias Jesus, der den Frieden des Reiches Gottes brachte, getötet. Deutlicher kann man nicht werden. Der ungebildete Fischer <span class="fs14lh1-5"><i>Petrus </i></span>hat ungeheuren Mut bewiesen. Und gerade das hat gewirkt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Als sie das hörten, ging ihnen ein Stich durchs Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: "Was sollen wir tun, ihr Brüder?"</span></i></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf1"><i>(Apg 2,37)</i></span></div><div><br></div><div>Die barsche Kritik erweckt nicht etwa Unmut und Widerstand, sondern wird überraschenderweise anerkannt. Daraus kann man schließen: Nicht die ängstliche Zurückhaltung führt weiter, sondern die mutige kritische Analyse. Die Angesprochenen fragen nach dem Heilmittel. Das Heilmittel ist die radikale Umkehr. Radikal ist die Umkehr, weil sie mit der Wurzel des Problems anhebt, nämlich mit dem Glauben an den Messias Jesus und der Taufe auf seinen Namen. In Glaube und Taufe erfahren Menschen die Gnade Gottes, die der verirrten Gesellschaft einen Neubeginn erlaubt. Mit Glaube und Taufe verbunden ist der Empfang des heiligen Geistes, der diese Gesellschaft heilen wird (Apg 2,38).</div><div><br></div><div>Eine solche Umkehr ist keine Kleinigkeit, sondern ein Schritt in ein anderes Leben. Wer einmal eine Wende in seinem Lebenslauf vorgenommen hat, weiß, was das bedeutet: Man lässt das Gewohnte und Sichere hinter sich und schlägt einen Weg ein, von dem man nicht weiß, ob er wirklich gelingen und wo er enden wird. So muss es den dreitausend gegangen sein, die sich taufen ließen: Sie müssen Abschied nehmen und nach vorne schauen.</div><div><br></div><div>Jesus hatte vor dem Zurückschauen gewarnt (Lk 9,62). Wer sein Leben und die Welt umpflügen will und dabei zurückschaut, kann ihm nicht nachfolgen und das Reich Gottes nicht bauen. Es geht nicht um einen harmonischen Ausgleich mit dem bisherigen Leben, sondern um eine radikale Lebenswende. Mag sein, dass sie sich erst nach und nach einstellt. Der heilige Geist hat Zeit. Doch auf Dauer kann es nicht so weitergehen wie bisher. Ein paar kosmetische Korrekturen reichen nicht aus.</div><div><br></div><div>Es geht ja um nicht weniger als eine neue Wirklichkeit. Die stellt sich erst ein, wenn auch das Fühlen, Denken und Handeln neu geworden sind. Das neue Bewusstsein verträgt sich nicht mit einem Hängenbleiben am Vergangenen – weder an liebgewonnenen Traditionen noch an alten Ideen und Glaubenshaltungen oder am gewohnten Lebenswandel. Der Apostel <span class="fs14lh1-5"><i>Paulus </i></span>hat es so ausgedrückt: Das Alte muss sterben, damit Neues wachsen kann (Röm 6,4-11).</div><div><br></div><div>Um gleich jedem Leistungsdenken vorzubeugen: Ich weiß, wie schwer uns das Abschiednehmen fällt. Und es wird immer wieder vorkommen, dass wir in unser "altes Leben" zurückfallen. Perfektion ist ein schöner Gedanke; sie ist uns aber in <b><span class="fs14lh1-5">dieser </span></b>Welt leider nicht gegeben. Oder anders betont: <b><span class="fs14lh1-5">Uns </span></b>ist die Perfektion nicht gegeben. Wenn in dieser Welt irgendetwas mit uns geschieht, was an Perfektion erinnert, dann ist das das Werk des heiligen Geistes in uns. <b><span class="fs14lh1-5">Wir </span></b>können auf dieses Werk nur hoffen, darum beten und dafür bereit sein. Wenn wir uns so für den Geist öffnen, wird er das Übrige tun – nicht dann, wenn <b><span class="fs14lh1-5">wir </span></b>es uns wünschen, sondern zu <b><span class="fs14lh1-5">seiner </span></b>Zeit. Gott gibt uns diese Zeit.</div><div><br></div><div>Gott gibt auch unserer Gesellschaft mit ihren Verirrungen Zeit. Diese Zeit kann genutzt werden, nach dem heiligen Geist in der Gesellschaft zu fragen: Wird in ihr dem christlichen Geist, dem Geist Gottes, Raum gegeben?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Der Geist der Wahrheit</div><div><br></div><div>Gottes Geist ist der Geist der Wahrheit (Joh 15,26). Die Lüge hat bei ihm keinen Raum. <span class="fs14lh1-5"><i>Fake News</i></span>, Halbwahrheiten, das Dehnen der Wahrheit bis zum Zerreißen um der eigenen Interessen willen sowie einseitige und manipulative Darstellungen widersprechen dem Wirken des Geistes Gottes. Wer sich daran beteiligt, dient nicht dem Land, sondern sich selbst. Wer die Wahrheit nicht mehr ernst nimmt, spaltet die Gesellschaft und untergräbt die Demokratie. Wer hingegen den Geist der Wahrheit wirken lässt, fördert das Leben in demokratischer Freiheit und Selbstbestimmung (2Kor 3,17).</div><div><br></div><div>Die Wahrheit gibt es nur im gegenseitigen Austausch, im echten Hören aufeinander jenseits von Parteipolitik und Interessenvertretung. Das gehörlose Aufeinander-Einreden und das Heischen nach emotional aufgeputschter Aufmerksamkeit bringen undefinierbares Getöse hervor, eine Sprachverwirrung, die nicht zusammenführt, sondern einander entfremdet und sich dem chaotischen <span class="fs14lh1-5"><i>Tohuwabohu </i></span>annähert – dem Zustand vor dem ordnenden Schöpfungshandeln Gottes (1Mo/Gen 1,2). Doch inspirierende Wahrheit kommt so nicht zutage. Wer die Wahrheit will, muss zuhören, sich korrigieren, sich bereichern lassen durch sein Gegenüber. Der Geist, der uns von Machtgehabe und Erfolgssucht befreit, öffnet uns die Tür zum wahrhaftigen Dialog.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Der Geist des Lebens</div><div><br></div><div>Gottes Geist ist der Geist des Lebens (Joh 6,63; 2Kor 3,6). Er schafft Gedanken und Worte, Pläne und Programme, die das Leben fördern. Gemeint ist das Leben aller Kreaturen auf Erden, der menschlichen und nichtmenschlichen, der gegenwärtigen und zukünftigen, der nahen und fernen.</div><div><br></div><div>Der Geist sorgt deshalb für einen gerechten Ausgleich der vorhandenen Güter, so wie es in der Urgemeinde der Fall war (Apg 2,45) und auch später gehalten wurde (2Kor 8,13f). Niemand muss Not leiden in dieser Welt, wenn die Güter gerecht verteilt werden. Wenn es uns damit ernst ist, wenn wir es wirklich wollen, ist niemand gezwungen, sich seinen Lebensunterhalt durch das Wühlen in unseren Wohlstands-Mülleimern zu sichern und so seine Würde zu verlieren. Wenn die materiell reichen Länder sich wirklich der Humanität verschrieben haben, dann werden sie verhindern, dass zwei Drittel der Menschheit in Armut leben. Sie werden auch Wege finden, Tausende, die an den Gütern der Erde Anteil haben wollen und deshalb aus Verzweiflung den Weg zu uns suchen, vor dem Ertrinken im Mittelmeer zu retten. Der Geist des Lebens geleitet auf kreative Wege, das Leben und die Würde aller zu bewahren.</div><div><br></div><div>Dabei geht es auch um die Lebensmöglichkeiten der zukünftigen Generationen. Der Geist des Lebens meint es ernst damit, die Kosten des Wohlstands einer Generation nicht auf die zukünftigen Generationen abzuwälzen. Das könnte nur eine verirrte Generation, ein "verkehrtes Geschlecht", tun, das sich beständig um sich selber dreht. Eine vom heiligen Geist getriebene Generation hingegen hat Verständnis für diejenigen, die sich um ihre Zukunft sorgen. Sie erkennt es an, wenn das höchste deutsche Gericht feststellt, dass die Gesetzgebung des Staates <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerichtsverfahren_zum_Klimawandel#Urteile" target="_blank" class="imCssLink">die schädlichen Emissionen unumkehrbar auf Zeiträume nach 2030 verschiebt und dadurch die jüngere Generation belastet</a></span>. Ein Staat, der das anerkennt, erkennt seine Versäumnisse und ändert seine Gesetzgebung entsprechend. Er wird andererseits zurückhaltend damit sein, Angehörige der jüngeren Generation als "kriminelle Vereinigung" zu verfolgen – Menschen die, wenn auch mit fragwürdigen Mitteln, für ihre Zukunft protestieren.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">c) Der Geist des Friedens, der Sanftmut und der Güte</div><div><br></div><div>Gottes Geist ist der Geist des Friedens, der Sanftmut und der Güte (Gal 5,22f). Dieser Geist motiviert dazu, Frieden zwischen den Völkern zu stiften, Konflikte zu entschärfen sowie dem Gegenüber Gutes zu tun und ihm Gutes zuzutrauen. Für Europa hätte das zum Beispiel bedeutet, zwischen Ost und West eine europäische Friedensordnung zu entwickeln, die den Interessen beider Seiten gerecht wird. Und es würde bedeuten, nicht vorrangig um geopolitische Einflussbereiche zu kämpfen und alle Aktivitäten der anderen Seite misstrauisch zu beäugen.</div><div><br></div><div>Der Geist des Friedens, der Sanftmut und der Güte schafft ein neues Bewusstsein, das sich in einem veränderten Handeln zeigt. Dieser Geist findet sich nicht damit ab, dass Krieg herrscht, sondern er sucht kreativ und wohlwollend nach Wegen zum Frieden. Dieser Geist kann sich auch nicht damit zufriedengeben, Waffen zur Massenvernichtung bereit zu halten und sogar mit ihrem Einsatz zu drohen. Denn wer sich von diesem Geist bestimmen lässt, gibt sich nicht der Macht des Todes hin, sondern der Macht des Lebens.</div><div><br></div><div>Sich von der Macht des Lebens bestimmen zu lassen, heißt auch, um des Lebens des Nächsten willen mutig Risiken einzugehen bis hin zum Riskieren des eigenen Lebens. Der Geist des Friedens, der Sanftmut und der Güte kann die Kraft geben, das eigene Leben hinzugeben, um das Leben des Nächsten zu erhalten und die Gewalt nicht maßlos werden zu lassen. Durch die Jahrhunderte hindurch haben Christinnen und Christen Gewaltanwendung bewusst abgelehnt und sind zu Märtyrern um ihres Glaubens willen geworden. Mit einem Lobgesang auf den Lippen sind sie, wie auch Jüdinnen und Juden in Auschwitz, in den Tod gegangen. Sie konnten das, weil sie im Geist Gottes ihren Henkern voraus waren: Sie blickten schon in eine Zukunft voraus, die ihren Henkern verschlossen war. In dieser Kraft hat ein orthodoxer Priester vor seiner Hinrichtung dem Exekutionskommando zugerufen:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Seid mir gegrüßt, ihr Toten; ich gehe zu den Lebendigen.</span></span><span class="cf1"> *</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Das Wunder der Kirche</div><div><br></div><div>Die Kirche ist schwach, so wie wir alle es sind. Darum gibt der Geist auch der Kirche Zeit.</div><div><br></div><div>Die Kirche ist aufgerufen, mutig wie <span class="fs14lh1-5"><i>Petrus </i></span>nach der Geistausgießung der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. <span class="fs14lh1-5"><i>Nicht Anpassung an den Zeitgeist, sondern mutige Bezeugung dessen, was der Gottesgeist ihr zu erkennen gibt, ist Aufgabe der Kirche. Der vom Gottesgeist erfüllte Mensch aber fühlt, denkt und handelt anders, als der Zeitgeist es ihm einflößt.</i></span></div><div><br></div><div>Die Kirche weiß das – und sie sollte deshalb der Stachel im Fleisch der Gesellschaft sein, niemals aber dem "verkehrten Geschlecht" Honig um den Mund streichen. Die Verlockung, sich an den Zeitgeist anzupassen, ist immer groß. Auch die Kirche erliegt ihr immer wieder.</div><div><br></div><div>Vielleicht muss das gegenwärtige Christentum durch das pfingstliche Feuer der Läuterung hindurch. Vielleicht muss die Kirche noch kleiner werden, damit der "heilige Rest" (z.B. Jes 10,21) zur überzeugenden Größe wird. Wenn dann die Institution Kirche eine Randerscheinung ist, hat sie es nicht mehr nötig, dem Zeitgeist hinterherzulaufen und sich der Mehrheit anbiedern. Sie kann dann den Menschen frei gegenübertreten mit ihrer irritierenden, Anstoß erweckenden und aus den schlechten gesellschaftlichen Verstrickungen herausrufenden Botschaft. Dann vertraut die Kirche nicht mehr auf ihre angeblich harmonische Nähe zu den Menschen, sondern auf das treu und leidenschaftlich ausgerichtete Wort ihres Herrn. Und sie findet ihre existenzielle Sicherheit nicht mehr in ihren Kirchensteuereinnahmen, sondern in der Fürsorge ihres Herrn.</div><div><br></div><div>Wegen dieser Fürsorge wird die Kirche in all ihrer Schwachheit und Unvollkommenheit nicht untergehen. Das ist das Wunder der Kirche, dass sie aus allen von ihr selbst geschaufelten oder ihr von anderen bereiteten Gräbern auferweckt wird zu neuem Leben. Um die Kirche müssen wir deshalb keine Angst haben. Um die Kirche sollen wir aber ringen, damit sie wirklich Kirche sei und nicht ein Verein unter vielen anderen, dem es um Geld und hohe Mitgliederzahlen geht. Kirche ist nichts, was <b><span class="fs14lh1-5">wir </span></b>schaffen, sondern was <b><span class="fs14lh1-5">der Geist</span></b> schafft, den wir nur wirken lassen müssen, ohne ihn an seinem Werk zu hindern.</div><div><br></div><div>Weil die Kirche aus allen Gräbern auferweckt wird, gehört der Glaube an sie in den dritten Glaubensartikel, der auch von der Auferstehung der Toten handelt. Wer auferweckt ist, blickt nicht zurück auf die Zeit des Todes. So blickt auch die Kirche voraus auf den gekommenen und wiederkommenden Herrn, der das Reich Gottes bringt, das schon jetzt angebrochen ist und dessen Vollendung bevorsteht. Die Kirche ist kein Denkmal, vor dem wir ehrfürchtig stehen bleiben. Sie ist auch nicht der Himmel, in dem wir mit starrem Blick das Vollkommene suchen. Die Kirche ist, wenn Gottes Geist in ihr wirkt, eher ein Zugwagen, der uns mitreißt, mit dessen Hilfe wir uns also in Bewegung setzen und der, weil er von Jesus Christus herkommt, auf dessen Zukunft ausgerichtet ist. Die Kirche sieht dem entgegen, der da war, der da ist und der da kommt und das Reich mit sich bringt (Offb 1,4).</div><div><br></div><div>Der Weg zum vollendeten Reich Gottes kann aber nicht über Leichen führen. Er ist deshalb nicht gepflastert mit Massenvernichtungswaffen, Kriegsopfern, Verhungernden und an der Zukunft Verzweifelnden. Der Weg zum vollendeten Reich Gottes lässt vielmehr Leben sprießen. Er führt nicht über Reichtum und Macht, sondern über liebevolle Hingabe. Im extremen Ernstfall kann er auch über die Hingabe des eigenen Lebens führen. Denn das ist der Weg, den der Herr der Kirche vorangegangen ist.</div><div><br></div><div>Die Herrlichkeit der Kirche ist nicht ihr herrliches Dasein, ihr Reichtum, ihr Glanz, ihre Macht oder irgendein Triumphgebaren. Sondern die Kirche ist reich in ihrer Armut, sie glänzt in ihrer Erd- und Lebensverbundenheit, sie siegt über das Böse im Leiden und ist mächtig in ihrer leidenschaftlichen Erneuerung und Veränderung aller lebensfeindlichen Verhältnisse. In der Kraft des Geistes Gottes wird die Kirche permanent erneuert, und in der Kraft desselben Geistes setzt sie sich ein für die Erneuerung aller ungerechten und zerstörerischen Lebensverhältnisse.</div><div><br></div><div>Darum dürfen wir die Kirche lieben, obwohl sie, wie wir alle, nur ein "irdenes Gefäß" ist, wie der Apostel <span class="fs14lh1-5"><i>Paulus </i></span>sagt. Dieses "irdene Gefäß" aber birgt in sich den Schatz des Evangeliums (2Kor 4,7). Es hat Gott gefallen, seine Kraft in dieses kümmerliche Gefäß zu legen. Es gefällt ihm, aus dem Unscheinbaren und Unvollkommenen sein Reich zu bauen. Darum müssen wir der Kirche nicht enttäuscht den Rücken kehren oder von einer Gemeinde in die andere wandern. Die vollkommene Gemeinde werden wir nicht finden. In der unvollkommenen aber sind wir gerufen, am Reich Gottes mitzuarbeiten. Wir tun das, indem wir auf Gottes Kraft vertrauen, die aus dem Unvollkommenen und Toten heraus immer wieder überraschend und unerwartet ein lebenswertes Leben für alle schafft.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn die Christenheit Gottes Geist wirken lässt, dann ist sie auf dem rechten Weg. Dann übt sie keine ängstliche Zurückhaltung, sondern bringt mutig ihre Kritik an allen lebensfeindlichen Verhältnissen hervor. Sie ergeht sich nicht in Harmonie mit der Gesellschaft, sondern ruft zu radikaler Umkehr auf, wo es nötig ist. Hoffnungsvoll wirbt sie für eine Erneuerung des Fühlens, Denkens und Handelns – ein neues Bewusstsein, das dem kommenden Reich Gottes entspricht.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Helmut Thielicke: Ich glaube. Das Bekenntnis der Christen. Quell-Verlag, Stuttgart 1965. S. 304. Der ganze Artikel wurde angeregt durch die Seiten 302-305. Einige Motive aus diesen Seiten sind aufgenommen.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 27 May 2023 13:31:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wohltäter haben mehr vom Leben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000208"><div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wohltäter haben mehr vom Leben</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Studien bestätigen biblische Weisheit</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/05/2023</span></div><div><br></div><div>Es gibt eine gute Nachricht für Menschen, die ein gutes Miteinander pflegen – die hilfsbereit sind, die treu sind, die Beziehungen aufbauen, die sich für andere engagieren und Gemeinschaft fördern, die Konflikte abschwächen und zur Versöhnung beitragen. Und wenn du jetzt denkst, die gute Nachricht für sie bestehe darin, dass sie in den Himmel kommen – das meine ich jetzt gerade nicht.</div><div><br></div><div>Die Verheißung für all diese Menschen ist viel profaner, viel erdverbundener. Wir kratzen heute mal so richtig an der Erde, so dass sie uns unter den Nägeln hängen bleibt. Die gute Nachricht besteht nämlich darin, dass all diese Menschen die besten Chancen haben, glücklich zu werden und lange gesund zu bleiben.</div><div><br></div><div>Wie ich darauf komme?* In einer Studie der <span class="fs14lh1-5"><i>Harvard</i></span>-Universität in den USA werden seit 85 Jahren die Lebenswege von Menschen nachverfolgt. Es handelt sich um die längste Entwicklungsstudie der Welt. Die Teilnehmenden werden regelmäßig über ihr Leben befragt: Familie, Freundschaften, Ehe, Arbeit, Erfolge und Misserfolge, Lebenseinstellungen, Zufriedenheit. Arztberichte werden analysiert und die Gehirne der Probanden gescannt.</div><div><br></div><div>Das wichtigste Ergebnis der Forschungen lautet: Die besten Chancen auf Gesundheit, Glück und ein langes Leben haben diejenigen, die in befriedigenden Beziehungen leben. Glücklich machen nicht beruflicher Erfolg und gesellschaftliches Ansehen, nicht Reichtum und Klugheit, nicht viele <span class="fs14lh1-5"><i>Likes</i></span> im Internet und auch nicht Bewunderung durch die Mitmenschen. Ebenso wenig sind niedrige Cholesterinwerte eine Garantie dafür, dass wir gesund bleiben. Sondern diejenigen sind mit 80 Jahren die körperlich und seelisch Gesündesten, die im Alter von 50 Jahren in befriedigenden Beziehungen lebten.</div><div><br></div><div>Der Psychiater <span class="fs14lh1-5"><i>Dr. Robert Waldinger</i></span>, der die Studie gegenwärtig leitet, fasst es so zusammen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gute Beziehungen machen glücklicher und gesünder. Punkt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich möchte hinzufügen: Zum Glück trägt auch bei, dass jemand nicht in Armut lebt, sondern über die notwendigen Mittel verfügt, seine existenziellen Grundbedürfnisse zu befriedigen. Und dass er die Chance hat, sich seinen Begabungen entsprechend zu entwickeln. Und der Gesundheit ist es sicherlich zuträglich, wenn man seine Cholesterinwerte im Blick behält. Was die Ergebnisse der Studie aber sagen wollen, ist offensichtlich, dass befriedigende Beziehungen jedenfalls wichtiger für das Glücksempfinden sind als Reichtum, Erfolg und ein hoher gesellschaftlicher Status.</div><div><br></div><div>Andere Studien bestätigen das: Gute soziale Beziehungen sind einer der wichtigsten Faktoren für unser Wohlbefinden. Hingegen ist dauerhafte Einsamkeit ein ebenso großer Risikofaktor wie Rauchen, Bewegungsmangel und Luftverschmutzung.</div><div><br></div><div>Wir Menschen sind eben Beziehungswesen. Das wird schon in der biblischen Schöpfungsgeschichte deutlich, in der Gott feststellt, dass es nicht gut für den Menschen sei, allein zu sein. Also macht er ihm "ein Gegenüber, das ihm entspricht" (so wörtlich): ein Wesen, das dem Menschen in seiner Bedürftigkeit entspricht, das ihn anspricht und ein ihm ebenbürtiger und hilfreicher Beistand ist (1Mo/Gen 2,18).</div><div><br></div><div>Wir brauchen also Menschen, die uns Gutes tun. Und die anderen brauchen Menschen, die ihnen Gutes tun. Alle profitieren davon – auch der, der anderen Gutes tut.</div><div><br></div><div>Denn wenn wir einen Einsamen für einen Moment aus seiner Einsamkeit befreien können, wenn ein Unverstandener sich von uns verstanden fühlt, wenn wir einem Unglücklichen ein Lächeln auf die Lippen zaubern können – dann werden wir selbst mit Freude erfüllt, dann spüren wir, dass unser Leben bedeutsam ist.</div><div><br></div><div>Aber kann ich das: anderen Gutes tun? Bin ich damit nicht überfordert? Habe ich nicht mit mir selbst genug zu tun?</div><div><br></div><div>Die zweite gute Nachricht ist: Schon kleine Dinge können Großes bewirken. Auch dazu gibt es Forschungsergebnisse. Die amerikanischen Psychologinnen <span class="fs14lh1-5"><i>Gillian Sandstrom</i></span> und <span class="fs14lh1-5"><i>Elisabeth Dunn</i></span> konnten nachweisen, dass schon ein kurzer <span class="fs14lh1-5"><i>Small Talk</i></span> die Stimmung hebt und unser Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt. Schon kleinste Gesten der Freundlichkeit haben einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden – nicht nur das des anderen, sondern auch das eigene. Zum Beispiel, wenn wir jemandem die Tür aufhalten oder ihn freundlich anlächeln.</div><div><br></div><div>Wenn wir einmal tief in uns hineinhorchen, merken wir das an uns selbst. Dass es gut für unsere Stimmung ist, wenn uns jemand anlächelt, ist ziemlich klar. Aber dass es unsere Stimmung auch hebt, wenn <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> jemanden anlächeln, ist uns vielleicht nicht so bewusst. Doch es ist offenbar so: Wer anderen ein Lächeln schenkt, lebt glücklicher und länger.</div><div><br></div><div>Und es gibt noch eine dritte gute Nachricht: Das freiwillige soziale Engagement hat in Deutschland in den letzten 20 Jahren stetig zugenommen. Im Jahr 2019 haben über ein Drittel der Menschen über 14 Jahren in Deutschland ein Ehrenamt ausgeübt. Das sagt der sogenannte Deutsche Freiwilligensurvey. Das ist eine repräsentative telefonische Befragung, die alle fünf Jahre für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wird.</div><div><br></div><div>Auch das freiwillige Engagement für andere wirkt sich der Wissenschaft zufolge auf die Freiwilligen selbst positiv aus – auch dann, wenn es keine Bezahlung gibt. Es tut einfach gut, sich für andere einzusetzen oder mit anderen zusammen im Umwelt- oder Tierschutz tätig zu sein. Studien zeigen: Wer sich sozial engagiert, fühlt sich wohler, und zwar bis ins hohe Alter. Wer anderen gerne hilft, ist im Normalfall mit seinem Leben zufriedener als jemand, der das nicht tut.</div><div><br></div><div>Die Weisen Israels, die ihre Lebenserfahrungen oft in kurzen Sprüchen festgehalten haben, wussten bereits um diese Wahrheit:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Sünder verfolgt das Unheil,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die Wohltäter aber belohnt das Glück.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Spr 13,21)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ein Wohltäter tut sich selbst Gutes,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ein Unbarmherziger aber schneidet sich ins eigene Fleisch.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Spr 11,17)</span></i></div><div><br></div><div>Und sehr poetisch drückt es Spr 4,18 aus:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Pfad der Wohltäter ist wie ein aufgehender Lichtglanz,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">der immer leuchtender wird, bis der Tag hervorgeht.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">* Quelle: Die Techniker – Das Magazin. Hg. von der Techniker Krankenkasse. Ausgabe 04/2023, S. 6-9.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 22 May 2023 18:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gott ist Jesus - na und?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000207"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gott ist Jesus – na und?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/05/2023</span></div><div><br></div><div>Von Gott wird gar nicht so selten geschrieben und geredet: in Zeitungen, Romanen, Vorträgen und bei anderen Gelegenheiten. Man kann fast den Eindruck bekommen, dass Gott nicht wirklich verabschiedet wurde aus unserer säkularen Welt.</div><div><br></div><div>Aber das Reden und Schreiben von Gott ist meist mit vielen Fragezeichen versehen: Gibt es ihn überhaupt? Und sollte es ihn geben: Wer oder was ist denn dieser Gott? Wie ist er? Und wo ist er? Und was bedeuten die Antworten auf diese Fragen eigentlich für unser Leben? Macht es überhaupt Sinn, sich darüber den Kopf zu zerbrechen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Wer ist Gott?</div><div><br></div><div>In der antiken griechischen Übersetzung des Alten Testaments wird Gottes Name <span class="fs14lh1-5"><i>Jahwe </i></span>oft mit "Herr" übersetzt. Im griechischen Neuen Testament wird diese Gottesbezeichnung auf Jesus übertragen: Der "Herr", also Gott, ist Jesus.</div><div><br></div><div>Das ist eine Aussage, die alles verändert. Wenn wir an Gott denken, denken wir normalerweise nicht an einen Menschen, sondern an ein jenseitiges höchstes Wesen. Die ersten Christinnen und Christen glaubten allerdings, dass Gott in dem Menschen Jesus aus Nazareth in unsere Welt gekommen ist. Gott ist Mensch geworden.</div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht, dass Gott ein Mensch ist, so wie wir Menschen sind. Gott vereint vielmehr in sich Göttliches und Menschliches. Er ist in gewisser Weise gestorben und zugleich ewig lebendiger Gott. Er ist der Mensch Jesus aus Nazareth und zugleich Jesu "Vater" im Himmel. Er ist Mensch geworden und ist zugleich mehr als irgendein Mensch.</div><div><br></div><div>Das Neue Testament spricht auch davon, dass Jesus Gottes "Sohn" war. Dadurch ist eine Unterscheidung in Gott selbst angedeutet: Gott ist Vater und Sohn in eins. Nicht nur der Vater ist Gott, sondern auch der Sohn. Aber der Vater ist eben nicht einfach der Sohn und der Sohn ist nicht einfach der Vater. Beide sind eins, aber doch voneinander zu unterscheiden.<div><br></div><div><div>Um es einmal mathematisch auszudrücken:</div><div>Gott (A) = Jesus (B)</div><div>Gott (A) = Vater (C)</div><div>Jesus (B) <span class="fs14lh1-5">&#8800;</span><span class="fs14lh1-5"> Vater (C)</span></div><div>Die drei Gleichungen gehen nicht auf. Denn wenn gilt, dass A = B und A = C, dann muss auch gelten, dass B = C. Das trifft aber für Gott und Jesus nicht zu. Bei ihnen geht es eben nicht um Mathematik.</div><div><br></div><div>Das Verhältnis zwischen Gott und Jesus ist kein mathematisches, sondern ein soziales. Das heißt, dass Gott und Jesus in gegenseitiger vollkommener Liebe eins sein können, dennoch aber zwei zu unterscheidende Personen bleiben.</div><div><br></div></div><div>Ich will jetzt nicht weiter in Erörterungen über die Dreieinigkeit einsteigen. <span class="fs14lh1-5">Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie ich mir Gott vorstelle, dann lies den Artikel </span><span class="fs14lh1-5"><span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-sache-mit-jesus" class="imCssLink">Die Sache mit Jesus</a></span>.</span></div><div><br></div><div><div>Eins steht jedenfalls fest: Einen solchen Glauben hatte es vorher noch nie gegeben. Gott sollte einer sein, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen hat und in die Welt mit ihrer Gottlosigkeit eingetreten ist. Kaum zu glauben!</div></div></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Man kann aber auf den Satz "Gott ist Jesus" auch mit Gleichgültigkeit reagieren: "Was ändert das schon? Das Wichtigste ist doch, dass es überhaupt einen Gott gibt.</span> Die einen nennen ihn <span class="fs14lh1-5"><i>Allah</i></span>, die anderen <span class="fs14lh1-5"><i>Krishna </i></span>oder <span class="fs14lh1-5"><i>Shiva</i></span>, wie auch immer. Bei den Germanen hieß er <span class="fs14lh1-5"><i>Thor</i></span>, bei den alten Griechen <span class="fs14lh1-5"><i>Zeus</i></span>. Die Juden nennen Gott gar nicht beim Namen, weil er ihnen zu heilig ist. Gott hat viele Namen. Die Christen nennen ihn eben <span class="fs14lh1-5"><i>Jesus</i></span>. Na und?"</div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5">Um auf das achselzuckende "Na und?" zu antworten, müssen wir der Frage nachgehen, inwiefern es den Glauben an einen Gott verändert, wenn Gott der Mensch Jesus ist.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Warum wurde Gott Mensch?</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube sagt, Gott habe den für uns unerreichbaren Himmel verlassen, weil er uns über alles liebt. Diese Liebe hat ihn dazu geführt, seine himmlische Distanz zu uns aufzugeben und ein Mensch aus Fleisch und Blut zu werden, wie wir es sind. So ist Gott uns unübertrefflich nahegekommen. Das war nur möglich, indem Gott sich der menschlichen Verletzlichkeit aussetzte und zugleich auch der menschlichen Gottlosigkeit.</div><div><br></div><div>Aus Liebe heraus, um unsertwillen ist Gott also Mensch geworden. Er wollte uns nah sein, und er wollte uns erlauben, ihm nah zu sein. Dass wir diese Nähe oft gar nicht haben wollen, diese unsere Gottlosigkeit hat aber nicht dazu geführt, dass Gott sich von seiner Liebe verabschiedete. Er hat vielmehr seine Liebe zu den gottlosen Menschen durchgehalten, auch als sie ihn verfolgten und kreuzigten. Er hat die Sünder leben lassen und es vorgezogen, an deren Gottlosigkeit zu sterben. Die Sünder durften leben, was aber dazu führte, dass Gott in der Gestalt Jesu sterben musste.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube bekennt sich also tatsächlich zu einem Gott, der sich aus Liebe zu den Sündern und ihnen zugute auf deren Gottlosigkeit, auf Leid und Tod eingelassen hat. Er hat die abgrundtiefe Sünde der Menschen an sich selbst erduldet. Das galt zu Jesu Zeiten, aber es gilt ebenso heute: Die Sünder bringen Lieblosigkeit, Gewalt und Tod in die Welt, dürfen aber leben. Gott hingegen, den die Menschen ablehnen, wird der Gewalt und dem Tod ausgesetzt: Er wird verspottet, mundtot gemacht, ignoriert, als gäbe es ihn nicht, als sei er längst tot und gehöre auf den Müllhaufen der Geschichte.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube ist an dieser Stelle ganz schön unverschämt. Denn Gott ist nach diesem Glauben keiner, der, wie es einem "Gott" geziemt, von Sünde, Tod und Teufel unberührt bleibt. Im Gegenteil: Er lässt sich in der Gestalt Jesu von Sünde, Tod und Teufel angreifen und töten.</div><div><br></div><div>Er tut das, weil er uns mit unserer Sünde leben lässt. So sehr liebt er uns. Dass Gott Mensch geworden ist und dass er Sünde, Leid und Tod ertragen hat, ist also Gottes einzigartige Tat, die uns zeigt, dass er auch die größten Sünder über alles liebt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Wo begegnet uns Gott?</div><div><br></div><div>Das widerspricht all unseren Gottesbildern. Wir stellen uns Gott gern vor in einer alles umfassenden Macht und strahlenden Herrlichkeit. Wir suchen ihn im Jenseits. Wir kommen vielleicht zu dem Schluss, dass das Jenseits für uns nicht erkennbar ist, also auch Gott nicht. Manche vertrauen auf unbekannte Energien, kosmische Strahlungen, die Kraft der Steine oder Bachblüten. Andere suchen Erleuchtung durch geheimnisvolle Mächte, um Halt und Orientierung zu finden.</div><div><br></div><div>Und wo begegnet uns Gott wirklich?</div><div><ul><li>Nicht im Jenseits,<br></li><li>nicht in unbekannten Energien und speziellen Erleuchtungen,<br></li><li>nicht in einer vor Stärke nur so strotzenden Gestalt,<br></li><li>nicht als ein Herrscher, der sich alles unterwirft und allem, was ihm widersteht, den Garaus macht.<br></li></ul></div><div>Sondern Gott begegnet uns in dem Menschen Jesus, von dem das Neue Testament berichtet. In diesem Menschen lässt Gott sich finden, so dass wir ihn nirgendwo sonst suchen müssen.</div><div><br></div><div>Gott ist also kein abstraktes, unbekanntes höchstes Wesen, kein Wesen in unüberwindlicher Ferne und im undurchdringlichen Nebel. Denn Gott hat seine Ferne zu uns selber aufgegeben und den Nebel um sein Wesen gelichtet. <span class="fs14lh1-5"><i>Wir suchen Gott in der Höhe? Er lässt sich an unserer Seite finden. Wir suchen ihn im Unbekannten und Geheimnisvollen? Er hat sich uns bereits offenbart. Wir suchen ihn in den Abstraktionen unseres Denkens? Er lebte das konkrete Leben des Menschen Jesus Christus.</i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gott hat es uns sozusagen leicht gemacht, ihn kennenzulernen. Wir brauchen uns nur auf den Menschen Jesus zu konzentrieren.</i></span></div><div><br></div><div>In Jesus begegnet uns Gott als ein Armer, Verletzlicher und aus der Welt Vertriebener. Darum hat er eine besondere Nähe zu den Armen dieser Welt, zu den Schwachen, Verletzlichen und zu denen, denen in der Welt kein Raum zum Leben gewährt wird. Gott steht ihnen näher als den Reichen, Starken und Mächtigen, die beinahe zwangsläufig auf Kosten der anderen leben. Jesus geht so weit zu behaupten: In den Armen, Verletzlichen und Ausgestoßenen begegnet uns Gott selbst (Mt 25,31-46) – so sehr identifiziert er sich mit ihnen!</div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gott begegnet uns nicht im Jenseits, sondern in unseren Lebens- und Todeserfahrungen.</i></span></div></div><div><br></div><div>Darum dürfen sich gerade die Armen, Verletzten und Ausgeschlossenen, die Hungernden und dem Tod Überlassenen, all jene, deren schweres Geschick mit Gleichgültigkeit betrachtet wird – gerade sie dürfen gewiss sein, dass Gott ihnen nah ist, dass er an ihrer Seite ist, dass er ihr Leiden und Sterben kennt und ihnen Gerechtigkeit widerfahren lassen wird, wenn sie diese Gerechtigkeit für sich in Anspruch nehmen.</div><div><br></div><div>Eins ist noch hinzuzufügen: Gott ist in dem <span class="fs14lh1-5"><b>Juden </b></span>Jesus Mensch geworden. Das ist kein Zufall. Gott hat sich dadurch als der erwiesen, der schon in der Geschichte Israels gegenwärtig war. Er hat sich in seiner freien Liebe das Volk Israel zu <span class="fs14lh1-5"><b>seinem </b></span>Volk erwählt. Er wird dieser Liebe treu bleiben, so dass Israel dieses Volk Gottes bleiben wird bis zum Ende der Zeiten – egal, wie sich Israel verhalten und an wen es glauben wird (Röm 11,25-32). Auch darin zeigt sich die außerordentliche Liebe Gottes zu denen, die ihn nicht in Jesus erkennen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Ist Gott machtlos?</div><div><br></div><div>Die römischen Kaiser ließen sich offen als Götter verehren. Auch die Mächtigen unserer Zeit gebärden sich gern als machtvolle Potentaten. Manche Präsidenten, Spitzenpolitiker, Wirtschaftsbosse, Leistungssportler oder Filmstars gebärden sich quasi göttlich und lassen sich mit religiösen Weihen auszeichnen. Wir versuchen wohl alle, uns Macht anzueignen, so dass wir in unserem Bereich unbezwingbar sind. Wir versuchen, Reichtum anzuhäufen, und setzen unsere Macht dazu ein, auf verschiedene Weise Gewalt auszuüben. Wir vergessen dabei, dass Gott das Gegenteil von all dem tut.</div><div><br></div><div>Wir wünschen uns ja einen machtvollen Gott, einen, der uns vor allem Unheil bewahrt und unsere Lebensart bestätigt. Gerade das tut der Mensch gewordene Gott aber nicht. Er ist anders als unsere menschlichen Erwartungen an ihn. Er ist auch anders als unsere Erfahrungen dessen, was wir für göttlich halten. Gott zeigt sich in Jesus eben nicht als einer, der die allgemein üblichen religiösen Sehnsüchte und Erwartungen erfüllt.</div><div><br></div><div>Was bedeutet das für unser Leben? Es bedeutet, dass Gott nicht mit irgendeinem Menschen zu identifizieren ist, sondern nur mit dem Menschen Jesus. Gott geht nicht auf in irgendeinem noch so fromm oder wichtig erscheinenden Menschen. Gott geht auch nicht auf in unseren religiösen Erfahrungen und Erwartungen. Gott ist nicht all das, was wir vielleicht als göttliches Licht in uns erleben oder was andere an Göttlichem in sich selbst zu finden meinen.</div><div><br></div><div>Darum müssen wir uns keinem Sektenführer, Offenbarungsempfänger oder religiösen Machthaber hingeben. Wir müssen keine Menschen mit quasi göttlichen Weihen versehen, und wenn sie uns auch noch so wichtig erscheinen. Unser Glück hängt von keinem Menschen ab, sei er auch noch so überzeugend. Denn Gott ist ausschließlich in Jesus Christus Mensch geworden. Von allen anderen Menschen brauchen wir uns deshalb nicht mehr verführen, manipulieren und unterdrücken zu lassen.</div><div><br></div><div>Gott ist zwar mächtig, aber in anderer Weise, als wir es erwarten. Er kann sicher auf uns unerklärliche Weise das Leben in der Welt gestalten und uns durch unser Leben geleiten. Er kann Positives bewirken und vor Unheil bewahren. Von Jesus wird ja berichtet, dass er Kranke spontan heilte und Dämonen – die Inbegriffe des Bösen – besiegte.</div><div><br></div><div>Aber Jesus war vor allem darin mächtig, dass er konsequent seine Liebe zu den Sündern lebte, indem er sie nicht leiden ließ, sondern selber an ihnen litt und starb. <span class="fs14lh1-5"><i>So ist Gott mächtig im Liebeshandeln und Liebesleiden.</i></span> Auch wir können zwar in der Liebeskraft Gottes Gutes bewirken. Aber oft genug bringt unser Handeln auch Leid in die Welt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Was ist mit Sünde, Leid und Tod?</div><div><br></div><div>Jesus blieb nicht im Tod, sondern wurde von seinem "himmlischen Vater", wie er Gott nannte, von den Toten auferweckt und an die Seite Gottes versetzt. Der Erniedrigte wurde erhöht, der als Gottloser Gekreuzigte in die Gemeinschaft mit Gott aufgenommen. So kam Gott durch den Tod hindurch zu seinem Ziel. Er hat sich als mächtiger erwiesen als der Tod. Das heißt für uns: <span class="fs14lh1-5"><i>Wir können Gott zwar aus unserem Bewusstsein löschen und ihn in uns töten, aber wir können ihn nicht aus der Welt schaffen.</i></span></div><div><br></div><div>Gott hat den Tod durch Liebe besiegt. Das ist Hoffnung für uns alle, die wir des Todes sterben müssen. Gott hat aus Liebe heraus die Sünder leben lassen. Darum können auch wir auf Leben hoffen. Gott hat sich aus Liebe zum Armen, Verspotteten und Erniedrigten gemacht. Das bedeutet Hoffnung für alle Armen, Verachteten und in den Schmutz Getretenen. Zugleich ist es uns Antrieb, für sie einzutreten. Wir alle können uns Gottes Liebe gefallen lassen und durch sie so leben, wie Gott uns gedacht hat.</div><div><br></div><div>Nicht die Gewaltsamen und durch Unterdrückung Mächtigen setzen sich durch, sondern die Sanftmütigen, Barmherzigen und geistlich Armen. Sie kommen mit ihrer Liebe zum Ziel (Mt 5,3-10). <span class="fs14lh1-5"><i>Gottes Weg zum Ziel des Reiches Gottes ist nicht ein leidfreies Leben, sondern ein liebevolles.</i></span><span class="fs14lh1-5"><i> Die wahre Macht besteht im Liebesdienst für andere.</i></span></div><div><br></div><div>Würde man öfter in diesem Sinne von Gott reden und schreiben, dann hätte das auch Auswirkungen auf unser Handeln und auf unsere gesellschaftlichen Strukturen. Das Reden und Schreiben von Gott wäre nicht mehr mit Fragezeichen versehen, sondern mit Ausrufezeichen: <span class="fs14lh1-5"><i>Weil Gott dich liebt, bist du berufen, dieser Liebe entsprechend zu leben und Liebe in die Welt zu bringen! Weil Gott dir das Lieben ermöglicht, kannst du für Recht und Gerechtigkeit, für Frieden und für ein lebenswertes Leben für alle eintreten!</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: amurca auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 16 May 2023 14:48:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Leben ist eine Langstreckenwanderung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000205"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Leben ist eine Langstreckenwanderung</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/05/2023</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Christine Thürmer</i></span> ist 55 Jahre alt und Langstreckenwanderin. Vor 19 Jahren verlor sie ihren Management-Job. Danach begann sie, Langstrecken zu wandern: mehrere tausend Kilometer, einige Monate pro Strecke, mit mindestens fünfeinhalb Kilo Gepäck. Ihr erster Weg war der über 4000 Kilometer lange <span class="fs14lh1-5"><i>Pacific Crest Trail</i></span> von Mexiko nach Kanada. Mittlerweile schreibt sie auch Bücher über ihre Wanderungen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Thürmer </i></span>hat in einem Interview der ZEIT über ihre Erfahrungen berichtet (Nr. 9 vom 23.02.2023, S. 60f). Einige davon gebe ich hier wieder.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Kein Zuhause</div><div><br></div><div>Die Extremwanderin erwähnt ihren Fußmarsch über den <span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oregon_Trail" target="_blank" class="imCssLink"><i>Oregon Trail</i></a></span>. Dieser Weg führt 3500 Kilometer von Ost nach West über die <span class="fs14lh1-5"><i>Rocky Mountains</i></span>. Es ist der Weg, auf dem im 19. Jahrhundert die Siedler im Osten und in der Mitte der Vereinigten Staaten in den noch unbesiedelten Westen zogen. <span class="fs14lh1-5"><i>Thürmer </i></span>sagt über ihre Wanderung:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Im letzten Jahr bin ich den Oregon Trail gewandert, unter widrigsten Wetterbedingungen. Fast den ganzen Mai lief ich durch Schneestürme, konnte manchmal wegen des Windes mein Zelt nicht aufstellen, da kamen einige harte Prüfungen auf mich zu.</span></i></span></div><div><br></div><div>Bei diesen Sätzen dachte ich an unsere Lebenswanderung. Sie führt uns wahrlich nicht immer bequeme Wege auf ebenen Strecken, sondern oft über Berge, die kaum zu bezwingen sind, oder durch finstere Täler, die kein Sonnenstrahl erreicht. Wir müssen durch Unwetter und Stürme und glauben manchmal, es nicht zu schaffen. Wir verzweifeln, weil es keinen Platz auf Erden zu geben scheint, an dem wir unser Zelt aufschlagen können, so dass wir geschützt sind, uns sicher fühlen und ruhig schlafen können.</div><div><br></div><div>Dann fühlen wir uns so, wie auch Jesus sich auf Erden fühlte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Füchse haben Gruben und die Vögel des Himmels haben Nester. Der Menschensohn dagegen hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Mt 8,20)</span></i></div><div><br></div><div>Jesus hatte keinen Ort in dieser Welt, keine Geborgenheit, keine Sicherheit. Dennoch hat Gott ihn durch alles Leid und sogar durch den Tod hindurch zum Leben an seiner Seite geführt. Darum gibt es für jeden Menschen Hoffnung, der keinen Ort in dieser Welt hat: für die Kranken, Armen und Verzweifelten, für die Außenseiter und Gemobbten, für die, die anders sind als die Masse und deshalb verspottet werden. Gott sieht ihr Leid und steht zu ihnen. <span class="fs14lh1-5"><i>Wenn die Außenstehenden auch keinen Ort in der Welt haben, so bietet der Herr der Welt ihnen doch einen Wohnort bei sich an</i></span> (Joh 14,2).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Selbsthilfe</div><div><br></div><div>Doch was können wir tun, wenn die Berge uns über den Kopf wachsen oder die Täler uns jedes Licht nehmen? <span class="fs14lh1-5"><i>Christine Thürmer</i></span> berichtet, was sie in solchen Situationen auf ihren Wanderungen gemacht hat:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn sich wirklich mal ein echtes Tief nähert, mental oder körperlich, dann erkenne ich das in der Regel rechtzeitig. Ich tue mir dann etwas Gutes, in Form von Essen etwa, oder verlasse sogar den Trail und lege einen Extra-Ruhetag ein. Bei meinen ersten Touren habe ich mich noch oft überanstrengt. Da stand ich dann manchmal heulend am Wegesrand und habe mit meinen Trekkingstöcken vor Wut auf Bäume eingeschlagen oder die Berge angebrüllt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist echte Lebensweisheit. Es gehört wohl zu unserem Größenwahn, dass wir uns regelmäßig überfordern. Besonders für diejenigen, deren Herz für eine Sache brennt, ist das eine Gefahr. Pfarrerinnen und Pfarrer stehen mit an der Spitze, wenn es um Überforderung geht. Obwohl sie doch wissen sollten, dass das Heil nicht durch sie selbst in die Welt kommt.</div><div><br></div><div>Wir wollen mehr, als wir leisten können, und wollen es schneller, als es uns möglich ist. Wir wollen besser sein als die anderen und streben nach Anerkennung und Erfolg. Wir hasten dem Ruhm hinterher, werden von anderen getrieben und haben nicht die Kraft, aus dem Hamsterrad zu springen. Einige ziehen die Reißleine und steigen aus. Wichtig ist, das rechtzeitig zu tun – noch bevor Körper und Geist in den Generalstreik treten. Dann geht gar nichts mehr, und es ist extrem mühsam, wieder den Normalzustand zu erreichen.</div><div><br></div><div>Der Schöpfer hat nach seiner Schöpfung einen Ruhetag eingelegt (Gen/1Mo 2,2f) und uns empfohlen, es ihm gleichzutun (Ex/2 Mo 20,8-11). Aber <span class="fs14lh1-5"><b>ein</b></span> Ruhetag reicht manchmal nicht aus. Dann ist ein Extra-Ruhetag gefordert – eine Auszeit für Körper und Seele. Manche, denen es möglich ist, machen sogar ein Sabbatjahr daraus.</div><div><br></div><div>Die Psychologie rät, in Krisenzeiten sich selbst etwas Gutes zu tun. Was das ist, muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden. Es sind keine aufwendigen Aktionen, sondern alltägliche: einen Spaziergang machen; eine Dusche oder ein Bad nehmen; sich ein gutes Essen genehmigen; die Lieblingsmusik hören; den Frust rauslassen, und sei es, dass man die Wände anschreit; den Tränen freien Lauf lassen; einen Extra-Ruhetag einlegen, wenn es möglich ist. Wichtig ist, wie gesagt, das rechtzeitig zu tun. Denn wenn der Generalstreik begonnen hat, ist selbst das nicht mehr möglich.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Entdeckung Gottes</div><div><br></div><div>Man muss keinen christlichen Glauben haben, um sich die nötige Ruhe zu gönnen. Die nötige Ruhe kann aber dazu führen, dass man den christlichen Glauben wiederentdeckt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich schlafe unterwegs jede Nacht auf meiner Isomatte und finde am Wegesrand oft nicht einmal Bäche oder Flüsse, in denen ich mich etwas waschen könnte. Wenn ich dann an meinem wöchentlichen Ruhetag im Hotelzimmer dusche – das warme Wasser, das duftende Duschgel, der Dreck verschwindet im Abfluss: Darauf kann ich mich tagelang freuen! Ich freue mich unterwegs sehr oft an sehr einfachen Dingen. Dann liege ich nachts im Zelt und denke: Danke! Danke! Danke! Und weil man sich ja immer bei jemandem bedankt, kam irgendwann das "Danke, lieber Gott!" zurück. Ich habe so ein tolles Leben, da muss doch irgendwer schuld sein.</span></i></span></div><div><br></div><div>Was für eine Erfahrung! Ich beobachte an mir selbst, wir schwer es mir fällt, mich am Alltäglichen zu erfreuen. Das, was ich täglich habe und mir das Leben schön macht, scheint kein Grund zur Freude zu sein. Freude erweckt nur das Besondere, Außergewöhnliche. Weil aber Besonderes und Außergewöhnliches eher selten geschieht, bleibt auch die Freude oft aus.</div><div><br></div><div>Ich denke, dass wir das Gute, das uns täglich widerfährt, oft erst dann zu schätzen wissen, wenn es uns abhanden kommt. Wenn man sich nicht mehr waschen kann, wenn das Laufen Schmerzen bereitet, wenn eine Krankheit uns aus der Bahn wirft, wenn wir die Arbeitsstelle verlieren und das Geld ausbleibt, dann erst wird uns bewusst, wie viel Gutes wir hatten. Und dann erst lernen wir, angesichts des Guten zu sagen: "Danke! Danke! Danke, lieber Gott!"</div><div><br></div><div>Viele denken an den lieben Gott, wenn ihnen das Leid der Welt bewusst wird. Dann lautet die Frage: "Wenn es wirklich einen lieben Gott gibt, warum lässt er es dann zu, dass Menschen so sehr leiden müssen?" Kaum jemand denkt im Alltag: "Ich habe so ein tolles Leben, dafür will ich dem lieben Gott danken!" Es kann deshalb eine Chance der Krise sein, zum "Danke, lieber Gott!" zurückzufinden – so, wie es <span class="fs14lh1-5"><i>Christine Thürmer</i></span> auf ihren Wanderungen offenbar ergangen ist. Sie ist, wie sie sagt, "durch das Wandern wieder zu einem gläubigen Menschen geworden".</div><div><br></div><div>Die Langstreckenwanderin hat Gott entdeckt und darin sich selbst gefunden:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selbstfindung passiert – aber nicht so, wie Sie sich das vorstellen. Sie kommt durch dieses tiefe Glück, das Sie abends im Zelt empfinden. Weil Sie einen Bach gefunden haben, in dem Sie sich waschen konnten. Oder weil Sie irgendwo ein Eis kaufen konnten. All das führt zu tiefer Dankbarkeit. Und die ist dann die Selbsterkenntnis.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist tatsächlich so: <span class="fs14lh1-5"><i>Wenn man Gott findet, findet man sich selbst. Man entdeckt sich als geliebtes Geschöpf Gottes.</i></span> Man irrt nicht mehr oder weniger sinn- und ziellos durchs Leben, sondern weiß sich trotz aller Irrungen und Wirrungen auf dem Weg zu einem großen Ziel. Man erlebt die Freude darüber, unverlierbar geliebt zu sein. Man erlebt die Freiheit, die diese Liebe auslöst, und man erfährt die Vorfreude auf das große Ziel, das durch nichts auf der Welt verloren gehen kann.</div><div><br></div><div>Das klingt nach selbstzentrierter Religiosität. Doch wer sich in diesem Sinne selbst findet, findet auch seine Mitmenschen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Zeit für andere</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich habe, wie praktisch alle Langstreckenwanderer, mein eigenes Tempo, von dem ich ungern abweiche. Deshalb bin ich meistens allein unterwegs. Aber alles andere als einsam. Viele meiner Freunde und Bekannten haben inzwischen erkannt: Die Frau kann man immer anrufen – mit Liebeskummer, bei Jobproblemen ... Während ich Rumänien durchquerte, habe ich bestimmt 40 Stunden mit einem Bekannten telefoniert, der gerade jemanden brauchte, um die Schwierigkeiten beim Aufbau seines Start-ups zu besprechen.</span></i></span></div><div><br></div><div>"Tempo" ist ein zentrales Thema unserer modernen und digitalen Welt. Viele Menschen erleben sich als Getriebene. Oft treiben wir uns selbst an: noch mehr schaffen in noch weniger Zeit. Wenn wir etwas geschafft haben, steht bereits die nächste Aufgabe vor uns. Es scheint, als jagten wir ständig einem Ziel nach, das wir nie erreichen – obwohl wir Gottes Ziel für uns erreichen könnten, ohne ihm nachjagen zu müssen.</div><div><br></div><div>Wenn wir es Gott überlassen, uns seinem Ziel entgegenzuführen, werden wir befreit davon, uns durch ein übertriebenes Lebenstempo auszupowern. Das heißt nicht, dass wir nicht auch mal unser Lebenstempo erhöhen und unsere Ziele zu erreichen versuchen. Es ist gut, sich Ziele zu setzen, und es ist eine Freude, Herausforderungen zu bestehen. Die Frage ist aber, welchen Stellenwert diese Ziele für uns haben: Verfolgen wir sie mit unaufgebbarem Ernst und erbarmungsloser Strenge oder können wir sie auch zurückstellen? Haben sie absolute Gültigkeit für uns oder können wir sie zugunsten anderer Aspekte unseres Lebens relativieren? Gönnen wir uns mehr Zeit, um unsere Ziele zu erreichen? Bestimmen sie gnadenlos unser Lebenstempo oder finden wir Ruhe in der Gnade Gottes?</div><div><br></div><div>Nur wer in sich selbst oder in Gott ruht, kann ein Ruhepol für andere sein. Nur wer Zeit für sich selbst oder für Gott hat, hat auch Zeit für andere. <span class="fs14lh1-5"><i>Der christliche Glaube ist niemals ein Seelenwohlstand nur für den einzelnen Menschen. Er hat immer eine Offenheit für das Wohlergehen der anderen.</i></span> Denn wer glaubt, hat Zeit, weil er seine Lebenszeit mit allen irdischen Zielen und dem letzen großen Ziel in Gottes Händen bestens aufgehoben weiß.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Unfälle auf dem Weg</div><div><br></div><div>Das alles bedeutet nicht, dass das Leben immer in ruhigen Bahnen verläuft. Ein solches Leben gibt es auf Erden nicht, auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen. Auch Glaubende verlieren manchmal den Boden unter den Füßen. <span class="fs14lh1-5"><i>Christine Thürmer</i></span> erzählt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Langstreckenwandern ist prinzipiell ein risikoarmes Unterfangen. Ich mache ja keine Expeditionen in die Wildnis, sondern bin meistens auf Wegen unterwegs. Und da fühle ich mich sicherer als auf einer deutschen Autobahn. Aber ich hatte auch schon einen schlimmen Unfall. Im australischen Outback tat sich plötzlich, wie in der Bibel, unter mir der Erdboden auf. Ich stürzte in eine Höhle, die vom starken Regen der vergangenen Tage ausgespült worden war, und landete in derart tiefem Schlamm, dass ich darin versank wie in einem Moor. [...] Ich konnte mich an einer alten Baumwurzel aus dem Schlamm ziehen. Dann sah ich in der Nähe eine Farm und bat die Farmersfrau, ob ich mich kurz abspülen könne, ich müsse weiter. Die sagte nur: Du gehst heute nirgendwo mehr hin, du bleibst hier im Gästezimmer! Sie hatte sofort gemerkt, dass ich unter Schock stand. Und tatsächlich bin ich wenig später erst mal komplett zusammengeklappt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wie aus dem Nichts heraus kann uns der Boden unter den Füßen weggezogen werden. Gestern verlief das Leben noch in den gewohnten und von uns geplanten Bahnen – heute haben wir jeden Halt verloren. Wir stecken im Schlamm, der Schrecken ist groß, und vielleicht können wir das Schlimmste verhindern. Aber der Schlamm klebt an uns. Dann benötigen wir die Hilfe anderer. Wir brauchen einen Menschen, der uns sagt, wo es langgeht, weil wir selbst jeden Halt verloren haben.</div><div><br></div><div>Das kann auch Glaubenden so gehen. Sie sind vor keinem Unglück gefeit. Das einzugestehen ist wichtig, um Enttäuschungen zu vermeiden oder zumindest zu begrenzen. Wer meint, im Glauben könne ihm nichts passieren, Gott werde schon auf ihn aufpassen, irrt sich. Auch im Glauben kann uns viel passieren. Gott bewahrt uns nicht vor allem Unglück. Dann brauchen wir die Unterstützung anderer – Christen oder Nichtchristen, Menschen unseres Vertrauens. Menschen, die uns sagen, was als nächstes zu tun ist.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Der christliche Glaube ist kein Garantieschein für die Bewahrung vor Unglück. Er ist aber die Fahrkarte durch das Unglück hindurch dem Ziel Gottes entgegen.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Wachsender Glaube</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ein Großteil des Glücksgefühls beim Langstreckenwandern kommt daher, dass man sich Schwierigkeiten stellt und sie bewältigt. Dadurch gewinnt man Selbstvertrauen. [...] Wenn ich zurückdenke an Wanderungen, dann vor allem an Situationen, in denen es so richtig scheiße war und ich mich trotzdem durchgebissen habe. In 30 Jahren, wenn ich im Schaukelstuhl sitze, werde ich denken: Wie geil war das denn? Der Mensch, der den leichten Weg wählt, verbaut sich diese tolle Erinnerung.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wir wachsen an Problemen, die wir bewältigen. Für den christlichen Glauben gilt: <span class="fs14lh1-5"><i>Wir wachsen im Vertrauen zu Gott, indem wir die Erfahrung machen, dass er ein verlässlicher Partner ist: Mit seiner Hilfe haben sich Probleme gelöst.</i></span></div><div><br></div><div>Der Gedanke liegt nah, dass es uns Wohlstands-Menschen zu gut geht, als dass wir das Gute wirklich zu schätzen wüssten. Wir wissen es erst zu schätzen, nachdem wir tief im Schlammassel gesteckt haben und ihm entkommen sind. Entsprechend könnten Christinnen und Christen sagen: Wir wissen Gottes Zuwendung erst zu schätzen, nachdem er uns aus dem Schlammassel hat entkommen lassen. Dann können wir staunend sagen: "Wie wunderbar war das denn?"</div><div><br></div><div>Hier gilt dann auch der Satz: "Der Mensch, der den leichten Weg wählt, verbaut sich diese tolle Erinnerung." Wer das Unglück scheut und es, wenn es dennoch eintritt, sogar Gott vorwirft, nimmt Gottes Rettung nicht wahr – auch dann nicht, wenn er das Unglück übersteht. <span class="fs14lh1-5"><i>Die Erinnerung an das überstandene Unglück lässt den Glauben wachsen, wenn wir die Rettung aus dem Unglück nicht allein uns zuschreiben, sondern mit Gott in Verbindung bringen.</i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Christine Thürmer</i></span> hat mich mit ihren Wandererfahrungen zu Gedanken über unsere Lebenswanderung inspiriert. Ich gebe zu, dass ich selbst auch gern wandere. Deshalb war ich von Beginn an offen für <span class="fs14lh1-5"><i>Thürmers </i></span>Erfahrungen und empfand eine unmittelbare Nähe zu ihnen.</div><div><br></div><div>Es gibt sicher noch viele weitere Gedanken über unsere Lebenswanderung, die man beim Lesen der Erfahrungen <span class="fs14lh1-5"><i>Christine Thürmers</i></span> bekommen kann. Wenn dir noch andere Gedanken gekommen sind, kannst du sie mir gerne als Kommentar zu diesem Artikel mitteilen. Ich bin gespannt!</div><div><br></div><div>Natürlich wandere ich keine Langstrecken. Aber ich gehe bei meinen Wanderungen auch gern an meine Grenzen, und es ist für mich ein befriedigendes Gefühl, Herausforderungen bewältigt zu haben. Was <span class="fs14lh1-5"><i>Thürmer </i></span>sagt, ist auch meine Erfahrung: Die schweren Erlebnisse prägen sich ein. Man erinnert sich an die Herausforderungen, die man bewältigt hat. Andererseits entdecke ich auf meinen Wanderungen auch immer wieder die Güte Gottes in den Wundern der Natur.</div><div><br></div><div>Manches Mal dachte ich schon: Muss nicht der Gott, der so Wunderbares geschaffen hat, ein gütiger, liebevoller Gott sein? Auch solche Erfahrungen bleiben der Erinneung über lange Zeit erhalten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Pexels auf Pixabay.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 10 May 2023 05:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gottes Verheißungen - Aufbruch in die Zukunft  (Teil 3)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000204"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gottes Verheißungen – Aufbruch in die Zukunft (Teil 3)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 04/05/2023</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Das jüdisch-christliche Denken ist geprägt von einem Bewusstsein um die Geschichtlichkeit des menschlichen Lebens und der ganzen Schöpfung. Denn der Gott, der in der Vergangenheit die Welt erschaffen und die Glaubenden bewahrt hat, der Gott, der in jedem neuen Augenblick die Welt in Händen hält und den Glaubenden verborgen gegenwärtig ist, dieser Gott hat auch für die Zukunft den Glaubenden seine Fürsorge verheißen und der Welt ihren Bestand zugesagt bis zur Schaffung einer neuen Welt, eines neuen Äons in einer anderen Dimension. Deshalb vertrauen Glaubende auf Gottes Wirken in der Geschichte und blicken hoffnungsvoll in die Zukunft.</div><div><br></div><div>Im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?gottes-verheiszungen---aufbruch-in-die-zukunft--teil-1-" class="imCssLink">ersten Teil</a></span> dieser Reihe habe ich die Hoffnungsperspektive des Alten Testaments zwischen Verheißung und Erfüllung dargestellt. Im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?gottes-verheiszungen---aufbruch-in-die-zukunft--teil-2-" class="imCssLink">zweiten Teil</a></span> folgte ein Überblick über die Reich Gottes-Aussagen des Neuen Testaments. In diesem dritten und letzten Teil sollen einige konkrete Konsequenzen christlicher Hoffnung angedeutet werden. Dabei wird das in den ersten beiden Teilen Dargestellte vorausgesetzt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Einsatz für das Vergängliche</div><div><br></div><div>Wenn wir Jesus Christus den "Herrn" nennen, ist das nicht nur eine Hoheitsbezeichnung für ihn – so, wie man in vergangenen Zeiten einen standesmäßig Höherstehenden mit "Herr" anredete. Es ist vielmehr eine Bezeichnung, die schon zu Jesu Lebzeiten auf Erden den Gott Israels bezeichnete, also den als "König" über die Welt Herrschenden. Diese Bezeichnung "Herr" wurde von der jungen Christenheit für Jesus übernommen.</div><div><br></div><div>Es geht also bei der Bezeichnung "Herr" nicht um einen Gott, der irgendwo existiert und den die Welt nichts angeht, sondern es geht um einen Gott, der die Herrschaft über die Welt ausübt. Er übt sie allerdings bis jetzt so aus, dass sie noch angefochten ist und ihr noch widerstanden wird, und auch so, dass sie nicht direkt sichtbar, sondern verborgen ist. Erst in Zukunft wird seine Herrschaft unangefochten und für alle sichtbar sein (Kol 3,4; Offb 15,4).</div><div><br></div><div>Gott herrscht also, obwohl so vieles seinem Reich widerspricht und es bekämpft. Darum sagt &nbsp;man, er herrsche im Verborgenen. Dieses Herrschen im Verborgenen bedeutet, dass auch das, was seinem Herrschen widersteht und es ablehnt, letztlich Gott dienen muss (Röm 8,28). Gott setzt sich also auf verborgene Weise gegen das ihm Widerstrebende durch. Damit ist gesagt, dass Gottes Heil sich nicht nur im Jenseits durchsetzt, sondern auch schon im Diesseits. Es setzt sich aber im Diesseits in anderer Weise durch als im Jenseits, nämlich so, dass sein Herrschen durch Leid und Tod geprägt sein kann – so wie das Heil der Welt sich im Leiden und Sterben Jesu Christi durchsetzte.</div><div><br></div><div>Es ist daher eine Verkürzung, Gottes Heil auf das Jenseits zu konzentrieren, also auf das persönliche Seelenheil der Glaubenden oder auf eine Neuschöpfung der Welt. Genauso ist es aber auch eine Verkürzung, Gottes Heil auf das Diesseits zu beschränken, also auf die Gemeinschaft mit Christus schon jetzt oder auf ein gutes Leben für alle Menschen in dieser Welt. Der Geist Gottes, der den Glaubenden verliehen wird, ist der Geist der Auferstehung, also ein die Toten lebendig machender Geist (Röm 8,11), ein Geist, der das Unmögliche möglich macht. Dieser Geist wirkt aber schon jetzt auf Erden und macht Unmögliches möglich. Darum steht er im Zusammenhang mit der Hoffnung der Glaubenden, die auch dann noch hoffen, wenn es nichts mehr zu hoffen zu geben scheint (Röm 4,17f).</div><div><br></div><div>Der im Diesseits gegebene Geist Gottes ist allerdings nur eine Abschattung, ein "Angeld" (2Kor 5,5), das heißt: eine Anzahlung auf das jenseitige Heil. Eine Anzahlung ist noch nicht das Ganze, aber sie ist schon ein Teil des Ganzen. Entsprechend kann man sagen: Wir erfahren im Geist Gottes schon jetzt eine unzulängliche, partielle Vorwegnahme des jenseitigen Heils. Das jenseitige Heil wiederum ist eine Weiterführung und Vollendung des diesseitigen. Beide, diesseitiges und jenseitiges Heil, treten nicht in eine Konkurrenz zueinander. Das diesseitige Heil ersetzt nicht das jenseitige und das jenseitige nicht das diesseitige. Vielmehr gehören beide untrennbar zusammen. Das Diesseits ist nicht die Endstation und das Jenseits nicht ein Ziel ohne Vorgeschichte.</div><div><br></div><div>Das ist deshalb wichtig, weil Glaubende in die Welt gesandt sind, um nicht nur für das jenseitige Heil zu werben, sondern sich auch für das diesseitige einzusetzen. Sie sollen nicht nur in die jenseitige Dimension des Reiches Gottes einladen, sondern auch der diesseitigen den Weg bereiten. Ja, sie sollen sich für beide Dimensionen mit aller Kraft und ihrem ganzen Leben einsetzen.</div><div><br></div><div>Es ist eine große Gefahr für das Christentum, sich auf das diesseitige Heil, auf ein Leben im Geist Gottes schon jetzt und ein gutes Leben im Diesseits zu beschränken. Das führt dazu, dass der Ernst einer Glaubensentscheidung für das ewige Sein des Menschen nicht wahrgenommen wird. Die Vergänglichkeit unseres Lebens und die Verheißung eines ewigen Lebens werden dann nicht in angemessener Weise berücksichtigt.</div><div><br></div><div>Es ist eine ebenso große Gefahr für das Christentum, dass es sich in seiner Mission auf das jenseitige Heil, auf das ewige Leben beschränkt. Das führt dann dazu, dass die Not vieler Menschen im Diesseits nicht ernst genommen wird. Man kann dann an dieser Not vorbeigehen, weil das Entscheidende ja angeblich erst im Jenseits kommt.</div><div><br></div><div>Jesus hat sich aber anders verhalten. Er hat sowohl zum Glauben aufgerufen und den Glaubenden das ewige Heil verheißen als auch die Leidenden in dieser Welt gesund gemacht (Mt 11,4-6). Mit beidem hat er das Anbrechen des Reiches Gottes vollzogen.</div><div><br></div><div>Wir sind zu dem aufgerufen, was das Alte Testament das Ebnen des Weges für Gott im Diesseits nennt (Jes 40,3). Das Neue Testament spricht von der Nachfolge Jesu (z.B. Mt 4,19f). Beides meint, schon im Diesseits den Weg zu gehen, den Gott mit dieser Welt gehen will und an dessen Ziel die neue Schöpfung steht.</div><div><br></div><div>Das Vorangehen Jesu macht Mut, auch in den äußersten Krisen dieser Welt ihm nachzufolgen. Christinnen und Christen laufen nicht irgendwelchen Menschen und Ideen nach, sondern sie folgen Jesus Christus, um dessen Heil in diese Welt zu bringen. So geschieht schon im Vergänglichen und Vorläufigen die Zeitenwende, die im Ewigen und Endgültigen ihre Vollendung finden wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die Tendenzen des Reiches Gottes</div><div><br></div><div>Gottes Verheißungen und Gottes Reich sind keine beliebig zu füllenden Größen. Sie haben vielmehr bestimmte Tendenzen. Ihr Ziel ist alles, was das Leben fördert. Erste Adressaten des Reiches sind daher die Armen und Kranken, die Sünder und vom gesellschaftlichen Leben Ausgeschlossenen. Ihnen wandte sich Jesus in besonderer Weise zu. Den Reichen und Selbstgerechten hingegen sowie den gesellschaftlichen Autoritäten und ihren Weltdeutungen begegnete er äußerst kritisch.</div><div><br></div><div>Das weist darauf hin, dass die Tendenzen des Reiches Gottes oft einen Kontrast zu den gesellschaftlichen Tendenzen bilden. Den Lebenswandel der ihm Nachfolgenden grenzt Jesus scharf gegenüber dem der Mächtigen ab: Sie sollen den Menschen dienen statt sie zu unterdrücken (Mk 10,42-45). Jesus wendet sich hier gegen die scheinbar unumstößliche politische Wirklichkeit. Die ungerechten gesellschaftlichen Verhältnisse scheinen so fest zementiert, dass eine Veränderung dieser Verhältnisse unmöglich erscheint. Dem Einfluss derer, die an den Hebeln der Macht sitzen, scheint niemand entkommen zu können.</div><div><br></div><div>Jesus ruft in dieser Situation nicht zum gewaltsamen Umsturz auf. Er gibt sich aber auch keiner Alternativlosigkeit hin. Er sieht vielmehr die Alternative darin, anders zu leben, als es die gesellschaftlichen Verhältnisse und Wertvorstellungen nahelegen. Er ruft dazu auf, einen Gegenentwurf zum selbstverständlich gewordenen Lebenswandel zu praktizieren. Die herrschenden Wertvorstellungen werden dadurch unterlaufen, dass die Jesus Nachfolgenden einen anderen Lebensstil pflegen und auf diese Weise zeigen, dass es Alternativen zum allgemein Üblichen gibt.</div><div><br></div><div>Für die Kirchen heute bedeutet dies, dass sie sich die Frage stellen müssen, für wen sie vorrangig da sein wollen: Sind es die Gläubigen, Etablierten und Gebildeten? Sind es diejenigen, die sowieso schon zur Gemeinde gehören? Oder wollen sich die Kirchen vor allem denjenigen zuwenden, die gesellschaftlich geächtet sind, von Teilhabe ausgeschlossen werden und deshalb nur eine schwache Position am Rande der Gesellschaft einnehmen? Wollen sie sich auf die Außenstehenden, denen der christliche Glaube noch fremd ist, genauso konzentrieren wie auf die <span class="fs14lh1-5"><i>Insider</i></span>? Diese Fragen rufen nach einer kirchlichen Entscheidung, welche die von Gott schon getroffene Entscheidung für die Armen, Sünder und Ausgegrenzten entweder aufgreift oder verwirft (1Kor 1,26-29; Röm 4,5; 5,6).</div><div><br></div><div>Das Problem vieler Gemeinden liegt darin, dass sie sich vornehmlich den bereits Dazugehörenden widmen und ihr Angebot auf diese Zielgruppe abstellen. Das Ergebnis ist, dass immer dieselben Menschen die kirchlichen Veranstaltungen besuchen und der Altersdurchschnitt relativ hoch ist. Es könnte ein belebendes Element sein, wenn diese Gemeinden den Mut hätten, zum Beispiel ihre Gottesdienste vornehmlich auf Menschen auszurichten, die dem christlichen Glauben noch fern stehen und sich deshalb in den traditionellen Gottesdienstformen fremd fühlen. Beispiele aus der kirchlichen Praxis zeigen, dass alternative Gottesdienstformate durchaus Menschen ansprechen können, die nicht zum innersten Kern der Gemeinde gehören.</div><div><br></div><div>Eine weitere Frage besteht darin, welchen Stellenwert im Glauben das apokalyptische Wissen um geschichtliche Endzeitentwicklungen und Termine hat, mit denen oft genug gedroht und Angst gemacht wurde. Jesus lehnte Terminforschung ab und war an Endzeitereignissen an sich nicht interessiert. Ihm ging es um die Umkehr der Menschen zu Gott, und zu dieser Umkehr hat er eingeladen, indem er von Gottes Liebe und Zukunft sprach und vom Ernst einer Glaubensentscheidung, nicht aber, indem er Angst machte.</div><div><br></div><div>Auch Staaten, Wirtschaftssysteme und Institutionen jeder Art haben Tendenzen. Weil diese meist nicht offen zutage liegen, sondern unter der Oberfläche ihre Wirkung entfalten, müssen die Strukturen der genannten Systeme ins Auge gefasst werden. Nur so lässt sich beurteilen, ob sie den Zukunftstendenzen Gottes, die sich aus seinen Verheißungen ergeben, entsprechen oder widersprechen. Zu dieser Urteilsbildung gehören politisches Wissen, Empathie für menschliche Not und Parteilichkeit für die Benachteiligten. All das fordert einen Einsatz für ein Leben in Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit, das allen Völkern widerfährt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Freiheit im Reich Gottes</div><div><br></div><div>Die christliche Freiheit gründet im endgültigen Freispruch der Sünderinnen und Sünder durch den liebenden Gott. Wer sich nicht nur zeitlich, sondern ewig geliebt und mit Gott versöhnt weiß, ist frei davon, um Liebe und Anerkennung ringen zu müssen. Er vertraut auf die Fürsorge des ihn liebenden Gottes und hat deshalb die Freiheit, seine eigenen Interessen zurückzustellen und seinen Mitgeschöpfen den Anteil an den Lebensgütern zu gewähren, der ihnen zusteht. Wer sich unauflöslich geliebt und geborgen weiß, ist fähig zur Liebe und Fürsorge für andere (Röm 8,2). Darum schrieb der Apostel Paulus: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit" (Gal 5,1). Diese Befreiung erleben wir, weil wir dem Unglauben verhaftet bleiben, im Diesseits nur angefochten und deshalb als relative Freiheit. Sie wird zur unangefochtenen und absoluten Freiheit, wenn die ganze Schöpfung in Herrlichkeit erneuert werden wird (Röm 8,21).</div><div><br></div><div>Die christliche Freiheit ist also nicht identisch mit dem, was heute Selbstverwirklichung und Autonomie genannt wird. Selbstverwirklichung und Autonomie binden die Freiheit an den Menschen und seine Durchsetzungskraft. Um Selbstverwirklichung und Autonomie muss gerungen werden, und zwar gegen die Selbstverwirklichungs- und Autonomieansprüche der Mitmenschen und gegen das Lebensrecht aller Kreaturen. Wer sich aber trotz seiner Glaubensschwäche und ethischen Fehlbarkeit durch Jesus Christus gerechtgesprochen weiß, wer deshalb seines Lebensrechtes durch den Schöpfer und Richter des Lebens unumstößlich versichert ist und wer davon in der Kraft des Geistes Gottes Gewissheit erlangt hat, der muss um sein Lebensrecht, seine Selbstbestimmung und die Verwirklichung seiner Ansprüche nicht mehr um jeden Preis kämpfen. Er weiß das alles verwirklicht in der Liebe Gottes.</div><div><br></div><div>Er weiß es verwirklicht auch dann, wenn andere ihm Freiheit, Verwirklichung seiner Interessen und Lebensrecht verwehren. Darum kann die christliche Freiheit ins Leiden führen. Dann geschieht es, dass die Glaubenden zwar ihre Freiheitsrechte und im Extremfall sogar ihr Lebensrecht verlieren. Es bleibt ihnen aber die selbstbestimmte Entscheidung zur Gemeinschaft mit Gott, und es bleibt die Hoffnung darauf, dass Gott ihnen auch in der Unterdrückung und Bedrohung ihres Lebens alles Lebensnotwendige geben wird – auch wenn ihnen ihr Leben im Diesseits genommen wird.</div><div><br></div><div>Relative Freiheit in Christus bedeutet aber, dass die Unterschiede zwischen den Menschen keine Vorrechte oder Benachteiligungen begründen (Gal 3,28; Kol 3,11). Dies ist in den Verfassungen der demokratischen Rechtsstaaten festgeschrieben. Auch die Regierenden sind in diesem Staat dem Recht unterworfen. Ihre Macht ist aus guten Gründen begrenzt und wird kontrolliert. Der christliche Glaube hat deshalb durchaus eine Affinität zum demokratischen Rechtsstaat. Er ist aber genau deshalb besonders hellhörig, wenn die Strukturen des demokratischen Rechtsstaats in Gefahr geraten, unterlaufen zu werden. Dies kann zum Beispiel geschehen durch die Regierenden selbst, durch Rechtsprechung oder durch die gezielte Manipulation der öffentlichen Meinung. Weil diese Gefahr immer gegeben ist, "erinnert" die Kirche den Staat "an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten" (Theologische Erklärung von Barmen, These 5).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Friede im Reich Gottes</div><div><br></div><div>Wie die christliche Freiheit, so gründet auch der christliche Friede nicht in innerweltlichen Gegebenheiten, wenngleich er sich in bestimmten innerweltlichen Gegebenheiten ausdrückt. Der biblische Begriff des <span class="fs14lh1-5"><i>Schalom</i></span>, des Friedens, umfasst weit mehr als die Abwesenheit von Streit und Krieg. Er beschreibt zum einen die Versöhnung der Welt mit Gott und zum anderen ein lebensförderliches Miteinander in allen weltlichen Gemeinschaften von der Zweierbeziehung bis hin zu den zwischenstaatlichen Beziehungen. Auch das segensreiche Miteinander zwischen den Menschen und allen anderen Kreaturen ist inbegriffen. Friede bezeichnet einen Zustand von Unversehrtheit und Ganzheit (z.B. Mk 5,34), der eben nur in einem gedeihlichen und lebensförderlichen Miteinander gegeben ist.</div><div><br></div><div>Die Glaubenden haben Frieden mit Gott dadurch, dass sie bereits jetzt mit ihm versöhnt sind und deshalb auf ein ewiges Leben in Herrlichkeit hoffen können (Röm 5,1f). Der Friede hat also, wie die Freiheit, eine diesseitige und eine jenseitige Komponente. Die Glaubenden sollen aber nicht einfach auf den vollkommenen Frieden im Jenseits warten. Sie sollen vielmehr den verheißenen Frieden schon jetzt vorwegnehmen, soweit es möglich ist (Röm 12,18). Ist dies nicht möglich, so sind sie aufgerufen, den Unfrieden in Liebe zu ertragen (1Kor 13,4-6). Dieses Ertragen kann durchaus bedeuten, einen Weg des Leidens zu gehen, der aber immer von Hoffnung begleitet und getragen ist (Röm 5,3-5).</div><div><br></div><div>Menschen können den christlichen Frieden nicht herstellen, denn der Friede bleibt im Diesseits immer bedroht. Christinnen und Christen hoffen aber auf einen relativen Frieden schon im Diesseits. Und sie treten für diesen Frieden mit aller Kraft ein, auch dann, wenn es keinen weltlich plausiblen Grund zu geben scheint, dass dieser Friede verwirklicht werden kann. Denn sie hoffen darauf, dass Gott auch in einer unfriedlichen Welt Frieden wirkt.</div><div><br></div><div>Der Friede zwischen Staaten beispielsweise wird nicht sichergestellt durch weltliche Bündnisse und die Androhung von Gewalt. Bündnisse, die gegen andere gerichtet sind, und die Drohung mit Gewalt sind schon kein Friede mehr. Sie sichern vielleicht eine Zeit lang einen Waffenstillstand, sind aber damit noch kein Friede im beschriebenen biblischen Sinn. Selbst ein auf Erden möglicher relativer Friede wird nicht in jedem Fall aufrecht zu erhalten sein. <span class="fs14lh1-5">In </span><b><span class="fs14lh1-5">seltenen Extremfällen</span></b> wird auch eine christliche Ethik nicht umhin können, die Verteidigung des Lebens mit Waffengewalt mitzutragen, um größeres Unheil zu verhindern. Dies gilt jedenfalls solange, wie keine gewaltfreie zivile Verteidigung eingeübt wurde. Aber auch während eines Krieges wird die Christenheit fordern, permanent nach Auswegen aus dem Krieg zu suchen und dem Gegner entsprechend entgegenzukommen.</div><div><br></div><div>Auch im Alten Testament wird beschrieben, wie das Volk Israel mit der Befürwortung Gottes Kriege gegen diejenigen führt, die das Volk angreifen und vernichten wollen. Deshalb darf, auch wenn durch Krieg kein Friede entsteht, die Welt nicht den Gewaltherrschern und Psychopathen überlassen werden, während die Christenheit sich auf das ewige Seelenheil freut.</div><div><br></div><div>Aber dieser äußerste und immer schuldbeladene Weg christlicher Ethik darf nur in extremen Ausnahmefällen beschritten werden. Der Weg des Friedens ist ein anderer. Auf ihm wird der Staat schon in Zeiten, in denen die Waffen schweigen, immer wieder Wege der Verständigung suchen. Er wird das eigene Streben nach geopolitischen Einflussbereichen zurückstellen, um eine Konfrontation zu vermeiden. Er wird eigene Interessen zurückstellen, um Kompromisse zu ermöglichen. Er wird Wege der deeskalierenden Diplomatie beschreiten anstatt die Eskalation voranzutreiben. Er wird nicht auf Maximalforderungen bestehen, sondern ein relatives Risiko einzugehen bereit sein – im besten Fall indem er darauf vertraut, dass Christus sein Friede ist (Eph 2,14-17). Der Staat wird auch versuchen, schon in Friedenszeiten Strukturen einer gewaltfreien Verteidigung zu entwickeln und einzuüben. Auf diese Weise kann auch das staatliche Handeln Wege beschreiten, die dem christlichen Streben nach Frieden entsprechen.</div><div><br></div><div>Das christliche Friedenshandeln, das dem Reich Gottes entspricht, betrifft auch das Wirtschaftsleben, das allen Menschen in der ganzen Welt eine Teilhabe an den Gütern der Welt erlauben muss. Denn Gottes Verheißungen gelten gerade den Armen. Und das christliche Friedenshandeln betrifft die Bewahrung der Schöpfung, damit die Kosten des Lebensstils einer oder zweier Generationen nicht auf viele kommende Generationen abgewälzt werden. Gottes Verheißungen gelten auch den kommenden Generationen. Deshalb entspricht es diesen Verheißungen, auch den zukünftig lebenden Menschen ein lebenswertes Leben zu ermöglichen und so der Verheißung des Reiches Gottes gerecht zu werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Immer neue Hoffnung im Reich Gottes</div><div><br></div><div>Die Christenheit lässt sich in ihrem Einsatz für das Reich Gottes nicht entmutigen von Widerstand und dem scheinbaren Sieg der bösen Mächte. Sie resigniert nicht, sondern hofft auf das, was Menschen unmöglich erscheint und von ihnen auch nicht geschafft werden kann.</div><div><br></div><div>Man kann der Meinung sein, der christliche Einsatz für das Reich Gottes sei realitätsfern und illusorisch, weil in der Welt nicht machbar. Aber die Christenheit richtet sich nicht nach dem, was weltlich machbar erscheint, sondern nach dem, was Gott machen will und kann. Auch das, was nach weltlichem Ermessen und nach allen Prognosen unmöglich erscheint, wird Christinnen und Christen nicht resignieren lassen. Denn sie hoffen darauf, dass <span class="fs14lh1-5"><b>der </b></span>Gott sich durchsetzt, dem alles möglich ist (Mt 19,26). So hoffen Glaubende auch dann noch, wenn es nach weltlichen Maßstäben nichts mehr zu hoffen gibt (Röm 4,18a).</div><div><br></div><div>Wenn etwas Erhofftes sich nicht erfüllt oder eine Entwicklung hinter dem Erhofften zurückbleibt, setzen die Glaubenden auf Gottes Treue zu seinem Wort und zu seinen Verheißungen. Sie halten daran fest, dass Gott trotzdem herrscht, das heißt, dass alles letztlich ihm und dem Heil dienen muss (Röm 8,28). Gott herrscht auch in dem, was vorläufig, unvollkommen und hinter den Hoffnungen zurückgeblieben ist. <span class="fs14lh1-5"><b>Er </b></span>ist der Herr der Welt, nicht die Mächte der Zerstörung sind es.</div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht, dass die lebensfeindlichen Mächte der Zerstörung nicht noch viel Leid über die Kreatur bringen können. Denn Christus gleichgestaltet zu werden heißt, auch seinen Leiden gleichgestaltet zu werden. Die Christus Nachfolgenden sind bereit, das ihnen auferlegte Kreuz auf sich zu nehmen (Mt 10,38) und lieber Leid zu ertragen als Leid zuzufügen. Es kann geschehen, dass sie in der Angst vor dem Schmerz und dem Abschied des Todes leben. Aber sie müssen keine Angst haben vor der vernichtenden, unentrinnbaren Macht von Leid und Tod. Denn sie vertrauen der Verheißung auf die Überwindung von Leid und Tod im Auferstehungsleben.</div><div><br></div><div>Hoffnungen können enttäuscht werden. Gottes Wege sind nicht starr festgelegt und entsprechen schon gar nicht immer unseren Erwartungen. Sie können sich vielmehr wandeln und fordern deshalb zu einem Wandel unserer Hoffnungen heraus. Eine enttäuschte Erwartung führt aber nicht dazu, die Hoffnung aufzugeben. Sie kann sogar noch größere Hoffnungen aus sich heraussetzen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Hinterfragen des Bestehenden</div><div><br></div><div>Das durch die Welt "wandernde Gottesvolk" zieht immer wieder aus von unbefriedigenden, heillosen Zuständen der Gegenwart in eine bessere, heilvolle Zukunft. Es sehnt sich nach der Gabe neuer Zukunft, nach der Verwirklichung und Vollendung des Reiches Gottes. Die Christenheit klebt deshalb nicht an Traditionen, am Vergangenen oder Liebgewonnenen. Sie macht es sich nicht bequem im erlangten Wohlergehen, sondern ersehnt sich Wohlergehen für alle Menschen. Darum ist sie bereit, alle lebensfeindlichen Zustände zu verlassen und sich auszustrecken nach neuen Horizonten, die Gott eröffnet.</div><div><br></div><div>Christlicher Gehorsam zeigt sich dann nicht im Befolgen "ewiger Gesetze", sondern in der Bereitschaft, eingefahrene Wege, die in Sackgassen geführt haben, im Vertrauen auf Gottes Geleit zu verlassen. Die Treue zum Vergangenen ist die Treue zum Anfang und Ursprung des christlichen Glaubens, nämlich zu Jesus Christus, zu seiner Verheißung und Sendung. Alle Weisungen Gottes finden ihr Kriterium und ihre Aktualität in der Liebe (Mt 22,36-40; Röm 13,10), und das heißt im liebevollen, lebensförderlichen Einsatz für die Benachteiligten, Ausgegrenzten, Armen, Kranken und Unterdrückten. Was ihnen nicht dient, dient Gott nicht.</div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht weniger als die Krise alles Bestehenden. Es bedeutet das immer neue Hinterfragen, die Unruhe in aller Ruhe des Glaubens. Das Ruhen in der Geborgenheit bei Gott führt nicht in die Selbstzufriedenheit, sondern in die hoffnungsvolle und freudige Unruhe angesichts der lebensfeindlichen Zustände in der Welt. Es ist eine Unruhe in aller Ruhe und eine Ruhe in aller Unruhe. Es ist ein mutiges und hoffnungsfrohes Streben nach Freiheit und Frieden für alle Geschöpfe, ein Streben, das sich weder einschläfern lässt noch selbst zur Ruhe setzt, bevor das Reich Gottes sich vollendet hat.</div><div><br></div><div>Die ersten Fragen der Christenheit gelten dabei der eigenen christlichen Existenz: Es sind selbstkritische Fragen nach der Anpassung an die Welt (Röm 12,2; 1Kor 7,23) oder an Andersgläubige (Mt 6,7f), nach der Selbstzufriedenheit der Glaubenden (Mt 6,2; 7,5; 15,7f) und nach ungerechten Herrschaftsstrukturen innerhalb der Christenheit (Mt 20,20-28). All das gehört auf den Prüfstand, damit die Christenheit der Welt ein glaubwürdiges Zeugnis des Reiches Gottes sein kann.</div><div><br></div><div>Die zweiten Fragen der Christenheit gelten den weltlichen Herrschafts-, Wirtschafts- und Rechtsstrukturen und ihren Folgen. Da jede weltliche Struktur neben Sicherungen auch Gefahren und neben Vorteilen auch Nachteile in sich birgt, ist hier nichts in Stein gemeißelt. Deshalb muss die Bereitschaft bestehen, Strukturen zu verbessern oder durch neue zu ersetzen. Zu jeder Zeit muss neu gefragt werden, welche Strukturen den Menschen am besten dienen und zu einem Ausgleich von Interessen und Gütern führen. Die Christenheit wird dabei nicht selbst zur politischen Partei, aber sie ergreift Partei für die Benachteiligten. Sie erinnert die Regierenden und Regierten an ihre Verantwortung vor Gott und bezeugt diese Verantwortung durch das Zeugnis, das sie selbst in ihren Strukturen abgibt.</div><div><br></div><div>Die christliche Hoffnung ist nicht identisch mit dem Fortschrittsglauben der technischen und positivistischen Wissenschaften. Die Christenheit ist dankbar für die wissenschaftlich-technischen Errungenschaften der Neuzeit, die dem Leben der Menschen dienen. Sie sieht aber auch gefährliche Entwicklungen und verwirft den Gedanken, dass alles, was gemacht werden kann, auch gemacht werden sollte. Die wissenschaftlichen und technischen Bemühungen der Neuzeit haben sich von Beginn an darauf gerichtet, die Mächte der Natur zu beherrschen und Krisen möglichst zu vermeiden. Doch zeigt sich in den letzten Jahrzehnten, dass das Positive der Naturbeherrschung ins Negative umzuschlagen droht. Dem ist um des Lebens willen Einhalt zu gebieten. Die Christenheit erinnert an die Verantwortung der Wissenschaften, aber auch der Konsumentinnen und Konsumenten für die Bewahrung des Lebens in Gottes Schöpfung.</div><div><br></div><div>Die christliche Hoffnung lebt vom Vertrauen auf den unsichtbaren Gott und sein nicht empirisch nachweisbares Wirken in der Geschichte. Darum lebt sie davon, von Gott immer wieder Überraschendes, Unvorhersagbares, Unberechenbares zu erwarten. Die christliche Hoffnung setzt deshalb nicht auf das, was Menschen erreichen können. Sie setzt vielmehr auf den Gott, der das, was nicht ist, ins Sein ruft (Röm 4,17) und der so auch dem Menschen, der ohne ihn nichts vermag, den Geist und die Kraft zur grundlegenden Veränderung schenkt (Joh 15,5; 1Kor 1,28).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Ein persönliches Wort</div><div><br></div><div>Mit den drei Artikeln über Gottes Verheißungen und unseren Aufbruch in die Zukunft möchte ich Hoffnung machen in einer Zeit, die von Krisen geprägt ist in der es manchmal so scheint, als gäbe es nichts mehr zu hoffen. Ich erlebe diese Krisen als bedrückend und verliere die Hoffnung, wenn ich mir die menschliche Unfähigkeit vor Augen halte, diese Krisen zu bewältigen. Darum blicke ich nicht auf die Möglichkeiten der Menschen, sondern auf Gottes Möglichkeiten.</div><div><br></div><div>Es macht mir Hoffnung, dass der Schöpfer des Kosmos und aller Lebewesen die Welt nicht ihrem Schicksal überlässt, sondern bewahrend und leitend in der Geschichte wirkt. Ich setze darauf, dass er seinen Verheißungen treu sein wird und Lösungen herbeiführen wird, deren wir nicht fähig sind. Ich vertraue darauf, dass er Menschen bewegen wird, Wege aus den Krisen heraus zu finden. Ich bin überzeugt davon, dass er das schon in der Vergangenheit unzählige Male getan hat und auch in Zukunft tun wird.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Meine Hoffnung richtet sich darauf, dass die Welt und ihre Zukunft nicht in den unzulänglichen Händen von Menschen liegt, sondern in den gnädigen und liebevollen Händen der Macht, die wir unbeholfen "Gott" nennen.</i></span> Das und nichts anderes macht mir Mut und gibt mir die Kraft, angesichts der Krisen nicht zu resignieren, sondern im Gegenteil hoffnungsvoll für eine bessere Zukunft einzutreten und fröhlich mit Gleichgesinnten zusammen den Weg in die Zukunft zu gehen, der beschwerlich sein mag, der aber unter der liebevollen Leitung Gottes, in der leidensbereiten Nachfolge Jesu und in der Leben und Freude wirkenden Kraft des göttlichen Geistes niemals umsonst und aussichtslos ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 04 May 2023 11:22:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |78]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000203"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Weil und sofern die Auferstehungshoffnung Zukunft für die Vergangenen sieht, gewinnen die Gegenwärtigen Mut zur Zukunft. Weil es die große Hoffnung auf Überwindung des Todes und der vergänglichen Zeit gibt, gewinnen unsre kleinen Hoffnungen auf zukünftige bessere Zeiten an Kraft und fallen nicht der Resignation und dem Zynismus anheim. Mitten im Zeitalter der Angst hoffen wir "dennoch" und geben uns nicht auf. [...] Unsre begrenzten menschlichen Zukunftshoffnungen werden dann zu einer Reaktion auf die göttliche Zukunft für die Vergangenen.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jürgen Moltmann</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die Resignierten sagen: "Es gibt nichts mehr zu hoffen." Die Zyniker sagen: "Es ist gut, wenn jeder auf sich selber hofft und für sein eigenes Überleben sorgt."</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Christinnen und Christen hoffen auf eine Zukunft für diejenigen, deren Leben bereits vergangen ist. Deshalb haben sie Hoffnung auch im gegenwärtigen Zeitalter der Angst.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Weil es die große Hoffnung auf eine Überwindung des Todes gibt, gibt es auch kleine Hoffnungen auf ein Ende des Krieges und die Überwindung aller anderen Krisen. Das ist die begrenzte menschliche Zukunftshoffnung für die Welt, die sich aus der unbegrenzten göttlichen Zukunft für die Toten nährt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Jürgen Moltmann: Politische Theologie der modernen Welt. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2021. S. 94.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 03 May 2023 19:27:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gottes Verheißungen - Aufbruch in die Zukunft (Teil 2)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000202"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gottes Verheißungen – Aufbruch in die Zukunft (Teil 2)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/04/2023</span></div><div><br></div><div>Biblisches Denken ist geprägt von einer Ausrichtung auf die Zukunft. Der Gott, der in Vergangenheit und Gegenwart wirkt, verheißt den Menschen eine Zukunft. Er eröffnet ihnen Hoffnung auch in Lebenslagen, in denen es keine lebenswerten Perspektiven mehr gibt. Darum sind die Glaubenden immer auch Hoffende.</div><div><br></div><div>Im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?gottes-verheiszungen---aufbruch-in-die-zukunft--teil-1-" class="imCssLink">ersten Teil</a></span> dieser Reihe habe ich die Verheißungen Gottes und Zukunftserwartungen Israels dargestellt, wie sie im Alten Testament überliefert sind. In diesem zweiten Teil widme ich mich den Verheißungen und Hoffnungen, wie sie im Neuen Testament zum Ausdruck kommen. Der <span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?gottes-verheiszungen---aufbruch-in-die-zukunft---teil-3-" class="imCssLink">dritte Teil</a></span> der Reihe zieht dann die Konsequenzen aus den vorangehenden Einsichten für Kirche und Gemeindefrömmigkeit. Ich beziehe mich in dem hier vorliegenden Beitrag wie schon im ersten Teil vor allem auf das Buch "Theologie der Hoffnung" von Jürgen Moltmann.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Das angebrochene Reich Gottes</div><div><br></div><div>Das Besondere an Jesu Verkündigung bestand darin, dass er in vorher unbekannter Weise die Nähe der Gottesherrschaft ansagte und diese Nähe mit seiner eigenen Person verband (Mk 1,15a). Das griechische Wort für "Gottesherrschaft" heißt wörtlich übersetzt "Königsherrschaft Gottes" oder auch "Königreich Gottes". In unseren Bibelübersetzungen steht meist "Reich Gottes". Gemeint ist der Bereich, in dem Gott seine Herrschaft durchsetzt – sei es im Himmel oder auf Erden. Das Reich Gottes wird seine vollendete Gestalt erst im Jenseits annehmen. Es ist aber nach Jesu Verkündigung bereits dem Diesseits nahegekommen, ist seit seiner irdischen Wirksamkeit schon auf Erden angebrochen – eben mit der Person Jesu.</div><div><br></div><div>So ist das Reich Gottes in Jesu Verkündigung einerseits eine gegenwärtige Größe (Lk 11,20), andererseits aber eine Größe der Zukunft (Mt 6,10; Mk 14,25). Mit Jesus, besonders mit seinen Dämonenaustreibungen und Heilungen, ereignet sich das künftige Reich Gottes punktuell schon in der Gegenwart. Dabei setzt sich das Reich Gottes, in dem Gott herrscht, gegen das Reich des Bösen durch, in dem der Satan herrscht. Dessen Macht ist bereits gebrochen (Lk 11,20). Das Reich Gottes ist von der grenzenlosen und endgültigen Liebe Gottes zu den Menschen bestimmt, vor allem zu den Armen, Kranken, Sündern und Außenseitern.</div><div><br></div><div>Jesus versteht das Reich Gottes auch als ein Herrschaftsgebiet, in das man hineinkommen und in dem man sich aufhalten kann (z.B. Mt 10,25; 11,11). Wer im Reich Gottes ist, existiert unter Gottes Herrschaft, die dann das ganze Leben des Menschen prägt. So fordert das Reich auch eine Entscheidung des Menschen. Das Reich ist zwar dem menschlichen Handeln vorgegeben, aber es kann vom Menschen nur im menschlichen Einsatz für das Reich empfangen werden (Mt 13,44f). Die Aussage in Mk 9,47 fordert anhand eines nicht wörtlich zu verstehenden Beispiels einen kompromisslosen Einsatz des Menschen gegen seine eigene Verderbtheit.</div><div><br></div><div>Die apokalyptischen Fragen nach dem genauen Termin, zu dem das Reich Gottes anbricht, und nach den geschichtlichen Umständen, in denen dies geschieht, sind für Jesus nicht wichtig (Mk 13,32; Apg 1,7). Ihm geht es um die Umkehr der Menschen im Glauben an die Frohe Botschaft (Mk 1,15b). Damit knüpft er an das Alte Testament an, das zum Vertrauen auf die Gegenwart Gottes und sein künftiges heilvolles Handeln aufruft und zugleich zu einem diesem Vertrauen entsprechenden Lebenswandel.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die Sendung der Glaubenden in die Welt</div><div><br></div><div>Dass Jesu Jüngerinnen und Jünger die Verkündigung Jesu weiterführten, wurde dadurch motiviert, dass er ihnen nach seinem Tod am Kreuz mehrmals erschien. Sie schlossen aus diesen Erscheinungen und aus seinem leer aufgefundenen Grab, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Dann aber konnte auch die Wahrheit seiner Verkündigung und seines Lebens durch seinen Tod nicht widerlegt sein. Die Jüngerinnen und Jünger verstanden die Erscheinungen des auferstandenen Jesus nicht einfach als beseligende Erlebnisse für ihr eigenes Wohl, sondern als Beauftragung und Sendung in die Welt.</div><div><br></div><div>Die nach Jesu Tod verlorene Hoffnung stellte sich in neuer Intensität ein und übertraf die allgemein herrschenden apokalyptischen Erwartungen: Jesus ist der Erste, an dem die zukünftige Auferstehung aller Menschen sich ereignet hat (1Kor 15,20). Er ist der Erste aber nicht als einer, der aufgrund seines starken Glaubens oder seiner guten Taten von Gott angenommen wurde, sondern als einer, der am Kreuz dem Fluch Gottes unterworfen und von Gott verlassen war. Ein am Kreuz Hingerichteter galt nach damaliger Vorstellung als von Gott Verfluchter (5Mo/Dtn 21,22f). Umso wunderbarer musste es erscheinen, dass Gott diesen Verfluchten von den Toten auferweckt hat, damit er in ewiger Gemeinschaft mit Gott leben kann.</div><div><br></div><div>Kennzeichen der Glaubenden ist deshalb, dass sie einzig und allein von der Gnade leben, in der Gott diejenigen, die den Weg des Fluchs gewählt haben, also die Gottlosen, annimmt, sie als "gerecht" erklärt (Röm 4,5; 5,6). Durch diese Gnade befreit vom Eigensinn folgen sie dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus nach und befolgen darin die Weisungen des Alten Testaments, so wie Jesus sie gedeutet und gelebt hat. Diese Nachfolge geschieht nicht dadurch, dass die Glaubenden sich von der Welt absondern, um ihre Reinheit zu bewahren, sondern dass sie sich als Gesandte Jesu in die Welt hineinbegeben.</div><div><br></div><div>Die Sendung in die Welt erweckt bei den Jesus Nachfolgenden ein Bewusstsein für Geschichte: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unter dem Fluch der Sünde können für alle Menschen ein Ende haben, weil Gott die Ungerechten als Gerechte, die Verlorenen als zum Heil Erwählte behandeln will. Das muss den Menschen mitgeteilt werden. Mit der Auferstehung Jesu ist offenbar geworden, dass jeder Mensch die gottlose Vergangenheit hinter sich lassen und sich in eine heilvolle Zukunft rufen lassen kann, die in die Auferweckung von den Toten mündet. Eine Zeitenwende ist eingetreten: eine Geschichtswende von Fluch und Tod hin zu Heil und Leben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Zukünftigkeit des Reiches Gottes</div><div><br></div><div>Jesu Jüngerinnen und Jünger verkündeten nach Jesu Auferstehung nicht einfach die Nähe des Reiches Gottes für die Gegenwart, sondern die umfassende Weite dieses Reiches in der Zukunft. Es wurde ihnen klar, dass Jesus durch das Kreuz hindurch zum Leben und zur Herrschaft an der Seite Gottes gelangt war (Apg 1,11; 7,55f). Sie erkannten: Der Tod, obwohl er noch nicht aus der Welt verschwunden ist, hat seine Macht über die Menschen bereits verloren (1Kor 15,54f).</div><div><br></div><div>So setzte sich in der frühen Christenheit die Überzeugung durch: Mit der Auferstehung Christi ist die Verheißung in die Welt gekommen, dass nicht das Böse die Welt beherrscht und nicht der Tod das letzte Wort spricht. Herr der Welt und ihrer Geschichte, Herr der Zukunft, Herr auch über Tod und Leben ist der Gott, der treu zu seinen Verheißungen steht und sie erfüllt. Die Treue Gottes zu seinen Verheißungen wird geradezu zum Kennzeichen Gottes (Hebr 10,23; 11,11 u.ö.).</div><div><br></div><div>Das bedeutet auch, dass mit der Auferstehung Jesu Christi sein Werk noch nicht abgeschlossen ist. Es steht vielmehr noch etwas aus: die umfassende und unangefochtene Herrschaft Gottes, der endgültige Sieg über den Tod und das Leben aller Kreatur in einer neuen Schöpfung. Dieses noch Ausstehende hat sich aber an Jesus Christus bereits vollzogen: Er lebte die Liebe bis zur Selbsthingabe für die Feinde Gottes und seine Geschöpfe. Er lebte in der vollendeten Gemeinschaft mit seinem himmlischen Vater und folgte seinen Weisungen. Er erhielt durch Leid und Tod hindurch das ewige Leben an der Seite des Vaters. So war er der Mensch, so wie er von Gott gemeint war (Joh 19,5), der erste "neue Mensch" (1Kor 15,45-47).</div><div><br></div><div>Wenn er der Erste war, heißt das aber, dass andere ihm folgen werden: dass es Menschen geben wird, die in der Kraft des Geistes Jesu und in aller menschlichen Vorläufigkeit dieses neue Menschsein praktizieren (2Kor 5,17); Menschen, welche die Liebe leben und bereit sind, sich selbst hinzugeben für andere, auch für die Feinde des Lebens; Menschen, die im Gehorsam Gott gegenüber leben, wie es ihnen je und je gegeben ist, und die ihr Leben in der Gemeinschaft mit Gott finden, auch wenn es durch Leid und Tod gekennzeichnet ist. Es sind Menschen, die das alles nicht aus eigener Kraft tun, sondern an denen es geschieht, dass sie Christus gleichgestaltet werden (Röm 8,29; Phil 3,10; Gal 4,19).</div><div><br></div><div>Der Gestalt Christi gleichgestaltet zu werden ist ein im Diesseits nicht endender Prozess; denn diesseits des Todes wird immer etwas offen bleiben, was sich dieser Gleichgestaltung entzieht. Das durch die Verheißung angeregte Wissen um die Zukunft ist daher Wissen und Nichtwissen zugleich. Es ist insofern fragmentarisch und über sich selbst hinausdrängend. Welche geschichtlichen Wirkungen der von Gott betriebene und durchaus von Menschen ins Werk gesetzte Prozess mit sich bringen wird, liegt in Gottes Hand. Auch wie das Leben im Jenseits gestaltet sein wird, ist für uns zwar metaphorisch andeutbar, aber nicht konkret vorstellbar (1Joh 3,2; Offb 21,1-5a). Wissen und Nichtwissen treffen hier zusammen.</div><div><br></div><div>So lässt die Verheißung nicht zu, dass die Glaubenden sich mit dem irdischen Status quo zufrieden geben, sondern nimmt sie hinein in die Spannungen von Verheißung und Hoffnung, Sendung und Enttäuschung. Keine Enttäuschung aber wird sie davon abbringen, auf neue, überraschende Möglichkeiten Gottes zu hoffen. Die Hoffenden sehen die Welt in der Perspektive der unendlichen Möglichkeiten Gottes und geben sich an die Welt hin, indem sie für diese Möglichkeiten eintreten. Denn Gott will sein Reich nicht ohne sie, sondern mit ihnen bauen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Tendenz des Reiches Gottes</div><div><br></div><div>Aber wie soll dieses Bauen des Reiches geschehen? Können wir wissen, wohin der Weg geht?</div><div><br></div><div>Die Auferstehung Jesu Christi hat eine innere Tendenz: die Tendenz des Todes zum Leben. Gottes Intention für die Welt ist nicht der Tod, sondern das Leben. Dieser Intention folgen diejenigen, die in der Kraft des Geistes Gottes an diesem Reich mitbauen. Darum widersetzen sie sich allen lebensfeindlichen Tendenzen dieser Welt und kämpfen für eine dem Leben förderliche Welt.</div><div><br></div><div>Dabei geht es nicht nur um ein lebensfreundliches Miteinander in den zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern auch um eine lebensförderliche Gestalt von Staaten, Wirtschaftsweisen und Institutionen. Denn Gottes Reich umfasst nicht nur die persönlichen Beziehungen, sondern auch die gesamte menschliche Kultur mitsamt den von Menschen errichteten Strukturen des öffentlichen Lebens, des Wirtschaftslebens und der Rechtsordnungen: Das Reich erscheint als ein neues Gemeinwesen, nämlich als das neue Jerusalem (Offb 21,2), als Gemeinschaft wirtschaftlicher Gerechtigkeit (Apg 2,44-46; 1Kor 11,20-25) und als Institution des Rechts (Joh 7,24; Röm 13,8-10).</div><div><br></div><div>Es ist jedoch ein Missverständnis zu meinen, die Menschen könnten allein durch ihre Wirksamkeit in der Geschichte Gottes Reich bauen, ohne dass Gott daran baut. <span class="fs14lh1-5"><b>Christus </b></span>ist die Zukunft der Welt. Menschliche Pläne und Ideen sind es nur insofern, als Christi Geist diese Pläne und Ideen in Menschen hat wachsen lassen.</div><div><br></div><div>So gibt es zwar von Gott gewirkte Neuschöpfungen bereits im Diesseits (2Kor 5,17; Gal 6,15), aber oft noch verborgen unter dem Kreuz des Leidens und Sterbens. Das bedeutet, dass das Reich nicht durch triumphale Erfolge gebaut wird, die einen christlichen Enthusiasmus erlauben würden. Die Liebe setzt sich vielmehr oft im Leiden durch, das Reich ist angefochten und steht im Kampf mit Mächten und Gewalten (Eph 6,12), es ist dem Widerspruch ausgesetzt und erfährt Rückschläge, und gerade so geht es aus kleinen Anfängen dem großen Ziel einer lebenswerten Welt entgegen, wo und wann Gott es will. Dieses Ziel erlaubt Leben in ungeahnter Fülle (Mt 13,31f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Der Gottesdienst im Alltag der Welt</div><div><br></div><div>Die Gegenwart zwischen der Vergangenheit der Auferstehung Jesu und der Zukunft des Jüngsten Tages ist nach christlichem Verständnis dadurch gekennzeichnet, dass in der Weltgeschichte Gleichgestaltung mit Christus dort geschieht, wo der Geist Gottes sie wirkt. Diese Gleichgestaltung ist nicht beweisbar, sondern dem menschlichen Verstand verborgen, so wenig wie Jesus selbst als der neue Mensch beweisbar war, sondern verborgen unter Leid und Tod des Kreuzes. Dass Gleichgestaltung mit Christus dennoch geschieht und geschehen wird, das ist die Hoffnung der Glaubenden, die auf Gottes Treue zu seinen Verheißungen setzen (Röm 8,24f).</div><div><br></div><div>So vollzieht sich eine Weise des Gottesdienstes darin, dass die Glaubenden sich in ihren alltäglichen Beschäftigungen an Gott und eben so an seine Geschöpfe hingeben. Indem sie auf diese Weise Gott dienen, passen sie sich gerade nicht der Welt an, sondern ändern ihren Sinn, wenn er zuvor an den Werten der Welt ausgerichtet war (Röm 12,1f). Dieser Gottesdienst besteht nicht in der bequemen Selbstzufriedenheit, in der man sich des eigenen Seelenheils erfreut, sondern im Kampf um die Verkündigung des Reiches Gottes und um eine diesem Reich entsprechende Welt für alle Kreatur.</div><div><br></div><div>Nach diesem Reich sehnt sich die Gemeinde Christi (Röm 8,21-23). Gestillt sein wird ihre Sehnsucht erst, wenn Gott in allem alles sein wird, das heißt, wenn es nichts mehr geben wird, was nicht vollends von Gott ergriffen und so mit Gott eins geworden ist (1Kor 15,28). Bis dies geschehen ist, strebt die Gemeinde danach, dass sich Christi Herrschaft über die Welt gegen alle Widerstände durchsetzen kann. Sie versucht, im Geist Gottes das zu tun, was im Alten Testament so beschrieben ist: Gott einen Weg in der Wüste zu bahnen, wobei jeder Berg sich senken umd jedes Tal sich erheben muss, damit die Herrlichkeit Gottes ans Licht kommt (Jes 40,3-5). Wo aber Neues beginnt, wird das Alte fraglich. Wo das Neue erhofft wird, kann das Alte verlassen werden. Die Auferstehung Jesu Christi beinhaltet eine Verheißung, die erst erfüllt ist in einer neuen Welt, in einem Jenseits. Sie stellt aber die Gemeinde auf einen Weg, auf dem sie schon das Diesseits – wie unvollkommen auch immer, aber soweit wie irgend möglich – diesem Jenseits anzugleichen sich bemüht.</div><div><br></div><div>In diesem Sinne betont der Evangelist <span class="fs14lh1-5"><i>Matthäus </i></span>die ethische Bedeutung des Reiches Gottes. Das Reich ist bei ihm zwar auch das den Menschen geschenkte Heil (Mt 25,34), aber weit häufiger hat es einen ethischen Sinn. Während der Evangelist <span class="fs14lh1-5"><i>Lukas </i></span>schreibt "Sucht sein [= Gottes] Reich" (Lk 5,31), fügt <span class="fs14lh1-5"><i>Matthäus </i></span>etwas hinzu, so dass es bei ihm heißt: "Sucht zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit!" "Gerechtigkeit" meint bei <span class="fs14lh1-5"><i>Matthäus </i></span>das Handeln des Menschen im Sinne Gottes. <span class="fs14lh1-5"><i>Matthäus </i></span>zufolge verheißt Jesus das Reich Gottes denen, die den Willen des Vaters im Himmel tun (Mt 7,21) und deren Gerechtigkeit besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer (Mt 5,20). Das bedeutet nicht, dass der Mensch hochmütig und stolz auf seine Taten blicken kann. Groß im Reich Gottes ist vielmehr, wer sich selbst erniedrigt wie ein Kind (Mt 18,3f).</div><div><br></div><div>Gerade weil das Reich Gottes das seiner Vollendung entgegenstrebende Ereignis des Heils Gottes für die Welt ist, treibt es die Glaubenden dazu, in die Welt aufzubrechen und dem Reich in immer neuer Verkündigung und in nie verzagender Erneuerung aller ihm widerstrebenden Lebensverhältnisse den Weg zu ebnen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Theologie der Hoffnung. Untersuchungen zur Begründung und zu den Konsequenzen einer christlichen Eschatologie. Chr. Kaiser Verlag, 10. Aufl. München 1977.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Ulrich Luz: </span><span class="fs11lh1-15"><i>basileía</i></span><span class="fs11lh1-15"> / Reich, Herrschaft. In: Exegetisches Wörterbuch zum Neuen Testament. Band I. Hg. von Horst Balz und Gerhard Schneider. Verlag W. Kohlhammer, 2. Aufl. Stuttgart u.a. 1992. Sp. 481-491.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 28 Apr 2023 19:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gottes Verheißungen - Aufbruch in die Zukunft (Teil 1)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000201"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gottes Verheißungen – Aufbruch in die Zukunft (Teil 1)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/04/2023</span></div><div><br></div><div>Leben ist nicht nur Weiterführung des Vergangenen und auch nicht nur Existieren im Gegenwärtigen. Es ist in beidem immer auch Ausrichtung auf das Zukünftige. Wir kommen von dem her, was gewesen und vergangen ist; wir leben in dem, was uns der jeweilige Augenblick erfahren lässt; aber wir sind ausgerichtet auf das, was in jedem gegenwärtigen Augenblick auf uns zukommt. Weil wir ein Ziel haben, weil wir nicht nur den Augenblick genießen, sondern auch von vielen ihm folgenden Augenblicken ein erfülltes Leben erwarten, haben wir Hoffnung.</div><div><br></div><div>Darum gehört die Hoffnung zu den drei Charakteristika des christlichen Glaubens, von denen der Apostel Paulus in 1Kor 13,13 spricht: Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Liebe ist die größte unter ihnen, schreibt der Apostel. Sie ist die Kraft der Veränderung und Erneuerung des Menschen und seiner Lebensverhältnisse. Basis und Fundament der Liebe ist der Glaube. Ihr Spielraum aber, in dem ihre alles verändernde und erneuernde Kraft sich entfaltet, kommt in den Blick durch die Hoffnung.</div><div><br></div><div>In diesem dreiteiligen Artikel gebe ich einen Einblick in die mit Glaube und Liebe gegebene Hoffnung oder, anders gesagt, in die Zukunftsbezogenheit von Glaube und Liebe. Der vorliegende erste Teil behandelt die Verheißungs- und Zukunftsaussagen der Hebräischen Bibel, unseres Alten Testaments. Der <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?gottes-verheiszungen---aufbruch-in-die-zukunft--teil-2-" class="imCssLink">zweite Teil</a></span> beschreibt, wie diese Aussagen aufgenommen und weitergeführt werden in der Griechischen Bibel, unserem Neuen Testament. Im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?gottes-verheiszungen---aufbruch-in-die-zukunft---teil-3-" class="imCssLink">dritten Teil</a></span> schließlich werfe ich einen Blick auf die praktischen Konsequenzen, die Verheißung und Hoffnung für das christliche Leben und das Dasein der Kirche haben.</div><div><br></div><div>Ich lehne mich dabei an vor allem an das im Jahr 1964 erstmals erschienene Buch "Theologie der Hoffnung" von <span class="fs14lh1-5"><i>Jürgen Moltman</i></span><span class="fs14lh1-5"><i>n</i></span>. Das Buch machte den evangelischen Theologen weltweit bekannt, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und ist in Deutschland bis heute in ca. 15 Auflagen erschienen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Die Religionen Israels und Kanaans</div><div><br></div><div>Die historische Forschung geht davon aus, dass die Stämme Israels, bevor sie sesshaft wurden, als Nomaden durchs Land zogen. Die immer zu neuen Weidegründen aufbrechenden und um ihr Überleben kämpfenden Nomaden haben Gott als einen erfahren, der sein Volk führt, indem er ihm voranzieht (2Mo/Ex 13,21f) und ihnen Weisungen für ein gedeihliches Leben auf der Wanderschaft erteilt (2Mo/Ex 20; 5Mo/Dtn 5). Schon die Geschichte des Stammvaters Abraham wirft ein Licht auf das Nomadenleben, in dem es nicht darum ging, sein Leben an ein und demselben Ort zu verbringen, sondern im Vertrauen auf Gottes Geleit seinem Ruf in eine neue, unbekannte und deshalb unsichere Zukunft zu folgen (1Mo/Gen 12,1f).</div><div><br></div><div>Israels Geschichte beginnt mit der Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten, wo die Stämme unterdrückt wurden, Schwerstarbeit verrichten mussten und ihre männlichen Neugeborenen mit dem Tode bedroht wurden (2Mo/Ex 1,8-22). Unter der Führung des Mose und mit der Hilfe ihres Gottes gelang es dem Volk, aus der ägyptischen Unterdrückung zu fliehen. Die folgende lange Zeit des Nomadentums wird im Alten Testament als 40jährige Wüstenwanderung beschrieben. Nach dieser langen Zeit des Umherwanderns in unfruchtbaren Gebieten wurde Israel sesshaft im fruchtbaren Lande Kanaan – dem von Gott verheißenen Land, in dem "Milch und Honig" fließen (2Mo/Ex 3,8 u.ö.).</div><div><br></div><div>Im Land Kanaan gab es schon sesshafte Völker. Sie verehrten – ihrer Sesshaftigkeit entsprechend – Landes- und Fruchtbarkeitsgötter. Das waren Götter, die mit dem Land verbunden waren und als Garanten der Fruchtbarkeit des bebauten Landes verstanden wurden. Die dort siedelnden Menschen wurden sozusagen zu Wohngenossen der dort seit jeher lebenden Götter. Der kanaanäische Kult diente dazu, die Ackerbaukultur vor dem Untergang zu bewahren. In den religiösen Festen wurde die Ankunft der Götter gefeiert und um ihren Segen für das Gedeihen der Ernte und das Weiterleben im Land gebeten.</div><div><br></div><div>Israel brachte seine nomadische Religion mit, als es im Land Kanaan sesshaft wurde. Diese Religion war anders strukturiert als die kanaanäische. Im nomadischen Leben hatte Israel gelernt, dass es nicht nur um die Segnung der Gegenwart ging, sondern ebenso und vielleicht noch mehr um die Sicherung der unbekannten Zukunft. Die Sicherung der Zukunft aber erfuhr das Volk durch die Verheißungen seines Gottes und die entsprechenden Erfüllungen. So wurde das Leben Israels als Geschichte unter den Verheißungen seines Gottes verstanden. Der Nomade bricht immer wieder auf von der Gegenwart in die Zukunft und lässt dabei das Vergangene hinter sich. Das Leben Israels in seiner Nomadenzeit bestand darin, sich im Vertrauen auf die Verheißungen Gottes beständig nach neuen Horizonten auszustrecken und in sie hinein fortzuschreiten.</div><div><br></div><div>Das ist ein anderer Umgang mit Geschichte, als wir ihn unter dem Einfluss der alten Griechen und Römer kennen. Die Griechen und Römer fragten nicht nach der Zukunft, sondern nach der Vergangenheit als dem immerwährenden Ursprung. Sie fragten nach dem Wesen der Dinge und der Götter, nach dem ewig Unveränderlichen im Wandel der Zeiten. Es ging ihnen um die immer gültigen Ideen, nicht um die wandelbare, sich ständig verändernde Geschichte und ihre Zukunft.</div><div><br></div><div>Die jüdisch-christliche Tradition hat dazu beigetragen, Geschichte als Fortschreiten in eine bessere Zukunft zu verstehen. Das Wesentliche ist nicht einfach das Immerwährende, Unveränderliche, sondern das sich Wandelnde, Kommende. Unter jüdisch-christlichem Einfluss wird die Zukunft und der Fortschritt zum entscheidenden Parameter des Geschichtsverständnisses.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Der Überschuss der Verheißungen über die Erfüllungen</div><div><br></div><div>Die alttestamentlichen Verheißungen also richteten den Blick auf die Zukunft. Sie weckten Hoffnung auf das Kommende. Diese Hoffnung gründete in dem, was Gott möglich ist. Das konnte auch das nach menschlicher Erfahrung Unmögliche sein.</div><div><br></div><div>Verheißungen drängen darauf, erfüllt zu werden. Eine Verheißung, die sich nicht erfüllt, wird unglaubwürdig. In der Geschichte Israels kam es jedoch immer wieder vor, dass Verheißungen sich nur teilweise erfüllten. Das führte aber in Israel nicht dazu, dass man den Verheißungen Gottes den Abschied gab. Man interpretierte vielmehr eine Verheißung, die sich nicht in erwarteter Weise erfüllte, in neuer Weise. Israels geschichtliche Erfahrungen führten dazu, dass es Gottes Verheißungen neu auslegte. Man erkannte, dass die Erfüllung meist nicht mit dem, was Gott verheißen hatte, deckungsgleich ist, sondern dass oft ein unerfüllter Überschuss der Verheißung bleibt, der sich noch nicht erfüllt hat.</div><div><br></div><div>Insofern steckt in jedem Erlebnis einer Erfüllung auch eine Enttäuschung. Erfüllungen bekommen einen Beigeschmack der Traurigkeit. Aber sie setzen gerade dadurch noch größere Hoffnungen frei. Nicht Resignation und Zweifel an Gottes Treue und Geschichtslenkung folgen dann aus enttäuschten Erwartungen, sondern es verändert sich die Erwartung, und die Hoffnung wird noch größer als zuvor. Eine Verheißung Gottes ist nach diesem Verständnis nichts Starres, Unwandelbares, sondern ein lebendiger Weg hin zu einer alle Erwartungen übertreffenden zukünftigen Erfüllung der Verheißung.</div><div><br></div><div>Auch die Israel gegebenen Gebote oder Weisungen für das künftige Leben sind keine starren Normen, die für jede denkbare geschichtliche Situation gleichermaßen gelten. Sie sind vielmehr wandelbar wie die Verheißungen. Wie die Verheißung in veränderter geschichtlicher Situation ein anderes Gesicht bekommt, so auch die Weisung Gottes. Sie bleibt gültige Weisung, muss aber auf die neue geschichtliche Situation bezogen werden, um in ihr dem Leben zu dienen und nicht nur ein starres Gesetz aus der Vergangenheit zu sein.</div><div><br></div><div>Die von den Verheißungen Gottes und von seinen Weisungen geprägte Geschichte hat ein bestimmtes Gefälle, eine Richtung hin zur Erfüllung der Verheißungen und zur Verwirklichung der Weisungen. Die Zukunft wird also nicht bestimmt durch einen gesellschaftlichen oder technischen Entwicklungsfortschritt, sondern durch das verheißende und weisende Wort Gottes. Dieses Wort entwirft eine zu erwartende und anzustrebende Zukunft und kennzeichnet damit zugleich eine vergehende und aufzugebende Vergangenheit und Gegenwart. Dadurch entsteht für den Menschen eine Situation, die ihn in die Frage nach Gehorsam oder Ungehorsam, Hoffnung oder Resignation stellt. Es ist die Frage, ob er den Weg zur von Gott verheißenen Zukunft einschlagen will oder nicht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Verheißungen der Propheten</div><div><br></div><div>Die Verheißungen der alttestamentlichen Propheten richteten sich, wie auch die ihnen vorangehenden Verheißungen, nicht auf ein Jenseits, sondern auf eine geschichtliche Zukunft im Diesseits. Doch weil die komplette Erfüllung der Verheißungen oftmals ausblieb, wurden die Verheißungen in neuer geschichtlicher Situation neu interpretiert. Die Zukunftsperspektive weitete sich über das bisher in Israels Geschichte Geschehene hinaus aus. Das bisher Geschehene war noch nicht die komplette Erfüllung der Verheißung, so dass noch etwas Ausstehendes zu erwarten war. Was einer früheren Generation als das Letzte erschien, galt einer späteren Generation als durchaus überholbar.</div><div><br></div><div>Wenn die Verheißungen zunächst nur dem Volk Israel galten, so wurden von den Propheten auch die anderen Völker in die Verheißungen Gottes einbezogen. Schon <span class="fs14lh1-5"><i>Amos</i></span>, der erste Prophet mit einem eigenen Buch im Alten Testament, kündigt ein Gericht über verschiedene Völker in Israels Nachbarschaft an (Am 1,1-2,3). Gott richtet über alles Unrecht, auch über das der anderen Völker. Das Gericht dient aber nicht der Vernichtung, sondern der Erneuerung und Vollendung. Die Treue Gottes zu Israel und allen Völkern hat auch im Gericht kein Ende, sondern will zum Heil führen (Am 5,15; 9,7-15).</div><div><br></div><div>So entstehen nach und nach Visionen von einem Heil, von dem zuvor nie die Rede war: ein umfassendes Heil, an dem alle Völker teilhaben (z.B. Jes 2,2-4; 52,7-12), ein neuer Bund Gottes mit Israel (Jer 31,31-34), eine Herrschaft Gottes über die ganze Erde (Jes 66). Was Gott tun wird, sprengt alle bisherigen Vorstellungen: Nicht nur Israel, nicht nur die Völkerwelt, sondern die ganze Schöpfung wird in das Handeln Gottes einbezogen. Eine Grenze bleibt allerdings in der prophetischen Botschaft zunächst erhalten, und das ist der Tod. Erst in den spätesten prophetischen Texten taucht der Gedanke auf, dass auch der Tod oder zumindest der frühe Tod überwunden werden wird (Jes 65,23; Hes/Ez 37,1-14). Denn der Gott Israels ist ein Gott der Lebendigen.</div><div><br></div><div>Damit ist eine letzte Grenze überschritten. Die Verheißung der Todesüberwindung ist das <span class="fs14lh1-5"><i>non plus ultra</i></span>, das ultimativ Neue. Damit sind wir bei der <span class="fs14lh1-5"><i>Eschatologie </i></span>angekommen, wie man theologisch sagt: bei der Lehre von den "letzten Dingen"; vielleicht sollte man besser sagen: von der letzten Zukunft.</div><div><br></div><div>Für die Propheten hat die Geschichte noch keinen festgelegten Endpunkt. Sie bleibt vielmehr immer in Bewegung, und auch Gott kann seine Pläne widerrufen. Er kann sich von seiner Fürsorge distanzieren und stattdessen Gericht ankündigen, wenn Israel oder ein anderes Volk es mit der Bosheit übertreiben. Er kann umgekehrt auch das schon angekündigte Gericht widerrufen, wenn Israel oder ein anderes Volk Reue übt und sein Verhalten ändert. Weder der Segen noch das angedrohte und verheißene Gericht sind ein unabänderliches Schicksal. Selbst der Tod ist kein unabänderliches Schicksal. Was bleibt von Gottes Geschichtsplänen, ist einzig und allein sein unbezwingbarer Wille zum Heil für Israel und alle Völker, und sei es auch Heil durch das Gericht hindurch.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Apokalyptik</div><div><br></div><div>Die spätesten Texte des Alten Testaments nehmen die Zukunft noch einmal anders in den Blick. Diese Texte haben eine andere Wortwahl und eine andere Vorstellung von der Geschichte. Sie sprechen davon, dass der Geschichtsablauf ein für allemal von Gott her festgelegt ist. Die Geschichte entrollt sozusagen nur nach und nach den von Ewigkeit her feststehenden göttlichen Plan. Dieser Plan wird einem Menschen in besonderen Offenbarungen Gottes bekanntgegeben. Wir sprechen deshalb von <span class="fs14lh1-5"><i>Apokalyptik</i></span>, was übersetzt nichts anderes heißt als "Offenbarung".</div><div><br></div><div>Der göttliche Plan spielt sich nach apokalyptischer Vorstellung ab in einer Welt, die in Gut und Böse aufgeteilt ist. Gegenspieler sind nicht Israel und die anderen Völker, die an andere Götter glauben, sondern Gegenspieler sind Gott und die Welt, die unter der Macht des Bösen steht. Die apokalyptischen Texte erwarten keine Überwindung des Bösen durch das Gute mehr, sondern die Vernichtung der bösen Welt, die von einer himmlischen Welt abgelöst wird. An die Stelle der Erwählung Israels, die zum Gehorsam und zur Hoffnung ruft, tritt die Vorsehung Gottes, die alles vorherbestimmt hat.</div><div><br></div><div>Trotzdem gibt es auch in der Apokalyptik ein ermunterndes Element. Es ist die Ermunterung, in den Drangsalen der Endzeit und im Kampf mit der bösen Welt am Glauben festzuhalten. Denn es gibt eine Welt, die vergeht, und eine Welt, die kommt. Und wer am Glauben festhält, findet Eingang in die kommende Welt, in den neuen Äon (Dan 7,13f.27). Der neue Äon ist eine Umgestaltung des ganzen Kosmos. Gott wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, in denen ewige Freude herrschen wird (Jes 65,17-25).</div><div><br></div><div>So hat die Apokalyptik eine wichtige Funktion in den biblischen Texten. Ohne sie bleibt die letzte Zukunft vor allem eine Sache der Völkergeschichte, also etwas Diesseitiges, und erst am Rande taucht die Hoffnung auf die Überwindung des Todes auf. Mit der Apokalyptik aber wird das Heil so groß, dass es alles umfasst. Die umfassende Auferstehung der Toten und eine neue Welt werden nun angekündigt (Dan 12,2). Der endgültige Sieg Gottes über das Böse steht bevor (Sach 14,9). Mit der Auferstehung aller Menschen ist der Tod entmachtet. Das Böse, das diese Welt beherrscht, die Gottverlassenheit, alles Elend und Leid werden ein Ende haben (Jes 25,6-8). Ein neuer Äon für alle, die am Glauben festgehalten haben, löst den bisherigen Kosmos ab.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Gottes Verheißungen und unser Aufbruch in die Zukunft</div><div><br></div><div>Gottes Offenbarungen im Alten Testament stehen meist im Zusammenhang mit Verheißungen für Israels Zukunft. Daraus kann man schließen, dass Gott sich dort offenbart, wo er Israel Zukunft verheißt und sich dazu bekennt, dieser Verheißung treu zu bleiben und sie zu erfüllen. Gott offenbart sich also als ein Gott der Geschichte: als jemand, der in der Weltgeschichte Zukunft eröffnet und in diese Zukunft leitet (Ps 146,5-10). Menschliche Erkenntnis Gottes bedeutet dann, Gottes Treue zu der von ihm eröffneten Zukunft zu erkennen. Glaube an Gott ist dann – gemessen an der alttestamentlichen Geschichte der Verheißungen – Hoffnung auf die von Gott verheißene Zukunft und Sehnsucht nach dieser Zukunft.</div><div><br></div><div>Das hat auch Folgen für unser Verständnis von Wahrheit. Nach herkömmlichem Verständnis ist Wahrheit die Entsprechung zwischen einer Sache und der Aussage des Verstandes über diese Sache (für die philosophisch Interessierten mit lateinischem Fachausdruck: <span class="fs14lh1-5"><i>adaequatio rei et intellectus</i></span>). Weil die Hoffnung sich aber nach einer Zukunft sehnt, die <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>mit der Gegenwart übereinstimmt, besteht die Wahrheit der Hoffnung gerade in der <span class="fs14lh1-5"><b>fehlenden </b></span>Entsprechung zwischen der Gegenwart und der Zukunft (lateinisch müsste man dann sprechen von der <i><span class="fs14lh1-5"><b>in</b></span><span class="fs14lh1-5">adaequatio rei et intellectus</span></i>). Denn Gottes Verheißung steht in einem Widerspruch zu jeder Gegenwart, die der Wahrheit Gottes nicht entspricht.</div><div><br></div><div>Die Verheißungen Gottes eröffnen im Widerspruch zur Gegenwart einen Prozess, der in die Zukunft führt. Man könnte sagen: Sie eröffnen einen Spielraum der Geschichte. Es wird eine Offenheit der Geschichte wahrgenommen, die jedem starren Verharren in der Gegenwart entgegensteht. Dieses Verharren ist ausgeschlossen, weil es noch keine Wirklichkeit gibt, die dem Willen Gottes vollkommen entspricht, also keine Wirklichkeit, die Gott nicht der Verwirklichung seines Reiches zuführen will.</div><div><br></div><div>Solange Gottes Verheißungen noch nicht vollkommen erfüllt sind, weisen sie uns in eine Zukunft, die in der Gegenwart noch nicht abgebildet ist. Gottes Verheißungen setzen kritische Kräfte frei und führen in einen von Gott angestoßenen Erneuerungsprozess der Wirklichkeit. Deshalb ruft die Verheißung zum Aufbruch in die Zukunft.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Jürgen Moltmann: Theologie der Hoffnung. Untersuchungen zur Begründung und zu den Konsequenzen einer christlichen Eschatologie. Chr. Kaiser Verlag, 10. Aufl. München 1977.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Horst Dietrich Preuß: Theologie des Alten Testaments. Band 2: Israels Weg mit JHWH. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart u.a. 1992.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 23 Apr 2023 18:36:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum es sich lohnt, die Anleitung für's Leben zu lesen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000200"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum es sich lohnt, die Anleitung für's Leben zu lesen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/04/2023</span></div><div><br></div><div>Heute habe ich eine traurige Nachricht für euch: Mein Drucker hat den Geist aufgegeben. Nach etwa 15 Jahren inniger Zusammenarbeit sind wir nun für immer geschieden. Nach viel Mühe, sein Leben zu retten, nach etlichen vergeblichen Versuchen, ihn wiederzubeleben, nach ein paar verzweifelten druckerlosen Tagen nach und einer sich nach und nach einstellenden Trauer konnte ich nicht umhin, den alten Drucker auszumustern und mir einen neuen zu kaufen. Er ist in einem großen Paket angekommen.</div><div><br></div><div>Nein, es war ein Riesenpaket. Ein schockierend riesiges Paket. Weil ich nicht glauben wollte, dass mein neuer Drucker diese Ausmaße hat, nahm ich an, dass das Paket mit unendlich viel Füllmaterial gefüllt sein musste. Ich öffnete also vorsichtig den riesigen Karton. Man weiß ja nie, ob man das Gerät zurückschicken muss. Also ganz vorsichtig ...</div><div><br></div><div>Im riesigen Karton befand sich ein zweiter Karton, der bunt bedruckt war. Füllmaterial fand ich nicht. Der zweite Karton konnte im ersten herumrutschen. Nanana, dachte ich – wenn das nichts Böses bedeutet ...</div><div><br></div><div>Ich nahm den zweiten Karton aus dem ersten heraus und schnitt noch vorsichtiger als beim ersten mit einem Cuttermesser die Verklebung auf. Jetzt war es ja der Originalkarton mit dem Drucker drin. Gespannt öffnete ich den gefalteten Kartondeckel – und es schlugen mir als Erstes folgende auf dem Karton aufgedruckte Zeilen entgegen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wichtig: Lesen Sie vor der Verwendung dieses Produkts unbedingt die Anweisungen in der Benutzerdokumentation und befolgen Sie diese.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das überraschte mich. Ich hatte den Drucker noch gar nicht herausgenommen, da wurde ich schon zur Folgsamkeit gerufen!</div><div><br></div><div>Ja, ich weiß, dass man das Benutzerhandbuch lesen sollte, um keinen Fehler zu machen und dem Produkt womöglich einen Schaden zuzufügen. Nach dem Herausnehmen des Druckers, der zwischen Styropor-Füllmaterial eingeklemmt und erstaunlich klein war im Vergleich zum riesigen Paket, las ich artig alles nach, was ich wissen musste, um den Drucker ordnungsgemäß aufzustellen, anzuschließen und die Tintenpatronen einzusetzen.</div><div><br></div><div>So weit, so gut. Nächste Aufgabe: Einrichten des Druckers und Herunterladen der Software. Das finde ich immer etwas aufregend, der Blutdruck steigt, weil man nie weiß, ob alles funktioniert. Wird es die richtige Software sein? Wird sie sich problemlos auf meinem PC installieren? Muss ich mit ätzenden Fehlermeldungen rechnen?</div><div><br></div><div>Natürlich gab es bei all diesen Arbeitsgängen dieses und jenes zu beachten: Machen Sie zuerst dies und dann das! Jenes können Sie jetzt oder auch später machen. Seien Sie vorsichtig beim diesem! Aber vermeiden Sie auf jeden Fall jenes!</div><div><br></div><div>Schon beim ersten Aufruf zum Gehorsam auf dem Karton und dann auch bei allen späteren Geboten und Verboten musste ich an die Gebote und Verbote der Bibel denken. Benutzerhandbücher für technische Geräte nehmen wir meistens ernst. Bei den biblischen Weisungen, sozusagen dem Benutzerhandbuch fürs Leben, ist das anders. Dabei könnte man doch mit Recht sagen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wichtig: Lesen Sie vor der Verwendung des Lebens unbedingt die Anweisungen in der Benutzerdokumentation und befolgen Sie diese.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn es um ein technisches Gerät geht, werden wir wahrscheinlich einsehen, dass es sinnvoll ist, sich mit dem Gerät vertraut zu machen und die Bedienungsanleitung zu lesen. Das sollten wir erst recht tun, wenn es um die Anleitung für ein gutes Leben geht.</div><div><br></div><div>Aber wir tun es nicht. Oder zu wenig. Wir stürzen uns sozusagen ins Leben, ohne uns schlau gemacht zu haben, was zu tun ist, damit das Leben gelingt. Wir machen uns unsere eigene Anleitung. Ob das wohl gut geht?</div><div><br></div><div>Nach allem, was man so mitbekommt: nicht wirklich ... Dabei wäre es doch gar nicht so schwer, sich ein wenig über die Handhabung des Lebens zu informieren. Aber wir meinen, wir hätten das nicht nötig; wir wüssten schon, wie's geht.</div><div><br></div><div>Ich weiß, dass es Menschen gibt, die keine Bedienungsanleitungen für technische Geräte lesen – oder nur sehr sporadisch. Sie wissen ja im Prinzip, wie das Gerät funktioniert. Das geht in den meisten Fällen gut. Es kann aber auch mal ins Auge gehen. Dann ist der Schaden und das Gejammer groß.</div><div><br></div><div>Ich gebe zu, dass es kein Vergnügen ist, Anleitungen zu lesen. Die meines Druckers war auch kein Vergnügen. Aber um eines größeren Schadens willen habe ich's getan. Immerhin wollen mich die Verfasser der Anleitung doch vor Schaden bewahren. Und ehrlich gesagt: Ohne Anleitung hätte ich den Drucker auch gar nicht zum Drucken bekommen. Ich musste mir also schon etwas Mühe geben.</div><div><br></div><div>Der Erfinder der Anleitung für's Leben, der Schöpfer des Lebens höchstpersönlich, will uns auch vor Schaden bewahren. Er will keine folgsamen Sklaven, sondern verantwortlich handelnde Menschen. Er fordert keinen blinden Gehorsam von uns, sondern einfach nur den Wunsch, uns selbst und anderen Kreaturen keinen Schaden zuzufügen.</div><div><br></div><div>Vielleicht meinen wir ja, es würde schon ausreichen, die Kurzanleitung der 10 Gebote ungefähr zu kennen. Die hat man ja im Konfirmandenunterricht gelernt – mehr oder weniger. Das Problem ist nur: Mit den 10 Geboten allein kommen wir nicht sehr weit. Der kleine Zettel im Druckerpaket, der oben auf dem Drucker lag und die schöne Überschrift <span class="fs14lh1-5"><i>"Start here"</i></span> trug mit ein paar netten Bildchen drauf – der brachte mich auch nicht weit. Nach dem <span class="fs14lh1-5"><i>"Start here"</i></span> ging's nämlich erst richtig los.</div><div><br></div><div>So ein Drucker ist schon ein kompliziertes Produkt. Das Leben ist tausendfach komplizierter. Es ist zu kompliziert, um es auf 10 Sätze zu reduzieren. Man kann zwar mit den 10 Geboten starten. Mehr als ein Start ist es aber nicht. Es bedarf erweiterter Kenntnisse. Im Grunde bedarf es umfassender Kenntnisse darüber, was der Schöpfer mit der Welt und unserem Leben eigentlich will – was eigentlich Zweck und Ziel unseres Lebens ist. <span class="fs14lh1-5">Der tiefe Sinn der 10 Gebote erschließt sich also nur dem, der über umfangreichere Kenntnisse verfügt.</span></div><div><br></div><div>Das Benutzerhandbuch Bibel ist auch kein Nachschlagewerk für alle Lebenslagen. "Du hast ein bestimmtes Problem? Lies Seite 43!" So läuft es nicht. Zur KI findet sich nichts in der Bibel. Zum Internet auch nicht. Oder vielleicht doch? Ja, aber dann nur, wenn wir die Linien anderer Fragestellungen, die in der Bibel vorkommen, zur KI und zum Internet hin zu verlängern versuchen. Dazu aber bedarf es erweiterter Kenntnisse.</div><div><br></div><div>Diese Kenntnisse sind zwar nicht im Handumdrehen zu erlangen, aber sie sind enorm bereichernd. Darum lohnt es sich, dafür etwas zu tun. Es lohnt sich weit mehr als bei einem technischen Gerät. Denn das ist ersetzbar – ein Mensch oder ein anderes Lebewesen oder gar die ganze Schöpfung aber nicht. All das können wir nicht nachkaufen, und es wird uns auch nicht in einem Riesenpaket ins Haus geliefert.</div><div><br></div><div>Apropos Riesenpaket: Nach etwa eineinhalb Stunden (oder waren es zwei? ... oder gar zweieinhalb?) – also nach viel zu langer Zeit hatte ich meinen Drucker ausgepackt und in die Lage versetzt, den Sinn seiner Existenz zu erfüllen. Er druckte, wie es seine Bestimmung war. Alles, was er kann, habe ich noch nicht eingerichtet. Ich muss ihn noch besser kennenlernen. Aber erste farbenfrohe Seiten wurden gedruckt. Ich freute mich, es geschafft zu haben. Meine Druckerwelt war wieder in Ordnung.</div><div><br></div><div>Auch unsere Lebenswelt kann in Ordnung kommen. Sie ist es nämlich nicht wirklich. Es hakt hier und da. Manches will einfach nicht funktionieren, wie wir es uns wünschen – vor allem unsere lieben Mitmenschen nicht. Es droht sogar ein lebensfeindliches Chaos.</div><div><br></div><div>Wir sind aber nicht dazu bestimmt, in einer lebensfeindlichen, chaotischen, traurig machenden Welt zu leben, einer Welt, die nicht im Sinne des Schöpfers funktioniert.</div><div><br></div><div>Darum dient es unserer eigenen Freude und verhindert Schaden, wenn wir uns mit dem Schöpfer der Welt und des Lebens beschäftigen – und mit seinen Weisungen für ein gutes Leben. Wir müssen nicht alles sofort verstehen, sondern werden nach und nach dazulernen. Und wir werden Anleitungen finden, wie wir das Leben und unser Miteinander so gestalten können, dass es ein farbenfrohes und Freude machendes Leben für alle wird. Denn dazu sind wir bestimmt!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Markus Winkler auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 18 Apr 2023 08:06:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["Worauf freuen Sie sich nach dem Tod?"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001FF"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">"Worauf freuen Sie sich nach dem Tod?"</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/04/2023</span></div><div><br></div><div>Diese Frage hat der Journalist <span class="fs14lh1-5"><i>Volker Weidermann</i></span> Schriftstellerinnen und Schriftstellern gestellt. Darüber erschien in der Osterausgabe der <span class="fs14lh1-5">ZEIT </span>(Nr. 15 vom 5. April 2023, S. 54f) ein Artikel. Die Antworten der Autorinnen und Autoren sind "tröstlich", so DIE ZEIT auf ihrer Titelseite. Sie spiegeln die Vielfalt der gesellschaftlichen Vorstellungen von dem, was nach dem Tod kommt. Die kirchliche Lehre hat darin allerdings kaum einen Ort.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Aspekte der traditionellen kirchlichen Lehre</div><div><br></div><div>Die Kirchen haben es schwer mit ihrer Botschaft von der Auferstehung der Toten. Das liegt nicht so sehr an der Vorstellung, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht. Daran glauben viele. Das kirchliche Problem hat wohl mehr damit zu tun, dass die Kirchen ihre Darstellung des ewigen Lebens jahrhundertelang mit schwer verdaulichen Beigaben befrachtet haben.</div><div><br></div><div>Gleich zu Beginn des ewigen Lebens steht nach traditioneller christlicher Lehre das Jüngste Gericht. Der Einlass ins Land des Lebens ist demnach genau geregelt: Jeder Gestorbene muss vor den Richterstuhl Gottes treten und sich von Gott das ihm entsprechende Urteil sprechen lassen. Dieses Urteil lautet: Himmel oder Hölle. Dazwischen gibt es nichts. Der großen Mehrzahl der Angeklagten wird der Weg in den Himmel versagt: Sie müssen den Weg in die Hölle antreten, aus der es kein Entkommen gibt und wo ewige Qualen sie erwarten.</div><div><br></div><div>Es ist nicht ohne Bedeutung, dass der Richter, der in dieser Weise zeitliche Sünden mit ewiger Verdammnis bestraft, der Gott der Liebe sein soll. Wenn Zeitliches mit Ewigem bestraft wird, würde man juristisch sagen: Das ist unverhältnismäßig. Warum sollte jemand, der verschwindend kurze 80 oder 90 Jahre lang sein eigener Gott sein wollte und seine Mitmenschen malträtiert hat, in Ewigkeit, also ohne Ende, schlimmste Qualen erleiden müssen? Kann, wer so etwas verfügt, ein liebevoller, barmherziger Gott sein, den die Kirchen doch verkündigen wollen?</div><div><br></div><div>Vielleicht hat die katholische Kirche diesen Widerspruch gespürt und sich auch deshalb als Verwalterin des Heils inszeniert. In schlimmen Zeiten konnte man sich durch Geld die Absolution erkaufen, in nicht so schlimmen Zeiten reichte die Teilnahme an der Eucharistiefeier aus. Die evangelische Kirche war diesbezüglich kritischer und hat stattdessen den persönlichen Glauben zur Eintrittskarte in den Himmel gemacht. Demnach darf die verschwindend kleine Schar der Gläubigen ewige Freuden im Himmel genießen. Ob man sich wirklich freuen kann, wenn man weiß, dass die große Masse der Menschen nebenan in der Hölle ohne Hoffnung auf Erlösung im ewigen Feuer brennt – diese Frage haben die Kirchen nicht beantwortet.</div><div><br></div><div>Hinzu kommt, dass auch der beste Glaube durchsetzt ist mit reichlich Unglauben und sogar die heute so hochgeschätzten guten Taten so gut nicht sind, wie es sich die Glaubenden wünschen. Diese Selbstkritik am Glauben und an den Taten kennen die Kirchen sehr wohl. Jesus nannte seine Jünger oft "Kleingläubige" (z.B. Mt 8,26), und was die Taten anlangt, war er deutlich: "Niemand ist gut außer Gott allein". Immerhin war dieser Satz den Evangelisten Markus, Lukas und Matthäus so wichtig, dass sie ihn, bei Matthäus leicht abgewandelt, alle überliefern (Mk 10,18; Lk 18,19; Mt 19,17).</div><div><br></div><div>Aber wie kann es dann sein, dass ein klein wenig Restglaube und kaum gut zu nennende Taten den Himmel erwerben können – während alle, die unterhalb des Maßstabs "Kleinglaube" bleiben und sich vielleicht gar nicht schlechter im Leben betragen haben als die Kleingläubigen, vom Himmel ausgeschlossen bleiben, ja sogar ewig in der Hölle leiden müssen?</div><div><br></div><div>Man kann verstehen, dass angesichts solcher offenen Fragen das Verlangen der Bevölkerung nach kirchlicher Belehrung rapide abgenommen hat. Womit nicht entschuldigt werden soll, dass viele mit dem christlichen Glauben heute nichts mehr anfangen können. Denn die Theologie und Verkündigung der Kirchen ist in vielen Punkten längst weiter als die geschilderte traditionelle Lehre. Dennoch wird an dieser in manchen Kreisen rigoros festgehalten – was ihrem Anklang bei den meisten Menschen offenbar nicht guttut.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Das Rad der Wiedergeburten</div><div><br></div><div>Werfen wir einen Blick auf einige Aussagen der Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Sie haben sich alle schon literarisch mit dem Tod auseinandergesetzt. <span class="fs14lh1-5"><i>Mithu Sanyal</i></span>, Tochter einer polnischen Mutter und eines indischen Vaters, freut sich auf das, was nach dem Tod kommt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Also, ich glaube daran, dass Menschen und Tiere sterben, aber danach glaube ich zutiefst an eine Transformation. [...] Ich glaube an Wiedergeburt. Ich glaube an Seelenpakete, ich glaube daran, dass ich bestimmte Seelen wiedertreffen werde. Aber nicht in einer als Himmel imaginierten Ewigkeit, sondern im nächsten Leben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Damit gibt Sanyal einen populären Standpunkt wieder. Der hinduistische und buddhistische Glaube an eine immerwährende Folge von Leben ist weit verbreitet. Nach diesem Leben ist Schluss, aber das nächste folgt sogleich. Und danach das übernächste. Und so weiter.</div><div><br></div><div>Mir persönlich bleibt allerdings verschlossen, was daran erfreulich und tröstlich sein soll. Bringt doch das Leben nicht nur Freude mit sich, sondern auch viel Unerfreuliches. Ob man sich wirklich eine dauerhafte Wiederholung dieser Mischung aus Erfreulichem und Unerfreulichem wünscht? Noch dazu, wenn nach der Lehre vom <span class="fs14lh1-5"><i>Karma </i></span>das nächste Leben davon abhängt, was man in diesem Leben Gutes vollbracht hat? Dann muss man nämlich in der ständigen Angst leben, im nächsten Leben (sagen wir mal) als Made wiedergeboren zu werden. Und wer in diesem Leben ein elendes Dasein in Armut oder Krankheit fristen muss, ist selbst daran schuld, weil er im vorherigen Leben nicht genug Gutes getan hat.</div><div><br></div><div>Ich kann dem nichts abgewinnen, worauf ich mich freuen könnte. Und so streben auch Hinduismus und Buddhismus nach der <span class="fs14lh1-5"><b>Erlösung </b></span>vom Rad der Wiedergeburten und vom Leiden. Das wird von den Anhängern dieser Lehre allerdings meist vergessen.</div><div><br></div><div>Angesichts solcher Aussichten kann man fast verstehen, wie einer der bekanntesten deutschen Philosophen, <span class="fs14lh1-5"><i>Peter Sloterdijk</i></span>, auf die Frage des Journalisten hin schmallippig ausrichten ließ:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jetzt ist mal genug gestorben!</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Davon will ich jetzt nichts hören! Verdrängt der Philosoph, der doch der Wahrheit verpflichtet sein sollte, das, was auch ihn in nicht allzu langer Zeit erwartet? Ich weiß es nicht. Vielleicht hat er sich auch schon genug mit dem Tod beschäftigt, als dass er jetzt noch Lust dazu hätte. Irgendwann muss ja auch gelebt werden. Dafür könnte sprechen, dass er zur Zeit der Anfrage des Journalisten offenbar gerade mit einer Trauerrede für einen Freund beschäftigt war.</div><div><br></div><div>Diese Aufgabe und die zusätzliche Anfrage hat den Philosophen offenbar überfordert. Nicht auszudenken, wenn er sich mit vier oder fünf Trauerreden pro Woche zu beschäftigen hätte, wie es Pfarrerinnen und Pfarrern durchaus widerfahren kann. Und ich darf aus eigener Erfahrung sagen: Man kann das machen und trotzdem in vollen Zügen das Leben genießen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Der Tod im positiven Licht</div><div><br></div><div>Der norwegische Autor <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Ove Knausgård</i></span> bringt einen interessanten Aspekt zum Verhältnis zwischen Leben und Tod ein. Im Gespräch mit <span class="fs14lh1-5"><i>Weidermann </i></span>pocht er darauf, dass wir den Tod brauchen – fürs Leben:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Wir brauchen diese große Idee des Todes, um eine große Idee vom Leben zu haben. Das Nichts, </span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">the nothingness</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, ertragen wir nicht. Ich selbst will noch ein paar Jahre leben, bis meine jüngsten Kinder groß sind. Dann ... ist es okay. Es ist nicht wichtig, ob ich lebe oder nicht.</span></span></i></div><div><br></div><div>Auf den Einwand <span class="fs14lh1-5"><i>Weidermanns</i></span>, seine Lebensgeschichte sei unglaublich vielen Menschen auf der Welt wichtig, antwortet er:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich weiß. Aber die haben nicht recht. Ich bin nicht wichtig.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es könnte tatsächlich sein, dass uns das Leben auf Erden nichts wert wäre, wenn wir nicht wüssten, dass es ein Ende hat. Vielleicht lässt uns erst der Tod das Leben schätzen. Ein Leben zu leben, das nichts wert wäre, weil es keinen Preis hat, ein Leben, das ein unbedeutendes Nichts wäre, weil es ein endloses Alles ist – ein solches Leben könnten wir nicht ertragen. Im Blick auf den unweigerlich kommenden Tod aber freuen wir uns am Leben. Auch dann, wenn wir meinen, selbst nicht wichtig zu sein.</div><div><br></div><div>Aus christlicher Perspektive könnte man sagen: Der Tod gibt unserem Leben zwar nicht seinen Wert, aber er macht uns bewusst, dass wir endliche Geschöpfe sind – im Gegensatz zum Schöpfer. Der Aussage <span class="fs14lh1-5"><i>Knausgårds</i></span>, dass er nicht wichtig sei, muss aber vom Schöpfer her widersprochen werden. Der Schöpfer hat ihn, <span class="fs14lh1-5"><i>Knausgård</i></span>, und uns alle geschaffen, weil wir ihm alle, ausnahmslos, wichtig sind. Ich betone: ausnahmslos. Auch die Ungläubigen und die Lebenzerstörer sind ihm wichtig. Sie selbst, nicht ihre Taten.</div><div><br></div><div>Das sollten die Kirchen bedenken, bevor sie vorschnell von der Hölle sprechen. Dem Schöpfer sind seine Geschöpfe wichtig. Er will sie nicht von Ewigkeit zu Ewigkeit in der Hölle quälen. Er muss es auch nicht, weil er sich nicht an ein Strafgesetzbuch gebunden hat, das ihm seine Entscheidungsfreiheit nimmt. Oft genug wird vielmehr in der Bibel berichtet, dass Gott sich des Unheils, das er über Menschen verhängt hatte, gereuen lässt – und Gnade vor Recht ergehen lässt (z.B. 2Sam 24,16; Jer 26,19).</div><div><br></div><div>Auch der ungarische Schriftsteller <span class="fs14lh1-5"><i>Péter Nádas</i></span> hat den Tod positiv erlebt. Er hatte ein Nahtoderlebnis und beschrieb es in seinem Buch "Der eigene Tod" so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Frei werden, zuerst von den ewigen Körperempfindungen, dann vom Denken, das man für so wichtig gehalten hat. Rückkehr zu einem Urzustand, wo es kein begriffliches Denken mehr gibt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Frei zu werden verheißt auch der christliche Glaube. Er meint die Freiheit im ewigen Zusammensein mit dem Schöpfer, befreit von den Leiden des Geschöpfs und eins mit sich selbst, mit den anderen und mit Gott. Von Gott allerdings mag <span class="fs14lh1-5"><i>Nádas </i></span>nicht sprechen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott ist leider in der Totalität der Zeit nicht zu entdecken, ich muss einsehen, dass er nicht existiert, ich habe mich getäuscht. Wie lächerlich war ich mit meiner ganzen menschlichen Leichtgläubigkeit.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn <span class="fs14lh1-5"><i>Nádas </i></span>zugleich, wie <span class="fs14lh1-5"><i>Weidermann </i></span>feststellt, von einem "Licht" und "Getragenwerden" spricht, von einem "Schweben im All" und einer "Kraft, die außerhalb von ihm wirkte", dann könnten das Symbole für das Licht und die Kraft Gottes sein. Vielleicht hatte der Dichter einen Gott in personaler Gestalt erwartet, die er in seinem Nahtoderlebnis nicht angetroffen hat. Aber Gott ist mehr als Person. Er ist als Person eine Kraft, und als Kraft auch Person. Diese könnte als "Licht" oder "Kraft von außen" wahrgenommen werden. Fraglich bleibt auch, inwiefern ein Nahtoderlebnis, das eben kein Toderlebnis ist, überhaupt als Anschauungsmaterial für eine Gottesbegegnung taugt.</div><div><br></div><div>Beeindruckend ist dennoch, welche Einsichten dieses Erlebnis <span class="fs14lh1-5"><i>Nádas </i></span>eröffnete:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es ist sehr schwierig, aus dem kosmischen Raum zurückzufinden, muss ich sagen. Ich brauchte etwa fünf Jahre, mich mit dem doppelten Perspektivwechsel zu versöhnen. Wir sind sehr laut und grob, auch wenn wir nicht Kriege führen und nicht Menschen absichtlich zugrunde richten. Wir denken grob, wir verhalten uns grob. Unsere eifrig ausgetauschten Höflichkeiten sind lauter Grobheiten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es klingt wie ein Blick auf die Welt und uns selbst aus einer Distanz heraus, die das Alltägliche in neuem Licht erscheinen lässt. Nur wer vom Leben zurücktritt, kann es wirklich beurteilen und die selbstverständlich gewordenen Grobheiten aufdecken. Wer sind wir wirklich? Die Nähe des Todes kann offenbar Einsichten darüber vermitteln. Sie zeigt uns die offenen und verborgenen Todesseiten unseres Lebens, für die wir im ungebrochenen Lebenstaumel blind sind.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die bleibenden Fragen</div><div><br></div><div>Der muslimische Schriftsteller <span class="fs14lh1-5"><i>Navid Kermani</i></span> stellt zwar die Existenz Gottes nicht ausdrücklich in Frage, lässt aber bei der Beschreibung dessen, was nach dem Tod kommt, Vieles im Ungewissen. "Freude" scheint ihm kein passender Begriff dafür zu sein,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">weil der Zustand, wenn er einer ist, sich doch wohl allen menschlichen, also sprachlichen Zuschreibungen entziehen wird. Wenn schon, scheint mir Frieden beziehungsweise die Ruhe, die die Religionen gewöhnlich mit dem Tod assoziieren, als Analogie näherzuliegen, und daran knüpft sich eine große, ja, die eigentliche Hoffnung im Lebens- und erst recht im Todeskampf. Die Frage ist nur, auf welche Art wir ein Bewusstsein haben davon und ob – also ob wir in irgendeiner Weise mitbekommen, dass wir selig sind. Ich bin gespannt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Freude, Frieden und Ruhe – das sind in der Bibel Umschreibungen für das Leben in der Gemeinschaft mit Gott (z.B. Röm 14,17; Hebr 4,8-10). Diese Gemeinschaft beginnt im Diesseits und vollendet sich im Jenseits. Was das Jenseits betrifft, muss aber deutlich bleiben, dass die biblischen Aussagen nur Bilder sind für das, was all unser Denken überschreitet. Insofern drückt <span class="fs14lh1-5"><i>Kermani </i></span>etwas aus, was auch christlicher Theologie wichtig ist: dass unser Reden und Denken vom Göttlichen nur Analogien sein können, weil "Gott" und "Ewigkeit" von uns nicht begrifflich fixiert und definiert werden können.</div><div><br></div><div>Analogien drücken das, was sie beschreiben, durch etwas anderes aus als durch das, was sie beschreiben. Das gilt im Grunde für alles, was wir in Worte fassen. Worte sind etwas anderes als die Gegenstände, für die sie stehen. Das gilt in besonderem Maße für Worte, die ein anderes Sein beschreiben als das uns zugängliche. Gott und Ewigkeit beschreiben ein kategorial anderes Sein als das uns zugängliche weltliche Sein. Das bedeutet aber nicht, jedes Reden von Gott und Ewigkeit aufzugeben. Denn Gott kann sich durch unsere menschlich-unzulänglichen Analogien sehr wohl zu erkennen geben. Er hat sich ja auch durch den Menschen aus Fleisch und Blut Jesus zu erkennen gegeben.</div><div><br></div><div>Christlicher Glaube bekennt sich dazu, <span class="fs14lh1-5"><b>dass </b></span>wir ewiges Leben erleben werden. Er lässt offen, <span class="fs14lh1-5"><b>wie </b></span>wir es erleben werden. Er weiß um die Ruhe und den Frieden des Lebens bei Gott. Er stellt es Gott anheim, wie wir diese Ruhe und diesen Frieden genau erleben werden.</div><div><br></div><div>Fragen bleiben auch für den amerikanischen Autor <span class="fs14lh1-5"><i>George Saunders</i></span> in seiner Antwort an <span class="fs14lh1-5"><i>Weidermann</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Also, ich freue mich, dann endlich Antworten auf die Fragen zu bekommen: Warum sind wir eigentlich hier? Wer hat uns hierhin gebracht? Und – wie war ich? Aber dafür muss es dann natürlich 'ein Ich, das nach Antworten sucht' noch geben. [...] Ich jedenfalls freue mich auf neue Einsichten – entweder noch hier im Leben oder in der letzten Lebensphase, oder, wie Sie vorschlagen, direkt danach.</span></i></span></div><div><br></div><div>Tatsächlich bleiben viele Fragen offen, in jedem Leben. Nur einige Fragen werden im Diesseits beantwortet – die andern im Jenseits (Joh 16,23). Die Frage "Warum sind wir hier?" gehört zur ersten Gruppe: Wir sind hier, weil der Schöpfer uns hierher gestellt hat. Und er hat uns eine Bestimmung mitgegeben, die jeder Mensch auf seine Weise, an seinem Ort und mit seinen Begabungen erfüllen kann. Die Heilige Schrift ist voll von Antworten. Wer sie liest, kann sich schon jetzt auf neue Einsichten freuen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Zwei "gläubige" Stellungnahmen</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Helga Schubert</i></span> ist nach Auskunft <span class="fs14lh1-5"><i>Weidermanns </i></span>eine "gläubige Christin". Sie sollte etwas von der Heiligen Schrift wissen. Ihre Antwort auf die Frage nach der Freude lautet so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich bin mir sicher, dass die mir nahen und wichtigen Menschen, auch nach ihrem Tod, in mir bleiben. Sie werden mich sehen und zu schützen versuchen, mich warnen und trösten, obwohl sie körperlich tot sind. Das würde aber auch bedeuten, [...] dass ich nach meinem Tod auch noch in den Menschen bleibe, denen ich nah und wichtig war, dass ich sie nun beschützen, warnen und trösten kann, wenn sie das wollen [...]. Darauf freue ich mich: auf eine Verbundenheit über den Tod hinaus, auf Leichtigkeit und Wohlwollen. Alle Schwere ist dann weg.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Vorstellung mag schön sein, würde mir aber nicht ausreichen. Statt einiger Menschen, die mich zu schützen versuchen, möchte ich mich lieber auf den Gott verlassen, der mich schützt und dies auch kann. Und meinen Lieben wünsche ich statt meines Schutzes lieber den Schutz Gottes. Es ist merkwürdig, dass Gott und Jesus im Statement der "gläubigen Christin" gar nicht vorkommen. Statt dass Jesus in uns und wir in ihm sind, wie es das Johannesevangelium ausdrückt (Joh 14,20; 15,5-7), ist ein Mensch im anderen. Man kann wohl annehmen, dass das eine das andere nicht ausschließt. Der Grund aber ist das Einssein mit Gott, der uns mit sich und darum uns miteinander versöhnt. In der Tat: Das versöhnte Leben nach dem Tod ist nicht anders vorstellbar, als dass alle, die dort leben, auch miteinander versöhnt sind.</div><div><br></div><div>Als der Theologe <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Barth</i></span> einmal gefragt wurde, ob wir im ewigen Leben alle unsere Lieben wiedersehen werden, antwortete er: "Ja, aber die andern auch." Das wäre eine Ergänzung zu <span class="fs14lh1-5"><i>Schuberts </i></span>Aussagen. Sie spricht ja nur von den ihr nahen und wichtigen Menschen, mit denen sie über den Tod hinaus verbunden bleiben will. Versöhnung aber meint mehr: das Einssein auch mit denen, die mir fern und unwichtig waren, ja, die meine Feinde waren. Das ist nur möglich, wenn ein versöhnender Gott Feinde verwandelt, indem er sie in einen Raum des Friedens und der Versöhnung überführt, in dem sie mit Gott und mit sich selbst versöhnt sind und so ihre Feindschaft gegenstandslos wird.</div><div><br></div><div>Eine andere Stellungnahme gab der in Anatolien geborene deutsche Dichter <span class="fs14lh1-5"><i>Feridun Zaimoglu</i></span>, ein "gläubiger Muslim", ab:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich bin, wie Du vielleicht weißt, gottgläubig. Ich freue mich auf den langen selbstvergessenen Schlaf bis zum Tag der Auferstehung, ohne Durst und ohne Hunger, ohne Schmerz und ohne Heftigkeiten. Ich freue mich, dass ich erblinde, ertaube und erlahme, bis der Ruf aus großer Höhe mein Grab scheitelt, dass ich entsteige dem alten, dunklen Unglück. Ich freue mich, dass ich als bloße Seele namenlos hinabsinke, um herauszusteigen, ich freue mich über die Erdklumpen und Zweigstücke, die sich von meinem neuen Fleisch lösen und fallen.</span></i></span></div><div><br></div><div>"Ein muslimischer Ostergruß aus Kiel. Wohl dem, der solchen Glauben hat", kommentiert <span class="fs14lh1-5"><i>Weidermann</i></span>. Mit Recht. Es mutet merkwürdig an, dass ein Muslim das für mich deutlichste Bekenntnis abgab. Merkwürdig nicht deshalb, weil ich Muslime geringschätze, sondern deswegen, weil die "gläubige Christin" <span class="fs14lh1-5"><i>Schubert </i></span>und alle anderen dahinter zurückbleiben.</div><div><br></div><div>In <span class="fs14lh1-5"><i>Zaimoglus </i></span>Bekenntnis kommt Freude auf. Da geht es nicht um bleibende Fragen und Ungewissheiten, große Ideen und Freiheit von Empfindungen, Seelenpakete und Wiedergeburten. Sondern es geht um konkrete Empfindungen von Ruhe und Frieden, um ein Sein ohne Durst, Hunger, Schmerz und "Heftigkeiten" – und die Freude darüber. Es geht um einen Ruf, der uns auf(er)weckt aus dem Schlaf und dem "alten, dunklen Unglück" ein Ende bereitet. Da freut sich einer erdverbunden über ein neues Fleisch, von dem Erdklumpen und Zweigstücke abfallen. Das ist eine Auferstehung, die man riechen kann.</div><div><br></div><div>Zweierlei ist dazu anzumerken: Zunächst müssen wir uns klarmachen, dass auch diese konkreten Vorstellungen nur Bilder für etwas sein können, das unsere unzulänglichen Einsichten übersteigt. Es sind Analogien für etwas Größeres. Aber als solche Analogien haben sie ihr Recht.</div><div><br></div><div>Das zweite, Wichtigere ist die Frage: Warum fällt es eigentlich der Christenheit so schwer, in solcher Weise zu reden? Was hindert uns daran, konkret vom ewigen Leben zu sprechen? Ist es die Angst, ein Wort zu viel zu sagen? Ist es das uns von uns selber auferlegte Gebot des Schweigens über das, was sich unseren Vorstellungen entzieht, obgleich wir doch zum Reden davon aufgerufen sind? Ist es der Kniefall vor der aufgeklärten Vernunft, die uns gebietet, von dem uns Unzugänglichen könnten wir nichts wissen – obwohl doch Gottes Geist uns in alle Wahrheit leitet (Joh 16,13)?</div><div><br></div><div>Vielleicht macht uns ein Muslim vor, was ein kindlicher und in diesem Sinne naiver – nicht törichter und einfältiger, sondern argloser und unbefangener – Glaube ist. Und einer, der diesen Glauben offenbar nicht hat, ist beeindruckt ...</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Theologische Aspekte</div><div><br></div><div>Einige theologische Aspekte möchte ich noch anfügen. Sie grenzen sich auch ab gegenüber den zu Beginn schon kritisierten schwer verdaulichen christlichen Lehren.</div><div><br></div><div>Es fällt auf, dass keine der skizzierten Vorstellungen vom Leben nach dem Tod von einem Glauben an Jesus Christus ausging. Es ist auch kein Wort gefallen über ein Urteil über unser Leben. Immerhin tauchte die Frage auf: "Wie war ich?"</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>a) Neue Geburt</i></span></div><div><br></div><div>Glaube an die Auferstehung der Toten ist in christlicher Sicht begründet in der Auferstehung Jesu Christi. Von diesem Ereignis her nahm der christliche Glaube seinen Ausgang. Nach der schweren Enttäuschung, die durch die Kreuzigung Jesu ausgelöst wurde, schöpften seine Jüngerinnen und Jünger nach seiner Auferstehung neuen Mut und erwartungsvolle Hoffnung. Dies bewegte sie dazu, die Botschaft von Jesus in die ganze Welt zu tragen.</div><div><br></div><div>Wiedergeburt ist daher im christlichen Sinn etwas grundlegend anderes als im fernöstlichen Sinn. Es ist die Neuschöpfung eines Menschen durch Gott, seine fundamentale innere Erneuerung, die im Neuen Testament nicht anders denn als neue Kreatur oder neue Geburt bezeichnet werden kann (2Kor 5,17; Joh 3,3-8). Diese Erneuerung ist Befreiung von den Mächten der Bosheit und des Todes. Sie beginnt im Diesseits und wird im Jenseits vollendet. Der wiedergeborene Mensch ist also sowohl der in der Zeit verwandelte als auch der in der Ewigkeit vollendete Mensch. Und er ist ein Werk Gottes, so dass die Wiedergeburt keinen Leistungsdruck beim Menschen erzeugt.</div><div><br></div><div>Damit sind Glaube und Liebe keine Taten des Menschen mehr, die er aus eigenem Vermögen vollbringt und auf die er infolgedessen stolz könnte (1Kor 1,26-31). Nicht der Mensch erhebt sich durch seinen Glauben und seine guten Taten in den Himmel, sondern er wird erhoben und ist dabei fast gänzlich passiv. Was ihm zu tun bleibt, ist nur, diese Erhebung dankbar anzunehmen, wie ein Verhungernder nach dem rettenden Brot greift. Das ist nun wirklich keine den Menschen erhebende und einen himmlischen Lohn begründende Tat. Es ist die Verzweiflungstat eines Sterbenden, der sich das Leben schenken lässt.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>b) Liebevolle Beziehung</i></span></div><div><br></div><div>Diese Verwandlung und Vollendung des Menschen gründet in der Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen. Dass Gott ein liebender Gott ist, zeigt die Person Jesu, von dem die Christenheit bekennt: In ihm ist Gott Mensch geworden, das heißt: Wie er war, so ist Gott. Weil er voller Liebe war bis hin zur Selbsthingabe, wissen wir, dass Gott ebenso ist. Weil er das Ebenbild Gottes war (z.B. Kol 1,15), glauben Christen nicht nur an Gott, sondern auch an Jesus Christus.</div><div><br></div><div>Der liebevolle Gott sucht die Beziehung zu jedem Menschen. Er will in der Zeit, aber auch in Ewigkeit mit seinem Geschöpf zusammen sein. Die "große Idee vom Leben" ist also, christlich verstanden, die ewige Beziehung zwischen Gott und Mensch. Das ewige Leben ist deshalb kein nebulöser kosmischer Raum, sondern eine konkrete Beziehung – eine so innige Beziehung, dass kein menschliches Wort für sie besser passt als: Liebe. Zwischen Gott und dem Menschen soll Liebe walten, und von daher auch zwischen dem Menschen und allen anderen Kreaturen.</div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht, dass alle Fragen, die sich uns Menschen stellen, beantwortet wären. Aber es bedeutet, dass wir in dem Vertrauen leben können, dass Gottes Liebe zu uns auch trotz aller noch bestehenden Fragen gilt. Dieses ewige Leben als Beziehung der Liebe erscheint mir tröstlicher als jede erneute Transformation der Seele in ein anderes Lebewesen oder als ein Schweben im unendlichen kosmischen Raum, in dessen kosmischer Leere Beziehung gar nicht möglich erscheint.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>c) Befreiende Wahrheit</i></span></div><div><br></div><div>Eine offene Frage ist auch die nach Himmel und Hölle. Selbst die neutestamentlichen Schriften geben hier <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-gerichte-der-liebe--teil-2-" class="imCssLink">keine eindeutige Auskunft</a></span>. Wichtig scheint mir aber zu sein, dass der Übergang ins ewige Leben nicht einfach ein wohliges Hinübergleiten in eine andere Dimension ist. Die Opfer dieser Welt, die Geschundenen, in Armut Gehaltenen, um ihr Leben Betrogenen und Ermordeten verlangen danach, Recht zu bekommen. Dies kann nur durch einen Akt geschehen, der einem Gerichtsverfahren gleicht.</div><div><br></div><div>Darum ist die biblische Rede vom Gericht berechtigt. Gäbe es dieses Gericht nicht, so würden die Täter in Ewigkeit über ihre Opfer triumphieren. Nicht ein erboster, zorngesättigter und straffreudiger Gott fordert also das Gericht, sondern die Opferperspektive, die dieser Gott einnimmt und von der her er dann auch als Richter Recht spricht. Ziel ist, dass die Wahrheit ans Licht kommt und Täter wie Opfer durch die Wahrheit miteinander versöhnt werden. Zur Wahrheit gehört auch die Frage "Wie war ich?"</div><div><br></div><div>Wie Gott mit unserer Täterschaft umgeht, wird beispielsweise im letzten Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern deutlich. Auch <span class="fs14lh1-5"><i>Judas</i></span>, der Jesus später verriet, durfte nach seiner Entlarvung daran teilnehmen. Er wurde von Jesus nicht vor die Tür gesetzt, sondern durfte das Brot und den Wein, die Jesu Leiden und Sterben aus Liebe symbolisierten, zu sich nehmen (z.B. Mk 14,17-25). Der Apostel Paulus wird später von der Gerechtsprechung nicht der Glaubenden oder Liebenden, sondern der Gottlosen sprechen (Röm 4,5; 5,6).</div><div><br></div><div>Daraus ergibt sich eine Hoffnung für alle Menschen, einen gnädigen Richter zu finden. Allerdings wird niemand zu seinem Glück gezwungen. Liebe zwingt nicht, sondern wirbt um Anerkennung. Wir würden uns bedanken, wenn Gott uns zu etwas zwingen würde. Wer sich also der Liebe Gottes dauerhaft widersetzt, muss dann auch ohne sie leben. Ob das für die Ewigkeit gilt, können wir nur Gott überlassen. Es muss daher offen bleiben.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>d) Vertrauende Spannung</i></span></div><div><br></div><div>All das kann man glauben oder nicht. Es ist jedenfalls keine eigenwillige Spekulation, sondern der Versuch, die biblischen Schriften ernst zu nehmen. Das bedeutet, dass es sich nicht um für alle Zeiten fixierte unfehlbare Lehren handelt, sondern um Denkversuche, die der Ergänzung und Korrektur bedürfen. Alles darf gedacht werden im christlichen Glauben. Nur auf einem wird evangelischer Glaube bestehen müssen: dass sich alle alternativen Denkversuche auf die biblischen Schriften berufen und nicht durch freie menschliche Spekulation zustande kommen.</div><div><br></div><div>Wir leben noch nicht im Schauen dessen, was kommt, sondern im Glauben daran (2Kor 5,7). Das heißt: Wir sehen es noch nicht, haben keine handfesten Beweise dafür, aber wir vertrauen darauf. Diese Spannung bleibt bis zum Jüngsten Tag erhalten. Es ist keine beängstigende Spannung, sondern eine vertrauende und darum getröstete. In allem, was ungewiss bleibt, begegnet uns niemand anders als der uns liebende Gott. Trotz aller Ungewissheit sind alle, die ihm vertrauen, in seiner Liebe geborgen.</div><div><br></div><div>In dieser Liebe kann man dann getrost der Zukunft und auch dem Tod entgegensehen. Und mit Zuversicht und Vorfreude den Satz <span class="fs14lh1-5"><i>Navid Kermanis</i></span> aufgreifen: "Ich bin gespannt."</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: PublicDomainPictures auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 13 Apr 2023 07:29:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Furcht und Freude zu Ostern]]></title>
			<author><![CDATA[Reinhard Häußler]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001FE"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Furcht und Freude zu Ostern</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="fs11lh1-5"><b>Reinhard Häußler</b></span><span class="fs11lh1-5"> | 08/04/2023</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und wenn sich das nicht als Wahrheit erweist, war es der schönste Irrtum.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das sagte mir einmal ein Freund zu dieser Geschichte: Da kommen drei Frauen in tiefer Trauer bei Sonnenaufgang zum offenen, aber leeren Grab Jesu. Ein Engel verkündigt Ihnen die erlösende Botschaft von der Auferstehung Jesu von den Toten. Sie sollen die Botschaft weitersagen. Aber die Frauen reagieren schockiert und fliehen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich.</span></i></span></div><div><br></div><div>So endet eine ältere Version des Markus-Evangeliums (Markus 16,8b). Die an sich befreiende Botschaft von der Auferstehung Jesu löst hier Schrecken und Schweigen aus. F<span class="fs12lh1-5">ROHE</span> O<span class="fs12lh1-5">STERN</span>? Moment mal!</div><div><br></div><div>Wir neigen dazu, vorschnell unsere Vorstellungen von Auferstehung hier einzubringen. Vielleicht liegt aber gerade hier eine Herausforderung, die alten Erzählungen im Neuen Testament einmal genauer nachzulesen und die Ungeheuerlichkeit des Geschehens auf sich wirken zu lassen. Vielleicht liegen Schrecken und Entsetzen am dichtesten dran am Kern von Ostern am Ort des Todes, das unser Denken, unsere Erfahrungen und Erwartungen so sehr durchbricht.</div><div><br></div><div>Das Zeugnis von der Auferstehung Jesu kann Staunen auslösen, vielleicht Neugier, aber auch Skepsis oder sogar Gleichgültigkeit. In jedem Fall aber braucht man Zeit, um ein solches Ereignis zu begreifen, damit eine befreiende Freude über diese Botschaft aufkommen kann.</div><div><br></div><div>Die ersten Christen waren mit dem Schluss der Geschichte offensichtlich unzufrieden, denn in einer späteren Version des Markus-Evangeliums sind unterschiedliche Begegnungen mit dem Auferstandenen angefügt (Mk 16,9-20). Dort wird unverkennbar klar, dass Glaube und Zweifel schon in den frühchristlichen Gemeinden ein zentrales Thema waren. Und zwar dann, wenn es um das Glaubensbekenntnis ging: <span class="fs14lh1-5"><i>Der Herr ist auferstanden.</i></span></div><div><br></div><div>In diesen Erzählungen wird auch deutlich: Jesus selbst legt Wert darauf, den Zweifel der Jünger zu überwinden und den Glauben an ihn als den Auferstandenen zu stärken. In den anderen Evangelien ist auch von Unglaube die Rede, nicht aber von Entsetzen, sondern von befreiender Freude. Die Botschaft des Engels kann ja auch sehr ermutigend wirken (Markus 16,6):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Er ist nicht bei den Toten zu finden, sondern mitten im Leben. Oft gerade da, wo wir Veränderungen und neues Leben längst nicht mehr erwartet haben. Dieser Glaube gibt &nbsp;Christen zudem eine Hoffnung über den Tod hinaus, auch wenn wir uns das nur schwer vorstellen können. Dann also doch:</div><div><br></div><div>F<span class="fs12lh1-5">ROHE</span> O<span class="fs12lh1-5">STERN</span>!</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="fs11lh1-5"><b>Reinhard Häußler</b></span><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Susanne Jutzeler, Schweiz. Thanks for Likes auf Pixabay</span>.</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 08 Apr 2023 18:30:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |77]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001FD"><div><br></div><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="fs18lh1-5 ff1">Darum hat nicht </span><span class="fs18lh1-5 ff2">der</span><span class="fs18lh1-5 ff1"> Frieden, den niemand stört – das ist ja der Friede der Welt –, sondern der hat Frieden, den alle und alles stören und der das alles mit freudiger Ruhe erträgt [...]; nur wer sein Kreuz willig trägt in allem, was er fühlt, denkt, versteht, ein so Geplagter erfährt hernach diesen Frieden. Denn all unser Fühlen, all unser Tun und Denken hat Gott unter diesen Frieden gestellt und ans Kreuz geschlagen – d.h. in mancherlei Unruhe und Qual gestürzt. Darum ist es ein Friede </span><span class="fs18lh1-5 ff2">über</span><span class="fs18lh1-5 ff1"> alle Vernunft und anders, als wir träumen und wünschen, ja unvergleichlich besser. Solchen Frieden suche, und Du wirst ihn finden; Du kannst ihn aber gar nicht besser suchen, als indem Du die Anfechtungen freudig auf Dich nimmst [...] und darauf verzichtest, einen Frieden nach deinem Gutdünken und Meinen suchen und auswählen zu wollen.</span></span></i></b></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Martin Luther 1519 in einem Brief</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Ich gebe zu, dass ich mich zum Teil an den Krieg gewöhnt habe. Er ist mir zwar täglich präsent, aber er bedrückt mich nicht mehr so sehr wie früher. Habe ich meinen Frieden mit dem Krieg gemacht?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das wäre ein Friede, den nichts und niemand stört, wie Luther sagt. Ein Friede, der sich nicht aufrütteln und beunruhigen lässt, sondern der die Augen verschließt, um nicht in seiner Behaglichkeit gestört zu werden. Ein Friede, wie ihn die Welt gibt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Luther erinnert mich daran, dass es Frieden geben kann in Unruhe, Qual und Anfechtungen; im Anteilnehmen am Leid der täglich im Krieg Gepeinigten und Getöteten; in der Verzweiflung angesichts der allseitigen menschlichen Unfähigkeit zum Frieden.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Ich weiß, dass ich mich nicht zermartern muss mit ständigen Gedanken an den Krieg. Ich weiß aber auch, dass ich den Krieg nicht vergessen darf. </span><span class="fs14lh1-5 cf2">Ich möchte mich nicht verhärten gegenüber den Leidenden und Sterbenden und nicht gleichgültig werden gegenüber der menschlichen Friedlosigkeit.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><br></span></div><div><div><span class="cf2">Ich möchte Gott um das Ende dieses Elends anflehen und mich für dieses Ende einsetzen. So möchte ich den Frieden erfahren, den Gott denen schenkt, die das Kreuz ihrer Gefühle und Gedanken willig tragen.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Heinrich Fausel: D. Martin Luther. Sein Leben und Werk. Band 1: 1483-1521. Hänssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart 1996. Lizenzausgabe mit Genehmigung des Calwer Verlages, Stuttgart. S. 71.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 07 Apr 2023 19:56:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--77</link>
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			<title><![CDATA[Verrückte Welt - und kein Grund zur Resignation]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001FA"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Verrückte Welt – und kein Grund zur Resignation</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 04/04/2023</span></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Liegt alles an Gottes Segen?</div><div><br></div><div>Ein altes Sprichwort lautet:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">An Gottes Segen ist alles gelegen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dieses Sprichwort drückt eine menschliche Erfahrung aus: die Erfahrung, dass wir uns noch so sehr bemühen können, unsere Pläne zu verwirklichen und unser Leben und die Welt positiv zu gestalten – es kann alles ganz anders kommen. Christen fügen hinzu: Es kann alles ganz anders kommen, wenn Gott es so will.</div><div><br></div><div>Oder die umgekehrte Situation: Wir bemühen uns nicht, wir haben es vielleicht aufgegeben, ein bestimmtes Ziel zu erreichen – und plötzlich wird uns etwas von Gott geschenkt, womit wir gar nicht mehr gerechnet hatten. Also: Es liegt alles an Gottes Segen, wenn etwas aus unserem Leben wird <span class="fs14lh1-5">und das Weltgeschehen eine positive Wendung nimmt.</span></div><div><br></div><div>Man kann sich aber auch fragen, ob das wohl sein kann: Wenn <span class="fs14lh1-5"><b>alles </b></span>an <span class="fs14lh1-5"><b>Gottes </b></span>Segen gelegen ist, dann heißt das ja, dass <span class="fs14lh1-5"><b>nichts </b></span>an <span class="fs14lh1-5"><b>unserem </b></span>Denken und Handeln gelegen ist. Aber kommt es denn nicht auch darauf an, was <span class="fs14lh1-5"><b>wir </b></span>tun und denken?</div><div><br></div><div>Die christliche Tradition legt ja viel Wert darauf, dass der Mensch an Gott und Jesus Christus glaubt. Der Mensch soll also, so scheint es, gerade <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>alles Gott überlassen, sondern selbst aktiv werden: Er soll sich für den Glauben entscheiden. Wer an Jesus glaubt, wird nicht zugrunde gehen (Röm 10,11). Man müsste daraus schließen: Am <span class="fs14lh1-5"><b>Glauben </b></span>ist alles gelegen.</div><div><br></div><div>Noch viel mehr sieht sich der moderne Mensch zur Aktivität aufgerufen, wenn es darum geht, sein Leben zu gestalten. Er macht sich einen Plan für sein Leben und entscheidet, was er tut und was er lässt. Er will ein sinnvolles Leben führen und trifft selbst die Wahl, was für ihn sinnvoll ist und was nicht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Ein großer deutscher Dichter hat nichts erreicht</div><div><br></div><div>Überrascht hat mich vor diesem Hintergrund ein Gedicht von <span class="fs14lh1-5"><i>Heinrich Heine</i></span>, das mir in einem Alten- und Pflegeheim begegnete, und zwar auf einem Kalender mit Sinnsprüchen, der dort aushing. Da standen folgende Verse:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Tag und Nacht hab ich gedichtet</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und hab doch nichts ausgerichtet;</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>bin in Harmonien geschwommen</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und bin doch zu nichts gekommen.</i></span></div><div><br></div><div>Mal abgesehen davon, ob es hilfreich ist, diesen Gedanken in einem Alten- und Pflegeheim auszuhängen – ich war überrascht davon, dies von einem so berühmten Dichter wie <span class="fs14lh1-5"><i>Heinrich Heine</i></span> zu hören. Er wird bis heute gelesen und geachtet, gehört zu den großen deutschen Dichtern und könnte doch wirklich von sich behaupten, etwas erreicht zu haben: Bis heute vermittelt er Menschen Einsichten, die ihnen offenbar wichtig sind, die sie weiterführen, die ihnen etwas zu sagen haben. Bis heute hilft er Menschen, die Welt und sich selbst zu verstehen.</div><div><br></div><div>Dennoch hat <span class="fs14lh1-5"><i>Heine </i></span>offensichtlich das Gefühl gehabt, nichts ausgerichtet zu haben und zu nichts gekommen zu sein. Wie kann das sein?</div><div><br></div><div>Ich denke, dass der Dichter zu den Menschen gehörte, die die Welt und sich selbst nicht in einer oberflächlichen Selbstgenügsamkeit betrachteten, sondern kritisch in den Blick nahmen. Und er erkannte: Ich lebe in einer verrückten Welt, in der all meine guten Ideen, meine Schriften und Taten letztlich nichts ausrichten können – es bleibt eine verrückte Welt.</div><div><br></div><div>So entstand in ihm der Eindruck, dass nichts von seinem Werk vor dem Bestand haben kann, was eigentlich nötig wäre und weiterführen würde. Nichts ist hilfreich angesichts des Schicksals, das jedem Menschen bevorsteht: der Tod. Allein durch den Zeitablauf wird jedes noch so große Menschenwerk relativiert. Es wird in seiner Bedeutung zweifelhaft, so dass am Ende die bange Frage steht: Ist nicht alles Schall und Rauch, was ich geschaffen und bewirkt habe?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Unangenehme Fragen, die sich uns manchmal aufdrängen</div><div><br></div><div>Wahrscheinlich kommen wir alle einmal an den Punkt, an dem sich uns solche Fragen aufdrängen: Welchen Sinn hat das eigentlich alles, was ich hier tue? Welchen bleibenden Wert hat mein Lebensplan, der so schnell über den Haufen geworfen werden kann? Was ist eigentlich geblieben von den Ideen, die ich in meiner Jugend oder noch vor zehn, zwanzig Jahren hatte? Und was wird von dem, was ich dachte und tat, bleiben, wenn ich nicht mehr auf dieser Welt bin?</div><div><br></div><div>Und wenn ich als Christ an meinen Glauben denke und ihn einmal kritisch in den Blick nehme, dann kann ich nicht umhin festzustellen: Dieser Glaube, dieses Gottvertrauen ist offensichtlich mit so viel Unglauben und Misstrauen durchsetzt, dass ich mich ernsthaft fragen muss, ob nicht der Unglaube und das Misstrauen Gott gegenüber viel größer ist als das bisschen Glaube und Vertrauen auf Gott.</div><div><br></div><div>Vielleicht machen wir auch die Beobachtung: Wir mühen uns und tun, was wir können, um die Welt ein wenig besser zu machen. Wir versuchen, Freude in die Welt zu bringen. Hier und da gelingt es uns auch, einen Menschen glücklich machen. Aber die Welt dreht sich weiter, wie sie sich immer gedreht hat. Jedes Glück vergeht. Die Menschen sind, wie sie sind. Es gibt Fortschritte, aber ebenso viele Rückschritte. Die Finsternisse dieser Welt bleiben finster. Daran können wir nichts ändern.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Von einem, der aus Kleinem Großes macht</div><div><br></div><div>Doch es gibt auch eine andere Perspektive. Sie ist durch meinen Glauben bestimmt. Ich glaube, dass Gott durch all das Vergängliche, Unvollkommene und Vergebliche, was ich tue, etwas bewirken kann. Die Welt dreht sich zwar weiter, die Menschen bleiben dieselben und die Finsternisse verwandeln sich nicht in Licht. Und doch bewirkt Gott im Kleinen und Unmerklichen etwas Großes und Spürbares – und zwar durch Menschen. Ich hoffe, auch durch mich.</div><div><br></div><div>Ich kann die Welt nicht verbessern. Ich kann die Menschen nicht verändern. Ich kann das Böse und den Tod nicht aus der Welt schaffen. Ich kann nur mit meinen bescheidenen Mitteln versuchen, hier und da ein Licht in die Finsternis zu stellen – eine flackernde Kerze in den tosenden Sturm der Welt.</div><div><br></div><div>Mehr kann ich nicht tun. Was daraus wird, liegt nicht in meiner Hand. Ich kann nur hoffen, dass Gott dieses flackernde Licht nicht gleich wieder verlöschen lässt; dass er aus meinen unzulänglichen Versuchen das Wunder entstehen lässt, dass sie Gott die Ehre geben und den Menschen Gutes tun. Ich kann nur hoffen, dass Gott mein kleines, bedeutungsloses Werk zu einem Puzzleteil in seinem großen, die Welt verändernden Werk macht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Warum es keinen Grund zur Resignation gibt</div><div><br></div><div>Liegt also doch etwas an <span class="fs14lh1-5"><b>meinem </b></span>Werk? Ich kann das nicht so empfinden. Meine Lebenszeit ist wie nichts in Gottes Augen (Ps 39,6). Wenn etwas aus meinem Leben wird, dann ist es das Werk des Gottes, der das Tote lebendig macht und das ins Dasein ruft, was nicht ist (Röm 4,17).</div><div><br></div><div>Genauso ist es auch mit meinem Glauben. Ich empfinde ihn nicht als <span class="fs14lh1-5"><b>mein </b></span>Werk, <span class="fs14lh1-5"><b>meine </b></span>Entscheidung für Gott, <span class="fs14lh1-5"><b>mein </b></span>Vertrauen, zu dem ich mich aus eigenem Vermögen aufgeschwungen habe. Ich erlebe meinen Glauben vielmehr als Gottes Werk in mir und mit mir, so wie es Eph 2,8 sagt: Mein Glaube kommt nicht aus meiner eigenen Kraft, sondern er ist Gottes Gabe, die er mir unabhängig von meinen eigenen Taten und Entscheidungen schenkt.</div><div><br></div><div>Insofern halte ich daran fest:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">An Gottes Segen ist alles gelegen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich glaube, dass Gottes Segen ein völlig unzulängliches menschliches Werk zu einem bedeutenden Werk machen kann. Und dass Gott übrigens nicht nur durch Christinnen und Christen, sondern auch durch nicht an ihn Glaubende Gutes wirken kann.</div><div><br></div><div>Jesus sagte einmal zu seinen Jüngerinnen und Jüngern (Joh 15,5):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ohne mich könnt ihr nichts tun.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das heißt umgekehrt: <span class="fs14lh1-5"><b>Mit </b></span>ihm, mit seinem Segen können "wir" etwas tun – etwas bewegen, etwas verändern, ja, etwas Unerwartetes, Unvorstellbares bewirken. Mit Gottes Segen können "wir" – kann Gott durch uns! – das Reich Gottes in dieser verrückten Welt bauen – auf dass diese Welt heller werde, auf dass die Finsternis für ihn gar nicht finster sei, sondern die Nacht leuchtet wie der Tag (Ps 139,12).</div><div><br></div><div>Darum ist es nicht unser Schicksal, angesichts der Finsternis zu resignieren. Vielmehr ist es unsere Berufung, uns jeden Tag aufs Neue fröhlich und hoffnungsvoll von Gott in Dienst nehmen zu lassen. Und darauf zu vertrauen, dass wir ein Licht in dieser Welt sind – wo und wann Gott uns segnen will.</div><div><br></div><div>Wie Jesus sagte (Mt 5,14):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr seid das Licht der Welt.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wir müssen uns nicht zum Licht machen. Wir werden dazu gemacht. Dann sind wir es wirklich.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Josep Monter Martinez auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 03 Apr 2023 19:44:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gott nicht verstehen ist kein Unverstand]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001F8"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gott nicht verstehen ist kein Unverstand</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 31/03/2023</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Man muss nicht bei allem in die Tiefe gehen. Oftmals reicht es, ein oberflächliches Verständnis der Dinge zu haben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dies ist eine späte Einsicht des Rockmusikers <span class="fs14lh1-5"><i>Marius Müller-Westernhagen</i></span>, die unter der Überschrift "Was ich gern früher gewusst hätte" jüngst im ZEIT MAGAZIN veröffentlicht wurde (Nr. 9 vom 23.03.2023, S. 62).</div><div><br></div><div>Eigentlich stehe ich Oberflächlichkeiten sehr skeptisch gegenüber. Dennoch glaube ich, dass die Einsicht <span class="fs14lh1-5"><i>Westernhagens </i></span>richtig ist. Ein oberflächliches Verständnis einer Sache kann nämlich durchaus richtig sein – und ein tiefgehendes komplett falsch.</div><div><br></div><div>Es geht nämlich nicht nur darum, wie tief wir in eine Sache eindringen. Sondern es geht immer auch darum, von welchen Vorentscheidungen wir ausgehen und mit welchen Fragen wir an die Sache herangehen. Und wenn die Vorentscheidungen und Fragestellungen der Sache nicht entsprechen, kann man bohren, so tief man will – es wird nichts Lebensförderliches dabei herauskommen.</div><div><br></div><div>Dazu kommt noch, dass wir sowieso nicht von allen Dingen eine tiefe Erkenntnis haben können – dazu gibt es viel zu viele Dinge. Wir sind bei den meisten Dingen sozusagen auf Oberflächlichkeit angewiesen, um uns überhaupt ein Urteil bilden zu können.</div><div><br></div><div>Was das Verstehen Gottes betrifft, würde ich sagen: Wir können Gott nicht in all seinen Tiefen ausloten. Dazu ist er zu groß, zu unbegreiflich. Was wir von Gott begreifen, ist nach biblischer Vorstellung sowieso nicht auf unsern Mist gewachsen. Es ist uns vielmehr durch Gottes Geist vermittelt. Er allein "erforscht [...] die Tiefen der Gottheit" (1Kor 2,10) und gibt sie uns zu verstehen. Und was Gottes Geist uns zu verstehen gibt, das reicht aus. Mehr müssen wir gar nicht wissen.</div><div><br></div><div>Vor allem muss man als Christ nicht in die Tiefen der Forschung an den biblischen Texten einsteigen, um etwas von Gott zu verstehen. Diese Forschung dient zwar dazu, die Texte zu verstehen und uns vor Missverständnissen zu schützen. Aber eine noch so gute Forschung kann keine richtige Gotteserkenntnis garantieren. Auch hier gilt: Es ist Gottes Geist, der uns "in die ganze Wahrheit leitet" (Joh 16,13).</div><div><br></div><div>Eine weitere interessante Einsicht <span class="fs14lh1-5"><i>Westernhagens </i></span>war übrigens:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Menschen werden in dem Moment alt, in dem sie sich dazu entschließen, alt zu sein. Trotzdem sollte man kein Berufsjugendlicher werden!</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich finde auch diese Einsicht im Prinzip richtig – wenn man einmal vom Altwerden durch Krankheit absieht. Man kann eben vorzeitig im Dazulernen und Verstehen alt werden, wenn man sich dazu entschließt, dass man nichts mehr dazulernen und verstehen will. Das könnte man dann so formulieren:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Menschen werden in dem Moment unverständig, in dem sie sich dazu entschließen, unverständig zu sein. Trotzdem sollte man kein Alles-Versteher werden!</span></i></span></div><div><br></div><div>Das gilt auch für das Verstehen der biblischen Texte und überhaupt für jede Glaubenseinsicht. Einem solchen Verstehensverweigerer steht der Alles-Versteher gegenüber. Damit meine ich jemanden, der in der Illusion lebt, er würde in Glaubensdingen alles verstehen und sei immer im Recht. Eine solche Einstellung macht überheblich – und verhindert dann ebenso wie beim Verstehensverweigerer das Dazulernen.</div><div><br></div><div>Wenn jemand sich dem Verstehen in Glaubensdingen verschließt, spricht die Bibel davon, dass er den Geist Gottes "auslösche" (1Thess 5,19). Das klingt nicht gut: Das "Feuer" des Geistes, das uns erleuchten will, wird ausgelöscht. Gottes Geist – und mit ihm Gott selbst – wird unwirksam gemacht, so dass er uns nicht zum Verstehen anleiten kann. Das sollten wir auf jeden Fall vermeiden. Denn so klein unser Verstehen auch sein mag – was uns der Geist erkennen lässt, reicht für ein gutes Leben.</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, ob <span class="fs14lh1-5"><i>Marius Müller-Westernhagen</i></span> auch an Glaubensdinge gedacht hat, als er seine späten Einsichten formulierte. Aber er hat in seinen Liedern immer wieder vom guten Leben gesungen – von Liebe, Glück und Freiheit. Die Freiheit war ihm sogar "das einzige, was zählt".</div><div><br></div><div><div>Die Freiheit ist in der Tat etwas Entscheidendes für ein glückliches und gutes Leben. Das gilt auch für die Freiheit, sich mit dem zufrieden zu geben, was wir an Gott verstehen – und das übrige auf sich beruhen zu lassen. Paulus hat dazu etwas sehr Bedenkenswertes gesagt (2Kor 3,17):</div></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wo der Geist des Herrn ist [also der Geist, der uns Gott zu verstehen gibt] – da ist Freiheit.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: </span><span class="fs11lh1-5">Deborah Windham auf Pixabay</span><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 30 Mar 2023 19:22:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wer lacht in der Bibel? Und warum?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001F7"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wer lacht in der Bibel? Und warum?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine kleine Theologie des Lachens</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/03/2023</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Ein lachender Gott passt irgendwie nicht in unsere religiöse Welt. Dann schon eher der sanft lächelnde <span class="fs14lh1-5"><i>Buddha</i></span>, aber der war ja auch kein Gott. Der war wohlgenährt, hatte außer Meditieren nichts zu tun und schwebte wohl schon halb im <span class="fs14lh1-5"><i>Nirvana</i></span>, als er so geheimnisvoll vor sich hin lächelte.</div><div><br></div><div>Aber Gott hat bekanntlich mit dem <span class="fs14lh1-5"><i>Nirvana </i></span>nichts am Hut. Das <span class="fs14lh1-5"><i>Nirvana </i></span>ist ein unbeschreiblicher Zustand, in dem alle Gedanken und Gefühle verwehen und erlöschen. Und das wäre ja noch schöner, wenn Gott sich in etwas Unbeschreibliches ohne Gedanken und Gefühle auflösen würde.</div><div><br></div><div>Schließlich gibt es viel zu tun. Der Himmel ist ein Ort, an dem gearbeitet wird. Da muss regiert werden, und wo regiert wird, da ist keine Zeit, lachend am Rand zu sitzend, sich den Wind um die Nase wehen und sich in demselben verwehen zu lassen.</div><div><br></div><div>Das war auch nicht Jesu Sache. Der hat viele ernste Worte gesprochen und gute Werke getan. Aber von einem lachenden Jesus wird nichts berichtet. Obwohl er doch eigentlich ... – wenn er wirklich ein Mensch war ... – aber Jesus war eben anders.</div><div><br></div><div>Und so ist auch der christliche Glaube eine durch und durch ernste Sache geworden. Da geht's um Himmel und Hölle, Leben und Tod. Und bei der Hölle hört der Spaß nun wirklich auf. Darum sieht man im Gottesdienst nur ernste Gesichter, die ernste Lieder zu ernster Musik singen und mit ernsten Mienen einem ernste Worte sprechenden Prediger zuhören (oder einer genauso ernsten Predigerin).</div><div><br></div><div>Aber heutzutage gibt es doch tatsächlich Gottesdienste, in denen der Prediger oder die Predigerin manchmal etwas Lustiges sagen, worüber dann auch verhalten gelacht wird. Nicht zu laut, aber immerhin hörbar. Vielleicht auch mit schlechtem Gewissen. So ein Lachen im Gottesdienst war früher nicht denkbar. Ob das wohl richtig ist?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Das zwiefältige Lachen zweier Greise</div><div><br></div><div>In der Bibel scheint das Lachen jedenfalls verpönt zu sein. <span class="fs14lh1-5"><i>Abraham </i></span>und seine Frau <span class="fs14lh1-5"><i>Sara </i></span>sind dafür die besten Beispiele. Als ihnen im hohen Alter noch die Geburt eines Sohnes verheißen wird, muss <span class="fs14lh1-5"><i>Sara </i></span>innerlich lachen und denkt (1Mo/Gen 18,12):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In meinem hohen Alter soll mich noch mal die Liebeslust befallen?</span></i></span></div><div><br></div><div>Das war eine berechtigte Frage. Und Abraham kann sich vor Lachen gar nicht mehr halten, als Gott ihm die Geburt eines Sohnes ankündigt (1Mo/Gen 17,17):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Da warf sich Abraham zu Boden und lachte. Im Stillen dachte er: "Ich bin fast hundert Jahre alt. Kann mir da noch ein Sohn geboren werden? Sara ist schon neunzig. Soll sie da noch ein Kind bekommen?"</span></i></span></div><div><br></div><div>Kaum zu glauben: Direkt im Gespräch mit Gott (wie auch immer man sich das vorstellen mag), muss sich der Greis <span class="fs14lh1-5"><i>Abraham </i></span>vor Lachen auf den Boden werfen, als Gott ihm die Geburt eines Sohnes ankündigt. Man kann schon sagen: Gott wird ausgelacht. Für verrückt erklärt. Irgendwie nicht aus dieser Welt, dieser Gott. Das denkt der Stammvater Israels, auf den sich auch Christen und Muslime berufen.</div><div><br></div><div>Bekanntlich hat die Liebeslust die alte <span class="fs14lh1-5"><i>Sara </i></span>dann wider alles Erwarten doch noch mal befallen. Und <span class="fs14lh1-5"><i>Abraham </i></span>ist das Lachen wohl vergangen, als <span class="fs14lh1-5"><i>Sara </i></span>ihm gestand: "Ähh <span class="fs14lh1-5">–</span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5"><i>Abraham </i></span><span class="fs14lh1-5">– – ich bin schwanger." Das Gesicht </span><span class="fs14lh1-5"><i>Abrahams </i></span><span class="fs14lh1-5">hätte ich gern mal gesehen. Die zuvor kinderlose </span><span class="fs14lh1-5"><i>Sara </i></span><span class="fs14lh1-5">hingegen jubelte (1Mo/Gen 21,6):</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott lässt mich vor Freude lachen. Wer davon hört, lacht mit mir (oder: lacht über mich).</span></i></span></div><div><br></div><div>Der erste Satz ist klar: <span class="fs14lh1-5"><i>Sara </i></span>ist glücklich über das lange ersehnte und für unmöglich gehaltene Kind. Ihr ungläubiges Lachen hat sich in ein dankbares verwandelt. Der zweite Satz kann zweifach übersetzt werden. Entweder die anderen freuen sich mit <span class="fs14lh1-5"><i>Sara </i></span>und lachen <span class="fs14lh1-5"><b>mit </b></span>ihr. Oder die anderen lachen ungläubig und spöttisch <span class="fs14lh1-5"><b>über </b></span>die 90jährige Mutter: "Das kann doch gar nicht sein... Wer weiß, woher das Kind kommt... Vielleicht steht sie mit dem Teufel im Bunde..." Man kann sich die Blicke und das Tuscheln gut vorstellen.</div><div><br></div><div>Immerhin haben wir einen ersten Beleg dafür, dass vom Lachen in der Bibel auch positiv die Rede sein kann. <span class="fs14lh1-5"><i>Sara </i></span>lacht vor lauter Glück, Lebensfreude und Dankbarkeit. Und ihr Sohn erhält dann auch noch einen entsprechenden Namen: <span class="fs14lh1-5"><i>Isaak </i></span>heißt übersetzt "Er (oder sie) lacht". Wer damit gemeint ist, bleibt offen. Bei den frommen Namen, die damals üblich waren, könnte gemeint sein: "Gott lacht". Es könnte aber auch <span class="fs14lh1-5"><i>Saras </i></span>Glückslachen gemeint sein oder das Lachen des Kindes. Wir wissen es nicht. Wir wissen aber, dass Lachen nichts Schlechtes sein muss.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Das Lachen der Satten und der Hungernden</div><div><br></div><div>Allerdings gibt es auch das schlechte Lachen, den Spott und Hohn: Nach Spr 29,9 lacht der törichte Mensch darüber, wenn ein Weiser mit ihm um das Recht streitet. Der Tor lässt sich nichts sagen und hat für den Weisen und das Tun des Rechten nur ein höhnisches Lachen übrig. Nach Hab 1,3 können die mächtigen <span class="fs14lh1-5"><i>Babylonier</i></span>, die auch Israel vernichtend schlugen, über andere Herrscher und ihre Festungen nur lachen – denn sie nehmen alle Festungen im Handstreich ein.</div><div><br></div><div>Die haben gut lachen. Aber die Spötter sollten sich ihrer Sache nicht zu sicher sein. Denn es kann vor Nacht schnell anders werden (Jak 4,9):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Beklagt euer Elend, trauert und weint! Euer Lachen soll sich in Trauer verwandeln und eure Freude in Niedergeschlagenheit!</span></i></span></div><div><br></div><div>Was ist das? Ein böser Wunsch? Oder gar ein Fluch? Nein, ein Ruf zur Umkehr! Wer sein Elend beklagt und über sich selber weint, ist auf dem besten Weg, demütig zu werden, umzukehren und sich von Gott – nicht erniedrigen, sondern erhöhen zu lassen (Vers 10).</div><div><br></div><div>Aber wer weint schon gern über sich selber? Lieber genießen wir doch unseren Wohlstand und unser Glück.</div><div><br></div><div>Dazu hatte Jesus etwas zu sagen (Lk 6,25):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wehe euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet trauern und weinen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Also, muss die Bibel eigentlich immer alles schlecht machen? Darf man nicht mal satt sein und lachen? Ist Jesus ein Spaßverderber?</div><div><br></div><div>Naja, für manche schon – aber nicht für alle. Denn vorher hat er ausführlich von Glück und Freude gesprochen – nur nicht für die reichen und satten Wohlstandsmenschen, die sich ihr Glück auf Kosten der Armen und Hungernden schmieden. Niemand kann sich also seines Glückes wirklich sicher sein. Wer meint, er habe sich abgesichert, kann tief fallen. Dann hat er nichts mehr zu lachen. Und ein anderer, dem alles genommen wurde, der wird einmal vor Freude lachen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten.</div><div><br></div><div>Zuletzt lachen also die Armen, Hungernden, Weinenden, die Gehassten, Geschmähten und Ausgeschlossenen (Lk 6,20-22) – wir würden heute sagen: die sozial Schwachen, die gesellschaftlich Benachteiligten und vom Wohlstand Ausgeschlossenen. Also die, die keine Chance haben, in Würde zu leben. Wenn sie ihre Hoffnung auf Gott setzen, werden sie am Ende über alle lachen, die ihnen Gewalt antun, sogar über die Autokraten dieser Welt. Von denen sagt der Psalm 52, dass sie ein schauerliches Bild abgeben werden, wenn Gott ihnen den Garaus macht (Ps 52,8f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Gerechten [= die an Gott und an einem guten Miteinander Orientierten] werden es sehen und schaudern, und sie werden über den Gewalttäter lachen: "Seht, das ist der Mann, der nicht Gott zu seiner Zuflucht machte! Er vertraute auf seinen großen Reichtum und war stark in seiner Gier."</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist kein höhnisches Gelächter der Triumphierenden, sondern ein befreites Lachen der Opfer, deren Elend ein Ende gefunden hat. Neben dem höhnischen Lachen der Spötter über die Glaubenden gibt es also auch das befreite Lachen der Glaubenden über die Spötter. Lachen wird also in der Bibel keineswegs durchweg verurteilt – es kommt immer darauf an, wer aus welchem Grund lacht.</div><div><br></div><div>Apropos befreites Lachen: Der französische Balletttänzer und Choreograph <span class="fs14lh1-5"><i>Maurice Béjart</i></span> sagte einmal:</div><div><br></div><div><span class="cf1">Wenn man über etwas sehr Wichtiges spaßen kann, hat man Freiheit erreicht.</span></div><div><br></div><div>Sehr wichtig in der Welt ist zum Beispiel der Autokrat, der sich zum Herrn über Leben und Tod gemacht hat. Oder auch der Reiche, der auf Kosten der Armen lebt und so zum Herrn über Glück und Unglück wurde. Oder der Kriegsherr, der meint, sich seine Macht sichern zu können, indem er andere für sich töten und sterben lässt.</div><div><br></div><div>Es kann sein, dass man unter solchen Menschen leiden muss. Aber wenn man auch mal über sie lachen kann, weil man weiß, dass ihnen nicht die Zukunft gehört, sondern dass Gott sie früher oder später von ihrem hohen Ross stürzen wird und sie dann ganz schön alt aussehen werden – wenn man das weiß und dann über sie lacht, dann nimmt man sie nicht mehr ganz so ernst und hat sich schon ein Stück weit von ihnen befreit.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Das Lachen im Himmel</div><div><br></div><div>Und wer lacht noch? Ach ja, Gott. Tatsächlich, Gott lacht! Wie sollte er auch nicht, wenn sogar seine Geschöpfe etwas zu lachen haben!</div><div><br></div><div>Gott lacht über tobende Völker und gottlose Herrscher (Ps 2,1-4). Er lacht über die Gottlosen, die ihre Interessen gewaltsam durchsetzen und wie ein Hund ihre Zähne fletschen (Ps 37,12f). Gott lächelt nicht in sich hinein, sondern er lacht laut und sichtbar. Nicht, weil auf Erden alles so schön ist, sondern weil die Mächtigen und Gottlosen sich für so stark und unbezwingbar halten. Und mit Gott lacht die Weisheit, die von Beginn an bei Gott war, über das Verderben der gottlosen Spötter (Spr 1,26).</div><div><br></div><div>Es muss schon ziemlich lächerlich aussehen, wenn die uneinnehmbaren Festungen in sich zusammenfallen und ihre mächtigen Erbauer mit sich reißen, so dass die Spötter nun selbst den Spott ertragen müssen, den sie selbst zuvor über die anderen ausgegossen haben.</div><div><br></div><div>Wenn aber Gott tatsächlich lacht, dann muss auch Jesus gelacht haben. Es wäre ja auch gelacht, wenn er als Mensch niemals gelacht hätte. Schade nur, dass uns davon nichts berichtet wird. Und dass die Kirche sich so sehr auf sein Leiden konzentriert hat, dass von seinem Lachen gar nichts mehr zu hören war.</div><div><br></div><div>Denn Jesus hat sicher nicht nur ernste Worte gesprochen. So schlagfertig, wie er war, wird er die Welt im Gespräch mit seinen Jüngerinnen und Jüngern auch mit liebevollem Humor betrachtet haben. Zum Beispiel die sich andauernd viel zu ernst nehmenden Menschen. Und die Autokraten seiner Zeit, die meinten, ihre Herrschaft ginge nie zu Ende. Oder die allzu ernsten Theologen, die glaubten, die Weisheit gepachtet zu haben. Oder die Wohlhabenden, die ernsthaft dachten, sie könnten sich durch ihren Wohlstand ihr Glück sichern. Sicher noch vieles anderes. Manches ist nur dann zu ertragen, wenn man es nicht zu ernst nimmt – also auch mal darüber lacht.</div><div><br></div><div>Und das Regieren im Himmel ist dann wohl doch keine so mühsame Sache, dass Gott und den Engeln das Lachen im Halse stecken bleibt. Also, manchmal muss es schon traurig sein, das Weltgeschehen "von oben" zu beobachten. Aber trotzdem sind Gott und die Engel keine Kinder von Traurigkeit. Denn im Himmel bricht eine ungeheure Freude los, sobald auch nur ein einziger Mensch von seinen gottlosen Wegen umkehrt und endlich in die richtige Richtung läuft (Lk 15,7). Also, wenn bei unglaublich viel Unerfreulichem, was auf Erden geschieht, im Himmel ein solcher Jubel über nur ein einziges erfreuliches Ereignis ausbricht, dann sagt das alles über die Stimmung im Himmel: Freude und Jubel übertreffen dann alle Traurigkeiten.</div><div><br></div><div>Wenn es im Himmel so viel zu lachen gibt, dann darf auch auf Erden und vor allem im Gottesdienst nicht alles ernst sein. Dann ist der Glaube keine immer nur ernste Sache, sondern vor allem eine fröhliche. Und das darf man auch im Gottesdienst merken. Darum darf im Gottesdienst auch herzhaft gelacht werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Das letzte Lachen</div><div><br></div><div>Aber die Geschichte des Lachens ist damit noch nicht zu Ende. Dass Jesus gelacht hat und dass es im Himmel und auf Erden auch jetzt noch etwas zu lachen gibt, haben wir schon gehört. Aber wir haben noch etwas vergessen: Was ist eigentlich mit der Zukunft? Wird es auch in Zukunft noch etwas zu lachen geben?</div><div><br></div><div>Manchen vergeht das Lachen, wenn sie sich ansehen, wohin die Welt steuert. Ich will jetzt gar nicht aufführen, was uns alles droht. Ich will ja vom Lachen sprechen. Denn trotz alles Bedrohlichen geht die Bibel von einem zukünftigen allgemeinen großen Lachen aus – als ob es gar nichts Bedrohliches gegeben hätte. Denn alles Bedrohliche wird ein Ende haben – und bleiben wird ein umso größeres Gelächter. Das, was sich einstmals so bedrohlich aufgeblasen hat, wird – ausgelacht.</div><div><br></div><div>Paulus spricht einmal von der unvorstellbar großen Herrlichkeit, die die Zukunft der Glaubenden sein wird – im ewigen Leben nämlich. Die Herrlichkeit wird so groß sein, dass die vergangenen irdischen Leiden demgegenüber wie ein Nichts sein werden (Röm 8,18.21):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich bin überzeugt: Die Leiden, die wir gegenwärtig erleben, bedeuten nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit, die auf uns zukommt. [...] Denn auch die Schöpfung wird befreit werden aus der Sklaverei der Vergänglichkeit. Sie wird zu der Freiheit kommen, die Gottes Kinder in der Herrlichkeit erwartet.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn wir nicht gerade sehr missmutig sind, dann bringt uns etwas Herrliches zum Lachen. Weil nun das ewige Leben ziemlich herrlich ist, wird es dort auch nicht ohne Lachen abgehen. Schließlich wird es dann keine Tränen, keinen Schmerz und kein Geschrei mehr geben (Offb 21,4). Und was Jesus über das Lachen der zuvor Weinenden sagte, kann man gut auf das Lachen im ewigen Leben beziehen (Lk 6,21):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Vielleicht erinnern wir uns auch an Situationen, in denen unser Weinen zu einem Lachen geworden ist. Oder ein großes Leid sich in eine große Freude verwandelt hat. Stellen wir uns ruhig einmal vor, dass das vergangene Lachen, an das wir uns erinnern, ein Vorzeichen des Lachens im ewigen Leben war.</div><div><br></div><div>Im Alten Testament erinnert man sich gern an vergangene Erlebnisse befreienden Lachens und Jubels. Und man erwartet, dass Gott uns auch in Zukunft mit Lachen und Jubel beschenken wird (Ps 126,2.5):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Als der Herr das Geschick Zions [= Jerusalems] zum Guten wendete, war unser Mund voll des Lachens und unsere Zunge voll des Jubels. [...] Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Also, wie Gott die Elenden zum Jubeln und Lachen geführt hat, so wird er es auch in Zukunft tun. Deshalb dürfen sich alle, die Gottes Weg mitgehen, auf eine Zukunft voll Lachens und Jubelns freuen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Kann Gott lachen?</div><div><br></div><div>Nun haben wir aber doch ziemlich menschlich von diesen Dingen geredet. Und sogar von Gott. Ist das nicht alles zu menschlich gedacht? Dürfen wir von Gott so menschliche Aussagen machen, dass er ein lachender Gott ist?</div><div><br></div><div>Also, wir können ja nur in menschlichen Worten über Gott nachdenken. Himmlische Worte haben wir nicht zur Verfügung. Die Bibel spricht auch mit menschlichen Worten über Gott. Gott ist sogar Mensch geworden und hat mit menschlichen Worten gesprochen. Gott ist eben nicht nur im "Himmel", für uns unerreichbar, sondern er ist auch und vielleicht sogar vor allem auf Erden.</div><div><br></div><div>Wenn wir so menschlich über Gott reden, müssen wir immer daran denken, dass wir in einer unangemessenen Sprache über ihn reden. Denn kein Wort kann ihn fassen. Und dennoch gibt sich Gott uns durch diese Worte zu verstehen – jedenfalls so weit, wie es für uns nötig ist.</div><div><br></div><div>Ich könnte mir übrigens gut vorstellen, dass Gott manches Mal darüber lacht, wie unvollkommen wir mit unseren schwachen Worten über ihn reden. Aber dieses Lachen ist ein freundliches Lachen. Und ein Lachen, das Gott nicht daran hindert, in unsere schwachen Worte einzugehen und sich uns verständlich zu machen.</div><div><br></div><div>Achtung! Nimm das bitte nicht wortwörtlich! Gott hat keinen Körper wie wir. Also auch keinen Mund wie wir. Also wird er auch nicht so lachen wie wir. Aber es könnte doch bei Gott etwas Entsprechendes geben – etwas, dem unser Lachen ähnelt. Gott lacht dann anders als wir, aber unser Lachen kann uns zum Gleichnis des Lachens Gottes werden.</div><div><br></div><div>Der weltbekannte evangelische Theologe <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Barth</i></span>, der das umfangreichste theologische Werk des 20. Jahrhunderts geschrieben hat, die "Kirchliche Dogmatik" mit rund 9.300 Seiten in 13 Bänden – dieser Theologe soll übrigens einmal gesagt haben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Engel lachen über den alten Karl. Sie lachen über ihn, weil er die Wahrheit Gottes in einer Dogmatik fassen will! Sie lachen darüber, dass Band sich an Band reiht, jeder dicker als der andere. Lachend sagen sie zueinander: Seht, da kommt er mit seinem Handwägelchen voll Dogmatiken [...] Und sie lachen über die Menschen, die so viel über Karl Barth schreiben [...], statt sich mit der Sache selbst zu beschäftigen. Ja, die Engel lachen!</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(aus: Arbeit und Stille Nr. 160. Schriftenreihe aus dem MBK-Verlag Bad Salzuflen, S. 30. Dort keine weitere Quellenangabe. Orthographisch angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung)</span></i></div><div><br></div><div>Das Lachen der Engel kann uns dazu anleiten, uns selbst und all unser Schaffen, das wir meist für so wichtig halten, einmal mit Humor zu betrachten und nicht allzu ernst zu nehmen. Ein lachender Gott und lachende Engel passen jedenfalls ganz gut zu dieser Erde und zum christlichen Glauben. Denn im Vertrauen zu Gott kann man sich selbst lachend relativieren und findet in seiner Schöpfung trotz aller Tränen immer noch viel zu lachen. Darum kann Gott eigentlich keiner sein, der immer nur ernst durch die Gegend läuft. Er wird manches Mal auch ordentlich lachen. Und wir dürfen gern in sein Lachen einstimmen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Alexa auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 25 Mar 2023 08:57:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Muss man Gott mit seinem Namen anreden?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001F6"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Muss man Gott mit seinem Namen anreden?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/03/2023</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>In unserer Volkshochschule bin ich zuständig für die Einzelveranstaltungen. Heute gab es Kuddelmuddel mit der Anfahrt und Übernachtung eines Dozenten. Ich rufe ihn an: "Guten Tag, Ursula Fuchs von der VHS Calw." Wir regeln die Sache, er fragt noch mal nach meinem Namen: "Frau Förster?" Ich muss lachen. Die Assoziation finde ich klasse, sage ich. Wir plaudern noch ein bisschen, dann verabschiedet er sich: "Vielen Dank und bis bald, liebe Frau Wolf!"</i></span></div><div><br></div><div>Das schilderte <span class="fs14lh1-5"><i>Ursula Fuchs</i></span> in der ZEIT vom 23. Februar 2023 auf Seite 62. Ich musste laut lachen, als ich es las.</div><div><br></div><div>Eine solche Namensverwechslung kann man leicht nehmen. Es war ja keine Absicht. Anders wäre es schon, würde man uns absichtlich mit einem falschen Namen ansprechen – so wie einst der SPD-Politiker <span class="fs14lh1-5"><i>Herbert Wehne</i></span>r den Journalisten <span class="fs14lh1-5"><i>Ernst Dieter Lueg</i></span> (gesprochen: Lug), den er offenbar nicht mochte: <span class="fs14lh1-5"><i>Wehner </i></span>redete ihn mit "Herr Lüg" an. <span class="fs14lh1-5"><i>Lueg </i></span>konterte damals am Ende des Interviews: "Vielen Dank für dieses Gespräch, Herr Wähner."</div><div><br></div><div>Noch schlimmer wäre es wohl, würde man uns mit gar keinem Namen anreden, sondern mit "Mensch". Denn wir möchten nicht einfach ein Mensch sein, sondern ein unverwechselbarer Mensch.</div><div><br></div><div>Ich wurde mal gefragt, warum wir Gott eigentlich nicht mit seinem Namen anreden. Im hebräischen Text des Alten Testaments stehen für den Namen Gottes die vier Buchstaben <span class="fs14lh1-5"><i>JHWH</i></span>, das sogenannte <span class="fs14lh1-5"><i>Tetragramm </i></span>(= vier Buchstaben). Weil das Hebräische keine Vokale kennt, ist die ursprüngliche Aussprache des Namens nicht geklärt. Man nimmt heute die Aussprache <span class="fs14lh1-5"><i>jachwe </i></span>an und schreibt: <span class="fs14lh1-5"><i>Jahwe</i></span>.</div><div><br></div><div>Aber warum sprechen wir den Namen Gottes nicht aus? Das geht auf die jüdische Tradition zurück, die aus Hochachtung vor dem heiligen Gottesnamen diesen nicht ausspricht, sondern stattdessen bei Lesungen aus der Hebräischen Bibel "Herr", "Gott" oder auch "der Name" einsetzt. "Der Name" steht dabei für die Person Gottes.</div><div><br></div><div>Das Ersatzwort "Herr" hat dann Eingang in die antike Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische, die sogenannte <span class="fs14lh1-5"><i>Septuaginta</i></span>, gefunden, und von dort aus auch in die Übersetzung <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luthers</i></span> ins Deutsche. Dadurch ist es bis heute so geblieben, dass unsere Übersetzungen des Alten Testaments den Namen Gottes durch ein Ersatzwort wiedergeben.</div><div><br></div><div>Die Bedeutung des Namens Gottes wird mit dem hebräischen Verb für "sein" (<span class="fs14lh1-5"><i>hajah</i></span>) in Verbindung gebracht. Das geht auf 2Mo/Ex 3,14 zurück, wo Gott sich selbst dem <span class="fs14lh1-5"><i>Mose </i></span>so vorstellt: "Ich bin, der ich bin." Auch die Übersetzung "Ich werde sein, der ich sein werde" ist möglich. Man hat das dann so interpretiert: "Ich werde für dich dasein, als der ich für dich dasein werde." Damit wurde man dem Kontext gerecht, vor allem dem rettenden Handeln Gottes, von dem in 2Mo/Ex 3,8 die Rede ist.</div><div><br></div><div>In der griechischen <i><span class="fs14lh1-5">Septuaginta</span></i><span class="fs14lh1-5"> (der griechischen Übersetzung des Alten Testaments)</span> übersetzte man hingegen "Ich bin der Seiende". Das war ein deutlicher Ausdruck griechischen Denkens, dem es nicht um das sich jeweilige Handeln der Götter in der Geschichte ging, sondern um das geheimnisvolle ewige Wesen der Götter im Unterschied zu allem, was sich in der Geschichte verändert und was sinnlich wahrnehmbar ist. Die alten Griechen interessierte, was Gott an sich ist, nicht, was er je und je tut.</div><div><br></div><div>Aber noch einmal gefragt: Warum sprechen wir den Namen Gottes nicht aus? Bis vor einigen Jahrzehnten noch wurde in der theologischen Literatur und in Vorlesungen oft der alttestamentliche Gottesname <span class="fs14lh1-5"><i>Jahwe </i></span>benutzt. Heute findet man das kaum noch, und zwar aus Respekt vor der jüdischen Tradition, den Namen Gottes nicht auszusprechen.</div><div><br></div><div>Man kann das kritisieren und als Kniefall vor dem jüdischen Denken und Empfinden bezeichnen, das den Christinnen und Christen in diesem Punkt fremd ist. Ich kann verstehen, dass man den Namen Gottes in Anwesenheit von Juden aus Respekt nicht ausspricht. <span class="fs14lh1-5">Unter Christen hätte ich keine Probleme damit, den Gottesnamen auszusprechen.</span></div><div><br></div><div>Wichtiger finde ich aber, dass man sich bewusst ist, an welchen Gott man glaubt. Denn dass Gott einen Namen hat, weist darauf hin, dass er sich schon zu alttestamentlichen Zeiten von anderen Göttern, die damals verehrt wurden, unterscheiden musste.</div><div><br></div><div>Auch heute gibt es viele Götter, die von Menschen verehrt wurden. Von den vielen "Göttern der Welt" einmal ganz abgesehen – die Verehrung <span class="fs14lh1-5"><i>Buddhas </i></span>ist etwas anderes als die Verehrung <span class="fs14lh1-5"><i>Jahwes</i></span>. Auch das, was der <span class="fs14lh1-5"><i>Koran </i></span>über <span class="fs14lh1-5"><i>Allah </i></span>sagt, entspricht in wesentlichen Punkten nicht dem, was die Bibel über <span class="fs14lh1-5"><i>Jahwe </i></span>oder <span class="fs14lh1-5"><i>Jesus </i></span>sagt.</div><div><br></div><div>Wir sind es gewohnt, Gott als "Vater" anzureden oder zu <span class="fs14lh1-5"><i>Jesus </i></span>zu beten. Auch die Bezeichnung "Herr" ist uns aus den Bibelübersetzungen geläufig. Es wäre sicher eine Überforderung, von den Christinnen und Christen zu verlangen, sie sollten Gott ab sofort mit "<span class="fs14lh1-5"><i>Jahwe</i></span>" ansprechen. <span class="fs14lh1-5">Aber ganz allgemein und ohne nähere Bezeichnung immer nur &nbsp;"Gott" zu sagen, wie es in manchen Gottesdiensten geschieht, macht den Gott, den </span><span class="fs14lh1-5"><i>Jesus </i></span><span class="fs14lh1-5">"Vater" nannte, verwechselbar. Wir wollen schließlich auch nicht mit "Mensch" angeredet werden.</span><br></div><div><br></div><div>Denn es ist wichtig, sich klar zu machen, dass man als Christ an den Gott glaubt, von dessen Taten das Alte Testament erzählt und der sich in <span class="fs14lh1-5"><i>Jesus </i></span>uns gezeigt hat – auch wenn man diesen Gott dann nicht bei seinem alttestamentlichen Namen nennt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Heiko Dörr auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 21 Mar 2023 09:12:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |76]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001F4"><div><span class="cf1"><br></span></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Komme, was mag. Gott ist mächtig!</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Wenn unsere Tage verdunkelt sind</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte,</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>so wollen wir stets daran denken,</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>dass es in der Welt eine große,</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>segnende Kraft gibt, die Gott heißt.</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen.</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Er will das dunkle Gestern</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>in ein helles Morgen verwandeln –</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="cf1"><br></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Martin Luther King</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Der Krieg ist festgefahren, die Fronten verhärtet, und es gibt keine Aussicht auf ein Ende des Schlachtens. Die von Menschen herbeigeführten Nächte sind finsterer als tausend Mitternächte.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Aber Gott ist mächtig. Und die Gedanken an ihn sind mächtig, die Finsternis in uns zu vertreiben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Gott kann, was Menschen nicht können. Und Gott will die finsteren Nächte in einen hellen Morgen verwandeln.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Was gestern war, vergeht. Was morgen kommt, ist die große, segnende Kraft. Sie bringt schon heute Licht in die finstersten Herzen. Und zuletzt bringt sie das leuchtende Licht der Ewigkeit, in der es keine Nacht mehr gibt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Mag auch das Schlachten heute noch kein Ende nehmen: Das Licht der Hoffnung leuchtet schon, und selbst in der Nacht des Todes leuchtet der Morgen der Ewigkeit.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Wolfgang Brinkel (Hg.): Die Nacht wird nicht ewig dauern. Gedanken für Menschen, die Abschied nehmen müssen. Aussaat Verlag, Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 2. Aufl. 2010. S. 19. Dort zitiert nach: Martin Luther King jr.: Kraft zum Lieben. Betrachtungen und Reden des Friedensnobelpreisträgers. Aussaat Verlag, Neukirchen-Vluyn.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 18 Mar 2023 20:05:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Jesus und das entspannte (Katzen-)Leben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001F3"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Jesus und das entspannte (Katzen-)Leben</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was wir von Tieren lernen können</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/03/2023</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Katzen sind höchst autonome Wesen. Sie bestimmen selbst, wie und wo sie leben. Sie sind hartnäckig und eigenwillig. Wenn sie etwas wollen, kann man sie kaum davon abhalten.</div><div><br></div><div>Durch diese Autonomie sind meine Frau und ich zu Pflegeeltern einer Katze geworden. Genauer gesagt eines Katers. Er hat sich uns als Pflegeeltern ausgesucht. Wir hatten keine Chance, das abzulehnen.</div><div><br></div><div>Im letzten Frühjahr fing es an. Er war wohl ein paar Monate alt und kam immer wieder. Nichts konnte ihn davon abhalten. Wir ließen ihn nicht ins Haus – er machte es sich auf einem Gartenstuhl bequem. Nachts machten wir die Schotten dicht – am nächsten Morgen war er wieder da. Wir fuhren in den Urlaub – keine Frage, wer uns nach unserer Rückkehr erwartete ...</div><div><br></div><div>Meist ist er morgens längst da, wenn wir die Jalousien hochziehen. Irgendwann fingen wir an, ihn mit Futter zu versorgen. Als es im Sommer schön warm war, verbrachte er den Tag auf der Terrasse. Die meiste Zeit hat er geschlafen. Als es dann im Winter richtig kalt wurde, haben wir uns seiner erbarmt und ihn reingelassen. Seitdem hat er einen warmen Platz an der Heizung.</div><div><br></div><div>Weil wir ihn nicht bei uns übernachten ließen, haben wir ihn abends rausgesetzt. Natürlich war er am nächsten Morgen wieder da. Wir waren ja schließlich sein Pflegeeltern. Doch er wurde älter. Irgendwann kam er in die Pubertät. Seitdem zieht es ihn gegen Mittag oder spätestens am frühen Nachmittag unwiderstehlich nach draußen – sogar bei Schnee und Regen! Schnee und Regen – das ist für Katzen wirklich das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Aber er muss dann raus. Vielleicht hat er eine Freundin. Oder er ist auf Brautschau. Wir wissen es nicht. Wir wissen überhaupt nicht, wo er sich so rumtreibt.</div><div><br></div><div>Das einzige, was wir wissen, ist, dass er auch zur Nachbarschaft Kontakte hat. Er ist also nicht auf uns allein fixiert. Autonom eben. Manchmal bleibt er auch ein paar Tage weg. Zuerst machten wir uns Sorgen - jetzt nicht mehr. Das gehört offenbar zu seiner Lebensphase: Kinder in der Pubertät gehen auch ihre eigenen Wege. Manchmal bleiben sie sogar fort, ohne dass die Eltern wissen, wo sie sind.</div><div><br></div><div>Der Kater – <span class="fs14lh1-5">weil wir seinen Namen nicht kennen, nenne ich</span><span class="fs14lh1-5"> ihn abwechselnd "Alter", "Gauner", "Räuber" oder "Penner", alles liebevoll gemeint – der "Räuber" also ist absolut pflegeleicht. Er beißt oder kratzt nicht. Er lässt sich überall hintragen. Er lässt sich vor die Tür setzen, ohne aufzumucken. Irgendwie beneidenswert ...</span><br></div><div><br></div><div>Überhaupt beneide ich den "Penner" manchmal. Er ist nie aufgeregt, schlendert immer ganz gelassen durch die Gegend, ist nie in Eile, wirkt immer ganz entspannt. Okay, das Wetter in den letzten Wochen sagte ihm nicht so ganz zu. Aber das hinderte ihn nicht daran, sich nach einigem Maulen doch wieder auf den Weg zu machen – auch durch tiefen Schnee hindurch. Ansonsten lässt er sich gerne kraulen, schläft einen seligen Schlaf und macht sich danach wieder auf zu neuen Abenteuern – wie gesagt, immer entspannt und ohne Eile.</div><div><br></div><div>Wenn man sieht, wie er da so vollkommen entspannt liegt und schläft, dann kann man selbst ganz entspannt werden. Warum haben wir eigentlich immer so viel zu tun? Warum hetzen wir von Termin zu Termin? Müssen wir uns um so Vieles Sorgen machen? Müssen wir immer irgendeiner Sache nachjagen? Warum nehme ich mir so wenig Zeit zum Nichtstun? Wäre es nicht schön, öfter einfach mal da zu sein – ohne ein Ziel zu verfolgen?</div><div><br></div><div>Natürlich hat der "Alte" scheinbar einen großen Vorteil uns gegenüber: Er wird gut versorgt. Er hat offenbar seine Ernährer gefunden, muss also nicht für seinen Lebensunterhalt arbeiten. Er vollbringt auch keine kulturellen Leistungen wie wir Menschen. Er baut keine "Zivilisation" auf (in Anführungsstrichen gesetzt, weil unsere Zivilisation oft so unzivilisiert daherkommt). Er macht sich wahrscheinlich keine Sorgen um das, was morgen ist. Dieser beneidenswerte "Penner" lebt einfach so in den Tag hinein.</div><div><br></div><div>Manchmal hat er aber doch Stress – Sozialstress. Das sehen wir daran, dass er eine Wunde am Ohr oder anderswo in seinem Pelz hat. Da hat dann wohl jemand zugebissen. Es gibt also offensichtlich Revierkämpfe – Kämpfe um Besitz und Einflussbereiche. Ja, das Böse in der Schöpfung hat sich bis ins Tierreich ausgebreitet. Aber wir haben keinen Grund, das Böse im Tierreich zu kritisieren. Denn im Vergleich zu dem, was Menschen einander antun, sind das wirklich <span class="fs14lh1-5"><i>Peanuts </i></span>– Kleinigkeiten. So brutal es auch manchmal im Tierreich zugeht – niemals tun sich Tiere das an, was Menschen einander antun. Sie sind gar nicht dazu in der Lage.</div><div><br></div><div>Unser "alter Gauner" erinnert mich manchmal an ein Wort von Jesus (Mt 6,26):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Seht die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht und sammeln nicht in Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?</span></i></span></div><div><br></div><div>Vielleicht hat Jesus bei diesen Worten gelächelt. Denn zuvor hat er sich zum Thema "Sorge und Besitz" geäußert. Er beschreibt, wie sehr wir uns um unseren Lebensunterhalt sorgen und dass die Seele sich erst beruhigt, wenn wie über ausreichende Besitztümer verfügen (Mt 6,19.24; Lk 12,13-21). Leider vergessen wir dabei, dass unsere Besitztümer uns nicht vor dem plötzlichen Tod bewahren können. Außerdem legen wir unser Leben dann nicht mehr in Gottes Hände, sondern in die eigenen, mit Geld gefüllten. Eigentlich ziemlich albern: als ob uns nicht von heute auf morgen alles genommen werden könnte, einschließlich unseres Lebens.</div><div><br></div><div>Unsere Sorge ist also groß. Jesus lächelt und zeigt auf – die Vögel: Die streben nicht nach Besitz und machen sich auch keine Sorgen. Und sie werden trotzdem vom himmlischen Vater ernährt. Da haben Jesu Jünger vielleicht dumm geguckt. Zum Lachen war ihnen wohl nicht zumute. Uns auch nicht. Denn wir fühlen uns ertappt. Mache ich mir nicht auch viel Stress, um etwas zu besitzen: Ansehen, Erfolg, Geld, einen hohen Status, Sicherheit?</div><div><br></div><div>Es täte uns gut, uns manchmal mehr an den Vögeln zu orientieren – oder eben an den Katzen. Die bekommen von Gott alles, was sie brauchen. Naja, die Hauskatzen bekommen's natürlich von den Menschen. Aber irgendwie hat Gott uns und sie doch so geschaffen, dass wir uns an ihnen freuen und ihnen deshalb auch gern Futter geben. Jedenfalls dann, wenn wir noch halbwegs menschlich sind.</div><div><br></div><div>Wenn wir den Tieren den natürlichen Raum lassen, den der Schöpfer ihnen gegeben hat, dann müssen sie sich meistens keine Sorgen um ihren Lebensunterhalt machen. Sie müssen nicht durchs Leben hetzen und ruhelos irgendwelchen Zielen nachjagen. Natürlich gibt es auch schwierige Situationen für Tiere. Auch ihr Leben ist kein Paradies auf Erden. Aber von einem gehetzten, ruhelosen, von Krisen und Sorgen geplagten Leben sind sie meilenweit entfernt (es sei denn, dass wir sie in ein solches Leben treiben).</div><div><br></div><div>Jesus will uns ermuntern, ein bisschen von den Vögeln zu lernen (Mt 6,31-33):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Darum sollt ihr euch nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß ja, dass ihr all dieser Dinge bedürft. Sucht vielmehr zuerst sein Reich und sein Heil! Dann werden euch alle diese Dinge hinzugefügt werden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Worum geht es im Leben? Nicht in erster Linie um Einfluss, Macht, Konkurrenz, Großes schaffen, andere übertreffen, sich durchsetzen, sich nichts gefallen lassen, sich fordern und überfordern, um seine Zukunft kämpfen. Einiges davon spielt manchmal auch eine Rolle, aber nicht die Hauptrolle. Die Hauptrolle in unserem Leben sollte etwas ganz anderes spielen: eine Beziehung zu Gott suchen, in seinem Einflussbereich (seinem "Reich") leben, ihm unser Leben anvertrauen, sich nach seinem Heil ausstrecken.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Leben heißt dann, darauf zu vertrauen, dass unser himmlischer Vater weiß, was wir wirklich zum Leben brauchen: viel weniger, als wir meinen. Und Leben heißt auch, darauf zu vertrauen, dass unser himmlischer Vater uns alles, was wir wirklich brauchen, ganz gewiss geben wird.</i></span> So gewiss, wie er es den Vögeln des Himmels gibt – und unserem Pflegekater.</div><div><br></div><div>Die Evangelisten überliefern uns nicht, ob Jesu Jünger sich noch irgendwie dazu geäußert haben. Vielleicht waren sie so platt, dass ihnen nichts mehr einfiel. Vielleicht haben sie aber auch etwas irritiert gefragt: "Ja, aber müssen wir nicht Vorsorge für schlechte Zeiten treffen?" Jesus lächelt wieder: "Ja, natürlich. Ihr wisst doch, dass das auch viele Tiere tun. Aber ihr sollt nicht meinen, dass ihr damit sicher seid. Ihr sollt nicht euer Herz daran hängen."</div><div><br></div><div>Wir blicken also wieder auf die Tiere: Angemessene Vorsorge ist durchaus sinnvoll. Nicht sinnvoll ist die Anhäufung von Besitztümern, die über das Lebensnotwendige hinausgehen. Oder die Anhäufung von Besitz um des Ansehens, des Status, des Vorzeigens willen. Oder weil wir meinen, wir könnten uns nur dann wohlfühlen, wenn wir das alles haben, was wir so um uns herum aufstellen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wir sollen ja Gottes Reich und Heil suchen. Die sind aber nicht nur für uns da. Wir können sein Reich und sein Heil nur zusammen mit anderen haben. Darum heißt, in seinem Reich und mit seinem Heil leben, immer auch: es mit anderen teilen.</i></span></div><div><br></div><div>Wie wir dahin kommen, lehrt mich unser Pflegekater. Dieser "Räuber" hat sich in seiner großen Katzenautonomie seine Pflegeeltern ausgesucht. Die versorgen ihn nun. Wir brauchen uns keinen Pflegevater auszusuchen, weil wir einen himmlischen Vater haben, der sich uns als seine Kinder in seiner göttlichen Autonomie schon längst ausgesucht hat.</div><div><br></div><div>Wir haben also auch einen, der uns versorgt. Nur dass wir ihn nicht mit unseren leiblichen Augen vor uns sehen. Aber wer mit den Augen des Herzens sieht, kann gewiss werden, dass er da ist und uns versorgt.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Ich freue mich sehr über den alten Gauner, der sich uns als Pflegeeltern auserwählt hat</span> – auch weil er so gelassen lebt. Dadurch erinnert er mich daran, dass ich einen himmlischen Vater habe, dem ich mein Leben anvertrauen kann. Ich kann darauf setzen, dass er mir alles gibt, was ich zum Leben wirklich brauche – nicht mehr, aber auch nicht weniger.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: KAVOWO auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 17 Mar 2023 09:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Update: Die Zeugen Jehovas]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Religionsgemeinschaften"><![CDATA[Religionsgemeinschaften]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001F2"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Update: Die Zeugen Jehovas</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/03/2023</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Update zum Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-zeugen-jehovas" class="imCssLink">Die Zeugen Jehovas</a></span> vom 6. Februar 2023.</i></span></div><div><br></div><div>Am Abend des 9. März 2023 tötete ein Amokläufer während einer Versammlung der Zeugen Jehovas in Hamburg sieben Menschen und verletzte mehrere weitere. Anschließend tötete er sich selbst.</div><div><br></div><div>Mein Mitgefühl gilt den getöteten Menschen, ihren Angehörigen und der ganzen Gemeinschaft der Zeugen Jehovas. Dass es gerade die Zeugen Jehovas traf, die jeden Waffengebrauch gegen Menschen konsequent ablehnen und deshalb schon unsägliches Leid für sich selbst in Kauf genommen haben, verschärft die Tragik dieses Vorgangs.</div><div><br></div><div>Wahrscheinlich konnte nur durch das schnelle Eingreifen der Polizei ein noch größeres Blutbad verhindert werden. Die Polizei war fünf Minuten nach dem ersten Notruf vor Ort.</div><div><br></div><div>Führende Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Union, des deutschen Staates, des Landes Hamburg und anderer Bundesländer, der christlichen Kirchen und der großen Hamburger Fußballvereine haben <span class="imUl"><a href="https://www.rnd.de/panorama/hamburg-amoktat-bei-zeugen-jehovas-reaktionen-V6OIPT4C4VBADFAMZZCYHEWAJQ.html" target="_blank" class="imCssLink">ihr Mitgefühl ausgedrückt</a></span>. Viele Menschen haben am Tatort Blumen hinterlegt und Kerzen entzündet. Einer Radiomeldung zufolge hat sich ein Sprecher der Zeugen Jehovas für den Einsatz der Hilfskräfte bedankt. In einer offiziellen <span class="imUl"><a href="https://jehovaszeugen.de/de/amoktat-in-hamburg/" target="_blank" class="imCssLink">Pressemitteilung der Zeugen Jehovas Deutschland</a></span> ist davon nicht die Rede.</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Ergänzung am 12.03.23:</span><span class="fs14lh1-5"> </span></i><span class="fs14lh1-5"><i>Die genannte Pressemitteilung ist vom 9. März, also dem Tag des Anschlags.</i></span><i class="fs14lh1-5"> Inzwischen bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass in einer <span class="imUl"><a href="https://www.jw.org/de/nachrichten/jw/#newsAlerts" target="_blank" class="imCssLink">anderen Stellungnahme der Zeugen Jehovas Deutschland</a></span> (ohne Datum) ausdrücklich ein Dank ausgesprochen wird: "Wir sind der Polizei und den Rettungsdiensten dankbar für ihren mutigen Einsatz." </i><span class="fs14lh1-5"><i>Außerdem habe ich entdeckt, dass heute, am 12. März, eine ausführliche <span class="imUl"><a href="https://jehovaszeugen.de/de/erganzung-zu-der-amoktat-in-hamburg/" target="_blank" class="imCssLink">"Ergänzung zu der Amoktat"</a></span> erschienen ist, in der es heißt: "Unser Hauptaugenmerk liegt nach wie vor auf der seelsorgerischen Betreuung all derer, die von dieser Tragödie betroffen sind. Gleichzeitig gebührt unser aufrichtiger Dank den Einsatzkräften, die zweifellos noch mehr Todesfälle und Verletzte durch ihren schnellen Zugriff verhinderten."</i></span></div><div><br></div><div><div>Das schnelle Eingreifen der Polizei, die umfassende Hilfe der Rettungskräfte sowie das Mitgefühl in Politik und Bevölkerung machen deutlich, dass der Staat, die christlichen Kirchen und die Bevölkerung nicht komplett vom Satan beherrscht werden <span class="fs14lh1-5">(wie es manche Äußerungen der Zeugen Jehovas wohl nahelegen)</span><span class="fs14lh1-5">, sondern dass es auch dort ehrliche Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe gibt – und zwar deshalb, weil Gott auch den Staat, die Kirchen und die weitgehend säkular geprägte Bevölkerung bei aller berechtigen Kritik nicht einfach dem Bösen überlassen hat, sondern in seiner unermesslichen Güte auch in ihnen Gutes und Lebensförderliches wirkt.</span><br></div><div><br></div><div>Eine scharfe Trennung zwischen Guten und Bösen lässt sich nicht denken, wenn man Gottes Gnade Raum gibt, in der Gott "die Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute und regnen lässt über Gerechte und Ungerechte" (Mt 5,45). Die – gerade auch in der "Welt" immer wieder zutage tretende – strikte Scheidung zwischen den Guten und den Bösen könnte dann in ihrer Unhaltbarkeit erkannt werden und einem Miteinander Platz machen, in dem Unterschiede zwar nicht eingeebnet, aber auch nicht unzulässig verschärft und pauschalisiert werden.</div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div>Foto: <a href="https://www.jw.org/de/bibliothek/zeitschriften/wachtturm-nr2-2021-mai-jun/neue-welt-paradies/" target="_blank" class="imCssLink">https://www.jw.org/de/bibliothek/zeitschriften/wachtturm-nr2-2021-mai-jun/neue-welt-paradies/</a></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 11 Mar 2023 10:58:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Beten macht stark]]></title>
			<author><![CDATA[Reinhard Häußler]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001F1"><div class="imTACenter"><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Beten macht stark</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="fs11lh1-5"><b>Reinhard Häußler</b></span><span class="fs11lh1-5"> | 11/03/2023</span></div><div><br></div><div>Die Bedeutung des Gebets auf den Punkt gebracht hat <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther</i></span> mit dem Satz:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott in Bitte und Fürbitte, in Dank und Anbetung.</span></i></span></div><div><br></div><div>Gebete können Momente der Ruhe und des Innehaltens schaffen. Da zündet jemand in einer Kirche eine Kerze an und fühlt sich für einen Moment in der Stille mit Gott verbunden. Manch einer spricht im Stillen ein bestimmtes Wort, einen Satz aus der Bibel. Manche summen oder singen leise, zum Beispiel einen vielen bekannten Kanon aus Psalm 113:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Vom Aufgang der Sonne</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">bis zu ihrem Niedergang</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sei gelobet der Name des Herrn.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Mit einem solchen Herzensgebet findet sich ein Ruhepunkt in den Anforderungen des Alltags. In manchen Kirchen schreiben Besucher ihre Gebetsanliegen in ein ausgelegtes Buch. Viele Menschen aber beten nur in persönlichen Krisenzeiten, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Anderen fehlt es schlicht an Worten, um das Herz vor Gott zum Reden zu bringen. Leichter fällt ihnen da, gemeinsam im Gottesdienst vertraute Texte zu beten, zum Beispiel das Vaterunser, das Menschen weltweit miteinander verbindet.</div><div><br></div><div>Das <span class="fs14lh1-5"><i>Vaterunser </i></span>ist "eine einzige große Bitte; denn es besteht aus sieben Bittgebeten, einer Selbstverpflichtung und einem abschließenden Segenswort", meint Pfarrer und Liedermacher <span class="fs14lh1-5"><i>Clemens Bittlinger</i></span>. "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern!" Diese fünfte Bitte ist für <span class="fs14lh1-5"><i>Bittlinger </i></span>bedeutsam, weil sie eine Selbstverpflichtung enthält:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn wir diese fünfte Bitte gemeinsam mit anderen am Sonntag beten, dann nehmen wir uns selbst 'ins Gebet' und behaupten, wir würden den anderen vergeben. Das sollten wir dann auch tun. Ohne Vergebung können wir nicht leben.</i></span></span><span class="cf1">*</span></div><div><br></div><div>Beten entfaltet eine gute Perspektive für einen selbst und für das Zusammenleben mit anderen. Das gilt zunächst für das <span class="fs14lh1-5"><b>Dankgebet</b></span>. <span class="fs14lh1-5"><i>Bittlinger </i></span>konstatiert:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Das Danke-Sagen haben wir verlernt. Dabei ist es so wichtig, dass wir einander wertschätzen. [...] Das Wort 'Danke' ist ein Machtwort, weil es die Liebe ins Spiel bringt und so von innen heraus mein Denken verändert.</i></span></span><span class="cf1">**</span></div><div><br></div><div>Die alttestamentlichen Psalmen sind vielfach Dankgebete. Ein sehr persönliches Dankgebet findet sich in Psalm 139, Vers 14:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast!</span></i></span></div><div><br></div><div>Darüber kommt dieser Psalmbeter zum Lobpreis Gottes:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich an.</i></span></div><div><br></div><div>Ins Gebet gehört für den Psalmbeter auch die <span class="fs14lh1-5"><b>Klage vor Gott</b></span>. In Psalm 88 finden wir hoch emotionale Sätze (Verse 4a.9b.10a.18.19a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Schweres Leid drückt mich nieder. Ich bin gefangen und weiß keinen Ausweg mehr. Die Angst bedrängt mich von allen Seiten. Vor dieser tödlichen Flut gibt es kein Entrinnen. Freunde und Nachbarn gehen mir aus dem Weg.</span></i></span></div><div><br></div><div>Gott selbst anzuklagen, scheut sich der Psalmbeter nicht (Verse 7 und 9):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du hast mich in den tiefsten Abgrund gestoßen. Alle meine Freunde hast du mir genommen, voller Abscheu wandten sie sich von mir ab.</span></i></span></div><div><br></div><div>Im Blick auf unsere Fürbitten und Friedensgebete fällt auf: Selbst eine aussichtslos erscheinende Krise hält den Psalmbeter nicht davon ab, auf Gottes Hilfe zu hoffen und zu beten (Verse 2a und 3):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Herr, mein Gott, du allein kannst mir noch helfen! Lass mein Gebet zu dir dringen, verschließ deine Ohren nicht vor meinem Flehen!</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">* &nbsp;&nbsp;Clemens Bittlinger: Machtworte. Was uns bestimmt, ermutigt und befreit. Verlag Herder, Freiburg u.a. 2022. S. 74.</span></div><div><span class="fs11lh1-5">** Clemens Bittlinger: Machtworte. S. 68 ff.</span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Albrecht Fietz auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 11 Mar 2023 09:46:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Mittendrin in der Kirchengemeinde]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Kirche_und_Gemeinde"><![CDATA[Kirche und Gemeinde]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001F0"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Mittendrin in der Kirchengemeinde</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Warum in der Gemeinde keiner isoliert sein sollte</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/03/2023</span></div><div><br></div><div>Gestern war ich im Gottesdienst. Es gibt schon längst keine Corona-Regeln mehr: weder Masken noch Abstand noch Singverbot. Alle sitzen nebeneinander, unterhalten sich vor dem Gottesdienst angeregt miteinander und singen im Gottesdienst aus vollem Hals mit. Corona existiert nicht mehr.</div><div><br></div><div>Oder doch? Es mag ja verrückt sein, aber ich praktiziere im Gottesdienst immer noch die Covid-19-Distanz. Das bedeutet: Ich komme etwas früher, nehme mir einen Stuhl aus der Reihe und verdrücke mich in die hinterste rechte Ecke, direkt neben der Heizung, wo keiner mehr sitzt – außer mir eben. Die Gemeinde sehe ich dann vor mir, alle mit dem Rücken zu mir, rechts neben und hinter mir ist die Wand und links neben mir – gähnende Leere.</div><div><br></div><div>Das ist meine Covid-19-Distanz. Kann sein, dass du jetzt denkst: Was ist das denn für'n komischer Typ? Aber ich fühle mich so einfach besser. Vor allem, wenn ich an die singende Gemeinde denke und die Millionen Aerosole, die dann in die Luft gepustet werden. Ich sage mir: Dann sitze ich lieber mutterseelenallein hinten in der Ecke. Jedenfalls noch, bis der Winter vorbei ist.</div><div><br></div><div>Ach so, ich muss vielleicht hinzufügen, dass die Gemeinde keine von denen ist, in denen sonntags eigentlich überall gähnende Leere herrscht. In vielen Gemeinden hat man ja die freie Platzwahl, wenn man auf Distanz gehen will. 20 "Gemeindeglieder" verteilen sich im riesigen Kirchenschiff. Da muss man nicht lange nach einem Platz suchen, auf dem man isoliert ist.</div><div><br></div><div>In meiner Gemeinde ist das anders. Die ist ziemlich gut gefüllt. Außerdem hat sie keine Bänke, sondern Stühle. Das hat den Vorteil, dass ich mir einen Stuhl greifen und ihn in die Ecke versetzen kann. Außerdem finde ich Stühle sowieso bequemer als die meisten Kirchenbänke. Und Bequemlichkeit im Gottesdienst ist mir wichtig.</div><div><br></div><div>Ein weiterer Vorteil meines Platzes in der Ecke ist, dass er sich genau neben dem Heizkörper befindet. Ich hasse Gottesdienste, in denen ich frieren muss. Unser Gottesdienstraum ist zwar nicht kalt, aber in diesem Jahr auch nicht so richtig warm. Die Gemeinde will Gas sparen wegen des überflüssigen Krieges, den der doofe <span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span>vom Zaum gebrochen hat. Deshalb habe ich auch gestern kalte Füße bekommen – trotz des nahen Heizkörpers. Aber kalte Füße sind bei mir ziemlich normal.</div><div><br></div><div>Da saß ich also gestern hinten in der Ecke und schaute mir an, wie sich der Saal langsam füllte. Ich bilde mir ein, dass einige etwas irritiert guckten, als sie mich dort hinten in der Ecke so distanziert sitzen sahen. Aber das war mir egal. Und plötzlich habe ich doch tatsächlich eine Frau entdeckt, die eine Maske trug. Kaum zu glauben! Eine weitere Person aus dem Team "Vorsicht". Sie löste das Problem zwar auf andere Weise als ich. Aber immerhin fühlte ich mich nun nicht mehr so als Außenseiter.</div><div><br></div><div>Ich muss allerdings zugeben, dass der isolierte Platz auch einen gravierenden Nachteil hat. Denn wenn man die Covid-19-Distanz nicht praktiziert (oder das Problem so löst, dass man eine Maske trägt), dann kann man sich neben andere Gemeindeglieder setzen. Und wenn man neben anderen Gemeindegliedern sitzt, kann man mit denen reden, solange der Gottesdienst noch nicht angefangen hat. Manchmal auch ein leises Wort während des Gottesdienstes. Ich hatte keine Gemeindeglieder neben mir. Also konnte ich auch mit keinem Reden.</div><div><br></div><div>Überhaupt hatte ich während des Gottesdienstes das Gefühl, nicht so ganz dazuzugehören. Ich war zwar dabei, aber nicht so richtig. Ich nahm am Gottesdienst teil, war aber von der Gemeinde isoliert. Ich war eher ein Beobachter als ein Teil der Gemeinde. Es ist ein Unterschied, ob man mittendrin sitzt oder allein in der Ecke.</div><div><br></div><div>Es gibt Menschen, die sitzen immer in der Ecke. Jedenfalls symbolisch gesprochen. Sie nehmen am Gottesdienst teil, sind aber von der Gemeinde isoliert. Sie reden mit keinem, sondern streben nach dem Gottesdienst strikt dem Ausgang zu und verschwinden nach Hause. Sie wollen gar keinen Kontakt.</div><div><br></div><div>Eigentlich hat Gemeinde ja etwas mit Gemeinschaft zu tun. Eine Gemeinde ist also nicht die Summe vieler Einzelner, die voneinander isoliert sind. Sondern eine Gemeinde ist eine Gemeinschaft von Leuten, die etwas miteinander gemein haben und gemeinsam etwas erleben und tun. Die Menschen einer Kirchengemeinde teilen einen Glauben miteinander, hören gemeinsam das Evangelium und bezeugen es gemeinsam.</div><div><br></div><div>Eigentlich kann es in einer Kirchengemeinde also keine isolierten Menschen geben. Nun kann es sein, dass jemand deswegen isoliert ist, weil er von den anderen Gemeindegliedern nicht beachtet wird. Dann macht die Gemeinde etwas falsch.</div><div><br></div><div>Ich muss ehrlich sagen, dass mir die Gemeinschaft mit den anderen Glaubenden mindestens ebenso wichtig ist wie die Verkündigung des Evangeliums. Oder anders gesagt: Wenn die Gottesdienste in meiner Gemeinde auch noch so schön und die Predigten noch so gut wären – die Gemeinde könnte mir mal den Buckel runterrutschen, wenn mich in ihr niemand beachten würde.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Beachten hat etwas mit achten zu tun: Wir achten jemanden, wenn wir ihn be-achten, also ihn wahrnehmen, freundlich zu ihm sind, mit ihm reden, ein offenes Ohr für seine Nöte haben und ihm in Krisen helfen. Das sollte für eine Kirchengemeinde selbstverständlich sein.</i></span></div><div><br></div><div>Ist es aber leider nicht. Das ist ein Grund dafür, dass sich viele Menschen in Kirchengemeinden nicht wohlfühlen.</div><div><br></div><div>Andererseits gibt es aber auch viele Menschen, die zwar die Gottesdienste der Kirchengemeinde besuchen, ansonsten aber von ihr in Ruhe gelassen werden wollen. Oder sogar Menschen, die vielleicht einmal im Jahr (wenn überhaupt) einen Gottesdienst besuchen (wenn du jetzt an Weihnachten denkst, liegst du richtig). Sie wollen aber Mitglieder der Kirche sein. Sie sagen dann: "Glauben kann ich auch allein. Dazu brauche ich die Kirche nicht."</div><div><br></div><div>Äh – ich würde sagen: Knapp daneben ist auch vorbei. Natürlich muss sich jeder allein entscheiden, ob er glauben will oder nicht. Aber dass er sich überhaupt entscheiden kann, liegt daran, dass es eine Kirchengemeinde gab, die das Evangelium verkündet hat. Ohne Gemeinde gäbe es also keinen Glauben.</div><div><br></div><div>Und wenn sich jemand für den Glauben entschieden hat, ist es in unserer glaubensarmen (um nicht zu sagen gottlosen) Welt nicht so einfach, auch dabei zu bleiben. Denn wenn man nur Kontakt zu Menschen hat, die mit dem Glauben nichts am Hut haben, trägt man bald denselben Hut. So sind wir Menschen nun mal: Wir passen uns unserer Umgebung an. Und auch der stärkste Glaube kommt irgendwann in eine Krise. Und dann? Wenn niemand da ist, mit dem man dann über seine Glaubenskrise reden kann, hat man schlechte Karten.</div><div><br></div><div>Darum ist es wichtig, wirklich in der Gemeinde drin zu sein. Nur in der Gemeinde hört man das Evangelium und lernt dazu. Dann kann der Glaube sogar wachsen. Ein Glaube aber, der irgendwo auf dem Stand des Konfirmandenunterrichts stehengeblieben ist, weil er danach nichts mehr dazugelernt hat, ist irgendwie unterbelichtet.</div><div><br></div><div>Nur in der Gemeinde findet man auch Unterstützung in Glaubenskrisen. Es macht viel aus, mit einem Christen oder einer Christin reden zu können, die auch schon ähnliche Krisen durchgemacht haben. Man erfährt Trost und Hilfestellung, damit der Glaube nicht schwindet.</div><div><br></div><div>Nur in der Gemeinde kann man schließlich seinen Glauben mit Wort und Tat bezeugen. Denn die Gemeinde schafft mehr als der Einzelne. "Einsam bist du klein. Aber gemeinsam werden wir Anwalt des Lebendigen sein", heißt es in einem Lied.* Gemeinsam kann man mehr Menschen erreichen als einer allein. Für die Verkündigung des Evangeliums wird jeder mit seinen Begabungen gebraucht. </div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die Gemeinde hilft also dabei, den eigenen Glauben zu vertiefen, an ihm auch in Krisenzeiten festzuhalten und dem Auftrag Gottes gerecht zu werden, dass der Glaube weitergegeben wird.</i></span> Wenn man keiner Gemeinde angehört, ist die Gefahr riesengroß, dass der Glaube nach und nach versandet. Und den Auftrag Gottes kann man als Einzelkämpfer auch kaum erfüllen.</div><div><br></div><div>Womit ich wieder beim gestrigen Gottesdienst bin, in dem ich allein in meiner Distanz-Ecke saß. Denn nach dem Gottesdienst bin ich aufgestanden und habe mich ins Getümmel gestürzt. Ich habe mit verschiedenen Leuten gesprochen. Es gab Kaffee, Tee und Plätzchen. Dieses Nachspiel des Gottesdienstes ist mir genauso wichtig wie der Gottesdienst selbst. Gestern habe ich jemanden neu kennengelernt, habe von einer Not erfahren, habe über das nächste Thema für ein Bibelgespräch geredet, und es gab auch einiges zu lachen. Auch das gehört für mich zur Kirchengemeinde.</div><div><br></div><div>Diese Gemeinschaft mit anderen Christinnen und Christen kann ich nur empfehlen. Ohne eine solche Gemeinschaft droht unser Glaube zu verarmen. Am Ende verschwindet er womöglich ganz. Übrig bleibt vielleicht nur die Gewohnheit. Aber was ist ein Glaube, der zur bloßen Gewohnheit geworden ist?</div><div><br></div><div>Natürlich suche ich mir meine Gesprächspartner in der Gemeinde aus. Ich kann nicht mit jedem. Aber das muss ich ja auch nicht. Hier geht es dann ganz nach Sympathie. Und <span class="fs14lh1-5"><i>es macht wirklich Spaß, nach dem Gottesdienst mit sympathischen, gleichgesinnten Menschen zu sprechen. Es weitet den Horizont, immer wieder neue Christinnen und Christen kennenzulernen.</i></span> Man hört zu, fühlt sich ein und erfährt, dass es nicht nur im eigenen Haus, sondern in anderen Häusern auch Nöte gibt. Man ist ganz einfach nicht allein mit seinem Glauben. Was gibt es Schöneres?</div><div><br></div><div>Darum kann ich nur Mut machen, ganz in die Gemeinde einzutauchen und richtig mitzumachen. Sei kein Zuschauer, sondern ein Teil der Gemeinschaft – außer, du übst Covid-19-Distanz. Aber selbst einer wie ich schafft es ja, nach dem Gottesdienst jede Distanz abzulegen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Sei also mittendrin und lass dich stärken und trösten, wenn dein Glaube schwach ist. Lerne im Glauben dazu, und du wirst wunderbare neue Einsichten gewinnen. Bring dich ein und erlebe, dass du eine sinnvolle Aufgabe übernehmen kannst und ein Mitarbeiter Gottes wirst.</i></span></div><div><br></div><div>Natürlich muss man eine Gemeinde finden, die das alles zulässt. Es gibt ja auch Gemeinden, die ihre Gottesdienstbesucher nach dem Segen sofort in die Kälte entlassen (falls es nicht schon in der Kirche kalt war). Da gibt es kaum eine Gesprächsmöglichkeit, von Kaffee und Plätzchen ganz zu schweigen. So eine Gemeinde könnte mir mal den ... – ach, das hab ich ja schon gesagt.</div><div><br></div><div>Wenn du in so einer Gemeinde bist, kannst du ja vielleicht mal eine andere ausprobieren. Jedenfalls wird es ein Gewinn für dich sein, wenn du mit netten Leuten nach dem Gottesdienst noch ein Schwätzchen halten kannst und auf diese Weise richtig in die Gemeinschaft hineinwächst. Und für die Gemeinde wird es ein Gewinn sein, einen so wichtigen und begabten Menschen wie dich in ihren Reihen zu haben.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Denn jeder ist in Gottes Augen wichtig und begabt. Darum ist es purer Verschleiß, wenn du dich von der Gemeinde isolierst und ein Außenseiter bleibst. Du bist für etwas Besseres gedacht.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><div><span class="fs11lh1-5">* Text: Friedrich Karl Barth und Peter Horst.</span></div></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: congerdesign auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 06 Mar 2023 11:58:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ein bedeutender Pfarrer unserer Zeit]]></title>
			<author><![CDATA[Reinhard Häußler und Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001EF"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ein bedeutender Pfarrer unserer Zeit</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Über Leben und Wirken Jörg Zinks</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Reinhard Häußler und Klaus Straßburg | 04/03/2023</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Jörg Zink</i></span> war einer der einflussreichsten deutschen Pfarrer unserer Zeit. Wir möchten hier kurz an seine reiche Wirksamkeit erinnern und eine Kostprobe seines Denkens und Verkündigens darbieten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Aus Jörg Zinks Leben</div><div><br></div><div>Jörg Zink wurde am 22. November 1922 im hessischen Schlüchtern geboren.</div><div><br></div><div>Nach dem Krieg studiert er Philosophie und evangelische Theologie in Tübingen. Anschließend wird er Gemeindepfarrer und Jugendpfarrer in der Evangelischen Kirche von Württemberg.</div><div><br></div><div>1961 wird Zink Fernsehbeauftragter der Württembergischen Landeskirche im Süddeutschen Rundfunk. In den folgenden Jahren entwickelt er ein Zentrum für kirchliche Aktivitäten in Rundfunk, Fernsehen und Presse. Mehr als 40 Jahre lang war Zink einer der populärsten Sprecher bei den Deutschen Kirchentagen.</div><div><br></div><div>Eine starke Verbindung zu seinen Hörern besteht im sogenannten "Wort zum Sonntag". Das belegen eine umfangreiche Korrespondenz und viele Gespräche im Laufe von 25 Jahren. In der Folge schreibt Zink eine große Zahl von Büchern. 1980 lässt er sich von seiner Kirche beurlauben, um als von der Kirche unabhängiger freier Journalist auch zu politischen Themen Stellung zu nehmen. Zudem beginnt er mit der Übersetzung biblischer Texte, da Jugendliche weder die Luthersprache der Bibel noch die Predigtsprache verstanden. So gibt er ihnen Anfang der 60er Jahre in dem Buch "Womit wir leben können" eine Folge lesbare Abschnitte aus der Bibel an die Hand, später auch das ganze Neue Testament und Teile des Alten in Umgangssprache.</div><div><br></div><div>Dafür wird er von Kollegen kritisiert. Ihr Argument: Die Bibel ist zu heilig, man darf sie nicht in gewöhnlicher Sprache darstellen. Für Zink war die Kritik fehl am Platze. Für ihn steht eine evangelische Kirche damit, dass Laien die Bibel lesen und verstehen können. Seine millionenfach verkauften Bücher im In-und Ausland bestätigen ihn in seinem Anliegen. Dazu dient auch seine Arbeit als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent unter anderem von Dokumentarfilmen, Spielfilmen im In- und Ausland, um die Bibel vor ihrem kulturellen und historischen Hintergrund zu verstehen.</div><div><br></div><div>Seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg führen dazu, sich für den Frieden einzusetzen. Folgerichtig engagiert Zink sich in den 80er Jahren öffentlich in der Friedensbewegung. Er wird Gründungsmitglied der Partei "Die Grünen". Zink ist überzeugt, jeder, der heute nach Frömmigkeit suche, sollte tief empfindlich werden für das Leid der Menschen und das Leid der Kreatur, aber auch für die vielfältigen Zusammenhänge zwischen unserem Wohlstand und dem Elend anderer [1].</div><div><br></div><div>Im Jahr 2004 wird Zink für sein Lebenswerk mit dem Predigtpreisdes Verlags für die Deutsche Wirtschaft ausgezeichnet. Mit seinen öffentlichen Beiträgen habe er den Dialog zwischen Kirche, Gesellschaft und Wirtschaft gefördert. Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, <span class="fs14lh1-5"><i>Winfried Kretschmann</i></span>, würdigte 2015 das Lebenswerk von Jörg Zink und verlieh ihm den Ehrentitel Professor. Er hob dabei Zinks Einsatz in der Friedensbewegung und bei der Gründung der Partei der Grünen hervor, aus einer Protestbewegung eine ernstzunehmende politische Kraft in der Mitte der Gesellschaft zu machen [2]. Frieden, Gerechtigkeit und &nbsp;Bewahrung der Schöpfung in der Zukunft hieß für ihn: Gewaltlosigkeit an die Stelle von Kriegen zu setzen, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, die ökonomische Ausbeutung der Erde und interreligiöse Konflikte zu beenden [3].</div><div><br></div><div>Am 9. September 2016 starb Jörg Zink im Alter den 93 Jahren in Stuttgart.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die Aktualität der Texte Jörg Zinks - Ein Beispiel</div><div><br></div><div>Jörg Zink hat eine Vielzahl von Büchern geschrieben. Um ein Beispiel dafür zu liefern, wie er biblische Texte in unsere heutige Sprache übertrug und sie für die Gegenwart lebendig machte, zitiere ich aus seinem Buch "Erfahrung mit Gott" [4]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Jesus bestieg das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Da kam ein Sturm auf, und die Wellen schlugen ins Schiff. Er aber lag schlafend. Und sie weckten ihn: Herr! Hilf uns! Wir gehen unter! Er erwiderte: Warum glaubt ihr nicht? Warum fürchtet ihr euch? Und er stand auf und beschwor die Winde und das Meer. Tiefe Stille breitete sich aus, und die Menschen waren voll Staunen und fragten einander: Wer ist das? Sogar Wind und Meer gehorchen ihm" (Matthäus 8,23-27).</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nehme ich mich selbst an, weiß ich mich selbst bejaht, dann sind die Winde und das Meer die geringere Gefahr. "Tobe, Welt, und springe! Ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh", dichtet Paul Gerhardt, und Oetinger schreibt: "O Herr, wir nehmen mit Unrecht Anstoß an der Verwirrung der Zeit, am Toben der Völker und am Brausen des Meeres und seiner Wellen. Denn du wirst lauter Wunder deines Reiches daraus machen."</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Wunder deines Reiches" – heißt das nicht, dass die Macht Gottes sich offenbaren wird darin, dass die Stürme einschlafen, die Wellen sich legen und in der gefährlichen Wassertiefe sich der Himmel Gottes spiegelt? Und heißt es nicht, dass der schlafende Christus auch in uns selbst aufwachen wird und uns in die Stille einbeziehen, die um ihn ist?</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Übersetzung ist klar und verständlich. So hätte Matthäus vielleicht heute geschrieben. Es ging Jörg Zink darum, die biblische Botschaft für heutige Menschen verständlich auszudrücken.</div><div><br></div><div>Aber es ging ihm nicht nur um eine verständliche Übersetzung. Das Wort sollte in die Wirklichkeit der heutigen Menschen hinein sprechen. Darum wird die biblische Geschichte sofort auf unsere Erfahrungen bezogen.</div><div><br></div><div>Wer weiß, dass Gott Ja zu ihm sagt, bedingungslos und unverrückbar Ja, der kann Gefahren leichter ertragen. Da kann es sogar geschehen, dass jemand in sicherer Ruhe sein Lied singt, während die Welt um ihn herum tobt. Denn er weiß, dass der, der unverrückbar Ja zu ihm sagt, auch aus dem Toben der Völker und den Wirren der Zeit Gutes entstehen lassen wird: Wunder des Guten, mit denen niemand rechnen konnte und die dennoch geschehen.</div><div><br></div><div>Das schützt uns nicht vor Leid. Aber es lässt uns über das Leid hinausblicken. Denn alle Stürme werden ein Ende nehmen, alle Wellen sich legen. In den gefährlichen Tiefen des Wassers spiegelt sich schon Gottes Himmel. Und in uns selbst wirkt Christus, so dass auch in uns die furchtlose Stille einziehen wird, die er selber schafft.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nichts kann die Angst bannen, die heute durch die Welt geht, es sei denn das Wort, mit dem Christus den zerstörenden, bedrohenden Mächten Einhalt gebietet, mit dem er, wie die Bibel sagt, "die Welt überwindet". Nichts kann uns helfen, als dass Christus aufsteht und dem Meer sein Wort entgegenspricht. Nichts kann uns helfen als dies, dass das Gebirge der Wellen, das uns den Blick verstellt, durch sein Wort in sich zusammensinkt und der Horizont frei wird, in welchem die Weltgeschichte sich in Wahrheit abspielt. Nichts hilft, als dass er uns den Blick freigibt für das, was wirklich ist und wirklich kommt.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich vertraue. Diesen Satz sage ich, wie ich sage: Ich glaube an Gott. Ich vertraue ihm, dem Vater und Herrn. Ich überlasse mich ihm. Ich wünsche nichts, als dass sein Wille sich an mir erfüllt, jener Wille, von dem ich weiß, dass er mein Heil will.</span></i></span></div><div><br></div><div><div>Der Text könnte heute geschrieben sein in unserer Zeit der Angst, welche die Welt ergriffen hat. Und es wird uns wieder einmal klar, dass die Menschen es nicht schaffen, den bedrohlichen Mächten Einhalt zu gebieten. Es bedarf des Wortes Jesu, damit der Horizont wieder frei wird für das, was unsere Wirklichkeit in Wahrheit bestimmt und was das Ziel alles Weltgeschehens ist – auf dass wir erkennen, dass die Wirklichkeit weit mehr ist als die Wellenberge, die sich bedrohlich und scheinbar unüberwindlich vor uns aufbauen.</div><div><br></div><div>Dahin müssen wir kommen, dass wir die Wirklichkeit hinter der sichtbaren und fühlbaren Bedrohung sehen. Dass wir uns Gott überlassen. Dass unser Glaube nichts ist als Vertrauen. Dass wir zu dem Wissen durchdringen, dass Gott unser Heil will und nichts anderes.</div></div><div><br></div><div>Jörg Zink konnte mit Bildern umgehen, welche tief in unsere Seele dringen. Darum sprechen seine Texte auch heute noch zu uns. Es lohnt sich, sie zu lesen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15">[1] </span><span class="fs11lh1-15">Jörg Zink: Sieh nach den Sternen – gib acht auf die Gassen. Erinnerungen. Kreuz Verlag, 2. Aufl. Stuttgart 1992. S. 104.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15">[2] Ehrentitel Professor an Pfarrer Dr. Jörg Zink: <a href="https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/ehrentitel-professor-an-pfarrer-dr-joerg-zink" target="_blank" class="imCssLink">https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/ehrentitel-professor-an-pfarrer-dr-joerg-zink</a></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15">[3] Worte des Dankes: <a href="https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/150213_Joerg_Zink_Dankesrede_Ehrentitel_Professor.pdf" target="_blank" class="imCssLink">https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/150213_Joerg_Zink_Dankesrede_Ehrentitel_Professor.pdf</a></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[4] Jörg Zink: Erfahrung mit Gott. Einübung in den christlichen Glauben. Kreuz Verlag, 3. Aufl. Stuttgart 1990. S. 463f. Orthographisch angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 04 Mar 2023 09:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |75]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001EE"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Das Gelächter ist der Hoffnung letzte Waffe.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Harvey Cox</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Alle Argumente sind ausgetauscht. Befürworter und Gegner von Verhandlungen zum jetzigen Zeitpunkt stehen sich unversöhnlich gegenüber. Die Politik hat sich darauf festgelegt, den Weg des Krieges zu gehen, den sie, will sie ihr Gesicht wahren, nur schwer wieder wird verlassen können.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das Lachen bleibt mir im Halse stecken, wenn ich diejenigen höre, die den Krieg bis zum Sieg fortsetzen wollen. Diese Festlegung macht mir Angst. Denn was wird sein, wenn Russland im Begriff ist zu siegen?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Kann ich da noch Hoffnung haben? Ich habe sie nur, wenn ich mich von den Argumenten und Festlegungen löse und auf den blicke, der nicht festgelegt ist, sondern frei eine andere Welt – sein Reich des Friedens und der Liebe – herbeiführen wird.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Mit dieser Perspektive kann ich sogar wieder lachen. Vielleicht nicht laut, aber leise, in der Stille meines Herzens: lachen über all die Argumente, über die gegenseitigen Beleidigungen, über die ganze Kriegslogik und ihr sichtbares Unvermögen, uns auf einen Weg des Friedens zu setzen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Dieses Lachen ist mein Trost und mein Stachel. Ich spreche lieber vom Stachel als von der Waffe. Darum sage ich: <span class="fs14lh1-5"><i>Das Lachen ist der Hoffnung letzter Stachel.</i></span></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Der Stachel sticht. Er macht den Weg derer zunichte, die im Rahmen der Kriegslogik argumentieren und noch nicht wissen, dass all ihr Argumentieren vergeblich ist. Denn der Stachel vertraut auf den Herrn der Geschichte, den kein Argument und keine menschliche Festlegung hindern kann, sich durchzusetzen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das Lachen des Glaubens blickt auf das Ende: das Reich Gottes, das mit Jesu Leben, Sterben und Auferstehen angebrochen ist. Das Reich Gottes kommt also nicht erst mit dem Ende der Welt, sondern schon vorher – wenn auch in unvollkommener und manchmal leidvoller Weise.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Niemand weiß, wann Gott sein Reich aufrichtet. Es kann sein, dass uns Gott zuvor einen Weg des Leidens und Sterbens gehen lässt. Es kann aber auch sein, dass er schon morgen sein Reich kommen lässt. Doch was auch immer sein Wille ist, am Ende steht sein Reich. Darum hat das Lachen der Hoffnung niemals ein Ende.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Harvey Cox: Das Fest der Narren. Das Gelächter ist der Hoffnung letzte Waffe. © 1969 Harvey Cox. Gütersloher Verlagshaus Mohn, Gütersloh 1977. Untertitel und S. 203.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 01 Mar 2023 16:15:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Größe, füreinander da zu sein]]></title>
			<author><![CDATA[Reinhard Häußler]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Kirche_und_Gemeinde"><![CDATA[Kirche und Gemeinde]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001ED"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Größe, füreinander da zu sein</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="fs11lh1-5"><b>Reinhard Häußler</b></span><span class="fs11lh1-5"> | 28/02/2023</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Unter den Jüngern Jesu gab es zwei Brüder, Andreas und Johannes. Ihre Mutter kam zu Jesus mit einem verständlichen Anliegen: "Jesus, wenn du in deinem Reich regierst, lass doch meine Kinder Johannes und Andreas rechts und links neben dir sitzen. Gib ihnen die Ehre."</div><div><br></div><div>Verständlich! Eltern aller Zeiten wünschen sich, dass ihre Kinder in gesellschaftlich und beruflich angesehenen, vielleicht sogar einflussreichen Positionen einmal landen. </div><div><br></div><div>Die anderen Jünger Jesu haben das mitgehört und haben sich massiv darüber geärgert. Die Reaktion Jesu: Enttäuschend für die Mutter und verblüffend für die Jünger. Er rief sie näher herbei und sagte (Mt 20,25f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr wisst: Die Herrscher der Völker unterdrücken die Menschen, über die sie herrschen. Und die Machthaber missbrauchen ihre Macht. Aber bei euch darf das nicht so sein: Sondern wer von euch groß sein will, soll den anderen dienen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Entscheidend ist für Jesus offenbar nicht die Position, die jemand in der Gesellschaft einnimmt. Die kann dazu verleiten, Macht zu missbrauchen. Es geht Jesus um eine andere Haltung, die des Dienens. Dazu fällt mir die Geschichte von einem Rabbi und seiner Gemeinde ein. </div><div><br></div><div>Die Menschen in seiner Gemeinde waren verunsichert. An machen Tagen war ihr Rabbi nicht zu sehen, weder im Bethaus noch zu Hause noch auf der Straße oder sonstwo. Manche glaubten, er sei an diesen Tagen wohl im Himmel. Andere waren skeptisch und fingen an zu recherchieren. Schließlich fanden sie ihn. Er war bei einer armen, alten Frau. Er half ihr bei der Bewältigung ihres Alltags. Er sorgte für Brennholz und Feuer im Ofen, las ihr aus Psalmen vor, betete mit ihr.</div><div><br></div><div>Die Gemeinde war sicherlich genauso überrascht wie du und ich. Ein Gemeindeleiter unterstützt einen bedürftigen Menschen bei der Bewältigung des Alltags. Das passte so gar nicht in das Bild, das sie von einem Pastor hatten. Und dann auch noch ohne Absprache, ohne Ankündigung, einfach so, statt vieler Worte einfach handeln, wo Not ist. "Wer unter euch groß sein will…". Das war gar nicht das Ziel des Rabbis. Er wurde doch schon wahrgenommen, wurde sogar vermisst. Er hatte schon Ansehen und Wertschätzung.</div><div><br></div><div>Dieses wortlose Verschwinden des Rabbi, diese diakonische Seite des Gemeindeleiters, hat alle überrascht. Sie sagten: "Hättest du nur ein Wort gesagt, dann hätten wir der Frau geholfen." Darauf antwortete der Rabbi: "Schön, dass ihr fast selbst zu dieser Erkenntnis gekommen seid."</div><div><br></div><div>Denn sie beschlossen, in Zukunft achtsamer miteinander umzugehen. Und mit der Zeit merkten sie: Mit gegenseitiger Wertschätzung fällt es leichter zu dienen, denn Wertschätzung macht stark.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="fs11lh1-5"><b>Reinhard Häußler</b></span><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Constance Kowalik auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 28 Feb 2023 08:50:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?die-groesze,-fuereinander-da-zu-sein</link>
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			<title><![CDATA[Zum 24. Februar 2023]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001EC"><div><div class="imTALeft mb1"><div><span class="fs9lh1-5">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, halte es bitte für diese Seite waagerecht, um den Text zu lesen.</span></div></div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Zum 24. Februar 2023</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/02/2023</span></div><div class="imTACenter"><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vor einem Jahr beschloss ein wild gewordener Autokrat,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>herzufallen über seine Nachbarn</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>– seine Schwestern und Brüder! –,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit Panzern, Bomben und Raketen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unterschiedslos Leben zu zerstören,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Leben der Kinder, Mütter, Väter, Alten, Kranken,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die ihm nichts angetan hatten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ihm nie begegnet waren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die einfach leben wollten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie jeder Mensch es will,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie auch er, der Autokrat, es will</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>– falls er es will –,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der sich bedroht fühlte</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>von seinen Schwestern und Brüdern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und von deren Freunden im Westen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Mag sein, dass es ein Hirngespinst war,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>oder mag sein, dass er sich bedroht fühlen konnte,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so wie wir uns auch bedroht fühlen können,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>oder mag sein, dass er ganz andere Absichten hatte</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>– wer will das schon beurteilen? –,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>jedenfalls beschloss er, das Land sich einzuverleiben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>was ihm – Gott sei's gedankt – nicht gelang,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so dass ihm nur ein Stück besetztes Land blieb,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das er nun um jeden Preis verteidigen muss,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>um jeden Preis,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>um nicht sein Gesicht zu verlieren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das er doch längst schon verloren hat,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das er wohl niemals wiederfinden wird –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein armer Mensch ohne Gesicht.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gibt es etwas Schlimmeres,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>als kein Gesicht zu haben? –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so dass niemand ihn mehr sieht und kennt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>niemand mit ihm spricht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der ein Niemand geworden ist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>einsam und verlassen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bemitleidenswert,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der nur unter Seinesgleichen noch etwas gilt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>– aber was wollen sie sich schon sagen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die alle ihr Gesicht verloren haben? –,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gesichtslose Gestalten, zum Nichtsein verdammt –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gnade ihnen Gott!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Der Gesichtslose hatte zum Krieg gerufen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>hat den jungen Menschen seines Volkes</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit ihren jungen, unverdorbenen Gesichtern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>befohlen, Feinde zu sein,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>obwohl sie den Krieg gar nicht wollten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ebenso wenig wie ihre Feinde,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die eigentlich gar keine sind,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die eigentlich Schwestern und Brüder sind,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aber die sie nun als Feinde betrachten müssen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>obwohl ihnen Freunde viel lieber gewesen wären –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>all die jungen Männer und Frauen auf beiden Seiten also,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit ihren lebensfrohen Gesichtern,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die leben wollten und Leben zeugen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und nun töten und sich töten lassen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>um ihr Land zu verteidigen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wegen eines Gesichtslosen, ein Nichts und Niemand.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So löschen sie nun Gesichter aus,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ihren eigenen gleich,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>junge Männer und Frauen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie sie selbst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit glatten, leuchtenden Gesichtern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie ihre eigenen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die den Krieg nicht wollten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie sie selbst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die leben wollten und Leben zeugen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie sie selbst,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denen sie nun gegenüberstehen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Auge in Auge, Gesicht zu Gesicht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>um zu töten oder sich töten zu lassen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>je nachdem, wer schneller schießt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wer schneller tötet – – –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Was für ein Leben?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Es tut mir leid um euer Leben –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>darf ich euch etwas fragen:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Seid ihr bereit zum Töten?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Seid ihr bereit zum Sterben?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Könnt ihr damit leben, so viele Gesichter,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>euren eigenen gleich,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>getötet zu haben?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wie lange werden euch</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Gesichter verfolgen?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Werdet ihr sie jemals vergessen können,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>diese Gesichter, euren eigenen gleich?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Oder werden sie in euren Träumen weiterleben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>eben noch leuchtend, jetzt verloschen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>durch eure eigene Kugel,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die, aus eurem Gesicht gesteuert,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in ihr Gesicht gefeuert</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ihr Gesicht zum Verlöschen brachte?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich fürchte, ihr seid nicht bereit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>niemand ist jemals dazu bereit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der noch ein menschliches Gesicht hat,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und ihr werdet es nicht vergessen können,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es wird andere Menschen aus euch machen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es wird eine Qual bleiben, die ihr weitergebt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Eine Kriegsgeneration (so nennen wir das),</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die töten musste, um leben zu können,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Tod und Zerstörung miterlebte,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die dadurch schwer verletzt wurde,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>deren Seele beschädigt ist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und die ihre Beschädigung fortsetzt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in den Seelen der Kinder und Enkelkinder,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die sie doch bewahren wollte vor Schaden –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gewalt gebiert Gewalt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>eine durch Gewalt geschädigte Generation,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Hunderttausende geben ungewollt Gewalt weiter,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>über Generationen hinweg –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wir wissen es,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Bibel weiß es,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gott weißt es.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gott sei ihnen gnädig,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn wir es schon nicht sind,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und ihren Kindern und Enkelkindern!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und wir, was tun wir?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Tun wir was?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Können wir was tun,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>um diesen Krieg zu beenden?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir sind verwirrt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>verängstigt, irritiert,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>drehn am Rad,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>verlieren die Kontrolle,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wollen was tun,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wollen helfen unsern Freunden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>oder uns selbst</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>oder beiden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>fühlen uns bedroht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie der Angreifer auch,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Mensch wie wir,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Angreifer zwar,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>einer, der sein Gesicht verloren hat,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aber immer noch ein Mensch,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gottes geliebtes Geschöpf,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das manche zum Teufel wünschen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>oder gar für denselben ausgeben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aber, das müsste bedacht werden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der Teufel ist kein Mensch</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und kein Mensch ist ein Teufel.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Aber wie dem auch sei,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wir drehn das Rad weiter,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und es dreht sich immer schneller,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>manche treiben es an,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit Worten und Werken,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der Gesichtslose sowieso,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>andere wollen helfen mit Waffen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>retten durch Töten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>reden und fordern und drängen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zu liefern Todeswerkzeug,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>besser, effektiver, umfangreicher.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Stimmen werden lauter,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>überschlagen sich,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>kennen kein Halten mehr,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>peitschen die Massen auf,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und das Rad dreht sich schneller,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>viele springen auf,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>drehn sich mit ihm</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>immer schneller und schneller,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Welt kommt ins Rollen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>atemloses Reden, Fordern,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Diskutieren, Argumentieren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>alles ist schon gesagt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aber es gibt kein Innehalten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>kein Nachdenken,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Zeit drängt zum Töten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Zeit zum Besinnen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Zeit für Gott</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>– vielleicht hätte er uns ja was zu sagen –,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Zeit zum Beten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>– er könnte doch etwas für uns tun –,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Zeit, einen Dialog zu versuchen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>oder keine Hoffnung,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Zeit für Alternativen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>oder keinen Mut,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Zeit für den Frieden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denn das Rad läuft und läuft</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>immer schneller dem Abgrund entgegen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keiner, der Halt! ruft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keiner, der Einhalt gebietet,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keiner, der in die Speichen greift –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wohin soll das führen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wer rettet die Retter,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn sie sich selbst nicht retten können?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Einer kam, um zu retten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ließ sich töten, ließ sich nageln ans Kreuz,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>anstatt zu töten, die ihn töten wollten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So brachte er Versöhnung in die Welt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Verteidigung des Lebens statt Fortsetzung des Tötens,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>indem er selbst zurücktrat, innehielt, schwieg,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sein Leben hingab dem, dem er bedingungslos vertraute,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>den er nannte Vater im Himmel.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Er könnte auch heute retten vor dem Tod,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn denn jemand innehielte, die Luft anhielte,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dem Rad in die Speichen griffe, so dass Ruhe einkehrte</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und man schweigen würde, einen Augenblick nur –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denn nur wer schweigt, kann hören,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und nur wer hört, kann verstehen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und nur wer versteht, kann sich retten lassen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und andere retten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich denke mir, Gott würd' sich freuen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn seine Geliebten leben würden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>statt getötet zu werden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denn zum Leben hat er sie bestimmt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zum lachen, feiern, Fußball spielen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>flirten, küssen, zärtlich lieben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zum Kinder zeugen, mit ihnen vereint</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gute Mütter und Väter zu sein.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So würden sie ihr Land aufbauen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>voll Hoffnung in die Zukunft schauen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vielleicht würden sie auch beten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Gott dankbar sein und Liebe üben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Diener Gottes sein auf Erden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>seine Liebe weitergeben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Er hätte wohl viel Freude gehabt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>an denen, die dem Krieg geopfert –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch sind sie womöglich nicht ganz verloren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>weil Gott zu seinen Geliebten steht:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sollte er sie dem Tod entreißen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und ihnen Gerechtigkeit schenken</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in seinem Friedensreich,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denn dort fällt keiner mehr</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>über seine Schwestern und Brüder her.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dies tat vor einem Jahr ein wild gewordener Autokrat.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch wird er nicht siegen, sein Werk wird nicht bleiben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>es ist zum Vergehen verurteilt jetzt schon,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wird keinen Bestand haben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>vor Menschen nicht und nicht vor Gott.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und er selbst? – Das weiß nur Gott,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>jedenfalls bleiben wird das Gute,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wird die Gerechtigkeit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wird das Leben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so Gott will auch das der Toten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die um ihr Leben hier gebracht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und die, was sie hier verloren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wiedererhalten werden tausendfach,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so Gott will –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Er sei ihnen gnädig</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nicht nur ein Jahr, sondern immerdar.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So wünsch ich euch und der ganzen Welt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zu diesem traurigen Jahrestag</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und bete auch drum jeden Tag,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass ihr euch bald nicht mehr als Feinde seht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sondern als Schwestern und Brüder, die ihr seid,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und dass die Mächtigen dieser Welt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>vom Herrn der Welt verwandelt werden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so dass sie sich ein Herz fassen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ihr Menschenherz wiederentdecken</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und das Rad anhalten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das ihnen davonzulaufen droht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und sich zusammensetzen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Auge in Auge, Gesicht zu Gesicht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>(denn sogar der Gesichtslose kann sein Gesicht wiederfinden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so der Herr der Welt ihn finden lässt),</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und sie ein Schweigen der Waffen aushandeln,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auf dass das Töten ein Ende nehme.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Das möge Gott der Herr wirken,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bei dem alle Dinge möglich sind,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die wir für unmöglich halten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aber es gibt nichts Unmögliches,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und darum ist Frieden möglich täglich,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auch wo der Krieg tobt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn Er, der Herr,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die menschlichen Herzen bewegt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und neu macht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und auferweckt aus ihrem Tod</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zu neuem Leben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so dass die Hoffnung aufblüht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie die ersten Frühlingsblumen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>heute, am 24. Februar</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>anno domini 2023.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: stayerimpact auf Pixabay.</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 24 Feb 2023 08:25:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |74]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001EA"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Alle Tage</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Der Krieg wird nicht mehr erklärt,</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>sondern fortgesetzt. Das Unerhörte</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>ist alltäglich geworden. Der Held</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>ist in die Feuerzonen gerückt.</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Die Uniform des Tages ist die Geduld,</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>die Auszeichnung der armselige Stern</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>der Hoffnung über dem Herzen.</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Er wird verliehen,</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>wenn nichts mehr geschieht,</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>wenn das Trommelfeuer verstummt,</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>wenn der Feind unsichtbar geworden ist</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>und der Schatten ewiger Rüstung</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>den Himmel bedeckt.</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Er wird verliehen</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>für die Flucht von den Fahnen,</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>für die Tapferkeit vor dem Freund,</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>für den Verrat unwürdiger Geheimnisse</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>und die Nichtachtung</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>jeglichen Befehls.</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Ingeborg Bachmann</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Als Ingeborg Bachmann das schrieb, standen ihr der Zweite Weltkrieg und der Kalte Krieg vor Augen. Sie hat kein christliches Gedicht geschrieben. Aber ihre Worte können auch Christinnen und Christen zu denken geben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Was kann man tun, wenn der Krieg, das Unerhörte, zum Alltag geworden ist? Man kann die Geduld anziehen und den Stern der Hoffnung über dem Herzen tragen. Man kann geduldig warten und hoffen auf eine andere Welt: ohne Feind, ohne Trommelfeuer, ohne Rüstung.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Geduldig warten und hoffen – das ist leicht gesagt. Es geht nur so, dass der Held, der den Kämpfen fern bleibt, der Schwache ist, der in der Feuerzone steht. Und der Stern der Hoffnung über seinem Herzen ist kein glänzend polierter, sondern ein armseliger Stern. Doch dieser armselige Stern der Hoffnung leuchtet. Wem leuchtet er?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die Hoffnung kann denen das Herz erhellen, die darauf setzen, dass Gott schon jetzt die Welt und einzelne Menschen verwandeln will. In dieser Hoffnung können sie tapfer für das Schweigen der Waffen eintreten und im Vertrauen auf Gott auch nationale Interessen zurückstellen. Sie können Halbwahrheiten entlarven und sich allem widersetzen, was nicht dem göttlichen Gebot der Liebe und des Friedens dient.</span></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Gedichte gegen den Krieg. Hg. von Kurt Fassmann. Copyright 1961 by Kindler Verlag München. Zitiert nach der Ausgabe von Zweitausendeins Frankfurt/Main 1971, S. 272.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 22 Feb 2023 21:13:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--74</link>
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			<title><![CDATA[Jede Jeck is anders]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001E9"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Jede Jeck is anders</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/02/2023</span></div><div><br></div><div>Ich komme aus Minden in Ostwestfalen-Lippe. Das sagt eigentlich alles. Dort ist man hauptsächlich evangelisch und hat folglich mit Karneval nichts am Hut. Karneval gab es bei uns nicht, und wenn es ihn irgendwo gab, dann wurde er ignoriert. Ganz Minden war von Karneval frei. </div><div><br></div><div>Ganz Minden? Nein! Ein von unbeugsamen Karnevalisten bevölkertes Haus hörte nicht auf, dem Karneval Einlass zu gewähren. Und das war unser Haus.</div><div><br></div><div>Es gab wahrscheinlich noch viel mehr Häuser dieser Art. Aber das ging an mir vorbei, denn ich war noch klein. Aber ich weiß, dass meine Mutter am Rosenmontag schon vormittags den Schwarzweiß-Fernseher anstellte. Und allein das war schon eine Sensation; denn vormittags wurde bei uns sonst nie ferngesehen.</div><div><br></div><div>Aber am Rosenmontag war es anders. Und meine Mutter ließ ihre Hausarbeit Hausarbeit sein und guckte in die Röhre, um die Rosenmontagsumzüge in Köln, Düsseldorf, Mainz und was weiß ich wo zu sehen.</div><div><br></div><div>Ich weiß bis heute nicht, was meine Mutter zu dieser revolutionären Tat veranlasste. Vielleicht, so kann ich nur mutmaßen, wurde doch am nächsten Tag hier und da über die Rosenmontagsumzüge, die man im Fernsehen gesehen hatte, getuschelt. Und da wollte meine Mutter natürlich nicht zurückstehen.</div><div><br></div><div>Aber vielleicht war sie auch wirklich interessiert. So wirkte es jedenfalls auf mich. Und opportunistisch war sie noch nie. Also guckte sie Karneval, auch wenn es sonst niemand tat.</div><div><br></div><div>Ich saß auf dem Fußboden und guckte auch. Die vielen Wagen mit den komischen Figuren waren schon interessant – jedenfalls eine Zeit lang. Von den Kamellen hätte ich sicher auch gern ein paar gehabt, aber die kamen nun mal nicht aus dem Fernseher.</div><div><br></div><div>Wenn Rosenmontag vorbei war, war für uns auch Karneval vorbei. Mit Karneval hatte man bei uns, wie gesagt, nichts am Hut.</div><div><br></div><div>Das geht mir bis heute so. Karneval spricht mich nicht an. Aber eins find ich richtig gut: Den kölschen Satz <span class="fs14lh1-5"><i>Jede Jeck is anders</i></span>.</div><div><br></div><div>Zum einen hat der Satz eine selbstkritische Note: Im Karneval sind alle Jecken. Zu Hochdeutsch: Narren.</div><div><br></div><div>Was ist ein Narr? Heute gibt es keine Hofnarren mehr wie im Mittelalter. Heute ist "Narr" eher ein Schimpfwort. Vielleicht könnte man sagen: Ein Narr ist ein Törichter, Unwissender, Unweiser, Dummer.</div><div><br></div><div>Der kölsche Satz sagt also: Wir sind alle irgendwo unwissend, dumm, töricht. Wir sind nicht die Klugen, Wissenden und Weisen, für die wir uns oft halten. Und wir dürfen sogar närrisch und töricht sein – und darüber lächeln.</div><div><br></div><div>Nicht dass es eine Tugend ist, töricht und dumm zu sein (außer natürlich im Karneval). Aber wenn man schon mal etwas Törichtes und Dummes getan hat, dann tut es gut, darüber lachen zu können.</div><div><br></div><div>Aber der Spruch hat auch noch eine andere Note: eine tolerante. Denn er sagt: Anders zu sein ist nichts Befremdliches, sondern das Normale. <span class="fs14lh1-5"><i>Jede Jeck is evve (eben) anders</i></span>. Und das ist auch gut so.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010406_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Was wäre das für eine langweilige Welt, wenn wir alle gleich wären!? Man stelle sich das einmal vor! Es gäbe nichts Interessantes mehr am anderen, nichts Spannendes, nichts Bereicherndes. Wir würden in jedem anderen immer nur – uns selbst erkennen. Davor sei der Himmel!</div><div><br></div><div>Apropos Himmel: Gott ist auch tolerant. So tolerant sogar, dass er den Widerspruch gegen sich selbst erträgt und nicht alles zermalmend mit der Faust auf den Tisch haut – oder auf unsere Welt.</div><div><br></div><div>Damit entspricht Gott der lateinischen Grundbedeutung des Wortes <span class="fs14lh1-5"><i>tolerantia</i></span>, das nämlich folgende Haltung beschreibt: etwas ertragen, was eigentlich nicht sein sollte. Naja, eigentlich ist es natürlich umgekehrt: Die lateinische Grundbedeutung entspricht dem, was Gott tut. Er erträgt nämlich den Widerspruch gegen sich in Geduld und – leidet darunter.</div><div><br></div><div>Wir haben dem Wort <span class="fs14lh1-5">Toleranz </span>heute eine andere Bedeutung gegeben. Eine ziemlich <span class="fs14lh1-5"><i>jeckiche</i></span>. Meistens meinen wir mit Toleranz eine Haltung, die alles als gleichermaßen gültig betrachtet. Das würde dem Satz entsprechen: <span class="fs14lh1-5"><i>Jede Jeck hätt rääch (hat recht)</i></span>.</div><div><br></div><div>Bezogen auf die verschiedenen Religionen würde das heißen: Jede Religion hat recht. Oder besser noch: Alle Religionen sagen das gleiche. „Wir glauben alle an denselben Gott", ist dann zum Leitsatz geworden. <span class="fs14lh1-5"><i>All Jecken jlauve dasselbe</i></span>.</div><div><br></div><div>Das glaub ich nicht. Denn dass jede Jeck anders ist und glaubt, ist damit vollständig eingeebnet. Und welche Jeck glaubt eigentlich wirklich, dass alle Jecken dasselbe glauben? Man muss schon ziemlich <span class="fs14lh1-5"><i>jeckich </i></span>sein, um das für wahr zu halten.</div><div><br></div><div>Es gibt nämlich keinen gemeinsamen Nenner aller Religionen. Nicht einmal in der Mystik. Die meisten Juden und Muslime würden sich strikt dagegen verwehren, wenn wir behaupten würden, sie glaubten an denselben Gott wie wir.</div><div><br></div><div>Der Einheitsbrei der Religionen ist das Ergebnis eines Harmonisierungswunsches, der alle Unterschiede einebnet. Man könnte auch sagen: Er ist eine Reduktion von Komplexität. Denn die Religionen sind viel zu komplex, als dass man sie auf einen mystischen Einheitskern zusammenstauchen könnte.</div><div><br></div><div>Das hat auch mit Toleranz nichts zu tun. Denn indem man die Unterschiede zwischen den Religionen einebnet, gibt es nichts und niemanden mehr zu tolerieren. Es ist ja sowieso alles eins.</div><div><br></div><div>Aber diese Haltung ist nicht nur nicht tolerant, sondern sogar gefährlich. Denn sie kann dazu beitragen, den religiösen Fundamentalismus zu fördern, der sich gegen die Einebnung und Vergleichgültigung wesentlicher Glaubensaussagen zur Wehr setzt.</div><div><br></div><div>Damit ist nicht der religiöse Fundamentalismus gerechfertigt, sondern auf eine Gefahr der vornehmlich westlichen Harmonisierungssehnsucht hingewiesen. Der Fundamentalismus ist nicht minder gefährlich, weil er mit seinem Absolutheitsanspruch eben jene Reaktion der Harmonisierung mitbewirkt.</div><div><br></div><div>Beide, Harmonisierungssehnsucht und Fundamentalismus, reduzieren Komplexität. Und beide tun sich schwer damit, die Andersartigkeit des anderen auszuhalten. Aber was ist so schwer daran? Vielleicht der Umstand, dass wir selbst so verunsichert sind in Glaubensfragen?</div><div><br></div><div>Dem Satz <span class="fs14lh1-5"><i>Jede Jeck is anders</i></span> zu entsprechen, würde heißen: Wir ertragen den Widerspruch der Andersglaubenden. Wir halten es aus, dass unser Glaube in Frage gestellt wird. Ja, wir können es vielleicht sogar als Bereicherung erfahren. Denn die Fragen des Andersglaubenden führen uns dazu, unseren eigenen Glauben zu überdenken und zu präzisieren.</div><div><br></div><div>Das wäre allemal schwerer, als den Andersglauben einfach mal abzuschaffen. Aber es wäre auch weiterführender. Vor allem aber liebevoller. Denn dann würden wir den anderen mit seinem andersartigen Glauben ernst nehmen – auch wenn wir darunter leiden müssen. Und dafür wäre uns ja der christliche Gott ein gutes Beispiel.</div><div><br></div><div>Denn Gott nimmt uns so, wie wir sind, auch wenn wir eigentlich anders sein sollen. Insofern ist Gott Karnevalist. Denn er weiß: <span class="fs14lh1-5"><i>Jede Jeck is anders</i></span>.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-2" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010409_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, <span class="fs14lh1-5"><i>Konrad Adenauer</i></span>, soll übrigens hin und wieder gesagt haben: "Man muss die Menschen nehmen, wie sie sind. Es gibt keine anderen." Er war ein Kölner ...</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Ben Kerckx auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 19 Feb 2023 16:40:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |73]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001E8"><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><br></span></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Sicherheitsbedürfnis ist gewiss an sich ein natürlich-menschliches Phänomen. Es kann aber auch ein neurotisiertes Phänomen werden. Und es kann sich vor allem zu einer offenkundigen Absurdität entwickeln: dann nämlich, wenn ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis selber zum Sicherheitsrisiko wird; wenn also die Hilfsmaßnahmen, die angeblich das Sicherheitsbedürfnis befriedigen sollen, ihrerseits eine globale Unsicherheit schaffen, bis zur Möglichkeit einer Totalvernichtung der Menschheit.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Reiner Strunk</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Absolute Sicherheit gibt es nicht – weder durch Rüstung noch durch Abrüstung. Absolute Sicherheit müsste über den Tod hinausgehen. Sicherheit des Lebens über den Tod hinaus gibt es aber nur bei Gott.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Bei jedem menschlichen Streben nach Sicherheit bleibt ein Sicherheitsrisiko. Gefährlich wird eine Sicherheitsbedürfnis, wenn es neurotisch-zwanghaft wird. Dann besteht die Gefahr, dass ein regionales Sicherheitsbedürfnis in eine globale Unsicherheit umschlägt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wenn man die Sicherung seines Lebens über den Tod hinaus Gott anvertraut, kann man ein Stück weltliche Sicherheit aufgeben. Man wird frei vom neurotischen Sicherheitsstreben und vom dadurch bestimmten Handeln.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Dann kann es auch geschehen, dass man die Freiheit gewinnt, ein Risiko einzugehen: Waffen schweigen zu lassen und das Töten aufzugeben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Reiner Strunk: Nachfolge Christi. Erinnerung an eine evangelische Provokation. Chr. Kaiser Verlag, München 1981. S. 254. Orthographisch angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 16 Feb 2023 17:14:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--73</link>
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			<title><![CDATA[Manifest für Frieden oder Zynismus pur?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001E7"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Manifest für Frieden oder Zynismus pur?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/02/2023</span></div><div><br></div><div>Ich bin unverschämt, verfolge "übelsten Nationalpazifismus" und drücke "Zynismus pur" aus – jedenfalls, wenn man dem Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München <span class="fs14lh1-5"><i>Carlo Masala</i></span> glaubt. Mein unverschämter Zynismus und übelster Nationalpazifismus besteht darin, das <span class="imUl"><a href="https://www.change.org/p/manifestfuerfrieden-aufstandfuerfrieden" target="_blank" class="imCssLink">Manifest für Frieden</a></span> von <span class="fs14lh1-5"><i>Alice Schwarzer</i></span> und <span class="fs14lh1-5"><i>Sahra Wagenknecht</i></span> unterschrieben zu haben. Das Manifest, das am 10.2. veröffentlicht wurde, geht davon aus, dass aus militärischen Gründen keine der beiden Kriegsparteien die jeweils andere besiegen kann. Diese Ansicht teilt auch der höchste Militär der USA, General <span class="fs14lh1-5"><i>Milley</i></span>. Weil eine Weiterführung des Krieges deshalb sinnlos erscheint, fordert das Manifest, die Waffenlieferungen an die Ukraine zu stoppen und auf einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen hinzuarbeiten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Erregungspolitik</div><div><br></div><div>Zu diesem Manifest hat sich <span class="fs14lh1-5"><i>Masala </i></span>in der Sendung <span class="imUl"><a href="https://www.ardmediathek.de/video/maischberger/maischberger-am-14-02-23/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL21lbnNjaGVuIGJlaSBtYWlzY2hiZXJnZXIvMjAyMy0wMi0xNF8yMy0xMC1NRVo" target="_blank" class="imCssLink">Maischberger</a></span> am Dienstag geäußert. Das <span class="fs14lh1-5"><i>RedaktionsNetzwerk Deutschland</i></span> titelte daraufhin sehr medienwirksam, Aufmerksamkeit heischend und einseitig erregt <span class="imUl"><a href="https://www.rnd.de/medien/maischberger-am-dienstag-militaerexperte-rechnet-mit-schwarzer-manifest-ab-DR2AV2IYFVELNGGG24SRNWW5JE.html" target="_blank" class="imCssLink">"Zynismus pur!": Militärexperte Masala rechnet bei Maischberger mit Schwarzer-Manifest ab</a></span>.</div><div><br></div><div>Nun, er rechnete nicht nur mit dem Manifest ab, sondern auch gleich mit allen, die es unterzeichnet haben. Mit dem Manifest abzurechnen, wäre ja in Ordnung gewesen. Jeder kann sachliche Gegenargumente gegen das Manifest vorbringen. Demokratie besteht darin, dass um den rechten Weg gerungen wird. Demokratie besteht aber nicht darin, den Andersdenkenden zu diffamieren.</div><div><br></div><div>Ich frage mich, woher diese erregte Aggressivität kommt. Ein Psychologe würde vielleicht sagen: Aggressiv wird der, der sich seiner Sache nicht sicher ist; der sich in die Ecke gedrängt fühlt. Das mag psychologisch richtig sein. Vielleicht ist sich Professor <span class="fs14lh1-5"><i>Masala </i></span>seiner Sache ja wirklich nicht sicher. Ich könnte ihm das gar nicht übel nehmen. Denn wer kann sich seiner Sache schon sicher sein? Wer weiß schon, ob der von ihm vorgeschlagene Weg zum Ziel führen wird? Ich jedenfalls weiß es nicht – ich hoffe es nur. Ich hoffe, dass der Weg, den das Manifest beschreibt, Menschenleben rettet. Aber sicher kann ich mir dessen nicht sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Unterschriftenflut</div><div><br></div><div>Ich war mir nicht einmal sicher, ob es richtig ist, das Manifest zu unterschreiben oder nicht. Denn man kann sich fragen, ob so ein erneutes Statement in der Reihe der Offenen Briefe und in einer Zeit unzähliger Petitionen überhaupt etwas bringt. Man muss ja die allgemeine Unterschriftenflut nicht mitmachen. Wahrscheinlich wird über das Manifest in zwei Wochen, wenn sich der Erregungspegel wieder gelegt hat, niemand mehr reden. Warum also unterschreiben?</div><div><br></div><div>Außerdem bin ich keineswegs ein Fan von <span class="fs14lh1-5"><i>Alice Schwarzer</i></span> oder <span class="fs14lh1-5"><i>Sahra Wagenknecht</i></span>. Die beiden haben sich ja zu ganz verschiedenen Fragen geäußert. Manchem davon kann ich zustimmen, anderes muss ich vehement ablehnen. Die Frage ist: Sollte ich dann ein Manifest, das die beiden verfasst haben, unterschreiben? Mache ich mich damit nicht ihnen gleich?</div><div><br></div><div>Ich habe mich schließlich für das Unterschreiben entschieden. Denn ich finde es wichtig, in solch einer bedeutenden Frage öffentlich Stellung zu beziehen. Außerdem geht es mir nur um den Text des Manifestes und nicht um eine Nähe zu den Verfasserinnen. Ich unterstütze mit meiner Unterschrift ja nicht das, was Schwarzer und Wagenknecht sonst noch so von sich gegeben haben. Wenn man die Kooperation mit anderen Menschen danach beurteilen wollte, was sie jemals gesagt und getan haben, dürfte man wahrscheinlich mit keinem Menschen mehr zusammenarbeiten.</div><div><br></div><div><div>Sogar Jesus sagte ja, als seine Jünger ihm über einen Menschen berichteten, der zwar Gutes tat, aber kein Jünger Jesu werden wollte: "Wer nicht gegen euch ist, der ist für euch" (Lk 9,50). Jesus konnte also ausgesprochen tolerant sein gegenüber Leuten, die zwar nicht seine Jünger sein wollten, aber trotzdem an einer bestimmten Stelle Gutes taten.</div><div><br></div></div><div><span class="fs14lh1-5">Es gab mir weiterhin zu denken, dass offenbar auch AfDler das Manifest unterschreiben. Soll ich mich in die Gesellschaft von Menschen begeben, die der AfD nahestehen oder ihr sogar angehören? Ich tue das ungern. Aber ich kann nichts dafür, wenn sie in diesem Punkt denselben Standpunkt vertreten wie ich. Übrigens werden die Meinungen sehr schnell auseinandergehen, wenn man auf die Gründe dieses Standpunkts zu sprechen käme. Und mit den unterschiedlichen Gründen wird dann auch die Übereinstimmung auf ein Minimum zusammenschmelzen. Aber in der Frage von Waffenlieferungen und Verhandlungen hinsichtlich des Ukraine-Kriegs zum jetzigen Zeitpunkt sind wir möglicherweise einer Meinung. Das ist aber auch alles. Hier gilt auch wieder: Wenn ich mein Engagement danach ausrichten würde, was andere Menschen sonst noch so vertreten und tun, dann gäbe es wohl keinen, mit dem ich mich zusammentun könnte.</span><br></div><div><br></div><div>Vielleicht hat <span class="fs14lh1-5"><i>Masala </i></span>seinen Vorwurf des "übelsten Nationalpazifismus" daher genommen, dass er an AfD-nahe Menschen dachte. Und er hat alle anderen dann gleich mit ihnen identifiziert. Ehrlich gesagt fühle ich mich von ihm überhaupt nicht angesprochen. Denn ich bin weder nationalistisch gesinnt noch absolut pazifistisch. Ich möchte einfach nur, dass das Töten in diesem Krieg und die Gefahr einer weiteren Eskalation ein Ende nehmen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Zynismus</div><div><br></div><div>Wer das möchte, wird gern als zynisch bezeichnet. Zynismus ist der Standardvorwurf seit Beginn des Krieges an alle, die Waffenlieferungen gegenüber skeptisch sind und sich für Verhandlungen einsetzen. Aber was ist eigentlich Zynismus?</div><div><br></div><div>Mein uralter Fremdwörter-Duden aus dem Jahr 1974 (das war offenbar die Zeit, in der ich theologische Texte zu lesen begann), verzeichnet unter dem Stichwort "zynisch" die Definition "verletzend-spöttisch, bissig, schamlos-verletzend". Etwas deutlicher wird ein anderer Duden, nämlich das "Große Wörterbuch der deutschen Sprache" aus dem Jahr 1999: Zynismus bringt "eine gefühllose, mitleidlose, menschenverachtende Haltung zum Ausdruck [...], die besonders in bestimmten Angelegenheiten, Situationen als konträr, paradox und als jemandes Gefühle missachtend und verletzend empfunden wird" (zitiert nach <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zynismus" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a>)</span>. Man könnte das so zusammenfassen: Zynisch handelt jemand, der aus einer gefühllosen, mitleidlosen und deshalb menschenverachtenden Haltung heraus die Gefühle eines anderen schamlos missachtet und verletzt und auf diese Weise der Würde seines Mitmenschen spottet.</div><div><br></div><div>Aber Zynismus ist ein schillernder Begriff. Der Philosoph <span class="fs14lh1-5"><i>Peter Sloterdijk</i></span> hat in seinem monumentalen Werk "Kritik der zynischen Vernunft" Zynismus in einem ersten Anlauf so definiert:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zynismus ist das aufgeklärte falsche Bewusstsein – das unglückliche Bewusstsein in modernisierter Form. Der Ansatz [...] artikuliert ein Unbehagen, das die moderne Welt durchtränkt sieht von kulturellen Wahnwitzigkeiten, falschen Hoffnungen und deren Enttäuschung, vom Fortschritt des Verrückten und vom Stillstand der Vernunft, von dem tiefen Riss, der durch die modernen Bewusstseine geht und der für alle Zeiten das Vernünftige und das Wirkliche, das, was man weiß, und das, was man tut, voneinander zu trennen weiß.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(S. 399; vgl. S. 37)*</span></i></div><div><br></div><div>Diese Definition klingt nun ganz anders als nach einer menschenverachtenden Missachtung der Gefühle anderer, die kein Mitleid kennt. Zynisch ist hiernach, wer zwar seine aufgeklärte Vernunft benutzt und daraus Erkenntnisse gewinnt, zugleich aber sein Handeln von dieser Vernunft und ihren Erkenntnissen abkoppelt, indem er das, was er weiß, nicht in die Wirklichkeit umsetzt. Der geschichtliche "Fortschritt des Verrückten" und "Stillstand der Vernunft" lässt Denken und Handeln eklatant auseinanderklaffen, so dass der zynische Mensch von einem zerrissenen und deshalb unglücklichen Bewusstsein geplagt ist.</div><div><br></div><div>Beide Definitionen könnten nun aber doch zusammenpassen. Denn ein Mensch, der nicht das tut, was er als gut und richtig für seine Mitmenschen erkannt hat, handelt ihnen gegenüber menschenverachtend und verletzt ihre Gefühle – möglicherweise aber auch mehr als das, nämlich ihr Lebensrecht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Heuchelei</div><div><br></div><div>Die Definition des Zynismus erinnert mich an biblische Aussagen zur Heuchelei. Jesus wirft sie nach Mt 15,7-9 den religiösen Autoritäten vor:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr Heuchler, trefflich hat Jesaja über euch geweissagt: "Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit weg von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie Lehren vortragen, welche Gebote von Menschen sind."</span></i></span></div><div><br></div><div>Die zerrissene Existenz, deren Wort nicht im Einklang mit ihrem Herzen ist und die deshalb nicht das tut, was sie predigt, trifft hier die fromme Elite. Zynismus ist also keineswegs nur ein Phänomen des säkularen Menschen.</div><div><br></div><div>Aber nicht nur die fromme Elite ist angesprochen, sondern jeder Mensch. Jesus spricht deutliche Worte (Mt 7,3-5):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, des Balkens jedoch in deinem [eigenen] Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: "Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen" – und siehe, in deinem [eigenen] Auge ist der Balken? Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann magst du zusehen, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.</i></span></div><div><br></div><div>Die Blindheit gegenüber dem eigenen Versagen ist groß. Der Fehler wird immer beim anderen gesucht. Man macht sich selbst etwas vor, wenn man meint, der andere wäre ein "tumper Thor", ein törichter Dummkopf, der sowieso keine Ahnung habe. Die Heuchelei heuchelt sich selbst etwas vor.</div><div><br></div><div>Erfrischend ehrlich ging hingegen der Apostel Paulus mit seinem eigenen Versagen um. Kaum zu glauben, was der "heilige" Paulus in Röm 7,18f schrieb:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Denn das </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Wollen </b>[des Guten] ist zwar bei mir vorhanden, das </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Vollbringen </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">des Guten aber nicht. Denn nicht das Gute, das ich will, tue ich, sondern das Böse, das ich nicht will, führe ich aus.</span></span></i></div><div><br></div><div>Dazu kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch zu dieser Einsicht. Wie gut würde es unserer Welt tun, wenn mehr Menschen sie hätten; wenn uns unsere eigene Bosheit vor Augen stünde und sie nicht verdeckt wäre durch die Bosheit, die wir beim anderen zu finden meinen. Denn je böser der andere ist, desto besser stehe ich selbst da und verdecke so meine eigene Bosheit.</div><div><br></div><div>Aber wenn es so ist, wie komme ich dann dazu, überhaupt irgendetwas Gutes zu tun? Der Apostel kennt nur folgende Antwort (Röm 7,24):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leibe des Todes? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!</span></i></span></div><div><br></div><div>Paulus wusste: Wir selbst schaffen es nicht. Wir leben von geschenkten Gedanken und Taten. Der Gute selbst muss bei uns einziehen, damit unser Denken und Handeln Gutes hervorbringt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Kriegswahnsinn</div><div><br></div><div>Aber zurück zum Zynismus. Sind wir nun alle zynisch, weil Denken und Handeln bei uns auseinanderklaffen? Oder sind es nur die anderen, die Menschenleben gefährden?</div><div><br></div><div>Merkwürdigerweise wird der Zynismusvorwurf nur denen gemacht, die Waffenlieferungen im Ukraine-Krieg ablehnen und Verhandlungen fordern. Dass den Befürwortern von Waffenlieferungen, die Verhandlungen ablehnen, Zynismus vorgeworfen wird, habe ich noch nicht gehört.**</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Carlo Masala</i></span> hat die gegenwärtige Kriegslage grausam beschrieben. Es gibt hohe "Verluste" (gemeint sind getötete Menschen). Der Experte sagte wörtlich:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Bachmut ist ein Fleischwolf, für beide Seiten. Die Strategie ist, so viele Kämpfer der anderen Seite zu töten wie möglich.</span></i></span></div><div><div><span class="fs11lh1-5"><i><span class="cf1">(zitiert nach </span><span class="cf1"><span class="imUl"><a href="https://www.rnd.de/medien/maischberger-am-dienstag-militaerexperte-rechnet-mit-schwarzer-manifest-ab-DR2AV2IYFVELNGGG24SRNWW5JE.html" target="_blank" class="imCssLink">RedaktionsNetzwerk Deutschland</a></span></span><span class="cf1">)</span></i></span> </div></div><div><br></div><div>Ein Fleischwolf also. Eine kleine nützliche Maschine, die Fleisch mundgerecht zerkleinert. Das Ziel ist, so viele Kämpfer (also Menschen) wie möglich durch diese Maschine zu ziehen. Das ist die Kriegslage.</div><div><br></div><div>Ich bin <span class="fs14lh1-5"><i>Masala </i></span>dankbar für diese offene Beschreibung – vom Bild des Fleischwolfs einmal abgesehen, das vielleicht doch etwas verharmlosend ist. Sagen wir doch deutlich: Menschen werden gerade zuhauf dahingeschlachtet, meist junge Menschen. Die einen, die vorher normale junge Menschen waren, werden zu Killern gemacht, die oft ihr Leben lang darunter leiden werden. Die anderen verlieren ihr Leben sofort und endgültig. So also ist Krieg. Dennoch will <span class="fs14lh1-5"><i>Masala </i></span>diesen Krieg fortsetzen und befürwortet Waffenlieferungen an die Ukraine, weil er eine diplomatische Lösung gegenwärtig für unwahrscheinlich hält. Erst wenn Russland in die Defensive gedrängt sei, könne man über einen Waffenstillstand verhandeln.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Masala </i></span>mag ja sogar recht haben. Vielleicht würde <span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span>gegenwärtig nicht verhandeln. Ich weiß es nicht. Er weiß es aber auch nicht. Es wurde nämlich noch nicht ernsthaft versucht. Denn <span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span>unter den Bedingungen des Westens zu Verhandlungen zu bewegen, ist kein ernsthafter Versuch.</div><div><br></div><div>Man könnte es nun zynisch nennen, den Krieg weiterzuführen, ohne ernsthaft zu versuchen, einen Dialog anzustoßen. Ich will das aber nicht tun. Denn gegenseitige Vorwürfe helfen nicht weiter. Ich setze voraus, dass <span class="fs14lh1-5"><i>Masala </i></span>genauso wie ich Frieden will.</div><div><br></div><div>Anders wäre es nur, wenn <span class="fs14lh1-5"><i>Masala </i></span>den Krieg aus machtpolitischen Erwägungen fortsetzen wollte. Ich will ihm das nicht unterstellen. Es erscheint mir aber für die westliche Politik nicht unwahrscheinlich. Denn es leuchtet mir nicht ein, dass es ihr darum geht, der Ukraine zu helfen, wie immer vorgegeben wird. Wenn es darum ginge, müsste man auch anderen Ländern, in denen Krieg herrscht, helfen. Man müsste den Kurden helfen, die von der Türkei bombardiert werden. Darum denke ich, dass man nicht der Ukraine, sondern sich selbst helfen will: Man will das Vordringen Russlands verhindern. Das sind keine Hilfeleistungen, sondern machtpolitische Erwägungen. Die werden natürlich von niemandem zugegeben. Aber man muss wissen, dass es in der internationalen Politik – ich will es vorsichtig sagen: <span class="fs14lh1-5"><b>fast </b></span>immer um nationale Interessen geht und nicht um Barmherzigkeit für Notleidende.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Militärzynismus</div><div><br></div><div>nationale Interessen aber werden durch Kriege durchgesetzt – zumindest muss man bereit dazu sein, Krieg zu führen. Insofern könnte man die gegenwärtige Lage als Militärzynismus bezeichnen. Den Begriff habe ich bei <span class="fs14lh1-5"><i>Sloterdijk </i></span>kennengelernt. Weil seine Beschreibung, obwohl vor 40 Jahren erschienen, erschreckend aktuell ist, sei er zum Schluss noch dreimal zitiert:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Der Militärzynismus kann auftauchen, wenn die kriegspsychologische Entwicklung der drei männlichen Kampfcharaktere in einer Gesellschaft deutliche Umrisse gewonnen hat: man unterscheidet dann die Typen des </span><span class="fs14lh1-5"><b>Helden</b>, des </span><span class="fs14lh1-5"><b>Zögerers </b>und des </span><span class="fs14lh1-5"><b>Feiglings</b>. [...] Eine eindeutige Werthierarchie wird errichtet, an deren Spitze der Held steht; wie er </span><span class="fs14lh1-5"><b>sollten </b></span><span class="fs14lh1-5">im Grunde alle sein; Heldentum wird als Leitstern von den Männern einer Kampfzivilisation verinnerlicht.</span></i></span></div><div><span class="cf1"><i class="fs11lh1-5">(S. 404)</i></span></div><div><br></div><div>Die von <span class="fs14lh1-5"><i>Sloterdijk </i></span>benannten drei Typen des Helden, des Zögerers und des Feiglings haben mich lebhaft an die Gegenwart erinnert. Der Held begegnet mir täglich im Fernsehen in Gestalt des ukrainischen Präsidenten <span class="fs14lh1-5"><i>Selenskyj</i></span>. Der gelernte Schauspieler inszeniert sich selbst perfekt in der Rolle des mutigen und für sein Volk kämpfenden Helden. Der Zögerer begegnet mir in der Person von Bundeskanzler <span class="fs14lh1-5"><i>Scholz</i></span>. Sein Zögern wurde ihm ja mehrfach vorgeworfen. Die Feiglinge werden durch jene repräsentiert, die den Krieg möglichst schnell beenden wollen. Sie werden gern diffamiert und beschimpft, weil sie der Ukraine angeblich die Hilfe versagen. Angst sei ein schlechter Ratgeber, fügt man hinzu. Dazu ein Satz von <span class="fs14lh1-5"><i>Sloterdijk</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Flucht ist älter als der Angriff, sagt die anthropologische Forschung.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(S. 403)</span></i></div><div><br></div><div>Anthropologie ist die Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung. Die Flucht war offenbar in der Entwicklungsgeschichte des Menschen vor dem Angriff da, als natürliche Reaktion des Menschen auf eine drohende Gefahr. Das leuchtet mir ein.</div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Sloterdijk </i></span>diagnostizierte mitten im Kalten Krieg eine allgemeine Kultur des Militärzynismus. Besonders erschreckend finde ich folgende Sätze <span class="fs14lh1-5"><i>Sloterdijks</i></span>, die mir auf unheimliche Weise den gegenwärtigen Zustand unserer Gesellschaft widerspiegeln – ein Zustand, der in kürzester Zeit entstanden ist, die in Jahrzehnten mühsam errungene Ost-West-Annäherung komplett zerstört und den schlimmsten Zeiten des Kalten Krieges in nichts nachsteht:</div></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die moderne Politik hat uns daran gewöhnt, eine gigantische folie à deux (Wahn zu zweit) für den Inbegriff des Realitätsbewusstseins zu halten. Die Art und Weise, wie zwei oder mehr Machtgrößen sich gegenseitig, in ausgeklügelter Interaktion, verrückt machen, liefert dem Menschen unserer Zeit sein Modell von Wirklichkeit. Wer immer an die heutige Gesellschaft, wie sie ist, sich anpasst, passt sich in letzter Instanz an diesen paranoiden Realismus an. Und weil es wohl niemanden gibt, der dies nicht wenigstens unterschwellig und in einer "hellen Stunde" begreift, ist jedermann verstrickt in den modernen Militärzynismus – wenn er ihm nicht </span><span class="cf1"><b>ausdrücklich und bewusst widersteht</b></span><span class="cf1">. Wer widersteht, muss es sich heute und wohl noch eine ganze Weile gefallen lassen, als Träumer diffamiert zu werden, als jemand, der, vielleicht ja von guten Absichten ("Bergpredigt") geleitet, eine Flucht aus der Wirklichkeit angetreten habe. Doch ist es nicht wahr. Der Begriff Wirklichkeit wird, wie kein anderer, falsch gebraucht. Wir müssen erst aus der systemgewordenen Paranoia unserer Alltagswelten </span><span class="cf1"><b>in die Wirklichkeit fliehen</b></span><span class="cf1">.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(S. 420)</span></i></div><div><br></div><div>An eine kollektive Paranoia habe ich in den letzten Monaten öfter denken müssen. Wie schwer es ist, dieser zu widerstehen, <span class="fs14lh1-5">wird klar, wenn man sich die mediale Dauerbeeinflussung vor Augen führt.</span><span class="fs14lh1-5"> Wer es dennoch schafft, ihr zu widerstehen, wird in der Regel diffamiert.</span><br></div><div><br></div><div>Was bleibt? Laut <span class="fs14lh1-5"><i>Sloterdijk</i></span> eine Flucht aus der Alltagsparanoia in die Wirklichkeit. Aber was ist die Wirklichkeit?</div><div><br></div><div>Für mich ist es die Wirklichkeit des Reiches Gottes. Es ist ein Friedensreich, das bereits hier und da anbrechen kann, aber noch nicht immer und überall verwirklicht ist. Dennoch ist dieses Reich da. Aber kein noch so gutes Manifest kann dieses Friedensreich herbeiführen. Kein Krieg kann es durchsetzen und kein pazifistisches Engagement. Denn das Reich Gottes sucht sich seine Bewohner.</div><div><br></div><div>Wer zum Reich Gottes gerufen wird, kann eintreten. Die Tür steht offen, der Eintritt ist frei. Wer eintritt, wird verändert: Der Menschenverächter wird zum Menschenfreund, der Zyniker zum Beschenkten – beschenkt mit guten Gedanken und Taten. Er wird nicht vollkommen sein, wird Fehler machen, rückfällig werden, sich irren. Aber er wird auf eine Spur gesetzt, der er folgt, wenn er das Reich nicht wieder verlässt. Dieses Reich Gottes ist die Wirklichkeit, die nicht durch Angst oder Wahn verzerrt ist. Wer in ihr lebt, ist der wahre Realist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* &nbsp;&nbsp;Alle Sloterdijk-Zitate aus: Peter Sloterdijk: Kritik der zynischen Vernunft. 2 Bände. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;1983. </span><span class="fs11lh1-15">Orthographisch angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">** Ergänzung am 27.02.2023: Inzwischen habe ich den Zynismus-Vorwurf auch schon mehrfach aus dem Munde derer gehört,</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span><span class="fs11lh1-15">die Verhandlungen fordern und Waffenlieferungen ablehnen.</span></div></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Fotografik: Gerd Altmann auf Pixabay</span><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 16 Feb 2023 09:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die rechte Zeit für Krieg und Frieden]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001E6"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die rechte Zeit für Krieg und Frieden</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Ein Aspekt biblischer Weisheit</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/02/2023</span></div><div><br></div><div>Gerade noch hatte man sich zur Lieferung von Kampfpanzern durchgerungen, schon gibt es die ersten Stimmen, die Kampfflugzeuge befürworten. Auch Langstreckenraketen werden schon gefordert. Gibt es ein Ende der Waffenlieferungen? Soll der Ukraine die Möglichkeit gegeben werden, Moskau anzugreifen?</div><div><br></div><div>Im Buch der Sprüche/Sprichwörter, einem Buch alttestamentlicher Weisheit, heißt es (20,18):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nur unter kluger Lenkung führe Krieg!</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Lenker dieses Krieges sind die Präsidenten <span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span>und <span class="fs14lh1-5"><i>Biden</i></span>. <span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span>wird vom russisch-orthodoxen Patriarchen <span class="fs14lh1-5"><i>Kyrill II.</i></span> unterstützt. Sein Krieg erhält so die religiöse Weihe. Das Volk wird politisch und religiös verführt.</div><div><br></div><div>"Wer rechtschaffene Menschen irreführt auf einen bösen Weg, der fällt in die eigene Grube", weiß Spr 28,10. Damit ist die Gefahr ausgedrückt, dass Irreführung sich nicht auszahlt. Es kann sein, dass die Sache für die Verführer des Volkes nicht gut ausgeht. Jedenfalls ist, wer einen unnötigen Krieg beginnt, dadurch Zigtausende Zivilisten tötet und sein Volk betrügt, gewiss kein kluger Kriegslenker.</div><div><br></div><div>Auf der anderen Seite steht der amerikanische Präsident <span class="fs14lh1-5"><i>Biden</i></span>. Er entscheidet letztlich über das Vorgehen des Westens – auch über weitere Waffenlieferungen.</div><div><br></div><div>Von <span class="fs14lh1-5"><i>Biden </i></span>hatte ich nach seiner Antrittsrede im Januar 2021 <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=000000077" class="imCssLink">einen überzeugenden Eindruck gewonnen</a></span>. Er bekennt sich als katholischer Christ. Er hatte in seine Rede ein stilles Gebet für die Opfer der Corona-Pandemie und für Amerika eingefügt. Im Wahlkampf hatte er sich mit Papst <span class="fs14lh1-5"><i>Franziskus </i></span>darin einig erklärt, dass Solidarität mit den Armen geübt werden müsse.</div><div><br></div><div>Gilt das alles heute nicht mehr? Im Ukraine-Krieg werden bis heute etwa 100.000 gefallene Soldaten auf jeder Seite geschätzt und 50.000 ukrainische getötete Zivilisten. Die USA als die westliche Führungsmacht hätte es in der Hand, <span class="fs14lh1-5">kompromissbereit </span><span class="fs14lh1-5">mit </span><span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span><span class="fs14lh1-5">in einen Dialog zu treten und auf ein Ende des Krieges hinzuwirken. Stattdessen werden immer tödlichere Waffen geliefert.</span></div><div><br></div><div>Gerade noch hat <span class="fs14lh1-5"><i>Biden </i></span>klargemacht, er werde die Ukraine unterstützen, solange es nötig sei. Der Präsident sieht offenbar nur einen Weg: die Fortsetzung des Krieges, und das heißt, die Fortsetzung des Tötens. <span class="fs14lh1-5">Sollen noch einmal 250.000 Menschen sterben?</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Gestorben wird mit und ohne Krieg.</span> Gerade sind in der Türkei und in Syrien mehr als 22.000 Menschen durch das Erdbeben umgekommen – ein kleinerer Teil davon in Syrien. Hilfslieferungen aus dem Westen kommen nur tröpfchenweise in Syrien an, weil nur ein einziger Grenzübergang von der Türkei aus geöffnet ist. Das Land leidet seit vielen Jahren schwer durch den Krieg, den der syrische Präsident <span class="fs14lh1-5"><i>Assad </i></span>mit Hilfe Russlands gegen sein eigenes Volk führt. Hilfsorganisationen sagen, Syrien leide auch unter den von den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen.</div><div><br></div><div>Von <span class="fs14lh1-5"><i>Assad </i></span>und <span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span>erwarte ich nichts. Aber was ist los mit dir, <span class="fs14lh1-5"><i>Joe Biden</i></span>? Kennst du keine Solidarität mit den Armen mehr? Betest du nicht mehr für die Opfer von Erdbeben und Krieg?</div><div><br></div><div>Die Bibel schließt einen Krieg offenbar nicht kategorisch aus. Wenn er aber geführt wird, soll er mit Nachdenken und Weisheit geführt werden. Zum Nachdenken über einen Krieg gehört immer auch das Nachdenken über sein möglichst schnelles Ende. Ich sehe im Moment nur Nachdenken über weitere Waffen, weitere Eskalation. Das ist das Gegenteil einer weisen Kriegslenkung.</div><div><br></div><div>Was Weisheit bedeuten kann, wird im Buch Prediger/Kohelet näher beschrieben (8,5-8):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Herz eines Weisen kennt die richtige Zeit und das rechte Verhalten. Denn für jede Sache gibt es die richtige Zeit und das rechte Verhalten. Denn das Unglück des Menschen lastet schwer auf ihm. Denn er weiß nicht, was werden wird; denn wer sollte ihm mitteilen, wie es werden wird? Kein Mensch hat Macht über den Wind, den Wind zurückzuhalten, und niemand hat Macht über den Tag des Todes. Im Krieg wird kein Soldat nach Hause entlassen, und das Unrecht lässt seinen Urheber nicht entkommen.</span></i></span></div><div><br></div><div>"Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit" (Pred/Koh 3,8). Das heißt: Es gibt eine Zeit, in welcher die Zeit des Krieges zu Ende ist und das Handeln sich auf Frieden richten muss. Wann das sein wird, liegt offenbar nicht auf der Hand. Es braucht das Herz eines Weisen, um die Zeiten zu unterscheiden und in rechter Weise zu handeln. Und "der Anfang der Weisheit ist die Ehrfurcht vor Gott" (Spr 9,10).</div><div><br></div><div>Die Ehrfurcht vor Gott ist offensichtlich keine Privatsache, sondern hat Auswirkungen auch auf das politische Handeln. Wer glaubt, denkt anders. Und wer anders denkt, handelt anders. Wer glaubt, bestätigt sich nicht ständig selbst, sondern sieht auch das Unglück, das kommen könnte. Er sieht die Unwägbarkeiten, die es unmöglich machen, sich der Zukunft <span class="fs14lh1-5">und des eigenen Handelns</span><span class="fs14lh1-5"> zu sicher zu sein. Er weiß um die eigenen Grenzen und darum, dass er die Zukunft nicht in der Hand hat. Nicht einmal den Wind kann er zurückhalten. Wie sollte er dann Unglück und Tod aufhalten können? Wer glaubt, nimmt deshalb auch sein eigenes Denken und Handeln kritisch in den Blick.</span></div><div><br></div><div>Soweit ich sehe, fehlt den meisten Menschen diese selbstkritische Perspektive. In Politik und Medien werden Selbstsicherheit und Zukunftswissen vorgegaukelt. <span class="fs14lh1-5">Die Begrenztheit der eigenen Einsicht und der eigenen Handlungserfolge kommt nicht in den Blick. Der Mensch erlebt sich als Gott, der weiß, was die Zukunft bringt und wozu das eigene Verhalten führt.</span></div><div><br></div><div>Dieser trügerischen Selbstgewissheit fehlt die Ehrfurcht vor Gott<span class="fs14lh1-5">, weil sie sich für allwissend und allmächtig hält.</span><span class="fs14lh1-5"> Darum ist sie töricht. Sie führt zum Missbrauch der eigenen Verantwortung. Aber niemand kann seiner Verantwortung entkommen. Wie im Krieg kein Soldat aus dem Kampf entlassen wird, so wird auch keiner, </span><span class="fs14lh1-5">der in seiner scheinbar allwissenden Überheblichkeit Unheil über die Welt gebracht hat,</span><span class="fs14lh1-5"> aus seiner Verantwortung entlassen. Wer die rechte Zeit verpasst, den Frieden ins Auge zu fassen, muss sich dafür verantworten. Vielleicht irgendwann vor den Menschen, in jedem Fall aber vor Gott.</span><br></div><div><br></div><div>Es geht dabei nicht darum, das Bild eines zornigen Gottes zu malen und dadurch Angst und Schrecken zu verbreiten. Aber es geht darum, darauf hinzuweisen, dass Verantwortung ernst genommen werden muss – und dass die Verführer, die Selbstgewissen, die Überheblichen, die unnötig, rücksichtslos und ohne die Beachtung der rechten Zeiten meinen, Krieg führen zu müssen, nicht ewig über die Opfer des Krieges triumphieren werden, indem sie selbst ungeschoren davonkommen.</div><div><br></div><div>Möge <span class="fs14lh1-5"><i>Joe Biden</i></span> zur Weisheit gelangen, der richtigen Zeit und des rechten Verhaltens gewahr zu werden. Möge er sich an die Worte seiner Antrittsrede erinnern. Möge er derer gedenken, die täglich unschuldig sterben, um endlich ein Ende des Krieges ins Auge zu fassen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Grafik: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 11 Feb 2023 11:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |72]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001E5"><div><br></div><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wenn der Mensch Gott nicht mehr zu seinem Herrn haben will, ruft er im selben Augenblick </span><span class="fs18lh1-5 cf1 ff2">andere</span><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"> Herren auf den Plan, sehr grausame und tyrannische Herren, die ihn bedrücken. Nun wird er z.B. von seinem Machttrieb gepeitscht. Der Opportunismus beginnt ihn zu beherrschen. Jeder aber, der vom anderen weiß, dass er nur von seinem Machtwillen getrieben ist und nur opportunistisch reagiert, wird der </span><span class="fs18lh1-5 cf1 ff2">Angst</span><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"> vor dem anderen überantwortet. Denn nun weiß er: Dieser andere wird über meine Leiche gehen, wenn es ihm opportun erscheint und wenn es seiner Macht dient. [...] Wo aber in dieser Weise die Angst regiert, hört das Vertrauen auf. Und wo es kein Vertrauen mehr gibt, zerbricht jede Gemeinschaft – von der Ehe und der Freundschaft bis zum Staat und dem Verband der Nationen. So entsteht jene zentrifugale Tendenz des Auseinanderstiebens, die der Bericht vom babylonischen Turmbau beschreibt [1Mo/Gen 11,1-9]. Nun beginnt das Zeitalter der Isolierung und der Einsamkeit.</span></i></b></div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Helmut Thielicke</span></i></b></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Wer Gott dem Herrn absagt, liefert sich anderen Herren aus.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir alle tun das. Die Frage ist aber, in welchem Maße wir es tun und ob wir immer wieder reumütig zu Gott dem Herrn zurückkehren.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die anderen Herren sind gegenwärtig so deutlich sichtbar wie selten zuvor: Der Machttrieb fordert gerade Hunderte von Toten täglich. Der Opportunismus verhindert es, selber zu denken. Die Angst zerstört das Vertrauen und zerbricht jede Gemeinschaft.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Was bleibt, ist die Dämonisierung des Feindes und die Verweigerung jeglichen Dialogs, "dass keiner des anderen Sprache verstehe" (1Mo/Gen 8,7). Tödliche Isolierung und Einsamkeit setzen ein.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Doch der babylonische Turmbau war nicht das Ende. Gott selbst machte einen neuen Anfang mit den Menschen. Er wird es immer wieder tun.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Helmut Thielicke: Ich glaube. Das Bekenntnis der Christen. Quell-Verlag, Stuttgart 1965. S. 293. Orthographisch angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 11 Feb 2023 10:59:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |71]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001E4"><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><br></span></div><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="fs18lh1-5 ff1">Das Christentum ist ganz und gar und nicht nur im Anhang Eschatologie [Lehre von der letzten Zukunft], ist Hoffnung, Aussicht und Ausrichtung nach vorne, darum auch Aufbruch und Wandlung der Gegenwart. Das Eschatologische [Letzte] ist nicht etwas </span></span><span class="cf1"><span class="fs18lh1-5 ff2">am</span></span><span class="cf1"><span class="fs18lh1-5 ff1"> Christentum, sondern es ist schlechterdings das Medium des christlichen Glaubens, der Ton, auf den in ihm alles gestimmt ist, die Farbe der Morgenröte eines erwarteten neuen Tages, in die hier alles getaucht ist. Denn der christliche Glaube lebt von der Auferweckung des gekreuzigten Christus und streckt sich aus nach den Verheißungen der universalen [alles umfassenden] Zukunft Christi.</span></span></i></b></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jürgen Moltmann</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Der christliche Glaube hilft und tröstet nicht nur in der entbehrungsreichen und friedlosen Gegenwart, sondern er sehnt sich auch nach einer erfüllten und friedvollen Zukunft.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">So gibt sich der christliche Glaube nicht zufrieden mit der Welt, wie sie ist. Er streckt sich vielmehr aus nach der von Gott verheißenen Welt der Gerechtigkeit und des Friedens. Er legt die Hände dabei nicht bequem in den Schoß und wartet tatenlos auf Gottes Wirken, sondern er "bereitet dem Herrn in der Wüste den Weg" (Jes 40,3), das heißt: Er betet und streitet in aussichtsloser Lage dafür, dass Gottes Reich sich durchsetzen möge.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Der gekreuzigte Christus wurde auferweckt. Die letzte Zukunft ist darum nicht ein Reich der Gewalt und des Todes, sondern der Lebensfülle und des Friedens. Dieses Reich will Gott schon jetzt in unserer Welt beginnen lassen. Das ist unsere Hoffnung und unser Ansporn, uns in der Wüste des Todes und Unfriedens für das Leben und den Frieden stark zu machen, auf dass die Morgenröte eines neuen Welttages aufgehe.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Jürgen Moltmann: Theologie der Hoffnung. Untersuchungen zur Begründung und zu den Konsequenzen einer christlichen Eschatologie. Chr. Kaiser Verlag, 10. Aufl. München 1977. S. 12.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 08 Feb 2023 09:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Zeugen Jehovas]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Religionsgemeinschaften"><![CDATA[Religionsgemeinschaften]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001E3"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Zeugen Jehovas</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/02/2023</span></div><div><br></div><div>Es schellte und ich öffnete die Tür. Zwei junge Frauen standen vor mir und lächelten mich an. Sie wirkten außerordentlich freundlich, hatten ein gepflegtes Äußeres und waren modern gekleidet. Menschen, bei denen ich kein Problem hätte, sie in einem überfüllten Café zu fragen, ob ich mich zu ihnen an den Tisch setzen darf.</div><div><br></div><div>Sie standen also vor meiner Tür und sagten, ohne aufdringlich zu wirken, sie würden gern mit mir über Gott sprechen. Ich antwortete, ich sei evangelischer Pfarrer und Christ, kenne mich also mit dem christlichen Glauben aus, und fragte, ob sie Zeugen Jehovas seien. Sie bejahten das und erwiderten, mein Pfarrer- und Christsein würde nichts ausmachen, sie würden trotzdem gern mit mir ins Gespräch kommen. Weil ich gerade etwas Zeit hatte, bat ich sie herein und wir tauschten uns über unseren Glauben aus.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas</div><div><br></div><div>Es blieb nicht bei diesem einen Gespräch. Obwohl ich ihnen von Beginn an zu verstehen gab, dass ich meiner Kirche treu bleiben und kein Zeuge Jehovas werden würde, kamen sie immer wieder. Es schien sie überhaupt nicht abzuschrecken, zu einem Pfarrer ins Pfarrhaus zu gehen. Manchmal musste ich sie abweisen, weil ich beim besten Willen keine Zeit hatte. Die Gespräche erlebte ich als sehr offen und tolerant. Wir stellten hauptsächlich Übereinstimmungen fest. Ich dachte manches Mal: Es scheint fast so, als würden wir uns glaubensmäßig kaum unterscheiden.</div><div><br></div><div>Obwohl ich mehrfach bekundete, dass ich nicht zur ihrer Glaubensgemeinschaft übertreten werde, kamen sie immer wieder, und ich fragte mich, warum sie das wohl tun. Ich weiß nicht mehr, ob ich ihnen die Frage sogar einmal stellte. Ihre Antwort könnte gewesen sein: "Weil wir gern mit Menschen über den Glauben reden."</div><div><br></div><div>Das Ganze ist schon viele Jahre her, und ich erinnere mich nicht mehr, wie es endete. Es ist möglich, dass ich nach etwa zwei Jahren darum bat, die Gespräche zu beenden. Ich hatte jedenfalls einen keineswegs radikalen oder aufdringlichen Eindruck von den Zeugen Jehovas gewonnen, sondern einen immer freundlichen und offenen.</div><div><br></div><div>Als Student hatte ich schon einmal eine Erfahrung mit den Zeugen Jehovas gemacht. Sie standen, wie immer überraschend, an der Tür zu meiner Studentenbude: ein älterer Herr und ein Junge von vielleicht 16 Jahren. Ich bat sie herein, und nach meiner Erinnerung offenbarte ich mich als Theologiestudent. Der Mann brachte das Gespräch auf die Bibel. Es wurde schnell deutlich, dass er ein fundamentalistisches Bibelverständnis hatte, also von der wörtlichen Eingebung der Texte durch Gott ausging. Ich sagte, für mich sei die Bibel Gottes Wort in Menschenmund. Daraufhin beendete der Mann das Gespräch ziemlich abrupt, und beide verließen mich. Als ich ihnen durchs Fenster hindurch nachblickte, sah ich ihn gestikulierend auf seinen jungen Begleiter einreden.</div><div><br></div><div>Die Zeugen Jehovas sind uns wahrscheinlich allen bekannt – entweder von ihrem stillen Stehen in der Fußgängerzone, mit einem Schriftenständer neben sich, oder vom persönlichen Besuch an der Haustür. Es wird in Deutschland wohl kaum jemanden geben, der nicht schon einmal die Tür öffnete, und da standen sie: zwei Zeuginnen oder Zeugen, die freundlich erklärten, sie würden gern ein Gespräch über Gott mit uns führen.</div><div><br></div><div>Man kann sicher ganz unterschiedliche Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas machen. Es gibt auch Bücher ehemaliger Zeugen, welche die Gemeinschaft verlassen haben und von schlimmen Erfahrungen berichten. Aber wo liegen eigentlich die Ursprünge der Zeugen Jehovas, und was glauben sie eigentlich wirklich?</div><div><br></div><div>Ich kann hier nur das Wichtigste zusammenfassen. Da ich nicht über eigene Erfahrungen aus einer Mitgliedschaft bei den Zeugen Jehovas verfüge und auch deren Schriften nicht umfassend studiert habe, muss ich mich dabei vor allem auf das stützen, was andere über die Zeugen Jehovas geschrieben haben, ergänzt um einige Passagen der Zeugen Jehovas-Website.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die Geschichte der Zeugen Jehovas</div><div><br></div><div>Die Ursprünge der Zeugen Jehovas liegen im 19. Jahrhundert in den USA. Der religiös interessierte Teilhaber der Herrenmodekette seines Vaters <span class="fs14lh1-5"><i>Charles T. Russell</i></span> bildete mit fünf weiteren Personen einen Bibelstudienkreis, der schnell anwuchs und zwei Jahre später bereits 30 Personen umfasste. <span class="fs14lh1-5"><i>Russell </i></span>wurde zum "Pastor" dieses Kreises gewählt. Es folgten erste Publikationen. Von Beginn an waren ihm Berechnungen der Zeitpunkts wichtig, an dem Jesus Christus wieder zur Welt kommen und sein Königreich aufrichten würde.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Russell </i></span>verkaufte seine Anteile am väterlichen Geschäft und reiste fortan bescheiden lebend auf eigene Kosten als Prediger durch die Vereinigten Staaten. Er gründete einen Schriftenmissionsverlag, bildete kleine Bibelgruppen und führte die Verteilung der Schriften durch die Gruppenteilnehmer ein.</div><div><br></div><div>Für das Jahr 1914 prophezeite <span class="fs14lh1-5"><i>Russell </i></span>die Wiederkunft Christi und den Anbruch eines "Tausendjährigen Reiches" des glücklichen Lebens auf Erden. Doch das Jahr 1914 verstrich, und statt des Tausendjährigen Reiches kam der Erste Weltkrieg. <span class="fs14lh1-5"><i>Russell </i></span>gestand Fehler in der Berechnung ein, versuchte aber dennoch, seine Prophezeiungen aufrechtzuerhalten. Er starb plötzlich auf einer Vortragsreise im Oktober 1916 mit 64 Jahren.</div><div><br></div><div>Zu dieser Zeit gab es bereits die Organisation der "Wachtturm-Gesellschaft". <span class="fs14lh1-5"><i>Russells </i></span>Nachfolger an der Spitze des Direktoriums dieser Gesellschaft wurde der Jurist <span class="fs14lh1-5"><i>Joseph F. Rutherford</i></span>. Er gab der Organisation seine zukünftige Struktur und traf viele bedeutende inhaltliche Vorentscheidungen.</div><div><br></div><div>Schon länger gab es Zweigstellen der Wachtturmgesellschaft in Europa. Nach <span class="fs14lh1-5"><i>Russells </i></span>Tod spalteten sich etwa 4.000 Mitglieder im Streit mit <span class="fs14lh1-5"><i>Rutherford </i></span>ab. Der führte für die verbliebenen Gruppierungen den Namen "Bibelforscher" ein und grenzte sie scharf von den christlichen Gemeinschaften ab. Die christlichen Kirchen, alle anderen Religionen und das ganze weltliche Staatensystem wurden von ihm als Teufelswerk verurteilt und in die Hölle verdammt. Das Kreuzsymbol und die Feier des Weihnachtsfestes wurden abgeschafft.</div><div><br></div><div>Die Verteufelung des Staates wurde später infolge einer veränderten Auslegung von Röm 13 wieder aufgegeben. Vom Staat wird nun gesagt, dass Gott ihn "zugelassen" habe. Jedoch sei im Jahr 1914 das Königreich Christi angebrochen und damit eine "neue Nation" geboren, so dass die alten Nationen sich erübrigt hätten. Man hielt also am Jahr 1914 als Beginn der Herrschaft Jesu Christi fest, jetzt jedoch so, dass er unsichtbar im Himmel die Herrschaft über das Königreich Gottes übernommen habe. Die alten Nationen sollten deshalb ihre Souveränität an Christus abgeben, wozu die "Bibelforscher" sie immer wieder aufriefen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Rutherford </i></span>und einige Anhänger waren entschlossen, die Christenheit zu zerschlagen. Sie wurden deshalb in den USA angeklagt und inhaftiert, aber gegen Kaution wieder freigelassen.</div><div><br></div><div>Die Organisation bekam eine mehr und mehr autoritäre Führung. Die Leiter der Ortsgruppen wurden nicht mehr von den Mitgliedern gewählt, sondern von oben bestimmt. Der Dienst zur Verteilung der Schriften wurde für die Mitglieder verpflichtend. Die Organisation "Wachtturmgesellschaft" erhielt die unumschränkte Leitungsvollmacht: Sie wurde als der sichtbare Vertreter Jesu Christi auf Erden verstanden. Es herrscht eine theokratische Ordnung, das heißt: Gott tut seinen Willen der religiösen Institution kund und herrscht durch sie. Alles, was die religiöse Institution lehrt, ist identisch mit Gottes Willen.</div><div><br></div><div>Das bedeutet für die einzelnen Glaubenden, dass der Wachtturmgesellschaft unbedingt Folge zu leisten ist. Widerspruch gegen sie ist dem einzelnen Glaubenden nicht möglich. Denn Gott offenbart sich nicht einzelnen Menschen, sondern nur der theokratischen Organisation. Wer diese Organisation verlässt, also sich von den Bibelforschern löst, der trennt sich von Gott, kehrt unter die Herrschaft des Satans zurück und verliert das ewige Leben.</div><div><br></div><div>Im Jahr 1931 führte <span class="fs14lh1-5"><i>Rutherford </i></span>den Namen "Zeugen Jehovas" ein. Die Bezeichnung geht zurück auf den hebräischen Namen Gottes, wie er im Alten Testament begegnet. Der Name wird mit vier hebräischen Konsonanten geschrieben, die den deutschen Buchstaben JHWH entsprechen. Weil die hebräische Schrift keine Vokale kennt, sondern nur Konsonanten, ist umstritten, wie der Name zu biblischen Zeiten ausgesprochen wurde. Früher dachte man, die Aussprache sei "Jehova". Heute geht man von "Jahwe" aus (gesprochen <span class="fs14lh1-5"><i>jachwe</i></span>).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Rutherford </i></span>starb 1942. Unter seinem Nachfolger <span class="fs14lh1-5"><i>Nathan H. Knorr</i></span> wurden manche Formulierungen <span class="fs14lh1-5"><i>Rutherfords </i></span>abgeschwächt: Man müsse nicht der Wachtturmgesellschaft gehorchen, sondern Gott, der aber durch die Wachtturmgesellschaft repräsentiert werde. Nicht alle Religionen seien Teufelswerk, sondern es gebe wahre und falsche Religion, wobei jedoch nur die Zeugen Jehovas die wahre Religion praktizierten.</div><div><br></div><div>Worin aber besteht die "wahre Religion" der Zeugen Jehovas?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Lehren der Zeugen Jehovas</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>a) Der Kampf zwischen Gott und Satan</i></span></div><div><br></div><div>Nach der Vorstellung der Zeugen Jehovas spielt sich auf der Erde ein Machtkampf zwischen Jehova und dem Satan ab. Der Satan hat sein Reich in der Welt aufgerichtet. Er gründete die Staaten, die kommerziellen Organisationen und die Kirchen und Religionen. Die ganze Welt, mit Ausnahme der Zeugen Jehovas, steht unter der geistigen und politischen Diktatur des Satans.</div><div><br></div><div>Jehova sandte Jesus Christus, der den Versuchungen des Satans nicht erlag. Jesus Christus ist der Sohn Gottes, aber Gott dem Vater nicht gleich, sondern ihm untergeordnet. Auch der heilige Geist ist nicht Gott gleich, sondern Gottes wirksame Kraft. Die Zeugen Jehovas lehnen also die christliche Lehre von der Dreieinigkeit Gottes ab.</div><div><br></div><div>Eine zentrale Rolle im Denken der Zeugen Jehovas spielt die Vorstellung, dass das Ende der Welt nahe sei. Mehrfach wurden Berechnungen aufgestellt für den Termin einer letzten Schlacht zwischen Jehova (vertreten durch Jesus Christus) und den "gottfeindlichen Mächten" (Staaten, Kirchen, internationalen Wirtschaftsverbänden, den Vereinten Nationen). Alle diese Termine haben sich nicht bewahrheitet.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>b) Die Endschlacht bei "Harmagedon"</i></span></div><div><br></div><div>Die Zeugen Jehovas haben genaue Vorstellungen davon, wie die Ereignisse in der Endzeit der Welt ablaufen werden. Es wird eine furchtbare Endschlacht zwischen Gott und den Nationen, die allesamt dem Satan verschrieben sind, stattfinden. Symbol dieser Endschlacht ist eine im Alten Testament berichtete wichtige Schlacht bei der Stadt <span class="fs14lh1-5"><i>Megiddo </i></span>in Israel. Deshalb wird die Schlacht "Harmagedon" oder "Armageddon" &nbsp;genannt (Offb 16,16). Was dort passieren wird, haben die Zeugen Jehovas so beschrieben:</div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ja, Blut wird in Strömen fließen, wenn Gottes Hinrichtungsstreitkräfte zur Tat schreiten. Die 69 Millionen Toten der zwei Weltkriege werden nichts sein im Vergleich zu den Opfern des Krieges Gottes von Harmagedon [...] Die Menschheit wird weltweit durch brennende Geschosse, Feuerregen und andere verheerende elementare Kräfte, die mit dem Gericht Gottes einhergehen, in Schrecken versetzt werden [...] Und Gottes Hinrichtungsstreitkräfte werden ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht zuschlagen. Denn Gott gebietet ihnen, keine Barmherzigkeit zu zeigen.</span></i></span></div><div class="mb1"><i class="fs14lh1-5"><span class="cf1">Satans gesamtes Weltsystem, angefangen bei der Christenheit, muss von Jehovas Becher der Rache trinken [...] Es ist der Wille Jehovas, dass Jesus als sein Schwert handelt, wenn er Rache übt [...] Keiner einzigen Nation wird es erspart bleiben, in dieser Weise vom Becher des Grimms Jehovas zu trinken [...] Daher ist es für alle gerecht gesinnten Menschen höchste Zeit, sich von der Bosheit der Nationen abzuwenden, bevor die vier Engel den verheerenden Sturm des Grimms Jehovas loslassen [...] Echtes Entsetzen! Die Zornglut Jehovas wird auf jeden Fall [...] zum Ausdruck gebracht werden [...] Wenn sich der Sturm der großen Drangsal gelegt haben wird, werden wir uns [...] auf der Erde umsehen können, voller Dankbarkeit dafür, dass wir am Leben sind und uns an dem Auftrag Jehovas beteiligen können, die gereinigte Erde in eine herrliches Paradies umzuwandeln.</span></i><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">("Der Wachtturm" vom 1.2.1985, S. 4ff und "Der Wachtturm" vom 1.3.1994, S. 21ff, zitiert nach Hempelmann: Panorama, S. 528f)</span></i></div><div><br></div><div>Auf der aktuellen Website der Zeugen Jehovas habe ich solche bluttriefenden Texte nicht mehr gefunden. Dennoch bin ich angesichts eines solchen unbarmherzigen Gemetzels durch den Zorn und die Rache Gottes froh, an einen barmherzigen und gnädigen Gott zu glauben – einen Gott, dessen Barmherzigkeit und Gnade seinen Zorn so weit überragt, dass er zwar Sünde nicht ungestraft lässt "bis in die dritte und vierte Generation", aber Gnade übt "bis in die <span class="fs14lh1-5"><b>tausendste </b></span>Generation" (2Mo/Ex 20,5f; 34,6f; 5Mo/Dtn 5,9f). Gottes Gnade ist demnach 250 bis 330 Mal größer als sein Zorn – eine Zahl, die für die meisten Menschen in biblischer Zeit unvorstellbar groß war. Das müsste doch bei allen berechtigten Aussagen über ein Gericht Gottes berücksichtigt werden.</div><div><br></div><div>Nimmt man die Aussagen der Zeugen Jehovas ernst, dann erzeugen sie natürlich eine ungeheure Angst, der man nur dadurch entkommt, dass man ein Zeuge Jehovas wird. Denn dann kann man sich nach dem Hinschlachten von Millionen freuen und dankbar dafür sein, dass man selbst nicht zu ihnen gehört. Wie man sich aber beim Anblick der Millionen Hingeschlachteten, darunter auch unzählige Kinder, noch freuen kann, ist mir eine echte Frage.</div><div><br></div><div>Eine Lehre von ewigen Höllenqualen gibt es hingegen bei den Zeugen Jehovas nicht. Die Ungläubigen werden in der Schlacht bei Harmagedon getötet und bleiben tot. Wann diese Schlacht sich ereignen wird, darüber machen die Zeugen Jehovas heute keine Angaben mehr, weil sich alle bisherigen von ihnen errechneten Termine nicht erfüllt haben.</div><div><br></div><div>Nach Harmagedon bricht nach der Vorstellung der Zeugen Jehovas das sogenannte "Tausendjährige Reich" an. Das ist ein herrliches Paradies auf Erden, ein ewiges Reich des Glücks, der Freude und des Friedens, das ewige Leben für die Zeugen Jehovas. Sie werden die Hingeschlachteten bestatten und den dann Auferweckten aus vergangenen Zeiten Wohnungen, Nahrung und Kleidung beschaffen, vor allem aber ihnen das Evangelium predigen. Nur 144.000 Menschen, von denen heute nur eine kleine Zahl unter den Zeugen Jehovas lebt, ist es vorbehalten, in den Himmel aufgenommen zu werden und dort mit Christus zusammen zu regieren. Die anderen, deren Glaube sich bewährt hat, werden in ewiger Freude auf der erneuerten Erde leben.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>c) Die Absonderung von der Welt</i></span></div><div><br></div><div>Weil die Welt in allen ihren Institutionen und Strukturen der Macht des Satans verfallen ist, leuchtet es ein, dass die Zeugen Jehovas sich so gut wie möglich von der Welt absondern sollen. Sie sollen keine Geselligkeit mehr mit anderen Menschen pflegen und die Teilnahme an Parties, Betriebsfeiern, Kegelclubs, Sportvereinen etc. vermeiden. Ostern und Weihnachten werden nicht gefeiert.</div><div><br></div><div>Da auch der Staat unter der Herrschaft des Satans steht, übernehmen die Zeugen Jehovas keine politischen Ämter und beteiligen sich nicht an Aktivitäten politischer Parteien, sozialen Reformen oder Wohltätigkeitsveranstaltungen. Sie nehmen auch nicht an Wahlen teil und singen keine Nationalhymne. Sie zahlen zwar Steuern und befolgen die staatlichen Gesetze, aber nur soweit sie nichts von ihnen verlangen, was den biblischen Geboten widerspricht. Schülerinnen und Schüler dürfen nicht in der Schülervertretung mitarbeiten oder sich zur Klassensprecherin wählen lassen.</div><div><br></div><div><div>Nicht ganz im Einklang damit scheint es zu stehen, wenn die Regierungen der Staaten durchaus positiv bewertet werden. Auf der Website der Zeugen Jehovas heißt es:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Da die Regierungen wertvolle Dienste leisten, indem sie für Schutz und Sicherheit sowie für das Wohl ihrer Bürger sorgen, haben sie das Recht, als Gegenleistung für ihre Dienste Steuern und Abgaben zu verlangen. Sie können als "Gottes öffentliche Diener" bezeichnet werden, weil sie nutzbringende Dienste leisten (Rö 13:6, 7). [...] Wenn eine Regierung ihren Aufgaben in der rechten Weise nachkommt, ziehen oft alle Nutzen daraus. Zu diesen Aufgaben gehören die Aufrechterhaltung eines Rechtssystems, das den Bürgern zu ihrem Recht verhilft und Schutz vor Verbrechern, Pöbelaktionen usw. bietet (Php 1:7; Apg 21:30-32; 23:12-32).</span></i></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(<a href="https://www.jw.org/de/bibliothek/buecher/Einsichten-%C3%BCber-die-Heilige-Schrift/Obrigkeitliche-Gewalten" target="_blank" class="imCssLink">https://www.jw.org/de/bibliothek/buecher/Einsichten-%C3%BCber-die-Heilige-Schrift/Obrigkeitliche-Gewalten/</a>)</span></i></div></div><div><br></div><div>Wie sehr auch die christlichen Kirchen von den Zeugen Jehovas abgelehnt wurden, veranschaulicht folgender Text:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Als ZEUGEN JEHOVAS legen wir folgendes Zeugnis ab: WIR VERABSCHEUEN die Schmach, die Babylon die Große [also das Heidentum] und vor allem die Christenheit auf den Namen des einen wahren und lebendigen Gottes Jehova gebracht hat [...] WIR VERABSCHEUEN das Festhalten der Christenheit an babylonischen [= heidnischen] Lehren, insbesondere an der Lehre von einem dreieinigen Gott, von der Unsterblichkeit der Menschenseele, von der ewigen Qual in der Hölle, von einem Fegefeuer, und das Festhalten an der Verehrung und Anbetung von Bildnissen – wie die Madonna und das Kreuz [...] Wir verabscheuen gottfeindliche Philosophien und Praktiken, die in der Christenheit stark verbreitet sind, wie die Evolutionstheorie, Bluttransfusionen, Abtreibungen, das Lügen, Habgier und Unehrlichkeit [...] Wir verabscheuen die Unmoral und die Freizügigkeit in der Christenheit und unter ihrer Geistlichkeit [...] Wir verabscheuen die gewaltige Blutschuld, die sich daraus ergibt, dass 100 Millionen Menschenleben allein in den Kriegen unseres Jahrhunderts geopfert wurden [...]. Wir frohlocken darüber, dass die bestimmte Zeit nahe ist, wo Gott an Babylon der Großen die richterliche Strafe vollstrecken wird.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">("Der Wachtturm" vom 15.4.1989, S. 18f; zitiert nach Hempelmann: Panorama, S. 531)</span></i></div><div><br></div><div>Man kann sicher manche hier geäußerte Kritik am Christentum als berechtigt empfinden. Dennoch fällt die Überheblichkeit auf, mit der man allein im Besitz der Wahrheit zu sein beansprucht und jede Selbstkritik vermissen lässt.</div><div><br></div><div>Heute ist die Wachtturmgesellschaft wohl vorsichtiger mit ihren Urteilen über das Christentum. Auf ihrer Website ist Folgendes zu lesen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nur der Glaube, der sich auf die Wahrheit der Bibel stützt, führt Menschen zu Gott (Johannes 4:24; 17:17; 2. Timotheus 3:16, 17). Aber Religionen, die etwas über Gott lehren, das der Bibel widerspricht, bringen ihre Anhänger eher von Gott weg. Und es gibt viele Lehren, von denen die meisten glauben, sie kommen aus der Bibel, aber in Wirklichkeit wurden sie von anderen Religionen übernommen. Dazu gehören zum Beispiel die Lehre von der Dreieinigkeit, von einer unsterblichen Seele und von der Hölle. Ein Glaube, der sich auf solche Lehren stützt, ist wertlos, weil er die Wahrheit der Bibel durch religiöse Traditionen ersetzt (Markus 7:7, 8).</span></i></span></div><div><span class="cf2"><i><span class="fs11lh1-5">(</span></i><span class="imUl fs11lh1-5"><a href="https://www.jw.org/de/biblische-lehren/fragen/sind-alle-religionen-gleich/" target="_blank" class="imCssLink"><i>https://www.jw.org/de/biblische-lehren/fragen/sind-alle-religionen-gleich/</i></a></span><i><span class="fs11lh1-5">)</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch wenn hier sehr viel rücksichtsvoller formuliert wird als 1989, scheint das Ergebnis doch dasselbe zu sein: Nur ein Glaube, der sich an die Wahrheit der Bibel hält, führt zu Gott. Die Lehren von der Dreieinigkeit, von einer unsterblichen Seele und von der Hölle gründen nicht in der Bibel. Ein Glaube, der sich auf solche Lehren stützt, ist wertlos. Er führt also nicht zu Gott. Damit ist indirekt gesagt, dass zum Beispiel der christliche Glaube, der die Lehre von der Dreieinigkeit vertritt, nicht zu Gott führt.</div><div><br></div><div>Es fällt auf, dass der Weg zu Gott nach dem Verständnis der Zeugen Jehovas vorrangig über die Annahme der richtigen Lehren zu führen scheint. Es geht also nicht so sehr um das Vertrauen zu Gott und Jesus Christus, sondern vor allem darum, dass man die rechten Lehren im Kopf hat und akzeptiert. Die rechten Lehren aber gibt unfehlbar die Wachtturmgesellschaft vor.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Der Lebenswandel der Zeugen Jehovas</div><div><br></div><div>Der Predigtdienst in der Fußgängerzone oder im Gehen von Haus zu Haus gehört für die Zeugen Jehovas zu den Verpflichtungen Gott gegenüber. Weil der Mensch schwach ist und den Dienst nicht unbedingt freiwillig tut, muss er seinen Dienst als Pflicht anerkennen, um immer wieder neu motiviert zu sein. Zu den weiteren Pflichten gehören z.B. Liebe üben, familiäre Pflichten, Ehrlichkeit, Gesetzestreue (solange die Gesetze nicht dem Willen Gottes widersprechen). Das alles dient offensichtlich dazu, anderen und sich selbst das ewige Leben zu verschaffen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mit anderen Worten, wir müssen alles tun, um uns selbst und auch jene, die auf uns hören, zu retten.</span></i></span></div><div><i class="fs11lh1-5"><span class="cf2">(</span><span class="imUl"><a href="https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1966162?q=verpflichtungen&p=par" target="_blank" class="imCssLink">https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1966162?q=verpflichtungen&amp;p=par</a></span><span class="cf2">)</span></i></div><div><br></div><div>Damit ist der Zeuge Jehovas angewiesen, sich selbst durch seine Taten zu erlösen. Dem entspricht es, dass der erlösende Tod Jesu am Kreuz bei den Zeugen Jehovas eine merkwürdig untergeordnete Rolle spielt. <span class="imUl"><a href="https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1999123?q=tod+jesu&p=par" target="_blank" class="imCssLink">Jesus zahlte durch seinen Tod das "Lösegeld" für unsere Sünden und <span class="fs14lh1-5"><b>ermöglicht</b></span> uns dadurch, das ewige Leben zu erhalten</a></span>. Dieses erhalten wir aber nur dann, wenn wir sein Opfer schätzen und ein entsprechendes Leben führen. Damit aber ist die Erlösung von unseren Taten abhängig, liegt also letztlich in unserer eigenen Hand.</div><div><br></div><div>Dementsprechend gibt es bei den Zeugen Jehovas eine umfangreiche "Gemeindezucht" – eine Aufsicht der Gemeinde über den Lebenswandel der einzelnen Mitglieder. Wenn jemand dem Willen Gottes, so wie die Wachtturmgesellschaft ihn vorgibt, nicht gehorsam ist, wird er mehrmals von verschiedenen Gemeindegliedern und schließlich von der ganzen Versammlung ermahnt und zur Umkehr aufgerufen. Wenn er dem nicht folgt, wird ihm die Gemeinschaft entzogen: Er wird ignoriert und wie Luft behandelt. Auch seine Verwandten werden angewiesen, den Kontakt mit ihm auf das Notwendigste zu beschränken.</div><div><br></div><div>In den USA wird von einigen Fällen sexuellen Missbrauchs berichtet. Nach den Vorschriften der Wachtturmgesellschaft kann jemand aber nur dann einer Tat überführt werden, wenn sie durch mindestens zwei Zeugen nachgewiesen wird (wie es in 5Mo/Dtn 19,15 geregelt ist). Es ist deutlich, dass das in Fällen sexuellen Missbrauchs nahezu ausgeschlossen ist. Daran wird deutlich, wie widersinnig es sein kann, biblische Texte rein buchstabentreu auf alle denkbaren Situationen anzuwenden, ohne ihrem eigentlichen Sinn nachzuspüren.</div><div><br></div><div>Auf der anderen Seite steht ein unvergleichlich konsequentes Festhalten der Zeugen Jehovas an ihren ethischen Vorstellungen, ein Festhalten, das auch das Martyrium nicht scheut. Unter den Nationalsozialisten gingen die Zeugen Jehovas, damals noch Bibelforscher genannt, willig ins KZ und dachten gar nicht daran, ihre Haltung der Kriegsdienstverweigerung aufzugeben. Der evangelische Pastor <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Niemöller</i></span> berichtete aus dem KZ Sachsenhausen, dass die SS eine Zeit lang jeden Morgen einen Zeugen Jehovas aufrief und ihn fragte, ob er bereit sei, als Soldat zu kämpfen. Wenn er verneinte, wurde er vor der versammelten Mannschaft gehenkt. Alle verneinten, ohne Ausnahme.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Rudolf Höß</i></span>, Kommandant des KZ Auschwitz, berichtete in seinen Lebenserinnerungen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Die Bibelforscher in ihrem Glauben zu erschüttern, war gänzlich unmöglich." Prügelstrafen ließen sie "mit einer Inbrunst über sich ergehen, dass man beinahe annehmen konnte, sie seien pervers veranlagt." Einige wegen Wehrdienstverweigerung zum Tod Verurteilte liefen "beinahe im Trab" zu ihrer Exekution und warteten mit verklärtem Gesicht auf die Kugel. "Alle, die dies Sterben sahen, waren ergriffen, selbst das Exekutions-Kommando war benommen."</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Hutten: Seher, S. 119; dort zitiert nach Höß: Kommandant in Auschwitz, Stuttgart 1958, S. 33f).</span></i></div><div><br></div><div>Unter den Nazis wurden 6.019 Zeugen Jehovas verhaftet und rund 2.000 ins KZ gebracht. In der Haft starben 635, und 253 wurden hingerichtet.</div><div><br></div><div>Auch in der DDR wurden die Zeugen Jehovas unterdrückt, inhaftiert und misshandelt. Dasselbe geschah ihnen in der Sowjetunion. Dort setzten sie in Gefängnissen und Lagern ihre Verkündigung fort. Damit sie nicht andere Gefangene mit ihrem Glauben "ansteckten", wurden sie schließlich in einem einzigen Lager konzentriert. Verfolgungen erlitten die Zeugen Jehovas aber auch in der nichtkommunistischen Welt, z.B. in Spanien wegen ihrer Kriegsdienstverweigerung oder in den USA wegen ihrer Weigerung, die amerikanische Flagge zu grüßen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Bewertung der Zeugen Jehovas</div><div><br></div><div>Es ist schwierig, eine abschließende Bewertung der Zeugen Jehovas abzugeben, ohne die Gemeinschaft von innen her zu kennen. Das zeigt auch ein Gerichtsurteil, mit dem die Wachtturmgesellschaft den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erstritten hat.</div><div><br></div><div>Die Organisation hat jahrelang in Gerichtsverfahren, die bis vor das Bundesverfassungsgericht gingen, um diesen Status gekämpft. Erstmals wurde er ihr schließlich im Jahr 2006 durch das Land Berlin verliehen. Auf der Website der Zeugen Jehovas ist folgender Auszug aus der Zeitung "Die Welt" vom 26.03.2005 zum Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin vom 24.03.2005 zu lesen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Alle gegen sie erhobenen Vorwürfe, so das Gericht, hätten sich als nicht substantiiert erwiesen. "Im Ergebnis könne sich der Beklagte (das Land Berlin) daher nur auf sogenannte Aussteigerberichte, Berichte von Sekteninitiativen … stützen." Familiengerichte, Ärzte, Psychologen und wissenschaftliche Untersuchungen hätten jedoch deren Sicht der Dinge nicht bestätigt. Dass "Aussteiger ihren Erfahrungen mit der Gemeinschaft … im Nachhinein positive Aspekte abgewinnen könnten, sei kaum anzunehmen". Diese Einschätzung des Gerichts steht in diametralem Gegensatz zur Tätigkeit der amtskirchlichen Sektenbeauftragten, die ihr negatives Urteil über die religiöse Konkurrenz nicht nur auf diese "Aussteigerberichte" gründen, sondern auch mit den Ausgetretenen und den Antisektenorganisationen aufs engste zusammenarbeiten. So mancher von den Landeskirchen bezahlte Pfarrer ist bei "Sekteninfos" und anderen Organisationen beratend tätig. Die über das Urteil empörten Kirchenoberen müssen sich die Frage gefallen lassen, wie sie wohl reagieren würden, wenn die Vorwürfe entlaufener Priester und kirchenkritischer Atheistenverbände vor ordentlichen Gerichten für bare Münze genommen würden.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf2">(<span class="imUl"><a href="https://jehovaszeugen.de/de/geschichte/erstverleihung/pressemeldungen-zur-erstverleihung/" target="_blank" class="imCssLink">https://jehovaszeugen.de/de/geschichte/erstverleihung/pressemeldungen-zur-erstverleihung/</a></span>)</span></i></div><div><br></div><div>Dennoch ergibt sich mir, auch nach dem Lesen einiger Texte auf der Website der Zeugen Jehovas, ein zwiespältiges Bild. Theologisch äußerst bedenklich finde ich die These, dass Jesus Christus durch seinen Tod am Kreuz nur die <span class="fs14lh1-5"><b>Möglichkeit </b></span>der Erlösung schaffe. Der Mensch muss sich demnach der Erlösung erst noch würdig erweisen. Dadurch entsteht ein Leistungsdruck, der nur dadurch Entlastung findet, dass man sich in bedingungslosem Gehorsam der Wachtturmgesellschaft hingibt. Nur dann kann man der Erlösung sicher sein – wobei immer noch die Frage bleibt, ob man denn wirklich alle Vorgaben der Organisation erfüllt.</div><div><br></div><div>Die Wachtturmgesellschaft hat angeblich die Wahrheit. Deshalb fehlt ihr jede Selbstkritik. Und ihr Absolutheitsanspruch wird gefestigt durch die Verurteilung aller anderen Glaubenden. Das ist das bekannte Schema, das auch in der Welt oft angewandt wird, von der sich die Zeugen Jehovas doch eigentlich so stark abgrenzen möchten: Wir sind die Guten, die anderen die Bösen.</div><div><br></div><div>Wer sich auf die Zeugen Jehovas einlässt, muss also wissen, dass er sich vorbehaltlos der Wachtturmgesellschaft auszuliefern hat. Er liefert sich nicht Gott oder Jesus aus, sondern der Organisation, die Gott und Jesus repräsentiert. In dieser theokratischen Ordnung ist jedes eigene Denken im Grunde ausgeschlossen; denn die Organisation denkt für alle ihre Mitglieder.</div><div><br></div><div>Kritisch ist auch die gänzlich unhistorische und am Buchstaben klebende Bibelauslegung zu beurteilen. So lehnen die Zeugen Jehovas z.B. jede Bluttransfusion ab und berufen sich dabei auf Apg 15,20.29; 21,25, wo es heißt, dass die Christen sich "des Blutes enthalten" sollen. Hier geht es allerdings nicht um Bluttransfusionen, die es damals ja noch gar nicht gab, sondern um Speisevorschriften. Der Bibeltext wird also unhistorisch ausgelegt und so verstanden, als sei er heute für unsere Situation aufgeschrieben worden. Es ist zwar richtig, dass die Bibel wörtlich genommen werden will. Zugleich muss sie aber in ihrem historischen Kontext ausgelegt werden und der dadurch gewonnene Sinn eines Textes auf jede neue Situation neu angewendet werden. Es kann nicht so getan werden, als seien die biblischen Texte heute entstanden.</div><div><br></div><div>Das ist freilich ein Problem fundamentalistischer Gruppen auch in den christlichen Kirchen. Insofern sind die Unterschiede zu solchen kirchlichen Gruppen möglicherweise nicht sehr groß. Hinzu kommt, dass es wahrscheinlich auch zwischen den Ortsgruppen der Zeugen Jehovas Unterschiede hinsichtlich ihrer Atmosphäre der Offenheit und Toleranz gibt.</div><div><br></div><div>Die Konsequenz, mit der die Zeugen Jehovas ihre Überzeugung leben bis hin zur Leidensbereitschaft und zum Martyrium, kann man nur bewundern. Auch von ihrer Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und ihrem Fleiß wird berichtet. Mit der Freundlichkeit ist es aber offensichtlich vorbei, wenn man bei der Organisation in Ungnade fällt.</div><div><br></div><div>Zum Schluss möchte ich noch von einer Erfahrung meiner Eltern berichten: Sie wurden jahrelang von einem Ehepaar der Zeugen Jehovas besucht und führten angeregte Gespräche mit diesem. Obwohl meine Eltern immer wieder betonten, sie würden ihre evangelische Kirche nicht verlassen, kam das Ehepaar immer wieder, über Jahre hin. Die Gespräche verliefen in einer offenen und toleranten Atmosphäre, und im Laufe der Jahre entstand so etwas wie eine Freundschaft zwischen Glaubenden. Es fanden sogar gegenseitige Besuche mit Kaffeetrinken statt. Offenbar profitierten beide Seiten von dieser Beziehung.</div><div><br></div><div>Ich möchte daran den Gedanken anknüpfen, dass Gott seinen Geist über Menschen aller Religionen und Gemeinschaften ausgießen kann und dass es in allen Religionen und Gemeinschaften Menschen gibt, die im Vertrauen zu Gott und Jesus Christus leben. Mag es auch viele Unterschiede in der Lehre geben, so kann doch große Übereinstimmung in dem Vertrauen bestehen, "von guten Mächten wunderbar geborgen" zu sein. Darauf aber kommt es letztlich an. Und wenn dieses Vertrauen und das ihm entsprechende Handeln da ist, mag es sein, dass die theoretischen Lehrunterschiede gar nicht so gravierend sind – auch dann nicht, wenn man unterschiedliche Begriffe benutzt, um seinen Glauben auszudrücken.</div><div><br></div><div>Soweit mein Bericht über die Zeugen Jehovas. Es ist nur ein Ausschnitt ihrer Geschichte und ihrer Lehren, wie ich sie hauptsächlich in Büchern über diese Religionsgemeinschaft gefunden habe. Vielleicht machst du dir, wie immer, selber ein Bild, indem du die Website der Zeugen Jehovas durchforstest. Wenn du eigene Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas gemacht hast, kannst du sie gern in einem Kommentar mit allen, die den Blog lesen, teilen und so das Bild vervollständigen.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Siehe auch das <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?update--die-zeugen-jehovas" class="imCssLink">Update vom 11.03.2023</a></span>.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="imUl fs11lh1-5">Quellen</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Reinhard Hempelmann u.a. (Hg.): Panorama der neuen Religiosität. Sinnsuche und Heilsversprechen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Herausgegeben im Auftrag der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 2001. S. 521-535.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Kurt Hutten: Seher – Grübler – Enthusiasten. Das Buch der traditionellen Sekten und religiösen Sonderbewegungen. Quell Verlag, 13. Aufl. Stuttgart 1984. S. 80-135.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Hans-Jürgen Twisselmann: Sieben Glaubensgemeinschaften. Darstellung und Kritik. Nordelbische Reihe für Weltanschauungsfragen. Heft 6. Itzehoe 1993. S. 12-27.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia-Artikel "Zeugen Jehovas"</a></span>.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: <span class="imUl"><a href="https://www.jw.org/de/bibliothek/zeitschriften/wachtturm-nr2-2021-mai-jun/neue-welt-paradies/" target="_blank" class="imCssLink">https://www.jw.org/de/bibliothek/zeitschriften/wachtturm-nr2-2021-mai-jun/neue-welt-paradies/</a></span>.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 06 Feb 2023 18:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hilfe für einen kontaktarmen Außenseiter]]></title>
			<author><![CDATA[Reinhard Häußler]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001E2"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Hilfe für einen kontaktarmen Außenseiter</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="fs11lh1-5"><b>Reinhard Häußler</b></span><span class="fs11lh1-5"> | 02/02/2023</span></div><div><br></div><div>Ich möchte Sie mal mitnehmen ins Westjordanland, in die schöne Palmenstadt <span class="fs14lh1-5"><i>Jericho</i></span>. Am Stadtrand begegnen wir Jesus mit seinen Jüngern und einer Pilgergruppe. Sie sind auf dem Weg nach Jerusalem. Plötzlich fängt jemand an, aufdringlich zu schreien: "Jesus, Sohn Davids, erbarme dich!" Ach ja, <span class="fs14lh1-5"><i>Bartimäus</i></span>, der blinde Bettler. Er hat all seinen Mut zusammengenommen und all sein Vertrauen, all seine Hoffnung auf eine Karte gesetzt: er will raus aus seiner Isolation, seiner Perspektivlosigkeit, seinem Elend.</div><div><br></div><div>Viele der Umstehenden halten Abstand –. Bloß keinen Kontakt! Sie bedrängen ihn geradezu zu schweigen. Dann heißt es in Markus 10,49: "Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf. Er ruft dich." Da begreifen offenbar einige, was eigentlich zu tun ist. Sie sprechen mit ihm und er hört einen Gleichklang an Stimmen in seinem Kopf: &nbsp;Sei getrost! Sei unbesorgt, verzage nicht, sei hoffnungsvoll, habe Vertrauen. Du kannst zuversichtlich sein. Lass dich nicht entmutigen. </div><div><br></div><div>Wenn ich mir da selber zuhöre, merke ich, wie ermutigend solche liebevolle Zuwendung wirkt. Steh auf! Er ruft dich! Bedeutet: Beweg dich! Er will auch mich rausholen aus Isolation und Resignation.</div><div><br></div><div>"Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen." Mit diesem Wort Jesu kann <span class="fs14lh1-5"><i>Bartimäus </i></span>natürlich zuversichtlich mit nach Jerusalem gehen. Sie singen gemeinsam Loblieder zur Ehre Gottes. </div><div><br></div><div>Und ich, ich merke, wie ich selbst angesprochen werde. Wie kann ich Zuversicht gewinnen in diesen kontaktarmen Zeiten? Manchmal reicht ja ein Anruf, eine Email, eine Whatsapp oder Twitter. Da fallen mir Menschen ein, die im Sinne Jesu handeln. Sie schöpfen Kraft, Hoffnung und Zuversicht aus dem Glauben, dass Gott auch in Krisen heute nahe ist und durchhilft, so wie Jesus <span class="fs14lh1-5"><i>Bartimäus </i></span>geholfen hat. Um eine solche Haltung will ich bitten mit Worten von <span class="fs14lh1-5"><i>Franz von Assisi</i></span>: </div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, </i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt;</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält. </i></span><span class="cf1">*</span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><b><span class="fs11lh1-5">Reinhard Häußler</span></b><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 imTALeft"><span class="fs11lh1-15">* &nbsp;</span><span class="fs11lh1-15"><a href="https://www.pfarrei-stclemens.de/fileadmin/Datenpool_fuer_alle/Bilder/Pfarrei/Impulse/Sammlung_Friedensgebete.pdf" target="_blank" class="imCssLink">https://www.pfarrei-stclemens.de/fileadmin/Datenpool_fuer_alle/Bilder/Pfarrei/Impulse/Sammlung_Friedensgebete.pdf</a></span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: StockSnap auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 02 Feb 2023 15:21:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hilfe-fuer-einen-kontaktarmen-aussenseiter</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |70]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001E1"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Fragen eines lesenden Arbeiters</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wer baute das siebentorige Theben?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>In den Büchern stehen die Namen von Königen.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Und das mehrmals zerstörte Babylon –</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wohin gingen an dem Abend, wo die Chinesische Mauer fertig war</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Die Maurer? Das große Rom</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie? Über wen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Der junge Alexander eroberte Indien.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Er allein?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Cäsar schlug die Gallier.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Untergegangen war. Weinte sonst niemand?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Siegte außer ihm?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Jede Seite ein Sieg.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wer kochte den Siegesschmaus?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Alle zehn Jahre ein großer Mann.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wer bezahlte die Spesen?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>So viele Berichte.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>So viele Fragen.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Bertolt Brecht</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Manchmal sind wir blind für das Selbstverständliche.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Würden wir das Selbstverständliche sehen, dann würden wir anders über die Sache denken.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Würden wir anders über die Sache denken, dann würden wir anders in der Sache handeln.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Würden viele Menschen anders in der Sache handeln, dann würden viele Menschen am Leben bleiben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Zum Umdenken ist es nie zu spät. Jeder einzelne zählt. Du kannst einer von ihnen sein.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: DIE ZEIT Nr. 50 vom 5.12.2022, S. 46.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 31 Jan 2023 20:08:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--70</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |69]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001E0"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>In Deutschland empfinden wir die NATO ja als ein Werte- und Verteidigungsbündnis, mit allen Schwächen und Schwierigkeiten, siehe zum Beispiel in der Türkei. In Russland dagegen wird die NATO als Bedrohung wahrgenommen – und das muss kluge Politik meiner Meinung nach berücksichtigen. [...] Als 1990 die Verhandlungen zur deutschen Einheit geführt wurden, die ja ohne Russland nicht möglich gewesen wäre, hat Gorbatschow dem Abzug von 500.000 sowjetischen Soldaten und Zivilangestellen aus Ostdeutschland bis 1994 zugestimmt. Diese Zustimmung gab er auch vor dem Hintergrund von mündlichen, nicht vertraglich festgehaltenen Aussagen von James Baker und Hans-Dietrich Genscher, die man so zusammenfassen kann: Habt keine Angst, über Ostdeutschland hinaus wird sich die NATO nicht ausdehnen. In diesem Glauben hat man das alles vollzogen, ohne die Nicht-Ausdehnung der NATO auf dem Papier zu regeln, was Gorbatschow bis heute in Russland vorgeworfen wird. [...] Und jetzt kann man zu Russland sagen: „Was habt ihr Angst vor der NATO? Wir sind ein Verteidigungsbündnis." – Das ist aber nicht hinreichend. Wenn jemand Angst hat, muss man damit umgehen, anstatt diese Angst wegzureden. Wenn wir – wie ich finde, zu Recht – verlangen, dass die Ängste der Balten und der Polen vor Russland ernst genommen und in Politik umgesetzt werden, dann sollten wir auf der anderen Seite respektieren, dass auf russischer Seite erhebliche Bedenken und Ängste davor bestehen, dass die NATO-Truppen praktisch bis an die russische Grenze herangerückt sind. Man kann einfach nur dafür plädieren, dass hier beide Seiten, ehe es irgendwann zu einer Eskalation kommt, einmal einen Schritt zurückgehen.</i></b></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Matthias Platzeck 2020</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Wer sich unschuldig fühlt, hat keinen Grund, einen Schritt zurück zu gehen. Nur wer seine Schuld erkennt und annimmt, kann Fehler einsehen und korrigieren.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Zu einer klugen Politik gehört es, wie zu jedem Miteinander im täglichen Leben, die Angst des anderen wahrzunehmen und darauf einzugehen. Denn auch Gott ist gnädig mit den Ängstlichen (Ps 31,10).</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Christinnen und Christen sollten immer bereit zur Umkehr sein. Sie sollten auch für die Wahrnehmung politischer Schuld eintreten und so Frieden zwischen den Staaten ermöglichen. Dazu ist es nie zu spät, weil bei Gott alle Dinge möglich sind (Mt 19,26).</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: <span class="imUl"><a href="https://www.planet-interview.de/interviews/matthias-platzeck/51622/" target="_blank" class="imCssLink">https://www.planet-interview.de/interviews/matthias-platzeck/51622/</a></span>.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="cf2"><span class="fs11lh1-15">Hinweis: Zur Zusage der Nicht-Ausdehnung der NATO nach Osten siehe auch folgende Videos: </span></span><span class="cf2"><span class="imUl fs11lh1-15"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=IwgLljPrPeY" target="_blank" class="imCssLink">https://www.youtube.com/watch?v=IwgLljPrPeY</a></span></span><span class="cf2"><span class="fs11lh1-15"> und &nbsp;<span class="imUl"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=1Jj_JU8nlNU" target="_blank" class="imCssLink">https://www.youtube.com/watch?v=1Jj_JU8nlNU</a></span> (ab min 1:28).</span></span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 28 Jan 2023 20:41:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--69</link>
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			<title><![CDATA[Warum Christen keine komischen Vögel sein müssen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001DF"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum Christen keine komischen Vögel sein müssen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/01/2023</span></div><div><br></div><div>Wir Menschen verbringen unsere Tage in dem Bewusstsein, dass sich die ganze Welt um uns dreht. Wir wissen natürlich, dass es nicht so ist. Aber unser Bewusstsein redet uns etwas anderes ein. Es sagt:</div><div><br></div><div>"Vor dir ist die Haustür. Wenn du auf sie zugehst, kommt sie näher an dich heran. Gehst du durch die Tür hindurch, stehst du auf der Straße. Wenn du dich einmal im Kreise drehst, dann siehst du, wie sich die Häuser, Gärten, Autos und alles, was es sonst noch so gibt, um dich herum bewegen. Wenn du zum Marktplatz gehst, kommt er mit jedem Schritt, den du tust, näher an dich heran. Dort auf dem Marktplatz siehst du viele Menschen, die auf dich zukommen, an dir vorbeigehen und sich von dir entfernen. Drehst du dich um, passiert dasselbe. Wenn du wieder nach Hause gehst, entfernt sich der Marktplatz von dir und auch die Menschen auf dem Platz, und zugleich nähert sich das Haus, in dem du wohnst. Dort angekommen siehst du, wenn du dich umschaust, dass die Dinge in deinem Zuhause geduldig auf dich gewartet haben. Du schaust aus dem Fenster, siehst die Sonne am Himmel und denkst: 'Bald geht sie unter. Aber morgen geht sie auf der anderen Seite wieder auf.' Auch die Sonne dreht sich also um dich."</div><div><br></div><div>Ich hoffe, dass du verstanden hast, was ich meine. <span class="fs14lh1-5">Wir sehen alles um uns herum aus unserer eigenen Perspektive. Und da</span><span class="fs14lh1-5"> wir nicht aus unserer Haut heraus können, erscheint es uns immer so, als seien wir der Mittelpunkt des Universums. Und all unser Wissen, dass es nicht so ist, kann nichts daran ändern, dass unser Gehirn uns das jede Sekunde unseres Lebens vorgaukelt.</span><br></div><div><br></div><div>Und dann sagt uns die Bibel, dass wir uns auf unseren Nächsten konzentrieren sollen. Wie soll das überhaupt möglich sein, wo doch unser Bewusstsein uns ständig klarmacht, dass wir selbst das Zentrum sind? Und noch mehr: Die Bibel sagt, dass Gott das Zentrum der Welt ist, der Schöpfer, der Herr der Welt, der alles am Laufen hält. Dabei scheint es doch so, als würden wir selbst über den Ablauf jedes Tages bestimmen, würden Gutes und Böses tun, Entscheidungen treffen und alles am Laufen halten.</div><div><br></div><div>An dieser Stelle möchte ich eine Fabel einfügen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In einer alten Fabelsammlung wird von einem Vogel erzählt, der auf dem Rücken lag und seine Beine starr gegen den Himmel streckte. Als ein anderer Vogel diese etwas merkwürdige Position beobachtete, flog er herbei und fragte: "Warum liegst du denn so auf dem Rücken und streckst die Beine von dir weg?" – "Weißt du", erwiderte der andere, "ich trage nämlich den Himmel mit meinen Beinen. Wenn ich die Beine anzöge und losließe, würde das ganze Himmelsgewölbe einstürzen!" Als er das kaum gesagt hatte, fiel ein Blatt von dem nahe dabeistehenden Baum und raschelte dicht neben ihm nieder. Das versetzte dem Vogel einen solchen Schreck, dass er seine hehre kosmische Sendung vergaß und nicht nur seine Beine einzog, sondern auch in Panik davonflog. Der Himmel aber wölbte sich weiter über der Erde.*</span></i></span></div><div><br></div><div>Diese Fabel sagt uns, dass der Himmel Bestand hat und wir uns unter ihm geborgen fühlen können. <span class="fs14lh1-5"><i>Was immer auch geschehen mag auf Erden: Der Himmel wird sich weiter über uns wölben, solange Gott es will. Die Welt wird nicht untergehen: nicht durch Corona, nicht durch den Klimawandel, nicht durch einen Krieg.</i></span></div><div><br></div><div>Es gibt nämlich einen Herrn, der nicht alles geschehen lässt, was Menschen tun wollen. Und der trotz allem, was sie tun, seine Schöpfung erhält – auch wenn Grausamkeiten genug in ihr geschehen. Er ist der unsichtbare Herr der Geschichte. Manches, was wir in der Geschichte treiben, lässt er zu, anderes nicht. Warum er so viel Leid zulässt, bleibt uns verborgen. Wir können nur darauf vertrauen, dass es dennoch eine liebevolle Hand ist, die über uns regiert.</div><div><br></div><div>Wir Menschen sprechen also nicht das letzte Wort. Darum sollen wir uns auch nicht einbilden, wir würden es tun. Wir sollen uns nicht zu wichtig nehmen und für den Nabel der Welt halten – auch, wenn unser Bewusstsein uns das täglich einredet. Wir können gelassener werden, weil der Himmel nicht ohne Gottes Willen einstürzen wird, weil wir also nicht über Leben und Tod entscheiden und schon gar nicht über den Weltuntergang. Wenn wir uns zu ernst nehmen, kann das sogar lächerlich wirken – wie der Vogel, der meinte, den Himmel zu stützen.</div><div><br></div><div>Der komische Vogel, der auf dem Rücken lag und die Beine von sich streckte wie ein toter Vogel, war ja eigentlich auch schon tot. Denn er tat etwas total Sinnloses, anstatt das Sinnvolle zu ergreifen. Er opferte sich selbst und seine Freiheit, die der Schöpfer ihm gegeben hatte: Er lag – als Vogel, dem die Freiheit der Lüfte gehört! – regungslos am Boden.</div><div><br></div><div>So kann es jemandem ergehen, der sich für den Nabel der Welt hält. Der meint, es drehe sich alles um ihn; er sei der Garant von Leben und Zukunft. So wird nicht nur der wahre Herr der Welt verfehlt, sondern auch der eigene Lebenssinn: <span class="fs14lh1-5"><i>Wir sind Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Gottes. Eine schönere und wichtigere Aufgabe gibt es nicht.</i></span></div><div><br></div><div>Diese Aufgabe befreit und entlastet, weil die letzte Verantwortung bei Gott selbst liegt. <span class="fs14lh1-5"><i>Er ist der Herr der Welt. Gerade darum aber sind wir in die Lage versetzt, frei und fröhlich am Reich Gottes mitzubauen.</i></span> Es ist eine Verantwortung, die uns herausfordert, ohne Krampf und Überanstrengung zu sein. Und als Beteiligte am Wirken Gottes werden wir uns nicht mehr so sehr auf uns selbst konzentrieren, sondern auf unseren Nächsten.</div><div><br></div><div>Manchmal müssen wir allerdings an unsere wahre Rolle erinnert werden – sozusagen aufgeschreckt werden aus unserer Verkrampfung und Selbstüberschätzung. <span class="fs14lh1-5"><i>Manchmal rüttelt uns Gott wach, indem er uns einen Schrecken einjagt</i></span> – so wie dem Vogel, der durch ein niederfallendes Blatt erschreckt wurde. <span class="fs14lh1-5"><i>Aber es ist ein heilsamer Schrecken.</i></span> Denn wenn wir aus ihm lernen, gewinnen wir unsere Freiheit und Gelassenheit zurück. Damit wir kein komischer Vogel werden.</div><div><br></div><div>Dann können wir Gott dienen anstatt uns selbst. Dann können wir nach seinen Weisungen leben, so gut wir es vermögen – und können auch, wenn wir scheitern, gelassen bleiben. Denn der Himmel der Gnade wird sich auch dann über uns wölben.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Völker tobten, Königreiche wankten; er ließ seinen Donner dröhnen, da bebte die Erde. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Psalm 46,2-4.7f)</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Helmut Thielicke: Das Lachen der Heiligen und Narren. Nachdenkliches über Witz und Humor. Quell Verlag, Stuttgart 1988. S. 129.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Grafik: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 28 Jan 2023 18:33:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gefahr der Frömmigkeit: vor Gott recht haben wollen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001DE"><div class="imTACenter"><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gefahr der Frömmigkeit: vor Gott recht haben wollen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/01/2023</span></div><div><br></div><div>Wir Menschen sind ja sehr intelligent, meinen wir jedenfalls, und vergleichen uns dann gern mit den Tieren, die so viele Dinge nicht können, die wir können. Das heißt aber nicht unbedingt, dass wir uns schlauer verhalten als Tiere. Das mag man sogar mit Fug und Recht bestreiten, wenn man sich die Weltgeschichte so ansieht. Aber das nur nebenbei.</div><div><br></div><div>Jedenfalls haben wir ein größeres Hirn als die Tiere, und darauf bilden wir uns ganz schön was ein und halten uns für viel intelligenter als sie. Wir können nämlich etwas, was Tiere (man muss sagen: vermutlich) nicht können, nämlich <span class="fs14lh1-5"><b>argumentieren</b></span>.</div><div><br></div><div>"Argumentieren" heißt, etwas zu begründen und zu beweisen. Das macht so ungefähr unser halbes Leben aus, vielleicht auch mehr. Und es ist ja auch gut, etwas begründen und beweisen zu können, sonst säßen wir wahrscheinlich noch auf den Bäumen und würden Bananen fressen.</div><div><br></div><div>Weil wir das aber nicht mehr tun und als Menschen sogar religiös sein können, fangen wir nolens volens an, auch Gott gegenüber zu argumentieren. Nein, natürlich nicht ausdrücklich, nicht so, dass wir mit ihm Argumente austauschen. Aber doch so, dass wir unsere Argumente dafür haben, wie Gott eigentlich sein und sich verhalten müsste.</div><div><br></div><div>Um das jetzt mal etwas konkret zu machen, möchte ich euch eine Geschichte erzählen. Ihr kennt vielleicht die beiden fiktiven Kölner Figuren <span class="fs14lh1-5"><i>Tünnes und Schäl</i></span>, die auch die Protagonisten vieler Witze sind. Der Theologe <span class="fs14lh1-5"><i>Helmut Thielicke</i></span> hat mal ein unterhaltsames Buch über den Humor geschrieben und in das Buch auch viel Humor reingepackt. Er erzählt eine Geschichte von <span class="fs14lh1-5"><i>Tünnes</i></span>, die ich hier wiedergeben möchte. <span class="fs14lh1-5"><i>Thielicke </i></span>versucht, im kölschen Dialekt zu erzählen, was ihm aber wohl nicht so ganz gelingt. Ich gebe es hier trotzdem so wieder, auch wenn sich allen Kölsche die Haare sträuben mögen. Die Geschichte spielt übrigens vor der Einführung des Euro.</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Tünnes begegnet Gott und sinnt auf eine Möglichkeit, diese Audienz für sich auszunutzen. Er will es aber nicht durch eine plump vorgebrachte Bitte tun, sondern schlau und diskret, möglichst sogar so, dass Gott gar nicht anders kann, als seinen Wunsch zu erfüllen. So beginnt er mit einer theologischen Frage, die als </span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">captatio benevolentiae</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [Haschen nach Wohlwollen] dienen soll: "Lieber Jott", beginnt er, "stimmt es denn wirklich, dat tausend Jahre bei dir wie </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>ein Tag</b> sind?" Als Gott nickt, fährt er fort: "Wenn et dir so wenig auf Zeit ankömmt, kannst de sicher auch sagen, dat tausend Jahre bei dir nicht mehr sind als en Minütschen, ja?" Als Gott auch damit einverstanden ist, treibt Tünnes diese Relativierung der zeitlichen Dinge durch die Ewigkeit noch weiter und nähert sich vorsichtig seinen eigentlichen Absichten: "Wenn es </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>so</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> ist, lieber Jott, dann kann man gewiss auch sagen, dat tausend Mark für dich nur ein Jroschen sind!" Auch da stimmt ihm Gott zu. Jetzt aber scheint er den Allmächtigen im Netz seiner Dialektik [seiner Argumentation] gefangen zu haben und rückt nun mit seinem Wunsch heraus: "Lieber Jott, dann gib mir ens [mal] en Jroschen!" Der aber antwortet: "Wart e Minütschen!"</span></span></i></div><div><br></div><div>Da hat der <span class="fs14lh1-5"><i>Tünnes </i></span>sicher große Augen gemacht. Er hat ja ziemlich fromm begonnen, indem er so tat, als ob ihm das wirklich wichtig wäre mit den tausend Jahren, die bei Gott wie ein Tag sind. Eigentlich ging es ihm aber um etwas ganz anderes.</div><div><br></div><div>Das passiert sogar den frömmsten Leuten. Ja, ich glaube, dass es täglich passiert. Wir halten uns für reichlich gut und fromm – aber in Wirklichkeit geht es uns oft gar nicht so sehr um Jesus und Gott, sondern um uns selbst. Da sind wir dem <span class="fs14lh1-5"><i>Tünnes </i></span>ganz ähnlich.</div><div><br></div><div>Nun, ich denke, Gott weiß das und wird es uns in seiner unermesslichen Barmherzigkeit nicht allzu übel nehmen. Was ihn dann aber doch nerven mag, das ist, wenn wir anfangen, mit ihm zu rechten.</div><div><br></div><div>Das geht so: Wir meinen, Gott täte uns Unrecht. Wir hätten so ein schweres Schicksal nicht verdient, weil wir doch eigentlich nichts Böses getan hätten. Und wenn Gott uns wirklich liebe, dann müsse er uns doch auch Gutes tun. Das dürften wir doch von ihm erwarten. Und was macht er? Er lässt es uns schlecht ergehen. Er enthält uns etwas vor. Anderen ergeht es viel besser, obwohl die nicht so fromm sind wie wir. Warum also diese Ungerechtigkeit?</div><div><br></div><div>Wir beginnen also zu argumentieren. Und gern ziehen wir auch die Bibel heran, um Recht zu behalten. Da steht doch: "Bittet, so wird euch gegeben!" Ich bitte, aber mir wird nicht gegeben, worum ich gebeten habe. Und schon nistet sich insgeheim der Vorwurf in unser großes Hirn ein: Lieber Gott, du hältst dich nicht an deine eigenen Worte!</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Tünnes </i></span>musste die Erfahrung machen, dass man mit Argumentieren bei Gott nicht weiterkommt. Warum nicht? Weil Gott nicht vor allem aus Hirn besteht, sondern aus Herz. Damit will ich nichts gegen Gottes Hirn sagen, wenn ich mal voraussetzen darf, dass er ein Hirn oder so etwas Ähnliches hat. Aber sein Hirn ist eben sozusagen ein Teil seines Herzens. Und sein Herz ist voller Liebe. Und Liebe kann man nicht herbeiargumentieren, sondern man kann sich ihr nur anvertrauen.</div><div><br></div><div>Das scheint mir übrigens bei uns anders zu sein als bei Gott. Bei uns ist das Herz eher Teil des Hirns. Und damit fangen die Probleme an. Denn das Hirn sucht zuerst nach Argumenten, wie es dem Menschen möglichst gut gehen kann. Und dagegen kommt das Herz dann oft nicht mehr an.</div><div><br></div><div>Es geht also nicht darum, für das eigene Wohlergehen Argumente zu finden, sondern Gott seine Liebe zu glauben. Und zwar nicht nur dann, wenn es uns gut geht, sondern auch dann, wenn das ganze Leben mal so richtig besch... ist. Denn dann geben wir Gott die Ehre, das heißt, wir danken ihm, erkennen ihn als unseren lieben Vater an, und zwar auch dann, wenn er uns etwas Schweres auferlegt. Wir bleiben auch dann dabei: Er hat uns lieb. Über alles. Ohne Ausnahme. Bedingungslos.</div><div><br></div><div>Wenn wir das tun, suchen wir nicht die eigene Ehre und den eigenen Vorteil, sondern Gottes Ehre. Und das Tolle ist: Indem wir Gottes Ehre suchen, finden wir auch die eigene. Denn Gott ehrt uns dadurch, dass er uns über alles liebt, ernst nimmt, mit uns zusammen sein will, uns versorgt, nur das Beste für uns will und uns zu seinen Partnern <span class="fs14lh1-5"><i>forever </i></span>machen will. Eine größere Ehre gibt es gar nicht.</div><div><br></div><div>Also hören wir mal mit allen Hintergedanken auf, die der <span class="fs14lh1-5"><i>Tünnes </i></span>hatte, als er mit Gott zu argumentieren anfing. Auch mit dem Hintergedanken, Gottes Wohlwollen ergattern zu wollen, indem wir ganz fromm sind und immer brav in den Gottesdienst gehen oder andere fromme Sachen tun. Nichts gegen den Gottesdienst und fromme Sachen, das alles ist wunderbar – aber nur ohne den Hintergedanken, dass ich mir dadurch Gottes Wohlwollen verdienen kann.</div><div><br></div><div>Übrigens geht es uns selbst viel besser, wenn wir ohne Hintergedanken fromm sind und nicht anfangen, mit Gott über unser Leid zu rechten. Denn wenn wir mit ihm rechten, hat sich schon die Unzufriedenheit in uns breit gemacht. Wenn wir das aber nicht tun, dann sind wir zufriedener und freier, weil wir uns nichts verdienen müssen und weil wir uns auch im Leid von Gott geliebt wissen. Und das ist das Wichtigste, was es gibt.</div><div><br></div><div>Da haben es die Tiere vielleicht sogar besser als wir, weil sie nicht mit Gott argumentieren, sondern ihr Leben so nehmen, wie es eben von ihm gegeben wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Bild von Susanne Jutzeler, Schweiz Thanks for Likes auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Quelle: Helmut Thielicke: Das Lachen der Heiligen und Narren. Nachdenkliches über Witz und Humor. Quell Verlag, Stuttgart 1988. S. 134.</span></div></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs11lh1-5">Siehe auch den Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-gefahr-der-froemmigkeit--stolz" class="imCssLink">Die Gefahr der Frömmigkeit: Stolz</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 23 Jan 2023 17:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Friedensmacht der Sühne]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001DD"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Friedensmacht der Sühne</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/01/2023</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es gibt Zeiten, die offenbar zu tiefsinnigem Denken anregen. Die Zeiten nach den beiden Weltkriegen oder nach der Machtergreifung durch die Nazis scheinen solche Zeiten gewesen zu sein. Wenn ich theologische Schriften aus diesen Zeiten lese, erscheinen sie mir oft tiefgründiger als manches, was danach verfasst wurde.</div><div><br></div><div>Es lohnt also zurückzuschauen, und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen gibt es geistig produktivere Zeiten als die Gegenwart. Zum anderen kann man im Rückblick feststellen, inwieweit sich das Denken und Handeln der Menschen verändert hat oder nicht verändert hat. Und zum dritten kann man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und muss sie deshalb nicht wiederholen.</div><div><br></div><div>Auf einem antiquarischen Wühltisch bekam ich vor einiger Zeit ein paar Hefte mit Aufsätzen <span class="fs14lh1-5"><i>Reinhold Schneiders</i></span> (1903-1958) in die Hand. Reinhold Schneider war ein katholischer Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Eins dieser Hefte, 1945 herausgegeben, 16 kleine Seiten stark und aus grauem Papier bestehend, trug den Titel "Die Macht der Friedfertigen". Der gesamte Text kann im Internet auch <span class="imUl"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=sTXUqeT92Zk" target="_blank" class="imCssLink">als Lesung angehört werden</a></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Das Schwinden der Kriegserinnerungen</div><div><br></div><div>Ich möchte euch an einigen Gedanken dieses Aufsatzes teilhaben lassen*. Der Aufsatz beginnt mit einem Rückblick auf die Zeit nach dem ersten Weltkrieg:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zu den auffälligsten Erscheinungen der verwirrten, vieldeutigen Zeit, die dem ersten Weltkrieg unmittelbar folgte, gehört das Verschwinden der Erinnerungen an den Krieg. Die an ihm teilgenommen hatten, auf deren Gesichtern noch sein entsetzlicher Ernst zu lesen war, mochten nicht von ihm sprechen, die andern nicht von ihm hören. [...] Der Krieg versank wie ein Wrack mit verdächtiger Schnelle, und eine seltsame, unheimliche Geschäftigkeit, ein Durcheinander gegensätzlicher, meist gut gemeinter Bestrebungen breitete sich aus. [...] Die Wendung zur Kirche, die während des Krieges dem Anscheine nach sich angekündigt hatte, [...] vollzog sich nicht in dem Grade, den man hätte wünschen müssen. Im Gegenteil: Bald zeigte es sich, dass Propheten, Irrlehrer aller Art, Stifter oder Verbreiter absonderlichster Sekten sehr viel mehr Aussicht hatten, die Menschen zu gewinnen. (S. 3)</span></i></span></div><div><br></div><div>Offenbar wiederholt sich die Geschichte. Die Erinnerungen an den Krieg, auch an den zweiten Weltkrieg, verblassen mit der Zeit und verschwinden spätestens mit dem Sterben derer, die ihn erlebt haben. Mit dem Thema Krieg beschäftigt man sich ungern. Stattdessen treten andere Themen in den Vordergrund und nehmen die Menschen in Beschlag. Der Krieg ist schnell vergessen, und mit ihm auch eine Wendung hin zur Kirche und zum christlichen Glauben. Andere Lehren breiten sich aus.</div><div><br></div><div>Ich selbst kenne den Krieg nur aus Filmen. Es gibt einige sehr gute, meiner Meinung nach die Grausamkeit des Krieges realistisch wiedergebende Filme, vor allem über den Vietnamkrieg, aber auch über die beiden Weltkriege. Durch solche Filme habe ich gelernt, was Krieg bedeutet. Darum war ich nicht überrascht, als von Gräueltaten im Ukraine-Krieg berichtet wurde. So schlimm es ist, das zu sagen – aber sie geschehen in jedem Krieg.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Der Verlust des Kriegsschreckens</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider stellt fest, dass vor dem zweiten Weltkrieg das Denken und Empfinden der Menschen eine Veränderung erfuhr. Es setzte geradezu eine Verherrlichung des Krieges ein, nachdem man den ersten Weltkrieg verdrängt hatte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Man hatte ihn wie einen untragbaren Todesfall verschwiegen; jetzt war der Tote wieder da. Kriegsbücher schlugen in die Stunde und erreichten einen ungeahnten, fast beispiellosen Erfolg. Wer wirklich mit seinem Volke lebte, in jener Gemeinschaft geistig-geschichtlichen Lebens, [...] konnte diesen Vorgang nicht ohne schwere Ahnungen beobachten. Sind es doch solche Veränderungen der Denk- und Empfindungsweise, die geschichtliche Veränderungen in der Tiefe vorbereiten. [...] Es war ein Vorgang, der sich wohl in der ganzen Welt in geheimnisvoller Gleichzeitigkeit abspielte. (S. 4)</span></i></span></div><div><br></div><div>Von einer Verherrlichung des Krieges kann man heute sicher nicht sprechen. Aber er scheint doch für viele seinen Schrecken ein Stück weit verloren zu haben. Zumindest schließt man es nicht aus, dass Deutschland zur Kriegspartei im Ukraine-Krieg wird. Man will es nicht, aber man will es auch nicht um jeden Preis vermeiden. Das scheint mir eine Veränderung der Denk- und Empfindungsweise wiederzuspiegeln die sich schon in den letzten beiden Jahrzehnten vorbereitet hat und sich fundamental unterscheidet vom Denken und Empfinden in den 80er Jahren.</div><div><br></div><div>Solche Veränderungen der Denk- und Empfindungsweise bereiten immer auch geschichtliche Veränderungen vor. Die Rufe nach einer weltpolitischen Führungsrolle Deutschlands, nach dem "Übernehmen von Verantwortung" und demzufolge nach militärischem Engagement werden immer lauter.</div><div><br></div><div>Diese Veränderung der Denk- und Empfindungsweise zeigt sich auch in der gegenwärtigen Abkehr vieler Christinnen und Christen von dem, was jahrzehntelang als christliche Friedensethik galt. Die evangelische Kirche sucht den Grund dafür, dass ein militärisches Engagement Deutschlands mehr und mehr befürwortet wird, nicht darin, dass der christliche Glaube für viele Menschen seine Bindungskraft verloren hat. Sie droht vielmehr sich diesem Denken und Empfinden anzupassen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die scheinbare Alternativlosigkeit des Krieges</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider sucht nach den Gründen dafür, dass sich zu seiner Zeit die Einstellung vieler Menschen zum Krieg veränderte. Ich zitiere einige Sätze dazu:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Die Ursache lag tief: in Wahrheit war der Krieg nicht bewältigt worden. In dem Jahrzehnt nach seinem Ende hätte diese Bewältigung geleistet werden müssen, von innen her, als eine "gänzliche Herzensänderung" [...]; solche Änderungen geschehen nicht auf der Flucht, sondern nur im ehernen Angesichte der Wirklichkeit, und freilich nur dann, wenn diese Wirklichkeit von oben her erleuchtet wird. Die Menschen hatten es in all der Unrast nicht gelernt, Gedanken des Friedens zu denken. [...] Die Menschen waren von Wahn zu Wahn geflüchtet; nun flohen sie in den Krieg. Die </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Flucht in den Krieg</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> ist ein Faktum des inneren Lebens [...]. Wer die Geschichte der letzten Jahrzehnte verstehen will, muss die Flucht in den Krieg als einen wesentlichen Beitrag aufgewühlter, zerrissener Seelen in Anschlag bringen. [...] Wo aber Gefahr ist, dass den Menschen der Krieg als Lebensform erscheint: dass die Gedanken immer wieder zu ihm zurückfließen wie in einen ziehenden Strudel: da wird die zerstörte Seele unfehlbar zur geschichtlichen Macht. [...] Wir sollten nicht aufhören in dem Bemühen, diese Zeit wirklich aus der Tiefe zu verstehen und uns zu verwahren gegen jede Vorstellung, die den Ursprung unermesslichen Unheils an der Oberfläche sucht, statt unbarmherzig in den Abgrund der Selbsterkenntnis zu dringen. (S. 5-7)</span></span></i></div><div><br></div><div>Meine Frage wäre: Kann man Krieg überhaupt "bewältigen"? Bleibt er nicht immer das Unbegreifliche, die Steigerung des Bösen, des menschlichen Zerstörungswahns ins Unermessliche? Ich denke, in der Bundesrepublik Deutschland hat man jedenfalls die Schuld am zweiten Weltkrieg bewusst zu machen und im Bewusstsein zu halten versucht. Eine "Flucht in den Krieg", wie Reinhold Schneider sie für die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg beobachtete, gab es und gibt es bei uns wahrscheinlich nicht. Niemand will den Krieg. Dennoch wird er aber von vielen als alternativlos dargestellt. Es scheint keinen anderen Ausweg aus Russlands Angriff auf die Ukraine zu geben als den Krieg zur Verteidigung der Ukraine.</div><div><br></div><div>Wenn etwas als alternativlos dargestellt wird, wird es – zwar nicht bewusst, aber insgeheim – zur einzig möglichen Lebensform. Gewalt müsse mit Gewalt beantwortet werden, heißt es dann; einen anderen Weg gäbe es nicht. Da es in der Welt aber immer Gewalt gibt, muss es dann auch immer Gegengewalt geben.</div><div><br></div><div>Der Sozialwissenschaftler <span class="fs14lh1-5"><i>Jan Philipp Reemtsma</i></span> hat die <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=00000016C" class="imCssLink">Gewalt als Lebensform</a></span> bezeichnet** und die Frage, warum es Gewalt gebe, für sinnlos gehalten. Gewalt sei einfach da, sie geschehe immer wieder, auch in Hochkulturen und Zivilisationen wie unserer. Gewalt liege sozusagen in unserer Natur, und diese Einsicht über den Menschen sollten wir nicht verdrängen, sondern ein für allemal akzeptieren.</div><div><br></div><div>Die Alternativlosigkeit, mit der der Ukraine-Krieg und die Lieferung von Waffen an die Ukraine von vielen betrieben wird, erscheint mir als ein Irrtum, um nicht mit Reinhold Schneider zu sagen: als ein Wahn. Allerdings kommen mir manche Äußerungen von kompromisslosen Hardlinern schon wahnhaft vor, weil sie massiv nur auf diese eine Möglichkeit setzen, als ob es eine andere gar nicht geben könne. Wer aber jeden anderen Umgang mit der Wirklichkeit ausschließt, wer seinen Blick auf die Wirklichkeit auf einen einzigen Punkt verengt, ist dem Wahn nicht mehr fern.</div><div><br></div><div>Die Alternative, die Reinhold Schneider nennt, ist eine "gänzliche Herzensänderung", eine vollständige Umorientierung des Menschen, die dann geschehen kann, wenn die Wirklichkeit dem Menschen "von oben her erleuchtet wird". Was ist damit gemeint?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die christliche Antwort: Sühne statt Vergeltung</div><div><br></div><div>Schneider sieht die Antwort auf die Schuld des Krieges nicht in weiterer Schuld, sondern in der Sühne. Er schreibt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Welt kennt auf die Schuld nur die Antwort der Schuld, einen furchtbaren Kreislauf der Sünde. Untat weckt Vergeltung, das nur allzu begreifliche Wort der Welt. Niemand zweifelt daran, dass das Verhängnis durchbrochen werden müsse. Aber wo und von wem? Wir meinen: der Anfang der Überwindung läge dort, wo die Sühne getragen wird. Dieses redliche Tragen der Sühne geschieht ja schon aus der Kraft, die von "oben" ist. Und wenn wir [...] diese ergreifen würden: die Macht des befriedeten, sich ergebenden, zur Sühne bereiten Willens, so würden wir ohne Zweifel stärker sein als im Gebrauch ohnmächtiger Worte, mit der Fragwürdigkeit menschlichen Tuns und Irrens belasteter Argumente. [...] Nicht die Vergeltung, aber die Sühne verwandelt. Und damit fällt vielleicht an diejenigen, die Sühne tragen aus der Kraft des Friedens und um des Friedens willen, die Führung der Geschichte. Es wäre eine Führung von innen und aus der Macht der Bekehrung. Halten wir diese Macht nicht für gering! Sie nimmt der Vergeltung ihr Recht. (S. 13f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Wer Gewalt mit Gewalt beantwortet, führt in einen "furchtbaren Kreislauf der Sünde", der die Gewalt nur steigert. Dennoch mag es Ausnahmesituationen geben, in denen dieser furchtbare Kreislauf beschritten werden muss. Zuerst jedoch muss mit allen Kräften versucht werden, dieses Verhängnis zu durchbrechen. Reinhold Schneider sieht diese Durchbrechung im Tragen der Sühne.</div><div><br></div><div>Ich musste erst mal darüber nachdenken, was er damit eigentlich meint. Wir sprechen von Sühne ja im Zusammenhang mit Christi Sühneleiden am Kreuz. Im Deutschen hängt das Wort "Sühne" zusammen mit dem Wort "Versöhnung". Im christlichen Zusammenhang bedeutet es, dass Christus für seine Verfolger Versöhnung erwirkt hat, indem er sie nicht vernichtet, sondern ihre Sünde ertragen hat. Und bis heute vernichtet Christus die Menschheit nicht, sondern erträgt ihre Sünde. <span class="fs14lh1-5"><i>Versöhnung meint also: Christus wendet keine Gewalt gegen die Gewalttäter an, sondern erträgt ihre Gewalt. Er erträgt die Gewalt gegen sich selbst, all den Spott und die Ignoranz der Menschen, und er erträgt die Gewalt, die wir einander antun.</i></span> Auch damit verletzen wir Gott selbst.</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen sollen Christus nachfolgen. Sie sollen wie er "Sühne tragen". Dieses Tragen der Sühne geschieht ja schon, sagt Reinhold Schneider – es geschieht "oben", im Himmel. <span class="fs14lh1-5"><i>Wir sollen nun selbst zu Sühneträgern werden: sollen Versöhnung wirken, indem wir Gewalt nicht mit Gewalt vergelten, sondern die Gewalt, die uns angetan wird, ertragen und uns in ihr unserem Herrn "ergeben".</i></span> So wird Versöhnung möglich und das Verhängnis der Vergeltung durchbrochen.</div><div><br></div><div>Aus der Macht der Bekehrung, sagt Reinhold Schneider, also aus der Macht der inneren Umkehr, die sofort eine äußere mit sich bringt – aus dieser Macht der Bekehrung kann "die Führung der Geschichte" entstehen. Sie kann denen zufallen, die innerlich befriedet und zur Sühne bereit sind und darum eine alternative Lebensform praktizieren. Deren Macht ist stärker als der "Gebrauch ohnmächtiger Worte" und das Anführen von Argumenten, die "mit der Fragwürdigkeit menschlichen Tuns und Irrens" belastet sind.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Herzensbindung statt allein die Vernunft</div><div><br></div><div>Aber spielen Argumente denn gar keine Rolle? Hat die Vernunft im christlichen Sühnehandeln keinen Platz? Schneider schreibt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es gab Zeiten und Denker, die glaubten, den Frieden gründen zu können auf die Vernunft, auf die Einsicht in seine Notwendigkeit – und sie sind gescheitert. Könnte es doch ein Trachten nach Frieden geben, das wider die Vernunft zu sein scheint und das doch zum Heile ist! [...] Der Mensch bedarf der Herzensbindung an Gott, wenn er unbedingt recht handeln soll. [...] Gründe müssen gehört, Einsichten geachtet werden. Doch ist uns ein "Tun des Friedens" in die Hand gegeben, das sie vielleicht weit überwiegt. [...] Friedfertigkeit ist nicht die Haltung solcher, die auf der Flucht sind vor den Schrecken der Erde. Sie ist vielmehr ein Zeichen großer Stärke, festen Vertrauens, christlicher Zuversicht, die von der ihr gewordenen Verheißung weiß und diese über allen Erdenlohn und jede Drohung setzt. Es ist die Haltung der in Wahrheit Freigewordenen, die in das Morgen gesendet ist. (S. 14f)</span></i></span></div><div><br></div><div>"Gründe müssen gehört, Einsichten geachtet werden", Argumente haben also Gewicht – das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass die Sicherung des Friedens allein durch Erwägungen der Vernunft oft schon gescheitert ist – so Reinhold Schneider.</div><div><br></div><div>Die "Einsicht in die Notwendigkeit" des Friedens hat auch die deutsche Politik der letzten Jahrzehnte bestimmt. Man glaubte, der Friede sei zwischen wirtschaftlich eng miteinander verbundenen Staaten eine notwendige Sache und ein Krieg damit ausgeschlossen. "Wandel durch Handel" war das Stichwort, das auch mir einleuchtete. Es hat sich als Trug erwiesen.</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider zufolge bedarf es der "Herzensbindung an Gott", um Frieden zu stiften. Diese Herzensbindung ist eine christliche Stärke. Sie schafft Zuversicht und setzt die Verheißung "über allen Erdenlohn und jede Drohung". Auch die Drohung, selbst Gewalt erfahren zu müssen, kann diese Herzensbindung nicht zerreißen. Die so an Gott Gebundenen sind die "Freigewordenen", deren Haltung "in das Morgen gesendet ist".</div><div><br></div><div>In dieser Formulierung fällt auf, dass die <span class="fs14lh1-5"><b>Haltung</b></span> in das Morgen gesendet sei. Was Gott in die Welt sendet, sei die Haltung derer, die in der Herzensbindung an Gott leben. Ich verstehe das so: Gottes Geist, der in die Welt gesandt ist, vermittelt die Haltung der Herzensbindung an Gott. Die Haltung der Herzensbindung wird also nicht von unserer Seite aus hergestellt, sondern von der Seite Gottes aus, der seinen Geist sendet und durch ihn die Zukunft gestaltet, indem er Menschen eine Herzensbindung an Gott schenkt. Gottes Verheißung des Friedens hängt nach Reinhold Schneider an diesem Geschenk der Herzensbindung.</div><div><br></div><div>Aber die Kraft von "oben", das Geschenk der Herzensbindung an Gott, steht uns nicht zur freien Verfügung. Der Glaube ist nicht jedem Menschen gegeben. Wir leben in einer Zeit, in der er in der westlichen Welt sogar rückläufig ist. <span class="fs14lh1-5"><i>Gerade deshalb aber ist es wichtig, dass diejenigen, denen der Glaube geschenkt wurde, ihn umso deutlicher durch Wort und Tat bezeugen.</i></span></div><div><br></div><div>Dieses Zeugnis ist aber nicht einfach identisch mit dem, was von Menschen vertreten und getan wird, die bewusst keine christliche Lebenshaltung praktizieren. Es kann zwar Überschneidungen geben. Aber zumindest die Begründung einer christlich verantworteten Handlungsweise wird sich anders darstellen als die Begründung einer säkular verantworteten Handlungsweise, auch wenn das Ergebnis beider Begründungen identisch sein mag. Von daher sollten Christinnen und Christen sich säkularen Argumentationen nicht bruchlos anschließen. Und auch das konkrete christliche Handeln wird sich mitunter vom säkular begründeten Handeln deutlich unterscheiden – zum Beispiel, indem es sich "über allen Erdenlohn und jede Drohung" hinwegsetzt.</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen sollten zum Beispiel immer dann, wenn ein politisches Handeln als alternativlos dargestellt wird, hellhörig werden. Denn <span class="fs14lh1-5"><i>bei Gott gibt es immer Alternativen. Alle Dinge sind möglich bei Gott (Mk 10,27). Und alle Dinge sind daher auch dem möglich, der glaubt (Mk 9,23).</i></span></div><div><br></div><div>Ich betone nochmals, dass dennoch Einsichten der Vernunft für das christliche Handeln nicht einfach bedeutungslos sind. Sie können sogar unter Umständen dazu zwingen, Gegengewalt anzuwenden und damit schuldig zu werden. Das ist aber meiner Meinung nach nur in extremen Ausnahmefällen christlich zu begründen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Die Bereitschaft zum Leiden</div><div><br></div><div>Der Regelfall christlicher Ethik wird sein, dass aller Gewaltanwendung die Bereitschaft zum Leiden vorausgeht. Damit beschließt auch Reinhold Schneider seinen Text:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Heimsuchung kann eine jede Stunde über die Völker kommen – und doch sollen wir, im Namen des göttlichen Friedensbringers, mit ganzer Seele darum streiten, dass der Mensch dem Tode keine Brücken baut und im Geiste das Friedensreich anbricht, das wohl überstürmt werden kann von den Friedlosen, die Welt und Macht nicht zu verwalten wissen, aber gegründet ist auf der Wahrheit und unverrückbar vor den Augen der Menschen guten Willens leuchtet als der letzte Strand aller irdischen Hoffnung. (S. 16)</span></i></span></div><div><br></div><div>Das "Friedensreich" kann nur errungen werden im Bewusstsein, dass es "überstürmt werden kann von den Friedlosen". Die "Heimsuchung" dieses Sturms kann jede Stunde auch über diejenigen kommen, die "im Namen des göttlichen Friedensbringers mit ganzer Seele darum streiten, dass der Mensch dem Tode keine Brücken baut".</div><div><br></div><div>Das Friedensreich garantiert also denjenigen, die für es streiten, nicht etwa, dass sie vom Leid verschont bleiben. Im Gegenteil: <span class="fs14lh1-5"><i>Das Friedensreich besteht gerade darin, dass diejenigen, die für es streiten, die "Sühne tragen": Sie wirken Versöhnung gerade dadurch, dass sie sich Gewalt antun lassen statt Gewalt auszuüben.</i></span> So wird die Gewalt eingedämmt statt ausgeweitet. Trotz dieser Möglichkeit des Leidens, oder besser: gerade wegen ihr ist das Friedensreich "auf der Wahrheit gegründet", und deshalb leuchtet es "als der letzte Strand aller irdischen Hoffnung".</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Die Macht der Friedfertigen</div><div><br></div><div>Reinhold Schneider hat seinen Aufsatz im Jahr 1945 unter dem Titel "Die Macht der Friedfertigen" veröffentlicht. Er hat ihn also geschrieben unter dem unmittelbaren Eindruck des Krieges. Es mag sein, dass der Mensch erst dann, wenn er unter dem Eindruck von Gewalt und Tod ungeheuren Ausmaßes steht, zu tiefen Einsichten über die Macht der Friedfertigen gelangt. Und so mag die große Bedrohung des Friedens in unserer Zeit darin bestehen, dass die Ungeheuerlichkeit des Krieges von unserer Generation nicht erlebt wurde. Die Schrecken des Krieges und seine ganze Grausamkeit sind vielen nicht präsent. Auf ihren Gesichtern ist "sein entsetzlicher Ernst" nicht zu lesen. Das könnte sie unempfindlich machen gegenüber dem, was Krieg bedeutet.</div><div><br></div><div>Es könnte auch sein, dass man sich dann leichter damit tut, andere dafür kämpfen zu lassen, dass man selbst nicht kämpfen muss. Wenn gesagt wird, die Ukraine verteidige auch unsere Freiheit, dann heißt das konkret: Junge ukrainische Männer und Frauen töten mit unseren Waffen und lassen sich töten, damit wir vom Krieg verschont bleiben. Die ganze Kriegslast wird dann auf andere verlagert. Das ist das Gegenteil des Tragens der Sühne: Statt selber Gewalt zu ertragen, stattet man andere dazu aus, Gewalt auszuüben und sich der Gewalt auszusetzen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die Macht der Friedfertigen aber besteht darin, sich der Gewalt zu stellen, ohne sie auszuüben.</i></span> Die Macht der Friedfertigen, die die Macht der Versöhnung ist, ist deshalb niemals ohne Risiko. Ohne Risiko gibt es keinen Frieden. Wer einen Frieden ohne Risiko sucht, muss zur Gewalt greifen und wird dennoch das Risiko nicht los. <span class="fs14lh1-5"><i>Wer aber an Gottes Friedensreich mitwirken will, muss zum Leiden bereit sein. In dieser Leidensbereitschaft besteht die Macht der Friedfertigen.</i></span></div><div><br></div><div>Leidensbereitschaft aber wird durch die Herzensbindung an Gott geschaffen, die uns geschenkt werden muss. Dass sie geschenkt werden muss, ist aber kein Mangel, sondern eine Verheißung – die Verheißung, dass es unzählige Menschen geben kann, die das Geschenk der Herzensbindung an Gott erhalten und in dieser Bindung befreit werden zur Macht der Friedfertigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* &nbsp;&nbsp;Reinhold Schneider: Die Macht der Friedfertigen. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 1945.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">** Jan Philipp Reemtsma: Gewalt als Lebensform. Zwei Reden. Philipp Reclam jun. GmbH &amp; Co. KG, Stuttgart 2016.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Foto: János Bencs auf Pixabay. Das Foto zeigt Teile der Versöhnungskapelle in Beremend, Ungarn, die auch als Mahnmal des Bosnienkrieges dient.</span></div></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 19 Jan 2023 16:02:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |68]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001DC"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Sie sagen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Sie sagen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Idealismus ist ein Intelligenzdefekt</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ich glaube es nicht</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Sie sagen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">die Bergpredigt wäre nicht so gemeint</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ich glaube es 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sagen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Du sollst nicht töten ist so zu verstehen, dass ...</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ich glaube es 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Berge</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">schwarzen und roten Goldes verspricht</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ich glaube es 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Hüsch</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Dieses Gedicht von Hanns Dieter Hüsch datiert aus dem Jahr 1956. Zwei Jahre zuvor war die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland beschlossen worden. Und ein Jahr zuvor war die Bundesrepublik der NATO beigetreten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das Gedicht könnte auch heute geschrieben worden sein. Offensichtlich hat sich seither nicht viel verändert. Die Argumente der Relativierer sind dieselben geblieben. Wer sich der Relativierung verweigert, wird nicht ernst genommen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><div><span class="cf2">Manchmal ist es gut, sich seinen Unglauben zu bewahren. Denn der Glaube an Christus ist zugleich Unglaube gegenüber den Relativierern. Und dieser Unglaube bringt die Einsicht mit sich, dass Menschen ungläubig genug sein können, diesen Krieg zu beenden.</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Hanns Dieter Hüsch: Ich habe nichts mehr nachzutragen. Die christlichen Texte. Das literarische Werk, Band 4. Mit einem Vorwort von Joachim Kosack. Edition diá, Berlin 2017. S. 12.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 14 Jan 2023 19:50:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--68</link>
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			<title><![CDATA[Technisierung und Mitmenschlichkeit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001DB"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Technisierung und Mitmenschlichkeit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/01/2023</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Kurz vor Weihnachten. Ich leere unseren Briefkasten. Es sind auch zwei Sendungen für meine Frau dabei. Ich bringe sie ihr mit den Worten: "Du hast Post." Sie fragt: „Arbeit?" "Nein, eher was Schönes." "Was Schönes?"</div><div><br></div><div>Sie konnte es kaum glauben, dass ihre Post nicht mit Arbeit verbunden war. Kein Verwaltungskram, nichts Amtliches. Es war eine Büchersendung und eine Weihnachtskarte.</div><div><br></div><div>Früher erhielt man noch regelmäßig handgeschriebene Briefe. Manchmal wartete man sogar auf sie. Heute schreiben wir uns meist per E-Mail. Wenn Post kommt, ist das meist etwas Amtliches oder eine Rechnung.</div><div><br></div><div>Ich selbst habe wohl schon jahrelang keinen Brief mit der Hand mehr geschrieben. Persönliche Post erledige ich per E-Mail. Jedes Jahr vor Weihnachten sende ich eine Rundmail an alle Freunde, auch solche, die ich länger nicht gesehen habe. Das ist zwar nicht so persönlich wie ein Brief an jeden einzelnen, aber ich bekomme doch jedes Jahr Rückmeldungen, die ich wahrscheinlich per Brief nicht bekommen hätte. Kontakte bleiben so erhalten.</div><div><br></div><div>Trotzdem frage ich mich, ob uns durch den E-Mail-Verkehr nicht auch etwas verloren gegangen ist. Führt die Technisierung nicht auch zur Entfremdung voneinander?</div><div><br></div><div>Lange schon kennen wir die nette Dame am Bankschalter nicht mehr, die uns schon jahrelang betreut und unsere persönliche Situation kennt. Denn die meisten Bankgeschäfte werden online erledigt.</div><div><br></div><div>Eine Erinnerung aus meiner Kinderzeit ist, dass meine Großmutter, die mit in unserer Wohnung lebte, ihre monatliche Rente vom Postboten in bar ausgezahlt bekam – heute undenkbar. Aber das strahlende Lachen meiner Oma, wenn der wohlbekannte Postbote kam, ein paar Scherze mit ihr machte und ihr dann ihre kleine Rente in die Hand drückte, werde ich nie vergessen.</div><div><br></div><div>Zurück in die Gegenwart. Seit einiger Zeit muss ich Arzttermine immer öfter über eine Internetplattform buchen. Ein Telefonat mit der Mitarbeiterin des Arztes entfällt. Aber die kennt mich sowieso nicht mehr persönlich. Ich erinnere mich noch an die Zeit, als man ohne Termin zum Arzt gehen konnte, sich ins Wartezimmer setzte und von der Arzthelferin oder vom Arzt persönlich mit „Der Nächste bitte!" &nbsp;aufgerufen wurde. Im Sprechzimmer traf man dann auf einen Arzt, der Zeit hatte und mit dem man sich in einem längeren Gespräch über sein Anliegen austauschen konnte.</div><div><br></div><div>Heute fühle ich mich bei manchen Ärzten – nicht bei allen! – wie ein Fließbandartikel, der die einzelnen Stationen des Fließbands durchläuft und dabei nach Schema F in einer vorgegebenen Zeit abgefertigt wird. Das kann einem auch im Krankenhaus widerfahren. Gerade in einem so sensiblen Bereich wie unserer Gesundheit ist das aber besonders unangenehm und sogar verletzend. Unser Körper ist nun mal kein Gegenstand, der repariert werden muss, sondern gehört zu einer "lebendigen Seele", wie die Bibel uns nennt (1Mo/Gen 2,7).</div><div><br></div><div>Ich bin weit davon entfernt, technische Errungenschaften pauschal zu verteufeln. Aber wir müssen aufpassen, dass uns durch technische Erleichterungen und Beschleunigungen von Abläufen nicht auch etwas Entscheidendes verloren geht.</div><div><br></div><div>Wir sind als Menschen geschaffen, die auf das Zusammensein mit anderen Menschen hin angelegt sind. Wir sollen nicht vornehmlich mit Maschinen kommunizieren, sondern mit unseresgleichen. Die Beziehung zum Mitmenschen soll nicht nur unsere Freizeit, sondern unser tägliches Leben bestimmen. Andernfalls droht uns die Verarmung.</div><div><br></div><div>Wir brauchen die täglichen Kleinigkeiten des Miteinanders, die gar keine Kleinigkeiten sind, sondern etwas Wesentliches unseres Menschseins: das freundliche Wort, das kurze Gespräch, das Lächeln, das verständnisvolle Nicken, das Eingehen auf unsere persönliche Situation, die kleine Hilfestellung – einfach das Gefühl, als Mensch ernst genommen zu werden und einen anderen Menschen ernst zu nehmen.</div><div><br></div><div>Darum müssen wir aufpassen, dass wir den Turm der Technik nicht zu hoch bauen. Es könnte sein, dass wir dadurch etwas von der Menschlichkeit verlieren, zu der uns Gott geschaffen hat. Denn wir sind zur Gemeinschaft geschaffen, zum persönlichen Miteinander, in dem wir von anderen und für andere leben.</div><div><br></div><div>Wenn wir aber den Turm der Technik zu hoch bauen, stirbt zwar nicht unsere technische Kommunikation, aber unser menschliches Miteinander: unser leibliches Kommunizieren, unser Blick für den Nächsten, unsere Fähigkeit, ihn in seiner Andersartigkeit anzusehen und zu verstehen, und es verkümmert unser Blick dafür, wer er ist und wann er uns braucht. Das antike Musterprojekt einer hoch technisierten Welt, der Turmbau zu Babel, führte nach biblischer Beschreibung dazu, dass die Menschen einander nicht mehr verstanden, sich voneinander entfremdeten und auseinanderstieben (1Mo/Gen 11,8f).</div><div><br></div><div>Wir brauchen ein leibliches, ein persönliches Miteinander, die körperliche Nähe, die dann auch &nbsp;seelische Nähe erlaubt. Im Alten und Neuen Testament spielt die Leiblichkeit des Menschen eine herausragende Rolle: Wir sind weder nur Geist und Vernunft noch bloße Materie, sondern eine Einheit von Geist und Körper. Das heißt: Wir müssen einander spüren, sehen und hören, um einander verstehen zu können.</div><div><br></div><div>Wenn wir uns seltener physisch begegnen, auch in alltäglichen Zusammenhängen, verlieren wir mehr und mehr das Gefühl für den Nächsten, der anders ist als wir. Und zugleich verlieren wir das Gefühl für uns selbst, der wir anders sind als unser Nächster. So werden wir einander fremd, verstehen einander nicht mehr, entfernen uns voneinander, werden einsam und verlieren das Gespür dafür, wie wir in guter Weise miteinander umgehen können.</div><div><br></div><div>In einem großen Supermarkt, in dem ich manchmal einkaufe, gibt es übrigens seit etwa einem Jahr sechs automatisierte Kassen, an denen man seine Artikel selber scannen kann. Die Kassen mit Kassiererinnen sind seitdem stark reduziert, und meistens bilden sich vor ihnen lange Schlangen. Um Zeit zu gewinnen, gehe ich oft an eine der automatisierten Kassen.</div><div><br></div><div>Merkwürdig. Warum verzichte ich eigentlich auf die Chance, ein Lächeln von der Kassiererin zu bekommen oder sogar ein paar nette Worte mit ihr zu wechseln? Wo ich doch weiß: <span class="fs14lh1-5"><i>Gutes Leben besteht nicht darin, viel in meine Zeit hineinzustopfen, sondern Schönes aus ihr hervorgehen zu lassen.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Bild: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 13 Jan 2023 13:57:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |67]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001DA"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><b><span class="cf1">Ich glaube zu wissen, dass ich eigentlich erst innerlich klar und aufrichtig sein würde, wenn ich mit der Bergpredigt wirklich anfinge, Ernst zu machen. Hier sitzt die einzige Kraftquelle, die den ganzen Zauber und Spuk einmal in die Luft sprengen kann, bis von dem Feuerwerk nur ein paar ausgebrannte Reste übrigbleiben. Die Restauration der Kirche kommt gewiss aus einer Art neuen Mönchtums, das mit dem alten nur die Kompromisslosigkeit eines Lebens nach der Bergpredigt in der Nachfolge Christi gemeinsam hat. Ich glaube, es ist an der Zeit, hierfür die Menschen zu sammeln.</span></b></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><b><span class="cf1"><br></span></b></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><b><span class="cf1">Dietrich Bonhoeffer</span></b></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Das schrieb Dietrich Bonhoeffer am 14. Januar 1935 in einem Brief an seinen Bruder Karl-Friedrich. Damals war die evangelische Kirche Deutschlands gespalten: Die Hitler nahestehenden "Deutschen Christen" hatten die Vorherrschaft erlangt. Die "Bekennende Kirche", der Bonhoeffer angehörte, hatte sich abgespalten und kämpfte um das Evangelium.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Bonhoeffer konzentriert sich in diesem Kampf auf die heilige Schrift, speziell auf die Bergpredigt (Mt 5-7). In ihr sieht er die einzige Kraftquelle, die dem Irrweg der "Deutschen Christen" Einhalt gebieten kann.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Bonhoeffer sucht also keine kirchenpolitische Antwort auf die "Deutschen Christen", sondern eine theologische. Eine Antwort, die aus dem Glauben kommt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Diese Antwort ist die Kompromisslosigkeit eines Lebens nach der Bergpredigt. Er will nicht das Mönchtum wieder einführen, aber er sieht in diesem ein Beispiel für die Kompromisslosigkeit des Glaubens.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Es macht Hoffnung, innerlich klar und aufrichtig zu sein und mit der Bergpredigt Ernst zu machen. Dann kann vielleicht sogar der Zauber und Spuk eines Krieges beendet werden.</span></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Reiner Strunk: Nachfolge Christi. Erinnerung an eine evangelische Provokation. Chr. Kaiser Verlag, München 1981. S. 203. Dort zitiert nach: Eberhard Bethge: Dietrich Bonhoeffer. 4. Aufl. 1978. S. 529. Orthographisch angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung. Hervorhebungen getilgt.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 07 Jan 2023 11:35:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Unerwartet beim Namen gerufen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001D9"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Unerwartet beim Namen gerufen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/01/2023</span></div><div><br></div><div>Vor einigen Tagen wollte meine Frau einen Spaziergang im Wald machen. Sie fragte mich, ob ich mitgehen wolle, doch ich hatte mich gerade in eine Arbeit vertieft und ließ sie deshalb allein gehen. Etwa eine halbe Stunde später, als ich meine Arbeit beendet hatte, bekam ich auch Lust auf einen kleinen Spaziergang.</div><div><br></div><div>Also machte ich mich auf, nahm eine Abkürzung bergauf, weder Weg noch Pfad, eine lichte, wenig bewachsene Schneise, die etwa hundert Meter steil hinauf führt. Danach folgte ich im Wald eben dem Weg, den meine Frau gehen wollte, in der Hoffnung, sie vielleicht einzuholen oder ihr auf ihrem Rückweg zu begegnen. Doch die Begegnung blieb aus, und so setzte ich meinen Spaziergang fort ohne die Hoffnung, sie noch zu treffen. Der Wald ist eben größer und birgt mehr Wege, als man denkt, auch wenn man sich nicht allzu weit von zu Hause entfernt.</div><div><br></div><div>Ich wählte verschiedene Wege, die ich kannte und die ich oft schon mit Freude gegangen bin. Schließlich kam ich wieder an die Schneise, die Abkürzung, die ich zu Beginn meines Ganges bergauf gestiegen war. Weil es mich nach Hause zog und ich mit dieser Schneise ein gutes Stück des Weges abschneiden konnte, entschied ich mich für den Abstieg. Vorsichtig, Schritt für Schritt, schob ich mich den steilen Patt hinunter durch das hohe Gras. Gut unten angekommen, bog ich scharf nach links ab auf einen breiten Weg, der mich bald zurück nach Hause führen würde.</div><div><br></div><div>In diesem Moment hörte ich meinen Namen rufen: "Hallo Klaus!" Es war eine vertraute Stimme, ich wusste sofort, wer mich da rief. Es war die Stimme meiner Frau. Ich drehte mich um und sah sie auf dem Weg kommen, auf den ich gerade nach links eingebogen war, während sie von rechts kam.</div><div><br></div><div>Es war ein Stück Heimat, ohne schon zu Hause zu sein, so völlig unerwartet die Stimme meiner Frau zu hören, wie sie mich mit meinem Namen anrief. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet. Meine Gedanken waren ganz woanders gewesen. Ich fühlte mich nicht zu Hause, sondern auf dem Weg dorthin, war allein unterwegs, hatte niemanden gesehen oder gehört und glaubte nicht, dass irgend jemand sich in der Nähe aufhielt.</div><div><br></div><div>Und dann die liebe Stimme, die mir so vertraut und nah war, wie keine andere auf der Welt, die meinen Namen aussprach und mich zu sich rief.</div><div><br></div><div>Natürlich hatte diese Stimme meinen Namen schon unzählige Male ausgesprochen. Natürlich hatte sie mich tausend Mal zu sich gerufen. Aber diesmal war es etwas Besonderes. Diesmal kam diese Stimme quasi aus dem Nichts, aus dem gänzlich Unerwarteten. Sonst, wenn ich sie hörte, war mir bewusst, dass meine Frau in der Nähe war. Diesmal wähnte ich mich allein, meine Frau nicht in Rufnähe, und erst die Stimme machte mir klar, dass sie mir so ungeahnt nah war. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, dass diese Situation einen bleibenden Eindruck in mir hinterlassen hat.</div><div><br></div><div>Den Rest des Weges musste ich nicht mehr allein zurücklegen. Der liebste Mensch, den ich habe, war nun – ganz unerwartet für mich – an meiner Seite.</div><div><br></div><div>Kurz darauf musste ich unwillkürlich an das Bibelwort aus Jesaja 43 Vers 1 denken:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Wort ist urprünglich den Entwurzelten des Volkes Israel, die im babylonischen Exil lebten, gesagt. Aber es beschreibt Gottes Zuwendung zu den Entwurzelten aller Zeiten und Länder. Wir können es also auf uns beziehen. Denn auch wir leben im Exil, denn wir sind in dieser Welt niemals ganz zu Hause, und auch im schönsten Zustand lebt eine Sehnsucht in uns.</div><div><br></div><div>Vielleicht ist es sogar so, dass Gott uns gerade dann anruft, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Kommt doch sein Ruf oft unerwartet, vielleicht auch unserem Empfinden nach unpassend. Es kann sein, dass uns gerade etwas stark beschäftigt und unsere Gedanken bindet. Oder dass unser Gefühl und unsere Hingabe ganz einer bestimmten Sache gilt, die uns für sich einnimmt. Es mag auch sein, dass wir uns gänzlich allein fühlen mit einem Problem, dass die ganze Welt sich vor uns verschlossen zu haben scheint.</div><div><br></div><div>Und dann geschieht es, dass uns wie aus dem Nichts heraus eine Nähe zuteil wird, als rufe uns eine liebevolle Stimme, als seien wir nicht allein, als habe sich die Welt im Augenblick verwandelt. Alles erscheint in neuem Licht, und wir werden gewahr, dass wir der Welt nicht bedrückend einsam ausgeliefert sind, sondern dass jemand an unserer Seite ist, dass wir jemandem unendlich wichtig sind. Denn die Stimme ruft uns bei unserem Namen. Nicht einfach ein anonymes Licht erleuchtet unser Inneres, nichts Unpersönliches gewinnt Macht über uns, sondern wir selbst sind gemeint, wir sind zu dieser nahen Stimme gerufen.</div><div><br></div><div>Wir mögen sie die Stimme Gottes nennen oder die Stimme einer ewigen Kraft. Aber der uns da ruft, der kennt uns. Er weiß um unsere Freude und um unsere Not. Und er ruft uns nicht einfach, sondern er ruft uns zu sich. Er sucht unsere Nähe und bittet um eine Antwort. Er möchte, dass wir innehalten, uns ihm zuwenden und mit ihm unseren Weg fortsetzen.</div><div><br></div><div>Ich war bei meinem Spaziergang in keiner Notsituation. Und dennoch hat der Anruf meiner Frau meinen Horizont in diesem Moment vollkommen verschoben. Wie viel mehr wird es einem Menschen so ergehen, der sich in einer Notlage von Gott und der Welt verlassen fühlt. Denn <span class="fs14lh1-5"><i>Gott ruft uns nicht nur zu sich, damit wir mit ihm zusammen unseren Weg fortsetzen, sondern er bewahrt uns auch in den Nöten, die uns auf unserem Weg begegnen.</i></span></div><div><br></div><div>Das Jesajawort setzt sich so fort:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen. Denn ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige Israels, dein Retter.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das ist natürlich symbolisch gemeint. Wasser, Ströme und Feuer stehen für das, was uns mit Schmerz, Verzweiflung oder dem Tode bedroht. <span class="fs14lh1-5"><i>Das Wasser steht uns bis zum Hals. Aber es hat keine letzte Gewalt über uns. Mögen wir auch viel erleiden müssen: Gott wird dem ein Ende machen. Mögen wir des Todes sein: Der Retter ist stärker auch als der Tod.</i></span></div><div><br></div><div>Israel wurde nach endlosen Jahrzehnten aus dem Exil errettet und durfte zurück in seine Heimat. Auch unsere Not mag endlos erscheinen. Aber das Licht der Hoffnung leuchtet in der Finsternis. <span class="fs14lh1-5"><i>Die Heimat liegt nicht hinter, sondern vor uns.</i></span> Auch wenn die gegenwärtige Heimatlosigkeit noch so groß sein mag: Gottes Stimme ruft uns dorthin, wo Heimat schon jetzt beginnt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTALeft"><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: tomwieden auf Pixabay.</span><br></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 07 Jan 2023 10:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wer ist klug?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001D8"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wer ist klug?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/01/2023</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Gestern habe ich kurz in den katholischen Radiogottesdienst reingehört. Der Prediger erinnerte sich gerade an seine Großmutter. Sie habe am ersten Tag eines neuen Jahres immer gesagt: "Reingekommen sind wir. Ob wir rauskommen, wissen wir nicht."</div><div><br></div><div>Das ist erdverbundenes, realistisches Denken: Wir wissen nicht, wie lange wir noch über diese Welt laufen werden.</div><div><br></div><div>Diese Einsicht erinnerte mich an das Psalmwort "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden", wörtlich: "auf dass wir Weisheit zum Herzen kommen lassen" (Ps 90,12).</div><div><br></div><div>Klug und weise ist demnach nicht, wer intelligent und gebildet ist, wer Abitur hat und viel Geld verdient, wer sich viel Wissen angeeignet hat, wer schlau ist und gut argumentieren kann.</div><div><br></div><div>Sondern klug und weise sind wir, wenn wir uns unsere Begrenztheiten bewusst machen, nämlich:</div><div><ul><li>dass unser Leben ein Ende haben wird<br></li><li>dass uns der Zeitpunkt dieses Endes unbekannt ist<br></li><li>dass wir die Zukunft niemals perfekt planen können, so sehr wir uns auch darum bemühen mögen<br></li><li>dass wir abhängig sind von Ereignissen und Menschen, über die wir nicht verfügen<br></li><li>dass unser eigenes Wissen immer nur ein klitzekleiner Ausschnitt des gesamten menschlichen Wissens sein wird<br></li><li>dass wir niemals eine Frage vollkommen werden beantworten können, soviel Wissen wir auch immer haben mögen<br></li><li>dass wir niemals 100prozentig wissen, was gut und was böse ist<br></li><li>dass wir in den Urteilen, die wir uns bilden, nicht objektiv sind, sondern abhängig von den Prägungen und Fragestellungen, die wir mitbringen<br></li><li>dass unser irdisches und ewiges Heil nicht von uns selbst abhängt, sondern von dem, der unbegrenzt und unendlich ist in seiner Liebe zu uns.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Die alttestamentlichen Weisheitsschriften (Sprüche, Prediger, Hiob, einige Psalmen) beschreiben all dies als klug und weise. Wer also um die Begrenztheit all seines Wissens, Denkens und Handelns weiß, ist klug und weise. Wer weiß, wie klein und vergänglich er ist, und wer sich nicht für größer halten und als größer darstellen muss, als er ist, der ist in Wahrheit groß. Wer im Wissen lebt, dass er von Gott <span class="fs14lh1-5">abhängig</span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">ist, ist frei von aller Abhängigkeit von sich selbst und allem Irdischen.</span></div><div><br></div><div>Aber warum ist ein Mensch eigentlich klug, wenn er um all das weiß? Er ist klug, weil sein Wissen um seine Begrenztheit ihn davor schützt, egozentrisch, eigensinnig, rechthaberisch, überheblich oder gar größenwahnsinnig zu werden und dann auch seinen Mitmenschen dementsprechend gegenüberzutreten. Er ist sich vielmehr im Klaren darüber, dass er sich irren kann, schuldig wird, ein Leben lang von den anderen lernen kann und in seinen Einsichten auf den Geist Gottes angewiesen ist. Ein solcher Mensch wird dann auch seinen Mitmenschen zuhören, sie anerkennen und verständnisvoll, dialog- und lernbereit, kurz: liebevoll mit ihnen umgehen.</div><div><br></div><div>Und all diese Klugheit und Weisheit lässt sich in dem einfachen Satz einer Großmutter zusammenfassen: "Reingekommen ins neue Jahr sind wir. Ob wir rauskommen, wissen wir nicht." Mit anderen Worten: Bleib mal auf dem Teppich! Was ist mit all deiner Klugheit, wenn du in ein paar Tagen gar nicht mehr da bist?</div><div><br></div><div>Eine solche Frage kann erschreckend sein, aber im Sinne eines befreienden Schreckens: Sie befreit von Illusionen über sich selbst, von Selbstüberschätzung und Überheblichkeit.</div><div><br></div><div>Manchmal gibt es Großeltern, die in all ihrer Einfachheit, mangelhaften Schulbildung und Unwissenheit gebildeter und klüger sind als all die scheinbar so gebildeten und schlauen Autoritäten um sie herum.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Michaela auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 02 Jan 2023 09:17:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |66]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001D6"><div><br></div><div><div class="mb1"><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">In der Synagoge [...]: Man tritt am Ende eines Gebetes drei Schritte zurück, um dem Frieden Raum zu geben. Dieses Zurücktreten hilft auch im Alltag oder wenn man einen Krieg beenden will. Wer jetzt bei Eiseskälte in der Ostukraine sitzt, kann das zwar nicht, aber andere könnten. Frieden ist das Gute, das auch im Krieg nie ganz verloren geht.</span></i></b></span></div><div><b class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1">Das Gute ist jenseitig und diesseitig. [...] Deshalb predige ich als Rabbiner zu Neujahr stets denselben Spruch: Ein Jahr mit seinen Flüchen möge enden, ein Jahr mit seinen Segnungen beginnen!</span></i></b><br></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Rabbiner Andreas Nachama / Berlin</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Wir sind es gewohnt, voranzugehen, vielleicht sogar das Tempo vor- und den Ton anzugeben. Wohl jeder Mensch tut das auf seine Weise.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Nicht so nah liegt uns das Zurücktreten. Obwohl wir gerade so Vorbild sein könnten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Es ist eine vielsagende Geste: dem Frieden Gottes Raum geben, indem man drei Schritte zurücktritt. Drei. Der Friede Gottes will mehr Raum einnehmen, als wir meinen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wie gut täte es der Menschheit im neuen Jahr, wenn viele Menschen, die Mächtigen voran, jeder in seinem Umfeld, das Zurücktreten lernen würden. Es würde ungeheure Segnungen ermöglichen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Bitten wir den Herrn der Geschichte darum: "Ein Jahr mit seinen Flüchen möge enden, ein Jahr mit seinen Segnungen beginnen!" – und treten wir dann drei Schritte zurück ...</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: DIE ZEIT Nr. 53 vom 22.12.2022, S. 59.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 31 Dec 2022 15:16:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Habe ich Freisein gelernt?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001D7"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Habe ich Freisein gelernt?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/12/2022</span></div><div><br></div><div>Kann man Freisein lernen? Kann man in schlechten Zeiten frei sein – in Zeiten, in denen man verunsichert ist und gefangen in Angst und Sorgen? Kann die Freude des Freiseins die Angst vertreiben?</div><div><br></div><div>Das ausklingende Jahr war nicht gerade ein schönes. Vor allem für die Ukraine nicht und für die gefallenen und an Leib und Seele verwundeten Soldaten auf beiden Seiten nicht. Natürlich auch nicht für deren Angehörige.</div><div><br></div><div>Diesen allen gegenüber haben wir in Westeuropa es gut gehabt. Dennoch war es auch für mich kein besonders schönes Jahr. Der Krieg und die vielen Opfer haben manches Mal die Stimmung gedrückt. Die bedrohliche Konfrontation zwischen Russland und dem Westen hat mir Angst gemacht. Das <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Damokles" target="_blank" class="imCssLink">Damoklesschwert</a></span>, in den Krieg hineingezogen zu werden, schwebte über uns. Und es machte mich traurig, dass es bei alldem letztlich um Einflussbereiche, also um politische Macht ging.</div><div><br></div><div>Ich wollte das alles nicht verdrängen und einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern ich wollte die Lage einschätzen und verstehen. Darum habe ich versucht, mich zu informieren. Ich war zutiefst enttäuscht über viele deutsche Politiker, Expertinnen, Journalisten und über einseitige Information. Auch Kirchenvertreterinnen haben mich enttäuscht.</div><div><br></div><div>Dennoch habe ich in diesem Jahr vielleicht gelernt, ein Stück weit freier zu werden. Es ist eine Freiheit nicht in Perfektion, sondern in aller menschlichen Unvollkommenheit.</div><div><br></div><div>Wie kann man in einer bedrohlichen Situation frei sein? Ich fühle mich frei, wenn ich mir vergegenwärtige, dass mein Leben trotz aller Gefahren bei der guten Macht bestens aufgehoben ist, die wir Gott nennen und die in Jesus Christus in der Welt erschienen ist. Dabei ist es egal, was auf Erden geschieht. Denn das Gefühl der Geborgenheit kann stärker sein als das Gefühl der Bedrohung.</div><div><br></div><div>Ich fühle mich dann ein Stück weit frei von Ängsten – nicht vollkommen frei, denn natürlich will ich nicht leiden und habe Angst davor. Aber ich fühle mich viel freier als ohne den Glauben an einen Gott, der an meiner Seite ist und mich geleiten und bewahren wird. Auch dann, wenn ich durchs finstere Tal muss; denn auch dort wird er mich stärken und trösten.</div><div><br></div><div>Beim Gefühl, frei zu sein, hat mir geholfen, mir vorzustellen, was ich im konkreten Notfall tun würde. Wenn ich all mein Hab und Gut zu verlieren drohe, würde ich versuchen, eine Bibel zu retten. Ich würde ein dickes Heft mit vielen leeren Seiten einpacken und einen Stift, um meine Erlebnisse, Gedanken und Gefühle aufschreiben zu können. Wenn es geht, würde ich noch ein Gesangbuch oder Liederbuch mitnehmen, um – zusammen mit anderen – singen zu können. Vielleicht würde das schon zum Überleben reichen. Die Gitarre mitnehmen wäre schön, aber wahrscheinlich zu viel Gepäck. Sie ist auch nicht unbedingt nötig.</div><div><br></div><div>Wäre ich dann in der Not mit anderen zusammen, würde ich mich frei fühlen, wenn ich sie (und darin auch mich selbst) trösten könnte mit Worten der Bibel oder mit Liedern. Ich würde versuchen, für andere da zu sein, und sei es auch in einem finsteren Bunker.</div><div><br></div><div>Vielleicht würdest du andere Dinge retten, die dir wichtig sind. Versuch dir einmal vorzustellen, was dir so wichtig wäre, dass es dir beim Überleben helfen würde – Nahrung und Kleidung einmal ausgenommen. Und wie du damit anderen und dir selbst das Überleben erleichtern könntest.</div><div><br></div><div>Zu meinem Freisein gehört auch, dass der Tod mich nicht so stark schrecken kann. Einen gewissen Schrecken behält er immer, denn er ist immerhin unser Feind – aber einer, der vernichtet werden wird (1Kor 15,26). <span class="fs14lh1-5"><i>Die Machtlosigkeit des Todes ist also schon beschlossene Sache. Wir müssen nur noch beschließen, diese beschlossene Sache für uns gelten zu lassen.</i></span> Dann mag es ruhig so schlimm kommen, dass man uns das Leben nehmen will – wir können dann darauf vertrauen, dass uns niemand das Leben nehmen kann, das der Ewige in Ewigkeit für uns vorbereitet hat (Joh 14,2). Dieses Vertrauen befreit.</div><div><br></div><div>Und noch eins gehört zu meinem Freisein: dass ich mich nicht hinters Licht führen lasse mit all dem Lug und Trug, der verbreitet wird. Es ist schon wahr: Wenn der Krieg beginnt, stirbt als erstes die Wahrheit. Sie stirbt auch dort, wo der Krieg noch gar nicht heiß ist, aber schon um Einflussbereiche gerungen wird. Auch das ist mir im letzten Jahr quälend bewusst geworden.</div><div><br></div><div>Aber ich konnte mir die Freiheit bewahren, mich nicht vereinnahmen zu lassen, mich den Manipulationen zu widersetzen und meine eigene Sicht der Dinge zu entwickeln. Dabei half mir eine Instanz, die bedeutender ist als alle Zeitungen und Nachrichtensendungen: die Bibel. Sie ist mir zum wahren Wegweiser geworden, wo fast alles andere, was den Weg weisen wollte, in dieselbe Richtung wies.</div><div><br></div><div>Es ist schon merkwürdig, dass mir das Gefühl des Freiseins gerade in Zeiten der Bedrohung widerfahren ist. Wirklich erklären kann ich das nicht. Vielleicht ist es das Vertrauen auf Gott, das gerade die Not in uns weckt und das dann auch das Freisein in uns wachsen lässt.</div><div><br></div><div>Das Freisein ist dann immer auch von Freude begleitet. Es macht in gewissem Sinne unangreifbar. Es sagt uns: "Ihr könnt uns nehmen, was ihr wollt, es wird mir nicht schaden. Wenn ich leiden muss, wenn Schmerzen mich drücken, wird das zwar nicht angenehm sein, ja ich werde mich vielleicht quälen – aber mir wird die Gewissheit bleiben, dass das Leid ein Ende haben wird. Selbst der Tod kann mir nicht das Leben nehmen, das ich bei Gott habe. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden!"</div><div><br></div><div>Was also können uns die Angriffe auf unser Leben noch anhaben? Niemand weiß, was das nächste Jahr bringen wird. Niemand weiß, welche Freude und welches Leid ihm bevorsteht. Ich weiß nicht, ob mein Gefühl des Freiseins in Notzeiten Bestand haben wird. Aber auch wenn dieses Gefühl schwindet, kann ich im Glauben wissen, dass Leib und Leben in eines anderen Hand sind. Und dass dieses Wissen wieder zum Grund großen Freiseins werden kann.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Franz P. Sauerteig auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 30 Dec 2022 08:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |65]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001D5"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wenn nur noch die Waffen sprechen, sage ich: Ich glaube an den Frieden. Wenn Menschlichkeit ausgelacht wird, beharre ich: Ich glaube, dass Gott Mensch geworden ist. Wenn Versöhnung unmöglich scheint, halte ich fest: Ich glaube an die Vergebung der Sünden. Wo gesagt wird: "Was tot ist, ist tot", widerspreche ich: Ich glaube an die Auferstehung der Toten. Und dann handle ich auch danach, egal, wie fest ich gerade daran glaube.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Annette Kurschus, EKD-Ratsvorsitzende am 22.12.2022</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">"Woran kann man noch glauben?" fragte die Wochenzeitung DIE ZEIT verschiedene Menschen. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland antwortete mit wenigen Zeilen, von denen oben einige wiedergegeben sind.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wenn der christliche Glaube sich auf die grundlegenden Wahrheiten bezieht, ohne nach links und rechts zu schielen, wird er plötzlich ganz einfach. Dann ist mit wenigen Worten alles gesagt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Und dem ist auch nichts mehr hinzuzufügen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: DIE ZEIT Nr. 53 vom 22.12.2022, S. 59.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 28 Dec 2022 16:17:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Eine weihnachtliche Begegnung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001D3"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eine weihnachtliche Begegnung</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/12/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Eine Begegnung in der Fußgängerzone an einem Abend wenige Tage vor dem Fest geht mir bis heute nach. Sie gehört zu jenen Geschehnissen, die einen bleibenden Eindruck in uns hinterlassen, ohne dass uns diese Einprägung im Moment des Erlebnisses selbst schon bewusst wäre.</div><div><br></div><div>Ich habe Zeit, möchte nur ein bestelltes Buch im Laden abholen. So kann ich mich treiben und das Leben auf mich wirken lassen. Ich sauge alles ein: die Masse der Menschen, die faszinierende Weihnachtsbeleuchtung, die dichte Atmosphäre dieser besonderen Zeit vor dem Fest.</div><div><br></div><div>Es dunkelt schon, so dass das Leuchten in den Bäumen seine volle Wirkung entfalten kann. Nicht einfach Lampen, sondern fallende Lichter werden angedeutet, Sternschnuppen oder Schneeflocken gleich. Fassaden sind mit hunderten Lichtquellen ausgestattet, die sich in den Fenstern anderer Gebäude spiegeln und den Effekt vervielfachen. Die Auslagen in den Schaufenstern mit ihrer bunten Vielfalt tun ein Übriges, die Blicke anzulocken. Wohin man schaut, es leuchtet, flackert und blitzt allerorten.</div><div><br></div><div>Massen von Menschen bewegen sich behende durch die Stadt, allein, zu zweit oder in größeren Gruppen. Die meisten bepackt mit Taschen und Rucksäcken. Manche in Eile, andere ruhigen Schrittes, wieder andere im angeregten Gespräch miteinander. Es gibt gestresste Gesichter, aber auch lächelnd entspannte. Eine Bettlerin am Rand sieht die Massen an sich vorüberziehen.</div><div><br></div><div>Eine Traumwelt voller Lichter, Spiegel und Farben, in die ich gern eintauche. Der Himmel ist dunkel, umso mehr zieht uns das Licht an. Wie sehr sind wir doch auf Licht angewiesen. Zugleich legt aber das Halbdunkel auf die im Getümmel sich Bewegenden einen sanften Schleier, der manchen Makel verhüllt. Sowieso sind alle mehr oder weniger mit sich selbst beschäftigt. Die letzten Erledigungen vor dem Fest, die Geschenke für die Lieben.</div><div><br></div><div>Plötzlich fällt mein Blick auf zwei junge Frauen, die mir entgegenkommen. Meine Augen wollen schon weiterschweifen, da zieht es sie zurück zu einer der beiden. Sie kommt mir bekannt vor, aber ich muss im Dämmerlicht zweimal hinschauen. Es ist die leibliche Schwester unserer Adoptivtochter.</div><div><br></div><div>Meine Frau und ich haben vor vielen Jahren ein Mädchen aus Asien adoptiert. Das Mädchen hatte eine leibliche Schwester, die ebenfalls von deutschen Eltern adoptiert wurde. Seit der Adoption stehen wir in Kontakt miteinander, so dass die beiden Schwestern ihre enge Beziehung zueinander aufrecht erhalten konnten. Es gehört zu den Wundern, die man sich schwerlich ausdenken kann, dass wir vor sechzehn Jahren wegen meiner neuen Stelle an einen Ort zogen, der die beiden Schwestern nur 20 Kilometer voneinander trennt.</div><div><br></div><div>Die Schwester unserer Tochter ist in Begleitung einer Schwarzafrikanerin. Sie hat mich als erste erkannt, schaut mich an, nun erkenne ich sie auch und gehe auf sie zu. Wir begrüßen uns und wechseln ein paar Worte. Ich weiß, dass sie gerade ein halbes Jahr in einem afrikanischen Land als Krankenschwester gearbeitet hat, für eine Missionsgesellschaft. Sie sagt, es sei eine intensive Zeit mit reichen Erfahrungen gewesen. Einige dünn geflochtene und mit bunten Perlen durchsetzte Zöpfe sind in ihr dunkles Haar eingebunden, über ihre Wangen fallen zwei lange Zöpfe weit nach unten.</div><div><br></div><div>Die junge Frau neben ihr, etwa zehn Jahre jünger und im Teenie-Alter, schweigt schüchtern. Erst im Laufe des Gesprächs wird mir bewusst, wer sie ist. Ich habe sie zuletzt als kleines Mädchen gesehen. Denn die Eltern haben nach der ersten Adoption noch zwei weitere durchgeführt, beides Kinder aus Schwarzafrika. Eins davon steht nun neben mir, nicht mehr als Kind.</div><div><br></div><div>Sie kennt mich nicht. Als ihre Begleiterin sie aufklärt, schaut sie mich mit großen Augen an, die sich wie weiße Lichter von ihrer tiefschwarzen Haut abheben. Auch sie hat Zöpfe ins Haar geflochten. Ich staune über die Schönheit dieser Frisuren, über die Schönheit der Hautfarbe, durch welche die Augen viel stärker zur Geltung kommen als bei uns Weißen. Ich lächle sie an, um ihr etwas die Scheu zu nehmen, sie lächelt zurück.</div><div><br></div><div>Ihre Schwester und ich reden noch ein wenig weiter, nichts Bedeutendes, aber es entsteht durch wenige Worte Nähe. "Im Anfang ist die Beziehung", sagte <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Buber</i></span>, und vielleicht meinte er so etwas, wie ich es gerade erlebte: Eine unerklärliche Nähe, ein wundersames Einssein dreier unterschiedlicher Menschen, das niemand gemacht und das sich dennoch unerwartet und unverfügbar eingestellt hat. Ein Anfang echten Lebens.</div><div><br></div><div>Als wir uns trennten, wusste ich noch nicht, wie sehr diese Begegnung nachwirken würde. Ich staune noch immer über die Schönheit des Unterschiedlichen, über die Vielfalt, die uns reich macht. Aber was tun wir, dass wir diese Schönheit nicht wahrnehmen und sie von uns fernhalten? Wir merken gar nicht, wie sehr wir selbst daran verarmen, dass wir das Bereichernde zum Bedrohlichen machen.</div><div><br></div><div>Der Schöpfer hat uns die Andersartigen, die Fremden in all ihrer Schönheit geschenkt, um unser Leben zu bereichern. Er liebt sie und will ihr Leben, so wie er auch uns liebt und unser Leben will.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Herr, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, starke und furchterregende Gott, der [...] den Fremden liebt, zu geben ihm Brot und Kleidung. Auch ihr sollt den Fremden lieben; denn Fremde seid ihr selbst gewesen im Lande Ägypten.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(5Mo/Dtn 10,17-19)</span></i></div><div><br></div><div>Die langsam aussterbende Generation war durch ihre Kriegsleiden mit einem Wissen gesegnet: Sie wusste, was es für Menschen bedeutet, Fremde zu sein – und was es bedeutet, als Fremde geliebt zu werden. Den Spätgeborenen fehlt diese Erfahrung.</div><div><br></div><div>Würden wir uns dennoch der Liebe zu den Fremden öffnen, zu den Fremden, die uns schön und bereichernd sind, gerade weil sie anders sind als wir – wir würden die flackernde Vielfalt des Lebendigen uns anstrahlen, hundertfältig blinkende Lichter sich unter uns spiegeln lassen, würden lebendige Sterne, die der Himmel uns bereitet hat, in die Welt fallen lassen wie beglückende Sternschnuppen.</div><div><br></div><div>Möge der Herr der Herren uns gnädig sein! Möge er, so wie wir unsere Weihnachtsstädte in Lichter tauchen, S<span class="fs12lh1-5">EIN</span> Licht in uns aufleuchten lassen. Dann werden unsere Begegnungen uns reich machen und nicht nur unsere Städte, sondern auch unsere Herzen in ungeahntem Glanz erstrahlen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Couleur auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 26 Dec 2022 10:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum Jesu Geburt eine Zeitenwende ist]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001D2"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum Jesu Geburt eine Zeitenwende ist</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/12/2022</span></div><div><br></div><div>In der Geschichte der Menschheit gab es immer wieder Ereignisse, die eine neue Epoche einläuteten. Es waren Veränderungen, die auf Dauer nachwirkten: nicht nur an der Peripherie, sondern im Zentrum des Lebens und Denkens. Die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion unter Kaiser Konstantin mag ein solch epochemachendes Ereignis gewesen sein. Oder der Untergang des Römischen Weltreiches. Später die Reformation, dann die Aufklärung, die das Denken und Empfinden der Menschen im Kern erschütterte und zugleich verwandelte. Die beiden Weltkriege im vergangenen Jahrhundert mögen ebenfalls solche epochemachenden Ereignisse gewesen sein.</div><div><br></div><div>Es ließe sich natürlich noch vieles andere nennen: Erfindungen, technische Errungenschaften, neue Ideen, die die Welt beherrschten. Alle diese historischen Ereignisse waren mit Hoffnungen verbunden, aber auch mit Ängsten. Die einen waren davon überzeugt, die Welt endlich in einen besseren Zustand zu versetzen – während die anderen genau diesen Zustand für furchterregend hielten und deshalb die vergehende Epoche retten wollten, bestenfalls mit einigen Korrekturen versehen. Beide Seiten aber suchten, die Welt zu einem Ort zu machen, an dem der Mensch sich geborgen und sicher fühlen konnte – man könnte auch sagen: an dem er heimisch ist. <span class="fs14lh1-5"><i>Ernst Bloch</i></span> beendete bekanntlich sein monumentales Hauptwerk mit der Hoffnung auf "etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat." [1]</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Was ist Heimat?</div><div><br></div><div>Heimat zu finden in dieser Welt scheint nichts Selbstverständliches zu sein, sondern das Außergewöhnliche, eine unersättliche Sehnsucht – will man unter Heimat nicht einfach den Ort der Geburt oder der Jugendjahre verstehen oder auch den Ort des Lebensmittelpunkts. "Heimat ist dort, wo ich verstehe und verstanden werde", stellte <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Jaspers</i></span> tiefsinnig fest. Damit hatte er dem bloß räumlichen Begriff der Heimat einen sozialen zur Seite gestellt: Heimisch bin ich dort, wo intensive Beziehungen gegenseitiger Liebe sich ereignen. Das schließt meine Liebe zu den Dingen ein, wenngleich die Liebe zwischen mir und meinen Mitmenschen sicher den vorrangigen Aspekt ausmacht.</div><div><br></div><div>Der Soziologe <span class="fs14lh1-5"><i>Hartmut Rosa</i></span> drückt denselben Sachverhalt etwas ausführlicher aus:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Heimat [...] ist die Hoffnung auf einen anverwandelbaren Weltausschnitt; die Sehnsucht danach, einen Platz in der Welt zu finden oder zu schaffen, an dem die Dinge (die Pflanzen und Bäume, Berge und Bäche, Brücken und Straßen, Häuser und Hütten, Menschen und Tiere) zu uns sprechen, uns etwas zu sagen haben. [2]</i></span></div><div><br></div><div>Vorsichtig wird hier Heimat als Hoffnung und Sehnsucht verstanden – als gäbe es die Heimat nur als eine Zukunft, die niemals erreicht werde. Jedenfalls ist Heimat ein Ort, an dem Dinge und Lebewesen zu uns sprechen. Demnach ist die Heimat immer eine kommunikative und damit auch soziale Wirklichkeit, in der Dinge und Menschen uns etwas zu sagen haben: wo also kein Geschwätz stattfindet, kein oberflächliches Gerede, sondern Ansprache, Verstehenshilfe, Kommunikation von Weisheit, die uns verwandelt.</div><div><br></div><div>Insofern ist die Heimat ein unverfügbarer Ort. Denn in dieser Weise angesprochen zu werden, können wir nicht machen. Das mag den <span class="fs14lh1-5"><i>homo faber</i></span>, den sich seine Welt erschaffenden Menschen, noch so sehr kränken, er kann es nicht ändern. Alle Versuche, sich Heimat eigenmächtig zu verschaffen, sind damit <span class="fs14lh1-5"><i>ad absurdum</i></span> geführt. Ist damit das Prinzip Hoffnung <span class="fs14lh1-5"><i>Ernst Blochs</i></span> widerlegt?</div><div><br></div><div>Nicht ganz: Solange es Hoffnung gibt und Sehnsucht, wird es die Hoffnung auf Heimat geben. Und ohne Hoffnung und Sehnsucht ist menschliches Leben nicht vorstellbar. Es ist die Triebfeder unseres persönlichen und politischen Handelns. Denn gäbe es kein Ziel, für das es sich zu handeln lohnte – warum sollte man dann handeln?</div><div><br></div><div>Bleibt die Frage, <span class="fs14lh1-5"><b>welches </b></span>Handeln uns in die Heimat führt – oder, etwas bescheidener, uns ihr zumindest näherbringt. Bundeskanzler <span class="fs14lh1-5"><i>Olaf Scholz</i></span> hat, indem er von einer Zeitenwende sprach, offenbar ausdrücken wollen, dass mit Russlands Angriff auf die Ukraine eine neue Epoche begonnen habe. Man kann diese Bewertung mit Recht für übertrieben halten. Fragt man trotzdem, wie denn die neue Epoche aussehen mag, so fällt einem vor allem ein Gebaren ein, das den Krieg für ein mögliches Mittel politischen Handelns hält. Damit ist massive Aufrüstung verbunden sowie geopolitisches Säbelrasseln. An vielen Orten des Globus scheinen Staaten – und zwar nicht erst seit dem russischen Angriff auf die Ukraine – ermutigt zu sein, mit militärischen Mitteln ihren Machtbereich auszudehnen. Und diejenigen, die schon immer auf die Macht des Militärs setzten, sehen sich endlich bestätigt und sind mit neuem Mut aus ihren Löchern hervorgekrochen – um nicht zu sagen hervorgeschossen, was der unerwarteten Plötzlichkeit ihres Auftretens eher gerecht würde.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die christliche Zeitenwende</div><div><br></div><div>In christlicher Sicht stellt sich eine Zeitenwende allerdings komplett anders dar. Die Christenheit hat die Geburt eines Kindes in einer zum Römischen Weltreich gehörenden Provinz als dermaßen epochales Ereignis verstanden, dass sie mit ihm eine neue Zeitrechnung begonnen hat. Das heißt nicht weniger, als dass nach christlicher Anschauung in diesem Ereignis sich die Wende schlechthin <span class="fs14lh1-5"><b>aller </b></span>vorangehenden und nachfolgenden Zeiten vollzogen hat.</div><div><br></div><div>Wie ist das zu erklären? Nach christlicher Vorstellung ist mit Jesus der Erlöser, Retter, Sohn Gottes geboren. Die Titel besagen als solche nicht viel. Denn auch die römischen Kaiser jener Zeit schmückten sich mit diesen Titeln. Aber gerade dieser Umstand macht das Außergewöhnliche, ja Revolutionäre deutlich, das darin bestand, Jesus diese Titel beizulegen: Der Christenheit waren nicht mehr die mächtigsten Herrscher der damals bekannten Welt Retter, Erlöser und Söhne Gottes, sondern ein wehrloses Kind, das, noch im Mutterleib und sofort nach seiner Geburt, den Mächtigen und ihrem Machtstreben auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war.</div><div><br></div><div>Kaum geboren, ging es für das Kind schon um Leben und Tod. Nicht nur, dass die hochschwangere Mutter mit ihrem Ehemann gezwungen war, sich auf den beschwerlichen Weg nach Bethlehem zu machen, wie es der Kaiser <span class="fs14lh1-5"><i>Augustus </i></span>befohlen hatte, der sich als Weltherrscher, Sohn Gottes und selber Gott, Retter und Heilsbringer verehren ließ. Schlimmer noch: Der König <span class="fs14lh1-5"><i>Herodes</i></span>, Herrscher über die römische Provinz <span class="fs14lh1-5"><i>Judäa</i></span>, ein rücksichtsloser Psychopath, der über Leichen ging und sogar drei seiner eigenen Söhne ermorden ließ, trachtete dem Kind nach dem Leben, als es noch gar nicht geboren war, und zwang die Familie nach der Geburt des Kindes zur Flucht nach Ägypten, weil er alle neugeborenen Knaben in der Gegend Bethlehems töten ließ (Mt 2,13-18). So jedenfalls berichten es die Evangelien.</div><div><br></div><div>Unabhängig davon, ob es sich alles genau so zugetragen hat oder nicht, ist die Botschaft dieser Erzählungen klar: Der Sohn Gottes, der Retter der Welt, ist von Beginn seines Lebens an in seiner Existenz bedroht, wird verfolgt und soll ausgeschaltet werden. Nicht anders ergeht es einige Jahre später dem Wanderprediger Jesus, der eine winzige Schar Anhänger um sich geschart hatte. Der nicht auf Waffen, sondern allein auf das Wort setzende Prediger wurde den religiösen Autoritäten zu mächtig, so dass sie ihn in Zusammenarbeit mit dem römischen Statthalter <span class="fs14lh1-5"><i>Pontius Pilatus</i></span> ans Kreuz brachten, wo er einen nicht nur qualvollen, sondern auch schändlichen Tod starb. Denn nach jüdischem Glauben galt ein am Kreuz Gehänger als von Gott Verfluchter (5Mo/Dtn 21,23).</div><div><br></div><div>Wie auch immer es dazu gekommen ist, dass ein solcher Gehängter als Sohn Gottes und Retter der Welt bezeichnet wurde – damit war ein Gegenpol zu den epochemachenden Mächtigen seiner Zeit gesetzt, wie er schärfer nicht hätten sein können. Denn der Sohn Gottes und damit Gott selbst war an die Seite der Ohnmächtigen getreten, war einer von ihnen geworden, ein Wehrloser, ein Ausgegrenzter ohne Heimat, eine <span class="fs14lh1-5"><i>persona non grata</i></span>, für die es keinen Raum in der Welt und nicht einmal in der Herberge gab. Gott hatte sich der Obdachlosigkeit, Armut, Vertreibung, Flucht und Verfolgung ausgesetzt und schließlich auch dem Tod eines von Menschen Verfluchten preisgegeben, das heißt der ewigen Gottesferne – wir würden vielleicht sagen: der Absurdität und dem Nichts.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Gott an der Seite der Leidenden</div><div><br></div><div>Seither ist nicht mehr zu leugnen, dass Gott an der Seite der Hungernden steht, deren beschämende Armut nicht nur, aber auch im Reichtum der anderen ihren Grund hat. Und er ist denen nah, die als Vertriebene und Flüchtlinge ihre Heimat verlassen, um überleben zu können, die aber an den Grenzen aufgehalten werden, für die es also keinen Raum in den Wohlstandsländern dieser Welt gibt. Und Gott kennt das Leid derer, die als Kanonenfutter von den Mächtigen, die in Palästen residieren, in die Schützengräben entsandt werden, um dort als säkulare Verfluchte für eine absurde Machtpolitik dem Nichts ausgeliefert zu werden.</div><div><br></div><div>Dieser Gott ist ein anderer als jene Götter, von denen die griechische Mythologie erzählt. Diese führen ihr göttliches Eigenleben auf dem der Welt entrückten Olymp und lassen sich nur kurzzeitig herab auf die Erde, ohne dabei etwas zu riskieren und vom menschlichen Elend wirklich berührt zu werden. Sie gleichen dabei eher manchen weltlichen Machthabern in ihren streng gesicherten und abgeschotteten Regierungssitzen, die das Leid der Bevölkerung nur vom Hörensagen kennen und sich deshalb auch nicht um Gerechtigkeit und Frieden sonderlich scheren müssen.</div><div><br></div><div>Der christliche Gott aber leidet mit den Leidenden. Und zwar deshalb, weil er seine leidgeplagten Geschöpfe liebt. Wer liebt, distanziert sich nicht von den Geliebten, sondern steht an ihrer Seite und teilt Freude und Leid mit ihnen. Wir wissen das, aber wir beziehen es nicht auf Gott. Jedenfalls solange nicht, wie wir Gott als ein Wesen verstehen, das nicht auf Erden lebt, sondern im Himmel fern von uns sein selbstgenügsames Dasein fristet. Diesen Gott geht die Erde mit ihrem Leid nichts an. Man kann sich Gott auf diese Weise fein vom Leibe halten. Er stört nicht, solange er schön in seinem Himmel bleibt. Aber der in Jesus Mensch gewordene Gott hat eine andere Natur.</div><div><br></div><div>Zu seiner Natur gehört nun nicht nur das Leiden. Denn ein Gott, der genauso leidet wie wir, dem es nicht besser geht als uns, kann kein Retter und Erlöser sein. Gerade das aber behauptet der christliche Glaube. Und an diesem Punkt wird es spannend. Denn die Behauptung ist nicht weniger als diese: <span class="fs14lh1-5"><i>Derselbe Gott, der in Leid und Not hineingeboren und ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, rettet unwiderruflich aus Leid und Not.</i></span></div><div><br></div><div>Die biblische Geschichte erzählt es so: Das Kind wird trotz aller Bedrohungen in Bethlehem geboren. Es überlebt die Flucht nach Ägypten und wird ein beeindruckender, ja einmaliger Mensch. Dieser verkündet, die ewige Herrschaft Gottes sei bereits angebrochen und jeder Mensch könne daran teilhaben, wenn er davon Abstand nehme, sich anderen Herrschaften zu verschreiben. Jesus selbst geht diesen Weg voran und lädt ein, ihm nachzufolgen. Der Weg zum großen Ziel, zum Leben an der Seite Gottes, steht damit allen Menschen offen. Auch der Tod kann den Weg zu diesem Ziel nicht abbrechen. Im Gegenteil: Gerade der Gekreuzigte wird zu neuem Leben erweckt. Gerade durch Leid und Tod hindurch öffnet sich die Tür zum Leben. Der Tod ist nicht einfach die Apokalypse, sondern ist getragen von eschatologischer Hoffnung: Ermutigung, die "letzten Dinge", das himmlische Ziel, den Sehnsuchtsort der ewigen Heimat nicht aus den Augen zu verlieren, sondern mit ihm vor Augen mutig dem Erlöser zu folgen.</div><div><br></div><div>Das ist keine Vertröstung auf ein fernes Jenseits, wobei das Leben hier und jetzt der Gleichgültigkeit preisgegeben wird. Im Gegenteil: Es ist der Beginn eines neuen Lebens schon jetzt, es ist (wenn man so will) die Heiligung des Diesseits. Es ist eine Weltenwende, die ihresgleichen sucht, die Wende aller Zeitenwenden, die neue Epoche, der gegenüber alle anderen verblassen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Taten der Gerechtigkeit und des Friedens</div><div><br></div><div>Aber kann dieses Ereignis vor zweitausend Jahren wirklich halten, was es verspricht? Die Geschichte der Kirche und der Zustand der Welt scheinen eine andere Sprache zu sprechen. Denn die Christenheit hat sich oft genug der Logik der Macht verschrieben und tut es teilweise noch immer. Sie hat Kriege gerechtfertigt und Kreuzzüge durchgeführt, hat brutal gemordet, hat sich nicht auf die Seite der Schwachen und Ohnmächtigen gestellt, sondern im Gegenteil Menschen allererst zu solchen gemacht. Und noch immer besteht die Tagesordnung der Welt darin, Arme arm zu halten, Flüchtlinge ihrem Schicksal zu überlassen und Machtansprüche militärisch durchzusetzen. Was für ein unrealistischer Anspruch, mag man sagen, Jesus von Nazareth sei der Erlöser und Retter der Welt – und man stellt sich mit <span class="fs14lh1-5"><i>Rabbi Menachem</i></span> ans Fenster, blickt in die Welt hinaus und stellt nüchtern fest: "Da ist keine Erneuerung." [3]</div><div><br></div><div>Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Erneuerung der Welt, dass Gerechtigkeit und Friede faktisch bestritten werden. Ebenso wenig aber lässt sich leugnen, dass die Botschaft und das Leben des Jesus von Nazareth ein großes Fragezeichen hinter Reichtum, Wohlstand und Macht setzen, solange nicht alle davon profitieren. Und es lässt sich auch nicht leugnen, dass die Menschenrechte ohne diesen Jesus von Nazareth kaum so formuliert worden wären, wie sie formuliert worden sind. <span class="fs14lh1-5"><i>Der christliche Glaube ist, recht verstanden und all seiner praktischen Unvollkommenheit zum Trotz, die massive Bestreitung der Bestreitung von Gerechtigkeit und Frieden.</i></span></div><div><br></div><div>Wer Augen hat zu sehen, kann auch erkennen, <span class="fs14lh1-5"><b>was </b></span>zu bestreiten ist: dass Gerechtigkeit zu erreichen sei durch Voranstellung eigener Wohlstandsinteressen und wirtschaftliche Vormachtstellung. Was dadurch erreicht wird, ist immer nur so etwas wie ein materieller Wohlstand für sich selbst auf Kosten der anderen, also gerade keine Gerechtigkeit. Die gibt es nur, wenn man bereit ist, die vorhandenen Güter selbstlos zu teilen, "auf dass Gleichheit entstehe" (2Kor 8,14).</div><div><br></div><div>Und wer Augen hat zu sehen, dem kann nicht verborgen bleiben, dass Friede nicht erreicht oder "gesichert" wird durch geopolitisches Machtdenken, Streben nach Vergrößerung von Einflussbereichen sowie Misstrauen und Gewalt gegenüber anderen Staaten, so dass der Krieg zum Mittel der Politik wird. Das führt bestenfalls zu einem äußerst zerbrechlichen und bedrohlichen Schweigen der Waffen im eigenen Land, das auch schon mal durch einen Krieg in einem anderen Land erkauft werden muss. Es führt also gerade nicht zum Frieden. Um den kann man nur werben durch vertrauensbildende Maßnahmen, durch Zurückstellung eigener Interessen, durch Kompromissbereitschaft im Konfliktfall und die Bereitschaft, Leid für sich selber in Kauf zu nehmen, anstatt es über andere auszuschütten.</div><div><br></div><div>Dabei geht es nicht um illusionäre Visionen, angesichts derer man lieber zum Arzt gehen sollte, wie ein intelligenter Mensch und ehemaliger Bundeskanzler vor vielen Jahren einmal meinte feststellen zu müssen. Und es sei durchaus zugestanden, dass es in der unerlösten Welt wohl nicht möglich sein wird, alle "Schwerter zu Pflugscharen" umzuschmieden, weil der Friede nicht nur vom <span class="fs14lh1-5"><b>eigenen </b></span>Handeln abhängt. Erstrebenswert ist aber, dem Frieden mit jedermann ehrlich "nachzujagen" (Hebr 12,14) und auf diese Weise dem Aufruf des Apostels Paulus gerecht zu werden: "Ist es möglich, soviel an euch liegt, haltet mit allen Menschen Frieden!" (Röm 12,18) Ob wir wirklich <span class="fs14lh1-5"><b>alles </b></span>tun, was möglich ist und was an uns liegt, um mit allen Menschen Frieden zu halten – um dies zu beurteilen ist allerdings eine gehörige Portion ehrliche Selbstwahrnehmung und Selbstkritik nötig, die man von uns selbstgerechten Menschen, die über Krieg und Frieden im Großen und im Kleinen entscheiden, leider nur selten wird erwarten können.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Das Wachsen der Taten aus dem Glauben</div><div><br></div><div>Es bleibt deshalb die dringliche Einladung, dem Retter Jesus von Nazareth zu folgen und nicht von eigenen Zielen, sondern vom Ziel Gottes für die Welt her zu leben. Und zu diesem Ziel gehört auch: "Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden" (Jes 2,4; Mi 4,3). Das ist, wie gesagt, noch keine Realität, aber das Ziel, das die Realität zu prägen vermag. Es bleibt also die Hoffnung, dass uns der Retter diesem Ziel allem gegenteiligen Anschein zum Trotz entgegenführen wird. Und es bleibt die Alternative, nicht auf eigene Macht zu setzen, sondern das eigene Leben diesem Retter anzuvertrauen und daraus Kraft zur verantwortlichen Tat zu schöpfen. Es bleibt schließlich die Gewissheit, dass der Tod nicht das letzte Wort spricht, sondern der Gott, dessen Liebe der Tod des Todes ist und dessen letztes Wort deshalb "Leben" lautet.</div><div><br></div><div>Aus diesem Glauben wachsen, wenn wir Ernst mit ihm machen, Taten der Gerechtigkeit und des Friedens. Sie werden nicht in einem <span class="fs14lh1-5"><b>zusätzlichen </b></span>Akt vom Menschen angestrebt und produziert, sondern sie wachsen aus dem Glauben heraus – <span class="fs14lh1-5"><i>automáte</i></span>, wie es im griechischen Text eines Gleichnisses Jesu heißt: automatisch, ganz von selbst. So breitet sich die Herrschaft Gottes aus, wie der ausgesäte Same ganz von selbst die Frucht wachsen lässt, wenn denn der Glaube echt ist (Mk 4,26-29). Auch das ist eine schwere Kränkung des <span class="fs14lh1-5"><i>homo faber</i></span>, aber auch das eine befreiende.</div><div><br></div><div>Denn damit die Taten der Gerechtigkeit und des Friedens gelingen, muss der Mensch frei werden von sich selbst: von seinem Bestreben, sich sein Leben zu sichern, sich machtvoll durchzusetzen, was fast immer auf Kosten der Mitgeschöpfe geschieht, und von seiner Gewalttätigkeit gegenüber Mensch und Tier. Diese Befreiungen aber widerfahren dem Menschen dann, wenn er sich dem Vertrauen zu Gott hingibt. <span class="fs14lh1-5"><i>Wer sein Leben bei Gott aufgehoben weiß, auch wenn er es verliert, ist frei davon, es mit Gewalt verteidigen zu müssen. Wer sich von guten Mächten wunderbar geborgen weiß, ist befreit dazu, seinen Reichtum mit den Armen und Flüchtenden zu teilen. Denn nicht menschliche Weisheit und Logik, sondern eine aus dem Glauben resultierende Gelassenheit dem eigenen Leben und Tod gegenüber führen zu einer Lebens- und Zeitenwende.</i></span></div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht, dass alle, die nicht im Vertrauen zu Gott leben, niemals Taten der Gerechtigkeit und des Friedens vollbringen können – so wenig wie es bedeutet, dass alle, die diesen Glauben praktizieren, diese Taten zwangsläufig vollbringen. Es bedeutet nur, dass der Herr der Welt beiden eine das Leben verwandelnde Freiheit schenken und in beiden seine Herrschaft wachsen lassen kann – wo und wann er es will (Joh 3,8).</div><div><br></div><div>Noch ein Missverständnis muss ausgeräumt werden. Es ist schon angeklungen, dass die Befreiung, von der hier die Rede ist, nicht etwa ein lustvolles Fest der Freude ist. <span class="fs14lh1-5"><i>Wer Liebe übt, muss bereit sein, Leid auf sich zu nehmen. Das heißt im Extremfall: Er muss bereit sein zu sterben, um anderen das Leben zu retten.</i></span> Jesu Wort von der Feindesliebe (Mt 5,43-48) ist keine lässliche Randbemerkung; es ist der Ernstfall aller Liebe. Billiger ist der Friede nicht zu haben. Auch Jesus hat ihn ja teuer erkauft; wie sollte es bei uns anders sein? (1Kor 6,20; 7,23) So gibt es die Freude zuletzt nur im Leid: "In dir ist Freude in allem Leide". [4]</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Heimat ist gegenwärtige Zukunft</div><div><br></div><div>Auf diese Weise kann sogar aus Leid Heimat erstehen. Wenn Heimat der Ort ist, wo ich verstanden werde und verstehe, dann vollzieht sich in ihr nicht die Verfolgung individueller Interessen, sondern gegenseitiges Verstehen und Anteilgeben, also gerade das Zurücktreten individueller Interessen. Heimisch bin ich dort, wo ich kein selbstbezogenes Ich bin, mich also nicht auf mein isoliertes Ich konzentriere, sondern mich als Ich finde in einem Wir. In der Heimat wird mir gegeben, und darum kann ich zurückgeben, ohne nur ichbezogen zu agieren. So wird Heimat zu einem Ort materiellen Wohlstands und leiblicher Unversehrtheit nicht nur einiger weniger, sondern aller. Heimat ist der uns verwandelnde Ort: Das isolierte Ich wird zu einem wirbezogenen Ich.</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen finden Heimat bei Gott und bieten gerade deshalb anderen Heimat, wann immer der Glaube in ihnen aufgeht und Taten wachsen lässt. Denn ihre Taten leben von der Hoffnung, dass das Leiden in und an dieser Welt nicht das Letzte ist. So rief der Prophet Jesaja den zwangsweise Umgesiedelten aus Israel zu, die seit Generationen fern der Heimat leben mussten (Jer 31,15-17):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Man hört Klagegeschrei und bitteres Weinen in [der Stadt] Rama: Rahel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen; denn es ist aus mit ihnen. Aber so spricht der Herr: Lass dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn [...] sie sollen heimkehren aus dem Lande des Feindes. Es gibt noch eine Hoffnung für deine Zukunft, spricht der Herr, denn deine Kinder sollen zurückkehren in ihre Heimat.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Evangelist Matthäus greift das Klagen und Weinen Rahels sechs Jahrhunderte später auf und bringt es in Zusammenhang mit der Geburt des Erlösers und dem Kindermord des <span class="fs14lh1-5"><i>Herodes </i></span>(Mt 2,18). Die Gewalt der Mächtigen, die nur ihr eigenes Wohl kennen und rücksichtslos morden, hat auch nach der Geburt des Erlösers noch kein Ende, und ihre Opfer zergehen noch immer in Klagen und Weinen.</div><div><br></div><div>Aber etwas Entscheidendes hat sich verändert und eine Zeitenwende eingeläutet: Gott ist in der Gestalt des Menschen Jesus sichtbar, leiblich an die Seite der Opfer getreten, hat ihr Geschick geteilt und sich ihrer angenommen. Das ist keine nette Episode der Vergangenheit, sondern Gegenwart und letzte Zukunft zugleich. Glaubende können nicht anders, als diese Zukunft, wo immer es geht, vorwegzunehmen und so ansatzweise zur Gegenwart zu machen. Wo das gelingt, sind Heimatlosigkeit und Trauer schon jetzt am Ende. Und wo es nicht gelingt, können wir getrost ihrem endgültigen Ende entgegengehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[1] Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung. Dritter Band. Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main. 8.Aufl. 1982. S. 1628.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[2] Hartmut Rosa: Unverfügbarkeit. Suhrkamp Taschenbuch Verlag. 3. Aufl. 2021. S. 52f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[3] Martin Buber: Die Erzählungen der Chassidim. Manesse Verlag Zürich. 10. Aufl. 1987. S. 298.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[4] Evangelisches Gesangbuch Nr. 398,1.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Jeff Jacobs auf Pixabay</span><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 23 Dec 2022 18:16:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Mittwoch, 21. Dezember 2022]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001CE"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und wenn die Katastrophen kommen und die Pechsträhnen über mich hinweggehen, wenn die Verlassenheit kommt oder wenn das Alter in meinem Leben eines nach dem anderen abbröckeln lässt, dann darf mir keine Angst mehr befehlen, in Deckung zu gehen, sondern dann gilt die königliche Verheißung, dass ich mein Haupt erheben darf, weil sich die Erlösung naht. Wer auch nur einmal diesen Triumph und diese Erlösung genossen hat, als er im finstern Tale wanderte und als die Gespenster der Schwermut und der Ausweglosigkeit ihn umlagerten, der weiß, dass gerade die Tiefe der Ort ist, wo er [Jesus Christus] uns mit seiner Nähe umfängt, und wo wir zu begreifen lernen, was ein Lobgesang sein kann.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Helmut Thielicke</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die Angst ergreift uns alle einmal. Es mögen Gefahren und Bedrohungen sein, Einsamkeit, Trauer und Todesnot, Schmerzen des Körpers und der Seele, das Alter, die Gebrechen, die Hoffnungslosigkeit – das alles macht Angst.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir entkommen der Angst nicht. Aber wir können ihr aufrecht begegnen, mit erhobenem Haupt. Denn wir dürfen gewiss sein: Alles, was uns Angst macht, ist nicht die ultimative Zukunft. Am Ende steht nicht die Angst, sondern Jesus Christus, der von aller Angst befreit. Er kommt auf uns zu und ist uns näher, als wir glauben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Es gibt einen geheimen Triumph in aller Angst: Das tiefe, finstere Tal ist der Ort der Gottesbegegnung. Dort, wo kein Hahn nach uns kräht, kann es Wirklichkeit werden, dass wir Jesu Nähe erfahren. Und dort kann auch das Wunder geschehen, dass in großem Leid ein Lob über unsere Lippen kommt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Helmut Thielicke: Ich glaube. Das Bekenntnis der Christen. Quell-Verlag, Stuttgart 1965. S. 254f. Orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 20 Dec 2022 23:01:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?theologischer-adventskalender-mittwoch,-21--dezember-2022</link>
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			<title><![CDATA[Karneval zu Weihnachten - Die Banalisierung eines Festes]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001C9"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Karneval zu Weihnachten</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Die Banalisierung eines Festes</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/12/2022</span></div><div><br></div><div>Gestern war ich in der Sauna. Das erste Mal seit Corona, also seit ungefähr drei Jahren. Ich war gespannt, ob sich etwas verändert hat.</div><div><br></div><div>Es hat! Jetzt wird auch in der Sauna Weihnachten gefeiert.</div><div><br></div><div>Gestandene Männer zogen sich rote Zipfelmützen auf den Kopf. Das kam zwar vereinzelt auch schon vor drei Jahren vor, aber nicht als Massenbewegung. Und das war komplett neu: Voll im Leben stehende Frauen trugen ein Kunststoff-Geweih mit bunt blinkenden Lichtern auf dem Kopf, andere farbige Häschenohren. Solche blinkenden Lichter habe ich vorgestern noch in der Fußgängerzone an den Schuhen von Kindern gesehen. Nun also auf den Köpfen der Erwachsenen. Nun ja, wenn's Spaß macht ...</div><div><br></div><div>Aber es ging noch weiter: Die Frauen hängten sich einen bunten Plastik-Reif um den Hals, und außerdem einen Anhänger, der in Neon-Farben leuchtete. Nach dem Motto: Oben Blitz, unten nix. Und dann die ganze Mannschaft mit viel Palaver in die Aufguss-Sauna!</div><div><br></div><div>Ich musste unwillkürlich an den <span class="fs14lh1-5"><i>Ballermann </i></span>denken und dann an Karneval. Die bunte Verkleidung, die ausgelassene Stimmung, der Zug in die Sauna – Karneval zu Weihnachten.</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, was sich in der Sauna abspielte, weil ich solche Massenaufgüsse tunlichst vermeide. Der Phantasie sind hier aber keine Grenzen gesetzt. Jedenfalls hing ich gerade noch meinen Gedanken darüber nach, dass der Mensch doch ein Herdentier ist und nicht so individualistisch, wie er immer meint, als aus der Sauna lautstark ein Hit erklang: <span class="fs14lh1-5"><i>Heintje </i></span>sang "Mama" (für die jüngeren Lesenden: <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heintje" target="_blank" class="imCssLink">Das ist schon etwas länger her</a></span>).</div><div><br></div><div>Das war nun irgendwie der Gipfel. Aber ich kenne ja den <span class="fs14lh1-5"><i>Ballermann </i></span>nicht wirklich, von daher ist es für manche wohl das Normale. Ich möchte aber ausdrücklich festhalten, dass es sich bei den von mir Beobachteten nicht um Menschen handelte, denen man irgendeinen Mangel an Intelligenz oder Lebenserfahrung nachsagen könnte. Nein, es waren reife Erwachsene, teilweise Rentner, die voll und ganz im Leben standen.</div><div><br></div><div>Nach 15 Minuten kam die ganze Horde – sorry: Herde – aus der Sauna zurück. Es wurde lauthals gescherzt, die Stimmung war prächtig.</div><div><br></div><div>Da ich mich gerade in ein Buch über <span class="fs14lh1-5"><i>Rainer Maria Rilkes</i></span> lebenslange Gottsuche vertieft hatte, kann man sich den Kulturschock vorstellen, dem ich ausgesetzt war. Das pralle Leben hatte mich zurück. Später, beim Verlassen der Sauna, musste ich tatsächlich lachen, als mir eine voll beweihte und behängte Frau entgegenkam. Sie lächelte zurück. Gut, dass sie nicht wusste, warum ich lachte.</div><div><br></div><div>Anderen vergeht vielleicht das Lachen bei so viel Ignoranz gegenüber einem der wichtigsten christlichen Feste. Aber ich gebe mich da schon lange keinen Illusionen mehr hin. Das Weihnachtsfest ist ja schon lange der Säkularisierung anheimgefallen. Aber offensichtlich sind wir noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Es kann immer noch schlimmer werden ...</div><div><br></div><div>Das bestätigt mich in meiner Meinung, dass der Mensch in verhängnisvoller Weise dazu neigt, das Kostbarste seines Lebens – vielleicht sollte man hier wirklich einmal sagen: das Heilige – zu banalisieren und zu entwerten. Als Beispiele seien nur genannt: die Sexualität, die Liebe, die Entstehung menschlichen Lebens im Mutterleib, die Schöpfung, die Wahrheit, die Religion, Gott sowieso. Die Banalisierung all dessen muss uns nicht wundern, wenn wir uns vor Augen halten, was mit Jesus passiert ist.</div><div><br></div><div>Man kann die These aufstellen, dass der Mensch das Kostbarste, das ihm gegeben ist, das Heilige deshalb banalisieren und entwerten muss, weil er spürt, ihm nicht gerecht werden zu können. Er ahnt, dass er damit nicht in angemessener Weise umgehen kann, dass er damit überfordert ist. Dieser Ahnung entledigt er sich dadurch, dass er dem, worum es geht, seine Würde und Heiligkeit nimmt und es der geist- und inhaltslosen Leere, der platten Oberflächlichkeit preisgibt; dem kann man sich dann in bedeutungsloser Vergnügungssucht hingeben.</div><div><br></div><div>Der säkulare Mensch kann offenkundig absolut nichts damit anfangen, dass ihm Gott in Gestalt eines Menschen so nah gekommen ist, wie er ihm näher gar nicht kommen kann. Das ist dann aber doch zu viel des Guten: Gott rückt dem Menschen damit zu dicht auf den Leib. <span class="fs14lh1-5"><i>Einen fernen Gott im Himmel kann man ja noch irgendwie akzeptieren – der kann uns ja auch nicht reinreden und hat eigentlich nichts mit uns zu tun, solange er schön in seinem Himmel bleibt. Aber ein Gott ganz nah bei uns, neben uns ...</i></span></div><div><br></div><div>Ob die These von der Banalisierung des Heiligen stimmt, kann ich natürlich nicht beweisen. Aber sie leuchtet mir ein. Einen Beweis dafür zu liefern überlasse ich lieber der Tiefenpsychologie – aber die hat daran wahrscheinlich überhaupt kein Interesse.</div><div><br></div><div>Neben einigen Einsichten über <span class="fs14lh1-5"><i>Rainer Maria Rilkes</i></span> Gottsuche habe ich gestern in der Sauna also eine ganze Reihe neuer Erkenntnisse gewonnen:</div><div><br></div><div>Die Karnevalisierung und Banalisierung des Weihnachtsfestes ist fortgeschritten. Weihnachten wird jetzt so gefeiert: Bunt blinkende Rentiergeweihe ersetzen ab sofort den Weihnachtsstern. Arme Hirten und Gelehrte aus dem Morgenland mit Gold, Weihrauch und Myrrhe ziehen nicht mehr andächtig zum Stall, sondern halbnackte Männer und Frauen ziehen mit viel Palaver, roten Zipfelmützen und bunten Lichteffekten in die Sauna ein. Dort erklingt statt des Engelsgesangs "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden" <span class="fs14lh1-5"><i>Heintjes </i></span>"Mama".</div><div><br></div><div>Das ist die Wirklichkeit des christlichen Abendlands im Jahr des Herrn 2022. Na dann: <span class="fs14lh1-5"><i>Weihnacht alaaf und helau!</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Jeff Jacobs auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 17 Dec 2022 10:05:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Samstag, 17. Dezember 2022]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001C8"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Christentum ist keine Seelenwellness. Paulus erklärt, dass Gott gleich einem Töpfer das Recht habe, aus seinem Ton – sprich: uns – zu machen, was er will: Tafelgeschirr oder Nachtgeschirr. Welch krasse Beleidigung menschlicher Autonomie und Würde! Doch nur solch krasses Christentum kann uns Selbstgefälligen Stachel im Fleische sein. Honig schmiert uns der Zeitgeist schon genug ums Maul.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Thea Dorn</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Selbstbestimmung und Menschenwürde sind ein hohes Gut. Der säkulare Mensch schließt daraus: Nur ich selber darf über mich bestimmen. Und alle anderen haben meine Würde als selbstbestimmter Mensch zu achten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Nun kommt der Schöpfer daher und erschafft uns so, wie er es will. Er bestimmt, wer wir sind, wie wir leben und was wir tun sollen. Das erscheint uns als eine unerträgliche Beleidigung unserer Autonomie und Würde.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Doch der Schöpfer raubt uns damit gar nicht unsere Autonomie und Würde. Im Gegenteil: Er <span class="fs14lh1-5"><b>verschafft </b></span>uns damit allererst Autonomie und spricht uns Würde zu.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Denn als Menschen, die aus sich selber leben, sind wir in Selbstgefälligkeit gefangen und vom Honig des Zeitgeistes abhängig. Aber als Menschen, die aus Gottes Zuwendung leben, sind wir dauerhaft geschätzte Partner des Schöpfers. Gerade darin sind wir frei und haben eine unverlierbare Würde.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Gott schenkt dem Menschen eine Selbstbestimmung und Würde, die ihm nirgendwo sonst zuteil wird: die Selbstbestimmung, die frei ist vom Honig des Zeitgeistes, und die Würde, ein Partner Gottes zu sein.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wenn der säkulare Mensch nur wüsste, was ihm hier verloren geht!</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: DIE ZEIT Nr. 45 vom 27.10.2016.</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 16 Dec 2022 23:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Donnerstag, 15. Dezember 2022]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001C5"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Rudolf Alexander Schröder erzählt einmal: Als einer seiner besten Freunde unerwartet und im besten Alter jäh hatte sterben müssen, da habe die verzweifelte Familie abends mit ihm zusammengehockt, und das Unfassliche sei immer wieder neu im Gespräch umkreist worden. Da habe er sich gesagt: Die bloße Heulerei und das substanzlose Palaver hülfen doch keinem Menschen. Schließlich sei ein Todesfall ernst genug, um zu wesentlichen Gedanken aufzurufen. Und so habe er einfach nach dem Neuen Testament gegriffen und nacheinander die vier Berichte der Evangelisten über die Auferstehung Jesu vorgelesen (also viermal fast dasselbe ohne den Zusatz eines deutenden Wortes!). Nur die Texte selbst hätten in ihrer monumentalen Einfachheit gesprochen. Es sei nun frappant gewesen, zu sehen, wie eine atemlose Stille einkehrte, wie die erstarrten Seelen allmählich auftauten und die Gespräche auf einmal einen Themawechsel erlebten: Sie wandten sich tatsächlich dem Wesentlichen zu, und die Gedanken kreisten in gesammelter Ruhe um die letzten Dinge. Er habe diese Wendung als ein Wunder, als einen schöpferischen Eingriff empfunden.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Helmut Thielicke</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Der plötzliche Tod eines lieben Menschen wirbelt unsere Gefühle durcheinander und lässt unsere Gedanken unablässig um das Unfassliche kreisen, ohne dass wir einen Haltepunkt erreichen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Rudolf Alexander Schröder (gest. 1962) hat erlebt, wie die Auferstehungserzählungen der Evangelien von dem Gedanken- und Gefühlswirbel befreiten. Die Seelen wurden still, die Gedanken konnten sich von ihrem Kreisen um den Tod losmachen und sammeln. Statt des Todes waren jetzt die letzten Dinge das Thema.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die letzten Dinge sind nicht das Sterben und der Tod. Die letzten Dinge sind das Leben und die Herrlichkeit bei Gott.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wenn die letzten Dinge uns ergreifen, werden die vorletzten Dinge, das Sterben und der Tod, relativiert. Das kann wie ein Wunder sein.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Helmut Thielicke: Ich glaube. Das Bekenntnis der Christen. Quell-Verlag, Stuttgart 1965. S. 210. Orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 14 Dec 2022 23:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kirchenkritik und Pressestreit - Kierkegaard gegen alle]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001C6"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Kirchenkritik und Pressestreit – Kierkegaard gegen alle</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Zum Denken Sören Kierkegaards (Teil 3)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/12/2022</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ganz Europa scheint einem totalen Bankrott entgegenzugehen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Die gegenwärtige Zeit ist die Zeit der Verzweiflung.</i></span><span class="fs14lh1-5"><i> [1]</i></span></span></div><div><br></div><div>Diese Analyse ist nicht aus unserer Zeit, obgleich sie wohl in unsere Zeit passen würde. Es war die Gegenwartsanalyse des dänischen Theologen und Philosophen <span class="fs14lh1-5"><i>Sören Kierkegaard</i></span> (1813-1855). Er sah sich selbst als einen Menschen, der unter seinem scharfen und weiten Blick verzweifeln musste:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Es gibt einen Vogel, der Regenprophet heißt, und so bin ich; wenn in der Generation ein Ungewitter anfängt, sich zusammenzuziehen, so zeigen sich solche Individuen, wie ich eines bin. [2]</i></span></div><div><br></div><div>Verzweiflung wurde zu Kierkegaards Lebensthema. Er fühlte sich also nicht als jemand, der allein den Durchblick hatte und den anderen überlegen war, sondern eher als ein unsäglich unter den Zuständen Leidender, der nicht anders konnte, als seine Einsichten den anderen entgegenzuschreien.</div><div><br></div><div>Er nahm dabei kein Blatt vor den Mund und eckte deshalb oft an. Besonders mit den Zeitungen Kopenhagens und mit der dänischen Volkskirche verdarb er es sich gehörig.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Der Mensch als Einzelner vor Gott</div><div><br></div><div>Kierkegaard sah sich mit seinem scharfen Blick gegenüber der Masse der Menschen als ein Fremder, Vereinzelter. Und er bestand darauf: Jeder einzelne Mensch wird einmal vor Gott treten und vor ihm Rechenschaft ablegen müssen. Niemand kann sich dann in der Masse verstecken. Niemand kann auf den anderen zeigen, der ihn zum Bösen verführt habe. Wer hier inmitten einer schreienden Menschenmenge mitschreit und dabei gar nicht auffällt, der wird dort als Einzelner vor Gott für jedes seiner Worte einstehen müssen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Draußen lärmt die Menge, einer lärmt, indem er an der Spitze der Menge steht, die meisten, indem sie mit in der Menge sind; aber der Allwissende, obwohl er doch wohl trotz allem die Übersicht behalten kann, will nicht die Menge, er will den Einzelnen, nur mit dem Einzelnen will er sich einlassen, gleichgültig, ob dieser Einzelne der Hohe oder der Geringe ist, der Ausgezeichnete oder der Elende. Für sich selbst, also als Einzelner, soll jeder vor Gott treten. [3]</i></span></div><div><br></div><div>Wenn es auch eine ungeheure Last und Verantwortung bedeutet, solch ein Einzelner zu sein, so lebt die Gemeinschaft doch gerade von solchen Einzelnen. Denn sie richten ihr Gewissen danach aus, ob sie ihre Worte und Taten vor Gott verantworten können, und geben sich nicht bedenkenlos den Verführungen der Mächtigen oder den daraus entstehenden Massenstimmungen hin.</div><div><br></div><div>Kierkegaard war kein Verächter der Menschen, die gern in einer Masse lebten. Er wollte sie vielmehr aus ihrer Gefangenschaft befreien, in der sie nur Zuschauer und Masse sind, so dass sie zu eigenständigen Menschen werden, die zum Wahren und Guten finden:</div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Das ist mein Glaube: so viel Verwirrtes und Böses und Widerwärtiges an den Menschen sein mag, sobald sie, der Verantwortung und Reue ledig, 'Publikum', 'Menge' und dgl. werden: ebensoviel Wahres und Gutes und Liebenswertes ist an ihnen, wo man sie einzeln zu fassen bekommt. O, und in welchem Maße würden die Menschen [...] – Menschen werden und liebenswert, wenn sie Einzelne würden vor Gott! [4]</i></span></div></div><div><br></div><div>Vor diesem Hintergrund kritisierte Kierkegaard dann auch scharf das Bild, das die dänische Volkskirche seiner Zeit abgab.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die Volkskirche: Massen ohne Leidenschaft</div><div><br></div><div>Denn die Volkskirche verlangte keine Glaubensentscheidung von ihren Mitgliedern. Diese waren vielmehr Mitglieder der Kirche aufgrund ihres Taufscheins. So konnten sie sich zur Masse der Christinnen und Christen gehörig fühlen, ohne jemals das Wagnis des Glaubens eingegangen zu sein.</div><div><br></div><div>Der Glaube ist aber nach Kierkegaard nicht das Selbstverständliche, das einem der menschliche Verstand naturgemäß nahelegt. Er ist im Gegenteil das Ungewöhnliche, weil er auf das Paradox gründet, dass das Ewige zeitlich geworden ist. Dass der ewige Gott in den zeitlichen Menschen Jesus Christus eingegangen ist, ist keine Einsicht, die jemand auf dem "normalen" Weg seines Menschenlebens erlangt. Um in diesem Glauben zu leben, muss man vielmehr einen "Sprung" tun, der sich nicht durch den menschlichen Verstand nahelegt. Darum konnte Kierkegaard formulieren:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Glauben bedeutet den Verstand verlieren, um Gott zu gewinnen. [5]</i></span></div><div><br></div><div>Damit ist nicht gemeint, dass der Glaube ohne Verstand ist. Aber es ist gemeint, dass der Verstand den Menschen nicht direkt zum Glauben führt. Der Verstand ebnet einem Menschen nicht den Weg zum Glauben; aber der glaubende Mensch nutzt seinen Verstand, um seinen Glauben und sich selbst zu verstehen.</div><div><br></div><div>Kierkegaard stellt fest, dass man Gott nicht "objektiv", also für jeden nachvollziehbar nachweisen kann. Dass es einen Gott gibt, lässt sich nicht beweisen.Darum lebt der glaubende Mensch in einer objektiven Unwissenheit. Aber im Glauben kann ein Mensch gewiss werden, dass es einen Gott gibt. Dann lebt er in einer subjektiven Gewissheit, die sogar stärker sein kann als jedes "objektive" Wissen.</div><div><br></div><div>Weil es im christlichen Glauben um Leben und Tod geht, kann es eigentlich nur so sein, dass sich der einzelne Mensch leidenschaftlich um seine ewige Seligkeit bekümmert. In dieser Sache gibt es keinen distanzierten, innerlich unberührten Glauben. Hier gibt es nur ein Entweder – Oder. Man kann nicht ein bisschen Christ sein. Denn entweder ist Christus von den Toten auferstanden oder nicht. Hier muss vom Menschen eine Entscheidung gefällt werden, die sein ganzes Leben prägt. Ein Christentum, das sich der üblichen Gewohnheit der Masse anpasst, hat mit echtem christlichen Glauben nichts zu tun.</div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Im christlichen Glauben geht es um leidenschaftliche Ergriffenheit und persönliche Hingabe. Alles, was nur an der Oberfläche kratzt, was nur ein bisschen religiöses Gefühl oder geistvolles Reden ist, ist kein christlicher Glaube. Denn der christliche Glaube scheucht die Seele bis in ihre tiefsten Tiefen auf. Da kann es sein, dass man sich der <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?das-dasein-ernst-nehmen---von-der-verzweiflung-zum-evangelium" class="imCssLink">existenziellen Verzweiflung des Menschseins</a></span> stellen muss, die ihren tiefsten Grund hat in der Entfremdung von Gott, von den Mitgeschöpfen und von sich selbst.</div><div><br></div><div>Es geht also nicht um frommes Gefühl oder ständiges Reflektieren und Diskutieren, sondern um leidenschaftliches Berührtsein. Man wird Christ nicht durch Taufe, Konfirmation und Katechismuswissen, sondern durch eine bewusst vollzogene Wahl: Der glaubende Mensch wählt Jesus Christus als seinen Herrn.</div><div><br></div><div>Da schließt man sich nicht einfach an: weder einer frommen Gemeinschaft noch einem christlichen Brauchtum oder einer christlich geprägte Gesellschaft. Sondern diesen Schritt muss der Einzelne für sich selbst in voller Verantwortung tun. Christinnen und Christen sind kein konsumierendes Publikum, weder im Gottesdienst noch andernorts als Mitglieder der Kirche, sondern sie sind verantwortliche, wählende, sich entscheidende Einzelne.</div><div><br></div><div>Was Kierkegaard an der dänischen Volkskirche seiner Zeit kritisierte, kann man auch auf die deutschen Volkskirchen der Gegenwart beziehen. Denn auch hier wird man als Christ oder Christin behandelt, wenn man getauft ist. Nach dem tatsächlichen Glauben wird nicht gefragt. So entsteht der Eindruck, dass alle, die getauft sind, Christen sind. Manche fühlen sich auch als Christen; andere sind zwar getauft und vielleicht sogar Mitglied einer Kirche, bezeichnen sich selbst aber gar nicht als Christen.</div><div><br></div><div>Die Volkskirchen vermitteln ihren Mitgliedern in der Regel nicht, dass zum Christsein eine Glaubensentscheidung gehört, dass es also sozusagen ein Entweder – Oder gibt. Es wird den Kirchenmitgliedern nicht nahegelegt, den christlichen Glauben als eine Herausforderung zu verstehen, der sich jeder einzelne Mensch stellen muss. Es wird nicht deutlich gemacht, dass diejenigen, die zur Masse der Kirchenmitglieder gehören, durch diese formale Zugehörigkeit noch keine Christen sind.</div><div><br></div><div>Noch weniger machen die Volkskirchen klar, dass der christliche Glaube immer auch mit einer Infragestellung der eigenen Person und des ganzen menschlichen Daseins einhergeht – eine Infragestellung, die durchaus die Form der Verzweiflung annehmen kann, wie es bei Kierkegaard der Fall war.</div><div><br></div><div>So hat uns Kierkegaard auch für unsere gegenwärtige kirchliche Praxis Einiges zu sagen. Aber seine Aktualität geht über den kirchlichen Bereich hinaus. Denn Kierkegaard hat auch die Presse, das wichtigste Medium seiner Zeit, aufs Schärfste kritisiert.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Eine Presse, die ihre Macht missbraucht</div><div><br></div><div>Kierkegaard legte sich mit einer bedeutenden Satire-Zeitschrift an. Ihm missfiel, dass dieses Blatt sich durch seine Beiträge und Karikaturen über Menschen lustig machte und sie dem allgemeinen Gespött preisgab. Kierkegaard fand das menschenverachtend. Und er fand, dass alle, die die Zeitschrift lasen, an dieser Menschenverachtung teilhatten.</div><div><br></div><div>Als Kierkegaard sich mit dieser Zeitschrift anlegte, spielte diese ihre ganze Macht aus. Kierkegaard wurde mit Artikeln und Karikaturen verunglimpft – und wurde zur Witzfigur in Kopenhagen. Kinder riefen ihm nach, Erwachsene schauten ihn verächtlich an, sogar beim Besuch des Gottesdienstes. Es kam so weit, dass Kierkegaard eine ganze Weile seine geliebten Spaziergänge in Kopenhagen unterbrechen musste.</div><div><br></div><div>Wie bitter das für Kierkegaard war, zeigen seine Tagebucheinträge:</div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Die Presse ist es eigentlich, die alle Persönlichkeit zunichte macht; weil ein feiger Lump verborgen dasitzen und für Tausende drucken und schreiben kann. Alles persönliche Auftreten und alle persönliche Macht muß daran scheitern. [6]</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Was tut nun die Zeitungspresse? Alles, was sie mitteilt (der Gegenstand ist gleichgültig, Politik, Kritik usw.), teilt sie derart mit, als sei es immer die Menge, die Mehrzahl usw., die Bescheid wüsste. Schau, deshalb ist die Zeitungspresse die gefährlichste Gedankenverdrehung, die je aufgekommen ist. Man klagt darüber, dass zuweilen ein einzelner unwahrer Artikel in einem Blatt steht – ach, was für eine Nebensächlichkeit; nein, die ganze wesentliche Form dieser Mitteilung ist ein Betrug. [7]</i></span></div></div><div><br></div><div>Kierkegaard musste am eigenen Leib erfahren, wie die Presse einem Menschen seine Würde rauben kann. Keiner hatte eine Chance, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Die Macht der Zeitungen war einfach zu groß. Bei alledem war es damals auch noch üblich, dass die Journalisten anonym schrieben, so dass man seinen Gegner nicht kannte.</div><div><br></div><div>Kierkegaard kritisierte die Macht der Presse, die so tut, als verbreite sie die Mehrheitsmeinung, die sich ja nicht irren könne. Er kritisierte zugleich die Leserinnen und Leser, die sich dieser angeblichen Mehrheitsmeinung anschlossen. Hier wird der einzelne Mensch zum "Publikum". Er gehört zur Masse der Zuschauer, die sich nicht entscheiden und eine eigene Meinung vertreten, sondern das, was man ihnen vorsetzt, nur fraglos übernehmen. Diese Verführung durch die Presse, diese "Gedankenverdrehung", hält Kierkegaard für gefährlich.</div><div><br></div><div>Die Presse zur Zeit Kierkegaards lässt sich nicht einfach mit der heutigen Medienlandschaft vergleichen. Gleichwohl ist die Macht der Medien auch heute groß – wohl noch größer als zu Kierkegaards Zeiten. Die Medien können auch heute das Leben von Menschen zerstören. Sie können Falschmeldungen verbreiten und Massen verführen. Sie können eine höchst einseitige Sicht der Wirklichkeit darstellen. Das kann zum Beispiel im politischen Bereich schlimme Konsequenzen nach sich ziehen. Denn durch einseitige Wahrnehmungen werden Menschen dazu verleitet, einseitige und damit falsche Entscheidungen zu treffen. Die Verantwortung von Journalistinnen und Journalisten ist enorm groß und wird leider auch heute nicht immer angemessen wahrgenommen.</div><div><br></div><div>Für die Demokratie ist es gefährlich, wenn Menschen durch <span class="fs14lh1-5"><i>Fake News</i></span> verführt und durch einseitige oder falsche Informationen in ihrer Meinungsbildung beeinflusst werden. Denn die Demokratie lebt von engagierten und informierten Menschen. Die Medien spielen für das Informationsbedürfnis der Menschen eine entscheidende Rolle. Wenn sie aber statt Information Einseitigkeiten oder Halbwahrheiten verbreiten, schaden sie der Demokratie. Jeder Machtmissbrauch der Medien ist daher eine Gefahr nicht nur für einzelne Menschen, sondern für die ganze Gesellschaft und den Staat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Kritik an Kierkegaards Denken</div><div><br></div><div>Kierkegaards Denken bestand nicht aus Theorien, die er sich am Schreibtisch ausgedacht hatte. Es war vielmehr von seiner psychischen Konstitution und seinen Lebenserfahrungen geprägt. Es war ein Denken, das aus der Existenz eines Einzelnen heraus geboren wurde.</div><div><br></div><div>Diese Subjektivität macht Kierkegaards Denken angreifbar. Einerseits ist es nicht falsch, dass <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?nur-wer-sich-auf-die-wahrheit-einlaesst,-kann-sie-entdecken" class="imCssLink">nur die Subjektivität Wahrheit hervorbringt</a></span>, nur der einzelne mit Gottes Geist begabte Mensch also der Wahrheit Gottes gewahr werden kann. Andererseits darf man die Subjektivität nicht zum Grund der Wahrheit machen. Der glaubende Mensch bedarf der Anleitung und Korrektur durch die anderen Glaubenden. Die Wahrheit drückt sich in der Gemeinschaft der Glaubenden aus. Letztlich aber gründet sie immer in Gott, nicht im Menschen.</div><div><br></div><div>In diesem Sinne hat evangelische Theologe <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Barth</i></span> Kierkegaard kritisiert, obwohl er sich auch oft auf ihn bezogen hat [8]. <span class="fs14lh1-5"><i>Barth </i></span>hat bemängelt, dass Kierkegaard in seiner Formulierung des christlichen Glaubens doch sehr um sich selber kreise. Er hat sich mit seiner seelischen Konstitution und seinen Erfahrungen doch wohl zu ernst genommen. Kein Mensch sollte seinen Glauben allein auf sich selber bauen, auch nicht auf die innigsten Gefühle und ergreifendsten Erfahrungen. Denn Grund des Glaubens ist Gott selbst.</div><div><br></div><div>Damit hängt zusammen, dass Christinnen und Christen in die Gemeinde gehören. Sie sind keine Einzelnen, die sich erst nachträglich für eine Gemeindezugehörigkeit entscheiden. <span class="fs14lh1-5"><i>Barth </i></span>meint, der einzelne Mensch werde immer von Gott in die Gemeinde gerufen, die der Leib Christi ist (Eph 1,22f). Als Teil dieses Leibes soll der Einzelne Christus dienen [9].</div><div><br></div><div>In Kierkegaards Denken hingegen steht der einzelne Mensch im Mittelpunkt. Kierkegaard erlebte sich ja selbst als einsamer Wanderer in der dänischen Gesellschaft. Von seinem Standpunkt außerhalb jeder Gemeinde konnte er die dänische Volkskirche vehement kritisieren. Wahrscheinlich hätte er mit seiner harten Kritik auch in keiner Gemeinde Fuß fassen können.</div><div><br></div><div>Insofern kann es geradezu notwendig sein, dass es Menschen gibt, die keinen Platz in den traditionellen Kirchen finden, weil sie gerade diese Kirchen von Grund auf in Frage stellen. Mit <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther</i></span> war es nicht anders. Dennoch ist es ratsam, dass auch diese Einzelnen sich durch Freunde in Frage stellen und korrigieren lassen, um nicht in eine Einseitigkeit zu verfallen, die der Wahrheit Gottes auch wieder nicht gerecht wird.</div><div><br></div><div>Ich möchte außerdem betonen, dass für den christlichen Glauben Schwermut und Verzweiflung nicht charakteristisch sind. Charakteristisch für den christlichen Glauben sind vielmehr Freude und Hoffnung. Kierkegaard selbst hat das auch so gesehen. Schwermut und Verzweiflung <span class="fs14lh1-5"><b>können</b></span>, sie <span class="fs14lh1-5"><b>müssen </b></span>aber nicht ein Durchgangsstadium zum christlichen Glauben sein. Sie können einen Menschen zum Glauben hinführen, wie es bei Kierkegaard der Fall war.</div><div><br></div><div>In diesem Sinne war Kierkegaards Schwermut für ihn ein Glück. Er hat es selbst so beschrieben:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Es ist doch ein Glück für mich, dass ich so schwermütig war.</span></i><span class="fs14lh1-5"><i> [5]</i></span></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Kierkegaards Freude und Hoffnung am Lebensende</div><div><br></div><div>Kierkegaards Leben war wohl ein Kampf: mit seiner Schwermut, mit seiner Kirche und mit der Kopenhagener Presse. Befreit wurde er von diesem Kampf erst durch seinen frühen Tod mit 42 Jahren im Jahre 1855. Folgendes wird von seinem Sterben erzählt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Kierkegaards Neffe Troels Lund berichtet von seinem letzten Besuch bei Kierkegaard am Sterbebett, dass der Sterbende ihm zugeflüstert habe: "Ich danke Dir Troels, dass Du zu mir kamst, lebe wohl!" Und diese Worte [...] wurden von einem Blick begleitet, "desgleichen ich später nie gesehen habe. Kierkegaard strahlte mit einem erhabenen, verklärten, seligen Glanz, so dass er mir schien, das ganze Zimmer zu erleuchten. Alles war in dem Lichtquell dieser Augen gesammelt: innige Liebe, selige, aufgelöste Wehmut, durchschauende Klarheit und ein scherzendes Lächeln. Mir war's als eine himmlische Offenbarung, ein Herausströmen von der einen Seele zu der anderen, ein Segen, der neuen Mut, neue Kraft und Verpflichtung mir einflößte. [10]</i></span></div><div><br></div><div>Dieser Bericht spiegelt das subjektive Erleben von Kierkegaards Neffen. Er zeigt aber, dass der Tod für Kierkegaard offensichtlich keinen Schrecken hatte. Im Gegenteil, er schien ihm wie eine Erlösung zu sein: Endlich hatte die Schwermut ein Ende. Endlich fand seine Seele Ruhe. Der in diesem Frieden Sterbende gab dem Besucher Kraft und Lebensmut. So kann auch ein schweres Leben, wenn Gott ihm ein Ende setzt, das Ziel der Freude und Glückseligkeit erreichen.</div><div><br></div><div>Dass Kierkegaard trotz aller Schwermut die Hoffnung auf ein solches Ziel nicht verloren hat, zeigen auch die Verse, die er für seinen eigenen Grabstein bestimmt hat. Sie stammen aus einem Lied des dänischen Bischofs <span class="fs14lh1-5"><i>Hans Adolph Brorson</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Noch eine kleine Zeit, dann ist's gewonnen,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>dann ist der ganze Streit ins Nichts zerronnen:</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Im Rosensaal darf ich ohn' Unterbrechen</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">auf ewig, ewiglich mit Jesus sprechen. [11]</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Streit und Kampf dieses Lebens, der uns so oft zusetzt und uns in seinen Bann zieht, ist eigentlich ein Nichts – das wird am Ende offenbar werden, wenn "der ganze Streit ins Nichts zerronnen" ist.</div><div><br></div><div>Und all die unbeantworteten Fragen, all das Unverstandene, all das unbegreifliche Leid unseres Lebens wird dann offenbar werden als etwas, was nicht ein blindes Schicksal über uns verfügt hat. Es wird vielmehr als etwas erscheinen, was von Gott her zu uns kommt: Was uns trifft, wurde zuvor von Jesus, von Gott selbst mit seinen Händen gewogen – und als nicht zu schwer für uns befunden. Und im Gespräch mit Jesus werden alle Fragen, die geblieben sind, beantwortet werden.</div><div><br></div><div>Das sind nur Bilder für das, was die Glaubenden nach ihrem Tod erwartet. Wir können ja nicht anders als in Bildern darüber reden. Aber diese Bilder drücken die Realität aus, die auf uns zukommt. Darum sind sie viel mehr als nur Bilder.</div><div><br></div><div>Ich finde es tröstlich, dass ein geplagter Mensch wie Sören Kierkegaard am Ende seines Lebens ein seliges Sterben erleben durfte und dass er mit Zuversicht und Vorfreude dem ewigen Leben entgegensehen konnte. Das mag uns eine Hoffnung sein für unser eigenes Sterben: Was wir vorher so oft fürchten, mag dann ein Segen für uns sein.</div><div><br></div><div><br></div><div><ul><li>Teil 1 zum Denken Sören Kierkegaards: <span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?das-dasein-ernst-nehmen---durch-verzweiflung-zum-evangelium" class="imCssLink">Das Dasein ernst nehmen – Durch Verzweiflung zum Evangelium</a></span><span class="fs14lh1-5">.</span><br></li><li>Teil 2 zum Denken Sören Kierkegaards: <span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?nur-wer-sich-auf-die-wahrheit-einlaesst,-kann-sie-entdecken" class="imCssLink">Nur wer sich auf die Wahrheit einlässt, kann sie entdecken</a></span><span class="fs14lh1-5">.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Barth, Karl: Die Kirchliche Dogmatik. Band IV,1. Theologischer Verlag Zürich, 5. Aufl. 1986. [8] S. 828; [9] S. 769.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Jostein Gaarder: Sofies Welt. Roman über die Geschichte der Philosophie. Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. Carl Hanser Verlag, München / Wien 1993. S. 438-453.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Christian Möller: Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Einführung in Denken und Glauben Sören Aaby Kierkegaards (1813-1855) oder: Wie Brüche im Leben zu Umbrüchen im Denken werden. Pfälzisches Pfarrerblatt (http://pfarrerblatt.de/prof-dr-christian-moeller/das-leben-wird-vorwaerts-gelebt-und-rueckwaerts-verstanden/). Alle Quellenangaben nach der dort verfügbaren PDF-Datei. [3] S. 8, dort ohne weiteren Quellennachweis; [4] S. 8, dort zitiert nach Haecker: Tagebücher, S. 9; [6] S. 8, dort zitiert nach "Tagebücher II, S. 58"; [7] S. 8, dort zitiert nach "Tagebücher II, S. 137"; [10] S. 11, dort zitiert nach Eduard Geismar: Sören Kierkegaard. Seine Lebensentwicklung und seine Wirksamkeit als Schriftsteller, Göttingen 1929, S. 634; [11] S. 10 und außerdem Helmut Thielicke: Ich glaube. Das Bekenntnis der Christen. Quell-Verlag, Stuttgart 1965, S. 187.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Wilhelm Weischedel: Die philosophische Hintertreppe. 34 große Philosophen in Alltag und Denken. © Nymphenburger Verlagsbuchhandlung, München 1966. Ausgabe des Deutschen Taschenbuch Verlags, München 1975. [1] Beide Zitate S. 235, orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung; bei Weischedel keine weiteren Quellennachweise; [2] S. 235f; [5] S. 237</span>.<br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 14 Dec 2022 18:45:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |64]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001C4"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wir sind die Guten – da die Bösen, bei jedem Krieg herrscht dieser Wahn.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Eugen Drewermann</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Insgeheim der bessere Mensch sein zu wollen ist nur eine Tarnung der Menschenverachtung unter dem Deckmantel und dem Missbrauch der Religion [...], um der überwältigenden Forderung der täglichen Liebe auszuweichen, die als einzige Wandlung der Zukunft hervorbringen könnte.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Tobias Brocher</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die saubere Unterscheidung zwischen Guten und Bösen, wobei man selber natürlich zu den Guten gehört, ist tatsächlich ein Wahn. Wer so tut, als habe der Konflikt mit Russland am 24.2.2022 begonnen, ignoriert die vorangegangene Geschichte und das, was er selbst möglicherweise zu diesem Konflikt beigetragen hat.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wer auch noch die Religion herbeizieht, um sich als der bessere Mensch zu erweisen, weil er die Werte des sogenannten "christlichen Abendlandes" vertrete, missbraucht die Religion zu seiner Selbstrechtfertigung.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die christliche Forderung ist die tägliche Liebe. Manche meinen, im Krieg gelte das nicht. So weicht man der Forderung Gottes aus und handelt letztlich menschenverachtend. Denn nur die Liebe, die zum Leiden bereit ist, kann den Krieg in Frieden verwandeln.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><div><span class="cf2">Wenn Gott seinen Geist ausgießt, kann der Wahn ein Ende nehmen und die Liebe sogar in versteinerte Herzen einziehen. Dafür lasst uns beten und darauf lasst uns hoffen!</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15 cf2"><span class="imUl">Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15"><span class="cf2">Tobias Brocher: Zwischen Angst und Übermut. Vom Umgang mit sich selbst. Kreuz Verlag, Stuttgart 1985, S, 145. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span><br></span></li><li><span class="fs11lh1-15 cf2">Eugen Drewermann: Wir sind hier, Nein zu sagen – Rede zur Demonstration vor dem Bundespräsidialamt (13.12.2014). In: Margot Käßmann / Konstantin Wecker (Hg.): Entrüstet euch! Warum Pazifismus für uns das Gebot der Stunde bleibt. Texte zum Frieden. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2015, S. 182.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 13 Dec 2022 14:18:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--64</link>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Dienstag, 13. Dezember 2022]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001C2"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Das Haus steht in der Finsternis.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Finsternis ringsum,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">nur ein Fenster leuchtet.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jemand sagt: Verzweiflung.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jemand sagt: Hoffnung.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und eine Waage ist nicht zur Hand.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Nur Entscheidung.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jakub Trojan</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Es könnte unser Haus sein, das Haus in der Finsternis. Unsere Wohnung, unser Staat, unsere Welt. Überall herrscht Finsternis. Nur ein einziges Fenster leuchtet.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Es ist zum Verzweifeln, sagt einer; so viel Finsternis und so wenig Licht. Es gibt Hoffnung, sagt ein anderer; so viel Finsternis und doch noch ein Licht.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wie viel Licht braucht es, um die Finsternis aufzuwiegen? Wie viel wiegt ein einziges Licht in einer Welt der Finsternis?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir haben keine Waage, wir haben nur die Entscheidung. Es liegt an uns, wie wir uns entscheiden: für die Verzweiflung oder für die Hoffnung. Vielleicht auch für beides: für die "getroste Verzweiflung", wie Martin Luther einmal sagte – eine Verzweiflung, die dann eigentlich keine mehr ist.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: contrapunkt. Evangelische Zeitschrift für die junge Generation. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft MBK. MBK-Verlag Bad Salzuflen. 53. Jahrgang. Nr. 6 1978. S. 22/23. Dort zitiert aus: Jakub Trojan: Das Haus steht in der Finsternis. 1968.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 12 Dec 2022 23:01:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?theologischer-adventskalender-dienstag,-13--dezember-2022</link>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Samstag, 10. Dezember 2022]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001BE"><div><span class="ff1"><br></span></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wandelt sich rasch auch die Welt</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">wie Wolkengestalten,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">alles Vollendete fällt</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">heim zum Uralten.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Über dem Wandel und Gang,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">weiter und freier,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">währt noch dein Vor-Gesang,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Gott mit der Leier.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Nicht sind die Leiden erkannt,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">nicht ist die Liebe gelernt,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und was im Tod uns entfernt,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">ist nicht entschleiert.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Einzig das Lied überm Land</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">heiligt und feiert.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Rainer Maria Rilke</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Zu schnell scheint sich die Welt zu wandeln. Die Zukunft ist unbekannt, und das Unbekannte macht Angst. </span><span class="fs14lh1-5 cf2">Und doch: Aller Wandel, alles Vollendete, fällt nicht ins Nichts, sondern fällt heim zu seinem uralten, ewigen Grund.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2">Denn über dem Unbekannten, das uns Angst macht, erklingt ein uralter Vor-Gesang, das Vorzeichen und die Begleitung alles Weltgeschehens:</span><span class="cf2"> Gott singt </span><span class="fs14lh1-5 cf2">– er</span><span class="fs14lh1-5 cf2"> singt vor aller Zeit, und er singt uns vor </span><span class="fs14lh1-5 cf2">– –</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2">Übertönt vom Lärm der Welt müssen wir die Ohren spitzen, um es zu hören. Denn es ist ein leises Lied, von der Leier begleitet; aber ein Lied der Freiheit und Weite. Ein Lied, das die, welche Ohren haben zu hören, von der Angst befreit.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir schweben im Schleier des Unbekannten. Des Todes Nebel liegt über allem. Nur das Lied heiligt und feiert das Leben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das Lied singt uns, die weder den Sinn der Leiden erkannt noch die Liebe gelernt haben, vom Ende der Leiden, vom Geschehen der Liebe und von der Entschleierung des Todes.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: Rainer Maria Rilke: Die schönsten Gedichte. Insel Verlag Berlin. 10. Aufl. 2020. S. 106.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 09 Dec 2022 23:01:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?theologischer-adventskalender-samstag,-10--dezember-2022</link>
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			<title><![CDATA[gottesfreude]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001BF"><div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs9lh1">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, halte es bitte für diese Seite waagerecht oder verwende die Einstellung "Desktop-Website", um den Text zu lesen.</span></div></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">gottesfreude</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/11/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Heute Morgen wurde ich beim Lesen eines christlichen Textes unerwartet von großer Freude erfüllt. Es war eine Freude aus der Gewissheit heraus, dass Gott da ist und dass er auf verborgene Weise liebevoll diese Welt mit all ihrer Lieblosigkeit regiert.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich habe solche emotionalen Erlebnisse der Freude im Glauben nicht oft. Aber hin und wieder passiert es, ohne dass ich es "machen" könnte – es geschieht einfach, und ich kann nicht sagen, warum es mal geschieht und mal nicht. Es ist unverfügbar für mich.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich habe versucht, diese Erlebnisse in folgende Verse zu kleiden:</i></span></div><div><br></div></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs14lh1-5"><b>gottesfreude</b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aus dem schlafe erweckt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der betrübnis entführt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dem tunnel entzogen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>geleitet ans licht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>den wassern entrissen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>verheißen dem gleißen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>so wurde ich heute</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dem tode entwunden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zum leben entbunden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aufs neue geboren</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zum menschsein gezogen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>freude, fremde ferne</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>freude, wuchernde nähe</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>freude, flüchtiges 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dich</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch die stunde wird kommen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der betrübnis eitler schlaf</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in der sich aufbläst das nichts</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>als sei es etwas</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bis zum hintersten winkel</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>– – nicht weiter!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denn dort lebt das hoffen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auf des gottes erschaffen:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gefunden vom leben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zu fühlen die freude</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>immerdar neue</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unbezwingbare freude.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 09 Dec 2022 18:12:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Nur wer sich auf die Wahrheit einlässt, kann sie entdecken]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001BC"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Nur wer sich auf die Wahrheit einlässt, kann sie entdecken</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Zum Denken Sören Kierkegaards (Teil 2)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/11/2022</span></div><div><br></div><div>"Was ist Wahrheit?", fragte Pontius Pilatus, nachdem Jesus darauf bestanden hatte, dass er die Wahrheit bezeuge. Die Frage bildete das Ende des Gesprächs und blieb deshalb an dieser Stelle unbeantwortet.</div><div><br></div><div>Deutlich ist aber, dass es eine ungemütliche Sache sein kann, die Wahrheit zu bezeugen – wie man an Jesu Leben und Sterben sieht. Und deutlich ist auch, dass nur diejenigen die Wahrheit bezeugen können, die diese Wahrheit mit Leidenschaft und Hingabe vertreten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Das Subjektive ist die Wahrheit</div><div><br></div><div>Das war auch die Einsicht <span class="fs14lh1-5"><i>Sören Kierkegaards</i></span>. Er stellte sogar fest, dass es Wahrheit für uns überhaupt nur dann gebe, wenn wir uns persönlich von einer Sache ergreifen lassen und uns dieser Sache mit ganzer Leidenschaft hingeben. Eine Sache hingegen, die uns innerlich gar nicht berührt und verwandelt, hat keine Bedeutung für uns. Sie mag objektiv wahr sein, für mich persönlich aber ist sie keine bedeutsame Wahrheit.</div><div><br></div><div>Eine bedeutsame Wahrheit muss mich in den Tiefen der Seele ansprechen. Alle theoretischen Wahrheiten, die das nicht tun, und mögen sie noch so richtig sein, lassen mich dagegen kalt.</div><div><br></div><div>Ein Beispiel dafür mag sein, dass ein Mensch auf dem Sterbebett wohl kaum über mathematischen Formeln grübeln wird. Er wird sich aber Gedanken darüber machen, worin die Bilanz seines Lebens besteht oder was denn wohl nach dem Tod kommen mag. Die Antwort auf diese Fragen, bei denen es sozusagen um Leben und Tod geht, wären für sein Dasein bedeutsame und deshalb subjektive Wahrheiten.</div><div><br></div><div>Das wollte Kierkegaard mit seinem oft missverstandenen Satz ausdrücken:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Subjektivität ist die Wahrheit. [1]</span></i></span></div><div><br></div><div>Kierkegaard meinte mit diesem Satz nicht, es gebe gar keine objektiven Wahrheiten, sondern nur das subjektive Empfinden von Wahrheit. Alles sei also relativ, und Wahrheit sei nur das, was ein Mensch jeweils für Wahrheit hält. So mögen es manche heute sehen, die Wahrheit nur für eine rein subjektive Angelegenheit halten, ohne jede Geltung über den einzelnen Menschen hinaus. Sie können sich allerdings nicht auf Kierkegaard berufen.</div><div><br></div><div>Kierkegaard meinte, die Wahrheit zeige sich nur im Ergriffensein von ihr und in der leidenschaftlichen Hingabe an sie. Weil viele Menschen es aber scheuen, sich auf Gedeih und Verderb an etwas hinzugeben, leben sie in einer Art Unentschlossenheit, die sich auf keine Wahrheit wirklich einlässt. Sie schließen sich gern der Meinung der Masse an, um sich nicht selbst für oder gegen etwas entscheiden zu müssen. Darum setzte Kierkegaard dem Satz "Die Subjektivität ist die Wahrheit" den anderen entgegen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Aber die Menge ist die Unwahrheit. [2]</span></i></span></div><div><br></div><div>Der einzelne Mensch muss also eine bewusste Wahl treffen, wenn er Wahrheit erfahren will. Dann erst beginnt er im eigentlichen Sinne zu existieren. Er lässt sich nicht mehr treiben, er vegetiert nicht nur mehr oder weniger wahllos dahin.</div><div><br></div><div>Das gilt heute genauso wie zu Kierkegaards Zeiten. Auch wir erfahren, dass wir nur dann wirklich leben, wenn wir uns einer Sache oder einer Aufgabe voll und ganz hingeben. Nicht so, dass wir uns selbst dabei aufgeben und verlieren. Sondern wir finden uns geradezu erst dann, wenn wir uns in einer sinnvollen Aufgabe verlieren, uns ganz an sie hingeben. Das hat wohl auch Jesus mit seinen Worten gemeint (Mt 10,39):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Jesus wollte sagen, dass wir in seiner Nachfolge zu uns selbst finden. Außerhalb der Nachfolge meint man vielleicht, sich gefunden zu haben, in Wahrheit aber verliert man sich. Kierkegaard formulierte es zunächst ganz allgemein, unabhängig vom christlichen Glauben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es gilt, eine Wahrheit zu finden, die Wahrheit für mich sein kann, die Idee zu finden, für die ich leben und sterben will. [1]</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Das Leben rückwärts verstehen und vorwärts leben</div><div><br></div><div>Die für mich bedeutsame, also subjektive Wahrheit kann zugleich eine objektive Wahrheit sein. Das ist dann der Fall, wenn sie auch für andere Menschen bedeutsam ist. Es ist aber keine leichte Sache, diese subjektive Wahrheit zu verstehen. Es ist ja eine Wahrheit, die meine ganze Existenz ergriffen hat. Darum komme ihr auf die Spur nur dadurch, dass ich über mein vergangenes Leben intensiv nachdenke. Ich muss mich selber verstehen, um die Wahrheit zu verstehen. Mich selber verstehen kann ich aber nur im Rückblick. Das meint der bekannte Satz Kierkegaards:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es ist ganz wahr, was die Philosophie sagt, dass das Leben rückwärts verstanden werden muss. Aber darüber vergisst man den andern Satz, dass vorwärts gelebt werden muss. [3]</span></i></span></div><div><br></div><div>Damit formuliert Kierkegaard einen Konflikt: Wir können nur vorwärts leben, und das heißt, wir leben, ohne verstehen zu können, in welche Zukunft wir uns hineinbegeben. Vorwärts zu leben ist also unvermeidlich mit einem Risiko verbunden; es ist ein Wagnis. Erst im Rückblick können wir verstehen, was unser Leben ausgemacht hat und ob wir richtige Entscheidungen getroffen haben.</div><div><br></div><div>Unsere Aufgabe wäre dann zum einen, uns unseres Nicht-Wissens, also der Gefahren des Vorwärts-Lebens, bewusst zu sein und uns dennoch nicht zu scheuen, für unser Leben wesentliche Entscheidungen zu treffen. Zum anderen sollten wir alle Anstrengungen unternehmen, um rückblickend unser Leben zu verstehen, also die die Wahrheit über uns zu erkennen.</div><div><br></div><div>Entscheidungen zu treffen, die ein Risiko in sich bergen, ist nicht jedermanns Sache. Wir leben ungern mit einem Wagnis und möchten stattdessen möglichst alles im voraus berechnen. Ein berechenbares Leben aber gibt es nicht. Und wenn es ein solches gäbe, wäre es nichts Lebendiges, sondern etwas mathematisch Konstruiertes, eben etwas Berechnetes.</div><div><br></div><div>Man kann sich das Wagnis seines Lebens verschleiern, indem man sich entweder einbildet, alles im Griff zu haben, oder indem man sich von den Entscheidungen der Masse mitziehen lässt und annimmt, die Masse wird es schon richtig machen. Letzteres erleben wir heute, wenn sich Menschen nur noch in ihrer Internetblase informieren und abweichende Standpunkte gar nicht mehr wahrnehmen. Oder wenn irgendwelche Führungspersonen die Massen verführen und hinter sich bringen, weil viele Menschen gar nicht selber denken, sondern sich ihren verehrten Führern anschließen. Solche Menschen entscheiden sich nicht selber, sondern lassen andere für sich entscheiden – natürlich ohne sich dessen bewusst zu sein.</div><div><br></div><div>Das ist gefährlich für die Demokratie, die von eigenständig denkenden und sich engagierenden Menschen lebt. Alle Macht kann nur dann vom Volke ausgehen, wenn das Volk bzw. die Bevölkerung aktiv mitdenkt und die Politik kritisch begleitet. Das gilt auch für die Medien, vor allem Presse und Rundfunk. Wo die Medien aber nahezu einmütig Stellung beziehen, scheint der kritische Sinn verloren gegangen zu sein. Hier gilt das Wort, das oft auf den amerikanischen Autor und Journalisten <span class="fs14lh1-5"><i>Walter Lippmann</i></span> zurückgeführt wird:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wo alle das Gleiche denken, denkt niemand sehr viel.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Existenzielle Hingabe statt distanzierter Verstand</div><div><br></div><div>Es kann offenbar geschehen, dass von der Masse der Menschen nicht sehr viel gedacht wird, zugleich aber die Leitfiguren der Gesellschaft <span class="fs14lh1-5"><b>zu viel</b></span> denken. Kierkegaard warf seiner Gegenwart vor, sie sei eine Zeit ohne echte Leidenschaft, ohne Ergriffenheit von einer Sache. Denn alles Ergriffensein sei erstickt unter endloser Reflexion. Die endlose Reflexion erwecke den Eindruck, dass man Verantwortung übernehme, aktiv sei und etwas tue. In Wirklichkeit aber wird über Aktivität und verantwortliches Handeln nur nachgedacht und diskutiert.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Keiner entscheidet mehr selber; man begnügt sich damit, Komitees und Komitees aufzustellen; zuletzt endet es damit, dass das ganze Zeitalter zum Komitee wird.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Überall Verstand: statt einer unbedingten Verliebung – Vernunftehe; statt eines unbedingten Gehorsams – Gehorsam aufgrund von Räsonnement; statt Wagnis – Wahrscheinlichkeit, kluge Berechnung; statt Handlung – Begebenheit. [2]</span></i></span></div><div><br></div><div>Kierkegaard war kein Feind des Verstandes. Er hat ja in seinen vielen Schriften selber versucht, das menschliche Dasein mit Hilfe seines Verstandes zu ergründen. Was er bei allem Vernunftgebrauch allerdings bei seinen Mitmenschen vermisste, war das persönliche Betroffensein von dem, was man diskutierte. Man versuchte, aus rationaler Distanz heraus Dinge zu begreifen.</div><div><br></div><div>Kierkegaard aber meinte: Die wesentlichen Dinge unseres Lebens, unser Dasein selbst, Leben und Tod, können wir nur verstehen, wenn wir es wagen, über uns selbst nachzudenken, wenn wir uns in die Sache, um die es geht, persönlich hineinbegeben, wenn wir nicht von außen, aus der Distanz heraus über etwas nachdenken, sondern mit Leib und Seele beteiligt sind.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Die Gefahr der Vermassung</div><div><br></div><div>Das pure Nachdenken ohne innere Beteiligung führt nach Kierkegaard nicht zur Wahrheit, sondern zum unverbindlichen "Geschwätz", zum alltäglichen bedeutungslosen "Gerede". Wenn die Menschen sich diesem Gerede hingeben, werden sie zu einer anonymen Masse, in der sich keiner mehr in einem tieferen Sinn von den anderen unterscheidet. Denn keiner trifft dann in den wesentlichen Dingen eine persönliche Entscheidung. Keiner wird er selber, sondern er geht unter in einer großen "Öffentlichkeit", in einem "Publikum", in dem alle Zuschauer sind, die nur noch irgendetwas wahrnehmen, ohne in der Tiefe ihrer Existenz davon berührt zu sein.</div><div><br></div><div>Hier gewinnt <span class="fs14lh1-5"><b>der einzelne Mensch</b></span> an Bedeutung, von dem Kierkegaard so oft spricht. Der Einzelne ist derjenige, der nicht in der konformen Masse untergeht, sondern er selbst ist bzw. immer wieder wird. Dieser Einzelne hat den anderen nichts voraus, er gehört keiner Elite an. Er fühlt sich nicht besser als die anderen, sondern muss, wie alle anderen auch, immer wieder neu um seine Unabhängigkeit von den Stimmungen der Masse ringen. Es ist kein Zuckerschlecken, als Einzelner in der Masse zu leben. Es kann sogar eine Qual sein, weil man sich nicht verstanden fühlt. Man lebt ja dann als ein einsamer Fremder in der großen anonymen "Öffentlichkeit".</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer gelernt hat, dass es nichts Entsetzlicheres gibt, denn als der Einzelne zu existieren, der wird sich nicht scheuen, zu sagen, dass dies das Größte ist. [2]</span></i></span></div><div><br></div><div>Man muss es lernen, als Einzelner zu leben, um dem "Publikumsgeschmack" zu entgehen und eigenständig zu entscheiden – man könnte auch philosophisch sagen: um ein Selbst zu werden. Das ist zwar schwer, aber nach Kierkegaard "das Größte". Es ist also aller Mühe wert.</div><div><br></div><div>Denn wenn es diese Einzelnen nicht gibt, wenn alle das Wagnis der verantwortlichen Entscheidung scheuen, weil sie lieber für ein oberflächliches Vergnügen leben wollen und das Dasein in seiner Tiefe gar nicht mehr ernst nehmen, dann steuert die Gesellschaft nach Kierkegaards Überzeugung auf den Abgrund zu. Der Theologe <span class="fs14lh1-5"><i>Christian Möller</i></span> hat ein treffendes Beispiel Kierkegaards nacherzählt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In einem Zirkus bricht in den Kulissen Feuer aus; der Clown wird auf die Bühne geschickt, um das Publikum zu warnen. "Feuer!", rief er immer wieder, "Feuer!" Doch je lauter und verzweifelter der Clown rief, desto begeisterter klatschte das Publikum und lachte über den Spaß, der in Wahrheit bitterer Ernst war. Kierkegaard zieht aus diesem Gleichnis den Schluss: "Ebenso denk ich, wird die Welt zu Grunde gehn unter dem allgemeinen Jubel von witzigen Köpfen, die glauben, es sei alles nur ein 'Witz'". [4]</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Leben aber ist kein Witz und auch kein Spaß. Es ist Ernst. Und nur wer es ernst nimmt, lebt wirklich: Er stellt sich der Frage, was Dasein eigentlich ist. Er leidet verzweifelt darunter, keine Antwort zu haben und kann doch nicht aufhören, nach Antworten zu suchen. Er geht schließlich das Wagnis ein, wesentliche Entscheidungen über sein Dasein zu treffen, auch wenn er damit allein dasteht. So übernimmt er Verantwortung für sich selbst und für die Welt.</div><div><br></div><div>Kierkegaard war ein scharfer Kritiker der dänischen Gesellschaft seiner Zeit. Seine Gedanken wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in umfassender Weise aufgegriffen und weitergedacht. Sie haben auch heute noch Bedeutung. Was sie uns heute für das öffentliche Leben und die Kirchen zu sagen haben, möchte ich demnächst in einem dritten Beitrag über das Denken Sören Kierkegaards darstellen.</div><div><br></div><div><br></div><div><ul><li>Teil 1 zum Denken Sören Kierkegaards: <span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?das-dasein-ernst-nehmen---durch-verzweiflung-zum-evangelium" class="imCssLink">Das Dasein ernst nehmen - Durch Verzweiflung zum Evangelium</a></span><span class="fs14lh1-5">.</span><br></li><li>Teil 3 zum Denken Sören Kierkegaards: <span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?kirchenkritik-und-pressestreit---kierkegaard-gegen-alle" class="imCssLink">Kirchenkritik und Pressestreit - Kierkegaard gegen alle</a>.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Christian Möller: Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Einführung in Denken und Glauben Sören Aaby Kierkegaards (1813-1855) oder: Wie Brüche im Leben zu Umbrüchen im Denken werden. <span class="imUl"><a href="http://pfarrerblatt.de/prof-dr-christian-moeller/das-leben-wird-vorwaerts-gelebt-und-rueckwaerts-verstanden/" target="_blank" class="imCssLink">Pfälzisches Pfarrerblatt</a></span>. Alle Quellenangaben nach der dort verfügbaren PDF-Datei. [3] S. 11, dort zitiert nach Haecker: Tagebücher, S. 157; [4] S. 2, dort zitiert nach Kierkegaard: Entweder – Oder, 1. Teil, 5. Aufl. Düsseldorf 1964, S. 32f.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Wilhelm Weischedel: Die philosophische Hintertreppe. 34 große Philosophen in Alltag und Denken. © Nymphenburger Verlagsbuchhandlung, München 1966. Ausgabe des Deutschen Taschenbuch Verlags, München 1975. [1] Zitiert nach S. 233; bei Weischedel keine weiteren Quellennachweise; [2] zitiert nach S. 236. Alle Zitate orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: MUHAMAD ZUL AZIMI BIN ABDUL RAZAK auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 08 Dec 2022 09:15:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Dienstag, 6. Dezember 2022]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001B9"><div><br></div><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wer vorzeitig Dogmen zu schlucken versucht, der könnte daran ersticken. Der Gott, der an </i><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Weihnachten Mensch geworden und zu uns in den vordersten Graben gekommen ist, der will auch menschlich von uns </i><i class="fs18lh1-5 cf1 ff2">genommen</i><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1"> werden. Der will, dass wir zu ihm sagen: "Guten Abend, wer bist du? Darf ich ein bisschen mit dir auf und ab gehen? Ich weiß nicht, mit wem ich es zu tun haben. Aber einiges an dir zieht mich an." So ähnlich mag auch der sowjetische Dichter Jewtuschenko zu ihm gesprochen haben, als er berichtete, er sei zwar kein Christ, aber einiges an Christus "gefalle" ihm. Nun, vielleicht wird Gott lächeln, weil das gar so harmlos ist. Aber sein Lächeln ist gütig, und es ist vielversprechend. [...] Ob ich es so versuche und "klein anfange"? Der Glaube an Jesus ist auch darin ganz menschlich, dass er etwas Wachsendes ist und keine perfekten Dogmengerüste voraussetzt.</i></b></div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></i></b></div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Helmut Thielicke</i></b></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Menschwerdung Gottes, Dreieinigkeit, Rechtfertigungslehre, Eschatologie – das alles füllt meterweise Bücherregale in den Bibliotheken. Geballtes theologisches Wissen, Gedankenarbeit von zwei Jahrtausenden. Niemand auf der Welt kann das überschauen, geschweige denn verarbeiten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Dabei ist das Wesentliche einfach. Und das Einfache braucht keine Anhäufung von Wissen, sondern eine zarte Zuneigung: "Irgendetwas an dir zieht mich an. Darf ich dich ein wenig besser kennenlernen?"</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">So fängt der Glaube klein an. Und er wächst, interessiert sich, fragt, sucht und findet und sucht weiter. Er ist immer Glaube im Fluss, nichts Fertiges, kein perfektes Wissen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das Wissen kann dabei helfen, das Einfache nicht zu verfehlen oder zu vereinfachen. Es soll das Einfache aber auch nicht unnötig kompliziert machen. Am Ende muss immer wieder das </span><span class="fs14lh1-5 cf2">Einfache stehen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Denn Gott selbst ist einfach: ein Kind, ein Mensch, ein Liebender, ein Sterbender, ein Lebendiger, ein ewiger Vater und eine ewige Mutter, und gerade so an unserer Seite, für uns da, uns den Weg weisend, uns zu sich rufend, mit offenen Armen uns empfangend, immer und ewig, über den Tod hinaus.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Helmut Thielicke: Ich glaube. Das Bekenntnis der Christen. Quell-Verlag, Stuttgart 1965. S. 128. Orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 05 Dec 2022 23:01:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?theologischer-adventskalender-dienstag,-6--dezember-2022</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |63]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001B8"><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><br></span></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Das Volk, das noch im Finstern wandelt</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">bald sieht es Licht, ein großes Licht.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Heb in den Himmel dein Gesicht</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und steh und lausche, weil Gott handelt.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die ihr noch wohnt im Tal der Tränen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">wo Tod den schwarzen Schatten wirft:</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Schon hört ihr Gottes Schritt, ihr dürft</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">euch jetzt nicht mehr verlassen wähnen.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Er kommt mit Frieden. Nie mehr Klagen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">nie Krieg, Verrat und bittre Zeit!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Kein Kind, das nachts erschrocken schreit,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">weil Stiefel auf das Pflaster schlagen.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die Liebe geht nicht mehr verloren.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Das Unrecht stürzt in vollem Lauf.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Der Tod ist tot. Das Volk jauchzt auf</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und ruft: "Uns ist ein Kind geboren!"</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Man singt: "Ein Sohn ist uns gegeben,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Sohn Gottes, der das Zepter hält,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">der gute Hirt, das Licht der Welt,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">der Weg, die Wahrheit und das Leben."</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Noch andre Namen wird er führen:</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Er heißt Gottheld und Wunderrat</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und Vater aller Ewigkeit.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Der Friedefürst wird uns regieren!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Dann wird die arme Erde allen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">ein Land voll Milch und Honig sein.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Das Kind zieht als ein König ein</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und Davids Thron wird niemals fallen.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Dann stehen Mensch und Mensch zusammen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">vor eines Herren Angesicht,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und alle, alle schaun ins Licht,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und er kennt jedermann mit Namen.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jürgen Henkys</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Das Volk im Finstern, vor allem die Ukraine, aber auch alle anderen Völker, die unter den Folgen des Krieges Hunger und Not leiden – sie dürfen ein großes Licht erwarten, wo jetzt nur Finsternis ist. Sie dürfen schon jetzt auf die Schritte Gottes lauschen, der in der Finsternis an ihrer Seite ist und für sie handelt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">So wird im Tal der Tränen, dort, wo der Tod seine schwarzen Schatten wirft, der Gott des Lebens wahrgenommen mitsamt der Zukunft, die er bringt: kein Krieg, keine ängstlich schreienden Kinder, kein Klagen und Weinen, sondern ewiger Friede und eine Liebe, die nicht mehr verloren geht, der Tod des Todes.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Ein Kind, zum guten Hirten herangewachsen, der Sohn Gottes ist der Gott des Lebens. Er hält das Zepter schon jetzt in der Hand. Das heißt: Er regiert, wenn auch bekämpft und bestritten. So ist er der Friedefürst erst im Verborgenen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Aber er handelt schon jetzt und schreitet unaufhaltbar voran auf dem Weg in das unbestrittene Reich des Friedens. Und kein Mensch aus allen Völkern dieser Erde, kein Mensch, der seinem Rufe folgt, und wohne er im tiefsten Tal der Tränen, muss sich noch verlassen fühlen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Evangelisches Gesangbuch der Ev. Kirche im Rheinland, der Ev. Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche, Gütersloh 1996, Nr. 20.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 04 Dec 2022 10:11:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--63</link>
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			<title><![CDATA[Das Dasein ernst nehmen - Durch Verzweiflung zum Evangelium]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000206"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Dasein ernst nehmen – Durch Verzweiflung zum Evangelium</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Zum Denken Sören Kierkegaards (Teil 1)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/12/2022</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Von Kindheit an war ich in der Gewalt einer ungeheuerlichen Schwermut, deren Tiefe ihren einzig wahren Ausdruck findet in der mir vergönnten Fähigkeit, sie unter scheinbarer Heiterkeit und Lebenslust zu verstecken. [1]</span></i></span></div><div><br></div><div>Das bekannte der dänische Theologe und Philosoph <span class="fs14lh1-5"><i>Sören Kierkegaard</i></span>, der im Jahr 1813 in Kopenhagen geboren wurde und schon mit 42 Jahren im Jahr 1855 starb.</div><div><br></div><div>Kierkegaards Mutter starb früh, und sein Vater wurde die prägende Person für ihn. Der Vater verfügte über eine reiche Phantasie und einen kritischen Scharfsinn. Den Scharfsinn erlebte der kleine Sören in abendlichen Diskussionen des Vaters mit seinen Gästen, die er manches Mal aufmerksam und staunend verfolgte und die sich ihm unvergesslich einprägten. Das andere Erbe des Vaters aber war dessen tiefe Schwermut, die sich auf den Sohn übertrug und ihn lebenslang nicht losließ.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Die Grundsituation jedes Menschen: Verzweiflung und Angst</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich bin ein Mensch, der von Kind an in die elendeste Schwermut gefallen ist. Das ganze Dasein ängstigt mich, von der kleinsten Mücke bis zu den Geheimnissen der Inkarnation [der Menschwerdung Gottes]; es ist mir alles unerklärlich, am meisten ich selbst. [2]</span></i></span></div><div><br></div><div>So beschrieb Kierkegaard seine Daseinserfahrung. Das ganze Dasein und er selbst waren ihm unerklärlich. Das Unerklärliche aber macht Angst. Wenn alles, was existiert, zum unerklärlichen Rätsel wird, steht man vor einer ungeheuren Dunkelheit.</div><div><br></div><div>So erlebte Kierkegaard seine Schwermut als abgründige Angst und Verzweiflung, als eine so tiefe innere Zerrissenheit zwischen der Sehnsucht nach Licht und dem Stehen in der Dunkelheit, wie er sie bei keinem anderen Menschen antraf. Deshalb fühlte er sich als Fremder in der Welt.</div><div><br></div><div>Kierkegaard meinte nicht, dass er der einzige sei, der in dieser Angst und Verzweiflung lebte. Er hielt sie vielmehr für die unausweichliche Grundsituation eines jeden Menschen. Was ihn aber von den anderen unterschied, war, dass er diese Angst und Verzweiflung zwar verbergen, aber nicht unterdrücken konnte. Sie war sein ständiger Begleiter. Er konnte sie nicht durch Aktivitäten überspielen, so wie es die anderen Menschen taten.</div><div><br></div><div>Es ist wichtig zu verstehen, dass es Kierkegaard nicht einfach um die Beschreibung von Gefühlen ging. Er meinte nicht, jeder Mensch müsse, wenn er ehrlich sei, mit den Gefühlen ständiger Angst und Verzweiflung leben. Das hält niemand aus.</div><div><br></div><div>Auch wenn Kierkegaard selbst oft von solchen Gefühlen geplagt war, ging es ihm doch um mehr als um Gefühle und Stimmungen: nämlich um die fundamentale Wirklichkeit des Menschseins, um das, was unsere Existenz auszeichnet, ob uns das bewusst ist oder nicht. Wenn es um den Grund unserer Existenz geht, um Sinn und Ziel, dann tappen wir im Dunklen. Das ist unsere verzweifelte Situation.</div><div><br></div><div>Wenn ich mir vorzustellen versuche, worin sich Angst und Verzweiflung im Alltag heute zeigen könnten, dann fallen mir zum Beispiel ein: Gier, Süchte, Zerstreuung, Jagd nach Erlebnissen, Todesangst, Glaubenszweifel, Maßlosigkeit, Leben auf Kosten anderer, Machtstreben, Aktivismus, Flucht in den Konsum, in ferne Länder und in immer neue Eindrücke.</div><div><br></div><div>Kierkegaard musste mit seiner Schwermut leben. So wurde ihm kaum ein biblischer Text lieber als der, in dem Paulus bekannte, dass ihm ein Dorn ins Fleisch gegeben sei, ein schmerzhaftes Leiden, von dem ihn Christus trotz dreimaligen Betens nicht befreit habe. Stattdessen habe er ihm gesagt: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig" (2Kor 12,7f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die positive Seite der Verzweiflung</div><div><br></div><div>Kierkegaard begann, seine Verzweiflung nicht nur als etwas Negatives zu verstehen. Er erkannte, dass gerade sie es war, die ihn zu immer neuen Überlegungen und tiefsinnigen Einsichten über die Existenz des Menschen antrieb. Er erfuhr, dass ihn die Verzweiflung aufrüttelte und Wege suchen ließ, die Verzweiflung zu überwinden. So erschloss ihm sein verzweifeltes Nachdenken über die menschliche Existenz immer neue Ideen, das Leben zu bewältigen, und trieb ihn dazu, sich für diese oder jene Lebensmöglichkeit zu entscheiden.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es gibt eine Art Pietismus [eine Art strenger Frömmigkeit], der eine traurige Geistesaskese ist, der glaubt, dass der Dorn im Fleisch einem Menschen bloß gegeben werde, dass er winselnd dasitze und den Dorn ansehe, anstatt mit Hilfe des Dorns sich höher zu schwingen; denn das ist so, wie wunderlich es in einem gewissen Sinn ist: mit Hilfe des Dorns im Fuße springe ich höher als irgendeiner mit gesunden Füßen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mein Leben ist ganz darauf angelegt, mit einem Dorn im Fleisch – zu erreichen, was ich mir niemals geträumt hätte. [3]</span></i></span></div><div><br></div><div>Kierkegaard erlebte also, dass uns Angst und Verzweiflung Einsichten erschließen können, die uns sonst verschlossen geblieben wären. Dazu muss der Mensch lernen, sich der Angst zu stellen, ohne ihr auszuweichen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dies ist ein Abenteuer, das jeder Mensch zu bestehen hat, dass er lerne sich zu ängstigen, denn sonst geht er dadurch zugrunde, dass ihm nie angst war, oder dadurch, dass er in der Angst versinkt; wer hingegen gelernt hat, sich recht zu ängsten, der hat das Höchste gelernt. [4]</span></i></span></div><div><br></div><div>Wer sich seiner Angst nicht stellt, wer sich nicht von ihr aufrütteln lässt, nicht aufbegehrt gegen sie, der muss in ihr versinken. Und wem umgekehrt nie angst war, wer die Angst nicht kennt oder nicht kennen will, dessen Leben wird zu einem platten, dumpfen Vegetieren, einem Tier gleich. Denn er ergreift nicht die Chance, sich bewusst für eine Lebensmöglichkeit zu entscheiden, sondern geht wie ein Tier nur seinen Instinkten und Wünschen nach, ohne wirklich Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.</div><div><br></div><div>Wie aber kann ein geängsteter und verzweifelter Mensch zu sich selbst finden?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Drei Stadien des Menschseins</div><div><br></div><div>Kierkegaard unterschied drei Stadien des Menschseins: das ästhetische, ethische und religiöse Stadium.</div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Das ästhetische Stadium</div><div><br></div><div>Im ästhetischen Stadium nimmt der Mensch die Fülle seiner Lebensmöglichkeiten wahr, erprobt sie und kostet sie aus, so gut es geht. Er sucht den Genuss des Augenblicks und lebt nach der Devise: Gut ist, was schön ist und Spaß macht. Dieser Mensch lebt ganz in der Welt der sinnlichen Wahrnehmung (das ist hier mit "Ästhetik" gemeint). Selbst dem Kummer und Leid gegenüber verhält er sich betrachtend, reflektierend, und vermeidet es so, Kummer und Leid ganz an sich heran zu lassen.</div><div><br></div><div>Dieser Mensch lässt sich aber nicht wirklich auf seine Lebensmöglichkeiten ein. Er bleibt vielmehr im unverbindlichen Experimentieren und in der Jagd nach immer neuen Glückserfahrungen, ohne sich wirklich für diese oder jene Lebensmöglichkeit zu entscheiden. Indem er eine Entscheidung, eine echte Bindung scheut, verweigert er, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Denn Menschsein ist nach Kierkegaard das Wagnis der leidenschaftlichen und verantwortungsvollen Hingabe. Fehlt diese Hingabe, dann verfällt der Mensch einer inneren Leere: Er wird zum Spielball seiner Lüste und Stimmungen. Am Ende dieses Weges stehen Angst und Verzweiflung.</div><div><br></div><div>Man könnte viele Beispiele für solch einen Lebensstil anführen: Wankelmut, Angst vor Entscheidungen und Festlegungen, Angst, sich einer Sache oder einem Menschen wirklich hinzugeben, häufige Partnerwechsel oder häufige Gemeindewechsel, ohne jemals die Gemeinde zu finden, in der man sich wohlfühlt und in der man Verantwortung übernehmen möchte.</div><div><br></div><div>Doch jeder Mensch kann wachsen und ein anderes Stadium erreichen.</div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Das ethische Stadium</div><div><br></div><div>Wer die Verzweiflung und Leere erlebt, befindet sich in einer "existenziellen Situation" – in einer Situation, in der er seiner Existenz auf den Grund gehen kann. Er kann sich dafür entscheiden, den Sprung in ein höheres Stadium des Existierens zu machen.</div><div><br></div><div>Hierbei geht es darum, dass sich der Mensch dafür entscheidet, ernsthaft und konsequent nach moralischen Maßstäben zu leben. Er lebt dann nicht mehr bloß danach, was für ihn selbst an Glückserlebnissen herausspringt, sondern danach, was auch anderen guttut, was ethisch zu verantworten ist, was eine moralische Pflicht ist.</div><div><br></div><div>Doch man kann nicht immer pflichtbewusst leben. Kierkegaard meinte, der pflichtbewusste Mensch werde müde und seines Lebens überdrüssig. So stellt sich auch bei ihm schließlich wieder die Verzweiflung ein. Er entdeckt, dass er auch als moralisch verantwortlich Handelnder keine Ruhe finden, nicht mit sich selbst eins werden kann. In einer Welt, in der alles vergänglich ist, kann es keinen unvergänglichen Frieden geben – weder mit sich selbst noch mit den Mitmenschen. Denn das vergängliche Sein ist, eben weil es begrenzt ist, immer schon sinnlos und nichtig.</div><div><br></div><div>So macht nach Kierkegaard auch der Mensch im ethischen Stadium die Erfahrung, dass er aus eigenen Kräften das Leben nicht bestehen kann. Er braucht in seiner vergänglichen Existenz die Kraft eines Unvergänglichen, um nicht am Leben zu verzweifeln. Und dem Menschen ist die Möglichkeit gegeben, mit dem Ewigen in Verbindung zu treten. Dazu muss er den Sprung in den christlichen Glauben wagen.</div><div><br></div><div>Kierkegaard meinte von seinen eigenen Erfahrungen her, es sei zwar "schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen" (Hebr 10,31) und solche Erkenntnisse zu gewinnen. Aber nur durch solche tiefen Einsichten in die menschliche Existenz kann der Mensch seine Verzweiflung überwinden. Er muss das religiöse Stadium erreichen.</div><div><br></div><div class="imHeading4">c) Das religiöse Stadium</div><div><br></div><div>Im religiösen Stadium erkennt der Mensch, dass er nicht einfach unter dem Anspruch einer allgemein herrschenden Moral steht, sondern als der einzelne Mensch, der er ist, unter dem Anspruch Gottes:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es kommt darauf an, dass einer es wagt, ganz er selbst, ein einzelner Mensch, dieser bestimmte einzelne Mensch zu sein; allein vor Gott, allein in dieser ungeheuren Anstrengung und mit dieser ungeheuren Verantwortung. [5]</span></i></span></div><div><br></div><div>Dass der Mensch unter dem Anspruch Gottes steht, gibt seinem Menschsein allererst die entscheidende Schärfe. Unter dem Anspruch Gottes kann er sich nicht mehr wegducken – weder in der Unverbindlichkeit des ästhetischen Stadiums noch im begrenzten Pflichtbewusstsein des ethischen Stadiums. Unter dem Anspruch Gottes erfährt er seine Endlichkeit und damit den Höhepunkt seiner Angst und Verzweiflung. Aber gerade dadurch wird er getrieben, das Ewige zu ergreifen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mein Leben hat begonnen mit einer entsetzlichen Schwermut; es war in der frühesten Kindheit schon verstört in seinem tiefsten Grunde. Dass dieses Grundelend meines Wesens gehoben werden könne, durfte ich nicht glauben. So ergriff ich das Ewige, selig vergewissert, dass Gott doch die Liebe ist, wenn ich auch mein ganzes Leben hindurch so leiden sollte. [6]</span></i></span></div><div><br></div><div>Im Bewusstsein der Liebe Gottes, die gerade auch den Verzweifelten gilt, kann die Schwermut zur Ruhe kommen – wenngleich sie für Kierkegaard nicht verschwunden war. Aber er konnte sie nun besser ertragen, weil er gewiss war, dass sein vergängliches und damit letztlich sinn- und zielloses Leben von Gottes Liebe einem unvergänglichen Sinn und Ziel entgegengeführt wird.</div><div><br></div><div>Seine Schwermut war es also, die Kierkegaard dazu getrieben hat, leidenschaftlich das Ewige zu suchen und den Sprung in den christlichen Glauben zu tun. So können die tiefe existenzielle Angst und Verzweiflung jedem Menschen die Tür zum Glauben öffnen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Christentum ist gewiß nicht Schwermut, es ist ja im Gegenteil die frohe Botschaft – für Schwermütige; für Leichtsinnige ist es freilich nicht die frohe Botschaft, denn sie [die Leichtsinnigen] will es zuerst ernst machen. [7]</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ging Kierkegaard mithin nicht darum, jemandem ein Problem einzureden, das er nicht hat. Er wollte vielmehr auf ein Problem aufmerksam machen, das alle Menschen als vergängliche Wesen haben. Das Ziel seines Denkens war nicht, die Menschen in Verzweiflung zu stürzen, sondern ihnen in ihrer oberflächlichen Betrachtung des Daseins, aber auch ihren Lebens- und Glaubenszweifeln einen Weg zu weisen, der sie – trotz aller Schwermut – froh werden lässt.</div><div><br></div><div>Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Mensch, der von Glaubenszweifeln geplagt wird, diese Zweifel und vielleicht seine Verzweiflung darüber als Möglichkeit sehen lernen kann, zu einem tieferen und ernsthaften Verständnis seines Daseins und seines Angewiesenseins auf Gott zu gelangen. So kann die Verzweiflung und so können auch Glaubenszweifel für den Menschen zu einem Weg werden, das Evangelium zu finden – wenn er die Herausforderung annimmt und den Sprung in den Glauben wagt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Kierkegaards Nachwirkung</div><div><br></div><div>Kierkegaard weist uns darauf hin, dass das Ziel unseres Daseins nicht das bloße Wohlergehen, die kurzfristigen Freuden und Genüsse sind. Vielmehr hat unser Dasein einen Ernst – einen Ernst, den man nur dann erkennen kann, wenn man die Oberflächlichkeit der allgegenwärtigen Zerstreuung und des allgemeinen Geredes durchschaut. Dazu darf man den wahrhaft existenziellen, also wesentlichen Fragen unseres Daseins nicht ausweichen, sondern muss sich ihnen stellen – auch wenn es schmerzhaft ist.</div><div><br></div><div>Nach Kierkegaards Tod verhallte sein Denken zunächst ungehört, zumal er sich mit den dänischen Medien und der dänischen Kirche überworfen hatte. Die Vielzahl seiner hinterlassenen Schriften hatte keine Nachwirkung. Erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entfalteten seine Gedanken eine umfassende Breitenwirkung: in der Literatur bei Autoren wie <span class="fs14lh1-5"><i>Franz Kafka</i></span>, <span class="fs14lh1-5"><i>Albert Camus</i></span>, <span class="fs14lh1-5"><i>Max Frisch</i></span> und <span class="fs14lh1-5"><i>Friedrich Dürrenmatt</i></span>, philosophisch in der sogenannten Existenzphilosophie, zum Beispiel bei <span class="fs14lh1-5"><i>Jean-Paul Sartre</i></span> und <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Heidegger</i></span>, und in der Theologie unter anderem bei <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Barth</i></span> und <span class="fs14lh1-5"><i>Rudolf Bultmann</i></span>.</div><div><br></div><div>Zum Schluss möchte ich noch anmerken: Es <span class="fs14lh1-5"><b>muss </b></span>nicht so laufen, dass der Mensch zuvor in Verzweiflung und Angst gestürzt wird, bevor er sich im Glauben in die Hände Gottes wirft. Gerade <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Barth</i></span> hat immer wieder betont: Der Mensch kann erst von der Erkenntnis her, von Gott geliebt zu sein, eine Einsicht in die verzweifelte und beängstigende Situation gewinnen, in der er als ein Mensch vor Gott steht, der von Natur aus diese Liebe ablehnt. Erst als der von Gott Geliebte erkennt der Mensch, wer er ohne diese Liebe ist bzw. war.</div><div><br></div><div>Insofern gilt: Gott hat viele Wege, um einen Menschen zu sich zu führen. Der Weg Kierkegaards war einer davon. Dass Kierkegaard diesen Weg durchlitten und durchdacht hat, kann bis heute ein Trost für alle Menschen sein, die in ähnlicher Verzweiflung und Angst leben.</div><div><br></div><div><br></div><div><ul><li>Teil 2 zum Denken Sören Kierkegaards: <span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?nur-wer-sich-auf-die-wahrheit-einlaesst,-kann-sie-entdecken" class="imCssLink">Nur wer sich auf die Wahrheit einlässt, kann sie entdecken</a></span><span class="fs14lh1-5">.</span><br></li><li>Teil 3 zum Denken Sören Kierkegaards: <span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?kirchenkritik-und-pressestreit---kierkegaard-gegen-alle" class="imCssLink">Kirchenkritik und Pressestreit – Kierkegaard gegen alle</a></span><span class="fs14lh1-5">.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Christian Möller: Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Einführung in Denken und Glauben Sören Aaby Kierkegaards (1813-1855) oder: Wie Brüche im Leben zu Umbrüchen im Denken werden. Pfälzisches Pfarrerblatt (http://pfarrerblatt.de/prof-dr-christian-moeller/das-leben-wird-vorwaerts-gelebt-und-rueckwaerts-verstanden/). Alle Quellenangaben nach der dort verfügbaren PDF-Datei. [1] Zitiert nach S. 2f, dort ohne weiteren Quellennachweis; [3] S. 3, dort zitiert nach Haecker: Tagebücher, S. 244; [4] S. 5f, dort zitiert nach S. Hoffmann (Hg.): Der Begriff Angst, übersetzt von Ch. Schrempf, Wiesbaden 2005, S. 178; [7] S. 12, dort zitiert nach Haecker: Tagebücher, S. 254.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Wilhelm Weischedel: Die philosophische Hintertreppe. 34 große Philosophen in Alltag und Denken. © Nymphenburger Verlagsbuchhandlung, München 1966. Ausgabe des Deutschen Taschenbuch Verlags, München 1975. [2] zitiert nach S. 231; bei Weischedel keine weiteren Quellennachweise; [5] und [6] zitiert nach S. 235.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Pixabay auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 03 Dec 2022 18:22:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Mittwoch, 30. November 2022]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001B0"><div><br></div><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="fs18lh1-5 ff1">Ohne Glauben können wir Christus gar nicht haben. Aber es ist damit wie mit einem Jungen, dem ein Fünffrankenstück geschenkt worden ist. Natürlich muss der Junge das Geldstück nehmen; wenn er davonläuft und es nicht nimmt, hat er eben nichts. Aber keinem Jungen wird es in den Sinn kommen, nachher zu erzählen: "Denkt, ich hab meinen Arm ausgestreckt und die Finger aufgebogen und sie dann wieder zusammengeschlossen und den Arm zurückgezogen und das Geldstück in den Hosensack gesteckt"; jeder Junge wird voll Jubel berichten: "Denkt, der und der hat mir fünf Franken geschenkt!" So ist es auch mit Christus. Natürlich nehmen wir sein Geschenk im Glauben an; aber wer </span><span class="fs18lh1-5 ff2">davon</span><span class="fs18lh1-5 ff1"> noch lang schwatzen könnte, wer von </span><span class="fs18lh1-5 ff2">seinem</span><span class="fs18lh1-5 ff1"> Glauben, von </span><span class="fs18lh1-5 ff2">seiner</span><span class="fs18lh1-5 ff1"> Bekehrung noch erzählen könnte, der hätte gar nicht verstanden, was mit ihm geschehen ist. Denn Glauben, das heißt ja gerade: ganz und gar jetzt nur noch auf Jesus Christus hinschauen und wissen, dass er alles, ganz alles getan hat.</span></span></i></b></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Eduard Schweizer</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Was geschieht mit einem Menschen, der an Jesus Christus zu glauben beginnt?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir sind geneigt, psychologische und soziologische Erklärungen dafür zu suchen: Sein Elternhaus, seine Gruppenzugehörigkeit, seine Erfahrungen oder seine Gefühlswelt haben ihm den Weg zum Glauben geebnet. So kann man versuchen zu erklären, warum der eine Mensch glaubt und der andere nicht.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das mag alles nicht verkehrt sein. Aber es trifft nicht den Kern. Denn in allen erklärbaren Phänomenen wirkt Christus selbst in unerklärbarer Weise. Darum sollen wir nicht lange von unseren Erfahrungen, unserer Entscheidung und unserem Glauben erzählen, sondern von Christi Entscheidung für uns und seinem Wirken in unserem Leben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Dass ein Mensch an Jesus Christus zu glauben beginnt, ist ein unverfügbares Wunder und eine unergründliche Gnade.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Eduard Schweizer: Einübung im Glauben anhand des Heidelberger Katechismus. Vadian Verlag St. Gallen 1953. S. 39. Orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 29 Nov 2022 23:01:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?theologischer-adventskalender-mittwoch,-30--november-2022</link>
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			<title><![CDATA["Eine Kultur der Entfeindung schaffen"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001AE"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">"Eine Kultur der Entfeindung schaffen"</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie die evangelische Kirche um die Friedensethik ringt (Teil 3)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/11/2022</span></div><div><br></div><div>Die Wogen im Internet schlugen hoch. Vor allem die sogenannten Sozialen Medien kehrten wieder einmal ihre asoziale Seite hervor. Ein <span class="fs14lh1-5"><i>Shitstorm </i></span>ergoss sich über die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und ihre höchste Repräsentantin <span class="fs14lh1-5"><i>Annette Kurschus</i></span>. Es hagelte Beschimpfungen und Drohungen mit Kirchenaustritten (laut <span class="imUl"><a href="https://eulemagazin.de/melnyk-und-die-starken-maenner/" target="_blank" class="imCssLink">Eule-Magazin</a></span>).</div><div><br></div><div>Was war geschehen? Die EKD-Ratsvorsitzende hatte am Reformationstag in der Schlosskirche zu Wittenberg eine Predigt über Psalm 46 gehalten und darin den Ukraine-Krieg thematisiert. In der Predigt hatte sie Verhandlungen mit Russland gefordert. Daraufhin warf der ehemalige ukrainische Botschafter <span class="fs14lh1-5"><i>Andrij Melnyk</i></span> der EKD auf Twitter einen "Eiertanz mit dem Kriegsverbrecher Putin" vor, eine "Anbiederung an die russisch orthodoxe 'Kirche'" und einen "heuchlerischen Verrat am ukrainischen Volk", den "wir Euch, Dienern des Judas, NIE verzeihen" werden. Darauf folgte die besagte Eskalation (laut <span class="imUl"><a href="https://eulemagazin.de/melnyk-und-die-starken-maenner/" target="_blank" class="imCssLink">Eule-Magazin</a></span>).</div><div><br></div><div>Es sei nur kurz angemerkt, dass die EKD-Ratsvorsitzende den russisch-orthodoxen Patriarchen <span class="fs14lh1-5"><i>Kyrill I.</i></span> bereits mehrfach scharf kritisiert hat. Von einer "Anbiederung an die russisch orthodoxe 'Kirche'" kann deshalb keine Rede sein. Zu den anderen Äußerungen <span class="fs14lh1-5"><i>Melnyks </i></span>möchte ich mich nicht äußern, da sie mehr über ihn aussagen als über die EKD.</div><div><br></div><div>Doch warum hat die <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus</i></span>-Predigt die Gemüter derart erhitzt? Sehen wir uns die Predigt einmal genauer an.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Angst kann ein Indikator für Gefahr sein</div><div><br></div><div>Der <span class="imUl"><a href="https://www.ekd.de/predigt-reformationstag-2022-annette-kurschus-75899.htm" target="_blank" class="imCssLink">Predigt</a></span> lag, wie gesagt, der 46. Psalm zugrunde, und zwar in der Luther-Übersetzung:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">2 Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. 3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, 4 wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die &nbsp;Berge einfielen. 5 Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. 6 Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. 7 Die Völker müssen verzagen und die &nbsp;Königreiche fallen, das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt. 8 Der H</span></span><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">ERR</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. 9 Kommt her und schauet die Werke des H</span></span><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">ERRN</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet, 10 der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. 11 Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Ich will mich erheben unter den Völkern, ich will mich erheben auf Erden. 12 Der H</span></span><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">ERR</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.</span></span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>knüpft an das Bild vom Weltuntergang in Vers 3 an und gesteht:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich fürchte mich sehr wohl. Und wie. Bisweilen überfällt mich große Angst vor dem Schreckensszenario: dass die Welt untergeht und die Berge ins Meer stürzen und die Fluten Menschen und Tiere, Häuser und Gärten, Hab und Gut verschlingen. Tatsächlich ist mir bang vor einer Katastrophe von kosmischen Ausmaßen, verursacht durch atomare Kräfte oder Naturgewalten.</span></i></span></div><div><br></div><div>In diesem Zusammenhang zitiert die Ratsvorsitzende Bundespräsident <span class="fs14lh1-5"><i>Steinmeier</i></span>, der nach einem Besuch in Kiew sagte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es ist alles viel furchtbarer, als wir uns das in Deutschland vorstellen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich finde es wichtig, dass <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>offen von ihrer Angst spricht. Das hört man in den Diskussionen um den Ukraine-Krieg selten. Alle, die oft voller Überzeugung ihre Meinung kundtun, scheinen Angst nicht zu kennen. Aber ein Leben ohne Angst gibt es nicht. Und die atomare und ökologische Bedrohung können nur Angst auslösen. Angst ist auch nicht unbedingt ein schlechter Ratgeber, wie man oft hört. Sie kann auch ein wichtiger Indikator für eine bedrohliche Situation sein. Wer keine Angst hat, läuft möglicherweise Gefahr, blindlings in die Katastrophe zu rennen.</div><div><br></div><div>Darum ist es von Belang, dass <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>offen ihre Angst bekennt. Sie bringt damit zum Ausdruck: Die Situation ist gefährlich. Wir dürfen nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern müssen Verantwortung übernehmen.</div><div><br></div><div>Die meisten Menschen in Deutschland können sich Krieg wahrscheinlich nicht vorstellen, weil sie ihn noch nicht erlebt haben. Andere stecken den Kopf in den Sand und verdrängen die Gefahr. Wir können uns deshalb nur bedingt ein Urteil darüber bilden, was Krieg bedeutet. Der Bundespräsident hat es in Kiew gesehen – und eingestanden, dass es viel furchtbarer als unsere Vorstellung ist. Krieg ist schrecklich. Wir sollten ihn und seine Gefahr für uns deshalb nicht auf die leichte Schulter nehmen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Das zweite Gebot ebnet den Weg zum Frieden</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>stellt fest, dass die Menschen in Israel, die den Psalm sangen, offensichtlich Gewalterfahrungen gemacht haben und Kriegsangst hatten (Verse 2 und 9f). Sie bezieht diese Erfahrungen auf die gegenwärtige Situation in der Ukraine:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Menschen fliehen, suchen in ihrer Todesangst eine feste Burg, die sie schützt, hasten in den Keller, in das Theater, in den U-Bahnschacht, beten dort: "Gott ist unsere Zuflucht und unsere Stärke. Er hilft uns früh am Morgen." Menschen rufen nach guter Wehr und Waffen, um Leib und Leben zu verteidigen, nach Hilfe in den großen Nöten, die sie getroffen haben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Anschließend greift <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>die im Psalm geschilderte Erfahrung auf, dass Gott selbst das feindliche Heer zunichte gemacht hat (Verse 8 bis 10), und sie bezieht diese Verse auf die Situation in der Ukraine:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Bekannte erzählen von der Ukrainerin, die bei ihnen wohnt: Sie habe zufrieden gestaunt, als sie die zerstörte Krim-Brücke sah. Aber: Sollten diese Zerstörungen wirklich </span><span class="cf1"><span class="imUl">Gottes</span></span><span class="cf1"> Werke sein?</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Frage ist berechtigt. Zugleich muss aber wahrgenommen werden, dass der Psalm die Opferperspektive einnimmt, die nicht unsere Perspektive ist. <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>fragt:</div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wie sollte ich es verurteilen, wenn ein Mensch, der angegriffen wird, Gott für jeden kleinen Sieg dankt? Und &nbsp;wie sollte ich kategorisch Nein sagen dazu, ihm mit Wehr und Waffen zu helfen, damit er den Raketenangriffen nicht wehrlos ausgeliefert ist?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Aber darf ich wirklich einstimmen in die Melodie des Psalms, die auf Vernichtung der</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Feinde sinnt? Dürfen das meine Töne werden, die solche Vernichtung als Gottes Werk besingen?</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>warnt davor, sich die Perspektive des Psalms bruchlos zu eigen zu machen und sich dadurch Gottes zu bemächtigen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Leider sind die Kirchen dieser Versuchung allzu oft erlegen. "Gott mit uns!" hieß es etwa im Ersten Weltkrieg, und auf welcher Seite im Krieg sie auch standen, sie haben Gott vor den Karren ihrer eigenen Interessen gespannt, sich Gottes bemächtigt. Der Soziologe Hans Joas schreibt in seinen "Denkskizzen" zu Psalm 46: "Die Gefahr gibt es nicht nur im Kampf der Nationalismen, sondern überall dort, wo die eigene Sache ganz für die gute gehalten wird. Der Friede mag dann sehr wohl gewünscht werden, aber es soll ihn nur geben unter den eigenen Bedingungen. Nur wenn auch die anderen bereit seien, unseren Gott anzuerkennen, &nbsp;unsere Werte zu teilen, dann werde Friede möglich." [...] Wir sollten uns hüten, Gott allzu schnell als "unseren" zu bezeichnen und ihn allzu sicher auf unserer Seite zu verorten. [...] "Gott anzuerkennen als den einen universalen Gott", sagt Hans Joas, "das muss aber heißen, nicht die eigene Sache ungebrochen zur universalen zu erklären. Es gibt zwar die universale Forderung Gottes. Aber sie ist auch und an erster Stelle eine Forderung an uns selbst."*</span></i></span></div><div><br></div><div>Diese Sätze enthalten Sprengstoff. Die Theologin analysiert in wünschenswerter Klarheit die Übertretung des (nach lutherischer Zählung) zweiten Gebotes, das den Missbrauch des Namens Gottes für eigene Ziele verbietet. Der Übertretung dieses Gebotes machen sich alle schuldig, die Gott vor den Karren ihrer eigenen Interessen spannen, die sich selbst und die eigene Sache für ungebrochen gut erklären und Gott fraglos auf die eigene Seite ziehen. Denn niemand darf sich seiner Sache allzu sicher sein und allzu schnell das eigene Handeln zu einem Handeln im Sinne Gottes erklären. <span class="fs14lh1-5"><i>Gottes Forderung ist nicht zuerst eine Forderung an den Andersdenkenden, sondern an uns selbst.</i></span></div><div><br></div><div>Die Übertretung des Gebotes ist nicht nur eine Verletzung der Ehre Gottes, sondern auch eine Verhinderung von Frieden. Denn Friede wird nur möglich, wenn man darauf verzichtet, dass der Andersdenkende die eigenen Werte, die man mit den Werten Gottes identifiziert, übernimmt. Man kann diese These, dass der Andersdenkende die eigenen Werte nicht übernehmen muss, mit Recht bestreiten, denn sie gilt, wie alle ethischen Thesen, sicher nicht in jeder denkbaren Situation. Es kann Situationen geben, in denen man nach ausführlicher Prüfung und intensiver Abwägung zu dem Ergebnis kommt, dass das als gut Erkannte vom Gegenüber anerkannt werden sollte. In wohl den meisten Situationen ist aber die Relativität auch der eigenen Werte anzuerkennen.</div><div><br></div><div>Für den Ukraine-Krieg würde das bedeuten, dass keine Seite meint, vorbehaltlos im Recht zu sein. Keine Seite darf davon ausgehen, dass die eigene Sicht, die eigene Interpretation der Vorgeschichte und Geschichte des Krieges und das eigene politische System Setzungen sind, die allein wahr und richtig und deshalb unbedingt durchzusetzen sind. So gut die eigene Absicht auch sei: Wenn Friede möglich und Menschenleben gerettet werden sollen, wird man von Maximalforderungen absehen müssen und letztlich um einen Kompromiss nicht herumkommen.</div><div><br></div><div>Ich denke, die Ratsvorsitzende richtet sich mit dieser Forderung nicht in erster Linie an die gebeutelten Ukrainer, sondern an den Angreifer und die die Ukraine unterstützenden Länder.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Wir sollen auf Gottes Handeln blicken</div><div><br></div><div>Im letzten Teil ihrer Predigt vollzieht <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>eine Wende: Sie richtet ihren Blick nicht mehr auf das immer fragwürdige Handeln der Menschen, sondern auf das Handeln Gottes und vollzieht damit die Blickrichtung des Psalms nach:</div><div><br></div><div class="mb1"><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Kommt her, ruft die Stimme in Psalm 46, schaut die Werke des H</span></span><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">ERRN</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet, der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Überlebenden, die hier sprechen, sehen die Verwüstung, die verlassene Stadt, die Skelette der zurückgelassenen feindlichen Waffen – und sind froh, dass der Feind weg ist. Der Krieg ist zu Ende. Eine große Stille kehrt ein. Kein Siegestaumel, weil die eigenen Krieger so tapfer waren. Kein Triumphgeheul, weil die eigene Verteidigung den Feind in die Flucht geschlagen hat. Sie danken Gott. Sie glauben: Gott selbst hat der Gewalt Einhalt geboten und den Krieg beendet.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wendet man den Blick auf das Handeln Gottes, dann relativiert sich das eigene Handeln. Es ist nicht bedeutungslos, aber es erhält einen anderen Stellenwert. Das eigene Handeln ist nicht alles. Das bedeutet für den Krieg: Das menschliche Handeln, die militärische Taktik und die geopolitische Strategie, die Siege und Niederlagen, die Errungenschaften und Zufälle sind nicht alles. Es gibt noch eine andere Dimension: In und mit dem sichtbaren menschlichen Handeln, in und mit den zufälligen Ereignissen, ereignet sich das verborgene Handeln Gottes. Das bekennt der christliche Glaube.</div><div><br></div><div>Denn Gott ist ein Gott der Geschichte. Das Alte und das Neue Testament erzählen in weiten Teilen Geschichten: vom Volk Israel und seinen Feinden, von Königen, Priestern, Nomaden und Bauern, von Jesus, seinen Jüngerinnen und Jüngern und von deren Gegnern. Selbst die Prophetenbücher, die Psalmen und die neutestamentlichen Briefe bieten selten abstrakte Lehren, sondern sprechen fast immer in geschichtliche Situationen hinein.</div><div><br></div><div>Das bedeutet: Die Bibel erzählt von einem in der Geschichte handelnden Gott. Und wie Gott in vielen Taten Israels, seiner Könige und einfachen Leute, in den Taten Jesu und derer, die ihm nachfolgten, handelte, so ist er auch heute in manchen Taten von Menschen am Werk.</div><div><br></div><div>Darum ist Gott es, der – in der Geschichte wirkend – "den Kriegen ein Ende macht, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt." Und weil Gott es ist, gibt es nach dem Krieg keinen Siegestaumel und kein Triumphgeheul. Stattdessen gibt es Dankbarkeit dafür, dass Gott dem Krieg ein Ende bereitet hat.</div><div><br></div><div>Ich weiß, dass damit nicht alle Fragen beantwortet sind. Was ist mit den Menschen, die im Feuer verbrannt sind? Was mit denen, die hingeschlachtet wurden, so dass ihre Bögen und Spieße zerbrochen wurden? Der Psalm gibt darauf keine Antwort. Aber er behauptet auch nicht, dass im Himmel oder von Gott selbst aufgrund der toten Soldaten ein Freudengesang angestimmt worden wäre. Eben darum sollen es auch die Menschen nicht tun.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Gott will Leben und Zukunft für alle Menschen</div><div><br></div><div>Was bedeutet dieser Perspektivwechsel für den Ukraine-Krieg? Die Ratsvorsitzende konkretisiert:</div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Viele sagen: Frieden in der Ukraine kann erst werden, wenn Russland geschlagen, seine Moral und Rüstung erschöpft und seine Regierung abgelöst ist. Und solange helfen nur Waffen. Wo bliebe schließlich die Gerechtigkeit, wenn einer, der den Nachbarn überfällt, am Ende Gewinn davon hat? [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich rechne mit Gottes unverfügbarem Wort, das die Kraft hat, Frieden zu stiften. Ich rechne mit Gottes Gerechtigkeit. Gottes Gerechtigkeit – auch das hat Martin Luther uns neu aufgeschlossen! – ist ja mehr und anders als jene Gerechtigkeit, die die Bösen bestraft und die Guten belohnt. Gottes Gerechtigkeit macht Leben und Zukunft möglich für alle. Und darauf kommt es doch an. Menschen können frei und ohne Furcht leben: Das ist Gottes Wille, darauf zielt Gottes Wirken, und wo das Wirklichkeit wird, ist es Gottes Geschenk.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>setzt dem auf Sieg ausgerichteten bewaffneten Kampf etwas Überraschendes entgegen: das Wort Gottes, das Frieden stiftet. Und sie setzt der Gerechtigkeit, die der Ukraine widerfahren soll, ein biblisches Verständnis der Gerechtigkeit entgegen. Tatsächlich bezeichnet der Begriff "Gerechtigkeit Gottes" in der biblischen Tradition nicht die ausgleichende Gerechtigkeit, die jedem das gibt, was er verdient hat, was ihm rechtmäßig zusteht. Gottes Gerechtigkeit meint im Alten und Neuen Testament vielmehr die Treue Gottes zu seinem Bund mit Israel und das Heilshandeln Gottes an allen Menschen. Der Begriff wird nicht mit gerechter Strafe in Zusammenhang gebracht, sondern mit Barmherzigkeit, Güte und Freude.</div><div><br></div><div>Wenngleich der Gedanke einer ausgleichenden Gerechtigkeit der Sache nach auch in der Bibel vorhanden ist, setzt <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>einen anderen Akzent: Das barmherzige Handeln Gottes, das <span class="fs14lh1-5"><b>allen Menschen</b></span> Leben und Zukunft ermöglicht und insofern Frieden stiftet. Das gilt natürlich für die Menschen in der Ukraine, die zu Unrecht angegriffen wurden und werden. Aber es gilt auch für die Soldaten auf russischer Seite, die in einem sinnlosen Krieg ihr Leben lassen müssen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>beschreibt damit eine Dilemma-Situation: Zum einen soll der Krieg nach Gottes Willen beendet werden, um allen Menschen Leben und Zukunft zu ermöglichen. Weil aber Waffen den Krieg offensichtlich nicht so bald beenden können, sondern im Gegenteil immer mehr Menschenleben fordern, bleibt zum anderen die Frage: Wie soll der Krieg beendet werden, wenn die Interessen beider Kriegsparteien weit auseinander liegen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Wie Verhandlungen gelingen können</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>schließt, dass dem Willen Gottes, nämlich dass alle Menschen leben können und Zukunft haben, nur auf dem Verhandlungsweg Genüge getan werden kann:</div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">An Gottes Gerechtigkeit richten wir uns aus, wenn wir als Christen reden und handeln. Ja, wir erkennen das Recht an, sich gegen Angriffe zu verteidigen. Und zugleich erinnern wir uns selbst und andere unermüdlich an die friedensstiftende Kraft des Wortes. Wir können Gottes Wirken nicht ersetzen, aber wir können und sollen ihm vorlaufend die Bahn ebnen. Durch kleine, vermeintlich unscheinbare Gesten, die manchmal Unvermutetes bewirken und eine Kultur der Entfeindung schaffen. [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Friede wird am Ende nicht durch Waffen. Echter und womöglich auch ein annähernd gerechter Friede kann nur werden, wo Menschen miteinander reden und verhandeln. Und das geht nur, wenn der "böse Feind" nicht zum Teufel ernannt wird.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Dilemma-Situation zeigt sich auch darin, dass es nach <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>zum einen ein Recht auf Verteidigung gibt, wir zum anderen aber dem Frieden stiftenden Wort Gottes "die Bahn ebnen" sollen. Gottes Wort die Bahn ebnen – dazu gehört nach Jes 40,3-5, dass man in der Wüste eine Straße baut, dass Täler aufgeschüttet und Berge abgetragen werden, so dass eine Ebene entsteht, auf der die Herrlichkeit Gottes sichtbar wird.</div><div><br></div><div>Es soll also geradezu etwas Unerwartbares geschehen, etwas Unerwartbares, das aber nichts Unmögliches ist, weil Gott selbst darin wirkt. <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>sieht dieses Unerwartbare darin, dass die Kriegsparteien beginnen, miteinander zu reden und zu verhandeln. Verhandeln heißt, miteinander nach einer Lösung des Konflikts und einem Weg zu suchen, auf dem die Waffen schweigen. Dazu gehören Gesten der Entfeindung, Gesten des Aufeinander-Zugehens, welche die Unkultur des Krieges durch eine "Kultur der Entfeindung" ersetzen.</div><div><br></div><div>Wie kann das geschehen? Die Predigerin ist hier wenig konkret. Sie fordert immerhin, den Feind nicht zu dämonisieren; denn mit dem Teufel kann man nicht verhandeln. Und wenn man den Feind zum Inbegriff des Bösen macht, kann man sich selbst umso besser als der Gute von ihm abheben.</div><div><br></div><div>Man könnte hinzufügen: Eine Kultur der Entfeindung ist nur möglich, wenn man darauf verzichtet, den Gegner besiegen zu wollen, wenn man eigenes mögliches Fehlverhalten eingesteht, wenn man von Maximalforderungen abrückt – und, ja, wenn man bereit zum Leiden ist. Denn ohne Bereitschaft zum Leiden wird es kein Leben und keine Zukunft für alle geben, sondern den Kampf bis zum Ende – einen Kampf, in dem möglichst nur der Feind leiden soll.</div><div><br></div><div>Aber wird nicht eine solche Fortsetzung des Krieges mit mehr Leiden für <span class="fs14lh1-5"><b>beide </b></span>Seiten, also für <span class="fs14lh1-5"><b>alle</b></span>, verbunden sein? Andererseits fragt die politische Vernunft: Darf man es einem Aggressor zugestehen, dass er sein Ziel erreicht und Gebietsgewinne macht?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Für Glaubende ist entscheidend, dass nicht die eigene Sache zur Sache Gottes erhoben wird, sondern umgekehrt Gottes Sache zur eigenen Sache gemacht wird.</i></span> Das kann auch bedeuten, darauf zu vertrauen, dass Gott mit seinem friedenstiftenden Wort in der Geschichte wirkt, dass er sich für die Ukraine einsetzt und sie nicht einfach dem Angreifer auf Gedeih und Verderb ausliefert – auch dann nicht, wenn dieser einen Teil der Ukraine besetzt halten kann.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>formuliert dies zwar nicht ausdrücklich. Aber wenn man ihre Gedanken zu Ende denkt, ist das die Konsequenz.</div><div><br></div><div>Im Vertrauen darauf, dass Gott auf der Seite der unter Fremdherrschaft lebenden Menschen steht und dass er ihr Leid begrenzen wird, könnte die Ukraine einen Schritt auf den Aggressor zu machen, um Leben zu retten – auch wenn alle politische Vernunft dem zu widersprechen scheint. Gerade darum hat das Gebet eine entscheidende Bedeutung: das Gebet, das um die Verwirklichung der Sache Gottes bittet, und zwar auch dort, wo es um etwas für die politische Vernunft Unerwartbares geht.</div><div><br></div><div>Der Psalm macht am Beginn von Vers 11 klar, was dieses Vertrauen auf Gottes friedenstiftende Gegenwart für die Glaubenden bedeutet. Luther hat dort übersetzt "Seid stille!" Treffender ist die Übersetzung "Haltet ein, lasst ab [vom Kampf]!" <span class="fs14lh1-5"><i>Wer sein Leben und seine Zukunft in Gottes Händen bewahrt weiß, muss um sein Leben und seine Zukunft nicht mehr um jeden Preis kämpfen, indem er dem anderen Leben und Zukunft nimmt.</i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>weist in diese Richtung, indem sie ihre Predigt folgendermaßen beschließt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Niemals darf Krieg die Politik ersetzen. Darum: Verachtet Verhandlungen nicht. Glaubt an die Kraft des geistesgegenwärtigen Wortes. Traut den kleinsten Schritten etwas zu. Und betet unablässig um Frieden. Um Frieden, der durch menschliche Vernunft werden kann. Und um den Frieden Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft. Er bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Wie die evangelische Diskussion um den Krieg sich entwickelt</div><div><br></div><div>Die Empörung, die sich an diese Predigt anschloss, ist verständlich. Denn für die meisten Menschen ist der Glaube, dass das Leben und die Zukunft der eigenen Person wie auch des eigenen Volkes in Gott geborgen sind, keine Lebenswirklichkeit. Dass ein Gott in der Weltgeschichte wirkt, gehört für sie nicht in den Bereich der Realität. Oder es ist ihnen nur ein theoretischer Gedanke, der keine Auswirkungen auf das eigene Denken und Handeln hat.</div><div><br></div><div>Viele Menschen können daher nur das menschliche Wirken und das heißt die politische Vernunft gelten lassen. Diese kommt jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen – oft zu dem Ergebnis, dass Verhandlungen in der gegenwärtigen Situation des Krieges nicht in Frage kommen. Wer eine entschieden christliche Sicht vertritt, wird deshalb auf einen <span class="fs14lh1-5"><i>Shitstorm </i></span>gefasst sein müssen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>selbst hat ihre Sicht im Vergleich zu ihren <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-ekd-ratsvorsitzende-zum-ukraine-krieg" class="imCssLink">Äußerungen im Juni und Juli dieses Jahres</a></span> offenbar weiterentwickelt. Damals bezeichnete sie Waffenlieferungen an die Ukraine als "verantwortbare politische Entscheidung" , die "mit christlichen Grundsätzen vereinbar" sei, weil alles Handeln das Ziel haben müsse, "das Recht des Einzelnen auf ein Leben in Freiheit und Würde zu verteidigen" und die Souveränität der Ukraine zu wahren. Von einem Frieden stiftenden Wort Gottes, einer Kultur der Entfeindung und Verhandlungen über einen Waffenstillstand hat die Ratsvorsitzende damals nichts verlauten lassen. Sie hatte allerdings schon unmittelbar nach dem russischen Angriff auf die Ukraine angemahnt, das diplomatische Gespräch nicht abreißen zu lassen.</div><div><br></div><div>Interessant ist nicht nur, dass <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>jetzt andere Akzente setzt als noch im Juni/Juli, sondern auch, dass sie dies in Auslegung eines biblischen Textes tut. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Beschäftigung mit biblischen Texten unsere Gedanken in eine andere Richtung lenkt, als es dann der Fall ist, wenn wir ohne solchen Rückbezug auf die heilige Schrift eine vermeintlich christliche Stellungnahme abgeben.</div><div><br></div><div>Dieser Rückbezug auf die heilige Schrift zeichnet auch die Predigt der Ratsvorsitzenden gegenüber der <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?darf-ein-barmherziger-samariter-bewaffnet-sein-" class="imCssLink">Diskussion zwischen Katrin Göring-Eckardt und Friedrich Kramer</a></span> aus, über die ich bereits berichtet habe. <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>argumentiert entschieden theologisch, was in der besagten Diskussion nicht der Fall war.</div><div><br></div><div>Die Rückbesinnung auf die biblischen Texte ist aber für christliche Stellungnahmen unverzichtbar, will man nicht einer das Christliche verfehlenden rein politischen Logik folgen. Es bleibt zu hoffen, dass die Christenheit sich auch in Fragen politischer Ethik entschieden auf ihr Fundament besinnt, nämlich das Wirken Gottes und das Handeln Jesu Christi, das in den Schriften des Alten und Neuen Testaments bezeugt wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">* Als Quelle für die Joas-Zitate wird angegeben Hans Joas: Denkskizzen IV, S. 354.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gaby Stein auf Pixabay.</span></div></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 28 Nov 2022 13:53:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Sonntag, 27. Nov. '22, 1. Advent]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001AB"><div><br></div><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><div class="imTACenter"><b class="fs18lh1-5"><i class="imUl">Es ist Advent</i></b></div></b><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Die Blumen sind verblüht im Tal, die Vöglein heimgezogen;</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Der Himmel schwebt so grau und fahl, es brausen kalte Wogen.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Und doch nicht Leid im Herzen brennt: Es ist Advent!</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Es zieht ein Hoffen durch die Welt, ein starkes, frohes Hoffen;</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>das schließet auf der Armen Zelt und macht Paläste offen;</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>das kleinste Kind die Ursach kennt: Es ist Advent!</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Advent, Advent, du Lerchensang von Weihnachtsfrühlingstunde!</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Advent, Advent, du Glockenklang vom neuen Gnadenbunde!</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Du Morgenstrahl von Gott gesandt! Es ist Advent!</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816-1890)</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die dunkle Jahreszeit kann dunkle Gefühle hervorrufen: grau und fahl scheint das Leben, kalt die Beziehungen. Statt blühender Lebensfreude macht sich im Herzen Lähmung und Zukunftsangst breit.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Und doch kann ein Kerzenschein wie ein von Gott entzündetes Licht werden und ein Glockenklang wie ein Lerchengesang. Die flackernden Lichter können Feststehendes ankündigen, und die altbekannten Glocken erzählen von einer unermesslichen, immer neuen Gnade.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wenn sich die Herzen öffnen in den</span><span class="fs14lh1-5 cf2"> </span><span class="fs14lh1-5 cf2">Zelten der Armen und </span><span class="fs14lh1-5 cf2">Palästen der Reichen, dann geht ein starkes, frohes Hoffen durch die Welt. Advent ist Hoffnungszeit, Zeit gespannter Erwartung, vorausgeahnte Ankunft des Lichts der Welt: Was immer geschieht </span><span class="fs14lh1-5 cf2">–</span><span class="fs14lh1-5 cf2"> der Erlöser kommt!</span><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2">So wird die dunkle Stunde zur Weihnachtsfrühlingsstunde.</span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5 cf2">Quelle: https://medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=9264.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 26 Nov 2022 23:01:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?theologischer-adventskalender-sonntag,-27--nov---22,-1--advent</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |62]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001AA"><div><div class="imTALeft"><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Neues Stundengebet</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Sie wollen es nicht wahrhaben</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>	Erleuchte uns Herr</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Sie stecken den Kopf in den Sand</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>	Vergib uns alle Missetaten</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>	unseren Hochmut und Betrug</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Sie wollen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>dass man lügt und ihnen sagt</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>	Segne uns</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>die Welt sei glücklich</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>	in diesem Jammertal</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>und alles gar nicht so schlimm</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>	Erlöse uns vom Übel</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Sie glauben nicht</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>	Verschone uns</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>dass diese Welt aufgehört hat</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>	in alle Zukunft</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>für sie fröhlich zu sein</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>	Erbarme dich unser</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>wenn</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>ihre Verwandlung zum Roboter</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>stattgefunden hat</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>	Gib uns den Frieden</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Barbara Brendler (1919-2009)</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Man kann den Kopf in den Sand stecken vor dem täglichen Sterben. Man kann so tun, als sei alles gar nicht so schlimm. Man kann an die fröhliche Welt glauben. Man kann sich zu einer Maschine verwandeln, die das wiederkäut, was man ihr eingetrichtert hat.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Aber das ist nicht das Leben, das ist der Tod <span class="fs14lh1-5"><b>vor</b></span> dem Tod. Die Lebendigen aber wissen um das Übel, den Unfrieden, um den eigenen Hochmut, den Betrug, die Schuld.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die Lebendigen bitten deshalb um Erbarmen und Vergebung, um Verschonung und Segen, um Erleuchtung und Erlösung vom Übel. Die Lebendigen bitten um den Frieden, immer und immer wieder, weil sie ihn nicht machen können, weil kein Mensch ihn machen kann, so mächtig er auch sei. Denn dieser Friede muss geschenkt werden.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Gedichte gegen den Krieg. Hg. von Kurt Fassmann. Copyright 1961 by Kindler Verlag München. Zitiert nach der Ausgabe von Zweitausendeins Frankfurt/Main 1971, S. 264. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 24 Nov 2022 09:07:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--62</link>
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		</item>
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			<title><![CDATA[Darf ein barmherziger Samariter bewaffnet sein?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001A9"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Darf ein barmherziger Samariter bewaffnet sein?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie die evangelische Kirche um die Friedensethik ringt (Teil 2)</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/11/2022</span></div><div><br></div><div>Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ringt um eine christliche Ethik in Bezug auf den Ukraine-Krieg. Am Reformationstag hielt die EKD-Ratsvorsitzende, <span class="fs14lh1-5"><i>Annette Kurschus</i></span>, dazu eine Predigt in der Schlosskirche zu Wittenberg – und wurde mit einem Internet-Shitstorm abgestraft. Gut zwei Wochen später diskutierten der Friedensbeauftragte der EKD, Landesbischof <span class="fs14lh1-5"><i>Friedrich Kramer</i></span>, und die Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, <span class="fs14lh1-5"><i>Katrin Göring-Eckardt</i></span>, in der Thomaskirche Erfurt über dasselbe Thema.</div><div><br></div><div>Es lohnt, auf beide Ereignisse einen genaueren Blick zu werfen. Ich werde mich in diesem Beitrag mit der Diskussion zwischen dem Friedensbeauftragten und der Grünen-Politikerin beschäftigen und in einem weiteren Artikel mit der Predigt der höchsten Repräsentantin der deutschen evangelischen Christenheit.</div><div><br></div><div>Am 16. November trafen also in Erfurt ein Christ und eine Christin aufeinander, um ihre Positionen zur evangelischen Friedensethik und speziell zum Ukraine-Krieg abzustecken. Die beiden sind offenbar gut miteinander bekannt, denn sie duzten sich. <span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span> ist nicht nur Grünen-Politikerin, sondern auch Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages und der EKD-Synode (laut <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Katrin_G%C3%B6ring-Eckardt#Evangelische_Kirche" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>).</div><div><br></div><div>Der <span class="imUl"><a href="https://www.deutschlandfunk.de/tag-fuer-tag-18-11-2022-komplette-sendung-dlf-52117175-100.html" target="_blank" class="imCssLink">Deutschlandfunk</a></span> berichtete in seiner Sendung "Tag für Tag" am 18. November über die Diskussion und strahlte auch einige Live-Mitschnitte aus. Da mir eine vollständige Aufzeichnung der Diskussion nicht vorliegt, beziehe ich mich auf die vom Deutschlandfunk gesendeten Auszüge.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Der bewaffnete Samariter</div><div><br></div><div>Der erste gesendete Redebeitrag kam von <span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Ukrainer, Frauen, Männer, Alte, Kinder, sind unter die Räuber gefallen, und die Frage an uns ist: Sind wir der barmherzige Samariter, die Samariterin, wie immer Sie wollen, und helfen wir jetzt unmittelbar nicht nur mit Waffen, aber auch, also kurz gesprochen: Ja, lass uns derjenige sein, der hilft und der den, der unter die Räuber gefallen ist, nicht liegen lässt und vorbeigeht.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span> stützt ihre Befürwortung von Waffenlieferungen also auf Jesu Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,30-35). Sie möchte dem ukrainischen Volk Barmherzigkeit erweisen und Hilfestellung im Kampf gegen den Angreifer leisten. Doch wird an dieser Stelle jeder, der das Gleichnis kennt, stutzig werden. Denn weder ist im Gleichnis von bewaffneten Angreifern die Rede noch von einem bewaffneten Samariter, der die Angreifer mit Gewalt in die Flucht schlägt oder seine Waffen dem unter die Räuber Gefallenen zur Verfügung stellt, damit dieser sich erfolgreich verteidigen kann. Das ist auch gar nicht möglich, weil der Angegriffene schon halbtot am Wegesrand liegt.</div><div><br></div><div>Es geht also in Jesu Gleichnis gar nicht um die Rettung eines Menschen mit Hilfe von Gewalt, sondern es geht darum, dass der Samariter auf seinem Weg anhält, sich Zeit für den Verletzten nimmt, eine Erstversorgung vornimmt, ihn auf sein Tier lädt und eine Herberge sucht, in der er ihn weiter versorgt. Dort bleibt er über Nacht, beauftragt den Wirt am folgenden Tag, die weitere Pflege zu übernehmen, und übernimmt die Kosten dafür.</div><div><br></div><div>Man fragt sich unwillkürlich: Was ist das für eine Schriftauslegung, die <span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span> da praktiziert? Wie kann es zu solch einer eklatanten Fehlauslegung kommen? Da ich <span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span> keine bewusste Täuschung unterstellen möchte, kann ich mir nur vorstellen, dass hier der Wunsch der Vater des Gedankens war. Oder anders gesagt: Sie meinte, etwas in der Bibel gefunden zu haben, was ihre eigene Position unterstützt, und übersieht völlig die strukturellen Unterschiede des biblischen Gleichnisses zur Kriegssituation in der Ukraine.</div><div><br></div><div>Diese Gefahr ist bei jeder Schriftauslegung gegeben. Man kann auch von selektiver Wahrnehmung sprechen. Das heißt, flapsig ausgedrückt: Man nimmt am biblischen Text nur das wahr, was einem gerade in den Kram passt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Vorsicht vor ethischen Abstraktionen</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Friedrich Kramer</i></span> äußerte sich in der Diskussion so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich sage als Christ klar "Nein" zu Waffen, weil Waffen töten. Ich finde den Satz unerträglich, dass Waffen Leben retten, das ist mir eine Verschleierung. Waffen sind zum Töten da, und die werden auch, wenn wir sie jetzt liefern, sofort dafür eingesetzt. Waffen werden auf jeden Fall den Konflikt verlängern und auch mehr Tote schaffen. Ich bin der festen Überzeugung, dass auch der Feind ein Lebensrecht hat, wiewohl es nicht einfach ist, das will ich auch sagen. Ich spreche niemandem sein Christsein ab, der sich für Waffenlieferungen ausspricht, weil es eine Ambivalenz ist. Allerdings, um beim Gleichnis zu bleiben: Der barmherzige Samariter bewaffnet nicht den unter die Räuber Gefallenen, sondern er hilft ihm zu überleben.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kramer</i></span> lehnt es ab, dass Waffen Leben retten. Ich weiß nicht, ob diese Aussage prinzipiell gemeint war oder auf die konkrete Situation des Ukraine-Kriegs gemünzt. Sollte sie prinzipiell gemeint gewesen sein, müsste man widersprechen: In bestimmten Situationen können Waffen Leben retten. Auch in Kriegen kann das der Fall sein, zum Beispiel wenn es darum geht, die Vernichtung eines Volkes oder einer großen Gruppe innerhalb der Bevölkerung zu verhindern. Auf das Thema "Völkermord" werde ich noch zurückkommen.</div><div><br></div><div>Dem Einsatz von Waffen könnte entgegenstehen, dass auch der Feind ein Lebensrecht hat, wie <span class="fs14lh1-5"><i>Kramer</i></span> betont. Aber auch diese Aussage ist nicht so eindeutig, wie sie erscheint. Unter christlichem Gesichtspunkt hat Gott zwar jedem Menschen das Leben geschenkt und will es auch dem gottlosen und bösen Menschen gnädig bewahren. Aber von einem eigenständigen <span class="fs14lh1-5"><b>Recht </b></span>auf Leben kann dabei keine Rede sein. Das Leben ist vielmehr eine unverdiente Gnade Gottes, und Gott kann dem Menschen auch seine Gnade entziehen.</div><div><br></div><div>Im Übrigen weiß auch das weltliche Recht darum, dass einem Menschen, der andere Menschen mit dem Tode bedroht, im Notfall sein Leben genommen werden kann, zum Beispiel durch den sogenannten "finalen Rettungsschuss" der Polizei. Man wird also nicht pauschal und abgelöst von der jeweiligen Situation behaupten können, jeder Feind habe ein Lebensrecht. Auch hier gibt es Ausnahmen.</div><div><br></div><div>Sollte <span class="fs14lh1-5"><i>Kramer </i></span>seine Aussagen konkret auf den Ukraine-Krieg bezogen haben, so könnte ich ihm insofern zustimmen: <span class="fs14lh1-5"><i>Die Aussage, dass der Einsatz von Waffen Leben rettet, verschleiert, dass dieser Einsatz viele Menschenleben fordert.</i></span></div><div><br></div><div>Auf die konkrete Situation bezogen wird man feststellen können: Ohne eine Verteidigung der Ukraine gäbe es einen souveränen ukrainischen Staat nicht mehr. Andererseits würden ohne eine Verteidigung noch mehr als zehntausend getötete Menschen leben, und sehr viele weitere wären nicht verkrüppelt, traumatisiert, bis an ihr Lebensende gezeichnet oder hätten all ihr Hab und Gut verloren.</div><div><br></div><div>Der dauerhafte Einsatz von Waffen schützt also die ukrainische Staatlichkeit, verlängert aber den Krieg und führt dazu, dass mehr Soldaten und Zivilisten sterben, um die staatliche Souveränität der Ukraine zu bewahren. Ich werde darauf noch zurückkommen.</div><div><br></div><div>An dieser Stelle möchte ich nur festzuhalten, dass man in ethischen Fragen sehr aufpassen muss, ob man abstrakte Aussagen macht, die angeblich immer und überall gelten, oder ob man eine Aussage über das Handeln in einer konkrete geschichtlichen Situation macht. Die Diskussion um den Ukraine-Krieg wird oft mit abstrakten ethischen Aussagen geführt, zum Beispiel "Töten ist immer falsch" oder "Jeder Staat hat das Recht, sich mit Waffengewalt zu verteidigen". Das sind wie Gesetze formulierte Thesen, bei denen die konkrete Situation außer Acht gelassen wird.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Auch die Zehn Gebote und die anderen Gesetzestexte des Alten Testaments bieten uns keine Handlungsanweisungen für jede denkbare Situation.</i></span> Solch eine jeden denkbaren Fall regelnde Ethik ist gar nicht möglich. Die biblischen Weisungen stellen aber Eckpunkte dar, an denen man sich in jeder neuen Situation orientieren kann.</div><div><br></div><div>Unsere Aufgabe ist es daher, immer neu zu fragen, was die biblischen Weisungen in der gegenwärtigen Situation bedeuten. Jesus hat auf diese Weise in der Bergpredigt die Zehn Gebote aktualisiert (Mt 5,21-48) und das Doppelgebot der Liebe als Ziel der Gebote verstanden (Mt 22,34-40). Ähnlich hat Paulus die Liebe als Erfüllung des Gesetzes bezeichnet (Röm 13,10).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Wann liegt ein Völkermord vor?</div><div><br></div><div>Weitere Stellungnahmen der beiden Diskutierenden, die der Deutschlandfunk sendete, fielen so aus:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><span class="imUl">Göring-Eckardt</span></span><span class="cf1">:</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es geht um Okkupation, es geht aber auch um die Ausrottung eines Volkes, auch die Ausrottung von Sprache, auch die Ausrottung von Kultur. Das bedeutet, dass Kinder verschleppt werden, Waisenkinder, auf die andere Seite der Grenze. Und wenn wir das vor Augen führen, dann reden wir nicht mehr nur von völkerrechtswidrigem Angriff, sondern dann reden wir tatsächlich von Völkermord.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><span class="imUl">Kramer</span></span><span class="cf1">:</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich behaupte, dass sich Pazifisten nicht raushalten, das ist schon eine Unterstellung. Ich könnte auch sagen, wer Waffen liefert, hält sich raus, denn wir halten uns ja faktisch alle raus und wir wollen uns auch raushalten. Und diese Frage, Katrin, die du aufmachst mit der Frage der Vernichtung eines Volkes: Das ist ein sehr schwerwiegender Vorwurf. Den hatten wir im Kosovo-Krieg auch. Er hat sich dort nicht in der Weise bestätigt. Man kann die Angriffe auf die zivilen Einrichtungen auch anders deuten, auch militärisch deuten. Aber ich glaube nicht, dass das durch Waffenlieferungen besser wird. Also, ich würde sagen: Sofort Waffenstillstand.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span> wirft also Russland nicht nur einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg vor, sondern Völkermord (Genozid). Das ist in der Tat ein schwerer Vorwurf, der, wenn er richtig wäre, wohl den Einsatz von Waffengewalt nötig machen würde. Darum ist die Frage zu beantworten, wann ein Genozid vorliegt.</div><div><br></div><div>Nach der UN-Konvention "über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes" von 1948 &nbsp;liegt ein Völkermord dann vor, wenn beabsichtigt ist, auf direkte oder indirekte Weise "eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören" (laut <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>).</div><div><br></div><div>Demnach ist nicht jeder Krieg, bei dem die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen wird oder Zivilisten umkommen, ein Völkermord. Wikipedia nennt als allgemein anerkannte Völkermorde unter vielen anderen den Völkermord an den Armeniern (<span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Armeniern#Todesopfer" target="_blank" class="imCssLink">300.000 bis 1,5 Millionen getötete oder deportierte Menschen</a></span>) und an den syrischen Christen während des 1. Weltkriegs (<span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_syrischen_Christen" target="_blank" class="imCssLink">100.000 bis 250.000 Opfer</a></span>) und die Völkermorde an den Sinti und Roma sowie den Juden in der Zeit des Nationalsozialismus (<span class="imUl"><a href="https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/voelkermord/voelkermord-an-sinti-und-roma.html" target="_blank" class="imCssLink">220.000 bis 500.000 ermordete Sinti und Roma</a></span> und <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust" target="_blank" class="imCssLink">5,5 bis 6,3 Millionen ermordete Juden</a></span>). Des weiteren wird der Völkermord an den Tutsi in Ruanda im Jahr 1994 mit <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_in_Ruanda" target="_blank" class="imCssLink">500.000 bis 1 Million Opfern</a></span> genannt.</div><div><br></div><div>Um einen Vergleich anzustellen: In der Ukraine wurden bisher nach Zählungen des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte <span class="imUl"><a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1297855/umfrage/anzahl-der-zivilen-opfer-durch-ukraine-krieg/" target="_blank" class="imCssLink">mindestens 6.557 Zivilisten getötet und 10.074 verletzt</a></span> (Stand: 13.11.22). </div><div><br></div><div>Ein Vergleich mit dem Irakkrieg von 2003 zeigt, dass bei weit höheren Opferzahlen meines Wissens nicht von einem Völkermord gesprochen wurde. Nach einer Studie des Genfer Hochschulinsituts für internationale Studien wurden von Januar bis Dezember 2003 39.000 Zivilisten durch Gewalteinwirkung getötet. Die Johns-Hopkins-Universität Baltimore zählt in den ersten eineinhalb Jahren nach dem Angriff auf den Irak bis zu 100.000 zusätzlich Gestorbene. Darin sind auch Menschen enthalten, die durch die bürgerkriegsähnlichen Zustände nach der Auflösung der staatlichen Ordnung im Irak getötet wurden. Insgesamt liegen die Schätzungen über getötete Zivilisten zwischen 2003 und dem Abzug der amerikanischen Truppen im Jahr 2011 zwischen 100.000 und über 1 Million Menschen (alle Zahlen laut <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg#Get%C3%B6tete_Zivilisten" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>).</div><div><br></div><div>Ich möchte nicht verhehlen, dass ich dieses Zählen getöteter unschuldiger Menschen, unter denen auch Kinder sind, für ziemlich absurd halte. Denn jeder einzelne getötete Unschuldige ist schon einer zu viel. Man kommt aber unvermeidlich in die Lage des Zählens, wenn Waffenlieferungen an die Ukraine mit einem Völkermord begründet werden.</div><div><br></div><div>Angesichts der relativ niedrigen Zahlen getöteter Zivilisten kann aber offensichtlich von einem Völkermord in der Ukraine keine Rede sein. Wer dennoch wider besseres Wissen behauptet, es liege ein Völkermord vor, um seine politischen Ziele durchzusetzen, macht sich der Täuschung schuldig.</div><div><br></div><div>Ob <span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span> und andere wider besseres Wissen von einem Völkermord in der Ukraine sprechen, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls ist diese Behauptung offensichtlich nicht wahr, wenn man von der Definition der oben genannten UN-Konvention ausgeht.</div><div><br></div><div>Die Wahrheit aber ist gerade in Zeiten des Krieges und der Kriegspropaganda ein entscheidendes Gut. Theologisch ist Wahrheit mehr als die Übereinstimmung einer Aussage mit der Wirklichkeit. Sie ist vor allem ein Anteilhaben an der Wahrheit, die Jesus Christus ist (Joh 14,6), und bezeichnet so die Treue Gott gegenüber, also eine vertrauensvolle, wahrhaftige Gottesbeziehung. Dazu gehört dann auch ein Reden, das weder trügt noch täuscht und so Frieden stiftet (Spr 4,24; Jes 59,4; Jak 3,14; 1Petr 3,10-12 und öfter).</div><div><br></div><div>Im Hinblick darauf, dass Wahrheit immer aus heilen Beziehungen kommt und solche schafft, hat der evangelische Theologe <span class="fs14lh1-5"><i>Wilfried Härle</i></span> formuliert:</div><div><br></div><div class="mb1"><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Das rechte Wort ist das </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>wahrheitsgemäße</b>, das </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>wahrhaftige</b>, das </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>aufrichtige</b>, das </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>ehrliche </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Wort. Denn nur das wahrheitsgemäße Wort gibt Orientierung, schafft echte, lebensdienliche Beziehungen zwischen Menschen, lässt die Vergangenheit und Gegenwart so sehen und stehen, wie sie ist, oder sagen wir vorsichtiger: so, wie sie uns erscheint [...]. Nur das wahrhaftige Wort lässt Zukunft planen und gestalten.</span></span></i></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Wilfried Härle: Ethik. Walter de Gruyter, 2. Aufl. Berlin / Boston 2018. S. 407)</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Welcher Preis ist ethisch gerechtfertigt?</div><div><br></div><div>Der letzte vom Deutschlandfunk gesendete Redebeitrag kommt von <span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Aber was ist die Voraussetzung für Waffenstillstand, was heißt das? Wir sehen doch, dass die Waffen, die geliefert worden sind, dazu beigetragen haben, dass die Ukraine sich verteidigen kann, dass Luftabwehr stattfinden kann. Und wie du bin ich ja in der pazifistischen Bewegung in der DDR groß geworden. Ich bin jetzt auch nicht eine, die sagt: Das ist aber das Schönste, was ich mir jemals vorgestellt habe, dass wir uns ein bisschen militarisieren. Nein, wir sind jetzt in einer Situation, wo wir nicht mehr anders können, und wir haben sie auch selbst mit zu verantworten.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kramer </i></span>forderte sofort einen Waffenstillstand. Die Frage ist aber, wie man den hinbekommt, wenn beide Parteien ihn nur zu ihren jeweiligen Bedingungen wollen. Helfen könnte nur ein Dialog, in dem beide Kriegsparteien von ihren Maximalforderungen Abstriche machen.</div><div><br></div><div>Das aber wird von <span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span> abgelehnt. Sie weist darauf hin, dass die Ukraine sich nur mit Waffengewalt verteidigen kann. Dazu sind auch die vom Westen gelieferten Waffen nötig. Ihrer Meinung nach gibt es keine andere Lösung. Wir können nicht anders, als den Weg militärischer Gewalt zu gehen.</div><div><br></div><div>Das Argument, dass die Ukraine sich nur mit Waffengewalt verteidigen kann, ist richtig. Es gilt in jedem Kampf gegen einen Angreifer, wenn Strukturen ziviler Verteidigung nicht aufgebaut wurden. Man muss sich allerdings bewusst machen, dass es in der jetzigen Situation des Ukraine-Krieges nicht einfach darum geht, dass die Ukraine ihr Staatsgebiet <span class="fs14lh1-5"><b>verteidigt</b></span>, sondern auch darum, dass sie <span class="fs14lh1-5"><b>angreift </b></span>und die von den Russen besetzten Gebiete zurückerobert. Insofern geht es nicht nur um Waffen zum Schutz der Zivilbevölkerung und um Luftabwehr, wie man aus <span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardts</i></span> Statement schließen könnte. Sie will die Rückeroberung offenbar als Verteidigung verstehen.</div><div><br></div><div>Die Verteidigung fordert allerdings einen hohen Preis an Menschenleben. Und jeder Staat, der sich verteidigt, muss sich fragen, welchen Preis er dafür zu zahlen bereit ist. Wie viel Zerstörung, wie viele Tote und lebenslang Geschädigte will er in Kauf nehmen? Wann ist der Preis zu hoch?</div><div><br></div><div>Aber auch diejenigen, welche die Ukraine mit Waffen unterstützen, müssen sich die Frage stellen, ob sie den Tod und die Schädigung so vieler Menschen in Kauf nehmen wollen. Diese Frage lässt sich meiner Meinung nach nicht aus dem relativ sicheren Sessel beantworten. Sie lässt sich nur beantworten, wenn man sich vorstellt, ukrainischer Staatsbürger zu sein und als solcher vor die Frage gestellt sieht, ob man selber bereit wäre, in den Krieg zu ziehen oder seine Kinder in den Krieg zu schicken – zum Töten und möglicherweise Getötet-Werden.</div><div><br></div><div>Um den Preis für den Krieg nicht zu hoch wirken zu lassen, wird der Gegenwert, den man dadurch erziehlt, manchmal stark gesteigert. Man argumentiert, dass die Ukraine auch Europa verteidige, weil Russland, wenn es aus der Ukraine nicht vollständig zurückgedrängt werde, früher oder später weitere europäische Länder oder gar NATO-Länder angreifen würde. Das erweckt den Eindruck, als stände im Ukraine-Krieg auch die Zukunft Deutschlands auf dem Spiel.</div><div><br></div><div>Die Mühe der russischen Armee mit einem militärisch unterlegenen Staat wie der Ukraine lässt weitere Angriffe Russlands <span class="fs14lh1-5">meiner Meinung nach </span><span class="fs14lh1-5">aber eher unwahrscheinlich erscheinen. Doch niemand weiß, was wirklich geschehen würde – so wie ja auch immer wieder eingestanden wird, man wisse nicht, was </span><span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span><span class="fs14lh1-5">wirklich wolle.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Mangel an biblisch-theologischer Argumentation</div><div><br></div><div>Wenn ich mich auf die wenigen vom Deutschlandfunk gesendeten Diskussionsauszüge beziehe, stört mich sehr, dass in dieser Diskussion zweier Christen überhaupt keine biblischen oder theologischen Argumente vorgetragen wurden – abgesehen von der verunglückten Auslegung des Samaritergleichnisses durch <span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span> und vielleicht von <i><span class="fs14lh1-5">Kramers </span></i><span class="fs14lh1-5">betont </span>christlichem "Nein" zu Waffen.</div><div><br></div><div>Ich weiß natürlich nicht, was sonst noch gesprochen, aber nicht gesendet wurde. Jedoch begegnet mir das Phänomen auch in anderen Gesprächen unter Christen: Biblisch-theologische Begründungen scheinen in den Hintergrund zu treten. Man kommt immer wieder sehr schnell zu politischen Überlegungen, die ihre eigene Logik haben. Auch der Krieg hat seine eigene Logik. Diese unterscheidet sich aber fundamental von einer Logik der Liebe und damit des Friedens.</div><div><br></div><div>Die Berücksichtigung der konkreten Situation und damit auch politischer Überlegungen lässt sich zwar nicht ausschließen. Denn dann würde man wieder abstrakte Urteile fällen. Aber die politische Argumentation sollte die biblisch-theologische nicht verdrängen, sondern beide Argumentationen sollten zu ihrem Recht kommen. Das vermisse ich leider auch in vielen Diskussionen und Wortbeiträgen von Menschen, die einen christlichen Hintergrund für sich beanspruchen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Göring-Eckardt</i></span> meinte: Wir können nicht anders als militärisch einzugreifen. Ich halte das für eine fatale Aussage. Christliche Argumentation rechnet nicht nur mit menschlichem, sondern auch mit göttlichem Handeln. Ja, sie setzt ihre einzige Hoffnung auf das Handeln Gottes, dessen Friede höher ist als unsere Vernunft (Phil 4,7).</div><div><br></div><div>Christliches Handeln ist darum nie alternativlos. Es ist auch niemals von machtpolitischen Überlegungen gekennzeichnet, die meiner Überzeugung nach auch in diesem Krieg eine große Rolle spielen.</div><div><br></div><div>Christliche Ethik wird sich dagegen immer wieder die Frage stellen müssen: Wozu ruft mich nicht die politische, sondern die christliche Ethik auf? Welche auf Frieden gerichteten Handlungsweisen legt die Bibel nahe? Wie kann ich möglicherweis das Leiden und Sterben anderer Menschen dadurch verringern, dass ich selbst Leid und Todesgefahr auf mich nehme? Ist es christlich vertretbar, den Tod vieler Menschen in Kauf zu nehmen, um meine Ziele durchzusetzen? Und wie kann ein Gespräch zwischen den Kriegsparteien angeregt und vermittelt werden?</div><div><br></div><div>Die EKD-Ratsvorsitzende <span class="fs14lh1-5"><i>Annette Kurschus</i></span> hat in ihrer anfangs genannten Predigt zu Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien aufgerufen. Darum ist es lohnend, sich ihre <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?-eine-kultur-der-entfeindung-schaffen-" class="imCssLink">Predigt genauer anzusehen</a></span>.</div><div><br></div><div>Den ersten Artikel zur EKD-Friedensethik findest du <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=000000174" class="imCssLink">hier</a></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Engin Akyurt auf Pixabay</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 22 Nov 2022 18:28:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Klagen statt das fromme Programm abspulen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001A8"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Klagen statt das fromme Programm abspulen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 20/11/2022</span></div><div><br></div><div>Heute im Gottesdienst wurde über Hiob gepredigt. Hiob, das ist der reiche, angesehene und fromme Mann, der alles verloren hat – seinen Reichtum, seine Kinder, seine Gesundheit. Übrig blieb ein jämmerliches Häuflein Unglück.</div><div><br></div><div>Da fing er an, Gott sein Leid zu klagen – nein, entgegenzuschleudern, entgegenzuschreien, es ihm vor die Füße zu werfen und zu schreien: "Sieh dir an, was du mit mir gemacht hast! Was soll das? Warum tust du mir das an?"</div><div><br></div><div>Das ist der eine Gedanke, den ich heute aus der Predigt mitgenommen habe: Hiob spulte kein frommes Programm ab. Und Gott nahm ihm das nicht einmal übel.</div><div><br></div><div>Kein frommes Programm abspulen – dieser eine Satz blieb bei mir hängen. <span class="fs14lh1-5"><i>Wenn es uns schlecht geht, wenn uns nach Heulen und Schreien zumute ist, wenn wir Gott nicht verstehen – dann müssen wir nicht unser frommes Programm abspulen.</i></span></div><div><br></div><div>Das fromme Programm sieht so aus: Gott danken, ihn loben und preisen, ihn für uns und andere bitten, zu allem Amen sagen und dann fröhlich in den Tag gehen. Immer freundlich sein und lächeln. Den Glaubensfrust unterdrücken. Sich einreden: Als Christ darf es mir nicht schlecht gehen, darf ich nicht depressiv sein, darf ich nicht mit Gott hadern, sondern muss alles still und fromm hinnehmen und Gott dankbar sein. Und lass bloß niemanden merken, dass du Probleme mit Gott hast.</div><div><br></div><div>Und unter diesem frommen Programm gehst du vor die Hunde.</div><div><br></div><div>Hiob spulte nicht das fromme Programm ab. Es wäre nämlich nicht ehrlich gewesen. Ihm war nicht nach frommen Sätzen zumute. Im Gegenteil.</div><div><br></div><div>Weil Gott uns so haben möchte, wie wir sind, dürfen wir ehrlich sein. <span class="fs14lh1-5"><i>Gott möchte nicht, dass wir fromme Phrasen dreschen, sondern so mit ihm reden, wie wir im Innersten sind.</i></span></div><div><br></div><div>Sei also echt und ehrlich! Lass es raus, was in dir ist! <span class="fs14lh1-5"><i>Wenn dir nach Klagen zumute ist, dann wirf Gott deine Klagen an den Kopf! Schrei es ihm entgegen, dass du ihn nicht verstehst, dass du nicht weißt, was das soll!</i></span> Hör auf, dir fromme Vorschriften zu machen: Ich muss jetzt dankbar sein, ich darf nicht unzufrieden sein, Gott macht alles richtig.</div><div><br></div><div>Ja, er macht wirklich alles richtig, aber du merkst davon gerade nichts. Dann sag ihm das. Ja, Gott kann dir Zufriedenheit schenken, aber im Moment hast du sie nicht, also bitte ihn darum. Ja, es gibt Vieles, wofür du dankbar sein kannst, aber im Moment kannst du gerade nicht dankbar sein, also heuchle keine Dankbarkeit. <span class="fs14lh1-5"><i>Gott möchte einen echten Menschen und keinen fromm programmierten Roboter.</i></span></div><div><br></div><div>Du musst also dein Leid nicht verschweigen oder unterdrücken. Du musst dir keinen Sinn einbilden, wenn du keinen siehst. Du musst auch nicht den ganzen Tag lächeln und so tun, als gehe es dir prächtig. Du wirst erleben, dass es dich erleichtert, wenn du ehrlich vor Gott bist.</div><div><br></div><div>Hiob bekam übrigens Besuch von seinen Freunden, die alle das fromme Programm abspulten: dass Hiob doch Gott nicht Unrecht tun dürfe, dass es irgendeine Sünde in seinem Leben gebe, auf die Gott ihn aufmerksam machen will, dass er Gott nicht auf die Anklagebank setzen dürfe. Das könnte sogar alles richtig sein. Aber <span class="fs14lh1-5"><i>es geht Gott nicht um Richtigkeiten, sondern darum, dass du ihm dein Herz schenkst – so, wie dein Herz gerade aussieht.</i></span></div><div><br></div><div>Am Ende gibt Gott nämlich nicht den Freunden recht, sondern Hiob. Denn sie haben nur das übliche fromme Programm abgespult. Und Gott tröstet Hiob damit, dass er, Gott, den Überblick behalten hat, auch den Überblick über Hiobs Leben. Aber Gott wirft Hiob mit keinem Wort vor, dass er ihm sein Leid geklagt hat.</div><div><br></div><div>Gott wirft es uns auch nicht vor. Das Buch Hiob und die biblischen Psalmen sind voll von Klagen. Gott hört sie alle geduldig an. Er findet es aber nicht in Ordnung, wenn wir unehrlich sind und nur das fromme Programm abspulen. Wir sollen ehrlich sein, auch wenn wir dabei manchmal den falschen Ton treffen.</div><div><br></div><div><div>Denn <span class="fs14lh1-5"><i>Gott möchte, dass wir ohne Vorbehalte unser Herz mit ihm teilen und es ihm öffnen. Und wenn wir das tun, dann wird er gern in unser offenes Herz einziehen und Hoffnung, Mut und Kraft mitbringen.</i></span></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Marisa04 auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 20 Nov 2022 14:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ist es Glück oder Unglück?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001A7"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ist es Glück oder Unglück?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/11/2022</span></div><div><br></div><div>Joggen fand ich eigentlich immer langweilig. 30 Minuten irgendwo vor mich hin rennen und mich dabei auch noch anstrengen – nee, muss ich nicht haben.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Aber vor einigen Jahren hatte ich ein starkes Bedürfnis, mich mehr zu bewegen.</span> Also überlegte ich:</div><div><ul><li>Sportverein? – Ach nee, immer feste Zeiten, womöglich Verpflichtungen und dann vielleicht auch noch Vereinsklüngel ...<br></li><li>Heimtrainer? – Das hatte ich schon mal Jahre zuvor probiert. Aber in ein und demselben Raum auf der Stelle treten, dabei immer in dieselbe Richtung gucken und keine frische Luft atmen – nein, wollte ich nicht mehr.<br></li><li>Joggen? – Ist doch langweilig. Aber immerhin bin ich dabei unabhängig. Also, ich kann es ja mal probieren. Der Wald ist nicht weit, also mache ich mal einen Versuch.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Kurz gesagt: Der Versuch schlug voll ein. Keine Spur von Langeweile, stattdessen Waldwege, Vogelgezwitscher, frische Luft und keine festen Termine, an die ich mich halten musste. Ich konnte joggen, wann und wo ich wollte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Faszination Joggen</div><div><br></div><div>Wildschweine sind mir beim Joggen zum Glück noch nicht begegnet, dafür hin und wieder ein Reh. Eine Begegnung werde ich nicht vergessen: Ich laufe meine gewohnte Strecke durch den Wald. Auf einem kleinen zugewachsenen Pfad, der links ab führte, stand plötzlich vielleicht drei Meter entfernt ein Reh und guckte mich <span class="fs14lh1-5">mit seinen großen Augen</span><span class="fs14lh1-5"> an. </span><span class="fs14lh1-5">Ich lief ungefähr zwei Meter am Pfad vorbei, machte dann kehrt und schaute nach dem Reh:</span><span class="fs14lh1-5"> Es stand immer noch da. Ich machte wieder kehrt, das Reh guckte immer noch. Und so weiter ein paar Mal. Das Reh guckte sehr interessiert und hat sich wohl gefragt, was der komische Typ da macht, der immer wieder vor und zurück läuft und dabei gar nicht voran kommt.</span><br></div><div><br></div><div>Also, beim Joggen kann man was erleben. <span class="fs14lh1-5">Zum Beispiel stehen da plötzlich zwei im mittelalterlichen Ritterkostüm, die miteinander fechten, und ein dritter filmt sie. Das sei später im Internet zu sehen. Ich hab es aber nie gefunden. Oder ein starker Mann, der kaum seinen Schäferhund halten kann, so sehr zieht der an seiner Leine, knurrt und bellt mich an. Sehr unangenehm. Ich hatte die Hand am Pfefferspray.</span></div><div><br></div><div>Seit dem ersten Versuch jogge ich also regelmäßig. Ich kann es nur empfehlen: Es ist super für die Stimmung, außerdem natürlich gesund. Wenn ich irgendwie durchhänge und zu nichts mehr Bock habe, jogge ich eine Runde und fühle mich danach wieder topfit und tatkräftig.</div><div><br></div><div>Nein, ich mache jetzt hier keinen Lifestyle-Blog. Keine Werbung für körperliche und seelische Gesundheitsvorsorge. Es geht immer noch um <span class="fs14lh1-5"><b>theologische </b></span>Einsichten für ein gutes Leben. Bitte gedulde dich etwas, die christlichen Einsichten kommen noch.</div><div><br></div><div>Ich habe also einen festen Jogging-Weg, ein schöner Weg ohne große Steigungen. Er hat nur einen einzigen Nachteil: Wenn es viel geregnet hat, steht an manchen Stellen so viel Wasser und es bildet sich so viel Schlamm, dass man nicht mehr durchkommt. Aber das passiert zum Glück nicht so häufig.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Das Ende meines Weges</div><div><br></div><div>Doch dann kam das Fichtensterben. Auch an meinem Jogging-Weg. Und nach dem Fichtensterben kamen die Baumfällbagger. Die machten alles platt. Einschließlich meinen Jogging-Weg.</div><div><br></div><div>Der Weg war nun kein Weg mehr, sondern eine aufgewühlte Schlammwüste. Ich war richtig sauer. "Die rauben mir meinen Jogging-Weg!" dachte ich. "Was fällt denen ein?" Ich hatte keine Ahnung, ob der Weg jemals wieder hergerichtet wird. „Diese Forstwirtschaft macht auch alles kaputt!" zeterte ich. Ich rechnete nicht unbedingt damit, dass der Weg jemals wieder begehbar sein würde. Also musste ich mir einen anderen Weg suchen.</div><div><br></div><div>Der neue Weg enthielt mehrere Steigungen, was nicht so vorteilhaft ist. Landschaftlich war er fast noch schöner als der alte. Aber ich laufe lieber in der Ebene als ständig bergauf und bergab.</div><div><br></div><div>Lange Zeit passierte nichts. Ich hatte mich mit meinem neuen Weg arrangiert. Der alte blieb verwüstet.</div><div><br></div><div>Eines Tages geschah Folgendes: Ich hörte ein merkwürdiges Motorengeräusch – ein Trecker oder Ähnliches. Mitten im Wald. Der Motor lief und lief. Was war da los? Ich schwankte zwischen Hoffen und Bangen ...</div><div><br></div><div>Also machte ich mich auf, kämpfte mich durchs Unterholz, bis ich einen Blick auf den Weg und die Maschine hatte. Da bewegte sich ein Fahrzeug hin und her. Ich schaute eine Weile zu, bis ich ziemlich sicher war: Es sah so aus, als ob der Weg tatsächlich wieder hergerichtet würde.</div><div><br></div><div>Danke, dass du bis hierhin dabei geblieben bist. Wenn du immer noch auf die christlichen Gedanken wartest, kann ich dir sagen: Es dauert nicht mehr lange.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Neuentstehung meines Weges</div><div><br></div><div>Jedenfalls nahm ich beim nächsten Joggen meinen alten Weg in Augenschein. Und tatsächlich: Er war richtig schön planiert. Man konnte ihn wieder begehen und natürlich auch auf ihm joggen. Halleluja!</div><div><br></div><div>Der Weg sah nun etwas anders aus als zuvor. Er war ziemlich breit geworden – fast eine Straße. Und der Untergrund war plattgewalzt. Gar nicht mehr so wie ein schöner Waldweg. Aber ich hatte meinen Weg <span class="fs14lh1-5">ohne Steigungen </span><span class="fs14lh1-5">zurück.</span></div><div><br></div><div>Und der Weg veränderte sich: Die Natur eroberte sich erstaunlich schnell die Ränder zurück. Bald sah der Weg nicht mehr nach einer Straße aus, sondern wieder mehr nach einem Waldweg. Und diese Entwicklung schreitet bis heute fort. Eigentlich fühle ich mich schon wieder wie auf meinem "alten" Weg.</div><div><br></div><div>Und der neue alte Weg unterscheidet sich noch in einer wichtigen Sache vom alten: Auch nach viel Regen sammelt sich dort kein Wasser mehr! Der Weg ist jetzt so eben und der Untergrund so fest, dass das Wasser offensichtlich keine Pfützen und keinen Schlamm mehr bildet, sondern abläuft.</div><div><br></div><div>Hey, was für eine grandiose Entwicklung!</div><div><ul><li>Erstens: Mein Weg ist jetzt genau so schön wie vorher.<br></li><li>Zweitens: Der Weg ist auch nach viel Regen noch begehbar.<br></li><li>Drittens: Ich habe nun noch einen zweiten Weg, der auch seine Reize hat und den ich zur Abwechslung auch manchmal laufe.<br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Vermutungen über Glück und Unglück</div><div><br></div><div>Und damit bin ich nun endlich bei meinen christlichen Gedanken angekommen. Danke, dass du so lange ausgehalten hast.</div><div><br></div><div>Denn jedes Mal, wenn ich jetzt meinen neuen alten Weg laufe, muss ich daran denken, <span class="fs14lh1-5">dass es schon oft in meinem Leben solche Erlebnisse gab:</span><span class="fs14lh1-5"> Etwas sah nach ziemlich viel Ungemach aus, ich fühlte mich um mein Glück betrogen und haderte </span><span class="fs14lh1-5">manchmal auch mit </span><span class="fs14lh1-5">Gott: "Warum das nun auch noch? War das wirklich nötig, Gott? Konntest du das nicht irgendwie anders lösen? Wie soll es denn jetzt weitergehen?"</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Da ging es natürlich um wichtigere Dinge als um einen Jogging-Weg. </span>Ich habe mich also ziemlich geärgert und aufgeregt, Gott Vorwürfe gemacht und ihn sozusagen auf die Anklagebank gesetzt. Ein liebevoller Gott müsste mich doch eigentlich vor so einem Unglück bewahren.</div><div><br></div><div>Später, vielleicht erst viele Jahre später, hat sich alles aber als gar nicht so schlimm herausgestellt, wie ich angenommen hatte. Oder das, was ich für ein Unglück gehalten hatte, hatte sogar einen sehr positiven Effekt. Ich musste also einsehen, dass ich mich ganz umsonst geärgert und aufgeregt hatte. Und es stellte sich heraus, dass es ziemlich peinlich war, Gott Vorwürfe gemacht zu haben.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Das Problem besteht darin, dass ich immer zu wissen meine, wie etwas laufen muss, damit es gut für mich ist.</i></span> Ich habe eine feste Vorstellung davon, wie mein Leben aussehen sollte: was mich glücklich oder unglücklich macht.</div><div><br></div><div>Leider kann ich aber nicht in die Zukunft sehen. <span class="fs14lh1-5">Ich habe keine Glaskugel. Und hätte ich eine, würde das auch nichts bringen.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Weil ich nicht in die Zukunft blicken kann, </span><span class="fs14lh1-5"><b>vermute </b></span>ich nur, dass bestimmte Ereignisse gut für mich sind und andere schlecht. Manchmal liege ich damit ja auch richtig. Aber ich kann damit auch komplett falsch liegen. Darum sind es letztlich nur <span class="fs14lh1-5"><b>Vermutungen</b></span>, die ich anstelle. Ich tue aber so, als seien es keine Vermutungen, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>Sicherheiten</b></span>. Ich bilde mir ein, ganz genau zu wissen, dass bestimmte Ereignisse ein Unglück für mich sind – und andere nur Glück für mich bedeuten.</div><div><br></div><div>Es ist ja im Prinzip gut, dass wir solche Vermutungen anstellen können. So können wir vorausschauend leben und, soweit es uns möglich ist, Vorsorge treffen. Aber wir müssen uns bewusst bleiben, dass es nur Vermutungen sind und dass es keine Sicherheit gibt.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Denn es kann auch ganz anders kommen, als wir vermutet haben.</span><span class="fs14lh1-5"> Das, was mir als Unglück erscheint, kann ein großes Glück für mich sein, und ein vermeintliches Glück kann sich in Zukunft als großes Unglück entpuppen.</span><br></div><div><br></div><div>Ich sollte also nicht so schnell ein Ereignis, das mir quer geht, als Unglück ansehen. Und ebenso kann es gefährlich sein, mich an ein Ereignis zu klammern, das mir als großes Glück erscheint – als ob ich ohne dieses Ereignis höchst unglücklich sein würde.</div><div><br></div><div>Ich muss mir einfach eingestehen: Ich kann nicht in die Zukunft blicken. <span class="fs14lh1-5"><i>Ich habe nicht den Überblick. Ich kenne aber einen, der den Überblick hat.</i></span> Und dem sollte ich mein Leben anvertrauen – und dabei davon ausgehen, dass er es immer gut mit mir meint und letztlich alles zum Guten wenden wird (Röm 8,28).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Der weise Bauer</div><div><br></div><div>Es gibt eine Geschichte, die das besser beschreibt als viele Worte. Ich habe mal gelesen, diese Geschichte stamme aus dem alten China. Jedenfalls spielt sie in einem Land und zu einer Zeit, als der Broterwerb für die meisten Menschen noch ein täglicher Kampf war. Die Geschichte geht so*:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ein Bauer hatte sehr mageres Land zu beackern, nur einen Sohn, der ihm half, und nur ein Pferd zum Pflügen. Eines Tages lief ihm das Pferd davon. Alle Nachbarn kommen und bedauerten den Bauern ob seines Unglückes. Der Bauer blieb ruhig und sagte: "Woher wisst ihr, dass es Unglück ist?"</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In der nächsten Woche kam das Pferd zurück und brachte zehn Wildpferde mit. Die Nachbarn kamen wieder und gratulierten ihm zu seinem Glück. Wieder blieb der Bauer ruhig und sagte: "Woher wisst ihr, dass es Glück ist?"</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Eine Woche später ritt sein Sohn auf einem der wilden Pferde und brach sich ein Bein. Nun hatte der Bauer keinen Sohn mehr, der ihm helfen konnte. Die Nachbarn kommen und bedauerten sein Unglück. Wieder blieb er ruhig und sagte: "Woher wisst ihr, dass es Unglück ist?"</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In der folgenden Woche brach ein Krieg aus, und Soldaten kamen ins Tal, um junge Männer mitzunehmen, mit Ausnahme des Bauernsohnes, der nicht mit musste, weil er sich ein Bein gebrochen hatte.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Weisheit des Bauern besteht darin, sich nicht zu überschätzen. Er weiß um die Begrenztheit seiner Erkenntnis. Er weiß darum, dass er gar nicht entscheiden kann, ob ein Ereignis wirklich Glück oder Unglück bedeutet.</div><div><br></div><div>Das Leid ist damit nicht von ihm genommen. Der Sohn, der nicht in den Krieg ziehen musste, steht ihm dennoch bei seiner täglichen Arbeit nicht zur Verfügung, solange das gebrochene Bein nicht verheilt ist. Und man weiß nicht, ob er jemals wieder so gut wird anpacken können wie zuvor.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Weder Opfer noch Herrscher</div><div><br></div><div>Es geht also nicht darum, ein Ereignis und das Leid, das es auslöst, zu verharmlosen. Aber es geht darum, einerseits die Hoffnung nicht zu verlieren und andererseits sich nicht zu sicher zu fühlen. Das Leben ist immer für Überraschungen gut, Überraschungen positiver und negativer Art – aber immer solche, die wir nicht ahnen.</div><div><br></div><div>Aus christlicher Sicht würde ich hinzufügen: <span class="fs14lh1-5"><i>Wir haben keinen Grund, die Hoffnung aufzugeben, uns als Opfer zu fühlen und unser Herz der Verzweiflung hinzugeben.</i></span> Denn im Vertrauen zu dem Gott, der denen, die sich ihm hingeben, alles zum Guten wenden wird, müssen wir in keinem Unglück endgültig verzagen – auch dann nicht, wenn es großes Leid mit sich bringt.</div><div><br></div><div>Ich weiß, wie schwer das ist. Und ich weiß, dass wir Gottes Wege oft nicht verstehen werden. <span class="fs14lh1-5">Aber ebenso bin ich gewiss, dass Gott es gut mit uns meint. Er wird uns weder über unsere Kraft leiden lassen noch für immer im Sinnlosen verloren gehen lassen </span><span class="fs14lh1-5">(1Kor 10,13; Lk 15,24)</span><span class="fs14lh1-5">. </span><span class="fs14lh1-5"><i>Oftmals sehen wir keinen Sinn in dem, was uns widerfährt. Aber wir können darauf vertrauen, dass Gott auch das Sinnlose zu einem Sinnvollen machen kann; und dass er uns durch das Sinnlose hindurch zum großen Ziel führen wird.</i></span></div><div><br></div><div>Deshalb gibt es keinen Grund, uns Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit hinzugeben. Es gibt aber auch keinen Grund, unser Glück von positiven Ereignissen abhängig zu machen. Wenn es gut läuft, dürfen wir uns von Herzen freuen und dankbar sein. Aber wir sollten uns unserer Sache niemals zu sicher sein. Denn <span class="fs14lh1-5"><i>wir sind nicht die Herren der Welt, die das Weltgeschehen beherrschen.</i></span> Ein anderer ist der Herr, und wir wissen nicht, welchen Plan er mit uns verfolgt. Es wird nicht immer gut laufen. Auf Freude wird wieder Leid folgen – daran kommen wir nicht vorbei.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Aber im Glauben können wir gewiss sein, dass wir auch im Leid nicht aus Gottes Hand gefallen sind, sondern dass seine Hand uns liebevoll festhält. Diese Hand wird uns durch alles Leid hindurch dem für uns bestimmten Ziel entgegentragen: einem Leben ohne Tränen und Tod, ohne Leid, Geschrei und Schmerz (Offb 21,4).</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Zitiert aus: Willi Hoffsümmer (Hg.): Kurzgeschichten Band 3. 244 Kurzgeschichten für </span><span class="fs11lh1-15">Gottesdienst, Schule und Gruppe.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;Matthias-Günewald Verlag, 3. Aufl. Mainz 1988. S. 118. </span><span class="fs11lh1-15">Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;angepasst.</span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Foto: Anja auf Pixabay (Ausschnitt).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 17 Nov 2022 09:14:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |61]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001A5"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Meine Hoffnung und meine Freude,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">meine Stärke, mein Licht,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Christus meine Zuversicht,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Gesang aus Taizé</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Immer wieder gibt es neue Entwicklungen, die uns das Vertrauen rauben und stattdessen das Fürchten lehren wollen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Doch wer am Vertrauen auf Christus festhält, bleibt zuversichtlich: Nicht das Dunkle regiert die Welt, sondern das Licht, das Christus ist.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Deshalb ist der auf Christus vertrauende Mensch stark. Seine Freude ist stärker als die Furcht. Er hält an der Hoffnung fest, auch wenn das Dunkle ihm zuruft: "Alle Hoffnung lass fahren dahin!"</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Was immer auch geschieht: Christus bleibt sein Ziel. Die Hoffnung auf das Leben an seiner Seite kann ihm nichts und niemand nehmen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Lieder zwischen Himmel und Erde. Das Liederbuch. tvd-Verlag, Düsseldorf 2007, Nr. 99. Copyright: Ateliers et Presses de Taizé, 71250 Taizé-Communauté.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 16 Nov 2022 09:38:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--61</link>
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			<title><![CDATA[Was wir bei Gott finden können]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001A4"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was wir bei Gott finden können</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/11/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Gestern ging ich auf den Dachboden, wo ein großes Regal mit Büchern steht. Ich suchte ein ganz bestimmtes Buch, das ich lange schon nicht mehr in der Hand gehalten hatte.</div><div><br></div><div>Zurück kam ich mit einem ganzen Stapel von Büchern, so vielen, dass es schwierig war, sie alle auf einmal zu tragen. Es waren Bücher, die ich fast schon vergessen hatte. Ich hatte sie im Regal entdeckt, in einigen kurz geblättert und gestaunt, welche Schätze sich darin verbargen.</div><div><br></div><div>Das gesuchte Buch habe ich nicht gefunden. Aber ich habe viele Bücher gefunden, die ich gar nicht gesucht hatte.</div><div><br></div><div>So ist es wohl manches Mal auch mit Gott: Wir suchen bei ihm etwas, was es bei ihm nicht zu finden gibt. Stattdessen finden wir Schätze, die wir gar nicht gesucht haben.</div><div><br></div><div>"Suchet, so werdet ihr finden", sagte Jesus (Mt 7,7). Er sagte nicht, dass wir das finden werden, was wir suchen. Aber er hat uns versprochen, dass wir bei ihm nicht leer ausgehen, sondern etwas finden werden: Schätze, die größer sind als all das, was wir jemals gesucht haben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: David Schwarzenberg auf Pixabay (bearbeiteter Ausschnitt).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 11 Nov 2022 09:30:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |60]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001A3"><div><br></div><div><div class="mb1"><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jesus sagte: Welcher König, der ausziehen will, um mit einem andern König Krieg zu führen, wird sich nicht zuerst hinsetzen und Rat halten, ob er imstande sei, mit 10.000 dem entgegenzutreten, der mit 20.000 gegen ihn anrückt? Wenn aber nicht, so schickt er, während jener noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um Frieden.</span></i></b></span></div><div><b class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1">So nun kann keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.</span></i></b><br></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Lukas 14,31-33</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Jesus spricht eine einleuchtende Wahrheit aus: Wer Krieg führen will, sollte zuvor genau überlegen, ob er dem Gegner gewachsen ist oder nicht.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Der russische Präsident wird das getan haben. Es könnte aber sein, dass er sich geirrt hat. Denn gestern hat der russische Verteidigungsminister angekündigt, dass seine Truppen sich aus der Stadt </span><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"><i>Cherson </i></span></span><span class="cf2">in der Südukraine zurückziehen werden. Sie können die Stadt offenbar nicht halten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das bedeutet aber nicht, dass der Krieg nun bald zu Ende ist. Es ist nur eine Stadt, die von den Russen aufgegeben wird. Und das Blatt kann sich auch wieder wenden.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><div><span class="cf2">Das Drama des Krieges besteht darin, dass mit Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland solange nicht zu rechnen ist, wie eins der beiden Länder noch Erfolge für sich verbuchen kann. Erst nach einem langen Stellungskrieg, wenn beide Parteien kein Weiterkommen mehr sehen, oder nach der Niederlage einer der Parteien besteht die Chance auf Verhandlungen und einen Waffenstillstand.</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das ist die absurde Logik des Krieges: Es müssen erst Zigtausende sterben, damit man zu einem Ergebnis findet, das man auch vorher schon hätte haben können.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Jesus fordert dazu auf, allem anderen zu entsagen, wenn man ihm folgen will. Das heißt: Hinter der Nachfolge Jesu muss alles andere zurücktreten. Auch der militärische Erfolg um jeden Preis darf nicht die Hauptrolle spielen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">So gibt allein die Nachfolge Jesu Anlass zur Hoffnung </span><span class="fs14lh1-5 cf2">–</span><span class="fs14lh1-5 cf2"> und das Wunder, dass plötzlich Wege des Friedens von Menschen beschritten werden, von denen man das nie erwartet hätte.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 10 Nov 2022 11:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Beten, wenn die Worte fehlen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001A2"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Beten, wenn die Worte fehle</span><span class="imUl">n</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Martin Luthers Morgen- und Abendsegen</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/11/2022</span></div><div><br></div><div>Manchmal fehlen uns beim Beten die Worte. Oder wir haben das Gefühl, dass wir immer dasselbe beten. Wir hängen sozusagen in unserer eigenen Gebetsschleife fest. Dann kann es hilfreich sein, sich von vorformulierten Gebeten inspirieren zu lassen.</div><div><br></div><div>Zwei solcher vorformulierter Gebete sind <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luthers</i></span> Morgen- und Abendsegen. Ich habe sie für mich entdeckt, als mir – ich weiß nicht mehr wo – ein Kärtchen in die Hände fiel, auf dem auf einer Seite das Morgengebet und auf der anderen das Abendgebet abgedruckt ist. Seitdem habe ich vor allem das Morgengebet oft gebetet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Martin Luthers Morgen- und Abendsegen</div><div><br></div><div>Auf dem Kärtchen sind nur die beiden Gebete abgedruckt. Sie sind aber in Luthers Originaltext eingebettet in einen kleinen liturgischen Segen, den Luther vorschlägt. Für den Morgensegen lautet Luthers Vorschlag so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Des Morgens, wenn du aufstehst, kannst du dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>"Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen."</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Darauf kniend oder stehend das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser. Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen: ...</i></span></div><div><br></div><div>Dann folgt das eigentliche Gebet. Der Abendsegen ist mit denselben Worten eingeleitet, ausgenommen der Beginn, der dann lautet:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Des Abends, wenn du zu Bett gehst, ...</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist erstaunlich, dass Luther hier vorschlägt, man möge sich selbst segnen und dazu das Kreuz schlagen. Das Bekreuzigen ist uns heute nur noch als katholischer Brauch bekannt. Luther selbst wollte ihn gar nicht abschaffen.</div><div><br></div><div>Noch irritierender erscheint uns, dass man sich selbst segnen soll. Gemeint ist damit, dass man Gott um den Segen <span class="fs14lh1-5"><b>bittet</b></span>. Denn man spricht ja nach Luthers Vorschlag dazu: "Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist", also "Das möge Gottes Walten sein, das möge er tun". Die Quelle des Segens ist also allein Gott. Und wenn man sich segnet und bekreuzigt, heißt das, dass man Gott um den Segen bittet.</div><div><br></div><div>Ein Segen ist die Zuwendung Gottes. Der Segen kann Stärkung, Schutz, Heilung und Frieden bewirken. Wenn wir um den Segen Gottes bitten, bitten wir also Gott um seine Zuwendung. Auch wenn ein <span class="fs14lh1-5">Mensch </span>über einem anderen Menschen einen Segen spricht, segnet nicht der <span class="fs14lh1-5"><b>Mensch</b></span>, sondern er bittet Gott, dass <span class="fs14lh1-5"><b>er </b></span>segnen möge.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Das Morgengebet um den Segen</div><div><br></div><div>Das Morgengebet lautet so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.</span></i></span></div><div><br></div><div>Luther setzte noch eine Aufforderung hinzu:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was dir deine Andacht eingibt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Im Folgenden möchte ich die einzelnen Sätze des Gebets einmal durchgehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Der Dank am Morgen</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast ...</span><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><br></div><div>Das Gebet richtet sich an Gott, den "himmlischen Vater, <span class="fs14lh1-5"><b>durch </b></span>Jesus Christus", seinen Sohn. Die Formulierung "durch Jesus Christus" bedarf der Erklärung. Ich verstehe sie so: Es ist nicht selbstverständlich, dass wir mit Gott reden dürfen, sondern es ist eine große Gnade. Diese Gnade aber ist uns durch Jesus Christus zuteil geworden, der Gottes Liebe und Gnade bis hin zum Tod am Kreuz gelebt hat (siehe hierzu meinen Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?fuer-uns-gestorben" class="imCssLink">Für uns gestorben</a></span>).</div><div><br></div><div>Jesus Christus hat uns sozusagen die Tür zu Gott geöffnet. Er tritt auch heute noch vor Gott für uns ein (Röm 8,34). Er ist unser Fürsprecher (1Joh 2,1) und damit der Gegenpart des Verklägers, als welcher auch der Teufel bezeichnet wird (Offb 12,10). Man könnte vereinfacht sagen: Der Teufel ist der erbarmungslose Ankläger, Jesus ist unser gnädiger Verteidiger, und Gott ist der ebenso gnädige Richter (der deshalb auch mit Jesus eins ist). Weil Jesus vor Gott für uns eintritt und weil Gott uns gnädig ist, darum ist es uns erlaubt, zu Gott zu beten. Eben aus diesem Grund richtet Luther sein Gebet an den himmlischen Vater "durch Jesus Christus".</div><div><br></div><div>Das Gebet beginnt mit dem Dank dafür, dass Gott uns in der Nacht vor allem Schaden und aller Gefahr behütet hat. Dabei ging es Luther sicher nicht nur um Einbrecher, sondern auch um Feuer, Krankheit oder plötzlichen Tod. Das alles war den Menschen damals näher, als es uns heute ist. Aber schon wer einmal eine schlaflose Nacht durchgemacht hat oder nachts von Schmerzen geplagt wurde, weiß, wie wertvoll ein erholsamer Schlaf ist. Darum ist es angemessen, am Morgen für eine gute Nacht zu danken, in der Körper und Seele keinen Schaden genommen haben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Die Bitten am Morgen</div><div><br></div><div>Daran schließen sich die Bitten an.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>... und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein Tun und Leben gefalle.</i></span></div><div><br></div><div>Du kannst darum bitten, vor Sünden und Übeln behütet zu werden, damit Gott all dein Tun und Leben gefalle. Die Gottesbeziehung steht für Luther an erster Stelle. Also lautet die erste Bitte, Gott möge dich vor der Missachtung Gottes behüten, vor den Sünden, die Gott nicht ernst nehmen.</div><div><br></div><div>Außerdem möge Gott dich vor allem Übel bewahren, die einen Menschen treffen können. Zu den Übeln können Krankheit, Schmerzen, Irrtum, Verzweiflung, Unfall und Tod gehören – all das, was uns übel zusetzt. Luther denkt also nicht nur daran, dass die Beziehung zu Gott leiden könnte, sondern er denkt auch daran, dass Körper und Seele geplagt werden könnten.</div><div><br></div><div>Denn mein Tun und mein ganzes Leben sollen Gott gefallen. Mit meinem Tun ist mein Handeln im Sinne Gottes gemeint. Das möge Gott gefallen. Mit meinem Leben könnte darüber hinaus alles andere gemeint sein, was zu meinem Leben gehört, also auch meine körperliche und seelische Unversehrtheit und Gesundheit. Auch das möge Gott gefallen. Mein Leben gefällt Gott, wenn ich wohlauf bin und es mir gut geht. Dann freut sich Gott.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände.</i></span></div><div><br></div><div>Mit diesem Satz befiehlst du dich selbst und alles andere in Gottes Hände. Du vertraust darauf, in Gottes Händen bestens aufgehoben zu sein. Du gibst Gott keine Befehle, sondern du befiehlst dich Gott an – du befiehlst sozusagen dir selbst, dich in Gottes Hände zu begeben.</div><div><br></div><div>Wichtig finde ich, dass Luther hier über das eigene Wohlergehen hinausblickt und "alles" einbezieht. Denn man kann diesem Gebet vorwerfen, dass es nur auf die eigene Person blicke. Wer aber im Gebet nur an sich selber denkt, betet zu selbstbezogen. Der Vorwurf ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Das Gebet kreist tatsächlich um das eigene Ich. Darum finde ich das Wort "alles" an dieser Stelle so wichtig. In dieses Wort beziehe ich dann meine Bitten für meine Mitmenschen und für die ganze Welt ein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">c) Der heilige Engel und der böse Feind</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.</span></i></span></div><div><br></div><div>Vielleicht ist es unserem Weltbild nicht angemessen, vom heiligen Engel und bösen Feind zu sprechen. Andererseits haben Engel Hochkonjunktur. Und auch unerklärliche, Angst einflößende Mächte scheinen auf manche Menschen eine Anziehungskraft auszuüben. Es gibt Fernsehserien, die diesen Mächten auf die Spur zu kommen versuchen.</div><div><br></div><div>Dass Gott im Himmel von Engeln umgeben ist, habe ich <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?party-im-himmel" class="imCssLink">an anderer Stelle</a></span> zu erklären versucht. Engel sind Boten Gottes, die nicht im eigenen Namen, sondern im Namen Gottes handeln. Sie haben keine eigene Autorität und sollen nicht angebetet werden. Sie sind keine esoterischen Lichtgestalten, sondern Dimensionen des Himmlischen auf Erden. Sie sind unsichtbar oder sichtbar: Auch ein "ganz normaler" Mensch kann zum Engel für uns werden.</div><div><br></div><div>Es kommt alles darauf an, Engel nicht von Gott zu lösen. Sie haben nur die Macht, die sie von Gott bekommen. So konnte Dietrich Bonhoeffer in seinem bekannten Gedicht formulieren:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Von guten Mächten wunderbar geborgen</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">erwarten wir getrost, was kommen mag.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es kann beruhigend wirken, sich von einem Engel behütet zu wissen. Ein Engel mag uns vorstellungsmäßig näher sein als der große, unvorstellbare Gott.</div><div><br></div><div>Mit dem "bösen Feind" meint Luther den Teufel. Hier ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Teufel kein zweiter Gott ist, sondern eine Gott <span class="fs14lh1-5"><b>unterlegene </b></span>Macht. Man mag sich diese Macht als Person vorstellen oder auch nicht. Es gibt jedenfalls Mächte in unserer Welt, die uns zum Bösen verführen und die Welt ins Chaos stürzen wollen. Wir sind diesen bösen, lebensfeindlichen Mächten ausgesetzt. Aber Gottes Engel ist stärker als diese feindlichen Mächte. Wenn Gottes Engel bei uns ist, kann der böse Feind sich nicht unser bemächtigen. Darum können wir um die Gegenwart des Engels bitten, um die Gegenwart der guten und überlegenen Macht Gottes.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">d) Die Ermunterung für den Tag</div><div><br></div><div>Nach dem Segen Gottes und dem Gebet ruft Luther uns zu: </div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was dir deine Andacht eingibt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich finde es sehr lebensnah, mit solch einer Aufforderung zu schließen. Diese Aufforderung ist ja kein Gesetz, das befolgt werden muss, sondern sie ist eine Aufmunterung, die Gegenwart Gottes und des Engels im Alltag ernst zu nehmen. Diese Art Aufforderung zeigt, dass die Frohe Botschaft nicht nur Zuspruch ist, sondern auch Anspruch an uns: Lass dir Gottes Segen gefallen und fürchte dich nicht! Warum also sollte man den Tag nicht mit einem Lied, einem Mut machenden Satz oder einer schönen Erinnerung beginnen?</div><div><br></div><div>Luther, der ja auch ein genialer Liedermacher war, erweist sich hier als einfühlsamer Seelsorger, der uns für den Tag rüstet: Im Vertrauen auf Gottes Gegenwart, auf seinen Schutz und seine Bewahrung, kann man sein Tagwerk mit Freuden beginnen. Es mag ein schwieriger Tag werden, es mag Dinge geben, die uns Angst machen, es mag kein guter Tag werden – ich bin trotz allem in Gottes Händen geborgen. Und Gott kann aus meinem unzulänglichen und oft wirkungslos erscheinenden Tagwerk etwas Gutes entstehen lassen. Darum kann ich mit Freuden an mein Werk gehen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat;</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">lasst uns jubeln und uns freuen an ihm!</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Psalm 118,24)</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Das Abendgebet um den Segen</div><div><br></div><div>Das Abendgebet ist in vielen Formulierungen mit dem Morgengebet identisch und kann daher schneller besprochen werden. Es lautet so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">a) Dank und Bitten am Abend</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast ...</span></i></span></div><div><br></div><div>Am Anfang steht wieder der Dank. Wir blicken zurück auf den Tag mit seinen Herausforderungen, Gefahren, angenehmen und unangenehmen Erfahrungen. Und wir danken Gott dafür, dass er uns gnädig behütet hat: Wir durften diesen Tag erleben und haben, wenn es gut ging, unser Tagwerk vollbracht.</div><div><br></div><div>Manches mag auch nicht gelungen sein an diesem Tag, bei anderem muss zweifelhaft bleiben, ob es jemals zum Erfolg führen wird. Manches war unerfreulich, vielleicht hat man versucht, dir ein Bein zu stellen und dich kalt abzuservieren. Aber eins ist sicher: Gott war dir gnädig. Er kann auch aus dem Misslungenen noch etwas Gutes machen. Und er serviert dich nicht kalt ab.</div><div><br></div><div>Das Wort "gnädiglich" ist altes Deutsch. Wenn du dich daran störst, kannst du es einfach durch das Wort "gnädig" ersetzen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">... und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch in der Bitte steht die Gottesbeziehung am Anfang. Darum bitten wir zuerst um die Vergebung aller unserer Sünde. Kein Tag ist ohne Sünde. Auch am vergangenen Tag hat es uns am Vertrauen zu Gott gefehlt. Wir haben seine Güte nicht ernst genommen. Deshalb haben wir uns selbst zu ernst genommen. So haben wir uns über unsere Mitmenschen erhoben und ihnen Unrecht getan.</div><div><br></div><div>Doch dies alles, Gott nicht ernst zu nehmen, uns selbst zu ernst zu nehmen und unsere Mitmenschen nicht ernst genug zu nehmen, will Gott uns vergeben. Darum dürfen wir ihn für <span class="fs14lh1-5"><b>alle </b></span>unsere Schuld um Vergebung bitten. Wir können, wenn wir Gott um Vergebung bitten, alle Schuldgefühle, die uns bedrücken, loswerden.</div><div><br></div><div>Weil Gott uns gnädig ist, weil er uns unsere Schuld nicht vorhält und uns nicht abschreibt, darum will er uns auch in der Nacht gnädig behüten. Wir können uns von aller Angst befreien lassen, weil er auch in der Nacht bei uns bleiben will. Wir können alles, was uns noch im Kopf herumschwirrt, ihm anvertrauen in der Gewissheit, dass über allem seine behütende Hand liegt.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.</span></i></span></div><div><br></div><div>Diese beiden Sätze sind mit denen des Morgengebets identisch. Auch am Abend legen wir unseren Körper und unsere Seele in Gottes Hände. Auch am Abend bitten wir um die Gegenwart seines heiligen Engels, der mächtiger ist als jede böse Macht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading4">b) Die Ermunterung für die Nacht</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich finde, das ist ein genialer Ausklang: Nach dem Gebet ermuntere ich mich kurz und bündig selbst, jetzt aber schnell und geborgen einzuschlafen. Es gibt keinen Grund mehr, wach zu liegen und zu grübeln. Ich muss keine Angst mehr haben vor dem morgigen Tag. Denn ich bin behütet – was immer auch geschehen mag. Alles liegt in Gottes guten Händen, und sein heiliger Engel behütet mich. Darum habe nun Ruhe, meine Seele, und schlafe geborgen ein!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Tipps zum Umgang mit diesen Gebeten</div><div><br></div><div>Wer die beiden Gebete nutzen möchte, dem empfehle ich, sie zu kopieren und auszudrucken (kopieren von meiner Website ist möglich). Man kann die Gebete dann morgens und abends sprechen und dabei nach und nach auswendig lernen. So kommt man dann irgendwann ohne den vorgedruckten Text aus und kann immer auf das Gebet zurückgreifen, wenn man Bedarf hat, ohne erst umständlich einen Zettel suchen zu müssen und nachts das Licht einzuschalten.</div><div><br></div><div>Wer mag, kann natürlich auch die Einleitung sprechen <span class="fs14lh1-5"><i>"Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen"</i></span> und sich dazu bekreuzigen. Das Bekreuzigen ist ja in der katholischen Kirche noch ein lebendiger Brauch. Wer mag, kann auch im Knien beten oder im Stehen, und er kann das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis einbeziehen. Ich persönlich beschränke mich auf die beiden Gebete und füge dann meine eigenen Gebetsgedanken an.</div><div><br></div><div>Die Selbstermunterungen nach dem Gebet <span class="fs14lh1-5"><i>"Alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen (und etwa ein Lied gesungen oder was dir deine Andacht eingibt)"</i></span> und <span class="fs14lh1-5"><i>"Alsdann flugs und fröhlich geschlafen"</i></span> würde ich (zumindest teilweise) mit auswendig lernen, weil sie uns anregen, nach dem Beten mit positiven Gefühlen in den Tag bzw. die Nacht zu gehen. Und ein Lied zu singen oder zu summen kann die hoffnungsvolle Stimmung nach dem Gebet unterstützen. </div><div><br></div><div>Luther selbst hat mal einen Tipp für das Vaterunser gegeben, der sich auch auf sein Morgen- und Abendgebet anwenden lässt. Er hat empfohlen, beim Beten des Vaterunsers den Gebetsgedanken nachzugehen, die sich dabei einstellen, und sei es mitten im Vaterunser. Man muss also nicht das Vaterunser weiterbeten, wenn die Gebetsgedanken einen anderen Weg einschlagen, sondern kann an der Stelle das Vaterunser unterbrechen und seinen eigenen Gedanken folgen. Wenn man will, kann man später das Vaterunser weiterbeten.</div><div><br></div><div>Ich denke, dieser Tipp gilt auch für die beiden besprochenen Gebete. So mischen sich vorgegebenes Beten und selbstständiges Beten miteinander. Das Vorgegebene öffnet eine Tür zu eigenen Gedanken, die wir vor Gott bringen können.</div><div><br></div><div>Jeder Mensch kann mit seinen eigenen Worten zu Gott sprechen. Oder er kann vorformulierte Gebete sprechen. Wie auch immer: Gott wartet auf unsere Gebete und erhört sie. Er tut nicht immer das, was wir von ihm erwarten. Aber <span class="fs14lh1-5"><i>er behütet uns, auch wenn wir ihn nicht verstehen und uns sein Behüten vielleicht ganz anders vorgestellt haben.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Die Luthertexte wurden entnommen: <span class="imUl"><a href=" https://www.ekd.de/luthers-morgen-und-abendsegen-35336.htm" target="_blank" class="imCssLink">https://www.ekd.de/luthers-morgen-und-abendsegen-35336.htm</a></span>.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: JuiMagicman auf Pixabay (bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 07 Nov 2022 14:19:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gottes heilsame Schöpfung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001A1"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gottes heilsame Schöpfung </span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 01/11/2022</span></div><div><br></div><div>Gestern war ich in der Schweiz. Nein, nicht in der Schweiz von <span class="fs14lh1-5"><i>Wilhelm Tell</i></span>, sondern in der <span class="fs14lh1-5"><i>Kroppacher Schweiz</i></span>. Das ist ein Teil des Westerwaldes. Dort gibt es Berge, aber nicht so hohe, wie in der Schweiz von <span class="fs14lh1-5"><i>Wilhelm Tell</i></span>. Die Schweizer würden sich darüber kaputtlachen. Aber egal. In der <span class="fs14lh1-5"><i>Kroppacher Schweiz</i></span> ist es sehr schön. Und man kann dort hervorragend wandern.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Gottes Herz im Schöpfungswerk</div><div><br></div><div>Wenn ich in einer so schönen Gegend unterwegs bin, begegnet mir das Werk des Schöpfers auf Schritt und Tritt. Okay, das Menschenwerk bleibt auch nicht ganz unsichtbar. Da gibt es auch Schotterwege und gerodete Fichtenplantagen. Oder gar völlig aufgewühlte Wege, die früher einmal Wanderwege waren – aber dann kamen die Rodungsmaschinen ... Aber in der <span class="fs14lh1-5"><i>Kroppacher Schweiz</i></span> gibt es nicht viel davon. Die Forstwirtschaft spielt dort eine untergeordnete Rolle.</div><div><br></div><div>Also blickt mich von allen Seiten das Werk des Schöpfers an. Und dann wird mir das Werk des Schöpfers zu einem Hinweis auf sein Herz: <span class="fs14lh1-5"><i>Wer so etwas Wunderbares erschafft, muss ein gutes Herz haben</i></span>, denke ich dann. Und noch dazu, wenn er das alles nicht für sich, sondern für uns Geschöpfe geschaffen hat.</div><div><br></div><div>Ich gehe davon aus, dass Gott an seinem Wohnort, den wir etwas hilflos "Himmel" nennen, genug Wunderbares hat. Er bedarf der Schöpfung nicht. Darum hat er sie ausschließlich für uns, seine Geschöpfe, geschaffen.</div><div><br></div><div>Ein solcher Gott kann es nur gut mit uns meinen, denke ich dann. Denn es tut unendlich gut, sich in seiner Schöpfung zu bewegen. Jedenfalls, wenn man sich mit offenen Augen in ihr aufhält.</div><div><br></div><div>Natürlich weiß ich, dass es in der Schöpfung auch Grausames gibt, sozusagen Mord und Totschlag – in jeder Sekunde. Eins frisst das andere, alles muss sterben und vergehen, nichts bleibt für immer. Aber daran musste ich gestern auf meiner Wanderung nicht denken. Die Schönheit der Schöpfung, an der sich die Seele erfreute, übertönte einfach all das andere, das es auch gibt.</div><div><br></div><div>Es wäre ja verrückt, sich ständig die Grausamkeit der Natur vor Augen zu halten, wenn einem die Schönheit der Schöpfung in ihrer ganzen Fülle begegnet. Das wäre ja so, als wollte man bei seiner Hochzeit hartnäckig an die Krisen denken, die in der Ehe kommen werden, und daran, dass man spätestens mit dem Tod voneinander geschieden wird. Man gönnte sich dann die Freude an der Liebe nicht, die ja in der Hochzeit gefeiert werden soll.</div><div><br></div><div>Also lasse ich mich von der Schönheit der Schöpfung umgarnen und genieße sie in vollen Zügen. Sie ist mir überhaupt kein <span class="fs14lh1-5"><b>Beweis </b></span>für Gottes Existenz und sein gutes Herz. Sondern umgekehrt: Nur weil ich an Gottes Existenz und sein gutes Herz glaube, kann mir seine Schöpfung zu einem <span class="fs14lh1-5"><b>Hinweis </b></span>auf ihn werden. Die Schöpfung kann mir den Glauben an Gott bestärken, aber nicht begründen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die Schöpfung im Foto</div><div><br></div><div>Ich habe da so eine kleine Kamera, die in die Hosentasche passt und die ich gern auf meine Wanderungen mitnehme. Auch gestern habe ich Fotos von dem gemacht, was mich beglückte. Und weil das Glück nicht für mich allein da ist, möchte ich es hier, soweit das möglich ist, ein wenig mit dir teilen. Es folgt also eine Auswahl meiner Fotos, die ich gestern machte. Bitte mach die Augen auf und lass dich mitnehmen in das Werk des Schöpfers.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/p1010810_ergebnis_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-3" src="https://christseinverstehen.de/images/p1010808_ergebnis_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-2" src="https://christseinverstehen.de/images/p1010807_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-4" src="https://christseinverstehen.de/images/p1010806_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-5" src="https://christseinverstehen.de/images/p1010815_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-6" src="https://christseinverstehen.de/images/p1010809_ergebnis_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-7" src="https://christseinverstehen.de/images/p1010801_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-8" src="https://christseinverstehen.de/images/p1010796_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Auf den Fotos siehst du gar nichts Besonderes, sondern das, was jeder Mensch beobachten kann, wenn er durch den Wald wandert. Es ist das Alltägliche. Man muss es nur sehen. Wenn man es aber sieht, dann kann man gar nicht anders, als froh zu werden. So jedenfalls erlebe ich es.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Wohlordnung der Welt</div><div><br></div><div>In der ersten Schöpfungsgeschichte von 1Mo/Gen 1 ist gar nicht von blauem Himmel, bunten Herbstfarben, plätschernden Bächen oder Spiegelungen im Wasser die Rede. Die Schöpfungsgeschichte erzählt vielmehr davon, dass Gott Ordnung in das Chaos brachte. <i><span class="fs14lh1-5">Aus dem chaotischen und beängstigenden Wirrwarr wird etwas Wohlgeordnetes</span></i><span class="fs14lh1-5">: Was durcheinandergewirbelt war, wird voneinander geschieden, so dass alles einen sinnvollen Ort bekommt.</span> So kann das Leben sich nach und nach ausbreiten – jedes Lebewesen an dem Ort, der für es bestimmt ist. Auch die Sieben-Tage-Woche mit dem Ruhetag am Ende gehört zu Gottes Wohlordnung.</div><div><br></div><div>Die Welt ist allerdings manchmal alles andere als wohlgeordnet. Das Chaos hat immer noch seine Orte in der Welt. Es ist noch nicht vollständig verschwunden. Aber das schlimmste Chaos, das gar kein Leben zulässt, ist vorbei, sagt uns die Schöpfungsgeschichte. Die Chaosmächte haben verloren. Auch in unserem Leben können sie nur noch eine Randerscheinung darstellen. Denn Gott hat uns zum Leben und zur Freude bestimmt.</div><div><br></div><div>Dass zu unserem Leben auch noch der Tod gehört, mag die Freude ein wenig trüben. Aber <span class="fs14lh1-5"><i>auch der Tod ist aufgehoben in Gottes Wohlordnung.</i></span> Denn er gehört zur Schöpfung. Er ist aber nur noch so etwas wie eine Erinnerung an das bereits besiegte Chaos, das auch in uns noch seinen Ort hat. Aber dieses Chaos hat keine letzte Macht über uns. Denn <span class="fs14lh1-5"><i>der Schöpfer hat das Leben für uns vorgesehen – ewiges Leben und ewige Freude an einem neuen Ort, für den das Leben in dieser Welt nur ein Vorspiel ist.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Heilkraft der Schöpfung</div><div><br></div><div>Wenn man gerade selbst in einer schweren Lebenskrise ist, dann mag es sein, dass auch das Schöne in der Schöpfung davon überdeckt wird und das Herz nicht so richtig froh werden kann. Aber man bekommt zumindest einen Eindruck davon, dass es mehr gibt als das Schwere, das gerade das Herz bedrückt. <span class="fs14lh1-5"><i>Das Schwere wird durch das Schöne ein Stück weit zurückgedrängt.</i></span> Ein kleines Licht in all der Dunkelheit wird entzündet. Und das ist der Anfang der Hoffnung, dass die Krise überwunden werden kann.</div><div><br></div><div>Es ist vielfach belegt, dass die Schöpfung eine heilende Wirkung auf uns ausübt. Deshalb lautet sogar eine Empfehlung für Menschen, die unter einer Depression leiden, dass sie nach draußen gehen sollten. Es gibt noch viele andere Empfehlungen – jeder muss das herausfinden, was für ihn das Richtige ist. Mit offenen Augen sich von Gottes Schöpfung erfreuen lassen, könnte dazugehören.</div><div><br></div><div>Aber nicht nur bei Depressionen kann Gottes Werk heilend auf uns wirken. Auch in vielen anderen Situationen kann es die Dunkelheit erhellen. Zum Beispiel</div><div><br></div><div><ul><li>wenn du dich einsam fühlst<br></li><li>wenn du das Gefühl hast, dass kein Mensch dich versteht<br></li><li>wenn dir etwas über den Kopf zu wachsen droht und du dich überfordert fühlst<br></li><li>wenn die Trauer dich überzieht, weil du von einem Menschen getrennt wurdest<br></li><li>wenn du im Streit mit jemandem liegst<br></li><li>wenn dich jemand bloßgestellt, abgewertet oder nicht ernst genommen hat<br></li><li>wenn dein Glaube von Zweifeln geplagt wird<br></li><li>wenn du von einer Krankheit befallen bist<br></li><li>wenn du Sorge um einen lieben Menschen hast.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Am besten, du probierst es selbst aus, wenn es dir einmal schlecht geht.</div><div><br></div><div>Erwarte keine Wunder, aber <span class="fs14lh1-5"><i>lass Gottes Schöpfung ein kleines Licht in dir entzünden. Vielleicht ist es der Anfang vom Ende deiner Traurigkeit.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Fotos: Klaus Straßburg.</span></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 02 Nov 2022 11:18:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |59]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000001A0"><div><br></div><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">So kann mir, wenn ich einmal sehr schlimm dran und vielleicht verzweifelt bin, eine blühende Rose dasselbe bedeuten wie der Regenbogen, den er [Gott] nach schweren Wettern über die Erde spannt und der mir verkünden soll, dass diese fragwürdige und rebellische Welt unter seiner Gnade weiterleben soll, dass seine Hand diese Welt und uns alle weitertragen will und dass kein menschlicher Wahnwitz sie dieser bewahrenden Hand entreißen und sie kaputtmachen darf – selbst nicht teuflische Spiele mit atomaren Feuern.</i></b></div><div><b><i class="fs14lh1-5 ff1"><br></i></b></div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Helmut Thielicke</i></b></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Diese Worte wurden im Jahr 1965 veröffentlicht. Auch damals richteten sich die Menschen rebellisch gegen Gott, und auch damals wollte Gott die Welt erhalten, so dass kein menschlicher Wahnwitz ihr ein Ende machen konnte.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Auch damals gab es schon die teuflischen Spiele mit atomaren Feuern. Die Feuer sind aber – Gott sei Dank – nicht eingetreten. Bis heute hat der gnädige Gott uns davor bewahrt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Darum haben wir Grund zu hoffen, dass der Wille, der uns so viele Jahre bewahrt hat, auch in Zukunft sich nicht ändern wird – egal, wie fragwürdig und rebellisch, wie wahnwitzig die Welt sich gebärden mag.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Und was immer geschehen wird – niemand kann uns der bewahrenden Hand Gottes entreißen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15 cf2"><span class="imUl">Hinweis</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="cf2"><span class="fs11lh1-15">Der evangelische Theologe Helmut Thielicke lebte von 1908 bis 1986. Er war während der Nazi-Herrschaft in der </span><span class="fs11lh1-15"><i>Bekennenden Kirche</i></span><span class="fs11lh1-15"> aktiv und nach dem Krieg viele Jahre Professor in Hamburg. Dort predigte er regelmäßig vor einer großen Zuhörerschaft in der Hauptkirche St. Michaelis. Viele seiner Predigten, die allgemeinverständlich und gehaltvoll sind, wurden veröffentlicht und sind noch heute <span class="imUl"><a href="https://www.eurobuch.com/" target="_blank" class="imCssLink">antiquarisch verfügbar</a></span>.</span></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Der obige Text ist folgendem Predigtband entnommen: Helmut Thielicke: Ich glaube. Das Bekenntnis der Christen. Quell-Verlag, Stuttgart 1965. S. 60. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 29 Oct 2022 09:27:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Krisenpolitik]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000019F"><div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs9lh1">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, halte es bitte für diese Seite waagerecht oder verwende die Einstellung "Desktop-Website", um den Text zu lesen.</span></div></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Krisenpolitik</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/10/2022</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Eine Spur zu forsch ist mir ihr Gang</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>einen Hauch zu laut ihre Stimme</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein wenig zu markig sind mir die Worte</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit Lösungen, perfekt und wahr</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zu unbesorgt scheint ihre Ruhe</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zwei Sekunden zu lang währt ihr Lachen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>als dass ich ihre Sicherheit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ihnen glauben könnte</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Hinter all dem, so scheint mir</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>verbirgt sich veränstigt ein Kind</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das rennt und schlägt und trotzig schreit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>behütete Welten sich erträumt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in falscher Sicherheit sich wiegt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Verzweifelt sucht es einen Weg</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch ohne Hand und Halt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>kann sein, es weiß nicht, was es ist:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>des gnädigen Gottes Kind.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote><div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay.</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 26 Oct 2022 10:05:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |58]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000019E"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><b><span class="cf1">Mit dem Frieden anfangen, das heißt als erstes: miteinander reden. 2009 zum Beispiel, nach acht Jahren Krieg, kam man sogar in Afghanistan nach langem amerikanischem Widerstand dahinter, dass man mit den Taliban sprechen und verhandeln müsste. [...] Einzig wenn wir zwischen den Kriegsparteien strikte Neutralität wahren, statt als Interessenpartei aufzutreten, behalten wir die Möglichkeit zu vermitteln. [...] Gespräch statt Gewalt – das allein ist der Weg des Friedens. Auch der andere glaubt an Ideen und Ziele, die es ihm wert sind, zum äußersten zu gehen. Solange wir nicht verstehen, was er will und warum er es will, eskaliert der Konflikt.</span></b></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><b><span class="cf1"><br></span></b></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><b><span class="cf1">Eugen Drewermann</span></b></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Gott hat uns zwei Fähigkeiten gegeben, die wichtig für ein friedliches Zusammenleben sind: Empathie und Sprache.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Gerade in einem Konflikt müssen wir uns darum bemühen, das Handeln des anderen zu verstehen. Das können wir nur, wenn wir auch den, der Böses tut, nicht dämonisieren. Denn dann unterstellen wir ihm allein Böses, sprechen uns selbst aber davon frei.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wenn wir uns darum bemühen, uns in den, der Böses tut, einzufühlen und ihn zu verstehen, dann können wir konstruktiv mit ihm reden. Alles andere führt zur Eskalation.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wenn wir die Möglichkeiten der Empathie und der Sprache verachten, verachten wir Gottes Gaben, die zum Frieden verhelfen können. Wenn wir die Möglichkeiten der Empathie und der Sprache nutzen, dürfen wir hoffen, zum Frieden zurückzufinden.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Margot Käßmann / Konstantin Wecker (Hg.): Entrüstet euch! Warum Pazifismus für uns das Gebot der Stunde bleibt. Texte zum Frieden. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2015, S. 188.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 22 Oct 2022 19:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Freude am Alltäglichen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000019D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Freude am Alltäglichen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/10/2022</span></div><div><br></div><div>Es ist eine Kunst, sich an immer denselben Dingen zu erfreuen. Denn sie erscheinen uns jeden Tag gleich und werden uns deshalb langweilig. Wir haben es verlernt, die Dinge wie ein Kind zu sehen, das sie zum ersten Mal erblickt. Darum gehen wir oftmals achtlos an ihnen vorüber.</div><div><br></div><div>Aber es ist ein Trug, dass die Dinge immer die gleichen und uns wohlbekannt seien. In Wirklichkeit sind sie jedesmal anders, immer wieder neu. Und es liegt an uns, dass wir an ihnen vorbeihasten und die zarten Veränderungen gar nicht mehr wahrnehmen. Die grelle Werbewelt, die aufdringlichen Eindrücke, das wachsende Bedürfnis nach überschwänglichen Emotionen haben uns den Blick geraubt für das Kleine, Zarte, Unaufdringliche, das immer neu von uns entdeckt werden will.</div><div><br></div><div>Das Unbekannte und Ferne scheint uns reizvoll; doch das, was wir täglich um uns haben, wirkt uninteressant. Wer am Meer lebt, geht kaum noch an den Strand. Wer an den Bergen lebt, den langweilt der Blick aufs Gebirge. Wer in der Ebene wohnt, sucht die Hügel, und wer in den Hügeln lebt, sehnt sich nach der Ebene. Darum fahren wir im Urlaub dorthin, wo es anders ist als daheim.</div><div><br></div><div>Am schlimmsten ist, dass auch unsere liebsten Menschen ihren Reiz für uns verlieren. Wir meinen, dass wir sie durch und durch kennen. Aber sie verändern sich. Vielleicht nehmen wir vor allem das Negative an ihnen wahr. Aber sie werden nicht schlechter, sondern anders. Sie entwickeln sich weiter. Dann heißt es, den Weg mit ihnen zu gehen und nicht ihr vergangenes Bild zu suchen. Und vor allem: Neues an ihnen zu entdecken und es schätzen zu lernen.</div><div><br></div><div>Natürlich kann sich jemand auch nachteilig entwickeln. Gerade dann heißt es, ihn nicht abzuschreiben, sondern das weiterhin Positive an ihm wahrzunehmen. Und zu versuchen, ihn auf einen guten Weg zurückzuführen. Vielleicht gelingt es.</div><div><br></div><div>Denn der große Kreative hat weder eine schlechte noch eine langweilige Welt für uns erschaffen. Er langweilt sich nicht und ist kein Langweiler. In seiner Schöpfung verändern sich die Dinge mit jedem Lichteinfall, mit jeder Jahreszeit, mit jedem Wetterwechsel, mit dem Zeitablauf, mit einem Wandel des Umfelds. Darum braucht es den genauen Blick, der sich Zeit nimmt, um das jeweils Neue zu erkennen.</div><div><br></div><div>Ich möchte den unerschöpflichen Reichtum der Kreaturen besser wahrnehmen können und Freude auch am Nahen und Alltäglichen finden. Es ist aus Liebe erschaffen und darum schön. Wenn ich es gleich dem Schöpfer lieben lerne, werde ich seine Schönheit erkennen, und wenn ich seine Schönheit erkenne, werde ich der Freude daran nicht satt werden – wie der Psalmist sang (Ps 104,31.33):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Herrlichkeit des Herrn währe ewiglich,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">der Herr freue sich seiner Werke!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich will singen dem Herrn mein Leben lang,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ich will aufspielen meinem Gott, solange ich bin.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 22 Oct 2022 08:57:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[kein und dennoch]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000019C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">kein und dennoch</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/10/2022</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>kein Wort</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>kein Gefühl</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Gewissheit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>kein Trost</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dennoch</div></div><div>unbemerkt</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>eine Nähe</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Halten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Segnen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ewiger Liebe</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 21 Oct 2022 18:29:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Thomas de Maizière und der Regenbogen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000019B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Thomas de Maizière und der Regenbogen</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Wer die Welt vor dem Untergang bewahrt</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/10/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><span class="imUl"><a href="https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-18-oktober-2022-100.html" target="_blank" class="imCssLink">Gestern bei <span class="fs14lh1-5"><i>Markus Lanz</i></span></a></span> ging's hoch her. Endlich mal wieder keine langweilige Einigkeit bei den Gästen, sondern kontroverse Diskussion. Die gab es leider viel zu selten in den Diskussionen um den Ukraine-Krieg. Aber positiver Streit tut der Demokratie gut. Das spürte man gestern.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Zu Gast bei Markus Lanz</div><div><br></div><div>Es ging um die Klimapolitik. Die Aktivistin <span class="fs14lh1-5"><i>Luisa Neubauer</i></span> war eingeladen. Und ich muss sagen: Die 26jährige schlug sich prächtig neben all den alteingesessenen Medienprofis. Sie ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn <span class="fs14lh1-5"><i>Markus Lanz</i></span> ihr ins Wort fiel, was dieser ja ganz gerne tut. <span class="fs14lh1-5"><i>Neubauer </i></span>ließ sich nicht stoppen und redete einfach weiter. Dem redegewandten Moderator gingen manchmal sogar die Argumente aus, was ich von ihm gar nicht kenne. Zeitweise schien es so, als würde diesmal nicht <span class="fs14lh1-5"><i>Lanz </i></span>seinen Gast "grillen", sondern sein Gast den Moderator.</div><div><br></div><div>Unterstützung erhielt <span class="fs14lh1-5"><i>Neubauer </i></span>von dem Soziologen <span class="fs14lh1-5"><i>Matthias Quent</i></span>. Damit hatte <span class="fs14lh1-5"><i>Lanz </i></span>möglicherweise nicht gerechnet. So war die Diskussion ziemlich ausgeglichen. Wie gesagt, eine Wohltat für die Demokratie.</div><div><br></div><div>Und dann war da noch der frühere Bundesinnenminister <span class="fs14lh1-5"><i>Thomas de Maizière</i></span>. Der war mir eigentlich immer recht sympathisch. Ein ruhiger Typ, sachlich, nicht polemisch. So trat er auch gestern auf, in der Sache oft im Streit mit <span class="fs14lh1-5"><i>Luisa Neubauer</i></span>, aber immer fair. Doch auch ihm fiel zu manchen Argumenten der 26jährigen nichts mehr ein.</div><div><br></div><div>Das ist natürlich meine subjektive Sicht auf die &nbsp;Sendung. Aber eigentlich geht es mir auch um etwas ganz anderes.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Gottes Wort im Munde Thomas de Maizières</div><div><br></div><div>Gegen Ende der Sendung hatte <span class="fs14lh1-5"><i>Thomas de Maizière</i></span> einen großen Moment. Es ging darum, wie man dafür sorgen kann, dass Menschen sich in den heutigen Krisen nicht ohnmächtig, sondern sicher fühlen. Dazu sagte de Maizière:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Stärke in Ungewissheiten zu gewinnen, das sag' ich mal als Christ, die Grundzuversicht in das Leben und in die Zukunft – ich bin jetzt Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Kirchentages, dann will ich das Bild schon mal sagen: ...</span></i></span></div><div><br></div><div>Bravo, Thomas, das ist mutig! Dass sich ein Politiker oder eine Politikerin zum christlichen Glauben bekennt, ist äußerst selten in unserer deutschen Welt.</div><div><br></div><div>Ich wusste gar nicht, dass <i class="fs14lh1-5">Thomas de Maizière</i> so christlich ist. Darum spitzte ich jetzt natürlich besonders die Ohren bei dem, was er dann hinzufügte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">... dann will ich das Bild schon mal sagen: Nach der Arche Noah kommt der Regenbogen, und Gott sagt: Wir müssen dafür eintreten, dass die Welt nicht wieder untergeht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Nach diesem Satz musste ich laut lachen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Was Gott wirklich sagte</div><div><br></div><div>Lieber Thomas, gerade das sagt Gott <span class="fs14lh1-5"><b>nicht</b></span>! Du hast ja recht: Nach der Arche Noah, nach der Sintflut, die alles Leben auf der Erde zerstörte außer das Leben in der Arche, nach alldem kommt tatsächlich der Regenbogen.</div><div><br></div><div>Aber, lieber Thomas, der Regenbogen ist nicht das Zeichen der menschlichen Fähigkeiten. Er ist vielmehr das Zeichen des ewigen Bundes, der bleibenden Verbundenheit Gottes mit allen Lebewesen (1Mo/Gen 9,8-17). Thomas, lies doch bitte einmal nach, was Gott wirklich dazu sprach:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn ich Wolken über der Erde aufziehen lasse, erscheint der Bogen am Himmel. Dann denke ich an meinen Bund mit euch und mit allen Lebewesen. Nie wieder soll das Wasser zur Sintflut werden, um alles Leben zu vernichten.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Vers 14, BasisBibel)</span></i></div><div><br></div><div>Lieber Thomas, Gott sagt hier genau das Gegenteil von dem, was du ihn hast sagen lassen. Gott spricht nicht davon, dass <span class="fs14lh1-5"><b>wir </b></span>dafür sorgen sollen, dass so etwas wie die Sintflut nicht mehr passiert. Er sagt vielmehr, dass <b><span class="fs14lh1-5">E</span><span class="fs12lh1-5">R</span> </b>dafür sorgen wird.</div><div><br></div><div>Thomas, du bist ein kluger Mann. Du verstehst sicher, dass das ein himmelweiter Unterschied ist. Leider hast du diese Stelle offensichtlich nicht gründlich gelesen. Aber ich bin sicher, dass du das nachholen wirst.</div><div><br></div><div>Du hast deine Stellungnahme dann so abgeschlossen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und in Unsicherheit solche Gewissheit zu haben, dass wir etwas tun können gegen die Ohnmacht – egal, ob wir jetzt streiten über den Weg –, aber dass wir etwas tun und nicht wie das Kaninchen vor der Schlange vor Unsicherheiten versuchen zu kapitulieren, das ist, glaub' ich, der Weg, aber nicht die Illusion, wir kämen zurück in alte Sicherheiten, das glaub' ich nicht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dein Anliegen, Thomas, ist ja löblich. Ich glaube auch, dass es vollkommene Sicherheit auf Erden nicht geben kann. Ich stimme dir auch zu darin, dass wir verantwortlich sind dafür, dass apokalyptische Krisen nicht vorkommen. Nein, wir sollen gewiss nicht vor all den Unsicherheiten kapitulieren und wie das Kaninchen vor der Schlange in Schockstarre verfallen. Stattdessen sollen wir etwas tun gegen das Leid, das der Klimawandel schon jetzt über die Erde bringt.</div><div><br></div><div>Die Frage ist aber: Was bewegt uns dazu, das zu tun? Wie kommen wir dahin, all die Unsicherheiten und menschlichen Unfähigkeiten einmal hinter uns zu lassen und mutig zur Tat zu schreiten? Was macht uns Hoffnung angesichts des schon beginnenden Klimawandels, so dass wir nicht kapitulieren, sondern fröhlich und tatkräftig unseres Weges ziehen?</div><div><br></div><div>Lieber Thomas, das sind doch nicht unsere menschlichen Fähigkeiten! Wenn wir auf <span class="fs14lh1-5"><b>die </b></span>schauen, können wir doch wirklich nur kapitulieren! Meinst du wirklich, dass es Grund gibt, auf die Menschen zu setzen – angesichts eines <span class="fs14lh1-5"><i>Bolsonaro </i></span>in Brasilien, eines <span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span>in Russland und des nach wie vor allerorten im Kleinen und im Großen praktizierten klimaschädlichen Größen- und Konsumwahns? Lieber Thomas, ist nicht die Hoffnung auf den <span class="fs14lh1-5"><b>Menschen </b></span>gerade die Illusion, von der du gesprochen hast?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Die evangelische Kirche und die Rettung der Welt</div><div><br></div><div>Es wäre ja nicht so tragisch, wenn allein <span class="fs14lh1-5"><i>Thomas de Maizière</i></span> sich hier einmal geirrt hätte. Aber leider krankt ein nicht unbeträchtlicher Teil der evangelischen Kirche daran, seine Hoffnungen eher auf den Menschen zu setzen statt auf Gott. Der Mensch ist der Herr der Welt – das passt gut in die Zeit. Der Mensch ist fähig, zwischen gut und böse frei zu wählen. Der Mensch kann die Welt retten – oder auch dem Untergang preisgeben. Der Mensch regiert also die Welt.</div><div><br></div><div>Wenn man in der evangelischen Kirche dieser Meinung ist, dann passt es ja gut, dass <span class="fs14lh1-5"><i>de Maizière</i></span> jetzt der Vorsitzende des Kirchentages ist.</div><div><br></div><div>Nach biblischer Vorstellung ist es aber ganz anders: Jesus Christus ist der Herr der Welt. Gott ist der "König", der die Welt regiert. Und Gott ist es, der sich entschieden hat, der Welt Gutes zu tun, ihr ewig verbunden zu bleiben trotz allen menschlichen Versagens.</div><div><br></div><div>Nicht der Mensch entscheidet also darüber, ob die Welt Bestand hat oder nicht, sondern der Schöpfer. Denn der Schöpfer hat die Welt nicht in grauer Vorzeit erschaffen und dann den Menschen überlassen, sondern er bewahrt sie auch in ihrem Bestand, er erschafft sie sozusagen täglich neu. Die Schöpfung ist ein Prozess, der bis heute anhält – kontinuierliche Schöpfung (im Theologendeutsch: <span class="fs14lh1-5"><i>creatio continua</i></span>). Darum heißt es im Psalm 104:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mensch und Tier halten Ausschau nach dir,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">damit du ihnen Essen gibst zur richtigen Zeit.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du gibst es ihnen, sie sammeln es auf.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du öffnest deine Hand, sie essen sich satt an deinen guten Gaben.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wendest du dich ab, erschrecken sie.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nimmst du ihnen den Lebensatem, dann sterben sie und werden zu Staub.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Schickst du deinen Lebensatem aus, dann wird wieder neues Leben geboren.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">So machst du das Gesicht der Erde neu.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Ps 104,27-30; BasisBibel)</span></i></div><div><br></div><div>Christlich gesehen gibt es nur eine Hoffnung für die Welt, die uns Mut macht und zur Tat schreiten lässt: Gott ist uns gnädig und bewahrt die Welt vor ihrem Untergang. Und es gibt keine bessere Motivation zum Engagement, als auf den Gott zu blicken, der die Welt vor dem Untergang bewahren wird – bis zu dem Tag, an dem E<span class="fs12lh1-5">R</span> ihr Ende beschlossen hat, um einen neuen Himmel und eine neue Erde zu erschaffen.</div><div><br></div><div>Insofern gilt: Jedes christlich-ethische Engagement bezieht seine Kraft aus dem Regenbogen – aus Gottes ewigem Bund mit seinen Geschöpfen.</div><div><br></div><div>Lieber <span class="fs14lh1-5"><i>Thomas de Maizière</i></span>, lies doch bitte nochmal genau nach!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Pexels auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 19 Oct 2022 13:43:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |57]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000019A"><div><br></div><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="fs18lh1-5 ff1">Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht umherlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat. Es gilt nur noch das, und nur dieses Eine ist wirklich ernst: Jesus ist Sieger. Ein Ernst, der daran vorbei zurückblicken wollte wie Lots Weib*, ist nicht </span><span class="fs18lh1-5 ff2">christlicher</span><span class="fs18lh1-5 ff1"> Ernst. Mag es dahinten brennen – und wahrhaftig, es brennt – aber nicht auf das haben wir zu schauen, sondern auf das andere: dass wir eingeladen sind und aufgerufen, den Sieg der Herrlichkeit Gottes in diesem Menschen Jesus ernst zu nehmen und uns seiner zu freuen. Dann dürfen wir in der Dankbarkeit leben und nicht in der Furcht.</span></span></i></b></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Karl Barth</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Ein Jahr nach Kriegsende, im Sommer 1946, wurden diese Worte gesprochen. Der Krieg mit seinen Gräueln war noch vor Augen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">"Die meisten Menschen im heutigen Deutschland haben je in ihrer Weise und an ihrem Ort fast über die Maßen viel mitgemacht und durchgemacht. Das war auch meinen Bonner Studenten anzumerken. So waren sie mir mit ihren ernsten Gesichtern, die das Lächeln erst wieder lernen mussten, nicht minder eindrucksvoll, als ich ihnen als [...] Fremder merkwürdig sein musste."</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Diesen Menschen mit ihren ernsten Gesichtern, die erfahren hatten, was es heißt, im Krieg zu leben, so dass es keine Sieger gab, sondern nur Besiegte – diesen Menschen wird zugerufen: "Jesus ist Sieger."</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wenn Jesus Sieger ist,</span></div><div><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">– </span><span class="fs14lh1-5">dann hat der Krieg keine letzte Macht über uns;</span><br><span class="fs14lh1-5">– </span><span class="fs14lh1-5">dann gibt es auch für tragische Gesichter Hoffnung;</span><br><span class="fs14lh1-5">– </span><span class="fs14lh1-5">dann wird vor allem anderen ernst genommen nicht das gegenwärtige Brennen, sondern die</span></span></div><div><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;kommende </span></span><span class="fs14lh1-5 cf2">Herrlichkeit;</span></div><div><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">– </span></span><span class="fs14lh1-5 cf2">dann gibt es in aller Furcht die Freude und die Dankbarkeit.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">* 1Mo/Gen 19,26</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Karl Barth: Dogmatik im Grundriß. Theologischer Verlag Zürich, 12. Aufl. Zürich 2017. S. 143 und S. 5. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 17 Oct 2022 09:26:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--57</link>
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			<title><![CDATA[Olaf, Jesus und die Zeitenwende]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000199"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Olaf, Jesus und die Zeitenwende</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/10/2022</span></div><div><br></div><div>Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sprach Bundeskanzler Olaf Scholz von einer Zeitenwende. Er meinte damit, dass das lange Zeit relativ entspannte Verhältnis zu Russland nun unweigerlich zu Ende sei. Russland wird nicht mehr als Partner, sondern als Gegner betrachtet. Der alte, seit dem Zerfall der Sowjetunion überwunden geglaubte Ost-West-Gegensatz ist wieder aufgebrochen. Das zeigt sich in allen Politikfeldern und wird sich in absehbarer Zeit auch kaum ändern.</div><div><br></div><div>Aber kann man das wirklich eine Zeitenwende nennen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Was ist eine Zeitenwende?</div><div><br></div><div>Überblickt man etwa die letzten 50 Jahre, dann haben sich die Zeiten tatsächlich geändert. Man fühlt sich eher an Zeiten des Rüstungswettlaufs, der militärischen Abschreckung und des Kalten Krieges erinnert als an ein partnerschaftliches Miteinander.</div><div><br></div><div>Aber "Zeitenwende" ist ein großes Wort. Es will mehr ausdrücken als einen Wandel der Zeit, eine politische Veränderung der Weltlage. Solche Veränderungen gab und gibt es immer wieder. Bündnisse werden geschmiedet und zerbrechen, Feinde werden zu Freunden und wieder zu Feinden, Konflikte werden gelöst und brechen wieder auf, um erneut gelöst zu werden. Das gab es zu allen Zeiten und wird es zu allen Zeiten geben.</div><div><br></div><div>Das große Wort "Zeitenwende" spricht aber nicht von einer Wende innerhalb der sich ständig verändernden Zeit, sondern von einer Wende <span class="fs14lh1-5"><b>der </b></span>Zeiten. Eine Zeitenwende ist also eine grundlegende Veränderung, die alle Zeiten oder zumindest alle folgenden Zeiten betrifft. In einer Zeitenwende geschieht etwas, was die Zeiten in ihrem <span class="fs14lh1-5"><b>Wesen </b></span>verändert, und zwar <span class="fs14lh1-5"><b>weltweit </b></span>und <span class="fs14lh1-5"><b>dauerhaft</b></span>. Man spricht deshalb auch von einem neuen Zeitalter. Es geht also nicht nur um einen zeitlich oder regional begrenzten Wandel oder auch um einen Wandel der Weltlage, der jederzeit von einem erneuten Wandel der Weltlage abgelöst werden kann.</div><div><br></div><div>Solche Zeitenwenden, welche die Zeiten weltweit und dauerhaft in ihrem Wesen veränderten, sind zum Beispiel die Entdeckung des Feuers durch den prähistorischen Menschen oder in neuerer Zeit die Aufklärung und die Reformation. Auch technische Entwicklungen wie beispielsweise die Spaltung des Atoms kann man wohl als Zeitenwende bezeichnen. Noch vieles andere ließe sich nennen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die christliche Zeitenwende</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube spricht noch in anderer Weise von einer Zeitenwende. Er erblickt nämlich in der Geburt Jesu Christi <span class="fs14lh1-5"><b>die </b></span>Zeitenwende schlechthin. Eben deshalb wurde mit seiner Geburt eine neue Zeitrechnung begonnen, so dass wir bis heute von der Zeit <span class="fs14lh1-5"><b>vor </b></span>Christi Geburt und der Zeit <span class="fs14lh1-5"><b>nach </b></span>Christi Geburt sprechen.</div><div><br></div><div>Aber in welchem Sinne ist denn die Geburt Jesu Christi <span class="fs14lh1-5"><b>die </b></span>Zeitenwende schlechthin – die Wende <span class="fs14lh1-5"><b>aller </b></span>Zeiten für alle Menschen weltweit, ja für das ganze Universum?</div><div><br></div><div>Mit der Geburt Jesu Christi ist tatsächlich etwas Außergewöhnliches, ja Einzigartiges geschehen: Der Schöpfer hat sich dem Geschöpf gleichgemacht. Das Wesen, das wir "Gott" nennen, ist ein Mensch geworden. Der für uns unsichtbare ewige Gott hat sich uns sichtbar gemacht in einem sterblichen Menschen.</div><div><br></div><div>Man darf an dieser Geschichte nicht allzu schnell vorübergehen, weil sie uns ja angeblich hinreichend bekannt sei. Sondern man muss sich das Unfassbare dieser Geschichte immer wieder vor Augen halten.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Erste Beschreibung der Zeitenwende</i></span></div><div><br></div><div>Gott bleibt nicht in seiner schützenden Höhe, fern von allem menschlichen Elend. Sondern er geht für etwa 30 Jahre als Mensch über diese Erde, mit allen Konsequenzen, die ein Menschenleben mit sich bringt. Er bringt seine Botschaft unter die Leute, wird aber nicht gehört. Er wird vielmehr abgelehnt, verfolgt und schließlich öffentlich hingerichtet. Keine andere Religion weiß von solch einem Gott zu berichten.</div><div><br></div><div>Gott tut das alles zum Wohle der Menschheit. Er kann die menschliche Gottlosigkeit und Bosheit und das damit zusammenhängende Elend nicht mehr mit ansehen. Es zerreißt ihm das Herz und es zieht ihn hin zu den gottlosen und leidenden Menschen, um ihnen aus ihrer verzweifelten Lage herauszuhelfen. Aus Liebe begibt er sich in das menschliche Elend hinein, um ihm ein Ende zu machen.</div><div><br></div><div>Das Ende ist nicht Jesu Tod am Kreuz. Gott wird zwar zunächst von den Menschen ausgeschaltet. Er lässt es geschehen, anstatt seinerseits die Menschen auszuschalten. Gerade so aber beweist er seine unendliche Liebe zu den Menschen. Die Liebe siegt über die Gewalt.</div><div><br></div><div>Darum ist der Tod nicht das Ende. Der gekreuzigte Jesus Christus bleibt nicht im Tod, sondern wird zu neuem Leben erweckt. Er lebt nun für immer und ewig bei Gott.</div><div><br></div><div>So geht der Mensch Jesus Christus uns voraus, weist uns den Weg und eröffnet eine unzerstörbare Hoffnung im Elend der Welt. Er ist zwar nicht mehr als Mensch gegenwärtig, aber er schenkt Menschen seine Gegenwart, indem sein Geist in ihnen weiterlebt. Durch die Kraft dieses Geistes können Menschen bezeugen: Die gottlose Welt, die Menschen aller Zeiten sind mit Gott versöhnt. In Jesus Christus hat sich eine Zeitenwende ereignet, die das Leben aller Menschen radikal verändert.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Zweite Beschreibung der Zeitenwende</i></span></div><div><br></div><div>Wem das alles zu kirchlich abstrakt klingt, dem könnte man es etwas konkreter und kürzer auch so sagen:</div><div><br></div><div>Wenn wir schon von Gott reden, dann bitteschön von dem Gott unter uns, nämlich in dem Menschen Jesus. Der war ganz von Liebe erfüllt und hat den Menschen nur Gutes getan. So hat er uns gezeigt, wie Gott ist. Kaum zu glauben, dass die Menschen von diesem Gott nichts wissen wollten. Er entsprach aber nicht ihren Vorstellungen davon, wie ein Gott sein müsste. Darum haben sie Jesus bekämpft und schließlich gefangen genommen, verurteilt und hingerichtet.</div><div><br></div><div>Jesus hat das alles geschehen lassen, weil er sich lieber selber ausschalten ließ als seine Verfolger auszuschalten. So groß ist Gottes Liebe, sogar zu seinen Verfolgern. Die aber konnten Jesus nicht wirklich ausschalten. Gerade in seiner Liebe war er stärker als sie in ihrem Hass.</div><div><br></div><div>Darum blieb er nicht tot, sondern nach dem Tod begann für ihn ein neues Leben bei Gott. Seitdem ist er zwar nicht mehr körperlich in der Welt, aber sein Geist, seine Kraft ist in der Welt und verwandelt Menschen. Sie haben dann die Kraft, wie Jesus zu leben und Gottes unendliche Liebe in Worten und Taten zu bezeugen.</div><div><br></div><div>Ausnahmslos alle Menschen sind von Gott geliebt. Und ausnahmslos alle haben die Chance, nach ihrem Tod ewig bei Gott zu leben. Das ist die entscheidende Zeitenwende für die ganze Welt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Jesu, Olafs und anderer Leute Zeitenwenden</div><div><br></div><div>Gegenüber dieser christlichen Zeitenwende ist das, was Olaf Scholz so nannte, nämlich der russische Angriff auf die Ukraine, ganz gewiss keine. Dieser Angriff ist nur einer von wahrscheinlich tausenden in der menschlichen Geschichte. Die Geschichte wiederholt sich. Kriege kommen und gehen, Diktatoren auch. Sie bringen keinen echten Wandel und erst recht keine grundlegende Geschichtswende, sondern immer nur Tod und Zerstörung.</div><div><br></div><div>Die Entdeckung des Feuers, die Aufklärung oder die Reformation kann man hingegen durchaus als Zeitenwenden betrachten. Mit ihnen begann etwas Neues, das alle nachfolgenden Zeiten bis heute prägt.</div><div><br></div><div>Dennoch unterscheiden sie sich von der Zeitenwende, die mit Jesus Christus angebrochen ist. Denn Gottes Liebe zu den Menschen aller Zeiten, oder anders ausgedrückt: Die Versöhnung der ganzen Welt, des ganzen Universums mit Gott ist so umfassend und weitgreifend, wie es kein anderes geschichtliches Ereignis sein kann.</div><div><br></div><div>Denn die Versöhnung der ganzen Welt mit Gott betrifft alles Geschaffene. Ich würde sagen: Nichts ist ausgenommen von Gottes Liebe – der unbedeutende Stein nicht und die fernen Galaxien nicht. Es hat wohl auch alles seinen Sinn und seine Bedeutung im Universum, auch wenn wir sie nicht kennen.</div><div><br></div><div>Vor allem hat die Versöhnung, die Freundschaft Gottes mit uns Bedeutung für die Menschen – auch für die, die vor Jesus gelebt haben. Sie alle müssen nicht fern von Gott verharren, müssen nicht im Tod verloren und vergessen bleiben. Denn sie alle sind in die ewige Gemeinschaft mit Gott gerufen.</div><div><br></div><div>Eine größere und schönere Zeitenwende kann ich mir nicht vorstellen. Und man kann wohl der Ansicht sein, dies sei eigentlich die einzige echte Zeitenwende. Denn alle anderen Zeitenwenden oder Zeitalter werden von neuen Zeitenwenden oder Zeitaltern abgelöst. Zumindest werden sie relativiert und verlieren mit der Zeit ihre verändernde Kraft.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die mit Jesus Christus eingetretene Zeitenwende aber verliert niemals ihre verändernde Kraft. Sie gilt bis zum Ende der Zeiten.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: annca auf Pixabay (Ausschnitt)</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 14 Oct 2022 13:23:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[tages gezeiten]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000198"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">tages gezeiten</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/10/2022</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dunkelnder morgen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ziele verborgen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein treiben wohin?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>den mittag gewonnen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>taten zerronnen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein flüstern: ich bin</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>am abend erlegen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dem schaffenden segen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nicht fassbarem sinn</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 11 Oct 2022 09:14:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[freiheit der sonne]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000197"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">freiheit der sonne</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/10/2022</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>streunender winde blättergesang</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gedanken verfangen in den ästen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>umhergeworfen verschmitzter sinn</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>greift nach dem himmel</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch die sonne tanzt frei</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>durch das spiel des windes</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs12lh1-5"><span class="imUl">Hinweise</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs12lh1-15">Das biblische Wort für "Geist", das auch den Geist Gottes bezeichnet, hat ursprünglich die Bedeutung "Wind".</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs12lh1-15">Die Sonne ist ein biblisches Bild für Gott: "Jahwe ist Sonne und Schild" (Psalm 84,12). In manchen Übersetzungen wird wegen des Zusammenhangs mit "Schild" übersetzt: "Jahwe ist Zinne (an einer Befestigungsanlage) und Schild (im Kampf)". Das hebräische Wort kann beide Bedeutungen haben. Die Sonne stellte jedenfalls seit der frühen Christenheit ein Symbol für Gott dar.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 10 Oct 2022 10:25:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Menschenopfer der Gegenwart]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000196"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Menschenopfer der Gegenwart</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/10/2022</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nun fahren sie fort zu sündigen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und sie machen sich ein Gottesbild,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">aus ihrem Silber Götzen nach ihrem Geschick,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">allesamt ein Machwerk ihrer Hände.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Von ihnen sagen sie:</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Diejenigen, die Menschen opfern, sollen Kälber [Gottesbilder] küssen!"</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Darum werden sie sein wie ein Nebel am Morgen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und wie der Tau, wie solche, die früh aufstehen und verschwinden</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">wie aus der Tenne verwehte Spreu,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und wie Rauch aus dem Abzug.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich aber bin der Herr, dein Gott</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">vom Lande Ägypten her,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und einen Gott außer mir wirst du nicht kennen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und es ist kein Befreier außer mir.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Prophet Hosea (Kapitel 13,2-4)</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">Die Götter haben Hochkonjunktur.</div><div>Die Götter, die man anbetet, denen man huldigt, für die man streitet, denen man Opfer darbringt, auch Menschenopfer, wie schon zur biblischen Zeit in Israel.</div><div><br></div><div>Wir haben sie alle verehrt: die Götter des Konsums, des Wohlstands, des Habens und Besitzens, des grenzenlosen Reisens, der Allgegenwart, des Allwissens und der Allmacht. Wir meinten, bei diesen Göttern uns selbst zu finden, zu verwirklichen, zu heilen. Die Götter verhießen ja Wohlergehen, Glück und Seligkeit.</div><div><br></div><div>Wir bemerkten gar nicht, dass wir uns nicht fanden, sondern entfremdeten. Wir entfremdeten uns von der Natur, von den Mitkreaturen und von uns selbst. Wir fanden niemals, was wir suchten, sondern mussten immer weiter suchen, immer weiter ausgreifen, immer mehr anhäufen und anfordern auf der verzweifelten Suche nach dem Leben, der Lebensfülle, nach uns selbst.</div><div><br></div><div>Das Geschrei wurde größer. Je verzweifelter wir waren, desto lauter, heller, bunter, beeindruckender stellten sich unsere Götter dar. Wir stellten sie ins Scheinwerferlicht, wir statteten sie mit den edelsten Materialien aus, wir bauten sie größer, ansehnlicher, verführerischer. Niemand konnte ihrer glückverheißenden Glitzerwelt entkommen. Ihre Bilder hingen an den Wänden, ihre Gaben in den Schaufenstern, ihre Verheißungen drangen bis in unsere Wohnzimmer, täglich, stündlich, unentrinnbar.</div><div><br></div><div>Wir haben es zugelassen, weil wir es so wollten. Wir haben ihnen gehuldigt, ihre Nähe gesucht, sie geliebt und geküsst, bis wir uns ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen konnten. Wir haben ihnen das Opfer der Entfremdung gebracht. Je mehr wir uns den Göttern hingaben, desto fremder wurden wir uns selbst und der ganzen Kreatur. Wir opferten ihnen die Tiere, die Flüsse, die Bäume, die Luft, die wir atmen. Wir waren bereit, ihnen alles zu opfern. Also brachten wir ihnen auch das wertvollste Opfer, das es gibt: das Opfer von Menschen.</div><div><br></div><div>Viele haben, indem sie den Göttern huldigten, sich selbst geopfert – ohne es zu bemerken. Als sie es bemerkten, war es zu spät. Noch mehr aber als uns selbst haben wir den Göttern andere Menschen geopfert.</div><div><br></div><div>In Pakistan starben sie jüngst, etwa eintausendsiebenhundert Menschen. Gar nicht zu reden von den Millionen, die alles verloren haben, all ihr Hab und Gut, das mühsam in Jahrzehnten erarbeitete, das bisschen Wohlstand, das die Armut ihnen erlaubte. Nun haben sie nichts mehr. Ihr Leben ist weggeschwemmt in den Fluten, die wir ihnen auftürmten durch unseren unersättlichen Hunger nach Wohlstand, durch die Flut unseres maßlosen Konsums, der sich gründete auf Rücksichtslosigkeit.</div><div><br></div><div>Denn wir wussten, was wir taten. Wir wussten es seit Jahrzehnten. Aber es scherte uns nicht. Im Taumel unserer Lebensfreude war es allzu leicht, den fernab von uns wütenden Tod zu verdrängen. Unsere Götter mussten leben, auch wenn Menschen starben. Weil wir um unsere Sünde wussten, gilt für uns nicht Jesu Wort: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen <span class="fs14lh1-5"><b>nicht</b></span>, was sie tun". Darum gnade uns Gott.</div><div><br></div><div>Denn wir haben noch immer nicht begriffen. Man huldigt den Göttern noch immer, obwohl der einzige Weg zum Leben wäre, ihnen endlich abzuschwören. Doch der Schein des Glücks und Heils, den die Götter versprühen, hat die Menschenmehrheit noch im Griff. Begriffen haben vor allem die, die unter unserer Götzenverehrung leiden mussten und immer mehr leiden. Doch deren Bitten zählen nicht. Ihr Leid ist nicht vor Augen, und es ist noch nicht groß genug. Aber es dehnt sich über die Erde aus wie ein dunkler, todbringender Nebel.</div><div><br></div><div class="imHeading2">Und nun zeigen die Götter ihre hässlichste Gestalt.</div><div>Es ist die Gestalt der zerstörerischen Feuerkraft, der Gewalt, des bewussten Tötens. <span class="fs14lh1-5"><b>Diese </b></span>Götter hatten wir in unserem Wohlstandswahn vergessen. Aber sie sind noch da, lebendiger, als wir glaubten. Sie erheben den Anspruch, die einzig helfende, rettende, heilende Macht zu sein. Und sie werden verehrt, hofiert, ersehnt, besprochen wie die Retter der Welt, die Mächte des Guten, Erlösenden, Weiterführenden, die Mächte der Gerechtigkeit und des Friedens.</div><div><br></div><div>Da ist der eine, der sich zum Retter seines Landes aufschwingt, der sein Land als bedroht wähnt und sich selbst als Erlöser, der, um sein Land zu retten, Menschenopfer ohne Zahl bringen muss – Menschen des angegriffenen Landes und seines eigenen. Denn der Krieg verschlingt in kürzester Zeit Hunderttausende und zerstört das Leben von Millionen. Aber was zählt schon ein Menschenleben, wenn das Land und die Freiheit bedroht sind und wenn nur der eine Erlöser das Land retten und das Gute tun, den Frieden bewahren kann durch die Mächte der Gewalt, der Vernichtung, des Tötens.</div><div><br></div><div>Diese Götter hatten wir nicht mehr vor Augen. Es gab sie einmal in vergangenen Zeiten, und weil sie lange Zeit nur unter der Oberfläche oder in der Ferne ihr tödliches Werk taten, haben wir sie nicht mehr wahrgenommen. Wir bauten statt zu zerstören, häuften an statt zu verlieren, lachten und tanzten statt zu schreien und zu töten. Doch jetzt müssen wir erkennen: Die alten Götter waren nicht weg, sie waren nur untergetaucht. Sie hatten sich ein anderes Gesicht gegeben, ihre grausame Fratze unter der Maske des Wohlstands verborgen, ihr zerstörerisches Werk anderswo getan und sich so für uns unkenntlich gemacht. Umso verheerender zeigt sich nun ihre Macht.</div><div><br></div><div>Es ist schauerlich, mit welchem Applaus sie empfangen, mit welchem Geschrei sie herbeigerufen werden. Verdrängt ist ihr Todeswerk, vergessen, dass wir ihnen abgesagt hatten, übersehen das Leid, das sie über die Welt gebracht hatten und nun wieder bringen. Sie haben uns, listig verkleidet als Götter des Wohlstands, zum Vergessen verführt. Nun aber ist es am Tage, dass wir ihnen nicht wirklich absagten.</div><div><br></div><div>Ihre Macht scheint grenzenlos. Denn auch sie gebärden sich als die Helfer, die Wohlergehen, Glück und Seligkeit bringen, als Retter in der Not, als die Erlöser, welche die Freiheit und den Frieden retten. Und so haben sie viele Anhänger, Verfechter des Humanen, der Menschenrechte, des Lebens und des Glücks. Wer aber sich weigert, diesen Göttern zu huldigen, wird als zynisch und unmenschlich gebrandmarkt.</div><div><br></div><div><div>Kein Menschenopfer scheint zu groß zu sein. Auch die dämonische Macht des entfesselten Atoms, das Millionen dahinraffen könnte, wird zitiert, bedacht, beredet, erwogen, in Kauf genommen. In den warmen und bis jetzt sicheren Stuben, Studios, Redaktionen, Regierungssitzen und Parlamenten fällt es vielen offenbar leicht, den millionenfachen Tod zu beschwören, mit ihm zu drohen und zu argumentieren und danach wieder lächelnd, als sei ja alles nicht so schlimm, in die Kameras zu blicken, wie es jene tun, die das Humanum für sich beanspruchen und diejenigen, die einen anderen Weg vorziehen, zynisch nennen oder gar Vaterlandsverräter, die verfolgt werden müssen.</div><div><br></div></div><div>Doch trotz ihrer scheinbaren Attraktivität sind all diese todbringenden Mächte nur hirnlose Götzen, die nicht sehen und nicht hören und nichts ausrichten können, Werke menschlichen Wahns. Sie können gerade <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>den Frieden bringen, den man von ihnen erwartet. Sie brauchen unsere Gebete und unsere Verehrung. Ohne uns sind sie Nichtse und können nichts ausrichten. Mit uns aber sind sie tote Götzen und können, indem wir sie anbeten, nur Tod über die Welt bringen.</div><div><br></div><div class="imHeading2">Der eine Gott aber, der wahre, brachte das Leben,</div><div>indem er selbst den Tod auf sich nahm. Er ist der Gott, der die Geschichte gestaltet, in dessen Augen unsere Werke, ob gut oder böse, null und nichtig sind. Er ist es, der Gutes böse und Böses gut werden lassen kann. Er begleitet uns, ob wir es wissen oder nicht, er schreibt unsere Geschichte, er leitet uns zum Ziel, er weist uns den Weg, und nur wenn wir abirren, wenn wir den Götter frönen statt dem einen Gott, dann opfern wir die Schöpfung mit ihren Kreaturen, Menschen, Tieren, Pflanzen.</div><div><br></div><div>Es ist der Gott, der kein Menschenopfer forderte, sondern sich selbst opferte. <span class="fs14lh1-5">Jesus Christus ist das Menschenopfer schlechthin. Was sie ihm antaten, tun wir alle ihm an. So offenbart er uns, wes Geistes Kind wir sind.</span></div><div><br></div><div>Er starb aber, auf dass seine Feinde leben. Er gab sich nicht den Mächten hin, sondern wurde machtlos – ein Gott, der sich hingibt, um zu retten, und der nur dadurch rettet, dass er sich hingibt. Das ist auch unsere Rettung.</div><div><br></div><div>Er ist keiner der Götter, die ihre Gottheit auf Gewalt bauen, deren Macht todbringend ist, die über Leichen gehen, die das Gotteswerk vernichten. Keiner der Götter, die nichts anderes können als zunichte machen. Sondern ein Gott, der rettet, wie er aus Ägypten rettete, und der die Armee Ägyptens in den Fluten ihres Irrsinns versinken ließ. Ein Gott, der die Schwachen bewahrt, auch wenn sie verfolgt werden, und die Starken in ihrem Unrecht umkommen lässt. So ist er ein gerechter und liebender Gott, der uns ernst nimmt und das, was wir tun, erfüllt, vollendet, zu dem Ende bringt, das unserem Werk entspricht. Am Ende steht der Tod des Tötens. Denn das Gute soll bleiben und das Böse muss vergehen.</div><div><br></div><div>So ist er unser Gott, dein Gott, der Herr, der Herrschende. Nicht die Götter herrschen, nicht die glitzernde Illusion des Wohlstands, weder das weltergründende Allwissen noch die weltumspannende Allgegenwart noch die weltzerstörende Allmacht. Nicht in unserer Hand, wie wir uns anmaßen, liegt das Geschick der Welt, sondern in seiner. Denn er hat sie erschaffen, er wird ihr auch ein Ende setzen, doch nicht zu unserer, sondern zu seiner Zeit.</div><div><br></div><div>Nichtiges Possenspiel sind all unsere Versuche, die Welt zu bewahren oder zu zerstören. Absurdes Theater sind die Diskussionen, Interpretationen, Streitigkeiten, Aufgeregtheiten, Gereiztheiten, Vorhaltungen, Verunglimpfungen, das Aneinander-Vorbeireden, Nur-sich-selber-Zuhören, Nur-sich-selber-Kennen, Recht-haben-Wollen, Gott-sein-Wollen. Die Götter führen in Absurditäten ohne Ende.</div><div><br></div><div>Er aber, der Herr, dein Gott, außer dem kein Befreier ist, kein Retter, kein Erlöser, er führt uns zueinander, führt Feinde zusammen, macht Zerstörer zu Bewahrern, Götzenverehrer zu Gottesverehrern, Feinde zu Freunden, Entfremdete zu Vertrauten, Verlorene zu Gefundenen, Ideologen zu Freien, Tote zu Lebendigen, Menschen Opfernde zu, wenn es sein muss, sich selbst Opfernden. Er, der Herr, dein Gott vom Lande Ägypten her, von deiner Rettung her, mit der er dir das Leben schenkte, auf dass auch du Leben schenkst – E<span class="fs12lh1-5">R</span> macht alles neu.</div><div><br></div><div class="imHeading2">Darum werden die dunklen Mächte sich auflösen</div><div>in das, was sie sind, <span class="fs14lh1-5">in Nichtse, und ihre Anhänger werden verschwinden wie ein dunkler Nebel und eine schwarze Rauchschwade. Und es wird sein eine schwere Randnotiz der Geschichte, die man mit Kopfschütteln betrachtet, unbegreiflich, unfassbar, unerklärbar – wie konnte man nur so irren? Der geopferten Menschen aber wird man gedenken, den verpassten Chancen wird man nachtrauern, das bleibende Leid wird man ertragen müssen, und die kommenden Generationen werden sich grauen vor so viel Unverstand, so viel Götzenverehrung und Menschenopfern.</span></div><div><br></div><div>Das Gute aber wird bleiben, immer neu erschaffen von unserem Gott, der aus dem Tod das Leben erschafft, der selbst in den Tod gegangen ist, um zum Leben zu erstehen. Das Gute wird kein Ende nehmen in den Menschen, denen es eingepflanzt wird und die es wachsen lassen, die sich nicht den Göttern verschreiben, sondern frei bleiben, Befreite des Herrn, die sich unter seine Herrschaft beugen, weil sie wissen, dass das Heil und Wohl allein von ihm kommt und nicht von den Wohlstands- und Kriegsgöttern.</div><div><br></div><div>Und am Ende schließlich wird es keine Götter und keine Menschenopfer mehr geben, sondern nur noch den einen Gott und jene Menschen, denen er, obwohl sie wussten, was sie taten, in seiner unermesslichen Gnade all ihre Menschenopfer vergab, jene, die durch des Gottes Gnadenmacht zur Einsicht kamen und umkehrten von den Göttern des Todes zu dem Gott des Lebens, der ihnen trotz ihrer Todesschuld noch einmal das Leben schenkte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5">Foto: falco auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 07 Oct 2022 08:35:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |56]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000192"><div><br></div><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Liebe zum Feind und Gewaltlosigkeit, wie Jesus sie fordert, bedeuten: Schau dir deinen Gegner gut an. Er ist niemals das Böse schlechthin, du musst unterscheiden lernen: Vor dir steht ein Täter, der Unrecht begeht, das ist das eine. Vor dir steht aber auch ein Mensch, das ist das andere, und das verbindet euch trotz aller Feindschaft. [...]</i></b></div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></i></b></div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Jesus sagt darum: "Liebt eure Feinde! Weitet euren Blick für sie und nehmt sie wieder als Menschen wahr. Versucht zu verstehen, warum sie so bedrohlich denken und handeln, und welchen Anteil womöglich ihr selbst daran habt." Es ist eine Frage der Weisheit, den Feind so zu achten, dass man ihn versteht und dieses Verstehen einbringen kann in die Begegnung mit ihm, denn das ist der einzige Weg zum Frieden. [...]</i></b></div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></i></b></div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Praktisch bedeutet es zum Beispiel dies: Der eine bedenke die Angst des anderen und versuche zu ergründen, was er selbst beiträgt zu ihrer Entstehung. Der eine bedenke, worunter der andere leidet, schließe ihn nicht aus und laufe nicht vor ihm weg, sondern schließe ihn ein und halte bei ihm aus.</i></b></div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></i></b></div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Jörg Zink</i></b></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Der Friede ist nicht so schwer, wie wir es uns manchmal vorstellen. Eigentlich ist uns alles gegeben, um in den meisten Fällen im Frieden miteinander zu leben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Dazu gehört jedoch die Weite eines Blickes, die den Feind nicht als Inbegriff des Bösen wahrnimmt, sondern als einen Menschen – ein von Gott geliebtes Geschöpf.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Dazu gehört auch der Blick auf die eigene Fehlbarkeit: auf das, was man selbst zur Entstehung des Konflikts, zur Angst des anderen und zu seinem bedrohlichen Denken und Handeln beigetragen haben könnte.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Es ist nicht schwer, diese wenigen Schritte zu tun. Wir müssen sie nur tun wollen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir können Gott darum bitten, dass er die Herzen vieler Menschen, besonders der Mächtigen, so verändern möge, dass sie diese wenigen Schritte tun.</span></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Jörg Zink: Erst die Liebe zum Feind schafft Frieden. In: Margot Käßmann / Konstantin Wecker (Hg.): Entrüstet euch! Warum Pazifismus für uns das Gebot der Stunde bleibt. Texte zum Frieden. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2015, S. 153.156.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 03 Oct 2022 19:02:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wie Glaube die Angst relativiert]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000191"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wie Glaube die Angst relativiert</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/10/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>"Langsam reicht's!" sagen viele Menschen. Sie meinen die Krisen, die über uns hereingebrochen sind. Und sie haben recht. Wir leben in einer Zeit, in der mehrere schwere Krisen aufeinandertreffen: Der Klimawandel mit seinen Folgen, die Pandemie, der Krieg in der Ukraine, eine Wirtschaftskrise und steigende Inflation. Es ist verständlich, dass Menschen Angst haben. In Krisenzeiten wird besonders deutlich, dass Angst zum menschlichen Leben gehört.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Ängste in den gegenwärtigen Krisen</div><div><br></div><div>Denken wir an den Klimawandel: Die einen fordern vor allem weniger CO2-Emissionen, um die Erhöhung der globalen Temperatur auf der Erde zu begrenzen. Andere setzen eher auf technische Entwicklungen, mit denen der Mensch den Klimawandel ihrer Meinung nach bewältigen wird. Wieder andere verdrängen den Klimawandel oder leugnen ihn gleich ganz. Ich denke, dass alle auf jeweils ihre Weise die Angst vor den katastrophalen Folgen des Klimawandels besiegen wollen.</div><div><br></div><div>Oder wie war es in der Corona-Pandemie? Die einen forderten beständig strengere Schutzmaßnahmen des Staates, um ihre Angst vor einer Infektion zu verringern. Die anderen forderten die Verringerung oder Aufhebung von Schutzmaßnahmen. Sie sahen keine so große Gefahr in der Pandemie. Manche deuteten sie sogar zu einer leichten Grippe um. Ich denke, dass alle Angst hatten. Die einen versuchten ihre Angst zu bewältigen, indem sie die Gefahr einer Infektion minimierten, die anderen, indem sie die Gefahr, die von einer Infektion ausging, als niedrig bewerteten oder sogar ganz ausschlossen.</div><div><br></div><div>Und nun auch noch der Krieg. Auch hier gehen die Meinungen stark auseinander. Die einen wollen weniger oder gar keine schweren Waffen an die Ukraine liefern. Ich denke, dabei spielt auch die Angst vor einer Ausweitung des Krieges bis hin zu einem Atomkrieg eine Rolle. Die Menschen wollen ihre Angst verringern, indem sie der Ukraine Zugeständnisse gegenüber Russland zumuten und Verhandlungen fordern, die zu einem Waffenstillstand führen.</div><div><br></div><div>Die anderen fordern ganz im Gegensatz dazu mehr Lieferungen schwerer Waffen. Ich denke, dass auch sie Angst vor einer Ausweitung des Krieges haben. Darum betonen sie oft: Wenn wir die Ukraine nicht mit ausreichenden Waffen ausstatten, wird Russland als nächstes Georgien oder Polen angreifen, und dann auch bald uns in Deutschland. Sie wollen diese Angst bewältigen, indem sie die Ukraine militärisch stark machen. Militärische Stärke verringert ihre Angst.</div><div><br></div><div>Natürlich würden beide Seiten niemals zugeben, dass sie Angst haben. Sie betonen (und glauben es wahrscheinlich meist auch selber), dass es ihnen allein um die Rettung der Menschen in der Ukraine und die Wahrung des Weltfriedens geht. Sowohl die Waffenlieferungen als auch die Zugeständnisse und Verhandlungen haben angeblich allein humanitäre Gründe.</div><div><br></div><div>Die Psychologie sagt uns allerdings, dass unsere Entscheidungen in erster Linie von unserem Bauchgefühl geprägt sind und nicht so sehr von unserem Kopf. Nimmt man das ernst, dann wird man eingestehen müssen: Wir alle haben Angst und versuchen, durch scheinbar rationale Gründe unsere Angst zu überwinden. Das Rationale ist dabei aber meist vorgeschoben. Die Entscheidungen fallen vor allem in unserer Gefühlswelt, nicht in der Vernunftwelt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Jesu Wort gegen die Angst</div><div><br></div><div>Es gibt noch viele andere Gründe, Angst zu haben, als die oben beispielhaft genannten. Auch Christinnen und Christen haben Angst. Bekannt ist, was Jesus nach Joh 16,33 sagte, hier in der Lutherübersetzung zitiert:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.</i></span></div><div><br></div><div>Übersetzt man wörtlich, dann lautet der Satz so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In der Welt habt ihr Bedrängnis (oder: Drangsal, Einengung); aber seid mutig, ich habe die Welt besiegt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das griechische Wort, das <span class="fs14lh1-5"><i>Luther </i></span>mit "Angst" übersetzte (<span class="fs14lh1-5"><i>thlípsis</i></span>), bedeutet also eigentlich „"Bedrängnis", "Drangsal" oder „Einengung". In außerbiblischen Schriften steht es auch einfach für "Druck" und "Drücken". Für "Angst" hat das Griechische eigentlich andere Wörter (<span class="fs14lh1-5"><i>phóbos</i></span>, <span class="fs14lh1-5"><i>aporía </i></span>oder <span class="fs14lh1-5"><i>agonía</i></span>; von diesen Wörtern her kommen unsere Fremdwörter <span class="fs14lh1-5"><i>Phobie</i></span>, <span class="fs14lh1-5"><i>Aporie </i></span>und <span class="fs14lh1-5"><i>Agonie</i></span>). Dennoch ist Luthers Übersetzung nicht ganz falsch, denn im Deutschen gehören <span class="fs14lh1-5"><i>Angst</i></span>, <span class="fs14lh1-5"><i>Enge </i></span>und <span class="fs14lh1-5"><i>Bedrängnis </i></span>zur indogermanischen Wortgruppe von <span class="fs14lh1-5"><i>eng</i></span>. Tatsächlich macht alles, was uns einengt, Angst.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Luthers </i></span>Übersetzung "seid getrost" ist wohl ebenfalls ungenau, auch wenn sie sicher eindringlicher ist als das relativ kühle "seid mutig", das auch ein wenig nach einem simplen "Kopf hoch!" klingt. Im biblischen Griechisch hat das Verb, das dort steht, wohl immer den Sinn "voller Mut sein", "Mut haben".</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Jesu Bedrängnis und Sieg</div><div><br></div><div>Jesus sagt den Satz zu seinen Jüngerinnen und Jüngern. Wenn im Neuen Testament "Jünger" steht, können wir ruhig Jesu "Jüngerinnen" mitdenken. Sie waren oft dabei, auch wenn sie nicht ausdrücklich erwähnt werden. Jesus spricht also mit diesem Wort aus, dass er um die Angst der Glaubenden weiß. Wir müssen unsere Angst also nicht vor ihm verheimlichen.</div><div><br></div><div>Zugleich bittet Jesus uns, den Mut nicht zu verlieren. Und zwar deshalb nicht, weil er die Welt mit ihrer Bedrängnis und Angst besiegt hat. "Besiegt" heißt: Die Welt hat keine letzte Macht mehr über uns. Ihre Macht ist schon gebrochen. Die Macht liegt allein bei Jesus, das heißt bei Gott.</div><div><br></div><div>Aber wie hat Jesus Bedrängnis und Angst besiegt? Hat er nicht selber Angst ausgestanden vor seiner Kreuzigung? Und ist nicht sein Tod am Kreuz so etwas wie die größte Bedrängnis, die man sich vorstellen kann?</div><div><br></div><div>Man kann das so sagen. Aber Jesu Geschichte ist ja mit seinem Tod nicht zu Ende. Das Neue Testament erzählt bekanntlich, dass er drei Tage später von den Toten auferweckt wurde. Nach unserer Zählung war es nur zwei Tage später; aber damals zählte man den Tag der Kreuzigung als ersten Tag mit.</div><div><br></div><div>Jesus hat also Angst und Bedrängnis besiegt, indem er sie bewusst auf sich nahm und durchlitt. Er hat sich durch sie nicht irre machen lassen, hat sein Vertrauen zu Gott in der Not nicht aufgegeben. Er hat darauf vertraut, dass Gott auch in Angst und Tod an seiner Seite bleibt. So konnte er an seiner Liebe zu den Menschen festhalten, indem er sich ihnen auslieferte. Und so hat er Angst und Bedrängnis die Macht genommen.</div><div><br></div><div>Seitdem ist klar: Angst, Bedrängnis, Tod können uns letztlich nichts anhaben. Sie können uns zwar alles nehmen, was wir in der Welt haben – auch unser Leben. Aber sie können uns Gottes Liebe und Fürsorge nicht nehmen. Sie können uns das Leben nicht nehmen, das Gott im "Himmel" für uns vorgesehen hat. Darum haben Angst, Bedrängnis und Tod keine letzte Macht über uns.</div><div><br></div><div>Im Vertrauen auf die Fürsorge Gottes über den Tod hinaus sind Bedrängnis und Angst nicht einfach weg. Darum sagte Jesus realistisch "In der Welt habt ihr Bedrängnis". Und er selbst verspürte vor seiner Kreuzigung die ganze Angst und Bedrängnis, die das Leben in dieser Welt mit sich bringt.</div><div><br></div><div>Doch Bedrängnis und Angst können im Vertrauen zu Gott besiegt werden. Dieser Sieg ist zwar nicht einfach da, sondern ihm geht voraus ein echtes Überwinden, ein Kämpfen. Billiger ist der Sieg nicht zu haben. Darum braucht es tatsächlich Mut, diesen Kampf zu führen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Im Glauben ist nicht einfach alles durch Hoffnung zugedeckt und Angst kein Thema mehr, sondern es muss manchmal auch ein Kampf um die Hoffnung geführt werden.</i></span></div><div><br></div><div>Im Vertrauen auf Gott kann diese Hoffnung errungen werden – eine Hoffnung, die stärker ist als Angst, Bedrängnis und Tod. Denn für den Menschen, der sich letztlich und ewig bei Gott gut aufgehoben weiß, relativieren sich Angst und Bedrängnis. Sie können, wenn es ihm geschenkt wird, sogar ganz verschwinden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Hoffnung in den gegenwärtigen Krisen</div><div><br></div><div>Die gegenwärtigen Krisen machen uns zu schaffen. Wir wissen nicht, was noch auf uns zukommt. Es ist nicht auszuschließen, dass die Menschheit von schwerem Leid befallen wird. Diese Unsicherheit macht Angst, denn niemand möchte schwer leiden. Darum versuchen wir, die Krisen durch politische Aktivitäten zu entschärfen und so unsere Angst zu verringern.</div><div><br></div><div>Dem Menschen, der nur die sichtbare Wirklichkeit der Welt als Realität anerkennt, bleibt auch gar keine andere Möglichkeit, als zu versuchen, die Krisen selbst zu lösen. Die Angst besiegt er dadurch jedoch offensichtlich nicht. Sie wird nur besiegt in der Gewissheit, dass es mehr gibt als die sichtbare Wirklichkeit der Welt. Sie wird besiegt im Vertrauen auf einen gütigen Gott, welcher der Herr der Geschichte ist und Angst und Bedrängnis <span class="fs14lh1-5"><b>schon besiegt hat</b></span>, so dass ihr Ende bereits vorprogrammiert ist.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Eine Not aber, deren Ende bereits vorprogrammiert ist, muss uns nicht mehr allzu sehr erschüttern.</i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> hat in wenigen Sätzen, die er im Gefängnis schrieb, sehr eindrücklich zum Ausdruck gebracht, wodurch die Angst vor der Zukunft überwunden werden kann:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen [Röm 8,28]. Ich glaube, dass uns Gott in jeder Notlage so viel Widerstand und Kraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Quellennachweis</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Zur wortgeschichtlichen Bemerkung vgl. den Duden "Etymologie", Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, Duden Band 7, 2. Aufl., Dudenverlag 1989, unter den Stichwörtern "Angst" und "eng".</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Das Bonhoeffer-Zitat ist aus Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. Chr. Kaiser Verlag, Neuausgabe 3. Aufl, 1985. S. 20f. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 03 Oct 2022 10:27:00 GMT</pubDate>
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		</item>
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			<title><![CDATA[Die Gefahr der Frömmigkeit: Stolz]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000190"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Gefahr der Frömmigkeit: Stolz</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 29/09/2022</span></div><div><br></div><div>Kann man dankbar sein für etwas, was man selber getan hat? Wohl kaum. Über das, was man selber getan hat, kann man sich freuen, wenn es gelungen ist. Oder sogar stolz darauf sein.</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen freuen sich über ihren Glauben – zu recht. Und zum Stolz auf den eigenen Glauben ist es dann nur noch ein kleiner Schritt.</div><div><br></div><div>Darum gibt es einen – oft gar nicht bewussten – Stolz auf den eigenen Glauben. Gerade der fromme Mensch ist in Gefahr, auf seinen Glauben insgeheim stolz zu sein.</div><div><br></div><div>Er denkt dann etwa: "Ich bin so dankbar dafür, dass Gott mich angesprochen hat und ich ihm Glauben schenken konnte. Ich habe mich für Gott entschieden. Damit habe ich die einzig richtige Entscheidung getroffen. An dieser Entscheidung halte ich bis heute fest."</div><div><br></div><div>Bei solchen Äußerungen bekomme ich regelmäßig Bauchschmerzen. Sie sagen etwas Richtiges und etwas Falsches zugleich.</div><div><br></div><div>Natürlich ist es der einzelne Mensch, der glaubt. Natürlich hat dieser Mensch eine Entscheidung getroffen. Natürlich ist es der Mensch, der bis heute an dieser Entscheidung festhält.</div><div><br></div><div>Aber heißt das schon, dass der Mensch all dies aus eigener Kraft getan hat? Heißt das, dass der Glaube auf einer menschlichen Fähigkeit beruht?</div><div><br></div><div>Nach biblischem Verständnis beruht der Glaube nicht auf einer menschlichen Fähigkeit, einer aus menschlichen Vermögen und menschlicher Kraft vollzogenen Entscheidung. Der Glaube ist vielmehr ein Geschenk Gottes an den Menschen.</div><div><br></div><div>In Eph 2,8-10a heißt es:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Aus Gnade seid ihr gerettet – durch den Glauben. Das verdankt ihr nicht eurer eigenen Kraft, sondern es ist Gottes Geschenk. Er gibt es unabhängig von irgendwelchen Taten, damit niemand darauf stolz sein kann. Denn wir sind Gottes Werk.</i></span></div><div><br></div><div>Paulus spricht einmal von der Zuversicht des Glaubens und geht dann darauf ein, woher es eigentlich kommt, dass wir zuversichtlich sein können (2Kor 3,4-6):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Von uns aus sind wir dazu gar nicht fähig. Wir können uns nicht etwas zuschreiben, als hätten wir es aus eigener Kraft erreicht. Sondern es ist Gott, der uns dazu befähigt hat. Er hat uns die Fähigkeit verliehen, Diener des neuen Bundes zu sein.</i></span></div><div><br></div><div>An anderer Stelle sagt Paulus einmal kurz und bündig (Gal 2,20a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir.</i></span></div><div><br></div><div>Man könnte diesen Satz so abwandeln:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich glaube, aber nicht mehr ich, sondern Christus glaubt in mir.</i></span></div><div><br></div><div>Das klingt widersprüchlich: Wer lebt und glaubt denn nun, ich oder Christus in mir? Beides ist richtig! Indem Christus in mir lebt und glaubt, lebe und glaube ich.</div><div><br></div><div>Der Evangelist Johannes hat dasselbe in einem bekannten Bild ausgedrückt. Jesus sagt (Joh 15,5):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.</i></span></div><div><br></div><div>Die Weinreben sind mit dem Weinstock verbunden und erhalten all ihre Kraft durch ihn. Ohne ihn können sie nicht leben und sind sie nichts. So ist es auch mit den Glaubenden: Sie sind mit Christus verbunden, sind in gewissem Sinne eins mit ihm geworden. Christus ist "in ihnen" und sie sind "in Christus", so dass sie ihre Kraft zum Glauben und Lieben durch ihn erhalten.</div><div><br></div><div>Es gibt noch viele andere Bibelworte, die deutlich machen, dass wir nicht aus eigener Kraft glauben können, sondern der Glaube ein Geschenk Gottes ist.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther</i></span> hat das in seiner Erklärung zum 3. Teil des Glaubensbekenntnisses im <span class="fs14lh1-5"><i>Kleinen Katechismus</i></span> so ausgedrückt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann.</i></span></div><div><br></div><div>Aber wenn der Glaube ein Geschenk ist, warum gibt es dann Menschen, die nicht glauben? Hat Gott ihnen das Geschenk des Glaubens vorenthalten?</div><div><br></div><div>Ich denke nicht. Denn Gott "will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" (1Thess 2,4).</div><div><br></div><div>Dann kann man nur annehmen, dass diejenigen, die nicht glauben, Gottes Geschenk des Glaubens abgelehnt haben. Um in einem Bild zu sprechen: Sie sind wie Verhungernde, die das rettende Brot ablehnen.</div><div><br></div><div>Und die Glaubenden? Sie haben das Geschenk angenommen. Man könnte folgern: Also haben sie aus eigener Kraft die richtige Entscheidung getroffen. Sie haben etwas getan, auf das sie stolz sein können.</div><div><br></div><div>Ich sehe das anders. Wenn der Verhungernde das rettende Brot annimmt, dann mag man das eine Entscheidung nennen – aber es ist doch keine Entscheidung, über die er nachgedacht und bei der er Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen hat. Er tut vielmehr das Selbstverständliche; er muss, wenn er am Leben bleiben will, nicht abwägen, was zu tun ist. Er hat gar keine andere Wahl als das Brot anzunehmen, wenn er am Leben bleiben will. Er wägt nicht ab, was jetzt zu tun ist, sondern er greift einfach zu.</div><div><br></div><div>Soll man das eine Entscheidung nennen, die er aus eigener Kraft getroffen hat? Hat der Verhungernde, der das rettende Brot annahm, seine Fähigkeit bewiesen, eine richtige Wahl zu treffen? Ich denke, er hat das einzig Mögliche, Natürliche, Selbstverständliche getan. Er hat das getan, was in ihm war, was seinem Lebenswillen entsprach, was sein Leben ausmachte. Sich anders zu entscheiden, wäre keine rationale Wahl gewesen, sondern ein irrationaler Wahnsinn. Ein Verhungernder, der leben will, aber das Brot nicht annimmt, trifft keine Entscheidung, sondern ist verrückt geworden.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Verhungernde hat also überhaupt keinen Grund, stolz darauf sein, dass er das rettende Brot, das ihm geschenkt wird, angenommen hat. Ebenso hat der glaubende Mensch keinen Grund, stolz darauf zu sein, das Geschenk des Glaubens angenommen zu haben.</span> Er hat das einzig Mögliche getan, um nicht sein Leben zu verlieren. Der andere hingegen, der das Geschenk des Glaubens nicht annimmt, lebt zwar biologisch weiter, aber spirituell ist er schon tot: Er lebt von Gott getrennt, ohne Sinn und Ziel in seinem Leben – auch wenn sein Leben ihm sehr sinnvoll erscheint und er sich alle möglichen Ziele setzt.</div><div><br></div><div>Der glaubende Mensch kann sich also nicht darauf berufen, richtig abgewogen und entschieden zu haben. Er kann keinen Anspruch an Gott geltend machen. Er kann einzig und allein dankbar sein für seinen Glauben, den er weder selber vollbracht noch verdient hat. Auch das Seelenheil hat er sich mit der Annahme des Geschenks nicht verdient.</div><div><br></div><div>Gerade die Frommen sollten sich das immer wieder klarmachen; denn sie sind besonders gefährdet, auf ihren Glauben heimlich stolz zu sein.</div><div><br></div><div>Jesus aber sagte (Joh 15,16a):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Deshalb kann kein Mensch vor Gott stolz sein.</i></span></div><div><span class="cf1"><i class="fs11lh1-5">(Paulus in 1Kor 1,29)</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Die ersten beiden und das letzte Bibelzitat sind aus der </span><span class="fs11lh1-5"><i>BasisBibel</i></span><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: falco auf Pixabay.</span></div></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 28 Sep 2022 08:43:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die ersten Freigelassenen der Schöpfung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000018F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die ersten Freigelassenen der Schöpfung</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/09/2022</span></div><div><br></div><div>Bei uns in der Nähe gibt es ein Wespennest. Gestern fand ich auf dem Erdboden eine Wespe, die sich mit einem Gegenstand abmühte, der fast so groß war wie sie selbst. Ich vermute, dass es etwas aus dem Wespennest war.</div><div><br></div><div>Einige Minuten lang glaubte ich, die Wespe wolle ihre Last irgendwohin transportieren. Als sie aber keine eindeutige Richtung einschlug und sich immer noch zappelnd und hinkend mit ihrer Last abmühte, kam mir der Gedanke, dass sie vielleicht mit dem Gegenstand verklebt war.</div><div><br></div><div>Ich suchte mir ein Werkzeug und hielt damit den Gegenstand fest. Als das nichts nützte, schob ich mein Werkzeug vorsichtig in Richtung der Wespe, ohne sie zu verletzen, und so konnte ich sie tatsächlich von dem Gegenstand lösen.</div><div><br></div><div>Nun beobachtete ich neugierig, ob sie sich den Gegenstand zurückholen würde. Die Wespe aber wollte davon nichts wissen, putzte sich einige Sekunden und hob sich dann in die Lüfte, um davon zu fliegen. Ich konnte ihr noch einen Augenblick nachsehen und freute mich, sie von ihrer Last befreit zu haben.</div><div><br></div><div>Dieses Bild der Wespe, die sich eben noch zappelnd und hinkend am Boden abgemüht hatte und nun befreit in die Lüfte erhob, war für mich ein Sinnbild der Freiheit. Und ich musste an den christlichen Glauben denken, der uns nichts anderes als Freiheit sein will.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Freiheit von Glaubensleistungen</div><div><br></div><div>Wenn ich im Glauben lebe – und nur dann! –, dann fühle ich mich frei von jedem Müssen. Ich muss mich nicht im Glauben und in der Liebe bewähren, um von Gott anerkannt zu werden. Ich muss nicht dies und das glauben, damit Gott mich liebt, muss kein guter Mensch sein und meine Schuld verstecken, damit er mich annimmt. Das alles tut Gott, schon bevor ich irgendetwas gedacht oder getan habe.</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Das einzige, was ich tun muss, um die schon vorhandene Anerkennung und Liebe Gottes auch zu </span><b class="fs14lh1-5">spüren</b><span class="fs14lh1-5">, ist: seine Anerkennung und Liebe für mich gelten lassen; im Bewusstsein </span><span class="fs14lh1-5"><b>leben </b></span><span class="fs14lh1-5">(und es nicht nur theoretisch </span><b class="fs14lh1-5">wissen</b><span class="fs14lh1-5">), dass ich bei Gott unwiderruflich anerkannt und geliebt bin.</span></i></div><div><br></div><div>Wir müssen uns aber klarmachen, dass wir gerade an dieser <span class="fs14lh1-5"><b>Praxis </b></span>des Glaubens immer wieder scheitern (siehe unten Punkt 4).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Freiheit von Angst und Sorge</div><div><br></div><div>In diesem Bewusstsein – und nur in Zeiten, in denen ich in ihm lebe! – <span class="imStrike">bin ich frei von Angst und Sorge</span> relativieren sich meine Ängste und Sorgen.</div><div><br></div><div><ul><li>Ich sorge mich nicht um den Sinn meines Tuns, denn ich vertraue darauf, dass Gott mich keine sinnlosen Weg führt, sondern meinem Tun einen Sinn geben wird.<br></li><li>Ich habe kaum Angst vor dem Tod, weil ich weiß, dass seine Liebe mir auch im Tod noch gilt und er mir deshalb im Tod Leben schenken wird.<br></li><li>Ich kann Krankheit und Leid gelassener entgegensehen, weil ich denke, dass Gott mir auch im Leid beistehen und mir Kraft geben wird, es zu ertragen. Natürlich möchte ich nicht leiden, natürlich weiß ich nicht, welche Leiden mir noch bevorstehen. Aber ich vertraue darauf, dass Gott mich nicht über die Maßen leiden lassen wird.<br></li></ul></div><div><br></div><div>So kann ich der Zukunft freier entgegensehen, weil ich sie in Gottes Händen weiß.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Freiheit von weltlicher Anerkennung</div><div><br></div><div>Wenn ich in der Gewissheit lebe, dass ich von Gott unwiderruflich anerkannt bin – und nur in Augenblicken, in denen diese Gewissheit in mir ist! –, dann bin ich frei von der Beurteilung und Anerkennung meiner Mitmenschen. Ich bin frei von jedem Leistungs-, Erfolgs- und Zeitdruck, den man mir auferlegt oder ich selbst mir auferlege. Ich kann meinen Mitmenschen gelassen begegnen, weil ich weiß, dass mein Wert als Mensch, meine Menschenwürde, allein in Gott gründet und darum niemals verloren gehen kann – egal, was andere über mich denken und sagen.</div><div><br></div><div>Natürlich kann ich nicht gut leben ohne ein Minimum an Anerkennung durch meine Mitmenschen. Und ich werde den Druck, den sie mir machen, immer irgendwie spüren. Aber er relativiert sich oder kann sogar ganz verschwinden, wenn ich weiß, dass Gott mich nicht unter Druck setzt, sondern mich im Gegenteil ohne jede Leistung, ohne jeden Erfolg anerkennt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Leben zwischen Glaube und Zweifel</div><div><br></div><div>Es gibt noch viele andere Freiheiten, die man im Glauben erlangen kann: Freiheit von Ideologien, Freiheit von Machtpositionen, Freiheit von Besitzstreben usw. So wie mir alles zur Fessel werden kann, so kann ich auch von allem befreit werden.</div><div><br></div><div>All diese Freiheiten habe ich aber nur in Zeiten, in denen ich tatsächlich im Glauben lebe, mich von Gott getragen weiß, mich in ihm geborgen fühle. Sobald der Glaube weicht, weicht auch die Freiheit, und ich bin wieder gebunden an die Lasten des Lebens.</div><div><br></div><div>Das Hauptproblem besteht darin, dass wir meist nicht im Glauben leben. Glaube ist Gottvertrauen und darum nicht eine Theorie, sondern eine Lebenspraxis. Ich lebe meist irgendwo zwischen einem überzeugten und einem zweifelnden Glauben. <span class="fs14lh1-5"><b>Theoretisch </b></span>ist mir zwar klar, dass ich mich frei fühlen kann. Die <span class="fs14lh1-5"><b>Praxis </b></span>des Glaubens aber sieht oft anders aus. Darum brauche ich Gott, der mir immer wieder neu erlaubt, der Erdenschwere des Zweifels zu entkommen und die Luft des Glaubens und der Freiheit zu atmen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Die Wespe</div><div><br></div><div>Was für ein Bild: Die Wespe, die sich minutenlang mit einer Last quälte, die sie nicht loswerden konnte, die sie am Fliegen hinderte, die ihr Leben sinnlos machte und die wahrscheinlich ihren Tod bedeutet hätte – diese Wespe fliegt befreit in den blauen Himmel, kann das ihr bestimmte Leben leben, nutzt die ihr geschenkte Freiheit, um sich Nahrung zu suchen und ihre Aufgabe am Wespennest wahrzunehmen.</div><div><br></div><div>Mir wurde die Wespe ein Bild für die Freiheit des Glaubens: Im Glauben sind wir nicht hoffnungslos gebunden an die Lasten, die uns das Leben verleiden. Auch dann, wenn wir wild zappelnd und hinkend in den Tiefen des Lebens irgendwelche Lasten mit uns herumschleppen, wenn alles so sinnlos erscheint, wenn das Leben eine einzige Qual ist – auch dann müssen wir nicht verzweifeln. Denn im Glauben ist uns verheißen, dass am Ende eine Freiheit steht, die alle irdischen Lasten hinter sich gelassen hat.</div><div><br></div><div>Im Wissen um diese Verheißung relativieren sich die Lasten des Lebens schon jetzt. Denn die kommende Freiheit ragt bereits in die Gegenwart hinein, so dass wir, wenigstens ein Stück weit, zu freien Menschen werden können – "die ersten Freigelassenen der Schöpfung" (Johann Gottfried Herder).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Sonja auf Pixabay (bearbeitet).</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2022 17:19:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Party im Himmel]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000018E"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Party im Himmel</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was uns die Engel zu sagen haben</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 20/09/2022</span></div><div><br></div><div>Alles Suchen nach Leben außerhalb der Erde ist bisher vergeblich gewesen. Aber jetzt ist es klar: Es gibt Leben nicht nur auf der Erde. Der Schöpfer hat lebendige Wesen erschaffen, die für uns weder sichtbar noch erreichbar sind. Eine vielfältige Welt von Geschöpfen tut sich auf.</div><div><br></div><div>Ich meine damit die Engel. Engel sind merkwürdige Wesen, mit denen wir heute eigentlich nicht mehr viel anfangen können – außer vielleicht mit der volkstümlichen Gestalt des Schutzengels, der so etwas ist wie ein jenseitiger Retter in letzter Sekunde. An ihn erinnern sich Menschen meistens dann, wenn sie gerade noch mal davongekommen sind. Danach ist er aber auch schnell wieder vergessen.</div><div><br></div><div>Die Bibel macht Aussagen über die Engel, die uns mitunter ziemlich schräg vorkommen. Eine ganze Welt äußerst merkwürdiger Gestalten wird da beschrieben. Der Himmel und die Erde scheinen von geisterhaften Wesen durchsetzt zu sein. Muss man das heute noch glauben?</div><div><br></div><div>Nun, von einem Müssen rede ich in Glaubensdingen nicht gern. Ich möchte aber die vielen biblischen Aussagen über Engel auch nicht einfach ignorieren. Denn es könnte ja sein, dass es im Bereich des Geschaffenen, also in der Wirklichkeit, mehr gibt als das, was uns vor Augen ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Der Himmel</div><div><br></div><div>Es gibt nämlich einen für uns unsichtbaren Bereich der Schöpfung. Die Bibel nennt ihn "Himmel". Der Himmel ist sozusagen Gottes Wohnort. Diesen Ort hat Gott selbst geschaffen – er hat sich sozusagen ein Haus gebaut. Es ist ein Ort innerhalb der Schöpfung, aber ein für uns nicht zugänglicher Ort.</div><div><br></div><div>Vielleicht sollten wir gar nicht von einem Ort sprechen, sondern besser von einer Dimension. Der Himmel ist nicht über den Wolken, sondern das Wort "Himmel" umschreibt eine uns unzugängliche Dimension der Schöpfung, in welcher der unsichtbare Gott existiert. Der unsichtbare Gott existiert also nicht in einem unendlich fernen Jenseits, sondern sozusagen in einem nahen Jenseits. Er ist in der Schöpfung gegenwärtig.</div><div><br></div><div>Der erste Mensch im Weltall, der russische Kosmonaut <span class="fs14lh1-5"><i>Juri Gagarin</i></span>, soll nach seiner Rückkehr im Jahr 1961 gesagt haben: "Ich bin in den Weltraum geflogen – Gott habe ich dort nicht gesehen." Der Satz ist ziemlich dumm. Denn der Himmel, in dem Gott wohnt, ist keine physikalische Sphäre.</div><div><br></div><div>Der Himmel ist auch nicht mit Gott zu verwechseln. Der Schöpfer ist ein anderer als der von ihm erschaffene Himmel (1Kön 8,27). Deshalb ist der Ausruf „Ach du lieber Himmel!" nur dann ein christlicher Satz, wenn man dabei an Gott denkt – oder auch an die Wesen, die um ihn herum sind.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Die Engel</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Man könnte meinen, im Himmel muss es für Gott ziemlich langweilig und einsam sein. Aber das Gegenteil ist der Fall. Im Himmel ist richtig was los. Gott ist umgeben von unzähligen lebendigen Wesen. Wir sprechen meistens von Engeln und denken an freundliche, weiß gekleidete Gestalten mit Flügeln. Die Bibel spricht eher von himmlischen Heerscharen oder Gottes Hofstaat.</span><br></div><div><br></div><div>Okay, man hat sich den Himmel nach dem Muster eines patriarchalischen Königshauses vorgestellt: im Zentrum der König auf seinem Thron, und um ihn herum diejenigen, die ihm dienen und huldigen. Wir sind eben Menschen und müssen uns menschliche Vorstellungen machen. Andere haben wir nicht zur Verfügung.</div><div><br></div><div>Nehmen wir mal vom Patriarchat und von der Monarchie Abschied (außer natürlich im Vereinigten Königreich von König <span class="fs14lh1-5"><i>Charles III.</i></span>). Gott existiert im Himmel in all seiner Macht und Herrlichkeit – unbeschreiblich und nur in Bildern aussagbar, die all unsere Vorstellungen durchbrechen: Jesaja sah Gott "auf einem hohen und erhabenen Thron sitzen, und die Säume seines Gewands füllten den Tempel" (Jes 6,1).</div><div><br></div><div>Preisfrage: Wie groß ist Gott, wenn nur die Säume seines Gewands den Tempel füllen? Antwort: Das sprengt alle irdischen Dimensionen.</div><div><br></div><div>Merkwürdige Gestalten sind um Gott herum (Jes 6,2). Auch sie durchbrechen alle uns vertrauten Ordnungen. Im Himmel geht es eben anders zu als auf Erden. Jedenfalls kann keine Rede sein von einem einsamen Gott, der vor sich hin sinniert und sich irgendwie die Zeit – sorry, die Ewigkeit vertreibt. Ein solcher Himmel wäre tödlich langweilig.</div><div><br></div><div>Gott ist also kein einsamer Herrscher, der alle Macht auf sich konzentriert, so dass für andere Gestalten gar kein Raum mehr ist. Gott ist nicht der Eine und Einzige, der keine anderen neben sich dulden kann.</div><div><br></div><div>Die anderen neben ihm – wer sind und was tun sie eigentlich? Nun, es sind geschaffene Wesen (1Mo/Gen 2,1; Röm 8,38f). Der Schöpfer wollte offensichtlich reiches Leben neben sich haben. Nicht weil er es bedurft hätte, sondern weil er ein lebensfreundlicher Gott ist.</div><div><br></div><div>Dem entspricht es, dass die Wesen im Umfeld des Schöpfers sich offensichtlich ihres Lebens freuen. Denn sie danken dem Schöpfer und preisen ihn in den höchsten Tönen. Der Himmel ist mit ihrem Lobgesang erfüllt – Freude pur, könnte man sagen, so dass selbst die tragenden Schwellen des Tempels ihre Fassung verlieren und Rauch die in Stein gemeißelte Wirklichkeit vernebelt (Jes 6,3f). Der Gedanke drängt sich auf an den künstlich erzeugten Nebel eines Rock-Konzerts, das uns aus der kalten Wirklichkeit verifizierbarer Fakten ein Stück weit herausreißen will.</div><div><br></div><div>(Nichts gegen verifizierbare Fakten, aber einiges gegen die Illusion, sie könnten die ganze Wirklichkeit abbilden.)</div><div><br></div><div>Aber zurück zu den Engeln: Sie danken und loben den Schöpfer nicht nur, weil er sie als Einzelne erschaffen hat, sondern weil er die gesamte Geschöpfwelt erschaffen hat. Deshalb ist ihr Lob immer zugleich Aufforderung an alle Geschöpfe, in dieses Gotteslob einzustimmen (Ps 103,20-22). Wohlgemerkt: Nicht etwa die Engel sollen angebetet werden, sondern allein der Schöpfer, den auch die Engel anbeten (Offb 22,8f).</div><div><br></div><div>Die derart von Freude erfüllten himmlischen Wesen sind keine Müßiggänger. Sie sind ihrem Schöpfer zu Diensten und bringen seine Botschaften vom Himmel auf die Erde. Es können eigentlich nur Freudenbotschaften sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Eine überkomplexe Wirklichkeit</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Aber schauen wir uns diese Wesen einmal genauer an. Sie werden unterschiedlich beschrieben: mal mit mehreren Gesichtern, mal halb Tier, halb Mensch, meist mit Flügeln (z.B. Hes/Ez 1,5-14). In Gegenwart von Menschen treten sie weniger irritierend auf, mitunter sogar in Menschengestalt (z.B. 1Mo/Gen 18,1-16).</span><br></div><div><br></div><div>Die Gestalten erinnern an aktuelle Fantasy-Filme. Phantastische Wesen haben Hochkonjunktur. Doch die Engel sind weit mehr als Phantasie-Gestalten. Man muss nicht annehmen, dass die biblischen Visionen die Engel in ihrer äußeren Gestalt beschreiben, um diesen Beschreibungen einen Sinn abzugewinnen.</div><div><br></div><div>Ich verstehe die Engel als Kreaturen, welche über die uns zugängliche Wirklichkeit hinausgehen. Insofern stellen sie eine Wirklichkeit dar, die für uns überraschend, unzugänglich und nicht erkennbar, aber dennoch erfahrbar ist. Mit anderen Worten: Die Wirklichkeit umfasst mehr als das, was wir erkennen können. Und sie ist komplexer, als unsere Vernunft sie beschreiben kann.</div><div><br></div><div>Denn die Engel widersprechen der uns vertrauten Ordnung der Welt. Als Mischwesen zwischen Mensch und Tier haben sie größere Fähigkeiten, als ein Mensch oder ein Tier sie hat. Mit ihren tierischen Fähigkeiten sind sie den Menschen zum Beispiel an Stärke und Schnelligkeit überlegen. Mit ihren menschlichen Fähigkeiten sind sie den Tieren zum Beispiel an Verstand überlegen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die Engel machen uns klar, dass unsere Macht und Wirklichkeitswahrnehmung begrenzt ist. Die Komplexität der Wirklichkeit übertrifft unsere Wahrnehmung.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Gottes Macht und Herrlichkeit</div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Bei alldem sollten wir nicht vergessen, dass die Engel keine eigenen Ziele verfolgen, sondern allein Gott dienen, ihn anbeten und auf ihn verweisen. Deshalb spiegeln die Engel nichts anderes als die unermessliche Macht und Herrlichkeit Gottes wider.</span><br></div><div><br></div><div>Um Gottes Macht und Herrlichkeit widerzuspiegeln, reichen offensichtlich ein paar Engel nicht aus. Deshalb ist ihre Zahl unvorstellbar groß: nach Dan 7,10 sind es 10.000 mal 10.000 Engel, die Gottes Hofstaat bilden. Unvorstellbar groß ist also Gottes Macht und Herrlichkeit.</div><div><br></div><div>Gottes Herrlichkeit hat nichts mit der eines Popstars oder eines weltlichen Königs zu tun. Seine Macht ist auch nicht die eines weltlichen Machthabers. Wenn man Gott schon als König bezeichnen will, dann ist er ein König ganz anderer Art.</div><div><br></div><div>Denn Gottes Herrlichkeit besteht nicht in materiellem Reichtum, in überlegener Stärke, Ruhm oder Ehre. Sie besteht vielmehr im Reichtum seiner Liebe zu seinen Geschöpfen und in der Überlegenheit, für seine Geschöpfe sogar zu leiden. Entsprechend gründet seine Macht nicht auf Gewalt und Zwang, sondern darauf, sich aus Liebe erniedrigen zu lassen und dennoch an seinen Geschöpfen festzuhalten.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gottes Macht ist die Macht der Liebe. Gerade darin zeigt sich seine Überlegenheit über alle weltliche Macht.</i></span></div><div><br></div><div>Weil Gottes Macht nicht auf Gewaltanwendung beruht, ist auch die Macht der Engel nicht von dieser Art. Jesus hat bei seiner Verhaftung die Legionen von Engeln nicht zu Hilfe gerufen, um sich von ihnen gegen seine Verfolger verteidigen zu lassen (Mt 26,53). Darum ist es nicht Aufgabe der himmlischen "Heerscharen", Gewalt anzuwenden – es sei denn, das Böse wird vernichtet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Gott handelt durch Engel auf Erden</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div>Engel<span class="fs14lh1-5"> umgeben Gott und begleiten sein Handeln – im Himmel und auf Erden. Als Boten Gottes richten die Engel Gottes Botschaften aus. Am bekanntesten ist der Engel aus der Weihnachtsgeschichte: "Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren!" (Lk 2,10f). Das Ereignis ist so überwältigend wichtig, dass der Engel plötzlich von den himmlischen Heerscharen umgeben ist, die einen Lobgesang auf Gott anstimmen (Lk 2,13f).</span></div><div><br></div><div>Aber nicht nur der Heiland ist den Engeln wichtig. Sie nehmen auch an <span class="fs14lh1-5"><b>unserem </b></span>Geschick Anteil (Lk 15,7.10). Wir sind Gott anscheinend so wichtig, dass er jedem Menschen einen himmlischen Engel zugeordnet hat (Mt 18,10; Apg 12,15). Was das konkret bedeutet, beschreibt das Neue Testament nicht. Jedenfalls macht es deutlich, dass wir wahrgenommen werden und dass <span class="fs14lh1-5"><i>niemand auf Erden im Himmel vergessen ist</i></span>. Die populäre Vorstellung eines Schutzengels stammt daher.</div><div><br></div><div>Nach Lk 16,22 wird der kranke Bettler <span class="fs14lh1-5"><i>Lazarus </i></span>nach seinem Tod von Engeln ins ewige Leben getragen. Der reiche Mann hingegen, der in Saus und Braus lebte, wird einfach begraben. Es scheint, dass <span class="fs14lh1-5"><i>der Tod für die Armen und Kranken ein schöneres Erlebnis sein kann als für diejenigen, denen es in diesem Leben prächtig ging</i></span>. Gut, dass es himmlische Wesen gibt, die den Armen und Kranken ins Himmelreich verhelfen.</div><div><br></div><div>Wie schon erwähnt, können Engel aber auch in menschlicher Gestalt auftreten. Bekannt sind die drei Besucher, die Abraham im hohen Alter noch die Geburt eines Sohnes ankündigen. Abraham erweist sich als gastfreundlich gegenüber den Fremden (1Mo/Gen 18,1-16). Gastfreundschaft ist sowieso angebracht. Es könnte sein, dass man damit Engel beherbergt (Hebr 13,2).</div><div><br></div><div>Andersherum gesagt: <span class="fs14lh1-5"><i>Wer sich Fremden gegenüber abweisend verhält, verbaut sich möglicherweise die Begegnung mit Boten Gottes.</i></span></div><div><br></div><div>Wie bei der Geburt des Erlösers, so werden die Engel auch dabei sein, wenn der Erlöser am Ende der Zeiten wiederkommen und endgültig sein Reich aufrichten wird. Es wird dann Menschen geben, die ihn dankbar aufnehmen, und andere, die ihn abweisen. Im Auftrag des Erlösers werden die Engel diese Entscheidung bestätigen, indem sie die Menschen in beide Gruppen aufteilen – mit den Folgen, die das für die einzelnen Menschen hat (z.B. Mt 13,41; 24,31).</div><div><br></div><div>Jeder Mensch wird dann mit seiner Entscheidung ernst genommen werden – aber von wem? Von den Engeln? Nein, von Jesus Christus. Das ist wichtig. Denn Jesus Christus wird am Ende der Tage nicht weniger gnädig und vergebungsbereit sein als zu seinen Lebzeiten auf Erden.</div><div><br></div><div>Aber ehrlich: Man kann schon mal fragen, was all diese Geschichten und die ganze bizarre Engelwelt eigentlich sollen. Ist das nicht Mythologie aus längst vergangenen Zeiten?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Und was fangen wir damit an?</div><div><br></div><div>Tatsächlich handelt es sich bei der Rede von den Engeln um mythologische Redeweise. Offenbar kann die Wirklichkeit, um die es geht, nicht anders beschrieben werden. Auch das Reden von Gott und von Jesus Christus ist nicht frei von Mythologie. Mythologie ist also nicht prinzipiell falsch. Auch wenn sie heute vielen Menschen fremd zu sein scheint, spricht das nicht dagegen, dass die mythologisch beschriebene Wirklichkeit existiert.</div><div><br></div><div>Übrigens ist der Mythos uns gar nicht so fremd, wie wir vielleicht meinen. Die Fantasy-Romane und -Filme sind voll von Mythologie – von Wesen und Ereignissen, die noch viel bizarrer sind als die in der Bibel geschilderten. Diese Romane und Filme werden millionenfach gelesen und angeschaut. Warum nicht auch die biblische Mythologie?</div><div><br></div><div>Man muss sich die Engel nicht als bizarre Wesen vorstellen. Man kann sie auch als Sphären der Wirklichkeit verstehen, die Gottes Herrlichkeit mit sich bringt. Engel sind dann komplexe Konzentrationen göttlicher Macht, die allerdings etwas Personales an sich haben – wie Gott selber ja auch.</div><div><br></div><div>Mit der Vorstellung von Engeln kann man natürlich auch viel Unfug treiben. Engel sind keine Lichtgestalten in esoterischem Sinn. Wir können sie uns nicht durch unser Verhalten verfügbar machen. Sie sollen auch nicht an die Stelle Gottes treten und angebetet werden. Sie existieren überhaupt nicht unabhängig von Gott und seinem Willen.</div><div><br></div><div>Für mich ist wichtig: Gott ist nicht allein. Der Himmel ist kein trostloser Ort der Langeweile. Im Gegenteil. Etwas flapsig gesagt: Im Himmel ist Party.</div><div><br></div><div>Die Himmelswelt ist bunt, vielgestaltig und kreativ. Ein vielfältiges Treiben und ein Ort unermesslicher Freude. Für uns vielleicht merkwürdig und irritierend, aber jedenfalls nicht langweilig. Es passiert eine Menge im Himmel.</div><div><br></div><div>Natürlich ist die Party im Himmel kein wildes Saufgelage à la Ballermann, sondern Freude pur. Weltlich gesprochen: Auch Musik und Gesang fehlen nicht, aber alles ist auf Gott und seine Herrlichkeit ausgerichtet. Nicht im eigenen Interesse, also um selbst Spaß zu haben, wird dort gefeiert, sondern im Interesse Gottes, ihm zur Ehre. Aber gerade dadurch entsteht dann auch der eigene Spaß! In dieser Freude und im Gotteslob sind alle miteinander verbunden.</div><div><br></div><div>Die Engel dienen auch dazu, die himmlische Party auf die Erde bringen: die Vielgestaltigkeit des Lebens, die Dankbarkeit und Freude, das Gotteslob trotz alles Beklagenswerten, das es auf Erden gibt.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Es macht Mut zu wissen, dass unsere beklagenswerte Wirklichkeit nicht die einzige Wirklichkeit ist; dass es im Himmel einen Ort vielstimmiger Freude gibt, einer Freude, die sich durch nichts und niemanden trüben lässt.</i></span></div><div><br></div><div>Die himmlische Party ist ein Mehr an Wirklichkeit, ein Mehr an Leben und Lebensfülle, als wir es kennen. Es ist ein für uns nur in Grenzen vorstellbares Leben. Aber ich bin froh, dass es dieses Leben gibt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="imUl">Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Michael Welker: Die Engel und Gottes Gegenwart in der Schöpfung: Beeindruckende Logik, aber hyperkomplexe Wirklichkeit. In: Derselbe: Schöpfung und Wirklichkeit. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1995. S. 69-88.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Hans Bietenhard: Engel, Bote. In: Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament. Hg. von Lothar Coenen, Erich Beyreuther und Hans Bietenhard. R. Brockhaus Verlag. 9. Auflage = 1. Sonderausgabe 1993. S. 226-230.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Karl Barth: Die Kirchliche Dogmatik. Dritter Band: Die Lehre von der Schöpfung. Dritter Teil, § 51: Das Himmelreich, Gottes Botschafter und ihre Widersacher. Theologischer Verlag Zürich, Zürich 1950. S. 426-623.</span><br></li></ul></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Jason Goh auf Pixabay.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 20 Sep 2022 08:51:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[totentanz]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000018D"><div><br></div><div><div class="imHeading1">totentanz</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/09/202</span><span class="fs11lh1-5">2</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wir trinken aus gläsernen krügen das glück</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>spielen mit kindern die zukunft</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>erklären die welt mit gewogenen worten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>spotten des todes mit lachen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>feiern das leben vom morgen bis abend</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bilder des todes sie rauschen vorbei</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>am sessel der betroffenheit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>vor dem</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>tatort</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie schreien den tod uns entgegen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in den blitzenden bomben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>röcheln ihre schmerzen in den sumpf</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>schreien bis ans ende</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>weh mir ich vergehe</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bewahre vor dem Tod</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>herr wie lange</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mein gott warum hast du</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und sie sterben im gottlosen grauen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gestern morgen heute</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>jetzt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wir sind besorgt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>preise explodieren lieferketten klemmen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gas fließt nicht strom wird teuer</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>lebensmittel unbezahlbar</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>weltlage klimakrise pandemie</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wir klagen an diskutieren</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>machen kompromisse gesetze</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>forschen fordern verbessern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>reden und reden und reden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>über erobern rückerobern regime wechseln</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>krieg einfrieren gewinnen nicht verlieren</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>waffen liefern noch jahre</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>noch jahre noch jahre wie lange</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bis ans ende wessen ende</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>herr wie lange schreien röcheln</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>reden von präsidenten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in lichten parlamenten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>glasbauten studios ämtern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>über das sterben aber nicht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unsres</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie schreien den täglichen tod hinaus</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mach end o herr mach ende</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie sterben und sterben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in schlammigen gräben grausigen gräbern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>verblutet vergessen 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reden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>von großreich europäischer ordnung</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>verteidigung der freiheit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>roten linien leben in frieden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie sterben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wir fordern verantwortung</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>panzer mehr oder weniger oder keine</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>menschlichkeit werte</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>fördern das leben hassen den tod</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bis ans ende bis ans ende</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie sterben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>schreien nach leben befreiung erlösung</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>warum ist da keiner der hört</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie schreien und schreien</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und keiner gibt antwort</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und gott schreit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>du sollst nicht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>töten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * 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			<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 19:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |55]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000018C"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Dass der Krieg ein Verbrechen ist, das wagen heute auch die nicht mehr zu bestreiten, die noch an seine "Unvermeidlichkeit" glauben. Sie sind nur der Meinung, dass immer der Gegner es sei, der dies Verbrechen verursache. Erst wenn wir erkennen, dass wir alle diese Verbrecher sind durch den Glauben an diese Unvermeidlichkeit, erst dann werden wir mit Erfolg die Wege beschreiten, die dieses größte Verbrechen der Menschheit an der Menschheit selbst auszulöschen vermögen.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Helene Stöcker (1928)</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Helene Stöcker war eine deutsche Frauenrechtlerin und Pazifistin. Sie lebte von 1869-1943.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wohl die meisten Menschen würden auch heute sagen, dass der Krieg ein Verbrechen ist. Die wenigsten aber würden sagen, was Helene Stöcker meinte: dass auch der Glaube an die Unvermeidlichkeit des Krieges ein Verbrechen ist.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wer den Krieg für unvermeidlich hält, hat vor der menschlichen Bosheit kapituliert. Christinnen und Christen aber kapitulieren nicht vor der Bosheit, sondern hoffen auf ihre Überwindung.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Vollkommen überwunden sein wird die Bosheit erst in Gottes neuer Welt. Doch wirkt Gott gegen die Bosheit nicht erst in seinem jenseitigen Reich. Sein Reich ist bereits in dieser Welt angebrochen. Darum gibt es keinen Grund, vor der Bosheit zu kapitulieren. Es gibt aber allen Grund, sich von Gott im Kampf gegen diese Bosheit in Dienst nehmen zu lassen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">In der Kraft Gottes wird das Unmögliche möglich und das vermeintlich Unvermeidliche vermeidbar.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Margot Käßmann / Konstantin Wecker (Hg.): Entrüstet euch! Warum Pazifismus für uns das Gebot der Stunde bleibt. Texte zum Frieden. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2015, S. 7. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 08:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Jesus und die Queen als Identifikationsfiguren]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000018B"><div><br></div><div><div class="imHeading1 imTACenter"><span class="imUl">Jesus und die Queen als Identifikationsfiguren</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/09/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Vorgestern ist <span class="fs14lh1-5"><i>Queen Elisabeth II.</i></span> gestorben. Weltweit trauern Menschen um sie: Die Flaggen <span class="fs14lh1-5">wehen wahrscheinlich in allen</span><span class="fs14lh1-5"> 56 Staaten, die zur britischen </span><span class="fs14lh1-5"><i>Commonwealth</i></span><span class="fs14lh1-5">-Gemeinschaft gehören, auf Halbmast. Unmengen von Blumen werden für die Queen abgelegt, unzählige Tränen werden geweint. Menschen sind geschockt, obwohl die Königin schon 96 Jahre alt war und man mit ihrem baldigen Tod rechnen musste.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Wir brauchen Menschen, mit denen wir uns identifizieren können</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, was für ein Mensch die Queen war. Aber offensichtlich war sie für viele Menschen eine Sympathieträgerin und eine Identifikationsfigur.</div><div><br></div><div>Wir brauchen wohl solche Menschen, mit denen wir uns identifizieren können: Menschen, die etwas darstellen, was wir vermissen, die uns tief beeindrucken und die uns ein Vorbild des Menschseins sind. Denn wie alt wir auch sind, wir sind unser Leben lang auf der Suche nach uns; wir sind niemals ganz eins mit uns. Darum tut es gut, Menschen zu kennen, die das ausdrücken, was wir an uns selbst und an anderen vermissen.</div><div><br></div><div>Mit solchen Menschen identifizieren wir uns, so dass wir Anteil bekommen an dem, was uns an ihnen so tief beeindruckt. Es wird sozusagen ein Teil von uns. Wir projizieren unsere Wünsche und Vorstellungen vom Menschsein auf sie und denken: So wie dieser Mensch ist, so sollten alle Menschen sein. Dann wäre das Leben einfacher, erträglicher, menschlicher.</div><div><br></div><div>Andere moderne Identifikationsfiguren sind zum Beispiel: Mahatma Gandhi, der Dalai Lama, die Päpste oder Mutter Theresa. Aber auch Stars der Musikszene und des Sports bieten vielen Menschen Orientierung. All dies sind Menschen, die herausragen, weil sie vielen Menschen etwas zu sagen haben.</div><div><br></div><div>Ich weiß noch, wie wichtig in meiner Jugend meine musikalischen Helden für mich waren: Ich wollte wenigstens ein wenig von ihnen haben, habe mit ihren Liedern Gitarre spielen gelernt und habe mich dann, wenn ich ihre Songs spielte, ein bisschen wie sie gefühlt. So konnte ich mich größer fühlen, als ich war.</div><div><br></div><div>Ich denke, den Erwachsenen geht es nicht anders. Sie haben vielleicht andere Vorbilder, aber ohne Vorbilder kommen auch sie nicht aus.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Was die Queen so wichtig für viele Menschen machte</div><div><br></div><div>Was hat die Queen so wichtig für viele Menschen gemacht? Ich könnte mir vorstellen, dass sie, besonders in ihrem hohen Alter, ganz einfach menschlich wirkte. Man konnte an ihr bewundern, wie sie noch mit über 90 Jahren ihre Aufgaben erfüllte und dabei Menschlichkeit und Würde ausstrahlte – vielleicht sogar so etwas wie Weisheit. So vermittelte sie etwas von der Würde des Menschseins. Sie hatte ja eigentlich keine Macht. Aber gerade dies könnte sie so sympathisch gemacht haben: dass sie, ohne Macht zu haben, durch ihre Persönlichkeit und ihre Worte Autorität hatte und Orientierung bot. Immerhin verband sie als Oberhaupt der <span class="fs14lh1-5"><i>Commonwealth</i></span>-Gemeinschaft 56 Staaten mit fast einem Viertel der Weltbevölkerung miteinander und wurde so auch zum Symbol weltweiten Zusammenhalts und Friedens.</div><div><br></div><div>Damit deckte sie etwas ab, wonach sich wohl die meisten Menschen sehnen: Sie möchten als ein Mensch wahrgenommen werden, der eine Würde hat, die ihm nichts und niemand nehmen kann. Sie sehnen sich nach einem menschlichen Miteinander und einer menschlichen Welt. Sie suchen Orientierung in einer unübersichtlichen Welt und wünschen sich Zusammenhalt und Frieden unter den Menschen. Wahrscheinlich fanden viele Menschen dies alles und sicher noch mehr in der Queen: Sie schauten ihr ins Herz und entdeckten dort ihre geheimsten Sehnsüchte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Mit Jesus kann man sich identifizieren</div><div><br></div><div>Als ich die Bilder der um die Queen trauernden Menschen sah, habe ich mich gefragt, warum Jesus für viele Menschen keine solche Identifikationsfigur ist.</div><div><br></div><div>Jesus lebte vor 2.000 Jahren. Es gibt keine Bilder von ihm und seinem Wirken. Man kann ihn nicht <span class="fs14lh1-5"><i>live </i></span>erleben und seine Worte nicht hören. Vielen Menschen ist er einfach nur eine antike Gestalt. Sie kennen ihn nicht und können nicht in sein Herz schauen. So bleibt er ihnen ein Fremder, der ihnen nichts zu sagen hat.</div><div><br></div><div>Dabei ist von kaum einem antiken Menschen so viel bekannt wie von Jesus. Die biblischen Geschichten erzählen von seinen Worten und Taten. Sie liefern keine exakten Reportagen über das, was er sagte und tat, so wie es heute Radio und Fernsehen tun. Aber sie zeichnen ein treffendes Bild seiner Persönlichkeit. Die Menschen seiner Zeit jedenfalls waren von seiner Person offenbar tief beeindruckt.</div><div><br></div><div>Vielleicht verspüren heute viele Menschen auch deshalb eine Distanz zu Jesus, weil er als Sohn Gottes bezeichnet wird. Ein Sohn Gottes scheint von uns "normalen" Menschen meilenweit entfernt. Mit ihm kann man sich schlecht identifizieren, denn wir sind nun mal keine Söhne Gottes. Oder doch?</div><div><br></div><div>Immerhin nennt das Neue Testament diejenigen, die an Jesus glauben, Kinder Gottes (z.B. Joh 1,12). Die Glaubenden werden also Jesus, dem Sohn Gottes, in gewissem Sinne gleichgestellt. Er bleibt dennoch von ihnen in der Weise unterschieden, dass er vollkommen mit Gott, seinem und unserem Vater, eins ist, was man von keinem anderen Menschen behaupten kann.</div><div><br></div><div>Der römische Statthalter <span class="fs14lh1-5"><i>Pontius Pilatus</i></span> stellte nach Joh 19,5 den ausgepeitschten und mit einer Dornenkrone verspotteten Jesus vor die Menschenmenge und sagte: "Siehe, der Mensch" (das bekannte lateinische "<span class="fs14lh1-5"><i>Ecce homo</i></span>").</div><div><br></div><div>Demnach ist der unschuldig geschundene Jesus das Urbild eines jeden Menschen. Er zeigt zum einen, wie wir nach Gottes Willen sein sollen, nämlich unschuldig und voller Liebe. Und er zeigt zugleich, wie wir tatsächlich sind, nämlich schuldig, und wozu wir von unseren Mitmenschen gemacht werden, nämlich zu einem verurteilten und geschundenen Wesen. Dadurch, dass Gott den verurteilten und hingerichteten Jesus von den Toten auferweckt hat, zeigt Jesus außerdem, was wir in Gottes Augen sind: schuldige, aber dennoch geliebte und zum Leben berufene Menschen.</div><div><br></div><div>Weil Jesus das Urbild des Menschen ist, dürfen wir uns nicht nur mit Zöllnern und Sündern identifizieren, sondern auch mit Jesus. Jesus will Mensch unter Menschen sein. Er will vorangehen, damit wir ihm nachfolgen. Er zeigt uns, wie Gott uns gedacht hat und dass wir ganz anders sind, als Gott uns gedacht hat. Er zeigt uns, was andere Menschen für uns bestimmt haben und was Gott trotz unserer Unvollkommenheit für uns bestimmt hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Wir sollten von dem Jesus an unserer Seite sprechen</div><div><br></div><div>Die Kirchen und Gemeinschaften, alle Christinnen und Christen sollten versuchen, Jesus den Menschen unserer Zeit so nahezubringen:</div><div><br></div><div><ul><li>Jesus ist einer von uns. Er ist kein jenseitiges Wesen, sondern ein diesseitiges, ein Mensch an unserer Seite. Er ist Gott nur deshalb, weil er dieser Mensch an unserer Seite ist. Und er ist dieser Mensch nur, weil er mit Gott eins ist. Deshalb lässt sich in Jesus Gott selbst ins Herz schauen.</li><li>Jesus ist kein längst Verstorbener aus grauer Vorzeit, sondern er ist lebendig unter uns. Wir können ihn nicht sehen, aber er sieht uns und bewirkt verborgen Gutes unter uns.<br></li><li>Jesus hat uns etwas zu sagen. Er weiß um unsere Nöte, weil er sie selbst durchlitten hat. Und er zeigt uns, dass wir durch nichts und niemanden unsere Würde verlieren können, weil Gott uns würdigt, seine Kinder zu sein.<br></li><li>Jesus ist ein einzigartiges Vorbild. Er will uns Orientierung bieten und ruft uns zu Frieden, Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit, Zusammenhalt. Er weiß, dass wir uns, um dies alles zu erreichen, zurücknehmen und vielleicht auch leiden müssen. Darin besteht die Macht, welche die Welt verändert und zu einer lebenswerten Welt für alle macht.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Vielleicht sind wir viel zu schüchtern, den <span class="fs14lh1-5"><b>Menschen </b></span>Jesus groß zu machen. Vielleicht glauben wir lieber an den fernen Gott im Jenseits als an den nahen im Diesseits. Vielleicht identifizieren wir uns lieber mit einem <span class="fs14lh1-5">allmächtigen </span>Gott als mit einem<span class="fs14lh1-5"><b> im Leiden mächtigen</b></span> Menschen.</div><div><br></div><div>Wir sollten öfter fragen: Was würde Jesus dazu sagen? Was würde er heute tun? Solche Fragen werden schnell als naiv abgestempelt. Manche sagen: Das ist überheblich. Wir können doch gar nicht wissen, was Jesus dazu sagen würde und was er heute tun würde. Auf diese Weise kann man Jesus schnell ausschalten, ihn mundtot machen und in große Ferne rücken.</div><div><br></div><div>Dabei könnte Jesus ein einzigartiger Sympathieträger und eine große Identifikationsfigur sein – wenn wir uns auf ihn als einen Menschen an unserer Seite einließen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Pexels auf Pixabay</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 10 Sep 2022 13:18:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Kriegslast in der Ukraine]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000018A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Kriegslast in der Ukraine</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/09/2022</span></div><div><br></div><div>Der Ukraine-Krieg steht inzwischen nicht mehr im Mittelpunkt der täglichen Nachrichten. Dennoch sterben dort weiterhin einige hundert Soldatinnen und Soldaten täglich – junge Männer und Frauen, die ihr Leben noch vor sich hatten. Eindrücklich ist die <span class="imUl"><a href="https://www.nzz.ch/gesellschaft/sie-waren-baecker-dichter-ol-laeufer-dann-wurden-sie-ukrainische-soldaten-nun-sind-sie-tot-das-sind-ihre-geschichten-ld.1694248" target="_blank" class="imCssLink"><span class="fs14lh1-5">Dokumentation der </span><span class="fs14lh1-5"><i>Neuen Zürcher Zeitung</i></span></a></span> über einige dieser jungen Menschen aus der Ukraine.</div><div><br></div><div>Der Westen unterstützt die Ukraine weiterhin mit Waffen. Auch viele Christinnen und Christen befürworten das.</div><div><br></div><div>Mir stellen sich dabei zwei Fragen:</div><div><br></div><div><ul><li><i class="fs14lh1-5">Müssten nicht alle, die solche Waffenlieferungen befürworten, dazu bereit sein, selbst an die Front zu gehen und russische, um die 20 Jahre alte Soldatinnen und Soldaten zu töten?</i><br></li><li><i class="fs14lh1-5">Müssten sie nicht auch bereit sein, ihre Kinder und Enkelkinder im wehrfähigen Alter zum Töten an die Front zu schicken und sich dem Tod auszusetzen?</i><br></li></ul></div><div><br></div><div>Krieg ist für uns etwas Abstraktes. Wir kennen ihn nur aus dem Fernsehen. Wer aber an der Front ist, für den ist der Krieg Realität. Dann sind es nicht Zahlen von Gefallenen, die bekanntgegeben werden, sondern Menschen, die getötet, verstümmelt, für ihr Leben gezeichnet werden: junge Menschen, die leben wollen, die diesen Krieg vielleicht auch nicht wollen, die man aber gezwungen hat, an der Front zu kämpfen.</div><div><br></div><div>Die Frage, ob wir dazu bereit sind, im Krieg zu kämpfen und zu sterben oder unsere Kinder kämpfen und sterben zu lassen, stellt sich für uns gegenwärtig nicht. Aber ich denke, wer die Ukraine bei ihrem Abwehrkampf unterstützen und ihr tödliche Waffen liefern will, müsste dazu bereit sein.</div><div><br></div><div>Wenn er dazu nicht bereit wäre, würde er die Grauen des Tötens und Getötet-Werdens den Ukrainern überlassen und ihnen nur die Mittel dazu bereitstellen. Er würde von anderen etwas verlangen, was zu tun er selber nicht bereit wäre.</div><div><br></div><div>Es ist immer leicht, vom sicheren Sessel aus ein Krieg führendes Land zu unterstützen. Vollkommen anders sieht es aber aus, wenn man selber in den Krieg ziehen oder seine Kinder in den Krieg entlassen muss. Dann fällt manche Entscheidung anders aus.</div><div><br></div><div>Jesus warf übrigens den Schriftgelehrten und Pharisäern seiner Zeit vor, es sich allzu bequem zu machen, wenn es darum ging, das zu tun, was sie für geboten hielten. Sie bürdeten zwar den anderen Menschen schwere Lasten auf, machten aber keinen Finger krumm, um diese Lasten selber zu tragen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie binden schwere Lasten zusammen, die kaum zu tragen sind, und legen sie auf die Schultern der Menschen. Sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Matthäus 23,4)</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: smellypumpy auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 09 Sep 2022 09:18:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |54]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000187"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Der Friede ist nicht das Ergebnis, er ist eine Methode, miteinander umzugehn,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und wer nicht mit ihm anfängt, kommt niemals bei ihm an.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Mahatma Gandhi</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Friede steht nicht am Ende eines Weges, er ist der Weg. Man gelangt nicht zum Frieden durch Krieg.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Jeder Streit zwischen einzelnen Menschen ist ein Beweis dafür: Nur indem man aufeinander zugeht und miteinander redet, gelangt man zum Frieden. Zwischen Staaten ist es nicht anders.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wer glaubt, durch Krieg Frieden stiften zu können, unterliegt einem Irrtum. Krieg kann bestenfalls einen erzwungenen Waffenstillstand herstellen, der aber gerade kein Friede ist.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Darum müssen wir anfangen, den Weg des Friedens zu gehen. Auch dieser Weg garantiert keinen Frieden. Aber er lässt wenigstens auf ihn hoffen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Margot Käßmann / Konstantin Wecker (Hg.): Entrüstet euch! Warum Pazifismus für uns das Gebot der Stunde bleibt. Texte zum Frieden. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2015, S. 187.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 06 Sep 2022 16:26:00 GMT</pubDate>
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		</item>
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			<title><![CDATA[Was ist das Schlimmste im Leben?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000186"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was ist das Schlimmste im Leben?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 04/09/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Schon länger treibt mich der Gedanke um, dass der Tod vielleicht gar nicht so schlimm ist, wie wir ihn uns immer vorstellen.</div><div><br></div><div>Täglich sterben weltweit nicht nur über 50 Millionen Menschen, sondern auch unzählige Säugetiere, Fische, Insekten, Kleinstlebewesen ... – von den Pflanzen gar nicht zu reden.</div><div><br></div><div>Manche Theologen behaupten, Gott habe den Menschen sterblich geschaffen. In 1Mo/Gen 2,17 steht nicht, dass Adam und Eva im Paradies sterblich werden, wenn sie gegen Gottes Gebot verstoßen. Es steht dort nur, dass sie dann sterben werden.</div><div><br></div><div>Wenn diese Auslegung stimmt, würde sie bedeuten, dass Adam und Eva schon vor dem Sündenfall sterblich waren.</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, ob diese Auslegung richtig ist. Jedenfalls ist aber die Welt, in der wir leben, so beschaffen, dass der Tod unwiderruflich zu ihr gehört. Neues Leben kann nur entstehen, wenn an anderer Stelle Leben endet.</div><div><br></div><div>Ist der Tod also gar nicht so schlimm für uns? Was ist das Schlimmste im Leben?</div><div><br></div><div>Das Schlimmste im Leben ist weder der Tod noch schweres Leid. Das Schlimmste ist der Tod ohne die Hoffnung auf ein neues Leben, in welchem Gott Leid und Tod abgeschafft hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 04 Sep 2022 19:25:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gott ist nicht Big Brother]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000185"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gott ist nicht Big Brother</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 31/08/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Also die Vorstellung, Gott säße oben im Himmel auf seinem Thron und sähe sich mit allwissenden Augen an, was wir so alles an Blödsinn veranstalten, um dann sofort jede Sünde streng zu bestrafen, ist schon ziemlich schräg.</div><div><br></div><div>Leider haben nicht wenige Christinnen und Christen immer noch so eine Vorstellung von Gott im Kopf. Die Kirchen haben diesen Gott ja auch lange Zeit verkündigt, manche, die predigen, tun es noch heute, und, ja, die Bibel scheint in manchen Geschichten auch von einem streng strafenden Gott auszugehen.</div><div><br></div><div>Der strenge und strafende Vater, den wir selber vielleicht einmal hatten, mag das seine dazu beigetragen haben, dass manche nun an einen strengen und strafenden Gottvater glauben.</div><div><br></div><div>Ein Gott, dem nichts entgeht.<span class="fs14lh1-5"><i> Big brother is watching you.</i></span> Wer nicht hören will, muss fühlen. Strafe muss sein. Sie folgt der Sünde auf dem Fuße.</div><div><br></div><div>Ich sage dazu mal deutlich: NEIN. Gott findet keine Genugtuung daran, uns zu strafen, weil wir uns ihm widersetzt haben. Er muss seine Kränkung nicht an uns auslassen. Er nimmt unsere Untaten hin, so wie Jesus sie hingenommen hat. Jesus hat sich ja auch nicht an denen, die ihn verfolgten, ausgelassen. Er hat ihre Untaten vielmehr an sich geschehen lassen.</div><div><br></div><div>Die biblische Vorstellung von Strafe ist eine ganz andere. Nach Israels Verständnis in biblischer Zeit ist nämlich die Strafe schon in der bösen Tat inbegriffen. Die Strafe ist nichts, was der bösen Tat auf dem Fuße folgt, sondern sie ist Bestandteil der bösen Tat selbst.</div><div><br></div><div>Man könnte auch sagen: Die böse Tat ist nicht nur die Tat selber, sondern sie hat um sich eine Sphäre (manche sagen "Aura"), die das Leben der Beteiligten prägt. Die böse Tat ist vielleicht schnell vorbei, aber die Sphäre der Tat wirkt weiter. Sie bringt nichts Gutes mit sich. Sie straft die Beteiligten mit einer leidvollen Zukunft, und zwar auch dann noch, wenn die Tat selber schon längst vergessen ist.</div><div><br></div><div>Ein Beispiel: Vom König David wird in 2Sam 24 erzählt, dass er einmal eine Volkszählung durchgeführt hat. Der Prophet Gad hat ihm daraufhin die Nachricht überbracht, dass Gott diese Volkszählung nicht lustig fand. Nun wird David bestraft. Er darf sich zwischen Pest, Hungersnot und Krieg eine Strafe Gottes aussuchen.</div><div><br></div><div>Man denkt unwillkürlich: Was für ein Quatsch! Erstens: Was hat Gott eigentlich gegen eine Volkszählung? Zweitens: Wieso wird David so schwer dafür bestraft mit Strafen, die mit einer Volkszählung überhaupt nichts zu tun haben? Drittens: Wieso muss das arme Volk darunter leiden?</div><div><br></div><div>Doch es gibt auch Antworten. Erstens: Die Volkszählung diente dazu, die Macht des Königs zu zeigen. Je größer die Zahl seiner Untertanen, desto größer seine Macht. David wollte sich also durch die Volkszählung seine Macht vor Augen führen. Er war machthungrig. Darüber war Gott <span class="fs14lh1-5"><i>not amused</i></span> – gar nicht amüsiert.</div><div><br></div><div>Zweitens: Die Strafen haben sehr wohl etwas mit der Volkszählung zu tun. Denn sowohl Pest als auch Hungersnot und Krieg bringen Tod mit sich und verringern die Bevölkerungszahl. Seine Macht, an der David so viel gelegen war, wird also durch die Strafen verringert. Dadurch wird deutlich: Wenn der König auch noch so machtversessen ist – er kann seine Macht gar nicht sichern. Im Gegenteil: Machthunger führt zu Machtverlust.</div><div><br></div><div>Drittens: Leider leidet immer die Bevölkerung darunter, wenn die Machthaber ausrasten. Zudem wurde damals der König als Repräsentant des Volkes verstanden. Das Volk musste seine Untaten ausbaden (das ist ja heute auch nicht anders). Gott will das nicht, aber die Sphäre der bösen Tat in einer Welt, in der es Anführer gibt und geben muss, bringt das unweigerlich mit sich.</div><div><br></div><div>Die biblische Geschichte erzählt das alles so, als wenn Gott die böse Tat des Königs mit einer von ihm verhängten Strafe ahndet. Man kann die Geschichte aber auch anders lesen: Weil die böse Tat immer eine böse Sphäre mit sich führt, kann es gar nicht anders sein, als dass die Machtversessenheit des Königs in ihr Gegenteil umschlägt. Machtversessenheit bringt niemals Gutes. Das musste König David einsehen. Sein Volk musste es ausbaden. Und Gott hat nicht durch eine zweite Tat (nämlich die Strafe) die böse Tat des Königs (die Volkszählung) geahndet. Er hat es vielmehr zugelassen, dass die böse Tat des Königs die ihr gemäßen Auswirkungen hatte: Davids Machtversessenheit führte zur Verringerung seiner Macht.</div><div><br></div><div>Nach biblischem Verständnis bleibt demnach Gott die letzte Entscheidung darüber vorbehalten, ob wir die Sphäre der bösen Tat zu spüren kriegen oder nicht (ob eine böse Tat "bestraft" wird oder nicht). Gott bleibt in dieser Hinsicht der Herr des Verfahrens. Wir können ihm durch unsere eigenen Taten das Heft des Handelns nicht aus der Hand reißen.</div><div><br></div><div>Damit sind nicht alle Fragen beantwortet. Ich möchte nur mal auf ein anderes Verständnis von Strafe hinweisen. Es lassen sich auch nicht alle biblischen Aussagen über die Strafe bruchlos in dieses Schema einordnen. Mal wird der Aspekt des göttlichen Handelns stärker betont, mal der Aspekt der mit der bösen Tat sich auswirkenden Sphäre. Beides gehört zusammen, und man sollte deshalb um dieses Schema wissen, um die biblischen Aussagen über Strafe besser einordnen zu können.</div><div><br></div><div>Gott sitzt nicht auf seinem Thron, um alles zu beobachten und möglichst umgehend Strafen zu verhängen. Die Strafe ist vielmehr Teil der bösen Tat, die wir vollbringen. Wir bestrafen uns sozusagen mit unseren bösen Taten selbst. Und Gott lässt diese Selbstbestrafung geschehen – oder auch nicht. Wir können also nicht nach jeder bösen Tat eine Strafe feststellen. Das Schema geht nicht so auf, dass wir es in jedem Fall nachvollziehen können.</div><div><br></div><div>Weil das Wort "Strafe" missverständlich ist, sollte man weniger von Strafen Gottes sprechen, dafür aber umso mehr von den Folgen unserer eigenen bösen Taten. Und davon, dass Gott diese Folgen gnädig verhindern, aber auch gnädig zulassen kann. Auch das Letztere ist gnädig. Denn Gott will damit nicht seinen Zorn ausleben, sondern uns vor weiteren bösen Taten und den daraus folgenden Selbstbestrafungen bewahren. Er will uns zur Selbsterkenntnis anleiten. Bei David hat das geklappt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: suju-foto auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 31 Aug 2022 07:18:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |53]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000184"><div><br></div><div><div><span class="cf1">Zwei Männer haben ihr Land verlassen, um nicht als Soldaten kämpfen zu müssen.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Maksim Gaidukow</i></span>, 20 Jahre alt, aus <span class="fs14lh1-5"><i>Smolensk</i></span> in Russland, floh aus seinem Land und lebt jetzt in Berlin:</span></div><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf2">Ich will nicht zum Militär, das ist Betrug an der jungen Generation. Ich will nicht gegen die Ukraine kämpfen. Ich will gegen niemanden kämpfen!</span></i></b></span></div><div><br></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Ilja Owtscharenko</i></span>, 36 Jahre alt, aus der ukrainischen Großstadt <span class="fs14lh1-5"><i>Krywyj Rih</i></span>, ging im Dezember 2021 aus beruflichen Gründen nach Ungarn und und kehrte nach Kriegbeginn nicht in die Ukraine zurück:</span></div><div><br></div><div><span class="cf2"><b><i class="fs18lh1-5 ff1">Pazifisten oder Christen, die nach dem Grundsatz "Du sollst nicht töten" leben, müssen das Recht haben, die Kriegsgebiete zu verlassen. Das ist ein Menschenrecht. [...] Meine Position ist: Jeder Mensch, der einen anderen tötet, ist schuldig vor Gott. Es gibt keine Ausnahme, in keinem Fall.</i></b></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1">Zwei Männer aus den Ländern, die gegeneinander Krieg führen, weigern sich, in diesem Krieg mitzumachen. Es sind nur zwei von vielen. Andere haben Befehle verweigert, sich versteckt oder sich selbst verstümmelt, um nicht kämpfen zu müssen. Der ukrainische Grenzschutz hat seit Ende Februar ungefähr 6.400 Männer bei dem Versuch erwischt, der Wehrpflicht zu entkommen.</span><br></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1">Jeden Tag sterben Hunderte junger Männer auf beiden Seiten. Und die Oberbefehlshaber in ihren mit Atombunkern gesicherten Regierungssitzen wollen, dass der Krieg weitergeht.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1">Maksim Gaidukow und Ilja Owtscharenko haben es geschafft, sich dem gegenseitigen Töten zu verweigern. Viele andere werden zum Töten gezwungen.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1">Dass es Menschen gibt, die sich widersetzen, macht Hoffnung. "Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin."</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf1">Quelle: DIE ZEIT Nr. 33 vom 11.8.2022, Seite 13.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 27 Aug 2022 10:19:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Sinnloses Leben?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000183"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Sinnloses Leben?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/08/2022</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich habe mich schon sehr oft gefragt: Willst du noch leben? Ich habe mich auch manchmal gefragt: Kannst du noch leben? Tun das nicht viele?</span></i></span></div><div><br></div><div>Das bekannte der jüdische Publizist und Fernsehmoderator <span class="fs14lh1-5"><i>Michel Friedman</i></span> in einem Interview*. Und er fügte hinzu:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wie viel Kraft habe ich noch? Macht das Leben Sinn? Wie oft kannst du dich anstrengen, dir Mühe geben und trotzdem scheitern? Manchmal bin ich so müde. [...] Ich frage mich, habe ich noch genug Kraft, mich weiter aufzulehnen, in dieser Schonungslosigkeit zu leben? [...] Wir haben wenig erreicht. Was habe ich erreicht, wenn die AfD zweimal in den Bundestag gewählt wird, und zwar von Millionen von Menschen?</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Friedman </i></span>spielt auf den von ihm erlebten Antisemitismus an. Er fragt sich: Ist es sinnvoll, gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zu kämpfen, wenn der Kampf aussichtslos erscheint? Wenn man schließlich kaum etwas erreicht? Wenn die Geschichte über einen hinweggeht? Er fragt sich, ob er die Kraft dieses Kampfes noch aufbringen kann und will.</div><div><br></div><div>Das erinnert mich an das alttestamentliche Buch des Predigers, in der hebräischen Bibel und den katholischen Bibelübersetzungen "Buch Kohelet" genannt. Das hebräische Wort <span class="fs14lh1-5"><i>kohelet </i></span>meint eigentlich einen Versammlungsleiter, der in der Gemeinde redete oder auch lehrte.</div><div><br></div><div>Ein wesentlicher Gedanke des Buches besteht darin, dass das Leben des Menschen nichtig und sinnlos ist. <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther</i></span> übersetzte das mit dem Wort „eitel", das zu seiner Zeit die Bedeutung "nichtig, gehaltlos" hatte. Daraus hat sich die heutige Bedeutung von "eitel" entwickelt: selbstgefällig, eingebildet**.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Martin Buber</i></span> übersetzte Pred/Koh 1,2f näher am hebräischen Text***:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dunst der Dünste, spricht Versammler, Dunst der Dünste, alles ist Dunst. Welchen Vorteil hat der Mensch von all seiner Mühe, damit [= womit] er sich abmüht unter der Sonne? Ein Geschlecht geht, ein Geschlecht kommt, und die Erde steht in Weltzeit.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die <span class="fs14lh1-5"><i>Basisbibel </i></span>übersetzt etwas besser verständlich:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Windhauch um Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch um Windhauch: Alles vergeht und verweht. Welchen Gewinn hat der Mensch bei aller Arbeit, mit der er sich unter der Sonne abmüht? Generationen kommen und gehen, doch die Erde bleibt für immer bestehen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Gemeint ist, dass das Leben wie ein Hauch des Windes ist, der schnell verweht und von dem nichts bleibt, oder wie ein unbestimmbarer, alles vernebelnder Dunst, der keine klare Konturen hat. Das Leben weht dahin ohne Wiederkehr, und es fehlt ihm an Klarheit und Bestimmtheit. Lohnt es sich, zu leben? Gibt es einen Lohn für all die Mühe, hat die Mühsal einen Sinn? Die Geschichte zermalmt das Gewesene, mit den Generationen verändert sich alles, und was die einen aufgebaut haben, wird von den anderen eingerissen.</div><div><br></div><div>Das ist das pessimistische Menschen- und Weltverständnis des "Predigers". Es kommt dem Denken der Existenzphilosophie sehr nah. Auch heute stellen Menschen diese Fragen. Die Sinnfrage ist nicht tot, sondern sehr lebendig, wenn vielleicht auch verdeckt durch Zerstreuung und Aktivismus. Der moderne Mensch ist ein Sinnsucher, und seine Seele ahnt, dass er selbst seinem Leben keinen Sinn geben kann. Depressionen sind eine Volkskrankheit.</div><div><br></div><div>Dazu kommt die Erfahrung des unendlichen Leids in der Welt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich lenkte meine Gedanken auf die Beobachtung, dass viele Menschen unter der Sonne unterdrückt werden: Tränen rinnen den Unterdrückten übers Gesicht. Und keiner ist da, der sie tröstet! Durch ihre Unterdrücker wird ihnen Gewalt angetan. Und keiner ist da, der sie tröstet! Da pries ich die Toten glücklich, die schon lange gestorben sind. Ich pries sie glücklicher als die Menschen, die noch am Leben sind. Besser aber als diese beiden ist der dran, der noch nicht geboren ist. Denn der muss das böse Tun nicht sehen, das unter der Sonne getan wird.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Pred/Koh 4,1-3 Basisbibel)</span></i></div><div><br></div><div>Auch <span class="fs14lh1-5"><i>Michel Friedman</i></span> leidet unter menschlicher Bosheit und menschlichen Versäumnissen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich leide daran, wozu Menschen fähig sind und dass die Decke unserer Zivilisation dünn ist. Ich leide daran, dass wir nicht leidenschaftlich für die Freiheit und die Demokratie kämpfen. [...] Ich leide an der Erfahrung, wozu Menschen fähig sind, auch ich</span></i></span>.</div><div><br></div><div>Ich kann dieses Leiden gut verstehen. Als Christ steht mir Gottes Bestimmung für uns Menschen vor Augen, und ich leide unter den eigenen und fremden Verfehlungen dieser Bestimmung. Je stärker ich in Gottes guten Willen für uns eintauche, desto fremder fühle ich mich in der Welt und desto stärker leide ich an dieser Welt.</div><div><br></div><div>Im Glauben ist nicht einfach alles gut. Manches wird gerade im Glauben zu einem Problem, das es ohne Glauben gar nicht gibt. Und doch ist auch das Ungute und Problematische im Glauben getragen von einer unzerstörbaren Hoffnung und Zuversicht.</div><div><br></div><div>So gibt es auch im Predigerbuch letztlich eine positive Aussicht:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Alles hat er [= Gott] so gemacht, dass es schön ist zu seiner Zeit. Auch hat er ihnen [= den Menschen] ans Herz gelegt, dass sie sich um die [rechten] Zeiten bemühen [andere Übersetzung: Auch die Ewigkeit hat er in ihr Herz gelegt]. Nur kann der Mensch das alles nicht begreifen, was Gott von Anfang bis Ende tut. So habe ich erkannt: Es gibt kein größeres Glück bei den Menschen, als sich zu freuen und sich's gut gehen zu lassen. Jeder Mensch soll essen, trinken und glücklich sein als Ausgleich für seine ganze Arbeit. Denn auch dies ist eine Gabe Gottes. So habe ich erkannt: Alles, was Gott tut, ist von Dauer. Nichts kann man hinzufügen und nichts davon wegnehmen. Gott hat das so gemacht, damit man ihm mit Ehrfurcht begegnet. Was geschehen ist, ist schon lange vorbei. Und was geschehen wird, ist auch schon wieder vorbei. Bei Gott aber ist das Vergangene nicht verloren.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Pred/Koh 3,11-15 Basisbibel)</span></i></div><div><br></div><div>Es gibt bei aller Vergeblichkeit menschlichen Tuns und bei allem Leid Grund zur Freude: Gott hat auch schöne Zeiten bestimmt. Wir können Gott zwar nicht bis ins Letzte und oft genug gar nicht verstehen, aber wir können die schönen Zeiten genießen, die Gott uns schenkt.</div><div><br></div><div>Wenn auch <span class="fs14lh1-5"><b>unser </b></span>Tun nicht von Dauer ist: <span class="fs14lh1-5"><b>Gottes </b></span>Tun ist es. Darum ist sinnvoll, was Gott an uns tut. Und darum ist auch in unserem Leben nicht einfach alles sinnlos. Denn Gott kann auch aus dem Sinnlosesten etwas Sinnvolles machen. Wenn auch auf Erden alles der Vergänglichkeit und dem Vergessen preisgegeben ist: Im Himmel geht nichts Schönes verloren, und kein Mensch wird dort vergessen sein.</div><div><br></div><div>Im Glauben ist nicht einfach alles gut. Aber im Vertrauen auf Gottes Zukunft ist schließlich doch alles gut, weil es gut werden wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;ZEIT MAGAZIN Nr. 35 vom 25.8.2022. Die Zitate auf S. 19 und 25.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">** &nbsp;&nbsp;&nbsp;Duden Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Duden Band 7. Dudenverlag, 2. Aufl. Mannheim u.a.,</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;S. </span><span class="fs11lh1-15">150.</span></div></div><div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">***</span><span class="fs14lh1-15"> &nbsp;</span><span class="fs11lh1-15">Die Schrift. Band 4: Die Schriftwerke. Verdeutscht von Martin Buber. Gütersloher Verlagshaus, 6. Aufl. Gütersloh</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;1976/1978/1979. Lizenzausgabe für die Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1992. S. 389.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 27 Aug 2022 09:35:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |52]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000182"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Herr, allmächtiger Gott,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">du lenkst die Herzen der Menschen.</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wir bitten dich:</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Gib, dass alle, die Macht haben und Verantwortung tragen,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">erkennen und tun,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">was dem Frieden und der Gerechtigkeit dient.</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Amen.</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Ein Gebet kann mehr bewirken als tausend Taten. Tausend Taten können aber aus einem Gebet folgen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Ich glaube, dass Gottes Geist die Herzen der Menschen verwandeln kann. Jetzt sind besonders die Herzen der Mächtigen gefragt, die Verantwortung für Krieg und Frieden tragen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Lasst uns nicht aufhören zu beten: Gottes Geist möge die Mächtigen dazu bewegen, dem Frieden zu dienen anstatt den Krieg fortzusetzen und durch weitere Provokationen, Kriegsrhetorik und Waffeneinsatz zur Eskalation beizutragen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Evangelisches Gesangbuch der Ev. Kirche im Rheinland, der Ev. Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche, Gütersloh 1996, nach Lied 433. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 23 Aug 2022 19:38:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--52</link>
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			<title><![CDATA[Habe ich mir den Gottesdienst abgewöhnt?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000181"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Habe ich mir den Gottesdienst abgewöhnt?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/08/2022</span></div><div><br></div><div>Heute ist Sonntag. Gottesdiensttag. Und ich muss etwas gestehen: Ich vermisse den Gottesdienst nicht. Und ich habe von jemandem, von dem ich das nicht erwartet hätte, gelesen, dass es ihm genauso ging.</div><div><br></div><div>Aber der Reihe nach. Vor Corona war ich fast jeden Sonntag im Gottesdienst. Nicht, weil ich mich gedrängt fühlte, sondern weil ich es wollte. Die Gottesdienste haben mir etwas gegeben: mal die Predigt, mal ein Lied, mal die Moderation. Irgendetwas habe ich immer mitgenommen. Ohne Gottesdienst fehlte mir etwas.</div><div><br></div><div>Dann kam Corona. Zuerst wurden die Gottesdienste nur im Internet gestreamt. Das war mir zu wenig lebensnah. Ich brauche die Nähe, das Live-Erlebnis. Dann fanden Gottesdienste wieder statt, aber unter starken Auflagen. Gottesdienst mit Maske, ohne Singen und ohne anschließendes Kaffeetrinken und Klönen – nein, das war's nicht. Seit einigen Monaten gibt es keine Einschränkungen mehr, nur das Kaffeetrinken fällt noch aus. Aber jetzt war es mir zu heikel wegen der Infektionsgefahr: Es gab keine Maskenpflicht mehr, die Gemeinde sang aus vollem Hals, und man saß relativ dicht gedrängt. Mit der Infektionsgefahr im Kopf kann ich den Gottesdienst nicht genießen.</div><div><br></div><div>Die Zahl der Gottesdienste, die ich in den letzten zwei Jahren besucht habe, kann ich an einer Hand abzählen. Aber seit vier Wochen bin ich wieder regelmäßig im Gottesdienst. Die Inzidenzen sind relativ niedrig, man muss keine Maske mehr tragen und darf wieder singen. Ich setze mich immer etwas abseits, mit Abstand zu den anderen Gottesdienstbesuchern.</div><div><br></div><div>In den zwei Jahren habe ich zu meinem Erstaunen festgestellt, dass ich den Gottesdienst nicht vermisse. Auch jetzt, wo ich wieder hingehe, muss ich mich jeden Sonntag dazu durchringen. Es zieht mich nicht mehr hin, so wie vor Corona.</div><div><br></div><div>Was ist passiert? Ist der Gottesdienstbesuch nur Gewohnheit gewesen? Eine Gewohnheit kann man sich auch abgewöhnen. Habe ich es mir abgewöhnt, den Gottesdienst zu besuchen? Und fällt es mir schwer, es mir wieder anzugewöhnen?</div><div><br></div><div>Der theologischen Theorie nach ist der Gottesdienst der Mittelpunkt des Gemeindelebens. Hier kommt die Gemeinde zusammen, um "Gottes Wort" zu hören, gemeinsam zu beten und mit Liedern Gott zu loben. Aber ist das noch realistisch?</div><div><br></div><div>Tatsächlich sind die Gottesdienste immer noch die meistbesuchten Veranstaltungen der Gemeinde. Daneben gibt es aber auch viele Kleingruppen, in denen teilweise auch "Gottes Wort" gehört, gesungen und gebetet wird. Und die Möglichkeiten, sich mit "Gottes Wort" zu beschäftigen, sind heute ungleich größer als noch vor fünfzig oder gar hundert Jahren. In früheren Jahrhunderten war der Gottesdienst sogar für viele die einzige Möglichkeit, "Gottes Wort" zu hören oder zu lesen – sofern man überhaupt lesen konnte.</div><div><br></div><div>Ich finde es für Christinnen und Christen ungemein wichtig, sich mit biblischen, religiösen oder theologischen Texten intensiv zu beschäftigen und den Austausch mit anderen Glaubenden zu suchen. Wenn man dies nicht tut, droht der Glaube "einzutrocknen" – er entwickelt sich nicht weiter, wächst nicht, bleibt nicht lebendig. Allein lernt man nichts dazu, entwickelt man keine neuen Ideen. Das gilt auch für den Glauben. Ohne Austausch droht er auf dem Stand des Konfirmandenunterrichts zu bleiben. Das muss kein minderwertiger Glaube sein, aber er ist wahrscheinlich nicht sonderlich reflektiert.</div><div><br></div><div>Ich persönlich beschäftige mich täglich mit biblischen und theologischen Texten. Insofern bin ich dauernd im Austausch mit inspirierenden Gedanken. Das ist sicher eine Sondersituation, die für nicht viele Glaubende gilt und auch nicht notwendig ist.</div><div><br></div><div>Dennoch verwundert es mich, dass ich den Gottesdienst kaum vermisse. Was ich vielleicht am meisten vermisse, ist das persönliche Miteinander nach dem Gottesdienst – die netten Leute und die Gespräche mit ihnen. War es also nur das Miteinander, was mich früher in den Gottesdienst zog?</div><div><br></div><div>Sicher nicht nur. Auch der Gottesdienst selber war für mich ein inspirierendes Erlebnis. Jetzt aber, seit es Corona gibt, hängt ein Damoklesschwert über jedem Gottesdienst. Es macht keinen Spaß, in irgendeiner Ecke allein zu sitzen und nach dem Gottesdienst relativ bald wieder nach Hause zu fahren. Es fehlt das persönliche Miteinander. Dass dieses Miteinander so wichtig für mich ist, war mir vor Corona nicht bewusst.</div><div><br></div><div>Es tröstet mich, dass ich offensichtlich nicht der einzige bin, der den Gottesdienst kaum vermisst. <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> hat in einem Brief aus dem Gefängnis nach acht Monaten Haft nur mal so am Rande bemerkt<span class="fs14lh1-5">*</span><span class="fs14lh1-5">:</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Übrigens, ich vermisse den Gottesdienst so merkwürdig wenig. Woran liegt das?</span></i></span></div><div><br></div><div>Eine Antwort hat <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>nicht gegeben. Ich kann auch keine endgültige Antwort geben. Ich weiß aber, dass es wichtig ist, sich mit dem, was Gott uns sagen will, auseinanderzusetzen – auf welche Art auch immer. Und ich bin überzeugt davon, dass ein glaubender Mensch in eine Gemeinde gehört, weil er dort im Glauben gestärkt werdem kann. Außerdem kann er dort zusammen mit den anderen seiner Berufung gerecht werden, am Reich Gottes mitzubauen. So, wie es ein Lied sagt**:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Einsam bist du klein,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">aber gemeinsam können wir</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Anwalt des Lebendigen sein.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Einsam bist du klein.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div></div><div><div class="imTACenter">* * * * *</div></div><div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* &nbsp;&nbsp;&nbsp;Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Chr. Kaiser Verlag, 3. Aufl. München </span><span class="fs11lh1-15">1985, S. 183. Brief an Eberhard Bethge</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;vom 15.12.1943.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">** &nbsp;Text: Friedrich Karl Barth, Peter Horst. Copyright Peter Janssens Musik Verlag, </span><span class="fs11lh1-15">Telgte-Westfalen. Zitiert aus: Lieder zwischen</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Himmel und Erde. tvd-Verlag, 1. Aufl.</span><span class="fs11lh1-15"> Düsseldorf 2007, Nr. 315.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Jeyaratnam Caniceus auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 21 Aug 2022 19:06:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gleichnisse aus dem Alltag]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000180"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gleichnisse aus dem Alltag</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 20/08/2022</span></div><div><br></div><div>Gestern war ich mal wieder Wandern. Es war angenehm warm, unterhalb des Wanderwegs plätscherte leise ein Fluss, der Weg lag im Schatten der hohen Bäume, und die Sonne warf ihre flimmernden Lichter zwischen den Blättern und Zweigen hindurch auf den Boden. Gleich zu Beginn der Wanderung ging mir das Herz auf, und ich hatte den vollkommen verrückten Gedanken, dass hinter jedem Busch oder jeder Biegung der Schöpfer hervorspringen und mich grüßen könnte.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010765_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Das war natürlich komplett irreal, und ich fragte mich, wie ich nur auf so einen Gedanken kommen konnte. Wahrscheinlich hat mich das Naturerlebnis so tief beeindruckt, dass ich empfand, nicht nur die Natur würde mich beglücken, sondern der Schöpfer selbst. Durch die Schöpfung begegnete mir sozusagen der Schöpfer.</div><div><br></div><div>Danach ging mir ein Liedvers nicht mehr aus dem Sinn, und ich summte die Melodie eine ganze Weile vor mich hin:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Geh aus, mein Herz, und suche Freud</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">in dieser lieben Sommerzeit</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">an deines Gottes Gaben;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">schau an der schönen Gärten Zier</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und siehe, wie sie mir und dir</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sich ausgeschmücket haben,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sich ausgeschmücket haben.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Evangelisches Gesangbuch Nr. 503)</span></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Zwei Dinge fallen mir bei diesem Vers auf: Die Natur, die mich gestern wieder so in ihren Bann gezogen hat, enthält eine Fülle von Gaben Gottes. Sie ist nicht nur da, sondern sie ist <span class="fs14lh1-5"><b>für uns</b></span> da. Sie ist uns zugute geschaffen. Darum wird die Natur mit Gärten verglichen. Damit ist gesagt: Die Natur ist nicht zufällig entstanden, sondern sie ist angelegt, entsprechend dem Garten Eden, den Gott für die Menschen angelegt hat (1Mo/Gen 2,8).</div><div><br></div><div>Die Natur hat heilende und beglückende Wirkung. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Die Natur tut uns gut, sie wirkt positiv auf unsere Stimmung. Darum wird Menschen mit Depressionen unter anderem empfohlen, sich in die Natur zu begeben und sie zu genießen. Das stärkt die Seele.</div><div><br></div><div>Zum anderen steckt in dem Liedvers der Gedanke, dass die Natur ein Eigenleben führt: Die angelegten Gärten haben <span class="fs14lh1-5"><b>sich selbst</b></span> für uns ausgeschmückt. Die Natur entwickelt sich also durchaus selbsttätig; sie hat eine eigene Wirksamkeit, die in ihr angelegt ist. Das ist keine Erfindung des Lieddichters <span class="fs14lh1-5"><i>Paul Gerhardt</i></span>, sondern das steht schon in 1Mo/Gen 1, wo es heißt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und Gott sprach: Die Erde lasse sprossen junges Grün: Kraut, das Samen trägt, und Fruchtbäume, die nach ihrer Art Früchte tragen auf der Erde, in denen ihr Same ist! Und es geschah so.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Vers 11)</span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebende Wesen: Vieh, kriechende Tiere und Wild des Feldes, ein jegliches nach seiner Art! Und es geschah so.</i></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf1"><i>(Vers 24)</i></span></div><div><br></div><div>Auch wenn es in Vers 25 heißt, dass <span class="fs14lh1-5"><b>Gott </b></span>all die Tiere "machte", so bleibt doch der Erde eine Eigenwirksamkeit – was nicht bedeutet, dass der Schöpfer aus dem Spiel genommen ist, sondern nur, dass er der Erde eine gewisse Selbstständigkeit gelassen hat.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-5" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010770_ergebnis-1.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-3" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010771_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Diese von Gott geschaffene und auch selbsttätig schaffende Natur wird mir immer wieder zum Gleichnis für Gottes Güte und für das "Himmelreich", das Reich Gottes. Ein Gleichnis ist kein Beweis dafür, dass Gott oder das Himmelreich existiert. Aber es ist mir ein <span class="fs14lh1-5"><b>Hinweis </b></span>darauf, dass es existiert; ja mehr noch, dass es sogar naheliegt, dass der gütige Gott und sein Reich existieren.</div><div><br></div><div>Ich vermute, dass wir solche Hinweise brauchen. Wir brauchen sie, weil sonst in unserer Welt nichts, aber auch gar nichts auf Gott hinzuweisen scheint. Im Gegenteil: Es scheint sogar sehr viel <span class="fs14lh1-5"><b>gegen </b></span>seine Existenz zu sprechen. Es tut uns darum gut, solche Anhaltspunkte zu haben – Haltepunkte, an denen sich der Glaube festhalten kann und die für uns in einer gottfernen Welt ungemein hilfreich sein können.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-7" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010767_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><br><div>Jeder Mensch hat wohl seine eigenen Gleichnisse, die für ihn hilfreich sind. Ich kann hier nur beispielhaft einige nennen. Ein Gleichnis <span class="fs14lh1-5">für das verborgene Wirken Gottes </span><span class="fs14lh1-5">kann sein,</span></div><div><br></div><div><ul><li>dass gewisse physikalische Konstanten in der Natur bis ins Kleinste aufeinander abgestimmt sind. Ohne diese Feinabstimmung gäbe es kein Leben auf der Erde (siehe den Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?kein-platz-fuer-gott-" class="imCssLink">Kein Platz für Gott?</a></span>, dort der Abschnitt 6);<br></li><li>dass das Christentum durch einen Hingerichteten und seine verschwindend kleine Zahl von Anhängerinnen und Anhängern in einer unbedeutenden römischen Provinz entstanden ist und sich über die ganze Welt ausgebreitet hat;<br></li><li>dass es das Christentum nach 2.000 Jahren, nach Verfolgungen und unzähligen Verfehlungen der Christen, überhaupt noch gibt;<br></li><li>dass das Christentum in seiner Geschichte immer wieder durch charismatische Persönlichkeiten einen unerwarteten Aufschwung erhielt – vor allem durch Menschen, die einen solchen Aufschwung gar nicht beabsichtigten. Der bekannteste unter diesen Menschen ist <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther</i></span>, aber es gab auch etliche andere;<br></li><li>dass es in der Kirchengeschichte neben allen furchtbaren Entgleisungen immer wieder überzeugende Menschen gab, Menschen, die für viele ein Vorbild des Glaubens und Handelns wurden. In der katholischen Kirche sind das die Heiligen. In der evangelischen Kirche haben wir solche Menschen auch, ohne dass wir sie Heilige nennen. Einer der bekanntesten ist <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span>, aber es gibt auch viele andere;<br></li><li>dass man wundersame Erlebnisse hatte, die man sich nicht erklären kann, die einem aber Halt und Orientierung gegeben haben;<br></li><li>dass man Gottes Güte am eigenen Leib erfahren hat, indem man in der Not bewahrt oder aus einer Not gerettet wurde. Das können einschneidende Erfahrungen sein, die einem ein Leben lang ein Hinweis auf die Existenz Gottes sind.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Das sind nur einige Beispiele für Hinweise auf einen gütigen Gott und sein paradiesisches "Himmelreich". Vielleicht kannst du noch andere Beispiele hinzufügen.</div><div><br></div><div>Es ist gut, dass es solche Haltepunkte gibt, an denen sich unser Glaube festhalten kann. Sie sind nicht das Himmelreich, aber sie können uns zu Gleichnissen des Himmelreichs werden. Vielleicht lebt der Glaube ja mehr von ihnen, als uns bewusst ist.</div><div><br></div><div>Am Ende seines Liedes hat <span class="fs14lh1-5"><i>Paul Gerhardt</i></span> der Tatsache Rechnung getragen, dass auch dieser Glaube nicht eine Fähigkeit von uns ist, sondern – wie der Sommer – der Kraft und des Segens Gottes bedarf: Unser Glaube blüht und bringt Früchte, weil Gottes Gnade, sein guter Geist in uns wirkt (Strophen 13 bis 15):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hilf mir und segne meinen Geist</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">mit Segen, der vom Himmel fleußt,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dass ich dir stetig blühe;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">gib, dass der Sommer deiner Gnad</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">in meiner Seele früh und spat</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">viel Glaubensfrüchte ziehe,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">viel Glaubensfrüchte ziehe.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mach in mir deinem Geiste Raum,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dass ich dir werd ein guter Baum,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und lass mich Wurzel treiben.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Verleihe, dass zu deinem Ruhm</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ich deines Gartens schöne Blum</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und Pflanze möge bleiben,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und Pflanze möge bleiben.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Erwähle mich zum Paradeis</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und lass mich bis zur letzten Reis</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">an Leib und Seele grünen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">so will ich dir und deiner Ehr</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">allein und sonsten keinem mehr</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">hier und dort ewig dienen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">hier und dort ewig dienen.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-8" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010769_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Fotos: Klaus Straßburg</span></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 20 Aug 2022 08:04:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Jubelnde Schöpfung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000017F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Jubelnde Schöpfung</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/08/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Ich brauche viel Bewegung. Geistig und körperlich. Bewegung ist für mich Leben. Stillstand hat etwas vom Tod. Im Tod steht alles still. Darum möchte ich mich bewegen, solange ich lebe.</div><div><br></div><div>Meine körperliche Bewegung in diesem Sommer bestand und besteht hauptsächlich aus Wandern und Joggen. Dazu kommt das Erledigen alltäglicher Dinge mit dem Fahrrad. Das Fahrrad ist eine wunderbare Erfindung. Der Mensch, der als erster das Rad als Bewegungs- und Transportmittel genutzt hat, hat einen Nobelpreis verdient.</div><div><br></div><div>Manchmal beim Wandern oder Joggen spüre ich, wie der ganze Körper frohlockt. Es fühlt sich wirklich so an: Der Körper möchte jubeln und singen. Der Körper als Ganzer kann das nicht. Und meiner Kehle ist es peinlich, beim Wandern oder Joggen einen Jubelruf anzustimmen. Aber der Körper fühlt sich so an, als ob er's trotzdem täte. Und er tut es auch – auf seine stille, aber spürbare Weise.</div><div><br></div><div>Es ist das Glücksgefühl, das wir alle kennen, jeder Mensch in seinen ganz eigenen Glücksmomenten. Dieses Glücksgefühl, ja mehr noch: Alles organische Leben lobt auf eine stille Weise den Schöpfer, der es erschaffen hat. Das ist zunächst nur eine Behauptung. Nur ein Mensch wird es fassen können, dessen Sinne sich dafür geweitet haben, nicht nur das Sichtbare wahrzunehmen, sondern auch die Wirklichkeit hinter dem Sichtbaren.</div><div><br></div><div>Vielleicht beschreibt diese Wirklichkeit auch das Geheimnis, das einige Psalmen ausdrücken: dass die ganze Schöpfung den Schöpfer überschwänglich lobt – sogar der Teil der Schöpfung, der nach unserem Verständnis tote Materie ist.</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lobt ihn, Sonne und Mond,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">lobt ihn, ihr leuchtenden Sterne!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lobt ihn, ihr Himmel aller Himmel</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und ihr Wasser über der Feste!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lobt den Herrn von der Erde her,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ihr Ungetüme und Fluten alle!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du Feuer und Hagel, Schnee und Rauch,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">du Sturmwind, der sein Wort ausrichtet!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr Berge und Hügel allzumal,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ihr Fruchtbäume und Zedern alle,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ihr wilden Tiere und ihr zahmen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">du Gewürm und ihr, beschwingte Vögel!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Psalm 104,3f.7-10)</span></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jauchzt dem Herrn, alle Lande!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Brecht in Jubel aus und spielt! [...]</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es donnere das Meer und was es erfüllt,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">der Erdkreis und die darauf wohnen!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Ströme sollen in die Hände klatschen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und die Berge allzumal jubeln</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">vor dem Antlitz des Herrn.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Psalm 98,4.7-9a)</span></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wie ein Berg jubelt, weiß ich nicht. Oder doch, wenn ich keinen Gesang erwarte. Jeder Fels kann dann in seiner erhabenen, ruhigen und festen Weise ein andauernder Jubelruf sein. Ein Jubelruf in verschiedenen Tonlagen, denn der Fels, so fest er auch ist, verändert seine Gestalt permanent: Je nach Jahreszeit und Lichteinfall, ob nass oder trocken, erleuchtet oder beschattet, immer zeigt sich der Fels in anderer Gestalt. Wenn wir seinen Jubel hören – nein fühlen, dann ist der Psalm für uns kein unrealistisches Gerede mehr. Er beschreibt vielmehr eine Wirklichkeit, die nur in der Stille und mit den geduldigen Ohren einer vom Schöpfer bewegten Seele wahrgenommen werden kann.</div><div><br></div><div>Ich brauche auch diese Bewegung. Denn eine unbewegte Seele ist der Tod.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 17 Aug 2022 08:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |51]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000017E"><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Pan</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Wo sich der Hirtenweg am schütteren Hafer vorüber,</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>sich vorüber am Duft blühenden Rosenzweigs</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>in den Schierling senkt und ins schweigende Röhricht des Ufers,</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>bleibe ich wiederum stehn, weil mir's den Atem benimmt</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>vor Bedrängnis und Schwüle und flimmernder Schwebung des Sommers.</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Keine Rispe erbebt, keine vergoldete blinkt,</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>keine Biegung des Halms. Der Weiher ruht unbeweglich.</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Selbst der gläserne Ton dämpft sich der Mücke im Flug.</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Aber irgendwo im feuchten Gedämmer des Schilfwalds</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>singt, dem die Stunde gehört, schläfrig der einsame Gott.</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Singt und verhält und singt. Und die Stille wird tiefer und tiefer.</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Nichts geschieht auf der Welt, nichts als das lullende Lied.</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b><br></b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><span class="cf1"><b>Manfred Hausmann</b></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Ein Sommer im Krieg. Die Luft steht, flimmert, schwebt. Unbewegliche Schwüle.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Auch das ist Krieg: die Ruhe vor dem Sturm. Vielleicht die letzte Ruhe.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Pan ist der griechische Gott der Hirten. Er will niemals in seiner Mittagsruhe gestört werden. Wenn dies geschieht, jagt er den Herdentieren panischen Schrecken ein. Panik auch bei den Hirten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Panik bei den Soldaten. Bedrängnis, Angst. Panischer Schrecken, wenn der Sturm losbricht. Doch irgendwo in der Dämmerung singt schläfrig der einsame Gott.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Einsam erscheint er, weil die Menschen ihn verlassen haben. Schläfrig, weil er nichts tut gegen den Sturm. Er ist nicht der Lückenbüßer, der all unsere Untaten zurechtrückt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Nichts geschieht gegen den Sturm. Nichts als das leise Lied Gottes. Immerhin.</span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: Manfred Hausmann: Jahre des Lebens. Gedichte. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1974. S. 62.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 16 Aug 2022 19:56:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--51</link>
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Gott und der Wassermangel]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000017D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gott und der Wassermangel</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/08/2022</span></div><div><br></div><div>Vorgestern war ein wunderbar lauer Sommerabend. Die Sonne hatte ihre brennende Hitze abgelegt und ein erfrischender Wind zog durch die Straßen. Menschen flanierten durch die Stadt, alle leicht bekleidet, sie sahen entspannt und zufrieden aus. Ein älterer Mann redete auf Arabisch lange auf seine zwei Freunde ein, reich an Mimik und mit den Armen gestikulierend, die Stimme leise, manchmal fast flüsternd, dann wieder etwas lauter. Seine Freunde waren ganz an seine Worte hingegeben. Gern hätte ich verstanden, was er da, so interessant verpackt, zu erzählen hatte. Die Straßenlokale waren gefüllt, man ließ es sich gutgehen. Am Flussufer saßen viele Menschen zu zweit oder in kleinen Gruppen, viele mit Migrationshintergrund. Mir kam der Gedanke, es ist wie an der Côte d'Azur, nur die Palmen fehlen noch. Vielleicht gedeihen sie ja in ein paar Jahren auch bei uns.</div><div><br></div><div>Ich liebe die Wärme. Wenn der Himmel blau ist und die Sonne lacht, lebe ich ganz anders als bei trüber Witterung. Dann lacht auch meine Seele. Von mir aus könnte es fast das ganze Jahr über so sein, von ein paar kühlen und regnerischen Wochen kontrastiert, weil auch Abwechslung das Herz erfreut und ein wenig Abkühlung erfrischend ist.</div><div><br></div><div>Heute sitze ich wieder draußen, der Wind streichelt über die Haut, die Bäume rauschen. Das ist Musik in meinen Ohren. Natürlich weiß ich, wie unnormal dieser Zustand ist. Der Fluss war nur noch halb so breit wie in normalen Zeiten. An seinen Ufern wucherte das Grün, das sonst weitgehend überspült ist. Ich weiß, dass der Regen fehlt – in anderen Regionen noch mehr als hier bei uns. Aber ich genieße diese Wochen trotzdem, sauge jeden Tag in mich ein und versuche, so viel wie möglich von ihnen zu speichern, aufzubewahren für den Herbst und Winter, vor denen mir schon graut. Doch ich ahne: Wenn die dunklen Tage anbrechen, wird es auch in meiner Seele wieder dunkler werden.</div><div><br></div><div>Natürlich muss bald Regen fallen. Ich sollte eigentlich dafür beten. Aber es fällt mir schwer, weil ich das Ende der hellen und warmen Tage fürchte. Doch geht es um weit mehr als um mich. Es geht darum, die weitere Erderwärmung zu verhindern, Hunger- und Wetterkatastrophen zu minimieren. Wir müssen darum ringen, den Planeten nicht noch weiter aufzuheizen. Die Leidtragenden werden vor allem die Menschen im globalen Süden sein, nicht wir. Aber auch wir werden leiden, und manche leiden schon jetzt, wie besonders das Hochwasser im Ahrtal gezeigt hat.</div><div><br></div><div>All die Menschen in der Stadt und am Fluss sind geliebte Geschöpfe Gottes. Um ihrer willen wird Gott seine Schöpfung nicht aufgeben. <span class="fs14lh1-5"><i>Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht</i></span> (1Mo/Gen 8,22). Darum gilt für immer, was der Psalm preisend besingt:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du lässt die Quellen rinnen durch die Täler;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">da wandern sie zwischen den Bergen hin.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie tränken alle Tiere des Feldes;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die Wildesel stillen ihren Durst.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">An ihren Ufern wohnen die Vögel des Himmels;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">zwischen den Zweigen hervor erklingt ihr Singen.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du tränkst die Berge aus deinem Söller;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">aus deinen Wolken wird die Erde gesättigt.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du lässt Gras sprossen für die Tiere</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und Gewächse für den Bedarf der Menschen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dass Brot aus der Erde hervorgehe</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und Wein, der des Menschen Herz erfreue,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dass sein Antlitz erglänze von Öl</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und Brot das Herz des Menschen stärke.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Psalm 104,10-15)</span></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Wenn wir bitten <span class="fs14lh1-5"><i>Unser tägliches Brot gib uns heute</i></span>, dann gilt das auch für das tägliche Wasser. Und es gilt für das Seelenfutter, für die lebensfrohen Gefühle, für die positive Stimmung auch an dunklen und kalten Tagen, für das Durchhaltevermögen in der langen Herbst- und Winterzeit.</div><div><br></div><div>Also will ich um Regen bitten, aber zugleich um das Seelenfutter, das ich brauche – um den göttlichen Geist, der Freude und Kraft gibt auch in dunklen und kalten Zeiten, um <span class="fs14lh1-5"><i>das lebendige Wasser, nach dessen Genuss mich in Ewigkeit (also schon jetzt) nicht mehr dürsten wird</i></span> (Joh 4,10.14; 7,38f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 12 Aug 2022 09:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000017C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">"Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?"</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/08/2022</span></div><div><br></div><div>Auch wenn wir es oft verdrängen: Wir wissen, dass wir sterblich sind; dass nichts von uns bleibt. Dass wir nicht mehr als ein Sandkorn im Universum sind, das keinerlei Bedeutung und Nachwirkung hat. Die Geschichte wird über uns hinweggehen. Sie geht über alle hinweg – selbst über die, deren Namen noch nach Jahrhunderten bekannt sind. Auch sie werden zerrieben in den Mühlen der neuen Einsichten, der Meinungen und Widersprüche, ohne die Macht, sich wehren zu können.</div><div><br></div><div>Darum fürchten wir nichts so sehr, als in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Und es könnte stimmen, dass alle Angst im Grunde Todesangst ist.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube stellt durch seine Ausrichtung auf ein ewiges Leben eigentlich ein Bollwerk gegen die Todesangst dar – gegen die Angst, ein Nichts zu sein, das früher oder später in Vergessenheit geraten ist. Doch scheint dieser Glaube brüchig. Denn tief in uns wühlt die Angst weiter, am Ende nicht nur <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span><span class="fs14lh1-5">mehr zu sein</span>, sondern auch <span class="fs14lh1-5"><b>nichts </b></span>gewesen zu sein.</div><div><br></div><div>Darum wollen wir bedeutend sein, nicht in der Masse untergehen. Groß wollen wir sein, wichtig und mächtig; nicht nur einer unter vielen, sondern herausragend aus den vielen. Kein Kleiner, den man übersieht und nicht beachtet, sondern ein Großer, zu dem man aufblickt und auf den man hört. Am besten der Größte von allen.</div><div><br></div><div>Zwar gibt es nicht wenige, die mit der Masse schwimmen und nicht auffallen wollen, denen es unangenehm ist, wenn sie im Scheinwerferlicht stehen und die sich darum gern in der Masse verstecken. Niemand kann immer auf der Bühne stehen, irgendwann verstecken wir uns alle.</div><div><br></div><div>Aber auch diejenigen, die das Herausragen aus der großen Masse meiden, streben in ihrem begrenzten Umfeld nach Anerkennung, Bedeutsamkeit und Größe. Wer nicht aus der großen Masse herausragen mag, will in der Familie, am Arbeitsplatz, im Sportverein oder in der Nachbarschaft herausragen. Er will wenigstens hier, in seinem engen Umfeld, mehr wissen, mehr können und mehr bestimmen als die anderen, will nicht von den anderen übertroffen werden, sondern die anderen hinter sich lassen: bei täglichen Diskussionen und Entscheidungen, beim Kochen, beim Heimwerken, beim Arbeiten, beim Fußballspielen, beim Plaudern unter Nachbarn.</div><div><br></div><div>Das maßvolle Streben nach guten Leistungen, nach Erfolg und Anerkennung ist nicht verwerflich. Aber der friedlose Blick auf sich selbst und das maßlose Streben nach besseren Leistungen, immer mehr Erfolg und immer größerer Anerkennung sowie der geheime Drang, die anderen dabei zu übertreffen – das ist die Wurzel des Übels.</div><div><br></div><div>Es liegt in unserer Natur, dass wir uns von den anderen unterscheiden wollen. Und zwar nicht dadurch, dass wir anders sind als sie – das sind wir allemal –, sondern dadurch, dass wir interessanter, bedeutender, größer sind als sie. Anderssein an sich ist noch nichts Bedeutsames. Auch der Hilfsarbeiter ist anders als der Vorarbeiter. Aber könnte er es sich aussuchen, dann wäre er gern der Vorarbeiter – oder am besten der Meister.</div><div><br></div><div>Gerade lese ich ein Buch über die römischen Kaiser zur Zeit Jesu und unmittelbar vor und nach ihm. Es ist eine Geschichte über Eifersucht, Machtgelüste, Intrigen und Mord. Zeitweise konnte man froh sein, als Kaiser nicht ermordet zu werden. Oft gab es Menschen im Umkreis des Kaisers, die nur allzu gern selbst die Stelle des Kaisers einnehmen wollten und denen dazu jedes Mittel recht war. Die zweite Stelle im Reich reichte nicht aus; man wollte der Erste sein. Und wer keine Aussichten auf die erste Stelle hatte, musste sich an der Stelle, die er innehatte, gegen Nebenbuhler absichern.</div><div><br></div><div>Dieser unbändige Hunger nach Größe und Macht ist offenbar nicht nur ein Phänomen einiger profilierungs- und selbstsüchtiger Menschen, sondern jedes Menschen – wie gesagt, jedes Menschen in seinem ihm eigenen Lebensbereich. Auch diejenigen, von denen man es vielleicht nicht erwarten würde, sind keineswegs frei vom Streben nach Größe.</div><div><br></div><div>So wird von Jesus und seinen Jüngern folgende Geschichte erzählt (Mk 9,30-37): Jesus spricht auf dem Weg nach Jerusalem mit seinen Jüngern zum zweiten Mal darüber, dass er verfolgt, gefangengesetzt, verurteilt und hingerichtet werden wird und drei Tage später von den Toten auferstehen wird. Die Jünger verstehen nicht, was er damit meint. Unmittelbar danach geraten sie in einen Streit darüber, wer von ihnen der Größte sei. Jesus bekommt diesen Streit mit, versammelt die Jünger um sich und sagt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn jemand der Erste sein will, sei er der Letzte von allen und der Diener von allen! Und er nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie, umarmte es und sprach zu ihnen: Wer ein solches Kind um meines Namens willen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist bezeichnend, dass der Streit der Jünger um ihre Größe genau dann ausbricht, als Jesus ihnen von seiner eigenen Niedrigkeit erzählt, von seinem bevorstehenden Leiden, Sterben und Auferstehen. Dieser Zusammenhang zeigt, dass sie nichts verstanden haben von Jesu Größe und von der Größe aller, die ihm folgen.</div><div><br></div><div>Jesu Größe und die Größe seiner Nachfolgerinnen und Nachfolger besteht nicht darin, sich in den Mittelpunkt zu drängeln, an der Spitze stehen zu wollen und andere zu übertrumpfen. Sie besteht vielmehr darin, dem Wohlergehen der anderen zu dienen und deshalb bereit zu sein, Leid auf sich zu nehmen, wie Jesus es tat. Dazu gehört auch die Bereitschaft, in der Hierarchie der Welt der Letzte zu sein – der aber in Gottes Sicht der Erste ist (Mk 10,31):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Viele Erste werden Letzte sein und die Letzten Erste.</span></i></span></div><div><br></div><div>Hier ist nicht einem devoten Unterordnen das Wort geredet. Niemand ist zur selbstquälerischen Unterwürfigkeit aufgerufen. Es geht vielmehr um das freie Für-andere-dasein, das aus der Gewissheit lebt, in Gottes Augen unendlich groß und geschätzt zu sein.</div><div><br></div><div>Das Streben nach weltlicher Größe und Anerkennung ist dem Weg Jesu entgegengesetzt. Das illustriert Jesus, indem er ein Kind in die Mitte seiner Jüngerschar ruft und umarmt. Ein Kind galt damals als unfertiger Mensch und hatte keinerlei Rechte. Indem Jesus das Kind umarmt, drückt er Gottes Liebe zu ihm aus und gibt dem Kind menschliche Würde. Mit der Ansprache an seine Jünger identifiziert sich Jesus sogar mit dem Kind: Wer ein Kind aufnimmt, nimmt Jesus selbst, ja Gott auf. Wenn Jesus, ja Gott sich mit den Menschen am Ende der weltlichen Hierarchie identifiziert, dann sollen auch seine Nachfolgerinnen und Nachfolger nichts anderes tun. Nur so können sie Jesus, ja Gott bezeugen.</div><div><br></div><div>Wenig später wiederholt sich die Geschichte in ähnlicher Weise (Mk 10,32-45). Wieder sagt Jesus seinen Jüngern sein Leiden, Sterben und Auferstehen voraus. Daraufhin gehen zwei seiner Jünger, Jakobus und Johannes, zu ihm und bitten ihn darum, dass sie im ewigen Leben neben ihm Platz nehmen dürfen. Jesus staucht sie zusammen und verweist nochmals auf sein Leiden und Sterben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde?</span></i></span></div><div><br></div><div>Kelch und Taufe stehen symbolisch für Jesu Leiden und Sterben. Der Kelch ist der Leidenskelch, und die Taufe beschreibt hier das Untergehen in Leid und Tod. Jakobus und Johannes bejahen die Frage Jesu: "Ja, wir können diesen Kelch trinken und mit dieser Taufe getauft werden." Jesus stimmt ihnen zu, fügt aber an, dass diejenigen im ewigen Leben neben ihm sitzen dürfen, für die es von Gott vorgesehen ist. Er lässt also offen, wer das sein wird, und weist damit jeden menschlichen Anspruch auf einen Sonderplatz im Himmel zurück: Kein menschliches Verhalten, auch das Leiden nicht, sichert einen Platz als Großer neben Jesus.</div><div><br></div><div>Doch die Geschichte geht noch weiter. Den anderen zehn Jüngern ist das Gespräch nämlich nicht verborgen geblieben, und sie sind ziemlich sauer auf Jakobus und Johannes. Daraufhin gibt es wieder eine Lehrstunde für alle Zwölf. Jesus sagt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr wisst, dass die, welche über die Völker zu herrschen scheinen, sie gewaltsam unterdrücken und ihre Großen ihre Macht über sie missbrauchen. Unter euch ist es aber nicht so; sondern wer unter euch groß werden will, sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, sei der Sklave aller. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Jesus führt als Beispiel menschlicher Größe die Machthaber über die Völker an. Sie sind groß, weil sie mit Gewalt ihre Macht durchsetzen und sie so missbrauchen. Israel erlebte das täglich in Form der römischen Besatzer. Dieses Streben nach Macht und Gewalt lehnt Jesus ab. Es soll auch für seine Jünger kein Zeichen von Größe sein. Groß ist in seinen Augen vielmehr, wer den anderen dient, also ihnen Gutes tut. Dazu gehört auch, keine Gewalt auszuüben, sondern bereit zu sein, Gewalt zu erleiden. Jesus selbst ist dafür das beste Beispiel: Er setzt es nicht mit Gewalt durch, dass die Menschen ihm dienen und Gutes tun. Im Gegenteil: Er lässt es zu, dass sie ihn verfolgen und quälen, er lässt sich erniedrigen und nimmt Leid und Kreuz auf sich.</div><div><br></div><div>Das Römische Weltreich hatte sich eine Vielzahl von Völkern einverleibt und diese unterjocht. Es pflegte eine Gewaltherrschaft. Heute fallen einem China und Russland als Weltmächte ein, die verschiedene Völker unterdrücken und nach Ausweitung ihres Einflussbereichs streben. Aber auch die Vereinigten Staaten von Amerika haben weltweite Machtinteressen, die sie – mitunter gewaltsam – verfolgen. Es geht in der Weltpolitik vorrangig nicht um Nächstenliebe oder Nothilfe, sondern um Einflusssphären. <span class="fs14lh1-5"><i>Egon Bahr</i></span>, der Mitbegründer der Entspannungspolitik unter Bundeskanzler Willy Brandt, hat das zugespitzt so ausgedrückt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Staaten verfolgen also als erstes eigene Interessen; es geht um Einfluss, also um Macht. Was das in der gegenwärtigen weltpolitischen Lage bedeutet, beschreibt <span class="fs14lh1-5"><i>Klaus von Donanyi</i></span> anschaulich in seinem Buch "Nationale Interessen".</div><div><br></div><div>Diese Machtpolitik, dieser Wunsch, in der Welt der Größte zu sein, ist gefährlich. <span class="fs14lh1-5"><i>Putin</i></span> schreckt vor keinem Krieg zurück, um seinen Einflussbereich auszudehnen. China erhebt Ansprüche auf Taiwan. Die USA wollen eine Ausweitung der chinesischen Einflüsse in Asien vermeiden. <span class="fs14lh1-5"><i>Nancy Pelosi</i></span> reist deshalb nach Taiwan. Die Chinesen reagieren empört, halten umgehend ein großes Militärmanöver im südchinesischen Meer ab und kündigen die Zusammenarbeit mit den USA in Fragen des Klimaschutzes und der Verteidigung.</div><div><br></div><div>Wir erleben zur Zeit, welche Folgen es hat, wenn Staaten nach Größe, nach Vergrößerung ihres Machtbereichs streben. Wir sehen, welches Leid ein Eroberungskrieg mit sich bringt. Wir erleben, wie chinesische Machtansprüche auf Taiwan und ein einziger Besuch einer amerikanischen Politikerin in diesem Inselstaat dazu führt, dass China und die USA weiter auseinanderrücken und dass eine wichtige Zusammenarbeit für das Überleben der Weltgemeinschaft auf Eis gelegt wird.</div><div><br></div><div>Alle scheinen in ein verrücktes Rennen um die Macht eingetreten zu sein. Je größer die Krisen und Auseinandersetzungen, desto größer scheint die Angst zu sein, an Einfluss und Größe zu verlieren.</div><div><br></div><div>Aber der Wille, groß und bedeutend zu sein, prägt nicht nur in gefährlicher Weise die Weltpolitik. Sie treibt mitunter auch weniger gefährliche, aber umso skurillere Blüten – auch in den Kirchen, auch bei denen, die es schon weit gebracht haben. Ein Theologieprofessor beklagte sich während meines Studiums über sein zu kleines Arbeitszimmer; sein Kollege hatte ein größeres zugewiesen bekommen. Ein anderer benahm sich im Seminar wie ein Oberlehrer, wieder ein anderer schritt wie ein stolzer Hahn durch den Raum und ging mitunter erbarmungslos mit den Studierenden um.</div><div><br></div><div>Die Kirche hat in ihrer Geschichte oft genug nach Bedeutung und Macht gestrebt und ihre Macht auf unsägliche Weise missbraucht – bis in die Gegenwart. Die Übel müssen nicht aufgezählt werden, sie sind hinlänglich bekannt. Und es gibt bis heute Pastoren und Pastorinnen, aber auch Presbyter und Presbyterinnen, die herrschen wollen und die mit Intrigen arbeiten, um sich durchzusetzen. Ganze Gemeinden leiden darunter und gehen fast zugrunde.</div><div><br></div><div>Ich kann mich selbst von dem Wunsch nach Bedeutsamkeit und Anerkennung nicht freisprechen. Auch ich habe den Willen, mich durchzusetzen. Auch ich möchte wichtig sein und auch als wichtig wahrgenommen werden. Auch ich möchte in meinem kleinen persönlichen Bereich und in meiner öffentlichen Arbeit ein Großer sein.</div><div><br></div><div>Dabei wäre all dieses Streben nach Größe so unnötig! Denn jeder Mensch hat seine ihm eigene Größe schon dadurch, dass Gott ihn erschaffen, ins Leben gerufen hat, dass Gott ihn also als Mensch "haben" wollte. Gott hat jeden Menschen zu seinem "Ebenbild" erschaffen, und das heißt im Zusammenhang von 1Mo/Gen 1,27f, dass er ihn zur Beteiligung an seiner guten Herrschaft über die Erde eingesetzt hat. "Macht euch die Erde untertan" heißt nicht: „Macht mit ihr, was ihr wollt", sondern es heißt: „Macht mit ihr das, was ich, Gott, auch mit ihr mache: sie bebauen und bewahren" (1Mo/Gen 2,15).</div><div><br></div><div>Insofern kann man sagen: Gott hat uns zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an seiner "Königsherrschaft" auserwählt. Das "Reich Gottes", das mit Jesus nahegekommen ist (Mk 1,15), ist, wörtlich übersetzt, die "Königsherrschaft Gottes". Im Alten Testament wird Gott oft als König bezeichnet. Wir dürfen uns also als "königliche Angestellte" betrachten, als Leute, die Gott, der "König", auserwählt hat, an seinem Werk mitzuarbeiten. Gibt es etwas Größeres, eine größere Ehre, als am Werk Gottes mitbauen zu dürfen?</div><div><br></div><div>Jesus selbst hat seine Jünger (und uns) in die Welt gesandt, um der Welt die frohe Botschaft von Gottes Erwählung nahezubringen (Mt 28,18-20). Paulus spricht davon, dass wir berufen sind, Gottes Gnade zu bezeugen, so dass Menschen diese Botschaft zu hören bekommen (Röm 1,5f). Das biblische Buch der Offenbarung hält fest, dass Christus uns "zu einem Königreich, zu Priestern für Gott gemacht hat", die auf Erden herrschen, also Macht haben werden (Offb 5,10).</div><div><br></div><div>Kein Mensch ist von dieser Berufung Gottes, von dieser Ehre ausgenommen. Denn alle Menschen sollen aus ihrer Verlorenheit, aus ihrer Angst vor Unterdrückung, Machtverlust und Untergang gerettet werden. Sie sollen die Wahrheit erkennen – die Wahrheit, wie groß Gott über sie denkt (1Tim 2,4).</div><div><br></div><div>In unvergleichlicher Weise hat das der Psalm 8 ausgedrückt (Vers 5f):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Was ist ein Mensch, dass du seiner gedenkst</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Du hast ihm nur wenig Göttliches fehlen lassen,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>mit Ehre und Hoheit kröntest du ihn.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Angesichts dieser Hoheit des Menschen, die an Gottes Hoheit grenzt, fragt man sich: Was wollen wir eigentlich noch mehr?</div><div><br></div><div>Diese Hoheit ist allerdings keine, die mit weltlicher Größe, Bedeutsamkeit oder gar Macht einhergeht. Es ist vielmehr eine Hoheit, die in der Niedrigkeit, Schwachheit und manchmal im Leiden besteht – also eine Hoheit, die der von Jesus entspricht. Gerade in ihm, dem Erfolglosen, Unbedeutenden und Hingerichteten, setzte Gott sich durch. So wird es meist auch bei uns sein.</div><div><br></div><div>In der Regel sind nicht die Großen, sondern die Kleinen von Gott zu Königen und Priestern, zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Reich Gottes bestimmt. Paulus wusste das, denn er schrieb (1Kor 1,26-29):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Leute von vornehmer Geburt [sind berufen], sondern was vor der Welt töricht ist, hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache, und was vor der Welt schwach ist, hat Gott erwählt, damit er das Starke zuschanden mache, und was vor der Welt niedriggeboren und was verachtet ist, hat Gott erwählt, das, was nichts gilt, damit er das, was gilt, zunichte mache, auf dass sich kein Fleisch vor Gott rühme.</span></i></span></div><div><br></div><div>Weil Gott zu den Geringen in all ihrer scheinbaren Bedeutungslosigkeit Ja sagt, können sie auch Ja zu sich selbst sagen. Indem sie das tun und fröhlich ihre Bedeutungslosigkeit vor der Welt akzeptieren, bleiben sie vor Überheblichkeit, Größenwahn und Machtbegehren bewahrt.</div><div><br></div><div>Wie anders sähe die Welt aus, wie viel Leid bliebe der Menschheit – und uns selbst! – erspart, wenn wir nicht ständig nach Größe streben würden, sondern unserer Größe gewiss wären – einer Größe, die in Gottes Erwählung besteht und die wir niemals verlieren können.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: S. Hermann &amp;amp; F. Richter auf Pixabay</span></div><div><br></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 10 Aug 2022 13:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |50]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000017B"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Das indonesische Wort für Hoffnung heißt "Durch den Horizont hindurchsehen". Die wahre Hoffnung sieht durch die apokalyptischen Horizonte unserer Welt hindurch auf die Neuschöpfung aller Dinge im Reich der Herrlichkeit Gottes. Daraus folgt ein neues Handeln in dieser Welt. Wer im drohenden Untergang unserer Welt durch den Horizont hindurch auf die neue Welt Gottes blickt, den ergreift Hoffnung in der Gefahr, und er handelt der Hoffnung entsprechend gegen die Gefahr. Wir handeln dann im wörtlichen Sinne paradox, das heißt: gegen den Augenschein und gegen die Erfolglosigkeit, denn wir sehen in der Hoffnung mehr, als den Augen erscheint, wenn sie in die Zukunft der Welt blicken. Wir sehen dann diese unsere Welt im Reich Gottes zurechtgebracht und erlöst.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jürgen Moltmann</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Hoffnung hat, wer mehr sieht als das, was vor Augen ist.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Vor Augen ist oft die Apokalypse, die Ohnmacht, die Zerstörung, der Tod. </span><span class="fs14lh1-5 cf2">Wer sich nicht auf diesen engen Horizont beschränkt, sondern durch ihn hindurchblickt in die Weite des Wirklichen, sieht Gottes Neuschöpfung aller Dinge:</span><span class="fs14lh1-5 cf2"> eine zurechtgebrachte und erlöste Welt im Reich Gottes.</span><br></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wer diese zurechtgebrachte und erlöste Welt, diese Zukunft, schon jetzt sieht, der kann nicht weiterleben wie bisher. Er wird so zu leben versuchen, dass unsere gegenwärtige Welt dieser zukünftigen Welt schon jetzt soweit wie möglich nahekommt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Hoffnung lebt nicht vom jetzt Sichtbaren, sondern vom noch nicht Sichtbaren, aber nicht weniger Wirklichen. Wirklich ist, was Gott geschaffen hat und was er aus dem Geschaffenen in Zukunft neuschaffen wird.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">So steht nicht nur am Anfang, sondern auch am Ende: Schöpfung.</span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><span class="cf2">Quelle: </span><span class="imUl"><a href="https://jochenteuffel.com/2019/12/12/dieser-engel-der-zukunft-blickt-nicht-zurueck-mit-trauer-oder-zorn-auf-die-truemmerfelder-unserer-menschlichen-geschichte-juergen-moltmann-ueber-die-hoffnung/" target="_blank" class="imCssLink">https://jochenteuffel.com/</a></span></span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 09 Aug 2022 16:58:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--50</link>
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mein Gott - Mein Bild]]></title>
			<author><![CDATA[Otto Ziegelmeier]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000017A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Mein Gott – Mein Bild</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="imUl fs11lh1-5"><a href="https://www.theology.de/" target="_blank" class="imCssLink"><b>Otto Ziegelmeier</b></a></span><span class="fs11lh1-5"> | 04/08/2022</span></div><div><br></div><div>Wer ist Gott? "Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde" heißt es auf den ersten Seiten der Bibel (Genesis 1,27). Wir machen ihm das nach und schaffen uns ganz fleißig Bilder von Gott. Das hat Tradition: Bereits die Israeliten bauten sich nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste einen Gott, da sie ihn eine Zeitlang nicht hörten und nicht sahen. Daher gossen sie ein goldenes Kalb, einen schönen Gott – glänzend und goldig. Zwar stumm, dafür aber pflegeleicht (Exodus 32,1–29).</div><div><br></div><div>Und wir? Auch wir machen uns unsern Gott, so wie wir ihn grade brauchen:</div><div><br></div><div><ul><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Feuerwehr-Gott</i></span>, der schnell kommen soll, wenn's brennt.<br></li><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Kindermädchen-Gott</i></span>, der sich im Hintergrund hält und sich geräuschlos um alles kümmert.<br></li><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Planierraupen-Gott</i></span>, der alle Hindernisse auf dem Weg zum Glück beiseiteschiebt.<br></li><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Waschlappen-Gott</i></span>, der uns von Zeit zu Zeit vom Staub und Dreck des Lebens reinigt.<br></li><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Drogen-Gott</i></span>, der uns nach Trauer und Angst möglichst schnell wieder zur Hochstimmung führt.<br></li><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Lückenbüßer-Gott</i></span>, der einspringt, wenn wir nicht mehr weiter wissen.<br></li><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Urknall-Gott</i></span>, der einmal am Anfang alles in Gang gesetzt, sich dann aber zurückgezogen hat und nicht mehr dreinredet.<br></li><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Milchstraßen-Gott</i></span>, der als höheres Wesen immer irgendwo dabei sein darf, aber nichts mehr mit unserem Leben zu tun hat.<br></li><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Deko-Gott</i></span>, der unsere Familienfeste und Lebenshöhepunkte samt Beerdigungen feierlich macht.<br></li><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Automaten-Gott</i></span>, der auf Knopfdruck funktioniert, wenn man Gebet und Glaube einwirft.<br></li><li>Den <span class="fs14lh1-5"><i>Vorzeige-Gott</i></span>, der in unserem frommen Leben die erste Geige spielt, aber sonst eher auf der Ersatzbank sitzt.<br></li><li>Der <span class="fs14lh1-5"><i>Müllabfuhr-Gott</i></span>, der regelmäßig unseren Lebensmist entsorgt.<br></li><li>Der <span class="fs14lh1-5"><i>Immer-Liebe-Gott</i></span>, der zu allem Ja und Amen sagt.<br></li><li>Der <span class="fs14lh1-5"><i>Warum-lässt-Gott-das-zu?-Gott</i></span>, dem wir alles Schlimme in die Schuhe schieben.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Wetten, dass Sie mindestens eines dieser falschen Gottesbilder ziemlich gut kennen? Ich schon. Daher ist es höchste Zeit, die falschen Bilder über Bord zu werfen. Wir werden nicht von Gott enttäuscht, sondern von unseren Gottesbildern. Nicht wir sind die Schöpfer – wir sind Gottes Schöpfung. Wehe uns, wenn wir das umkehren und Gott zu unserer Schöpfung machen.</div><div><br></div><div>Ich wünsche uns allen die Erkenntnis, dass Gott sich wohl suchen und finden, aber nicht bestimmen lässt.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="imUl fs11lh1-5"><a href="https://www.theology.de/" target="_blank" class="imCssLink"><b>Otto Ziegelmeier</b></a></span><span class="fs11lh1-5">.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: falco auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 04 Aug 2022 18:29:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?mein-gott---mein-bild</link>
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |49]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000179"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ein Psalm Davids.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wie lange noch, Herr, willst du mich so ganz vergessen?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wie lange noch willst du dein Angesicht vor mir verbergen?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wie lange noch muss ich Sorgen tragen in meiner Seele,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Kummer in meinem Herzen am [hellichten] Tag?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wie lange noch wird sich mein Feind gegen mich erheben?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Schaue her, antworte mir, Herr, mein Gott!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Mache hell meine Augen, dass ich nicht zum Tode entschlafe,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">dass nicht mein Feind sage: "Ich habe ihn überwältigt",</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">dass nicht meine Widersacher jubeln, wenn ich wanke.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ich aber vertraue auf deine Gnade.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Mein Herz frohlocke über deine Hilfe!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Singen will ich dem Herrn, dass er mir Gutes getan hat.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Psalm 13</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Wie lange noch soll dieser Krieg dauern? Wie lange soll mein Feind mich bedrängen? Wie groß soll der Kummer werden? Wie lange verbirgst du dich, Gott, und vergisst die Leidenden?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">So fragen viele Menschen, so fragen wir alle einmal. Und wir rufen: "Antworte mir, Gott! Rette mich vor dem Tode! Rette mich vor meinem Feind!"</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Und Gott verbirgt sich ...</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das Leid ist unermesslich. Und dennoch geschieht auch Gutes: Ein Autokrat vermittelt zwischen den Kriegsparteien. Die Feinde unterzeichnen ein Abkommen. Ein erstes Schiff mit Getreide verlässt die Ukraine.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Man redet noch miteinander. Der Dialog ist nicht ganz abgebrochen. Die Außenminister der USA und Russlands telefonieren zwei Stunden miteinander.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Noch keine nukleare Waffe wurde eingesetzt. Der Krieg ist lokal begrenzt. Gefangene werden ausgetauscht. Flüchtlinge werden herzlich aufgenommen in Europa. Der Wiederaufbau hat schon begonnen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Der verborgene Gott hat uns nicht vergessen. Darum frohlocke mein Herz über seine Hilfe! Singen will ich Gott, dass er uns Gutes getan hat!</span></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 01 Aug 2022 18:54:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--49</link>
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			<title><![CDATA[Eine Hochzeit und ihre Folgen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000178"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eine Hochzeit und ihre Folgen</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Warum die Kirche ungnädig ist, wenn sie die Gnade billig macht</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 31/07/2022</span></div><div><br></div><div>Eine Hochzeit ist eigentlich eine schöne Sache. Gerade macht eine Hochzeit aber viel Wirbel. Der Streit über sie ist vor allem im Internet entbrannt. Die evangelische Kirche ist in diesen Streit verwickelt, denn es geht um eine kirchliche Trauung. Und zwar eine ganz besondere.</div><div><br></div><div>Bundesfinanzminister <span class="fs14lh1-5"><i>Christian Lindner</i></span> und seine Partnerin <span class="fs14lh1-5"><i>Franca Lehfeldt</i></span> haben sich in Keitum auf Sylt kirchlich trauen lassen. Die Kritik entzündet sich unter anderem daran, dass keiner der beiden Mitglied der Kirche ist. Dann ist eine kirchliche Trauung eigentlich nicht möglich, jedenfalls nur in besonderen Ausnahmefällen.</div><div><br></div><div>Der evangelische Bischof von Schleswig und Holstein, <span class="fs14lh1-5"><i>Gothart Magaard</i></span>, hat <span class="imUl"><a href="https://www.evangelisch.de/inhalte/203240/09-07-2022/lindner-heiratet-kirchlich-ohne-mitglied-zu-sein" target="_blank" class="imCssLink">die kirchliche Trauung des Paares verteidigt</a></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir sollten mit dem Segen nicht knauserig umgehen. Gott ist ein großzügiger Gott.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mit dieser Ausnahme setzen wir ein Zeichen der Gastfreundschaft und der Großzügigkeit.</span></i></span></div><div><br></div><div>Gastfreundschaft und Großzügigkeit sind etwas Wunderbares und stehen der Kirche gut zu Gesicht. Es fragt sich aber, ob der Segen und die Gnade Gottes auch über jene großzügig ausgeteilt werden sollten, die der Kirche den Rücken gekehrt haben und nicht gerade den Eindruck erwecken, dass sie besonders interessiert sind am christlichen Glauben, an Gottes guten Weisungen und an einer Lebenswende, die sie in die Gemeinschaft der Glaubenden zurückführen müsste.</div><div><br></div><div>Jedenfalls hat schon <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> eine Kirche kritisiert, die allen Menschen ohne Unterschied Gottes Gnade zubilligt, egal, ob ihnen wirklich an dieser Gnade gelegen ist und ob sie von Sünde, Reue und Vergebung wissen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Billige Gnade ist der Todfeind der Kirche. Unser Kampf heute geht um die teure Gnade. Billige Gnade heißt Gnade als Schleuderware, verschleuderte Vergebung, verschleuderter Trost, verschleudertes Sakrament; [...] Gnade ohne Preis, ohne Kosten. [...] In dieser Kirche findet die Welt billige Bedeckung ihrer Sünden, die sie nicht bereut und von denen frei zu werden sie erst recht nicht wünscht.</span></i></span></div><div><br></div><div>Was verschleudert wird, ist nichts wert. Was folgenlos bleibt, nützt auch dem nichts, der es bekommt. Darum ist die verschleuderte billige Gnade ungnädig. Eine solche "Gnade" ist nicht im Sinne Gottes, dem es um unser Glück geht, um ein gutes, erfülltes Leben, um unser Heil. Eine Kirche, die <span class="fs14lh1-5">den Menschen dieses Glück, diese Lebensfülle</span><span class="fs14lh1-5"> versagt, ist ungnädig. Und wer billige Gnade will, wer nicht gewillt ist, seine Schuld zu bekennen, sein Leben umgestalten zu lassen und Jesus Christus nachzufolgen, lehnt den gnädigen Gott ab und hat nichts von seiner Gnade.</span><br></div><div><br></div><div>Gnade ist umsonst, bedingungslos – aber keine Schleuderware zum Nulltarif. Denn Gnade hat Folgen. Ja, sie ist in gewissem Sinne teuer:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Teure Gnade ist der verborgene Schatz im Acker, um dessentwillen der Mensch hingeht und mit Freuden alles verkauft, was er hatte [Mt 13,44] [...]. Teuer ist sie, weil sie in die Nachfolge ruft, Gnade ist sie, weil sie in die Nachfolge </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Jesu Christi</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> ruft; teuer ist sie, weil sie dem Menschen das Leben kostet, Gnade ist sie, weil sie ihm so das Leben erst schenkt [...]. Teuer ist die Gnade vor allem darum, weil sie Gott teuer gewesen ist, weil sie Gott das Leben seines Sohnes gekostet hat – "ihr seid teuer erkauft" [1Kor 6,20] –, und weil uns nicht billig sein kann, was Gott teuer ist.</span></span></i></div><div><br></div><div>Die teure Gnade kostet das Leben und schenkt zugleich das Leben. Damit meint <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer</i></span>, dass der begnadigte Mensch zu einem neuen Leben gerufen ist; zu einer Lebenswende. Er kann fortan nicht mehr so weiterleben wie bisher, und er kann nicht so leben, wie es die Masse tut. Es wird ihm mit der Gnade ein neues Leben geschenkt, so dass sein altes Leben sterben kann. Wer dieses Geschenk ablehnt, lehnt die Gnade ab, und es bleibt alles beim Alten.</div><div><br></div><div>Diese Ablehnung ist in uns allen. Gerade darum sind wir alle gerufen, die Gnade immer wieder neu anzunehmen. Jesus hat Gottes Gnade gelebt und dafür einen hohen Preis bezahlt. Darum sollte uns Gottes Gnade nicht gleichgültig, nicht billig sein. <span class="fs14lh1-5">Wenn sie es doch ist</span><span class="fs14lh1-5">, dann leben wir in einem Raum der Gnadenlosigkeit.</span><br></div><div><br></div><div>Das Problem betrifft also nicht nur die <span class="fs14lh1-5"><i>Lindner</i></span>-Hochzeit. Es ist eine grundsätzliche Frage an die Kirche, ob sie eine Glaubensgemeinschaft oder ein Dienstleistungsunternehmen sein will.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> dient der evangelischen Kirche als christliches Vorbild und wird gern als solches präsentiert. Er ist sozusagen ihr bekanntester "Heiliger". Manches von ihm wird jedoch gern verschwiegen, weil es nicht in das eigene Weltbild passt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="imUl fs11lh1-5">Quellennachweis</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Alle Bonhoeffer-Zitate aus: Dietrich Bonhoeffer: Nachfolge. Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Peter Zimmerling. Brunnen Verlag. 3. Aufl. Gießen 2020. S. 40-42.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Frank Winkler auf Pixabay.</span></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 31 Jul 2022 07:55:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["Gott pflanzte einen Garten in Eden"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000177"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">"Gott pflanzte einen Garten in Eden"</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/07/2022</span></div><div><br></div><div>Heute ist ein besonderer Tag. Kein arbeitsfreier Feiertag, darum wissen auch die wenigsten um diesen Tag. Zudem ist es kein Freudentag, sondern eher ein trauriges Datum; ein Ereignis, dem man sich nicht gern stellt, sondern das man lieber verdrängt.</div><div><br></div><div>Heute ist der <span class="imUl"><a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/erdueberlastungstag-ressourcen-fuer-2022-verbraucht" target="_blank" class="imCssLink">Erdüberlastungstag</a></span>. Das ist der Tag, an dem die Menschheit alle biologischen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde in einem Jahr zur Verfügung stellt. Mit anderen Worten: Die biologischen Ressourcen dieses Jahres sind heute verbraucht. Ab heute lebt die Menschheit auf Kosten zukünftiger Generationen.</div><div><br></div><div>Der Erdüberlastungstag <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%BCberlastungstag" target="_blank" class="imCssLink">verschiebt sich immer weiter nach vorn</a></span>. In diesem Jahr liegt er am 28. Juli. Vor 10 Jahren lag er noch am 4. August, vor 20 Jahren am 19. September.</div><div><br></div><div>Die Überlastung der Erde zeigt sich daran, dass sie <span class="imUl"><a href="https://www.arcgis.com/apps/mapviewer/index.html?webmap=df8bcc10430f48878b01c96e907a1fc3" target="_blank" class="imCssLink">zu brennen beginnt</a></span>. Der Garten, in dem wir leben, ist aufgeheizt und fängt Feuer: Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal. Außerdem die Vereinigten Staaten, Brasilien, Mexiko, Bolivien. Russland, Iran. Kongo, Uganda. Deutschland auch.</div><div><br></div><div>Wir versuchen zu löschen. Das gelingt auch noch, aber unter Verlusten. Wir behandeln die Symptome. Die Ursachen behandeln wir nicht oder nur unzulänglich. Der Garten erhält nicht die Pflege, die er braucht. Er ist sie uns nicht wert. Wert sind uns andere Dinge, die das Feuer anheizen.</div><div><br></div><div>Wir müssen umkehren im Denken und Handeln, um den Baum des Lebens, den von Gott gepflanzten uns zugute, zu retten.</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">E</span></span><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">R</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, Gott, pflanzte einen Garten in Eden, Üppigland, ostwärts,</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und legte darein den Menschen, den er gebildet hatte.</span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">E</span></span><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">R</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, Gott, ließ aus dem Acker allerlei Bäume schießen,</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">reizend zu sehn und gut zu essen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(1Mo/Gen 8,2f nach der Übersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig*)</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Die Schrift. Verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig. Band 1: Die fünf Bücher der Weisung. 10. Aufl. Copyright 1976/1978/1979 Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh. Lizenzausgabe für die Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1992.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 28 Jul 2022 17:03:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?-gott-pflanzte-einen-garten-in-eden-</link>
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			<title><![CDATA[Freude im Angesicht des Todes?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000176"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Freude im Angesicht des Todes?</span></div><div class="imHeading2"><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">Der Schriftsteller Martin Walser und der Theologe Jürgen Moltmann</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">über das Leben </span><span class="fs14lh1-5">und die Erwartung einer Erlösung</span></div></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/07/2022</span></div><div><br></div><div>Die Alten müssten es doch wissen: Worauf kann man sich freuen, wenn das Leben kurz vor dem Ende steht? Oder auch wenn ein Ende, eine Hoffnungslosigkeit schon früh im Leben begegnet? Zwei ausgesprochen Alte, heute 95 und 96 Jahre alt, geben Antwort.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Martin Walser</div><div><br></div><div>Die Wochenzeitung <span class="fs14lh1-5"><i>DIE ZEIT</i></span> hat den Schriftsteller Martin Walser (95 Jahre alt), der in seinen Büchern immer wieder religiöse Fragen angesprochen hat, gefragt: Worauf freuen Sie sich nach dem Tod?*</div><div><br></div><div>Walsers Antwort überrascht. Von Freude ist in seinem Text nicht die Rede. Eher vom Elend des Lebens, besonders des Altseins. In einer Reihe von Gedankenblitzen und Metaphern lotet der Schriftsteller die Beschwernisse des Alters aus. Wenn man es ernst nimmt, vergeht einem die Lust, alt zu werden.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Abschied auf jeder Seite,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">jede Bewegung Flucht,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Fluch aller Weite,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">gesucht wird die Schlucht.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Glaubt keinem, der über das Altwerden und Altsein spricht. Er lügt. Keiner kann die Wahrheit sagen über das Altwerden und das Altsein: Es ist zu scheußlich. Je älter man wird, desto mehr muss man lügen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Am Anfang ist jeder ein reicher Bettler. Am Ende ein armer Fürst, der durch Hallen tanzt mit seinem Partner Tod.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wer über den Tod nachdenkt, muss das Leben kennen. Der 95-Jährige lehrt uns, was Leben ist: der Weg vom Reichen, der nichts hat, zum Armen, der alles hat. Anders gesagt: Alle Habe nützt uns nichts, weil wir als Arme enden.</div><div><br></div><div>Das Armwerden beginnt bereits mit der Geburt. Wir sterben von der ersten Minute unseres Lebens an. Der letzte Partner, mit dem wir tanzen müssen, ist der Tod.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir sind ein Geschmier und kennen den Schmierer nicht. Die meisten nennen ihn Gott.</span></i></span></div><div><br></div><div>Hingeschmiert sind wir also. Wir haben es uns nicht ausgesucht. Niemand wurde gefragt, ob er geboren werden will. Einer hat uns in diese Welt geschmiert. Die meisten nennen ihn Gott.</div><div><br></div><div>Nichts von "und es war sehr gut". Der Alte, Erfolgreiche blickt zurück und erkennt, was er ist: ein Geschmier.</div><div><br></div><div>Und dennoch gibt es das Schöne, das Gute. Man muss es nur lesen. Aber wir lesen es nicht.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jeder Tag ist ein Gedicht, das wir aus Unachtsamkeit nicht lesen. Geschichte tobt. Es übt ein Klavier. Wir hängen zum Trocknen im Wind und klingen, solang die Hände noch beten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Unachtsam nehmen wir das Schöne und Gute nicht wahr. Vielleicht aber kann aus dem nassen, faltigen Geschmier noch etwas Trockenes, Farbiges werden, ein schöner Klang – wenn die Hände noch beten.</div><div><br></div><div>Beim Beten geht der Blick weg – weg von der Schlucht, der Lüge, dem Fluch, der Armut. Aber wer kann noch beten?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hart geworden, splittern unsere Zungen, wenn sie beten müssten. Aus den Augen strömen Schmutz und Asche. Unglücksvulkane sind wir.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Worte fehlen, die Zunge zersplittert, die Augen weinen Übel und Tod. Ein Vulkan will ausbrechen, das Feuer des Lebens, aber es gefriert in der Kälte des Todes zum Unglück. Kälte statt Kraft.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wohin soll ich mich drehen, dass etwas ins Vorstellungsfeld geriete, was mir helfen könnte? Die Widerlegung alles bisher Erfahrenen erwarte ich. Die Erlösung.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es gibt keine Flucht aus dem Unglück, außer dass dieses Leben widerlegt wird. Erlösung: Das ist die Befreiung vom Leben. Was für ein Wort! Nichts davon zu sehen, zu fühlen, zu schmecken. Nur ein Wort: Erlösung. Das Leben schreit danach. Aber es muss sich widerlegen lassen.</div><div><br></div><div>Wer nicht weiß, wovon er erlöst werden muss, hat noch nicht erfasst, was Leben ist.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wie konnte man tändeln damals am Ufer der Gewissheit, die's nicht gibt.</i></span></div><div><br></div><div>Gewissheit entpuppt sich als Illusion. Man hielt sich für stark, unbesiegbar. Aber auch die Gewissheit einer Erlösung ist vom Zweifel durchsetzt. Es gibt keine fraglose Gewissheit, es gibt nur dieses Wort: Erlösung. Wir tanzen weiter mit dem Tod, und niemand weiß, was danach kommt. Das Leben, das nach Erlösung schreit, beraubt uns zugleich ihrer Gewissheit.</div><div><br></div><div>Manchen jedoch ist Gewissheit geschenkt: Sie erwarten die Widerlegung alles Erfahrenen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ich bin ausgelaufen, danach vertrocknet, hat mich jemand aufgewischt, war's Gott.</i></span></div><div><br></div><div>Damit endet Walsers Antwort auf die Frage, worauf er sich freue nach dem Tod. Von Freude ist nicht die Rede. Mag sein, dass das Geschmier aufgewischt wird. Auch das bleibt offen. Er behauptet es nicht, er schließt es aber auch nicht aus – wenn das letzte Wort "Gott" ist.</div><div><br></div><div>Walser präsentiert uns einen Blick auf das Leben, der von den Beschwernissen des Alters geprägt ist; eine ungeschönte Sicht auf unser Leben und auf die Qualen des Altseins. Man mag dieser Sicht widersprechen, sie für zu pessimistisch halten. Sie birgt aber Wahrheiten, die von vielen in der lustbetonten Wohlstandsgesellschaft verdrängt werden und die sich vielleicht erst in den Qualen des Alters unübersehbar nach vorne drängen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Jürgen Moltmann</div><div><br></div><div>Walsers Text hat mich angeregt, einen anderen sehr Alten zu befragen: den evangelischen Theologen <span class="fs14lh1-5"><i>Jürgen Moltmann</i></span> (96 Jahre alt). Er hat im Jahr 2020, also mit 94 Jahren, ein Buch veröffentlicht mit dem Titel "Auferstanden in das ewige Leben". Da mir das Buch selbst nicht zur Verfügung steht, beziehe ich mich auf eine Rezension, aus der auch alle dem Buch entstammenden Zitate entnommen sind (in Klammern Seitenzahlen).**</div><div><br></div><div>Moltmann führt die Frage nach dem ewigen Leben auf die Freude am irdischen Leben zurück:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Aus der Freude am geliebten und gelebten Leben fragen wir nach der Fülle des Lebens und nennen sie ewiges Leben" (11).</span></i></span></div><div><br></div><div>Aber wie gelangt man zu dieser Freude, wenn das Alter da ist oder das Leben, so wie es ist, uns die Freude raubt? Überspringt der Theologe flugs die Wirklichkeit, jedenfalls ihre unerfreulichen Seiten, um einen Anhaltspunkt für das ewige Leben zu haben?</div><div><br></div><div>Wer zu laut von der Freude des Lebens spricht, stößt diejenigen ab, denen das Reden von Freude im Hals stecken bleibt. Und wer die Freude des Lebens unterschlägt, stürzt sich selbst und andere unweigerlich in die Depression.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Auferstehung Jesu Christi (15-39) nimmt ihren Ausgang in der gekreuzigten Hoffnung der Jünger und im gestörten Weltvertrauen, ihrem namenlosen Entsetzen am Grab (15, 17).</span></i></span></div><div><br></div><div>Wie selbstverständlich redet der Theologe von Auferstehung und ewigem Leben. Doch er weiß, dass es auch Anderes gibt: den Niedergang, das ungelebte Leben, den Tod.</div><div><br></div><div>Das ewige Leben, die Fülle des Lebens, setzt voraus eine gekreuzigte Hoffnung, ein namenloses Entsetzen, ein gestörtes Weltvertrauen – also unser aller Leben. Wie viele unserer Hoffnungen sind hingerichtet worden, wie viel unverstandenes Entsetzen gab es, wie viel Vertrauen in die Welt, in das Leben ging verloren? Und wie kann man zu neuer Freude finden, zu einer ewigen Freude gar, wenn der, der uns geschaffen hat, uns so viel Entsetzen und Verlust zumutet?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jesu Gottverlassenheit am Kreuz bedeutet, dass er bei uns ist in unserer umfassenden Gottlosigkeit und Gottverlassenheit.</span></i></span></div><div><br></div><div>Jesus wurde gekreuzigt wie ein Gottloser und erlebte es, von Gott verlassen zu sein. Er kennt unsere Gottlosigkeit und Gottverlassenheit, weil er sie am eigenen Leib erfahren hat. Er war kein vom Leid der Welt unberührter Gott, keiner, der seinen Weg heroisch und ohne Kenntnis der Schmerzen ging, so wie die Helden der Welt es zu tun scheinen. Er nahm das menschliche Geschick – unser Geschick – auf sich. Darum kennt er unsere Verzweiflung, unsere Einsamkeit und religiöse Verlassenheit.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Moltmann geht davon aus, dass der nachösterliche Glaubensmut der Gruppe von Jüngern in Jerusalem nur aus ihrem Erleben begründet werden kann: "Die einzige Antwort, die mir einleuchtet, war ihre Überzeugung von der Auferstehung Jesu und von ihrer eigenen Auferstehung mit ihm" (38).</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Glaubensmut der Jünger, deren Lebenssinn dahin war, die jede Hoffnung verloren hatten, deren Leben nur noch ein Geschmier war, Abschied auf jeder Seite, jede Bewegung Flucht – dieser Glaubensmut ist unerklärlich. Es gibt solche Menschen, die alles verloren haben, die sich wie ein Geschmier fühlen, auch heute. Und es gibt das Unerklärliche: Aus dem Tod ersteht Glaubensmut – woher eigentlich? –, &nbsp;ersteht eine Überzeugung, eine Gewissheit, dass es trotz allem eine Fülle des Lebens gibt – eine Erlösung.</div><div><br></div><div>Kann man etwas sagen über die Gestalt dieser Erlösung?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Im Reich Gottes durchdringen sich der Himmel und die Erde. In der Freude Gottes berührt uns die Erde und öffnet sich der Himmel für uns. Der Himmel wird irdisch und die Erde wird himmlisch" (64).</span></i></span></div><div><br></div><div>Moltmann spricht von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, die sich nicht mehr, wie Himmel und Erde jetzt, entgegenstehen, sondern sich gegenseitig durchdringen. In der Gegenwart Gottes haben wir teil an Gottes Freude über einen irdischen Himmel und eine himmlische Erde.</div><div><br></div><div>Das Reden über die Gestalt des ewigen Lebens ist nur in Bildern möglich. Deutlich ist aber, dass das ewige Leben weder eine Fortsetzung des irdischen Lebens ist noch ein Neueinsatz ohne Bezug zum irdischen Leben. Vielmehr: Leid und Tod gehen voran; ohne sie ist das ewige Leben nicht zu haben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Zwei Glaubensweisen</div><div><br></div><div>Wie unterschiedlich diese beiden alten Männer doch auf das Leben und die Erlösung blicken! Der eine redet wortgewaltig in Bildern von unaussprechlichem Elend, das unter die Haut geht und den Glauben in Zweifel stürzt, und er kommt gleichwohl nicht vorbei am Wort "Erlösung" und am letzten Wort "Gott". Das Leben, gerade das verzweifelte, schreit danach. Es kann nicht aufhören zu schreien – und zu zweifeln.</div><div><br></div><div>Der andere redet sachlich mit scheinbarer Gewissheit von der Freude am Leben, von der er herkommt und an der er festhält trotz des Kreuzes von Golgatha und der unzähligen, die ihm folgten, trotz der Verluste jeglicher Hoffnung, der Vernichtung alles Vertrauens, des Entsetzens an den Gräbern; hält fest an dem Gott, der uns verlässt, den wir loslassen und an den wir uns dennoch klammern; hält fest an der Überzeugung, die nur eine verzweifelte sein kann, dass dieses Leben nicht das letzte, das einzige ist, sondern dass ein irdischer Himmel, eine himmlische Erde mit einem Gott der Freude unser wartet.</div><div><br></div><div>So reden sie doch beide vom Schweren, Unerträglichen, Bezweifelbaren und zugleich vom Erhofften, Geglaubten, Erlösenden. Sie reden davon, wenn auch mit unterschiedlicher Stimme. Das mag unterschiedlicher Lebenserfahrung im Alter entsprechen oder einem unterschiedlichen Naturell: der eine eher tiefschürfend-erschrocken, der andere eher träumend-hoffnungsvoll.</div><div><br></div><div>Es mag auch aus unterschiedlich starkem Vertrauen kommen: Der eine eher zweifelnd, der andere eher gewiss. Und doch sind Glaube und Zweifel in beiden. Denn es gibt keinen Glauben ohne Zweifel, und ein Zweifel ohne Glauben wäre kein Zweifel, sondern Wissen.</div><div><br></div><div>Beides, Glaube und Zweifel, begleiten diejenigen, die keine Wissenden sind; die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, die noch nicht eingestimmt haben, noch nicht einstimmen konnten in ein Leben, das nur die banale Diesseitigkeit kennt, in der jede Bewegung Flucht und kein Tag mehr ein Gedicht ist.</div><div><br></div><div>Darum auch gibt es unterschiedliche Glaubensweisen – und unterschiedliche Antworten auf die Frage, worauf (und auf welche Weise) man sich freuen kann im Angesicht des unweigerlich kommenden Todes.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div>* &nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe <span class="fs14lh1-5"><i>DIE ZEIT</i></span> vom 21. Juli 2022, S. 45.</div><div>** &nbsp;Rezension von <span class="fs14lh1-5">Pfarrer </span><i><span class="fs14lh1-5">Dr. Jochen Eber</span></i> auf <span class="imUl"><a href="https://rezensionen.afet.de/?p=1403" target="_blank" class="imCssLink">AfeT Rezensionen</a></span> zu dem Buch von Jürgen Moltmann: Auferstanden in das ewige Leben. Über das Sterben und Erwachen einer lebendigen Seele. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2020.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 27 Jul 2022 15:47:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die EKD-Ratsvorsitzende zum Ukraine-Krieg]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000174"><div><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die EKD-Ratsvorsitzende zum Ukraine-Krieg</span></div><div><div class="imHeading2 imTACenter">Wie die evangelische Kirche um die Friedensethik ringt (Teil 1)</div></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/07/2022</span></div><div><br></div><div>Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (<span class="fs14lh1-5"><i>EKD</i></span>), <span class="fs14lh1-5"><i>Annette Kurschus</i></span>, hat sich in zwei Interviews zur ethischen Bewertung des Ukraine-Kriegs geäußert. Der Evangelische Pressedienst (<span class="fs14lh1-5"><i>epd</i></span>) informierte in zwei Meldungen vom <span class="imUl"><a href="https://www.evangelisch.de/inhalte/202007/07-06-2022/kurschus-auch-mir-ist-diese-zerrissenheit" target="_blank" class="imCssLink">7. Juni</a></span> und vom <span class="imUl"><a href="https://www.evangelisch.de/inhalte/202924/01-07-2022/kurschus-entscheidung-zu-waffenlieferung-nicht-unchristlich" target="_blank" class="imCssLink">1. Juli</a></span> über die Einschätzung der Ratsvorsitzenden. Da mir die Interviews aus der <span class="fs14lh1-5"><i>FAZ </i></span>und dem <span class="fs14lh1-5"><i>Spiegel </i></span>nicht vorliegen, beziehe ich mich auf diese beiden Meldungen des <span class="fs14lh1-5"><i>epd</i></span>, die auf <span class="imUl"><a href="https://www.evangelisch.de/" target="_blank" class="imCssLink">evangelisch.de</a></span> veröffentlicht wurden, und gehe davon aus, dass sie die Meinung der Ratsvorsitzenden sachgerecht wiedergeben. Weitere Stellungnahmen von Kurschus sind berücksichtigt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Die Dilemma-Situation</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>sprach von einer "Dilemma-Situation" (1.7.) und von ihrer persönlichen "Zerrissenheit". Sie hat</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">auf eine innere Anspannung hingewiesen, die viele Menschen in Deutschland und der Kirche bedrückt. "Auch in mir ist diese Zerrissenheit" [...]. Sie könne einen Krieg grundsätzlich nicht gutheißen, auch keinen Verteidigungskrieg, auch keine Waffenlieferungen. "Ich kann sie allenfalls als unvermeidlich anerkennen, als geringeres Übel für vertretbar halten. Es ist geboten, der Sünde in Form von brutaler Gewalt und verbrecherischem Unrecht entgegenzutreten." (7.6.)</span></i></span></div><div><br></div><div>Deutlich wird in diesen Sätzen zunächst das Dilemma, das darin besteht, dass man, wie immer man sich verhält, ein Übel vertritt – also Schuld auf sich lädt. Wer Krieg führt, und sei es zur eigenen Verteidigung, und wer Waffen für den Krieg liefert, wird in christlicher Sicht schuldig. Anders ist es nicht zu verstehen, wenn die Ratsvorsitzende einen Verteidigungskrieg und Waffenlieferungen für ein Übel hält, das man nicht gutheißen kann.</div><div><br></div><div>Dieser Gedanke kommt in der öffentlichen Diskussion in Deutschland so gut wie nicht vor. Jede der beiden Seiten – pro oder contra Waffenlieferungen – hält die eigene Sichtweise für gut und verantwortungsvoll. Verantwortungslosigkeit bzw. neuerdings vorzugsweise Zynismus wird nur der anderen Seite vorgeworfen.</div><div><br></div><div>Es ist zu begrüßen, dass die oberste Repräsentantin der <span class="fs14lh1-5"><i>EKD </i></span>auf die menschliche Verfasstheit hinweist, die mitunter nur eine Wahl zwischen Schuld und Schuld zulässt. Die gesellschaftliche Spaltung würde abgeschwächt, wenn sich statt gegenseitiger Schuldzuweisungen ein Bewusstsein der gemeinsamen Schuldverstrickung durchsetzen würde. Die Diskussion würde statt von Selbstgerechtigkeit, mit welcher der eigene Standpunkt vorgebracht wird, von einer gewissen Demut geprägt. Das täte der Demokratie gut. Man würde gewahr werden, dass beide Seiten immer nur das jeweils "geringere Übel" suchen können.</div><div><br></div><div>Eine ethische Überhöhung des Verteidigungskrieges und der Waffenlieferungen ist bei einer solch grundlegenden Schuldeinsicht nicht möglich. Allerdings unterläuft <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>diese eigene Posititionierung.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Das Unchristliche als Unumgängliches</div><div><br></div><div>Nach Mitteilung des <span class="fs14lh1-5"><i>epd </i></span>stellte <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>fest,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sie könne Politikerinnen und Politikern, die Waffen an die Ukraine liefern wollen, nicht vorwerfen, dass das unchristlich sei. Zwar könnten Christen für sich selbst entscheiden, auf Gegengewalt zu verzichten, wenn sie mit Waffen angegriffen werden. [...] Es sei aber etwas ganz anderes, "wenn ich als Christin, gar als leitende Angestellte der Kirche, die selbst nicht unmittelbar bedroht ist, Angegriffenen dies moralisch gebiete [...]. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich je Waffenlieferungen als verantwortbare politische Entscheidung anerkennen würde", sagte sie. (1.7.)</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Sinn der Ausssagen ist unklar. Geht es lediglich darum, Politikerinnen und Politikern unchristliches Verhalten nicht <span class="fs14lh1-5"><b>vorzuwerfen</b></span>? Dem kann man nur zustimmen; um Vorwürfe kann es nicht gehen, wenn man um die gemeinsame Schuldverfallenheit weiß. Ebenso wenig kann es darum gehen, den Angegriffenen etwas moralisch zu <span class="fs14lh1-5"><b>gebieten</b></span>. Möglich und gefordert ist aber, den eigenen christlichen Standpunkt zu <span class="fs14lh1-5"><b>bezeugen </b></span>– auch gegenüber den politisch Handelnden und den Angegriffenen.</div><div><br></div><div>Das Zeugnis könnte in dem Bekenntnis bestehen, dass sowohl derjenige, der Waffen liefert, als auch derjenige, der Waffenlieferungen verweigert, Schuld auf sich lädt. Die Ratsvorsitzende stellt aber fest, dass Waffenlieferungen "nicht unchristlich" seien. Die Formulierung ist unklar: Heißt das, dass Waffenlieferungen christlich sind? Oder bewegen sie sich in einem Zwischenbereich zwischen christlich und unchristlich? Die Aussage lässt den Schluss zu, dass das, was "nicht unchristlich" ist, christlich sein müsse.</div><div><br></div><div>Hier wird der Gedanke, dass auch Waffenlieferungen ein Übel sind, die man unter christlichen Gesichtspunkten nicht gutheißen kann, unterlaufen. In der Tat ist es schwierig, die Lieferung von Waffen, mit denen Menschen getötet, verstümmelt, traumatisiert, für ihr Leben gezeichnet werden, bruchlos als christlich zu bezeichnen. Auch wenn man Waffenlieferungen als das kleinere Übel bezeichnet, bleiben sie ein Übel, das in der Dilemma-Situation zwar unumgänglich sein kann, dadurch aber noch nicht ethisch gut ist. Es müsste deutlich bleiben, dass dieses Übel nicht dem eigentlichen Gebot Gottes entspricht. Die Verwirklichung eines Übels sollte deshalb nicht einfach christlich genannt werden oder den Schluss nahelegen, dass diese Tat christlich ist.</div><div><br></div><div>Ebenso schwierig ist es, die Ablehnung von Waffenlieferungen für jeden denkbaren Fall als christlich zu bezeichnen. Denn es könnte sein, dass man damit Völkermord, Folter und brutale Diktatur über ein Land bringt, also unermessliches Leid. Bezieht man diese möglichen Folgen eines Verzichts auf Waffenlieferungen in die Überlegungen ein, dann kann dieser Verzicht ebenfalls nicht bruchlos als christlich bezeichnet werden.</div><div><br></div><div>In einer <span class="imUl"><a href="https://www.ekd.de/kurschus-ich-habe-waffenlieferungen-nie-begruesst-74208.htm" target="_blank" class="imCssLink">neuerlichen Stellungnahme</a></span> geht <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>nochmals auf Waffenlieferungen ein und relativiert ihre vorangegangenen Äußerungen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie könne Krieg nicht grundsätzlich gutheißen, "auch keine Waffenlieferungen, das habe ich nie begrüßt, auch wenn mir das bisweilen so in den Mund gelegt wird", sagte sie [...]. Es gebe in dieser Frage kein eindeutiges Richtig oder Falsch. Die oberste Repräsentantin der deutschen Protestanten hatte Waffenlieferungen in Interviews als vertretbar anerkannt. [...] "Wir verfügen nicht über ein Wissen christlicherseits, das es uns erlauben würde, einzelne politische Optionen direkt aus der Bibel abzuleiten." [...] Die EKD komme zu dem Schluss, dass es für und gegen Waffenlieferungen jeweils gute Gründe gebe. Dilemmata müssten benannt werden. "Es ist nicht immer hilflos, wenn man sagt: Ich weiß es nicht. Das ist manchmal das einzig angebrachte", sagte Kurschus. Auch die Bibel würde offensichtliche Widersprüche nebeneinander stehen lassen und in einer größeren Wahrheit aufheben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Diese Äußerung legt den Schluss nahe, dass es in einer Dilemma-Situation keine christliche Entscheidungsmöglichkeit gebe: Man könne für oder gegen Waffenlieferungen sein, für beides gebe es gute Gründe. Dass gerade Christinnen und Christen in einer so wichtigen Frage keine Antwort haben, ist unbefriedigend. Unklar bleibt, in welcher "größeren biblischen Wahrheit" die "offensichtlichen Widersprüche" der Bibel aufgehoben seien. <span class="fs14lh1-5">Insgesamt bleibt der Eindruck, die Ratsvorsitzende halte Waffenlieferungen für nicht unchristlich, also für christlich.</span><span class="fs14lh1-5"> Genau dies hatte sie auch explizit zum Ausdruck gebracht.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Die Nothilfe-Situation</div><div><br></div><div>Der Dilemma-Situation steht die Nothilfe-Situation gegenüber. Nach <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>ist es "geboten, der Sünde in Form von brutaler Gewalt und verbrecherischem Unrecht entgegenzutreten" (siehe oben 1. Zitat). <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>zufolge</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sind die deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine mit christlichen Grundsätzen vereinbar. "Die Menschen in der Ukraine haben ein Recht auf Verteidigung. Und es gibt auch das christliche Gebot der Nothilfe, wenn Menschen ermordet, gefoltert, erniedrigt, vertrieben werden", sagte Kurschus. (1.7.)</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Hilfe für Menschen in höchster Not, gerade auch für die Schwachen, fordere, Angriffe auf ihr Leben, ihre Würde und ihre Freiheit nicht tatenlos hinzunehmen, fügte Kurschus hinzu. Es müsse darum gehen, das Recht der Einzelnen auf ein Leben in Freiheit und Würde zu verteidigen. Verteidigt werden müsse deshalb auch die Souveränität des Staates, der dieses Recht schützt und garantiert. Kurschus: "An diesem Ziel ist alles Handeln immer wieder zu prüfen." (7.6.)</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>betrachtet den Verteidigungskrieg und die Unterstützung desselben durch Waffenhilfe offensichtlich als das kleinere und deshalb unvermeidliche Übel. Von einem Übel spricht sie nun allerdings nicht mehr, sondern von dem "christlichen Gebot der Nothilfe". Die Ukraine habe ein "Recht auf Verteidigung", und Waffenhilfe sei "mit christlichen Grundsätzen vereinbar". Als Ziele dieser Nothilfe formuliert die Ratsvorsitzende einmal die Rettung von Menschen vor Mord, Folter, Erniedrigung und Vertreibung, das andere Mal die Verteidigung von Leben, Freiheit und Würde des einzelnen sowie der Souveränität des Staates. Alles Handeln sei an diesen Zielen zu messen.</div><div><br></div><div>Die Nothilfe-Situation ist ein starkes Argument, das in der gegenwärtigen Diskussion immer wieder vorgetragen wird. Wer will einem in Not geratenen Staat die Hilfe verweigern? Ist das nicht unchristlich?</div><div><br></div><div>Es ist jedoch zu bedenken, dass die Nothilfe in diesem Fall nicht anders möglich ist als durch Gewaltanwendung. Ein wesentlicher Aspekt des biblischen Verständnisses von Sünde ist die Gewalt (siehe meinen Artikel "<span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=00000016C" class="imCssLink">Hybris, Gewalt und die Gnade Gottes</a></span>"). Hier zeigt sich wieder, dass die Unterstützung von Gewalt nicht einfach als "christliches Gebot" oder "mit christlichen Grundsätzen vereinbar" bezeichnet werden kann. Auch von einem christlichen <span class="fs14lh1-5"><b>Recht </b></span>zum Töten, und sei es zur Selbstverteidigung, wird man kaum sprechen können (siehe dazu meinen Artikel "<span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=000000163" class="imCssLink">Keine Lizenz zum Töten</a></span>").</div><div><br></div><div>Es kann hilfreich sein, sich einmal vor Augen zu führen, was in einem Krieg – auch in einem Verteidigungskrieg – geschieht. Die gegnerischen Soldaten werden getötet, verstümmelt und traumatisiert. Aber auch die eigenen Soldaten werden diesem Schicksal ausgesetzt. Die Opferzahlen auf ukrainischer Seite schwanken zwischen 100 und 500 getöteten Soldaten täglich. Aus Russland gibt es keine Zahlen. Darüber hinaus wird die ukrainische Bevölkerung von Tod, Vertreibung und Zerstörung getroffen. Die UNO sprach vor einigen Wochen von etwa 4.183 getöteten Zivilisten. Verletzte, Traumatisierte, Vertriebene und Menschen, die alles verloren haben, was sie sich aufgebaut haben, sind dabei noch gar nicht erfasst.</div><div><br></div><div>Diese Menschen sind nicht durch ukrainische, sondern durch russische Waffen getötet worden. Russland trägt sowieso die Hauptverantwortung für alles Leid, das durch diesen Krieg entsteht. Es ist jedoch deutlich, dass auch ein Verteidigungskrieg Gewalt erzeugt, die es ohne ihn nicht gäbe.</div><div><br></div><div>Andererseits vermeidet ein Verteidigungskrieg andere Formen von Gewalt, die es nach einer siegreichen Verteidigung nicht gäbe: ein vielleicht langes Leben unter Fremdherrschaft, ohne staatliche Souveränität und Rechtsstaatlichkeit, in einer Autokratie, schlimmstenfalls in einem Unrechtsstaat unter Willkür, Folter und eklatanter Verletzung der Menschenrechte.</div><div><br></div><div>Die entscheidende Frage ist daher: Welche Form der Gewalt ist als das geringere Übel einzustufen? Diese Frage spiegelt sich auch in den gegenwärtigen Diskussionen um einen Waffenstillstand. Denn auch in diesen Diskussionen geht es letztlich darum, ob einem Krieg mit dem ihm eigenen Leid der Vorzug gegeben werden soll oder einem Waffenstillstand mit Gebietsabtretungen an Russland mit dem ihm eigenen Leid. Dabei spielen noch andere Fragen eine Rolle, zum Beispiel die Frage, ob ein Sieg der Ukraine über Russland überhaupt möglich ist.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>betrachtet den Verteidigungskrieg als das geringere Übel. Die Meinungen darüber gehen auseinander. Zur Beantwortung dieser Frage spielen nicht nur die Zahlen der Kriegsopfer eine Rolle, sondern darüber hinaus auch die Beurteilung <span class="fs14lh1-5"><i>Putins </i></span>und geopolitische Fragestellungen, die hier nicht erörtert werden sollen (siehe dazu meinen Artikel "<span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=00000014D" class="imCssLink">Der General und die Feindesliebe</a></span>"). Außerdem sind zu berücksichtigen eine drohende Hungersnot in Afrika mit ihren Opfern, der durch die Kriegshandlungen vergrößerte weltweite CO2-Ausstoß mit allen Folgen und die durch den Krieg gegebene Gefahr einer atomaren weltweiten Auseinandersetzung.</div><div><br></div><div>Wenn es um ein christliches Zeugnis geht, sind christliche Maßstäbe gefragt, zumal wenn sich &nbsp;die oberste deutsche evangelische Repräsentantin äußert. Christliche Maßstäbe kommen allerdings in ihrer Argumentation kaum vor. Sie bringt in erster Linie Argumente vor, die in der öffentlichen Diskussion schon vertreten werden und schließt sich dem Mainstream der veröffentlichten Meinung an, die sich allerdings Umfragen zufolge von der <span class="imUl"><a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-europa-eu-umfrage-1.5603069" target="_blank" class="imCssLink">öffentlichen Meinung</a></span>, also der Meinung der Bevölkerung, deutlich unterscheidet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Eine christliche Sichtweise</div><div><br></div><div>Es ist bedauerlich, dass es in einer so wichtigen Frage wie der einer Reaktion auf den Ukraine-Krieg keine einheitliche christliche Stellungnahme gibt. Ich stelle deshalb der Einschätzung der Ratsvorsitzenden eine andere christliche Einschätzung gegenüber.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>hält es für "geboten, der Sünde in Form von brutaler Gewalt und verbrecherischem Unrecht entgegenzutreten". Jesus hingegen rief dazu auf, dem Bösen nicht zu widerstehen (Mt 5,39). Er wollte offenbar vermeiden, dass man dem Bösen entgegentritt, indem man Böses tut. Auch das Töten russischer Soldaten, junger Menschen, die ihr Leben noch vor sich haben und die den Krieg wahrscheinlich gar nicht wollen, ist brutale Gewalt.</div><div><br></div><div>Kann man Gewalt durch Gewalt, Sünde durch Sünde besiegen? In bestimmten Extremfällen des Krieges kann das unumgänglich sein. Es ist aber jede neue Situation aufs Neue ethisch zu prüfen. Konkrete Ethik sagt nicht: In jedem denkbaren Fall ist es richtig, dass ein angegriffenes Land sich militärisch verteidigt. Konkrete Ethik sagt aber auch nicht: In jedem denkbaren Fall ist es falsch, dass ein angegriffenes Land sich militärisch verteidigt.</div><div><br></div><div>Im Alten Testament gibt es Kriege, die von Gott befohlen oder sogar von ihm selbst geführt werden. Jesus hat allerdings der Gewaltlosigkeit eindeutig den Vorzug vor der Gewalt eingeräumt. Er wusste offenbar, dass Gegengewalt möglicherweise die Gewalt vergrößert; dass das Übel der Verteidigung unter Umständen mehr Leid schafft als das Übel einer Fremdherrschaft. Jesus lebte selbst in einem Land unter römischer Fremdherrschaft. Mit keinem Wort hat er zum Aufstand gegen die Römer aufgerufen oder einen der blutigen Aufstände gutgeheißen, die damals gegen die römische Besatzungsmacht angezettelt wurden. Stattdessen rief er auf, mit einem Unterdrücker, wahrscheinlich einem römischen Soldaten oder zumindest Beamten, zwei Meilen statt einer Meile zu gehen und ihm so zu dienen (Mt 5,41). Das ist das Gegenteil von Gegengewalt.</div><div><br></div><div>In unseren Tagen stellt sich die Frage, was das größere Übel ist: das Leben unter einer Fremdherrschaft oder ein Krieg? Was Krieg bedeutet mit tausenden Toten, zigtausenden Verstümmelten, Vergewaltigten, Verlorenen, Verbitterten, um ihr Lebenswerk und ihren Besitz Gebrachten und mit einem dem Erdboden gleichgemachten Land, wurde bereits oben beschrieben.</div><div><br></div><div>Aber auch eine jahrelange oder gar jahrzehntelange Fremdherrschaft bringt unermessliches Leid mit sich: staatliche Willkür, vielfaches Unrecht, Einschränkungen der Freiheit, geraubte Lebensmöglichkeiten, mit den Füßen getretene Menschenrechte und alle damit verbundene Verzweiflung.</div><div><br></div><div>Das Problem ist nun, dass es fast unmöglich ist, Not gegen Not, Übel gegen Übel abzuwägen. Es ist so extrem schwierig, weil es dabei um die Zukunft geht, die wir nicht kennen und um die Vergangenheit, die wir nicht gelebt haben. Wer im Fall des Ukraine-Kriegs vorgibt, er könnte abwägen, welche Not die größere ist, behauptet zu wissen, wie groß ohne eine Verteidigung der Ukraine das Leid gewesen wäre und wie groß es werden würde. Er behauptet auch zu wissen, wie groß das Leid mit fortgesetzter Verteidigung werden würde. Er behauptet außerdem einschätzen zu können, wie groß das Leid der einzelnen Menschen bis jetzt gewesen ist und wie groß es werden würde, ohne dass er das gewesene Leid selbst erlitten hätte und das kommende erleiden würde.</div><div><br></div><div>Darüber hinaus gibt es die Gefahr weiterer mit dem Krieg gegebener Leiden: Hungersnöte in Afrika, Verstärkung des Klimawandels, ein nicht auszuschließender Weltkrieg, jahrzehntelange Konfrontationen zwischen den verfeindeten Blöcken sowie Milliardengelder für Aufrüstung, die anders dringend benötigt werden. Bezieht man diese möglicherweise entstehenden Leiden in die Überlegungen ein, so wird deutlich, wie absurd jede Antwort auf die Frage nach dem größeren Übel in der gegebenen Situation ist.</div><div><br></div><div>Wir sollten uns hier ehrlich machen: Die ethische Frage, welches Übel das größere ist, ist also – sagen wir: in den allermeisten Fällen – gar nicht zu beantworten. Bestenfalls sind Vermutungen anzustellen. Deshalb sollte niemand so tun, als hätte er die allein richtige Antwort und wüsste deshalb auch, welche ethische Entscheidung die richtige ist.</div><div><br></div><div>Dennoch muss eine ethische Entscheidung getroffen werden, denn auch Nicht-Entscheiden wäre eine Entscheidung – aber gewiss keine ethisch verantwortliche. Vielleicht hat Jesus um <span class="fs14lh1-5"><b>dieses </b></span>Dilemma gewusst, als er dazu aufrief, dem Bösen nicht zu widerstehen. Vielleicht war für ihn klar, dass unsere Erwägungen über das größere Übel immer dazu herhalten müssen, die Gewalt zu potenzieren. Deshalb hat er für den Weg der Gewaltlosigkeit geworben und für die damit verbundene Deeskalation und Leidensbereitschaft.</div><div><br></div><div>Die geforderte "Nothilfe" könnte ja auch darin bestehen, die Lage nicht durch immer neue Waffenlieferungen zu verschärfen, sondern in Verhandlungen über einen Waffenstillstand einzutreten und dabei auch Kompromisse zu machen. Das mag unter Gerechtigkeitserwägungen unbefriedigend sein, denn niemand will, dass ein Aggressor für seine Aggression belohnt wird. Aber Gerechtigkeit muss immer gegenüber Leidverringerung und Lebenschancen abgewogen werden. Wer nur auf Gerechtigkeit setzt, wird unbarmherzig. "Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart." Deshalb gilt die Aufforderung des Paulus, die Vergeltung Gott zu überlassen und Böses mit Gutem zu beantworten, wie es auch der Ethik Jesu entspricht (Röm 12,17-21):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Vergeltet niemandem Böses mit Bösem; seid auf das Gute bedacht vor allen Menschen! Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden! Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn [Gottes]; denn es steht geschrieben: "Mir gehört die Rache, ich will vergelten", spricht der Herr. Vielmehr, "wenn dein Feind hungert, so speise ihn; wenn ihn dürstet, so tränke ihn! [...]" Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist deutlich, dass solch ein Handeln Leidensbereitschaft voraussetzt. Leidensbereitschaft gehört in das Zentrum der Ethik Jesu und deshalb in das Zentrum jeder christlichen Ethik. Gegenüber allen politischen Überlegungen und der misslichen Frage, welche Reaktion auf den Krieg mehr Leid mit sich bringt, also das größere Übel ist, schlägt die Leidensbereitschaft noch einmal ein neues ethisches Kapitel auf.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Christliche Leidensbereitschaft</div><div><br></div><div>Jesus hat Gottes Liebe gelebt und dafür eigenes Leid in Kauf genommen. Er hat deutlich gemacht, dass mit einem liebevollen Leben immer Leid verbunden ist.</div><div><br></div><div>Der moderne Mensch hingegen ist ein Mensch, der das Leiden abschaffen möchte. Alle medizinischen und technischen Errungenschaften sollen Leid verringern. Dagegen ist nichts einzuwenden. Wohl aber dagegen, dass Leid als etwas im Grunde Lebensfremdes betrachtet und ein prinzipiell leidfreies Leben angestrebt wird. Dabei gerät in Vergessenheit, dass Lieben immer Leiden um des geliebten Menschen willen impliziert. Wo es keine Bereitschaft zum Leiden gibt, kann es auch keine Liebe geben.</div><div><br></div><div>Das bedeutet: Wer das Lebensrecht des anderen achtet, auch eines Angreifers, muss eigenes Leid in Kauf nehmen. Wer dem Bösen gewaltfrei zu begegnen versucht, setzt sich der Gewalt des Bösen aus.</div><div><br></div><div>Dagegen wird oft eingewandt, dass es jeder Mensch für sich persönlich entscheiden könne, sich der Gewalt eines Aggressors auszusetzen, dass es aber im Kriegsfall um das Leid eines ganzen Volkes geht, das es zu vermeiden gelte.</div><div><br></div><div>Natürlich muss jeder Mensch für sich selber entscheiden, welchen Weg er geht. Niemand hat das Recht, für einen anderen zu entscheiden. Christinnen und Christen können nur die ethische Entscheidung bezeugen, die sie ihrer Einsicht entsprechend aufgrund christlicher Maßstäbe getroffen haben.</div><div><br></div><div>Jesus hat seinen Jüngerinnen und Jüngern Leid zugemutet. Er hat sie in die Leidensnachfolge gerufen (Mk 10,38f; Lk 14,27). Paulus sprach von der "Gemeinschaft mit seinen [Christi] Leiden" (Phil 3,10), die dem Wohl des Nächsten dienen soll (Röm 15,2f). Nach dem 1. Petrusbrief gilt Christi Leiden für uns als Vorbild für unser eigenes ethisches Verhalten (1Petr 2,21-23; 3,9.11).</div><div><br></div><div>Um das Leiden kommen die Christus Nachfolgenden also nicht herum. Es ist aber kein Leiden, das durch Gegengewalt entsteht und von einem überlegenen Angreifer erzwungen wird, sondern es ist ein aktiv sich hingebendes Leiden, ohne Gegengewalt zu üben. Es ist ein Leiden aus der Freiheit der Liebe heraus, die lieber Leid erträgt als Leid zuzufügen. Das christliche Gegengewicht, das diese Freiheit ermöglicht, ist die Auferstehungshoffnung, die eines Lebens im Frieden Gottes gewiss ist, auch wenn die gewaltfreie Liebe in den Tod führt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">6. Christliche Freiheit</div><div><br></div><div>Die <span class="fs14lh1-5"><i>EKD</i></span>-Ratsvorsitzende hatte als Ziel alles Handelns im Blick auf den Ukraine-Krieg "das Recht der Einzelnen auf ein Leben in Freiheit und Würde" und die staatliche Souveränität genannt. Es stellt sich die Frage, welche Freiheit hier gemeint ist. Ohne den Wert der modernen Freiheitsrechte infrage zu stellen, wird man christliche Freiheit noch einmal anders definieren müssen: als Freiheit, die in dem Vertrauen auf die ewige Liebe Gottes gründet, der es den Seinen letztlich wohlergehen lassen wird (Ps 37,5), und die deshalb zu Einschränkungen moderner Freiheitsrechte um des Nächsten willen bereit ist (siehe die Artikel "<span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=000000092" class="imCssLink">Was ist Freiheit?</a></span>" und "<span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?was-kommt-nach-dem-glauben-" class="imCssLink">Was kommt nach dem Glauben?</a></span>"). Auch die Menschenwürde hat nach christlicher Vorstellung ihren Grund in der Zuwendung Gottes, der jeden von ihm geschaffenen Menschen würdigt, an seinem Reich, seiner Liebesherrschaft in der Welt mitzuwirken.</div><div><br></div><div>Das Ziel alles Handelns im Ukraine-Krieg kann deshalb nicht einfach auf moderne Freiheitsrechte und säkular verstandene Menschenwürde ausgerichtet sein, sondern muss die christliche Freiheit und die christliche Menschenwürde in ihrer Gründung in Gott und Bindung an Gott im Blick haben. </div><div><br></div><div>Von daher wäre darzulegen, dass Christinnen und Christen auch unter Fremdherrschaft in Freiheit leben können, weil ihre Freiheit in der Bindung an Gott bzw. Christus besteht und nicht in der Bindung an eine bestimmte Staatsform. Damit sind die modernen Freiheitsrechte nicht entwertet, aber relativiert.</div><div><br></div><div>Relativiert wird auch die Gewalt als legitimes politisches Mittel, wenn die Ratsvorsitzende vor einer Rechtfertigung des Krieges warnt. Sie lehnt die Sicht des orthodoxen Patriarchen von Moskau, <span class="fs14lh1-5"><i>Kyrill I.</i></span>, ab, den Angriffskrieg als legitimes Mittel der Politik zu begreifen. Aber ebenso wird der Westen von ihr angesprochen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Es ist aber auch Skepsis geboten, wenn der Krieg in der Ukraine spiegelbildlich als Verteidigung westlicher Werte idealisiert wird", gibt die Theologin zu bedenken. Auch hier sei eine "geschichtstheologische Überhöhung des Krieges nicht fern". (7.6.)</span></i></span></div><div><br></div><div>In der Tat: Der Krieg darf weder zur Verteidigung östlicher noch westlicher Interessen und Werte idealisiert werden. Insofern bewegt sich die Ratsvorsitzende auf den Spuren der <span class="imUl"><a href="https://www.ekd.de/friedensdenkschrift.htm" target="_blank" class="imCssLink"><span class="fs14lh1-5"><i>EKD</i></span>-Friedensdenkschrift aus dem Jahr 2007</a></span>. Darin wurde die alte Lehre vom "gerechten Krieg" aufgegeben und durch die Zielvorstellung des "gerechten Friedens" ersetzt. <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>kritisiert, dass in dieser Denkschrift zwar "der Einsatz rechtserhaltender Gewalt [...] für notwenig erachtet" werde, die "Besonderheiten" der "Rechtsdurchsetzung" aber "nicht ausreichend berücksichtigt" würden (7.6.). Schon zuvor hatte sie gefordert, dass <span class="imUl"><a href="https://www.ekd.de/kirche-von-zu-hause/www.ekd.de/ekd-ratsvorsitzende-friedensethik-muss-ueberdacht-werden-72894.htm" target="_blank" class="imCssLink">die evangelische Friedensethik der letzten Jahrzehnte "überdacht" werden müsse</a></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">7. Die Friedensdenkschrift von 2007</div><div><br></div><div>Die Denkschrift aus dem Jahr 2007 bildete den vorläufigen Abschluss einer Reihe von Denkschriften und Stellungnahmen der <span class="fs14lh1-5"><i>EKD </i></span>zur Friedensfrage seit den 80er Jahren. In der Denkschrift wird festgehalten, dass aus der uns durch Gott gewährten Versöhnung der christliche Dienst der Versöhnung folgt (Abschn. 67). Insofern leben Christinnen und Christen aus dem Frieden Christi (Abschn. 39). Deshalb gilt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das christliche Ethos ist grundlegend von der Bereitschaft zum Gewaltverzicht (Mt 5,38ff.) und vorrangig von der Option für Gewaltfreiheit bestimmt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Doch die Denkschrift schränkt sogleich ein:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In einer nach wie vor friedlosen, unerlösten Welt kann der Dienst am Nächsten aber auch die Notwendigkeit einschließen, den Schutz von Recht und Leben durch den Gebrauch von Gegengewalt zu gewährleisten (vgl. Röm 13,1-7). (Abschn. 60)</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Zielvorstellung eines gerechten Friedens beinhaltet der Denkschrift zufolge "die Distanzierung von kriegerischer Gewalt" und das Bewusstsein davon, dass "Krieg niemals ein zureichendes Mittel zum Frieden sein" kann (Abschn. 75). Als Wege zum Frieden nennt die Denkschrift:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Den Verzicht auf Vergeltung, um die Spirale der Gewalt zu unterbrechen (Röm 12,19f.); die Vergebung, die einen Neuanfang ermöglicht (Eph 4,32); das Zurückstellen eigener Interessen, um in Konflikten Möglichkeiten des Ausgleichs zu finden (Phil 2,3f.); das Ertragen von Unrecht gegen die eigene Person um des Friedens der Gemeinschaft willen (1 Kor 6,7). Die deutlichste Weisung ist jedoch das Gebot der Feindesliebe (Mt 5,43ff.), das jedem Freund-Feind-Denken die Grundlage entzieht. (Abschn. 43)</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Verhältnis zwischen Frieden und Gerechtigkeit wird von der Denkschrift so bestimmt, dass beide sich gegenseitig interpretieren und nicht voneinander getrennt werden können. "Gerechtigkeit" ist im biblischen Zusammenhang so zu verstehen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie ist Kategorie einer sozialen Praxis der Solidarität, die sich – der rettenden Macht Gottes entsprechend – vorrangig den Schwachen und Benachteiligten zuwendet. Die "bessere Gerechtigkeit", von der in der Bergpredigt die Rede ist (Mt 5,20), erfüllt sich letztlich im Gebot der Nächsten-, ja Feindesliebe [...]. Sie befähigt zur Achtung der gleichen personalen Würde jedes Menschen unabhängig von seinen Taten (und Untaten). [...] Eine solche nicht-selbstgerechte Gerechtigkeit ist darauf bedacht, auch berechtigte Ansprüche und Interessen des anderen zu berücksichtigen. (Abschn. 77)</span></i></span></div><div><br></div><div>Für den Fall, dass sich Schritte zum Frieden und zur Gerechtigkeit gegenseitig blockieren, schlägt die Denkschrift vor, "durch einseitiges Entgegenkommen und andere vertrauensbildende Maßnahmen solche Blockaden" zu überwinden (Abschn. 80).</div><div><br></div><div>Der Begriff der "rechtserhaltenden Gewalt", auf den sich die Ratsvorsitzende bezieht, meint, dass militärische Gewalt als Grenzfall zwar nicht "geboten", aber "erlaubt" und unter engen Voraussetzungen "verantwortbar" sein kann. Aus der Fülle der in der Denkschrift genannten Voraussetzungen seien nur einige genannt: Eine "weltanschauliche Zielsetzung" darf mit dem Gewalteinsatz nicht verbunden sein. Ein eingetretenes Übel darf nicht mit einem noch größeren beantwortet werden; dabei sind auch ökonomische, soziale und ökologische Folgen zu berücksichtigen. Außerdem muss der Gewalteinsatz "aller Voraussicht nach [...] Aussicht auf Erfolg" haben. Aber auch wenn alle Kriterien für den legitimen Einsatz von Gewalt erfüllt sind, sollte nicht von einer "Rechtfertigung" des Gewaltgebrauchs gesprochen, sondern das "Risiko des Schuldigwerdens" bewusst gehalten werden (Abschn. 98.99.102.103).</div><div><br></div><div>Ein Vergleich der Aussagen der Denkschrift mit denen der <span class="fs14lh1-5"><i>EKD</i></span>-Ratsvorsitzenden zeigt tiefgreifende Unterschiede. Das ist auch <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>offensichtlich bewusst, und deshalb fordert sie – aus Anlass des Krieges in der Ukraine – ein Überdenken der evangelischen Friedensethik der letzten Jahrzehnte. Das überrascht insofern, als ja die Friedensethik nicht für den Frieden gedacht war, sondern für den Kriegsfall – also für den Fall, der jetzt eingetreten ist. Die für den jetzt eingetretenen Fall in Jahrzehnten errungenen christlichen Einsichten kurzerhand vom Tisch zu wischen, ist zumindest problematisch.</div><div><br></div><div>Problematisch ist auch, was die Ratsvorsitzende, im Gegensatz zur Friedensdenkschrift, <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>sagt. Sie sagt kein Wort über den christlichen Vorrang der Gewaltfreiheit und über das ethische Gewicht der Feindesliebe. Sie weiß nichts davon zu sagen, dass Krieg niemals ein zureichendes Mittel zum Frieden sein kann, sondern ein Risiko des Schuldigwerdens in sich birgt. Sie spricht nicht von der Wahrung der Würde auch des Feindes und der Berücksichtigung dessen berechtigter Interessen unter Zurückstellung eigener Interessen. Gerade dies hätte deeskalierend wirken können angesichts der emotional aufgeheizten Eskalationsrhetorik und der medialen Dämonisierung des Aggressors.</div><div><br></div><div>In einer ersten <span class="imUl"><a href="https://www.ekd.de/kurschus-zu-angriff-auf-die-ukraine-erschuettert-und-sprachlos-71677.htm" target="_blank" class="imCssLink">Stellungnahme vom 24. Februar 2022</a></span>, also dem Tag des Angriffs auf die Ukraine, hatte die Ratsvorsitzende noch verlauten lassen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir sind überzeugt: Waffengewalt wird Leid und Unrecht nur vergrößern. Auch jetzt darf das diplomatische Gespräch mit Russland nicht abreißen. [...] Wir weigern uns zu glauben, dass keine Chancen mehr auf Verständigung und für einen gerechten Frieden bestehen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Solche deeskalierenden und der Diplomatie den Vorrang einräumenden Töne sucht man in den jüngeren Stellungnahmen der Ratsvorsitzenden vergebens.</div><div><br></div><div>Des weiteren gibt die Ratsvorsitzende nicht zu bedenken, dass auch die westliche Politik, ohne darüber zu sprechen, geopolitische Ziele verfolgt oder zumindest verfolgen könnte. Stattdessen stellt sie Gegengewalt als das einzig mögliche und sogar gebotene Mittel dar. Sie ruft nicht dazu auf, nach Kräften Verhandlungen über einen Waffenstillstand anzustreben, Kompromisse einzugehen und mögliche eigene Fehler der westlichen Politik in der Vergangenheit einzuräumen. Die weitreichenden Einsichten der Friedensdenkschrift kommen in ihren Stellungnahmen praktisch nicht vor. Stattdessen wird das Schlagwort von der "rechtserhaltenden Gewalt" benutzt, ohne deren enge Voraussetzungen auch nur ansatzweise zu erwähnen.</div><div><br></div><div>Wenn man vom Recht auf militärische Verteidigung spricht und davon, dass Waffenlieferungen christlich verantwortbar seien, ist es nur noch ein kleiner Schritt hin zum Segnen der Waffen – ein Schritt, den die Ratsvorsitzende gewiss nicht gehen will, der aber naheliegt, wenn man Waffengewalt nicht deutlich als Schuld bezeichnet und den Gedanken unterschlägt, dass der Gewaltverzicht in christlicher Ethik den Vorrang vor der Gewalt genießt.</div><div><br></div><div>Immerhin betont <span class="fs14lh1-5"><i>Kurschus </i></span>"die Bedeutung der zivilen Friedensarbeit für die Zeit nach dem Krieg" und verweist auf die Brücken nach Russland hin, die durch die – auch kirchliche – Versöhnungsarbeit entstanden sind (7.6.). Insofern nimmt sie den wichtigen christlichen Aspekt der Vergebung und Versöhnung in den Blick. Außerdem warnt sie vor "gesellschaftlichen Verwerfungen", die durch den Einsatz von 100 Milliarden Euro für Aufrüstung zur Verfügung stehen, während es an anderen Stellen an Geld für Menschen, die durch die Pandemie in finanzielle Notlagen geraten sind, fehle (1.7.). Ein kritisches Moment bleibt also auch in den Stellungnahmen der Ratsvorsitzenden erhalten – wenn auch nur im Blick auf die Zeit nach dem Krieg.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">8. Ausblick</div><div><br></div><div>Die Christenheit ist offensichtlich gespalten – wie die deutsche Bevölkerung auch. In der Tat gibt es keinen Königsweg, keine Patentlösung. Umso wichtiger ist es, dass um dezidiert christliche Maßstäbe diskutiert und gerungen wird. So könnte deutlich werden, dass der christliche Glaube gerade in schwierigen Situationen etwas zu sagen hat, das über das hinausgeht, was die Welt sowieso schon weiß.</div><div><br></div><div>Dazu wäre es allerdings nötig, biblische Aspekte der Friedensethik nicht auszuklammern, wie es die Ratsvorsitzende tut. Ihre Stellungnahmen fallen dadurch auf, dass sie kaum einmal Bezug auf biblische Texte nimmt, wie es die Friedensethik der letzten Jahrzehnte ausführlich getan hat. Sie lehnt sogar konkrete biblische Weisungen für das christliche Handeln ausdrücklich ab, weil es nicht erlaubt sei, "einzelne politische Optionen direkt aus der Bibel abzuleiten" – ein merkwürdiges Verständnis christlicher Ethik. Wenn sie ihre Kriterien nicht aus den biblischen und in der christlichen Tradition erarbeiteten ethischen Weisungen nimmt, dann bleiben nur politische und weltanschauliche Argumente übrig, welche Gesellschaft und Politik immer schon auch ohne die Kirche entwickelt hat, und zwar besser und ausführlicher, als die Kirche es kann.</div><div><br></div><div>Wenn es stimmt, dass der Friede Gottes allen Verstand überragt (Phil 4,7), reicht es nicht aus, dass die Christenheit das wiederholt, was Politik und Medien schon zuvor gesagt haben. Etwas mehr prophetischer Geist und prophetischer Verstand darf es schon sein. Ein kirchliches Wort, das lediglich in den allgemein veröffentlichten Mainstream einstimmt, ist überflüssig. Damit aber macht die Kirche sich einmal mehr selbst entbehrlich.</div><div><br></div><div>Freilich ist und bleibt unsere Erkenntnis begrenzt – auch die Erkenntnis der Kirche. Keiner weiß, was <span class="fs14lh1-5"><i>Putin </i></span>will und wie weit er gehen wird. Keiner weiß genau, welcher Weg weniger Leid mit sich bringt. Jeder Weg ist mit einem Risiko behaftet. Der alttestamentliche Weise weiß um diese Begrenztheit menschlicher Erkenntnis:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es gibt keine Weisheit, es gibt keine Einsicht</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und es gibt keinen Ratschlag Gott gegenüber.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ein Ross wird gerüstet für den Tag der Schlacht,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">aber die Rettung kommt von Gott.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Spr 21,30f)</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Vertraue auf Gott mit deinem ganzem Herzen,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">aber auf deine [eigene] Einsicht stütze dich nicht.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Spr 3,5)</span></i></span></div><div><br></div><div>Das immer neue Nachdenken und Suchen eines guten Weges ist eine christliche Aufgabe, gerade auch in schwierigen ethischen Fragen. Die Gedanken derer, die sich vor uns den Problemen stellten, sind dabei nicht zu vergessen.</div><div><br></div><div>Die Rettung aber, und das kann nur der umfassende Friede sein, liegt jenseits unseres Denkens und Handelns. Darum ist das Gebet, das im Vertrauen auf Gott gründet und von ihm die Rettung erwartet, Anfang und Ende des christlichen Nachdenkens und ethischen Handelns. Es ist angesichts der Begrenztheit unserer Einsicht die kritische Instanz gegenüber allen eigenen Erkenntnissen. Darum verbindet die vertrauensvolle Bitte um Rettung alle Christinnen und Christen miteinander – auch und gerade dann, wenn sie zu unterschiedlichen Einsichten gekommen sind.</div><div><br></div><div>(Wie die Diskussion um den Ukraine-Krieg innerhalb der evangelischen Kirche weitergegangen ist, kannst du in den beiden Beiträgen <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?darf-ein-barmherziger-samariter-bewaffnet-sein-" class="imCssLink">Darf ein barmherziger Samariter bewaffnet sein?</a></span> und <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?-eine-kultur-der-entfeindung-schaffen-" class="imCssLink">"Eine Kultur der Entfeindung schaffen"</a></span> lesen und hören. Letzterer schildert die weiterentwickelte Sicht der EKD-Ratsvorsitzenden.)</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Grafik: Gerd Altmann auf Pixabay</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 25 Jul 2022 10:05:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |48]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000173"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Und es wird geschehen in den letzten Tagen,</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>da wird der Berg mit dem Haus des Herrn festgegründet stehen</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>an der Spitze der Berge</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>und wird die Hügel überragen;</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>und alle Heidenvölker werden zu ihm hinströmen,</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>und viele Völker werden sich aufmachen und sprechen:</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>"Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des Herrn,</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>zu dem Haus des Gottes Jakobs,</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>dass er uns seine Wege lehre</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>und wir auf seinen Pfaden </b></i></span><i class="fs14lh1-5"><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">wandeln."</span></b></i><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b> [...]</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b>Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b>und ihre Spieße zu Rebmessern.</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b>Kein Volk wird wider das andere das Schwert erheben,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b>und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><i><b><br></b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Jesaja 2,2.3a.4b; Micha 4,1.2a.3b</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Zweimal stehen diese Worte im Alten Testament. Sie sind in bedrohlicher weltpolitischer Lage entstanden, als die Herrschaft der Großmacht Assur sich militärisch immer weiter ausdehnte.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die Worte beklagen nicht das Unheil, sondern beschreiben das umfassende Heil, an dem alle Völker teilhaben werden. Sie werden zum Tempel strömen, zum "Haus des Herrn" und damit zu Gott selbst, um nicht mehr den Krieg zu lernen, sondern Gottes Wege, die Wege des Friedens.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das ist die Zukunft. Die Gegenwart sieht anders aus. Aber die Zukunft ist von Gott verheißen. Und Gott steht zu seinem Wort.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Diese Zukunft im Blick, können wir mit der bedrückenden Gegenwart leben. Sie wird sang- und klanglos vergehen; die verheißene Zukunft aber wird kommen und bleiben </span><span class="fs14lh1-5"><span class="cf2">– </span></span><span class="fs14lh1-5 cf2">für immer und ewig.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 24 Jul 2022 17:14:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--48</link>
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			<title><![CDATA[Konfrontationen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000172"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Konfrontationen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/07/2022</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Sonne erstrahlt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	die Granate explodiert</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>entspannende Wärme</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	tödliches Feuer</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>erholsamer Urlaub</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	verzweifelter Lebenskampf</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Möwengeschrei</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	Bombendonner</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ausgestreckt im warmen Sand</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	umherliegende Gliedmaßen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Sandburgen gebaut</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	in Schützengräben verschanzt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>spielende Väter mit jauchzenden Kindern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	verzweifelte Kinder rufen nach ihren Vätern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Kinderfreudengeschrei</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	Kinderschmerzensschreie</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Freundschaften geschlossen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	Familien zerrissen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Liebespaar im Sonnenuntergang</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	tausende zerstörter Lieben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Unzählige an den Stränden genießen das Leben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	Ungenannte an den Fronten töten, um zu leben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit Strandkorb, Frau und Kamera</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	mit unseren Waffen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>feiern sie das Leben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	zweihundert bis fünfhundert tote Soldaten täglich</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie sind reich beschenkt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	sie erleben kein Erbarmen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie brauchen keinen Gott</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	sie schreien nach Gott</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und Gott kennt sie nicht</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	und Gott erbarmt sich ihrer</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: Klaus Straßburg</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 22 Jul 2022 12:43:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was die Liebe tut]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000171"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was die Liebe tut</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 20/07/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Die Liebe fragt nicht, was sie tun soll, sondern sie tut, was sie tun muss.</div><div><br></div><div>Sie gibt sich keine Befehle, sondern sie gibt sich selbstverständlich hin.</div><div><br></div><div>Sie weiß, was sie zu tun hat. Darum sinniert sie nicht, wägt nicht ab, zögert nicht, sondern tut es.</div><div><br></div><div>Sie kann dabei sehr reflektiert sein. Aber die Reflexion ist noch nicht die Liebe.</div><div><br></div><div>Ein Gedicht von <span class="fs14lh1-5"><i>Alfred Andersch</i></span> mit dem Titel <span class="fs14lh1-5"><i>Paris, 1. Mai 1977</i></span>, das mir vor einigen Tagen ein Freund schickte, hat mich an das Wesen der Liebe erinnert:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sich an den händen fassen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die augen zumachen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und losrennen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">daran</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">daß euch dieser wunsch überfällt</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">erkennt ihr</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die ankunft der liebe</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dann</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dürft ihr nicht zögern</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">faßt euch an den händen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">macht die augen zu</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">rennt los</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Liebe rennt los, ohne das Risiko zu scheuen, das mit ihr verbunden ist. Spontan rennt sie los, nie allein, sondern zusammen mit dem anderen, Hand in Hand, voller Vertrauen, rennt los mit geschlossenen Augen, alles wagend, alles riskierend, aber voller Hoffnung. So bringt sie Bewegung ins Leben und erobert, indem sie rennt, die Zukunft, überraschende Orte, ein ungeahntes Leben, ein neues Sein.</div><div><br></div><div>Gott wird im Neuen Testament Liebe genannt. Gott ist Liebe. Er tut, was er ist, fragt nicht, zögert nicht, scheut das Risiko nicht, gibt sich ganz hin an das, was in ihm ist, was ihn ausfüllt, was ihn ausmacht.</div><div><br></div><div>Gott kennt keine Mauer zwischen sich und seinem Lieben, keine Bedenken, keine Ängste, keine Einwände. Er ist die Liebe, mit der er liebt, und er liebt mit der Liebe, die er ist. So ist Gott ganz bei sich. So war Jesus ganz bei sich.</div><div><br></div><div>Wir sind nie ganz bei uns. Aber in der Liebe kommen wir uns selbst am nähesten. Und in seiner Liebe ist Gott uns näher, als wir selbst es sind.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Quelle: Kati Hertzsch (Hg.): Der Frühling ist da. Diogenes Verlag, Zürich 2019. S. 150. Dort zitiert aus: Alfred Andersch: empört euch der himmel ist blau. Gedichte und Nachdichtungen 1946-1977. Diogenes Verlag, Zürich 1977.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Foto: Anja-#pray for ukraine# #helping hands# stop the war auf Pixabay</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 20 Jul 2022 15:03:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Dumm gelaufen ...]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000170"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Dumm gelaufen ...</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/07/2022</span></div><div><br></div><div>Viele Menschen sagen: An einen Gott, der so viel Leid zulässt, der sich das ganze Elend der Welt von oben ansieht und nichts dagegen tut, kann ich nicht glauben.</div><div><br></div><div>Dumm ist nur: Dieser Gott steht vor unserer Tür, klopft an, ruft, bittet um Einlass, möchte uns so verändern, dass wir selbst etwas tun gegen das Elend der Welt, will nicht von oben herab über das Geschick der Welt entscheiden, will nicht das tun, was zu tun unsere Sache wäre, steht darum vor unserer Tür, bittet um Gehör und darum, dass wir ihn unser Herz erweichen lassen, lässt sich nicht abwimmeln, klopft immer wieder, lockt, ruft und schreit, fleht um Erbarmen für die Welt, hält uns seine Liebe entgegen, die uns verwandeln würde, das Geschenk, das wir nur annehmen müssten, droht uns auch mit der Zukunft, die wir selber produzieren, malt den Teufel an die Wand, der wir selber sind, steht und wartet vergeblich, zieht traurig von dannen, zieht und kehrt zurück, wartet wieder, immer wieder, gibt die Welt nicht auf, gibt uns nicht auf, steht immer noch vor unserer Tür und wartet und klopft und hämmert und ruft und bittet und fleht ...</div><div><br></div><div>Und wir? Wir drehen die Musik lauter, stellen den Fernseher an, müssen telefonieren, gehen shoppen, haben viel zu erledigen, die Pflicht ruft, das Kind schreit, der Handwerker hämmert, die Sonne lockt, das Finanzamt droht, der Nachbar bittet ...</div><div><br></div><div>So bleibt Gott draußen, bleibt alles beim Alten, und wir können nicht glauben an den Gott, der so viel Leid zulässt und dem wir unsere eigenen Versäumnisse in die Schuhe geschoben haben.</div><div><br></div><div>Dumm gelaufen ...</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Foto: congerdesign auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 17 Jul 2022 06:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |47]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000016F"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Unsere wahre Lebenshoffnung kommt nicht aus den Gefühlen unserer Jugend, so schön diese auch sind. Sie entsteht auch nicht aus den objektiven Möglichkeiten der Geschichte, so unbegrenzt sie auch sein mögen. Unsere wahre Lebenshoffnung wird erweckt und durchgehalten und endlich erfüllt von dem großen göttlichen Geheimnis, das über uns und in uns und um uns herum ist, uns näher, als wir uns selbst sein können. Es begegnet uns als das große Versprechen unseres Lebens und dieser Welt: Es wird nichts umsonst sein – es wird gelingen – es wird zuletzt alles gut werden!</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jürgen Moltmann</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Ein Versprechen liegt über unserem Leben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Kein von Menschen gegebenes und darum unzuverlässiges Versprechen, sondern das Versprechen Gottes, der treu zu seinen Worten steht.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das Versprechen lautet: Nichts muss umsonst sein. Alles kann zum Gelungenen werden. Gott selbst kann aus allem etwas Sinnvolles und Gutes entstehen lassen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das Versprechen klingt darin aus: Zuletzt wird alles gut werden. Nichts Böses wird bleiben, nichts Sinnloses Bestand haben, nichts Unverstandenes uns zermürben. Alles wird erfüllt sein von dem großen göttlichen Geheimnis, von dem wir umgeben sind.</span></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: <span class="imUl"><a href="https://jochenteuffel.com/2019/12/12/dieser-engel-der-zukunft-blickt-nicht-zurueck-mit-trauer-oder-zorn-auf-die-truemmerfelder-unserer-menschlichen-geschichte-juergen-moltmann-ueber-die-hoffnung/" target="_blank" class="imCssLink">https://jochenteuffel.com/</a></span></span><span class="fs11lh1-15 cf2">. Dort zitiert nach: </span><span class="cf2"><span class="fs11lh1-15"><i>Orientierung</i></span><span class="fs11lh1-15">, Nr. 6, 59. Jahrgang, Zürich 31. März 1995, Seiten 61-63 (Auszug).</span></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 15 Jul 2022 18:45:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--47</link>
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		<item>
			<title><![CDATA[Die Gnade der Ergebung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000016E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Gnade der Ergebung</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/07/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Das Evangelische Gesangbuch enthält nicht nur Lieder, sondern zwischen den einzelnen Liedern auch etliche Gedichte, Gedanken, Gebete und Bibelverse. Meistens habe ich diese Zugaben zu den Liedern gar nicht beachtet. Doch als ich mich kürzlich auf einen Gottesdienst vorbereitete und im Evangelischen Gesangbuch blätterte, begegneten mir ganz unerwartet folgende Verse der Dichterin <span class="fs14lh1-5"><i>Annette von Droste-Hülshoff</i></span> (gest. 1848):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich bitte nicht um Glück der Erden,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">nur um ein Leuchten dann und wann:</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dass sichtbar deine Hände werden,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ich deine Liebe ahnen kann;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">nur in des Lebens Kümmernissen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">um der Ergebung Gnadengruß.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dann wirst du schon am besten wissen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">wie viel ich tragen kann und muss.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Dichterin entstammte zwar dem westfälischen Adel, hatte aber dennoch <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Annette_von_Droste-H%C3%BClshoff" target="_blank" class="imCssLink">kein leichtes Leben</a></span>. Sie war kränklich, litt oft unter rasenden Kopfschmerzen und war extrem kurzsichtig. Ihre schriftstellerische Tätigkeit fand damals nur wenig Anklang.</div><div><br></div><div>Vor diesem Hintergrund sind ihre Verse sehr aussagekräftig: Sie bittet nicht um weltliches, und das heißt flüchtiges Glück, sondern um ein zeitweiliges, hin und wieder sich einstellendes "Leuchten" von Gott her – eine Erfahrung, ein Erlebnis, eine Situation, die das liebevolle Wirken Gottes in der Welt sichtbar macht. Nicht Gott können wir sehen, nicht direkt können wir sein Wirken wahrnehmen, so dass wir mit dem Finger darauf zeigen könnten und es für alle sichtbar wäre. Sondern indirekt kann der Glaube Gottes Wirken in der Welt empfinden und seine Liebe <span class="fs14lh1-5"><b>ahnen </b></span>– nicht fixieren, nicht handfest belegen. Auch Gottes Wirken bleibt eine flüchtige Erscheinung, die wir nicht reproduzieren, nicht hervorrufen können. Gott handelt nicht auf Bestellung, und das Gute stellt sich nicht nach Wunsch ein.</div><div><br></div><div>Dass das Glück flüchtig und nicht machbar ist, ist eine Lebenserfahrung vergangener Jahrhunderte, die dem verwöhnten Menschen unserer Wohlstandsgesellschaft abhanden gekommen ist. Wir haben es uns zur Regel gemacht, der Entbehrung schnelle Abhilfe zu schaffen und das Leid soweit als möglich aus unserem Leben zu verbannen. Entbehrung und Leid, das darf nicht sein, und wenn es uns doch befällt, hadern wir mit unserem Leben – und mit Gott.</div><div><br></div><div>In anderen Teilen der Welt gibt es diese hohen Ansprüche nicht. Zu nah sind den Menschen dort Entbehrung und Leid, zu sehr gehören sie zu ihrem Alltag, und niemand würde dort auf die Idee kommen, sich fast jeden Wunsch erfüllen und den Tod weit wegschieben zu können. Natürlich gibt es auch dort das Hadern mit Gott, wie es das auch in der Bibel gibt. Aber ein im christlichen Glauben verwurzelter Mensch wäre dort wohl viel eher bereit, sich in ein entbehrungsreiches Leben zu ergeben, anstatt an Gottes Liebe zu zweifeln.</div><div><br></div><div>Auch die adlige und nicht unter Armut leidende <span class="fs14lh1-5"><i>Annette von Droste-Hülshoff</i></span> hat gewusst, wie wichtig es ist, sich in das eigene Geschick zu ergeben. Darum bittet sie um die Gnade, sich "in des Lebens Kümmernissen" mit dem, was ihr widerfährt, abfinden zu können. Es ist tatsächlich eine große Gnade, ein "Gnadengruß" Gottes, gegen Entbehrungen und Leid nicht aufzubegehren und womöglich Gott Vorwürfe zu machen, sondern sich zufriedenzugeben. Von Natur aus tragen wir diese Gnade nicht in uns, und besonders wir auf sofortige Wunscherfüllung fixierten Wohlstandsmenschen haben die Fähigkeit oft verloren, uns in das zu fügen, was uns beschieden ist.</div><div><br></div><div>Dieses Sich-Ergeben können wir nicht selber machen. Es ist wohl nur möglich, wenn Gott tief in uns das Vertrauen eingepflanzt hat, dass E<span class="fs12lh1-5">R</span> schon am besten weiß, wie viel wir tragen können und müssen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Quelle: Evangelisches Gesangbuch der Ev. Kirche im Rheinland, der Ev. Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche, Gütersloh 1996, nach Lied 529. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Foto: Klaus Straßburg.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 13 Jul 2022 17:39:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |46]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000016D"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Ich achte auf die Pläne, die ich für euch habe, spricht Gott, Pläne zum Frieden und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu geben.</i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Jer 29,11</i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Das Wort ist den Angehörigen des Volkes Israel gesagt, die unter der Fremdherrschaft der Großmacht Babylon leben mussten. Ihr Exil soll noch siebzig Jahre andauern. Erst dann will Gott die Fremdherrschaft beenden. Siebzig Jahre. Unheilvolle, schwere Jahre. Jahre ohne Recht und Selbstbestimmung.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Keiner weiß, warum es so lange dauern wird. Gott allein weiß es.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Aber alle können wissen, dass Gottes Plan nicht verloren geht. Das Ende des Unheils, der Friede wird kommen. Es gibt eine Zukunft für Israel.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Gott erhört Gebete. Oft handelt er anders, als wir es erbeten haben. Vielleicht endet das Unheil erst nach vielen Jahren. Aber kein Gebet eines glaubenden Menschen bleibt unerhört.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Darum gibt es Hoffnung. Hoffnung, die einen langen Atem braucht. Aber das Ende ist der Friede. Auch wenn wir schon nicht mehr an ihn glauben können, achtet Gott auf seine Pläne: Am Ende steht Friede und nicht Unheil.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 10 Jul 2022 17:27:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hybris, Gewalt und die Gnade Gottes]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000016C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Hybris, Gewalt und die Gnade Gottes</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/06/2022</span></div><div><br></div><div>Sünde ist ein schwieriges Wort. Redet man von ihr, wird man mitunter verständnislos angeguckt. Der Begriff scheint aus der Zeit gefallen. Entgegengesetzt wird ihm ein positives Menschenbild: Der Mensch hat einen guten Kern und kann gut handeln. Wer von Sünde redet, scheint den Menschen schlecht zu machen.</div><div><br></div><div>Für mich war Sünde immer schon eine Realität. Nicht nur eine Realität der anderen, sondern vor allem eine Realität meines eigenen Lebenswandels. Als Jugendlicher hatte ich die Bibel von vorne bis hinten durchgelesen und gemerkt: Was von mir verlangt wird, schaffe ich nicht. So bildete sich tief in mir das Bewusstsein aus, Gott nicht gerecht werden zu können. Das hat mich in eine schwere Krise gestürzt.</div><div><br></div><div>Es ist nicht gut, sich zu sehr auf die Sünde zu konzentrieren. Sie gehört nicht zur Schöpfung, ist nicht von Gott geschaffen. Nirgends in der Bibel wird beschrieben, woher sie kommt. Sie ist einfach da. Der Mensch ist ihr erlegen. Darum sollen wir sie nicht leugnen oder verdrängen, ihr aber auch nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken.</div><div><br></div><div>Wir sollen ihr deshalb nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, weil Gott es auch nicht tut. Er spricht zur Sünde ein großes "Nein" – und geht über sie hinweg. So hat der evangelische Theologe <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Barth</i></span> die Sünde abgewertet und an den Rand gedrängt. Sie führt nur ein unwirkliches Dasein als etwas, was unter dem "Nein" Gottes steht und deshalb kein Recht hat, überhaupt zu existieren. Zu seiner Schöpfung aber, zur Welt, sagt Gott "Ja". Über dieses "Ja" sollen wir in erster Linie reden, nicht über das, was von ihm verworfen ist. Sünde kann für uns bestenfalls ein Nebenthema sein und soll nie zum Hauptthema werden.</div><div><br></div><div>Es ist aber auch nicht gut, Sünde schlicht zu leugnen. Denn sie ist nun einmal da. Und wenn man die Welt wahrnimmt, wie sie ist, kommt man nicht um sie herum. Man braucht dazu gar keinen christlichen Hintergrund. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, begegnet der moralischen Seite der Sünde unweigerlich, auch wenn er sie anders nennt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Hybris</div><div><br></div><div>Der Journalist <span class="fs14lh1-5"><i>Thomas Assheuer</i></span> hat in der <span class="fs14lh1-5"><i>ZEIT </i></span>vom 25. Mai 2022 einen Artikel über die menschliche Hybris veröffentlicht. Hybris ist die menschliche Überheblichkeit, Selbstüberschätzung, der menschliche Hochmut – das, was der Turmbau zu Babel zeigt: Die Menschen wollen über sich selbst hinaus, wollen einen Turm bis in den Himmel bauen (1Mo/Gen 11,1-9).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hybris ist ein Menschheitsthema, vielleicht das größte von allen, Die Warnung vor Maßlosigkeit, Übertretung, Hochmut und Anmaßung bildet das narrative Sediment fast aller Geschichten, die Menschen über sich selbst erzählen. (S. 55)</span></i></span></div><div><br></div><div>So <span class="fs14lh1-5"><i>Assheuer </i></span>über uns Menschen, und er zählt sogleich einige aktuelle Beispiele auf:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Genozidale Großmachtpolitiker mit Wahnideen aus dem vorletzten Jahrhundert, Maulhelden mit Atomraketen, Neo-Nationalisten mit Spaß am Niederbrennen der Regenwälder, Regime mit digitaler Totalkontrolle über die Bevölkerung, größenwahnsinnige Tech-Milliardäre – ganz zu schweigen von der Zivilisation selbst, die verrückt genug scheint, die Bewohnbarkeit der Erde aufs Spiel zu setzen. (S. 55)</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Reihe ließe sich fortsetzen. Und <span class="fs14lh1-5"><i>Assheuer </i></span>setzt sie auch fort: Den Industriegesellschaften</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ist die Hybris strukturell eingeschrieben, sie müssen "von Natur aus" unersättlich sein und mit organisierter Maßlosigkeit pausenlos produzieren, fabrizieren, konsumieren. Ein grausiger Zwang hat die moderne Gesellschaft befallen, sie steht wie unter einem Bann. (S. 56)</span></i></span></div><div><br></div><div>Dieser Bann wird in der theologischen Tradition "Sünde" genannt. Sie ist umfassend. Das Wort "Sünde" kommt bei <span class="fs14lh1-5"><i>Assheuer </i></span>nicht vor, aber er weiß, dass die Hybris nicht nur das Verhalten einzelner Sonderlinge kennzeichnet, sondern alle Menschen erfasst und darum auch unsere moderne Gesellschaft befallen hat. Unser Wirtschaftssystem ist auf Gedeih und Verderb auf Wachstum angewiesen, anders kann es nicht überleben. Ein immer weiter auf Wachstum ausgerichtetes Wirtschaften verbraucht aber zu viele Ressourcen und führt in die Klimakatastrophe. Obwohl es alternative Konzepte des Wirtschaftens gibt, werden diese auf politischer Seite gar nicht diskutiert. Wir verfahren weiter nach dem Grundsatz "Nach uns die Sintflut".</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Assheuer </i></span>zitiert aus dem Buch "Hybris" von <span class="fs14lh1-5"><i>Johannes Krause</i></span> und <span class="fs14lh1-5"><i>Thomas Trappe</i></span>:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Das 20. Jahrhundert macht aus </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Homo sapiens</b> den </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Homo hybris</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">. [...] Wir halten uns für allwissend und allmächtig und stehen dabei fast ohnmächtig vor der Aufgabe, dem selbstzerstörerischen Trieb zu entfliehen, der in unserer DNA hoffnungslos verankert zu sein scheint. (S. 56)</span></span></i></div><div><br></div><div>Die Hybris ist demnach nicht nur eine Randerscheinung, sondern sie ist tief in uns verankert. <span class="fs14lh1-5"><i>Assheuer </i></span>bestätigt dies ausdrücklich:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Hybris [...] gehört sogar zum Kern des menschlichen Wesens. (S. 56)</span></i></span></div><div><br></div><div>Und mit Blick auf die fehlende Demut der katholischen Kirche im Umgang mit den Missbrauchsfällen stellt <span class="fs14lh1-5"><i>Assheuer </i></span>fest:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hybris – das ist die Selbstanbetung der Kirche. (S. 56)</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist bedeutsam, wenn ein Journalist uns darauf aufmerksam macht, dass der Mensch einen überheblichen, hochmütigen Kern hat, der geradezu selbstzerstörerisch wirkt und dem der Mensch offensichtlich nichts entgegenzusetzen hat. Auch vor den Kirchen macht diese im Kern aller menschlichen Wesen verankerte Überheblichkeit und dieser Hochmut keinen Halt.</div><div><br></div><div>Es gibt viele Menschen, die davon ausgehen, dass der Mensch einen guten Kern hat. Er kann sich moralisch gut verhalten, wenn er nur will. Er kann das Gute, das tief in ihm schlummert, aktivieren.</div><div><br></div><div>Die Reformatoren haben diese Sichtweise, die es schon damals gab, vehement abgelehnt. Für sie war klar, dass aus dem Menschen, wie er von sich aus ist, nichts Gutes kommt. Nur aus dem Menschen, in dem Gott wirkt, kann etwas Gutes kommen. Dabei gilt, dass es das Vertrauen zu Gott ist, das den Menschen seine Überheblichkeit überwinden lässt. Er muss nicht mehr wie Gott sein wollen, wenn er Gott als sein vertrauenswürdiges Gegenüber kennengelernt hat. Er muss nicht mehr danach streben, immer mehr zu haben und immer größere Entfernungen zurückzulegen, um glücklich zu sein. Er kann seine Allmachtsallüren aufgeben, demütig werden und so seinen Hochmut überwinden.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Karl Barth</i></span> hat übrigens die menschliche Sünde als Hochmut, Trägheit und Lüge definiert, wobei alle drei verschiedene Aspekte derselben Sache sind. Die heute mehr denn je sichtbaren zerstörerischen Auswirkungen menschlichen Verhaltens scheinen ihn zu bestätigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Gewalt</div><div><br></div><div>Gewalt ist eine tägliche Realität. <span class="fs14lh1-5">Und sie ist wohl auch eine Form der Hybris: Herr sein wollen, im schlimmsten Fall Herr über Leben und Tod. </span><span class="fs14lh1-5">Ich denke dabei nicht nur an offensichtliche körperliche Gewalt, sondern auch an verbale, psychische und soziale Gewalt, die wir oft gar nicht als Gewalt wahrnehmen. Wenn wir eine Jeans für 30 Euro kaufen und die Arbeiterinnen in den Herstellerländern mit ein paar Cent abspeisen, ist das eine Form von Gewalt: Wir können es uns leisten, das zu tun, weil sie auf die paar Cent angewiesen sind und sich dem nicht widersetzen können. Weil wir es uns leisten können, ohne Widerstand zu erfahren, tun wir, was wir tun.</span></div><div><br></div><div>Man kann wohl sagen, dass Gewalt nach biblischem Verständnis die gravierendste Ausprägung der Sünde ist. In der Sintflutgeschichte, die von der Sünde <span class="fs14lh1-5"><b>aller </b></span>Menschen, nicht nur des Volkes Israel, handelt, wird ausdrücklich von der "Gewalttat" gesprochen (1Mo/Gen 6,11.13):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Erde ward verderbt vor Gott, und voll ward die Erde von Gewalttat. [...] Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist bei mir beschlossen; denn die Erde ist voller Gewalttat von den Menschen her. So will ich sie denn von der Erde vertilgen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Gleich nach der Vertreibung aus dem Paradies zeigt sich die Sünde, indem Kain seinen Bruder Abel ermordet (1Mo/Gen 4,8). Die zweite Sünde, von der berichtet wird, ist die unbegrenzte Blutrache (1Mo/Gen 4,23f). Die Zerstörung des Lebens aber greift das von Gott zum Leben Geschaffene und damit Gott selbst an. Indem der Mörder Leben zerstört, verwirkt er sein eigenes Lebensrecht (1Mo/Gen 9,5f) und darf nur durch Gottes Gnade weiterleben.</div><div><br></div><div>Der Sozialwissenschaftler <span class="fs14lh1-5"><i>Jan Philipp Reemtsma</i></span> hat in zwei Reden seine Sicht der Gewalt dargestellt, und zwar ohne auf den christlichen Glauben Bezug zu nehmen. Er stellt fest, dass in der europäisch-atlantischen Kultur der Moderne Gewalt prinzipiell als Problem behandelt wird: Das Recht auf Gewaltausübung wird grundsätzlich nur dem Staat zugesprochen (staatliches Gewaltmonopol), die Todesstrafe – früher selbstverständlich – wird bestenfalls als notwendiges Übel verstanden, Kriege werden geführt, um weitere Kriege zu verhindern. Gewalt hat also ihr Recht ausschließlich darin, größere Gewalt zu verhindern.</div><div><br></div><div>Das war in früheren Jahrhunderten anders. Dennoch ist es der Moderne nicht gelungen, die Ausübung von Gewalt auf diese als legitim angesehene Gewalt zu beschränken. Im Gegenteil: Die Moderne hat Gewalt in einem früher nicht gekannten (und technisch gar nicht möglichen) Ausmaß hervorgebracht.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsma </i></span>stellt fest, dass dort, wo der Gewalt keine Grenzen gesetzt werden, grenzenlose Gewalt herrscht. Viele Menschen verhalten sich offenbar so, dass sie überall dort, wo sie keine Einschränkung erfahren, uneingeschränkte Gewalt ausüben*:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es lässt sich – durch die Zeiten und sozialen Klassen – feststellen, dass dieses Moment der Versuchung durch Grenzenlosigkeit einfach existiert, und die Frage "Warum?" ist schlichtweg müßig. Und, das ist entscheidend, dieses Grenzenlose erweist sich dann, wenn es auf Kosten des Nebenmenschen geht, eben als grenzenlos – es muss rücksichtslos und zerstörerisch sein, sonst wäre es nicht, was es ist. (S. 19)</span></i></span></div><div><br></div><div>Als Beispiele nennt <span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsma </i></span>den durch keine andere Macht begrenzten Lebensstil der römischen Kaiser und die kaum durch Vorgaben eingeschränkte Gewalt des Wachpersonals in Lagern sowie die Herrschaft des sogenannten Islamischen Staates (IS):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der IS bietet Mord und/oder Tod, die Leute kommen aus aller Herren Länder, um mittun oder doch wenigstens zusehen zu dürfen, wie ohne all dies ewige Bedenken geköpft, gekreuzigt, verbrannt werden darf und sogar soll. [...] Denn praktizierte Bedenkenlosigkeit ist auch die Gewährung äußerster Macht. Den Körper eines anderen zerstören zu dürfen. (S. 23)</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Unberührbarkeit der römischen Kaiser, die sich alles leisten konnten, ohne dafür belangt zu werden, erinnert an eine <span class="imUl"><a href="https://www.focus.de/panorama/videos/kontroverse-aussage-trump-wettert-ich-koennte-jemanden-erschiessen-und-wuerde-trotzdem-keine-waehler-verlieren_id_5234260.html" target="_blank" class="imCssLink">Äußerung Donald Trumps</a></span>, der im Wahlkampf 2016 behauptete:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich könnte quasi mitten auf der 5th Avenue stehen und jemanden erschießen und würde trotzdem keine Wähler verlieren.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsma </i></span>unterscheidet drei Formen von Gewalt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">1. Gewalt, die den Körper eines anderen aus dem Weg räumt, weil er stört (</span><span class="fs14lh1-5"><i>lozierende </i></span><span class="fs14lh1-5">Gewalt, </span><span class="fs14lh1-5">von</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;lat. </span><span class="fs14lh1-5"><i>locus </i></span><span class="fs14lh1-5">= der Ort).</span></div><div><span class="fs14lh1-5">2. Gewalt, die den Körper eines anderen besitzen und mit ihm etwas machen will (</span><span class="fs14lh1-5"><i>raptive </i></span><span class="fs14lh1-5">Gewalt,</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;von </span><span class="fs14lh1-5">lat. </span><span class="fs14lh1-5"><i>raptivus </i></span><span class="fs14lh1-5">= habgierig).</span></div><div><span class="fs14lh1-5">3. Gewalt, die den Körper eines anderen ohne irgendein anderes Ziel einzig und allein zerstören will</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(</span><span class="fs14lh1-5"><i>autotelische </i></span><span class="fs14lh1-5">Gewalt, von griech. </span><span class="fs14lh1-5"><i>autotélos </i></span><span class="fs14lh1-5">= unabhängig, selbstzweckhaft).</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsma </i></span>beschäftigt sich dann vor allem mit der dritten Form der Gewalt, die uns deshalb so schwer verständlich ist, weil ihr Ziel ausschließlich im Zerstören liegt. Gewalt trägt ihren Zweck in sich selbst. Sie wird geübt aus Freude am Zerstören, am Töten.</div><div><br></div><div>Als Beispiele für diese Freude nennt <span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsma </i></span>unter anderem: die Inszenierungen von Abschlachtungen im Kolosseum Roms vor begeistertem Publikum, öffentliche Hinrichtungen während der französischen Revolution, sinnlose pseudomedizinische Experimente mit Menschen in Konzentrationslagern durch die Nazis sowie die Folterungen und Tötungen von Gefangenen im Gefängnis <span class="fs14lh1-5"><i>Abu Ghraib</i></span> durch US-Militärs während des Irakkriegs. Auch den Abwurf der beiden Atombomben über Japan zählt Reemtsma dazu. Diese waren zwar militärische Maßnahmen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Aber es ist nicht die ganze Wahrheit. Die versteht man erst, wenn man die unheimliche Fröhlichkeit von Truman und seine[s] Kriegsministers Stimson ganz ernst nimmt, ihr Entzücken darüber, Menschen zu sein, die über ein derartiges Zerstörungspotential gebieten. (S. 47)</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Massaker von <span class="fs14lh1-5"><i>Butscha </i></span>während des Ukraine-Krieges fügt sich nahtlos in diese Reihe der Lust am Töten ein. Wer darüber erstaunt ist und fragt, wie so etwas heute noch geschehen könne, hat offenbar ein Menschenbild, das von der menschlichen Freude am Töten nichts weiß.</div><div><br></div><div>Nach <span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsma </i></span>ist die Frage sinnlos, wie es zu solcher Gewalt kommen kann. Er meint, wir müssten einfach akzeptieren, dass es diese Form der Gewalt gibt. Auch eine Hochkultur und Zivilisation wie die unsere schützt nicht davor. Im Blick auf verschiedene Gewaltexzesse stellt <span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsma </i></span>fest:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">All dies wäre nicht möglich gewesen, wenn man auf pathologische Sadisten hätte zurückgreifen müssen, wenn nicht ein große Anzahl gewaltbereiter Männer zur Verfügung gestanden hätte – die es eben immer gibt. Dies ist eine grundlegende anthropologische Lektion, die nicht immer mal wieder [...] mit Erstaunen neu zu lernen und schnell wieder zu vergessen sein sollte. (S. 30)</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Es gab und gibt immer Menschen, die bereit zur brutalsten Gewaltanwendung und zum Zerstören von Körpern sind:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">[...] wie ein argentinischer Folterer es wörtlich sagte: "Wir sind Gott". Das steckt in der autotelischen Gewalt – zu sein wie Gott, die Welt ersäufen oder verbrennen zu können. Sie waren wie Gott und sie ließen es alle wissen: etwa Amon Göth aus dem Film </span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">Schindlers Liste</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, den Schindler in Versuchung führen wollte, es abwechslungshalber mal mit dem Begnadigen zu versuchen, und der dann merkte, dass ihm das Erschießen einfach mehr Spaß machte. (S. 50)</span></span></i></div><div><br></div><div>Gegen eine Resignation, die aufgrund dieser menschlichen Beschaffenheit einsetzen könnte, setzt <span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsma </i></span>Angst und Selbstbewusstsein: Angst davor, dass die Gewalt, die früher geschehen ist, jederzeit wieder geschehen kann. Und Selbstbewusstsein insofern, als an der Errungenschaft, Gewalt durch staatliche Kontrolle und durch die Aufrichtung des staatlichen Gewaltmonopols zu begrenzen, unbedingt festgehalten werden muss.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Gnade</div><div><br></div><div>Die Überlegungen <span class="fs14lh1-5"><i>Assheuers </i></span>und <span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsmas </i></span>sind für mich ein Hinweis darauf, dass ein positives Menschenbild, wonach der Mensch einen guten Kern habe und sich mit einiger Anstrengung auch gut verhalten könne, unrealistisch ist. Hybris und Gewalt sind tief im menschlichen Wesen verankert. Wir wollen alle größer sein, als wir sind, und wir üben alle Gewalt, auch wenn wir andere nicht töten. Denn Gewalt beginnt bereits bei der Sprache, bei Intrigen und beim Schlechtmachen anderer.</div><div><br></div><div>Der theologische Begriff "Sünde" geht allerdings über die Ebene der Moral hinaus, indem er auch eine gestörte Gottesbeziehung bezeichnet. Nach christlichem Verständnis sind die gestörte Gottesbeziehung und das moralische Fehlverhalten zwei Seiten derselben Medaille. Beide gehören zur Wirklichkeit jedes Menschen. Wer von Sünde redet, macht den Menschen nicht schlecht, sondern betrachtet ihn realistisch.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Assheuer </i></span>und <span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsma </i></span>sehen die Befreiung des Menschen von seiner Anfälligkeit für Gewalt im Menschen selbst. <span class="fs14lh1-5"><i>Assheuer </i></span>formuliert am Ende seines Artikels einen Appell an den Menschen und landet dabei – wiederum bei der Hybris:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Der Mensch [...] muss das Unerreichbare versuchen, um das Unvorstellbare zu verhindern. Es ist wahr. Ohne Hybris geht es auch jetzt nicht. (S. 56)</i></span></div><div><br></div><div>Wie es geschehen soll, dass der Mensch das Unerreichbare erreicht, bleibt dabei offen. Und dass die eine Hybris von der anderen befreien soll, ist mehr als zweifelhaft. Der auf sich selbst zurückgeworfene Mensch dreht sich im Kreis.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Reemtsma </i></span>setzt auf Angst und Selbstbewusstsein: Angst vor zukünftiger Gewalt und Selbstbewusstsein angesichts der die Gewalt einschränkenden zivilisatorischen Errungenschaften. Die Lösung für ein offensichtliches Kernproblem des Menschen soll demnach der Mensch erbringen. Ein anderer Weg bleibt auch nicht, wenn man eine rein diesseitige Sicht vertritt.</div><div><br></div><div>Theologisch besteht die menschliche Hybris darin, wie Gott sein zu wollen. Der Mensch strebt nach umfassender Macht. Wird sie ihm gewährt, dann wird die Gewalt grenzenlos. Der Mensch, der wie Gott sein will, will über Leben und Tod entscheiden können. Und er hat seine Freude daran, diese göttliche Macht auszuüben, indem er Menschen tötet.</div><div><br></div><div>Daran zeigt sich einmal mehr, dass der Wille, wie Gott zu sein, den Menschen auf brutalste Weise korrumpiert. Denn der Mensch stellt seine mutmaßlich göttliche Größe dadurch zur Schau, dass er tötet und Freude daran hat. Gott aber ist ein Gott des Lebens, der Freude am Leben seiner Geschöpfe hat.</div><div><br></div><div>Es fällt uns schwer, unsere Verfallenheit an die Sünde einzugestehen. Wir wollen ja gut sein wie Gott. Zum Eingeständnis unserer Sündhaftigkeit verhilft aber Gottes Gnade.</div><div><br></div><div>Von der Not, Gott nicht gerecht werden zu können, die mich als Jugendlicher erfasste, konnte ich mich durch eigene Anstrengungen nicht befreien. Befreiung davon erlebte ich erst, als ich Gottes Gnade entdeckte, die größer ist als all meine Fehlbarkeit. Allein der Glaube, welcher der Gnade Gottes gewiss ist, lässt uns trotz unserer Sünde fröhlich leben. Und wie von der Not des Sündenbewusstseins, so werden wir auch von Hybris und Gewalt nur durch Gott befreit. Darum bitten Christinnen und Christen im Vaterunser "Erlöse uns von dem Bösen".</div><div><br></div><div>Der Mensch braucht eine vollständige Umgestaltung – eine Erneuerung, die er nicht selber schaffen kann. Darum spricht der Prophet Hesekiel/Ezechiel von einem neuen Herzen der Menschen (Hes/Ez 36,26) und Paulus von einer neuen Kreatur (2Kor 5,17; Gal 6,15).</div><div><br></div><div>Weil die Gnade der Vergebung und der Erneuerung unsere primäre Wirklichkeit ist, darum sollen Glaubende nicht von der Sünde zuerst reden, sondern von der Gnade. Sie ist die Hauptsache. Sie ist das Leben. Sie hat ihr Sein durch Gott.</div><div><br></div><div>Es ist das stärkste Sein, das es in dieser Welt gibt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">* Alle Reemtsma-Zitate sind aus dem Buch: Jan Philipp Reemtsma: Gewalt als Lebensform. Zwei Reden. Reclam, Stuttgart 2016 (Reclams Universal-Bibliothek Nr. 19382).</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Foto: Gerd Altmann auf Pixabay</span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 07 Jul 2022 15:46:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |45]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000016B"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wir glauben Gott, der nah uns ist,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">mit seinem Sohn, dem Jesus Christ.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wird Bruder uns und Freund zugleich,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">uns heim zu führ'n in Gottes Reich.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wir glauben fest, dass diese Welt,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">in ihrer Schönheit uns erzählt:</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Sie ist zum guten Sinn gemacht</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und Gott hat sie dafür erdacht.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wir glauben stark, dass nicht der Tod</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">die Welt regiert mit seiner Not,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">denn Gott hebt auf, was niederfällt,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">zeigt, was im Leben wirklich zählt.	</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wir glauben froh, dass Gott uns mag,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und auch da ist am schweren Tag.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Er will, dass wir ihm ganz vertrau'n</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und über unsre Grenzen schau'n.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wir glauben, dass ein Guter Geist</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">uns Menschen aneinander weist.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und was ich selber wünsch und brauch,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">das sei so für den andern auch.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wir glauben Gott, der Vater ist.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wir glauben, dass uns Jesus Christ,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">den Sinn und Grund des Lebens schenkt,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und Gottes Geist das Gute lenkt. </span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Amen.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Harald Apel</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Den Bildern der Zerstörung und des Todes haben wir etwas entgegenzusetzen: die bunt blühenden Blumen, den tausendfältigen Gesang der Vögel, die wohltuende Wärme der Sonne, die erfrischende Kühle des Windes, das immer neue Grün des Waldes. Es ist die Schönheit der Welt, die uns zum guten Sinn erschaffen ist.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Nicht der Tod regiert die Welt, sondern ihr Schöpfer, der aufhebt, was der Tod niederstürzt. E<span class="fs12lh1-5">R</span> ist auch am schweren Tag da und will uns und alle Geschöpfe heimführen in sein Reich der vollendeten Schönheit.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Um dieses Schöne zu glauben, müssen wir über unsere engen Grenzen hinwegblicken; müssen über Zerstörung und Tod hinweg I<span class="fs12lh1-5">HM</span> vertrauen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Dann werden wir auch sehen, dass sein guter Geist alle Feindschaft beendet und uns als Schwestern und Brüder aneinander weist.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: https://kirche-hiddensee.de/brief_N19_J20.pdf. Der Text ist auch zu singen nach der Melodie des Liedes "Wir glauben Gott im höchsten Thron", Evangelisches Gesangbuch Nr. 184.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 04 Jul 2022 18:34:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--45</link>
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			<title><![CDATA[Gottes Freundlichkeit wahrnehmen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000016A"><div data-line-height="1" class="lh1"><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gottes Freundlichkeit wahrnehmen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/07/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Was, wenn es gar nicht wahr wäre, dass nichts in dieser Welt auf Gott hinweist, dass man nichts von ihm sehen und erfahren kann, dass alles, was wir von ihm zu sehen und zu erfahren meinen, eine Illusion ist, dass ja noch niemand zurückgekommen ist aus dem Tod und dass deshalb der Glaube reine Spekulation ist und keinen Anhalt an der Wirklichkeit hat?</div><div><br></div><div>Es könnte ja auch umgekehrt sein: dass man die Augen und Ohren verschließt vor den Anzeichen Gottes in dieser Welt, weil man dem Bruder Verstand den Vorzug gibt vor unseren Erfahrungen und Gefühlen, vor dem, was wir unmittelbar wahrnehmen, vor dem Lebendigen um uns herum, das von dem einen Lebendigen zeugt und uns ein Lob des Schöpfers singt. Es könnte sein, dass man blind und taub geworden ist, indem man den Bruder Verstand zum Herrn über unser Sehen und Hören, Schmecken und Fühlen erhoben hat.</div><div><br></div><div>"Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist", ruft es uns aus Psalm 34 zu, und andere Psalmen wissen, dass alle Werke Gottes ihn preisen, dass der ganze Kosmos, die ganze uns umgebende Natur vom Größten bis zum Kleinsten geschaffen ist, um ihn zu loben (Ps 145 und 148). Die ganze Schöpfung ist ein einziger großer Lobgesang auf den Schöpfer!</div><div><br></div><div>Der Kabarettist <span class="fs14lh1-5"><i>Hanns Dieter Hüsch</i></span> hat selber Psalmen und Gebete geschrieben. Einen seiner Texte habe ich heute Morgen im Radiogottesdienst gehört*:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Herr, es gibt Leute die behaupten</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Sommer käme nicht von dir</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und begründen mit allerlei und vielerlei Tamtam</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und Wissenschaft und Hokuspokus</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dass keine Jahreszeit von dir geschaffen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und dass ein Kindskopf jeder der es glaubt</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und dass doch keiner dich bewiesen hätte</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und dass du nur ein Hirngespinst</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich aber hör nicht darauf</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und hülle mich in deine Wärme</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und saug mich voll mit Sonne</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und lass die klugen Rechner um die Wette laufen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich trink den Sommer wie den Wein</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Tage kommen groß daher</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und abends kann man unter deinem Himmel sitzen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und sich freuen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dass wir sind</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und unter deinen Augen leben</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Vielleicht sollten wir uns öfter einfach einhüllen lassen von Gottes Werken, uns vollsaugen mit seinen Wohltaten, seine Gaben trinken, schmecken, sehen und hören und so dem Bruder Verstand seinen wohlverdienten Platz zuweisen, an dem auch er, wenn er vollgesaugt und satt geworden ist von Wirklichkeit, seinen unerlässlichen und den Schöpfer preisenden Dienst versehen kann.</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">* Quelle: <a href="https://www.kirche-im-swr.de/?page=beitraege&id=33423&print=1" target="_blank" class="imCssLink">https://www.kirche-im-swr.de/?page=beitraege&amp;id=33423&amp;print=1</a>. Dort zitiert aus: Hanns Dieter Hüsch/Uwe Seidel: Ich stehe unter Gottes Schutz, tvd-Verlag, Düsseldorf 1996.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Foto: Klaus Straßburg.</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 03 Jul 2022 17:17:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |44]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000169"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die Bibel sagt uns, wer der Mensch ist. Er ist das gefallene Geschöpf Gottes, nicht fähig, sich selbst zu erlösen, aber der Verheißung teilhaftig, durch Jesus Christus erlöst zu werden.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Damit ist der Christ zur einen Seite davor bewahrt, etwa im Staat oder in ethischen oder technischen Entwicklungen die Wegbereiter zu einem Paradies der Gerechtigkeit oder des ewigen Friedens zu sehen. [...]</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><b><i><span class="cf1"><span class="fs18lh1-5 ff1">Damit ist der Christ zur anderen Seite davor bewahrt, einen Mitmenschen abzuschreiben. Es gibt kein menschenunwürdiges Menschenleben, das wir auslöschen dürften. Es gibt keinen Leugner Jesu Christi, dem wir, etwa aus politischer Gegnerschaft, die Bezeugung Jesu Christi versagen dürften. Christus ist auch nicht </span><span class="fs18lh1-5 ff2">gegen</span><span class="fs18lh1-5 ff1"> Karl Marx oder gegen die Bolschewisten, sondern </span><span class="fs18lh1-5 ff2">für</span><span class="fs18lh1-5 ff1"> sie wie für uns alle gestorben. Darum darf es keine christlichen Fronten (etwa in Parteien oder Gewerkschaften) gegen andere geben.</span></span></i></b></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Gustav Heinemann</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Wir können uns nicht selbst erlösen, können keinen ewigen Frieden schaffen. Nicht einmal einen zeitlichen Frieden zu schaffen sind wir in der Lage.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Weil wir, wie alle anderen Menschen auch, der Erlösung durch Jesus Christus bedürfen, sollen wir uns über keinen Menschen erheben und ihn abschreiben oder gar auslöschen. Fronten sollen nicht gebildet werden, weil wir alle gleichermaßen erlösungsbedürftig sind.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Dass es dennoch immer wieder nötig ist, Fronten zu bilden, ist der Existenz des Bösen in der Welt geschuldet. Doch wir gehen einer erlösten Welt entgegen, in der es diese Fronten nicht mehr geben wird.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Darum ist die Erlösung durch Jesus Christus unsere Hoffnung. Und diese Hoffnung soll unser Handeln schon jetzt prägen, indem wir vorhandene Fronten, soweit es irgend möglich ist, abbauen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2">Quelle: Nachtgedanken. Späte Einsichten mit Hans-Joachim Kuhlenkampff. Herausgegeben von Jürgen Lehmann. F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung, 2. Aufl. München / Berlin 1987. S. 245. Dort zitiert nach: Gustav W. Heinemann: Im Schnittpunkt der Zeit. Reden und Aufsätze. Verlag Stimme der Gemeinde, Darmstadt 1957. S. 76ff.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 28 Jun 2022 18:27:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--44</link>
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			<title><![CDATA[Dem allgemeinen Bewertungswahn entkommen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000168"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Dem allgemeinen Bewertungswahn entkommen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/06/2022</span></div><div><br></div><div>Ein Highlight der christlichen Botschaft besteht darin, dass Gott jeden Menschen so annimmt, wie er ist – mit seinen Begrenztheiten und Fehlern und ohne dass der Mensch etwas leisten muss.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube ist darum Inbegriff der Fehlerfreundlichkeit und Stressvermeidung. Ja, noch mehr: Nicht nur Fehler können Gott nicht davon abbringen, uns anzunehmen, sondern auch Untaten können das nicht. Und der Satz "Leistung muss sich wieder lohnen" ist absolut kein Satz des christlichen Glaubens, weil Gottes Lohn von aller Leistung unabhängig ist.</div><div><br></div><div>Was für eine wunderbare Welt, in der jeder Mensch sich angenommen und geliebt fühlen kann – auch der schlimmste Übeltäter! Natürlich wird nicht die Übeltat von Gott geliebt, aber der Übeltäter, der sich nach Gottes Liebe sehnt. Und natürlich ist der von Gott geliebte Übeltäter aufgerufen, in Zukunft keine Übeltaten mehr zu vollbringen. Aber unabhängig davon, ob er das schafft oder nicht, nimmt Gott ihn an, wenn er sich nur annehmen lässt.</div><div><br></div><div>Leider haben viele Menschen noch nicht wahrgenommen, dass Gott den Übeltätern wohlgesonnen ist. In den Köpfen sitzt immer noch der Richtergott, der mit erhobenem Zeigefinger auf die Menschen schaut und sie nach ihren Taten oder ihrer Gläubigkeit beurteilt. Das ist der Gott, der Angst macht und den niemand haben will. Schlimm ist, dass die Kirchen ihren Teil dazu beigetragen haben, dass sich dieses Gottesbild so breit machen konnte.</div><div><br></div><div>Dabei ist Gott ganz anders. Und es gibt eigentlich keinen Grund, sich dem Gott, der uns mit großer Toleranz, Barmherzigkeit und Liebe begegnet, zu versagen. Denn Unbarmherzigkeit und Verurteilungen gibt es in der Welt schon genug. Und die Welt wäre fast paradiesisch, wenn die Toleranz Gottes, seine Anerkennung, Barmherzigkeit und Liebe auch unser menschliches Miteinander bestimmen würde.</div><div><br></div><div>Leider scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Ein Beispiel: In der <span class="fs14lh1-5"><i>ZEIT </i></span>vom 23. Juni 2022 hat <span class="fs14lh1-5"><i>Peter Dausend</i></span> unter der Überschrift "Die Erschöpften" über die Beanspruchung unserer Berliner Abgeordneten geschrieben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Fragt man Parlamentarier, die schon länger dabei sind, was sich in den vergangenen Jahren am meisten verändert hat, so sagen die einen: die Bedeutung der sozialen Medien. Und die anderen: die Verrohung. Häufig ergibt sich das Zweite aus dem Ersten. Alles, was Politiker tun, wird heute beobachtet und umgehend bewertet. Zum Beobachtungsdruck kommt der Reaktionszwang – und damit mehr Stress.</span></i></span></div><div><br></div><div>Alles, was Politiker und Politikerinnen tun, wird also beobachtet, auseinandergenommen und unbarmherzig beurteilt. Fehler darf sich niemand leisten, sonst ist er weg vom Fenster. Und alle müssen sich permanent für das, was sie sagen und tun, rechtfertigen.</div><div><br></div><div>In der Theologie gibt es eine "Rechtfertigungslehre". Diese Lehre drückt aus, dass Gott uns fehlbare und schwache Menschen rechtfertigt. Das heißt: Wir sind für Gott mit all unseren Fehlern gerechtfertigt; wir sind ihm recht. Wir müssen uns also nicht mehr selber rechtfertigen, weil Gott uns immer schon gerechtfertigt hat; weil wir ihm mit all unseren Macken und Untaten recht sind.</div><div><br></div><div>Den Be- und Verurteilungswahn gibt es nicht nur in der Politik. Die Medien haben ein Geschäft daraus gemacht. Ob bei <span class="fs14lh1-5"><i>Big Brother</i></span>, <span class="fs14lh1-5"><i>Germany's Next Topmodel</i></span> oder <span class="fs14lh1-5"><i>DSDS </i></span>– überall werden Menschen öffentlichkeitswirksam be- und verurteilt.</div><div><br></div><div>Das Phänomen ist nicht neu und gehört zum Menschsein. Wir werden ständig von unseren Mitmenschen beurteilt und beurteilen sie. Die Frage ist nur, wie verletzend, wie unbarmherzig diese Beurteilungen ausfallen. Es gibt eine Steigerung, sagt <span class="fs14lh1-5"><i>Peter Dausend</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Psychologe Brentano sieht als entscheidende Veränderung der vergangenen Jahre eine Verschiebung des Spielfeldes: "Politiker werden heute – auch durch den wachsenden Einfluss der sozialen Medien – am Nasenring durch die Manege gezogen und dort gnadenlos ausgeleuchtet." Immer drohe, dass irgendetwas an die Öffentlichkeit komme, eine Schwäche, ein charakterlicher Makel, der die Karriere zerstören könnte.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ist es nicht schlimm, dass Menschen jeden Fehler ausnutzen und einander verurteilen, abwerten, ausbooten, Lebensleistungen zerstören?</div><div><br></div><div>Das Alte Testament berichtet, dass Israels König David sich einmal aus drei zukünftigen Notlagen eine aussuchen durfte. Er hatte die Wahl zwischen Hungersnot, Pest und Feindschaft. Und als er vor die Wahl gestellt wurde, sagte er zum Propheten Gad (2Sam 24,14):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mir ist sehr bange – aber wir wollen lieber in die Hand des Herrn fallen; denn seine Barmherzigkeit ist groß! In die Hand der Menschen aber möchte ich nicht fallen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Es ist besser, in Gottes Hände zu fallen als in die der Menschen.</div><div><br></div><div>Darum ist es ein Drama, dass Gottes Barmherzigkeit uns gegenüber heute von so vielen Menschen ignoriert wird. Sie liefern sich lieber unbarmherzigen Menschen aus als dem barmherzigen Gott. Damit bringen sie sich selber um den Genuss, von Gott anerkannt, angenommen, geliebt zu sein.</div><div><br></div><div>Sich diesen Genuss zu verbieten, als gäbe es den barmherzigen Gott gar nicht – das ist dann tatsächlich ein negatives Urteil. Aber eins, das der Mensch sich selber spricht, obwohl Gott ihn so gern mit seiner Barmherzigkeit und Anerkennung überschüttet hätte.</div><div><br></div><div>Darum: Was immer du getan hast, wie schlecht auch immer du dich fühlst – Gott steht zu dir und nimmt dich an, wenn du es wirklich willst. Lass dir diese Barmherzigkeit und Anerkennung nicht entgehen!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 28 Jun 2022 08:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |43]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000167"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jesus spricht:</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Frieden lasse ich euch zurück, meinen Frieden gebe ich euch.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Johannesevangelium Kapitel 14 Vers 27</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Immer neue Drohungen, immer neue Eskalationen. Doch es gibt einen Frieden, der durch keine Machtpolitik, keine Drohungen, keinen Krieg zu zerstören ist. Diesen Frieden kann nur Jesus geben.</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><div><span class="cf2">Es ist nicht das, was in der Welt gemeinhin Frieden genannt wird. Es ist das Geborgensein bei Gott, das stärker ist als aller Unfriede der Welt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">In diesem Frieden fällt aller Schrecken und alle Verzagtheit von uns ab.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Herr, gib uns deinen Frieden!</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 21 Jun 2022 19:18:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wer weiß, was gut ist?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000166"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wer weiß, was gut ist?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/06/2022</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Vorgestern Abend saß ich in einem Strandkorb. Auf der linken Seite des Strandkorbs hing an dem Griff, mit dem man die Rücklehne verstellen kann, eine Sonnenschutzkappe. Also eigentlich keine Kappe, sondern ein Sonnenschutz mit Kopfband, oben offen. Ein Riemen mit vorn einem Sonnenschutz dran. Der hing da also. Sah nicht gerade schmutzig aus, aber auch nicht mehr richtig sauber. Hat jemand dort vergessen, dachte ich. Ich hab das Teil lieber nicht angefasst. Wer weiß, wer das auf dem Kopf gehabt hat und wie der geschwitzt ... igittigitt.</span><br></div><div><br></div><div>Gestern Abend saß ich zwei Strandkörbe weiter. Drei Meter von mir entfernt ein Fahrradständer. Rechts neben dem Lenker des angeschlossenen Fahrrads lag etwas auf der Erde – die Sonnenschutzkappe. Jedenfalls sah sie so aus wie die von vorgestern. Wahrscheinlich hat sie der starke Wind heute dorthin geweht, dachte ich. Von der Windrichtung her könnte das passen.</div><div><br></div><div>In den Strandkorb von vorgestern setzte sich ein Ehepaar (oder Lebenspartnerschaftspaar oder noch ein ganz anderes Paar, wer weiß das schon?) und ließ es sich gutgehen. Nach einiger Zeit standen sie auf und gingen. Da sah der Mann die Kappe neben dem Fahrrad liegen. Er bückte sich, hob sie auf und hängte sie an den Lenker des Fahrrads. Dann ging er mit seiner Frau (Freundin, Lebenspartnerin, Schwester?) weiter.</div><div><br></div><div>Da hing die Kappe nun am Lenker. Ich versuchte mir vorzustellen, wie ihre Geschichte weitergehen könnte. Der Besitzer des Fahrrads kommt zurück und sieht die Kappe an seinem Lenker hängen. Er ist irritiert und wundert sich, was das für eine Kappe ist. Er sieht sich um, aber ein Besitzer ist nicht in Sicht. Vielleicht legt er sie dann, immer noch irritiert, auf die etwas erhöhte Einfassung eines Blumenbeetes zwei Meter weiter. Dort fällt sie dem suchenden Besitzer besser in die Augen. So eine Kappe gehört einfach nicht auf die Erde.</div><div><br></div><div>Vielleicht hat der Besitzer des Fahrrads aber gestern keinen guten Tag gehabt. Und jetzt auch noch die Kappe am Lenker. Das ist doch der Gipfel, ärgert er sich. Da hängt jemand einfach seine alte verschwitzte Kappe an meinen Lenker! Unverschämtheit! Mit spitzen Fingern nimmt er sie vom Lenker und feuert sie auf die Erde. Es war kein guter Tag heute.</div><div><br></div><div>Es gibt natürlich noch viele andere Möglichkeiten, wie die Geschichte weitergehen könnte. Zum Beispiel so, dass der Besitzer des Fahrrads zurückkommt, die Kappe am Lenker hängen sieht und denkt: "Oh toll, so eine Kappe wollte ich schon immer haben!"</div><div><br></div><div>Die beste Version aber hört sich so an: Der Besitzer des Fahrrads kommt zurück, sieht die Kappe und ruft aus: "Meine verlorene Kappe! Wo kommt die denn her?" Diese Version ist zwar höchst unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.</div><div><br></div><div>Wahrscheinlich (man weiß ja nie) werde ich nie erfahren, wie die Geschichte ausging. Jedenfalls aber wollte der nette Mann, der die Kappe aufhob und an den Lenker hängte, ein gutes Werk tun. Er war der vollen Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Die Kappe ist vom Lenker gefallen, dachte er. Der Besitzer könnte sie, wie sie da am Erdboden liegt, übersehen. Dann hänge ich sie ihm mal wieder an den Lenker.</div><div><br></div><div>Leider, leider war das ein Irrtum. Das konnte der gute Mann natürlich nicht wissen. Aber schlimmer ist: Das gute Werk, das er zu tun meinte, war gar kein gutes Werk. Er <span class="fs14lh1-5"><b>dachte</b></span> nur, es sei ein gutes Werk. In Wirklichkeit war es zwar kein böses Werk, aber doch eins, das wahrscheinlich zu einigen Irritationen führte – oder sogar zur Verärgerung. Jedenfalls dann, wenn der Besitzer des Fahrrads nicht immer schon so eine Kappe haben wollte oder sogar der Besitzer der Kappe war. Aber diese beiden Versionen sind doch ziemlich unwahrscheinlich. Genau wissen können wir es natürlich nicht.</div><div><br></div><div>Wie auch immer. Wenn es um die Zukunft geht, tappen wir jedenfalls im Dunklen. Und auch die Vergangenheit kennen wir niemals ganz genau. Wir können nur mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten. Und deshalb tappen wir auch im Dunklen, wenn wir meinen, ein gutes Werk zu tun. Wir wissen nämlich meistens nicht, ob es wirklich ein gutes Werk ist. Denn wir kennen nicht die ganze Geschichte. Wir konstruieren uns eine Geschichte, die wir für wahrscheinlich halten, und handeln danach. Irrtum vorbehalten. So ist das Leben.</div><div><br></div><div>Na gut, aber bei den meisten guten Werken kann man sich doch sicher sein, dass sie wirklich gut sind, oder? Ich würde sagen (sicher sein kann ich mir natürlich nicht): Nicht wirklich. Auch wenn ich einer alten Frau über eine vielbefahrene Straße helfe (das ist so etwas wie das typische gute Werk), dann kann es sein, dass das kein gutes Werk ist. Denn die alte Frau könnte gerade aus ihrem Pflegeheim weggelaufen sein (was sie mir natürlich nicht verrät), und indem ich ihr über die Straße helfe, die sie ohne meine Hilfe niemals hätte überqueren können, eröffne ich ihr den Weg, sich weit vom Heim zu entfernen. Die armen Pflegekräfte suchen sie schon – natürlich nur jenseits der Straße, denn über die kommt kein alter Mensch rüber ...</div><div><br></div><div>Wie viel schwieriger ist es erst in komplexen Situationen, zu entscheiden, ob ein Werk wirklich gut ist. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir eingestehen: Wir wissen es nicht. Wir hoffen es nur.</div><div><br></div><div>Es wäre hilfreich, wenn wir uns das öfter eingestehen würden: Wir wissen nicht, ob es wirklich gut ist, was wir gerade für gut halten. Es könnte auch etwas ganz anderes gut sein. Es könnte sogar das gut sein, was wir für böse halten. Wenn wir uns das klarmachen würden, würden wir uns nicht so fraglos für die Guten halten. Und wir würden die Andersdenkenden und -handelnden nicht für die Bösen halten.</div><div><br></div><div>Weil die einen sich für die Guten halten und die anderen für die Bösen, sind schon heftige Streitigkeiten und sogar Kriege ausgebrochen.</div><div><br></div><div>Übrigens spielt das auch für unser Verhältnis zu Gott eine Rolle. Wir meinen nämlich auch Gott gegenüber zu wissen, was gut ist. Und wir nehmen es ihm gehörig übel, wenn er dann nicht so handelt, wie wir es für gut halten. Manche verlieren sogar ihren Glauben, weil Gott nicht so handelt, wie sie es von ihm erwarten. Wir vergessen dabei, dass wir nicht die ganze Geschichte kennen. Wir haben nicht den Überblick. Aber wir maßen uns an, den Überblick zu haben. Den hat aber nur Gott allein. <span class="fs14lh1-5">Der kennt die ganze Geschichte.</span></div><div><br></div><div>Man könnte daraus schließen: Wenn ich sowieso nicht wissen kann, was gut ist, dann brauche ich mich auch gar nicht mehr um das Gute zu bemühen. Aber so leicht kommen wir nicht raus aus der Nummer. Denn es gibt schließlich die guten Weisungen dessen, der den Überblick hat (also die zehn Gebote und viele andere ethische Weisungen in der Bibel). Die verraten mir zwar auch nicht, was ich in jeder denkbaren Situation zu tun habe. Aber sie bieten ein ziemlich starkes Geländer, an dem ich mich entlang hangeln kann. Ein bisschen soll ich meinen Grips schon noch anstrengen. Trotzdem bleibt der Irrtum nicht ausgeschlossen (nicht mal der Papst ist unfehlbar, jedenfalls für einen evangelischen Christen nicht). Und darum bleiben wir immer, wie viele gute Werke wir auch zu tun meinen, auf Vergebung angewiesen.</div><div><br></div><div>Auf Vergebung angewiesen sein wollen wir aber gar nicht so gern. Denn wir wollen ja besser und größer sein, als wir sind. Am besten so groß wie Gott: einer mit Überblick und einer, dem nichts vergeben werden muss. Aber wir können nicht Gott sein. Und wir sollen es auch nicht. Es tut uns nicht gut. Denn es führt dazu, dass wir das, was wir für gut halten, nicht in Frage stellen. Das zerstört Gemeinschaft: zwischen uns und unseren Mitmenschen und zwischen uns und Gott.</div><div><br></div><div>Dann stehen wir wieder allein da, also ohne Gott, und müssen so tun, als ob wir wüssten, was gut <span class="fs14lh1-5">ist ...</span></div><div><br></div><div>Eine kleine alte Sonnenschutzkappe hat mir erzählt, dass das ganz schön schräg von uns ist. Und dass Ehrlichkeit der erste Schritt zum wirklich Guten hin wäre.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 21 Jun 2022 07:58:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |42]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000165"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die letztendliche Schwäche der Gewalt ist, dass sie eine nach unten führende Spirale ist, die genau das befruchtet, was sie versucht zu zerstören. Statt das Übel zu verringern, vervielfacht sie es. Durch Gewalt magst du den Lügner ermorden, aber du kannst nicht die Lüge ermorden, noch die Wahrheit etablieren. Durch Gewalt magst du die Hassenden ermorden, aber du kannst nicht den Hass ermorden. Tatsächlich vergrößert Gewalt nur den Hass [...] Gewalt mit Gewalt zu vergelten, multipliziert die Gewalt, fügt noch größere Dunkelheit einer Nacht hinzu, die schon keine Sterne mehr kennt. Dunkelheit kann nicht Dunkelheit vertreiben; nur Licht kann dies tun. Hass kann nicht den Hass vertreiben; nur Liebe kann dies.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Martin Luther King</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Was Gewalt anrichtet, zeigen uns täglich die unerträglichen Bilder vom Krieg.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir sehen: Gegen die Gewalt hilft keine Gewalt, gegen den Hass kein Hass. So wie gegen Dunkelheit keine Dunkelheit hilft. Gegen die Dunkelheit hilft nur das Licht, gegen den Hass die Liebe.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Martin Luther King hat die rassistische Gewalt nicht abschaffen können. Aber er hat gewaltlos die rassistische Gewalt zurückgedrängt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Unser Ziel kann nicht die Abschaffung aller Gewalt sein. Aber unser Ziel kann das Durchbrechen der Gewaltspirale sein: Orientieren wir uns an dem Licht, das Jesus ist! Leben wir die Liebe, die bereit ist, Gewalt zu erleiden anstatt Gewalt zuzufügen!</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle des Textes von M.L. King: Friedensgebet. Herausgegeben vom Gottesdienstinstitut der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. S. 20f.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 15 Jun 2022 08:51:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Lächeln]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000164"><div><br></div><div><div class="imHeading1">Das Lächeln</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/06/2022</span></div><div><br></div><div>Gestern kam mir eine lächelnde Radfahrerin entgegen.</div><div><br></div><div>Es war kein breites Lächeln, sondern eher ein Lächeln nach innen. Ein in sich ruhendes Lächeln, das sagte: Es ist schön, Mensch zu sein. Es ist schön zu leben. Ich bin ganz bei mir.</div><div><br></div><div>Das Lächeln auf dem Fahrrad erinnerte mich an das angeblich geheimnisvolle Lächeln der Mona Lisa. Aber vielleicht war die Mona Lisa auch einfach nur ganz bei sich. Und ihr Lächeln erscheint uns nur deshalb so geheimnisvoll, weil wir vergessen haben, wie das ist: ganz bei sich sein, in sich ruhen, mit sich und der Welt eins sein.</div><div><br></div><div>Ich erlebe manchmal solche glücklichen Augenblicke. Aber es sind immer nur Augenblicke oder kurze Zeiten. Schnell ist das Gefühl wieder verflogen.</div><div><br></div><div>Sollte ich nicht als Christ viel öfter lächeln?<br></div><div><br></div><div>Die Radfahrerin hat mich veranlasst, einmal nachzuschlagen, wie es die Bibel mit dem Lächeln hält. Doch das Wort "lächeln" gibt es in der Bibel gar nicht. Also suche ich nach "Lachen".</div><div><br></div><div>"Lachen" kommt ein paar Mal vor, aber fast nur in unangenehmen Zusammenhängen. Da gibt es das spöttische Lachen der Menschen über Gott, das überlegene Lachen Gottes über seine Verächter, das schadenfreudige Lachen, das sinnlose Lachen, das sich über sich selbst täuschende Lachen, das in die Zukunft verschobene Lachen. Sollte das Lachen etwas Böses sein, wie es der blinde Bibliothekar in <span class="fs14lh1-5"><i>Umberto Ecos</i></span> Roman "Der Name der Rose" glaubte?</div><div><br></div><div>Das kann nicht sein, denn es gibt ein biblisches Lied, den Psalm 126, in dem das Lachen zu seiner ganzen Fülle zu gelangen scheint:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Als der Herr das Geschick Zions [= Jerusalems] wandte, da waren wir wie Träumende,</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">da war unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Jubels.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Da sprach man unter den Völkern: "Der Herr hat Großes an ihnen getan!"</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Zeilen belegen: Der Bibliothekar aus <span class="fs14lh1-5"><i>Ecos </i></span>Roman irrte. Das Lachen gehört zum Leben. Darum ist in der Bibel viel von Freude und Fröhlichkeit die Rede. Wenn Gott Großes an uns tut, wenn er unser Geschick wendet, haben Lachen und Freude einen Platz im Leben.</div><div><br></div><div>Doch gibt es Grund zum Lachen nur dann, wenn Gott Großes an uns tut?</div><div><br></div><div>Eigentlich ist das Kleine ja schon Großes. Das Kleine: dass wir leben, dass wir die Sonne spüren und die Vögel hören, dass wir den Wind spüren, der über unsere Haut streift, dass wir Menschen um uns haben und – ja, dass wir radfahren können.</div><div><br></div><div>Und die kleine Schwester des Lachens, das leise Lächeln, ist gewiss nicht minder wichtig als das laute Lachen. Denn das Bei-mir-sein und In-mir-Ruhen ist ja auch nicht laut. Genauso wenig wie das Bei-Gott-sein und In-Gott-Ruhen, das der Grund meines Lächelns ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 14 Jun 2022 06:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Keine Lizenz zum Töten]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000163"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Keine Lizenz zum Töten</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/06/2022</span></div><div><br></div><div>In den letzten Wochen und Monaten hört man immer wieder den Satz: "Die Ukraine hat ein Recht auf Selbstverteidigung."</div><div><br></div><div>Nach allgemeiner Vorstellung kann jemand, der ein Recht hat, davon mit gutem Gewissen Gebrauch machen. Er hat ja das Recht auf seiner Seite und tut, wenn er es ausübt, nichts Schlechtes. So wird gemeinhin ein Recht verstanden.</div><div><br></div><div>Der Satz "Die Ukraine hat ein Recht auf Selbstverteidigung" entspricht dem Völkerrecht. Aber auch in einem Verteidigungskrieg werden unzählige Menschen getötet, verkrüppelt, traumatisiert, ihres Lebenswerkes beraubt. Diese Ambivalenz des Krieges findet in dem Satz keinen Ausdruck. Es ist nur vom Recht die Rede.</div><div><br></div><div>Als Christ blicke ich nicht in erster Linie auf das Völkerrecht, sondern auf das, was die biblischen Schriften und die christliche Tradition über Recht und Unrecht sagen. Das Töten von Menschen ist nach christlicher Vorstellung aber nichts Gutes. Sogar Kain, der seinen Bruder Abel aus Eigensucht ermordete, wird von Gott davor geschützt, dass ihn jemand tötet (1Mo/Gen 4,15).</div><div><br></div><div>Aus christlicher Sicht gibt es kein grundsätzliches, eindeutiges und schrankenloses Recht zum Töten – auch nicht im Verteidigungsfall. Doch der Satz "Die Ukraine hat ein Recht auf Selbstverteidigung" klingt wie eine Lizenz zum Töten.</div><div><br></div><div>Ich behaupte weder, dass ein Staat sich niemals gegen einen Angriff verteidigen darf, noch sage ich, dass ein Verteidigungskrieg in jedem Fall gerechtfertigt ist. Ich möchte vielmehr die Ambivalenz jeder Entscheidung für einen Krieg herausstellen. Diese Ambivalenz geht in der allgemeinen Rechtfertigung des Verteidigungskriegs der Ukraine durch Politik und Medien unter.</div><div><br></div><div>Könnte man den Satz nicht vorsichtiger formulieren? Zum Beispiel so: "Die Ukraine geht den schweren und nicht ohne Schuld möglichen Weg der Selbstverteidigung." Dadurch würde der Verteidigungskrieg nicht als ein Recht erklärt, das man leichtfertig und guten Gewissens ausüben kann. Er käme vielmehr als schwere Entscheidung in den Blick und als eine Entscheidung, in der es ohne Schuld nicht abgeht.</div><div><br></div><div>Ein Staat, der sich dieser Schuld bewusst ist, wird anders über den von ihm geführten Krieg denken und auch anders in ihm handeln als ein Staat, der meint, das Recht zum Töten zu haben.</div><div><br></div><div>Die Schuld Russlands, das einen Angriffskrieg führt, ist bei weitem größer. Dennoch bleibt auch das Töten in einem Verteidigungskrieg Schuld. Die kirchliche Ethik der letzten Jahrzehnte hat das so ausgedrückt: Es gibt keinen gerechten Krieg.</div><div><br></div><div>Nach meinem Verständnis christlicher Ethik gibt es extreme Ausnahmesituationen, in denen ein Verteidigungskrieg unumgänglich ist. Es gibt aber keine christliche Lizenz zum Töten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 10 Jun 2022 07:34:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |41]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000162"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wir können nicht mehr schlafen ...</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Ein einziger Mensch ist oft ein ganzes Volk</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Doch jeder eine Welt</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Mit einem Himmelreich wenn</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Er der Eigenschaften uredelste pflegt:</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Gott</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Gott aufsprießen lässt in sich</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Gott will nicht begossen sein</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Mit Blut.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wer seinen Nächsten tötet</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Tötet im Herzen aufkeimend Gott</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wir können nicht mehr schlafen in den Nächten.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Else Lasker-Schüler</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes. Er ist nicht einfach nur ein Mensch, sondern ein von Gott geschaffenes Wesen: auf dass es lebe.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die Jüdin Else Lasker-Schüler sagt: Die uredelste Eigenschaft jedes Menschenlebens ist, Gott in sich aufsprießen, ihn wachsen und blühen zu lassen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wer einen solchen Menschen tötet, tötet den Schöpfer, der in ihm aufkeimt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Doch es gibt eine Hoffnung: dass wir Gott aufsprießen lassen in uns und dass so eine Welt mit einem Himmelreich wachsen und blühen kann.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Gedichte gegen den Krieg. Hg. von Kurt Fassmann. Copyright 1961 by Kindler Verlag München. Zitiert nach der Ausgabe von Zweitausendeins Frankfurt/Main 1971, S. 130. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 08 Jun 2022 17:53:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |40]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000161"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Dem Frieden entgegen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Aus Hasstraum und Blutrausch</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Erwachend, blind noch und taub</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Vom Blitz und tödlichen Lärm des Krieges,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Alles Grauenhafte gewohnt,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lassen von ihren Waffen,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Von ihrem furchtbaren Tagwerk</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Die ermüdeten Krieger.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>"Friede" tönt es</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wie aus Märchen, aus Kinderträumen her.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>"Friede". Und kaum zu freuen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wagt sich das Herz, ihm sind näher die Tränen.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Arme Menschen wir,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>So des Guten wie des Bösen fähig,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Tiere und Götter. Wie drückt das Weh,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Drückt die Scham uns heut zu Boden.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Aber wir hoffen. Und in der Brust</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lebt uns glühende Ahnung</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Von den Wundern der Liebe.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Brüder! Uns steht zum Geiste,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Steht zur Liebe die Heimkehr</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Und zu allen verlorenen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Paradiesen die Pforte offen.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Hermann Hesse</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Noch lassen die ermüdeten Krieger nicht von ihren Waffen. Noch sind viele der Mächtigen und Machtlosen nicht erwacht aus Hasstraum und Blutrausch.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Aber die Hoffnung lebt. Die glühende Ahnung von den Wundern der Liebe lebt. Und zum Geist der Liebe heimzukehren steht uns offen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Ich weiß nicht, an welchen Geist Hermann Hesse dachte. Für mich ist es der Geist von Pfingsten, Gottes und Christi Geist, der uns die Pforte zum verlorenen Paradies öffnet.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Gedichte gegen den Krieg. Hg. von Kurt Fassmann. Copyright 1961 by Kindler Verlag München. Zitiert nach der Ausgabe von Zweitausendeins Frankfurt/Main 1971, S. 210. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 04 Jun 2022 19:21:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--40</link>
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			<title><![CDATA[Pfingsten und der Turmbau zu Babel]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000160"><div><br></div><div><div class="imTACenter"><span class="imUl fs16lh1-5"><b>Pfingsten und der Turmbau zu Babel</b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 04/06/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Was hat Pfingsten mit dem Turmbau zu Babel zu tun? Eine ganze Menge. Aber der Reihe nach ...</div><div><br></div><div>Die Geschichte vom Turmbau zu Babel, einem Turm, der bis in den Himmel reichen sollte, steht am Anfang der Bibel, in der sogenannten "Urgeschichte" (1Mo/Gen 1-11). Die Urgeschichte erzählt keine uralten Geschichten, die sich in grauer Vorzeit zugetragen haben. Sie sagt aber, indem sie Geschichten erzählt, Entscheidendes und für alle Zeiten Gültiges über Gott und die Menschen aus.</div><div><br></div><div>Die Geschichte vom Turmbau in 1Mo/Gen 11,1-9 handelt von einer Menschheit, in der alle dieselbe Sprache sprechen. Alle verstehen einander. Als man diese Geschichte erdachte, stellte man sich vielleicht wirklich vor, dass es am Ursprung der Menschheit einmal so war. Ob das zutrifft, spielt hier gar keine Rolle. Es geht nicht um historische Richtigkeit, sondern um theologische Aussagen. Und die erste Aussage ist: Man versteht sich. Ein bemerkenswerter Zustand, wenn man einmal bedenkt, wie oft wir heute aneinander vorbei reden.</div><div><br></div><div>Das gegenseitige Verständnis der Menschen gibt ihnen eine große Macht. Man ist nicht zersplittert in verschiedene Völker und Kulturen, sondern man bildet eine große Einheit. Gemeinsamkeit macht stark. Also will man diese Gemeinsamkeit der Sprache auf keinen Fall verlieren. So beschließen die Menschen, eine Stadt zu bauen und einen Turm, wie es noch keinen gab: Er soll bis in den Himmel reichen. "So machen wir uns einen Namen, damit wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen." Ein gemeinsam geschaffenes monumentales Werk und der gemeinsame Ruhm verbinden. Dann zerstreitet man sich nicht so leicht und läuft nicht so schnell auseinander.</div><div><br></div><div>Das gemeinsame kulturelle Schaffen ist nicht ohne Übermut und Vermessenheit. Mit dem Turm möchte man in den Raum Gottes gelangen, auch wenn man das nicht ausspricht. Vermessenheit gibt sich immer bescheiden. Natürlich will man nur das Beste, nämlich bleibende Gemeinschaft für die Menschen, Frieden und Verständnis füreinander. Doch es geht um mehr: Ruhm, Ehre, Macht, einen unauslöschlichen Namen. All das, was eigentlich Gott zukommt.</div><div><br></div><div>Dass da ein Turm gebaut wird, entgeht Gott nicht. Man beachte aber die humorvoll-ironische Beschreibung: Der Turm, der bis in den Himmel reichen sollte, ist so winzig, dass Gott aus dem Himmel herniederfahren muss, um ihn sich aus der Nähe anzusehen. Auch Gottes Reaktion ist nicht ohne Ironie: "Dies ist erst der Anfang ihres Tuns. Nun kann man sie nicht mehr davon abhalten, all das, was sie ersinnen, auch zu tun."</div><div><br></div><div>Dass den Menschen nun alles möglich ist, macht deutlich, dass sie wie Gott geworden sind – wie die Menschen jedenfalls meinen, auch wenn sie das niemals behaupten würden. Deutlich zeigt zum Beispiel der Krieg, dass Menschen sich göttliche Autorität anmaßen: Sie können über Leben und Tod entscheiden. Heute müssen wir hinzufügen: Sie können sogar über die Fortexistenz der Schöpfung entscheiden. Sie können der Schöpfung ein Ende bereiten entweder durch eine atomare oder eine ökologische Katastrophe. Das ist das Ergebnis der menschlichen Hybris, der Selbstüberhebung, in der sie über ihr Menschsein hinaus wollen.</div><div><br></div><div>Gott sieht die Gefahr, die der maßlos gewordenen Menschheit verborgen ist. Darum muss er eingreifen: "Wohlan, lasst uns hinabsteigen, und ihre Sprache soll verfallen, dass einer die Sprache seines Gefährten nicht mehr vernehmen kann!" Der Satz greift ironisch das "Wohlan, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen" auf, das die Menschen am Beginn ihres Tuns zueinander gesprochen hatten. Jetzt tut Gott etwas, und sein Tun zeigt, wer hier wirklich etwas bewegen und durchsetzen kann. Das Tun der Menschen ("Wohlan, lasst uns ...") ist demgegenüber nur ein lächerliches, aber dennoch gefährliches Spektakel.</div><div><br></div><div>Die Rettung vor der Gefahr besteht darin, dass die Menschen einander nicht mehr verstehen und über die ganze Erde zerstreut werden. Sie erreichen also mit ihrer Hybris genau das Gegenteil dessen, was sie erreichen wollten: Ihr "göttliches" Wunderwerk verbindet sie nicht, sondern zersplittert sie. So ist es immer, wenn Menschen maßlos und überheblich werden und sich zu Göttern erheben: Das schafft weder Frieden noch Einigkeit, sondern Streit und Konfrontation. Verbindend wirkt es nur, wenn Menschen sich dessen bewusst bleiben, was sie sind: eben Menschen, fehlbare Geschöpfe Gottes.</div><div><br></div><div>Wir leben in einer Zeit, in der die Menschheit wohl in einer Weise gespalten ist wie selten zuvor. Die unermesslichen Möglichkeiten, sich Informationen zu beschaffen, haben nicht dazu geführt, dass wir einander näher gekommen sind. Im Gegenteil: Durch den scheinbar unbegrenzten Zugang zu Informationen gewinnen Menschen das Gefühl, sie könnten sich zu Experten auf jedem Gebiet machen. Auch das ist eine Art der Vermessenheit, in der man den Grad seiner eigenen Informiertheit maßlos überschätzt. Überspitzt gesagt: Das Internet schafft keine Experten, sondern Halbinformierte, die sich für allwissend halten. Geradezu gefährlich ist es, wenn man sich in einer Informationsblase bewegt, ohne es zu bemerken. Andersdenkende können dann nicht mehr akzeptiert werden und werden möglicherweise mit Hasskommentaren beschimpft.</div><div><br></div><div>Wir verstehen einander einfach nicht mehr. Und, das Gefühl stellt sich ein, wir wollen es auch gar nicht mehr. Je größer die Probleme werden, desto erregter wird das chaotische und überhebliche Ins-Wort-Fallen, Durcheinanderreden und Übertrumpfen des Andersdenkenden durch pure Lautstärke, ohne überhaupt einmal über das Gegenargument nachzudenken. Und das gilt auch für Fernsehdiskussionen zivilisierter und angeblich reflektierter Menschen. Dadurch wird jedoch nur die zunehmende Unsicherheit deutlich. Der demokratische Respekt vor der Meinung des Andersdenkenden aber geht in der emotionalen Aufwallung verloren.</div><div><br></div><div>Um Emotionen ging es übrigens auch in der Pfingstgeschichte (Apg 2,1-12). Sie erzählt, dass die Jünger Jesu mit dem Geist Gottes erfüllt wurden und anfingen, "in anderen Zungen zu reden". Zwar streiten sich die Gelehrten noch immer, was genau damit gemeint sein könnte; aber dass es in der jungen Christenheit ein sehr emotionales Loben und Preisen Gottes gab, wird man annehmen können. Jedenfalls führt die Gabe des Geistes Gottes dazu, dass die anwesenden Menschen aus den unterschiedlichsten Völkern die Jünger Jesu in ihrer jeweiligen Sprache reden hören.</div><div><br></div><div>Das schafft Erstaunen, Verwirrung und Ratlosigkeit, denn damit war nicht zu rechnen – unterschieden sich die Völker doch damals kulturell, politisch und religiös kaum weniger als wir heute. Das Verbindende fehlte. Wie war es möglich, dass die Jünger Jesu plötzlich von allen verstanden wurden?</div><div><br></div><div>Es war ein neuer Geist, der jetzt wehte – Gottes Geist. Das ist kein Geist der Spaltung, sondern ein verbindender Geist. Leider hat die Kirche selbst dies viel zu oft nicht beherzigt. Das ändert aber nichts daran, dass Gottes Geist menschliche Zerstreuung und Gegnerschaft beendet. Denn im Reich Gottes gibt es weder Hasskommentare noch Durcheinanderreden, weder Unfriede noch Respektlosigkeit. Insofern nimmt die Pfingstgeschichte den Frieden und die Einheit vorweg, die im Himmel vollkommen verwirklicht sind.</div><div><br></div><div>Frieden und Einheit können nicht vom Menschen geschaffen werden, sondern er empfängt sie. Und zwar völlig unerwartet, überraschend und ohne dass er dafür tätig werden muss. Der Mensch muss diesen neuen Geist nur wehen lassen. Das klingt einfach, ist es aber für den Menschen nicht. Denn in ihm steckt ja immer noch die Hybris, selbst einen Turm in den Himmel bauen zu wollen anstatt es zuzulassen, dass der Himmel einfach auf die Erde kommt und Gottes Geist im Menschen Wohnung nimmt.</div><div><br></div><div>Der Geist des Übermuts und der Vermessenheit zerstreut und verfeindet, wie wir gesehen haben. Der Geist Gottes hingegen verbindet, denn er ist ein Geist des rechten Maßes, der Vergebung und Liebe. Darum bedeutet Pfingsten nicht nur, dass es zwei freie Tage gibt. Das Pfingstgeschehen ist vielmehr ein für die Menschheit entscheidendes Geschehen – gerade heute, wo gesellschaftliche Spaltungen sich ausbreiten und ein grausamer Krieg tobt.</div><div><br></div><div>Es wird nicht gehen ohne ein immer neues Aufeinander-zu-Gehen, ohne Respekt für den Andersdenkenden, ohne die Mühe, nach dem Wahrheitskern auch des fremden Argumentes zu suchen. Es wird nicht gehen ohne einen neuen Geist, den wir allerdings nicht in uns tragen oder erzeugen können, sondern der uns geschenkt werden muss.</div><div><br></div><div>Wem das zu passiv klingt, dem sei gesagt: Der Mensch kann sich diesem Geist versagen, ihn ignorieren und nicht zum Zuge kommen lassen. Er ist deshalb gehalten, sich für ihn zu öffnen, ja sich ihm hinzugeben. Der Mensch ist also nicht komplett passiv oder gar fremdbestimmt. Er bestimmt selbst, welcher Geist ihn regiert. Weil er sich im Empfangen des Geistes Gottes an Gott, den Geber des Geistes, hingibt, ist sein Verhalten ein gebendes Empfangen </div><div><br></div><div>Wir sind also Empfangende, die sich dem Empfangen des Pfingstgeistes hingeben. Dass wir uns in dieser Weise für ihn öffnen, ist vielleicht so wichtig wie nie zuvor in einer maßlos gewordenen und gespaltenen Menschheit, in der wir einander kaum noch verstehen können.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 04 Jun 2022 09:06:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |39]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000015C"><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><br></span></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wir &nbsp;haben Gottes Spuren festgestellt</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">auf unsern Menschenstraßen,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Liebe und Wärme in der kalten Welt,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Hoffnung, die wir fast vergaßen.</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Zeichen und Wunder sahen wir geschehn</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">in längst vergangnen Tagen,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Gott wird auch unsre Wege gehn,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">uns durch das Leben tragen.</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><b><span class="fs14lh1-15 cf1 ff1">Diethard Zils</span></b></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><b><span class="fs14lh1-15 cf1 ff1">nach dem französischen "Nous avons vu les pas de notre Dieu"</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Eine Spur Gottes zieht sich durch die Welt – auch in Zeiten des Krieges.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Vor einigen Tagen telefonierten Bundeskanzler Olaf Scholz und der französische Präsident Emmanuel Macron 80 Minuten lang mit dem Angreifer Wladimir Putin. Es wird nicht alles bekanntgegeben, was sie so lange miteinander besprachen. Aber es macht Hoffnung, dass man miteinander spricht. Und wenn es lange dauert, waren vielleicht auch Möglichkeiten der Deeskalation ein Thema.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Schon lange gibt es die vielen Freiwilligen, die sich liebevoll einbringen in der Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine, damit die Menschen, die ihre Heimat zurücklassen mussten, hier besser zurechtkommen, Trost finden und sich sicher fühlen können.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Lange ist es auch schon her, dass der Angreifer militärische Schwächen zeigte, so dass er die Hauptstadt Kiew nicht erobern konnte und sich aus weiten Teilen des Landes zurückziehen musste.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">In alldem sehe ich Spuren Gottes in diesem Krieg. Wunder sind nur selten etwas Spektakuläres. Sie sind oft das Kleine, Alltägliche, das wir so leicht übersehen und vergessen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das größte Wunder: Gott geht mit uns und allen unter dem Krieg Leidenden und trägt sie und uns </span><span class="fs14lh1-5 cf2">durch das Leben</span><span class="fs14lh1-5 cf2">.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Evangelisches Gesangbuch der Ev. Kirche im Rheinland, der Ev. Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche, Gütersloh 1996, Nr. 648, Strophe 1.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 01 Jun 2022 19:46:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--39</link>
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			<title><![CDATA[Der Streit um das Gute und sein Ende]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000015B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Streit um das Gute und sein Ende</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 31/05/2022</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Dem aufgeklärten Menschen ist es ein selbstverständliches Recht, in Freiheit darüber entscheiden zu können, was gut und was böse ist. Und er legt Wert darauf, in derselben Freiheit zu entscheiden, ob er gut oder böse handelt.</span> Dass schon die Entscheidung darüber, was eigentlich gut und böse ist, sich nicht so einfach darstellt, wie es sein Selbstverständnis dem aufgeklärten Menschen glauben macht, wird dabei zumeist nicht reflektiert.</div><div><br></div><div>Denn die Grenzen zwischen gut und böse sind nicht so eindeutig, wie wir meinen. Schon die Bibel weiß darum, dass manche Propheten Wölfe im Schafspelz sind (Hebräer 7,15). Das Böse verkleidet sich sogar ausgesprochen gern als Gutes. Jeder Krieg wird im Namen des Friedens geführt, also für eine gute Sache. Und das wirklich Gute kann ausgesprochen böse Folgen zeitigen: Der Ausstieg aus der Abhängigkeit von russischem Öl führt dazu, dass man sich von neuen Öllieferanten abhängig macht, die es mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen und zudem den internationalen Terror mitfinanzieren. Umgekehrt kann das Böse sogar gute Folgen mit sich bringen: Der russische Angriffskrieg könnte die Energiewende beschleunigen. Damit ist keineswegs das Böse gerechtfertigt. Aber es zeigt sich, dass die Grenzen zwischen gut und böse nicht so eindeutig sind, wie wir es uns gerne vorstellen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Der endlose Diskurs um das Gute</div><div><br></div><div>Wie kann man dem Dilemma begegnen? Der Philosoph <span class="fs14lh1-5"><i>Jürgen Habermas</i></span> (geb. 1929) hat das Ideal eines "herrschaftsfreien Diskurses" entwickelt. Demnach soll, vereinfacht gesagt, die Wahrheit – auch die Wahrheit darüber, was gut oder böse ist – durch die Gleichheit und Freiheit aller Teilnehmenden am Diskurs gefunden werden. Im Diskurs zählt nur das beste Argument, und der Diskurs dauert so lange, bis ein Einvernehmen, ein Konsens aller Beteiligten erlangt ist.</div><div><br></div><div>Das Problem besteht jedoch darin, dass ein Einvernehmen nicht unbedingt garantiert, das Gute gefunden zu haben. Und die Gleichheit und Freiheit aller am Diskurs Teilnehmenden ist eine ideale Situation, die in der Realität kaum herzustellen sein dürfte. Zudem entscheiden Menschen oftmals nicht nach ihrer Vernunft, sondern nach ihrem Bauchgefühl und nach persönlichen und gesellschaftlichen Prägungen. <span class="fs14lh1-5"><i>Habermas</i></span> wusste natürlich um diese Probleme seiner Konzeption und baute zusätzliche Sicherungen ein. Dennoch bleibt die Vorstellung von Diskutierenden, die durchweg autonom und aufgeklärt argumentieren, eine Fiktion. Und auch dass sich am Ende ein Konsens einstellt, dem alle zustimmen können, darf nicht erst seit den zunehmenden Spaltungen innerhalb verschiedener Gesellschaften bezweifelt werden.</div><div><br></div><div>Realistischer erscheint mir, dass das Ringen um Gut und Böse Grund für endlose Diskussionen, Streit und sogar Krieg ist. Das unnachgiebige Ringen um die Erkenntnis des Guten und Bösen muss geradezu gefürchtet werden. Statt einer fairen Argumentation bestimmen oft Manipulation, Fake News und Internetblasen den Diskurs. Und Hasskommentare sowie soziale oder religiöse Ausgrenzung tragen ein Übriges dazu bei, sich durch Lügen, Macht und Druck durchzusetzen. Menschen werden dadurch nicht geeint, sondern einander entfremdet und verfeindet.</div><div><br></div><div>Es ist daher völlig richtig, was <span class="fs14lh1-5"><i>Jens Jessen</i></span> in der <span class="fs14lh1-5"><i>ZEIT </i></span>vom 19.5.22 (S. 47) feststellte:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Moral trägt ja nicht unbedingt ein weißes Unschuldskleidchen – sie selbst ist "polemogen" [Streit erregend, vom griechischen Wort </span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">pólemos</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> = Krieg], wie </span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">Niklas Luhmann</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> einmal gesagt hat: nämlich eine Quelle von Streit und Kampf. Das heißt: Man kann die Welt auseinandertreiben – durch Moral.</span></span></i></div><div><br></div><div>Dabei geht es allen Beteiligten scheinbar um das Gute. Mit einem ursprünglich militärischen, geradezu menschenverachtenden Begriff gesagt: „Kollateralschäden" werden dabei in Kauf genommen – um des Guten willen.</div><div><br></div><div>Gibt es eine Möglichkeit, dem immerwährenden Streit um das Gute zu entgehen? Kann eine christliche Perspektive etwas dazu beitragen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Der auf Gott bezogene Mensch</div><div><br></div><div>Die biblische Sicht weiß um die Schwierigkeit des Menschen, das Gute zu erkennen. Ja mehr noch, sie weiß um die Ambivalenz des Guten und um die Gefahr, die davon ausgeht, dass Menschen das Gute für sich beanspruchen.</div><div><br></div><div>Das Sein des Menschen in einer ideal gedachten Gottesbeziehung wird in der zweiten Schöpfungsgeschichte (1. Mose/Genesis 2) so beschrieben: Der Mensch lebt in der Einheit mit Gott, mit der Natur und mit seinesgleichen. Gott erschafft liebevoll den Garten Eden und setzt den Menschen hinein, damit er bebauend und bewahrend mit ihm umgehe.</div><div><br></div><div>In der antiken jüdischen Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische steht für "Garten" das Wort <span class="fs14lh1-5"><i>parádeisos</i></span>, von dem unser Wort "Paradies" herkommt. Der Garten Eden war also etwas absolut Gutes, etwas Paradiesisches. Nun spielten Gärten im Alten Orient eine besondere Rolle: Es gab keine Gärten für jedermann, sondern Gärten waren immer königliche Palastgärten. Der König aber verstand sich als von den Göttern dazu eingesetzt, eine gute Ordnung gegen die lebensfeindliche Welt zu schaffen. Er sah sich sozusagen in der Rolle des göttlichen Gärtners.</div><div><br></div><div>Wenn der Mensch in der Schöpfungsgeschichte von Gott die Aufgabe erhält, den Garten zu bebauen und zu bewahren, dann wird er beteiligt am Werk und an der Herrschaft Gottes, der als König der Welt verstanden wurde. Der Mensch erhält damit von Gott eine königliche Würde zugesprochen. Diese Würde zeigt sich in einer dreifachen Liebeseinheit: der Einheit des Menschen mit dem Schöpfer und Bewahrer der Schöpfung, der gleichwohl als Schöpfer von ihm unterschieden bleibt; der Einheit des Menschen mit den Tieren, denen nicht Gott, sondern der Mensch einen Namen geben darf, so dass er als von ihnen Unterschiedener von Beginn an mit ihnen verbunden ist; und der Einheit des Menschen mit seinesgleichen, denn die Frau ist aus der Rippe des Mannes erschaffen.</div><div><br></div><div>In biblischer Perspektive ist der Mensch in seinem Menschsein also nicht auf sich selbst, seine Vernunft und seine ihm eigene Welt bezogen, sondern auf seinen Schöpfer und von ihm her auf sich selbst und die ihn umgebende geschöpfliche Mitwelt. Dieses von Gott begründete Verhältnis ist aber nicht ohne Gefährdung, worauf schon die Schöpfungsgeschichte hinweist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Der auf sich selbst zurückgeworfene Mensch</div><div><br></div><div>Zu den vielfältigen Gaben Gottes im Garten Eden gehört nämlich neben einem Reichtum an Flüssen und "allerlei Bäumen, lieblich anzusehen und gut zu essen" auch das Verbot, vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen. Denn das Essen von diesem Baum bringt, so warnt Gott den Menschen, den Tod mit sich.</div><div><br></div><div>Warum ist das tödlich, was uns als Inbegriff des Guten erscheint, nämlich die Erkenntnis und Unterscheidung des Guten und Bösen? Weil der Mensch sich anmaßt, diese Unterscheidung eigenmächtig treffen zu können. Mit dieser Anmaßung verlässt der Mensch seine "kindliche Unschuld", indem er sich das aneignen will, was allein Gottes ist: über Gut und Böse zu entscheiden. Das Streben nach dieser Entscheidung führt, wie wir schon erkannten, unweigerlich zum tödlichen Kampf. Denn jeder will nun der Gute sein und muss dazu den anderen zum Bösen machen, als böse abstempeln. Auch die Kirchen führen und führten diesen Streit um das Gute, wenngleich er dort zur Zeit – es gab bekanntlich auch andere Zeiten – nicht mit tödlicher Gewalt geführt wird.</div><div><br></div><div>Aber was macht es so schwierig, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden? Für den Apostel Paulus ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sich der Satan, also der Inbegriff des Bösen, "in einen Engel des Lichts verwandelt" (2Kor 11,14). Diese Metamorphose überrascht uns Aufgeklärte, die wir davon ausgehen, dass das Gute sich natürlich als Gutes zeigt und das Böse als Böses, so dass wir fein säuberlich zwischen gut und böse unterscheiden können. Wir übersehen dabei, dass das Böse ein Meister darin ist, sich als Gutes zu tarnen: als das Vernünftige, Notwendige, Unumgängliche, einzig Sinnvolle. Die Methodik ist denkbar einfach: Man muss nur oft genug zum Wechsel der Perspektive aufrufen, unterschiedliche Interessen artikulieren und auf die Relativität des Guten verweisen – und schon ist ein unwiderruflicher Zweifel gesät, ob das Gute wirklich gut ist. Das alles natürlich im Namen der aufgeklärten Vernunft.</div><div><br></div><div>Wer die unentwirrbare Verstrickung des Guten mit dem Bösen wahrnimmt, dem bleibt nur die Einsicht: Das Gute ist für uns unverfügbar. Und mit ihm das Lebensförderliche, die Menschlichkeit, ja das Sein selbst.</div><div><br></div><div>In der Sprache der Bibel ist es die Schlange als Symbol des lautlosen, schwer erkennbaren, aber umso gefährlicher den Menschen umwindenden und unmerklich bedrohenden Wesens, die den Menschen dazu verführt, das Verbot zu übertreten (1. Mose/Genesis 3): Mit ihrem "Sollte Gott gesagt haben?" sät sie Misstrauen in das bis dahin ungetrübte Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Und sie hat ein Versprechen parat, dem der Mensch nicht widerstehen kann: "Gott weiß, dass, sobald ihr davon esst, euch die Augen aufgehen werden, und ihr werdet wie Gott sein und &nbsp;wissen, was gut und böse ist." Die Menschen lassen sich täuschen und greifen zu. Doch mitnichten sind sie nun wie Gott; vielmehr beginnt mit der Lossagung von Gott der endlose und nicht selten tödliche Streit um das Gute.</div><div><br></div><div>Denn den nach der Erkenntnis des Guten und Bösen strebenden Menschen gehen tatsächlich die Augen auf: "Sie wurden gewahr, dass sie nackt waren." Der Mensch unter dem Diktat der Erkenntnis von gut und böse erkennt seine Verletzlichkeit, die darin besteht, dass die Frage nach gut und böse nun für ihn unlösbar geworden ist. Das Verlassen der Einheit mit Gott führt nicht zur erhofften Erkenntnis, sondern im Gegenteil zum Verlust jeder Erkenntnis. Nun muss sich der Mensch vor den kritischen Blicken des Mitmenschen, der seine Unwissenheit aufdecken könnte, schützen und seine Blöße bedecken.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> hat in seinem im Jahr 1937 erstmals erschienenen Buch "Nachfolge", also in bedrohlicher geschichtlicher Situation, in welcher der Streit um das Gute auch innerhalb der evangelischen Kirche aufs Heftigste entbrannt war, formuliert:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der ethische Konflikt als das ethische Urphänomen des Menschen nach dem Fall ist selbst der Widerspruch des Menschen gegen Gott. [...] „Sollte Gott gesagt haben?"</span></i></span></div><div><br></div><div>Damit ist festgestellt, dass der ethische Konflikt im Misstrauen des Menschen Gott gegenüber seinen Grund hat. Denn der Mensch wird nicht Gott, sondern bleibt auf Gott angewiesen. Das Wissen um diese Angewiesenheit hat er aber verloren. Er wähnt sich vielmehr als jemand, von dem seine Mitmenschen und die gesamte Mitkreatur abhängig sind. Und weil sie es nicht sind, muss der Mensch versuchen, sie in den Zustand der Abhängigkeit zu versetzen. Denn nur er allein, jeder einzelne – darin besteht sein Wahn – ist der Gute.</div><div><br></div><div>Der fatale Irrtum dieses Wahns wird von Jesus in einem einzigen Satz zum Ausdruck gebracht, als ihn einer fragt, was er Gutes tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen (Matthäus 19,17):</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Was befragst du mich über das Gute? </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Einer </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">ist der Gute.</span></span></i></div><div><br></div><div>Dass nur einer der Gute ist, nämlich Gott, macht aller menschlichen Hybris ein Ende. Das Gute liegt nicht auf der Straße, wie wir uns einbilden. Es kann nicht mit ein bisschen Vernunft und einem gut gemeinten Diskurs gefunden werden. Es ist verborgen hinter dem Bösen, das sich als Gutes ausgibt. Und es gibt nur einen Weg, in dieser aussichtslosen Situation einen Sinn für das Gute zu gewinnen: die Bindung an den einen Guten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Zeitlichkeit des Guten</div><div><br></div><div>Das Alte Testament erzählt, dass das Gute, zusammengefasst in den Zehn Geboten, von Gott selbst auf zwei steinerne Tafeln geschrieben und dem Mose übergeben wurde. Diese Erzählung führte und führt zu dem Missverständnis, als sei das Gute ein in Stein gemeißeltes überzeitliches Gesetz, das uns objektiv verfügbar ist und in jeder denkbaren Situation gilt. Das ist der fundamentale Irrtum des Fundamentalismus. Zwar sind die ersten, direkt auf die Gottesbeziehung bezogenen Gebote kaum situationsabhängig. Die folgenden, die zwischenmenschlichen Beziehungen regelnden Vorschriften sind dafür umso mehr in verschiedenen Situationen interpretationsbedürftig. Diese Gebote sind nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine Richtschnur, die in jeder neuen Situation einer neuen Entscheidung bedarf, was den Geboten entspricht und was nicht. Das Gute ist kein alles regelndes Gesetz, und die Gebote sind kein immer und überall gültiges Wissen um das Gute. Es gibt nicht nur hell und dunkel, sondern es gibt die unendlich vielen Grautöne, die es uns so schwer machen, das Gute wahrzunehmen und zu realisieren.</div><div><br></div><div>Auch die Bindung an den Geber der Gebote entbindet uns also nicht davon, in jeder neuen Situation nach dem Guten zu fragen. Der Apostel Paulus wusste darum, als er kurz und knapp der christlichen Gemeinde in Thessaloniki mitgab (1. Thessalonicher 5,21):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Prüft alles, das Gute behaltet!</span></i></span></div><div><br></div><div>Und in ganz anderer Situation, nämlich im ethischen Konflikt der jungen Christenheit um den Verzehr von Fleisch, das den heidnischen Göttern geopfert worden war, schrieb Paulus der Gemeinde von Korinth ins Stammbuch (1. Korinther 10,23):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Alles ist erlaubt, aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Apostel wollte der Gemeinde mitteilen, dass gegen den Verzehr von Götzenopferfleisch grundsätzlich nichts einzuwenden ist, dass aber das an sich Gute zum Bösen werden kann, wenn man durch den Verzehr einen Mitchristen in Gewissensnöte stürzt. Wann man also das Götzenopferfleisch genießt und wann nicht, muss in jedem Einzelfall entschieden werden – mit Rücksicht auf den Mitmenschen.</div><div><br></div><div>Maßgebend ist demnach auch in der Bindung an Gott die aktuelle Situation, die uns eine immer neue Entscheidung abverlangt. Kriterium für die Entscheidung ist das, was dem anderen nützt und ihn aufbaut. "Niemand suche das Seine, sondern das des anderen!" fügt Paulus deshalb schnell hinzu, um Missverständnisse zu vermeiden. Es geht nicht um Eigennutz, sondern um Gutes für den anderen. Das Aufbauende ist nichts anderes als die Liebe, wie der Apostel schon zuvor festgestellt hat (1. Korinther 8,1). Jedes feste Gesetz aber, jede fixierte Moral wäre das Gegenteil von Liebe, nämlich eine Ideologie. Jedes immer und überall gültige Ja oder Nein wäre ein Leugnung der lebendigen Liebe, die sich niemals in ein zeitloses Gesetz kleiden lässt.</div><div><br></div><div>Unsere Zweifel, im ethischen Konflikt die falsche Entscheidung zu treffen, die damit verbundene Unsicherheit und das Gefühl mangelnder Erkenntnis des Guten und Bösen sind also vollkommen berechtigt. Sie dürfen aber nicht zu einer resignierten Entscheidungslosigkeit führen. Denn auch wer sich nicht entscheidet, trifft eine Entscheidung.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Das Ende des Diskurses</div><div><br></div><div>Die Bindung an den einen Guten führt also nicht automatisch dazu, das Gute als Gutes zu erkennen. Im Alten Testament stellt Gott mit Blick auf die Menschen, auch die in einem Gottesverhältnis stehenden, lapidar fest, dass „alles Dichten und Trachten ihres Herzens die ganze Zeit nur böse war" (1. Mose/Genesis 6,5). Und der Apostel Paulus bekennt sogar von sich selbst in einem heute fast undenkbaren Akt der Selbstkritik, dass das Gute nicht in ihm ist (Römer 7,18f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich weiß, dass Gutes nicht in mir [...] wohnt. Denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Gute Vollbringen nicht. Denn nicht Gutes, das ich will, tue ich, sondern Böses, das ich nicht will, tue ich.</span></i></span></div><div><br></div><div>Nach diesen Worten des Apostels sollte die Christenheit um ihre Unfähigkeit zum Guten wissen. Schließlich bittet sie ja auch, wiederum in prägnanter Kürze, im von Jesus selbst formulierten Vaterunser (Matthäus 6,13):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Erlöse uns von dem Bösen!</span></i></span></div><div><br></div><div>Im griechischen Original lautet die Bitte sogar: "Rette uns vor dem Bösen!" Um Rettung bittet nur der, der sich selbst nicht retten kann. </div><div><br></div><div>Diese Einsicht hat bereits entscheidende ethische Konsequenzen. Denn wer um seine Unfähigkeit zum Guten weiß, führt keine Kriege mit dem Ziel, das Gute gewaltsam durchzusetzen. Er streitet um das Gute, aber in positiver Weise, also mit dem Ziel, voneinander zu lernen, nicht aber, den anderen zu besiegen. Er überhebt sich nicht über ihn, auch wenn er versucht, das als gut Erkannte zu verwirklichen. Das gilt, wie alle Einsichten christlicher Ethik, zuerst für die Christenheit selbst.</div><div><br></div><div>Wo aber ist das Gute, wenn es nicht in uns ist? Es ist in dem einen Guten, von dem Jesus sprach. Darum bedeutet das Bitten um die Erlösung vom Bösen zugleich das Bitten um die Gabe des Guten durch den einen Guten. Wer betet, verschafft sich keine Erkenntnis des Guten, sondern empfängt sie. Darum fügte Paulus hinzu, nachdem er die Christinnen und Christen in Thessaloniki aufgerufen hatte, sie mögen alles prüfen und das Gute behalten (1Thess 5,23):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Gott des Friedens selbst aber heilige euch durch und durch.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Die "Heiligkeit", die Anteilhabe am Sein und Tun Gottes, des einzigen Guten, kann sich kein Mensch selbst verschaffen; sie ist für ihn unverfügbar wie das Gute selbst. Das Unverfügbare kann der Mensch nur empfangen von dem, dem es verfügbar ist – als Gabe eben des einzig Guten und Heiligen. Diese Gabe ist aber nicht einfach freischwebende Inspiration.</span> Es gibt vielmehr einen Maßstab: die biblischen Schriften mit ihren ethischen Weisungen und Erzählungen von Jesus, der das Gute gelebt hat. So hat der ethische Konflikt Haltepunkte in den biblischen Schriften und in der Gnade der geschenkten Erkenntnis. Um diese muss gerungen werden, weil niemand die Erkenntnis allein hat. Aber auch das Ringen muss ein Ende haben, um zur Tat zu gelangen. Das hat auch <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>1937 in der Erfahrung des Kirchenkampfes, in dem es ebenfalls um das Gute ging, festgestellt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die einzige Antwort auf die Not des ethischen Konflikts ist das Gebot Gottes selbst und damit die Forderung, jetzt nicht mehr zu diskutieren, sondern endlich zu gehorchen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der notwendige Diskurs um das Gute beginnt christlicherseits mit dem Gebet um die Erkenntnis des Guten. Er führt weiter im Prüfen aller biblischen Weisungen und Deutungen derselben in der jeweiligen gegebenen Situation. Irgendwann aber muss der Diskurs ein Ende haben, auch wenn kein Konsens erreicht ist. Dieser Punkt ist dann erreicht, wenn der biblische Maßstab ausreichend befragt, alle Argumente abgewogen und eine eigene Erkenntnis gewonnen wurde – auch, wenn noch Unsicherheiten bleiben mögen.</div><div><br></div><div>Die vollkommene Sicherheit wird es wohl kaum einmal geben. Der Irrtum ist immer eine menschliche Möglichkeit. Aber das kann nicht hindern, einen Standpunkt einzunehmen und zu vertreten. Und schon gar nicht, das als gut Erkannte endlich zu tun. <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer</i></span> nannte diese Tat Gehorsam. Aber es ist kein Kadavergehorsam, der sich blind einem fremden Willen unterwirft. Es ist vielmehr der Gehorsam gegenüber der eigenen Einsicht, dem eigenen Ich, das sich in den biblischen Weisungen und in den Geschichten von Jesus gründet und das vom Gebet und von der Hoffnung lebt, die Gnade der Erkenntnis des Guten empfangen zu haben – ein Ich, das auch dann, wenn das erkannte Gute sich als böser Irrtum erweisen sollte, gewiss ist, der Gnade nicht verlustig zu gehen.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs11lh1-15">Quellennachweis für die Bonhoeffer-Zitate:</i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs11lh1-15">Dietrich Bonhoeffer: Nachfolge. Herausgegeben von Peter Zimmerling. Brunnen Verlag Gießen 2016. Erstes Zitat: S. 71. Zweites Zitat: S. 72.</i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 31 May 2022 11:02:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Frei sein]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000015A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Frei sein</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 29/05/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nichts müssen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nichts wollen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nicht wünschen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nicht grollen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>niemandem fluchen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ganz still –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch alles erstreben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>mit Sterben und Leben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>im Herzen nur suchen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>was Er will.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 29 May 2022 06:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |38]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000159"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Herr, erbarme Dich.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wir wissen, was wir tun.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Aber wir wissen nicht,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">was wir tun können.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b class="fs14lh1-5"><i class="cf1 ff1"><br></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Herr, erbarme Dich.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Gib uns Mut zur schmerzlichen Wahrheit</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und gib uns die Erkenntnis der</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">lösenden und erlösenden Wahrheit.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Hilf uns,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Verborgenes ans Licht zu bringen</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und Verschwiegenes auszusprechen,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Vergessenes wiederzuentdecken</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und Verlorenes wiederzufinden,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Bewährtes zu bewahren</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und Neues zu probieren.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b class="fs14lh1-5"><i class="cf1 ff1"><br></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Herr, erbarme Dich.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Lass uns sanftmütiger sein,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">gegenüber alles Natur und Kreatur.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Lass uns barmherziger sein</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">gegenüber allem Leid und allen Leidenden.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Lass uns friedfertiger sein</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">gegenüber Nahen und Fernen,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">gegenüber Freunden und Feinden.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b class="fs14lh1-5"><i class="cf1 ff1"><br></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Herr, erbarme Dich.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Ermutige uns zu schöpferischem Zweifel</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und bewahre uns vor lähmender Verzweiflung.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Gib uns Zuversicht und lass uns</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">nicht verzweifeln an dem,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">was wir noch nicht sehen.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Amen.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b class="fs14lh1-5"><i class="cf1 ff1"><br></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote></blockquote></blockquote><b class="fs14lh1-5"><i class="cf1 ff1">Gebet auf der Ökumenischen Versammlung für Gerechtigkeit,</i></b><br><div><b class="fs14lh1-5"><i class="cf1 ff1">Frieden und Bewahrung der Schöpfung in Dresden am 13. Februar 1988.</i></b></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Der Krieg geht weiter, das Sterben geht weiter, und wir wissen nicht, was wir tun können.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die Wahrheit, auch die schmerzliche, ist eine Erlösung von der Unwahrheit und darum eine Lösung.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die Sanftmut, die Barmherzigkeit, die Friedfertigkeit – dieses Altbekannte, doch Vergessene und deshalb immer Neue, ist immer ein Weg, den zu gehen sich lohnt. Denn nur der Zweifel an dem, was selbstverständlich zu sein scheint, ist schöpferisch.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Gott erbarme sich über uns und gebe den Mut, nicht wie gelähmt zu verzweifeln, weil wir nicht wissen, was wir tun können. Sondern er gebe den Mut, zuversichtlich das Neue zu probieren – in der Kraft Seines Geistes. </span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Friedrich Schorlemmer (Hg.): Was protestantisch ist. Große Texte aus 500 Jahren. Herder Verlag Freiburg u.a. 2010. S. 292.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 27 May 2022 19:21:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--38</link>
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			<title><![CDATA[Der alte Mann und die Jungen an der Front]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000158"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der alte Mann und die Jungen an der Front</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/05/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Dieser Grabstein erzählt eine Geschichte. Es ist die Geschichte des <span class="fs14lh1-5"><i>Johannes Arfsten</i></span>, der im <span class="fs14lh1-5">Ersten Weltkrieg etwa zwei Wochen vor seinem 23. Geburtstag gefallen ist. Die Inschrift auf dem Stein lautet:</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zum Gedächtnis an unseren lieben Sohn Johannes Arfsten, geb. in Nieblum am 2. Oktober 1891, gefallen im Weltkriege am 16. September 1914 im Waldgefecht von Elincourt/Frankreich als Gefreiter im Inf[anterie] Reg[imen]t 163. und ruht dort in einem Massengrab mit vielen Kameraden, nachdem er die siegreichen Gefechte in Belgien glücklich überstanden hatte.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Stein ist eigentlich ein Gedenkstein. Als ich ihn vor etwa zwei Wochen in Nieblum auf der Insel Föhr entdeckte,</span> musste ich an den Krieg in der Ukraine denken, in dem auch heute junge Männer und Frauen sterben, bevor sie das 23. Lebensjahr erreicht haben. Sie haben vielleicht auch etliche Gefechte "siegreich" überstanden, und dann ereilt sie doch der Tod. Und dann sind da noch die Eltern, die ihr Kind, vielleicht ihr einziges, verlieren und ihr Leben lang darunter leiden. Vielleicht können sie es nicht einmal bestatten, weil es verschollen ist oder in einem anonymen Massengrab liegt.</div><div><br></div><div>Und plötzlich wurde mir klar: Würden diese jungen Männer und Frauen heute mein Land verteidigen, dann würde ich nicht wollen, dass auch nur einer oder eine von ihnen dafür sterben muss.</div><div><br></div><div>Beim späteren Nachdenken darüber fragte ich mich dann aber doch: Würde ich wirklich nicht wollen, dass jemand die Demokratie, den Rechtsstaat und meine Freiheitsrechte für mich verteidigt?</div><div><br></div><div>Natürlich würde ich mich über jeden freuen, der all das verteidigt. Ich würde es auch verteidigen – aber nicht mit Gewalt. Ich könnte keine jungen Männer und Frauen töten, um Demokratie, Rechtsstaat und Freiheitsrechte zu behalten. Und schon gar nicht Kinder und andere Unbeteiligte. Und wenn ich es selber nicht kann, kann ich es auch von anderen nicht verlangen. Und noch viel weniger kann ich verlangen, dass junge Menschen ihren Kopf dafür hinhalten, dass mir kein Unrecht geschieht und ich nicht meiner Rechte beraubt werde.</div><div><br></div><div>Paulus schrieb einmal den Korinthern über Streitigkeiten in der Gemeinde: Sie sollen deswegen keine Prozesse vor weltlichen Gerichten führen. Sie sollen sich lieber Unrecht antun und berauben lassen, anstatt den Mitchristen Unrecht anzutun und sie zu berauben (1Kor 6,7f).</div><div><br></div><div>Ich denke: Was zwischen Gemeindegliedern gilt, muss doch auch zwischen Fremden gelten. Was für Streitigkeiten vor Gericht gilt, muss doch noch viel mehr für den schlimmsten Streit, nämlich den Krieg, gelten. Und was für materielle Schäden gilt, muss noch viel mehr gelten, wenn es um Leben und Tod von Menschen geht.</div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Wir sollen lieber leiden, als anderen Leid zufügen. Wir sollen mit Christus leiden (Röm 8,17) – sollen nicht <span class="fs14lh1-5"><b>sein</b></span>, aber <span class="fs14lh1-5"><b>unser </b></span>Kreuz auf uns nehmen (Mk 8,34).</div><div><br></div><div>Es geht nicht darum, das Leid zu suchen oder sich in stillschweigender Ergebenheit ausnutzen und seiner Rechte berauben zu lassen. Es geht aber darum, lieber Leid zu tragen als Leid zuzufügen.</div><div><br></div><div>Ich weiß, dass auch die Schonung des anderen ein Ende haben kann. Wenn jemand so etwas wie die Weltherrschaft anstrebt oder Menschenmassen blindlings tötet, muss dem Einhalt geboten werden. Das hat uns das Hitler-Regime gelehrt.</div><div><br></div><div>Aber diese Situation sehe ich aktuell nicht. Wie käme ich also dazu zu verlangen, dass junge Männer und Frauen an der Front für mich sterben, während ich mich als alter Mann in der warmen Stube um Demokratie, Rechtsstaat und Freiheitsrechte sorge?</div><div><br></div><div>Soweit meine Gedanken, als ich vor jenem Gedenkstein stand und beim späteren Nachdenken darüber. Ich gestehe aber: Ich bin nicht sicher, dass ich mit 20 oder 40 Jahren genauso gedacht hätte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 27 May 2022 09:31:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Von Tag zu Tag]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000157"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Von Tag zu Tag</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/05/2022</span></div><div><br></div><div>Seit einigen Wochen lebe ich anders als zuvor – mehr von Tag zu Tag und weniger mit fernen Zielen im Kopf. Vorher lebte ich stärker für die Zukunft. Jetzt hat die Gegenwart größeres Gewicht, und ob ich zukünftige Ziele erreiche, ist mir weniger wichtig.</div><div><br></div><div>Das ist entspannend: Die zukünftigen Ziele setzen mich weniger unter Druck. Stattdessen freue ich mich mehr am Gegenwärtigen, und ich nehme die Gegenwart intensiver wahr als zuvor.</div><div><br></div><div>Wie ist es zu diesem Umschwung in meinem Lebensgefühl gekommen? Es hat mit der Unsicherheit zu tun, die der Ukraine-Krieg mit sich bringt. Es gab Tage, da dachte ich: Man weiß heute gar nicht, was morgen geschieht. Vielleicht sind wir morgen schon in einen tödlichen Krieg verstrickt.</div><div><br></div><div>Außerdem ist Corona noch nicht vorbei – und jetzt kommen auch noch die Affenpocken! Die Unsicherheit scheint immer größer zu werden.</div><div><br></div><div>Das Ergebnis dieser Unsicherheit war, dass ich begann, mich mehr auf den aktuellen Tag zu konzentrieren – von Tag zu Tag zu leben. Ich bin dankbarer als zuvor für jeden Tag, den ich erleben darf. Morgens wache ich auf und denke: O wie schön, ich bin ja noch da! Dann will ich diesen geschenkten Tag genießen, so gut es geht.</div><div><br></div><div>Eine solche Einstellung hat eine gute biblische Grundlage. In Ps 118,24 heißt es:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasst uns jubeln und uns freuen an ihm!</span></i></span></div><div><br></div><div>Besonders drei andere Worte gehen mir schon seit einigen Wochen durch den Kopf. Da ist zum einen das Wort des Paulus aus 2Kor 6,2:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott spricht: Ich habe dich zur rechten Zeit erhört und dir am Tag der Rettung geholfen. Siehe, jetzt ist die rechte Zeit; siehe, jetzt ist der Tag der Rettung.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Blick geht zurück zu dem Tag, an dem Gott zur rechten Zeit Gebete erhört und aus Not errettet hat. So ein Tag ist auch heute. Wir leben noch. Also lasst uns dementsprechend den Tag erleben: dankbar seine Schönheit erspüren, Gott die Ehre geben und (soweit uns die Fähigkeit dazu geschenkt wird) ihn mit Wort und Tat bezeugen.</div><div><br></div><div>Das zweite Wort, das mir dabei wichtig geworden ist, lautet im biblischen Zusammenhang:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sorgt euch nicht, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? [...] Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles nötig habt. [...] Sorgt euch also nicht um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen; jedem Tag ist seine [eigene] Plage genug.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Mt 6,31-34)</span></i></div><div><br></div><div>Zum Genießen des gegenwärtigen Tages gehört es, sich nicht mit Sorgen um die Zukunft den Kopf zu zermartern. Auch wenn der Ukraine-Krieg alles unsicher macht und die Vögel der Sorge immer mal wieder um meinen Kopf herumflattern, muss ich es nicht zulassen, dass sie Nester in meinen Haaren bauen (nach einem Wort <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luthers</i></span>) – abgesehen davon, dass ihnen dafür auch recht wenig Material zur Verfügung steht.</div><div><br></div><div>Ich gebe zu, dass es mir dennoch nicht immer leicht fällt, das Nesterbauen zu verhindern. Die dunklen Vögel der Sorge können ganz schön hartnäckig sein. Ich tue aber, was ich kann, und versuche alles meinem himmlischen Vater anheimzustellen, der genau weiß, was ich zum Leben brauche.</div><div><br></div><div>Das dritte Wort soll angeblich von <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther</i></span> stammen. Es lässt sich aber nicht in seinen Schriften finden, sondern taucht erstmals in einem Rundbrief der <span class="fs14lh1-5"><i>Bekennenden Kirche</i></span> aus dem Jahr 1944 auf. Es gibt die These, dass das Wort im 19. Jahrhundert entstanden ist, als man sich Luther als einen frommen, den Hausgarten pflegenden Familienvater vorstellte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Von wem auch immer das Wort stammt: So ist es wohl, wenn man von Tag zu Tag lebt. Ich habe es zwar nicht so sehr mit der Gartenarbeit. Aber ich würde wohl andere schöne Dinge tun: den Geräuschen des Waldes lauschen, einige schöne Gedichte lesen, ein intensives Gespräch führen und natürlich beten. Vielleicht auch einen letzten Post schreiben, den kaum noch jemand lesen würde.</div><div><br></div><div>Wenn ich im Heute zu leben versuche, heißt das nicht, dass mir das Morgen unwichtig geworden wäre. Denn Gott ist bei mir morgen genauso wie heute. Im Heute leben und die Zukunft nicht zu vergessen, das ergänzt sich eigentlich sehr gut. Denn was wäre meine jetzige Beziehung zu Gott ohne eine Fortsetzung? Und was wäre meine zukünftige Beziehung zu Gott ohne die von ihm gemachten Tage schon jetzt?</div><div><br></div><div>Ich kann nur sagen: Mir gefällt es gut, mehr von Tag zu Tag zu leben, auch wenn es natürlich noch Ziele in der Zukunft gibt. Aber wenn sie sich nicht verwirklichen lassen – dann habe ich viele wunderbare Tage erlebt, die Gott mir geschenkt hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 22 May 2022 18:39:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |37]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000156"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ich habe einen Traum,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und Berg erniedrigt werden.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die unebenen Plätze werden flach und die gewundenen Plätze gerade,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und die Herrlichkeit des Herrn soll offenbart werden</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und alles Fleisch miteinander wird es sehen.*</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Dies ist unsere Hoffnung. [...]</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Mit diesem Glauben werden wir den Berg der Verzweiflung behauen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">einen Stein der Hoffnung.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Mit diesem Glauben werden wir gemeinsam arbeiten können,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">gemeinsam beten können [...].</span></i></b></span></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Martin Luther King</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div><div><b><i><span class="fs12lh1-5 cf1 ff1">* Siehe Jesaja 40, 4 und 5</span></i></b><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><span class="cf2">Der Krieg geht weiter. Man spricht nicht miteinander, sondern tötet einander. Menschen sterben täglich, werden verkrüppelt, verlieren alles. Menschen, die leben wollen. Und ein Ende ist nicht in Sicht.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Aber wir dürfen einen Traum haben: einen Traum vom Frieden, vom Ende der Gewalt, vom Suchen nach gemeinsamen Wegen, vom Ende des Hasses, <span class="fs14lh1-5">vom Leben für die Geschundenen und Getöteten</span></span><span class="fs14lh1-5 cf2">.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2">Nicht die Ereignisse geben Anlass zu diesem Traum, sondern Gott, der Täler erhöhen und Berge erniedrigen kann. Der seine Herrlichkeit offenbaren kann trotz des Krieges.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Daran glauben wir, darauf hoffen wir, darum beten wir.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: </span><span class="imUl fs11lh1-5"><a href="https://usa.usembassy.de/etexts/soc/traum.htm" target="_blank" class="imCssLink">https://usa.usembassy.de/etexts/soc/traum.htm</a></span><span class="fs11lh1-5 cf2">. Auszug aus einer Rede M.L. Kings am 28.8.1963.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 18 May 2022 19:12:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--37</link>
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			<title><![CDATA[Leben mit Schuld - eine Befreiung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000155"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Leben mit Schuld – eine Befreiung</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/05/2022</span></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Schuld als Problem</div><div><br></div><div>Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass wir ein gebrochenes Verhältnis zur eigenen Schuld haben – und zur göttlichen Gnade. Kirchen und christliche Gemeinschaften haben über Jahrhunderte hin den Menschen ihre Schuld vor Augen gehalten oder ihnen auch Schuld eingeredet – und sind damit selber schuldig geworden. Sie haben mit ihrer Schuldtheologie unaussprechliche Seelenqualen ausgelöst. Sie haben Menschen dadurch in Abhängigkeit von sich gehalten und ihre eigene Macht zementiert. Ja, sie haben ihren Reichtum dadurch vergrößert, dass sie den angeblichen Freikauf von Höllenqualen ermöglichten. Schuld- und Angstgefühle wurden dadurch einerseits ungerechtfertigt erzeugt, andererseits ebenso ungerechtfertigt getilgt.</div><div><br></div><div>Die heutige Situation scheint eine vollkommen andere zu sein. Von Schuld wird zumindest in den Kirchen nur noch am Rande geredet, dafür umso mehr von der Gnade und Liebe Gottes. Gnade und Liebe scheinen das Reden von Schuld entbehrlich gemacht zu haben. Was es an Schuld noch geben mag, ist immer schon vergeben, und wem vergeben ist, der braucht sich um Schuld offenbar keinen Kopf mehr zu machen.</div><div><br></div><div>So taumelt die Christenheit zwischen der Überbetonung der Schuld einerseits und der Gnade andererseits hin und her, ohne, wie es scheint, in der Lage zu sein, beide in ein rechtes Verhältnis zueinander zu setzen.</div><div><br></div><div>Dass Schuld nicht etwa nur innerhalb der Christenheit, sondern auch außerhalb ihrer ein Problem ist, zeigt sich daran, dass wir unter einem extremen Rechtfertigungsdruck stehen und beständig darauf bedacht sind, uns gegen Schuldzuweisungen zu verteidigen. In jedem auch noch so kleinen Streit kommt man schnell an den Punkt gegenseitiger Schuldzuweisungen. Schuld haben immer die anderen. Ich selbst bin frei davon oder bin zu dem, was ich tat, vom anderen getrieben worden, weil er mich angegriffen oder unter Druck gesetzt hat, wogegen ich mich verteidigen musste.</div><div><br></div><div>Dass die Schuld damit nicht aus dem Weg geräumt ist, sagen uns Psychologen, die darum wissen, wie sehr verdrängte Schuld einen Menschen zeitlebens verfolgen und extrem schmerzliche psychische Probleme auslösen kann.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Schuld als sekundäres Thema</div><div><br></div><div>Vom christlichen Glauben her ist Schuld kein primäres Thema. Wird es dazu gemacht, dann kann Schuld nur eine belastende und unterdrückende Funktion ausüben. Gottes Geschichte mit dem Menschen beginnt aber nicht mit menschlicher Schuld, sondern mit göttlicher Gnade und Liebe. Gottes Beseitigung des Urchaos (hebräisch <span class="fs14lh1-5"><i>tohuwabohu</i></span>; 1Mo/Gen 1,2), seine wohlgeordnete, sehr gute Schöpfung, der Garten Eden – das alles zeugt von seiner liebevollen Zuwendung zum Menschen. Erst im zweiten Schritt folgt, unerkennbar woher, die menschliche Schuld, der "Sündenfall". Schuld ist eine sekundäre Wirklichkeit.</div><div><br></div><div>Das setzt sich biblisch fort in Gottes gnädiger Bewahrung der schuldig gewordenen Menschheit und im Bundesschluss mit ihr (1Mo/Gen 8,21f; 9,8-11), in der Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei (2Mo/Ex 1-15) und in der Erwählung Israels zum Partner Gottes nicht aufgrund einer Qualität des Volkes, sondern allein aufgrund der Liebe Gottes zu diesem Volk (5Mo/Dtn 7,6-8). Das alles besagt, dass Gott die Existenz der von ihm geschaffenen Menschen und des Volkes Israel gutheißt, und zwar trotz aller immer wieder auftretenden Schuld der Menschen. Schließlich tritt Gott selber in der Gestalt Jesu in die Welt ein, um sie freizusprechen von aller vergangenen und zukünftigen Schuld. So wird der Mensch für immer frei von seiner Schuld, wenn er sich diese Befreiung gefallen lässt.</div><div><br></div><div>Der Freispruch von Schuld bedeutet nicht, dass die Schuld verharmlost oder beschönigt wird. Der Freispruch ist vielmehr mit der Berufung und Befähigung verbunden, in Zukunft nicht mehr schuldig zu werden. Der Befreite soll ein neues Leben beginnen, zu seines Mitgeschöpfes und seiner selbst Glück. Doch obwohl der Mensch an dieser Berufung immer wieder scheitert, bleibt ihm der Freispruch erhalten. Das einzige, was er tun muss, um in den Genuss dieses Freispruchs zu kommen, ist, ihn für sich gelten zu lassen. Die Begnadigung und die damit verbundene Berufung muss angenommen werden.</div><div><br></div><div>Die Schuld bleibt also Thema – aber niemals primäres, sondern sekundäres Thema. Die Vergebung der Schuld ist das Vorzeichen vor der Klammer des Menschenlebens. In der Klammer steht alles, was in einem Menschenleben geschieht. Vor der Klammer aber steht die Vergebung, welche die Schuld tilgt, die in der Klammer steht. Darum kann die Schuld niemals primäres Thema werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Schuld als Verstrickung</div><div><br></div><div>Gehen wir einen Schritt zurück. Man kann fragen, was Schuld eigentlich ist und ob von ihr zu reden überhaupt zeitgemäß ist. Muss man nicht von Prägungen sprechen, die dem Menschen mitgegeben sind und für die er nicht haftbar gemacht werden kann? Ist es nicht das Recht und die Pflicht jedes Menschen, sich durchzusetzen im "Kampf aller gegen alle" (lateinisch bellum omnium contra omnes), wie es der englische Philosoph Thomas Hobbes ausdrückte (gest. 1679)? Oder einfacher gefragt: Muss man sich alles gefallen lassen? Muss man sich nicht auch verteidigen, wenn man angegriffen wird?</div><div><br></div><div>Die Fragen sind völlig berechtigt. Gehen wir zunächst davon aus, dass Schuld ein Verhalten ist, mit dem ein Mensch einer anderen Kreatur Leid zufügt. Was sollen wir tun, wenn uns Leid zugefügt wird? Niemand ist gehalten, sich selbst aufzugeben um eines anderen Menschen willen, der über ihn bestimmen will. Niemand muss sich einem anderen wehrlos ausliefern. Wir müssen unser Leben schützen, wenn wir weiterleben wollen.</div><div><br></div><div>Zugleich muss aber klar sein, dass jeder Mensch in einem Schuldzusammenhang steht, dem er schier nicht entkommen kann. Unsere Gene beinhalten nicht nur positive Veranlagungen, sondern auch negative. Wir werden in eine Welt hineingeboren, in der wir durch zerstörerische Verhaltensweisen anderer geprägt werden, die uns später selber zu zerstörerischem Verhalten treiben. Wir leben in einer Welt, in der wir Angriffen und Aggressionen ausgesetzt sind, die wir, um weiterleben zu können, mit Gegenangriffen und Aggressionen beantworten müssen. Das alles bedeutet, dass wir in schuldhafte Prozesse lebenslang verstrickt sind und darin selber schuldig werden.</div><div><br></div><div>Die traditionelle Theologie hat für diese Schuldverstrickung das missverständliche Wort <span class="fs14lh1-5"><i>Erbsünde </i></span>geprägt. Das Wort ist missverständlich, weil es den Anschein erweckt, dass Sünde durch den Sexualakt vererbt werde. Daran knüpfte sich über Jahrhunderte eine sexualfeindliche Haltung der Kirche an. In der Tat können negative Veranlagungen genetisch weitergegeben werden. Das ist aber nur ein kleiner Teil dessen, was wir unter Schuldverstrickungen verstanden. Das Erbe, das wir alle mit uns herumtragen, ist das, was uns durch andere angetan wurde, und es ist das Erbe der Kultur, in der wir leben, das Erbe irregeleiteter Religiosität, das Eingebundensein in Gemeinschaften und Staatswesen, die nicht frei von Schuld sind. In der globalisierten Welt zeigt sich deutlicher denn je, wie viel Mitschuld wir tragen an weltweiten Versäumnissen und Zerstörungen, derer wir uns oft gar nicht bewusst sind.</div><div><br></div><div>Es stellt sich jedoch die Frage, wie der Mensch verantwortlich sein kann für Verstrickungen, denen er schuldlos unterworfen ist. Niemand kann etwas für seine genetischen Veranlagungen, niemand ist dafür verantwortlich, wie andere ihn geprägt haben, niemand für die Kultur, in die er hineingeboren wurde. Die Sozialpsychologie weiß jedoch darum, dass jeder Mensch einerseits von den Gemeinschaften, in denen er lebt, geprägt wird, dass er aber andererseits diese Gemeinschaften selber mitprägt. Es besteht also eine Wechselbeziehung zwischen der Gemeinschaft und dem Individuum. Insofern kann sich niemand der Mitschuld daran entziehen, dass die Gemeinschaft so ist, wie sie ist, und dass sie ihn selbst so prägt, wie sie es tut.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Schuld als Kernschuld</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube kennt allerdings noch eine weitere, und zwar entscheidende Dimension der Schuld, die der säkularen Rede von Schuld fremd ist. Der Kern aller menschlichen Schuld ist nach christlichem Verständnis der Unglaube, das Misstrauen Gott gegenüber, oder anders gesagt: die Ablehnung der Gnade und Liebe Gottes durch den Menschen, die Zurückweisung der göttlichen Zuwendung zum Menschen. Diese Zurückweisung ist Schuld, weil der Mensch Gott gegenüber allen Grund hat, dankbar zu sein: dankbar für seine Existenz, für jeden Tag seines Lebens, für alles, was ihm Gutes im Leben widerfährt. Das Versagen dieser Dankbarkeit und die Ignoranz gegenüber Gottes Wohltaten machen den Menschen schuldig.</div><div><br></div><div>Vorausgesetzt ist dabei, dass Gott jeden Menschen erschaffen hat, dass er seine Existenz wollte und will, dass er ihm alles gibt, was er zum Leben braucht – und dass er, wenn sein Leben endet, ein Leben in ewiger Freiheit von allem Zerstörerischen und Todbringenden für ihn bestimmt hat. Diese Liebe und die darin gegebene Geborgenheit will der Mensch nicht wahrhaben. Er lebt lieber in selbstgeschaffenen scheinbaren Sicherheiten als in der Geborgenheit eines Gottes, der ihn über alles liebt und für ihn sorgt. Insofern ist der Mensch ein Kostverächter: Er verachtet es, Zuwendung und Trost, Sinn und Ziel seines Lebens geschenkt zu bekommen. Er ignoriert das Vorzeichen vor der Klammer seines Lebens, das Vorzeichen, das sein ganzes Leben in einem hellen Licht erscheinen ließe.</div><div><br></div><div>Diese Dimension menschlicher Schuld ist deshalb die entscheidende, weil alle ethischen Verfehlungen des Menschen in dieser Kernschuld ihren Grund haben. Der Mensch, der keinen Gott zu benötigen meint, muss sich selbst zum Gott machen. Wer aber sich selbst zum Maß aller Dinge macht, wird maßlos. Wer die Liebe Gottes ablehnt, ergeht sich in Selbstliebe. Wer sein Leben nicht immer schon in guten Händen weiß, ist gezwungen, sich sein Leben auf Kosten anderer zu sichern. Wer keine Ewigkeit kennt, muss das Zeitliche bis zum Letzten ausbeuten.</div><div><br></div><div>Die Kernschuld ist es, die uns in einer Weise leben lässt, dass wir den Schuldverstrickungen nicht entkommen. Wir haben ihnen nichts entgegenzusetzen. Wir sind geneigt, uns den jeweiligen Gemeinschaften, den jeweiligen Mehrheitsmeinungen, den jeweiligen Gewohnheiten und Moden anzupassen. Und auch ein scheinbar auf alle Meinungen und Moden pfeifender Mensch kann seine Außenseiterposition nur einnehmen, wenn er Gleichgesinnte neben sich hat. Um allein gegen den Strom zu schwimmen, fehlt uns die Kraft, weil wir einen Halt außerhalb unserer selbst brauchen.</div><div><br></div><div>Der Mensch Jesus hat deutlich gemacht, dass eine Außenseiterposition auch möglich ist, wenn ein Mensch sich ganz von Gott gehalten weiß. Der Lebensweg Jesu zeigte aber auch, dass damit unweigerlich ein Weg des Leidens verbunden ist. Diesen Weg des Leidens zu gehen sind wir in aller Regel nicht bereit, weil wir meinen, unser Leben bewahren und sichern zu müssen. Wir glauben nicht, dass es schon bewahrt und gesichert ist in den Händen des uns liebenden Gottes.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Schuld als vergangene Gegenwart (Vom Umgang mit Schuld)</div><div><br></div><div>Schuld belastet. Menschen leiden unter ihr – oder verdrängen sie. Das ist ein Schutzmechanismus. Denn wer sich permanent schuldig fühlt, überfordert sich selbst. Es gibt aber einen Weg, die eigene Schuld nicht zu verdrängen und dennoch sich nicht zu überfordern: Es ist der Weg, das sekundäre Thema nicht zum primären zu machen und das primäre nicht zum sekundären. Gottes Vergebung unserer Schuld ist das primäre Thema. Es ist das Vorzeichen unseres Lebens, was immer in diesem Leben passiert. Wenn unsere Schuld uns zur Last wird, können wir uns an das Vorzeichen unseres Lebens erinnern. Das Vorzeichen, die unwiderrufliche Liebe und Gnade Gottes, kann unsere Gefühle bestimmen und uns vor der Verzweiflung bewahren. Mit diesem Vorzeichen des Lebens können wir glückliche Schuldner sein.</div><div><br></div><div>Wir müssen dann unsere Schuld nicht verdrängen oder gar uns für unschuldig halten. Damit würden wir zum Ausdruck bringen, dass wir der Gnade Gottes nicht bedürfen. Dann würden wir uns selbst zur Vollkommenheit erheben – zu einem göttlichen Wesen.</div><div><br></div><div>Unsere Schuld ist aber da. Doch sie ist vergebene Schuld. Sie ist, wenn sie geschieht, immer schon vergangen, obwohl sie noch gegenwärtig ist. Sie gehört einer alten, vergehenden Welt an. Wenn wir es zulassen, dass sie uns erlassen wird, haben wir den Status der Freigesprochenen, obwohl wir noch Schuldner sind.</div><div><br></div><div>So sind wir zwar Schuldige, aber begnadigte, freigesprochene, geliebte und gewollte Schuldige. Dennoch mag unsere Schuld eine peinliche und immer wieder belastende Unruhe bleiben – nicht, um uns zu erniedrigen, sondern um uns zu einem neuen, gänzlich anderen Leben zu erhöhen, zu dem uns Gott befähigen will. Zu diesem Leben reichen unsere eigenen Fähigkeiten nicht aus. Aber das ist ein anderes Thema.</div><div><br></div><div>Die Hoffnung all derer aber, die sich auf diesen Gott und seine Befähigungen einlassen, ist eine Zukunft in himmlischer Vollkommenheit nach diesem irdischen Leben; eine Vollkommenheit, in der sie endgültig mit all ihrer Schuld versöhnt sein werden – so wie mit Gott, der schon jetzt die ganze Welt mit sich versöhnt hat, damit wir versöhnt mit ihm leben können (2Kor 5,19f).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 16 May 2022 10:48:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |36]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000154"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Mit unsrer Macht ist nichts getan,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">wir sind gar bald verloren;</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">es streit' für uns der rechte Mann,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">den Gott hat selbst erkoren.</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Fragst du, wer der ist?</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Er heißt Jesus Christ,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">der Herr Zebaoth,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und ist kein andrer Gott,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">das Feld muss er behalten.</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs14lh1-5 ff1"><br></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und wenn die Welt voll Teufel wär</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und wollt uns gar verschlingen,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">so fürchten wir uns nicht so sehr,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">es soll uns doch gelingen.</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Der Fürst dieser Welt,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">wie sau'r er sich stellt,</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">tut er uns doch nicht;</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">das macht, er ist gericht'.</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Ein Wörtlein kann ihn fällen.</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs14lh1-5 ff1"><br></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Martin Luther</b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Das Sterben geht weiter, und wir stehen machtlos davor. Aufgeregte Diskussionen täglich, doch niemand kann Einhalt gebieten. Wie lange soll es so weitergehen?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Einer allein kann dem Sterben ein Ende bereiten, auch wenn die Welt voller Teufel wäre. Der "Fürst dieser Welt" und alle, die ihm folgen, sind schon verurteilt: Ein einziges Wörtlein kann sie fällen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><div><span class="cf2">Denn Christus ist Sieger und mit ihm das Leben. E<span class="fs12lh1-5">R</span> wird den Sieg erringen, um welches Schlachtfeld auch immer es sich handeln mag.</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Evangelisches Gesangbuch der Ev. Kirche im Rheinland, der Ev. Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche, Gütersloh 1996. Aus Martin Luthers Lied "Ein feste Burg ist unser Gott", Nr. 362, Strophen 2 und 3.</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 11 May 2022 20:03:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Vom Recht des Stärkeren, vom Sieg und von der Liebe]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000153"><div><br></div><div><div class="imTACenter"><div class="imHeading1">Vom Recht des Stärkeren, vom Sieg und von der Liebe</div></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/05/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es zeigt sich in unseren Tagen, wie sehr wir der Stärke huldigen und ihr alle denkbaren Opfer bringen. Wie in allen Kriegen geht es auch im gegenwärtigen um den Sieg. Die Ukraine müsse siegen, fordert man, oder sie dürfe zumindest nicht verlieren. Russland müsse den Krieg verlieren, sagt die Ukraine mitsamt der westlichen Staaten, während Russland selbstverständlich siegen will.</div><div><br></div><div>Nur der Sieg scheint zu zählen, und dem Sieger gehört die Welt. Das gilt keineswegs nur für den Krieg. Es ist eine Lebenserfahrung, die offenbar tief im Bewusstsein der Menschheit verankert ist. Darum konnte die Popgruppe <span class="fs14lh1-5"><i>ABBA </i></span>im Jahr 1980 mit <span class="fs14lh1-5"><i>The Winner Takes It All</i></span> einen Welthit landen:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">The winner takes it all, &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Gewinner bekommt alles,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">the loser has to fall. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;der Verlierer muss fallen.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">	It's simple and it's plain. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Es ist einfach und schlicht.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">	Why should I complain? &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Warum sollte ich mich beklagen?</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Der Song gehört zu den am häufigsten gecoverten <span class="fs14lh1-5"><i>ABBA</i></span>-Titeln. Er beschreibt eine zerbrochene Liebe und damit das Scheitern einer Beziehung, in der es Gewinner und Verlierer gerade nicht geben sollte. Im weiteren Sinne beschreibt er aber die Welt, in der wir leben und die wir vielleicht leidend, resignierend oder verzweifelt zur Kenntnis nehmen, ohne sie verändern und ihr entkommen zu können.</div><div><br></div><div>Wir sind in diese Welt hineingewachsen. Schon in der Schule waren die Leistungsstärksten die Sieger und durften sich auch so fühlen. Das Leistungsprinzip teilte schon die Kinder und Heranwachsenden unbarmherzig auf in Sieger und Verlierer. Seither ist jeder Schritt auf dem Lebensweg davon bedroht, dass man unterliegt und zu den Verlierern zählt – oder aber man obsiegt und erlangt den Ruhm und die Ehre des Gewinners.</div><div><br></div><div>Besonders das Wirtschaftsleben ist so konstruiert, dass die Stärkeren sich durchsetzen, indem sie die Schwächeren besiegen. Kein Wirtschaftsunternehmen kann auf Dauer bestehen, ohne sich gegen die Konkurrenten durchzusetzen. Nur die Stärksten können im Konkurrenzkampf bestehen und überleben. Dabei ist nicht die Konkurrenz an sich das Problem, sondern die Unbarmherzigkeit, mit der den Schwächeren das Existenzrecht bestritten wird.</div><div><br></div><div>In diesem System des Kampfes um den Sieg wachsen wir auf, und weil es fast alle Ebenen unseres Lebens prägt, verinnerlichen wir es bis in die letzten Fasern unseres Fühlens, Denkens und Handelns. Ein anderes System kennen wir ja nicht – ausgenommen die glücklichen, aber seltenen Erfahrungen, in denen echte Liebe sich ereignet, in denen es nicht um Sieg oder Niederlage geht und der Schwache schwach sein darf, ohne vom Starken ausgelöscht zu werden. Diese Erfahrungen lassen uns lebenslang nach Liebe streben und sie als das höchste Glück erleben – und doch ist diese Liebe so schwer zu erlangen und, wenn wir sie empfangen, ständig bedroht.</div><div><br></div><div>Denn die Liebe ist dadurch gekennzeichnet, dass sie vom System des Sieges und der Niederlage angefochten wird. Dieses System steht der Liebe diametral gegenüber. Geht es doch der Liebe nicht darum zu siegen, sondern glücklich zu machen. Sie kennt das System des beständigen Kampfes um den Sieg gar nicht. Sie opfert sich vielmehr selbst und hat gerade darin ihr Sein. Die Liebe weiß, dass das Glück nur als gemeinsames möglich ist. Denn wie sollte ich glücklich sein, solange du unglücklich bist? Das System des Kampfes um den Sieg hingegen weiß nichts vom Glück des anderen. Es kennt nur den Sieg und meint, in ihm sein Glück zu finden. Es ist daher ein System, das in die Vereinzelung führt. Einsamkeit ist deshalb eine weltweite Empfindung, besonders in den sogenannten entwickelten Ländern.</div><div><br></div><div>Der liebende Mensch hingegen gibt sich hin an den Mitmenschen, um ihm das Glück zu schenken, das im gemeinsamen Glücklichsein besteht. Doch das gelingt nur so lange, wie bei beiden die Bereitschaft währt, keine Sieger zu sein. Da wir aber alle das System von Sieg und Niederlage verinnerlicht haben, da wir also der Stärkere, Potentere sein wollen und es nicht ertragen können, von jemandem übertroffen zu werden, da wir also sein wollen wie Gott, den wir uns so vorstellen, dass er sich von niemandem besiegen lässt, setzt sich der Kampf um den Sieg auch in der Liebesbeziehung immer wieder durch. Und er erscheint uns, auch wenn wir darunter leiden, als das Normale, Unumgängliche, so dass wir gar nicht mehr die Frage stellen, ob wir diesem Kampf entsagen können. Er wird zum Alltäglichen, Selbstverständlichen, und wenn man ihn überhaupt als ein Übel erlebt, dann als ein notwendiges.</div><div><br></div><div>Der liebende Mensch will sich nämlich nicht auf Dauer und nicht ganz an den Mitmenschen hingeben, will sich nicht vollends zurücknehmen und leiden um des gemeinsamen Glückes willen, sondern sucht zuletzt doch das einsame Glück auf Kosten des Mitmenschen. Und der geliebte Mensch will nicht auf Dauer und nicht ganz der Bedürftige sein, will nicht vollends auf die Überlegenheit verzichten, sondern selber der Stärkere sein, weil er nur darin das Glück zu finden meint. Der eine will nur bedingt abhängig sein von den Bedürfnissen des Schwachen, der der Liebe bedarf, und der andere will nur bedingt abhängig sein von der Hingabe des Starken, der Liebe zu geben hat. So ist die Liebe beider durchsetzt vom Streben nach Sieg, Stärkersein und Unterdrückung.</div><div><br></div><div>Das alles sind keine rein philosophischen Überlegungen, sondern es sind Lebenserfahrungen, für welche die christliche Botschaft sensibilisiert. Denn nach dieser Botschaft war Jesus Christus der <span class="fs14lh1-5"><b>eine </b></span>Mensch, der seine Liebe zu den Mitmenschen konsequent durchgehalten hat und um dieser Liebe willen sich selbst opferte. Er war aber auch der Mensch, der es erleben musste, dass die von ihm Geliebten ihre Liebesbedürftigkeit nicht eingestehen wollten. Sie wollten die Stärkeren sein, die Sieger über das Böse und die Sünde, diejenigen, die keiner Vergebung und darum auch keiner Liebe bedürfen. Darum empfanden sie Jesu Liebe als maßlose Arroganz und Bedrohung ihres Strebens nach dem Sieg. Deshalb beschlossen sie, ihn zu beseitigen.</div><div><br></div><div>Jesus aber strebte nicht nach dem Sieg, sondern nach dem Glück der anderen. Darum gab er sein Leben hin, ohne sich zu wehren, also ohne nach dem Sieg des Stärkeren zu streben. Seine vermeintliche Niederlage aber war der Sieg der Liebe. So bringen nicht nur diejenigen, die der Stärke huldigen, Opfer dar, wie eingangs bereits festgestellt, sondern auch diejenigen, die in der Liebe leben. Der Unterschied besteht darin, dass die einen sich dem Streben nach Stärke opfern, die anderen aber dem Streben nach Liebe.</div><div><br></div><div>In einer Welt, in der das System von Sieg und Niederlage herrscht, gibt es die Liebe nur als leidende Liebe. Der liebende Mensch kann er selbst nur sein als leidender Mensch. Jesus ging diesen Weg der leidenden Liebe bis zum Extrem der Hingabe seines Lebens. Gerade indem er sein Leben dem Erlöschen preisgab, lebte er aber die Liebe zu seinem himmlischen Vater und zu den Menschen. Auch der Tod konnte den Sieg über diese Liebe nicht erringen. Denn nach der Botschaft der Evangelien hatte Jesu Gemeinschaft mit Gott, den er <span class="fs14lh1-5"><i>Vater </i></span>nannte, über den Tod hinaus Bestand, indem der Vater ihn zum ewigen Leben erweckte.</div><div><br></div><div>Daran wird deutlich, dass am Ende nicht das System von Sieg und Niederlage das Leben gewährt, sondern allein die Liebe. Das System von Sieg und Niederlage hingegen tötet – und zwar nicht nur den Unterlegenen, sondern auch den Sieger. "Alle, die das Schwert ergriffen haben, werden durch das Schwert umkommen", sagte Jesus (Mt 26,52). Das gilt nicht nur für die körperliche Gewalt, sondern für alle Formen der Gewalt und ihre Täter. Aber die scheinbar Siegenden drohen nicht nur ihr irdisches Leben zu verlieren, sondern auch die Gemeinschaft mit Gott. Denn all jene, welche die Gemeinschaft mit Gott aufkündigen, indem sie den von Gott geschaffenen und geliebten Menschen ihr Leben nehmen, verlieren grundsätzlich ihr Existenzrecht: Sie haben sich selbst aus der Gottes- und Menschengemeinschaft ausgeschlossen. Nur aufgrund der Liebe Gottes, der ihnen ihre Schuld vergibt und ihr Existenzrecht zurückgibt, wird es möglich, dass sie dennoch ihr Leben und die Gemeinschaft mit Gott behalten.</div><div><br></div><div>Das System von Sieg und Niederlage ist so stark in unserer Welt verankert, dass wir ihm nicht entkommen können. Das geht so weit, dass im äußersten Extremfall auch der liebende Mensch gewalttätig und das heißt schuldig werden muss. Es gibt extreme Ausnahmesituationen, in denen auch dem Wohlmeinenden nur die Wahl zwischen Schuld und Schuld bleibt. Viel zu schnell jedoch werden die Menschen diesen Ausnahmefall als gegeben erklären, ja zum Regelfall machen. Viel zu oft und ohne alle Alternativen überhaupt geprüft zu haben, werden sie den Sieg erstreben und damit dem System des Kampfes um den Sieg den Vorrang einräumen vor der Liebe. Viel zu selten werden sie bereit sein, selber zu leiden und ihr Leben hinzugeben. Die Liebe wird damit verraten und dieser Verrat als unumgänglich erklärt.</div><div><br></div><div>Wenn aber die Entscheidung für das Schuldigwerden in rechter Weise vollzogen wird, wird der Mensch sie im vollen Bewusstsein seiner Schuld vor Gott und den Menschen vollziehen. Das heißt, er wird seine Schuld auf sich nehmen nicht im Bewusstsein der Stärke und des Sieges, sondern der Schwäche und der Niederlage. Er wird seine Schuld vor den Menschen eingestehen und vor Gott bekennen. Er wird nicht in seinen Taten triumphieren und sich als Sieger aufspielen, sondern er wird sich als ein Mensch gebärden, der am Streben der Menschheit nach Stärke Anteil hat und schwach ist, weil er einen Weg gehen muss, den er eigentlich nicht gehen will. Er wird ihn nicht unter lautem Siegesgeschrei gehen, sondern unter Tränen.</div><div><br></div><div>Nur so kann dieser Weg in der Bitte um Vergebung gegangen werden. Dann wird die Schuld getragen, und zugleich lässt man sie sich abnehmen von dem vergebenden Gott. Das ist nur in Reue möglich und im aufrichtigen Bestreben, das Ausmaß der Gewalt so gering wie möglich zu halten und den Zustand des Schuldigwerdens so bald wie möglich zu beenden. Dazu gehört auch das Bestreben, als Sieger nicht alles zu bekommen und den Verlierer nicht zu zerstören, sondern ihm eine Existenzmöglichkeit zu lassen.</div><div><br></div><div>Aber das ist, wie gesagt, ein extremer Ausnahmefall, der allerdings auch zur Wahrheit eines Lebens in der unerlösten Welt gehört und deshalb hier genannt wird, wissend um die Gefahr, dass die Mehrheit der Menschen ihn immer wieder flugs zum Regelfall erklären wird. Deshalb sei nochmals betont: In den meisten Situationen ist der Weg der Liebe gangbar, auch wenn die Menschheit davon nichts wissen will. In den meisten Fällen führt die Liebe zum Ziel oder näher an das Ziel heran – auch eine unvollkommene, nur bedingt gelebte Liebe. Sie ist allemal stärker als das System des Kampfes um den Sieg. Und sie belohnt die Liebenden für die von ihnen gebrachten Opfer mit dem gemeinsamen Glück, das wir alle erstreben und doch nur dann erlangen können, wenn wir zum Leiden bereit sind. Darum hat Jesus gerade den Liebenden und Leidenden ein glückliches Leben verheißen (Mt 5,3-12).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 11 May 2022 08:59:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |35]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000152"><div><br></div><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Friede muss gewagt werden, ist das eine große Wagnis, und lässt sich nie und nimmer sichern. Friede ist das Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern heißt, Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg. Sicherheiten suchen heißt, sich selber schützen wollen. Friede heißt, sich gänzlich ausliefern dem Gebot Gottes, keine Sicherung wollen, sondern in Glaube und Gehorsam dem allmächtigen Gott die Geschichte der Völker in die Hand legen und nicht selbstsüchtig über sie verfügen wollen.</i></b></div><div><br></div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Dietrich Bonhoeffer (1934 auf der dänischen Insel Fanö)</i></b></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Bonhoeffer will "in Glaube und Gehorsam dem allmächtigen Gott die Geschichte der Völker in die Hand legen" und damit auch seine eigene Geschichte. Das ist für ihn der Friede, der ohne Sicherheit auskommt; das eine große Wagnis, das darin besteht, sein eigenes Leben hinzugeben an Gott und, wenn es sein soll, an den Tod. Das eine große Wagnis, das sich weigert zu töten und stattdessen den Tod auf sich nimmt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Bonhoeffer setzte seine Hoffnung auf den Gott, der die Geschichte lenkt. Wir hingegen setzen unsere Hoffnung auf Sicherheit und damit auf uns selbst.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Aber ist es nicht weltfremd, auf alle Sicherheiten zu verzichten? Kann man die Welt den Unbarmherzigen und den Psychopathen überlassen? Hat nicht der Staat mit Recht ein Gewaltmonopol?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Bonhoeffer selbst hat sich später am Attentat auf Adolf Hitler beteiligt. Er wählte in dieser Situation den Weg der Gewalt. Und er sprach davon, dass wir manchmal nur die Wahl haben zwischen Schuld und Schuld.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2">Worin in welcher Situation unsere Hoffnung und unsere Schuld besteht, ist deshalb</span><span class="cf2"> ein immer neues Nachdenken wert.</span></div><div><br></div><div><span class="cf2">Bonhoeffer hat seinen Glauben nicht nur beschrieben, sondern ihn gelebt – und mit dem Tod dafür bezahlt. Seine letzten Worte an seine Mitgefangenen waren: "Das ist das Ende. Für mich aber der Beginn des Lebens."</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Friedrich Schorlemmer (Hg.): Was protestantisch ist. Große Texte aus 500 Jahren. Herder Verlag Freiburg u.a. 2010. S. 257f.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 07 May 2022 18:57:00 GMT</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Velo statt Heiligsblechle]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000151"><div><br></div><div><div class="imTACenter"><span class="imUl fs16lh1-5"><b>Velo statt Heiligsblechle</b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/05/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>In den letzten Wochen blicke ich öfter zum Himmel auf als zuvor. Nicht, weil er so schön blau ist, sondern weil ich von oben her ein an- und abschwellendes Grollen vernehme. Manchmal ist nichts zu sehen, manchmal schon: Ein ferner Vogel glitzert silbern in der Sonne und durchzieht das Himmelblau, einen weißen Kondenzstreifen hinterlassend. Das passiert jetzt viel öfter als noch vor wenigen Monaten.</div><div><br></div><div>Vor wenigen Monaten hatten wir ja auch noch keine <span class="fs14lh1-5"><i>Zeitenwende</i></span>. Jetzt aber hat der Bundeskanzler sie ausgerufen, und darum probt die <span class="fs14lh1-5"><i>Luftwaffe </i></span>oder die amerikanische <span class="fs14lh1-5"><i>Air Force</i></span> nun den Krieg. Das müssen sie auch, wenn sie Stärke demonstrieren wollen. Denn der Feind schaut zu, und all den markigen Worten müssen nun auch handfeste Taten folgen. Soll der Feind ruhig sehen, wie wir uns auf den Krieg vorbereiten!</div><div><br></div><div>Ich habe, wenn ich gen Himmel schaue, ganz andere Gedanken. Ich denke nämlich an das 1,5-Grad-Ziel, das die Weltgemeinschaft (welche?) sich als Begrenzung des CO2-Ausstoßes vorgenommen hat. Ich sehe schon, wie sich dieses hehre Ziel in Luft – <span class="fs14lh1-5"><i>sorry</i></span>, in CO2 auflöst.</div><div><br></div><div>Natürlich vor allem durch den russischen Angriff. Krieg tötet eben auf allen Ebenen. Wie viel CO2 muss es kosten, all die Panzer, Geräte, Waffen, Soldaten etc. zur Ukraine zu schaffen! Wie viel CO2 setzt wohl ein einziger Raketeneinschlag frei? Ich habe keine Ahnung. Es muss aber eine Menge sein.</div><div><br></div><div>Da sitzt nun der kleine Klaus und blickt zum grollenden Himmel. "Warum fahre ich eigentlich immer noch so viel mit dem Fahrrad?" fragt er sich. "Warum mache ich mir die Mühe und lasse das Auto in der Garage, um bei Wind und Wetter, auch im kalten Winter, das Rad zu benutzen und ein bisschen, nur ein klein bisschen CO2 einzusparen?"</div><div><br></div><div>Es ist doch so: Im Vergleich zu dem, was der Krieg gerade an CO2 freisetzt, ist das, was ich an CO2 einspare – ein Klacks, ein Tropfen auf den heißen Stein bzw. den heißen Planeten. Also eigentlich nichts, komplett zu vernachlässigen. Ein einziger Bundeswehr-Übungsflug macht wahrscheinlich all das zunichte, was ich in mehreren Monaten (oder gar Jahren?!) mühsam auf meinem <span class="fs14lh1-5"><i>Velo </i></span>an CO2 eingespart habe.</div><div><br></div><div>Da kommt mir schon mal der Gedanke, jetzt auch nicht mehr zu sparen. Warum soll ich Kleiner das geraderücken, was die Großen in Moskau und Berlin und überall verbockt haben? Ich kann doch sowieso nichts daran ändern mit meinen paar Fahrradkilometern. Darüber lachen die sich doch kaputt!</div><div><br></div><div>Die meisten Leute setzen sich sowieso täglich in ihr <span class="fs14lh1-5"><i>Heiligsblechle </i></span>(schwäbischer Ausdruck für <span class="fs14lh1-5"><i>Auto</i></span>), ohne sich über irgendetwas Gedanken zu machen. Die vielen stahlglänzenden Vögel über uns werden sie nicht gerade motivieren, ihr Verhalten zu ändern. Im Gegenteil: Was die da oben dürfen, das dürfen wir hier unten auch!</div><div><br></div><div>So ist das Leben. Und ich?</div><div><br></div><div>Ich werde mich trotzdem weiter aufs <span class="fs14lh1-5"><i>Velo </i></span>schwingen, auch wenn ich gerade mal überhaupt keine Lust dazu habe.</div><div><br></div><div>Warum ich mir das antue? Vielleicht weil ich nicht mitschuldig werden möchte? Aber das bin ich ja sowieso schon. Ich habe mich ja auch oft genug ins <span class="fs14lh1-5"><i>Heiligsblechle </i></span>gesetzt und sogar in den Flieger und habe gedankenlos konsumiert. Ich komme also um Schuld nicht herum. Aber ich möchte nicht noch mehr Schuld auf mich laden – und bei den kommenden Generationen abladen.</div><div><br></div><div>Die Gefahr, träge zu werden, ist ja allgegenwärtig. Und wir sind sehr gut darin, Gründe zu erfinden, warum etwas nicht geht oder keinen Sinn macht.</div><div><br></div><div>Das wusste wahrscheinlich auch Paulus, als er schrieb:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun! Denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Gal 6,9)</span></i></div><div><br></div><div>Freuen wir uns also auf die Ernte! Auch wenn nicht wir, sondern erst unsere Kinder und Enkel die Ernte einfahren werden.</div><div><br></div><div><div>Denn eine wahre <span class="fs14lh1-5"><i>Zeitenwende </i></span>wird durch Gott gemacht. Und der ist nicht von unseren Dummheiten abhängig. Er kann die Zeiten zum Guten wenden, auch wenn wir beständig dagegen arbeiten. Nur mit diesem Zutrauen ist es sinnvoll, aller scheinbaren Sinnlosigkeit zum Trotz immer wieder einen kühlen Tropfen auf den heißen Planeten fallen zu lassen.</div><div><br></div><div>So werde ich also weiterhin fröhlich meine Beinmuskeln trainieren.<span class="fs14lh1-5"> Und daran denken, dass, so Gott will, aus der kleinsten Tat etwas richtig Gutes werden kann. Wie Jesus verheißen hat, dass aus dem kleinsten Samenkorn ein großer Strauch wird, in dessen Schatten die anderen Vögel, die lebendigen und Leben zeugenden des Himmels, ihre Nester bauen (Mk 4,30-32).</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 06 May 2022 07:23:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |34]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000150"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Kommt, ihr Meister des Kriegs,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die ihr all die Kanonen baut,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">All die Flugzeuge des Todes,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die tonnenschweren Bomben,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ihr, die ihr hinter Mauern</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und Schreibtischen euch versteckt:</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ich hab hinter eurer Maske</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Euer wahres Gesicht entdeckt.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ihr lügt und betrügt</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wie Judas dereinst</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und versucht mir einzureden</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ein Weltkrieg sei zu gewinnen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Doch ich seh durch eure Augen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und ich seh durch euer Hirn</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">So wie ich durch das Wasser sehe</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Das aus meiner Traufe rinnt.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ihr spannt den Abzugshahn</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Den ein anderer abdrücken soll,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Dann setzt ihr euch hin und seht zu</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und die Gräber werden voll,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ihr versteckt euch in euren Villen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Während das rote Blut</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Aus den jungen Körpern fließt</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und im Schlamm versickern tut.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Beantwortet mir eine Frage:</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Hat euer Geld so viel Macht?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Lässt sich Vergebung erkaufen?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Habt ihr daran ernsthaft gedacht?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ich glaube, ihr werdet merken,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wenn euch der Tod einst holt,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Dass ihr auch für all euer Geld</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Eure Seele nicht mehr wiederbekommt.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Bob Dylan</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Das ist die zornige Anklage des 22jährigen Bob Dylan aus dem Jahr 1963. Es könnte heute geschrieben sein.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Noch immer befehlen die einen den Krieg und die anderen kämpfen. Noch immer sitzen die einen in ihren Villen und die anderen füllen die Gräber. Noch immer wollen sie uns weismachen, ein Weltkrieg sei zu gewinnen. Und noch immer lässt sich Vergebung nicht erkaufen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die Menschen scheinen nichts dazugelernt zu haben. Das macht keine Hoffnung.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Hoffnung aber macht ein Wort des späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann, das er als Präses der EKD-Synode beim 2. Evangelischen Kirchentag 1950 i</span><span class="fs14lh1-5 cf2">n Essen sprach. Der Kirchentag stand unter dem Motto "Rettet den Menschen". Er fand kurz nach dem Ausbruch des Koreakriegs statt, in einer Zeit, in der in Deutschland heftige Diskussionen um eine Wiederbewaffnung geführt wurden. In dieser Situation rief Gustav Heinemann aus:</span></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will:</span></i></b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Eure Herren gehen, unser Herr aber kommt!</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Bob Dylan. Texte und Zeichnungen. Deutsch von Carl Weissner. Copyright 1973 by Bob Dylan. Deutsche Ausgabe: Copyright 1975 by Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975, S. 107.109. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst. Die zitierten Strophen sind aus Bob Dylans Song „Masters of War" aus dem Winter 1962/63.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 04 May 2022 12:28:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--34</link>
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			<title><![CDATA[Tulpenblut]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000014F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Tulpenblut</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/05/2022</span></div><div><br></div><div>Auf einer Wiese fand ich vor einigen Tagen eine einsame Tulpe. Gerade aufgerichtet streckte sie ihr Haupt gen Himmel. Weit und breit war sie die einzige Blume ihrer Art. Niemand weiß, wie sie dorthin gekommen ist. In all ihrer einsamen Schönheit machte ich einige Fotos von ihr.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010630.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Nachdem ich heute einige Texte des genialen <span class="fs14lh1-5"><i>Bob Dylan</i></span> gelesen hatte, kamen mir plötzlich folgende Zeilen in den Sinn:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><b>tulpenblut</b></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>eine blüte dort, wo sonst nichts blüht</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>eine einzelne tulpe, die keiner versteht</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>sie spricht von sich selbst, ohne einen laut</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und bleibt ein geheimnis, über das man staunt</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>sie steht einsam da, wie alles, was lebt</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>auch wenn es in einer großen menge schwebt</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>in ihrem kampf ist sie wehrlos allein</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>da erfasst sie der sturm, langsam knickt sie ein</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und das blut tulpenrot ergießt sich übers haupt –</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>sie klagt nicht, sie stöhnt nicht, doch in ihr ist es laut</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>sind die tränen, ist der schrei, den niemand hat vernommen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>nur der Eine, der vormals ihr leben hat begonnen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und sie fällt, wie so viele, die der feuersturm erlegt</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und kein herz ist da, das ihr fallen bewegt</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>sie fällt als einsame, die niemand vermisst</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>in die hände des Einen, der sie nicht vergisst</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>der sie auferstehen lässt zu unbekannter pracht</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>es ist der, der besiegt hat des todes macht.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010632_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 03 May 2022 13:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |33]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000014E"><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Osterhymne</b></i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="cf1"><br></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Auferstanden aus Ruinen</i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>und der Zukunft zugewandt:</i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Jesus Christus, uns zu dienen,</i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>brüderlich mit Herz und Hand!</i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Mensch, erweckt zu neuem Leben,</i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Welt, befreit von Todeswehn,</i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>danach lasst uns alle streben,</i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>aufstehn, aufstehn, auferstehn!</i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Jörn Heller</i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div> </div><div> </div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Wer begegnet uns "brüderlich mit Herz und Hand", wie es die deutsche Hymne besingt? Der dienende Jesus Christus, der sich aus Ruinen erhebt. Sein Weg geht durch Leid und Tod hindurch in eine neue, menschenfreundliche Zukunft.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das neue Leben entsteht nicht durch todbringende Waffen, sondern durch das Aufstehen gegen die Welt der Todeswehen. Es ist ein unvollkommen vorweggenommenes Auferstehen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Not und Tod mögen noch so groß sein – sie können diejenigen nicht am Aufstehen und Auferstehen hindern, die von Jesus Christus ihr Herz verwandeln und sich an die Hand nehmen lassen. "Danach lasst uns alle streben!"</span></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 02 May 2022 08:40:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--33</link>
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			<title><![CDATA[Der General und die Feindesliebe]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000014D"><div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der General und die Feindesliebe</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 01/05/2022</span><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div><div><div>Der General hat nicht von der Feindesliebe gesprochen. Er hat das Wort nicht in den Mund genommen. Ich weiß noch nicht einmal, ob ihm Feindesliebe etwas bedeutet und ob er sich als Christ versteht. Ich weiß überhaupt nicht viel über ihn. Nur was er gesagt hat, habe ich gelesen. Und daraus geht hervor, dass die Feindesliebe nicht nur einem christlichen Ideal entspricht, sondern auch politischer Vernunft.</div><div><br></div><div>Ich spreche von Brigadegeneral a.D. <span class="fs14lh1-5"><i>Erich Vad</i></span>. Seine Äußerungen zum Ukraine-Krieg sind im <span class="imUl fs14lh1-5"><i><a href="https://www.merkur.de/politik/merkel-ukraine-krieg-berater-lieferung-waffen-irak-putin-vergleich-91474143.html" target="_blank" class="imCssLink">Merkur</a></i></span> nachzulesen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">Zwei Arten der Liebe</div><div><br></div><div>Feindesliebe hat nichts mit Sympathie zu tun. Ich muss den Feind nicht mögen oder gar liebhaben. Ich muss auch nicht gutheißen, was er tut. Ich kann es sogar für verabscheuungswürdig halten. Und dennoch kann ich ihn als geliebtes Geschöpf Gottes respektieren.</div><div><br></div><div>Die christliche Tradition unterscheidet zwei Liebesbegriffe: den <span class="fs14lh1-5"><i>Eros </i></span>und die <span class="fs14lh1-5"><i>Agape</i></span>. Der <span class="fs14lh1-5"><i>Eros </i></span>ist die Liebe, die sich für eine Sache oder einen Menschen begeistert, für etwas oder jemanden, der meine Sehnsucht erfüllt. Das Verliebtsein ist die bekannteste Form des <span class="fs14lh1-5"><i>Eros</i></span>.</div><div><br></div><div>Die <span class="fs14lh1-5"><i>Agape </i></span>ist die Liebe, die der christlichen Nächstenliebe entspricht. Das griechische Wort <span class="fs14lh1-5"><i>agápe </i></span>wurde erst durch das Neue Testament zu einem häufig und weltweit benutzten Begriff. Die <span class="fs14lh1-5"><i>Agape </i></span>ist die uneigennützige Liebe, die auch dem unsympathischen und bösen Menschen gilt.</div><div><br></div><div>Bei der Feindesliebe geht es nicht um den <span class="fs14lh1-5"><i>Eros</i></span>, sondern um die <span class="fs14lh1-5"><i>Agape</i></span>. Wenn ich den Feind liebe, bin ich nicht begeistert von ihm oder seinen Taten. Ich fühle mich nicht angezogen von ihm, sondern sogar abgestoßen. Er ist nicht mein Freund, sondern mein Feind. Ich liebe nicht das Böse, das er tut; aber ich respektiere ihn dennoch als einen von Gott geliebten Menschen.</div><div><br></div><div>Wie sieht das nun konkret aus? Ich nenne drei Konkretionen der Feindesliebe.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">Die erste Konkretion der Feindesliebe: Für den Feind beten</div><div><br></div><div>Dem Evangelisten Matthäus zufolge hat Jesus so von der Feindesliebe gesprochen (Mt 5,43-48):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und bittet für die, welche euch verfolgen, damit ihr Söhne [und Töchter] eures Vaters in den Himmeln seid! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden dasselbe?</span></i></span></div><div><br></div><div>Die erste Konkretion der Feindesliebe ist das Beten für die Feinde. Lukas spricht in seinem Evangelium nicht nur vom Beten, sondern auch vom Segnen und davon, den Feinden Gutes zu tun (Lk 6,27f). Die Begründung für die Feindesliebe besteht darin, dass Gott allen Menschen, auch den Bösen, Gutes tut, dass er sie mit Gutem segnet. Entsprechend sollen wir es tun: ihnen Gutes tun und sie segnen bzw. Gott um seinen Segen für sie bitten.</div><div><br></div><div>Das Gebet für den Feind führt dazu, dass wir ihn in einem besonderen Licht sehen: Der Feind wird nicht auf das Böse, das er tut, festgelegt. Das Böse wird zwar nicht geleugnet, aber wir bitten darum, dass Gott ihn zum Guten bewegen möge. Wir geben ihn nicht auf, sondern trauen ihm die Umkehr zu. Wir sehen den Feind als ein Kind Gottes, das sich verirrt hat, aber in Gottes Hand ist. Wir ersehnen eine Veränderung, die durch den Gott herbeigeführt wird, der auch den Bösen nicht aufgegeben hat, sondern ihm gnädig ist und ihn zur Umkehr bewegen will.</div><div><br></div><div>Das ist eine christliche Sichtweise. Darum grenzt sie Matthäus scharf gegen die Sichtweise der Ungläubigen und der Übeltäter ab. Heiden und Zöllner können diese Sichtweise nicht teilen. Sie haben andere Maßstäbe, weil sie ihr Handeln nicht vom gnädigen Gott her begründen. Das gilt heute wie damals.</div><div><br></div><div>Wer nicht an Gott glaubt, wird nicht für den Feind beten. Und er wird nicht auf ein Einwirken Gottes auf ihn hoffen. Er wird vielleicht den Feind hassen und ihn für unverbesserlich halten. Es gibt tatsächlich keine Garantie dafür, dass der Feind von seinem Weg des Bösen umkehren wird. Denn er kann sich der Wirksamkeit Gottes beharrlich widersetzen.</div><div><br></div><div>General <span class="fs14lh1-5"><i>Vad </i></span>sprach nicht vom Beten für den Feind. Er war ganz auf seine politische und militärische Erfahrung konzentriert. Das Beten hat in einem säkularen Staat seinen Platz in der Religion, nicht in der Politik. Aber für Christinnen und Christen ist es eine erste und grundlegende Konkretion ihrer Feindesliebe. Denn wer für einen Menschen betet, wird sich, wenn es ihm ernst mit seinem Gebet ist, auch anders ihm gegenüber verhalten als jemand, der nicht für ihn betet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">Die zweite Konkretion der Feindesliebe: Sich in den Feind hineinversetzen</div><div><br></div><div>Jemanden lieben wird im Alten Testament oft mit der Formulierung „ihn erkennen" wiedergegeben. "Adam erkannte sein Weib Eva", heißt es beispielsweise in 1Mo/Gen 4,1. Gemeint ist die sexuelle Vereinigung, die aber immer im Zusammenhang mit der Liebe, mit der <span class="fs14lh1-5"><i>Agape </i></span>zweier Menschen zu verstehen ist.</div><div><br></div><div>Was hat aber die Liebe zweier Menschen mit dem Erkennen zu tun? Erkenntnis war nach der Vorstellung der griechischen Philosophie nur möglich, wenn man einen Gegenstand oder Menschen aus der Distanz heraus beobachtete, sozusagen als neutraler und objektiver Beobachter. Wir verstehen bis heute Erkenntnis in dieser Weise: Ein Mensch steht dem Gegenstand, den er erkennen will, gegenüber, um ihn aus der "objektiven" Distanz heraus wahrzunehmen.</div><div><br></div><div>Die hebräische und dann auch biblische Vorstellung von Erkenntnis ist eine grundlegend andere: Nicht aus der Distanz heraus, sondern aus der Nähe heraus wird Erkenntnis möglich. Ich erkenne einen Gegenstand oder einen Menschen nur, wenn ich eine positive Beziehung zu ihm entwickle, wenn ich mich in ihn einfühle und sein Wesen nachempfinde. Es geht nicht um objektive Distanz, sondern um subjektive Nähe.</div><div><br></div><div>Deshalb gilt: Einen Menschen in der Tiefe seines Wesens zu erkennen, ist nur möglich, wenn man ihm liebevoll begegnet – im Sinne der <span class="fs14lh1-5"><i>Agape</i></span>-Liebe. Nur die <span class="fs14lh1-5"><i>Agape </i></span>erkennt einen Menschen als den, der er in seinem Wesen ist: ein Mensch mit seiner ihm eigenen Vorgeschichte, mit seinen Erfolgen und Kränkungen, mit all seinen förderlichen und verderblichen Beziehungen; ein Täter des Guten und des Bösen und in alldem ein geliebtes Kind Gottes. Wenn ich einen Menschen liebe, nehme ich also auch wahr, wie ein Mensch zu dem geworden ist, der er ist. Und ich nehme wahr, welchen Anteil andere Menschen und auch ich selbst daran habe, dass er so geworden ist, wie er ist.</div><div><br></div><div>Zur Liebe gehört also auch, die Schuld für eine Konfliktsituation nicht ausschließlich beim anderen zu suchen, sondern auch bei mir selbst. Eine gedeihliche Beziehung kann erst dann entstehen, wenn ich meine eigene Schuld an einem Konflikt wahrgenommen und eingestanden habe. Danach kann ich mich dann auch der Schuld des Gegenübers widmen. Durch ein solches Vorgehen wird der Konflikt entschärft.</div><div><br></div><div>Jesus hat genau diese Vorgehensweise empfohlen, als er sagte (Mt 7,3-5):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, den Balken in deinem Auge aber nimmst du nicht wahr? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, in deinem eigenen Auge ist der Balken? Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann magst du zusehen, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.</span></i></span></div><div><br></div><div>Was hat das alles mit dem Ukraine-Krieg zu tun?</div><div><br></div><div>Was in persönlichen Konflikten die Beziehung stabilisiert, wirkt auch im Verhältnis von Staaten zueinander deeskalierend. General <span class="fs14lh1-5"><i>Vad </i></span>hat das offensichtlich erkannt. Er wandte sich gegen die westliche Sprachregelung, die dem russischen Präsidenten quasi das Menschsein abspreche und ihn zum krankhaften Despoten abstemple, mit dem man nicht mehr reden könne.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir machen im Moment sehr viel Kriegsrhetorik – aus guter gesinnungsethischer Absicht. Aber der Weg in die Hölle ist bekanntlich immer mit guten Vorsätzen gepflastert. Wir müssen den laufenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine vom Ende her denken. Wenn wir den Dritten Weltkrieg nicht wollen, müssen wir früher oder später aus dieser militärischen Eskalationslogik raus und Verhandlungen aufnehmen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Natürlich hat die Eskalation mit dem Krieg begonnen, den der russische Präsident zu verantworten hat. Die Frage für uns ist jedoch, wie man klug auf eine solche Eskalation antwortet. Die Eskalation immer weiter nach oben zu treiben, so dass sie in einen Weltkrieg zu münden droht, kann man sicher nicht als klug bezeichnen. Also muss man versuchen, die Situation zu deeskalieren.</div><div><br></div><div>Die Eskalation beginnt bereits mit der Sprache. <span class="fs14lh1-5"><i>Wladimir Puti</i></span><span class="fs14lh1-5"><i>n</i></span> wird von westlicher Seite wahlweise als irrational, unberechenbar, ideologisch verirrt oder krank bezeichnet. Er allein trage die Schuld an diesem Krieg. Diese Summierung erinnert an das personifizierte Böse. Das personifizierte Böse ist aber theologisch der Teufel.</div><div><br></div><div>Dass Menschen dämonisiert werden, ist nichts Neues. Es hilft aber nicht weiter und widerspricht der christlichen Vorstellung vom Menschen. Denn auch der böseste Mensch verliert durch seine Taten nicht sein Menschsein. Er bleibt ein geliebtes Geschöpf Gottes, geschaffen als Mensch und mit der Möglichkeit, von seinem bösen Weg umzukehren.</div><div><br></div><div>Der Teufel aber kann nicht umkehren. Er ist unverbesserlich böse, ein für allemal auf das Böse festgelegt. Mit dem Teufel kann man darum auch nicht verhandeln; ihn kann man nur bekämpfen. Für den Teufel kann man auch nicht beten, weil eine Sinnesänderung für ihn unmöglich ist. Das Beten für den Feind gehört aber zum Gebot der Feindesliebe. Darum darf der Feind nicht dämonisiert werden.</div><div><br></div><div>Es ist bemerkenswert, dass <span class="fs14lh1-5"><i>Vad </i></span>die westliche Kriegsrhetorik einer gesinnungsethischen Haltung zurechnet. Er drückt damit aus, dass die Politik damit einer Gesinnung der Abschreckung folgt, ohne die möglicherweise verheerenden Folgen ihres Handelns ausreichend zu bedenken. Denn Gesinnungsethik nennt man gemeinhin eine Ethik, die eine gute Gesinnung, eine gute Absicht verwirklichen will, ohne sich viele Gedanken darüber zu machen, ob die Mittel und Folgen des eigenen Handelns in einer bösartigen Welt überhaupt zum Ziel führen können. Es kommt sozusagen allein auf die gute Gesinnung und die gute Tat an. Wenn das Gute sich trotzdem nicht einstellt, sind die bösen Mitmenschen Schuld daran.</div><div><br></div><div>Eine solche Ethik wurde meist den Anhängern der Friedensbewegung unterstellt, die sich angeblich über die Unfriedlichkeit von Staatslenkern keine Gedanken machte, sondern nur ihre friedliche Gesinnung durchsetzen wollte. Dem stellte man die Verantwortungsethik gegenüber, die um die Bösartigkeit der Welt weiß und deshalb ihr Handeln so gestaltet, dass der unfriedliche Mitmensch sich nicht durchsetzen kann. Zu diesem Zweck nimmt es die Verantwortungsethik in Kauf, auch etwas zu tun, was eigentlich nicht der guten Gesinnung entspricht, aber in einer bösartigen Welt unerlässlich ist. Die These ist, dass eine verantwortliche Politik zum Beispiel auch bereit sein muss, Gewalt auszuüben, um das gute Ziel zu erreichen.</div><div><br></div><div>General <span class="fs14lh1-5"><i>Vad </i></span>ist offensichtlich der Meinung, die gegenwärtige Rhetorik westlicher Politik folge zwar guten Vorsätzen, bedenke aber nicht, wie durch die vorangetriebene Eskalation ein Weltkrieg vermieden und ein Ende des Krieges erreicht werden könne. Dies aber muss doch das erste Ziel sein, und zwar auch nach Jesu Gebot der Nächsten- und Feindesliebe.</div><div><br></div><div>Zur Entschärfung des Konflikts trägt es auch bei, wenn eigene Fehler eingestanden werden – wie Jesus es in seinem Gleichnis vom Splitter und Balken anschaulich beschrieb. Namhafte US-amerikanische und westliche Politiker haben darauf hingewiesen, dass der Westen in den letzten Jahrzehnten im Verhältnis zu Russland massive Fehler gemacht habe. Beispielhaft seien genannt der amerikanische Diplomat und Historiker <span class="fs14lh1-5"><i>George F. Kennan</i></span> sowie die Deutschen <span class="fs14lh1-5"><i>Wolfgang Ischinger</i></span>, <span class="fs14lh1-5"><i>Horst Teltschik</i></span> und NATO-General a.D. <span class="fs14lh1-5"><i>Harald Kujat</i></span>. Um welche Fehler es dabei geht, ist nicht Thema dieses Beitrags. Es ist aber leicht, sich im Internet selber zu informieren, und die genannten Namen können bei der Suche behilflich sein. Sehr interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Beiträge des ZDF-Magazins <span class="fs14lh1-5"><i><span class="imUl"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=1Jj_JU8nlNU" target="_blank" class="imCssLink">frontal</a></span></i></span> vom 16.02.2022 und der ARD-Sendung <span class="imUl fs14lh1-5"><i><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Ift5vufGzTE" target="_blank" class="imCssLink">Panorama</a></i></span> vom 30.01.2015.</div><div><br></div><div>Gegenwärtig wird auch oft auf die besondere Grausamkeit russischer Kriegsführung in der Ukraine verwiesen. General <span class="fs14lh1-5"><i>Vad </i></span>sagte dazu, der Krieg sei zwar völkerrechtswidrig und furchtbar, aber er stehe doch in einer Reihe mit vergleichbaren Kriegen jüngeren Datums. Die vielen Toten Zivilisten und die Massaker seien nicht außergewöhnlich. Im Irakkrieg von 2003 seien Hunderttausende von Zivilisten getötet worden.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Irak, Syrien, Libyen, Afghanistan - so neu ist das alles nicht. [...] Im Krieg werden Unschuldige getötet. So ist der Krieg. Das ist leider systemimmanent. [Mit dem Irak-Krieg von 2003] verglichen, fällt Putin nicht aus dem Rahmen. Hier muss man die Kirche im Dorf lassen – so erschütternd die Bilder auch sind. [...] So schrecklich [die Zerstörung einer Geburtsklinik] ist, aber das und die Inkaufnahme tausender toter Zivilisten hatten wir im Irak, in Libyen, in Afghanistan genauso.</span></i></span></div><div><br></div><div>Im Vergleich mit dem Irak oder Afghanistan sei die Anzahl getöteter Zivilisten in der Ukraine bisher sogar weitaus geringer, sagte <span class="fs14lh1-5"><i>Vad</i></span>. Diese Feststellung rechtfertigt keinesfalls das Töten von Zivilisten. Aber es setzt ein Fragezeichen hinter die westliche Darstellung, in der Ukraine werde mit besonderer Härte und Brutalität vorgegangen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Vad </i></span>fügt an, dem russischen Präsidenten werde vorgeworfen, dass er die Ukraine und die Krim zur geopolitischen Einflusssphäre Russlands rechne.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Doch für die Amerikaner gilt bis heute die Monroe-Doktrin, die besagt, dass auf dem amerikanischen Kontinent keine Interventionen fremder Mächte geduldet werden. Und die Karibik ist sicherlich auch eine Einflusssphäre, nicht erst seit der Kuba-Krise. Auch wenn man in guter Absicht die Demokratisierung der Welt vorantreiben wolle, gehe es faktisch und machtpolitisch immer auch um das Ausdehnen von Einflusssphären.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das bestätigt ein Wort <span class="fs14lh1-5"><i>Egon Bahrs</i></span>, des Mitbegründers der Entspannungspolitik unter <span class="fs14lh1-5"><i>Willy Brandt</i></span>, aus dem Jahr 2013:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten.</i></span></div><div><br></div><div>Das Interesse der USA ist es, dass keine fremde Macht auf dem amerikanischen Kontinent Fuß fasst. Sie haben deshalb bereits vielfach in die Entwicklung lateinamerikanischer Staaten eingegriffen, wenn diese ihnen unliebsam war. Sie zählen den ganzen Kontinent zu ihrer geopolitischen Einflusssphäre. Dass Russland geopolitische Interessen in Europa hat, wird aber offensichtlich nicht anerkannt.</div><div><br></div><div>Es geht in der Feindesliebe nicht darum, Russlands Angriff auf die Ukraine zu rechtfertigen. Es geht aber darum, den Krieg so schnell wie möglich durch Verhandlungen zu beenden. Solchen Verhandlungen dient es, die letzten 30 Jahre einmal aus der russischen Perspektive in den Blick zu nehmen und erst danach über die russische Politik zu urteilen. Populär geworden ist diese Vorgehensweise bei uns durch ein angebliches Wort der nordamerikanischen Indianer, das in verschiedenen Versionen überliefert wird:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn du nicht 1000 Meilen in den Mokassins des anderen gegangen bist, hast du kein Recht, über ihn zu urteilen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Dasselbe brachte der jüdische <span class="fs14lh1-5"><i>Rabbi Hillel</i></span> so zum Ausdruck (Mischna Awot II,5):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Richte deinen Nächsten nicht, bevor du selbst in seine Lage gekommen bist.</span></i></span></div><div><br></div><div>Was Jesus mit seinem Gebot der Feindesliebe wollte, erscheint mir vor diesem Hintergrund nicht als ein frommer Wunsch oder eine aus der Welt gefallene Anordnung eines religiösen Einzelgängers, sondern als vernünftige Vorgehensweise. Ein gedeihliches Miteinander kann es nur geben, wenn man den eigenen Standpunkt nicht absolut setzt, sondern bereit ist, ihn zu verlassen und die Welt – zumindest versuchsweise – einmal mit den Augen des anderen zu sehen. Anders kommen Menschen nicht zusammen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">Die dritte Konkretion der Feindesliebe: Keine Gegengewalt anwenden</div><div><br></div><div>Wie wird die Gewaltspirale überwunden? Indem einer den Anfang macht und ein Risiko eingeht. Der Anfang besteht darin, Gewalt nicht mit Gegengewalt zu beantworten. Davon zeugen folgende Worte Jesu (Mt 5,38-41):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, dass ihr dem Bösen nicht widerstehen sollt; sondern wer dich auf die rechte Backe schlägt, dem biete auch die andere dar, und dem, der gegen dich den Richter anruft und dir den Rock nehmen will, dem lass auch den Mantel, und wer dich nötigt, eine Meile weit zu gehen, mit dem gehe zwei!</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Risiko besteht darin, dass das eigene Leid sich vergrößert. Wer die andere Backe hinhält, muss damit rechnen, dass der Feind ein zweites Mal zuschlägt.</div><div><br></div><div>Eigentlich würde es ja ausreichen, nicht zurückzuschlagen. Warum also die andere Backe hinhalten? Warum zwei Meilen mitgehen, wenn nur eine gefordert ist? Vielleicht um der Gewalt den Wind aus den Segeln zu nehmen? Um die Logik der Gewalt zu unterlaufen, indem man zeigt, dass man sie zu ertragen bereit ist? Ich weiß es nicht. Beschränken wir uns darauf, nicht zurückzuschlagen.</div><div><br></div><div>Der Verzicht auf Gegengewalt fügt nicht nur dem Feind kein Leid zu, sondern kann unter Umständen auch das eigene Leid reduzieren. Wie der Krieg zeigt, bedeutet Gegengewalt immer unsägliches Leid auf beiden Seiten. Der Verzicht auf Gegengewalt bedeutet freilich nicht, dass man nichts mehr zu erleiden hätte. Unter einer diktatorischen Fremdherrschaft zu leben, bringt auch Leid mit sich. Um das Leiden kommt also der Angegriffene nicht herum.</div><div><br></div><div>Auch wer liebt, kommt um das Leiden nicht herum. Die <span class="fs14lh1-5"><i>Agape</i></span>-Liebe nimmt eigenes Leid in Kauf, um dem Feind kein Leid zuzufügen. Es geht in ihr eben nicht um ein gutes Gefühl oder den Traum eines leidfreien Lebens. Leiden gehört zum Leben dessen, der liebt. Dieser Gedanke ist uns Wohlstandsmenschen fremd geworden. Bei uns gilt es, Leid soweit wie möglich zu vermeiden. Und wenn es schon auftritt, muss es schnellstmöglich abgestellt werden. Die Pille, die den Schmerz nimmt, ist Symbol des erstrebten leidfreien Lebens.</div><div><br></div><div>Wer zum Leiden bereit ist, wer das Risiko auf sich nimmt, wer den ersten Schritt auf den Feind zu tut, ist in der Lage, mit ihm in Verhandlungen einzutreten, ohne dass auf beiden Seiten weiteres Leid geschieht. General <span class="fs14lh1-5"><i>Vad </i></span>sah gute Chancen auf Verhandlungen nach dem Abzug der russischen Truppen aus dem Raum Kiew. Denn Russland hat offenbar seinen Plan eines Regimewechsels in der Ukraine aufgegeben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Deshalb stehen die Chancen für Verhandlungen eigentlich nicht schlecht. Beide Seiten könnten gesichtswahrend da rauskommen. Die Ukrainer haben bewiesen, dass sie ihre Hauptstadt Kiew wirksam verteidigt haben und darüber hinaus einen erfolgreichen Abwehrkampf führen gegen einen überlegenen Gegner. Die Russen wiederum haben einige Landgewinne im Osten und an der Schwarzmeerküste erzielt. Das sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen für Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen und für beide Seiten besser, als sich weiter in den Sumpf eines langen Krieges mit ungewissem Ausgang ziehen zu lassen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ob Russland sich auf Verhandlungen eingelassen und mit ihren Landgewinnen zufrieden gegeben hätte, ist eine offene Frage. Die Ukraine jedenfalls scheint nicht gewillt, Gebiete an Russland abzutreten. Offen ist aber, ob daraus letztlich ein Vorteil für die Ukraine entsteht oder nicht.</div><div><br></div><div>Denn die Militärexpertin <span class="fs14lh1-5"><i>Florence Gaub</i></span> <span class="fs14lh1-5">gab bei </span><span class="imUl fs14lh1-5"><i><a href="https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-12-april-2022-100.html" target="_blank" class="imCssLink">Markus Lanz</a></i></span><span class="fs14lh1-5"> am 12.04.22 zu bedenken (ab Min. 55:50), dass einer Untersuchung zufolge Verhandlungslösungen nach einem jahrelangen Krieg fast unverändert gegenüber Lösungen sind, die man schon zu Beginn des Krieges hätte haben können, die also schon in der allerersten Verhandlungsrunde als Angebot auf dem Tisch lagen. Als Beispiel führt sie den libanesischen Bürgerkrieg an, der 15 Jahre dauerte. Am Ende gab es das Ergebnis, das man schon am Anfang hätte haben können. Auch das verdeutlicht die Absurdität von Kriegen.</span><br></div><div><br></div><div>Die Politik hat sich entschlossen, nicht in Verhandlungen einzutreten, sondern schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Damit ist der Weg zu Verhandlungen wohl vorerst versperrt. General <span class="fs14lh1-5"><i>Vad </i></span>warnt vor der Lieferung schwerer Waffen, weil sie potentiell ein "Weg in den Dritten Weltkrieg" seien.</div><div><br></div><div>Die Gefahr ist real. Ein Weltkrieg wird offensichtlich auch vom Westen in Kauf genommen. Keiner will ihn, und doch kann er "passieren". So war es schon immer. So taumelt man Schritt für Schritt in den Abgrund.</div><div><br></div><div>Vielleicht wusste Jesus um den Abgrund, in den jene stürzen, die nicht aus der Gewaltspirale aussteigen. Vielleicht wusste er darum, dass sich das Leid durch Gegengewalt nicht verringert, sondern potenziert – auch auf Seiten dessen, der Gegengewalt anwendet (Mt 26,52f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen. Oder meinst du, dass ich nicht meinen Vater bitten könnte, und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel zur Seite stellen?</span></i></span></div><div><br></div><div>Das sagte Jesus seinem Jünger, der dem Knecht des Hohenpriesters bei seiner Gefangennahme ein Ohr abhieb. Die Gewalt fällt demnach auf den, der sie anwendet, zurück. Jesus geht stattdessen bewusst den Weg des Leids, obwohl er die Möglichkeit gehabt hätte, sich ihm durch Gegengewalt zu entziehen.</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imHeading2">Von Pazifismus, Angst und Erdverbundenheit</div></div><div><br></div><div>Es mag widersprüchlich erscheinen, wenn ich nach alldem sage, dass ich <span class="fs14lh1-5">die gewaltsame Abwehr eines Angriffs in extremen Ausnahmefällen und</span><span class="fs14lh1-5"> unter sehr strengen Bedingungen für ethisch vertretbar halte. Im Alten Testament wird von Kriegen berichtet, in denen Gott selbst als Feldherr auftritt. Das macht den Krieg nicht besser, aber es macht deutlich, dass wir in einer unerlösten Welt manchmal nur die Wahl zwischen Schuld und Schuld haben.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Strukturen einer gewalt</span><span class="fs14lh1-5"><b>freien</b></span><span class="fs14lh1-5"> Verteidigung wurden leider nicht aufgebaut. Ihnen würde ich den Vorzug geben. Weil diese aber zur Zeit nicht bestehen, halte ich Gewalt zum Beispiel für unumgänglich gegen ein Gebilde wie den sogenannten </span><i class="fs14lh1-5">IS </i><span class="fs14lh1-5">(Islamischen Staat) oder gegen ein Regime wie den Hitler-Staat. Gegen den Anspruch, die totalitäre Weltherrschaft zu erringen oder einen Völkermord zu inszenieren, muss man mitunter mit Gewalt angehen und Schuld auf sich laden. Eine solche Situation sehe ich aber im konkreten Ukraine-Konflikt nicht.</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Hingegen macht es mir Angst, wenn ich höre, wie leichtfertig heute von einem Weltkrieg gesprochen wird. Der gehört für manche</span> offensichtlich schon zum politischen Kalkül – auch wenn ihn keiner will. Wissen diejenigen eigentlich, wovon sie reden, wenn sie das Wort "Weltkrieg" in den Mund nehmen? Manche tun so, als bestehe die Gefahr gar nicht – vor allem dann nicht, wenn wir noch mehr und noch schwerere Waffen an die Ukraine liefern. Dann werde der Aggressor sich schon geschlagen geben. Mir erscheint das weltfremd.</div><div><br></div><div>Gestern Abend lief auf <span class="fs14lh1-5"><i>phoenix </i></span>eine Sendung <span class="fs14lh1-5">mit dem Untertitel "Deutschland und der Atomkrieg". Der Titel der Sendung lautete: "Der große Knall". Also so etwas wie der "Urknall", </span><span class="fs14lh1-5"><i>the big bang</i></span><span class="fs14lh1-5">, mit dem die Entwicklung hin zum Leben auf unserem Planeten </span><span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">begann. Ist das eine groteske Verniedlichung oder eine bewusste Volksverdummung?</span></div><div><br></div><div>Ich glaube übrigens, dass auch die "Hardliner" Angst <span class="fs14lh1-5">haben</span><span class="fs14lh1-5">. Sie kompensieren ihre Angst aber damit, dass sie militärische Stärke zeigen. Nur Gegengewalt </span><span class="fs14lh1-5">und die Lieferung von immer mehr Waffen</span><span class="fs14lh1-5"> könne vor Schlimmerem bewahren, betonen sie. Ich würde mich freuen, wenn sie recht behalten würden. Allein, mir fehlt der Glaube ...</span></div><div><br></div><div>Ich jedenfalls kann Jesu Gebot nicht ausklammern. Gerade angesichts des Grauens nicht, das der Krieg jetzt schon bringt. Und schon gar nicht angesichts des Grauens, von dem man spricht, wenn man leichtfertig das Wort "Weltkrieg" in den Mund nimmt – als gehöre er zu einer denkbaren und diskutierbaren Möglichkeit.</div><div><br></div><div>Ist es der Verlust einiger ukrainischer Gebiete wert, einen Weltkrieg zu führen? Muss man nicht rechtzeitig, bevor es zu spät ist, auf die Bremse treten? Wenn Jesus um die Gefahren einer Gewaltspirale wusste (Kriege und Intrigen gab es um seine Lebenszeit herum genug im Römischen Reich), dann wollte er uns den guten Rat geben, sie tunlichst zu vermeiden. Insofern ist sein Gebot höchst rational.</div><div><br></div><div>Ich habe Jesu Gebot der Feindesliebe neben die Äußerungen des Generals <span class="fs14lh1-5"><i>Vad </i></span>gestellt, weil diese Nebeneinanderstellung zeigt, dass Jesu Ethik keineswegs realitätsfern ist, sondern (unter anderem) von politischer Rationalität gekennzeichnet ist. Andere Generäle mögen die Lage anders beurteilen. Aber dass eine politische und militärische Beurteilung wie die von <span class="fs14lh1-5"><i>Vad</i></span> nicht einfach abwegig ist, zeigt doch, dass Jesus nicht ins Blaue hinein <span class="fs14lh1-5">fromme Luftschlösser baute</span><span class="fs14lh1-5">. Sein Gebot war zutiefst erdverbunden.</span><br></div><div><br></div><div>Brigadegeneral a.D. <span class="fs14lh1-5"><i>Erich Vad</i></span> ist übrigens nicht irgendein General. Er ist CDU-Mitglied und war langjähriger militärischer Berater von Bundeskanzlerin <span class="fs14lh1-5"><i>Angela Merkel</i></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 01 May 2022 08:08:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |32]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000014C"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Guter Gott,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>voll innerer Unruhe hören und sehen wir die Nachrichten.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wir wünschen den Frieden für die Ukraine</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>und die anderen Konfliktregionen der Erde.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wir sind bedrückt, weil unsere Macht so klein ist,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>und fragen: Was können wir schon tun?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Richte du uns auf, dass wir nicht verzagen.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Stärke uns, Gott, auf unserem Weg für den Frieden.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lass uns und die Mächtigen das Richtige sagen und tun.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wandle unsere Ohnmacht in liebende Zuwendung und die richtigen Worte.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Entfalte in uns deinen Geist der Liebe und der Versöhnung,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>damit wir Werkzeuge deines Friedens sind.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Amen.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die Gewalt schaukelt sich hoch, und in uns wachsen Sorge und Angst. Ohnmächtig und verzagt stehen wir vor den Ereignissen, wissen nicht, was morgen geschieht.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir bedürfen der Stärkung und der Hoffnung. Wir wenden uns an den Gott, der Kriegen ein Ende machen kann (Ps 46,9). Möge er uns Kraft und Hoffnung geben und vor dem Hass bewahren. In den Herrschenden aber möge er den Geist der Liebe und Versöhnung wecken, damit sie Werkzeuge des Friedens seien.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Friedensgebet. Hg. vom Gottesdienstinstitut der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. S. 15. Der Text wurde leicht verändert und auf den Ukraine-Krieg hin aktualisiert.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 29 Apr 2022 14:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |31]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000014B"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Es mögen die Berge weichen und die Hügel wanken,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>aber meine Gnade wird nicht von dir weichen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>und der Bund meines Friedens wird nicht wanken,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>spricht der Herr, dein Erbarmer.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Jesaja 54,10</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die Welt ist ins Wanken geraten. Was festen Bestand hatte, fällt dahin. Was wir für sicher hielten, geht verloren. Die Zukunft entgleitet uns.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Ohnmächtig und verängstigt stehen wir vor dem Chaos des Krieges und vor seinen Drohungen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Eins aber geht nicht verloren und fällt nicht dahin: das Erbarmen Gottes, der Bund seines Friedens, seine liebevolle Zuwendung zu uns. In allem Leid und allen Bedrohungen ist einer, der nicht von unserer Seite weicht.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Weder das Sichtbare noch das scheinbar Sichere gibt uns Halt. Halt bietet allein das Vertrauen darauf, dass Gottes Friede, der höher ist als unser Denken und Fühlen, trotz aller Machtlosigkeit und Angst Bestand hat.</span></div><div><br></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 27 Apr 2022 09:33:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Tür zum Leben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000014A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Tür zum Leben</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/04/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Jesus war immer in besonderem Maße da für die Geschlagenen und Geschundenen, die Schwachen und Verkrüppfelten, die Entwürdigten und Entrechteten, die Armen und Elenden.</div><div><br></div><div>Am Kreuz war er dann selber einer von ihnen. „Jesus von Nazareth, der König der Juden" lautete die Inschrift am Kreuz. Ein König anderer Art – nicht unterdrückend, sondern mitleidend.</div><div><br></div><div>Er litt und starb am Kreuz. Aber dann geschah das Unfassbare: Der Fels, der seine Grabhöhle verschloss, war beiseite gerollt. Das für immer verschlossene Grab stand offen. Der Leichnam, Zeichen des unabänderlichen Todes, war verschwunden. Und der tot Geglaubte erschien seinen Jüngerinnen und Jüngern.</div><div><br></div><div>Was war geschehen? Der Tod konnte ihn, den König anderer Art, nicht für sich behalten, musste ihn hergeben. Leid und Tod hatten ihre scheinbar ewige Macht verloren. Der Gott des Lebens hatte erwiesen, dass <span class="fs14lh1-5"><b>Er</b></span> die ewige Macht besitzt.</div><div><br></div><div>Das ist die Hoffnung für die Geschundenen und Entwürdigten, für die Leidenden und Sterbenden in der Ukraine und aller Welt: Der Gott des Lebens leidet auch heute mit ihnen. Aber er leidet nicht nur mit ihnen – er hat auch die ewige, die letzte Macht über sie. Und er will ihr Leben.</div><div><br></div><div>Die Tür zum Leben steht allen Menschen offen. Sie müssen nur hindurchgehen ...</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010606_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 25 Apr 2022 13:37:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |30]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000149"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Der Zukunft zu gedenken im Sinne des Gebotes Christi heißt sich einer Tat Gottes zu unterwerfen. In der alten Sprache heißt das „den Weg des Herrn bereiten" [Jes 40,3; Mt 3,3; Joh 1,23]. Nicht im Wege stehen. Nicht hoffen auf und nichts investieren in eine Zukunft, die von dieser Welt ausgeheckt wurde. Nachdem diese sogenannte Zukunft – sofern sich die Welt überhaupt eine Zukunft gönnt – einfach die Erweiterung des dunklen Füllhorns der Greuel ist, die allen Ernstes geplant und eingerichtet werden – immer schlimmere Waffen, eine immer ärger missbrauchte Erde: ein tödliches Wüten!</i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Manchmal können wir nur dastehen und uns auf Ihn verlassen. [...] Manchmal schreien wir: Wer kann in einer solchen Welt Frieden machen? Wir schreien: Wenn doch nur die Friedensstifter in Scharen aufstehen würden, wenn doch nur das Beste in uns, unsere besten Instinkte, unsere meist verleugnete Liebe sich erheben würde, wenn Scharen des Friedens statt der Soldaten von den Panzersperren sprängen!</i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Aber das sind bloß Träume, Ereignisse, die jenseits unserer Macht liegen. [...] Die Wahrheit in unserer bösen Lage ist eine andere: Ohne Gottes Eingreifen bleiben wir, wo wir sind – festgefahren. [...] Wir haben nämlich etwas vergessen – es ist peinlich und äußerst verwirrend, sich das einzugestehen –, was eine echte Vision fordert: das Reich Gottes, das Reich des Friedens ist das Reich des Gekreuzigten.</i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Auf dieses Reich laufen nur wenige zu. Ja, seufzend und mit halbem Herzen gehen einige darauf zu.</i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Daniel Berrigan</i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Es gibt eine Zukunft. Nicht die Zukunft, die von dieser Welt ausgeheckt wurde. Nicht die immer schlimmeren, immer schwereren Waffen. Kein tödliches Wüten. Nicht die Erweiterung des Vergangenen, sondern etwas grundlegend Neues.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir können diese Zukunft nicht schaffen. Aber wir können uns auf Gott verlassen – auf Sein Eingreifen mitten im tödlichen Wüten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Diesem Eingreifen Gottes können wir uns unterwerfen, indem wir Ihm nicht im Wege stehen. </span><span class="fs14lh1-5 cf2">Dazu mag auch das Leiden gehören. Denn der Weg führt durch das Reich des Gekreuzigten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Vielleicht nur seufzend, nur mit halbem Herzen gehen wir diesen Weg. Aber mit der Vision echter Zukunft im Herzen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: Daniel Berrigan: Zehn Gebote für den langen Marsch zum Frieden. Kreuz-Verlag, Stuttgart 1983. S. 104.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 22 Apr 2022 14:46:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--30</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |29]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000148"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Du darfst nicht denken, dass dir der Friede nachlaufen wird; im Gegenteil: Zorn, Unfriede und Rache (werden dir nachlaufen), so dass du Böses mit Bösem zu vergelten bewegt wirst. Aber kehre dies Blatt um: suche du selbst Frieden; leide und tue, was du kannst. Du musst dir selbst wehe tun, musst ihm folgen und nachlaufen.</i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Martin Luther</i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Der Friede kommt nicht automatisch zu uns. Er will von uns getan werden. "Selig sind die Friedenstäter ..." (Mt 5,9).</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Frieden tun heißt: Gewalt nicht mit Gewalt vergelten, sondern leiden und alles für den Frieden tun, was wir können.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Mögen die Mächtigen lernen, auf Vergeltung zu verzichten, stattdessen Nachteile in Kauf zu nehmen und so den Frieden zu tun.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Friedrich Schorlemmer (Hg.): Was protestantisch ist. Große Texte aus 500 Jahren. Herder Verlag Freiburg u.a. 2010. S. 254. Dort zitiert nach: Luther Deutsch. Die Werke Martin Luthers in neuer Auswahl für die Gegenwart. Ergänzungsband III. Luther-Lexikon. Hg. von Kurt Aland. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1956.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 20 Apr 2022 20:25:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--29</link>
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		</item>
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			<title><![CDATA[Den Kreislauf des Todes durchbrechen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000147"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Den Kreislauf des Todes durchbrechen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/04/2022</span></div><div><br></div><div>Ich mag es nicht mehr sehen und nicht mehr hören: Die Bilder und Berichte aus dem Krieg, von Opfern und Zerstörungen, von den Lügen und Scheinrechtfertigungen. Weil im Krieg, bevor auch nur ein Mensch getötet wurde, die Wahrheit stirbt, glaube ich fast niemandem mehr. Putin sowieso nicht, aber auch Selenskyj nicht und all denen nicht, die uns im Fernsehen täglich <span class="fs14lh1-5"><b>ihre </b></span>Wahrheit präsentieren. Das ist die Folge des Krieges: ein grenzenloses Misstrauen.</div><div><br></div><div>Auch jene mag ich nicht mehr sehen und hören, die jetzt Waffen, mehr Waffen, schwerere Waffen fordern oder gar ein Eingreifen der NATO in den Krieg. Wissen sie, was sie damit sagen? Wollen sie uns auf den Weltkrieg vorbereiten, der in ihren Köpfen schon stattfindet? Die Stellungnahmen sind emotionalisiert, der Gegner wird dämonisiert, die dünnen Gesprächsfäden sind durchtrennt. Jede Phantasie, jeder gute Wille scheint verloren gegangen, und was bleibt, ist nur die Waffengewalt. Mit einem Dämon kann man nicht verhandeln; ihn kann man nur mit Gewalt austreiben.</div><div><br></div><div>Was sagen die Kirchen dazu? Es gibt keine einheitlichen Stellungnahmen. Nicht einmal die Christenheit weiß einen Weg. Alle schwimmen im Meer der Ratlosigkeit, über dem Abgrund der Gewalt, der höher ist als alle Vernunft. Man schwafelt vom Frieden, für den man ist. Das kann man sich sparen, denn für den sind alle. Die christliche Friedensethik müsse neu überdacht werden. Ach so, dann war sie also nicht für den konkreten Kriegsfall gedacht, sondern nur für schöne Reden. Dass Jesus auch etwas zum Thema zu sagen hatte – Fehlanzeige.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Daniel Berrigan</i></span> (1921-2016) war ein US-amerikanischer Jesuit, Autor und Friedensaktivist. Von ihm las ich über Ostern folgende Zeilen, die mich beeindruckt haben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zeichen der Zeit.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Welt ist der Zeichen der Zeit unkundig, unkundig sogar der Zeichen, die sie selbst herstellt. Sie erkennt eine Lüge nicht als Lüge, noch viel weniger eine Wahrheit als Wahrheit.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie ist kundig nur in der Erfindung endloser Klischees und Stereotypen, die überhaupt keine Zeichen sind, sondern Sackgassen, eine Geschichte der Täuschung und des Todes, das mechanische Geplapper toter Seelen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Atomare Zeichen?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie werden vorgeführt als Wunderwerke, als große Errungenschaften, inspirieren Ehrfurcht, steigern die Furcht, lähmen den Willen, Hilflosigkeit. Auflösung des Gewissens, Trivialisierung des Lebens. Ein Lebensstil, vom Tode versehrt.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hinzu kommt: Bedrohung des Lebens, Willkür, gewalttätiger Übergriff, Gemeinschaften, die wie trockene Hölzer brechen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und doch ist dies nicht alles. Die Macht Jesu vertreibt das gespenstige Wesen.</span></i></span></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs11lh1-5 cf1">(Quelle: Daniel Berrigan: Zehn Gebote für den langen Marsch zum Frieden. Kreuz-Verlag, Stuttgart 1983. S. 79f)</span></i><br></div><div><br></div><div>Ist das übertrieben? Mir scheint, es gilt heute genauso wie 1981, als <span class="fs14lh1-5"><i>Berrigan </i></span>es schrieb.</div><div><br></div><div>Was sind die Zeichen der Zeit? Gewalt, Gegengewalt, Gegengewalt der Gegengewalt. Waffen, mehr Waffen, schwere Waffen, atomare Waffen. Lügen auf der einen Seite, Wahrheit auf der anderen. Hört man die Kommentare, so scheinen das die einzigen Zeichen der Zeit zu sein. Und Gott sei Dank: Wir sind auf der Seite der Wahrheit.</div><div><br></div><div>Aber was ist Wahrheit? Die Frage ist nicht trivial. Nur wer die Wahrheit kennt, kann die Lüge als Lüge identifizieren. Aber kennen wir die Wahrheit? Sind wir ihrer sicher? Gibt es keinen Zweifel mehr? Haben Jesu Worte jede Anstößigkeit verloren, weil jetzt Krieg ist? Ist der Krieg die Wahrheit, die unser Denken bestimmt?</div><div><br></div><div>Wo ist die Phantasie des Friedens? Stattdessen Erfindung endloser Klischees, Sackgassen, Täuschungen und Selbsttäuschungen, "das mechanische Geplapper toter Seelen". Das ist nicht meine Sprache, ich finde es überheblich und verletzend, aber es trifft etwas Wahres: Sind die Seelen nicht schon erstorben, an der Gewalt erstickt, wenn sie nur noch das nachplappern können, was andere vorplappern von Waffengewalt, jetzt sofort, ohne Zögern, ohne Ladehemmung, ohne weitere Diskussion, weil es jetzt nichts anderes gebe als eben die Gegengewalt? Auch wir Christen sind ratlos, schwimmen im schwammigen Schwafeln vom Frieden, der niemals konkret wird.</div><div><br></div><div>Wie tot sind wir eigentlich, wenn uns nichts anderes mehr einfällt als Gegengewalt? Nein, Atomwaffen sind schrecklich, furchtbar, <span class="fs14lh1-5"><i>aber </i></span>... – Also doch große Errungenschaften, der einzige Rettungsanker? Nein, niemand will den Atomkrieg, <span class="fs14lh1-5"><i>aber </i></span>... aber irgendwie müssen wir ihn in Kauf nehmen, das Risiko eingehen, denn ohne Wehrhaftigkeit gibt es keinen Frieden. Was ist das? "Auflösung des Gewissens"? "Trivialisierung des Lebens"? Auf mich wirkt es tatsächlich wie "ein Lebensstil, vom Tode versehrt".</div><div><br></div><div>Warum ist da keiner, der nach Jesu Macht schreit? Nach der Macht dessen, der lieber ins Leid ging als Leid zuzufügen! Der sein Kreuz auf sich nahm und verlangte, dass wir unseres auf uns nehmen. Der gegen das sich überschlagende Reden derer, die angeblich die Wahrheit sagen, sein "Ich aber sage euch" setzte. Warum gibt es heute keinen, der ruft: "Ich aber sage euch"? Ist nichts übrig geblieben von jenem Jesus, von seiner Anstößigkeit? Hat sich seine Botschaft aufgelöst in einen allgemeinen Mainstream, ein eindimensionales, alle Gegenstimmen übertönendes Schreien schon erstorbener Seelen?</div><div><br></div><div>Wenn Ostern nicht nur ein frommer Gedanke der Selbstberuhigung ist, sondern uns etwas zu sagen hat in unserer konkreten Situation, dann ist es die Ermutigung zum Andersdenken, zum Widerspruch. Dann erweckt es dazu, selber zu denken, Phantasie zu entwickeln, den Sackgassen zu entfliehen, sich über die Klischees und Stereotypen hinwegzusetzen in den Raum Jesu, den Raum der Feindesliebe.</div><div><br></div><div>Was für ein Wort: Feindesliebe! Unbrauchbar? Überholt? Gut gemeint, aber leider nicht realistisch? Ein Wort für Idealisten, aber nicht für die Welt, wie sie nun mal ist? Dann wäre Jesus ein Phantast gewesen, ein Scharlatan, der uns an der Nase herumführt und mit Worten abspeist, die im wahren Leben auch nicht weiterhelfen. Wenn wir so denken, was unterscheidet uns dann noch von Atheisten?</div><div><br></div><div>Also bitte die Feindesliebe einmal ernst nehmen. Innehalten mit dem vielen Reden und Schreien und Jesu Worte bedenken. Sich ihnen stellen, ihre Anstößigkeit an uns heranlassen und spüren. Sich den Zweifeln stellen, in die sie uns stürzen. Sich dem allgemeinen Mainstream entziehen. Versuchen, den Sinn jener Worte von der Feindesliebe zu ergründen und dem nachspüren, was sie uns sagen wollen. Wenigstens den ernsthaften Versuch machen, auch wenn er scheitern sollte. Der Versuch, den Versuch zu unterlassen, ist strafbar – würde ein Jurist sagen. Strafbar im biblischen Sinn würde bedeuten, dass die Strafe in den Folgen des unterlassenen Versuches selber liegt.</div><div><br></div><div>Die Probleme sind damit nicht erledigt, die Fragen nicht auf einen Schlag beantwortet. Aber das Denken bekommt eine neue Richtung, eine österliche Perspektive. Das Leben tritt in den Vordergrund. Das Leben auch im Angesicht des Todes. Das Leben des Feindes und das eigene Leben.</div><div><br></div><div>Die Macht Jesu ist die Macht des Lebens. Diese Macht ist stärker als der Tod, stärker auch als alle Todesgedanken. Machen wir uns auf den Weg des Lebens! Fangen wir an, mit Jesus zu denken und ihm zu folgen!</div><div><br></div><div>Anders werden wir den Bildern und Berichten des Todes nicht entkommen, und anders werden die Ukrainer dem Tod nicht entkommen. In Zeiten des Krieges müssen die Zeichen der Zeit Anstrengungen für das Leben sein: aufeinander zu gehen, den ersten Schritt tun, miteinander reden, bereit sein zum Risiko, eigene Machtinteressen zurückstellen, eigene Forderungen aufgeben um des Lebens derer willen, die sonst dem Tode geweiht sind.</div><div><br></div><div>Wir müssen den Kreislauf des Todes durchbrechen. Jesu Gebot der Feindesliebe scheint mir die einzige Möglichkeit dazu zu sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 19 Apr 2022 15:06:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das letzte Wort]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000146"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das letzte Wort</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 15/04/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Einer beginnt zu schreiben. Es ist eine Zeit des Krieges und der Grausamkeiten. Menschen werden massakriert, Tausende sterben. Eine Stadt wird belagert, Einwohner verhungern. Die Eingeschlossenen führen einen Befreiungskrieg für ihr Land, für ihre politische, wirtschaftliche und religiöse Freiheit. Schon lange währt der Hass auf den Angreifer, bis er sich im gewaltsamen Aufstand entlädt. Aber auch innerhalb der Aufständischen ist man sich nicht einig und bekämpft sich oft gegenseitig.</div><div><br></div><div>In dieser Situation also beginnt einer zu schreiben – aus dem Exil. Er nennt seine Schrift <span class="fs14lh1-5"><i>Gute Nachricht</i></span>, griechisch <span class="fs14lh1-5"><i>Evangelium</i></span>. Der Titel sollte Geschichte machen. <span class="fs14lh1-5">Seinen eigenen Namen nennt der Verfasser nicht. Wir nennen ihn </span><span class="fs14lh1-5"><i>Markus</i></span><span class="fs14lh1-5">. Markus schreibt um das Jahr 70 n.Chr., mitten im jüdischen Aufstand gegen die römischen Besatzer. Der Aufstand währte 7 bis 8 Jahre. Dann wurde Jerusalem von den Römern gestürmt, die Aufständischen hingemetzelt oder versklavt, die Stadt systematisch zerstört und Feuer an den Tempel gelegt. Nach tagelangem Brand war nicht mehr viel von ihm übrig.</span></div><div><br></div><div>Was kann in solch einer Situation eine gute Nachricht sein? <span class="fs14lh1-5">Markus nennt gleich zu Beginn seiner Schrift einen Namen. Das ist der Name, auf den es ihm ankam. Denn von ihm handelt seine gute Nachricht: von </span><span class="fs14lh1-5"><i>Jesus Christus</i></span><span class="fs14lh1-5">.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Geschichte, die Markus erzählt, beginnt mit dessen Taufe im </span><span class="fs14lh1-5"><i>Jordan </i></span><span class="fs14lh1-5">und endet mit dessen leerem Grab. Die Frauen, die das Grab leer vorfinden, fliehen mit Zittern und Entsetzen vor ihrer Entdeckung (Mk 16,8). Was dann noch folgt, so sagt die theologische Forschung, ist nachträglich hinzugefügt worden: die Erscheinungen des Auferstandenen vor Jüngerinnen und Jüngern, seine Himmelfahrt und der Beginn der Mission.</span><br></div><div><br></div><div>Zwischen Taufe und leerem Grab erzählt Markus <span class="fs14lh1-5">– mitten im Krieg! – </span><span class="fs14lh1-5">die Geschichte des bedingungslos und konsequent liebenden Jesus Christus. Er liebte so sehr, dass er sich um seiner Liebe willen hinrichten ließ. Das ist die gute Nachricht, die frohe Botschaft, das Evangelium, das Markus dem Krieg entgegensetzt.</span><br></div><div><br></div><div>Krieg ist grausam – und war es schon immer. Was Markus der Grausamkeit entgegensetzt, ist nicht die Gegengewalt, sondern die Liebe. Auch damit hat die Grausamkeit kein Ende: Der Liebende wird selbst zu ihrem Opfer. Aber er setzt ein Zeichen: Er stirbt nicht, weil er zum Schwert gegriffen hat, sondern weil er es nicht tat. Er stirbt, weil er für die Verlorenen da war.</div><div><br></div><div>Und dann geschieht das Unglaubliche und versetzt die Frauen in Angst und Schrecken. Der Hingerichtete, der Gekreuzigte bleibt nicht im Tod. Das gab es noch nie! Das hat noch niemand erlebt! Da bleiben nur Zittern und Entsetzen.</div><div><br></div><div>Warum beendet Markus seine Schrift so? Vielleicht weil er weiß, wie diese Botschaft auf uns wirkt: Das kann nicht sein! Das widerspricht aller Erfahrung! Entweder ich lehne das ab &nbsp;– oder das blanke Entsetzen packt mich. Das Entsetzen darüber, dass da etwas Unerklärliches passiert, dass da eine Macht ist, die mir unendlich überlegen ist. So überlegen, dass aus einem Toten ein Lebender wird. Das schafft kein Mensch. Das schafft nur ein Gott, der sich in mein Leben einmischt – und der mich vollkommen in der Hand hat.</div><div><br></div><div>Der mich da vollkommen in der Hand hat, ist der Gott der Liebe. So beschreibt ihn Markus. Der Gott der Liebe, der über dein Leben bestimmt, ist die gute Nachricht in Zeiten des Krieges. In Zeiten des Mordes und der Zerstörung, Zeiten von Grausamkeit, Tod und Angst.</div><div><br></div><div>Weil der Gott der Liebe über unser Leben bestimmt, sprechen Grausamkeit, Angst und Zerstörung nicht das letzte Wort. Und auch der Tod nicht. Verheißen ist ein Tag des Lebens, ein Tag der Auferstehung der Toten. Und Jesus sagte: „Wer mir vertraut, wird leben, auch wenn er stirbt." Das gilt bis heute.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 15 Apr 2022 10:57:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |28]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000145"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lob Gottes</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Als Jiri Izrael</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>einer der Stillen im Getümmel der Welt</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>vor Ostern im Jahre fünfzehnhunderteinundfünfzig</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>bei Torun über die gefrorene Weichsel ging</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>begann vor seinen Füßen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>plötzlich das Eis zu brechen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Und Jiri Izrael sprang</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>von Scholle zu Scholle</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>und sang dabei den Psalm</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lobet im Himmel den Herrn</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>lobet ihn in der Höhe</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>lobet ihn all sein Heer</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Von Scholle zu Scholle</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lobet ihn Sonne und Mond</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>lobet ihn alle leuchtenden Sterne</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Von Scholle zu Scholle</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lobet ihn ihr Himmel aller Himmel</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>und ihr Wasser über dem Himmel</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Von Scholle zu Scholle</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lobet den Namen des Herrn alle Dinge</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>denn er gebot da wurden sie geschaffen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Von Scholle zu Scholle</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lobet den Herrn auf Erden</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>ihr großen Fische und alle Tiefen des Meeres</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Von Scholle zu Scholle</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lobet den Namen des Herrn</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>denn sein Name allein ist hoch</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>seine Herrlichkeit reicht</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>so weit der Himmel ist</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Und so gelangte Jiri Izrael</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>aus der Strömung des Flusses</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>glücklich ans Ufer.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Verfasser unbekannt</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Von Scholle zu Scholle, von wankendem Grund zu wankendem Grund, immer dem Untergang nah – so mögen sich heute viele in der Ukraine fühlen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Jiri Izrael springt von Scholle zu Scholle, singend sich Mut machend: <span class="fs14lh1-5"><i>Lobet, wo nichts zu loben ist ...</i></span></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">So lobt er den H<span class="fs12lh1-5">ERRN</span> auf Erden, lobt und springt, das Wasser vor Augen, lobt und springt und lobt den, dessen Herrlichkeit weiter reicht, als unsere Abgründe sind.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">So erreicht er, den Namen des H<span class="fs12lh1-5">ERRN</span> auf den Lippen, springend das rettende Ufer.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir können nur springend, ohne festen Grund, loben und errettet werden.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: Axel Kühner: Hoffen wir das Beste. Aussaat-Verlag Neukirchen-Vluyn.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 15 Apr 2022 10:49:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--28</link>
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			<title><![CDATA[Für uns gestorben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000144"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Für uns gestorben</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/04/2022</span></div><div><br></div><div>Wenn du dich fragst, warum denn Jesus für dich am Kreuz sterben musste, damit dir deine Sünden vergeben sind, dann denke doch einfach an seine übergroße Liebe zu uns Menschen, und der Sinn seines Todes wird dir bald aufgehen.</div><div><br></div><div>Du weißt, dass Jesus sich zu Lebzeiten immer wieder denen zugewandt hat, die als besonders sündig galten. Von den Frommen wurde er deswegen angefeindet. Sie meinten, nur die Gläubigen, die sich an die Gebote hielten, seien der Liebe Gottes wert. Deshalb fanden sie es unmöglich, dass Jesus die Sünderinnen und Sünder annahm.</div><div><br></div><div>Jesus hat aber an seiner Liebe zu den Sünderinnen und Sündern festgehalten und die Anfeindungen dafür in Kauf genommen. Er hat es auch in Kauf genommen, dafür verfolgt, verurteilt und hingerichtet zu werden. Ja, er hat sogar seine Verfolger geliebt. Denn er hat sie nicht dem Tod preisgegeben, obwohl er das mit Gottes Hilfe hätte tun können. Er hat im Gegenteil auf jegliche Gewalt gegen sie verzichtet und sie leben lassen (Mt 26,52f). Noch am Kreuz rief er nach Lk 23,34: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!"</div><div><br></div><div>Der Preis, den Jesus für seine Liebe zahlte, war: Seine Verfolger konnten ihren Plan vollenden und Jesus hinrichten. Darin also liegt der Sinn seines Todes: Weil er alle Menschen so sehr liebte, dass er ihnen ihre Sünde vergab und sie trotz des Bösen, das sie taten, leben ließ, musste er selbst den Preis zahlen, von seinen Verfolgern gekreuzigt zu werden.</div><div><br></div><div>Nun fragst du aber weiter: Was hat denn das alles mit <span class="fs14lh1-5"><b>meiner</b></span> Sünde zu tun? Ich habe doch Jesus weder verfolgt noch gekreuzigt!</div><div><br></div><div>Nun, du hast nicht seinen Leib verfolgt und gekreuzigt, aber du hast ihn doch wohl auch mit Worten und Taten ignoriert, verleugnet, seine Liebe verschmäht und ihn nicht ernst genommen. Durch all das aber hast du ihn mundtot gemacht, aus deinem Leben gedrängt und geistlich getötet.</div><div><br></div><div>Wir alle tun im Grunde nichts anderes: Wir sehen uns nicht als Sünderinnen und Sünder, sondern als Gläubige – solche, die zwar sündig sind, aber seine Liebe letztlich doch verdient haben. Wir wollen uns mit unserer Frömmigkeit seine Zuwendung verdienen. So sind wir nicht besser als jene Frommen, die ihn zu Lebzeiten verfolgten und töteten.</div><div><br></div><div>Jesus leidet auch heute noch unter unserer Ablehnung. Und was tut er? Er lässt es geschehen. Er vergibt uns unsere Sünde, indem er uns leben lässt.</div><div><br></div><div>Jesus leidet und "stirbt" auch heute für dich, weil er deinem Treiben kein Ende macht, sondern aus lauter Liebe dich gewähren lässt – um den Preis, selber zu leiden und geistlich zu sterben.</div><div><br></div><div>So vergibt er dir deine Schuld. Und so überwindet er sie. Denn auf die Kreuzigung folgte seine Auferstehung. Und er will auch dich auferwecken und von all deiner Schuld befreien.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><div><div><span class="fs11lh1-5">Siehe auch den Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?welchen-sinn-hatte-jesu-tod-am-kreuz-" class="imCssLink">Welchen Sinn hatte Jesu Tod am Kreuz</a></span>?</span></div></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 14 Apr 2022 13:04:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |27]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000143"><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><br></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Friede den Menschen, die bösen Willens sind,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und ein Ende aller Rache</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und allen Reden über Strafe und Züchtigung.</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die Grausamkeiten spotten allem je Dagewesenen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">sie überschreiten die Grenzen menschlichen Begreifens,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und zahlreich sind die Märtyrer.</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Daher, o Gott,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">wäge nicht ihre Leiden auf den Schalen</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Deiner Gerechtigkeit,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">fordre nicht grausame Abrechnung,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">sondern schlage sie anders zu Buche:</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Lass sie zugute kommen allen Henkern,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Verrätern und Spionen</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und allen schlechten Menschen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und vergib ihnen</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">um des Mutes und der Seelenkraft der andern willen.</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">All das Gute sollte zählen, nicht das Böse.</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und in der Erinnerung unserer Feinde</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">sollten wir nicht als ihre Opfer weiterleben,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">nicht als ihr Alptraum und grässliche Gespenster,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">vielmehr ihnen zu Hilfe kommen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">damit sie abstehen mögen von ihrem Wahn.</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Nur dies allein wird ihnen abgefordert,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und dass wir, wenn alles vorbei sein wird,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">leben dürfen als Menschen unter Menschen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und dass wieder Friede sein möge auf dieser armen Erde</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">den Menschen, die guten Willens sind,</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und dass dieser Friede auch zu den andern komme.</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Gebet aus dem Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück</span></i></b></span></div></div></blockquote></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Welch eine Vergebungsbitte, welch ein Friedenswunsch aus dem Konzentrationslager!</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Keine Rache, keine Züchtigung, keine Strafe soll die Henker treffen und die Menschen bösen Willens, sondern Gott möge ihnen vergeben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Ein alter Gedanke: Wegen der Liebe und Glaubenskraft der Märtyrer, der zu Unrecht Getöteten, möge Gott den Bösen vergeben. Und er möge ihnen ihren Wahn nehmen, damit wieder Friede sein kann auf dieser armen Erde.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Laut Abrahams Gebet für Sodom verschont Gott viele Böse um weniger Guter willen. Und groß ist die Vergebungsbitte Jesu am Kreuz: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!"</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Groß sollte auch unsere Vergebung und Verschonung sein.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Evangelisches Gesangbuch der Ev. Kirche im Rheinland, der Ev. Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche, Gütersloh 1996, nach Lied 94. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 13 Apr 2022 13:53:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--27</link>
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		</item>
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			<title><![CDATA[Gottes Humor]]></title>
			<author><![CDATA[Michael Kröger]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000142"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gottes Humor</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="http://mikroeger.de/" target="_blank" class="imCssLink">Michael Kröger</a></span> | 11/04/2022</span></div><div><br></div><div>Als der amerikanische Schauspieler <span class="fs14lh1-5"><i>Forest Whitaker</i></span> 2007 einen Oscar entgegennahm, äußerte er: "Und ich danke Gott dafür, dass er immer an mich geglaubt hat." Für christlich geprägte Ohren klingt dieser Satz ein wenig frech und wohl auch hohl. Gerade so, als hätte der Schauspieler einmal testen wollen, ob hier jemand lachen würde oder nicht. Wer wie der Schauspieler so öffentlich von und zu Gott spricht und dabei so tut, als würde er auf Gottes Kosten einen Witz erzählen, der bedient natürlich in erster Linie die Unterhaltungsindustrie Hollywoods und nicht unmittelbar die Ressentiments seiner Kritiker. Darf ich heute meinen Humor in Beziehung zum Allerheiligsten zum Besten geben – nicht <span class="fs14lh1-5"><b>obwohl</b></span>, sondern gerade <span class="fs14lh1-5"><b>weil </b></span>dieser auf Kosten Gottes geht? Und wenn ja, erzählt dieser mein etwas billiger menschlicher Humor nicht auch etwas von der Freiheit Gottes selbst, über solche Art von &nbsp;Humor lachen zu können?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>"Ich bin, der ich bin"</i></span> heißt es – bezeichnenderweise ziemlich allgemein/ungenau – in 2. Mose/Exodus 3,14. Doch wer bin ich als armer Humorist denn überhaupt, dass ich mir zutraue, Gott zu danken, dass ausgerechnet <span class="fs14lh1-5"><b>er </b></span>an <span class="fs14lh1-5"><b>mich </b></span>geglaubt hat? Das Schöne am heutigen Humor ist ja, dass heute jede und jeder über andere lachen kann und andere über mich lachen dürfen – vorausgesetzt einer erzählt einen Witz, über den er selbst nicht als einziger lacht. Vielleicht ist ja Gott jemand, der zuerst über den Humor seiner Menschen lacht und erst danach denkt: wenn die Menschen wüssten, dass mich nichts so sehr amüsiert wie Menschen, die es nötig haben, auf meine Kosten Witze zu reißen ...</div><div><br></div><div>Von <span class="imUl"><a href="http://mikroeger.de/" target="_blank" class="imCssLink">Michael Kröger</a></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 11 Apr 2022 08:23:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?gottes-humor</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |26]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000141"><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Segen zum Frieden</i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i><br></i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="cf1"><b class="ff1"><i><span class="fs14lh1-5">I</span></i></b></span><span class="cf1"><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i>m übrigen meine ich,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Gott, der Herr,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>rufe in uns alle guten Dinge und Gedanken,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>die in uns schlummern durch die Jahrtausende</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>in Herz und Hirn und Leib und Seele,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>wieder wach.</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Alles, was wir oft vergessen, [...]</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>die einfache Weise, miteinander umzugehen,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>als wäre jeder ein Stück vom anderen,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>und ohne den einen gar nicht möglich.</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Und nehme von uns die dunklen Gedanken</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>des Herrschens und des Kriechens</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>und das Rechthaben und alle Besserwisserei.</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Es ist nicht des Menschen Glück auf Dauer.</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Es ist sein Krieg und sein Verderben.</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i><br></i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Der Herr möge uns nach seinen Sätzen</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>den Frieden lehren,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>nach seinen Haupt- und Nebensätzen. [...]</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Und nicht nach unseren Grundsätzen,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>mit denen wir uns oft genug zugrunde richten,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>wenn wir Hintergründe suchen,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>um dem Abgrund zu entgehen.</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i><br></i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Gott, der Herr, möge uns Jesus Christus</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>an unsere runden Tische setzen,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>auf dass wir ihm auf unseren Gedankengängen begegnen,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>und ohne Furcht die Weltgeschichte überleben.</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Jenes Flickwerk aus Eitelkeit und Ruhmsucht,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Glücksspiel und Götzendienst,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Tingeltangel und Totentanz.</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i><br></i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Gott, der Herr, mache uns wieder anfällig</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>für seine Geschichte, die nicht von dieser Welt ist,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>nicht erklärbar, keine Diskussionen braucht,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>und uns doch tröstet, hoffen lässt, Mut macht,</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>frohgemut macht.</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Und alles in allem Kraft gibt</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>und uns Zuversicht schenkt. [...]</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i><br></i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Hanns Dieter Hüsch</i></b></span></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><div><span class="cf2">Dieses Gebet beeindruckt mich wegen seiner tiefen Wahrheiten, die ganz ohne eine kirchliche Sprache auskommen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Es wäre so einfach, miteinander umzugehen zu aller Glück und Dauer. Doch dazu müssten wir beim H<span class="fs12lh1-5">ERRN</span> in die Lehre gehen. <span class="fs14lh1-5"><i>Unsere </i></span>Grundsätze richten allzu oft nur zugrunde.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Möge Gott uns Jesus Christus an die Verhandlungstische setzen, damit die Verhandelnden nicht endlos diskutieren, sondern S<span class="fs12lh1-5">EINE</span> Sätze in ihnen Raum gewinnen.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Friedrich Schorlemmer (Hg.): Was protestantisch ist. Große Texte aus 500 Jahren. Herder Verlag Freiburg u.a. 2010. S. 294f. Dort zitiert nach: Hanns Dieter Hüsch / Michael Blum: Das kleine Buch zum Segen, 2008/10, S. 18f. Copyright tvd-Verlag, Düsseldorf 1998.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 10 Apr 2022 15:37:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |25]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000013F"><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><b><i><span class="cf1"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5"><br></span></span></span></i></b></div><div><b><i><span class="cf1"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">Kommt, seht die Taten des H</span><span class="fs16lh1-5">ERRN</span><span class="fs18lh1-5">,</span></span></span></i></b></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">der Schauder Erregendes tat auf Erden,</span></i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Kriegen ein Ende macht bis ans Ende der Erde,</span></i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">der den Bogen zerbricht und die Lanze zerschlägt,</span></i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">der Wagen im Feuer verbrennt.</span></i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Psalm 46, 9 und 10</span></i></b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">"Unvorstellbar ist, dass es einen Gott gibt, der sich auf der Erde einmischt", schrieb jemand in der jüngsten ZEIT.</span><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Dass ein Gott etwas tut auf Erden und was er tut oder nicht tut, verstehen wir nicht. Der Gedanke an eine unfassliche Macht mag uns schaudern lassen. Bestimmen nicht wir, was geschieht? Sind nicht wir die Herren der Welt?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Aber das Unvorstellbare ist ein Segen, das Erschreckende wird zur Hoffnung.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Allem Augenschein, all der furchtbaren Zerstörung und dem grausamen Morden zum Trotz: Wir hoffen auf I<span class="fs14lh1-5">HN</span>, der Kriegen ein Ende macht – auch dort, wo <span class="fs14lh1-5"><b>unser </b></span>Erdenwirken keine Macht mehr hat.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 08 Apr 2022 16:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Freedom Day]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000013D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Freedom Day</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/04/2022</span></div><div><br></div><div>Vorgestern war <span class="fs14lh1-5"><i>Freedom Day</i></span>. Oder sowas Ähnliches. Jedenfalls sind alle Masken gefallen. Und ich war einkaufen.</div><div><br></div><div>Im Supermarkt waren nur Leute mit Maske. Ehrlich gesagt: Ich gehörte auch zu ihnen.</div><div><br></div><div>Die Maske, die so viel Ärger machte, die uns unsere Freiheit raubte – endlich dürfen wir sie ablegen. Und was geschieht? Sie bleibt auf der Nase.</div><div><br></div><div>Kaum zu glauben. Und ich wollte sie auch aus irgendeinem unerfindlichen Grund auf der Nase haben. Die hohen Inzidenzen ... All die Aerosole ... All die unbekannten Menschen ... Wer weiß, was die für Viren ...</div><div><br></div><div>Darum fordere ich die Freiheit zum Masketragen! Und zwar eine Freiheit, ohne von irgend jemandem schief angeguckt oder ausgelacht zu werden.</div><div><br></div><div>An der Kasse im Supermarkt: Plötzlich steht einer ohne Maske vor mir, dafür mit Dutt, Piercings und Ohrring. Ich halte Abstand. Wer weiß ...</div><div><br></div><div>Dann entdecke ich noch zwei Frauen ohne Maske. Ansonsten unauffällig. Aber alle Maskenverweigerer an der Kasse. Unheimlich ...</div><div><br></div><div>Vor Kurzem sagte mir jemand, er würde die Maske aufbehalten. Man könne sich dahinter so gut verstecken.</div><div><br></div><div>Recht so! Freiheit zur Maskerade!</div><div><br></div><div>Aber was ist jetzt mit der Freiheit <span class="fs14lh1-5"><b>von </b></span>der Maske? Ob diese Freiheit, die uns angeblich von der Maskenpflicht geraubt wurde, etwa gar nicht so wichtig war?</div><div><br></div><div>Doch, die Freiheit war ja schon der Bibel höchst wichtig. Paulus schrieb zum Beispiel: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit" (Gal 5,1). Und: "Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit" (2Kor 3,17).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Ähh – das klingt anders als Maskenfreiheit. Offensichtlich meinte Paulus</span> eine andere Art von Freiheit. Eine Freiheit unter der Maske oder auch ohne Maske. Egal, ob unter oder ohne. Eine Freiheit unabhängig von jeder Maske.</div><div><br></div><div>Könnte es sein, dass es eine Freiheit gibt, die von weltlichen Gesetzen und Gegebenheiten und Maskenpflichten unabhängig ist?</div><div><br></div><div>Kann nicht sein! Ich bin doch erst frei, wenn ich machen kann, was ich will! Maske tragen oder nicht tragen: Ich entscheide! Das ist meine Freiheit.</div><div><br></div><div>Oder nicht? Ist Freiheit vielleicht – – – ein Leben als unendlich Geliebter? Als einer, der machen kann, was er will, und trotzdem geliebt wird? Oder als einer, der nicht durch seine Taten, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>in sich</b></span> den Geist der Freiheit hat – den Geist Jesu Christi, der so frei war, dass er unter römischer Fremdherrschaft der freieste Mensch der Welt war? (So nannte ihn einmal die Theologin <span class="fs14lh1-5"><i>Dorothee Sölle</i></span>, die ich sonst nicht so sehr schätze.)</div><div><br></div><div>Jesus, der freieste Mensch der Welt. Wie das? Er konnte nicht machen, was er wollte, sondern musste sich den römischen Besatzern unterordnen. Er durfte wahrscheinlich keine Maske tragen. Er durfte keinen römischen Soldaten oder Beamten beschimpfen. Im schlimmsten Fall musste mit einem Soldaten oder Beamten eine Meile weit mitgehen, um ihm zu dienen – und war so frei, ihm gleich zwei Meilen anzubieten (Mt 5,41).</div><div><br></div><div>Es kam sogar noch schlimmer: Er musste sein eigenes Kreuz zum Ort der Hinrichtung tragen. Daran sei in der Passionszeit noch erinnert. Wie kann er ein freier Mensch gewesen sein?</div><div><br></div><div>Gründete seine Freiheit etwa – nicht in seiner freien Entscheidung, das zu tun, was er wollte? <span class="fs14lh1-5">Sondern in seiner – Gottesbeziehung?</span></div><div><br></div><div>Au, das tut weh! So was darf man doch gar nicht denken! Dann wären ja alle Menschen ohne Gottesbeziehung ... Nee, das sag ich jetzt nicht.</div><div><br></div><div>Aber irgendwie scheint der christliche <span class="fs14lh1-5"><i>Freedom Day</i></span> ja mehr zu sein als ein Tag, von dem an ich über mein Leben selbst bestimmen kann. Oder vielleicht ist er sogar – etwas ganz anderes?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 06 Apr 2022 07:40:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |24]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000013C"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Herr, kannst du's ertragen?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Seufzen, Wimmern,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jammerklagen!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Schwerter klirren,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die mein armes Volk erschlagen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Das die Mörder</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Noch zu höhnen wagen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die Entsetzten, Müdgehetzten</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Aus dem Lande jagen!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Felsenriffe</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Bluten, wo wir sterbend lagen –</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Kannst du, Herr, kannst du's ertragen?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wie wir stöhnen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Unter solchen Ruten,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">An Gestrüpp und Dornen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Uns verbluten!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Warum den Tyrannen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Gabst du preis die Guten,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Löwen uns zur Beute,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wilden Wasserfluten?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wie am Nacken roh sie packen,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Schimpf ins Antlitz sagen –</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Kannst du, Herr, kannst du's ertragen?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Sieh in Not und Drangsal</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Uns der Hoffnung leben!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Hör uns rufen an den Stufen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Deines Throns mit Beben!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Lass der Armen dich erbarmen</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die ihr Herz dir geben!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Darfst, aus Ketten uns zu retten,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Uns wie eins zu heben,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Darfst, zu trösten die Erlösten,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Dass in Lust sie schweben,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Darfst nur unsre Tränen fragen –</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Kannst du, Herr, kannst du's ertragen?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Rabbi Meïr, 11. Jahrhundert</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die Grausamkeit des Krieges wird ins Haus geliefert. Bilder, kaum zu ertragen. Kann Gott sie ertragen?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Jesus der Sohn hat selbst geklagt und bitterlich geweint, wurde entehrt durch Schimpf und Hohn, hat den Schmerz der Dornen gespürt, </span><span class="fs14lh1-5 cf2">hat sich morden lassen und sterbend zum Vater gerufen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Und sein Vater hat mit ihm gelitten, hat gelitten wie er. Und er hat sich seiner erbarmt und die Hoffnung erfüllt, als er den Gemordeten zum Leben erweckte.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Der Herr hat's ertragen. Er hat die Tränen gesehen* und kennt die Gemordeten. Darum gibt es Hoffnung für sie.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">* Jesaja 38 Vers 5</span><br></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Gedichte gegen den Krieg. Hg. von Kurt Fassmann. Copyright 1961 by Kindler Verlag München. Zitiert nach der Ausgabe von Zweitausendeins Frankfurt/Main 1971, S. 40f. Auszüge aus dem Gedicht „Herr, kannst du's ertragen?" Der Autor ist nicht gesichert. Vielleicht Rabbi </span><span class="fs11lh1-15 cf2">Meïr</span><span class="fs11lh1-15 cf2"> ben Baruch, Rotenburg o.T. Übersetzung von S. Heller. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span><br></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 05 Apr 2022 18:28:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--24</link>
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			<title><![CDATA[Die Kraft der Schwachheit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000013B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Kraft der Schwachheit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 04/04/2022</span></div><div><br></div><div>Unser Leben hat viele Dimensionen. Wichtig sind zum Beispiel unsere Beziehungen, also die Familie, die Ehe oder Partnerschaft und die Freundschaften, die wir pflegen. Wichtig ist auch die Arbeit oder der große Bereich der Freizeit.</div><div><br></div><div>Für manche Menschen spielt auch der Glaube eine Rolle in ihrem Leben. Doch unser Glaube ist oft klein und wankelmütig. Welche Rolle der Glaube neben den anderen Dimensionen des Lebens spielt, kann sehr unterschiedlich sein.</div><div><br></div><div>In 5Mo/Dtn 6,5 wird gesagt, welchen Stellenwert der Glaube einnehmen sollte. Jesus hat diesen Satz aufgegriffen und wiederholt (Mk 12,29):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller deiner Kraft.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das klingt sehr herausfordernd. Können wir dem gerecht werden? Was ist damit gemeint?</div><div><br></div><div>Im christlichen Glauben geht es nicht um einen Teil unseres Lebens, sondern ums Ganze. Deshalb leuchtet es ein, dass der Glaube eine zentrale Rolle in unserem Leben spielen sollte. Er soll keine Randerscheinung sein und nicht nur <span class="fs14lh1-5"><b>eine </b></span>wichtige Dimension unseres Leben unter vielen anderen: Ich bin Pastor, Ehemann, Vater, Hobbyfotograf und Wanderer, und neben all dem bin ich dann eben auch noch Christ.</div><div><br></div><div>Wäre es so, dann würde mein Glaube nur einen Teil meines Lebens betreffen neben all den anderen Dimensionen, die einen anderen Teil abdecken. Das kann nicht richtig sein, wenn es im Glauben um mein ganzes Leben geht.</div><div><br></div><div>Ich denke, es sollte so sein: Mein Glaube sollte das Zentrum meines Lebens sein, von dem her alles andere dann seinen Stellenwert und seine Bedeutung erhält: Was ich als Pastor, Ehemann, Vater, Hobbyfotograf und Wanderer bin, das bin ich immer als Christ. Mein Glaube ist allem anderen übergeordnet und bestimmt es.</div><div><br></div><div>Das heißt nicht, dass all das andere unwichtig wird. Im Gegenteil: Es erhält erst von meinem Glauben her seine besondere Bedeutung. Als Wanderer zum Beispiel kann ich mich an der wunderbaren Schöpfung Gottes erfreuen. Als Vater kann ich meinen Kindern Gottes Liebe zu ihnen bezeugen. Wenn ich also die verschiedenen Dimensionen meines Lebens in meinen Glauben einbeziehe, erhalten sie ihren besonderen Sinn.</div><div><br></div><div>Aber mein Glaube ist schwach. Gott spielt nicht immer die erste Geige in meinem Leben. Ich ehre Gott nicht immer von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all meiner Kraft. Ich suche seine Nähe nicht mit jeder Faser meines Lebens.</div><div><br></div><div>Man kann sich von dem biblischen „Du sollst ..." leicht überfordert fühlen. Und wir sind davon auch überfordert. Darum ist es gut, dass Gott uns diesen Glauben schenken will (1Kor 12,9a; Phil 1,29a). Das einzige, was für uns zu tun übrig bleibt, ist, dass wir dieses Geschenk annehmen.</div><div><br></div><div>Eigentlich ziemlich leicht, oder?</div><div><br></div><div>Aber gerade das fällt uns schwer. Deshalb ist unser Glaube manchmal nur ein schwaches Pflänzchen, ein glimmender Docht, kurz vor dem Erlöschen.</div><div><br></div><div>Doch im Wenigen kann die Kraft sitzen. Das Wenige kann das Entscheidende sein. Das fast Erloschene, das winzig Kleine kann unserem Leben eine Wendung geben. Und es kann wachsen und groß werden. So wie aus einem winzigen Samenkorn ein großer Strauch wird, in dem die Vögel nisten (Mk 4,30-32).</div><div><br></div><div>Nicht wir machen unseren Glauben groß und stark, sondern Gott kann es tun. Er lässt unseren Glauben entstehen und wachsen, so wie er es für richtig hält. Und das Maß der Gnade Gottes ist dann auch genug für uns. Wir müssen sein Wirken in uns nur zulassen.</div><div><br></div><div>Jesus sagte zu Paulus (etwas anders als Martin Luthers Übersetzung von 2Kor 12,9):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Meine Gnade ist genug für dich; denn die Kraft wird in Schwachheit vollendet.</span></i></span></div><div><br></div><div>Auf Gottes Kraft in der Schwachheit wollen wir vertrauen!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 04 Apr 2022 17:32:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |23]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000013A"><div><br></div><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Der Mensch ist jeder Dummheit und jeder Gemeinheit ebenso fähig wie jeder Hingabe an Sinn und Harmonie der Welt, und vermutlich sind die Dummen und Gemeinen stets in der Überzahl gewesen. Wie Gott darüber denkt, erfährt man in klassischer Form aus dem Gespräch Abrahams mit Gott wegen der Stadt Sodom. Gott lässt sich bis auf eine Mindestzahl an "Gerechten" herunterhandeln und das Großartige an diesem zähen Handel ist, dass nicht Gott den Menschen zur Nachsicht und Duldung mahnt, sondern umgekehrt.</i></b></div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></i></b></div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Hermann Hesse</i></b></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Dummheit und Gemeinheit bestimmen einmal mehr die Geschichte der Welt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Aber einer ist, der die Welt in seinen Händen hält. Er kann sie trotz aller Dummheit und Gemeinheit erretten um der wenigen Gottesfürchtigen willen, die es in ihr gibt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><div><span class="cf2">Eine beeindruckende Geschichte (1Mo/Gen 18, 16-33): Abraham flehte immer und immer wieder zu Gott um eine größere Gnade. Er gab sich nicht zufrieden mit der Gnade, die Gott anbot, er wollte mehr. Er flehte, bis Gott sich erweichen ließ: Er erklärte sich bereit, die Großstadt Sodom um nur zehn Gottesfürchtiger willen zu retten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Darum sollen wir immer und immer wieder flehen, dass Gott seine Gnade vergrößere. Er möge die Ukraine und die Welt retten um der Gottesfürchtigen, Sanftmütigen, Friedfertigen, Trauernden, nach Gerechtigkeit Dürstenden, am Krieg Unschuldigen willen, und seien es auch nur wenige. Gott lässt sich durch unsere Gebete erweichen.</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Friedrich Schorlemmer (Hg.): Was protestantisch ist. Große Texte aus 500 Jahren. Herder Verlag Freiburg u.a. 2010, S. 146. Dort zitiert nach: Hermann Hesse: Lektüre für Minuten. Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1977.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 01 Apr 2022 19:44:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gott müsste doch ...]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000139"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gott müsste doch ...</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/03/202</span><span class="fs11lh1-5">2</span></div><div><br></div><div>Wieder einmal stellt sich die Frage: Wie kann ein Gott, der Liebe ist, den Krieg zulassen? Entweder er ist in all seiner Liebe ein machtloser Gott, der dann den Namen "Gott" nicht verdient hätte. Oder er ist mächtig, aber nicht Liebe, sondern so etwas wie eine Mischung aus Freundlichkeit und Grausamkeit, ein wankelmütiger oder gar zynischer Gott. Auch solch ein Gott hätte den Namen "Gott" nicht verdient. Daraus könnte man schließen, dass es jedenfalls den Gott, den die Bibel bezeugt, nicht gibt. Ein mächtiger, liebevoller Gott und der Krieg – das passt einfach nicht zusammen.</div><div><br></div><div>Der Schweizer Pfarrer und Dichter <span class="fs14lh1-5"><i>Kurt Marti</i></span> hat schon vor vielen Jahren folgende Sätze geschrieben:</div><div><br></div><div class="mb1"><i class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Im Blick auf die von Menschen produzierten Weltzustände erscheint die Aussage, dass Gott Liebe ist, als absurd. Vielleicht hinterlässt sie als Stachel aber die Frage, ob nicht eher die Weltzustände absurd, nämlich vernunft- und lebenswidrig seien? Impliziert jene Aussage beispielsweise nicht auch eine radikale Kritik an liebesfernen, deshalb lebensfeindlichen religiösen (auch biblischen, auch christlichen!) Überlieferungen? Allerdings: Was Liebe ist, welches Handeln ihr entspricht, weiß zuverlässig nur Er, der Liebe </span><span class="fs14lh1-5"><b>ist</b></span><span class="fs14lh1-5">. Unverzichtbar deshalb SEINE Weisung!</span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs11lh1-15 cf1">(Quelle: Friedrich Schorlemmer (Hg.): Was protestantisch ist. Große Texte aus 500 Jahren. Herder Verlag Freiburg u.a. 2010. S. 93. Dort zitiert nach Kurt Marti: Von der Weltleidenschaft Gottes. Denkskizzen. Radius-Verlag Stuttgart 1998)</i></div><div><br></div><div>Kurt Marti lenkt den Blick auf die von Menschen produzierten Weltzustände, zu denen auch der Ukraine-Krieg gehört. Für den Krieg ist nun mal nicht Gott verantwortlich. Darum ist nicht Kritik an Gott angebracht, sondern an den Menschen, die diesen Krieg führen. Aber auch an christlichen Kirchen, die diesen Krieg rechtfertigen und andere Kriege gerechtfertigt, ja selber Kriege geführt haben.</div><div><br></div><div>Und die Kritik kann auch vor manchen biblischen Texten nicht Halt machen, die Gott selbst als Kriegsherrn schildern oder beschreiben, dass Gott brutale Gewalt von Menschen fordert. Solche Texte dürfen nicht einfach als Sprechen Gottes verstanden werden. Sie müssen gemäß ihres historischen Kontextes und gemäß der Intention ihrer Verfasser interpretiert und gegebenenfalls auch relativiert werden.</div><div><br></div><div>Doch bleibt die Frage: Wenn Gott schon so grausame Weltzustände wie den Krieg nicht produziert, müsste er sie dann nicht wenigstens unmöglich machen? Der Vorwurf ist schnell gemacht: Ein mächtiger und liebevoller Gott müsste Kriege verhindern.</div><div><br></div><div>Nehmen wir einmal an, er täte es.</div><div><br></div><div>Dann würden wir sagen, dass ein mächtiger und liebevoller Gott doch bitteschön auch Hungersnöte und ungerechte wirtschaftliche Verhältnisse beseitigen müsste.</div><div><br></div><div>Täte er auch das, dann würden wir fordern, Gott müsste doch auch alle politische Unterdrückung und Beschneidung von Freiheiten auf Erden beenden.</div><div><br></div><div>Wenn Gott auch das täte, würden wir sagen, ein mächtiger und liebevoller Gott müsste auch in unseren persönlichen Beziehungen Unrecht, Hinterlist, Intrigen, Lieblosigkeit, Mord usw. verhindern.</div><div><br></div><div>Ließe sich Gott auch darauf ein, dann würden wir sagen, dass ein Gott, der diesen Namen verdient hat, doch auch all den unendlichen Qualen und Schmerzen der Menschen und all ihren körperlichen und seelischen Leiden ein Ende bereiten müsste.</div><div><br></div><div>Wenn Gott auch das täte, würden wir fordern, dass Gott, wenn er doch mächtig und liebevoll ist, all die Qualen des Alterns und Sterbens verhindern müsste.</div><div><br></div><div>Würde Gott auch uns diesen Wunsch erfüllen, dann würden wir sagen, dass er doch auch den Tod abschaffen müsste.</div><div><br></div><div>Würde Gott auch das tun, dann wären wir genau bei dem Zustand angekommen, den Gott tatsächlich verwirklichen will und der uns verheißen ist: ein ewiges Leben ohne Leid, Geschrei und Schmerz, ohne Tränen und Tod (Offb 21,4).</div><div><br></div><div>Was wir von Gott fordern, ist also genau das, was er für uns vorgesehen hat. Er hat es aber <span class="fs14lh1-5"><b>noch nicht jetzt</b></span> vorgesehen. Unsere Forderung betrifft also eigentlich nur den <span class="fs14lh1-5"><b>Zeitpunkt</b></span>, an denen unsere Wünsche verwirklicht werden: Wie wollen sie <span class="fs14lh1-5"><b>sofort </b></span>verwirklicht haben; Gott will sie <span class="fs14lh1-5"><b>später </b></span>verwirklichen.</div><div><br></div><div>Die nächste Frage (und der Vorwurf) an Gott wäre also: Warum schafft er nicht <span class="fs14lh1-5"><b>sofort </b></span>ein Leben ohne Leid und Tod?</div><div><br></div><div>Mir fallen dazu zwei Antworten ein:</div><div><br></div><div>Zum einen hat Gott der biblischen <span class="fs14lh1-5"><i>Urgeschichte </i></span>nach den Menschen so geschaffen, dass er zwischen Gut und Böse wählen konnte (1Mo/Gen 2,16f). Der Mensch hat sich für das Böse entschieden und gegen das Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Als Folge davon hat er den leidfreien Idealzustand verloren (1Mo/Gen 3,6.23f). Die <span class="fs14lh1-5"><i>Urgeschichte </i></span>will aber nicht einfach ein Ereignis aus grauer Vorzeit erzählen, sondern etwas ausdrücken, was für <span class="fs14lh1-5"><b>alle </b></span>Zeiten und Menschen gilt: Wir entscheiden uns täglich neu gegen Gott und für das Böse und verlieren in Folge davon täglich aufs Neue das leidfreie Leben.</div><div><br></div><div>Zum anderen ist unser Leben auf Erden eine Zeit, in der wir die Chance haben, uns neu auf Gott einzulassen statt auf das Böse. Unsere Lebenszeit gibt uns die Chance, uns Gott anzunähern, uns seine Liebe gefallen zu lassen und selber Liebe zu üben. Es ist eine Zeit, in der wir zeigen können, ob wir das verheißene leidfreie Leben bei Gott wirklich wollen und wie ernst es uns damit ist. Zu diesem Ernst gehört das Vertrauen auf Gottes Verheißungen und auf sein liebevolles Geleit. Dazu gehört auch, dass wir für alle leben, die schwere Zeiten durchmachen müssen, und dass wir selber in schweren Zeiten an Gott festhalten. Und schließlich gehört zu dem Ernst auch die Geduld, die bis zu dem Tage warten kann, an dem das ewige Leben für uns ganz persönlich beginnt.</div><div><br></div><div>Man kann natürlich fragen, ob den Menschen in der Ukraine, die jetzt unter Leid und Tod leiden, damit geholfen ist. Ich denke schon. Denn sie können gewiss sein, dass sie nicht einfach sinnlosen brutalen Gewalttätern ausgeliefert sind. Sie sind vielmehr trotz allem in der Hand des Gottes, der auch für sie ein leidfreies ewiges Leben vorgesehen hat. Auch in ihrem Leid ist eine Annäherung an diesen Gott möglich. Ihre Herausforderung und ihre Chance ist es, in diesen schweren Zeiten an Gott festzuhalten und ihre Hoffnung geduldig auf den Tag zu richten, an dem nicht nur der Krieg, sondern alles Leiden und Sterben ein Ende haben wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 30 Mar 2022 10:25:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |22]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000138"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>De Profundis</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Aus der Tiefe unseres Grabens</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Erheben wir zu dir die Hand,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>O Herr! Erbarm dich über uns,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Die Seele ist uns ausgebrannt!</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Denn mehr als unser Fleisch noch ist</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Die Seele ohne Kraft und Mut.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Ein Sturm ist über uns gekommen</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Von Eisen, Brand und Flut.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Du siehst, wir sind von Schmutz bedeckt,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Ermattet, abgezehrt, zerrissen ...</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Doch hast du unser Herz erblickt?</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Mein Gott, dies eingestehn zu müssen:</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wir sind der Hoffnung so beraubt,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Der Frieden ist noch so weit fort,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Dass wir es manchmal kaum mehr wissen,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Ob hier die Pflicht, ob dort.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Schenk uns in diesem steten Tode</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Dein Licht und deinen Trost – der schafft</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Die Furcht aus unsern müden Herzen;</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Erfülle uns mit neuer Kraft!</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Doch all den Toten, die zur Erde</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Und in den Sand gebettet sind,</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Gib, Herr, die unsagbare Ruhe!</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Sie haben sie verdient.</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Jean Marc Bernard</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>(frz. Schriftsteller, geboren 1881, gefallen 1915)</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Ein Schrei, ein Gebet <span class="fs14lh1-5"><i>aus der Tiefe</i></span> – <span class="fs14lh1-5"><i>de profundis</i></span>. So wird auch der einhundertdreißigste Psalm genannt:</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">„Aus der Tiefe rufe ich, H<span class="fs12lh1-5">ERR</span>, zu dir. Herr, höre meine Stimme! Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!"</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wie viel Flehen mag da sein in diesen Tagen – Herr, höre die Stimmen!</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Lasst uns, die wir im Warmen sitzen, deren Herz nicht müde ist und deren Seele nicht ausgebrannt – lasst uns flehen für alle, die in der Tiefe sind, </span><span class="fs14lh1-5 cf2">ob sie selber </span><span class="fs14lh1-5 cf2">flehen oder nicht flehen: um Licht und Trost, um Kraft und Mut.</span><br></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Und lasst uns flehen für die Toten: um ihre unsagbare Ruhe.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Gedichte gegen den Krieg. Hg. von Kurt Fassmann. Copyright 1961 by Kindler Verlag München. Zitiert nach der Ausgabe von Zweitausendeins Frankfurt/Main 1971, S. 94. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 29 Mar 2022 18:40:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--22</link>
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			<title><![CDATA[Wer ist schwach und wer ist stark?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000136"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wer ist schwach und wer ist stark?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/03/2022</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: sich durchsetzen wollen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: eigene Interessen zurückstellen können.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: gegen den anderen vorgehen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: kompromissbereit sein.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: durch Argumente den anderen beherrschen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: die Argumente des anderen bedenken.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: eine aggressive Rhetorik pflegen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: sprachlich abrüsten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: Härte zeigen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: beharrlich sein.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: Gefühle verletzen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: auch unverständliche Gefühle ernst nehmen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: drohen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: bitten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: Truppen mobilisieren.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: besonnen die Deeskalation suchen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: Gewalt ausüben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: eigenes Leid in Kauf nehmen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: auf Gewalt mit Gewalt reagieren.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: Gewalt durch Entgegenkommen verringern.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: die Schuld allein dem anderen geben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: den Balken im eigenen Auge sehen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: sich selbst für besser halten als den anderen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: die guten Potentiale im anderen entdecken.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: den anderen für unnachgiebig halten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: für den anderen beten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: den Bösen verteufeln.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: den Bösen als von Gott geliebten Menschen betrachten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: Krieg führen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: jeden Krieg als Schuld verstehen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schwäche: sich für stark genug halten, Gutes zu tun.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Stärke: sich für so schwach halten, dass nur Gott Gutes in einem hervorrufen kann.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 26 Mar 2022 19:26:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |21]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000135"><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Würde eigene und fremde Schuld nicht vergeben, würde sie die Lebensadern zerfressen. Würde niemand aus dem Zirkel von Gewalt und Gegengewalt aussteigen, würde das Leben auf der Erde zur Hölle. [...] Würde niemand für die Feinde, Verbrecher, die Unterdrücker beten, wäre nichts an Gerechtigkeit gewonnen, aber vieles an Möglichkeiten der Versöhnung verloren. [...] Jesus mutet seinen Jüngern, aber auch allen anderen, die ihm ihr Ohr leihen, die Feindesliebe zu, auch wenn sie nicht ohne Leiden zu verwirklichen ist. Er weiß, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Er ruft zur Kreuzesnachfolge – nicht, weil das irdische Leben nichts wert wäre, sondern weil es im Gegenteil unbeding liebenswert ist und deshalb nicht dem Tod überantwortet werden darf. Er geht den Weg der Feindesliebe – viele sollen ihm folgen.</i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Thomas Söding</i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Kann man den Feind lieben, der zerstört und tötet? Kann man ihm vergeben?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">"Man" kann es nicht – Jesus kann es. Er macht den ersten Schritt auf den Feind zu und lässt sich dafür verspotten. Er beantwortet Gewalt mit Liebe und scheut das Leid nicht. Er öffnet dem Feind Türen, durch die er gehen und ein anderer werden kann.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Durch Gottes Kraft getrieben sollen wir Jesus nachfolgen: Den ersten Schritt tun, auch wenn es uns etwas kostet. Gewalt nicht reflexartig mit Gegengewalt beantworten, auch wenn das Leiden bedeutet. Türen öffnen, auch wenn dadurch für uns Türen zugehen. Für den Feind beten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Nur so kann der Feind ein anderer werden. Nur so wird die Spirale der Gewalt unterbrochen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: Thomas Söding: Nächstenliebe. Gottes Gebot als Verheißung und Anspruch. Herder Verlag, Freiburg u.a. 2015, S. 182f.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 26 Mar 2022 08:35:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |20]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000134"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1">Kriegslied</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">'</span><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">s ist Krieg! 's ist Krieg! O Gottes Engel wehre,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und rede du darein!</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">'s ist leider Krieg – und ich begehre</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Nicht schuld daran zu sein!</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und blutig, bleich und blaß,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und vor mir weinten, was?</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Verstümmelt und halb tot</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">In ihrer Todesnot?</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">So glücklich vor dem Krieg,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Nun alle elend, alle arme Leute,</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wehklagten über mich</span><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">?</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Freund, Freund und Feind ins Grab</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Versammleten, und mir zu Ehren krähten</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Von einer Leich herab?</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Die könnten mich nicht freun!</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">'s ist leider Krieg – und ich begehre</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Nicht schuld daran zu sein!</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Matthias Claudius</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die Erschlagenen, Verstümmelten, Sterbenden, Unglücklichen, die um ihre Lieben Weinenden – sie alle stehen uns vor Augen. Wer will an ihrem Leid schuld sein?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Manche fordern, westliche Staaten sollten in den Krieg eingreifen. Haben sie die unzähligen Leidenden vor Augen, die das bedeuten würde? Wissen sie, was sie da fordern? Kennen sie Schuld?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><div><span class="cf2">O Gottes Engel, wehre und rede du darein! Schenke Gedanken des Friedens allen, die darüber entscheiden!</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2">Quelle: Matthias Claudius: Sämtliche Werke. 6. Aufl. Darmstadt 1987. S. 236.</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 23 Mar 2022 20:39:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Böse ist schon besiegt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000133"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Böse ist schon besiegt</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/03/2022</span></div><div><br></div><div>Die abgebildete Skulptur begegnete mir überraschend in der Fußgängerzone von Kiel. Sie steht direkt vor einem alten Gotteshaus aus roten Backsteinen, der Nikolaikirche. Ich habe die Figur mit dem Schwert sofort als den Erzengel Michael gedeutet. Der Erzengel führt nach Offb 12,7-12 zusammen mit seinen Engeln im Himmel Krieg gegen den Teufel und seine Engel. Der Teufel wird als Drache bezeichnet. Michael und seine Engel besiegen den Teufel und seine Engel und werfen sie alle aus dem Himmel heraus auf die Erde, wo sie noch eine kurze Frist haben, sich auszutoben. So die Erzählung in der Offenbarung.</div><div><br></div><div>Das klingt alles sehr mythologisch. Doch dazu später mehr. An der Kirchenwand neben der Skulptur war eine Info-Tafel angebracht, aus der hervorging, dass die Bronzeplastik von <span class="fs14lh1-5"><i>Ernst Barlach</i></span> (1870-1938) stammt, der in Schleswig-Holstein geboren wurde. Sie wurde im Jahr 1928 zunächst an anderer Stelle in Kiel aufgestellt, und zwar ohne feierliche Zeremonie, weil das Kunstwerk vom Großteil der Bevölkerung abgelehnt wurde. Die Kieler nannten die namenlose Skulptur <span class="fs14lh1-5"><i>Geistkämpfer</i></span>, und der Künstler übernahm diese Bezeichnung. Von den Nazis wurde die Skulptur 1937 als „entartete Kunst" entfernt, und sie konnte nur mit knapper Not vor dem Einschmelzen gerettet werden.</div><div><br></div><div>Ernst Barlach schuf ca. 450 Plastiken, von denen etliche auch einen christlichen Hintergrund haben und in Kirchen ihren Platz fanden. Er wird zu den Expressionisten gezählt. Durch die Unterstützung des Kunsthistorikers <span class="fs14lh1-5"><i>Michael Kröger</i></span> kann ich einige charakteristische Merkmale des Expressionismus benennen:</div><div><br></div><div>Die expressionistischen Künstlerinnen und Künstler wollten ihr subjektives Erleben und Fühlen darstellen. Zu diesem Zweck verzichteten sie auf überflüssige Details und reduzierten ihre Figuren auf das Wesentliche: Sie nutzten die Stilmittel der Vereinfachung und Abstraktion, um den Wesensgehalt einer Figur zum Vorschein zu bringen. Das Motiv wurde also nicht naturgetreu dargestellt, sondern übersteigert und auf das Wesentliche konzentriert. Im Zentrum des künstlerischen Schaffens stand der Mensch mit seinen Erfahrungen, Gefühlen und seinem ganzen Seelen- und Geistesleben.</div><div><br></div><div>Auch Ernst Barlach bildet in der Skulptur <span class="fs14lh1-5"><i>Geistkämpfer </i></span>die Gefühle des Engels und des Tieres ab, vor allem durch die Gestaltung der Köpfe. Nebensächliche Details interessieren ihn nicht, sondern das, was in den Figuren vorgeht. Schon als ich die Skulptur in Kiel anschaute, stellte ich fest, dass der Engel gar nicht triumphierend aussieht, sondern traurig.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010051_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Freut sich der Engel nicht über den Sieg? Vielleicht ist er deshalb traurig, weil das Tier, Symbol des Bösen, noch nicht erlegt ist. Das Schwert ist zwar schon wie zum Schlag erhoben, aber der Schlag noch nicht ausgeführt. Eigentlich ist die tödliche Schwertspitze am weitesten vom Tier entfernt. Der Engel hat zwar schon die Macht über das Tier – er steht ja auf ihm –, aber er kann sein Fauchen und Zähnefletschen noch nicht verhindern.</div><div><br></div><div>So blickt der Engel auch nicht auf das Tier, wie es im Kampf sein müsste. Denn der Kampf ist schon entschieden; das Schicksal des Tieres ist besiegelt. Sondern der Engel blickt den Betrachter an. Es macht ihn traurig, wenn er uns Menschen sieht, die wir an ihm und dem Tier vorbeilaufen und noch immer unter dem Wüten des Tieres leiden.</div><div><br></div><div>Dieser Deutung entspricht auch die Darstellung des Tieres. Es zeigt seine Zähne, aber das Maul ist nur halb geöffnet und die Augen sind ebenfalls halb geschlossen. Der Kopf sieht eher leidend und schmerzverzerrt aus als kämpfend oder jagend.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010052_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Offenbar weiß das Tier, dass es den Kampf bereits verloren hat. Es setzt nicht etwa zum Sprung an, um sein Opfer zu töten, sondern steht fest auf seinen vier Beinen, hat es doch die Last des Engels zu tragen. Der Schwanz ist eingezogen, und eigentlich kann das Tier, so wie es dort steht und sich nicht von der Stelle bewegen kann, niemandem mehr etwas zu Leide tun. Es knurrt die Betrachtenden geradezu wütend an, aber zu mehr ist es nicht in der Lage.</div><div><br></div><div>Auf der Info-Tafel neben der Skulptur stand noch der Satz:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In dem schwerttragenden Engel auf dem wolfsähnlichen Wesen ist der Sieg des Guten über das Böse dargestellt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Ganz ähnlich fand ich im Internet folgende Interpretation des Kunstwerks:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Künstler gestaltet einen Engel, der ein langes Schwert nach oben streckt, während er auf dem Rücken eines grimmigen Tieres steht. Der Engel dominiert damit das wilde Tier, ohne es zu vernichten. Damit steht er symbolisch für die Kraft des Geistigen und der Kultur, die stärker sind als die dunklen Triebe.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Quelle: </span><span class="fs11lh1-5 cf1"><span class="imUl"><a href="https://sh-kunst.de/ernst-barlach-geistkaempfer/" target="_blank" class="imCssLink">Kunst@SH – Schleswig-Holstein &amp; Hamburg</a></span></span><span class="fs11lh1-5 cf1">)</span></i><br></div><div><br></div><div>Das ist nun eine rein weltliche Deutung des Kunstwerks. Es wird damit gesagt, dass die im Menschen liegenden Kräfte des Guten stärker sind als die des Bösen. Das, was der Mensch durch seinen Geist hervorbringt und was sich in der zivilisierten Kultur niederschlägt, hat angeblich mehr Macht als das Dunkle, das auch im Menschen ist.</div><div><br></div><div>Ich kann das, nicht nur angesichts des Kriegs in der Ukraine, nicht glauben. Mir scheint im Gegenteil die Zerstörungswut des Menschen größer zu sein als die guten Kräfte in ihm. Man kann beobachten, dass der Mensch überall dort, wo er nicht durch eine ihn bändigende Macht in Schach gehalten wird, seine „dunklen Triebe" hemmungslos auslebt. Die Hass- und Gewaltausbrüche in der Anonymität des Internets mögen ein Beispiel dafür sein. Oder der Verlust jeglicher Hemmungen im Krieg, wenn es keine staatliche Gewalt mehr gibt. Mir scheint, dass der Mensch dort, wo er keinen Nachteil für sich selbst mehr fürchten muss, zu einem zerstörerischen Wesen wird.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Gegenüber einer rein weltlichen Deutung der Barlach-Skulptur erscheint die Geschichte vom Kampf des Erzengels Michael gegen den Teufel geradezu wie aus einer anderen Welt. Die Offenbarung schildert ein Geschehen nicht auf der Erde, sondern im Himmel. Damit wird das Geschehen zu einem </span><span class="fs14lh1-5"><i>Mythos</i></span><span class="fs14lh1-5">. Denn ein Mythos ist eine Geschichte, die Vorgänge zwischen Göttern, Halbgöttern und Dämonen erzählt. Er will damit etwas ausdrücken über den Ursprung und das Wesen der Welt, des Menschen sowie irdischer Verhältnisse und moralischer Normen. Ein Mythos will das, was jetzt existiert, als Auswirkung eines übernatürlichen, himmlischen Geschehens erklären.</span><br></div><div><br></div><div>Was will nun das biblische Buch der Offenbarung uns damit sagen, dass der Erzengel Michael mit seinem Gefolge den Teufel mit seinen Dämonen im Himmel besiegt und auf die Erde wirft? Diese Geschichte will zum Ausdruck bringen, dass der Teufel im Himmel, im Herrschaftsbereich Gottes, keinen Platz mehr hat. Im Himmel ist das Böse schon besiegt – ein für allemal.</div><div><br></div><div>Auf der Erde jedoch, wo die Gottlosigkeit noch Raum hat, ist ihm „noch eine kurze Zeit" (Offb 12,12) gegeben. In dieser Zeit leben wir. Es ist die Zeit zwischen der Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi und dem von Gott bestimmten Ende der Welt. In dieser Zeit ist die Macht des Bösen bereits gebrochen. Es tobt sich zwar noch aus, aber es ist das Toben und Zappeln des schon tödlich Getroffenen. <span class="fs14lh1-5">Der Kampf ist bereits entschieden: Christus ist Sieger - auch wenn es uns oft anders vorkommt. </span><span class="fs14lh1-5">Aber unsere Zeit ist auch die Zeit derer,</span><span class="fs14lh1-5"> die glauben, dass sie trotz alles Bösen in der Welt nichts mehr von Gottes Liebe trennen kann. Und es ist die Zeit, in der die Glaubenden diesen Glauben vor aller Welt bezeugen sollen. Freilich ist es auch die Zeit, in der es für die Glaubenden darum geht, Widerstand und Verfolgung leidend zu überwinden (Verse 10f). Darum ist auch die Erde vom Jubel über die Besiegung des Bösen ausgenommen; gejubelt wird vorerst nur im Himmel (Vers 12).</span><br></div><div><br></div><div>Das erinnert mich wieder an den <span class="fs14lh1-5"><i>Geistkämpfer</i></span>. Ich sprach schon von seiner Traurigkeit. Von Jubel ist auf seinem Gesicht keine Spur. Etwas freudiger könnte er meiner Meinung nach schon aussehen. Immerhin dominiert er ja das wilde Tier sehr deutlich. Die Christenheit jedenfalls empfand immer die Freude darüber, dass das Böse bereits besiegt und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es endgültig abgeschafft sein wird: dann nämlich, wenn Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird. Davon weiß auch die Offenbarung zu erzählen (siehe Offb 21,1-8).</div><div><br></div><div>Ob Ernst Barlach den Erzengel Gabriel darstellen wollte oder „die Kraft des Geistigen und der Kultur", ist mir nicht bekannt. Ich jedenfalls halte mich lieber an die Kraft Gottes. Sie vermag allemal mehr als der Mensch, und sei er geistig und kulturell noch so hochstehend. Was in einer geistig und kulturell hochstehenden Gesellschaft möglich ist, zeigt uns ja gerade der Krieg in der Ukraine.</div><div><br></div><div>Merkwürdig finde ich nur, dass viele Menschen völlig überrascht und entgeistert darüber sind, dass so etwas in Europa noch passieren kann. Als ob der Mensch jemals anders gewesen sei. Oder als ob er sich immer weiter zum Guten hin fortentwickelt hätte. Ich halte diesen Fortschrittsglauben für eine Illusion.</div><div><br></div><div>Darum setze ich nicht auf menschliche Kräfte, sondern auf Gottes Kraft. Auch im Ukraine-Krieg. Der <span class="fs14lh1-5"><i>Geistkämpfer </i></span>symbolisiert für mich nicht den Sieg des Menschen, sondern den Sieg Gottes über das Böse. Und der Geist ist nicht menschlicher Geist, sondern der gute Geist Gottes; der Geist, den Gott ausgießen kann, so dass Menschen von innen her verändert – nein: erneuert werden. Die Veränderung ist so radikal, dass sie sozusagen neue Menschen werden. „Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden" (2Kor 5,17) – auch wenn das Alte aufgrund unserer Unvollkommenheit immer wieder auftaucht und sein Unwesen treibt.</div><div><br></div><div>Gott kann übrigens nicht nur die Glaubenden, sondern auch die anderen verändern. Er kann den Mächtigen Gedanken des Friedens ins Herz geben, auch wenn sie dann nicht gleich zu gläubigen Christen werden.</div><div><br></div><div>Dass diejenigen, die über den Ukraine-Krieg entscheiden, Gedanken des Friedens ins Herz bekommen, darum können wir nur bitten. Und solange noch Krieg herrscht, müssen die davon Betroffenen, wie die Offenbarung sagt, das Böse leidend überwinden (Offb 2,7; 21,7). Leidend, aber nicht ohne Hoffnung. Das mag ein schwerer Weg sein. Aber es ist ein Weg, mit dem Leid zu leben und es dennoch nicht als die größte und letzte Macht zu betrachten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 23 Mar 2022 16:33:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |19]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000132"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Jeder Stiefel, der daherstampft mit Gedröhn,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und der Mantel, der im Blut gewälzt,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">ja, wird verbrannt, ein Fraß des Feuers.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und die Herrschaft liegt auf seiner Schulter,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Starker Gott, Ewiger Vater,</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Fürst des Friedens.</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Jesaja 9, 4 und 5</i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Ein Kind, ein schwacher Mensch: Das Christentum hat darin seit jeher Jesus erkannt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Der scheinbar Schwache hat die Herrschaft. Nicht die Starken haben sie, nicht die Waffenstarrenden und Todbringenden, die so mächtig erscheinen. Sondern die Macht liegt bei dem, dessen Stiefel nicht mit Gedröhn daherstampft, dessen Mantel nicht im Blut gewälzt ist. Die Macht liegt bei dem, der Gott vertraut.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">So ist der scheinbar Heimatlose, aber von Gott Gesandte der wahre Ratgeber. Im scheinbar Schwachen ist der starke Gott gegenwärtig, im Sterblichen der ewig für uns Sorgende. Im Verfolgten und Geschundenen ist der Herr, der Frieden schafft.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Das ist ein Wort gegen den Augenschein. Was ist denn mit der Macht der Präsidenten, Generale und Soldaten? Sie wird vergehen, nichts von ihr wird bleiben. Das wird in diesem Wort verheißen. Das ist unsere Hoffnung. Eine Hoffnung gegen den Augenschein.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 20 Mar 2022 10:49:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |18]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000131"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Klugheit wird über dir wachen,</i></b></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Einsicht dich behüten,</i></b></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>indem sie dich vor dem Weg des Bösen bewahrt,</i></b></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>vor dem, der Verkehrtes redet.</i></b></span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><br></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Spr 2, 11 und 12</span></i></b></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Klugheit und Einsicht sind jetzt gefordert. Die meisten Übersetzungen sprechen von Besonnenheit. Es geht um eine Klugheit und Besonnenheit, die jede Ausweitung des Krieges verhindert.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Manche fordern immer wieder diese Ausweitung. Es könnten die sein, die Verkehrtes reden.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Ich bin dankbar für alle Politikerinnen und Politiker, die besonnen und einsichtig handeln; die sich nicht unter Druck setzen lassen; die sich einer Ausweitung des Krieges standhaft widersetzen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Gott möge sie segnen und vor dem Weg des Bösen bewahren.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 18 Mar 2022 09:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Soldaten Jesu Christi?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Geschichtliches"><![CDATA[Geschichtliches]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000130"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Soldaten Jesu Christi?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/03/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Manchmal merkt man erst, wenn man ältere Texte liest, was sich an der Lebenseinstellung und Denkweise der Menschen seither verändert hat. Auch in christlichen Veröffentlichungen wurde manchmal eine militärische Sprache verwendet, die das Denken jener Zeit widerspiegelt.</div><div><br></div><div>Der evangelische Theologe Heinrich Vogel (1902-1989) hat im Jahr 1936 ein Büchlein mit dem Titel <span class="fs14lh1-5"><i>Die eiserne Ration eines Christen </i></span>veröffentlicht. Am Ende des Buches gibt es ein Kapitel mit der Überschrift <span class="fs14lh1-5"><i>Kurze Instruktion für einen Soldaten Jesu Christi</i></span>, das auf sechs Seiten Merksätze und einen Liedtext enthält – in einer sehr militärischen Sprache. Das Buch wurde mehrmals neu aufgelegt, zuletzt im Jahr 1960.</div><div><br></div><div>Der Verfasser war keinesfalls ein stockkonservativer Christ, der an militärischen Traditionen hing oder gar den Krieg verherrlichte. Im Gegenteil: Heinrich Vogel war an leitender Stelle Mitglied der <span class="fs14lh1-5"><i>Bekennenden Kirche</i></span>, engagierte sich gegen die Nationalsozialisten, wurde mehrfach von ihnen inhaftiert und erhielt 1941 Schreibverbot. Seit 1946 war er Theologieprofessor in Berlin. Neben seinen theologischen Schriften schuf er auch mehrere geistliche Lieder, von denen einige in das <span class="fs14lh1-5"><i>Evangelische Gesangbuch</i></span> aufgenommen wurden. Vogel war Mitbegründer der <span class="fs14lh1-5"><i>Christlichen Friedenskonferenz</i></span> und erhielt im Jahr 1973 das <span class="fs14lh1-5"><i>Große Verdienstkreuz</i></span> der Bundesrepublik Deutschland (alles nach <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Vogel_(Theologe)" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>).</div><div><br></div><div>Umso mehr überrascht aus heutiger Sicht das letzte Kapitel des besagten Buches. Zweierlei ist mir beim Lesen dieses Kapitels aufgefallen.</div><div><br></div><div>Zum einen die militärische Sprache, die ja schon in der Überschrift <span class="fs14lh1-5"><i>Kurze Instruktion für einen Soldaten Jesu Christi</i></span> durchscheint. In den Merksätzen liest man unter anderem von der Waffe des Wortes Gottes, vom Befehl der Heiligen Schrift und der Befehlsgewalt Gottes, vom Fahneneid des Soldaten Christi, von Schlachten, Niederlagen und dem Sieg Christi, von Gottes Kampf in der Welt, der kein Verteidigungskrieg ist, sondern eine große Angriffsschlacht, von Gott dem rechten Krieger, vom Stehen des Christen an der Front, im Felde und an der Wand, von Schützengrabenerlebnissen, vom heißesten Gedränge, von des Feindes Übermacht, vom Marsch zur Auferstehung und davon, dass es in diesem Krieg keinen Waffenstillstand gibt.</div><div><br></div><div><div>Ich fühlte mich beim Lesen wirklich auf ein Schlachtfeld versetzt (was für ein Wort: das Feld, auf dem geschlachtet wird!). Und ich könnte mir vorstellen, dass der Verfasser das christliche Leben zu jener Zeit – 1936 – geradezu als einen Krieg gegen die gottlose „Welt" verstand, einen Krieg auf Leben und Tod, einen Krieg gegen die Übermacht der Gottlosigkeit, der man auf keinen Fall nachgeben darf, sondern sich mit allen Kräften widersetzen muss.</div><div><br></div><div><div>Heute dagegen sehen viele Menschen das Christentum in schöner Harmonie mit einer rein säkularen oder humanistischen Existenz – als gäbe es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen einer christlichen und einer nichtchristlichen Lebensweise. So schwankt die Betrachtung oft zwischen den Extremen hin und her, ohne ein angemessenes Verhältnis zwischen christlichem Glauben und nichtchristlicher Existenz herstellen zu können.</div><div><br></div></div><div>Außerdem fällt beim Lesen der Merksätze auf, dass es in ihnen keine Frauen gibt, sondern nur Soldaten, Männer und Brüder. Kein Wunder – der „Kriegsdienst" war ja bis vor wenigen Jahren in Deutschland noch Männersache.</div></div><div><br></div><div>Als männlich galt also nach dieser Weltanschauung offenbar der Kampf, die Gewalt, das Militärische – und auch die Verbreitung des Evangeliums. Deshalb gab es früher auch nur „Brüdergemeinden" (manche nennen sich heute noch so). Frauen kamen in kirchenleitenden Funktionen nicht vor – sie hatten bestenfalls zu dienen. Den Männern.</div><div><br></div><div>Bis 1957 war in Deutschland der Mann das Familienoberhaupt, der das Recht hatte, über das Leben der Ehe und Familie zu entscheiden, auch über Wohnort und Wohnung.</div><div><br></div><div>Im Neuen Testament hingegen spielen Frauen eine bedeutende Rolle. Um nur einige zu nennen: Unter denen, die Jesus nachfolgten, waren nicht nur die zwölf Jünger, sondern auch viele Jüngerinnen (Lk 8,1-3). Eine namentlich nicht genannte Frau salbte Jesus kurz vor seinem Tod mit kostbarem Öl (Mk 14,3-9). Frauen kamen als erste zum Grab Jesu, nachdem er auferstanden war, und überbrachten die Botschaft den Jüngern (Mk 16,1-8). Nach Mk 16,9 erschien der auferstandene Jesus als erstes Maria Magdalena. Und Jesus selbst übernahm die traditionelle Frauenrolle, als er sich als einen bezeichnete, der gekommen ist, um zu dienen (Mt 20,28).</div><div><br></div><div>All diese Züge des Neuen Testaments sind Kritik der patriarchalischen Kultur durch das Stilmittel der Erzählung. Die feministische Theologie macht seit einigen Jahrzehnten auf diese Züge aufmerksam. Sie ist dabei teilweise auch über das Ziel hinausgeschossen, wenn sie zum Beispiel von Jesa Christa oder der heiligen Geistin sprach.</div><div><br></div><div>Die traditionell männlich-militärisch geprägte Kultur bedarf offenbar der Korrektur durch traditionell weiblich-dienende Aspekte. So spricht zwar das Neue Testament vom <span class="fs14lh1-5"><b>Kampf</b></span>, nicht aber vom <span class="fs14lh1-5"><b>Krieg </b></span>des Glaubens (z.B. 1Tim 6,12). Es kennt auch die <span class="fs14lh1-5"><b>Waffen </b></span>des Kampfes, der Gerechtigkeit und des Lichts (2Kor 10,4; Röm 6,13; 2Kor 6,7; Röm 13,12), betont aber zugleich, dass diese Waffen nicht auf weltlicher Stärke und Weisheit beruhen, sondern gerade das bekämpfen, was sich selbst für groß und mächtig hält (2Kor 10,5). So besteht die „Waffenrüstung Gottes" in Glaube, Wahrheit, Heil, Gerechtigkeit, im Evangelium des Friedens und Wort Gottes (Eph 6,13-17) – keine todbringenden, sondern im Gegenteil lebenschaffende, dem Leben dienende Waffen.</div><div><br></div><div>Ganz ohne militärische Ausdrücke kommt also auch das Neue Testament nicht aus. Zu prägend für das Denken und die Sprache war offenbar zu allen Zeiten der Krieg. Aber indem das Neue Testament die Waffen des Krieges mit ganz neuen Bedeutungen füllt, unterläuft es die traditionelle Kriegsrhetorik.</div><div><br></div><div>Das Buch <span class="fs14lh1-5"><i>Die eiserne Ration eines Christen</i></span> erschien, wie gesagt, zuletzt 1960. Schon zehn Jahre später wäre es wohl unmöglich gewesen, das letzte Kapitel dieses Buches zu veröffentlichen (der Rest des Buches ist in anderer Sprache gehalten). Denn 1970 war die Zeit des Vietnamkriegs, der Studentenproteste und der beginnenden Durchsetzung von Frauenrechten.</div><div><br></div><div>Erst recht angesichts des Ukraine-Krieges erscheint es undenkbar, dass ein christliches Buch mit solchen Begriffen arbeitet. Christenmenschen kämpfen mit Versuchungen und Anfechtungen. Sie sind aber weder Krieger noch Soldaten und kämpfen auch nicht mit todbringenden Waffen, sondern mit dem verheißungsvollen und tröstlichen Wort Gottes und ihrem Vertrauen auf dieses Wort.</div><div><br></div><div>Trotz des jetzt tobenden Krieges kann man also feststellen: In den letzten gut 60 Jahren ist keinesfalls alles schlechter geworden. Manches in der Denk- und Lebensweise der meisten Menschen hat sich zum Guten hin verändert. Dazu gehört auch, dass militärisches Gedankengut unser Denken und Reden heute nicht mehr so stark prägt wie früher. Und dafür können wir dankbar sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 17 Mar 2022 12:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |17]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000012F"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Das Herz allein kennt seinen Kummer,</i></b></span></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>und seine Freude kann kein Fremder teilen.</i></b></span></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i><br></i></b></span></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><span class="cf1"><b><i>Sprüche 14,10</i></b></span></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Was du fühlst, kann kein anderer Fühlen. Keiner empfindet deinen Kummer, keiner deine Freude so wie du.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Darum musst du dich deines Kummers oder deiner Freude nicht schämen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wenn dir der Krieg Kummer bereitet, dann musst du dich vor niemandem dafür rechtfertigen. Aber du kannst mit deinem Kummer umgehen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Du kannst dich der täglichen Berichterstattung entziehen. Du musst dir die Bilder nicht ansehen. Du musst das Leid nicht zu dicht an dich heranlassen. Du entscheidest, was du wahrnehmen willst und was nicht.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Du musst deine Entscheidung nicht verteidigen. Denn dein Herz allein kennt deinen Kummer.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 16 Mar 2022 21:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |16]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000012D"><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Wir wissen ja: Die ganze Schöpfung seufzt und stöhnt vor Schmerz wie in Geburtswehen – bis heute. Und nicht nur sie: Uns geht es genauso! Wir haben zwar schon als Vorschuss den Geist Gottes empfangen. Trotzdem seufzen und stöhnen auch wir noch in unserem Innern. Denn wir warten ebenso darauf, dass Gott uns endgültig als seine Kinder annimmt. Dabei wird er auch unseren Leib von der Vergänglichkeit erlösen. Denn wir sind zwar gerettet, aber noch ist alles erst Hoffnung. Und eine Hoffnung, die wir schon erfüllt sehen, ist keine Hoffnung mehr. Wer hofft schließlich auf das, was er schon vor sich sieht? Wir aber hoffen auf etwas, das wir noch nicht sehen. Darum müssen wir geduldig warten.</i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Paulus, Brief an die Römer 8,22-25</i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Das Seufzen und Stöhnen vor Schmerz scheint kein Ende zu nehmen. Es gehört offensichtlich zur von Gott abgefallenen Schöpfung dazu. Wir müssen damit leben. Besonders gerade die Menschen in der Ukraine, die Flüchtlinge, die zum Kampf gezwungenen Soldaten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir sehnen uns mit ihnen nach der Erlösung von diesem Seufzen und Stöhnen. Wir strecken uns aus nach einem Leben ohne all die Schmerzen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Und wir haben die Hoffnung, dass unsere Sehnsucht sich erfüllen wird. Wir haben die Erfüllung noch nicht vor Augen. Aber wir hoffen auf das, was wir noch nicht sehen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Herr, lass uns geduldig warten auf ein Ende des Seufzens und Stöhnens im Krieg – und schließlich auf die endgültige Erlösung davon.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5 cf2">Quelle: Basis-Bibel.</span></div></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 15 Mar 2022 15:08:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |15]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000012C"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Gib Frieden, Herr, gib Frieden,</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">die Welt nimmt schlimmen Lauf.</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Recht wird durch Macht entschieden,</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">wer lügt, liegt oben auf.</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Das Unrecht geht im Schwange,</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">wer stark ist, der gewinnt.</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wir rufen: Herr, wie lange?</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Hilf uns, die friedlos sind.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Gib Frieden, Herr, wir bitten!</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die Erde wartet sehr.</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Es wird so viel gelitten,</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">die Furcht wächst mehr und mehr.</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die Horizonte grollen,</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">der Glaube spinnt sich ein.</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Hilf, wenn wir weichen wollen,</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und lass uns nicht allein.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Gib Frieden, Herr, gib Frieden:</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Denn trotzig und verzagt</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">hat sich das Herz geschieden</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">von dem, was Liebe sagt!</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Gib Mut zum Händereichen,</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">zur Rede, die nicht lügt,</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und mach aus uns ein Zeichen</span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">dafür, dass Friede siegt.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jürgen Henkys</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Es ist gut, in der Not rufen zu können: Herr, lass uns nicht allein!</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Lüge, Unrecht und Gewalt scheinen den Weltlauf zu bestimmen. Und wir fragen: Herr, wie lange?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wie wissen es nicht. Aber wir können darauf vertrauen, dass Gott das, was unmöglich erscheint, möglich machen kann: dass sich Feinde die Hände reichen und dass der Friede siegt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Trotz der menschlichen Verlorenheit wollen wir vertrauen, trotz des tobenden Bösen die Hoffnung niemals aufgeben: Gib Frieden, Herr, gib Frieden! Hilf uns, die friedlos sind!</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Evangelisches Gesangbuch der Ev. Kirche im Rheinland, der Ev. Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche, Gütersloh 1996, Nr. 430, Strophen 1, 2 und 4. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 13 Mar 2022 10:44:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |14]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000012B"><div><br></div><div><div><span class="cf1">Der Krieg tötet und schädigt nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern er belastet auch uns, die wir weit weg vom Geschehen sind.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1">Wir mögen die Bilder der leidenden Menschen nicht mehr sehen. Wir können die endlosen Diskussionen nicht mehr ertragen. Wir wollen die scharfen Äußerungen mancher Politiker nicht mehr hören.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1">Manche können nicht mehr gut schlafen. Andere werden schwermütig. Wieder andere sind einfach nur müde und kraftlos. Denn der Krieg sitzt fest im Hinterkopf und lässt sich nicht vertreiben.</span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf2">Ja, die Welt ist dunkel. [...] Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regimente! Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich auch in den dunkelsten Augenblicken! Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt! Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht! – Es wird regiert!</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf2"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf2">(Der evangelische Theologe Karl Barth in seinem letzten Telefongespräch mit seinem Freund Eduard Thurneysen am 9.12.1968, dem Vorabend seines Todes)</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf1">Vom Himmel her also wird regiert. Wir können es nicht sehen, aber Gott lässt uns nicht fallen. Darum gibt es Hoffnung, was immer auch geschieht; Zuversicht auch in den dunkelsten Augenblicken. Für alle Menschen: die Soldaten, die Zivilisten, die Sterbenden. Und auch für uns, die wir weit weg vom Geschehen leiden.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1">In den Momenten der Unruhe können wir uns sagen: Herr, du bist bei den Elenden. Du bist auch bei mir, und du bleibst bei mir. Du wirst für mich sorgen. Auch im Schlimmsten bin ich von dir nicht verlassen. Darum muss ich mich nicht fürchten.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5 cf1">Quelle: Friedensgebet. Hg. vom Gottesdienstinstitut der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. S. 21.</span></div></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 12 Mar 2022 18:28:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Martin Luther King in Berlin]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000012A"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Martin Luther King in Berlin</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/03/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Als ich vor einigen Monaten durch Berlin Mitte schlenderte, ich weiß gar nicht mehr, mit welchem Ziel, fiel mein Blick auf eine Schautafel, die an einer Querstraße angebracht war, einer engen Gasse, an deren Ende sich diese Kirche erhob und alle Häuserfronten überragte. Die Schautafel zeigte ein Bild Martin Luther Kings und darunter folgende Inschrift:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Martin Luther King jr. predigte am Abend des 13. September 1964 in dieser Kirche.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der afroamerikanische Menschenrechtler und Baptistenpastor hatte bei einem Besuch West-Berlins darauf bestanden, auch Ost-Berlin zu besuchen, und mahnte:</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Auf beiden Seiten der Mauer leben Gottes Kinder, und keine durch Menschenhand gemachte Grenze kann diese Tatsache auslöschen."</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Gemeinde antwortete mit dem Gospel: „Let my people go." ["Lass mein Volk ziehen." Mit diesen Worten forderte Mose den Pharao von Ägypten auf, das Volk Israel aus der Sklaverei zu entlassen; siehe z.B. Ex/2Mo 5,1.]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der damalige Generalsuperintendent Gerhard Schmitt hatte Dr. King zunächst in die Marienkirche und anschließend hier in die Sophienkirche eingeladen. Beide Gottesdienste waren restlos überfüllt, obwohl Kings Besuch in Ost-Berlin nicht öffentlich bekannt gemacht wurde.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Martin Luther King war der erste Bürgerrechtler aus den USA, der in die DDR kam und den zunehmend isolierten Menschen Mut machte:</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Wo Menschen die Mauern der Feinschaft abbrechen, die sie von ihren Brüdern trennen, da vollendet Christus sein Amt der Versöhnung."</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Im selben Jahr erhielt King den Friedensnobelpreis für seinen Kampf gegen den Rassismus. Am 4 April 1968 wurde er erschossen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Eine zweite Schautafel erläuterte, dass Martin Luther King nach seinem Aufenthalt in Westberlin überraschend für die DDR-Behörden nach Ostberlin kam und dort ohne vorherige Ankündigung in der Marienkirche predigte. Der Ansturm war so groß, dass über 1.000 Menschen keinen Einlass in die völlig überfüllte Kirche fanden und deshalb draußen standen. So wurde kurzfristig ein zweiter Gottesdienst in der Sophienkirche organisiert, wo King dieselbe Predigt noch einmal hielt.</div><div><br></div><div>Ein weiterer Auszug aus der Predigt wird zitiert:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>„So wie wir der Beweis dafür sind, dass verschiedene Rassen trotz ihrer Unterschiede zusammenleben können, so erprobt ihr die Möglichkeit, dass zwei Ideologien, die um die Weltherrschaft konkurrieren, zusammen existieren können. Wenn es überhaupt Menschen auf der Erde gibt, die dies aufgrund ihres Schicksals verstehen, dann sind es die Einwohner von Ost- und West-Berlin."</i></span></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010501.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Martin Luther King erkannte, dass alle Menschen Gottes Kinder sind. Mauern und Grenzen, die Trennungen vollziehen, sind menschengemacht. Sie entsprechen nicht dem Willen Gottes. Denn vor Gott sind alle Menschen gleichermaßen seine geliebten Kinder – und damit sind sie alle Schwestern und Brüder.</div><div><br></div><div>Alle Versuche, Menschen gegeneinander aufzuhetzen und Spaltungen hervorzurufen, können nichts an der Tatsache ändern, dass sie Schwestern und Brüder sind.</div><div><br></div><div>Das heißt gerade heute: Wo Menschen aufeinander schießen, töten sie ihre Schwestern und Brüder. Wo hingegen „Menschen die Mauern der Feinschaft abbrechen", dort geschieht Versöhnung – aber nicht einfach eine Versöhnung unter Menschen, sondern die Versöhnung, die eine Folge der Versöhnung aller Menschen mit Gott ist. Diese Versöhnung hat Christus vollzogen. Er versöhnte nicht einige auserwählte oder glaubende Menschen mit Gott, sondern die ganze Welt (2Kor 5,19).</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010500.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Bemerkenswert ist, dass King von <span class="fs14lh1-5"><b>zwei </b></span>Ideologien spricht, „die um die Weltherrschaft konkurrieren" – die Ideologie des Kommunismus und die des Kapitalismus. Unterschiedliche Wirtschaftsysteme und politische Systeme können nebeneinander existieren. Was aber nur schwerlich nebeneinander existieren kann, ist das Streben verschiedener Staaten nach einer Ausdehnung des eigenen Herrschaftsbereichs – der Imperialismus.</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Imperialismus zeugt von der Gottlosigkeit der Menschen. Denn er will Macht über seine Schwestern und Brüder erlangen und widerspricht damit der Versöhnung, die durch Jesus Christus geschehen ist.</span></div><div><br></div><div>Martin Luther King sah, dass nicht nur der Ostblock imperialistische Ansprüche hatte, sondern auch die westlichen Staaten. Auch heute versuchen Großmächte und Bündnisse, ihren Machtbereich zu vergrößern. Das wird natürlich von keiner Seite zugegeben. Jede Seite reklamiert für sich selbst, keine imperialistischen Absichten zu haben, und bezeichnet die jeweils andere Weltanschauung als gefährliche Ideologie. So ist es heute wie damals, als Martin Luther King sprach. Doch es gibt viele Belege dafür, dass Großmächte und Bündnisse auch heute noch imperialistisch handeln und ihren Machtbereich auszudehnen versuchen.</div><div><br></div><div>Nur die Ehrlichkeit gegenüber uns selbst kann uns vor solchem Fehlverhalten bewahren. Darum sagte Jesus: „Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?" (Mt 7,3; Lk 6,41) Das gilt auch im Verhältnis der Staaten zueinander. Zur Feindesliebe (Lk 6,35) und zur Ehrlichkeit, die über den anderen nicht ungerecht urteilt (Mt 7,1; Lk 6,37), gehört auch, den eigenen Staat kritisch in den Blick zu nehmen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Baptistenpastor aus den Vereinigten Staaten tat das: Er war in seinem Land ein Streiter für Gerechtigkeit, die den Schwarzen widerfahren sollte.</span> Er wollte ungerechte und einseitige Sichtweisen abbauen. Das geht nur, wenn man den Balken im eigenen Auge wahrnimmt.</div><div><br></div><div>Martin Luther King wurde nur 39 Jahre alt. Er wurde mutmaßlich von einem amerikanischen Rassisten erschossen. Doch seine Stimme wird noch heute gehört – von allen, die sie hören wollen.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-2" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010499.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 12 Mar 2022 09:17:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |13]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000129"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Man muss beten, als ob alles Handeln nichts nützt,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und handeln, als ob alles Beten nichts nützt.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Martin Luther</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Es gibt Menschen, die beten, ohne entsprechend zu handeln. Sie vergessen, dass Gott auch durch sie wirken möchte.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Es gibt andere Menschen, die handeln, ohne entsprechend zu beten. Sie vergessen, dass ihr Handeln ohne Gottes Segen vergeblich bleiben muss.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Darum lasst unser Handeln im Beten seinen Grund haben und unser Beten im Handeln sein Ziel. </span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ewiger Gott aller Menschen,</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">wir bitten dich für die Menschen in der Ukraine, schütze sie und lass sie spüren, dass überall auf der Welt Menschen für sie beten.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wir bitten dich für die Verantwortlichen der Gewalt, schenke ihnen Einsicht, dass Krieg keine Probleme löst, sondern nur neue schafft. Schenke ihnen und uns allen einen Geist des Friedens, der uns Wege finden lässt, den Wahnsinn zu beenden.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wir bitten dich, stärke unseren Glauben, stärke unsere Hoffnung und stärke unsere Liebe.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Auf dich, Herr, hoffen und vertrauen wir. Schenke uns Frieden, mache uns zum Werkzeug deines Friedens.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Amen.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: </span><span class="fs11lh1-15 cf2"><span class="imUl"><a href="https://www.theology.de/service/newsletterarchiv/aktuell/newsletter-03-2022.php" target="_blank" class="imCssLink">www.theology.de</a></span></span><span class="fs11lh1-15 cf2">. Das Gebet ist von Otto Ziegelmeier.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 11 Mar 2022 15:48:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |12]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000128"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Es ist ein merkwürdiges, doch einfaches Geheimnis der Lebensweisheit aller Zeiten, dass jede kleinste selbstlose Hingabe, jede Teilnahme, jede Liebe uns reicher macht, während jede Bemühung um Besitz und Macht uns Kräfte raubt und ärmer werden lässt. [...] Ihr möget es mit Jesus halten oder mit Plato, mit Schiller oder mit Spinoza, überall ist das die letzte Weisheit, dass weder Macht, noch Besitz, noch Erkenntnis selig macht, sondern allein die Liebe. Jedes Selbstlossein, jeder Verzicht aus Liebe, jedes tätige Mitleid, jede Selbstentäußerung scheint ein Weggeben, ein Sichberauben, und ist doch ein Reicherwerden und Größerwerden, und ist doch der einzige Weg, der vorwärts und aufwärts führt. Es ist ein altes Lied, und ich bin ein schlechter Sänger und Prediger, aber Wahrheiten veralten nicht und sind stets überall wahr, ob sie nun in einer Wüste gepredigt, in einem Gedicht besungen oder in einer Zeitung gedruckt werden.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Hermann Hesse</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die Menschen, die in die Tiefe spürten, haben wohl immer um dieses Geheimnis gewusst: In der Liebe, in der wir uns weggeben an andere, empfangen wir uns. Im Hass aber, in dem wir uns ausdehnen und andere verdrängen, verlieren wir uns.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Jesus sagte: "Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden." Das Wort steht in verschiedenen Versionen insgesamt sechs Mal im Neuen Testament. Das zeugt von seiner Wichtigkeit.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die schwerste Erprobung der Liebe ist die Feindesliebe. In ihr zeigt sich, ob die Liebe wahrhaft Liebe ist. Feindesliebe tut not gerade dort, wo Hass, Verachtung und Gewalt sich ausbreiten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Nachtgedanken. Späte Einsichten mit Hans-Joachim Kuhlenkampff. Herausgegeben von Jürgen Lehmann. F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung, 2. Aufl. München / Berlin 1987. S. 53f. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 10 Mar 2022 20:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |11]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000127"><div><br></div><div><div><span class="cf1">Gestern Abend hat Polen angeboten, alle seine alten MiG-29 Kampfjets an die Ukraine zu übergeben. Amerikanische Kongressabgeordnete hatten diesen Schritt unterstützt. Die Flugzeuge sollten über die US-Basis Ramstein in Rheinland-Pfalz an die Ukraine weitergeleitet werden. Das hätte die Gefahr heraufbeschworen, dass sich der Krieg zu einem Weltkrieg ausweitet.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1">Heute Morgen kam die erleichternde Meldung, dass die Vereinigten Staaten eben aus diesem Grund den polnischen Vorschlag abgelehnt haben. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entscheidung Bestand hat.</span></div><div><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="cf2"><span class="fs18lh1-5 ff1">Lobet den H</span><span class="fs16lh1-5 ff1">ERRN</span><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">, denn der H</span><span class="fs16lh1-5">ERR</span><span class="fs18lh1-5"> ist gütig;</span></span></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf2">lobsinget seinem Namen, denn er ist freundlich!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="cf2"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">Ja, ich weiß: Der H</span><span class="fs16lh1-5">ERR</span><span class="fs18lh1-5"> ist groß,</span></span></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf2">und er ist unser Herr über alle Götter.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="cf2"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">Alles, was er will, vollbringt der H</span><span class="fs16lh1-5">ERR</span></span></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf2">im Himmel und auf Erden,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf2">im Meer und in allen Tiefen.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf2"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf2">Psalm 135,3.5.6</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div></div></blockquote><div><br></div><div><div><span class="cf1">Das Meer und die Tiefen symbolisieren für den antiken Menschen das Lebensbedrohliche. Auch in dieser Dimension des Lebens vollbringt Gott, der Gütige und Freundliche, was er will.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1">Es ist besser, in der Hand dieses „Herrn über alle Götter" zu sein als in der Hand böser und zerstörerischer Mächte und Gewalten.</span></div></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 09 Mar 2022 14:45:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--11</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |10]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000126"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">"Es scheint mir, dass der Versuch der Natur, auf dieser Erde ein denkendes Wesen hervorzubringen, gescheitert ist." (Max Born 1968) Kein Raubtier erreicht die Stufe der Bestialität, der Ruchlosigkeit und der zynischen oder tückischen Wut, mit der der Mensch im Namen der Zivilisation zu morden, zu vernichten, auszurotten, zu unterdrücken, zu erpressen, zu knechten und auszubeuten versteht. Man muss an Gott glauben, wenn man den Glauben an die verborgene Zukunft des Menschengeschlechtes nicht verlieren soll. Empirisch lässt sich die Hoffnung nicht mehr begründen, dass aus der Schändung von allem, was heilig ist, dass aus Niedertracht, Dummheit, Gier, Rohheit und Barbarei noch ein Segen für die Zukunft der Welt hervorgehen kann.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Georg Picht</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Woher kommt Hoffnung, wenn man die zerstörerische Gewalt wahrnimmt, die durch die Jahrtausende hindurch vom Menschen ausgeht und kein Ende zu nehmen scheint?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Worin soll Segen für die Zukunft der Welt gründen, der nicht zugleich Fluch bedeutet, weil der denkende Mensch alles, wirklich alles seiner Güte und Heiligkeit berauben kann?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Man kann wohl von einer Menschheit, welche ihre Möglichkeiten ins Maßlose gesteigert hat und zugleich diese Möglichkeiten teuflisch missbraucht, keine segensreiche Zukunft erwarten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Der Segen muss von Gott kommen. Und nur die Glaubenden wissen um ihn. Sie vertrauen darauf, dass Gott auch in Zeiten, in denen der Fluch groß wird, der Welt seinen Segen nicht auf Dauer versagen wird.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Friedrich Schorlemmer (Hg.): Was protestantisch ist. Große Texte aus 500 Jahren. Herder Verlag Freiburg u.a. 2010. S. 192. Dort zitiert nach: Georg Picht: Mut zur Utopie. Piper Verlag, München 1969. S. 143. Copyright: Robert Picht.</span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 08 Mar 2022 20:27:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Propheten des Alten Testaments (Teil 2)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000125"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Botschaft der Propheten (Teil 2)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/03/2022</span></div><div><br></div><div>Im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-propheten-des-alten-testaments--teil-1" class="imCssLink">ersten Teil</a></span> dieses Artikels ging es um die Kritik der Propheten an der Religionsausübung, an den sozialen Verhältnissen und an politischen Bündnissen. Die Verlogenheit der Gesellschaft, das herrschende Unrecht und das mangelnde Gottvertrauen wurden von ihnen schonungslos angeprangert. Wir haben bereits gesehen, dass die Propheten als Folge des menschlichen Fehlverhaltens Unheil ankündigten. Sie haben aber auch das Heil für Israel nicht ausgeschlossen. Wie sind die Unheils- und Heilsankündigungen näher zu verstehen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Ankündigung von Unheil und Heil</div><div><br></div><div>Es gibt zum einen Unheil, das sich direkt aus dem Fehlverhalten von Menschen ergibt, zum Beispiel wenn aus dem Liebäugeln mit einer Großmacht folgt, dass diese Großmacht sich das Land einverleibt. Es gibt zum anderen aber auch Unheil, das in keinem direkten Zusammenhang mit dem Fehlverhalten von Menschen steht, zum Beispiel wenn falsche Propheten das soziale Unrecht ignorieren, später aber das Land im Krieg verwüstet wird.</div><div><br></div><div>All das Unheil, das im Namen Gottes angekündigt wird, dient aber nicht einer Strafe, die einfach nur zerstören will. Gott ist kein Gott, der Freude am Zerstören hat. Wenn er zerstörerisch wirkt, dann zu dem Zweck, den Menschen ihr Unrecht und ihre falsche Sicherheit bewusst zu machen und sie zur Umkehr zu bewegen. Es ist unsere menschliche Tragik, dass wir manchmal erst dann ins Nachdenken kommen, wenn die heile Welt zerbricht, mit der wir uns selbst täuschen. Erst im Leid finden wir den Weg zu Gott. So war es wohl zu allen Zeiten.</div><div><br></div><div>In der heutigen Situation des Ukraine-Krieges möchte ich hinzufügen, dass natürlich nicht <span class="fs14lh1-5"><b>jedes </b></span>Unheil von Gott gewollt ist oder gar bewirkt wird. Es gibt viel Unheil in der Welt, das Gott <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>will. Ja, eigentlich will er gar kein Unheil, sondern nur Gutes für seine Geschöpfe. Aber es bleibt ihm manchmal wohl kein anderer Weg, als Leid über uns zu bringen, damit wir die verkehrten Wegen, die wir eingeschlagen haben, verlassen und wieder gute Wege gehen.</div><div><br></div><div>Das Unheil, das Gott verfügt (und nur das!), dient also letztlich unserem Heil. Das ist nicht zynisch gemeint, sondern tröstlich. Wenn wir den Trost auch nicht verspüren, sondern im Unheil einfach nur schreien können: Im Glauben können wir davon ausgehen, dass Gott nicht gerne Unheil verfügt, sondern dass er sogar selbst darunter leidet – und das heißt auch: <span class="fs14lh1-5"><b>mit uns</b></span> leidet. Besonders im Jeremiabuch wird deutlich, wie sehr Gott selbst unter dem Unheil leidet, das er über das Volk Israel verhängen muss, damit es zu ihm umkehrt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Gewalttat über Gewalttat, Trug über Trug! Sie wollen mich nicht kennen", spricht Jahwe. Darum spricht Jahwe der Heerscharen: „Siehe, ich will sie schmelzen, will sie prüfen. Wie sollte ich denn sonst verfahren wegen des Verhaltens meines Volkes? Ein tödlicher Pfeil ist ihre Zunge, Trug ist die Rede ihres Mundes; friedsam redet man mit dem Nächsten, aber im Herzen hegt man gegen ihn Arglist. Sollte ich dergleichen nicht an ihnen ahnden?" spricht Jahwe. „Sollte ich mich nicht rächen an einem solchen Volk? Über die Berge muss ich anheben Weinen und Totenklage, über die Weideplätze in der Steppe klagen. Wüst liegen sie, da geht kein Wanderer; man hört keinen Laut der Herde. Die Vögel des Himmel und das Wild, fort sind sie alle, entflohen."</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Jer 9,5-9)</span></i></div><div><br></div><div>Die Schuld des Volkes kann nicht einfach auf sich beruhen, Gott nicht einfach ein Auge zudrücken. Das würde auch die Not der Opfer nicht ernst nehmen. Er muss das Unheil ahnden, „rächen" – in dem Sinne, dass er das Volk zur Verantwortung zieht. Aber gerade dies lässt Gott weinen und klagen.</div><div><br></div><div>Wie sehr Gottes Leiden unter dem Unheil ihn dazu bringt, dass er mit sich selber kämpft und sich schließlich doch wieder über das Volk erbarmt und ihm Heil gewährt, zeigen zwei eindrucksvolle Texte Jeremias und des Propheten Hosea:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Ist eigentlich Ephraim [= das Nordreich Israel] mein teurer Sohn, ist er mein Lieblingskind? Sooft ich von ihm rede, muss ich immerfort seiner gedenken; darum stürmt mein Herz ihm entgegen, ich muss mich seiner erbarmen", spricht Jahwe.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Jer 31,20)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Wie könnte ich dich preisgeben, Ephraim, dich ausliefern, Israel? [...] Mein Herz kehrt sich um in mir, all mein Mitleid ist entbrannt. Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken, will Ephraim nicht verderben. Denn Gott bin ich und nicht ein Mensch, heilig [bin ich] in deiner Mitte, doch nicht ein Vertilger. Jahwe werden sie folgen, wenn er brüllt wie ein Löwe. [...] Wie Vögel eilen sie zitternd herzu aus Ägypten, wie Tauben aus dem Lande Assyrien; und ich will sie zurückbringen zu ihren Häusern", spricht Jahwe.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Hos 11,8a.9.10a.11)</span></i></div><div><br></div><div>Gottes Liebe treibt ihn dazu, sich wieder über sein Volk zu erbarmen, auch wenn es ohne einen Leidensweg Israels nicht abgeht. Durch das Leid hindurch wird das Volk zu Gott zurückfinden, und am Ende steht das Heil: Die ins Exil Geführten werden in ihre Heimat zurückkehren und sich dort zu Gott bekennen, so wie Gott sich zu ihnen bekennt (Hos 2,20-25).</div><div><br></div><div>Was haben die Unheils- und Heilsankündigungen der Propheten uns zu sagen? Sie können uns mahnen, Gottes Rufe zur Umkehr nicht zu überhören. Es mag „Wegzeichen" geben, mit denen uns Gott auf einen anderen Weg rufen will: Worte, Gefühle, Gedanken, Ereignisse. Gott kann auf vielfältige Weise zu uns sprechen. Wir können diese „Wegzeichen" wahrnehmen, darüber nachdenken, uns austauschen, unsere Gedanken an den Aussagen der Bibel messen und Gott bitten, uns auf rechtem Weg zu führen.</div><div><br></div><div>So verschließen wir nicht die Augen vor dem, was falsch läuft. Wir machen uns klar, dass es nicht einfach um unser eigenes gutes Leben geht, sondern um ein gutes Leben für alle. Wir nehmen uns selbstkritisch in den Blick. Und vielleicht verhindern wir, dass Gott uns ins Leid führen muss, damit wir seinen Weisungen folgen und ihn wieder ernst nehmen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Ankündigung eines alles umfassenden Heils</div><div><br></div><div>Die Heilsvorstellungen, von denen die Propheten sprachen, machten eine Entwicklung durch. Zunächst kündigten die Propheten für die Zukunft bessere Lebensverhältnisse in den Staaten Israel und Juda an (z.B. Hos 11,8-11; Jes 30,18-21). Als es dann etwa 300 Jahre später keine Staaten Israel und Juda mehr gab und die Oberschicht des Volkes im babylonischen Exil lebte, stellten die Propheten ein Heil in Aussicht, das die ganze Welt umfasst.</div><div><br></div><div>Die Worte des Propheten, der als „zweiter Jesaja" bezeichnet wird und der im babylonischen Exil wirkte, sind in Jes 40-55 gesammelt. Bei ihm gibt es nur noch <span class="fs14lh1-5"><b>Heilsankündigungen </b></span>für Israel (die übrigens auch für uns schön zu lesen sind). Der Prophet verkündete, dass nicht nur die Israeliten, sondern „alle Enden der Erde" sich einmal zu Gott bekennen werden (Jes 45,22-25). Nach dem Ende des Exils, als die Heimgekehrten in den Trümmern Jerusalems hausten, spielte beim „dritten Jesaja" (Jes 56-66) die Verheißung eine große Rolle, dass die Stadt wieder zu einem reichen und lebenspendenden Ort aufgebaut werden wird (z.B. Jes 58,11f).</div><div><br></div><div>Die Prophetenbücher wurden mehrfach überarbeitet – nicht, um sie zu verfälschen, sondern um sie für die spätere Zeit zu aktualisieren und zu ergänzen. Die Vorstellung, dass das Werk eines Autors nicht verändert werden darf, weil es geistiges Eigentum ist, gab es damals noch nicht. Man stellte sich vielmehr bewusst in die Tradition des Propheten und aktualisierte seine Botschaft.</div><div><br></div><div>Nach dem babylonischen Exil kam es vor allem darauf an, dem Volk Hoffnung zu machen. So wurden den Prophetenbüchern zusätzliche Heilsankündigungen eingefügt, auch den Büchern, die zuerst nur Unheilsankündigungen enthielten (das wird oft angenommen für Amos, Micha und Zephania). Ich interpretiere diese Ergänzungen so, dass Gott auf Unheil immer Heil folgen lässt. Gottes letztes Wort ist nicht Unheil, sondern Heil; das zeigen die später eingefügten Texte.</div><div><br></div><div>Eine wichtige Ergänzung zum Jeremiabuch ist Jer 31,31-34:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Siehe, es kommen Tage", spricht Jahwe, „da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund, nicht einen Bund, wie ich ihn mit ihren Vätern schloss zu der Zeit, da ich sie bei der Hand nahm, sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, ich aber habe sie verworfen", spricht Jahwe. „Nein, das ist der Bund, den ich nach jenen Tagen mit dem Haus Israel schließen will", spricht Jahwe: „Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und es ihnen ins Herz schreiben; ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Da wird keiner mehr den andern, keiner seinen Bruder belehren und sprechen: ,Erkennt Jahwe!' sondern sie werden mich alle erkennen, klein und groß", spricht Jahwe; „denn ich werde ihre Schuld verzeihen und ihrer Sünden nicht mehr gedenken."</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Text spricht davon, dass Gott mit Israel einen neuen Bund schließen wird, in dem alle Menschen Gottes Weisungen erfüllen werden, weil sie ihnen von Gott selbst ins Herz geschrieben sind. Von innen heraus also werden alle Israeliten Gott erkennen und dementsprechend handeln, ohne dass sie sich darum bemühen müssten. Diese Passage ist für das Christentum besonders wichtig, weil es den neuen Bund in Jesus Christus erfüllt sieht: Er wirkt in den Glaubenden und bewegt ihr Denken und Handeln zum Guten.</div><div><br></div><div>Es ist deutlich, dass diese Verheißung noch nicht in Vollkommenheit erfüllt ist; denn auch die Glaubenden tun nicht selbstverständlich Gutes. Wie auch bei den folgenden Verheißungen bleibt bei diesen Heilsankündigungen immer ein unerfüllter Rest übrig, der noch auf Verwirklichung wartet. Das gilt auch für folgenden Text:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde; man wird der früheren Dinge nicht mehr gedenken, und niemand wird sich ihrer mehr erinnern, sondern man wird frohlocken und jubeln auf ewig über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich wandle Jerusalem zu Jubel um und sein Volk zu Frohlocken. [...] Den Laut des Weinens und den Laut der Klage soll man in Zukunft nicht hören. Es wird dort kein Kind mehr nur wenige Tage leben, kein Greis wird sein, der seine Tage nicht erfüllt; denn als jung wird gelten, wer mit hundert Jahren stirbt, und wer sündigt, wird mit hundert Jahren erst vom Fluch getroffen. [...] Sie werden nicht umsonst sich mühen und nicht Kinder zeugen für frühen Tod; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten Jahwes, und ihre Sprösslinge bleiben ihnen. Und ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich erhören. Wolf und Lamm werden einträchtig weiden, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind [...]. Nichts Böses und Verderbliches wird man tun auf meinem ganzen heiligen Berg", spricht Jahwe. </span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Jes 65,17f.19b.20.23-25)</span></i></div><div><br></div><div>Es ist deutlich, dass hier Verhältnisse angekündigt werden, die auf dieser Welt gar nicht möglich erscheinen. Die irdischen Gegebenheiten werden in solchen Texten überschritten in Richtung eines Lebens, das man sich nur unter einem neuen Himmel und auf einer neuen Erde vorstellen kann.</div><div><br></div><div>In den Umkreis dieser Texte gehören auch die sogenannten Messiasverheißungen – die Verheißungen eines Königs, unter dessen Herrschaft solche wunderbaren Verhältnisse eintreten werden, wie sie eben schon beschrieben wurden (Jes 9,1-6; 11,1-9; Mi 5,1-5; Sach 9,9f). Im Christentum werden diese Verheißungen auf Jesus Christus bezogen und in den Weihnachtsgottesdiensten verlesen.</div><div><br></div><div>Interessant ist, dass in diesen Verheißungen von einem „Messias" (= Gesalbten) gar nicht ausdrücklich die Rede ist. Umgekehrt geht es in den Texten des Alten Testaments, die von einem Messias sprechen, gar nicht um einen zukünftigen Herrscher, sondern von einem gegenwärtigen König oder einer anderen gesalbten Person.</div><div><br></div><div>Im Judentum zur Zeit Jesu gab es die Erwartung eines Messias, der das Heil bringen sollte, ohne eine konkrete historische Gestalt mit ihm zu identifizieren. Das frühe Christentum bezeugte dann Jesus als Messias bzw. Gesalbten (griechisch <span class="fs14lh1-5"><i>christós </i></span>/ Christus). Diese Bezeichnung verbreitete sich offenbar so schnell im Christentum, dass sie zur häufigsten Bezeichnung für Jesus wurde und in keiner Schriftengruppe des Neuen Testaments fehlt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Prophetie heute</div><div><br></div><div>Die prophetischen Texte des Alten Testaments haben viel mit Kritik an sündigen Verhältnissen zu tun und mit deren zerstörerischen Folgen. Sie haben aber auch viel mit Hoffnung trotz sündiger und leidvoller Verhältnisse zu tun.</div><div><br></div><div>Von überall her hören wir, dass Menschen etwas tun <span class="fs14lh1-5"><i>for a better world</i></span> (für eine bessere Welt). Hoffnungen werden also in unserer Welt laufend produziert – und bleiben unerfüllt. Doch der Mensch, der sich anschickt, sich sein Heil selber zu schaffen, verbannt die Verheißungen Gottes in den Raum der Illusion. Von daher stellt sich jedem Menschen die Frage, ob er seine Hoffnungen auf Gott setzt oder auf menschengemachte Heilserwartungen.</div><div><br></div><div>Wenn wir unsere Hoffnungen auf Gott setzen, bedeutet das aber nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen könnten, weil Gott ja alles mache. Im Gegenteil: Die Hoffnung auf das, was Gott schaffen wird, soll schon jetzt unser Handeln prägen. Das Ziel zeigt uns, wohin die Reise geht, und weist uns den Weg. Wir sollen Gott sozusagen den Weg bereiten, soweit das in unserer Macht steht (Jes 40,3; Mt 3,3). So soll die vollkommene Gemeinschaft mit Gott und aller Kreatur schon jetzt in aller Vorläufigkeit Wirklichkeit werden.</div><div><br></div><div>Prophetie gab es im alten Israel nur etwa 500 Jahre lang – dann verstummte sie. Ihre Absichten leben aber weiter, wenn Menschen heute mit Weitblick und Liebe zu Gottes Kreaturen vor den zerstörerischen Folgen unseres Handelns warnen.</div><div><br></div><div>Für ein Leben im Einklang mit Gottes Liebe kann uns Jesus Christus ein Beispiel sein, der mehr als ein Prophet war (Mt 12,42). Denn mit ihm hat die umfassende Herrschaft Gottes bereits begonnen. Wir kommen von der Gottesherrschaft, wie sie in Jesus Christus Gestalt gewonnen hat, her. Zugleich gehen wir auf die alles umfassende Gottesherrschaft zu. Die Zukunft hat bereits begonnen, steht aber zugleich in ihrer Vollendung noch aus.</div><div><br></div><div>Natürlich könnte man über die Botschaft der Propheten noch viel mehr sagen. Ich habe versucht, einige wichtige Aspekte zusammenzufassen. Es hat sich dabei wohl gezeigt, dass die Texte der Prophetenbücher nicht immer leicht zu verstehen sind. Manches ist auch in der Forschung umstritten. Zudem handelt es sich bei den prophetischen Texten oft um eine poetische, bilderreiche Sprache, und es ist historisches Grundlagenwissen notwendig, um die einzelnen Texte einzuordnen.</div><div><br></div><div>Zum Schluss möchte ich daher noch einige Medien nennen, die das Verstehen erleichtern. Sehr hilfreich ist mir die <span class="fs14lh1-5"><i>Stuttgarter Erklärungsbibel </i></span>der <span class="fs14lh1-5"><i>Deutschen Bibelgesellschaft</i></span>, die ich auch für diesen Artikel verwendet habe. Sie liefert zu jedem biblischen Buch eine kurze Einführung und außerdem zu jedem Textabschnitt eine Erklärung. Das gebundene Buch mit über 2.000 Seiten kostet 62 Euro und enthält auch die Apokryphen. Das Buch zusammen mit einer CD-Rom kostet 67,62 Euro.</div><div><br></div><div>Außerdem sind manche Artikel des <span class="fs14lh1-5"><i>Wissenschaftlichen Bibellexikons im Internet</i></span> gut verständlich geschrieben. Die Artikel sind kostenlos lesbar oder auch als PDF-Datei herunterzuladen. Für diesen Blogtext habe ich auf die Artikel <span class="imUl"><a href="https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/messias-at/ch/17d68d5fd2df89aec8f86ce2cec9e809/" target="_blank" class="imCssLink">Messias (AT)</a></span> von <span class="fs14lh1-5"><i>Ernst-Joachim Waschke</i></span> und <span class="imUl"><a href="https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/eschatologie-at/ch/6dda3b9262a93f92c1f33a79c9daa7c3/" target="_blank" class="imCssLink">Eschatologie (AT)</a></span> von <span class="fs14lh1-5"><i>Klaus Koenen</i></span> zurückgegriffen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 07 Mar 2022 18:40:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |9]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000124"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">Aus der Enge rief ich den H</span><span class="fs16lh1-5">ERRN</span><span class="fs18lh1-5"> an.</span></span></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">Der H</span><span class="fs16lh1-5">ERR</span><span class="fs18lh1-5"> antwortete mir in der Weite.</span></span></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">Der H</span><span class="fs16lh1-5">ERR</span><span class="fs18lh1-5"> ist mit mir, ich fürchte mich nicht.</span></span></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Was kann mir ein Mensch tun?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Psalm 118, 5 und 6</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die Enge macht Angst. Die Enge der Machtlosigkeit, des Ausgeliefertseins, der Ungewissheit. Wenn die menschlichen Möglichkeiten zusammengeschrumpft sind, rufen Menschen nach Gott.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wenn Gott zu uns spricht, entsteht eine Weite, welche die Enge vertreibt: Der Horizont weitet sich. Der Blick ist nicht mehr begrenzt auf das Beängstigende. Wir sehen: Das Beängstigende ist nur ein Teil der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist weit mehr als das, was Angst macht.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Mit der Weitung des Blicks weicht die Angst. Neues kommt zum Vorschein: Gott ist dennoch da – die Macht des Guten, die unzerstörbare Liebe, die unendlichen Möglichkeiten, der Weg zum Leben. Dem Tod und dem Zerstörerischen ist die letzte Macht genommen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Menschen können toben und töten. Aber sie können mir das Leben nicht nehmen, das Gott mir bereitet.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Martin Luther übersetzte deshalb die Verse so: "In der Angst rief ich den Herrn an; und der Herr erhörte mich und tröstete mich. Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?"</span></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 07 Mar 2022 18:18:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--10</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |8]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000123"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Verzagte Worte, die wie Geschosse explodieren</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Während menschliche Götter ihre Ziele anvisieren</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Angefangen von Spielzeugpistolen, die funkeln</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Bis zu fleischfarbenen Christussen, die glühen im Dunkeln</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die Einsicht ist klar und lässt sich nicht verdunkeln</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Dass es nicht viel gibt</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Was noch heilig ist.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Priester predigen von bösen Taten</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Lehrer vermitteln Wissen in Raten</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und dass Gala-Diners auf den Tüchtigen warten</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und dass Wissen beflügelt zu guten Taten</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Doch selbst der Präsident der Vereinigten Staaten</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Steht eines Tages</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Mal nackt da.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Andere verteidigen jederzeit</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Mit Killerinstinkt ihre Sicherheit</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Und mancher hat schon bitter bereut</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Dass er glaubte, des Todes Gerechtigkeit</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Halte für ihn eine Ausnahme bereit</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Doch manchmal wirds</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Einsam im Leben.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Überfüllte Friedhöfe dringen auf mich ein</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Falsche Götter, ich fange an zu schrei'n</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wie kann man so borniert und kleinkariert sein</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ich geh in Handschellen, geh fast daran ein</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Strample und trete, um mich zu befrei'n</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Sag: na gut, ich geb auf, lass sein</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Was kannst du mir sonst noch geben?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Bob Dylan</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Menschliche Götter kennen nichts Heiliges mehr – außer sich selbst. Doch wenn das wahrhaft Heilige verloren geht, erstirbt das Leben.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Der menschliche Gott, der glanzvolle Christus, der Erlöser-Befreier, russischer Präsident, der Gute, Kluge und Allmächtige – er will Unsterblichkeit erlangen in den Geschichtsbüchern, indem er über Leben und Tod entscheidet. Er geht seinen Weg über Leichen, verbreitet Angst und Schrecken, füllt die Friedhöfe mit stummen Schreien.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Und doch erreicht er niemals sein Ziel: Er ist lebendig schon tot. Der schwerreiche Präsident ist unter den Armen der Ärmste. Er kann es nicht hindern, als bloßer Mensch nackt dahinzufahren und besudelt mit Blut vor Gott zu stehen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir stehen machtlos, wie gefesselt, wütend, weinend. Kann uns jemand Halt geben?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Abraham zeigt uns, was Glauben bedeutet: „Er glaubte an den Gott, der die Toten lebendig macht und das, was kein Sein hat, ins Sein ruft. Er glaubte voller Hoffnung, wo es nichts mehr zu hoffen gab" (nach Röm 4,17f).</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Bob Dylan. Texte und Zeichnungen. Deutsch von Carl Weissner. Copyright 1973 by Bob Dylan. Deutsche Ausgabe: Copyright 1975 by Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975, S. 533.537. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst. Die zitierten Strophen sind aus Bob Dylans Song „It's Alright, Ma (I'm Only Bleeding)" aus dem Jahr 1965.</span></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 06 Mar 2022 16:16:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--8</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |7]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000122"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben. [...]</span></i></b></span></div><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wir hoffen zu dem Gott der Gnade und Barmherzigkeit, dass er unsere Kirchen als ein Werkzeug brauchen und ihnen Vollmacht geben wird, sein Wort zu verkündigen und seinem Willen Gehorsam zu schaffen bei uns selbst und bei unserem ganzen Volk. [...]</span></i></b></span></div><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wir hoffen zu Gott, dass durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen der Geist der Gewalt und der Vergeltung, der heute von Neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann. So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni, creator spiritus! [Komm, Schöpfergeist!]</span></i></b></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Aus der Stuttgarter Schulderklärung der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 18./19. Oktober 1945.</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Mit diesen Worten bekannte die Evangelische Kirche in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg ihre Schuld und brachte zugleich ihre Hoffnung zum Ausdruck.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die Hoffnung richtete sich auf den Gott der Gnade und Barmherzigkeit und darauf, dass die Kirchen ein deutliches und glaubwürdiges Werkzeug in der Hand dieses Gottes sein mögen. Ein Werkzeug, durch das der Geist des Friedens und der Liebe den Geist der Gewalt und der Vergeltung vertreiben werde.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Wir mögen heute fragen: Wo ist dieser Gott der Gnade und Barmherzigkeit im Krieg? Er ist an vielen Orten. Er ist auch da, wo Flüchtlingskorridore errichtet werden, wo (wenn es denn geschieht) ein Waffenstillstand eingehalten wird, um Zivilisten das Verlassen der Städte zu ermöglichen, und wo Menschen Flüchtlinge mit großer Hilfsbereitschaft empfangen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die gequälte Menschheit bedarf wieder der Genesung. Der Geist der Gewalt muss besiegt werden und der Geist des Friedens und der Liebe regieren.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Mögen die Kirchen diesem Geiste dienen. Möge der kreative Geist Gottes mit neuen Ideen über sie kommen und über alle Menschen, die jetzt Macht über Krieg und Frieden haben. Mögen die Kirchen in diesem Geiste Gott gehorsam sein, damit sie nicht wieder Schuld auf sich laden.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Rufen wir zu Gott: Komm, Schöpfergeist, und schenke der Welt einen neuen Anfang!</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Friedrich Schorlemmer (Hg.): Was protestantisch ist. Große Texte aus 500 Jahren. Herder Verlag Freiburg u.a. 2010. S. 101f. Dort zitiert nach: Verordnungs- und Nachrichtenblatt. Amtliches Organ der EKD, Nr. 1, Januar 1946.</span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 05 Mar 2022 16:13:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--7-1</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |6]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000120"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Gott spannt den Norden aus über der Leere</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">und hängt die Erde über das Nichts.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Er bindet die Wasser in seine Wolken,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">doch nicht zerbirst darunter das Gewölk.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Die Säulen des Himmels fangen an zu schwanken,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">sind bestürzt ob seinem Schelten.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Durch seinen Hauch ward der Himmel heiter,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">seine Hand durchbohrte die flüchtige Schlange.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Sieh, das sind nur die Säume seiner Wege;</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und wie leise ist das Wort, das wir vernehmen!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Doch die Donnersprache seiner Macht – wer fasst sie?</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Hiob 26,7f.11.13f</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Was Hiob staunend nicht begreifen kann, erweckt in uns Gefühle der Verlorenheit: Die Erde ist im unendlichen Weltenraum der Leere und dem Nichts ausgeliefert, ständig bedroht, in das Nichts hineinzustürzen. Auch die Wassermassen, gebunden in den Wolken, sind Zeichen menschlicher Machtlosigkeit – für Hiob, aber, wenn wir ehrlich sind, auch für uns.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Die Welt ist ins Wanken geraten. Gott hat es zugelassen. Auch der Himmel wankt. Wissen wir noch etwas von Gottes Schelten, mit dem er uns zu sich ruft?</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Größer noch als sein Schelten ist seine Gnade: Er besiegt die Schlange, die für das Böse steht, und macht den Himmel wieder heiter. Doch sein Wort dringt nur leise, vielleicht kaum hörbar, an unsere Ohren. Wer kann den Gott, der sich uns auch entzieht </span><span class="fs14lh1-5 cf2">–</span><span class="fs14lh1-5 cf2"> wer kann sein Wirken verstehen?</span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 04 Mar 2022 15:05:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--6-</link>
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Propheten des Alten Testaments (Teil 1)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000011F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Propheten des Alten Testaments (Teil 1)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/03/2022</span></div><div><br></div><div>Was bringt uns die Zukunft? Wohl jeder Mensch möchte das gern wissen. Im alten Israel gab es etwa 500 Jahre lang Menschen, die ... – ja was eigentlich – in die Zukunft sehen konnten? Also eine Art von Wahrsagern?</div><div><br></div><div>Das Wort „Prophet" scheint das zu bestätigen. Denn seine griechische Bedeutung geht auf das Verb „vorhersagen, verkünden" zurück. Demnach wären die Propheten Vorhersager und Verkünder der Zukunft gewesen. Doch sie waren keine Wahrsager. Sie waren viel mehr.</div><div><br></div><div>Es ging den Propheten nicht einfach um die Zukunft, sondern im Grunde um die Gegenwart. Das aber, was gegenwärtig geschieht, bestimmt das, was zukünftig geschehen wird. Die Zukunft hängt von der Gegenwart ab – und in gewissem Sinn auch die Gegenwart von der Zukunft.</div><div><br></div><div>Denn wenn wir wissen, was die Zukunft bringt, beeinflusst das auch unsere Gegenwart. Wir können dann zum Beispiel unser Handeln so ausrichten, dass es eine gute Zukunft mit sich bringt. Oder wir lassen uns in einer schwierigen Situation trösten durch das Gute, das die Zukunft für uns bereithält. Unser Wissen um die Zukunft kann also unser Fühlen, Denken und Handeln in der Gegenwart beeinflussen. Aber wer weiß schon um die Zukunft?</div><div><br></div><div>Die Propheten im alten Israel wussten offenbar um sie. Sie waren „Seher" in dem Sinne, dass sie Ereignisse nicht nur oberflächlich beurteilten. Sie hatten vielmehr die Gabe, in die Tiefe zu blicken und das Wesen von Ereignissen zu verstehen. Weil sie aber das Wesen verstanden, wussten sie auch, wohin das Ereignis führt.</div><div><br></div><div>Nach dem Alten Testament haben die Propheten ihre Gabe, in die Tiefe zu blicken, von Gott bekommen. Denn was sie sahen und verkündeten, beruhte nicht auf ihren eigenen Erkenntnissen. Sie gaben vielmehr nur weiter, was ihnen von Gott her klar geworden war. Sie scheuten sich nicht zu sagen, dass Gott selbst durch sie sprach. Darum leiteten sie ihre Verkündigung oft mit den Worten ein: „So spricht der Herr: ...".</div><div><br></div><div>Was die Propheten von Gott her verkündeten, war ausgesprochen vielfältig. Und es war extrem kritisch – kritisch gegenüber dem König, gegenüber den religiösen Autoritäten und gegenüber dem Volk Israel. Auch fremde Könige und Völker bekamen manchmal ihr Fett weg. Die Propheten nahmen kein Blatt vor den Mund. Und das, obwohl manche von ihnen meinten, sie seien komplett ungeeignet für diese Aufgabe (z.B. Jer 1,6; Jes 6,5).</div><div><br></div><div>Was die Propheten im einzelnen zu sagen hatten und was das für uns bedeutet, möchte ich in sechs Punkten zusammenfassen. Ich habe den Artikel in zwei Teile geteilt, weil er recht umfassend geworden ist. In diesem ersten Teil geht es um die von den Propheten geäußerte Kritik an verschiedenen gesellschaftlichen Verhältnissen. Im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-propheten-des-alten-testaments--teil-2-" class="imCssLink">zweiten Teil</a></span> wird es dann um die Ankündigung von Unheil und Heil durch die Propheten gehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Kritik der Religionsausübung</div><div><br></div><div>Die Propheten Israels waren natürlich Menschen, die an Jahwe, den Gott Israels, glaubten. Überhaupt waren damals in Israel alle Menschen religiös. Es gab noch keinen Atheismus im heutigen Sinn. Der religiöse Kult wurde nach allen Regeln vollzogen. Dennoch kritisierten die Propheten die Religiosität der Menschen – aus verschiedenen Gründen.</div><div><br></div><div>Zum einen gab es nebeneinander die Anbetung Jahwes, des Gottes Israels, und die Anbetung der kanaanäischen Fruchtbarkeitsgötter sowie des Gottes Baal. Diese Doppelbödigkeit der Religionsausübung wurde schon von Elia im 9. Jahrhundert v.Chr. scharf verurteilt. Er sprach zum Volk Israel:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Wie lange wollt ihr auf beiden Seiten hinken? Ist Jahwe Gott, so haltet euch zu ihm; ist es aber Baal, so haltet euch zu ihm." Aber das Volk gab keine Antwort.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(1Kön 18,21)</span></i></div><div><br></div><div>Hier wird die Unentschlossenheit der Glaubenden deutlich, sich für einen Gott zu entscheiden. Warum auch sollte man sich entscheiden? Ist nicht Baal genauso wichtig wie Jahwe? Können nicht beide in der Not hilfreich sein?</div><div><br></div><div>Man kann sich fragen, ob es etwas Ähnliches nicht auch heute gibt: Sind nicht der Gott Jesu und der Gott Mohammeds eigentlich dieselben? Ist es nicht egal, wem man vertraut? Oder kann es schaden, den christlichen Gottesdienst zu besuchen und zugleich ein wenig buddhistische Spiritualität zu pflegen? Warum soll man sich denn zwischen dem einen und dem anderen entscheiden?</div><div><br></div><div>Der zweite Kritikpunkt der Propheten galt dem gut funktionierenden Kult, den Gottesdiensten und Opfern. Aber was hatten sie daran auszusetzen? Sie kritisierten, dass dieser strahlende Kult gepaart war mit sozialer Ungerechtigkeit. Bezeichnend sind die Worte des Amos aus dem 8. Jahrhundert v.Chr.:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Darum spricht Jahwe, der Gott der Heerscharen: „Ich hasse, ich verschmähe eure Feste und mag nicht riechen eure Feiern. Denn wenn ihr mir Brandopfer darbringt – an euren Gaben habe ich kein Gefallen, und das Opfer eurer Mastkälber sehe ich nicht an. Hinweg von mir mit dem Lärm deiner Lieder! Das Spiel deiner Harfen mag ich nicht hören! Aber es ströme wie Wasser das Recht, und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach!"</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Am 5,16a.21-24)</span></i></div><div><br></div><div>Das ist keine grundsätzliche Kritik an Opfern und religiösen Festen, sondern daran, dass beides mit sozialer Ungerechtigkeit einhergeht. Das aber passt nicht zusammen. Wer Jahwe opfert und mit Liedern preist, der kann nicht zugleich die Armen in die Schuldsklaverei treiben und im Handel mit Betrügereien arbeiten.</div><div><br></div><div>Als Amos sprach, herrschte in Israel eine Zeit der wirtschaftlichen und politischen Blüte. Äußerlich schien alles zum Besten zu stehen. Aber eben nur äußerlich! Denn gerade diese Blütezeit führte dazu, dass die wohlhabende Oberschicht sich der Korruption hingab, immer mehr Grundbesitz ansammelte und die Landbevölkerung durch hohe Abgaben in Armut und Abhängigkeit geriet.</div><div><br></div><div>Wieder kann man fragen, ob es Parallelen zur heutigen Zeit gibt. Deutschland hält sich selbst für ein christliches Land. Die Gottesdienste werden gefeiert, und Gott wird in Liedern gepriesen. Die wirtschaftliche Lage ist nicht schlecht. Zugleich gibt es in unserem Land immer mehr Armut, viele prekäre Arbeitsverhältnisse und in den Großstädten immer weniger bezahlbaren Wohnraum. Und wir alle sparen viel Geld dadurch, dass die Produzenten im globalen Süden dieser Welt mit einem Hungerlohn abgespeist werden. Was würde Amos wohl zu unseren Gottesdiensten und Lobliedern sagen?</div><div><br></div><div>Damals gab es Unrecht und Unmenschlichkeit nicht nur in Israel, sondern auch in anderen Völkern. Auch sie werden von Amos verurteilt (Am 1 und 2).</div><div><br></div><div>Die Folgen, die Amos für Israel ankündigt, sind vielfältig: Erdbeben, Pest, militärische Niederlagen und Exil. Das assyrische Großreich wuchs bereits heran. Eine Generation später, im Jahr 722 v.Chr., sollte diese antike Großmacht dem Nordreich Israel ein Ende machen (Israel war damals geteilt in einen Staat im Norden mit Namen <span class="fs14lh1-5"><i>Israel </i></span>und einen im Süden mit Namen <span class="fs14lh1-5"><i>Juda</i></span>).</div><div><br></div><div>Ob Amos selbst noch eine Chance sah, das Unheil abzuwenden, ist umstritten. Die Endfassung des (mehrfach ergänzten) Amosbuches jedenfalls hält diese Hoffnung offen (Am 5,14f). Und sie stellt in Aussicht, dass Gott, nachdem er das Lügengebäude Israels zum Einsturz gebracht hat, dem Volk wieder gnädig sein wird (Am 9,11-15).</div><div><br></div><div>Einige Jahrzehnte später hat der Prophet Jesaja ganz ähnlich im Südreich Juda gesprochen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer?" spricht Jahwe. „Satt habe ich die Brandopfer von Widdern und das Fett der Mastkälber, und das Blut der Stiere und Lämmer und Böcke mag ich nicht. [...] Eure Neumondfeiern und eure Feste hasst meine Seele; sie sind mir zur Last geworden, ich bin's müde, sie zu ertragen. Und wenn ihr eure Hände [zum Gebet] ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch; auch wenn ihr noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voll Blut; wascht, reinigt euch! Tut hinweg eure bösen Taten, mir aus den Augen! Hört auf, Böses zu tun, lernt Gutes tun! Trachtet nach Recht, weist in Schranken den Gewalttätigen; helft der Waise zum Recht, führt die Sache der Witwe!" </span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Jes 1,11.14-17)</span></i></div><div><br></div><div>Gott leidet unter der Unwahrhaftigkeit des Gottesglaubens, es ist ihm eine Last, er kann es kaum ertragen. Darum kann er auch die Gebete derer nicht mehr hören, die im täglichen Leben Gewalt üben und Unrecht tun.</div><div><br></div><div>Das Neue und Unerwartete der Verkündigung von Amos und Jesaja bestand darin, dass hier zwei Bereiche miteinander verbunden wurden, die man normalerweise fein säuberlich voneinander trennt: der religiöse Kult und das soziale Zusammenleben. Der Kult mag noch so fromm praktiziert werden – er ist nichts wert, wenn das Zusammenleben nicht funktioniert. Gott blickt hinter die fromme Kulisse. Und er lässt sich nicht durch scheinbare Frömmigkeit hinters Licht führen.</div><div><br></div><div>Das Problem, dass Unrecht durch Frömmigkeit verschleiert wird, ist offensichtlich ein Dauerthema. Denn noch hundert Jahre nach Jesaja schlug sich Jeremia mit demselben Problem herum. Auch seine Worte lassen nichts an Deutlichkeit vermissen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Wort, das von Jahwe an Jeremia erging: [...] „Verlasst euch nicht auf täuschende Worte wie diese: ,Der Tempel Jahwes ist hier, der Tempel Jahwes ist hier, der Tempel Jahwes ist hier!' sondern bessert euren Lebenswandel, bessert eure Taten! [...] Wie? Da stiehlt man und mordet, bricht die Ehe und schwört Meineide, opfert dem Baal und läuft andern Göttern nach, die man nicht kennt – und dann kommt ihr und tretet vor mein Angesicht in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist [dem Tempel], und sprecht: ,Wir sind geborgen!' – um all diese Gräuel [auch weiterhin] zu treiben! Ist denn dieses Haus, das nach meinem Namen genannt ist, in euren Augen eine Räuberhöhle geworden? Auch ich, fürwahr, ich sehe es", spricht Jahwe. </span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Jer 7,1.4-5a.9-11)</span></i></div><div><br></div><div>Alle Beteuerungen, der Tempel Jahwes – und das heißt nach damaligem Verständnis: Gott selbst – sei hier, mitten unter dem Volk, sind Täuschungen, wenn der Lebenswandel dem nicht entspricht. Alle Gefühle, bei Gott geborgen zu sein, können ein tragischer Irrtum sein.</div><div><br></div><div>Die Warnung, die wir hören können, ist: Reden wir uns nicht ein, dass alles gut ist, wenn es nicht gut ist. Täuschen wir uns nicht über uns selbst und die Verhältnisse. Geben wir stattdessen Gott die Ehre mit unserem Glauben <span class="fs14lh1-5"><b>und </b></span>mit unseren Taten.</div><div><br></div><div>Die Propheten mussten für ihre klaren Worte oft teuer bezahlen. <span class="fs14lh1-5"><b>Diese </b></span>Botschaft wollten die Mächtigen nicht hören. Auch heute will man Worte, die der herrschenden Politik widersprechen, nicht hören. Die damalige Bischöfin Margot Käßmann sagte in ihrer Neujahrspredigt am 1. Januar 2010: „Nichts ist gut in Afghanistan." Sie erntete viel Empörung. Heute wissen wir, dass sie wohl recht hatte (siehe z.B. <span class="imUl"><a href="https://www.welt.de/debatte/kommentare/article201475750/Afghanistan-Nichts-ist-gut-Kaessmann-hatte-recht.html" target="_blank" class="imCssLink">Die Welt</a></span><span class="fs14lh1-5"> und <span class="imUl"><a href="https://www.ndr.de/kultur/Nichts-ist-gut-in-Afghanistan-gilt-heute-noch-viel-mehr,afghanistan1232.html" target="_blank" class="imCssLink">NDR</a></span>).</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Kritik der sozialen Verhältnisse</div><div><br></div><div>Gegen Ende des 8. Jahrhunderts formulierten die Propheten Jesaja und Micha ihre Anklagen. Die sozialen Missstände sind oben schon angeklungen. Hier seien zunächst einige bezeichnende Worte des Propheten Micha zitiert:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">So spricht Jahwe wider die Propheten, die mein Volk irreführen, die Heil verkünden, wenn ihre Zähne etwas zu beißen haben, aber demjenigen den Krieg erklären, der ihnen nichts ins Maul steckt: „Darum wird Nacht über euch kommen, dass ihr keine Visionen habt, und Finsternis, dass ihr nicht wahrsagen könnt. Die Sonne wird diesen Propheten untergehen, und der Tag wird ihnen schwarz werden. [...] Hört doch dieses, ihr Häupter des Hauses Jakob [= Israel], ihr Fürsten des Hauses Israel, die ihr das Recht verabscheut und alles Gerade krumm macht, die ihr Zion [= Jerusalem] mit Blut baut und Jerusalem mit Unrecht! Seine [Jerusalems] Häupter sprechen Recht um Bestechung, seine Priester geben Weisung um Lohn, und seine Propheten wahrsagen um Geld – und dabei verlassen sie sich auf Jahwe und sprechen: ,Ist nicht Jahwe in unserer Mitte? Es kann kein Unglück über uns kommen.' Darum wird Zion um euretwillen zum Feld umgepflügt, Jerusalem wird zum Trümmerhaufen und der Tempelberg zur Waldeshöhe."</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Mi 3,5f.9-12)</span></i></div><div><br></div><div>Micha wendet sich gegen die Propheten, die mit ihren Prophetien ihr Brot verdienen und denen, die ihnen Geschenke machen, nach dem Munde reden. Aber auch den Regierenden und den Priestern am Tempel geht es nur um ihren eigenen Vorteil. Sie verkünden Gottes Gegenwart in Israel und predigen, dass dem Volk kein Unheil widerfahren kann. Zugleich bringen sie Unheil über die Menschen: Sie verdrehen das Recht und gründen das Gemeinwesen auf Verbrechen. Sie sind allesamt korrupt und lassen sich für ihre Worte bezahlen.</div><div><br></div><div>Die Konsequenzen sind deutlich: Die falschen Propheten werden zum Schweigen gebracht, Jerusalem wird dem Erdboden gleichgemacht und der Tempel zerstört werden. Tatsächlich wurde das Südreich Juda im Jahr 701 v.Chr. dem assyrischen Großreich einverleibt. Die Zerstörung Jerusalems und des Tempels geschahen erst im Jahr 587 durch die Babylonier.</div><div><br></div><div>Die Weherufe des Propheten Jesaja sprechen für sich:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wehe denen, die Haus an Haus reihen und Acker an Acker rücken, bis kein Platz mehr ist und ihr allein Besitzer seid mitten im Lande! Denn vernehmen ließ sich in meinen Ohren Jahwe der Heerscharen: „Fürwahr, viele Häuser sollen öde werden, große und schöne, dass niemand darin wohne [...]." Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis machen, die bitter zu süß und süß zu bitter machen! Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und sich selbst verständig dünken! Wehe denen, die Helden sind im Weintrinken und Kraftmenschen im Mischen des Rauschtranks, die dem Schuldigen Recht geben um Bestechung und dem Unschuldigen sein Recht absprechen! Darum, wie die Feuerzunge Stoppeln verzehrt und dürres Gras in der Flamme zusammensinkt, wird ihre Wurzel sein wie Moder und ihre Blüte wie Staub auffliegen; denn sie haben die Weisung Jahwes der Heerscharen verschmäht und verworfen das Wort des Heiligen Israels.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Jes 5,8f.20-24)</span></i></div><div><br></div><div>Die ganze Verlogenheit dieser Gesellschaft wird hier deutlich. Aber diese Verlogenheit, die Gott verachtet, hat keine Zukunft. Das Kartenhaus wird zusammenbrechen.</div><div><br></div><div>Die prophetischen Worte sind nicht einfach auf unsere Zeit zu übertragen. Wir können sie aber dennoch ernst nehmen, indem wir fragen, wo es Entsprechendes bei uns gibt. Worin könnte die Verlogenheit unserer Gesellschaft bestehen? Wo suchen die Mächtigen unter dem Deckmantel des Guten ihren eigenen Vorteil? Wo wird Unrecht schöngeredet? Wo verhindert es die Rechtsordnung, dass den Schwachen Recht widerfährt? Gibt es solche Strukturen des Unrechts auch bei uns? Und: Gibt es vielleicht auch heute Anzeichen dafür, dass eine verlogene Gesellschaft keine Zukunft hat?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Kritik politischer Bündnisse</div><div><br></div><div>Die Propheten kritisierten nicht nur die innenpolitischen Verhältnisse, sondern auch die Außenpolitik. Im Jahr 734 v.Chr. griffen Syrien und das Nordreich Israel gemeinsam das Südreich Juda an, um es in ein Bündnis gegen die expandierende Großmacht Assyrien zu zwingen. Sie bedrohten die Hauptstadt des Südreichs, Jerusalem, und versetzten deren König Ahas und die Bevölkerung in Angst und Schrecken. In dieser Situation bekommt der Prophet Jesaja einen Auftrag Gottes:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jahwe sprach zu Jesaja: „Geh doch [...] dem Ahas entgegen [...] und sprich zu ihm: Hüte dich und bleibe ruhig! Fürchte dich nicht, und dein Herz verzage nicht vor diesen zwei rauchenden Stummeln von Holzscheiten [= die angreifenden Kleinstaaten] [...]. Weil Syrien, Ephraim und der Sohn Remaljas [= das Nordreich Israel und sein König] Böses wider dich beschlossen haben und sprechen: ,Hinauf gegen Juda wollen wir ziehen, es bedrängen und für uns erobern [...]' – so spricht Jahwe, der Herr: Es soll nicht zustande kommen und nicht geschehen!"</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Jes 7,3-7)</span></i></div><div><br></div><div>Die Botschaft Jesajas an König Ahas ist: „Lass dich durch den Aufmarsch der gegnerischen Truppen nicht aus der Ruhe bringen; denn Gott wird die Eroberung Jerusalems nicht zulassen."</div><div><br></div><div>Ahas jedoch entscheidet sich anders: Er will sich nicht <span class="fs14lh1-5"><b>gegen </b></span>die Großmacht Assyrien verbünden, sondern sucht im Gegenteil <span class="fs14lh1-5"><b>bei </b></span>ihr Hilfe. Dafür muss er hohe Tributzahlungen an Assyrien leisten und wohl auch die assyrischen Staatsgötter anbeten – auf einem neuen Altar, den er im Jerusalemer Tempel im assyrischen Stil errichten lässt (vgl. 2Kön 16,7-18).</div><div><br></div><div>Jesaja hingegen erkennt den unersättlichen Machthunger der Assyrer: Sie werden sich beide Angreifer unterwerfen: zuerst Syrien und das Nordreich Israel (Jes 8,4) und schließlich auch das Südreich Juda (Jes 7,17). Dann wird sich die Politik des Ahas gegen ihn selbst richten. Tatsächlich wurde im Jahr 732 Syrien von den Assyrern erobert, im Jahr 722 folgte das Nordreich Israel. Das Südreich Juda wurde 701 zur assyrischen Provinz.</div><div><br></div><div>Hundert Jahre später plagt sich der Prophet Jeremia mit ähnlichen politischen und religiösen Verfehlungen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Ist denn Israel ein Sklave oder unfrei geboren, dass er jedermanns Raub sein darf? Löwen brüllen über ihm, brüllen laut und verwüsten sein Land, und seine Städte werden verbrannt, so dass niemand darin wohnt. Dazu scheren die Leute von Memphis und Tachpanhes [zwei ägyptische Städte] dir den Kopf kahl [zum Zeichen der Sklaverei]. Das alles hast du dir doch selbst bereitet, weil du Jahwe, deinen Gott, verlässt, so oft er dich den rechten Weg leiten will. Was hilft's dir, dass du nach Ägypten ziehst und willst vom Nil trinken? Und was hilft's dir, dass du nach Assyrien ziehst und willst vom Euphrat trinken? Deine Bosheit ist schuld, dass du so geschlagen wirst, und dein Ungehorsam, dass du so gestraft wirst. Und du musst innewerden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, Jahwe, deinen Gott, zu verlassen und ihn nicht zu fürchten", spricht Gott, Jahwe der Heerscharen.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Jer 2,14-19)</span></i></div><div><br></div><div>Im Hintergrund steht die Verehrung Baals und kanaanäischer Fruchtbarkeitsgötter. Götzenverehrung bringt offenbar unweigerlich politische Fehlorientierungen mit sich, weil man sich nicht nach Gottes Weisungen richtet. Gegen die Assyrer suchte das Land Hilfe bei den Ägyptern und gelangte so von einer Sklaverei in die andere. Also wandte man sich wieder den Assyrern zu. Wo die Bindung an Gott zerbrochen ist, schaukelt man zwischen menschlichen Bindungen hin und her, ohne die Sicherheit zu finden, die man verzweifelt sucht.</div><div><br></div><div>Erst der in Jer 31,31-34 verheißene neue Bund wird die Macht der Götzen in den menschlichen Herzen brechen. Denn dann wird Gott den Menschen seine Weisungen ins Herz schreiben, so dass sie von innen heraus das Leben der Menschen bestimmen werden.</div><div><br></div><div>Die Frage ist, ob die genannten prophetischen Texte mit politischem Hintergrund uns etwas zu sagen haben. Es geht in ihnen ja um konkrete zeitgeschichtliche Entwicklungen. Wir aber leben in einer anderen Zeit mit anderen Problemen. Ich denke aber, die Grundausrichtung der Texte kann auch uns zum Nachdenken anregen. Man könnte zum Beispiel vorsichtig fragen: Inwiefern ist auch im politischen Handeln Gottvertrauen hilfreich? Wo ist es möglich, weniger auf militärische Stärke zu setzen und im Vertrauen zu Gott ein kalkulierbares Risiko einzugehen? Wo ist Bündnispolitik, also Machtpolitik, möglicherweise kontraproduktiv?</div><div><br></div><div>(Lies auch <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-propheten-des-alten-testaments--teil-2-" class="imCssLink">Teil 2</a></span>)</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 18:07:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |5]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000011E"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="imUl cf1">Deeskalation und Versöhnung sind das Ziel</span></i></b></span></div><div><br></div><div><b class="fs18lh1-5 ff1"><i><span class="cf1">Der militärische Angriff russischer Streitkräfte auf die Ukraine stellt einen eklatanten Völkerrechtsbruch dar.</span></i></b><br></div><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Das Recht des Stärkeren darf nicht die Herrschaft des Rechts ersetzen.</span></i></b></span></div><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Es muss verhindert werden, dass dieser Konflikt weiter eskaliert und sich ausweitet. Dies betrifft z.B. die Alarmierung der nuklearen Einheiten auf russischer Seite wie auch die Nachrichten, dass sich auch belarussische Streitkräfte an dem Konflikt beteiligen könnten.</span></i></b></span></div><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Besonnenes Reden und Handeln gegenüber Russland ist auch weiterhin gefragt, um den Konflikt nicht noch weiter zu verschärfen. Ziel muss es sein, gegenseitiges Vertrauen wieder aufzubauen.</span></i></b></span></div><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Eine Deeskalation der Sprache auf allen Seiten tut not. Angesichts von mancher Kriegsrhetorik sagen wir klar: Die Menschen in Russland sind nicht unsere Feinde.</span></i></b></span></div><div><br></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Unsere erste Aufgabe ist es aber, für den Frieden zu beten. Wir beten für die Verantwortlichen auf allen Seiten, dass sie Wege aus der Eskalation heraus finden. Wir beten für die Menschen in der Ukraine, in Belarus und Russland, die von Leid und Tod bedroht sind. Wir beten aber auch für die Menschen in Russland, die guten Willens sind und sich für Versöhnung und Frieden einsetzen. Dabei wissen wir aus den Erfahrungen in Deutschland: die Kraft des Gebets ist nicht zu unterschätzen.</span></i></b></span></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15 ff1"><b><i><span class="cf1">Auszüge aus der gemeinsamen</span> <span class="imUl cf1"><a href="https://www.ekd.de/bibel/reisegeschichten/evangelische-seelsorge-in-der-bundeswehr-zum-ukrainekrieg-71814.htm" target="_blank" class="imCssLink">Stellungnahme</a></span> <span class="cf1">des Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Friedrich Kramer, und des Bischofs für die Evangelische Seelsorge in der Bundeswehr, Bischof Bernhard Felmberg.</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Für Glaubende gibt es kein Recht des Stärkeren. Denn Glaubende stehen, wie Jesus, auf der Seite des Schwächeren.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Was wäre der erste Weg und die größte Hoffnung, das Sterben zu beenden? Nicht eine Verstärkung, sondern eine Verringerung der militärischen Gewalt – eine Deeskalation. Dazu gehört auch, sprachlich abzurüsten und die andere Seite nicht zu verteufeln.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Eine Seite muss vorangehen mit der Deeskalation. Nur so wird die Spirale der Gewalt durchbrochen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Glaubende können den ersten Schritt tun – wie zaghaft und vorsichtig auch immer. Denn sie beten und verlieren darum die Hoffnung nicht. Sie glauben an das Unmögliche: dass trotz allem wieder Vertrauen möglich wird und Versöhnung gelebt werden kann.</span></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 13:56:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--5-</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |4]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000011D"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Friedensvorsorge</i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Meine Kassiererin hat gute Laune.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Was ich auch einkauf', sie lächelt mich an,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">gleichbleibend heiter, so sehr, dass ich staune,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">weil sie's frühmorgens um Sieben schon kann.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Kaufst du nur Klopapier, bringst du ihr Leergut,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">trifft dich vom Fließband ihr herzlicher Gruß.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Bist du schlecht drauf, fühlst du plötzlich dich sehr gut,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">zahlst du beschwingt und mit leichterem Fuß.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ist ihre Arbeit auch nicht sehr erfreulich,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">sie bleibt es dennoch, es komme, wer will.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Höflichkeitsprofi, gleich morgen wie neulich,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">scannt sie dir fröhlich heut' Gurken mit Dill.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wär' jeder Mensch wie die Lady am Fließband,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">käme sehr bald schon der Frieden zum Sieg,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">waffenlos, wehrlos und weit weg vom vom Schießstand. –</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Vom Lächeln Getroffene führ'n keinen Krieg!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Feuert drauf los! Bringt das Lächeln in Stellung!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Beschießt euch mit Freundlichkeit, die nichts bezweckt!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Übt gütige Blicke zur Daseinserhellung!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Bezwingt euch mit Liebe, mit Charme und Respekt!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Jörn Heller</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Was bleibt uns in Zeiten des Krieges? Vielleicht wird es uns geschenkt, trotz Sorge und Angst heiter zu bleiben. So können wir anderen, die auch mit Sorge und Angst belastet sind, positive Gefühle vermitteln.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Der Friede ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Auch während des Krieges kann ein Lächeln in das Herz des anderen Frieden einziehen lassen. Wo das Lächeln ist, die Freundlichkeit, die Liebe, die konkrete Hilfeleistung, da kann auch im Krieg der Friede überleben.</span></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 02 Mar 2022 16:21:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |3]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000011C"><div><br></div><div><div><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Gebet für den Frieden</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Gott, unser Vater, groß und voll Erbarmen, Vater aller.</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Du hegst Pläne des Friedens und nicht des Leides,</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>du verdammst die Kriege und drückst den Stolz der Gewalttätigen nieder.</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Du hast deinen Sohn Jesus gesandt,</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>den Nahen und Fernen Frieden zu verkünden</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>und die Menschen aller Rassen und jeder Herkunft</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>in einer einzigen Familie zu sammeln.</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Höre den demütigen Ruf deiner Söhne und Töchter,</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>die dringende Bitte der ganzen Menschheit:</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Nie wieder Krieg, eine Spirale der Trauer und Gewalt.</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Nie wieder Krieg in der Ukraine oder irgendwo auf der Welt,</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>eine Bedrohung für alle Geschöpfe am Himmel, zu Wasser und zu Land. [...]</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Sprich zu den Herzen der Verantwortlichen für die Geschicke der Völker;</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>halte auf die Logik der Rache und Vergeltung.</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Gib durch deinen Geist den Antrieb zu neuen Lösungen,</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>zu hochherzigen und ehrenvollen Gesten,</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>zu Räumen des Dialogs und des geduldigen Wartens,</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>die fruchtbarer sind als überstürzte Kriegstermine.</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Gib unserer Zeit Tage des Friedens!</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Amen. &nbsp;</i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>(nach: Friedensgebet von Papst Johannes Paul II.)</i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><div><span class="cf2">Gott ist der Vater aller Menschen. Darum sind sie alle Kinder einer großen Familie. Der Vater hat für seine Kinder nichts als Pläne des Friedens. Doch die Kinder ergehen sich in einer Spirale der Gewalt und Trauer.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Darum bitten wir Gott, dass er zu den Herzen der Mächtigen unter seinen Kindern spreche und die allseits herrschende Logik der Rache und Vergeltung aufhalte. Und dass er seinen Geist ausgieße, so dass sie Ideen des Friedens bekommen und großherzig und geduldig miteinander reden statt ihre Geschwister, klein und groß, zu zerstören.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Weil die Menschen von sich aus dazu nicht in der Lage sind, bitten wir: Gib unserer Zeit Tage des Friedens! Herr, erbarme dich!</span></div></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quellen: Friedensgebet. Hg. vom Gottesdienstinstitut der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. S. 18 und <span class="imUl"><a href="https://www.gloria.tv/post/u6tyxwaJRcg73kGinBtLjNFp4" target="_blank" class="imCssLink">gloria.tv</a></span>. Beide Versionen weichen leicht voneinander ab. Der Originaltext wurde durch die Worte „in der Ukraine" ergänzt.</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 01 Mar 2022 19:53:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |2]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000011B"><div><br></div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Ficht dich Hass, Neid oder Rachsucht an, denke daran, wie Christus mit vielen Tränen und Gebeten für dich und alle seine Feinde zu Gott gebetet hat, er, der wohl mit größerem Recht an Rache hätte denken dürfen.</span></i></b></div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">So dich Trübsal oder welche Widerwärtigkeit auch immer, seien sie leiblich oder geistlich, bekümmern, stärke dein Herz und sprich: Ei, warum sollte ich denn nicht auch eine kleine Betrübnis erleiden, wo doch mein Herr im Garten vor Angst und Betrübnis Blut schwitzt. Ein fauler, schändlicher Knecht wäre das, der im Bett liegen sollte, wenn sein Herr in Todesgefahr kämpfen muss.</span></i></b></div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Martin Luther</span></i></b></div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div><div><b><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div><div><div><span class="cf2">Das christliche Leben orientiert sich an Christus. Er ist das Vorbild des Lebens und Leidens. Das bietet Orientierung in Anfechtungen und spendet Trost in Trübsal.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Friedrich Schorlemmer (Hg.): Was protestantisch ist. Große Texte aus 500 Jahren. Herder Verlag Freiburg u.a. 2010. S. 180. Dort zitiert nach: Martin Luther: Taschenausgabe in 5 Bänden. Bd. 1: Die Botschaft des Kreuzes. Hg. von Horst Beintker, Helmar Junghans und Hubert Kirchner. Evangelische Verlagsanstalt Berlin 1981, S. 25.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 28 Feb 2022 20:31:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Leben mit Gott und Nicht-Gott]]></title>
			<author><![CDATA[Michael Kröger]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000119"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Leben mit Gott und Nicht-Gott</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Theologische Notlösung oder zeitgemäßer Geistesblitz?</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="imUl fs11lh1-5"><b><a href="http://mikroeger.de/" target="_blank" class="imCssLink">Michael Kröger</a></b></span><span class="fs11lh1-5"> | 28/02/2022</span></div><div><br></div><div>Als gläubige und philosophisch interessierte Menschen wissen wir eines ganz genau: am Ende unseres Lebens werden wir unserer Sterblichkeit nicht ausweichen können. Ob wir wollen oder nicht: Wir <span class="fs14lh1-5"><i>sind </i></span>und wir bleiben sterbliche Wesen und wir haben ein Leben lang genug damit zu tun, uns mit dem Ende an unserem Ende abzufinden. Das Leben ist, was es ist. Knapp gesagt: <span class="fs14lh1-5"><i>ein vorübergehender Zustand</i></span> (Tobias Haberl, <span class="fs14lh1-5"><i>Den Tod vor Augen</i></span>. SZ Magazin, 30. Juli 2021, S.18).</div><div><br></div><div>Der Einsicht in das eigene Ende, die in jedem individuellen Leben wieder neu erfahren wird und ausgehalten werden muss, kann man auf sehr unterschiedliche Art und Weise begegnen. In der (christlichen) Religion hat sich heute ein Glaube durchgesetzt, nach dem uns Menschen unter bestimmten Bedingungen ein ewiges Leben in Aussicht stehe. Doch diese Aussicht ist natürlich abhängig von unserem Glauben, den Gott uns gewährt und geschenkt hat und der uns durch seine Gnade in die Lage versetzt, dieser Zukunft unser Vertrauen zu schenken.</div><div><br></div><div>Menschen sind nicht nur gläubig orientiert und selbstlos eingestellt. Ganz im Gegenteil. Sie sind von ihrem Wesen her mit einer existenziellen Unruhe, einer rastlosen Lebens- und Neugier und auch mit einem grenzenlosen Erfindungsgeist ausgestattet. Oder mit einem modernen Schlagwort formuliert: Menschen sind gerade heute <span class="fs14lh1-5"><i>kreativ</i></span>, wissen immer mehr und vieles immer besser, finden immer noch eine Alternative, um sich, auch in hoffnungslosen Situationen, eine Zukunft auszumalen, die eine Rettung aus der täglichen Not verspricht. Auf diese Weise könnte man die Situation des jetzt lebenden Menschen auch sehr kurz als eine Paradoxie kennzeichnen: als sterblicher Mensch weiß ich um mein kommendes Ende, aber ich stelle mir ehrlicherweise auch gerne vor, wie es wäre mit kreativen Kräften ausgestattet zu sein. Der französische &nbsp;Philosoph André Glucksmann hat 2004 einmal ein sehr einfaches, aber überzeugendes Sprachexperiment gewagt, das diese Paradoxie auf eine überraschend andere Weise formuliert:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wir sind offenbar vollkommen unfähig zu akzeptieren, dass wir nichts als Menschen sind. Wir wollen Gott sein. Es macht uns wahnsinnig, dass wir es nicht sind. Und wir hassen all jene [...] die uns zwingen, klein beizugeben.</i></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf1">(Andre Glucksmann,<i> HASS. Die Rückkehr einer elementaren Gewalt. </i>München 2005 S. 190).</span></div><div><br></div><div>Mit denjenigen, die wie Gott sein wollen, meinte Glucksmann offenbar vor allem "die Amerikaner", die, so Glucksmann sinngemäß, ihre scheinbar überlegenen, "westlichen Werte" &nbsp;und angebliche moralische Überlegenheit mit allen Mitteln auf der Erde durchsetzen wollen. &nbsp;</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wir wollen Gott sein</i></span> – das heißt nach Glucksmann: wir wollen als sterbliche Menschen unser Leben so erfahren, also ob wir wie Gott selbst unsterblich sein könnten. Dieser maßlose, unerfüllbare Wunsch des Menschen ist einerseits aussichtslos – verrät aber andererseits auch etwas von der Hinterlist, ja der Sprachkunst von Menschen, die darauf aus sind, alles zu unternehmen, um noch zu Lebzeiten die eigene Angst vor dem Tod zu bewältigen.</div><div><br></div><div>Wenn wir aber schon zwar wie Gott sein wollen, es aber nicht können, wie wäre es denn, wenn wir uns buchstäblich – und sei es nur einen Moment lang – einmal einbilden würden, <span class="fs14lh1-5"><i>Nicht-Gott</i></span> zu sein? Dieser Geistesblitz erstaunt und irritiert zugleich. Klingt diese Frage nicht etwas sehr schräg und ja, auch ein bisschen "surreal"? Auch wenn der Ausdruck <span class="fs14lh1-5"><i>Nicht-Gott</i></span>, wie der Name schon sagt, nicht für Gott, sondern für etwas anderes steht, könnten wir doch so mit einem Symbol kalkulieren, das ähnlich wie die Null in der Mathematik für etwas Unbekanntes steht, mit dem man trotzdem gut rechnen kann. Wenn wir als Gläubige davon ausgehen, dass der Begriff Gott im Grunde etwas Unverfügbares für uns Menschen markiert und zur Sprache bringt, dann wäre der Terminus <span class="fs14lh1-5"><i>Nicht-Gott</i></span> so etwas wie eine menschengemachte kreative Erweiterung des "alten" Gottes-Begriffs – gewissermaßen eine kreative Anwendung einer Dimension, die sich menschlicher Vorstellung entzieht und dieser gleichzeitig eine, wenngleich auch neue, künstliche Dimension verleiht. &nbsp;</div><div><br></div><div>Der tiefe Sinn dieser ganzen Operation liegt auf der Hand: als gläubige Menschen vertrauen wir uns der Gnade Gottes an, als kreativ zum Glauben Begabte wollen wir nicht hinnehmen, dass wir uns noch zu Lebzeiten nicht auch eigene Gedanken über die Unsterblichkeit machen dürfen. Im Gegenteil. </div><div><br></div><div>Durch die Erfindung eines paradoxen Ausdrucks NICHT GOTT entlasten wir uns von unserer Enttäuschung, nicht Gott sein zu können. Gleichzeitig erfahren wir uns neu, indem wir durch die Idee eines Nicht-Gottes erkennbar machen: gerade auch als Sterbliche sind wir – wenn man so will aus Notwehr – kreativ geworden. Und durch die Notlösung, den Kunstgriff eines <span class="fs14lh1-5"><i>Nicht-Gottes</i></span>, sind wir selbst Gott ein Stück näher gerückt: wir haben als Gläubige Gott <span class="fs14lh1-5"><i>nicht </i></span>ersetzt und dürfen gerade deshalb jetzt mit ihm, vielleicht auch für uns unverhofft, umso mehr rechnen.</div><div><br></div><div>Von <span class="imUl"><a href="http://mikroeger.de" target="_blank" class="imCssLink">Michael Kröger</a></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 28 Feb 2022 19:48:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?leben-mit-gott-und-nicht-gott</link>
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			<title><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges |1]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Hoffnung_in_Zeiten_des_Krieges"><![CDATA[Hoffnung in Zeiten des Krieges]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000118"><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><br></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">Erfreue dich am H</span><span class="fs16lh1-5">ERRN</span><span class="fs18lh1-5">,</span></span></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">er erfüllt dir deines Herzens Bitten.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">Befiehl dem H</span><span class="fs16lh1-5">ERRN</span><span class="fs18lh1-5"> deinen Weg</span></span></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und vertraue auf ihn: Er wird es tun!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Er lässt dein Heil aufgehen wie das Licht</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">und dein Recht wie die Mittagshelle.</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">Beruhige dich beim H</span><span class="fs16lh1-5">ERRN</span><span class="fs18lh1-5"> und harre auf ihn!</span></span></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Erhitze dich nicht über einen, dem sein Weg gelingt,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">über einen Mann, der schlimme Pläne macht!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Lass ab vom Zorn und lass den Grimm!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Erhitze dich nicht, es führt nur zum Bösen!</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Denn die Böses tun, werden vernichtet,</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="cf1"><span class="ff1"><span class="fs18lh1-5">aber die auf den H</span><span class="fs16lh1-5">ERRN</span><span class="fs18lh1-5"> harren, werden das Land besitzen.</span></span></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Psalm 37,4-9</span></i></b></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Wir mögen es nicht glauben, wir mögen es nicht sehen, aber Gott erhört unsere Bitten und wird sie erfüllen – nicht immer so, wie wir es uns vorstellen, aber auf seine Art. Er wird es tun! Darum können wir ihm unser Leben anvertrauen. So gewiss wie die Sonne am Morgen aufgeht, so gewiss wird er für das Heil der Seinen sorgen.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Auch wenn wir ausharren müssen, bis es geschieht, so geht von diesem Vertrauen doch eine große Beruhigung aus. Zorn, Grimm, hitzige Reden und Gedanken führen nicht weiter, sondern bewirken Böses. Darum sollen wir uns ihrer enthalten. Der Weg der Sanftmut aber, der Weg der Gelassenheit, des bedachten Redens und Handelns – dieser Weg wird von Gott belohnt.</span></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 27 Feb 2022 09:21:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?hoffnung-in-zeiten-des-krieges--1-</link>
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			<title><![CDATA[Wessen Tochter ist die Wahrheit?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000117"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wessen Tochter ist die Wahrheit?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Matthias Claudius über Wahrheit, Dogmatik und Streit</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/02/2022</span></div><div><br></div><div>Seit einigen Wochen lese ich zum Ausklang des Tages gern Texte von Matthias Claudius (gest. 1815) Das sind meist kurze Texte oder Gedichte. Claudius schreibt auch über ernste Themen so hoffnungsvoll und augenzwinkernd, schreibt über das Schwere mit solcher Leichtigkeit, dass alles ganz leicht wird und es gar nichts Schweres mehr zu geben scheint. So eignen sich seine Worte gut für einen positiven Ausklang des Tages.</div><div><br></div><div>Er schreibt zum Beispiel über den Streit um die christliche Wahrheit. Den gibt es schon so lange, wie es das Christentum gibt. Es fragt sich nur, wie man diesen Streit austrägt.</div><div><br></div><div>Matthias Claudius hat sich einen fiktiven Disput zwischen einem <span class="fs14lh1-5"><i>W.</i></span> und einem <span class="fs14lh1-5"><i>X.</i></span> ausgedacht, der vor einem <span class="fs14lh1-5"><i>Präses </i></span>ausgetragen wird. <span class="fs14lh1-5">Den Titel <i>Präses </i>tragen in Hamburg die Mitglieder der Landesregierung. Hintergrund des fiktiven Disputs ist nämlich ein Streit</span><span class="fs14lh1-5"> zwischen den Hamburger Pastoren Alberti und Goeze im Jahr 1772, ein Streit, der offenbar sogar den Hamburger Rat beschäftigte.</span><br></div><div><br></div><div>Der <span class="fs14lh1-5"><i>Präses </i></span>soll wohl vermitteln oder auch darüber entscheiden, wer Recht hat. Es zeigt sich aber schnell, dass er keine Ahnung hat. Er redet dummes Zeug und hat das Buch, um dessen Thesen gestritten wird, nicht einmal gelesen. Irgendwann mischt sich ein <span class="fs14lh1-5"><i>Fremder </i></span>in das Gespräch ein und wird zur Hauptperson.</div><div><br></div><div>Ich möchte nur drei Äußerungen dieses <span class="fs14lh1-5"><i>Fremden </i></span>hier präsentieren:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Wahrheit ist die Tochter des friedlichen Himmels, sie flieht vorm Geräusch der Leidenschaften und vor Zank. Wer sie aber von ganzem Herzen liebhat, und sich selbst verleugnen kann, bei dem kehrt sie ein, den übereilt sie des Nachts im Schlaf und macht sein Gebein und sein Angesicht fröhlich. (S. 65)</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Wahrheit gründet im Frieden, schreibt Claudius. Ein interessanter Gedanke. Sie will nichts zu tun haben mit Leidenschaften und Zank. Bei uns ist es oft anders: <span class="fs14lh1-5">Emotional zu reagieren, Leidenschaft, Engagement und Betroffenheit zu zeigen (ohne aggressiv zu werden) wirkt auf viele Menschen überzeugend und gilt als Beleg für Wahrheit. Denn wer in einer Sache engagiert ist, der wird schon um die Wahrheit wissen.</span><span class="fs14lh1-5"> Andere meinen vielleicht, die Wahrheit müsse sich im emotional aufgeladenen Streit durchsetzen, sonst sei sie nicht die Wahrheit.</span><br></div><div><br></div><div>Für Claudius hingegen gründet die Wahrheit im inneren und äußeren Frieden. Er meint den Frieden, den man im Verhältnis zu Gott finden kann. Denn bei Gott kann man sich selbst hinterfragen, aber auch diejenigen, die sich emotional, laut und leidenschaftlich durchsetzen wollen. Man <span class="fs14lh1-5">muss </span>nicht um die Wahrheit kämpfen, weil man weiß, dass sie bei Gott bestens aufgehoben ist. Man muss noch nicht einmal verzweifelt nach ihr streben. Denn Gott kann sie uns des Nachts im Schlaf geben. Das hat etwas von Psalm 127 Vers 2.</div><div><br></div><div>Die erbitterten Dispute um die Wahrheit, die wir zuweilen in Parlamenten oder Talkshows erleben, kommen mir manchmal vor wie ein verzweifelter Kampf um das Rechthaben. Das hat nichts mit einem „fröhlichen Gebein und Angesicht" zu tun.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Der Geist der Religion wohnt nicht in den Schalen der Dogmatik, hat sein Wesen nicht in den Kindern des Unglaubens, noch in den ungeratenen Söhnen und übertünchten Gräbern des Glaubens, läßt sich wenig durch üppige glänzende Vernunftsprünge erzwingen, noch durch steife Orthodoxie und Mönchswesen. (S. 67)</i></span></div><div><br></div><div>Bei aller Sympathie für die Dogmatik, die Glaubenslehre: In ihr ist die christliche Wahrheit nicht zu Hause. Bestenfalls kann die Dogmatik die Wahrheit ein Stück weit, sehr eingeschränkt, zum Ausdruck bringen – wenn es gut läuft. Dennoch bleibt die Dogmatik immer umstritten und kritikbedürftig, wie all unser Denken. So sind die „Schalen der Dogmatik" sehr irdene, zerbrechliche und vergängliche Gefäße. Das wusste schon Paulus (2Kor 4,7).</div><div><br></div><div>Erzwingen lässt sich in Glaubensdingen gar nichts. Auch die Erkenntnis nicht. Weder eine steife Orthodoxie, also eine Rechtgläubigkeit, noch ein asketisches Leben wie ein Mönch noch akrobatische Gehirnverzwirbelungen, wie sie manche Theologen beherrschen – nichts von alledem garantiert die rechte Erkenntnis. Man findet die Wahrheit nicht bei den Ungläubigen, aber auch nicht bei den fehlgeleiteten Gläubigen oder in den lange schon in Vergessenheit geratenen "Gräbern" der Tradition. Man findet die Wahrheit ganz einfach bei dem, der sie in Person ist: Jesus Christus (Joh 14,6).</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Ich denke daran, wenn wir nun in jener Welt sind, neben den schönen Jünglingen des Himmels, und da nun alle </span><span class="fs14lh1-5"><b>eines </b></span><span class="fs14lh1-5">Sinnes und Freunde sind: wie das so gut sein wird, und wie es uns dann leid tun werde, daß wir hier so viel gezankt und vielleicht jemand Unrecht getan haben. (S. 68)</span></i></span></div><div><br></div><div>Wunderbar! Wenn wir auch in dieser Welt noch so sehr unterschiedlichen Wahrheiten anhängen, in der neuen Welt Gottes werden wir alle <span class="fs14lh1-5"><b>eines </b></span>Sinne und Freunde sein. Was gibt es Schöneres? Dann wird es uns sicher leid tun, dass wir hier so viel gezankt und anderen Unrecht getan haben. Aber das wird unsere Freundschaft nicht mehr trüben. Denn in Gottes versöhnter Welt wird es kein Unrecht und keinen Zank mehr geben.</div><div><br></div><div>Und das alles hat Matthias Claudius mit so viel weniger Worten und viel schöner, als ich es jemals vermag, ausgedrückt.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Alle Texte aus: </span><span class="fs11lh1-15">Matthias Claudius: Sämtliche Werke. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt. 6. Auflage 1987.</span></div><div><span class="fs11lh1-5">Der ganze Claudius-Text ist auch <span class="imUl"><a href="https://www.projekt-gutenberg.org/claudius/wandsbek/wand158.html" target="_blank" class="imCssLink">online</a></span> verfügbar.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div> </div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 26 Feb 2022 08:12:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die am stärksten unterschätzte Macht]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000116"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die am stärksten unterschätzte Macht</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/02/20</span>22</div><div><br></div><div>Wieder einmal zeigt der Mensch sein hässlichstes Gesicht. Vor aller Welt werden Hunderte, vielleicht Tausende hingemordet, angeblich um einer guten Sache willen. Die Welt schaut zu, betroffen und ohnmächtig.</div><div><br></div><div>Es fällt schwer, das „normale Leben" weiterzuleben in dem Bewusstsein, dass gut tausend Kilometer weiter östlich unschuldige Menschen von einem machtversessenen Autokraten dahingerafft werden. Und doch muss unser Leben weitergehen.</div><div><br></div><div>Man möchte helfen – aber wie? In den Krieg einzugreifen würde einen Weltkrieg heraufbeschwören. Das kann niemand wollen. Würden Waffenlieferungen helfen, wie manche es jetzt fordern? Sie würden doch wohl das Sterben nur verlängern, ohne die Ukraine vor der Niederlage retten zu können.</div><div><br></div><div>Einmal mehr erkennen wir, dass wir manchmal nur die Wahl zwischen Schuld und Schuld haben. Nicht militärisch einzugreifen überlässt die Ukrainer ihrem Schicksal. Militärisch einzugreifen würde einen großen, wahrscheinlich atomaren Krieg zur Folge haben. So bleibt uns nur, Schuld auf uns zu nehmen und von Vergebung zu leben.</div><div><br></div><div>Auch Wirtschaftssanktionen werden den Krieg nicht beenden. Sie sind das machtlose Mittel derer, die sich einen Rest Vernunft bewahrt haben und vor einem Weltkrieg zurückschrecken.</div><div><br></div><div>Aber es gibt dennoch etwas, was wir tun können. Die meisten Menschen werden es für unnütz halten. Sie sehen nur die menschliche Macht oder Ohnmacht. Es gibt aber eine Macht, die sich aus der Ohnmacht erhebt. Die gerade in ihrer Ohnmacht mächtig ist.</div><div><br></div><div>Wie Jesu Macht in all seiner Ohnmacht darin bestand, seinem himmlischen Vater gehorsam zu bleiben und an seiner Liebe zu allen Menschen festzuhalten, so besteht auch unsere Macht darin, Gott zu vertrauen und unsere Liebe zu allen Menschen nicht abtöten zu lassen. Gott zu vertrauen heißt: das Schicksal der Ukrainer in seine Hände zu legen und um baldigen Frieden zu flehen. Die Liebe zu allen Menschen nicht abtöten zu lassen heißt: einen großen oder langen Krieg, der noch mehr Leid brächte, zu vermeiden.</div><div><br></div><div>Das Gebet ist die am stärksten unterschätzte Macht, die Menschen haben. Wir haben einen Gott, der sich erweichen lässt. Der das Elend sieht und die Tränen zählt. Der darauf wartet, dass wir mit unseren Gebeten und unserer Liebe für die jetzt Leidenden eintreten.</div><div><br></div><div>So kann sich aus der Ohnmacht die Macht erheben. Auf dem Angreifer liegt kein Segen. Er mag sich groß fühlen und ist doch ein Nichts vor Gott. Den Angegriffenen ist damit in ihrem Leid nicht unmittelbar geholfen. Aber auch ihnen kann, so Gott will, aus Leid und Tod Freude und Leben werden.</div><div><br></div><div>In einer Welt der Sünde und des Todes ersteht das Gute oft nur im Durchgang durch Not und Tod. Das ist unser aller Schicksal. Doch dahinter tut sich die Macht des Gottes auf, der bei den Schwachen, Leidenden und Sterbenden ist, auf dass sie sich ihrer Stärke mit Gott an ihrer Seite bewusst werden. Er wird denen, die ihn bitten, beistehen – jetzt oder dereinst, wenn Leid und Tod endgültig besiegt sein werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 24 Feb 2022 20:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Putins Spiel mit dem Feuer]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000115"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Putins Spiel mit dem Feuer</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/02/2022</span></div><div><br></div><div>Wer einen anderen Staat militärisch angreift, muss wissen, was er tut.</div><div><br></div><div>Wladimir Putin droht damit, die Ukraine anzugreifen. Die Drohung ist auch schon eine Art Angriff. Denn sie setzt die Ukraine unter Druck, erzeugt Angst und übt dadurch Gewalt auf sie aus. Wenn der Angriff dann tatsächlich militärisch vollzogen wird, werden vielleicht zehntausende Menschen sterben und körperlich sowie seelisch Schaden nehmen.</div><div><br></div><div>Was ist eigentlich in den russischen Präsidenten gefahren? Fühlt er sich wirklich von der NATO bedroht? Das könnte man ja noch verstehen. Aber ein Angriff auf die Ukraine würde diese angebliche Bedrohung ja gar nicht verbessern. Im Gegenteil: Die NATO würde dann in allen Nachbarländern ihre Truppen verstärken, wie sie es ja jetzt schon tut. So würde Putin also sein Ziel, die Bedrohung zu verringern, gar nicht erreichen – jedenfalls solange nicht, wie die Ukraine nicht in die NATO aufgenommen wird.</div><div><br></div><div>Was also mag den russischen Präsidenten antreiben? Wir Menschen sind ja ziemlich komplizierte Wesen. Unser Handeln ist oft bestimmt von Motiven, die uns gar nicht bewusst sind. Putin wird dieses Jahr 70 Jahre alt. Er hat also das meiste hinter sich. Da stellt sich schon mal – bewusst oder unbewusst – der Wunsch ein, etwas Bleibendes zu schaffen und als Präsident in die Geschichtsbücher einzugehen. Wenn nun Putin die Ukraine erobert, dann wäre er der erste russische Präsident, der nach dem Zerfall der Sowjetunion das russische Reich wieder vergrößert hat. Er wäre ein Großer der russischen Geschichte.</div><div><br></div><div>Dass ihn das antreibt, kann natürlich nur eine Vermutung sein. Aber ausgeschlossen ist es nicht. Denn wir haben wohl alle den Wunsch, nicht einfach sang- und klanglos diese Welt zu verlassen, sondern wenigstens den Nachkommen in guter Erinnerung zu bleiben. Was eignet sich da besser für einen Präsidenten als ein Krieg, der sein Reich vergrößert?</div><div><br></div><div>Auch das Alte Testament enthält Berichte von schauerlichen Eroberungskriegen. Wenn diese Kriege im Alten Testament auch noch gerechtfertigt werden, ist das sicher ein Problem. Andererseits ist dasselbe Alte Testament aber erstaunlich deutlich, wenn es darum geht, kriegerische Auseinandersetzungen zu verurteilen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du sollst nicht verschieben die Grenze deines Nächsten, welche die Vorfahren als dein Eigentum gezogen haben, das du bekommst in dem Lande, das dir Jahwe, dein Gott, zu eigen gibt.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(5Mo/Dtn 19,14)</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Verflucht ist, wer die Grenze seines Nächsten verschiebt. Und alles Volk soll sprechen: So sei es [wörtlich: Amen]!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(5Mo/Dtn 27,17)</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Worte sind, wie alle Gebote des Alten Testaments, an das Volk Israel gerichtet. Jesus und mit ihm das frühe Christentum haben sie sich aber zu eigen gemacht, indem sie das Alte Testament für sich gelten ließen. Darum gelten diese Worte auch für uns.</div><div><br></div><div>Der russische Präsident will durch seinen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine Stärke demonstrieren. Er will dadurch seine – aus seiner Sicht berechtigten – Interessen durchsetzen, die ihm, wie er meint, von der NATO streitig gemacht werden. Er hat die Macht, Grenzen zu verschieben, wie er es schon durch die Besetzung der Krim getan hat. Er kann sich offenbar nicht zufriedengeben mit dem, was Gott ihm mit seinem riesigen Land gegeben hat (5Mo/Dtn 32,8).</div><div><br></div><div>Was allerdings wirkliche Stärke ist, thematisierte der Prophet Jeremia:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">So spricht Jahwe: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>der Starke rühme sich nicht seiner Stärke</b>, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; sondern dessen rühme sich, wer sich rühmen will: einsichtig zu sein und mich zu erkennen, dass ich, Jahwe, es bin, der </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Gnade, Recht und Gerechtigkeit</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> auf Erden schafft; denn an solchen [Menschen] habe ich Wohlgefallen, spricht Jahwe.</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Jer 9,22f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Man soll sich also nicht seiner Stärke rühmen und auf sie setzen. Das richtige Rühmen besteht vielmehr in der Einsicht und in dem Vertrauen, dass Gott demjenigen, dem sein Recht streitig gemacht wird, Recht verschafft. Gott gefallen die Menschen, die sich nicht ihrer eigenen Stärke rühmen, sondern auf die Stärke und Gnade Gottes vertrauen.</div><div><br></div><div>Man kann natürlich fragen, ob Gott wirklich allen Menschen, denen ihr Recht streitig gemacht wird, Recht verschafft. Es gibt doch zu viel Unrecht in der Welt, ohne dass Gott Recht zu schaffen scheint.</div><div><br></div><div>Doch ist die Frage, ob der gewaltsame Einsatz der eigenen Stärke wirklich dazu geeignet ist, Recht zu schaffen, oder ob nicht vielmehr das Unrecht dadurch nur noch vergrößert wird. Denn wer in einem Krieg Leid und Tod über zehntausende Menschen bringt, schafft damit bestimmt kein Recht.</div><div><br></div><div>Interessant ist, dass Jeremia nicht nur von Recht und Gerechtigkeit spricht, sondern in einem Atemzug damit von Gnade. Wir würden wohl nicht auf die Idee kommen, Recht mit Gnade zu verbinden. Recht ist für uns etwas schriftlich Festgelegtes, wodurch eindeutig Recht und Unrecht unterschieden werden. Verbindet man aber Recht mit Gnade, dann bekommt das Recht einen geradezu weichen Zug: Recht kommt nur dann zustande, wenn derjenige, der es durchsetzt, zugleich gnädig ist.</div><div><br></div><div>Das aber ist im Fall eines Krieges ausgeschlossen. Krieg ist immer ungnädig, erbarmungslos. Wer den Krieg wählt, um sein Recht auf eigene Faust durchzusetzen, vertraut nicht auf Gott und demonstriert seine Gnadenlosigkeit.</div><div><br></div><div>Auch Jesus hat etwas zu den Gnadenlosen und Gewalttätigen zu sagen gewusst:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr wisst, dass die Fürsten der Völker gewalttätig über sie herrschen und die Großen ihre Macht über sie missbrauchen. Unter euch soll es nicht so sein, sondern wer unter euch groß sein will, sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, sei euer Sklave; gleichwie der Menschensohn nicht gekommen ist, damit ihm gedient werde, sondern damit er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Mt 20,25b-28; ähnlich Mk 10,42b-45)</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div>Gewalt und Machtmissbrauch sind unter den Herrschenden nichts Ungewöhnliches. Unter den Christinnen und Christen soll es anders sein: Bedeutend für Gott sind nicht diejenigen, die sich mit Macht durchsetzen, sondern diejenigen, die ihre eigenen Interessen zurückstellen können zugunsten der Interessen der anderen. Denn so hat Jesus selbst es vorgelebt.</div><div><br></div><div>Putin wählt offenbar einen anderen Weg – wie viele der politisch Mächtigen. Sollte er wirklich die Ukraine mit Krieg überziehen, dann würde er wohl Zehntausende töten, tiefes Misstrauen säen und eine über Jahrzehnte mühsam errichtete europäische Friedensordnung in einen Kalten Krieg zurückversetzen. Man mag sich das kaum vorstellen.</div><div><br></div><div>Man mag sich aber auch nicht vorstellen, dass solch ein Mensch nach seinem Tod einfach so in den Himmel springt, weil Gott ihm gnädig ist. Putin verspielt ja schon zu Lebzeiten seine Größe, sein Ansehen vor Gott. Im Jüngsten Gericht dann, dem sich auch Putin wird stellen müssen, werden seine schlechten Taten, bildlich gesprochen, im Feuer verbrennen. Das wird seiner Person Schaden zufügen: Schaden im Sinne eines Verlustes und einer Einbuße (so drückt es Paulus in 1Kor 3,15 aus).</div><div><br></div><div>Leider erläutert Paulus nicht näher, worin diese Einbuße besteht. Der Hintergrund ist aber, dass im ewigen Leben, in der himmlischen Gemeinschaft mit Gott, das Böse keinen Platz mehr hat.</div><div><br></div><div>Nun könnte man sich vorstellen, dass von einem schlechten Menschen, dessen schlechte Taten und Persönlichkeitsanteile im Jüngsten Gericht ausgelöscht werden, nicht viel übrig bleiben wird – nur das Gute an ihm wird übrig bleiben, und das mag unter Umständen nicht viel sein. Mit knapper Not, „wie durchs Feuer hindurch", kann er dennoch von Gott gerettet werden (1Kor 3,15).</div><div><br></div><div>Man könnte sich weiter vorstellen, dass von durch und durch schlechten Menschen gar nichts übrig bleibt, sondern dass sie sozusagen einen „zweiten Tod" (Offb 2,11; 20,6.14; 21,8) sterben. Sie existieren dann einfach nicht mehr.</div><div><br></div><div>Ich kann natürlich kein Urteil über Wladimir Putin fällen. Aber es ist doch vielleicht nicht ganz abwegig, dass von ihm, sollte er unsagbar viel Leid über seine Mitmenschen bringen, nach dem Jüngsten Gericht nichts mehr übrig bleibt. Es gibt dann gar keine Person mehr, der Gott gnädig sein könnte. Armer Geschichtsbuch-Putin! Wollte er doch vielleicht durch seinen Angriff auf die Ukraine ein Großer werden, und dann wäre er – Nichts!</div><div><br></div><div>Nochmal: Ich will kein Urteil fällen und auch nicht zu viel sagen über die Vorgänge beim Jüngsten Gericht, die uns verborgen sind. Ich schließe auch nicht aus, dass Gott auch einem Wladimir Putin (wie vielen anderen Gewaltherrschern und Massenmördern der Geschichte) gnädig sein kann.</div><div><br></div><div>Was ich hier betreibe, ist eher ein Gedankenspiel, das allerdings nicht freischwebend spekuliert, sondern sich an biblischen Texten zu orientieren versucht. Diesem Gedankenspiel nach könnte die „ewige Strafe", von der das Neue Testament spricht (z.B. Mt 25,46), in der ewigen Nichtexistenz des Menschen bestehen.</div><div><br></div><div>Wie immer dem auch sei: Wer einen anderen Staat militärisch angreift, muss wissen, was er tut – nicht nur anderen antut, sondern auch sich selbst.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 18:31:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wie kommuniziert Gott mit uns?]]></title>
			<author><![CDATA[Michael Kröger und Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000114"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wie kommuniziert Gott mit uns?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Michael Kröger und Klaus Straßburg | 17/02/2022</span></div><div><br></div><div>Die Frage, wie Gott mit uns kommuniziert, scheint ungewöhnlich zu sein. Doch eigentlich geht es um etwas für den christlichen Glauben sehr Wichtiges: Wie kommt es dazu, dass wir von Gott wissen? Was bedeutet es eigentlich, dass Gott mit uns "redet"? Und welche Rolle spielt in Gottes Kommunikation mit uns, <span class="fs14lh1-5">dass er auch das hört,</span><span class="fs14lh1-5"> was wir zu ihm reden?</span><br></div><div><br></div><div>Unsere Gedanken entstehen im Dialog mit den Gedanken Anderer. Das gilt auch für unsere Gedanken über Gott. Ich habe deshalb einen schriftlichen Dialog mit dem Kunsthistoriker Michael Kröger geführt, der sich auch viel mit soziologischen Fragen beschäftigt hat. Der folgende Gedankengang ist daraus entstanden:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="imUl">Klaus</span>:</i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5">In unserer modernen Welt wird ja viel von "Kommunikation" gesprochen. Als christlicher Begriff ist das Wort heute eher ungewöhnlich. Es klingt für uns sehr technisch, und wir denken wahrscheinlich zuerst an Telekommunikation oder ähnliches. Dennoch gibt es das, was das Wort "Kommunikation" meint, auch in der Beziehung Gottes zum Menschen. Das Wort kommt ja aus dem Lateinischen. Ich habe deshalb mal in meinem Latein-Lexikon nachgeschlagen. Dort finde ich zum Verb </span><span class="fs16lh1-5 ff1">communicare </span><span class="fs14lh1-5">folgende Bedeutungen: „gemeinsam machen, vereinigen; teilen, mitteilen, besprechen mit; verkehren mit; geben, gewähren". Im mittelalterlichen Latein bedeutet das Wort dann auch "die Eucharistie/das Abendmahl empfangen" oder "die Eucharistie/das Abendmahl reichen". Das ist ja schon mal ein ganzes Bündel von Bedeutungen. Du hast dich ja viel mit der Kommunikation in der modernen Gesellschaft beschäftigt. Passen die Bedeutungen, die ich zu dem lateinischen Wort gefunden habe, eigentlich damit zusammen?</span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><span class="imUl">Michael</span>:</span></div><div><span class="fs14lh1-5">Ja, die Bedeutungen sind alle für den Prozess des Kommunizierens sinnvoll und zutreffend. Je nach Kontext und Funktion muss ich, um angemessen zu kommunizieren, das entsprechende Verb auswählen: ich teile mich Anderen mit oder ich empfange das Abendmahl. Das Entscheidende einer eher soziologischen Sicht auf die Kommunikation ist dabei, dass sie eine Innenperspektive und eine Außenperspektive miteinander kombiniert. Im Gebet versuche ich beispielsweise, etwa als gläubiger Mensch, der ich bin, in ein Gespräch mit Gott zu gelangen. Ob dieses Gespräch gelingt, ist eine andere Sache. Jeder Akt einer laufenden Kommunikation kommuniziert einen Inhalt </span><span class="fs14lh1-5"><b>und </b></span><span class="fs14lh1-5">meine aktuelle Sichtweise, meine Beziehung zu dem, was und wie ich hier und jetzt gerade kommuniziere. So gesehen ist meine Vorstellung von Kommunikation immer doppelwertig: Ich weiß und beschreibe ja gerade, dass ich kommuniziere, aber ich weiß nicht genau, wie dieses Kommunizieren bei meinem Gegenüber – in diesem Fall bei Dir – gerade ankommt. Das macht menschliche Kommunikation im Allgemeinen tendenziell unsicher und fehleranfällig, aber auch lebendig und anspruchsvoll.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="imUl">Klaus</span>:</i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Ich will mal versuchen, das auf unseren Glauben zu beziehen: Wenn Gott mit uns kommuniziert, dann sind wir ja erstmal die Empfangenden. Wir empfangen das, was Gott uns mitteilt. Oder besser gesagt: Wir empfangen, wie Gott </span><span class="fs14lh1-5"><b>sich </b>uns mitteilt. Denn wenn Gott mit uns kommuniziert, übermittelt er uns ja nicht nur eine Information, sondern er teilt uns auch </span><span class="fs14lh1-5"><b>sich selbst</b> mit. Ich würde mal vermuten, dass das auch in jeder zwischenmenschlichen Kommunikation der Fall ist: Wenn ich kommuniziere, teile ich dem Anderen nicht nur </span><span class="fs14lh1-5"><b>etwas</b>, sondern immer auch </span><span class="fs14lh1-5"><b>mich selbst</b></span><span class="fs14lh1-5"> mit – die Situation, in der ich gerade bin, die Gefühle, die ich gerade habe, meine Beziehung zum Gesprächspartner und so weiter.</span></i></div><div><br></div><div><span class="imUl">Michael</span>:</div><div>Deine Aussage "Gott teilt sich uns selbst mit" klingt für mich fast so, als würde ein Beobachter von Außen objektiv protokollieren, wer hier kommuniziert. Zu Recht schreibst du aber auch weiter: &nbsp;"Wenn ich kommuniziere, teile ich dem Anderen nicht nur <span class="fs14lh1-5"><b>etwas</b></span>, sondern immer auch <span class="fs14lh1-5"><b>mich selbst</b></span> mit." Beide Aussagen erscheinen mir insofern zutreffend, auch deshalb, weil sie Kommunikation im Modell zwischen Sender und Empfängern entstehen lässt. Gott spielt in diesem Fall eindeutig die Rolle des Senders, wir Menschen die Rolle derjenigen, die etwas von diesem Sender namens Gott empfangen.</div><div><br></div><div>Die Frage ist hier sogleich: wollen, können oder dürfen wir etwas empfangen? Wie ist unser Empfang durch die Sendung Gottes vorbereitet worden? Und eine weitere, deutlich weiter gehende Frage ergibt sich, wenn wir einmal das abstrakte Empfänger / Senderschema verwandeln würden. Können wir uns Situationen vorstellen, indem Menschen zu Sendern und Gott zum Empfänger wird (ist nicht ein Gebet nach diesem Modell strukturiert?). Und wenn ja, wie würde eigentlich aus unserer Perspektive Gott als Empfänger auf uns reagieren? Und welche Folgen ergeben sich für uns eigentlich aus diesen Perspektivwechseln, die ja doch recht soziologisch daher kommen? </div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="imUl">Klaus</span>:</i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Das sind ja eine Menge Fragen, die du da stellst. Ich will aber zuerst nochmal auf meine Aussage zurückkommen, dass Gott uns </span></i><b class="fs14lh1-5"><i>sich selbst</i></b><i><span class="fs14lh1-5"> mitteilt. Wichtig ist hier die Geschichte, in der Mose Gott nach seinem Namen fragt, und Gott antwortet: "Ich werde sein, der ich sein werde" (2Mo/Ex 3,14). Wichtig ist auch die Einleitung zu den 10 Geboten, wo es heißt: "Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten, aus der Sklaverei, herausgeführt hat" (2Mo/Ex 20,2). Und für den christlichen Glauben ist natürlich die Person Jesu besonders wichtig, der ja nach dem Neuen Testament nicht nur Informationen über Gott überbracht hat, sondern in dem Gott selbst gegenwärtig war. Aus alldem geht hervor, dass Gott uns nicht nur </span><span class="fs14lh1-5"><b>etwas </b>über sich mitteilt, sich selbst aber vornehm verborgen hält, sondern dass er uns </span><span class="fs14lh1-5"><b>sich selbst</b></span><span class="fs14lh1-5"> vorstellt, sich selbst zugänglich macht. Und Mose oder Jesu Jünger haben das so erlebt, und später wurde es aufgeschrieben und liegt uns heute in der Bibel vor – wenn man so will als Zeugnis dessen, was Mose und Jesu Jünger erlebt haben.</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Jetzt zu deiner Frage, ob wir etwas empfangen können, dürfen oder wollen, wenn Gott uns eine Botschaft sendet. Ich denke, wenn Gott uns etwas sendet, dann will er auch, dass wir es empfangen. Wir sind also offensichtlich mit einem Empfangsgerät ausgestattet, das uns ermöglicht, Gottes Botschaft zu empfangen. So wie Jesu Jünger Augen und Ohren hatten, mit denen sie Jesus hören und sehen konnten. Wenn Gott will, dass wir seine Botschaft empfangen, dann </span><span class="fs14lh1-5"><b>dürfen </b>wir sie auch empfangen. Eine andere Frage ist aber, ob wir seine Botschaft auch empfangen </span><span class="fs14lh1-5"><b>wollen</b></span><span class="fs14lh1-5">. Und da muss man wohl sehr skeptisch sein. Ich würde mal behaupten, dass wir nicht gerade begeistert sind, wenn jemand zu uns sagt "Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus deiner Sklaverei, deiner Gebundenheit an alle möglichen Mächte, befreit hat", sondern dass wir viel lieber unser eigener Gott sein wollen, der sich selbst aus allem befreit und dazu keinen Gott braucht. Soviel erstmal zu deiner ersten Frage.</span></i></div><div><br></div><div><span class="imUl">Michael</span>:</div><div>Deine Formulierung "dass er uns <span class="fs14lh1-5"><b>sich selbst</b></span> vorstellt, sich selbst zugänglich macht", finde ich einerseits faszinierend, weil diese komplexe Art der Formulierung uns zeigt, was Gott in uns bewirkt und für uns möglich macht, und andererseits, weil deine Formulierung für alle anderen bezeugt, wie ernst und ernsthaft du dich mit den Erwartungen Gottes an uns auseinandersetzt. &nbsp;Faszinierend finde ich jedoch auch, dass man auch so sich immer wieder neu vergegenwärtigen kann, wie Gott in uns (nach-)wirkt: nicht mehr wie in vorchristlichen Zeiten magisch-mythisch, sondern kommunikativ, und das heißt hier: an uns und unseren Glauben glaubend. Das ist für mich eine geradezu tröstliche Perspektive. In seinem letzten Buch "Einzeln sein" schreibt <span class="fs14lh1-5"><i>Rüdiger Safranski</i></span> zu Martin Luther, dass dieser das Gefühl habe: &nbsp;"Gott handelt in ihm. Es ist so, schreibt er, das Werk Gottes, das Gott in uns tut." (<span class="fs14lh1-5"><i>Rüdiger Safranski</i></span>, Einzeln sein. München 2021, S.36) Aber auch das verschweigt <span class="fs14lh1-5"><i>Safranski </i></span>uns nicht: es entstehe eine "abgründige Paradoxie." Denn der Glaube, dass das Werk Gottes in uns wirkt, entstehe, so <span class="fs14lh1-5"><i>Safranski</i></span>, aus dem hier und jetzt Geglaubten. Ich vermute, du würdest hier formulieren, dass wir das Geglaubte glauben und annehmen dürfen – aus freien Stücken und ganz sicher aus und mit der Gnade Gottes.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="imUl">Klaus</span>:</i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Ich finde deinen Vergleich des Wirkens Gottes mit Magie und Mythos sehr interessant. Tatsächlich hat Gottes Wirken mit Magie nichts zu tun, weil es nicht um irgendetwas geht, was der Mensch tut, sondern allein um Gottes Tun. Und mit einem Mythos verbindet Gottes Wirken auch nichts, weil es in den biblischen Schriften nicht um Vorgänge zwischen Göttern, Halbgöttern und Dämonen geht wie bei den alten Griechen, sondern von Anfang an um Gottes Beziehung zu uns Menschen – um seine Kommunikation mit uns. Wenn wir also glauben, dass Gott in der Welt und in Menschen wirkt, dann kann man das eine "Paradoxie" nennen, weil dieser Glaube darin gründet, dass Gott in der Welt und in Menschen wirkt. Martin Luther hätte sogar gesagt: Dieser Glaube kommt nicht aus uns selbst, sondern er wird durch Gottes Geist gewirkt, den er uns schenkt. Wenn wir glauben, </span><span class="fs14lh1-5"><b>dass </b>Gott wirkt, glauben wir das nur, </span><span class="fs14lh1-5"><b>weil </b></span><span class="fs14lh1-5">er wirkt. Diese "Paradoxie" sagt aber eigentlich nur: Wir haben keine Beweise dafür, dass Gott wirkt. Wir können es nicht schwarz auf weiß belegen. Es ist wie mit der Liebe: Wir können nicht beweisen, dass ein anderer Mensch uns liebt, aber wir vertrauen darauf. Im Glauben kann man aber eine tiefe Gewissheit erlangen, dass Gott Gutes in der Welt und für uns wirkt – eine Gewissheit, die tiefer geht als jeder angeblich "objektive Beweis".</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Eigentlich haben wir damit schon eine Antwort auf eine weitere Frage gegeben, die du oben gestellt hast: Wenn Gott mit uns kommuniziert, redet, wie ist unser Empfangen oder Hören seines Redens dann durch Gottes Reden vorbereitet? Ich würde sagen: Gott lässt uns sein Reden vernehmen, er pflanzt vielleicht einen Gedanken oder ein Gefühl in uns ein oder er lässt uns etwas erleben oder lesen, was uns beeindruckt – und dann liegt es an uns, ob wir diesen Gedanken, dieses Gefühl, dieses Erlebnis oder gelesene Wort weiter verfolgen oder ob wir denken: Ich will mich damit nicht beschäftigen, es gibt ja sowieso keinen Gott. Eine interessante Frage wäre allerdings: Woher weiß ich denn eigentlich, dass mir ein Gedanke, Gefühl oder etwas, was mich gerade beeindruckt hat, von Gott geschenkt ist und nicht einfach aus mir selber kommt? Wie unterscheide ich Gottes Reden mit mir von einem Selbstgespräch?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="imUl">Michael</span>:</div><div>Deine zuletzt formulierte Frage wiegt für mich sehr schwer. Ich merke, dass ich mich mit einer Antwort auch schwer tue. Vielleicht fehlt mir (noch) das <span class="fs14lh1-5"><b>Vertrauen </b></span>zu dem, wenn Du beschreibst, wie Gott in uns wirkt. Ich würde, anstatt auf deine Frage direkt und explizit zu antworten, einen anderen Weg einschlagen und einen erweiterten Aspekt ins Spiel bringen: &nbsp;meine <span class="fs14lh1-5"><b>Frage </b></span>nach <span class="fs14lh1-5"><b>meinem Zugang</b></span> zu Gott: </div><div><br></div><div>Wenn uns ein Zugang zu leicht gemacht wird, sind wir unzufrieden und können uns sogar unterfordert fühlen; wenn uns ein Zugang erschwert oder verwehrt wird, fühlt man sich schnell sozial ausgeschlossen und ungerecht behandelt. Auch als Gläubiger kenne ich dieses Problem. Das Problem entsteht, wenn ich, ungeduldig, nach einem <span class="fs14lh1-5"><b>Zugang </b></span>frage. Vor allem nach meinem Zugang zu Gott. Und vielleicht hat ja Gott ein ähnliches Problem mit mir. Wann finde ich einen Zugang zu Gott? <span class="fs14lh1-5"><b>Oder findet Gott nicht vielmehr einen Zugang zu mir?</b></span> Welche Ansprüche weckt eigentlich dieser Begriff – ZUGANG – und welche hohen Erwartungen werden hier – unausgesprochen – ausgesprochen? Gott und die Menschen kommunizieren beide – aber offenbar nicht oder zumindest nicht immer auf Augenhöhe. Gott ist in Sachen Kommunikation kein Experte – oder vielleicht doch? Er kümmert sich vermutlich nicht um ein zu hohes Anspruchsniveau oder um einen ungewissen Erwartungshorizont. Er ist einfach anwesend und handelt einfach – in Beziehung zu uns. Und er findet – häufig wie aus heiterem Himmel – vielleicht nicht gleich einen Zugang, aber so etwas wie einen Umweg zu uns – auch wenn ich kaum ahne, wie und wodurch. Vermutlich durch eben jenes <span class="fs14lh1-5"><b>Vertrauen</b></span>, das er mir und anderen einfach schenkt. Auf jeden Fall völlig gratis, ganz ohne Vorbedingungen. Vielleicht liegt das Problem des Zugangs ja darin, dass wir es uns zu bequem machen. Der Begriff suggeriert, dass wir nur den Schlüssel zum Schloss umdrehen müssen und dann alles wie sonst funktionieren wird. Doch wie ist Gott jemand, der mir <span class="fs14lh1-5"><b>wirklich einfach etwas schenkt?</b></span> Und dazu noch etwas, das so wertvoll ist wie ein grenzenloses <span class="fs14lh1-5"><b>Vertrauen</b></span>? Soweit ich mich heute zurück erinnern kann: Mein größtes Geschenk habe ich erhalten, seitdem ich auf der Welt bin: ich darf diese Welt seit 65 Jahren kennenlernen und darin vor allem auch mein gegenwärtiges Leben, das mir umso kostbarer erscheint, je älter ich werde. <span class="fs14lh1-5"><i>Max Frisch</i></span> hat einmal geschrieben: "Ich mache Erfahrungen eigentlich nur noch beim Schreiben." Ob er dabei auch an Gott gedacht hat? Ich vermute es! </div><div><br></div><div>Soziologen haben herausgefunden, dass man sich mit seiner eigenen Meinung dann von einer großen Masse absetzt, wenn man sich eine eigene Meinung erlaubt, nicht alles, was populär erscheint, auch gut findet, sondern auch Mut findet, etwas als nicht gelungen zu bezeichnen. Bezogen auf das Thema "Zugang zu Gott" könnte das heißen: ist nicht vielleicht die Frage nach dem Zugang doch etwas zu einseitig gestellt? Kann man nicht auch davon ausgehen, in seinem Leben vielleicht lange Zeit keinen Zugang zu Gott zu finden (oder gefunden zu haben)? Und kann es dann nicht wie ein Wunder erscheinen, wenn wir plötzlich doch noch so etwas wie einen "Zugang" &nbsp;finden? <span class="fs14lh1-5"><i>Joseph Beuys</i></span> prägte die Formel des erweiterten Kunstbegriffs – und hat damit die Frage nach dem Sinn von Kunst neu gestellt. Vielleicht gibt es ja auch einen erweiterten Begriff meines Zugangs zu Gott – vielleicht eine Form, die meinem eigenen und unserem Leben eine neue Annäherung (und nicht unbedingt gleich einen vollständigen Zugang) an Gott vermittelt? Insoweit ist dieser Text nun wohl ein Selbstgespräch &nbsp;– aber eines, bei dem ich doch sicher von Gott unterstützt wurde ...</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="imUl">Klaus</span>:</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich finde, da bist du sehr tief in die Materie eingedrungen. Im Grunde hast du die Fragen auch schon selbst beantwortet. Ich erlebe es genauso: Es gibt Zeiten, da habe ich das Gefühl, keinen Zugang zu Gott zu haben. Ich zweifle, er scheint mir fremd, meine Gebete scheinen nur bis an die Zimmerdecke zu reichen. Da finde ich deine Frage sehr berechtigt: "Welche Ansprüche und Erwartungen erweckt der Begriff 'Zugang'?" Stellen wir den Anspruch, dass uns Gott immer und überall zugänglich und verfügbar ist? Wollen wir das sichere Gefühl haben, dass wir ihm nah sind oder er uns nah ist? Haben wir die Erwartung, ihn und sein Wirken komplett zu verstehen? Beanspruchen wir, auf ihn einwirken zu können? Solchen Ansprüchen und Erwartungen entzieht sich Gott – zu Recht. Wir würden es auch tun, wenn jemand versuchen würde, uns für seine Zwecke verfügbar zu machen. Der Begriff "Zugang" wird missverstanden, wenn wir denken, wie du schreibst, "dass wir nur den Schlüssel zum Schloss umdrehen müssen und dann alles wie sonst funktionieren wird." Gott funktioniert nicht, sondern liebt. Ich finde, du hast es treffend ausgedrückt: Gott "ist einfach anwesend und handelt einfach – in Beziehung zu uns." Ich würde ergänzen: in Liebe zu uns. Liebe ist eben einfach da, ohne verfügbar zu sein, und sie handelt einfach liebevoll, ohne sich irgendwelchen Ansprüchen zu beugen. Und auch diese Sätze finde ich sehr gut: "Kann man nicht einfach davon ausgehen, in seinem Leben vielleicht lange Zeit keinen Zugang zu Gott zu finden (oder gefunden zu haben)? Und kann es dann nicht wie ein Wunder erscheinen, wenn wir plötzlich doch noch so etwas wie einen 'Zugang' finden?" So sehe ich es auch: Es ist ein Wunder, wenn ein Mensch Zugang zu Gott findet. Es ist nichts, was wir machen können, sondern was uns geschenkt wird. Wir können dieses Geschenk nur annehmen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gott kann sich uns also entziehen und vor uns verbergen. Dennoch vergisst er uns nicht. Er weicht nicht von unserer Seite, auch wenn er für uns nicht greifbar und begreifbar ist. Er hört unsere Gebete, auch wenn sie so schwach sind. Er steht zu uns, auch wenn wir zweifeln. Er wirkt Gutes, auch wenn er uns fremd erscheint. In Jes 54,8 heißt es: "Ich habe mein Angesicht im Augenblick meines Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser." Auch wenn er sich vor uns verbirgt, bedeutet das nicht das Ende seiner Gnade. Aber Gott ist kein Wunscherfüllungs-Automat. Manchmal müssen wir auf sein Wirken warten. Manchmal erscheint er unendlich fern von uns. Oft verstehen wir ihn nicht. Das sind Zeiten der Anfechtung, die wir durchhalten müssen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Aber warum entzieht sich Gott uns, warum lässt er uns warten? Du gibst darauf eine sehr schöne Antwort: "Wenn uns ein Zugang zu leicht gemacht wird, sind wir unzufrieden und können uns sogar unterfordert fühlen." In der Tat: Wenn uns etwas immer zur Verfügung steht, erfüllt uns das nicht. Erfüllen kann uns nur etwas, was uns aus dem Unverfügbaren her anredet – was ein Geheimnis bleibt. Im Verfügbaren, im Bekannten, Entblößten und Entzauberten, begegnen wir immer wieder nur uns selbst. Im Unverfügbaren aber, im Unbekannten, im Geheimnis der Welt, wird es möglich, dass Gott uns begegnet.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Um zu unserer Ausgangsfrage zurückzukehren: "Wie kommuniziert Gott mit uns?" Ich glaube, er kommuniziert auch dann mit uns, wenn er sich uns entzieht. Denn er will uns damit nichts Böses. Er will uns davor bewahren, dass wir meinen, wir hätten ihn im Griff – im Zugriff. Denn das wäre das Ende davon, dass wir uns von ihm lieben lassen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="imUl">Michael</span>:</div><div>"Ich habe mein Angesicht im Augenblick meines Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen." Ich staune immer wieder über die Weisheit, die wir in der Bibel und durch Gottes Wort hindurch erfahren können. Wenn ich diesen Satz richtig lese, kann ich ihn auf mich beziehen. Buchstäblich. In meiner Erinnerung konnte ich mich in jungen Jahren nie wirklich streiten, kann mich sogar noch erinnern, dass ich lernen wollte, endlich streiten zu können. In deinem Bibelzitat lerne ich hier am Beispiel Gottes, der bewusst seinen Zorn vor uns versteckt, was eben <span class="fs14lh1-5"><b>auch </b></span>möglich ist. Man kann – bildlich gesagt – im Angesicht dieses Satzes auch lebensklug werden: indem ich nicht nur permanent mich selbst beobachte (oder nicht selten auch kontrolliere), sondern im Gegenteil eine erweiterte Wahrnehmung praktiziere. Wenn Gott seinen Zorn vor uns verbirgt, zürnt er uns nicht – jedenfalls nicht direkt. Wir aber können ihn – gerade deswegen? – finden.</div><div><br></div><div>Wäre er offen zornig gewesen, hätten wir uns dann noch in ihm erkennen können? Vielleicht erkennen wir hier auch, was geschieht, wenn Gott uns begegnet. Wir bekommen die Chance, von ihm und durch ihn hindurch auch etwas von uns und über uns zu lernen. Das klingt jetzt etwas vermessen – gerade so als wollten wir seine "Leistungen" imitieren. Aber intuitiv wissen wir Menschen, dass wir immer auch Lernende sind (und Lernende bleiben werden!) und zum Glück nicht nur Kommunizierende sind, die täglich neu Funktionales bewältigen müssen. Wir sind erweiterungsfähige Wesen – aber auch: angewiesen auf die Liebe eines Gottes, der zu uns hält und dem wir vertrauen können, auch wenn er uns seinen Zorn nicht zeigt. Vielleicht kann ich auch jetzt erst – mit etwas Abstand zu mir selbst – sagen: Ich versuche, so gut es geht als Mensch zu kommunizieren, mich und damit andere zu verstehen – aber ich will mich gleichzeitig davor hüten, wie Gott zu sein, berauscht von meinen Fähigkeiten, kommunizieren zu wollen, als ob ich allmächtig geworden wäre. Kommunizieren lernen heißt für mich auch, darüber zu staunen, was alles schon in meinem Leben in der Freiheit und mit der Gnade Gottes bereits möglich geworden ist und mit anderen zusammen noch möglich wird ... Und ja, du hast sicher sehr recht: Gott will uns auch vor uns &nbsp;selbst bewahren – und gerade dann, wenn wir uns noch nicht wirklich als Menschen, die wir sind, kennen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="imUl">Klaus</span>:</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ja, ich denke auch, dass wir unser Leben lang in der Beziehung zu Gott dazulernen müssen, man könnte auch sagen: im Glauben wachsen. Wohl dem Menschen, der dazu bereit ist und sich auch in schweren Zeiten nicht von Gott verabschiedet, sondern darauf wartet, dass Gott ihm neu begegnet. Ich glaube, in solchem Warten wachsen wir im Glauben.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Vielleicht wenden wir uns am Ende unseres Gesprächs noch dem Thema "Gebet" zu. Du hast es oben schon mehrmals angesprochen. Und das Gebet gehört ja wahrlich zum Thema "Wie kommuniziert Gott mit uns?" hinzu. Man könnte zwar denken, dass im Gebet doch der Mensch spricht, also kommuniziert, aber nicht Gott. Aber das ist wohl nur die halbe Wahrheit. Ich verstehe das Gebet als ein Gespräch: Zwar spricht der Mensch mit Gott, aber ich gehe davon aus, dass Gott hört und auf das Gebet reagiert. Wäre es nicht so, dann hätte das Gebet keinen Sinn und wäre ein Selbstgespräch. Die Bibel sagt uns immer wieder, dass Gott Gebete erhört und dass wir deshalb alles, was in uns ist, im Gebet kommunizieren können: Wir können weinen, klagen, bitten, danken und Gott loben. Wir können reden, schweigen und hören. Wir können einfach nur vor Gott da sein. Beten ist vielfältig. Wir müssen gar nicht viel reden. Wir können fühlen, was in uns ist, und Gott unsere Gefühle darbringen. Wir können gewiss sein, dass er sie aufnimmt, dass keine Träne bei ihm verloren geht und keine Freude von ihm übersehen wird. Wir müssen keine besonderen Worte benutzen oder uns gewählt ausdrücken. Wir können mit Gott reden, wie uns "der Schnabel gewachsen ist". Beten, das ist für mich auch: reden wie mit einem guten Freund oder einer guten Freundin.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Was du oben über die zwischenmenschliche Kommunikation geschrieben hast, nämlich dass sie tendenziell unsicher und fehleranfällig ist, das trifft wohl auf das Gebet nicht zu. Denn Gott versteht uns, noch bevor wir unser Gebet überhaupt begonnen haben (Mt 6,8). Zwar ist es so, dass wir nicht wissen, was wir beten sollen. Aber Gottes Geist, also Gott selbst, tritt für uns ein (Röm 8,26). Insofern kann die Kommunikation mit Gott im Gebet, wenn es ernst gemeint ist, gar nicht misslingen. Denn Gott ist selbst an dieser Kommunikation beteiligt: Er hilft uns, in rechter Weise zu beten.</i></span></div><div><br></div><div><span class="imUl">Michael</span>:</div><div><span class="fs14lh1-5"><b>Hört Gott auf unser Gebet?</b></span> Sicher bin ich mir da nicht – aber ich bete trotzdem (oder auch deswegen?). Beten war und ist für mich ein Ausdruck von inständiger (manchmal auch ängstlicher) Hoffnung, die einfach nicht vergehen will. Auf dass "keine Träne bei ihm verloren geht", wie du so schön schreibst. So wie mein Schreiben, Leben und Lesen ist für mich Beten eine Art und Weise, um in dieser konkreten Welt zu sein und – manchmal – auch die Anwesenheit und Liebe Gottes zu entdecken und zu spüren. Dass ich und wohl auch viele andere das Gefühl haben, im Gebet <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>erhört zu werden, kann ich mit einer soziologischen Formel von <span class="fs14lh1-5"><i>Paul Watzlawick</i></span> zum Glück entkräften. Dieser prägte ein grundlegendes Axiom, auf das ich im Leben immer wieder zurück gekommen bin: <span class="fs14lh1-5"><b>"Man kann nicht nicht kommunizieren."</b></span> Oder anders: wir dürfen immer, wohl bis an unser Lebensende, hoffen. Und hoffen heißt hier auch: im Gespräch mit Gott und den Menschen zu bleiben – darauf zu vertrauen, dass mein Leben im Angesicht Gottes ein Sinn erfüllt, wohl auch, weil es mir einst geschenkt wurde. "Denn Gott ist selbst an dieser Kommunikation beteiligt" – vielleicht, nein ziemlich sicher ist unser gemeinsamer Dialog von Gottes Gnade berührt ...</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="imUl">Klaus</span>:</i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Beten als "Ausdruck von inständiger Hoffnung, die einfach nicht vergehen will" – das ist, finde ich, ein schöner Gedanke. Wer betet, der will nicht alles beim Alten belassen und auch nicht nur die Welt, die wir täglich erfahren, für die einzige Wirklichkeit halten. Sondern er will über den Horizont unserer Welt hinausblicken und hofft, dass auch diese Welt täglich anders werden kann, als sie ist. Und </span><span class="fs14lh1-5"><b>manchmal </b></span><span class="fs14lh1-5">können wir im Gebet etwas von Gottes Anwesenheit und Liebe spüren – aber auch das ist ein Geschenk. Ich spüre das längst nicht immer, und ich denke, wir haben auch keinen Anspruch darauf. Aber ich glaube, dass Gott unsere Gebete erhört, auch wenn er mitunter ganz anders darauf reagiert, als wir es uns vorgestellt haben. Dass die Hoffnung trotz aller Enttäuschungen, die es im Glauben auch gibt, "einfach nicht vergehen will" – ich würde sagen, das ist ein Zeichen dafür, dass Gott in uns am Werk ist; dass da etwas ist, das wir nicht geschaffen haben und das auch nicht so leicht von uns ausgelöscht werden kann: Es will einfach nicht vergehen. Es ist eine gute Macht, die uns bestimmt. Es ist der Geist Gottes, der uns dazu treibt, zu rufen: "Abba, lieber Vater!" (Röm 8,15) Schon diese drei Wörter sind ein Gebet. Und dass wir sie aussprechen – trotz allem –, das ist wirklich eine Gnade Gottes.</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Michael, ich danke dir für dieses Gespräch, mit dem wir vielleicht einige Denkanstöße geben konnten zu der im Christentum doch etwas ungewöhnlichen Frage "Wie kommuniziert Gott mit uns?"</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 17 Feb 2022 16:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Verschwörungsmythen und Glaube]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000113"><div><br></div><div><div class="imTACenter"><span class="imUl fs16lh1-5"><b>Verschwörungsmythen und Glaube</b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/02/2022</span></div><div><br></div><div>Die aktuellen Verschwörungsmythen zeigen: Keine Geschichte ist verrückt genug, als dass nicht viele Menschen an sie glauben würden. Nur um einige Beispiele zu nennen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Es gibt keine Pandemie.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Covid-19 ist nur eine harmlose Grippe.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wir leben nicht in einer Demokratie, sondern in einer Corona-Diktatur.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Mit der Impfung wird uns ein Chip eingepflanzt.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Das Judentum zieht im Geheimen die Strippen der Weltgeschichte.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Das deutsche Volk soll durch Migration ausgetauscht werden.</i></span></div><div><br></div><div>Die Liste der Verschwörungsmythen lässt sich fortsetzen. Es gab sie übrigens auch schon in <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Verschw%C3%B6rungstheorien" target="_blank" class="imCssLink">früheren Jahrhunderten</a></span>.</div><div><br></div><div>Wie kann man sich erklären, dass so etwas geglaubt wird?</div><div><br></div><div>Auf der Internetseite des <span class="imUl"><a href="https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/interview-antisemitismus-corona-verschwoerungstheorien-100.html" target="_blank" class="imCssLink">MDR</a></span> habe ich interessante Erklärungen dafür gefunden:</div><div><br></div><div>Durch einen Verschwörungsmythos gelingt es, die komplexe Wirklichkeit zu vereinfachen. Komplexe Zusammenhänge werden auf eine einfache Freund-Feind-Logik reduziert. Die Welt verliert so ihre schwer durchschaubaren Grautöne: Sie ist schwarz-weiß. Ein Feind, den man kennt, ist nicht mehr so bedrohlich. Und es tut gut, wenn er von einem selbst identifiziert wurde. Das gibt ein Selbstwert- und Überlegenheitsgefühl.</div><div><br></div><div>Findet man andere, die genauso denken, dann kann man sich auch gegenüber den vielen Unwissenden überlegen fühlen. Allen, die anders denken, kann man nicht mehr glauben – vor allem der Presse, den Journalisten, der Wissenschaft nicht. Denn sie sind, davon ist man überzeugt, von geheim agierenden demokratiefeindlichen oder jüdischen Kräften gesteuert.</div><div><br></div><div>Ein solches Denken befriedigt offensichtlich das Bedürfnis, die Welt zu verstehen und ihr nicht wehrlos ausgeliefert zu sein. Außerdem stiftet es Identität, weil man sich selbst auf der Seite des Guten wähnt, während die anderen auf der Seite des Bösen sind.</div><div><br></div><div>„Deswegen kommt man mit rationalen Argumenten nicht weiter. Man muss den Leuten alternative Angebote zum Umgang mit ihren Ängsten und Ohnmachtserfahrungen machen", so Marius Dilling, der an der Universität Leipzig zu demokratiefeindlichen Einstellungen forscht.</div><div><br></div><div>Über konkrete alternative Angebote zum Umgang mit Ängsten und Ohnmachtserfahrungen hat der Forscher nichts gesagt. Ich halte die christliche Botschaft für ein hervorragendes Angebot, mit Ängsten und Ohnmachtserfahrungen umzugehen.</div><div><br></div><div>Jesus gesteht uns Ängste zu. Er hatte selbst Angst. Aber er weist uns auch darauf hin, dass er die Welt mit all ihrer Bedrängnis und Trübsal besiegt hat (Joh 16,33). Was immer auch in dieser Welt geschieht – es kann uns nicht von dem trennen, der stärker ist als das, was uns bedroht. <span class="fs14lh1-5"><b>Wir </b></span>mögen uns ohnmächtig fühlen – <span class="fs14lh1-5"><b>er </b></span>ist es nicht. In seiner Hand sind wir geborgen.</div><div><br></div><div>Außerdem gibt uns der christliche Glaube das Gefühl, wertgeschätzt und anerkannt zu sein. Wenn auch nicht von Menschen, so doch von höherer Stelle. Auch dann, wenn wir uns schwach und unbedeutend fühlen, sind wir von Gott geliebt.</div><div><br></div><div>Es gibt zu denken, dass die Kirchen es offenbar immer weniger vermögen, diese Botschaft zu vermitteln.</div><div><br></div><div>Keine Geschichte ist verrückt genug, als dass nicht viele Menschen an sie glauben würden. Nur eine Geschichte mögen sie nicht glauben – die Geschichte von dem Gott, der in seiner Liebe zu den Bösen und Bedrohten stärker ist als alles Böse und Bedrohliche:</div><div><br></div><div>Dieser Gott liebt die Menschen so sehr, dass er ein Mensch unter Menschen geworden ist. Als dieser Mensch ließ er sich aus Liebe zu den Menschen ans Kreuz nageln. So ist er selbst schwach und unbedeutend geworden. Doch er hat die Schwachheit und Bedeutungslosigkeit überwunden, indem er den Tod und alles Bedrohliche überwand. Und weil er aus Liebe zu den Menschen dem Tod und allem Bedrohlichen die Macht genommen hat, gibt er denen, die diese Geschichte glauben, Stärke und Bedeutsamkeit.</div><div><br></div><div><div>Ich würde mir wünschen, dass viele Menschen <span class="fs14lh1-5"><b>diese </b></span>– gar nicht so abwegige – Geschichte glauben können.</div></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 14 Feb 2022 14:32:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Unendlich geliebt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000110"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Unendlich geliebt</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/02/2022</span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><b>5 Gedanken über das unendliche Geliebtsein</b></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn du dich allein fühlst ...</i></span></div><div>Du bist nicht verlassen. Nur eine begrenzte Zeit fühlst du dich allein. Denn der G<span class="fs12lh1-5">OTT-AN-DEINER-SEITE</span> denkt an dich. Er kennt deine Einsamkeit und fühlt deine Verzweiflung. Sie kann dich nicht von ihm trennen, sondern verbindet dich mit ihm. Denn er fühlt sie mit dir.</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><i class="fs14lh1-5">Wenn du Sorgen und Angst hast ...</i><br></div><div>Der V<span class="fs12lh1-5">ATER-ALLES-SORGENS</span> sorgt für dich, auch wenn du es nicht spürst. Er weiß einen Weg für dich, auch wenn du nicht weiter weißt. Er führt dich durch das Labyrinth des Lebens hindurch, immer dem Ausgang entgegen. Wie eine M<span class="fs12lh1-5">UTTER-ALLES-TRÖSTENS</span> wird er der Angst ein Ende machen. Unendlich ist das Ende der Angst.</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn du von Menschen abgelehnt wirst ...</i></span></div><div>Du bist angenommen, kostbar, hochgeschätzt, ein unermesslicher Wert. Das gilt auch dann, wenn du auf Erden keine Anerkennung erfährst. Denn du bist wichtig für den <span class="fs14lh1-5">S</span><span class="fs12lh1-5">CHÖPFER-DER-DICH-WILL</span>. Du hast Bedeutung für ihn. Er will, dass du bist. Nicht nur heute, sondern jeden Tag und in Ewigkeit.</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn du dich als schlechter Mensch fühlst ...</i></span></div><div>Die L<span class="fs12lh1-5">IEBE-IN-PERSON</span> sagt: Es ist gut, dass es dich gibt. Das gilt ohne Ende – egal, was du tust oder nicht tust. Du musst nichts leisten und keine Bedingungen erfüllen. Du wirst nicht festgelegt auf deine Schwächen. Für J<span class="fs12lh1-5">ESUS-DER-DICH-LIEBT</span> ist es gut, dass es dich gibt. Und für ihn wird es immer gut sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn du krank bist oder den Tod fürchtest ...</i></span></div><div>Die Schmerzen quälen dich seelisch und körperlich. Aber Krankheit und Tod sprechen nicht das letzte Wort. Erst nach ihnen kommt das Letzte: ein Leben in Fülle, für dich bestimmt. Die göttliche M<span class="fs12lh1-5">ACHT-DES-LEBENS</span> will dir ewige Lebensfülle schenken: ohne Einschränkungen, ohne Schmerzen. Leben unendlicher Freude.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><b>Du bist nicht nur geliebt; du bist unendlich geliebt.</b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="imUl fs11lh1-5">Hinweise</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">G</span><span class="fs10lh1-15">OTT-AN-DEINER-SEITE</span><span class="fs11lh1-15">: Siehe Jesaja 7,14; „Immanuel" heißt übersetzt „Gott-mit-uns".</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">V</span><span class="fs10lh1-15">ATER-ALLES-SORGENS</span><span class="fs11lh1-15">: Jesus nannte Gott seinen „Vater". Er sorgt für uns (1. Petrus 5,7).</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">M</span><span class="fs10lh1-15">UTTER-ALLES-TRÖSTENS</span><span class="fs11lh1-15">: Siehe Jesaja 66,13.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">L</span><span class="fs10lh1-15">IEBE-IN-PERSON</span><span class="fs11lh1-15">: Siehe 1. Johannes 4,8 und 16.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">M</span><span class="fs10lh1-15">ACHT-DES-LEBENS</span><span class="fs11lh1-15">: Siehe Johannes 6,63.</span><br></li></ul></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 10 Feb 2022 08:55:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Update: Eine interreligiöse Feier als Radiogottesdienst]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Kirche_und_Gemeinde"><![CDATA[Kirche und Gemeinde]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000010F"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Update: Eine interreligiöse Feier als Radiogottesdienst</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/02/2022</span></div><div><br></div><div>Der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) laufen die Mitglieder weg. Gehörten ihr Ende 1990 noch 29.422.000 Menschen an, so waren es Ende 2020 nur noch 20.236.000. Das ist ein Verlust von 9.186.000 Mitgliedern oder 31,22 Prozent in 30 Jahren. Fast ein Drittel ihrer Mitglieder haben also der evangelischen Kirche in 30 Jahren den Rücken gekehrt (Zahlen lt. <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mitgliederentwicklung_in_den_Religionsgemeinschaften" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>).</div><div><br></div><div>Ich finde das nicht nur negativ. Es kann ja auch eine Läuterung sein. Übrig bleiben die, denen es wirklich ernst ist. Dennoch wäre es natürlich eine tolle Sache, wenn die Menschen aus Glaubensgründen in der Kirche geblieben wären oder wenn die Anzahl der Kirchenmitglieder sogar gestiegen wäre.</div><div><br></div><div>In dieser Situation erwarte ich von der evangelischen Kirche, dass sie sich nach Kräften darum bemüht, ihren Mitgliedern den christlichen Glauben so schmackhaft zu machen, dass ein Austritt für sie gar nicht in Frage kommt.</div><div><br></div><div>Darum bemühen sich tatsächlich unzählige ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unter ihnen auch viele Pfarrerinnen und Pfarrer. Sie bezeugen ihren Glauben, setzen sich für die Interessen der Kirchenmitglieder ein und setzen sich zugleich ihrer Kritik aus. Sie hören zu, versuchen Mängel auszubessern und entwickeln kreativ neue Formen der Gemeindearbeit. Dass es auch Missstände und Unzulänglichkeiten gibt, soll damit gar nicht ausgeblendet werden.</div><div><br></div><div>Zum Bemühen um die Weitergabe des Glaubens zähle ich auch die wöchentlich im Radio ausgestrahlten Gottesdienste. Am 18. Januar hatte ich hier auf diesem Blog einen <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?eine-interreligioese-feier-als-radiogottesdienst" class="imCssLink">kritischen Bericht über eine interreligiöse Feier</a></span> veröffentlicht, die im Deutschlandfunk zur sonntäglichen Gottesdienstzeit ausgestrahlt worden war. Wie damals angekündigt, habe ich einen Hinweis auf diesen Blogbeitrag und die ersten Kommentare an den Senderbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland, Pfarrer Frank-Michael Theuer, gesandt. Ich war gespannt, ob ich eine Reaktion bekomme. Ich habe keine bekommen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Was soll man daraus schließen? Ich gehe davon aus, dass der Senderbeauftragte öfter mal eine kritische E-Mail bekommt, die er dann offensichtlich nicht beantwortet. Da stellt sich bei mir der Eindruck ein,</span> dass manche Verantwortlichen auf den funktionalen Ebenen nach der Devise verfahren: Wir machen hier unser Ding, und was die Kirchenmitglieder denken, interessiert uns nicht. Mit Kritik beschäftigen wir uns nicht, es gibt immer jemanden, der was zu meckern hat, wir ziehen das einfach mal durch.</div><div><br></div><div>Keine Pfarrerin und kein Pfarrer, auch keine Hauptamtlichen in der Gemeindearbeit könnten sich das leisten. Und wenn sie es sich leisten würden, wären sie nicht lange in ihrer Gemeinde.</div><div><br></div><div>Zum Eindruck, den die EKD in dieser Sache hinterlässt, passt auch der erste Satz auf ihrer Website <span class="imUl"><a href="https://www.ekd.de/statistik-kirchenmitglieder-17279.htm" target="_blank" class="imCssLink">Christ*innen in Deutschland – Statistik zur Evangelischen Kirche in Deutschland</a></span>. Dort steht nach dem Bibelzitat <span class="fs14lh1-5"><i>"</i></span><span class="fs14lh1-5"><i>Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr folgen ..." (5. Mose 13,5)</i></span> der Satz: <span class="fs14lh1-5"><i>Deutschland ist nach wie vor ein christlich geprägtes Land.</i></span> So einfach kann man sich die Wirklichkeit schönreden.</div><div><br></div><div>Wie gesagt, der Mitgliederschwund in der Kirche bedrückt mich nicht sonderlich. Was mich aber bedrückt, ist, wenn die Kirche nicht mit allen Kräften versucht, die beste Botschaft der Welt unter die Leute zu bringen. Dazu gehört auch, sich mit Kritik auseinanderzusetzen. Kein Wirtschaftsunternehmen, kein Sportverein, keine politische Partei kann es sich auf Dauer leisten, Kritik zu ignorieren. Manche Verantwortlichen der evangelischen Kirche meinen offensichtlich, sie könnten es sich leisten.</div><div><br></div><div>Auf derselben EKD-Website steht übrigens auch ein Wort des ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden, Heinrich Bedford-Strohm: <span class="fs14lh1-5"><i>Es ist die Kirche mit ihren Mitgliedern, die die wunderbare Botschaft des Evangeliums durch die Zeiten trägt.</i></span> Ersetzt man <span class="fs14lh1-5"><i>Mitglieder </i></span>durch <span class="fs14lh1-5"><i>Glaubende</i></span>, enthält der Satz eine tiefe Wahrheit.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 06 Feb 2022 09:22:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Unverfügbarkeit der Welt und ihres Schöpfers]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000010E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Unverfügbarkeit der Welt und ihres Schöpfers</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/01/2022</span></div><div><br></div><div>Wohl jeder Mensch hat es schon erlebt, dass die Natur zu ihm gesprochen hat. Wir kennen das Erlebnis des Schneefalls, der unsere Umgebung in kurzer Zeit verwandelt. Er verwandelt aber auch uns selbst, die wir diese Verwandlung der Welt erleben.</div><div><br></div><div>In solchen Momenten hören, sehen und fühlen wir die Welt, aber wir analysieren sie nicht. Wir lassen sie zu uns sprechen, ohne sie mit Hilfe der Vernunft in ihre Bestandteile zu zerlegen. Wir wollen zum Beispiel nicht wissen, warum es gerade jetzt schneit und wie Schnee eigentlich entsteht. Sondern wir lassen das Schneien einfach auf uns wirken, nehmen uns Zeit und freuen uns daran, ohne einen Zweck zu verfolgen und uns den Schnee nutzbar zu machen.</div><div><br></div><div>Dasselbe gilt, wenn wir einem anderen Menschen offen begegnen: Wir nehmen ihn wahr, aber wir ordnen ihn nicht sofort in ein Schema ein. Wir öffnen uns für das Geheimnis, das er ist. Das gelingt nur, wenn wir ihn nicht in eine Schublade einordnen oder ihn für unsere Zwecke gebrauchen.</div><div><br></div><div>Nur so erzeugt eine Begegnung oder ein Ereignis einen Widerhall in uns, eine Resonanz. Etwas bringt uns zum Klingen, setzt eine Antwort aus uns heraus, lässt ein Gefühl der Nähe und des Verstehens entstehen. Es ist ein Verstehen nicht durch beobachtende, distanzierte Analyse, sondern durch eine sich einlassende Nähe.</div><div><br></div><div>Der Mensch scheint solchen Begegnungen mit der Natur, mit Tieren, aber auch mit den Mitmenschen zunehmend entfremdet zu sein. Solches Erleben spielt sich oft nur am Rande unseres Lebens ab. Anderes bestimmt uns: Arbeit, Zeitdruck, Konsum, schneller Genuss, kurzfristige und oberflächliche Beziehungen. Das Leben und Arbeiten vollzieht sich für die meisten Menschen in Gebäuden, nicht in der Natur, und zwischenmenschliche Beziehungen sind oft zweckorientiert.</div><div><br></div><div>Warum ist in unserer modernen Gesellschaft so wenig Raum für sich einlassende Nähe? Der Soziologe <span class="fs14lh1-5"><i>Hartmut Rosa</i></span> hat seine Gedanken dazu in einem Buch niedergelegt. Seine These ist: Einen Widerhall, eine Resonanz kann die Welt nur dann in uns erzeugen, wenn wir nicht versuchen, sie uns verfügbar zu machen, über sie zu herrschen. Nur das Unverfügbare kann etwas in uns zum Klingen bringen. Ich gebe einige Hauptgedanken des nicht zu dicken und gut lesbaren Buches mit dem Titel „Unverfügbarkeit" gleich unter Abschnitt 1 wieder.</div><div><br></div><div>Resonanz und Unverfügbarkeit sind auch im christlichen Glauben wichtig: Resonanz entsteht, wenn wir uns für Gott öffnen, von ihm ansprechen lassen. Möglich ist das aber nur, wenn wir nicht über Gott verfügen wollen. Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen, ist es aufschlussreich, sie einmal aus der Perspektive des Soziologen zu betrachten. Anschließend wende ich die soziologischen Erkenntnisse auf die Theologie an, und am Schluss stelle ich eine alttestamentliche Perspektive dar.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Eine soziologische Perspektive</div><div><br></div><div>Die moderne Welt, auch kurz „die Moderne" genannt – das ist die Zeit seit dem späten 18. Jahrhundert. Dieser Zeitraum ist geprägt von der Aufklärung, welche die Vernunft in den Mittelpunkt der menschlichen Erkenntnis stellte. Die maschinelle Produktionsweise veränderte die Herstellung von Gütern in radikaler Weise, so dass man von einer industriellen Revolution spricht. Und auch die Säkularisierung, die zunehmende Loslösung der Menschen und Staaten aus ihrer Bindung an die Kirchen gehört in diesen Zeitraum. </div><div><br></div><div>Man kann sagen: Die Moderne ist charakterisiert durch eine immense Vergrößerung des menschlichen Wissens und zugleich einer Verringerung der religiösen Bindungen sowie durch eine technische Beherrschung der Natur und maschinelle Produktion von Gütern. Und das alles wurde möglich durch den zentralen Gebrauch der menschlichen Vernunft und einen Aufstieg der Wissenschaften. Die Entwicklung führte geradezu zu einer Explosion des materiellen Wohlstands und Konsums in den Industrieländern. Bis heute ist es so, dass alles, was wir haben möchten, möglichst sofort für uns verfügbar sein soll. Und wenn das einmal nicht so ist, wie teilweise in der Pandemie, dann stehen wir ungläubig und entsetzt vor leeren Regalen.</div><div><br></div><div>Die Moderne hat unsagbar viele positive Folgen mit sich gebracht, jedenfalls für die Industrieländer. Wir brauchen nur einmal an die Weiterentwicklung der Medizin und ihrer technischen Möglichkeiten zu denken. Dennoch erleben wir seit einigen Jahrzehnten auch die Kehrseite dieser Entwicklung, die nicht nur in dem immensen Energiebedarf und der damit zusammenhängenden Umweltverschmutzung besteht.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Hartmut Rosa</i></span> hat den Akzent noch auf etwas anderes gelegt, was aber mit dem soeben Genannten zusammenhängt. Indem wir die Natur durch Wissenschaft und Technik immer besser beherrschen, haben wir sie uns verfügbar gemacht. Das Unberechenbare soll ausgeschaltet werden, und möglichst alles soll von uns planbar und nutzbar sein. Die Welt soll uns nicht<span class="fs14lh1-5"><b> von sich au</b></span><span class="fs14lh1-5"><b>s</b></span> begegnen, sondern so, wie wir es erwarten und erzeugen. So versuchen wir, unsere menschliche Verletzbarkeit so gering wir möglich zu halten. Eine Welt, die wir beherrschen, kann uns nicht mehr verletzen.</div><div><br></div><div>Dieses Streben nach Beherrschbarkeit betrifft nicht nur unser Verhältnis zur Natur, sondern unser ganzes Leben: Menschen versuchen beständig, sich selbst, ihren Körper, ihre Gesundheit und ihre Fähigkeiten, zu optimieren. Wir meinen, viele Orte bereisen, kennenzulernen und uns so erobern zu müssen. „100 Orte, die man gesehen haben muss" ist eine erfolgreiche Buchreihe. Wir führen To-do-Listen, die wir abarbeiten, um nichts auszulassen, was unser Leben planbar und beherrschbar macht. Wir wollen nicht verletzbar sein.</div><div><br></div><div>Andererseits sehnen wir uns aber danach, dass die Welt einen Zauber für uns entwickelt, dass wir über sie staunen können. Es macht uns glücklich, wenn wir etwas nicht vollständig verstehen, sondern wenn es sich uns entzieht und wir von ihm immer wieder neu überrascht werden. Gerade etwas, was ein Geheimnis in sich birgt, erzeugt einen Widerhall in uns, der uns verwandelt und uns die Welt in neuer Weise verstehen lässt. Das aber geschieht nur dann, wenn wir die Welt nicht beherrschen, sondern uns von ihr berühren, und das heißt, uns ein Stück weit von ihr beherrschen lassen. Darum sehnen wir uns danach, dass uns etwas, über das wir nicht verfügen, von sich aus berührt, verwandelt, beherrscht. Wir wollen nicht immer nur mächtig sein, sondern uns auch machtlos und staunend bezaubern lassen.</div><div><br></div><div>Das kann aber nur geschehen, wenn wir bereit sind, uns auf nicht vorhersehbare Weise berühren und verwandeln zu lassen. Resonanz kann in uns nur entstehen, wenn wir nicht schon alles wissen, alles durchschaut und erkannt haben. Der distanzierte, beobachtende, „objektive" Zugang zur Welt hat zwar auch sein Recht. Wenn Resonanz entstehen soll, darf er aber nicht, wie in der Moderne, die vorrangige Art sein, wie wir zur Welt in Beziehung treten.</div><div><br></div><div>Dass die verfügbar gemachte Welt uns nicht einfach nur glücklich macht, lässt sich daran ablesen, dass die gesteigerte Verfügbarkeit der Welt unversehens in Unverfügbarkeit umschlägt und so zur Bedrohung für uns wird. Beispiele dafür sind die Umweltverschmutzung und die Globalisierung. Die davon ausgehenden Bedrohungen führen bei nicht wenigen Menschen zu Angst, Wut und Verzweiflung. Andere machen sich lieber keine Gedanken darüber und verdrängen so die Probleme.</div><div><br></div><div>Doch auch viele andere Phänomene zeigen an, dass die Verfügbarmachung der Welt auch unglücklich macht. Wirtschaftswachstum, materieller Reichtum, Beschleunigung des Lebens und ständige Neuentwicklungen werden in der modernen Gesellschaft als notwendig betrachtet, um die erlangten Errungenschaften zu sichern. Sie haben aber unerwünschte Nebenwirkungen. Wir vergrößern zwar durch das Wachstum materieller Güter, durch Beschleunigung und Neuentwicklungen die Reichweite, mit der wir uns die Welt erobern können. Inzwischen gelangt man für wenig Geld zum Wochenende nach Mallorca und kann sogar als Tourist ins Weltall fliegen, wenn man die nötigen Mittel besitzt.</div><div><br></div><div>Unsere Reichweite (unser Einfluss, unsere Macht über das Leben) wird immer größer. Aber sie geht auf Kosten der Reichweite anderer. Indem wir zu viel CO2 freisetzen, rauben wir den Menschen, die den Schaden davontragen, und den zukünftigen Generationen Lebensreichweite.</div><div><br></div><div>Und auch wir selbst bekommen die negativen Folgen zu spüren: Die erlangte Fülle an Gütern kann unsere Sehnsucht nach Lebensfülle nicht stillen; denn die Objekte, die wir besitzen, können das Versprechen, Resonanz in uns zu erzeugen, nicht einlösen. Und zwar deshalb nicht, weil Objekte verfügbar sind, Lebenssinn und erfüllende Beziehungen aber nicht. Dazu kommt, dass unsere Seele der Beschleunigung des Lebens oft nicht mehr folgen kann. Und den dauernden Neuentwicklungen müssen wir hinterherhetzen, um nicht abgehängt zu werden. So wendet sich die maßlose Vergrößerung unserer Reichweite schließlich gegen uns selbst.</div><div><br></div><div>Wir merken dann, dass sich die Welt der Verfügbarkeit entzieht. Und sie tut das zu unseren Gunsten. Denn wenn uns die ganze Welt verfügbar wäre, wäre unser Leben erstarrt, ohne Überraschungen und totlangweilig. Es gäbe keinen Widerhall in uns, nichts würde uns mehr wirklich ansprechen. Jede erfüllende Beziehung würde ersterben. Wir wären dann lebendig tot.</div><div><br></div><div>Soweit einige Gedanken des Soziologen <span class="fs14lh1-5"><i>Hartmut Rosa</i></span>, die mir beim Lesen seines Buches theologisch sehr bedeutsam erschienen. So war ich auch nicht sonderlich überrascht, als er in einer Radiosendung erzählte, dass er manchmal in seinem Heimatort im Gottesdienst die Orgel spielt. Ein interessantes Gespräch zwischen ihm und dem Philosophen <span class="fs14lh1-5"><i>Richard David Precht</i></span> gibt es übrigens auch in der <span class="imUl"><a href="https://www.zdf.de/gesellschaft/precht/precht-236.html" target="_blank" class="imCssLink">ZDF-Mediathek</a></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Eine theologische Perspektive</div><div><br></div><div>Im Grunde haben die Menschen schon immer versucht, sich die Götter verfügbar zu machen. Sie wollten ihre Gunst erwecken durch einen ihnen gefälligen Lebenswandel oder durch religiöse Rituale. Sie wollten eine erwünschte Reaktion der Götter hervorrufen, indem sie Gebetsrituale entwickelten. Der aufgeklärte Mensch will Gott seiner Vernunft einordnen, ihn „auf den Begriff bringen" und so mit dem dann gedanklich fixierten Gott fertig werden. Um ihn nicht ohnmächtig gegenüberzustehen, wollen wir Gott domestizieren, zähmen, uns unterordnen.</div><div><br></div><div>Gott soll unserer Vernunft einsichtig sein, und einen Gott, den unsere Vernunft nicht versteht, kann es nicht geben, meinen wir. Und tatsächlich entzieht sich uns Gott gerade dann, wenn wir meinen, ihn verstanden zu haben. Der durchschaute, sezierte Gott kann uns gleichgültig sein. Denn er bietet uns nichts Neues, Staunenswertes. Er ist vielmehr ein Stück von uns selbst geworden, ein erkanntes Objekt unserer Vernunft, ein Teil unserer Welt. Ein Teil unserer Welt aber kann uns nicht diese Welt verzaubern, ihr Geheimnis aufdecken, und er kann in uns keinen Widerhall erwecken. Ein entblößter Gott ist kein Gott mehr.</div><div><br></div><div>Einerseits suchen wir das religiöse Geheimnis, das es nur gibt, wenn uns Unverfügbares begegnet. Andererseits aber wollen wir nicht verletzbar sein, wollen einer göttlichen Macht nicht ausgeliefert sein und fürchten das Unverfügbare, das uns dann begegnen könnte. Wenn wir uns aber vor dem unverfügbaren Gott verschließen, kann er nicht zu uns sprechen. Wir sind dann wie versteinert, verstockt. Bestenfalls machen wir Gott zu einem Objekt unserer Wunschvorstellungen. Dieses Objekt aber ist nicht mehr Gott, sondern ein Götze.</div><div><br></div><div>Auch im Verhältnis zu Gott gibt es also Angst, Wut und Verzweiflung. Wenn Gott nicht so handelt, wie er es nach unserer Vorstellung tun müsste, werfen wir ihm das vor, zweifeln und hadern mit ihm, werden vielleicht sogar wütend auf ihn. Gott soll nicht anders sein, als wir es uns denken. Wenn er dann doch anders ist, erscheint er uns bedrohlich. Wir verkennen dann, dass es immer der liebende Gott ist, der uns begegnet – auch dann, wenn er sich uns entzieht.</div><div><br></div><div>Natürlich hat auch im Verhältnis zu Gott die reflektierende und damit in gewissem Sinn distanzierte Betrachtung ihr Recht. Sie darf aber nicht zur Hauptsache werden. Auch das reflektierende Betrachten Gottes speist sich aus der Erfahrung des Glaubens. Im Glauben sind wir mit Gott im Einklang. Im Glauben lassen wir uns von ihm ansprechen und Resonanz in uns erzeugen. Dennoch muss uns auch im Glauben bewusst bleiben, dass Gott der Andere ist, der niemals mit uns, mit unserer religiösen oder kulturellen Vorstellung identisch wird.</div><div><br></div><div>Wenn wir Gott sein Anderssein rauben und ihn so verfügbar machen wollen, erheben wir uns über ihn und machen uns selbst zu Göttern. Das zeigt sich nicht nur in unserer Beziehung zu Gott, sondern auch zur Welt. Die kulturelle Entwicklung der letzten Jahrzehnte ist deutlich gekennzeichnet von unseren Versuchen, göttliche Eigenschaften zu erlangen.</div><div><br></div><div>Computer und Handy mögen Beispiele dafür sein. <span class="fs14lh1-5">Das Internet macht uns glauben, dass wir zu jeder Zeit alles Wissen der Welt zur Verfügung haben. Das entspricht der traditionellen göttlichen Eigenschaft der Allwissendheit. Das Handy erlaubt uns, überall und jederzeit erreichbar zu sein und andere zu erreichen. Das entspricht dem, was man Gottes Allgegenwart nennen könnte. Zugleich können wir zu jeder Zeit auf alles in der Welt, auf andere Menschen und ferne Entwicklungen, Einfluss nehmen. Das entspricht der göttlichen Allwirksamkeit. Schließlich üben wir durch all diese Verhaltensweisen eine scheinbar grenzenlose Macht aus. Das entspricht der traditionellen Vorstellung von Gottes Allmacht.</span></div><div><br></div><div>Das Streben nach Allem bedeutet aber immer die Unterdrückung Anderer. Darum sind die All-Begriffe auch für die Beschreibung Gottes missverständlich. Gott liefert sich in seiner „Allwissendheit" der menschlichen Unwissenheit aus, weil er die Menschen liebt und gerade <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>unterdrückt. Aus seiner „Allgegenwart" lässt Gott sich vom Menschen verdrängen. In seiner „Allmacht" gibt er sich als Liebender der Macht der Menschen hin, macht sich also machtlos. Und in seiner „Allwirksamkeit" setzt sich Gott der menschlichen Wirkungslosigkeit aus.</div><div><br></div><div>Auch das, was der Soziologe Weltreichweitenvergrößerung nannte, könnte man einer göttlichen Eigenschaft zuordnen. Denn Gottes Macht reicht eben über die ganze Welt. Die Fülle der Güter, die wir erstreben, erinnert an die göttliche Lebensfülle. Die digitale Beschleunigung des Lebens, die uns in Sekundenbruchteilen Kontinente überwinden und alles fast gleichzeitig erleben lässt, erinnert an die göttliche Ewigkeit, in der er nicht an die Zeit gebunden ist. Das Streben nach Wachstum der Produktion und nach ständig Neuem erinnert an das stetige Schaffen und Neuschaffen Gottes. </div><div><br></div><div>Unser Streben nach Göttlichkeit führt aber gerade nicht dazu, dass wir Götter werden. Sie führt im Gegenteil dazu, dass wir in unserer Verhärtung und Verstockung, die durch keine Resonanz aufgebrochen wird, gefangen bleiben. Wenn die Anrede Gottes an uns nicht mehr bei uns ankommt, wenn sie in uns keinen Widerhall erzeugt, dann wird unsere Gottesbeziehung langweilig und bedeutungslos. Das Bedürfnis, Gott zu kontrollieren, also selbst Gott zu sein, führt dazu, dass Resonanz unmöglich wird. Nur eine unverfügbare und (von unserer Seite aus) ergebnisoffene Gottesbeziehung würde uns anrühren und verwandeln – so, wie jede Liebesbeziehung uns anrührt und verwandelt. So wird das Geheimnis Gottes gewahrt.</div><div><br></div><div>Nicht wenige Menschen wenden sich immer neuen spirituellen Praktiken oder Gemeinden zu, weil all die Spiritualitäten und Gemeinden, die sie sich verfügbar machen wollen, das ersehnte Versprechen nach Resonanz auf Dauer nicht einlösen können. Es gäbe die Einlösung dieses Versprechens ja nur, wenn alle Fragen beantwortet wären und sie sich vollkommen geborgen fühlen würden. Aber diese Vollkommenheit gibt es in dieser Welt nicht dauerhaft. Erst in der neuen Welt werden wir keine Fragen mehr an Gott stellen. Im Diesseits ist Gott zwar im Gebet erreichbar, aber nicht verfügbar. Darum kann nichts „herbeigebetet" werden. Gott bleibt frei und in seiner Freiheit unverfügbar für uns – und zwar zu unserem Heil.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Eine alttestamentliche Perspektive</div><div><br></div><div>Die Menschen im alten Israel hatten eine fundamental andere Wirklichkeitsvorstellung, als wir sie heute haben. Die Israeliten verstanden ihre Welt nicht als fertiges Konstrukt, das nach unveränderlichen Gesetzen abläuft. Die Welt galt ihnen vielmehr als etwas Veränderliches, das ihnen in einer Weise zugewandt ist, die ihrem eigenen Verhalten entspricht. In dieser Sicht entsprechen, korrespondieren Mensch und Welt einander, etwa so wie korrespondierende Röhren. Der Mensch galt als eng mit den Bewegungen seiner Umwelt verbunden, und die Umwelt wurde als Anrede an den Menschen verstanden, aber zugleich als Antwort auf dessen Verhalten.</div><div><br></div><div>So verstand man die Wirklichkeit nicht als ein stummes Medium, in dem der Mensch sich bewegt, sondern als etwas, was sich selbst redend auf den Menschen zu bewegt. Gott hat seine Weisheit in die Schöpfung hineingegeben, so dass sie nun der Welt innewohnt (Hi 28,12-28) und den Menschen aus der Schöpfung heraus anruft (Spr 8). Gottes Herrlichkeit füllt nun die ganze Erde aus (Jes 6,3b). In unserer Wirklichkeit ist Gott redend, ordnend, fördernd und richtend am Werk. Darum geschieht in der Wirklichkeit immer etwas für uns Wichtiges, etwas Gutes oder Böses, das unserem eigenen Verhalten entspricht.</div><div><br></div><div>Die Lehrer der alttestamentlichen Weisheit, die sich vor allem in den Büchern Hiob, Sprüche, Prediger und einigen Psalmen ausdrückten, versuchten, in der chaotischen Vielfalt der Ereignisse eine Ordnung zu finden. Denn sie gingen davon aus, dass es in der Wirklichkeit eine göttliche Ordnung gibt. Dieser Ordnung spürten sie nach, indem sie Lebenserfahrungen beobachteten und daraus Regeln ableiteten.</div><div><br></div><div>Mit „Weisheit" ist hier also nicht eine Art Philosophie gemeint, sondern das glaubende Suchen und Erkennen der Ordnung, die Gott der Schöpfung eingestiftet hat. Die Vernunft, mit der dieses Suchen und Erkennen geschieht, galt nicht als naturgegebene menschliche Ausstattung, sondern als eine Gabe Gottes, die nicht jeder Mensch immer schon hat. Darum bat Salomo, das alttestamentliche Beispiel eines Weisen, um ein weises und verständiges Herz (1Kön 3,9.12), eine vernehmende Vernunft, die ein Gespür für die Wahrheit hat, die den Menschen von der Welt her anspricht. Es geht der Weisheit also nicht um eine über die Natur verfügende Vernunft, um ein technisches Wissen, mit dem sich der Mensch die Natur mit Macht verfügbar und zunutze macht, sondern um eine Sensibilität für die göttliche Ordnung der Schöpfung und für das ihr in rechter Weise antwortende Verhalten.</div><div><br></div><div>Wie erging es dem, der etwas Bestimmtes tat? Wie erging es dem anderen, der etwas anderes tat? Welche Folgen hatte dieses und jenes Tun? Die Weisen meinten, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem, was ein Mensch <span class="fs14lh1-5"><b>tut </b></span>und wie es ihm danach <span class="fs14lh1-5"><b>ergeht </b></span>(sog. Tun-Ergehen-Zusammenhang): Dem, der Gutes getan hat, ergeht es gut, und dem, der Böses getan hat, ergeht es schlecht. Zwar wurde ein starrer Zusammenhang zwischen Tun und Ergehen auch schon innerhalb der Weisheitsschriften in Frage gestellt (z.B. im Buch Hiob). Aber dass es grundsätzlich eine göttliche Ordnung gibt, die auch das menschliche Verhalten betrifft, wurde im alten Israel nicht aufgegeben.</div><div><br></div><div>Das Motiv dafür, die Regeln der göttlichen Ordnung zu ergründen, bestand nicht darin, sie sich nutzbar und verfügbar zu machen, um die Regie im eigenen Leben zu übernehmen. Sondern das Motiv bestand darin, sich immer neu in die göttliche Ordnung einzuordnen. Es handelt sich auch nicht um eine feste Ordnung, die man ein für allemal ergründen kann. Vielmehr meinte man, dem Guten immer neu nachspüren zu müssen, wobei das alte Wissen über bereits gemachte Lebenserfahrungen hilfreich sein kann.</div><div><br></div><div>Man ging also davon aus, dass die Maßstäbe für ein gutes Leben in der Welt vorgegeben sind. Dennoch verstand man diese Maßstäbe nicht als etwas, was der Mensch vollkommen offenlegen kann. Denn die Erkenntnis der weltlichen Ordnung ist letztlich immer eine Erkenntnis der unergründlichen Wahrheit Gottes. Der Mensch, der vor der Ordnung der Schöpfung steht, steht zugleich vor dem Schöpfer. Der Schöpfer ist es, der auf die gute Tat Gutes und auf die böse Schlechtes folgen lässt, der aber auch etwas ganz Unerwartetes geschehen lassen kann. Es geht zwar um Einsicht in die Ordnung der Schöpfung, aber zugleich immer auch um Vertrauen zu Gott und zu seiner unverfügbaren Reaktion auf das menschliche Handeln.</div><div><br></div><div>So kann man in den weisheitlichen Texten einerseits Worte finden, die jedem menschlichen Handeln ein ihm entsprechendes Ergehen folgen lassen, ohne dass Gott überhaupt erwähnt wird (z.B. Spr 11,28; 15,18). Andererseits gibt es Worte, die vom unmittelbaren Eingreifen Gottes sprechen: Er reagiert in seiner Weise, in vielleicht ganz unerwarteter Weise auf das menschliche Handeln (z.B. Spr 16,9; 19,21). Beide Aussagereihen ließ man nebeneinander stehen. Die Weisen wollten damit sagen: Mach dich mit den Regeln der göttlichen Ordnung vertraut! Unkenntnis der Regeln wird dir schaden. Aber du kannst trotzdem nie ganz sicher sein, was geschehen wird. Du musst für neue Erfahrungen von Gott her offen bleiben. Denn Gott ist nicht auf eine starre Ordnung festzulegen – auch durch alle Weisheit nicht.</div><div><br></div><div>So ist es dem Menschen aufgegeben, sich einerseits an die überlieferten Erkenntnisse der Weisen zu halten, andererseits aber sich der Grenzen ihres Erkennens bewusst zu sein. Gottes Handeln bleibt auch dem glaubenden Weisen unverfügbar. Es bleibt ein unergründliches Geheimnis, dem wir uns ein Stück weit annähern, das wir aber niemals lüften können.</div><div><br></div><div>Die Ordnung, durch die Gott die Taten des Menschen weiterführte, aber dem menschlichen Planen auch Grenzen setzte, wurde nicht als etwas Bedrohliches empfunden, sondern als etwas Tröstliches. Denn der Gott vertrauende Mensch kann gewiss sein, dass Gott dem Menschen letztlich nichts Böses will, sondern zu seinem Wohl handelt. In diesem Vertrauen kann man getrost auch mit der Unverfügbarkeit und Unbegreiflichkeit des Weltgeschehens leben. Die Welt ist dem Menschen kein feindliches Gegenüber, sondern der Ort, an dem er auf die Anrede der Welt antworten und die Beziehung zu Gott pflegen soll (Spr 1,1-7), aber auch die Freuden des Lebens genießen (Pred 9,7-10) und schließlich „alt und mit Leben gesättigt" sterben kann (Hi 42,17).</div><div><br></div><div>Weil das Ordnungsgeheimnis der Welt dem Menschen nur Gutes will, wird es so geschildert, dass es den Menschen in einer Sprache anspricht, die an die Liebessprache erinnert (Spr 8,1-21; 9,1-5). Die Ordnung der Welt liebt den Menschen, und deshalb darf sie nun auch vom Menschen geliebt werden (Spr 4,6.8; 7,4). Es ist ein wechselseitiges Liebesverhältnis zwischen der Ordnung der Schöpfung und dem Menschen (Spr 8,17).</div><div><br></div><div>Der Hauptunterschied des altisraelitischen zu unserem modernen Wirklichkeitsverständnis kann so zusammengefasst werden: Die Welt hat eine Ordnung, und diese Ordnung hat eine Aussage. Die Welt ist nicht stumm, sondern rufend und antwortend. Sie ist auch nicht einfach ein in sich geschlossenes wissenschaftliches System, sondern Göttliches und Weltliches durchdringen sich in ihr gegenseitig. So erzählt der Himmel von Gottes Ehre und verkündet seine Gerechtigkeit, das Firmament verkündet Gottes Werke (Ps 19,2; 97,6), und Gottes Werke preisen den Schöpfer (Ps 145,10).</div><div><br></div><div>Wir sind aufgerufen, auf diese Stimmen ihnen entsprechend zu antworten, so dass – statt eines wissenschaftlichen Systems – ein andauernder Dialog über die Welt und den Menschen entsteht. Auch wenn die Wirklichkeit uns vieldeutig, ambivalent begegnet (oder gerade, weil sie es tut), sind wir aufgerufen, die ordnende Stimme zu hören. Hören wir diese Stimme nicht, dann hat das nach Spr 1,24-33 schlimme Folgen für uns: Wir müssen dann nach unseren eigenen zerstörerischen Plänen leben, und auch wenn wir später zur Einsicht kommen und nach der ordnenden Stimme rufen, wird sie stumm bleiben. Dann bleibt nur, auf die Gnade Gottes zu vertrauen, der schon so oft rettend eingegriffen hat, wenn Menschen die Stimme seiner Ordnung missachtet haben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Schluss</div><div><br></div><div>Die Unverfügbarkeit der Welt begegnet uns täglich. Ein Ereignis wirft uns plötzlich aus der Bahn, ein Gedicht spricht uns unvermittelt an und geht uns nach, die winterliche Verwandlung der Welt verwandelt auch uns selbst. Doch wenn wir versuchen, uns die Welt verfügbar zu machen, entzieht sie sich uns. Das Gedicht, das wir vollkommen ergründet haben, hat seinen Reiz verloren und kann uns nichts mehr sagen. Die analysierte Welt verliert ihr Geheimnis. Und auch der Gott, den wir komplett zu kennen beanspruchen, entzieht sich uns und spricht uns nicht mehr an.</div><div><br></div><div>Das heute dominierende naturwissenschaftliche Wirklichkeitsverständnis bedarf es daher, <span class="fs14lh1-5">um ein christliches</span><span class="fs14lh1-5"> Wirklichkeitsverständnis ergänzt zu werden. Jede Verabsolutierung des einen oder des anderen bedeutet eine Verengung unseres Verstehens. Und das Christentum sollte sich nicht durch den Vorwurf irritieren lassen, es sei widersprüchlich und unlogisch und es könne viele Fragen nicht beantworten. Denn die Wirklichkeit selbst, die von Gott geschaffene Welt, ist widersprüchlich und unlogisch. Und wer wollte behaupten, er könne alle die Wirklichkeit betreffenden Fragen beantworten? Von anderer Seite wird dem Christentum vorgehalten, es mache Aussagen über Gott, über den man doch nichts wissen könne.</span></div><div><br></div><div>Beide Vorhaltungen greifen zu kurz. Denn der glaubende Mensch steht dem Unverfügbaren gegenüber wie jeder andere Mensch auch. Er steht vor Gott und seiner Welt, die ihn ansprechen, aber sich ihm auch entziehen. Und er sollte nicht der beständigen Versuchung verfallen, sich beides verfügbar machen zu wollen. Denn dann beraubt er sich selbst des Geheimnisses, das ihn anspricht, bezaubert und sich anverwandelt, auf dass er mit Leben, Glück und Vertrauen erfüllt werde.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><span class="imUl fs11lh1-5">Literatur</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mt1"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Dietrich, Jan: Welterfahrung (AT). In: Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (<span class="imUl"><a href="https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/34744/" target="_blank" class="imCssLink">www.wibilex.de</a></span>). 2017.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Rosa, Hartmut: Unverfügbarkeit. Suhrkamp Taschenbuch Verlag. 3. Aufl. 2021.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">von Rad, Gerhard: Weisheit in Israel. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 1992.</span><br></li></ul></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 03 Feb 2022 08:51:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Des vielen Büchermachens ist kein Ende]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000010D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Des vielen Büchermachens ist kein Ende</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 29/01/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Heute war ich in einer Buchhandlung. Eine der großen Buchhandlungs-Ketten. Dort gab es eine Abteilung „Spiritualität". Das waren zuerst vier bis fünf Regale Esoterik, jedes Regal etwa einen Meter breit. Dann, schon fast ganz unten, kamen ungefähr vier Bibelausgaben, gefolgt von etwa 30 Zentimetern Weltreligionen. Danach noch ein halber Meter Christentum, und schließlich ein Meter Philosophie. Das war's.</div><div><br></div><div>Daneben befand sich übrigens die Abteilung „Ratgeber". Mehrere Meter. Ich frage mich bei solchen Gelegenheiten immer: Wird das eigentlich alles auch gelesen? Gekauft wird es ja offensichtlich, sonst würden es die Läden nicht anbieten. Aber gelesen? Gut, die Bibel gibt es auch in fast jedem Haushalt, sie wird aber in den wenigsten gelesen. Ergeht es den anderen Büchern ebenso?</div><div><br></div><div>Die Frage, ob das alles auch gelesen wird, kommt mir aber auch bei der Fülle von Romanen, die angeboten werden, oder in Zeitschriftenläden. Worüber es alles Zeitschriften gibt! Da gibt es Themen, von denen ich gar nicht wusste, dass man sich dafür interessieren kann. Und nicht etwa nur <span class="fs14lh1-5"><b>eine </b></span>Zeitschrift zu einem Thema, sondern gleich einen ganzen Haufen! Die müssen doch alle verkauft werden, sonst wären die Verlage in Nullkommanichts pleite.</div><div><br></div><div>Mir fällt dann auch immer das Wort aus dem Buch Prediger, auch Kohelet genannt, ein (das hebräische Wort <span class="fs14lh1-5"><i>kohélet</i></span><span class="fs14lh1-5"><i> </i></span><span class="fs14lh1-5">bezeichnet wahrscheinlich den Prediger in einer Versammlung). Kapitel 12 Verse 12 und 13 lauten so:</span><br></div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mein Sohn, lass dich warnen! Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und das viele Studieren ermüdet den Leib. Höre das Endergebnis des Ganzen: Fürchte Gott und halte seine Gebote! Denn das ist der ganze Mensch [das macht das Zentrum des ganzen Menschen aus].</span></i></span></div></div><div><br></div><div>Die Verse 12-14 sind, folgt man der alttestamentlichen Forschung, das Nachwort des zweiten Herausgebers des Buches. Er will das Ganze offenbar nochmal auf den Punkt bringen, vielleicht auch etwas uminterpretieren. Man sieht daran: Die Bibel enthält durchaus unterschiedliche Perspektiven. Altes wird durch Neues ergänzt, ohne das Alte auszulöschen. Und das ist auch gut so.</div><div><br></div><div>Der „Prediger" ist ja ein sehr skeptischer Denker. Er zieht den Tun-Ergehen-Zusammenhang in Zweifel, wonach der Täter des Guten Gutes erwarten kann und der Täter des Schlechten Schlechtes erwarten muss. Außerdem scheint er ein früher Existentialist gewesen zu sein. Denn einer seiner Lieblingssätze ist: „Es ist alles nichtig, letztlich sinnlos, ein vergänglicher Windhauch." Luther übersetzte: „Es ist alles eitel" – hier hat „eitel" die alte Bedeutung von „bedeutungslos, oberflächlich", wie in dem Satz „Das ist eitles Geschwätz".</div><div><br></div><div>Albert Camus, ein existentialistischer Autor des 20. Jahrhunderts, schrieb in seinem Roman „Die Pest" den zentralen Satz: „Es ist alles absurd" – also widersinnig, sinnlos. Alles. Ohne Ausnahme. Ich erinnere mich an meine Schulzeit, als unser Französischlehrer diesen Satz „Es ist alles absurd" mit großer Emphase vortrug, ohne dabei mit der Wimper zu zucken. Ich saß schockiert da und dachte: Was redet der da? Wie kann der sagen, alles ist sinnlos, und dabei noch Begeisterung für diesen Satz ausstrahlen?</div><div><br></div><div>Heute denke ich: Er wusste nicht, wovon er redete.</div><div><br></div><div>In Buch- oder Zeitschriftenläden denke ich oft: Des vielen Büchermachens ist wirklich kein Ende. Und ich liebe Bücher. Aber ist das alles wirklich so wichtig, was da geschrieben wird? Und wenn nicht, warum wird es dann gekauft? Unterliegen wir alle der Täuschung, dass etwas, wenn es schwarz auf weiß gedruckt ist und hoch aufgestapelt in der Buchhandlung liegt, bedeutsam sein muss? Womöglich noch mit dem Siegel „Spiegel-Bestseller". Da kommt man sich ja schon uninformiert vor, wenn man es nicht gelesen hat. So werden wir verführt.</div><div><br></div><div><div>Das gilt durchaus auch für christliche und theologische Literatur. Auch da wird viel geschrieben und gekauft, was man sich hätte sparen können.</div><div><br></div></div><div>Insofern muss ich dem „Prediger" recht geben: Das viele Studieren ermüdet tatsächlich den Leib – jedenfalls, wenn man das Falsche studiert. </div><div><br></div><div>Den Auslagen in den Buchhandlungen zufolge gibt es einen immensen Bedarf an Spiritualität und Lebenshilfe. Beides wird aber nicht unbedingt im Christentum gesucht. Und der Bedarf wird ja, trotz der vielen Bücher dazu, nicht geringer. Auch die massenhafte Esoterik- und Ratgeber-Literatur führt also offensichtlich nicht dazu, dass die Bedürfnisse der Menschen gedeckt werden. Wird hier vielleicht am falschen Platz gesucht?</div><div><br></div><div>Bei allem eigenen Lesen und Studieren finde ich, dass letztlich der „Prediger" recht hat: „Fürchte Gott und halte seine Gebote!" Gemeint ist die Hochachtung Gott gegenüber und das Bemühen, nach seinen guten Weisungen zu leben. Darauf kommt es doch an, oder? Sollte das nicht wirklich das „Endergebnis" sein – das Resultat, die Summe der vielen Einzelposten unseres Lebens?</div><div><br></div><div>Ich möchte am Ende meines Lebens nicht sagen: „Ich habe viel gelesen und bin dadurch klug geworden." Sondern das wäre für mich ein erfülltes Leben, wenn ich am Ende sagen könnte: „Ich habe mich ernsthaft bemüht, Gott hoch zu schätzen und in seinem Sinne zu leben. Und wo ich es nicht geschafft habe, vertraue ich auf seine Gnade."</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 29 Jan 2022 18:49:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Befreiendes Lachen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000010C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Befreiendes Lachen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/01/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Gestern habe ich herzhaft gelacht. In einem Lebensmittelmarkt. Zusammen mit der Kassiererin. Das ist mir noch nie passiert. Und schuld daran war Corona.</div><div><br></div><div>Ich wollte gerade zahlen. Natürlich maskiert. Da kroch plötzlich ein Kribbeln in meine Nase, und ich musste es durch ein lautes Niesen loswerden. Vorsichtshalber drehte ich mich von der Kassiererin weg, hob den Ellenbogen vor's Gesicht und nieste in meine Maske. Hinter mir hörte ich die Stimme der Kassiererin: „Aha!"</div><div><br></div><div>Das „Aha!" war natürlich nicht ernst gemeint, aber es hatte doch einen Hauch von „So ist das also!" Irgendwie wollte ich das nicht auf mir sitzen lassen, und weil mir die Kassiererin sehr sympathisch war und ich von früheren Besuchen im Laden her wusste, dass sie Humor hat, sagte ich voller Überzeugung: „Kein Corona!"</div><div><br></div><div>Daraufhin fing sie laut an zu lachen und konnte sich kaum wieder einkriegen. Ich musste mitlachen. Zum Glück wartete kein weiterer Kunde an der Kasse. „Ist das nicht schlimm?" brachte sie noch zwischen ihrem Lachen hervor, und ich konnte nur zustimmen. Wir sprachen es nicht aus, aber wir wussten beide, was sie meinte. Als sie sich etwas beruhigt hatte, sagte sie noch: „Ich hab's gedacht, und Sie haben's ausgesprochen." „Ja", sagte ich, „ich denke das bei anderen ja auch immer, darum wusste ich, was Sie denken." Sie fing wieder an zu lachen, und ich mit ihr.</div><div><br></div><div>Schließlich sagte sie noch einen Satz, mit dem sie den Nagel auf den Kopf traf: „Wenigstens können wir darüber lachen!"</div><div><br></div><div>Ja, wir haben herzhaft über Corona gelacht. Und darüber, wie sehr dieses Virus schon unser Fühlen und Denken bestimmt.</div><div><br></div><div>Die Pandemie bringt vielfältige Einschränkungen mit sich: Einsamkeit. Ängste. Frust. Existenzsorgen. Krankheit. Auch den Tod. Das alles war vergessen, als wir über Corona lachten.</div><div><br></div><div>Wenn wir über etwas lachen, sprechen wir ihm das Recht ab, über unser Leben zu bestimmen. Wir bestreiten ihm seine Macht über uns.</div><div><br></div><div>Gestern haben wir die Macht des Virus über unser Fühlen und Denken ausgelacht. Aus-gelacht: seine Macht ausgeschaltet, ihr das Aus bereitet. Und das, obwohl das Virus immer noch unser Fühlen und Denken bestimmt. Unser Lachen war, wie jedes echte Lachen, befreiend, obwohl wir noch gar nicht von Corona befreit sind.</div><div><br></div><div>Etwa eine halbe Stunde später hatte ich folgenden Gedanken: Vielleicht werden wir im ewigen Leben einmal genauso herzhaft über den Tod lachen. Über den Tod, der uns jetzt so viel Angst macht und der unser Fühlen, Denken und Handeln oft bestimmt. Und wir werden denken: Was haben wir uns doch unnötig Sorgen und Ängste gemacht und vom Tod bestimmen lassen! Wäre alles gar nicht nötig gewesen! Wenn wir doch nur gewusst hätten, wie belanglos der Tod ist angesichts des ewigen Lebens!</div><div><br></div><div>Und es könnte sogar möglich sein, dass wir schon jetzt, wo wir den Tod noch vor uns haben, manchmal insgeheim, still und leise über ihn lachen – ihn auslachen und damit ihm das Aus bereiten. Ihm die Macht über unser Leben ganz einfach bestreiten. Dann hätte ein wenig vom befreienden ewigen Leben schon jetzt für uns begonnen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 26 Jan 2022 16:32:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Friede für die Ukraine!]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000010B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Friede für die Ukraine!</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/01/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>In der Ukraine droht ein Krieg. „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein", stellte die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen schon 1948 in Amsterdam fest. Darüber wird man schnell Einigkeit erzielen. Doch gehen die Meinungen auseinander darüber, wie dieser Satz in die Praxis umgesetzt werden soll.</div><div><br></div><div>Die Frage ist also: Wie könnte eine christliche Lösung des Konflikts aussehen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Der Konflikt</div><div><br></div><div>Russland fühlt sich durch die NATO bedroht und möchte deshalb, dass die NATO nicht noch näher an sein Land heranrückt. Darum fordert Putin eine schriftliche Zusicherung, dass die Ukraine nicht in die NATO aufgenommen wird. Sein Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine ist eine Drohung, die Ukraine zu besetzen, wenn er diese Zusicherung nicht erhält. Im Fall einer Invasion hätte er seinen Machtbereich um die Ukraine erweitert.</div><div><br></div><div>Die USA und die NATO möchten diese Zusicherung nicht geben, weil sie die Ukraine gern – nicht sofort, aber später einmal – in die NATO aufnehmen wollen. Dann hätten die USA und die NATO ihren Machtbereich um die Ukraine erweitert.</div><div><br></div><div>Die Ukraine sitzt bei den gegenwärtigen Verhandlungen nicht mit am Tisch, aber sie möchte gern so schnell wie möglich in die NATO aufgenommen werden, weil sie eine russische Invasion befürchtet.</div><div><br></div><div><div>Russland und die USA bzw. die NATO lassen gerade die Muskeln spielen und demonstrieren ihre Macht. Jeder fühlt sich von der jeweils anderen Seite provoziert, also gereizt, herausgefordert. Das erinnert mich ein bisschen an den Kindergarten und die frühe Schulzeit, in der man auch schon mal von jemandem gereizt und geärgert wurde. Die Stärksten verbreiteten dabei am meisten Angst und Schrecken.</div><div><br></div><div>Die Verbreitung von Angst und Schrecken durch Macht und Abschreckung ist jedoch nicht der christliche Weg zum Frieden.</div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Gewalt und Friede in den biblischen Schriften</div><div><br></div><div>Es gibt eine Vielzahl von Bibelstellen, die Gewalt ablehnen. Man kann sogar sagen: Sünde ist im Kern Aufstand gegen Gott und Gewaltanwendung gegen den Mitmenschen und alle Kreaturen. Das beste Beispiel dafür ist die erste Sünde, die im Alten Testament berichtet wird, nachdem Adam und Eva die Paradiesgemeinschaft mit Gott verloren hatten: Kain hielt seinen Bruder Abel für bevorzugt von Gott. Die Folge dieser Unzufriedenheit mit Gott war, dass er seinen Bruder aus religiösem Neid erschlug (1Mo/Gen 4,1-16).</div><div><br></div><div>Psalm 11,5b hält fest, dass Gott keine Gewalt will:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Den, der Gewalt liebt, hasst seine [nämlich Gottes] Seele."</span></i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Im Buch des Propheten Jesaja wird mehrmals die Gestalt des sogenannten „Gottesknechts" erwähnt. Diese Gestalt wurde und wird vom Christentum manchmal auf Jesus bezogen. Es ist jemand, der Gewalt erleidet, ohne sich mit Gewalt zu wehren (Jes 50,6f):</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Meinen Rücken bot ich denen, die mich schlugen,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und meine Wangen denen, die mein Antlitz ausrauften;</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">mein Angesicht verhüllte ich nicht</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">vor Schmähungen und Speichel.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und dennoch wird Gott der Herr mir helfen;</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">darum werde ich nicht zuschanden.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Darum mache ich mein Angesicht [hart] wie einen Kieselstein</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und ich weiß, dass ich mich nicht schämen werde.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Der Gottesknecht ist Beispiel des Gewaltlosen, der lieber Gewalt erträgt, als sie auszuüben, und der dennoch im Glauben gewiss ist, dass er von Gott gerettet wird. Bewusst macht er sich hart, erträgt die Schläge, und er weiß, dass er sich später nicht wird schämen müssen, weil er zurückgeschlagen hat.</div><div><br></div><div>Die Propheten bieten außerdem eine beeindruckende Vision des kommenden Friedensreiches (Jes 2,4; Mi 4,3):</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und er [Gott] wird Recht sprechen zwischen den Völkern</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und Weisung geben vielen Nationen;</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und ihre Spieße zu Rebmessern.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Kein Volk wird wider das andere das Schwert erheben,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Im Neuen Testament wird Jesus Christus zum Inbegriff des Friedens (Eph 2,14):</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Er [Christus] ist unser Friede.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><div>Friede ist im Alten und Neuen Testament weit mehr als nur die Abwesenheit von Krieg. Friede bezeichnet die unverletzte, heile Gestalt aller Dinge, und der Mensch soll in dieser unverletzten, heilvollen Ganzheit an der Welt teilhaben.</div><div><br></div><div>Jesus Christus hat die Gewalt gegen die göttliche Wahrheit am eigenen Leib erfahren. Er wurde zum Frieden der Welt nicht dadurch, dass er sein Leben mit göttlicher Macht zu erhalten trachtete, sondern dadurch, dass er sein Leben preisgab. Nicht Macht und Gewalt, sondern Hingabe war sein Weg zum ewigen Frieden. Deshalb gilt auch für uns, dass wir unsere Verantwortung für den Frieden nur dann wahrnehmen, wenn wir unser Leben preisgeben, anstatt es mit Gewalt zu bewahren (Mk 8,35).</div></div><div><br></div><div>Zu diesem umfassenden Frieden eines Menschen gehört dreierlei:</div><div><br></div><div><ul><li>Die Geborgenheit des Menschen in Gottes guter Schöpfung, an der alle Menschen Anteil haben. Diese Geborgenheit wird am schönsten deutlich in der Paradieserzählung, in welcher der Mensch im Frieden mit Gott, mit sich selbst und mit den Welt lebt (1Mo/Gen 2,4b-25). Auch wenn diese schöpferische Geborgenheit durch den Sündenfall (1Mo/Gen 3) empfindlich gestört ist, bleibt doch ein Minimum von ihr erhalten (Röm 1,20).<br></li><li>Die Fähigkeit des Menschen zu vertrauen. Umfassender Friede ist nur möglich im Vertrauen zu Gott und den Mitmenschen. Glaube ist Vertrauen, und kein Mensch kann leben ohne ein Minimum an Vertrauen. Darum verankert Paulus den Frieden im Glauben (Röm 5,1).<br></li><li>Die Verantwortung des Menschen für den Frieden. Es ist eine Auszeichnung des Menschen durch Gott, dass er für den Frieden Verantwortung übernehmen kann. Die Gabe des Friedens, die ein Mensch erhalten hat, wird zur Aufgabe. Man kann den Frieden nicht genießen, ohne ihn an seine Mitmenschen, ja an die ganze Welt weiterzugeben (Mt 5,9):<br></li></ul></div><div><br></div><div class="imTACenter"><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Glücklich sind die Friedens</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>täter</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.</span></span></i></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Nimmt man Jesus als Vorbild, so wird schnell deutlich, dass der Ernstfall des Friedenstiftens nicht darin besteht, den Sympathischen Gutes zu tun, sondern den Feinden. Die Feindesliebe ist der Ernstfall aller Liebe. Jesus hat nicht nur die geliebt, die ihm wohlgesonnen waren, sondern gerade auch die anderen. Darum gilt auch für uns (Mt 5,44f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters in den Himmeln werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte!</i></span></div><div><br></div><div>Weil Gott nicht nur den Guten Gutes tut, sondern auch den Bösen, darum kann es nicht unsere Aufgabe sein, nur den Guten Gutes zu tun. Nur wenn wir auch den Bösen Gutes tun, leben wir als Kinder Gottes.</div><div><br></div><div>Was bedeutet Feindesliebe? Zunächst einmal, im Feind nicht nur den Täter des Bösen zu sehen, sondern auch den Menschen, den Gott liebt, obwohl er auf unfriedlichen Wegen geht. Außerdem bedeutet Feindesliebe, zu wissen, dass man selbst auch nicht vor dem Bösen gefeit ist und der Vergebung bedarf. Darum sollten Christen, die Feindesliebe üben wollen, zu verstehen versuchen, <span class="fs14lh1-5"><b>warum </b></span>der Andere unfriedlich und bedrohlich denkt und handelt. Und sie sollten selbstkritisch darüber nachdenken, welchen Anteil <span class="fs14lh1-5"><b>sie selbst</b></span> am Verhalten des Anderen haben könnten. Nur wenn ich den Feind zu verstehen suche, ihn nicht von vornherein als unfähig zum Frieden abqualifiziere und mein eigenes Handeln kritisch hinterfrage, kann ich Frieden schaffen. </div><div><br></div><div>Wir dürfen den Feind also nicht auf das Böse, das er tut, festlegen, so wie auch wir von Gott nicht auf das Böse, das wir tun, festgelegt werden, sondern auf seine Vergebung angewiesen sind (Mt 6,12). Wer den Anderen nicht auf das Böse festlegt, vertraut ihm insofern, als er ihm auch Gutes zutraut. Dieses Minimum an Vertrauen ist unerlässlich, wenn Friede möglich werden soll.</div><div><br></div><div>Die Auffassung „Wir sind die Guten – die anderen die Bösen" ist ein Wahn, der jeden Krieg bestimmt und der überwunden werden muss.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Kreativ werden</div><div><br></div><div>Nicht wenige Christinnen und Christen sind in der Nachfolge Jesu Pazifisten geworden. Es gibt sogar Friedenskirchen, die jede Gewalt ablehnen und den Kriegsdienst konsequent verweigern. Die bekanntesten Friedenskirchen sind die Mennoniten und Adventisten, aber auch die Katharer, Waldenser, Hutterer, Quäker und die Täuferbewegung der Reformation.</div><div><br></div><div>Der Pazifismus wirft noch einmal besondere Fragen auf, die heute nicht besprochen werden müssen. Zumindest sollten Christinnen und Christen aber einsehen, dass die Alternative nicht darin besteht, entweder Gewalt anzuwenden oder alles leidend zu ertragen. Es geht darum, kreative dritte Wege ausfindig zu machen, eine kreative Alternative zur Gewalt zu finden.</div><div><br></div><div>Mir fällt dabei immer das Beispiel Abrahams ein. Die Bibel berichtet, dass er zusammen mit seinem Neffen Lot seine Heimat verlassen hatte und in das Land Kanaan gezogen war. Dort kam es zu einem Streit der Hirten Abrahams und der Hirten Lots, weil das Land für beide Herden nicht ausreichte.</div><div><br></div><div>Abraham war der Ältere, und vor allem war er der Patriarch der Familie. Er hatte daher alle Rechte auf seiner Seite, die besten Weidegründe für sich zu beanspruchen. Und nun tut Abraham etwas, was für einen orientalischen Patriarchen geradezu eine Sensation ist. Er sagt zu Lot (1Mo/Gen 13,8-11):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir, zwischen meinen Hirten und deinen Hirten; wir sind ja Brüder. Steht dir nicht das ganze Land offen? So trenne dich doch von mir. Willst du zur Linken, so gehe ich zur Rechten; oder willst du zur Rechten, so gehe ich zur Linken." Da erhob Lot seine Augen und sah, dass die ganze Jordanaue ein wasserreiches Land war [...] Da erwählte sich Lot die ganze Jordanaue und brach auf nach Osten. So trennten sie sich voneinander.</span></i></span></div><div><br></div><div>Was tut Abraham? Er springt über seinen Schatten als Patriarch mit all seinen Rechten und überlässt dem Geringeren, Lot, die Auswahl des Weidelandes. So entschärft er die Situation, wirkt deeskalierend. Abraham geht damit das Risiko ein, dass Lot sich das bessere Land wählt. Und genau so geschieht es auch: Lot wählt also das bessere Land für sich, und Abraham hat das Nachsehen. Aber der Friede zwischen beiden ist gewahrt.</div><div><br></div><div>Friede zwischen Menschen und Nationen wird nicht möglich sein, wenn wir nicht kreativ nach Handlungsweisen suchen, welche die Situation entschärfen. Zugleich müssen wir bereit sein, auch Nachteile in Kauf zu nehmen, wie Abraham es tat. Dies gilt auch für die gegenwärtige Ukrainekrise.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Friedenstäter werden in der gegenwärtigen Krise</div><div><br></div><div>Kreativ und Frieden stiftend ist es jedenfalls nicht, wenn man praktisch nur in globalen Machtkategorien denkt, so wie es fast alle führenden Politikerinnen und Politiker tun. Dann geht es vor allem darum, den eigenen Machtbereich zu wahren oder möglichst noch auszudehnen.</div><div><br></div><div>Kreativ und Frieden stiftend ist es auch nicht, sich selbst für den Guten zu halten, dem Anderen aber potentiell böse Absichten zu unterstellen. Dann muss jede Bewegung des Anderen als Bedrohung empfunden und mit einer Gegenbewegung beantwortet werden. Die Sicherheitsinteressen des Anderen können dann gar nicht in den Blick kommen, weil man ja selber angeblich nur Gutes tut, der Andere aber böse Absichten verfolgt.</div><div><br></div><div>Durch solch ein phantasieloses, selbstbezogenes und eingeschränktes Denken wird es in Konfliktfällen geradezu unmöglich, den Frieden zu wahren. Soll ein Konflikt entschärft werden, dann muss mindestens eine der am Konflikt beteiligten Parteien bereit sein, ein gewisses Risiko einzugehen und ihr Machtstreben wenigstens teilweise einzuschränken. Dieser Schritt kann vor allem der stärkeren Konfliktpartei zugemutet werden, weil sie auch im Falle eines teilweisen Machtverlustes weniger zu befürchten hat als die schwächere Partei.</div><div><br></div><div>Man kann es auch einfacher ausdrücken: Eine Seite muss nachgeben. Das ist leichter für die stärkere Seite. Anders ist eine Deeskalation nicht möglich.</div><div><br></div><div>Die NATO ist das größte Militärbündnis der Welt. Es hat zur Zeit 30 Mitgliedsstaaten und die bei weitem höchsten Militärausgaben weltweit. Eine Gegenüberstellung der jeweiligen Rüstungsausgaben im Jahr 2020 zeigt die Größenordnungen:</div><div><br></div><div><ul><li>NATO insgesamt: 1.102 Milliarden US-Dollar (Quelle: <a href="https://www.isw-muenchen.de/2021/05/welt-militaerausgaben-2020-welt-im-waffen-wahn/" target="_blank" class="imCssLink">www.isw-muenchen.de</a>)<br></li><li>Europäische NATO-Staaten: 301 Milliarden US-Dollar &nbsp;(<a href="https://www.isw-muenchen.de/2021/05/welt-militaerausgaben-2020-welt-im-waffen-wahn/" target="_blank" class="imCssLink">Quelle: www.isw-muenchen.de</a>)<br></li><li>Russland: 61,7 Milliarden US-Dollar (Quelle: <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/150888/umfrage/militaerausgaben-von-russland-seit-2000/" target="_blank" class="imCssLink">www.statista.com</a>)<br></li><li>China: 252 Milliarden US-Dollar (Quelle: <a href="https://www.isw-muenchen.de/2021/05/welt-militaerausgaben-2020-welt-im-waffen-wahn/" target="_blank" class="imCssLink">www.isw-muenchen.de</a>)<br></li></ul></div><div><br></div><div>Neben den 30 NATO-Mitgliedsstaaten gibt es noch Beitrittsverhandlungen mit Bosnien-Herzegowina und Partnerschaften mit Serbien, Irland, Schweden, Finnland, Malta, Österreich und der Schweiz. Der Kosovo und Georgien möchten (neben der Ukraine) der NATO beitreten (Quelle: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/NATO#Partnerschaften" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a>).</div><div><br></div><div>Folgende Grafik zeigt die europäischen NATO-Staaten (blau), einen Teil der Russischen Föderation (rot) und die NATO-Beitrittsinteressenten (grau mit Punkten; die Krim ist hier rot eingefärbt, die Region Donbass grau mit Punkten):</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/Nato-vs.-Russland.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Weil Russlands Sorge um eine NATO-Osterweiterung eine große Rolle in dem Konflikt spielt, hier noch eine Grafik, die alle NATO-Osterweiterungen seit der NATO-Gründung im Jahr 1949 zeigt. Besonders interessant sind die Erweiterungen seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1989 (die Krim und der Donbass sind hier grau mit Punkten eingefärbt):</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/Nato-Osterweiterung-....jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Interessant ist auch ein Blick auf die russischen und US-amerikanischen Militärstützpunkte in aller Welt. Leider liegt mir hierzu nur eine Grafik für das Jahr 2014 vor. Die Karte zeigt aber meiner Meinung nach deutlich, wer sich von wem bedroht fühlen kann:</div><div><br></div><div class="imTACenter mb1"><img class="image-2" src="https://christseinverstehen.de/images/Militaerstuetzpunkte-Russlands-....jpg"  title="" alt=""/><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">(Quelle der drei Grafiken: "Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER)". Hinweis: Ich verwende die Grafiken des Siper-Instituts von Daniele Ganser, weil sie frei verfügbar sind. Von verschiedenen Thesen Gansers distanziere ich mich aber ausdrücklich.)</span><br></div><div><br></div><div>Wie auch immer man die Daten interpretieren mag: Es scheint mir fraglos, dass die NATO die stärkere Seite im gegenwärtigen Konflikt ist.</div><div><br></div><div>Folgt man dem Vorgehen Abrahams und einer Strategie der Deeskalation, dann müsste die NATO auf Russland zugehen. Aber wie kann sie das tun?</div><div><br></div><div>Vergegenwärtigen wir uns nochmal die Konfliktlage: Russland will eine Zusicherung, dass die NATO sich nicht weiter nach Osten ausdehnt. Die NATO will diese Zusicherung nicht geben, sondern sich vorbehalten, ihren Machtbereich weiter nach Osten auszudehnen.</div><div><br></div><div>Nun könnte die NATO als der stärkere Machtblock auf eine weitere Osterweiterung verzichten, ohne dass durch solch einen Verzicht irgendeine Gefahr für sie ausginge. Und Russland könnte zusichern, dass es keine Invasion in die Ukraine vollziehen wird, und zwar auch in Zukunft nicht. Die Ukraine wäre dann ein neutrales Land zwischen den beiden Machtblöcken. So wäre Russlands Sicherheitsbedürfnis befriedigt und das der NATO nicht gefährdet. </div><div><br></div><div>Sicher kann man manches gegen diesen Vorschlag einwenden. Nicht wenige Menschen in Deutschland, aber auch in der Ukraine, in den baltischen Ländern und in Polen, haben Angst vor Russland. Russland hat durch die Besetzung eines Teils der Ukraine dazu beigetragen, ist also keinesfalls unschuldig am gegenwärtigen Konflikt. Dass einige Länder Schutz bei der NATO suchen, ist verständlich. Aber auch über diese Schutzbedürfnisse könnte man verhandeln: Man könnte Russland anbieten, den Kosovo, Georgien und die Ukraine nicht in die NATO aufzunehmen. Im Gegenzug müsste Russland sich verpflichten, weder diese Staaten noch die baltischen Länder oder Polen (von Weißrussland aus) anzugreifen.</div><div><br></div><div>Es ist sicher misslich, den genannten Ländern den Wunsch nach einer NATO-Mitgliedschaft zu versagen. Natürlich hat jedes Land das Recht, einen Antrag auf Mitgliedschaft in der NATO zu stellen. Aber es gibt keine Pflicht der NATO, jedes Land aufzunehmen. Und es könnte dem Weltfrieden dienen, wenn man den eigenen Machtbereich nicht zu sehr ausdehnt, weil man anerkennt, dass auch Russland berechtigte Sicherheitsinteressen hat.</div><div><br></div><div>Ich weiß, dass politische Analysen sehr unterschiedlich ausfallen. Ich will auch gar nicht behaupten, dass die hier vorgetragene die einzig richtige ist. Es geht mir auch nicht darum, Putin zu einem Friedensengel zu erheben oder die NATO zu verteufeln. Putin ist gewiss kein „lupenreiner Demokrat", womöglich sogar ein Feind der Demokratie und ganz bestimmt ein Machtpolitiker. Dennoch sollte man auch für den „Feind" Verständnis aufbringen. Es geht mir einzig und allein darum zu zeigen, wie eine christliche Lösung des gegenwärtigen Konflikts möglicherweise aussehen könnte, und zwar eine Lösung, die einen Krieg vermeiden würde.</div><div><br></div><div>Sicher gibt es verschiedene Vorschläge, wie der Konflikt entschärft werden könnte. Wer mit meinen Vorschlägen nicht einverstanden ist, möge mir seine schildern. Meine Bitte wäre nur, dabei nicht die NATO für den Guten zu halten, der niemals jemanden bedrohen wird, und Russland für den Bösen, der nur Schlechtes im Sinn führen kann und folglich <span class="fs14lh1-5"><b>allein </b></span>für den Konflikt verantwortlich ist. Ich denke, wenigstens ein Funke Feindesliebe und Selbstkritik müsste in jedem christlichen Vorschlag erkennbar sein, und das heißt: <span class="fs14lh1-5"><i>erstens </i></span>Verständnis für die Situation des Anderen, <span class="fs14lh1-5"><i>zweitens </i></span>die Reflektion des eigenen Anteils an der Entstehung des Konflikts und <span class="fs14lh1-5"><i>drittens </i></span>die Bereitschaft, ein kalkulierbares Risiko einzugehen. Denn ohne diese Bereitschaft ist Vertrauen nicht möglich. Und ohne ein Minimum an Vertrauen ist Friede nicht möglich.</div><div><br></div><div>Ich denke, alles, was den Konflikt entschärft, ist besser als ein Krieg, der wohl viele tausend Tote beklagen müsste – von Verkrüppelungen, Vergewaltigungen und Traumatisierungen ganz zu schweigen.</div><div><br></div><div>Ein sich christlich verstehendes Abendland müsste eigentlich einen Weg finden, das zu vermeiden. Und es müsste zugleich einen zweiten Weg einschlagen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Für den Frieden beten und arbeiten</div><div><br></div><div>Zum Weg des christlichen Glaubens gehört nicht nur das Handeln, sondern auch das Beten. Die Regel der benediktinischen Mönche <span class="fs14lh1-5"><i>ora et labora</i></span> ist hier hilfreich: <span class="fs14lh1-5"><i>Bete und arbeite!</i></span> Beides schließt sich nicht etwa aus, sondern für einen Glaubenden ein.</div><div><br></div><div>Wer für den Frieden ernsthaft betet, wird die Hände nicht in den Schoß legen, sondern seine Verantwortung sehen, auch für den Frieden zu arbeiten. Und wer für den Frieden arbeitet, wird sich seiner und aller Menschen Unzulänglichkeit bewusst sein und darum die Notwendigkeit sehen, auch für den Frieden zu beten.</div><div><br></div><div>Ich halte das Gebet für den Frieden für ebenso wichtig wie die Arbeit für den Frieden. Denn Gott kann die Herzen der Menschen bewegen, auch der Menschen, die ihm nicht im Glauben verbunden sind (Röm 2,14f; 5,5). Darum ist es wichtig, ja unerlässlich, dafür zu beten, dass die laufenden Verhandlungen zu einem Ergebnis führen, mit dem ein Krieg vermieden wird.</div><div><br></div><div>Möge Gott sich erbarmen und allen am politischen Prozess Beteiligten die Gnade geben, zu einer für alle Seiten akzeptablen Lösung zu kommen!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 24 Jan 2022 08:59:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Welt auf den Kopf stellen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000010A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Welt auf den Kopf stellen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/01/2022</span></div><div><br></div><div>Vor einigen Tagen hüpfte vor meinem Fenster eine Gruppe von Meisen in den kahlen Ästen eines Baums herum. Ich freute mich an ihrem Anblick, und auch die Vögel schienen ihren Spaß daran zu haben, so frei und fröhlich von Ast zu Ast zu springen. Plötzlich fiel mir auf, dass sich eine der Meisen dabei merkwürdig verhielt. Ich beobachtete sie länger, und tatsächlich: Diese eine Meise verhielt sich anders als alle anderen.</div><div><br></div><div>Der Vogel hüpfte wie die anderen auch von Ast zu Ast. Aber jedes Mal, wenn er einen neuen Ast erreichte, klammerte er sich <span class="fs14lh1-5"><b>von unten</b></span> an dem Ast fest. Er hing also <span class="fs14lh1-5"><b>unter </b></span>dem Ast und blickte nach oben in den Himmel. Nach zwei bis drei Sekunden schwang er sich – schwupp! – mit Leichtigkeit von unten nach oben und saß nun in der gewohnten Weise auf dem Ast. Das wiederholte er immer und immer wieder.</div><div><br></div><div>Ich dachte an die von manchen vertretene wissenschaftliche These, in der Natur geschehe nichts ohne Zweck. Nach dieser These tun Tiere alles, was sie tun, instinktiv, um einen biologischen Nutzen daraus zu ziehen. Wie oberflächlich und unbedacht kam mir in diesem Moment diese wissenschaftliche These vor! Als ob Tiere nicht auch aus reinem Spaß und reiner Freude etwas tun könnten!</div><div><br></div><div>Ich dachte auch, dass es der Meise bestimmt Spaß macht, einmal eine andere Perspektive einzunehmen: von unten nach oben durch den Wipfel des Baums hindurch in den Himmel zu schauen.</div><div><br></div><div>Wenn wir doch auch mehr Freude daran hätten, einmal diese andere Blickrichtung einzunehmen: Nicht immer geradeaus oder nach unten schauen auf die gerade zu dieser Jahreszeit oft trübe und dunkle Erde – sondern umgekehrt: von der trüben und dunklen Erde hinauf in den lichten Himmel blicken, der in all seiner Grauheit dieser Tage immer noch heller ist als die Erde.</div><div><br></div><div>Jedes Mal, wenn wir den Himmel in den Blick nehmen, wird uns in all unseren Gefühlen, Gedanken und Taten aufs Neue bewusst: Es gibt mehr als diese irdische Welt. Und die irdische Welt erscheint <span class="fs14lh1-5"><b>in einem anderen Licht</b></span>, ja sie wird sogar <span class="fs14lh1-5"><b>auf den Kopf gestellt</b></span>, wenn wir sie vor dem Hintergrund des Himmels betrachten.</div><div><br></div><div>Es ist immer gut und macht sogar Freude, die Perspektive zu wechseln und in den Himmel zu schauen. Die Meise hat es mir vorgemacht, und ich will versuchen, es ihr gleich zu tun.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 22 Jan 2022 08:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Eine interreligiöse Feier als Radiogottesdienst]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Kirche_und_Gemeinde"><![CDATA[Kirche und Gemeinde]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000109"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eine interreligiöse Feier als Radiogottesdienst</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/01/2022</span></div><div><br></div><div>In Berlin soll ein <span class="fs14lh1-5"><i>House of One</i></span> entstehen, ein Haus des einen Gottes. Unter einem Dach sollen eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee ihren Platz haben. In dem Gebäude sollen jüdische, christliche und muslimische Gläubige einander begegnen, kennenlernen, sich austauschen, beten und interdisziplinär über die drei Religionen lehren. Das Haus soll aber offen sein auch für jene, die den drei Religionen fernstehen.</div><div><br></div><div>Die Initiative für dieses Projekt ging von einer evangelischen Kirchengemeinde in Berlin aus. Eine jüdische Gemeinde und eine „muslimische Dialoginitiative" schlossen sich an. <span class="fs14lh1-5">Mehrere kirchliche Institutionen sind </span><span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://house-of-one.org/de/f%C3%B6rderer-und-unterst%C3%BCtzer" target="_blank" class="imCssLink">Unterstützer und Förderer</a></span><span class="fs14lh1-5"> des Projekts.</span></div><div><br></div><div>Weitere Informationen zu dem Projekt sind auf dessen <span class="imUl"><a href="https://house-of-one.org/de" target="_blank" class="imCssLink">Website</a></span> abrufbar. Auch <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/House_of_One" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span> berichtet über das Projekt und die bisher aufgetretenen Probleme. Der <span class="imUl fs14lh1-5"><i><a href="https://www.deutschlandfunk.de/house-of-one-in-berlin-synagoge-moschee-und-kirche-in-einem-100.html" target="_blank" class="imCssLink">Deutschlandfunk</a></i></span> <span class="fs14lh1-5">berichtet über Kritik, die am </span><span class="fs14lh1-5"><i>House of One</i></span><span class="fs14lh1-5"> geäußert wird. Dort kann man auch etwas zu den Kosten lesen: „Von den 47 Millionen Euro, die der Bau kostet, zahlt die Bundesregierung 20 Millionen und das Land Berlin 10 Millionen. Kirchensteuern fließen nicht in das Bauwerk."</span></div><div><br></div><div>Am vorletzten Sonntag wurde im <span class="fs14lh1-5"><i>Deutschlandfunk</i></span> um 10.05 Uhr, also zu der Zeit, zu der sonst ein evangelischer oder katholischer Gottesdienst übertragen wird, eine interreligiöse Feier des <span class="fs14lh1-5"><i>House of One</i></span> ausgestrahlt. Von dieser Feier, die auch <span class="imUl"><a href="https://rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/dlf-gottesdienste/auf-der-suche-nach-dem-anderen-12352" target="_blank" class="imCssLink">nachhörbar</a></span> ist, möchte ich berichten. Doch zuvor möchte ich noch einen Blick auf die Charta des <span class="fs14lh1-5"><i>House of One</i></span> werfen, die ebenfalls im Internet <span class="imUl"><a href="https://house-of-one.org/de/konzept" target="_blank" class="imCssLink">verfügbar</a></span> ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Das Konzept des House of One</div><div><br></div><div>Die Initiatoren des <span class="fs14lh1-5"><i>House of One</i></span> haben ihr Konzept in einer Charta niedergelegt. Die Präambel der Charta stellt eine Art theologische Grundlegung dar. Demnach sollen</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Juden, Christen und Muslime ihre Gottesdienste feiern und [...] einander kennenlernen, den Dialog und Diskurs miteinander suchen: ein Haus des Gebets und zugleich ein Haus der interdisziplinären Lehre über die Religionen [...].</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist die Hoffnung der Initiatoren, dass es gelingt,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das je Eigene der Religionen in großer Offenheit und Öffentlichkeit zu leben, [...] in verschiedenen Perspektiven diesem je Eigenen und Fremden nachzudenken und gemeinsam für andere da zu sein [...].</span></i></span></div><div><br></div><div>Dieses Füreinander-da-sein stellen sich die Initiatoren so vor, dass</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die Vertreter der drei Religionen so miteinander umgehen, dass nach Religion fragende und suchende Menschen es als Bereicherung wahrnehmen, hinzukommen und sie so (drei) erste Antworten hören [...].</span></i></span></div><div><br></div><div>Worin die Initiatoren das Gemeinsame der drei Religionen erblicken, wird in der folgenden Passage deutlich:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Judentum, Islam und Christentum verbindet der Glaube an einen „welttranszendenten Schöpfer, der Menschen zur Weltverantwortung und zum Eintreten für eine gerechte Welt frei macht." [...] In ihrer Orientierung an der Richtschnur kanonischer Schriften, in ihrer – durchaus unterschiedlichen – Bezugnahme auf biblische Gestalten wie Noah, Abraham oder Ismael sind die drei Religionen einander verwandt. Dem genauen Blick eröffnen sich vielerlei gegenseitige Anknüpfungspunkte und strukturelle Parallelen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Unterzeichner der Charta sehen aber auch das die drei Religionen Trennende, das</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>nicht zu verwischen, sondern im Gegenteil mit dem „Lob der Differenz" (Navid Kermani) zu würdigen ist [...].</i></span></div><div><br></div><div>Auf die Präambel folgen noch drei weitere Abschnitte. Der erste beinhaltet einen allen drei Religionen gemeinsamen „Bestand von Grundwerten", der zweite benennt das, was abzulehnen ist, und der dritte formuliert die gemeinsamen Verabredungen sowie das Vorgehen in Konfliktfällen.</div><div><br></div><div>An gemeinsamen Grundwerten werden genannt: Gewaltlosigkeit, „Ehrfurcht vor allem Leben", Solidarität im Sinne von Respekt und Rücksichtnahme, „ein Leben in Wahrhaftigkeit", eine „Repräsentation der je eigenen Religion" und Gleichberechtigung aller drei Partner. Abgelehnt wird, die anderen Religionsgemeinschaften herabzuwürdigen oder zu verunglimpfen und wissentlich falsche Behauptungen über die anderen Religionsgemeinschaften zu verbreiten. Außerdem werden abgelehnt „Handlungen, die unmittelbar politischen Zwecken dienen".</div><div><br></div><div>Die Unterzeichner der Charta betonen also die „strukturellen Parallelen" der drei Religionen, nicht ihre Unterschiede. Sie möchten vielmehr die bestehenden Differenzen loben. Unten wird deutlich werden, dass dieses Lob offensichtlich darin gründet, dass den Unterzeichnern zufolge die Differenzen zur gegenseitigen Bereicherung und Gotteserkenntnis beitragen. Durch die umfangreiche Aufzählung von ethischen Grundwerten im ersten Abschnitt der Charta entsteht auch der Eindruck, dass es den Unterzeichnern vorrangig um ethische Übereinstimmungen geht und weniger um solche, die das Gottesverständnis betreffen.</div><div><br></div><div>Aufgrund des Lobs der Differenzen ist es den Unterzeichnern auch kein Problem, den Fragenden und Suchenden „(drei) erste Antworten" zu geben – also drei Antworten, die aber immer nur erste und das heißt vorläufige, unzulängliche Antworten sein können. Das damit zusammenhängende Problem der Möglichkeit von Gotteserkenntnis werde ich ebenfalls noch unten ansprechen.</div><div><br></div><div>In der Charta wird mehrfach hervorgehoben, dass im <span class="fs14lh1-5"><i>House of One</i></span> jüdische, christliche und muslimische Glaubende das <span class="fs14lh1-5"><b>je Eigene</b></span> ihrer Religion leben und repräsentieren sowie <span class="fs14lh1-5"><b>je ihre</b></span> Gottesdienste feiern sollen. Das <span class="fs14lh1-5"><b>gemeinsame </b></span>Beten, Loben Gottes und Predigen in einer interreligiösen Feier geht aber darüber hinaus. Wenden wir uns also dieser Feier zu.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die interreligiöse Feier</div><div><br></div><div>Wie die Initiatoren des <span class="fs14lh1-5"><i>House of One</i></span> sich die Konkretion ihres Konzepts vorstellen, ist an der interreligiösen Feier abzulesen, die am letzten Sonntag zur Gottesdienstzeit im <span class="fs14lh1-5"><i>Deutschlandfunk </i></span>übertragen wurde.</div><div><br></div><div>Mitverantwortung für die Feier trägt jedoch auch die <span class="fs14lh1-5"><i>Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)</i></span>: Die redaktionelle Verantwortung lag beim Senderbeauftragten der <span class="fs14lh1-5"><i>EKD </i></span>für das Deutschlandradio, Pfarrer Frank-Michael Theuer, und die kirchliche Leitung der Feier hatte die Rundfunkbeauftragte, Pfarrerin Barbara Manterfeld-Wormit.</div><div><br></div><div>Die Feier wurde von dem Rabbiner Andreas Nachama, dem Pfarrer Gregor Hohberg und dem Imam Kadir Sanci gehalten. Weitere Personen wirkten mit. Im Wechsel wurden Gebete aller drei Religionen gesprochen, Texte aus deren heiligen Schriften zitiert und Gesänge aus allen drei Religionen vorgetragen.</div><div><br></div><div>Im Zentrum der Feier standen drei Predigten, deren Thema jeweils die Suche des Menschen war. Die Predigten gibt es <span class="imUl"><a href="https://rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/dlf-gottesdienste/auf-der-suche-nach-dem-anderen-12352" target="_blank" class="imCssLink">hier</a></span> zum Nachlesen. Die gehaltenen Predigten weichen aber von den gedruckten Fassungen ab, besonders beim evangelischen Pfarrer.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Predigt des Rabbiners Andreas Nachama</div><div><br></div><div>Die erste Predigt hielt der Rabbiner Andreas Nachama. Er stellt gleich zu Beginn seiner Predigt fest:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Seit es uns Menschen gibt, sind wir auf der Suche. Auf der Suche nach Gott und auf der Suche nach dem Anderen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Nachama verweist auf die Torastelle Ex/2Mo 24,9-11, wo es heißt, dass Mose und andere „Vornehme" aus dem Volk Israel, über 70 an der Zahl, Gott gesehen, gegessen und getrunken haben. Nachama zufolge deute das darauf hin, dass sie nicht nur <span class="fs14lh1-5"><b>Gott</b></span>, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>einander </b></span>gesehen hätten, einander begegnet seien.</div><div><br></div><div>Sodann stellt Nachama fest, dass dieses Sehen Gottes im Widerspruch zu Ex/2Mo 33,20 stehe: Dort sagt die Bibel, dass kein Mensch überleben kann, der Gott gesehen hat. Diese Stelle drücke die Verborgenheit und Unbegreiflichkeit Gottes aus.</div><div><br></div><div>Der Rabbiner zitiert noch weitere Bibelstellen, löst den Widerspruch zwischen den beiden genannten Bibelstellen aber nicht auf. Das Ende seiner Predigt lautet so:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Eins, eins ist sicher: Auch wir suchen </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Ihn</b>, den ganz anderen, und Dich, unseren Nächsten [...]. Da der Mensch im Abbild Gottes geschaffen wurde, ist [...] „der Andere" auch immer ein Funken von dem „ganz Anderen": nämlich von Gott. [...] Darin unterscheidet sich das Reinziehen eines Burgers von einem wirklichen Essen und Trinken: ein Gastmahl, ein Kiddusch [der Segensspruch vor der jüdischen Feiertagsmahlzeit], ein Abendmahl, gefeiert mit Anderen, mit Dir, meinem Nächsten oder Dir, meinem Hörer am Radio, mit </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>allen</b>, die wir suchen, allen, die in </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Seinem </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Abbild geschaffen sind.</span></span></i></div><div><br></div><div>Was Nachama sagen will, ist offenbar dies: Im Mitmenschen sieht man immer auch einen Funken Gottes, der an sich unerkennbar ist. Er beruft sich dabei auf die beiden jüdischen Denker <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Buber</i></span> und <span class="fs14lh1-5"><i>Emmanuel Lévinas</i></span>. <span class="fs14lh1-5"><i>Buber </i></span>sah in der echten, tiefen Begegnung mit einem Du eine Begegnung mit Gott. Auch nach <span class="fs14lh1-5"><i>Lévinas </i></span>kann uns im fremden „Antlitz des Anderen" das Göttliche begegnen, kann „ins Denken einfallen".</div><div><br></div><div>Anders gesagt: Gott bleibt uns verborgen. Etwas Göttliches aber begegnet uns im Mitmenschen, wenn wir uns wirklich auf ihn einlassen, ihn nicht in ein fertiges Schema pressen, sondern ihn in all seiner Andersartigkeit ihn selbst sein lassen.</div><div><br></div><div>Ich möchte dazu Folgendes sagen: Auch der christlichen Theologie ist die Verborgenheit und Unbegreiflichkeit Gottes nicht fremd. Sie sieht das Problem aber weit differenzierter, als es Nachama hier darstellt. Man kann von einer spannungsvollen (mit einem philosophischen Begriff: dialektischen) Verborgenheit und Unbegreiflichkeit Gottes sprechen, so wie es auch die beiden von Nachama genannten, sich widersprechenden Bibelstellen ausdrücken.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube geht davon aus, dass sich Gott uns in Jesus Christus und in den biblischen Schriften offenbart hat. Diese Offenbarung bedeutet aber nicht, dass Gott nunmehr „entblößt", von uns durchleuchtet und vollständig begriffen vor uns liegt. Gott begegnet uns, obwohl er sich uns offenbart hat, immer wieder neu und überraschend. Er kann sich uns auch entziehen, so dass wir ihn nicht mehr verstehen. Dass Gott uns offenbar ist, bedeutet also nicht, dass sein Geheimnis gelüftet wäre. Es bedeutet nicht, dass wir Gott ergründet haben, so wie man die chemische Zusammensetzung von Wasser ergründen kann.</div><div><br></div><div>Wir können dankbar sein dafür, dass Gott sich uns als der Liebende offenbart hat: Denn Jesus Christus hat als der große Liebende gelebt, dessen Liebe so weit ging, dass er den Tod nicht gescheut hat. Dennoch begegnet uns der liebende Gott immer wieder fremd, unverständlich, anders, als wir es erwartet haben. Unser Glaube aber besteht darin, dass wir ihn trotzdem als den liebenden Gott glauben.</div><div><br></div><div>Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit Gottes, Offenbarung und Verborgenheit, Erkenntnis und Unbegreiflichkeit sind hier spannungsvoll miteinander verbunden. In dieser Spannung begegnet uns Gott auch in den biblischen Schriften – und in Jesus Christus. Es ist daher aus christlicher Sicht unangemessen, Gott in allen Menschen zu suchen – er ist ja in dem <span class="fs14lh1-5"><b>einen </b></span>Menschen Jesus Christus erschienen. Dieser eine und <span class="fs14lh1-5"><b>einzigartige </b></span>Mensch ist das Abbild Gottes (Eph 2Kor 4,4; Kol 1,15; Hebr 1,3). In allen anderen Menschen begegnet uns immer eine durch das Böse bis zur Unkenntlichkeit verzerrte und entfremdete Gestalt von Gottes Ebenbild.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Predigt des Pfarrers Gregor Hohberg</div><div><br></div><div>Pfarrer Hohberg konzentrierte sich auf den Gedanken, dass viele Menschen auf der Suche nach Gott sind – auch er selbst. Andere Menschen suchen ein Ziel, suchen den Sinn ihres Lebens und ihren Ort im Leben, oder sie suchen das Glück. Etliche suchen „ohne Gott", von anderen sagt Hohberg:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie würden gerne an ihn glauben, aber wissen nicht wie und wo. Ja, wo bist Du, Gott? Ich suche Gott, weil ich erlebe, dass Gott nicht fassbar ist, dass ich ihn nicht habe. Mein Glaube an Gott kann schwanken, kann sich verirren. Darum bleibe ich auf der Suche. Weitersuchen hilft. „Sucht, so werdet ihr finden", sagt Jesus.</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch Hohberg betont also die Unbegreifbarkeit Gottes. Außerdem weist er darauf hin, dass der menschliche Glaube schwankt und sich bezüglich der Erkenntnis Gottes irren kann. Deshalb sei das Weitersuchen wichtig. In diesem Zusammenhang taucht auch das einzige Bibelzitat seiner Predigt auf, der Satz Jesu: „Sucht, so werdet ihr finden."</div><div><br></div><div>Meiner Meinung nach zeigt sich an dieser Stelle deutlich, wie man aus richtigen Fakten falsche Konsequenzen ziehen kann. Denn all das, was Hohberg sagt, ist nicht falsch. Es wird aber falsch, wenn man daraus den Schluss zieht, dass uns Menschen nichts anderes bleibt als das Suchen. Das Jesus-Zitat jedenfalls macht deutlich, dass dem Suchen auch ein Finden verheißen ist. Vom Finden allerdings weiß Hohberg nichts zu sagen. Es bleibt für ihn problematisch.</div><div><br></div><div>Es muss auch problematisch bleiben, wenn man allein auf unsere menschlichen Möglichkeiten abhebt. <span class="fs14lh1-5"><b>Aufgrund unseres eigenen Vermögens</b></span> ist uns Gott tatsächlich unbegreiflich, und unser Glaube bleibt schwankend und irrtumsfähig. Wir müssen aber auch gar nicht auf unser eigenes Vermögen setzen, um Gott zu erkennen, einen starken Glauben zu entwickeln und jeden Irrtum auszuschließen. Dies alles will uns Gott selber nämlich schenken. Das ist gemeint, wenn die Theologie davon spricht, dass Gott sich uns offenbart, also zu erkennen gibt, und dass er uns durch den heiligen Geist Glauben und Erkenntnis schenkt. An <span class="fs14lh1-5"><b>uns </b></span>liegt es nur, diese Offenbarung gelten zu lassen und das Geschenk des Glaubens und der Erkenntnis anzunehmen.</div><div><br></div><div>Dass wir auch dann, wenn wir das alles gelten lassen und annehmen, Gott weder ergründen noch perfekt im Glauben oder von jedem Irrtum befreit sein werden, habe ich bereits oben zur Predigt des Rabbiners aufgezeigt.</div><div><br></div><div>Wie schon bei Rabbiner Nachamah fehlt also auch bei Pfarrer Hohberg eine differenzierte, spannungsvolle Sicht auf das Verhältnis zwischen Erkenntnis und Unbegreiflichkeit Gottes. Das ist für einen Pfarrer insofern erstaunlich, als der dialektische Umgang mit diesem Problem eigentlich theologisches Allgemeingut ist.</div><div><br></div><div>Mit folgenden Worten drückt Hohberg aus, wie sich das Suchen Gottes bei ihm gestaltet:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich könnte in Kirchen, Moscheen und Tempeln suchen, die wurden ja in seinem Namen errichtet. In einigen brennt ein ewiges rotes Licht zum Zeichen seiner Gegenwart. Aber wie bemerke ich diese Gegenwart? [...] Immer wieder sonntags kommen Menschen in einer Kirche zusammen, beten und singen, hören aus der Bibel Gottes Wort. Wie selbstverständlich singen wir unsere Lieder, beten unsere Gebete und reden von Gott, als wüssten wir ganz genau, wovon wir sprechen. Manchmal ist Gott mitten unter uns. Für einen Moment spüren wir Trost und Verbundenheit. Aber festhalten können wir ihn nicht. In der Selbstverständlichkeit des Glaubens ist Gott schwer zu finden. Immer zieht er weiter. Ein Wanderer hin zu anderen Welten. Und so geht auch meine Suche weiter. [...] Ich begegne Menschen, deren Glaube mir fremd ist. Ist Gott in ihrer Glaubenswelt zu finden? Ich weiß es nicht, aber ich kann erzählen, was ich im House of One erlebe.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es bleibt nach Hohbergs Worten unsicher, wie man Gottes Gegenwart in „Kirchen, Moscheen und Tempeln" bemerken kann. Er scheint aber vorauszusetzen, <span class="fs14lh1-5"><b>dass </b></span>Gott dort gegenwärtig ist.</div><div><br></div><div>Das Singen, Beten und Reden von Gott im christlichen Gottesdienst sieht Hohberg offenbar kritisch; denn dabei werde „wie selbstverständlich" gesungen, gebetet und von Gott geredet, „als wüssten wir ganz genau, wovon wir sprechen." Aber: „In der Selbstverständlichkeit des Glaubens ist Gott schwer zu finden." Gott ziehe vielmehr immer weiter zu anderen Welten. Dieses Bild könnte bedeuten: Gott wandelt sich, begegnet uns immer neu und anders. Darum müssen wir weitersuchen.</div><div><br></div><div>Auch diese Sicht der Dinge ist eine Reduktion von Komplexität: Gott ist nach biblischer Aussage ewig derselbe (Hebr 13,8), zugleich aber begegnet er in der Geschichte immer wieder neu und überraschend. Ich habe oben bereits darauf hingewiesen. Im Alten Testament wird oft darauf hingewiesen, dass Gott sich etwas gereuen lässt und sein geplantes Verhalten ändert. Man kann sogar sagen: Gott hat eine Geschichte, so wie auch der Mensch Jesus Christus eine Geschichte hat.</div><div><br></div><div>Man wird also beides zusammendenken müssen: dass Gott ewig derselbe ist und dass er sich wandelt. In der Beschreibung Gottes als Liebe (1Joh 4,8.16) trifft beides zusammen. Denn die Liebe bleibt sich nur dann treu, wenn sie sich verändert. Oder anders ausgedrückt: Jede Veränderung Gottes ist nichts anderes als ein Ausdruck seiner Liebe.</div><div><br></div><div>Darum hat man Gott gefunden, wenn man ihn als Liebe glauben kann. Diese Liebe Gottes <span class="fs14lh1-5"><b>ist </b></span>gewiss nichts Selbstverständliches. Dennoch kann sie einem Menschen im Glauben zu etwas <span class="fs14lh1-5"><b>werden</b></span>, was ihm immer wieder neu gewiss, fraglos und insofern selbstverständlich wird. Die Kritik an der Selbstverständlichkeit, mit der wir im Gottesdienst singen, beten und von Gott reden, trifft uns also nur, wenn wir das (mit Hohbergs Worten) so tun, „als wüssten wir ganz genau, wovon wir sprechen". Dies aber kann man keineswegs allen Christinnen und Christen unterstellen, die Gottesdienst feiern.</div><div><br></div><div>Hohberg fragt, ob Gott in der Religiosität anderer Menschen zu finden ist. Auch dies müsse aber ungewiss bleiben. Dennoch erzählt er dann vom Projekt <span class="fs14lh1-5"><i>House of One</i></span> und den dort stattfindenden Begegnungen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich verzichte darauf, alles besser wissen zu wollen oder alles verstehen zu können. [...] Jeder von uns hat Fragen an den anderen. So fragt der Muslim die Jüdin: Wieso hat Gott das Volk Israel zu seinem Volk gemacht? Und ich frage die Muslima: Wieso konnte Mohammed Gott verstehen? Oder der Rabbiner fragt uns: Wie kann ein Mensch zugleich Gott sein? All das sind Glaubensgeheimnisse. Von Menschen nicht aufzudecken. [...] Wir können kein abschließendes Urteil über ihren Wahrheitsgehalt fällen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Auf den Besitz der Wahrheit zu verzichten, das weitet meine Gottessuche, und das erleichtert mir die unvoreingenommene Begegnung. Wir können wechselseitig, offen und öffentlich von unserem Glauben reden, ihn bezeugen. Es gibt keinen Grund zu verheimlichen, was uns trägt und prägt. [...] Ich erzähle von meinem Glauben, meiner Suche nach Gott und meinen Momenten, in denen ich seine Nähe fühle, mich gehalten und behütet erlebe. [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Koran und Thora, die vier edlen Wahrheiten und das Friedensgebet der Vereinten Nationen [...] – der Himmel ist vielsprachig. Der Glaube der Muslima oder des Juden zeigen mir andere Seiten von Gott. [...] Der oder die Andere verweisen auf das ganz Andere, das wir nicht fassen können. Wo also ist Gott? Gott ist in der Suche. Auf der Suche treffe ich andere. Das Suchen, das auf dem Weg sein, verbindet alle Suchenden. So können wir eine Gemeinschaft bilden und unsere Weggeschichten teilen. Das trägt uns auf dem Weg zu Gott.</span></i></span></div><div><br></div><div>Am Ende seiner Predigt kommt Hohberg auf die Erkenntnis der Wahrheit zu sprechen. Er nennt unergründliche Glaubensgeheimnisse, über deren Wahrheitsgehalt wir angeblich kein abschließendes Urteil fällen können. Eines dieser Glaubensgeheimnisse bestehe darin, wieso Gott das Volk Israel zu seinem Volk gemacht hat.</div><div><br></div><div>Die Antwort auf diese Frage ergibt sich eindeutig aus 5Mo/Dtn 7,6-8: „Dich [Israel] hat der Herr, dein Gott, aus allen Völkern, die auf Erden sind, für sich erwählt, dass du sein eigen seist. Nicht weil ihr zahlreicher wäret als alle Völker, hat der Herr sein Herz euch zugewandt und euch erwählt – denn ihr seid das kleinste unter den Völkern –, sondern weil der Herr euch liebte [...]". Nimmt man diese Aussage ernst, dann handelt es sich keineswegs um ein unergründliches Glaubensgeheimnis.</div><div><br></div><div>Ein weiteres Glaubensgeheimnis besteht laut Hohberg darin, wieso Mohammed Gott verstehen konnte. Vorausgesetzt ist offensichtlich, <span class="fs14lh1-5"><b>dass </b></span>Mohammed Gott verstanden hat, dass ihm also der Koran Wort für Wort offenbart wurde. Damit stellt Hohberg Mohammed zumindest in die Reihe der alttestamentlichen Propheten, und er stellt letztlich den Koran der Bibel gleich.</div><div><br></div><div>Das letzte von Hohberg genannte Glaubensgeheimnis ist, wie ein Mensch zugleich Gott sein könne. Jesu Gottheit kann man tatsächlich als Glaubensgeheimnis bezeichnen – nicht aber als eins, über das sich überhaupt keine Aussagen machen lassen. Zweitausend Jahre Christentumsgeschichte haben eine Fülle von Gedanken über dieses Glaubensgeheimnis hinterlassen – ohne alle Fragen zu beantworten, aber doch so, dass es vernünftig dargestellt und bezeugt werden kann. Eine Leerstelle jedenfalls – wir müssen darauf verzichten, alles verstehen zu können – hinterlässt die Theologie nicht.</div><div><br></div><div>Wie oben bereits beschrieben, ist es für Hohberg fraglich, ob Gott in der Religiosität anderer Menschen zu finden ist. Dennoch benennt er jetzt konkret, wodurch ihm „andere Seiten Gottes" gezeigt werden: durch „den Glauben der Muslima oder des Juden", durch „Koran und Thora", und er fügt noch die vier edlen Wahrheiten des Buddhismus und das Friedensgebet der Vereinten Nationen hinzu. Hohberg geht also offensichtlich von einer Wahrheit aus, die weit über die in den biblischen Texten bezeugte hinausgeht. Oder aber er setzt voraus, dass in buddhistischen, jüdischen, christlichen und muslimischen heiligen Schriften und in den entsprechenden Religionen jeweils dasselbe bezeugt wird. Das aber ist religionswissenschaftlich nicht haltbar.</div><div><br></div><div>Wenn man all die genannten heiligen Schriften und Religionen als Ausdruck der göttlichen Wahrheit ansieht, ist es nur konsequent, auf einen dezidiert christlichen Standpunkt zu verzichten. Die Frage ist allerdings, ob der Verzicht auf eine eigene Glaubensgewissheit es tatsächlich erleichtert, dem Andersdenkenden respektvoller und unvoreingenommener zu begegnen.</div><div><br></div><div>Meine Behauptung ist, dass dies nicht der Fall ist. Denn der Verzicht darauf, etwas besser wissen zu wollen als das Gegenüber, ist demjenigen eher möglich, der sich seines eigenen Standpunkts gewiss ist. Der Glaubensstreit beginnt ja dort intolerant zu werden, wo es um das eigene Leben geht. Das eigene Leben aber findet seinen Halt im eigenen Glauben. Wo dieser ungewiss bleibt, wo das Leben also keinen Halt im gewissen Glauben findet, ist die Gefahr groß, dass der Glaubensstreit zu einem Streit auf Leben und Tod wird. Umgekehrt ist es dem Menschen, der fest in seinem Glauben steht, leichter, sich einem Andersdenkenden ohne Angst zu öffnen und ein respektvolles Gespräch mit ihm zu führen.</div><div><br></div><div>Darum verbindet das gemeinsame Suchen, das Hohberg wichtig ist, nur so lange, wie der gemeinsame Grundkonsens herrscht, dass man über das Suchen nicht hinauskommt, dass man also nicht findet. In der Gemeinschaft der Suchenden darf niemand finden. In dem Moment, in dem einer der Suchenden vorgibt, er habe gefunden, was alle gemeinsam suchen, hat die Gemeinschaft der Suchenden ein Ende – oder alle Suchenden übernehmen das, was der eine gefunden hat.</div><div><br></div><div>Christlich gesehen gründet die Gemeinschaft zwischen Menschen daher nicht im gemeinsamen Suchen, sondern in der Liebe Gottes zu allen Menschen. Diese grundlegende Anerkennung aller Menschen, ob sie suchen oder nicht und wo auch immer sie suchen, stiftet Gemeinschaft. Es ist eine Gemeinschaft, die nicht in menschlichen Verhaltensweisen ihren Grund hat, sondern in der Zuwendung und im sich offenbarenden Wort Gottes.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Die Predigt des Imam Kadir Sanci</div><div><br></div><div>Damit es nicht zu lang wird, gehe ich jetzt nur noch kurz auf die Predigt des Imams ein.</div><div><br></div><div>Imam Kadir Sanci stellt zu Beginn seiner Predigt fest, dass auch Muslime auf der Suche sind. Doch unmittelbar danach geht er dazu über zu verkündigen, was er bereits gefunden hat. Er zitiert dazu mehrere Suren des Korans.</div><div><br></div><div>Seine Hauptfrage ist: „Wie haben wir Gott vorzustellen?" Seine Antwort lautet,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dass Gott weder einen Teilhaber noch einen Gleichrangigen noch ein Gegenteil oder ein Gegenüber hat. Nichts ähnelt Ihm oder ist mit Ihm gleich. Sichtbarkeit in unserer Welt bedeutet, vergleichbar zu sein. Und Gott ist frei davon und bleibt in diesem Leben für uns verborgen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die daran anschließende Frage ist: Wie aber kann man Gott erkennen, wenn ihm nichts vergleichbar ist? Antwort:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Universum, die Erde und der Mensch besitzen jeweils eine Gestalt, die im vollen Umfang Gottes Namen und Attribute reflektieren. Aber Reflexionen können nicht dem Bild gleichgesetzt werden. Sie können auch nicht im wahrsten Sinne ein Ebenbild Gottes darstellen. [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Sonne spiegelt im Spiegel und in der Glasscherbe. Auch wenn wir in ihnen die Schönheit der Sonne sehen können, bleiben sie ein Spiegel oder eine Scherbe. Den direkten Blick in die Sonne verkraften unsere Augen nicht und brauchen die Reflexionen; [...] Ja, die Lebewesen und in besonderer Weise die Menschen sind ein Spiegel des Allbarmherzigen Erbarmers:</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir sehen. Daher wissen wir, dass Gott der absolut Sehende ist. Wir hören. Daher wissen wir, dass Gott der absolut Hörende ist. Wir fühlen Liebe. Daher wissen wir, dass Gott der absolut Liebende ist. Wir fühlen Barmherzigkeit. Daher wissen wir, dass Gott der Allbarmherzige Erbarmer ist.</span></i></span></div><div><br></div><div>Gotteserkenntnis gibt es nach Sanci dadurch, dass die Eigenschaften Gottes in seiner Schöpfung und vor allem in den Menschen gespiegelt werden. Wir können Gott also nicht direkt erkennen, sondern nur indirekt über Spiegelungen seines Wesens. Von daher ist es ausgeschlossen, dass es „im wahrsten Sinne ein Ebenbild Gottes" auf Erden gibt. Denn Gott ist keinem Irdischen ähnlich oder gleich.</div><div><br></div><div>Damit gibt Sanci anschaulich die muslimische Sicht wieder und widerspricht deutlich der christlichen Aussage, Jesus sei als Sohn Gottes Gott gleichzusetzen. Der Imam vertritt also einen dezidierten muslimischen Standpunkt. Er nimmt damit als einziger der drei Prediger eine Position ein bezüglich der Erkennbarkeit und der Eigenschaften Gottes. Es ist eine Position, die mit der biblischen nicht in Einklang zu bringen ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Fazit</div><div><br></div><div>Menschen wollen Antworten. Fragen haben sie schon genug. Christinnen und Christen sind beauftragt, ihren Glauben zu bezeugen und, soweit möglich, Antworten zu formulieren (Mt 28,19f). Es ist zu wenig, wenn sie nur ihre Unwissenheit und Antwortlosigkeit kundtun. Auch drei vorläufige, also fragliche Antworten sind zu wenig. Dass unser Erkennen nur Stückwerk ist (1Kor 13,9), bedeutet nicht, dass wir gar nichts erkennen, weil wir von Gott erkannt sind (Gal 4,9), erwählt als diejenigen, denen sein Geist Erkenntnis schenkt (1Kor 12,8b).</div><div><br></div><div>Suchenden Menschen hilft es nicht, dass wir ihnen sagen, wir wüssten auch nichts Sicheres, würden selbst schwanken und könnten zeitlebens nicht finden. Jesus hat den Suchenden das Finden verheißen (Mt 7,7f; Lk 11,9f).</div><div><br></div><div>Es hilft auch niemandem, das Singen, Beten und Reden von Gott im christlichen Gottesdienst als falsche Selbstverständlichkeit zu kritisieren. Im Glauben kann Gott einem Menschen gewiss und <span class="fs14lh1-5"><b>in diesem Sinne</b></span> selbstverständlich werden – ja, ein glaubender Mensch kann, wenn Gottes Geist ihn stark macht, eine solch tiefe Gewissheit erlangen, dass Gott ihm „mehr als selbstverständlich" ist (Eberhard Jüngel).</div><div><br></div><div>Geht man davon aus, dass Gott in allen drei Religionen gleichermaßen zu finden ist, dann relativiert man die Bedeutung Jesu Christi. Er steht nach den neutestamentlichen Schriften im Mittelpunkt des Glaubens. Jesus sagte laut dem Johannesevangelium: „Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen" (Joh 14,9). Von einer prinzipiellen Unerkennbarkeit Gottes kann also keine Rede sein. Und in der Apostelgeschichte heißt es: „In keinem andern ist die Rettung; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden sollen" (Apg 4,12). Das Christentum hat seinen Namen von Christus, weil es in ihm den Retter der Welt erkannt hat. Wer das durch einen allgemeinen Gottglauben, den es in vielen Religionen gibt, ersetzt, macht Jesus Christus zu einem Religionsstifter oder Offenbarungsempfänger unter vielen anderen.</div><div><br></div><div>Damit soll nicht gesagt sein, dass Gott nicht auch in anderen Religionen wirken und Menschen zum Glauben leiten kann. Es soll aber festgehalten werden, dass die vielen Religionsstifter, Offenbarungsempfänger und Propheten nicht mit Jesus Christus auf eine Stufe zu stellen sind.</div><div><br></div><div>Die <span class="fs14lh1-5"><i>EKD </i></span>sorgt sich wegen ihres Mitgliederschwunds. Es kann jedoch nicht verwundern, dass Menschen in der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft keinen Sinn mehr sehen, wenn diese Religionsgemeinschaft ihnen vor lauter eigener Ungewissheit nichts mehr zu sagen hat; wenn sie den Eindruck erweckt, es sei gleichgültig, ob man jüdischen, christlichen, muslimischen oder vielleicht auch buddhistischen Glaubens sei. Eine christliche Kirche, die sich auf solche Theologie einlässt, macht sich selbst überflüssig.</div><div><br></div><div>Weil die <span class="fs14lh1-5"><i>EKD </i></span>Mitverantwortung für die Rundfunkübertragung der interreligiösen Feier trägt, werde ich den Senderbeauftragten der <span class="fs14lh1-5"><i>EKD </i></span>für das Deutschlandradio, Pfarrer Frank-Michael Theuer, auf diesen Artikel hinweisen. Ich bin gespannt, ob ich eine Antwort erhalte und werde hier weiter darüber berichten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 18 Jan 2022 16:26:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Lobe den Herrn, meine Seele!]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000108"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Lobe den Herrn, meine Seele!</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/01/2022</span></div><div><br></div><div>Ein Bild sagt manchmal mehr als tausend Worte. Darum will ich heute vor allem Bilder sprechen lassen und dazu einige Psalmverse zitieren.</div><div><br></div><div>Die Fotos dieser Seite habe ich gestern vom Kahlen Asten aus gemacht. Er ist mit 843,2 Metern der zweithöchste Berg Nordrhein-Westfalens.</div><div><br></div><div>Ein weißes Wolkenmeer erstreckte sich unterhalb des schneebedeckten Berges und bildete eine überwältigende Atmosphäre unter einem wolkenlos blauen Himmel.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/Wunderbare-Schoepfung-1.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Lobe den Herrn, meine Seele!</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>O Herr, wie bist du so groß!</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Pracht und Hoheit ist dein Gewand,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>der du in Licht dich hüllst wie in ein Kleid,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>der den Himmel ausspannt wie ein Zeltdach,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>der seine Gemächer zimmert über den Wassern,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>der Wolken zu seinem Wagen macht,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>der einherfährt auf den Flügeln des Sturmes,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>der die Winde zu seinem Boten bestellt,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>zu seinen Dienern Lohe und Feuer,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>der die Erde auf ihre Pfeiler gegründet,</b></i></span></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>dass sie nimmermehr wankt.</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Psalm 104,1-5</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><i><b><br></b></i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/Wunderbare-Schoepfung-2.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Die Himmel erzählen die Ehre Gottes,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>und die Feste verkündigt das Werk seiner Hände.</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Ein Tag sagt es dem andern,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>und eine Nacht tut es der andern kund –</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>ohne Sprache, ohne Worte,</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>mit unhörbarer Stimme.</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Ihr Klingen geht aus durch alle Lande,</b></i></span></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><i><b>ihr Reden bis zum Ende der Welt.</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><i><b>Psalm 19,1-4a</b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><i><b><br></b></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><i><b><br></b></i></span></div><div class="imTACenter"><img class="image-3" src="https://christseinverstehen.de/images/Wunderbare-Schoepfung-4-neu.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Halleluja!</i></b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lobet den Herrn vom Himmel her,</i></b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>lobet ihn in den Höhen!</i></b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lobet ihn, alle seine Engel,</i></b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>lobet ihn, alle seine Heerscharen!</i></b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lobet ihn, Sonne und Mond,</i></b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>lobet ihn, ihr leuchtenden Sterne!</i></b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel</i></b></span></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>und ihr Wasser über der Feste!</i></b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Psalm 148,1-4</i></b></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 16 Jan 2022 08:28:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Früher Tod - eine Erinnerung]]></title>
			<author><![CDATA[Michael Kröger]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000107"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Früher Tod – eine Erinnerung</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="imUl fs11lh1-5"><a href="http://mikroeger.de/" target="_blank" class="imCssLink"><b>Michael Kröger</b></a></span><span class="fs11lh1-5"> | 15/01/2022</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Durch Zufall, nein, im Grunde durch ein banales Googeln im Internet, erfuhr ich kürzlich, dass ein alter Schulkamerad im noch jungen Alter von nur 59 Jahren gestorben war. Seit dem Abitur 1976 hatte ich ihn nicht mehr gesehen und nun erfahre ich – ausgerechnet aus dem Internet – von seinem Lebensende, das heute bereits fünf Jahre zurück lag. Warum hat mich der Tod von Rolf eigentlich so erschüttert?</div><div><br></div><div>Rolf N. war jemand, der mir auf seine Weise imponierte. Er war, wie man heute sagt, ein cooler Typ – Rockmusik-Fan und außerdem, wichtig in einer reinen Jungenklasse, ein sehr guter Sportler. Bei einem künftigen Klassentreffen hätte ich mich mit ihm sicher gerne unterhalten. Über unsere gemeinsame Schulzeit, über das, was jeder so aus dem eigenen, langen und doch auch so kurzen Leben gemacht hat. Diese Chance gibt es nun nicht mehr. Ein Leben ist vergangen; Erinnerungen werden bleiben.</div><div><br></div><div>Erfahrungen dieser Art werden sich, wenn man die Sechzig erst überschritten hat, noch häufiger einstellen. Jedes Mal werden wir wieder neu erschrecken, wenn uns ein Mensch, den wir jahrelang sahen und mehr oder weniger kannten, verlassen hat. Kürzlich las ich in einem klugen Text "Den Tod vor Augen" über "den Tod als Skandal, der abzuschaffen ist." Zwei Sätze habe ich mir angestrichen: "Sollte man nicht lieber später als früher an den Tod denken? Könnte eine derart existenzielle Erfahrung Menschen nicht aus dem Tritt bringen oder in eine Krise stürzen? ... Wir haben die normalste Sache der Welt – und die einzige, die jeden betrifft – so konsequent verdrängt, dass wir den Tod nur noch als Kränkung, ja Skandal empfinden, der abgeschafft gehört."</div><div><br></div><div>Jede/r Lebende muss den Skandal des Todes und das Ende seines Lebens auf eigene Art bewältigen. Ob wir an die Auferstehung und das ewige Leben glauben, ist eine Angelegenheit, die jede/r Gläubige auf ganz eigene Weise beantworten kann – oder auch nicht. Dem künftigen Tod gegenüber so etwas wie Trost auszudrücken und dessen Skandal auszuhalten – das finden wir Lebenden wohl nur im eigenen, mehr oder weniger festen Glauben an ein Leben nach dem Tod.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="http://mikroeger.de/" target="_blank" class="imCssLink"><b>Michael Kröger</b></a></span>.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 15 Jan 2022 07:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Befreiung statt Freiheit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000106"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Befreiung statt Freiheit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/01/2022</span></div><div><br></div><div>Die Bibel erzählt Befreiungsgeschichten: Israel wird aus der Sklaverei in Ägypten befreit und aus der Versklavung an Götzen. Jesus befreit Menschen von religiöser Verirrung, von Ausgrenzung und Einsamkeit, von Besessenheit, Krankheit und Tod. Paulus kämpft um die Befreiung der Menschen von ihren vergeblichen Versuchen, sich vor Gott zu rechtfertigen.</div><div><br></div><div>Es ist ein erlösendes Geschenk, befreit zu werden von inneren und äußeren Unfreiheiten. Und es ist eine Selbstüberschätzung, die uns an unsere eigenen Kraftanstrengungen bindet, wenn wir uns selbst befreien wollen, ohne es zu können.</div><div><br></div><div>Freiheit ist nichts, was uns die Natur mitgegeben hat. Von Natur aus wollen wir frei wie Gott sein und sind doch abhängig von Trieben, Bindungen, Einflüssen, Ereignissen, Notwendigkeiten, Ängsten ...</div><div><br></div><div>Freiheit ist deshalb ein erlösender Gnadenakt: Gott versetzt uns in einen Freiraum, in den Liebesraum des Reiches Gottes, in dem sein Geist uns leitet und tröstet.</div><div><br></div><div>Wir können uns dieser Befreiung verweigern und die Unfreiheit wählen. Wir bleiben dann in einem Raum gefangen, in dem wir uns selbst, unseren Nächsten und der Schöpfung Lebensmöglichkeiten rauben. Statt für das Leben, entscheiden wir uns für den Tod. Es ist die Entscheidung eines zutiefst gestörten Menschseins, das sich für frei hält, Leben zu fördern, aber nicht anders kann, als Leben zu vernichten.</div><div><br></div><div>Noch leben wir zwischen den Befreiungsakten Gottes und den Zerstörungsakten dieser Welt. Manchmal sind wir auch nur insoweit frei, als wir über alle Unfreiheiten hinausblicken auf das ewige, umfassende und vollkommene Reich der Freiheit. Doch allein dieser Blick ist schon befreiend.</div><div><br></div><div>Es ist gut, sich immer wieder klarzumachen, dass wir nach christlichem Verständnis nicht <span class="fs14lh1-5"><b>frei sind</b></span>, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>befreit werden</b></span>. Das ist ein Unterschied, über den nachzudenken sich lohnt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 13 Jan 2022 09:34:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Matthias Claudius über das Vaterunser]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000105"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Matthias Claudius über das Vaterunser</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/01/2022</span></div><div><br></div><div>Manchmal fällt mir das Beten schwer. Es fehlen mir einfach die Worte. Dann denke ich: Okay, mir fällt eben heute nichts ein. Aber es gibt ja noch das Vaterunser. Und dann bete ich das Vaterunser.</div><div><br></div><div>Auch dieses Gebet macht es uns aber nicht immer leicht. Denn es enthält manche Formulierung, die uns heute schwer verständlich ist. Dann steht man mitunter wieder vor Worten, mit denen man nichts anfangen kann, und das Beten wird schwer. Aber es gibt Hilfen.</div><div><br></div><div>Matthias Claudius zum Beispiel hat seine Gedanken zum Vaterunser veröffentlicht. Einen kürzeren Text von ihm möchte ich euch heute kundtun und kommentieren. Voranstellen aber möchte ich einige wenige Anmerkungen zu seinem Lebenslauf.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Zur Person des Matthias Claudius</div><div><br></div><div>Matthias Claudius wurde am 15. August 1740 in Reinfeld (zwischen Hamburg und Lübeck) geboren (siehe zum Folgenden <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Claudius" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span> und das Nachwort von Rolf Siebke im unten genannten Sammelband <span class="fs14lh1-5"><i>Sämtliche Werke</i></span>, Seiten 975-983). Sein Vater war Pfarrer, seine Mutter die Tochter eines Flensburger Ratsherrn. Claudius studierte in Jena Theologie, aber die gelehrt-distanzierte Darbietung des Stoffes rührte ihn nicht an und er wechselte zum Jura- und Verwaltungsstudium (letzteres wurde damals <span class="fs14lh1-5"><i>Kameralwissenschaft </i></span>genannt). Doch auch darin fand er keine Erfüllung. Wahrscheinlich machte er in Jura und Kameralwissenschaft einen Abschluss.</div><div><br></div><div>Nach dem Studium kehrte Claudius zunächst in sein Elternhaus zurück und trat dann eine Sekretärsstelle bei Graf Ulrich Adolph von Holstein in Kopenhagen an. Doch auch dort hielt es ihn nur knapp anderthalb Jahre, und er zog wieder bei seinen Eltern ein, wo er nun drei Jahre lang blieb. Danach arbeitete er von 1768 bis 1770 als schlecht bezahlter Journalist bei einer Hamburger Zeitung.</div><div><br></div><div>Im Januar 1771 zog Claudius in das damals dänische <span class="fs14lh1-5"><i>Wandsbeck </i></span>bei Hamburg und wurde dort Redakteur der Zeitung <span class="fs14lh1-5"><i>Der Wandsbecker Bothe</i></span> (so die damalige Schreibweise), die viermal wöchentlich erschien. Zu dieser Zeitung gehörte ein „gelehrter Teil", für den Claudius zuständig war.</div><div><br></div><div>1772 heiratete Claudius die damals 17jährige Wandsbeckerin Anna Rebekka Behn, mit der er zwölf Kinder bekam. Am Hochzeitstag notierte er in sein Tagebuch:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nun habe ich meine drei H: Hof, Heimat, Hausfrau, und wenn das vierte H, der Herr, dabei ist und bleibt, so kann man restlos glücklich sein.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Quelle: </span><span class="fs11lh1-5 cf1"><span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Claudius" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span></span><span class="fs11lh1-5 cf1">)</span></i></div><div><br></div><div>Im Jahr 1775 musste der <span class="fs14lh1-5"><i>Wandsbecker Bothe</i></span> seinen Betrieb aus finanziellen Gründen einstellen. Claudius zog 1776 mit seiner Familie nach Darmstadt, wo er eine Stelle in der Verwaltung antrat. Doch die ungewohnte Beamtentätigkeit, Spannungen mit dem Vorgesetzten und die fremde Umgebung führten dazu, dass die Familie nach nur einem Jahr nach Wandsbeck zurückkehrte.</div><div><br></div><div>Claudius publizierte seine Schriften und Gedichte fortan weiter unter dem Namen <span class="fs14lh1-5"><i>Der Wandsbecker Bothe</i></span>. Seine finanzielle Lage war bisher immer schwierig gewesen. Das änderte sich erst, als er vom Jahr 1785 an einen Ehrensold des dänischen Kronprinzen Friedrich erhielt, der von Claudius' literarischen Qualitäten beeindruckt war. Friedrich verschaffte ihm 1788 auch ein Revisorenamt bei einer schleswig-holsteinischen Bank.</div><div><br></div><div>Durch die Wirren der napoleonischen Kriege musste Claudius mit seiner Frau 1813 Wandsbeck verlassen und nach Kiel und Lübeck fliehen. Nach der Rückkehr nach Wandsbeck erkrankte er schwer. Am 21. Januar 1815 starb Matthias Claudius. Er liegt auf dem <span class="fs14lh1-5"><i>Historischen Friedhof Wandsbek</i></span> begraben.</div><div><br></div><div>Claudius' Leben war oft von beruflichen Sackgassen und Geldsorgen geprägt. Er musste den Tod zweier seiner Kinder erleben: Sein erstes Kind starb kurz nach der Geburt. Später verlor er seine 20jährige Tochter Christiane, der er ein Gedicht widmete. Die umfassende Anerkennung seiner literarischen Arbeit erlebte er nicht mehr.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Gedanken zum Vaterunser</div><div><br></div><div>Matthias Claudius veröffentlichte eine Reihe von fiktiven Briefen eines gewissen <span class="fs14lh1-5"><i>Asmus </i></span>an dessen Freund <span class="fs14lh1-5"><i>Andres</i></span>. Einer dieser Briefe beschäftigt sich mit dem Gebet und besonders mit dem Vaterunser. Ich zitiere hier einen Auszug dessen, was Claudius darüber an Andres schreibt (aus dem Buch: Matthias Claudius: Sämtliche Werke. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 6. Aufl. Darmstadt 1987, Seiten 164-166). Dabei behalte ich die ursprüngliche Orthografie und Interpunktion bei.</div><div><br></div><div>Claudius schreibt über das Vaterunser:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sieh, wenn ich's beten will, so denk ich erst an meinen seligen Vater, wie der so gut war und mir so gerne geben mochte. Und denn [gemeint ist „dann", bitte auch im Folgenden „denn" durch „dann" ersetzen] stell ich mir die ganze Welt als meines Vaters Haus vor; und alle Menschen in Europa, Asia, Afrika und Amerika sind denn in meinen Gedanken meine Brüder und Schwestern; und Gott sitzt im Himmel auf einem goldnen Stuhl, und hat seine rechte Hand übers Meer und bis ans Ende der Welt ausgestreckt, und seine linke voll Heil und Gutes, und die Bergspitzen umher rauchen – und denn fang ich an.</span></i></span></div><div><br></div><div>Hier wird schon deutlich, wie Claudius sich mit konkreten Vorstellungen beim Beten hilft: Er denkt nicht an eine abstrakte Person, einen fernen Gott, sondern an seinen leiblichen Vater. Weil Gott wie Vater und Mutter ist, können wir an unseren Vater oder unsere Mutter denken. Wohl dem, der solche Eltern hatte, die mit ihrem Leben Gott veranschaulichen konnten – wenn auch in ganz unvollkommener Weise.</div><div><br></div><div>Weil Gott allen Menschen wohlgesonnen ist und ihnen gern Gutes gibt, sind alle Menschen Schwestern und Brüder. Und obwohl die Bergspitzen rauchen (vermutlich dachte Claudius an Vulkane), obwohl also Gefahren lauern, hält die gute Mutter bzw. der gute Vater seine rechte Hand segnend und schützend über die Welt und teilt mit der linken Heil und Gutes aus.</div><div><br></div><div>Das Lebensfeindliche ist also im Glauben nicht ausgeklammert oder verdrängt, sondern es ist zusammen mit allem Lebensfreundlichen eingeklammert in das Gute, das vor der Klammer steht und von ihm sein Vorzeichen erhält. Oder im Bild von Claudius: Auch die bedrohlich rauchenden Bergspitzen liegen unter der Hand Gottes. Diese schützende Hand hält also nicht alles Leid von uns fern. Aber sie segnet uns auch im Leid. So wirken Lebensfeindliches und Lebensfreundliches gemeinsam zum Guten mit, wie Paulus sagt (Röm 8,28). Das können wir natürlich im Leid nicht spüren. Aber wir können es glauben.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Vater Unser der du bist im Himmel.</span></i></span></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Geheiliget werde dein Name.</span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Das versteh ich nun schon nicht. Die Juden sollen besondre Heimlichkeiten von dem Namen Gottes gewußt haben. Das lasse ich aber gut sein und wünsche nur, daß das Andenken an Gott, und eine jede Spur, daraus wir ihn </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>erkennen </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">können, mir und allen Menschen über alles groß und heilig sein möge.</span></span></i></div><div><br></div><div>Ich finde es sehr sympathisch, dass Claudius gleich zu Beginn eingesteht, dass er die Bitte „Geheiligt werde dein Name" nicht versteht. Man muss sich schon ein bisschen mit dem Sprachgebrauch des Alten Testaments auskennen, um das zu verstehen.</div><div><br></div><div>Der Name Gottes, also im Alten Testament <span class="fs14lh1-5"><i>Jahwe</i></span>, steht für Gott selbst. Es geht darum, dass <span class="fs14lh1-5"><b>Gott </b></span>geheiligt werde und nicht eine Bezeichnung Gottes. „Heiligen" bedeutet: Gott soll von allem Weltlichen, Profanen unterschieden und nicht mit ihm vermischt werden. Gott ist zwar <span class="fs14lh1-5"><b>in der Welt</b></span>, aber er ist nicht die Welt, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>unterschieden von der Welt</b></span>.</div><div><br></div><div>Die Passivform „Dein Name werde geheiligt" diente damals zur Umschreibung einer Tat Gottes. Es war ein sogenanntes „göttliches Passiv" (lateinisch <span class="fs14lh1-5"><i>passivum divinum</i></span>). Gemeint ist also: Wir Menschen können Gott nicht heiligen. Darum möge Gott selbst dafür sorgen, dass wir ihn heilig halten. Er möge uns die Kraft geben, dass wir ihn nicht mit unserem Denken, Wollen und Empfinden vermischen, sondern davon freihalten.</div><div><br></div><div>Die große Versuchung ist ja, dass wir uns einen Gott nach unseren Vorstellungen zurechtdenken, also gedanklich einen Götzen zimmern. Davor möge uns Gott bewahren.</div><div><br></div><div>Matthias Claudius hat das eigentlich ganz gut erfasst, wenn er sagt, dass unser Denken an Gott uns „über alles <span class="fs14lh1-5"><b>groß </b></span>und <span class="fs14lh1-5"><b>heilig </b></span>sein möge". Unser Denken an Gott kann uns also etwas Großes, Wichtiges sein, aber zugleich etwas Heiliges, so dass uns bewusst ist: Gott ist von all unseren Gedanken über ihn unterschieden. Das bedeutet nun nicht, dass wir nichts von Gott wissen können. Darum sagt Claudius zugleich, dass wir ihn „erkennen können" – wenngleich uns immer bewusst sein muss, dass unsere Erkenntnis begrenzt und vorläufig ist.</div><div><br></div><div>Eine gute Methode, mit etwas im Glauben, was wir nicht verstehen, umzugehen, ist der Satz von Claudius: „Das lasse ich gut sein." Wir lassen es ruhen, lassen es gut sein damit und wenden uns dem zu, was wir verstehen.</div><div><br></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Zu uns komme dein Reich.</span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Hiebei denk ich an mich selbst, wie's in mir hin und her treibt und bald dies bald das regiert, und daß das alles Herzquälen ist und ich dabei auf keinen grünen Zweig komme. Und denn denk ich, wie </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>gut </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">es für mich wäre, wenn doch Gott all Fehd ein Ende machen und mich selbst regieren wollte.</span></span></i></div><div><br></div><div>Claudius denkt an den inneren Streit und Kampf in sich selbst. Das kennen wir gut: das Schwanken in uns, die verschiedenen Sehnsüchte und Gedanken, die uns hin und her treiben und nicht weiterkommen lassen. Wir schwanken zwischen Glauben und Zweifeln, Zweifeln und Glauben. Wie gut wäre es, wenn nicht unser Schwanken uns regieren würde, sondern Gott allem inneren Streit ein Ende machen würde.</div><div><br></div><div>Wir können bei der Bitte „Dein Reich komme" auch an die äußeren Streitigkeiten und Kämpfe in dieser Welt denken: an die Gewalt, den Hass, die Lieblosigkeit. Innerer und äußerer Friede gehören zusammen. Möge Gott sein Reich des Friedens bereits jetzt in unserer friedlosen Welt aufrichten und einst die ganze Welt mit seinem Frieden erfüllen.</div><div><br></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hiebei stell ich mir den Himmel mit den heiligen Engeln vor die mit Freuden seinen Willen tun, und keine Qual rühret sie an, und sie wissen sich vor Liebe und Seligkeit nicht zu retten, und frohlocken Tag und Nacht; und denn denk ich: wenn es doch also auch auf Erden wäre!</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich finde es schön, wie konkret sich Claudius hier den Himmel vorstellt: die Engel, die kein Leid kennen und sich „vor Liebe und Seligkeit nicht zu retten wissen".</div><div><br></div><div>Im Himmel gibt es nichts zu leiden, weil überall Gottes Wille geschieht. Diese Liebe und Seligkeit ersehnen wir auch für unser Leben und für die ganze Welt. Und wir dürfen darum bitten, dass diese Liebe und Seligkeit schon jetzt geschehen. Gott hat offene Ohren, wenn wir ihm unsere Sehnsucht danach vorlegen. Und er gibt gern, was wir ersehnen, wenn auch noch nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort. Doch wenn er gibt, dann können wir schon jetzt frohlocken wie die Engel im Himmel.</div><div><br></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Unser täglich Brot gib uns heute.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>'n jeder weiß was täglich Brot heißt, und daß man essen muß solange man in der Welt ist, und daß es auch gut schmeckt. Daran denk ich denn. Auch fallen mir wohl meine Kinder ein, wie die so gerne essen mögen und so flugs und fröhlich bei der Schüssel sind. Und denn bet ich, daß der liebe Gott uns doch etwas wolle zu essen geben.</i></span></div><div><br></div><div>Das tägliche Brot wurde damals sicher mehr geschätzt, als es die meisten Menschen in einem reichen Land heute tun. Der volle Kühlschrank ist für die meisten etwas Selbstverständliches, und das Bewusstsein dafür ist geschwunden, dass es ganz und gar nicht selbstverständlich ist, jeden Tag satt zu werden. Darum ist es gut, für die tägliche Nahrung zu danken und darum zu bitten.</div><div><br></div><div>Aber man muss die Bitte nicht nur auf die Nahrung beziehen, sondern kann auch alles andere Lebensnotwendige einbeziehen. So können wir heute für die tägliche Gesundheit, unser seelisches Wohlbefinden, für Frieden und Liebe in unseren Beziehungen und vieles mehr bitten.</div><div><br></div><div>Mir ist in dieser Bitte auch das „uns" wichtig. Es geht nicht nur um mich und meine Familie. Es geht auch um die Menschen in unserem reichen Land, für die der volle Kühlschrank keine Selbstverständlichkeit ist, und um die Mangelernährten in den armen Ländern dieser Welt. „Unser tägliches Brot gib <span class="fs14lh1-5"><b>uns </b></span>heute", also auch jenen, denen es an ausreichender und gesunder Nahrung mangelt.</div><div><br></div><div>Dabei denke ich auch daran, dass ich selbst Verantwortung trage dafür, dass alle Menschen genug zum Leben haben. „Unser tägliches Brot gib uns heute" heißt darum für mich auch: „Hilf mir, das tägliche Brot mit denen zu teilen, die nicht genug haben."</div><div><br></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und vergib uns unsere Schuld als wir vergeben unsern Schuldigern.</span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Es tut weh wenn man beleidigt wird, und die Rache ist dem Menschen süß. Das kömmt mir auch so vor, und ich hätte wohl Lust dazu. Da tritt mir aber der </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Schalksknecht </b>aus dem Evangelio unter die Augen: und mir entfällt das Herz, und ich nehm's mir vor, daß ich meinem </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Mitknecht </b>vergeben und ihm kein Wort von den </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>hundert Groschen</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> sagen will.</span></span></i></div><div><br></div><div>Hier drückt sich die Menschenkenntnis von Claudius aus: Wir sind auf Rache bedacht, wollen es dem anderen heimzahlen. Das ist vielleicht ein natürlicher Impuls. Aber das macht es nicht besser. Weil uns vergeben wird, sollte es selbstverständlich sein, dass auch wir vergeben.</div><div><br></div><div>Claudius denkt an das Gleichnis vom Schalksknecht oder unbarmherzigen Knecht in Mt 18,21-35. Der König erlässt seinem Knecht die Schulden von zehntausend Talenten, nachdem dieser vor ihm auf die Knie gefallen ist und um Erbarmen gebeten hat. Daraufhin geht der Knecht zu einem seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldete, und fordert sie zurück. Auch der Mitknecht fällt auf die Knie und bittet um Erbarmen. Der Knecht aber besteht auf seiner Forderung und lässt den Mitknecht ins Gefängnis werfen. Als der König davon erfährt, lässt er den Knecht zu sich rufen, missbilligt sein Verhalten und übergibt ihn den Folterknechten, bis er seine ganze Schuld bezahlt hat.</div><div><br></div><div>Wichtig ist ein Vergleich der beiden Schuldsummen: Der Knecht schuldet dem König das 500.000fache dessen, was ihm sein Mitknecht schuldet. Die Schuld des Knechts war eine so riesige Summe, dass sie eigentlich nicht zu erlassen war. Wenn wir Gott so viel schuldig bleiben und er uns dennoch die Schuld vergibt, dann sollte es keine Frage sein, dass wir unserem Mitmenschen die kleine Schuld vergeben, mit der er an uns schuldig geworden ist.</div><div><br></div><div>Diese Fraglosigkeit des Vergebens drückt wohl auch der zweite Teil der Bitte aus: „wie auch wir vergeben unseren Schuldigern". Natürlich ist nicht gemeint, dass Gott uns so vergeben soll, wie wir vergeben. Es ist vielmehr umgekehrt: Weil Gott uns die große Schuld vergibt, darum vergeben auch wir die kleine. Etwas anderes kann es für die Glaubenden gar nicht geben.</div><div><br></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und führe uns nicht in Versuchung.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hier denk ich an allerhand Exempel, wo Leute unter den und jenen Umständen vom Guten abgewichen und gefallen sind, und daß es mir nicht besser gehen würde.</span></i></span></div><div><br></div><div>Versuchungen gibt es in jedem Leben. Claudius weiß, dass wir ihnen nicht gewachsen sind und allzu leicht vom guten Weg abweichen. Darum bleibt nur die Bitte, Gott möge uns vor Versuchungen bewahren.</div><div><br></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sondern erlöse uns von dem Übel.</span></i></span></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mir sind hier die Versuchungen noch im Sinn, und daß der Mensch so leicht verführt werden, und von der ebnen Bahn abkommen kann. Zugleich denk ich aber auch an alle Mühe des Lebens, an Schwindsucht und Alter, an Kindesnot, Kalten Brand und Wahnsinn, und das tausendfältige Elend und Herzeleid das in der Welt ist und die armen Menschen martert und quält, und ist niemand der helfen kann. Und Du wirst finden, Andres! wenn die Tränen nicht vorher gekommen sind, hier kommen sie gewiß, und man kann sich so herzlich heraussehnen, und in sich so betrübt und niedergeschlagen werden, als ob gar keine Hülfe wäre. Denn muß man sich aber wieder Mut machen, die Hand auf den Mund legen, und wie im Triumph fortfahren:</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Macht und Herrlichkeit in Ewigkeit,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Amen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Eigentlich geht es in dieser Bitte nicht um die Übel, an denen wir leiden, sondern um das Böse, das wir tun. Darum wurde die alte Formulierung der Bitte „Erlöse uns von dem Übel" auch abgeändert in die genauere „Erlöse uns von dem Bösen". Damit wir den Versuchungen nicht erliegen, sollen wir von unseren bösen Antrieben befreit werden.</div><div><br></div><div>Die Tränen können einem aber nicht nur angesichts von Gebrechen und Verzweiflung kommen, die Menschen befallen können, sondern noch viel mehr angesichts dessen, was Menschen einander antun. Nicht wenige Menschen haben die Hoffnung aufgegeben, dass die Menschheit vor sich selbst noch zu retten sei. Es scheint keine Hilfe zu geben.</div><div><br></div><div>Aber für Glaubende gibt es keinen Grund zu verzweifeln. Denn nicht wir selbst müssen uns vom Bösen erlösen, was tatsächlich nicht möglich wäre, sondern Gott kann uns davon befreien. Es ist <span class="fs14lh1-5"><b>sein </b></span>Reich, das uns versprochen ist, und <span class="fs14lh1-5"><b>seine </b></span>Kraft, die alles verändern kann und letztlich auch verändern wird. Deshalb können wir darum bitten, dass Gott „uns" befreien möge von allem Bösen – mich selbst, aber auch die anderen Menschen und die ganze Schöpfung. Das ist der Triumph Gottes über alles Böse, mit dem wir das Vaterunser beenden können.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Schluss</div><div><br></div><div>Das Vaterunser ist uns von Jesus gegeben worden. Es ist ein recht kurzes Gebet. Wir schließen daraus, dass es nicht auf die Länge eines Gebetes ankommt, sondern auf seinen Gehalt und unsere innere Beteiligung. Wenn uns beim Beten die Worte fehlen oder wenn wir uns nicht konzentrieren können, dann kann es hilfreich sein, das Vaterunser zu sprechen.</div><div><br></div><div>Aber auch die Bitten des Vaterunsers mögen uns mitunter fremd erscheinen und unser Innenleben nicht widerspiegeln. Martin Luther hat den Tipp gegeben, dass wir das, was uns gerade nichts sagt, schnell hinter uns lassen können, ohne uns lange dabei aufzuhalten. Stattdessen können wir bei der Bitte, die uns aus dem Herzen spricht, lange verharren und unsere eigenen Gedanken ins Vaterunser einflechten. Auch so kann man das Vaterunser beten.</div><div><br></div><div>Es kann auch helfen, sich bei den Bitten etwas Konkretes vorzustellen, so wie Matthias Claudius es vorgeschlagen hat. Denn unser Beten soll mit unserem konkreten Leben zu tun haben, mit Situationen, Sorgen, Hoffnungen. Und Gott hat ein offenes Ohr für alles, was unser Leben gerade prägt und uns innerlich bewegt.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Hinweis: Viele Texte von Matthias Claudius, auch etliche Briefe an Andres, sind auf der Website <span class="imUl"><a href="https://glaubensstimme.de/doku.php?id=autoren:c:claudius:start" target="_blank" class="imCssLink">glaubensstimme.de</a></span> abrufbar.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 09 Jan 2022 19:18:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der lange Ausweg]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000104"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der lange Ausweg</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 05/01/2022</span></div><div><br></div><div>Die Bibel ist das Buch der Ausweggeschichten: Geschichten, die einen oft langen und leidvollen Weg durch das Labyrinth des Lebens beschreiben, auf dem von Gott keine Spur zu sein scheint und die dennoch einen guten Ausgang nehmen.</div><div><br></div><div>Es kann eine Erlösung sein, einen Ausgang zu finden aus dem Labyrinth einer ausweglos erscheinenden Situation. Wenn alle Türen geöffnet, alle Wege gegangen, alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, doch ohne Erfolg – dann wachsen die Verzweiflung und die Angst, keinen Ausweg mehr zu finden.</div><div><br></div><div>Bekannte Ausweggeschichten der Bibel sind: die Josephsgeschichte (1Mo/Gen 37-50), die Geschichte vom Auszug Israels aus der Gefangenschaft in Ägypten (2Mo/Ex 1-20), die Geschichte des Propheten Jona (Jon 1-4) und die Geschichte Jesu (z.B. Mk 1-16).</div><div><br></div><div><div>Wie fern Gott manchmal im Leben zu sein scheint, wird in der Josephsgeschichte deutlich: In ihr ist kaum einmal überhaupt von Gott die Rede. Und trotzdem begleitet er Joseph durch sein Leben, leitet und segnet ihn. Das sagen die wenigen Stellen, an denen Gott ausdrücklich vorkommt.</div></div><div><br></div><div>Das biblische Buch, das Martin Luther <span class="fs14lh1-5"><i>2. Buch Mose</i></span> nannte, beschreibt den Auszug Israels aus Ägypten. Darum heißt es auf Latein <span class="fs14lh1-5"><i>Exodus</i></span>, eine Ableitung aus dem griechischen <span class="fs14lh1-5"><i>Exodos </i></span>(gesprochen <span class="fs14lh1-5"><i>exhódos</i></span>, Betonung auf der 2. Silbe). Das Wort bedeutet <span class="fs14lh1-5"><i>Auszug, Ausgang, Ausweg</i></span>. In der Wissenschaft und in der katholischen Kirche wird das <span class="fs14lh1-5"><i>2. Buch Mose</i></span> bis heute <span class="fs14lh1-5"><i>Exodus </i></span>genannt.</div><div><br></div><div>Den Ausweg aus Leid und Tod gibt es nur durch Leid und Tod hindurch. Darum liegt vor dem Ausweg das Durchhalten.</div><div><br></div><div>Um den Leidensweg zu ermessen, den die Menschen, von denen die biblischen Geschichten erzählen, gehen mussten, bis ihnen ein Ausweg gewiesen wurde, und um Gottes Wirken im Leben dieser Menschen zu verstehen, muss man die biblischen Geschichten einmal ganz lesen. Es lohnt sich.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 05 Jan 2022 17:18:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Eine Welt, in der Recht und Freiheit herrscht]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000103"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eine Welt, in der Recht und Freiheit herrscht</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 31/12/2021</span></div><div><br></div><div>Jahre der russischen Kriegsgefangenschaft, das bedeutete: Unterdrückung, Willkür und Lügen, Unrecht und Hunger, manches Mal den Tod vor Augen. Dann aber waren die Männer in den Güterwaggon eines Zuges verfrachtet worden mit dem angeblichen Ziel der Freiheit in der deutschen Heimat. Die Fahrt ging tatsächlich Richtung Westen. Aber die Stimmung war gedämpft; denn zu oft schon hatte man ihnen Hoffnung gemacht, die nicht erfüllt worden war. Und auch jetzt kam es vor, dass immer dann, wenn der Zug längere Zeit hielt, die eiserne Tür von außen aufgeschoben wurde und einige der Männer herausbeordert wurden. Für sie war die Fahrt in die Freiheit beendet.</div><div><br></div><div>So berichtet es der evangelische Theologe Helmut Gollwitzer von seiner Rückkehr aus russischer Gefangenschaft. Die Männer hofften, Weihnachten zu Hause bei ihren Lieben verbringen zu können. Doch die Fahrt ging nur schleppend voran, und am Weihnachtsfest waren sie noch immer im sowjetischen Einflussbereich. Bis zuletzt herrschte die Angst, doch noch aus dem Zug aussteigen zu müssen. Endlich standen sie vor dem Tor eines amerikanischen Entlassungslagers in Bayern.</div><div><br></div><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Der deutsche Lagerleiter begrüßte uns und gab die ersten Anweisungen: wir sollten nun im Lagerbüro unsere Personalien angeben, wohlgemerkt die echten, d.h. wer bis jetzt unter falscher Flagge gefahren sei, habe das nun nicht mehr nötig; „denn ihr seid jetzt in einer Welt, in der Recht und Freiheit herrscht!" Auf diesen Satz hin erhob sich unter den Hunderten mit einem Schlag ein Jubelsturm; obwohl jene Ermahnung die wenigsten von uns betraf (einer meiner alten Brigadiere, ein gut bewährter Kamerad von der SS, der neben mir stand, nannte mir allerdings jetzt seinen echten Namen, den er jahrelang verschwiegen hatte), war sie allen das Zeichen des verschwundenen Stacheldrahtes, die lange unterdrückte Freude brach durch, wir lagen uns in den Armen und zogen zum ersten Male lachend in ein Lager ein. Es war die Nacht zum Sylvestertag 1949.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf1"><i>(Helmut Gollwitzer: „...und führen, wohin du nicht willst". Bericht einer Gefangenschaft. Chr. Kaiser Verlag München, 7. Aufl. 1953. S. 338)</i></span></div><div><br></div><div>Der Jahreswechsel brachte für diese Männer eine fast nicht mehr für möglich gehaltene Erfahrung: eine <span class="fs14lh1-5"><i>Welt, in der Recht und Freiheit herrscht</i></span>. Alle Zweifel waren beseitigt, alle Angst fiel von ihnen ab. Für die, die sich im Hitlerregime schuldig gemacht hatten, fiel auch die Angst vor dem Recht ab. Sie mussten nun nicht mehr <span class="fs14lh1-5"><i>unter falscher Flagge</i></span> fahren, mussten nichts mehr verheimlichen, sich nicht mehr unter einer falschen Identität verbergen – sie konnten sie selbst sein und ehrlich zu ihrer Schuld stehen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Eine Welt, in der Recht und Freiheit herrscht </i></span>– das ist auch die Welt, die Gott uns verheißen hat. Freilich geht es dabei um vollkommene Freiheit und göttliches Recht. Die vollkommene Freiheit ist keine mehr, die durch anderes Geschaffenes eingeschränkt ist. Sondern es ist eine Freiheit, die gelebt wird im freien Für- und Miteinander mit allen anderen Geschöpfen.</div><div><br></div><div>Und das göttliche Recht ist kein menschliches <span class="fs14lh1-5"><b>An</b></span>recht. Es ist vielmehr das Versprechen Gottes, niemals mehr Willkür und Unrecht ausgeliefert zu sein, sondern zu dem einen Gerechten zu gehören, nicht verloren, sondern von dem Menschensucher schlechthin gefunden und wahrgenommen zu werden – wahrgenommen als diejenigen, die wir sind: schuldige, aber von Gott anerkannte, gern gesehene, niemals auf ihre dunklen Seiten festgelegte Menschen.</div><div><br></div><div>Die vollkommene Freiheit ist Freiheit für alle, die sich freisprechen lassen wollen. Und das göttliche Recht ist Recht für alle, die sich der Wahrheit über sich selbst stellen: die nicht mehr <span class="fs14lh1-5"><i>unter falscher Flagge</i></span> leben, nichts mehr verheimlichen wollen. Es ist Recht für alle, die ehrlich werden und die Wahrheit über sich selbst gelten lassen: die dunkle und gerade durch das Urteil Gottes dennoch leuchtende Wahrheit.</div><div><br></div><div>In dieser Freiheit und unter diesem Recht können alle Zweifel von uns abfallen, dass wir doch noch aus dem Zug in die Freiheit aussteigen müssen. Und ebenso kann alle Angst vor Unrecht und Willkür abfallen. Auch die Angst vor dem Recht, vor dem, was wir verdient haben, muss uns nicht mehr belasten. Denn Gott urteilt nicht nach dem, was wir verdient haben, sondern nach dem, was wir in seinen Augen sind.</div><div><br></div><div>Recht und Freiheit sind bei Gott nicht den Stärkeren und Besseren vorbehalten. Gott gewährt vielmehr Recht den Schwachen und Freiheit denen, die in Bosheit und Gottlosigkeit gefangen sind.</div><div><br></div><div>Aber woher können wir wissen, dass es sich wirklich so verhält?</div><div><br></div><div>Wir haben nur das Wort Gottes. Sein Versprechen. So wie die Kriegsgefangenen nur das Wort des Lagerleiters hatten. <span class="fs14lh1-5"><i>„Ihr seid jetzt in einer Welt, in der Recht und Freiheit herrscht!"</i></span> hatte er ihnen zugerufen. Daraufhin setzte ein <span class="fs14lh1-5"><i>Jubelsturm </i></span>unter den Gefangenen ein, <span class="fs14lh1-5"><i>die lange unterdrückte Freude brach durch</i></span>. Die Zusage des Lagerleiters war ihnen ein <span class="fs14lh1-5"><i>Zeichen des verschwundenen Stacheldrahtes</i></span>, obgleich sie noch in einem Lager waren und noch nicht zu Hause angekommen.</div><div><br></div><div>Auch Gottes Versprechen erreicht uns durch menschliche Worte. Doch wiegt es schwerer als jedes denkbare menschliche Versprechen.</div><div><br></div><div>Und noch eine direkte Folge hatte das Wort des Lagerleiters: <i><span class="fs14lh1-5">Wir lagen uns in den Armen</span></i><span class="fs14lh1-5">, schreibt Gollwitzer</span>. Die Freiheit befreit zum Miteinander. Die Freude wird geteilt. Befreit von Angst und Sorge um uns selbst können wir uns in die Arme des Anderen begeben. So erleben wir schon jetzt, was Recht und Freiheit bedeuten.</div><div><br></div><div>Die Freude ist umso größer, je größer der Kontrast zur vorher erlebten Freudlosigkeit ist. Schon eine kleine Freude wird zu etwas Großem, wenn zuvor tiefe Traurigkeit herrschte. Eine große Freude aber ist kaum etwas wert, wenn Sattheit das Leben bestimmt. So haben wohl nicht wenige Menschen heute den Wert von Recht und Freiheit zu schätzen verlernt.</div><div><br></div><div>Lachend zogen die Befreiten in das neue Lager ein. Es war wie ein neues Leben für sie. Lachend und voller Jubel werden die Weinenden und Traurigen die Wende ihres Lebens erfahren (Ps 126).</div><div><br></div><div>Wir leben zwar noch nicht in der <span class="fs14lh1-5"><i>Welt, in der Recht und Freiheit herrscht</i></span>. Noch herrschen Unrecht und Willkür, und wir sind in vieler Hinsicht in Ketten gelegt. Aber das verheißungsvolle Wort ist schon da. Und je mehr wir unsere Zweifel ablegen und uns diesem Wort ausliefern, desto mehr wird es zum <span class="fs14lh1-5"><i>Zeichen des verschwundenen Stacheldrahtes</i></span> für uns werden.</div><div><br></div><div>Wir werden auch im neuen Jahr noch schmerzhaft Unrecht und Gefangenschaft erfahren – gefangen in Verhältnissen, in Gefühlen, in unserem Körper. Aber auch das kann uns zum Guten gereichen (Röm 8,28). Denn nur diejenigen wissen Recht und Freiheit zu schätzen, die zuvor unter Unrecht und Gefangenschaft gelitten haben.</div><div><br></div><div>So führt uns das Leid auch im neuen Jahr dem Heiligen entgegen, der allen, die sich befreien lassen, die Lebenswende hoch und heilig versprochen hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 31 Dec 2021 08:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Zwischen den Jahren]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000102"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Zwischen den Jahren</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/12/2021</span></div><div><br></div><div>Wir leben gerade „zwischen den Jahren", wie manche es nennen – zwischen Weihnachten und Neujahr. „Zwischen den Jahren", zwischen Gewesenem und Kommendem, fühlen wir uns gleichsam der Zeit enthoben und schauen, ohne von ihr getrieben zu sein, auf unser Leben, auf uns selbst.</div><div><br></div><div>Ich frage mich: Wer bin ich eigentlich? Bin ich der gläubige Christ mit ein paar Zweifeln, die sich hin und wieder bemerkbar machen – oder bin ich doch eher der Zweifler mit ein bisschen religiösem Gefühl im Hinterstübchen? Bin ich, der ich meine, ich hätte gefunden, nicht vielmehr ein Suchender, der ein Suchender bleiben wird bis ans Ende seiner Tage? Bin ich – im fortgeschrittenen Alter – noch immer nicht angekommen, sondern auf dem Weg? Sterben als Suchender, der nicht angekommen ist – ist das mein Schicksal?</div><div><br></div><div>Es ist wohl unser aller menschliches Schicksal. Wir finden, doch es ist, auch wenn wir es nicht wieder verlieren, niemals das, was alles weitere Suchen erübrigen würde. Wir erreichen ein Ziel, aber das Ziel entpuppt sich, vielleicht unerwartet, nur als Zwischenstation auf dem weiteren Weg, der das eigentlich gesuchte Ziel nie erreichen wird – jedenfalls nicht auf Erden.</div><div><br></div><div>In der Regel verdrängen wir dieses unser Schicksal, müssen es wohl verdrängen, um leben zu können. Mechanismen des Verdrängens gibt es genug, und die Welt, in er wir leben, macht es uns leicht mit ihren grellen Zerstreuungen, vielfältigen Vergnügungen und scheinbar wichtigen Errungenschaften. Doch ist es eine Illusion zu meinen, wir könnten bereits im Diesseits unser Ziel erreichen.</div><div><br></div><div>Wir leben tatsächlich in einer Zwischenzeit: zwischen dem Kommen Jesu Christi und seinem Wiederkommen. Sein Kommen, sein Austreiben der Dämonen, sein Sieg über den Tod hat gezeigt: Die Macht des Lebensfeindlichen ist schon gebrochen, obgleich es uns noch quält. Sein Wiederkommen, sein Richten und Vernichten des Lebensfeindlichen steht noch aus, obgleich wir ihm schon voller Hoffnung und Vorfreude entgegenblicken dürfen.</div><div><br></div><div>Die Nachdenklichen haben es schon immer gewusst, dass das Wesentliche nicht verfügbar, nicht machbar ist, sondern eine Gnade, ein Geschenk, das man nicht produzieren kann, sondern nur annehmen, wenn es uns unverdient erreicht.</div><div><br></div><div>Das bedeutet für uns: Wir sind Angewiesene. Wir sind abhängig davon, dass uns vom Unerreichbaren her Gnade widerfährt; dass wir finden sogar dann, wenn wir nicht oder am falschen Ort gesucht haben; dass wir <span class="fs14lh1-5"><b>gefunden werden</b></span> von einer gnädigen Macht, derer wir nicht Herr werden.</div><div><br></div><div>Übrig bleibt uns zu hoffen, dass die unverfügbare Gnade uns widerfahren möge, und zu danken, wenn es denn geschieht. Und den Begnadeten bleiben – trotz ihrer Zweifel – die Gewissheit und die Vorfreude, wenn sie der Verheißung glauben: dass allen, die sich für die Gnade öffnen, diese nicht vorenthalten werden wird.</div><div><br></div><div>Übrig bleibt uns, zu unserer Schwachheit zu stehen. Sie wird zur Stärke, wenn wir uns nicht der Illusion des <span class="fs14lh1-5"><i>homo faber</i></span> hingeben, des rastlos schaffenden Menschen, der meint, Herr seines Lebens und Glaubens zu sein. Stark sind wir, wenn wir uns eingestehen, in einer Angewiesenheit zu existieren, in der wir uns finden lassen von dem, der uns mit großer Geduld und Gnade sucht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 28 Dec 2021 19:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Zukunft des Christkinds]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000101"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Zukunft des Christkinds</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/12/2021</span></div><div><br></div><div>Weihnachten hat nicht nur mit der Vergangenheit zu tun, sondern auch mit unserer Zukunft. Denn das Christkind, das eigentlich das <span class="fs14lh1-5"><i>Christus</i></span>kind ist, hat eine Zukunft.</div><div><br></div><div>Zum christlichen Glauben gehört ein sehr merkwürdiger Gedanke: Der Mensch Jesus, von dessen Geburt die Weihnachtsgeschichte erzählt und der nach einem relativ kurzen Leben am Kreuz gestorben ist, wird einmal auf die Erde zurückkehren.</div><div><br></div><div>Das ist schon ein verrückter Gedanke: Ein Mensch, der einmal gelebt hat und gestorben ist, soll angeblich wieder auf die Erde zurückkehren. Ist das nicht ein Mythos, die Geschichte eines Gottes oder Halbgottes, die an sich völlig überflüssig ist? Reicht es nicht, dass Jesus <span class="fs14lh1-5"><b>einmal </b></span>gelebt hat?</div><div><br></div><div>Es reicht offensichtlich deshalb nicht, weil der ganze christliche Glaube nicht nur mit unserer Vergangenheit, sondern auch mit unserer Zukunft zu tun hat. Es geht ja im christlichen Glauben nicht einfach darum, dass wir irgendwie mit unserer Vergangenheit ausgesöhnt werden. Sondern es geht darum, dass wir bei und mit Gott eine Zukunft haben. Es geht nicht nur um unsere <span class="fs14lh1-5"><b>Herkunft </b></span>von Gott, sondern auch um unsere <span class="fs14lh1-5"><b>Ankunft </b></span>bei ihm – oder besser: seine Ankunft bei uns.</div><div><br></div><div>Anders ausgedrückt: Wir gehen einen Weg, der ein Ziel hat. Wir sind nicht irgendwann einmal von Gott auf unseren Lebensweg gestellt worden mit unsicherem Ende, sondern es ist uns von Gott auch ein Ziel gesetzt. Wir wandern nicht ziellos durch unser Leben.</div><div><br></div><div>Ein Ziel zu haben ist keine schlechte Sache. Zu oft fühlen wir uns doch irgendwie ziellos. Wir wissen nicht, was noch kommt, wohin der Weg führt, wohin wir am Ende des Weges gelangen werden.</div><div><br></div><div>Der Philosoph <span class="fs14lh1-5"><i>Ernst Bloch</i></span> hat schon vor vierzig Jahren versucht, eine zukunftsträchtige, hoffnungsvolle Perspektive auf das Kommende zu errichten. Sein Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung" umfasst drei dicke Bände mit 1.628 Seiten. Dieses Werk endet mit der Hoffnung, dass „in der Welt etwas [entsteht], das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat"*.</div><div><br></div><div>Heimat ist dort, wo wir zu Hause sind. Wo wir am Ziel angekommen sind. Wo wir keinen Ort, keinen Menschen, keinen Lebenssinn für uns mehr suchen müssen, sondern das alles gefunden haben. Oder, mit den Worten des Philosophen <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Jaspers</i></span>: „Heimat ist dort, wo ich verstehe und verstanden werde."</div><div><br></div><div>Über diesen Satz musste ich lange nachdenken. Und ich meine, er sei richtig. Heimat ist für mich nicht einfach dort, wo ich Häuser, Straßen und Landschaften kenne, sondern dort, wo ich mich aufgehoben fühle, wo ich mit meinen Prägungen, Gefühlen und Gedanken von den Menschen geachtet und anerkannt werde – wo ich mich nicht verstecken muss, sondern sein darf, wie ich bin.</div><div><br></div><div>Das ist doch unsere Sehnsucht: dass man uns so, wie wir sind, in die Arme schließt, so dass wir wissen: Es ist gut, dass ich da bin.</div><div><br></div><div>Im Würzburger Dom entdeckte ich vor einigen Jahren eine Christusgestalt im Altarraum, die mich sehr beeindruckt hat. Es war eine so ganz andere Gestalt, als ich sie sonst aus Kirchen kannte. Normalerweise wird der Altarraum ja von einem Kreuz dominiert. Diesmal aber stand etwas anderes im Mittelpunkt. Das Kreuz fehlte nicht, aber der Blick wurde nicht auf das Kreuz gelenkt, sondern auf diese Gestalt:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/Jesus--Wuerzburger-Dom--3.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>An jenem Tag, an dem ich den Dom betrat, war das Kirchenschiff relativ dunkel. Licht fiel auf beeindruckende Weise in den Altarraum ein. Man sah nicht, woher das Licht kam, aber es erhellte die Christusfigur, die wie eine Lichtgestalt auf den Betrachter zukam. Alles andere verblasste angesichts dieser auf mich zukommenden Christusgestalt.</div><div><br></div><div>Da ist er wieder: der Gedanke an die Zukunft. Was kommt am Ende auf uns zu?</div><div><br></div><div>Im christlichen Glauben verbindet man mit der Zukunft nicht unbedingt Positives. Man denkt mitunter an das Jüngste Gericht – eine ungünstige, missverständliche Gedankenverbindung. Denn man assoziiert dabei so etwas Unangenehmes wie eine Gerichtsverhandlung, sich selbst als Angeklagten und einen verurteilenden Richter, der eine Strafe verhängt, vielleicht sogar ewige Qualen in der Hölle anordnet.</div><div><br></div><div>Gott erscheint dann, im Gegensatz zur Christusgestalt des Würzburger Domes, eher wie die Göttin <span class="fs14lh1-5"><i>Iustitia </i></span>auf dem Frankfurter Römerberg:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010023_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Hier kommt also <span class="fs14lh1-5"><i>Iustitia</i></span>, die Göttin der Gerechtigkeit, auf uns zu. Sie trägt in der linken Hand die Waage, um Für und Wider abzuwägen, und in der rechten Hand das Schwert, um das Recht mit der nötigen Härte durchzusetzen.</div><div><br></div><div>Ich möchte dieser Göttin lieber nicht begegnen.</div><div><br></div><div>Ganz anders die Gestalt Christi im Würzburger Dom. Sie wirft ein Licht darauf, wie der Gott, von dem die Bibel erzählt, uns am Ende begegnen wird. Er wird nicht abwägen, was wir verdient haben, was für und was gegen uns spricht, ob das Gute oder das Schlechte in uns überwiegt. Unser Schicksal wird nicht davon abhängen, nach welcher Seite die Waage ausschlagen wird.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Gott wird auch nicht das Schwert tragen, um an uns das Urteil zu vollstrecken, das wir verdient haben.</span> Das Gericht eines solchen Gottes müssten wir wahrlich fürchten. Es mag sein, dass viele Menschen an solch einen Gott lieber nicht so oft denken oder mit einem Gott, der das Schwert schon mitbringt, lieber gar nichts zu tun haben wollen.</div><div><br></div><div>Die Bibel aber spricht anders über Gott. Er wird zwar als Richter bezeichnet; aber er ist der Friedensrichter, das heißt der Richter, der Frieden im umfassenden Sinn schafft, der nicht hinrichtet, sondern aufrichtet, der durch sein Gericht das Böse aus der Welt schafft, damit Gerechtigkeit und Friede herrschen (Jes 2,2-4). Gottes Gericht ist darum Ausdruck seiner Güte (Ps 33,5; 103,6.8) und erweckt auf Erden Freude und Jubel (Ps 96,10-13).</div><div><br></div><div>Es gibt Gerichte Gottes schon auf Erden. Das sind unangenehme Erfahrungen, vielleicht Lebenskrisen, mit denen Gott uns aber nicht bestrafen, sondern zu sich rufen will. Leider orientieren wir uns oft erst dann neu, wenn unser bisheriger Weg schmerzhaft in Frage gestellt wird. Paulus bringt diese Gerichte Gottes mit seiner Barmherzigkeit zusammen (Röm 11,32f).</div><div><br></div><div>Und es gibt das eine Gericht am „Jüngsten Tag". Es weist uns darauf hin, dass Gott ernst zu nehmen ist. Er lässt uns nicht das letzte Wort sprechen damit, dass wir seine Barmherzigkeit ignorieren und so über ihn spotten (Gal 6,7). Aber auch dieses letzte Gericht hat, wie alle Gerichte Gottes, nicht die Aufgabe, einfach Strafen festzusetzen. Es will uns vielmehr in die Gemeinschaft mit Gott zurückführen. Dazu gehört, dass die Wahrheit ans Licht kommt, die wir so gern verdrängen. Von dem, was wir verdrängen, werden wir aber nur durch die Wahrheit befreit. Darum heißt es: „Die Wahrheit wird euch frei machen" (Joh 8,32).</div><div><br></div><div>Die Wahrheit ist nicht immer angenehm. Aber sie befreit von Lüge und Selbstbetrug. Wir werden erfahren, wer wir wirklich sind. Es wird uns sozusagen ein Spiegel vorgehalten. Und dann – dann wird nicht die Göttin Gerechtigkeit auf uns zukommen, sondern Christus mit geöffneten Armen, um uns in seine Arme zu schließen und zu sagen: „Es ist gut, dass es dich gibt."</div><div><br></div><div><div>Doch ich will nichts beschönigen. Die Bibel spricht auch von einer Scheidung der Menschen im Jüngsten Gericht (Mt 13,49f; 25,31-33). Es mag sein, dass jemand so verbohrt ist, sich in seinem irdischen Leben so weit von Gott entfernt und in sich selbst vergraben hat, dass er aus seiner Selbstbezogenheit gar nicht mehr herauskommt – so wie manchmal ein alter Mensch von der Weltanschauung, die er sein Leben lang praktiziert hat, nicht mehr lassen kann. Es mag sein, dass Menschen die unangenehme Wahrheit über sich selbst um keinen Preis anerkennen wollen, ihre Täterrolle nicht annehmen, nichts bereuen wollen und der Umarmung nicht vertrauen wollen.</div></div><div><br></div><div>Wenn sich jemand partout nicht umarmen, nicht von Gott lieben lassen will, dann wird ihn Gott nicht dazu zwingen. Dann bleibt nur die Distanz, die Trennung von ihm.</div><div><br></div><div>Das ist aber nicht das, was Gott will. Darum kommt er in der Gestalt Jesu. Denn auch Jesus wollte nicht die Trennung von den Menschen, sondern hat die Gemeinschaft mit ihnen gesucht – vorzüglich mit Gottesverächtern, Unmoralischen, Ausgegrenzten. Solche Gemeinschaft sucht Gott – wie Jesus es tat.</div><div><br></div><div>Das besagt der merkwürdige Gedanke, dass der Jesus, dessen Geburt wir heute feiern, noch einmal wiederkommt. <span class="fs14lh1-5"><b>Er </b></span>ist der Richter, und er ist kein anderer als der, der er vor 2000 Jahren war: der liebende, aufrichtende, von der Unwahrheit befreiende, uns umarmende Richter.</div><div><br></div><div>Für mich ist das ein beeindruckendes Bild für unsere Zukunft. Wer sich in seine Arme begibt, wird endlich Heimat gefunden haben.</div><div><br></div><div><br></div><div><div><span class="fs11lh1-5">* Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung. Dritter Band. Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 8. Aufl. 1982, S. 1628.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 24 Dec 2021 09:58:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Freitag 24. Dez. '21 - Heiligabend]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000FF"><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">MATTHIAS CLAUDIUS</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1">Täglich zu singen</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Ich danke</span></b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b> Gott und</b></span><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"> freue mich</span></b></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Wie's Kind zur Weihnachtsgabe,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Dass ich bin, bin! Und dass ich dich,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Schön menschlich Antlitz habe;</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Dass ich die Sonne, Berg und Meer</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und Laub und Gras kann sehen</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und abends unterm Sternenheer</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und lieben Monde gehen;</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und dass mir denn zumute ist,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Als wenn wir Kinder kamen</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und sahen, was der heil'ge Christ</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Bescheret hatte, Amen!</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Ich danke Gott mit Saitenspiel,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Dass ich kein König worden;</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Ich wär' geschmeichelt worden viel</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und wär' vielleicht verdorben.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Auch bet' ich ihn von Herzen an,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Dass ich auf dieser Erde</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Nicht bin ein großer reicher Mann</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und auch wohl keiner werde.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Denn Ehr' und Reichtum treibt und bläht,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Hat mancherlei Gefahren,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und vielen hat's das Herz verdreht,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Die weiland wacker waren.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und all das Geld und all das Gut</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Gewährt zwar viele Sachen;</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Gesundheit, Schlaf und guten Mut</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Kann's aber doch nicht machen.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und die sind doch, bei Ja und Nein!</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Ein rechter Lohn und Segen!</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Drum will ich mich nicht groß kastei'n</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Des vielen Geldes wegen.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Gott gebe mir nur jeden Tag,</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Soviel ich darf zum Leben.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Er gibt's dem Sperling auf dem Dach;</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">wie sollt' er's mir nicht geben!</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2"><span class="fs14lh1-5">Das, was uns selbstverständlich erscheint, weil es immer schon da war, nehmen wir gar nicht mehr als etwas wahr, was gerade </span><span class="fs14lh1-5"><i>nicht </i></span><span class="fs14lh1-5">selbstverständlich ist. Dazu gehört vor allem, dass wir selbst da sind. Es ist uns so selbstverständlich, dass wir gar nichts Besonderes darin sehen, dass es uns gibt.</span></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Aber es ist etwas Besonderes! Es gab und gibt einen Schöpferwillen, der dich wollte und bis heute will. Du bist ein Teil des Willens Gottes!</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Auch das sollte uns bewusst sein: Ein glückliches Leben hängt nicht an materiellem Reichtum und vielen Gütern. Es hängt auch nicht an Ruhm und Macht. Wesentlich für ein gutes Leben sind vielmehr gelingende Beziehungen, Gesundheit des Körpers und der Seele, Sinn für Gottes Schöpfung sowie die Gewissheit, dass uns Gott jeden neuen Tag mit allem Nötigen versorgen wird.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><span class="cf2">Letzteres gilt auch dann, und das zu glauben ist schwer, wenn wir entbehren müssen oder sich unser Leben dem Ende zuneigt. Aber auch dieser Glaube kann eine Weihnachtsgabe Jesu sein.</span></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Kalender "Der andere Advent". Meditationen und Anregungen vom 2. Dezember 2006 bis 6. Januar 2007. 25.12. Hg. vom Andere Zeiten e.V. Initiativen im Kirchenjahr. Hamburg. Orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung.</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 23 Dec 2021 23:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Donnerstag, 23. Dezember 2021]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000FE"><div><span class="cf1"><br></span></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Wir sind leer und gleichzeitig angefüllt mit überflüssigen Waren und Gütern. Es besteht eine seltsame Beziehung zwischen den vielen Dingen, die wir besitzen und konsumieren, und der Leere unseres Daseins. Überflüssige Dinge machen das Leben überflüssig.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Ärmer werden und mit immer weniger Gewalt auskommen, das ist die Umkehr zur Fülle des Lebens. Der Reichtum des Menschen liegt in seinen Beziehungen zu anderen, in seinem Dasein für andere. Die Fülle des Lebens wird nicht weniger, wenn wir sie miteinander teilen, sondern vermehrt sich.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Christus befreit uns von der das Leben fressenden Armut und von der das Leben aufsaugenden inneren Leere in eine neue Gemeinschaft hinein, in der wir einander nicht mehr Gewalt antun müssen, sondern einander glücklich machen können.</span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1"><br></span></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Dorothee Sölle</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Überkonsum. Volle Schränke. Wegwerfgesellschaft. Wegwerftiere. Vernichtung von Nahrungsmitteln und Neuwaren. Preiswerte Waren bei uns, Armut bei denen, die sie produzieren. Das alles wird als erfolgreiches Wirtschaften ausgegeben. Es erzeugt das Gegenteil von Fülle: innere Leere und Tod.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Hingabe. Vertrauen. Zärtlichkeit. Gefühle äußern. Vermögen teilen. Füreinander dasein. Miteinander lachen und weinen. Die Geschöpfe respektieren. Das alles schafft Lebensfülle. Es geht in keine gesellschaftliche Produktivitätsrate ein.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Christus befreit von Leere, weil er glückliche Beziehungen ermöglicht. Bei ihm geborgen, können wir andere bergen. Von ihm mit allem Nötigen beschenkt, können wir uns anderen schenken.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Wolfhart Koeppen / Renate Spennhoff (Hg.): Einblicke – Ausblicke. Biblische Texte, Gebete und Betrachtungen. Schriftenmissions-Verlag Neukirchen-Vluyn / Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart. S. 157.</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 22 Dec 2021 23:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Mittwoch, 22. Dezember 2021]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000FD"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Seit dem dreizehnten Lebensjahr hatte ich mit dem Glauben gebrochen. Längst gehorchte ich nicht mehr den Geboten und beachtete nicht mehr die zahllosen Verbote. Aber die Zuversicht, mit der ich den Messias erwartete, war die gleiche geblieben. Es mag sein, dass ich, seit ich denken kann, keiner Idee begegnet bin, die mich so überwältigt hat wie die Idee, dass diese Welt nicht bleiben kann, wie sie ist, und dass sie ganz anders, besser werden kann, und dass sie es werden wird.</i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i><br></i></b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b><i>Manès Sperber</i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Juden warten auf das Kommen des Messias, Christen auf das Wiederkommen des Messias.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Es trennt sie der christliche Glaube, dass Jesus von Nazareth der Messias war <span class="fs14lh1-5">und dass durch ihn alle Menschen ohne ihr eigenes Zutun an der Versöhnung der Welt mit Gott teilhaben können</span></span><span class="fs14lh1-5 cf2">.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2">Es vereint sie die Zuversicht, dass diese unsere Welt einer anderen, unvergleichlich besseren Welt harrt – einer Welt, die der Messias mit sich bringen wird und die so sein wird, wie die Welt von Gott gedacht war.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Wolfhart Koeppen / Renate Spennhoff / Waldemar Wolf (Hg.): Spuren des Lebens. Biblische Texte, Gebete, Betrachtungen. Aussaat Verlag Neukirchen-Vluyn / Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart. S. 101. Dort zitiert nach: Manès Sperber in: Hans Eckehard Bahr: Hoffen. Kreuz-Verlag, Stuttgart 1988. Orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung.</span></div></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 21 Dec 2021 23:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[X-mas]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000100"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">X-mas</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/12/2021</span></div><div><br></div><div>Stellen wir uns jemanden vor, der zu einem Volk von Ureinwohnern auf Papua-Neuguinea gehört. Sein Volk lebt abgeschieden und unberührt von aller Zivilisation relativ zufrieden im Urwald. Bedingt durch einige unglückliche Zufälle hat ihn das Schicksal ereilt, von einigen Westlern gerade jetzt, kurz vor Weihnachten, zu uns nach Deutschland geflogen zu werden. Von unserer westlichen Kultur und Religion hat er natürlich keine Ahnung.</div><div><br></div><div>Etwas erschrocken und irritiert sieht er das hektische Treiben in unseren Städten, wundert sich über vieles und macht sich ein Bild von den Menschen, die sich das antun – also von uns. Man teilt ihm mit, dass wir uns auf ein großes Fest vorbereiten, bei dem wir eine Geburt feiern, die sich vor langer Zeit zugetragen hat. Er nickt verständnisvoll. Geburt, das weiß er, ist etwas zum Feiern. Das weckt die Hoffnung in ihm, wir seien doch nicht so verrückt, wie er schon zu fürchten begonnen hatte.</div><div><br></div><div>Seine Gegenwart in Deutschland ist natürlich für die Medien eine Auflagen und Quoten steigernde Sensation. Darum bleibt es ihm auch nicht erspart, in einem Fernsehstudio gefragt zu werden, ob er denn wisse, um wessen Geburt es bei unserem Fest gehe. Er ist etwas verlegen, will aber höflich sein und die Antwort nicht verweigern. Er hat auch eine Vermutung, die er nun preisgibt.</div><div><br></div><div>Weißt du, was er geantwortet hat?</div><div><br></div><div>Genau, er hat geantwortet, dass wir die Geburt des Weihnachtsmanns feiern. Denn den hat er überall vorgefunden, allgegenwärtig in Schaufenstern, Verkaufsregalen und in illuminierter Version an Balkonen und Schornsteinen mancher Wohnhäuser. Und weil die Geschenke, wie der Fremde schon bemerkt hat, eine so große Rolle beim Weihnachtsfest spielen, kann es ja eigentlich nur um die Geburt dessen gehen, der die Geschenke der Erzählung nach bringt. Er ist zwar noch unsicher, ob der Weihnachtsmann wirklich gelebt hat oder seine Geburt nur eine Erfindung für die Kinder ist. Aber darauf kommt es ja eigentlich gar nicht an. Hauptsache, es gibt ein schönes Fest zu feiern.</div><div><br></div><div>Ich habe gar nichts gegen den Weihnachtsmann. Der folgende Text beschreibt sogar das schwere Handwerk dieses Mannes, dessen Geburt wir zu Weihnachten ... – Entschuldigung, dessen Geschenke wir entgegennehmen. Der Text ist mir schon vor vielen Jahren begegnet. Man kann ihn auch als Satire auf die Kommerzialisierung des Festes und unserer westlichen Zivilisation überhaupt lesen. Oder auch auf die Globalisierung, Hektisierung, Anglisierung und sonstige -isierung unserer Lebensverhältnisse.</div><div><br></div><div>Die vielen englischen Wörter im Text muss man übrigens nicht alle verstehen.</div><div><br></div><div>Als Autor des Textes wird der Weihnachtsmann selbst angegeben, hier unter dem Pseudonym <span class="fs14lh1-5"><i>Santa</i></span>, der sein Statement in Form eines Briefes abgegeben hat. Das könnte aber ein Fake sein (die zunehmende Anglisierung zeigt bereits Spuren). Wer indes der wahre Autor ist, muss im Dunklen bleiben. Ihm sei trotzdem gedankt.</div><div><br></div><div>Und nun viel Spaß beim Lesen!</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1">Wie die fortschreitende Anglisierung gezeigt hat, heißt es in Wahrheit nicht Weihnachten, sondern X-mas, folglich muss der Weihnachtsmann auch X-man sein.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1">X-mas 2021 steht vor der Tür, und clevere Zeitgenossen haben spätestens ab März 2021 mit der X-mas-Vorbereitung begonnen – Verzeihung: das diesjährige X-mas-Roll-Out gestartet und die Christmas-Mailing-Aktion just in time vorbereitet.</span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1">Hinweis: Das offizielle Come-Together des Organizing Committees unter Vorsitz des CIO (Christmas Illumination Officer) wurde schon am 6. Januar 2021 abgehalten. Die Kick-off-Veranstaltung (früher 1. Advent) für das diesjährige </span><span class="fs16lh1-5 ff1"><b>SANCROS</b></span><span class="fs16lh1-5 ff1"> (</span><span class="fs16lh1-5 ff1"><b>San</b></span><span class="fs16lh1-5 ff1">ta </span><span class="fs16lh1-5 ff1"><b>C</b></span><span class="fs16lh1-5 ff1">laus </span><span class="fs16lh1-5 ff1"><b>Ro</b></span><span class="fs16lh1-5 ff1">ad </span><span class="fs16lh1-5 ff1"><b>S</b></span><span class="fs16lh1-5 ff1">how) fand am 28. November 2021 statt.</span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1">Erstmals haben wir ein Projektstatus-Meeting vorgeschaltet, bei dem eine in Workshops entwickelte To-Do-Liste und einheitliche Job Descriptions erstellt wurden. Dadurch sollen klare Verantwortungsbereiche, eine powervolle Performance des Kundenevents und eine optimierte Geschenk-Allocation geschaffen werden, was wiederum den Service Level erhöht und außerdem hilft, „X-mas" als Brandname global zu implementieren.</span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1">Dieses Meeting diente zugleich dazu, mit dem Co-Head Global Christmas Market Officer (Knecht Ruprecht) die Ablauf-Organisation abzustimmen, die Geschenk-Distribution an die zuständigen Private-Schenking-Centers sicherzustellen und die Zielgruppen klar zu definieren. Erstmals sollen auch sogenannte Geschenk-Units über das Internet angeboten werden.</span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1">Die Service-Provider (Engel, Elfen und Rentiere) wurden bereits via Conference Call virtuell informiert und die Core-Competences vergeben. Ein Bündel von Incentives und ein separater Team-Building-Event an geeigneter Location sollen den Motivationslevel erhöhen und gleichzeitig helfen, eine einheitliche Corporate Culture samt Identity zu entwickeln.</span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1">Der Vorschlag, jedem Engel einen Coach zur Seite zu stellen, wurde aus Budgetgründen zunächst gecancelt. Stattdessen wurde auf einer zusätzlichen Client Management Conference beschlossen, in einem Testbezirk als Pilotprojekt eine Hotline (2,10 Euro/Minute) für kurzfristige X-mas-Wünsche einzurichten, um den Added Value für die Beschenkten zu erhöhen. Durch ein ausgeklügeltes Management Information System (MISt) ist auch benchmark-orientiertes Controlling für jedes Private-Schenking-Center möglich. Nachdem ein neues Literatur-Konzept und das Layout-Format von externen Consultants definiert wurde, konnte auch schon das diesjährige Goldene Buch (Golden Book Release 001.04) erstellt werden. Es erscheint als Flyer, ergänzt um ein Leaflet und einen Newsletter für das laufende Updating. Hochauflagige Lowcost-Giveaways dienen zudem als Teaser und flankierende Marketingmaßnahme.</span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1">Ferner wurde durch intensives Brain Storming ein Konsens über das Mission Statement gefunden. Es lautet „Let's keep the candles burning" und ersetzt das bisherige „Frohe Weihnachten". Santa Claus hatte zwar anfangs Bedenken angesichts des Corporate-Redesigns, akzeptierte aber letztlich den progressiven Consulting-Ansatz und würdigte das Know-how seiner Investor-Relation-Manager.</span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1">In diesem Sinne wünscht noch eine erfolgreiche Performance beim diesjährigen X-mas-Roll-Out und den Christmas-Mailing- sowie -Schenking-Aktionen</span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs16lh1-5 ff1">Euer Santa</span></div><div><br></div><div><br></div><div>Falls du nun nicht alles verstanden hast, mach dir nichts draus, mir geht es genauso. Ich habe auch keine Betriebswirtschaft studiert.</div><div><br></div><div>Jedenfalls wird deutlich, dass es uns gelungen ist, durch unsere Kommerzialisierung des Festes dessen ursprünglichen Sinn komplett an den Rand zu drängen. Dort führt das Kind in der Krippe nun eine prekäre Randexistenz in kitschigen Krippenbildern und einigen kirchlichen Veranstaltungen. Insgesamt dient es hauptsächlich einer romantischen Gefühlsduselei.</div><div><br></div><div>Welche Chance hat auch ein Kind in der Krippe gegen den Weihnachtsmann mit all seinen Geschenken? Die bringen ein solches Maß an Freude (jedenfalls manchmal und dann auch nur kurzfristig), gegen die der Freudenlevel eines Krippenkinds vor 2.000 Jahren deutlich zurückbleiben muss.</div><div><br></div><div>Dabei sollte doch das Kind das Geschenk schlechthin an uns sein: die Versöhnung der Welt mit Gott, die unendliche Gnade Gottes gegenüber uns allen. Gnade oder Geld, das ist hier die Frage. Das Geld hat offensichtlich in unserer christlichen Kultur den Sieg davon getragen.</div><div><br></div><div>Unser Ureinwohner aus Papua-Neuguinea würde es wohl eher verstehen, wenn wir die liebevolle Zuwendung eines Gottes zu uns feiern würden. Aber davon sind wir gebildeten und fortschrittlichen Westler meilenweit entfernt.</div><div><br></div><div>Na dann frohe Weihn... – sorry: Let's keep the candles burning.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 21 Dec 2021 20:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Dienstag, 21. Dezember 2021]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000FC"><div><br></div><div><div><span class="fs18lh1-5 ff1"><i><b><span class="cf1">„Geboren von Maria der Jungfrau": Ich denke, dass wir uns hier den Glauben nicht von vornherein schwer machen müssen dadurch, dass wir jetzt versuchen, uns naturwissenschaftlich vorzustellen, was das bedeuten soll. Am naturwissenschaftlich konstatierbaren Vorgang scheint mir gar nichts zu liegen. Was mit diesem Satz gesagt werden soll, ist doch wohl dies: in dieser Geburt ist etwas völlig anderes geschehen als in der Geburt irgendeines Menschen [...] Wir sind nicht gefragt, ob wir uns den Geburtsvorgang so oder so vorstellen; wohl aber, ob wir es glauben wollen, dass in diesem Jesus von Nazareth und nirgends sonst Gott Mensch geworden, Gott zu uns gekommen ist.</span></b></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">Eduard Schweizer</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Es geht nicht darum, ob Maria eine Jungfrau war. Sondern es geht darum, ob wir Jesus als einen Menschen verstehen, der in einzigartiger Weise mit Gott verbunden war und deshalb als einziger Mensch uns Gott in seiner Fülle kundgetan hat.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2">Quelle: Eduard Schweizer: Einübung im Glauben anhand des Heidelberger Katechismus. Vadian Verlag St. Gallen 1953. S. 29.</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 20 Dec 2021 23:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was ist Erbsünde?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000FB"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was ist Erbsünde?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/12/2021</span></div><div><br></div><div>Es gibt christliche Ausdrücke, die den Glauben erschweren statt ihn zu erleichtern. Christliches Reden von Gott und vom Menschen sollte aber zum Glauben einladen und keine Glaubenshindernisse aufbauen. Darum ist die Sprache, in der wir unseren Glauben formulieren, immer wieder zu überdenken und auch in Frage zu stellen.</div><div><br></div><div>Der Begriff <span class="fs14lh1-5"><i>Erbsünde</i></span> ist ein Ausdruck, der heute kaum noch auf Verständnis trifft. Die meisten Menschen denken bei diesem Wort wahrscheinlich daran, dass sich Sünde durch Vererbung von einem auf den anderen Menschen überträgt. Darum seien angeblich alle Menschen von Geburt an Sünder, auch wenn sie sich noch gar nicht frei zum Sündigen entscheiden können. Eine solche Vorstellung ist vom aufgeklärten Menschen, der sich auf seine Entscheidungsfreiheit beruft, kaum zu akzeptieren.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Kurze Begriffsgeschichte</div><div><br></div><div>Tatsächlich betont der Begriff <span class="fs14lh1-5"><i>Erbsünde</i></span>, dass der Mensch schon vor aller persönlichen Aktivität in seinem Wesen sündig ist. Der lateinische Fachbegriff ist <span class="fs14lh1-5"><i>peccatum originale</i></span>, das heißt „ursprüngliche Sünde" oder kurz „Ursünde". Dieser Ausdruck soll darauf hinweisen, dass der Ursprung der Sünde nicht bei jedem einzelnen Menschen, sondern schon bei Adam und Eva liege und von ihnen auf alle Menschen übergegangen sei (Röm 5,12).</div><div><br></div><div>Der „Kirchenvater" <span class="fs14lh1-5"><i>Augustin </i></span>(gest. 430) hat die Vorstellung gehabt, dass die Sünde mittels menschlicher Fortpflanzung übertragen wird. Er verstand zwar den Geschlechtsakt nicht als Sünde, wohl aber als das Mittel, durch das die Sünde von einem Menschen auf den anderen vererbt wird. In der mittelalterlichen Theologie wurde diese Vorstellung weitgehend übernommen.</div><div><br></div><div>Auch in der Reformation wurde an der Vorstellung <span class="fs14lh1-5"><i>Augustins </i></span>festgehalten. Man nahm an, der Mensch sei in seinem Wesen und von Geburt an sündig. Außerdem wurde betont, dass der Mensch nichts zu seinem Heil beitragen könne, sondern ganz auf Gottes Gnade angewiesen sei.</div><div><br></div><div>Seit der Aufklärung wurde die Lehre von der Erbsünde in der evangelischen Theologie kritisiert und teilweise auch aufgegeben. Im 20. Jahrhundert haben berühmte Theologen wie <span class="fs14lh1-5"><i>Karl Barth</i></span>, <span class="fs14lh1-5"><i>Paul Tillich</i></span> und <span class="fs14lh1-5"><i>Gerhard Ebeling</i></span> den <span class="fs14lh1-5"><b>Begriff </b></span><span class="fs14lh1-5"><i>Erbsünde </i></span>zwar abgelehnt, die gemeinte <span class="fs14lh1-5"><b>Sache </b></span>aber neu zu verstehen gesucht.</div><div><br></div><div>Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass ein Erbe, das ich nicht ausschlagen kann, im Grunde nicht meine eigene Tat sein kann. Es ist vielmehr ein Geschick, für das ich nicht verantwortlich bin. Wenn man also von <span class="fs14lh1-5"><i>Erbsünde </i></span>spricht und darunter so etwas wie eine Zwangserbschaft versteht, dann ist eine Verantwortlichkeit des Menschen für seine Sünde nicht mehr vorstellbar. Denn was einem aufgezwungen wurde, dafür ist man nicht verantwortlich.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Genetische Prädispositionen</div><div><br></div><div>Dennoch kommen wir alle mit so etwas wie einem Erbe auf die Welt, das wir nicht ausschlagen können. Wir bringen nämlich eine genetische Prägung mit. Unsere Eltern vererben uns die Rahmenbedingungen unserer Persönlichkeitsmerkmale. Dies wurde an eineiigen Zwillingen nachgewiesen, die getrennt voneinander aufgewachsen sind, aber dennoch ähnliche Persönlichkeitsmerkmale und Vorlieben entwickelten [1].</div><div><br></div><div>Daraus kann man schließen, dass wir nicht als <span class="fs14lh1-5"><i>tabula rasa</i></span>, als leere Tafel oder unbeschriebenes Blatt, auf die Welt kommen. Wir tragen vielmehr schon bei unserer Geburt genetische Prägungen in uns, denen wir uns nicht entziehen können. Wie stark diese Veranlagungen sich später ausprägen, hängt allerdings von den Einflüssen ab, denen wir im Leben ausgesetzt sind.</div><div><br></div><div>Nun wird wohl niemand behaupten, dass er nur positive Prägungen von seinen Eltern mitbekommen hat. Es gibt eben auch viele negative Veranlagungen, die wir mitbringen, zum Beispiel cholerische Gefühlsreaktionen, einen Hang zur Aggressivität oder eine Veranlagung zum Suchtverhalten.</div><div><br></div><div>Insofern ist die These <span class="fs14lh1-5"><i>Augustins</i></span>, Sünde werde mittels menschlicher Fortpflanzung übertragen, nicht ganz falsch. Es ist zwar nicht die böse Tat selbst, die dem Neugeborenen mitgegeben ist, aber immerhin der Hang zu ihr. Dieser ist zwar bei den Menschen unterschiedlich ausgeprägt, aber freisprechen kann sich von ihm niemand.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Psychische Wechselwirkungen</div><div><br></div><div>Nach unserer Geburt leben wir nicht isoliert, sondern eng verbunden mit unseren Eltern und der übrigen Familie. Dadurch sind wir stark deren Einflüssen ausgesetzt. Auch hier mischen sich gute mit weniger guten oder sogar schlechten Einflüssen. Wir wissen, dass gerade die Einflüsse, denen wir in den ersten beiden Lebensjahren ausgesetzt sind, entscheidende Weichenstellungen für unsere spätere Entwicklung, unser Fühlen, Denken und Handeln, darstellen.</div><div><br></div><div>Zeitlebens bleibt es so, dass wir von Menschen, mit denen wir eng verbunden sind, beeinflusst werden. Umgekehrt ist es aber auch so, dass wir diese Menschen beeinflussen. Die Psychologie hat gezeigt, dass in längerfristigen intensiven Beziehungen die Personen wechselseitig aufeinander einwirken: Das Sein von Person A ist durch das Sein von Person B bedingt und umgekehrt. Darum ist B für das Sein von A mitverantwortlich, aber umgekehrt ist auch das Sein von B durch das von A hervorgerufen.</div><div><br></div><div>Konkret bedeutet dies zum Beispiel: B trägt Mitschuld an den lebensfeindlichen, zerstörerischen Gefühlen, Gedanken und Taten von A. A wiederum muss sich fragen lassen, was er dazu beigetragen hat, dass B ihn in solches Sein getrieben hat. Unser individualistisches Denken klammert solche systemischen Prozesse weitgehend aus.</div><div><br></div><div>Deutlich wird uns daran die Verstrickung in zerstörerische Strukturen, deren wir uns gar nicht entziehen können. Und wir ahnen etwas davon, was die Bibel meint, wenn sie beispielsweise von Mächten und Gewalten spricht, derer wir nicht Herr werden (Eph 6,12). Wir leben in einer Wirklichkeit, die von Sünde bestimmt ist und sich unser bemächtigt, und wir sind zugleich mitverantwortlich für diese Wirklichkeit.</div><div><br></div><div>Erbsünde ist hier nichts, was uns genetisch mitgegeben ist, sondern etwas, das wir während unseres Lebens als Erbe der wichtigen Beziehungen, in denen wir leben, davontragen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Kulturelle Vererbung</div><div><br></div><div>Die Bibel sieht den Menschen nicht so sehr als Individuum, sondern vor allem als Teil einer Gemeinschaft. Ganz Israel war für die Einhaltung der Weisungen Gottes verantwortlich, und wenn ein Israelit diese missachtete, fiel das auf das ganze Volk zurück. Ein Privatverhältnis des einzelnen Menschen zu Gott war damals unvorstellbar.</div><div><br></div><div>Man wusste auch sehr genau, dass der einzelne Mensch und die Gemeinschaft einander gegenseitig beeinflussen. Heute beschäftigt sich die Soziologie mit den gesellschaftlichen Gruppen und ihren Wechselbeziehungen.</div><div><br></div><div>Soziologisch lässt sich sagen, dass eine Wechselbeziehung besteht zwischen dem Fühlen, Denken und Handeln eines einzelnen Menschen und den sozialen Systemen, in denen der Mensch lebt. Jeder Mensch nimmt Einfluss auf soziale Gruppen. Andererseits tritt uns jede soziale Gruppe mit Erwartungen entgegen. Eine soziale Gruppe besteht dabei nicht nur aus einzelnen handelnden Menschen, sondern sie handelt auch als ganze Gruppe. So entsteht eine Wechselbeziehung zwischen dem einzelnen Menschen und der Gemeinschaft, in der er lebt.</div><div><br></div><div>Auch hier gilt: Das lebensfeindliche Handeln Einzelner beeinflusst das soziale System in der Weise, dass dieses Erwartungen an die Gesellschaft ausbildet, welche die einzelnen Menschen zu einem lebensfeindlichen Handeln drängen oder darin bestärken. Theologisch gesprochen: Der einzelne sündige Mensch unterliegt einerseits der ihn zur Sünde drängenden Macht der Gemeinschaft, ist aber andererseits für diese Macht selbst mitverantwortlich.</div><div><br></div><div>Der amerikanische Psychologe <span class="fs14lh1-5"><i>Michael Tomasello</i></span> hat diesbezüglich von <span class="fs14lh1-5"><i>kultureller Vererbung</i></span> gesprochen [2]. Kinder wachsen in eine Welt hinein, in der sie an die Errungenschaften der vorangegangenen Generationen anknüpfen können. Wir „erben" also sozusagen eine Kultur, die sich in unseren Gesetzen, Institutionen, Verkehrsregeln usw. ausdrückt, aber auch in unseren Gewohnheiten, Wahrnehmungen und Deutungen der Wirklichkeit. Diese Kultur nehmen wir in der Regel als etwas Selbstverständliches wahr, als das Normale, das immer schon da war und uns sinnvoll und notwendig erscheint. Darum ist es schwer, wenn auch nicht ausgeschlossen, dass wir uns vorstellen, unsere Kultur habe eine falsche Richtung eingeschlagen. Wir handeln einfach dieser kulturellen Gegebenheit entsprechend, ohne unsere Tat bewusst zu reflektieren.</div><div><br></div><div>Man kann sogar sagen: Das allerwenigste von dem, was wir tun, ist eine bewusste Entscheidung. Das meiste von dem, was wir tun, übernehmen wir einfach, ohne darüber nachzudenken. Das hängt damit zusammen, dass sich die organische Entwicklung unseres Gehirns innerhalb der sozialen Einflüsse vollzieht, die auf uns wirken. Dies hat auch einen entscheidenden Vorteil: Der Mensch kann sich hervorragend an verschiedene und sich verändernde Umweltbedingungen anpassen.</div><div><br></div><div>Die Folge davon ist jedoch: Wir wollen in aller Regel so weiterleben, wie wir es kennengelernt haben und gewohnt sind. Wir verteidigen dieses Leben sogar nach Kräften – auch dann, wenn es in den Abgrund führt.</div><div><br></div><div>Das ist keine theologische Aussage, sondern eine soziologische. Der Philosoph und Theologe <span class="fs14lh1-5"><i>Ivan Illich</i></span> hat es prägnant so ausgedrückt: „Wenn Verhalten, das zum Wahnsinn führt, in einer Gesellschaft als normal gilt, lernen die Menschen um das Recht zu kämpfen, sich daran zu beteiligen" [3].</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Fazit</div><div><br></div><div>Mich erinnert der zitierte Satz an den gegenwärtigen Kampf darum, den Klimawandel, der nicht mehr aufzuhalten ist, wenigstens einzudämmen. In der Theorie sind wohl die meisten Menschen in Deutschland dafür, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Wenn es aber darum geht, dass sie selbst von diesen Maßnahmen betroffen sind, sieht es anders aus. Dann will man doch sein bisheriges Leben mit bequemer Autonutzung, uneingeschränktem Konsum, Flug- und Kreuzschiffurlaub sowie einem von Windrädern freien Blick in die Landschaft unbedingt fortsetzen und ist auch bereit, dafür zu kämpfen. Das „normale" Leben (das Leben, wie es bisher war) soll weitergehen, auch wenn es zum Wahnsinn führt.</div><div><br></div><div>Mir wird daran deutlich, dass wir, wenn wir die gute Tat suchen, nicht mit ein bisschen Anstrengung und gutem Willen ans Ziel gelangen. Es sind vielmehr wirklich „Mächte und Gewalten", mit denen wir kämpfen. Ich muss mir diese Mächte und Gewalten nicht als „böse Geister" (Dämonen) vorstellen, sondern kann sie durchaus als Kräfte deuten, die in den Prozessen und Strukturen der Welt gründen.</div><div><br></div><div>Gegen diese zerstörerischen Prozesse und Strukturen, denen wir unterliegen, hilft aber nicht einfach ein guter Wille. Es braucht dazu, folgt man der Lutherübersetzung von Eph 6,10-17, der „Waffenrüstung Gottes", die in Wahrheit, Gerechtigkeit und Glaube sowie Geist und Wort Gottes besteht. Nur im echten Hören auf Gottes Wort, im Bitten um seine Kraft, im Ringen um die Wahrheit und im Festhalten am Glauben kann das zerstörerische Erbe, das wir alle mit uns herumtragen, besiegt werden.</div><div><br></div><div>Auf den Begriff <span class="fs14lh1-5"><i>Erbsünde </i></span>sind wir dabei nicht angewiesen. Er ist so vorbelastet und missverständlich, dass man lieber auf ihn verzichten sollte. Vielleicht sollten wir stattdessen von <span class="fs14lh1-5"><i>zerstörerischen Verstrickungen</i></span> sprechen oder von <span class="fs14lh1-5"><i>Strukturen des Bösen</i></span>, denen wir unterliegen.</div><div><br></div><div>Dem aufgeklärten, auf seine Autonomie bedachten Menschen mag es nun ein Dorn im Auge sein, dass eine Theologie, die davon ausgeht, dass wir unvermeidlich mit einem zerstörerischen Erbe behaftet sind, der menschlichen Freiheit keinen Raum mehr lasse. Dem entgegne ich, dass Psychologie, Soziologie und Philosophie schon lange darum wissen, dass wir bestenfalls von einer relativen, also begrenzten Freiheit des Menschen ausgehen können. Berühmt ist <span class="fs14lh1-5"><i>Sigmund Freuds</i></span> Formulierung, dass das Ich „nicht einmal Herr ist im eigenen Haus" [4].</div><div><br></div><div>Und schon <span class="fs14lh1-5"><i>Paulus </i></span>wusste: „Ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. [...] So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich." Das bedeutet für Paulus keine Resignation vor dem Bösen. Denn Erlösung, also <span class="fs14lh1-5"><b>Befreiung</b></span>, gibt es „durch Jesus Christus, unsern Herrn" (Röm 7,15b.17.19.25).</div><div><br></div><div>Es geht also nicht um einen Zwang zum Sündigen. Wir sind zwar verstrickt in Strukturen, die Macht über uns ausüben. Doch wir können von dieser Macht befreit werden durch eine diesen Strukturen überlegene Macht. Wir müssen diese Macht Gottes, die Kraft seines Geistes, nur <span class="fs14lh1-5"><b>wollen</b></span>, und das heißt: um sie <span class="fs14lh1-5"><b>bitten </b></span>und es dann auch <span class="fs14lh1-5"><b>zulassen</b></span>, dass sie in uns mächtig wird.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1" class="lh1 mb1"><span class="fs11lh1"><span class="imUl">Anmerkungen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15">[1] Siehe hierzu: <span class="imUl"><a href="https://www.planet-wissen.de/natur/anatomie_des_menschen/vererbung/index.html" target="_blank" class="imCssLink">Kerstin Eva Zeter: Vererbung</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15">[2] Siehe zum Folgenden Welzer: Nachruf auf mich selbst, S. 13-15.81.137.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15">[3] Zitiert nach Welzer: Nachruf auf mich selbst, S. 86; dort zitiert nach Marianne Gronemeyer: Die Grenze. Was uns verbindet, indem es trennt. oekom, München 2018, S. 117.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[4] Zum philosophischen Verständnis der „relativen Freiheit" siehe Rafael Ferber: Willensfreiheit, S. 193. Das Freud-Zitat ist entnommen aus Wolfgang Schoberth: Einführung in die theologische Anthropologie, S. 141.</span></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb2"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Barth, Karl: Die kirchliche Dogmatik. Band IV/1: Die Lehre von der Versöhnung. Theologischer Verlag Zürich, 5. Aufl. 1986. S. 556-573.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Dziewas, Ralf: Von der „Sünde der Welt" zur „Sündhaftigkeit sozialer Systeme". Sünde als Kategorie der Gegenwartsanalyse aus freikirchlich-baptistischer Perspektive. In: Rochus Leonhardt (Hg.): Die Aktualität der Sünde. Ein umstrittenes Thema der Theologie in interkonfessioneller Perspektive. Beiheft zur Ökumenischen Rundschau Nr. 86. Frankfurt/Main 2010. S. 95-119.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Ferber, Rafael: Willensfreiheit. In: Ders.: Philosophische Grundbegriffe Band 2. Verlag C.H. Beck, München 2003. S. 156-196.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Moeller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch. Hamburg, 26. Aufl. 2006.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Saarinen, Risto: Art. Erbsünde. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Band II. Mohr Siebeck Tübingen, 4. Aufl. 1999. Sp. 1394-1397.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Schoberth, Wolfgang: Einführung in die theologische Anthropologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2006.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Welzer, Harald: Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens. S.Fischer Verlag Frankfurt/Main 2021.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 17 Dec 2021 05:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was ich heute Morgen erlebte]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000FA"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was ich heute Morgen erlebte</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/12/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Kaum zu glauben: Heute morgen habe ich den blauen Himmel gesehen!</div><div><br></div><div>Es waren nur ein paar kleine blaue Fetzen hinter der grauen Dunstglocke, die sich nun schon gefühlt seit Monaten über unser Land gelegt hat. Wie der blaue Himmel aussieht, hatte ich fast schon vergessen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Und dann zeigten sich kurze Zeit diese kleinen blauen Schnipsel hinter all den grauen Wolken, die das Bild bestimmten.</span> Es war wie ein Versprechen: Es ist ja doch nicht alles grau in grau! Es gibt ja doch noch das Blau des Himmels! Und es wird irgendwann auch wieder der ganze Himmel blau erstrahlen.</div><div><br></div><div>Für mich war es in diesem Moment wie ein Versprechen Gottes: Das Leben ist nicht nur grau in grau. Hinter den trüben Tagen, hinter all dem Ungemach, das uns betrübt und gar kein Ende nehmen will, gibt es noch etwas anderes: ein Leben, das im Licht erstrahlt, das Farbe hat und froh macht. Es gibt eine Herrlichkeit hinter dem Bedrückenden, eine Herrlichkeit, die unsere Augen nicht sehen.</div><div><br></div><div>Zugleich war dieses Versprechen wie eine Verheißung für mich: Es werden Tage kommen, da wird der ganze Himmel wieder im hellen Blau erstrahlen, da wird die Sonne uns Licht spenden und wärmen. So werden wir, auch wenn unser Leben in der Betrübnis versinkt, irgendwann wieder das Licht Gottes über unserem Leben aufgehen sehen. Die dunklen, schweren Wolken werden sich verziehen, und wir werden Gottes Gegenwart wieder spüren.</div><div><br></div><div>Und einstmals, wenn unser Leben in der Dunkelheit des Todes versinkt, werden wir dem hellsten aller Lichter entgegengehen: dem Himmel, in dem es keine Wolken mehr gibt, dem Himmel, der nicht nur ein paar Tage lang das herrliche Blau der Unendlichkeit zeigt, sondern in Ewigkeit nichts anderes für uns bereithält.</div><div><br></div><div>Wenige Minuten später lag übrigens wieder eine undurchdringliche, dichte Nebelwolke über dem Land. Aber ich sah diese Nebelwolke nun mit anderen Augen: in der Gewissheit, dass sie nur eine dünne und vorübergehende Schicht ist, hinter der sich der blaue Himmel verbirgt.</div><div><br></div><div>In der Erwartung des lichten Himmels kann ich die trüben Tage leichter ertragen. So lautet ja auch die nächtliche Weihnachtsbotschaft des Engels an die Hirten, <span class="fs14lh1-5">die damals ein sehr hartes Leben führten und als Außenseiter am Rande der Gesellschaft gemieden wurden</span><span class="fs14lh1-5">: „Fürchtet euch nicht! ... Denn euch ist heute der Heiland geboren" – der Erlöser, der Retter, der Überwinder ist da! Und er wird uns befreien von aller Trübsal, die uns getroffen hat. Kaum zu glauben ...</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 11:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Heilendes Wasser?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000F6"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Heilendes Wasser?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/12/2021</span></div><div><br></div><div>In der Nähe von Herchen, einem Ort an der Sieg zwischen Bergischem Land und Westerwald, gibt es einen sogenannten „Heilbrunnen", der eigentlich eine Quelle ist. Auf dem Foto seht ihr, wie sie heute aussieht. Von der Quelle ist nicht mehr viel zu sehen, denn man hat sie von allen Seiten einbetoniert, übermauert und die ersten Meter des Bachlaufs durch viel Beton und Steine begradigt. </div><div><br></div><div>Neben der Quelle gibt es eine Info-Tafel mit einem Foto aus früherer Zeit.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010532_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Damals hatte man offensichtlich noch nicht so viel Beton eingesetzt. Außerdem sieht man auf dem Foto ein altes, urwüchsiges Holzkreuz, das heute nicht mehr steht und durch ein neueres, weniger rustikales Kreuz ersetzt wurde.</div><div><br></div><div>Die Info-Tafel erklärt, dass die Quelle durch eine Sage aus dem 13. Jahrhundert berühmt wurde. Ich gebe die Sage hier mit den Worten auf der Tafel wieder. Die Sage handelt von dem erblindeten Burgfräulein Mathilde:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr Vater, Guntram von Grenz, ein wilder Raubritter und gefürchteter Tyrann, hauste auf der Festung Grenz bei Dierdorf. Einmal ließ er einen armen Köhler (Kohlenbrenner) wegen eines geringen Wildfrevels blenden. Daraufhin verlor auch des Ritters Tochter Mathilde ihr Augenlicht. Nachdem ihre Mutter vor Kummer gestorben und ihr Vater in einer Schlacht gefallen war, belagerten Feinde die nun schutzlose Burg. In dieser Notlage riet ihr väterlicher Beschützer, Pater Anselm, Mathilde zur heimlichen Flucht in das Kloster nach Herchen. Auf dem Weg dorthin traf sie mit ihren Begleitern unweit von Obersaal auf eine Quelle im dichten Wald. Kaum hatte Mathilde ihre Augen mit dem frischen Quellwasser benetzt, konnte sie wieder sehen. Aus Dankbarkeit für die göttliche Fügung ließ die Äbtissin des Klosters in Herchen die Quelle mit Steinen einfassen und daneben ein Kreuz errichten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Oberhalb der Quelle befindet sich diese Gedenktafel:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010534_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Die Inschrift lautet:</div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">O crux ave,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">spes unica</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Erichtet</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">1801</span></i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Der lateinische Text lautet zu Deutsch:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sei gegrüßt, o Kreuz,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">einzige Hoffnung</span></i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Daneben liegt eine weitere Gedenktafel mit folgender Aufschrift:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-2" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010535_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ehre, Liebe u. Dank</span></i></span></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dem hl. Herzen Jesu</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hier bin ich gesund geworden</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">17.3.1963</span></i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Auf der Info-Tafel wird noch darauf hingewiesen, dass das Burgfräulein Mathilde nicht die einzige war, die durch das Quellwasser Heilung erfuhr. Die Gedenktafel bestätigt das.</div><div><br></div><div>Während meiner Rast neben der Quelle habe ich mich gefragt, wie ich mich zu diesen Heilungserzählungen stellen soll. Ich will gar nicht in Frage stellen, dass an dieser Stelle Menschen eine Heilung erfahren haben. Ich glaube aber nicht, dass das Quellwasser eine außergewöhnliche Qualität hat, die es von anderem Quellwasser unterscheidet und heilende Wirkung entfaltet.</div><div><br></div><div>Eine solche Sicht würde mich an magische Praktiken erinnern, die unter anderem davon ausgehen, dass Gegenstände heilende Wirkungen entfalten können. Esoterisch veranlagte Menschen glauben zum Beispiel an die heilende Kraft bestimmter Steine oder Bachblüten.</div><div><br></div><div>Magie wird gemeinhin so verstanden, dass Menschen durch geheimnisvolle Praktiken versuchen, in den Weltlauf einzugreifen. Der unverfügbare Weltlauf oder auch Übernatürliches soll dadurch dem Menschen verfügbar gemacht werden.</div><div><br></div><div>Im Alten Testament werden Zauberei, Zeichendeuterei, Wahrsagerei und Okkultismus ausdrücklich verboten (5 Mo/Dtn 18,10f). Stattdessen soll Israel auf Propheten hören, die Gottes Ratschlüsse verkünden (5Mo/Dtn 18,15f). Magie gerät somit in Konflikt mit dem Glauben an Gottes Handeln in der Welt.</div><div><br></div><div>Magische Praktiken sind auch heute nicht selten, wie beispielsweise Astrologie, Wahrsagerei, Okkultismus, Heilungsrituale oder Bachblütentherapien zeigen.</div><div><br></div><div>Ich glaube, wie gesagt, nicht, dass das Quellwasser der beschriebenen Quelle eine heilende Zusammensetzung aufweist. Ich glaube auch nicht, dass Gott jede Berührung mit diesem Wasser segnet, so dass jeder kranke Mensch, der mit diesem Wasser in Berührung kommt, geheilt wird. Das würde Gott festlegen und seine Wirksamkeit an einen bestimmten Gegenstand (das Wasser) oder einen bestimmten Ort (die Quelle) binden. Gott ist aber frei in seinem Handeln.</div><div><br></div><div>Ich will jedoch nicht ausschließen, dass am Ort der Quelle Heilungen stattgefunden haben. Man könnte das auf psychische Prozesse zurückführen, die sich in den kranken Personen vollzogen haben. Das wäre aber vielleicht doch zu einfach. Denn auch heute finden unerklärliche Heilungen statt, wenn auch nicht unbedingt an bestimmten Orten. Jedenfalls gibt es Heilungsprozesse, die auch von Ärzten nicht erklärt werden können. Man spricht dann von „Spontanheilungen".</div><div><br></div><div>Entscheidend ist meiner Meinung nach nicht, dass Gott an bestimmten Orten oder mit bestimmtem Quellwasser heilt, sondern dass er überhaupt heilend in der Welt wirkt. Er benötigt dazu kein Wasser und auch keinen auserwählten Ort. So etwas benötigen eher wir Menschen, um unseren Glauben an etwas Sichtbares und sinnlich Erfahrbares zu binden.</div><div><br></div><div>Könnte es sein, dass Gott diesem menschlichen Bedürfnis dadurch entgegenkommt, dass er manchmal bestimmte Orte oder auch Gegenstände vorzüglich für sein heilendes Handeln nutzt? Nicht, weil die Orte oder Gegenstände an sich heilig sind, sondern weil wir so schwach sind, dass uns das Glauben leichter fällt, wenn die Heilung mit einem Ort oder einem Gegenstand verbunden ist? Ich will das nur als Frage in den Raum stellen und nicht behaupten, dass es so ist.</div><div><br></div><div>Die Gefahr bei solchen Festlegungen ist immer, dass sich der Glaube mit magischen Vorstellungen verbindet. Doch wenn Gott heilt, hat das nichts mit Zauberei zu tun. Wir sollten deshalb nicht auf bestimmte Gegenstände, Orte oder Rituale setzen, sondern auf Gottes heilendes Handeln in der Welt, das <span class="fs14lh1-5"><b>überall </b></span>und <span class="fs14lh1-5"><b>unter allen Umständen</b></span> stattfinden kann. Es <span class="fs14lh1-5"><b>kann </b></span>stattfinden, aber es <span class="fs14lh1-5"><b>muss </b></span>nicht. Die Entscheidung, ob, wann und wie Gott heilt, liegt allein bei Gott.</div><div><br></div><div><div>Die lateinische Inschrift auf der alten Gedenktafel bezeugt in aller Kürze, worum es geht: </div><div>Die einzige Hoffnung liegt im Gekreuzigten, dem am Kreuz <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>geholfen wurde. Das bedeutet für uns: Auch wenn uns auf Erden <span class="fs14lh1-5"><b>keine </b></span>Heilung widerfährt, sind wir in Gottes Hand, und die letzte, die eigentliche Heilung von allen Gebrechen erfolgt nicht in dieser, sondern in der himmlischen Welt.</div><div><br></div><div>Darum ist das angemessene Verhalten von Menschen, die sich nach Heilung sehnen, das Beten und nicht das Vertrauen auf irdische Gegebenheiten. Wenn uns aber schon in dieser irdischen Welt Heilung geschenkt wird, wo und wie immer es auch geschehen mag, dann sollen wir das nicht irdischen Kräften zuschreiben, sondern Gott danken – dem Gott, der auch auch durch das Handeln von Ärzten, durch moderne Medizin und Medikamente und womöglich auch durch Berührung mit ganz normalem Quellwasser heilend in der Welt wirkt.</div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 12 Dec 2021 16:57:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["So wahr mir Gott helfe"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000F5"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">„So wahr mir Gott helfe"</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/12/2021</span></div><div><br></div><div>Deutschland hat eine neue Regierung. Der Bundeskanzler und die Ministerinnen und Minister wurden heute mit folgender Formel nach Artikel 56 des Grundgesetzes vereidigt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die religiöse Beteuerung am Schluss kann weggelassen werden. Davon wurde ausgiebig Gebrauch gemacht. Der Bundeskanzler und 7 der 16 Ministerinnen und Minister sprachen ihren Eid ohne die religiöse Formel.</div><div><br></div><div>Auf die religiöse Formel verzichteten von den Grünen Annalena Baerbock, Robert Habeck, Steffi Lemke, Cem Özdemir und Anne Spiegel sowie von der SPD Bundeskanzler Olaf Scholz, Wolfgang Schmidt und Svenja Schulze.</div><div><br></div><div>Überraschend ist dabei, dass der Minister Christian Lindner die religiöse Formel sprach, obwohl er keiner Konfession angehört, und umgekehrt einige Ministerinnen und Minister die Formel wegließen, obwohl sie einer Religionsgemeinschaft angehören.</div><div><br></div><div>Keiner Konfession gehören laut <span class="imUl"><a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/so-wahr-mir-gott-helfe-das-war-einmal-kabinett-der-konfessionslosen/27874024.html" target="_blank" class="imCssLink">TAGESSPIEGEL</a></span> an: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Robert Habeck (Grüne), Karl Lauterbach (SPD), Steffi Lemke (Grüne), Christian Lindner (FDP), Svenja Schulze (SPD) und Anne Spiegel (Grüne).</div><div><br></div><div>Warum spricht man die religiöse Formel, obwohl man keiner Religionsgemeinschaft angehört? Und warum spricht man sie nicht, obwohl man konfessionell gebunden ist?</div><div><br></div><div>Die religiöse Beteuerung „So wahr mir Gott helfe" ist ein öffentliches Bekenntnis und eine Bedingung. Wer diese Worte spricht, bekennt sich dazu, dass es einen Gott gibt, der helfend in unserer Welt wirkt. Und er schwört, dem deutschen Volk zu dienen, unter der Bedingung, dass Gott ihm dabei helfe. Man kann wohl auch sagen, dass damit die Bitte um Gottes Hilfe verbunden ist. „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen [...] werde. So wahr [es geschehen möge, dass] mir Gott helfe."</div><div><br></div><div>Die Einsicht hinter diesen Worten ist: Ich bin ein begrenzter und fehlbarer Mensch. All mein Handeln, und geschehe es in bester Absicht, kann fehlgehen und im politischen Kampf untergehen. Wenn mir etwas gelingen, wenn mein politisches Handeln Bestand haben und dem Wohle der Bevölkerung dienen soll, dann muss Gott mir dabei helfend zur Seite stehen, besser noch: dann muss er seinen Segen dazu geben. Gott ist nicht <span class="fs14lh1-5"><b>mein </b></span>Helferlein, sondern ich bin der <span class="fs14lh1-5"><b>seine</b></span>.</div><div><br></div><div>Von den 17 heute Vereidigten haben 9 Personen die religiöse Formel gesprochen und 8 nicht. Das ist ein Spiegel der gesellschaftlichen Wirklichkeit in unserem Land. Nur noch ca. 56 Prozent der Deutschen gehören einer Kirche an. Einige davon sagen, sie könnten ihren Glauben auch ohne Kirche leben. Andere sind zwar Mitglied einer Kirche, praktizieren den christlichen Glauben aber nicht.</div><div><br></div><div>Lässt jemand die religiöse Beteuerung weg, dann spricht das nicht dafür, dass er oder sie im christlichen Glauben lebt. Andererseits bedeutet das Sprechen der Beteuerung nicht, den christlichen Glauben zu praktizieren – ebenso wenig, wie eine Kirchenmitgliedschaft bedeutet, dass man im christlichen Glauben lebt.</div><div><br></div><div>Umgekehrt bedeutet der Verzicht auf die religiöse Formel aber auch nicht, dass man keine an der christlichen Nächstenliebe orientierte Politik betreibt.</div><div><br></div><div>So beteuert Bundeskanzler Olaf Scholz, der erste konfessionslose Kanzler unseres Landes, er sei stark von Glaube und Kirche geprägt worden, vertrete die protestantischen Werte und richte seine politischen Entscheidungen danach aus. Ob man von „Solidarität" oder „christlicher Nächstenliebe" spreche, mache für ihn keinen Unterschied (siehe <span class="imUl"><a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/so-wahr-mir-gott-helfe-das-war-einmal-kabinett-der-konfessionslosen/27874024.html" target="_blank" class="imCssLink">TAGESSPIEGEL</a></span> und <span class="imUl"><a href="https://www.derwesten.de/politik/olaf-scholz-amtseid-so-wahr-mir-gott-helfe-gottesbezug-bundeskanzler-kanzler-bundestag-id234040353.html" target="_blank" class="imCssLink">DERWESTEN</a></span>).</div><div><br></div><div>Ich bezweifle das. Christliche Nächstenliebe ist nicht identisch mit Solidarität. Gottes Wille ist nicht gleichzusetzen mit dem, was Menschen für gut und richtig halten. Darum ist es entscheidend, dass Politikerinnen und Politiker ihr Handeln am Willen Gottes ausrichten.</div><div><br></div><div>Doch auch wenn Menschen sich nicht am Willen Gottes orientieren, kann Gott seinen Willen durch sie zum Zuge kommen lassen. Gott kann Menschen, die sich nicht zu ihm bekennen, dazu bringen, seinen Willen durchzusetzen. Ich denke, dass Gott dies täglich in der Welt tut. Ohne dieses Wirken Gottes sähe es sehr viel finsterer in der Welt aus.</div><div><br></div><div>Darum ist es nicht unmöglich, dass die neue Regierung eine Politik betreibt, die für unser Land und für die Welt Gutes bringt. Es kann sein, dass Gott die politischen Entscheidungen der neuen Regierung segnet – unabhängig davon, wie sehr die Regierungsmitglieder im christlichen Glauben verankert sind.</div><div><br></div><div>Die Aufgabe aller Christinnen und Christen in unserem Land besteht deshalb darin, für die neue Regierung zu beten. Denn jede Regierung braucht – wie wir alle – den Segen Gottes und darum das Gebet um diesen Segen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 08 Dec 2021 20:15:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was kommt nach dem Glauben?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Kirche_und_Gemeinde"><![CDATA[Kirche und Gemeinde]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000175"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was kommt nach dem Glauben?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 05/12/2021</span></div><div><br></div><div>In der Wochenzeitung <span class="fs14lh1-5"><i>DIE ZEIT</i></span> (Ausgabe 48 vom 25.11.21) erschien ein Artikel von Thomas Assheuer mit dem Titel „Was nach dem Glauben kommt". "Stellen wir uns also vor, es gäbe eines Tages keine Religion mehr", heißt es im Untertitel. Ein interessantes Experiment. <span class="fs14lh1-5"><i>John Lennon</i></span> regte übrigens schon 1971 an: "Imagine there's no heaven [...] and no religion, too". Imaginieren wir also. Assheuer beginnt das Experiment mit einer Analyse der kirchlichen Situation.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Die kirchliche Situation</div><div><br></div><div>Die Analyse ist schonungslos: Zu nennen ist eine "lustfeindliche Theologie", in deren Folge vor allem die katholische Kirche zu einer "Gemeinschaft der Kinderschänder und Kongregation der Heuchler" wurde. Aber das wäre nur die letzte Ausgeburt des Dämonischen in den Kirchen, einer "gottverlassenen Institution, die oft genug mit dem Teufel paktierte und eine Blutspur durch die Geschichte zog."</div><div><br></div><div>Die Aussichten für die Kirchen sind deshalb denkbar schlecht: "Gut möglich, dass sich die älteste Institution der Welt ihr eigenes Grab grub." Die Totengräber jedenfalls frohlocken schon: Der radikale Atheismus steht schon bereit mit der Schaufel in der Hand, um "die letzte Bastion des Irrationalen, ein Hirngespinst, das der progressive Weltgeist längst hätte zermalmen müssen", endgültig zu beerdigen und dem „Selbstbetrug" der Religiösen ein Ende zu bereiten.</div><div><br></div><div>Auch der Kern der Religionen, ihr Protest gegen das Unerträgliche, nämlich gegen des Lebens Vergänglichkeit und den Mangel an Gerechtigkeit, sind schnell abgebügelt: "religiöse Jenseitsvertröstung, bizarre Fluchtbewegung aus dem irdischen Jammertal." Dass die Kirchen selbst die Verheißung jenseitiger Gerechtigkeit als "Vertröstungsbotschaft" missbraucht und den Kampf gegen die Ungerechtigkeit vernachlässigt haben, hat zu diesem Urteil beigetragen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die jüdische Befreiungserfahrung</div><div><br></div><div>Dabei stand am Beginn des monotheistischen Glaubens eine Befreiungserfahrung: In der Befreiung Israels aus der ägyptischen Sklaverei durch die Person des Mose erlebten Menschen erstmals in der Geschichte, dass die Gottheit nicht auf der Seite der Herren, sondern auf der der Sklaven stand. Entgegen der Selbstverständlichkeit antiker Herrscherreligionen und Sklavenhaltergesellschaften galten nun die Sklaven genauso viel wie die Herren. Nicht mehr die Macht galt als heilig, sondern jedes Menschenleben. "Die Herrscher mussten sich ab jetzt vor dem Richterthron der göttlichen Gesetze rechtfertigen."</div><div><br></div><div>So stand das jüdisch-christliche Menschenbild Pate für manches, was uns heute selbstverständlich geworden ist: für den Gedanken gesellschaftlicher Solidarität, für die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und für demokratische Verfassungen, deren eine im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ihren Niederschlag fand.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Der Niedergang der monotheistischen Religionen</div><div><br></div><div>Gäbe es die monotheistischen Religionen nicht mehr, dann wäre, so Assheuer, "die moderne Gesellschaft [...] vollständig mit sich allein und säße transzendenzlos in ihrer selbst gebauten Höhle." Ethik könnte sich dann nur aus säkularen Quellen speisen, und das menschliche Bedürfnis nach Sinngebung und Lebensfülle würde gedeckt „durch das handelsübliche trinitarische Heilsversprechen des Kapitalismus – Wachstum, Wohlstand, Fortschritt –, den berühmten Fußballgott oder allerhand esoterische Trostgemeinschaften." Des weiteren erwägt Assheuer als mögliches Heilsversprechen noch die Kunst, aber man könnte sich über all das hinaus noch viele quasireligiöse Angebote vorstellen – letztlich kann alles Diesseitige der religiösen Verehrung anheimfallen. Assheuer nennt die "Heiligsprechung der Macht" oder die "Anbetung des Faktischen. Sie vergötzt die nationale Identität, den allmächtigen Staat oder die allwissende Partei. Sie predigt das Evangelium vom Streit der Nationen", wonach das Leben sich im Kampf realisiert und den Tod als das Unerlässliche in diesem Kampf einschließt.</div><div><br></div><div>Als lebendes Beispiel eines Missionars dieser neuen "Religion" nennt Assheuer <span class="fs14lh1-5"><i>Donald Trump</i></span>: "Er predigt Feindschaft und erlöst die Massen von allen Übeln; klein ist seine Gemeinde jedenfalls nicht, sogar evangelikale Scharfmacher mischen mit." Ähnliche Erlösergestalten gibt es in Russland, China und Brasilien. So könnten jene, die nach dem erhofften Absterben der Religionen und nach allen Glaubenskämpfen vom Frieden träumen, unerwartet in einer „gnadenlose[n] Machtreligion" erwachen: im "Kampf aller gegen alle", im "nicht enden wollenden Konflikt um Einflusszonen, Großräume, Märkte, Rohstoffe."</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die zukünftige Rolle der Religionen</div><div><br></div><div>Wie sollten die monotheistischen Religionen in dieser Situation agieren? Assheuer schlägt vor, die Regierenden im Anschluss an den Kirchenvater <span class="fs14lh1-5"><i>Augustin </i></span>mit der Bemerkung zu provozieren, "sie wüssten den Unterschied zwischen Gut und Böse doch genau." Voraussetzung sei allerdings, dass die Religionen allen irdischen Machtansprüchen entsagen und eine "Position der souveränen Ohnmacht" einnehmen, eine Position der machtlosen Macht, die nur auf die eigene Botschaft vertraut.</div><div><br></div><div>Die christlichen Kirchen bekennen sich zu ihrer öffentlichen Verantwortung für das Gemeinwesen und nehmen deshalb auch zu politischen Themen Stellung. Sie erinnern die Regierenden an ihre Verantwortung vor Gott, wie es die 5. Barmer These der Bekennenden Kirche aus dem Jahr 1933 ausdrückt. Ich zitiere sie hier in voller Länge:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">"Fürchtet Gott, ehret den König!" (1. Petr. 2,17)</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Schrift sagt uns, daß der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnungen an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Aufgabe der Kirche gegenüber dem Staat wird hier nicht als Provokation, sondern als Erinnerung beschrieben. Allerdings kann eine Erinnerung auch provokativ im guten Sinne des Wortes sein: Sie fordert heraus, das eigene Handeln zu überdenken und an Gottes Reich, Gottes Gebot und Gottes Gerechtigkeit zu orientieren.</div><div><br></div><div>Indem die Kirche sich keine staatliche Würde anmaßt, sondern darauf beschränkt, den Staat an seine Verantwortung vor Gott zu <span class="fs14lh1-5"><b>erinnern</b></span>, nimmt sie eine Position ein, die man als „machtlose Macht" bezeichnen kann: Sie ist machtlos, weil sie nicht mit staatlichen Mitteln ihre Sicht durchsetzt; und sie ist mächtig, weil sie auf Gott vertraut, der durch sein in der Kirche bezeugtes Wort in der Welt wirkt. Mit Assheuers Worten: In der "Position der souveränen Ohnmacht" haben die Weltreligionen „Gelegenheit, Kriegstreibern ins Gewissen zu reden und sie daran zu erinnern, dass selbst der schlimmste Feind ein Mensch ist."</div><div><br></div><div>Inwieweit dieses Ins-Gewissen-Reden erfolgreich sein kann, ist eine andere Frage. Das von Assheuer geforderte Erinnern ist nämlich kein Desiderat, sondern findet bereits statt. In Denkschriften und Stellungnahmen zu ethischen Fragen praktiziert die evangelische Kirche ein Stück "öffentliche Theologie". Diese wird allerdings weitgehend nicht wahrgenommen und bestimmt auch kaum das politische Handeln der Regierenden. Die Frage ist also nicht, <span class="fs14lh1-5"><b>ob </b></span>die Kirchen sich zu politischen Fragen äußern sollten, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>wie </b></span>sie es tun sollten.</div><div><br></div><div>Es könnte sein, dass die Kirchen ihre ethische Legitimation bei vielen Menschen durch das von ihnen selbst gestiftete Unheil verloren haben. Entschuldigungen sind zwar ausgesprochen, aber der Stachel sitzt tief und immer neue Enthüllungen lassen die Wunden nicht heilen. Es könnte aber auch sein, dass die kirchlichen Äußerungen zu leise, zu freundlich und zu harmlos daherkommen und dass sie stattdessen lauter, deutlicher und provozierender sein sollten. Man sollte jedoch nicht glauben, dass sie dann im Diskurs der säkularen Gesellschaft mehr Gehör finden würden. Vielmehr würde die Gegenwehr umso stärker werden. Die Zeiten, in denen die Herrschenden vor dem Wort der Kirche erzitterten, sind vorbei – und solche Zeiten kann sich auch kein Liebhaber der Demokratie zurückwünschen.</div><div><br></div><div>Wünschenswert wäre allerdings, dass mehr Menschen bereit wären, die Glaubensgrundlagen der christlichen Ethik zu teilen. Doch gerade hieran mangelt es zusehends. Mit den Glaubensgrundlagen jedoch schwindet auch das Fundament christlicher Ethik. Denn die christliche Ethik gründet sich nicht auf säkulare Normen, sondern auf eine Gottesbeziehung, die auch göttliche Wegweisungen (Gebote und Verbote) impliziert, die ein für alle förderliches soziales Leben ermöglichen.</div><div><br></div><div>Damit ist die zentrale Frage der menschlichen Freiheit angesprochen, die auch im Assheuer-Artikel an verschiedenen Stellen aufgeworfen wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Der liberale Freiheitsbegriff</div><div><br></div><div>Der neuzeitliche Freiheitsbegriff geht zurück auf die Aufklärung, in der sich der Mensch von aller staatlichen und kirchlichen Bevormundung löste und darauf pochte, selbst entscheiden zu können, was Recht und Unrecht, gut und böse sei. Die liberale Demokratie mit Gewaltenteilung und permanenter Kontrolle der Regierenden ist Ausfluss dieses Gedankenguts. Willkürliche Übergriffe des Staates auf die Staatsbürger sind durch den Staat bindende unabhängige Rechtsprechung und zyklisch wiederholte Wahlen begrenzt.</div><div><br></div><div>Zentrum des liberalen Menschenbildes ist das Individuum mit seiner Freiheit, selbstbestimmt und sich selbst verwirklichend zu leben. Eine Grenze findet diese individuelle Freiheit in der Freiheit anderer, die nicht verletzt werden darf. Innerhalb dieses Rahmens entscheidet das Individuum selbst, an welchen Normen es sein Handeln orientiert. Staatliche Vorgaben sollen so gering wie möglich gehalten werden, weil dem freien Individuum zugetraut wird, selbstverantwortlich zu Verhaltensweisen zu kommen, die für das Leben aller förderlich sind. Ein heute oft genannter Aspekt dieses Menschenbildes ist der freie Markt, der sich nach liberaler Auffassung selbst reguliert und zum Gemeinwohl aller beiträgt.</div><div><br></div><div>Darin zeichnet sich bereits der bleibende Grundkonflikt liberalen Denkens ab. Denn es muss immer neu austariert werden, wo die individuelle Freiheit des einen endet und die des anderen beginnt. Idealtypisch lassen sich zwei Strömungen des Liberalismus unterscheiden: Ein mehr die individuelle Selbstbestimmung betonender Liberalismus und ein auch die gesellschaftlichen Zusammenhänge einbeziehender Sozialliberalismus.</div><div><br></div><div>Klassisch hat der französische Staatstheoretiker <span class="fs14lh1-5"><i>Alexis de Tocqueville</i></span> (gest. 1859) die Gefahren eines radikal individualistischen Freiheitsverständnisses aufgezeigt: Wenn Freiheit ausschließlich als Selbstbezogenheit von Individuen bestimmt wird, die auf ihr eigenes Wohl bedacht sind, degeneriert die Gesellschaft zu einer anonymen Masse bindungsloser Individuen, die nur um sich selbst kreisen [1].</div><div><br></div><div>Bei Assheuer klingt das pointiert so: "Diese Art Freiheit ist sich selbst das Unbedingte, zynisch ausgedrückt: Sie ist auch frei genug, andere auszubeuten und die Erde zu ruinieren." Anhänger des Liberalismus würden diese Konsequenz zwar vehement bestreiten. Der Nord-Süd-Konflikt, beispielhaft virulent in der ungleichen Verteilung der Impfstoffe, der globale Klimawandel oder die fortschreitenden ungleichen Vermögensverhältnisse lassen allerdings die Frage nicht verstummen, ob nicht etwas dran sein könnte an der zerstörerischen Potenz eines relativ absolut gesetzten liberalen Denkens und Handelns.</div><div><br></div><div>Assheuer fürchtet, die Moderne könnte ohne Religion "frei und grenzenlos" agieren und "alle normativen Hemmungen ablegen." Und er regt an, die Weltreligionen sollten "eine Art Freiheit ins Spiel bringen, die sich an ein Unbedingtes bindet – und trotzdem frei bleibt."</div><div><br></div><div>Hier wird es spannend. Ist es nicht ein eklatanter Widerspruch, Freiheit mit Bindung zusammenzudenken? War es nicht das innerste Anliegen des Liberalismus, jede Bindung des Individuums ein für allemal zu beseitigen? Wie sollte beides, Freiheit und Bindung, durch Religion miteinander vermittelt werden können?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Der christliche Freiheitsbegriff</div><div><br></div><div>Dem christlichen Menschenbild zufolge existiert der Mensch immer schon in Bindungen. Er ist nicht von Natur aus frei, auch dann nicht, wenn er sich frei fühlt. Der Mensch kommt auf die Welt mit genetischen Prädispositionen. Er ist psychisch eingebunden in die Beziehungen zur Mutter, zum Vater und zur weiteren Familie. Er wird sozial geprägt durch die Gesellschaft, in der er lebt. Er hat seine ihm eigene Geschichte, die ihn sein Leben lang prägt. Es ist daher eine Illusion anzunehmen, der Mensch sei eine <span class="fs14lh1-5"><i>tabula rasa</i></span> (lateinisch: "abgeschabte Tafel"), ein unbeschriebenes Blatt. Er bringt immer schon etwas mit an lebensförderlichen und lebensfeindlichen Prägungen.</div><div><br></div><div>Zu seinen lebensfeindlichen Prägungen gehört es, dass der Mensch sich selbst und anderen die Hölle auf Erden bereiten kann. Sich und anderen die Hölle bereiten zu können, ist kein Kennzeichen von Freiheit, sondern von höchster Unfreiheit. Denn es wäre absurd, wenn der Mensch sich aus freiem Willen dazu entscheiden würde, sich selbst und seine Lebensgrundlagen, zu denen auch der Mitmensch gehört, zu zerstören. Dass genau dies dennoch geschieht, spricht nicht für einen freien Willen des Menschen. Stark beschrieben hat das die katholische Theologin <span class="fs14lh1-5"><i>Veronika Hoffmann</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Schon innerweltlich werden wir doch annehmen, dass ein Mensch, der sich und alles, was ihm lieb und teuer ist, aufs Grausamste zerstören will, „nicht bei Verstand" ist. Und wenn wir ihm gut wollen, werden wir ihn deshalb nicht mit Hinweis auf seine Freiheit gewähren lassen, sondern wir werden gerade bezweifeln, dass er eine solche Freiheit besitzt, und auch gegen seinen – gefangenen, geblendeten, zutiefst unfreien – Willen einschreiten. </span></i></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">[2]</span></span></div><div><br></div><div>Der menschliche Wille ist demnach keine von allen Einflüssen losgelöste, "neutrale" Größe, sondern er unterliegt diversen auf ihn einwirkenden Kräften. Dazu gehört auch, dass der Mensch von Natur aus auf Selbsterhaltung und Selbststeigerung angelegt ist und diese oft auf Kosten seiner Mitkreaturen vollzieht.</div><div><br></div><div>Auch der Liberalismus kann sich der menschlichen Bindungen nicht entziehen. Das, was der Liberalismus als Freiheit beschreibt, ist seine Bindung an das eigene Ich, an das selbstbestimmte Individuum, an das sich erhaltende, steigernde und verwirklichende Selbst. Die Auffassung von einem in Schuld verstrickten, der „Macht der Sünde" unterliegenden Menschen passt nicht in das liberale Menschenbild, wonach der Mensch, der aus eigener Verantwortung heraus handelt, in freier Entscheidung das Gute tun kann und in der Regel auch tun wird.</div><div><br></div><div>Dem entgegen steht die christliche Auffassung, dass der Mensch, um frei zu sein, zuerst einmal von den Verstrickungen befreit werden muss, die ihn dazu treiben, zerstörerisch zu wirken. Die Frage ist, wodurch diese Befreiung geschehen kann.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube besteht in der vertrauenden Gewissheit, dass der Mensch von Gott sein Leben erhalten hat und dass Gott ihm dieses Leben so lange bewahrt, wie er es bei sich beschlossen hat. Und auch wenn sein irdisches Leben endet, setzt der Glaube darauf, dass Gott ihm ein neues, "himmlisches" Leben gewähren wird. Das impliziert zwar keine Garantie, aber doch eine gewisse Sorglosigkeit, dass Gott dem glaubenden Menschen, so er will, alles zum Leben Notwendige zukommen lassen wird.</div><div><br></div><div>Dieses Vertrauen gewährt dem glaubenden Menschen eine Distanz zum Kampf um das Leben, das ein Kampf aller gegen alle ist. Er lebt ja in der Gewissheit, dass sein Leben bei Gott in guten Händen ist: "Meine Zeit steht in deinen Händen" (Ps 31,16). Der Mensch muss sich also, solange und insofern er im Vertrauen zu Gott lebt, nicht am allgemeinen Lebenskampf beteiligen: Er muss nicht auf Kosten anderer leben, muss nicht sich selbst absolut setzen, muss seine eigenen Interessen nicht über alles andere stellen. Dass auch Glaubende ständig der Gefahr ausgesetzt sind, dem nicht gerecht zu werden, und dass sie dieser Gefahr auch erliegen, gehört zum Grundwissen des Christentums: Das Böse ist tief im menschlichen Leben verankert.</div><div><br></div><div>Deutlich ist aber, und darum ging es hier vor allem, dass kein Widerspruch zwischen Freiheit und Bindung besteht. Im Gegenteil: Gerade in der Bindung an Gott und in der Gewissheit seiner liebevollen Fürsorge entsteht Freiheit. Der Mensch, der sich von Gott unendlich geliebt und mit allem Notwendigen ausgestattet weiß, kann sich der Mitkreatur in Liebe zuwenden, anstatt sie als Konkurrenten um seinen Anteil am großen Kuchen zu sehen. In der Bindung an Gott und in der Zuwendung zur Mitkreatur verwirklicht er sich selbst als geliebtes und liebendes Geschöpf Gottes. Es ist die Macht der Liebe und die Bindung an sie, die uns frei macht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Die Herausforderung der aktuellen Situation</div><div><br></div><div>Die Folgen einer Welt ohne Religion hat Thomas Assheuer beschrieben, wie oben in Abschnitt 3 beschrieben. Diese Folgen sind allerdings keine Zukunftsmusik, sondern die gegenwärtige Begleitmusik zum stillen Sterben des christlichen Glaubens in der westlichen Welt. Wie ist dem zu begegnen?</div><div><br></div><div>Zunächst ist festzustellen, dass die vergangene und gegenwärtige Erscheinungsform der Kirchen keinesfalls unschuldig an deren Niedergang ist. Die Kirchen haben sich viel zu oft nicht an die Macht der Liebe gebunden und in der Folge auch nicht die davon ausgehende Freiheit zur Liebe gelebt. Sie haben sich vielmehr in die Unfreiheit des Machtgewinns und -erhalts, des Reichtums, der gewaltsamen "Missionierung" und der schamlosen Ausnutzung des Mitmenschen für eigene Interessen begeben. Die Gefahr, diesen Götzen zu dienen, besteht bis heute. Nie werden Christinnen und Christen, nie werden die Kirchen gänzlich frei davon sein, die ihnen geschenkte Freiheit <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>zu realisieren. Diese Erkenntnis der eigenen Fehlbarkeit gehört zum Grundbestand christlichen Denkens und sollte nicht geleugnet werden.</div><div><br></div><div>Die Verstrickung der Christenheit in Gewalt und Unrecht scheint mir weitaus schwerer zu wiegen als der relativ harmlose Einwand, "Religion sei nichts anderes als die letzte Bastion des Irrationalen, ein Hirngespinst, das der progressive Weltgeist längst hätte zermalmen müssen" und "der Glaube an die Heiligkeit des Lebens sei ein metaphysischer Taschenspielertrick", wie Assheuer formuliert. Seit <span class="fs14lh1-5"><i>Immanuel Kant</i></span> sollte klar sein, dass in Fragen der Metaphysik unsere <span class="fs14lh1-5"><i>ratio </i></span>weder <span class="fs14lh1-5"><i>pro </i></span>noch <span class="fs14lh1-5"><i>contra </i></span>Hirngespinst zu entscheiden vermag und sich deshalb eines Urteils enthalten muss.</div><div><br></div><div>Gewichtiger ist die Befürchtung Assheuers, infolge der Ablehnung des religiösen Gedankens der "Heiligkeit des Lebens" könnte die Politik bei der nächsten Pandemie fordern, dass "Alte, Schwache und andere Minderleister für das Funktionieren der Wirtschaft ein 'freiwilliges' Opfer bringen müssten, denn sterben müssen wir ja alle." Die Sorge ist nicht von der Hand zu weisen, hat doch Noch-Bundestagspräsident <span class="fs14lh1-5"><i>Wolfgang Schäuble</i></span> schon im April 2020 gemeint, nicht alles habe vor dem Schutz des Lebens zurückzutreten; die Würde des Menschen schließe ja nicht aus, dass wir sterben müssen (siehe <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?id=00000001E" class="imCssLink">diesen Artikel</a></span>).</div><div><br></div><div>Die Corona-Politik der Bundesrepublik Deutschland wirft tatsächlich die Vermutung auf, die staatliche Pflicht, das Recht auf Leben nach Artikel 2 Absatz 2 des Grundgesetzes zu schützen, sei anderen Werten zeitweise untergeordnet worden. Anders ist es kaum zu erklären, dass Spitzenpolitiker und -politikerinnen, wie gerade jetzt wieder deutlich wird, mit die Pandemie eindämmenden Maßnahmen erst dann aufwarten, wenn die Pandemiewelle bereits über uns zusammenschlägt – allen rechtzeitigen Vorwarnungen von wissenschaftlicher Seite zum Trotz. Als Motive für dieses politische "Krisenmanagement", das diesen Namen eigentlich nicht verdient, kommen in Betracht: Vorrang der Wirtschaft vor dem Menschenleben, Blick auf bevorstehende Wahlen, der mangelnde Wille, es sich mit einer relativ lauten Minderheit des Wahlvolks zu verderben und schließlich eine Bevorzugung der Freiheit der Lebenden vor der Freiheit, leben zu dürfen. Der Tod von Menschen wird dann um dieser Beweggründe willen in Kauf genommen.</div><div><br></div><div>Hier wird erneut deutlich, dass menschliche Entscheidungen nicht durch "neutrales" und wohlmeinendes Abwägen von Vor- und Nachteilen getroffen werden, sondern vielfältigen Bindungen unterliegen, als da beispielsweise sein können: Eigen- und Fremdinteressen, Machtgewinn und -erhalt, Angst vor Auseinandersetzungen, ideologische Verblendung. Das alles sind Bindungen an Bedingtes. Insofern ist Assheuers Forderung berechtigt, die Weltreligionen sollten "eine Art Freiheit ins Spiel bringen, die sich an ein Unbedingtes bindet – und trotzdem frei bleibt." Man könnte präzisieren: Es geht um eine Art Freiheit, die sich an Unbedingtes bindet – und <span class="fs14lh1-5"><b>gerade darin </b></span>frei ist.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube gewährt, wie oben beschrieben, solche Freiheit. Die Kirchen sollten die Grundlagen dieser Freiheit, die in der Bindung an den befreienden Gott bestehen, laut und deutlich in der säkularen Gesellschaft bezeugen – verbunden mit einer schonungslosen Analyse ihres eigenen Versagens. Sie sollten darüber hinaus, wie es der erste Satz der Präambel des Grundgesetzes festhält, "das Deutsche Volk" daran erinnern, dass es sein Handeln "im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen" zu vollziehen hat. Zu dieser Erinnerung gehört auch der Hinweis auf die Befreiungstat Gottes, die der Grund aller christlichen Ethik ist. Ohne diese Befreiung hängt die Ethik in der Luft – oder genauer gesagt: liegt sie in Ketten, die den Angeketteten nicht einmal bewusst sein müssen. Eine Menschheit aber, die nicht auf Freiheit, sondern auf Unfreiheit beruht, kommt schwerlich daran vorbei, sich selbst die Hölle auf Erden zu bereiten.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">[1] Vgl. Friedrich Wilhelm Graf: Liberalismus. I. Geschichtlich. 2. Nordamerika. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Band 5. Mohr Siebeck Tübingen, 4. Aufl. 2002. Sp. 317.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">[2] Veronika Hoffmann: Skizzen zu einer Theologie der Gabe. Rechtfertigung – Opfer – Eucharistie – Gottes- und Nächstenliebe. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2013. S. 342.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 05 Dec 2021 18:16:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["Großer Gott, wir loben dich"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000ED"><div><br></div><div><div class="imTACenter"><span class="imUl fs16lh1-5"><b>"Großer Gott, wir loben dich"</b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/12/2021</span></div><div><br></div><div>Gestern wurde die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem „Großen Zapfenstreich" geehrt. Die militärische Zeremonie wirkte auf mich vor allem belustigend, und hinter den Begriff der „militärischen Ehren" würde ich ein großes Fragezeichen setzen. Aber darum geht es mir heute gar nicht.</div><div><br></div><div>Mir geht es um die Liedauswahl der Bundeskanzlerin. „Du hast den Farbfilm vergessen", gesungen von Nina Hagen, klingt heute wie eine verklausulierte Kritik am DDR-Regime, in dem eine Schwarzweiß-Ideologie herrschte und dem Leben manche Farben genommen wurden.</div><div><br></div><div>Das Lied „Für mich soll's rote Rosen regnen" von Hildegard Knef beschreibt einen Lebensweg: Von der Sehnsucht nach eigener Größe, bahnbrechenden Veränderungen und der Erwartung „sämtlicher Wunder" hin zum Sich-Fügen, Sich-Begnügen und dennoch Kämpfen um Veränderungen, jetzt aber in der Erwartung „ganz neuer Wunder".</div><div><br></div><div>Und dann das dritte Lied: „Großer Gott, wir loben dich", aus dem <span class="fs14lh1-5"><i>Evangelischen Gesangbuch</i></span> die Nr. 331 und aus dem katholischen <span class="fs14lh1-5"><i>Gotteslob </i></span>die Nr. 380. Ich weiß nicht, ob sich jemals schon ein Bundeskanzler unseres Landes zum Abschied ein Kirchenlied gewünscht hat. Auch hier setzt Angela Merkel ein Zeichen.</div><div><br></div><div>Das Lied beginnt so:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Großer Gott, wir loben dich;</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Herr, wir preisen deine Stärke.</i></span></div><div><br></div><div>Am Ende ihrer Amtszeit, als sie von allen Seiten Lob erfährt, preist die Regierungschefin, die lange Zeit als die mächtigste Frau der Welt bezeichnet wurde, die Stärke Gottes. Was für ein stilles Bekenntnis in einer rein weltlichen Zeremonie! Es geht, auch dann, wenn Menschen Macht haben, nicht um <span class="fs14lh1-5"><b>unsere </b></span><span class="fs14lh1-5">Stärke</span>, sondern um die Stärke dessen, der allein unsere Macht dazu führt, dass sie Gutes bewirkt.</div><div><br></div><div>Eine Konsequenz dieses Glaubens sind die Verse, mit denen das Lied endet:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Auf dich hoffen wir allein:</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">lass uns nicht verloren sein.</span></i></span></div><div><br></div><div>Wie sehr gilt das, gerade auch in unserer von Krisen geschüttelten Zeit! Was aus uns wird, liegt nicht an uns, sondern an dem, der uns aus der Verlorenheit retten kann. Beeindruckende Worte, an die uns die ehemals mächtigste Frau der Welt erinnert.</div><div><br></div><div>Diese Wort setzen voraus: Unser Handeln, so gut es auch gemeint sein mag, wird niemals vollkommen sein. Wir machen Fehler, auch schwere. Angela Merkel hat auch Fehler gemacht. Und ich setze voraus, dass sie das weiß. Sie hat manches liegen lassen, was hätte bearbeitet werden müssen. Sie hat Entscheidungen getroffen, die sich im Nachhinein als falsch erwiesen haben. Sie hat mitunter falsche Akzente gesetzt. So, wie wir alle es tun, nur meist nicht mit so weitreichenden Konsequenzen, wie es bei einer Bundeskanzlerin der Fall ist.</div><div><br></div><div>Doch welche Fehler wir auch machen: Wie oft mag Gott sie ausgebügelt haben? Wie oft mag er gewirkt haben in der Amtszeit Angela Merkels? Wie oft mag er auch heute in der Welt wirken?</div><div><br></div><div>Oft wird beklagt, Gott tue ja nichts gegen das Elend in der Welt. Aber woher wissen wir das eigentlich?</div><div><br></div><div>Ich bin überzeugt davon, dass er täglich mehr gegen das Elend tut, als wir uns träumen lassen. Wir sehen es nur nicht. Denn Gott wirkt für uns unsichtbar, still und leise, auf unscheinbare Weise. Er wirkt nicht wie ein magisches Spektakel, wie eine beeindruckende Zaubershow, der die Massen zujubeln. Er wirkt in den unzähligen Gesprächen, Telefonaten, Gesten und gegenseitigen Beeinflussungen, in denen sich menschliche Beziehungen gestalten und Entscheidungen aufbauen. Und er wirkt darin immer zum Guten.</div><div><br></div><div>„Lass uns nicht verloren sein": Wie oft mag Angela Merkel das in ihrer Amtszeit gedacht, nein: gebetet haben? Das wird ihr Geheimnis bleiben.</div><div><br></div><div>Zu ihrer Auswahl des Kirchenliedes fällt übrigens den meisten Medien nichts anderes ein, als auf ihre Herkunft aus einem Pfarrhaus zu verweisen. Dass sie im christlichen Glauben gegründet sein könnte, übersteigt offenbar die Vorstellungskraft unserer Medienlandschaft.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 03 Dec 2021 10:46:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Donnerstag, 2. Dezember 2021]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000E1"><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs16lh1-5 cf1 ff1"><i><b>ERICH KÄSTNER</b></i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Die Flüchtlingsfrau:</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Ihr redet viel von Jesus Christ.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und es schneit. Und mich friert. Und es schneit ...</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Ob euer Herz aus Eisen ist?</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Der Mensch tut sich nur selber leid.</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und es schneit. Und mich friert. Und es schneit ...</span></i></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Unser eigenes Leid fühlen wir an Körper und Seele. Das Leid der Flüchtlinge sehen wir nur in Bildern. Es bleibt fern und abstrakt. Nur wer es an sich heranlässt und sich einfühlt, spürt selbst etwas davon.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Gott fühlt, wie die Flüchtlinge fühlen. Er fühlt ihr Frieren. Er fühlt auch unser Frieren, unseren Schmerz - so, wie er den Schmerz Jesu fühlte. Er wurde Mensch und leidet wie Menschen. Er erträgt es, dass den Frierenden nicht geholfen wird. Er erträgt die Härte unseres Herzens.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Nur wer mit ihnen friert, dem wird das Herz weich.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2">Quelle: Barbara und Hans Hug (Hg.): Blätter, die uns durch das Jahr begleiten. Ein immerwährender Kalender mit 365 Geschichten. Kreuz Verlag Stuttgart, 3. Aufl. Stuttgart 1992. 17. Dezember. Dort zitiert aus: Erich Kästner: Gesammelte Schriften für Erwachsene. Atrium Verlag, Zürich 1969. Copyright by Erich Kästner Erben, München.</span></div></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 01 Dec 2021 23:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Mittwoch, 1. Dezember 2021]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000E0"><div><br></div><div><div><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1"><b>Das eigentliche Anliegen der Rede von der „Dreieinigkeit" ist doch wohl dies, dass uns gesagt wird: im Sohn und im heiligen Geist begegnet uns wirklich Gott; nicht nur ein bisschen etwas Göttliches, nicht nur ein Funke göttlichen Feuers, sondern Gott selbst, ganz und ungeschmälert Gott. Wir dürfen Gott also nicht noch hinter Jesus Christus und hinter dem heiligen Geist suchen als das unbekannte Etwas, von dem diese bloß zeugen, bloß einen Abglanz vermitteln. [...] „Dreieinigkeit" will also das Wunder umschreiben, das sich ereignet hat: Gott ist nicht nur als der Vater in himmlischer Herrlichkeit für sich geblieben, sondern als Sohn zu uns getreten, um uns zu retten, und als heiliger Geist in unsere Herzen eingedrungen, um allen Trotz zu überwinden, und immer ist es der eine, gleiche, ganze Gott.</b></span></i></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b>Eduard Schweizer</b></span></i></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes steht in dem Ruf, eine theologische Konstruktion zu sein, die für unseren Glauben nichts austrägt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2">Ich halte das Gegenteil für richtig. Denn die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes bringt Gottes Geschichte mit uns auf den Punkt: Gott in seiner ganzen Fülle hat sich uns in dem Menschen Jesus von Nazareth gezeigt, und Gott in seiner ganzen Fülle will in uns wirken und uns zu neuen Menschen machen – nicht erst irgendwann einmal, sondern schon jetzt.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2">Quelle: Eduard Schweizer: Einübung im Glauben anhand des Heidelberger Katechismus. Vadian Verlag St. Gallen 1953. S. 23f. Orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung.</span></div></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 30 Nov 2021 23:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wie ist Gott allmächtig?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000EA"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wie ist Gott allmächtig?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/11/2021</span></div><div><br></div><div>Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen.</div><div><br></div><div>Wenn ich diese Worte des Glaubensbekenntnisses spreche, denke ich beim Ausdruck „Allmächtiger" nicht an einen Gott, der überall in der Welt alles bewirkt, der über alle menschlichen Taten und Gedanken Macht ausübt, der nichts anderes neben sich gelten lässt und alle anderen Mächte unterdrückt, der die einzige Kraft im gesamten Universum ist und der unberührt von allem Weltlichen seinen Willen durchsetzt.</div><div><br></div><div>Ich denke stattdessen an einen Gott, der die Macht hat, uns so sehr zu lieben, dass er von allem, was in der Welt geschieht, angerührt und bewegt wird, der in seiner Liebe mit uns und allen Geschöpfen leidet unter dem, was in der Welt geschieht, der die Schlechtigkeit unseres Wollens und Tuns erträgt <span class="fs14lh1-5">bis dahin, dass er sich selbst töten lässt, </span><span class="fs14lh1-5">und uns trotz allem vergibt und das Leben erhält, der still und leise viel Böses verhindert, ohne dass wir es merken, der das verbleibende Böse letztlich zum Guten wendet, der die Welt seinem guten Ziel entgegenführt und der am Ende, ganz am Ende und in aller Ewigkeit, in allem alles sein wird (1Kor 15,28). Dann wird alles, was ist, frei und voller Freude mit ihm und seinem Willen eins sein.</span></div><div><br></div><div>So glaube ich an Gott, den Vater, den Allmächtigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 30 Nov 2021 14:04:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Dienstag, 30. November 2021]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000DE"><div><br></div><div><div><b><i><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Ich sagte zu meiner Seele, sei still und lass die Dunkelheit über dich kommen. Es mag die Dunkelheit Gottes sein.</span></i></b></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><b><i><span class="cf1">T.S. Eliot</span></i></b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf2">Im Leben mit Gott ist nicht alles Freude und Licht. Auch Glaubenden bleibt mitunter nichts erspart. Doch wie Gott Licht schaffen kann, so auch Finsternis (Jes 45,6f). Es mag sein, dass er unser Leben eine Zeit lang in Dunkelheit hüllt. Er tut das aber nicht, um uns zu zerstören, sondern um uns zu retten.</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><div><span class="cf2">Manche Dunkelheiten werden wir nicht verstehen. Bei anderen kann es sein, dass wir durch sie im Glauben gefestigt und für kommende dunkle Zeiten gerüstet werden. So ist Licht auch in der Finsternis (Ps 139,11f).</span></div></div><div><br></div><div><span class="cf2">Gott kam in Jesus Christus in die Finsternis der Welt. Darum lass dich nicht durch das Dunkle, Deprimierende, Unverstandene</span><span class="fs14lh1-5 cf2"> irritieren. Vielmehr vertraue darauf, dass Gott auch in der Finsternis an deiner Seite ist und dich dem Licht entgegenführt (Ps 23,4).</span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div><span class="cf2"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2">Quelle: Richard Rohr mit Mike Morrell: Der göttliche Tanz. Wie uns ein Leben im Einklang mit dem dreieinigen Gott zutiefst verändern kann. Adeo Verlag, Asslar 2017. S. 228. Dort zitiert aus: T.S. Eliot: „East Coker". In: Four Quartets. New York 1943. S. 14.</span></div></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 29 Nov 2021 23:01:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?theologischer-adventskalender-dienstag,-30--november</link>
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		</item>
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			<title><![CDATA[Theologischer Adventskalender Sonntag, 28. Nov. '21 - 1. Advent]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Adventskalender"><![CDATA[Adventskalender]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000DC"><div><br></div><div><div><blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><b><span class="fs16lh1-5 cf1 ff1">RAINER MARIA RILKE</span></b></i></div></div><div><br></div><div><i><b><span class="imUl fs18lh1-5 cf1 ff1">Argwohn Josephs</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Und der Engel sprach und gab sich Müh</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">an dem Mann, der seine Fäuste ballte:</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Aber siehst du nicht an jeder Falte,</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">dass sie kühl ist wie die Gottesfrüh.</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Doch der andre sah ihn finster an,</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">murmelnd nur: Was hat sie so verwandelt?</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Doch da schrie der Engel: Zimmermann,</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">merkst du's noch nicht, dass der Herrgott handelt?</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Weil du Bretter machst, in deinem Stolze,</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1">willst du wirklich </span></b><span class="cf1"><b class="fs18lh1-5 ff2">den</b> </span><b class="fs18lh1-5 ff1"><span class="cf1">zur Rede stelln,</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">der bescheiden aus dem gleichen Holze</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Blätter treiben macht und Knospen schwelln?</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Er begriff. Und wie er jetzt die Blicke,</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">recht erschrocken, zu dem Engel hob,</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">war der fort. Da schob er seine dicke</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i><b><span class="fs18lh1-5 cf1 ff1">Mütze langsam ab. Dann sang er lob.</span></b></i></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote><blockquote><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></blockquote></blockquote></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2">Joseph sieht die Verwandlung, die sich an Maria vollzieht. Er sieht aber nicht den, der sie verwandelt.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2">Blind für Gott laufen wir manches Mal durchs Leben, sehen nur die „harten Fakten", die mühsam gezimmerten Bretter und Balken, sehen das Ärgerliche, Ungewohnte, Unverstandene – nicht aber den, der in alldem Gutes, Wunderbares, Heiliges wirkt.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2">Auch im Schweren wirkt Gott. Auch das Ärgerliche und Unverstandene muss ihm dienen. Wenn wir das glauben, können wir lobsingen – jeden Tag, wenigstens ganz leise.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><br></span></div><div><br></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2">Quelle: Wunderbare Weihnachtszeit. Ein Hausbuch. Herausgegeben von Adolf Haslinger. Residenz Verlag, Salzburg / Wien 1991. S. 14. Orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung.</span></div></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2"><br></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1 cf2"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 27 Nov 2021 23:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wer ist eigentlich David Kolenda, Evangelist?]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000E9"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wer ist eigentlich David Kolenda, Evangelist?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="imUl fs11lh1-5"><b><a href="https://yellow.casa/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></b></span><span class="fs11lh1-5"> | 27/11/2021</span></div><div><br></div><div>Als ich noch jung und theologisch unerfahren war, hatte ich mich guter Dinge mal irgendwo bei einem Newsletter angemeldet, den ich vermutlich vergessen hatte, abzubestellen.</div><div><br></div><div>Da schreibt mir also ein Herr David Kolenda, dass er irgendwie missionarisch unterwegs ist. Ich google nach ihm und sehe, Herr Kolenda hat offensichtlich</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„[…] als Missionar und Evangelist mehr als 22 Millionen Menschen in Open-Air-Großevangelisationen </span><span class="cf1"><b>persönlich </b></span><span class="cf1">zum Herrn geführt – in einigen der gefährlichsten, schwierigsten und abgelegensten Gebieten der Erde."</span></i></span></div><div><span class="fs11lh1-5"><a href="https://www.cfan.eu/de/ueber-uns/daniel-kolenda/" target="_blank" class="imCssLink">Quelle</a></span></div><div><br></div><div>Persönlich also. Meiner Vorstellung nach müsste da demnach also mindestens je ein persönliches Gespräch stattgefunden haben.</div><div><br></div><div>Ich habe mal nachgerechnet. Angenommen, Herr Kolenda hätte, in Anbetracht der schwierigen und gefährlichen und abgelegenen Gebiete, in denen er offensichtlich zu arbeiten pflegt, doch zumindest eine Minute Zeit für jedes persönliche Gespräch gehabt, und angenommen, er würde 12 Stunden jeden Tag arbeiten und durchgehend diese Gespräche führen und bräuchte nur eine weitere Minute, um sich einem anderen Gesprächspartner für das 1-Minuten-Gespräch zuzuwenden, dann würde er 30 Gespräche in einer Stunde schaffen. Das wären bei seinen täglichen 12 Stunden Arbeit dann also 360 Gespräche.</div><div><br></div><div>Weiter angenommen, Herr Kolenda hätte nur drei Wochen Urlaub im Jahr, eine zu Weihnachten, eine zu Ostern und eine zu Pfingsten, dann würde er an den verbleibenden 344 Tagen insgesamt in jedem Jahr also 123.840 derartige Gespräche führen können, Mittagspause und Zeit für den Toilettengang und etwas zu Trinken noch gar nicht eingerechnet.</div><div><br></div><div>Insgesamt hätte er für alle 22 Millionen persönlichen Gespräche dann also 177,5 Jahre gebraucht. Das ist schon erstaunlich, dabei schaut er doch noch so jung aus.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte die missionarische Arbeit an sich gar nicht schlecht reden. Allerdings kommen mir bei derart großen Menschenmassen, die angeblich alle bekehrt wurden, persönlich noch dazu, doch auch ein paar Bedenken, ob das denn tatsächlich so stimmen kann. 22 Millionen bekehrt. Persönlich. Aha.</i></span></div><div><br></div><div>Von <span class="imUl fs14lh1-5"><b><a href="https://yellow.casa/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></b></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 27 Nov 2021 14:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Über Dummheit (Teil 2)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000DF"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Über Dummheit (Teil 2)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/11/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Der <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?ueber-dummheit--teil-1-" class="imCssLink">erste Teil</a></span> dieses Artikels beschäftigte sich mit den Fragen, was Dummheit eigentlich ist und wie sie mit Massenbewegungen zusammenhängt. Dieser zweite Teil fragt danach, wie wir mit Dummheit umgehen können und wo sich Dummheit gegenwärtig konkret zeigt. Außerdem gibt es eine kurze Zusammenfassung dessen, was mir an Einsichten über die Dummheit wichtig geworden ist.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><b><br></b></span></div><div class="imHeading2">5. Zum Umgang mit Dummheit</div><div><br></div><div>Wie wir Dummheit begegnen können, darüber gehen die Meinungen auseinander. <span class="fs14lh1-5"><i>Harald Welzer</i></span> betont [1]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es gibt eine moralische Verantwortung, gegen Dummheit Position zu beziehen, wo immer sie in Erscheinung tritt. Das ist mühsam, tut manchmal weh und steht immer unter der dunklen Wolke der Vergeblichkeit. (S. 250)</span></i></span></div><div><br></div><div>Anders urteilt <span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> [2]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen [...] Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch [...]; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich. (S. 16f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich persönlich habe monatelang Kontakt zu einem Bekannten aus der Jugendzeit gehabt und mich mit ihm über die politische Situation ausgetauscht. Der Kontakt wurde immer wieder von ihm gesucht, und viele E-Mails flogen hin und her. Dabei hatte ich das Gefühl, dass ich ihn nicht erreichen kann. Alle Argumente, die ich brachte, schienen nicht zu zählen. Mehrmals hat er dann den Dialog abgebrochen, bis er sich das nächste Mal meldete. Aber es war etwas wie eine Mauer zwischen uns. Es war genau so, wie Bonhoeffer es beschrieben hat: Argumente zählten nicht, Tatsachen wurden nicht geglaubt, er setzte seine „Tatsachen" dagegen, Andersdenkende wurden verunglimpft, und irgendwann war er so gereizt, dass er den Kontakt ganz abgebrochen hat. Ich habe von anderer Seite gehört, dass dort ähnliche Erfahrungen gemacht wurden.</div><div><br></div><div>Wie also soll man im Umgang mit Dummheit verfahren? Ich denke, man sollte zunächst das Gespräch mit einem Menschen suchen. Man merkt ja ziemlich schnell, ob die eigene Meinung zumindest wahrgenommen wird oder nicht. Wenn allerdings nach geraumer Zeit kein Entgegenkommen spürbar ist, halte ich es für angebracht, sich nicht weiter um eine Annäherung zu bemühen. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, muss jede und jeder selbst entscheiden. Aber viel Zeit und Energie in ein offensichtlich aussichtsloses Unternehmen zu stecken, scheint mir nicht sinnvoll. Da gibt es wahrscheinlich wichtigere Dinge zu tun.</div><div><br></div><div>Insofern sehe ich sowohl „eine moralische Verantwortung, gegen Dummheit Position zu beziehen, wo immer sie in Erscheinung tritt" (<span class="fs14lh1-5"><i>Welzer</i></span>), als auch einen Schlusspunkt aller Versuche, „den Dummen durch Gründe zu überzeugen" (<span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer</i></span>).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>eröffnet übrigens noch einen ganz anderen Weg, Dummheit zu überwinden, den ich auch für entscheidend halte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es ist gerade hier ganz deutlich, daß nicht ein Akt der Belehrung, sondern allein ein Akt der Befreiung die Dummheit überwinden könnte. Dabei wird man sich damit abfinden müssen, daß eine echte innere Befreiung in den allermeisten Fällen erst möglich wird, nachdem die äußere Befreiung vorangegangen ist; bis dahin werden wir auf alle Versuche, den Dummen zu überzeugen, verzichten müssen. [...] Das Wort der Bibel, daß die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit sei (Psalm 111,10), sagt, daß die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzige wirkliche Überwindung der Dummheit ist. (S. 18)</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>reflektiert hier seine enttäuschenden Erfahrungen während des Nazi-Regimes und spielt auf den weisheitlichen Grundsatz an, dass die Furcht Gottes der Anfang aller Weisheit und damit das Ende der Dummheit ist. Es ist wohl nicht falsch, dass die äußere Machtausübung eine innere Befreiung erschweren kann. Dennoch verstehe ich den Akt der inneren Befreiung als eine Tat Gottes und würde nicht voraussetzen, dass der inneren Befreiung zunächst die äußere Befreiung vorangegangen sein muss. Ich halte es für möglich, dass eine Tat Gottes auch bei äußerer Gefangenschaft eines Menschen dessen innere Befreiung bewirken kann.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Michael Kröger</i></span> hat in einem Kommentar zum <span class="fs14lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?ueber-dummheit--teil-1-" class="imCssLink">ersten Teil dieses Artikels</a></span> darauf hingewiesen, dass Menschen in gesellschaftlichen Krisen umso mehr dazu neigen, „an ihren alten Gewohnheiten, Vorurteilen und Trägheiten ängstlich festzuhalten". Ich finde das einleuchtend und verständlich, weil das Alte und Wohlbekannte für uns handhabbar ist, das Neue und Unbekannte aber nicht. Darum erfordert es Mut und innere Standfestigkeit, das Neue und Unbekannte zu akzeptieren und sich darauf einzulassen.</div><div><br></div><div>Ich denke, dabei kann der Glaube helfen, dass unser Leben letztlich immer Unwägbarkeiten mit sich bringt und dass wir trotz alles nicht Planbaren in Gottes Hand gut aufgehoben sind. Das würde der biblischen Sicht entsprechen, dass die Ehrfurcht vor Gott, also die Anerkennung Gottes und der Glaube an ihn, der Grund innerer Freiheit und damit auch der Grund eines von Verführung und Verblendung befreiten Verhaltens ist. Denn ein Mensch, der sich auch in den Krisen des Lebens „von guten Mächten wunderbar geborgen" weiß, ist frei davon, sich angesichts neuer Probleme an Altbekanntes zu klammern. Er muss sich nicht der Illusion hingeben, alles unter Kontrolle zu haben.</div><div><br></div><div>Das schließt nicht aus, dass auch höchst religiöse Menschen innerlich gebunden sein können, dass also ihre Ehrfurcht vor Gott und ihr Glaube nur eine unvollkommene Ehrfurcht und ein mangelhafter Glaube sein können.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Zusammenfassung</div><div><br></div><div>Ich möchte zunächst kurz das zusammenfassen, was mir von den bisherigen Einsichten wichtig geworden ist. Danach möchte ich diese Einsichten auf unsere Gegenwart beziehen.</div><div><br></div><div>Wichtig sind mir folgende Punkte geworden:</div><div><br></div><div><ul><li>Die Bibel stellt einen Zusammenhang her zwischen Dummheit einerseits und der Ablehnung Gottes sowie der Missachtung seiner der Schöpfung eingestifteten Ordnungen und seines heilsamen Willens andererseits. Unglaube ist demnach besonders der Gefahr der Dummheit ausgesetzt.<br></li><li>Religiöse Menschen können vordergründig gläubig sein, aber hinsichtlich ihres Lebenswandels in einem „praktischen Atheismus" (Gerhard von Rad) verharren [3].<br></li><li>Dummheit ist ein Mangel an Realitätssinn. Denn die der Schöpfung eingestifteten Ordnungen (Altes Testament) und die Hoffnung weckende Zukunft des Reiches Gottes (Jesus) sind Teil unserer Realität.<br></li><li>Dummheit ist ein Mangel an eigenem kritischen und selbstkritischen Denken. Das führt zu zweierlei: Einerseits wird allgemein Anerkanntes übernommen und Altbekanntes festgehalten. Andererseits lässt man sich leicht manipulieren und verführen.<br></li><li>Das Eintauchen in eine Masse Gleichgesinnter begünstigt Dummheit, weil abweichende Meinungen nicht mehr wahrgenommen werden und man sich stattdessen der Masse und ihren Meinungsmachern oder Führergestalten fraglos anschließt.<br></li><li>Der Reiz, zu einer Masse von Menschen zu gehören, besteht in dem Gefühl, dort Bedeutung und Macht zu haben, Einfluss nehmen zu können und seinem Leben einen Sinn zu geben.<br></li><li>Dummheit zeichnet sich durch ein hohes Maß an Unzugänglichkeit und Uneinsichtigkeit aus. Sie lässt sich auch durch gute Argumente nur schwer eines Besseren belehren. Jeder gegen Dummheit argumentierende Mensch muss daher selbst entscheiden, wann für ihn die Fortsetzung der Überzeugungsarbeit aussichtslos und reine Energieverschwendung geworden ist.<br></li><li>Dummheit wird nicht allein durch naturgegebene Fähigkeiten des Menschen überwunden. Sie wird vielmehr überwunden durch den Geist Gottes, der von Dummheit nicht durch Macht und Stärke befreit, sondern dadurch, Gottes „Schwäche", die in Wahrheit Stärke ist, zu teilen. Das heißt: Der vom Geist Gottes erfüllte Mensch kann zum einen an der „Schwachheit" der in Not geratenen Geschöpfe Anteil nehmen und dadurch bewegt weise handeln (Paulus, <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer</i></span>). Er kann zum anderen zu seiner „Schwäche" stehen, das Leben trotz aller Bemühungen letztlich nicht unter Kontrolle zu haben, und sich deshalb im Vertrauen auf Gottes Geleit neuen, noch unbekannten Versuchen zur Problemlösung öffnen.<br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Aktualisierungen</div><div><br></div><div>Weil wir alle manchmal dumme Gedanken haben, dummes Zeug reden und dumme Sachen machen, spreche ich nicht von dummen Menschen, sondern vom dummen Verhalten von Menschen, die durchaus nicht prinzipiell dumm sein müssen. Eine klare Scheidung zwischen Dummen und Klugen gibt es nicht, wenngleich es sicher Menschen gibt, denen dummes Verhalten näherliegt als anderen und die deshalb öfter etwas Dummes tun als andere.</div><div><br></div><div>Das vorausgeschickt möchte ich die gewonnenen Einsichten auf vier aktuelle gesellschaftliche Problemkomplexe anwenden.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Klimawandel</i></span></div><div><br></div><div>Eine wichtige christliche Einsicht besteht darin, dass Gott seiner Schöpfung Ordnungen eingestiftet hat, denen zu folgen vor Dummheit bewahrt. Hier ist im globalen Bereich zum Beispiel der Umgang mit dem Klimawandel zu nennen. Den Klimawandel zu leugnen oder seine Eindämmung in der Praxis zu unterlaufen, wird man als dumm bezeichnen dürfen, weil die natürlichen Ordnungen der Schöpfung damit missachtet werden.</div><div><br></div><div>Man kann diesbezüglich von einem „praktischen Atheismus" (<span class="fs14lh1-5"><i>Gerhard von Rad</i></span>) sprechen, der seit Jahrzehnten unser Handeln bestimmt. Denn wir haben die Warnungen vor den Grenzen des Wachstums auf Kosten der natürlichen Ressourcen, die es seit den 1970er Jahren gibt, weitgehend in den Wind geschlagen. Die Folgen dieses Handelns bekommen wir jetzt in neuer Schärfe zu spüren. Ein konsequent anderes Denken und vor allem <span class="fs14lh1-5"><b>Handeln </b></span>ist in weiten Teilen der Welt noch nicht erkennbar. Stattdessen werden wider besseres Wissen die natürlichen Ordnungen weiterhin verletzt.</div><div><br></div><div>Für sogenannte „Klimaleugner" stellt sich außerdem das Problem, dass sie sich meist in einer Blase Gleichgesinnter bewegen, so dass sie ihre Gesinnung nicht kritisch beleuchten und in Frage stellen. Das führt zu einem Verlust von Realitätssinn, zu Verführbarkeit, Verblendung und Unbelehrbarkeit (siehe zum christlichen Begriff der „Verstockung" auch den Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?eine-aktuelle-verh%C3%A4rtung--ihre-folgen-und-ihre-heilung" class="imCssLink">Eine aktuelle Verhärtung, ihre Folgen und ihre Heilung</a></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Corona-Pandemie</i></span></div><div><br></div><div>Dasselbe gilt für sogenannte „Coronaleugner". Auch sie befinden sich oft in einer Blase Gleichgesinnter. Die Pandemie, die Gefährlichkeit der Erkrankung oder gar die Existenz des Virus zu leugnen, kann man aber angesichts der naturwissenschaftlichen Belege als dumm bezeichnen. Es ist schlichtweg Realitätsverweigerung.</div><div><br></div><div>Anders sehe ich diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen. Man kann sie nicht alle über einen Kamm scheren, sondern muss differenzieren. Denn die Impfung gegen das Virus zu verweigern, kann viele unterschiedliche Beweggründe haben (siehe auch die neue <a href="https://www.badisches-tagblatt.de/Nachrichten/Studie-Wurzeln-der-Querdenker-Bewegung-im-linken-Milieu-115203.html" class="imCssLink"><span class="imUl fs14lh1-5">S</span><span class="imUl">tudie zu sogenannten „Querdenkern" in Baden-Württemberg</span></a>). Ich kann hier nur auf einige Gründe, sich nicht impfen zu lassen, eingehen.</div><div><br></div><div>Es gibt Menschen, die aus sozial prekären Verhältnissen kommen, sich vom öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen fühlen und genug damit zu tun haben, ihr tägliches Leben zu organisieren. Die Sorge um den täglichen Lebensunterhalt ist für sie mitunter wichtiger als eine Impfung. Schwer verständliche staatliche Vorgaben und ein kompliziertes Anmeldeverfahren zur Impfung können weitere Hemmnisse sein, den Weg zur Impfung anzutreten. Hier würde ich nicht von Dummheit sprechen, sondern von Überforderung.</div><div><br></div><div>Andere Menschen haben schlicht keinen Hausarzt und seit Jahren überhaupt keinen Arzt mehr aufgesucht. Das kann man als dumm bezeichnen. Es erschwert jedenfalls für manche den Gang zum Arzt oder ins Impfzentrum. Hilfreich könnte es sein, wenn staatlich organisiert der Arzt zu den Menschen kommen würde, z.B. in die Siedlung, in den Supermarkt, auf den Marktplatz. Dumm könnte es sein, wenn der Staat diese Möglichkeiten nicht erkennt und nicht in ausreichendem Maße praktiziert.</div><div><br></div><div>Des weiteren gibt es Menschen, welche die dringende Notwendigkeit einer Impfung nicht erkannt und sich deshalb die Zeit für das Impfverfahren nicht genommen haben. Sie fühlen sich fit genug, eine Infektion auch ohne Impfung zu überstehen. Die Gefahr einer schweren Erkrankung wird von ihnen möglicherweise verdrängt. Das ist zwar dumm, aber der Verdrängungsmechanismus ist kein Einzelfall. Ich gehe davon aus, dass Verdrängung von Gefahren von uns allen hier und da praktiziert wird. Insofern sind wir alle vor Dummheit nicht gefeit.</div><div><br></div><div>Andere Menschen haben echte Angst vor den Nebenwirkungen einer Impfung und lassen sich deshalb nicht impfen. Sie sind vielleicht sogar gut informiert, trauen aber den Aussagen der Experten nicht. Fakt ist, dass die vorliegenden Impfungen kein jahrelanges Prüfverfahren durchgemacht haben. Angst ist nicht Dummheit, sondern kann ein Warnsignal sein. Sie ist aber nicht immer ein guter Ratgeber.</div><div><br></div><div>Hier könnte eine umfangreiche staatliche Aufklärungskampagne helfen, die aber in meinen Augen nicht stattgefunden hat. Dennoch steht allen, die Angst haben, in den verfügbaren Medien ausreichend Informationsmaterial zur Verfügung. Außerdem zeigt die Statistik, dass bei inzwischen Milliarden weltweit geimpfter Menschen schwere Impfnebenwirkungen nur bei einem verschwindend geringen Anteil der Geimpften aufgetreten sind und dass die Gefahr durch eine Erkrankung um ein Vielfaches größer ist als durch eine Impfung.</div><div><br></div><div>Über Spätfolgen der Impfung lässt sich naturgemäß noch nichts Endgültiges sagen. Es gibt zwar Expertinnen und Experten, die eine Gefahr von Spätfolgen sehen. Meines Wissens ist es aber eine große Mehrheit, die Spätfolgen ausschließt.</div><div><br></div><div>Ich tue mich schwer damit, einen Menschen, der sich um seine Gesundheit sorgt, als dumm zu bezeichnen. Allerdings könnte es dumm sein, die zur Verfügung stehenden Informationen und Statistiken nicht in angemessener Weise wahrzunehmen und zu interpretieren und sich stattdessen auf unseriöse Informationsquellen zu berufen.</div><div><br></div><div>Aus christlicher Sicht kann ich nur sagen: Der Glaube, dass das eigene Leben letztlich weder einer Impfung noch einer Infektion ausgeliefert ist, sondern in Gottes Hand liegt, ist ein gutes Mittel auch gegen die Angst. Der Glaube liefert sich Gott aus, ohne leichtsinnig zu sein.</div><div><br></div><div>Das bedeutet auch, dass ein glaubender Mensch nicht davon ausgehen kann, Gott werde ihn schon vor einer schweren Erkrankung bewahren. Das Jesuswort „Ich habe euch Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten" (Lk 10,19) ist kein Freibrief zur Unvernunft, sondern eine Verheißung für Notsituationen, in denen Gott uns seine Hilfe und Rettung gewähren <span class="fs14lh1-5"><b>will</b></span>. Das schließt die Hoffnung ein, dass Gott rettet, wenn er es <span class="fs14lh1-5"><b>will </b></span>und nicht, wenn wir es uns <span class="fs14lh1-5"><b>wünschen</b></span> oder gar <span class="fs14lh1-5"><b>herausfordern</b></span>. Das Jesuswort muss darum immer im Zusammenhang mit dem anderen Wort gesehen werden „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen" (Lk 4,12).</div><div><br></div><div>Es gibt auch Menschen, die eine Impfung als Eingriff in die natürlichen Abläufe ihres Körpers verstehen (z.B. Anhänger der Homöopathie, der Esoterik oder der Anthroposophie). Sie möchten ihrem Körper keine „unnatürlichen" Stoffe zuführen. Ich kann das Argument verstehen, weise aber darauf hin, dass ein solcher Mensch dann konsequenterweise auch keinerlei chemisch hergestellte Medikamente zu sich nehmen dürfte. Das wiederum halte ich für fragwürdig, weil ich denke, dass auch diese Medikamente Gaben Gottes sind, die er durch Menschen herstellen lässt. Außerdem tragen wir ja auch mit Chemikalien gefärbte Kleidung am Körper, nutzen chemisch hergestellte Kunststoffe und hantieren im Haushalt mit einer Vielzahl anderer chemisch gewonnener Materialien. Man kann zwar versuchen, den Gebrauch solcher Materialien so gering wie möglich zu halten, aber gerade eine Impfung, die Leben retten kann, sollte dann nicht unbedingt dazu dienen, die Aufnahme von Chemikalien durch unseren Körper zu verringern.</div><div><br></div><div>Ein Teil der Menschen unterliegt der Gefahr, durch Verschwörungsmythen zu dummem Verhalten bewegt zu werden. Man kann sich in solche Mythen geradezu hineinsteigern. Das kann man nur dumm nennen, und es demonstriert die Verführbarkeit von Menschen. Dagegen hilft nur eigenständiges und auch selbstkritisches Denken.</div><div><br></div><div>Diese Aufzählung von Gründen, sich nicht impfen zu lassen, ist, wie gesagt, nicht vollständig. Sie zeigt aber, dass nicht alle „Impfverweigerer" gleichermaßen als dumm zu bezeichnen sind. Ich würde diesen Menschen auch zugestehen, die Impfung zu verweigern, dann aber mit der Verpflichtung, Kontakte zu anderen so stark wie möglich einzuschränken und sich regelmäßig zu testen, um so eine Ansteckung anderer zu vermeiden.</div><div><br></div><div>Ich will noch einmal betonen, dass es mir nicht darum geht, einen Menschen als durchweg dumm zu bezeichnen. Es geht mir nur darum, auf mögliche dumme Verhaltensweisen in der Frage der Impfung hinzuweisen. Dumm und eine Art Realitätsverweigerung könnte es jedenfalls sein, eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse nicht gelten zu lassen oder sich wissenschaftlichen Außenseitermeinungen anzuschließen, die einer Nachprüfung nicht standhalten. Auf der anderen Seite könnte auch eine kritiklose Wissenschaftsgläubigkeit dumm sein.</div><div><br></div><div>Klug würde ich es nennen, für die vorhandenen Impfstoffe dankbar zu sein, ihre relative Sicherheit bei inzwischen Milliarden geimpfter Menschen anzuerkennen, die Gefahren der Erkrankung nicht zu unterschätzen und folglich durch eine Impfung sich und andere zu schützen. Und wenn jemand stichhaltige Informationen über gefährliche Nebenwirkungen der Impfung zu haben meint, wäre es klug, diese mit den Informationen Andersdenkender (das müssen keine Ärzte oder Wissenschaftler sein) abzugleichen. Nur durch das Gespräch mit Andersdenkenden entgeht man der Blase Gleichgesinnter, in der man nicht dazulernen kann und deshalb unbelehrbar bleibt. Ein solches Verhalten wäre dann wirklich dumm (das gilt natürlich auch für diejenigen, die eine Impfung befürworten und sich mit Gegenargumenten gar nicht befassen).</div><div><br></div><div>Eine Impfpflicht für alle halte ich in Deutschland für unangebracht. Und zwar aus zwei Gründen:</div><div><br></div><div>Zum einen wäre eine Impfpflicht ein Eingriff in das Recht des Menschen, selbst zu bestimmen, was seinem Körper zugeführt werden darf und was nicht. Dieses Recht hat freilich – wie jedes Recht – seine Grenze in der Gefährdung des Mitmenschen. Darum kann eine Impfpflicht für Menschen, die „körpernahe Dienstleistungen" erbringen, sinnvoll sein. Für alle anderen nicht Impfwilligen würden Sonderregelungen über Kontaktbeschränkungen ausreichen, wie sie jetzt auch in Deutschland beschlossen wurden. Diese Sonderregelungen, zum Beispiel kein oder nur eingeschränkter Zutritt zu Cafés, Restaurants und Veranstaltungen, müssten die Impfverweigerer in Kauf nehmen, weil ihr Recht, sich nicht impfen zu lassen, zugleich die Pflicht bedeutet, andere vor Ansteckung zu bewahren. Als dumm, weil unsozial, kann man es bezeichnen, wenn jemand auf sein Recht pocht, ohne die damit verbundene Verantwortung für seine Mitmenschen in den Blick zu nehmen. <span class="fs14lh1-5">Die Regelungen müssten allerdings konsequent überprüft und durchgesetzt werden. Sollte das nicht möglich sein, entfällt dieses Argument.</span></div><div><br></div><div>Zum anderen aber, und das ist mir noch wichtiger, halte ich eine Impfpflicht <span class="fs14lh1-5"><b>für alle</b></span> in Deutschland für nicht angebracht, weil sie von allen maßgeblichen deutschen Politikern immer wieder kategorisch ausgeschlossen wurde. Das war wahrscheinlich dumm, weil man in dieser Pandemie niemals etwas ausschließen sollte. Doch würde man jetzt trotz dieser Festlegung eine Impfpflicht für alle einführen, dann würde das die Politik (einmal mehr) als unehrlich und vertrauensunwürdig darstellen und in der Folge davon Staatsverdrossenheit und Demokratiefeindlichkeit erhöhen. Ich halte Ehrlichkeit und Verlässlichkeit in der Politik (wie auch im sonstigen Leben) für eines der höchsten Güter, das auch die Demokratie stabilisiert. Dieses Gut einfach über Bord zu werfen, wäre dumm. Es würde auch der christlichen Gottesbeziehung widersprechen, die sich durch Wahrhaftigkeit und Vertrauen auszeichnet. Wahrhaftigkeit und Vertrauen sollen aber auch zwischen Menschen praktiziert werden.</div><div><br></div><div>Aber könnte es nicht klug sein, den Fehler, eine Impfpflicht auszuschließen, jetzt einzugestehen und doch noch eine Impfpflicht zu verhängen? Als letzte Notlösung könnte ich mir das vorstellen. Aber es müsste das echte, überzeugende Eingeständnis eines Fehlers sein, verbunden mit einer Entschuldigung. Dass gegenwärtig über eine Impfpflicht so diskutiert wird, als habe es deren Ausschließung nie gegeben, spricht nicht gerade dafür, dass die beteiligten Politiker in ihrer früheren Festlegung einen Fehler sehen.</div><div><br></div><div>Ich denke, es wäre klug gewesen, wenn die Politik konsequent versucht hätte, mit ihren die Pandemie eindämmenden Maßnahmen <span class="fs14lh1-5"><b>vor </b></span>die Welle zu kommen, anstatt immer erst auf die bereits anrollende oder sogar über uns zusammenschlagende Welle zu <span class="fs14lh1-5"><b>reagieren</b></span>. Das ist bisher in Deutschland und manchen anderen Ländern nicht geschehen, obwohl man um die Notwendigkeit rechtzeitigen Handelns wusste. Ich kann dieses Versagen in Deutschland nur auf wahltaktische Überlegungen (mehrere Landtagswahlen, Bundestagswahl) und wirtschaftspolitische Interessen zurückführen, denen ein Vorrang gegenüber der Gesundheitspolitik eingeräumt wurde.</div><div><br></div><div>Wenn das stimmt, müsste man es wohl als dumm bezeichnen. Denn ein lascher Umgang mit der Pandemie muss früher oder später zu umso stärkeren Maßnahmen führen, die dann sowohl die regierenden Parteien in ein schlechtes Licht rücken als auch die Wirtschaft umso härter treffen. Mir scheint, ein konsequentes Eindämmen der Pandemie für eine kurze Zeit hätte weniger wirtschaftlichen Schaden angerichtet als das ständige Auf und Ab zwischen Öffnungen und (Teil-)Lockdowns. Auch in der aktuellen Situation ist ja keineswegs ausgemacht, ob es nicht noch einmal zu einem deutschlandweiten Lockdown kommen wird.</div><div><br></div><div>Die der Schöpfung eingestifteten Ordnungen Gottes lassen sich nicht umgehen. Oder weltlich gesprochen: Mit dem Virus kann man nicht verhandeln; es schlägt erbarmungslos zurück, wo es nicht ernst genommen wird. Das gilt auch für die Entstehung der Pandemie: Wo der Mensch dem Bereich, den Gott den Tieren vorbehalten hat, zu nahe kommt, wo also die dem Menschen gesetzte Grenze überschritten wird, da werden die Ordnungen missachtet. Diese Dummheit hat gefährliche Folgen. Aus ihr zu lernen, würde bedeuten, Gottes Schöpfung und ihre Ordnungen nicht weiterhin zu missachten.</div><div><br></div><div>Zum Schluss möchte ich noch zwei weitere Problemkomplexe in aller Kürze ansprechen.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Entwicklung von Feindbildern</i></span></div><div><br></div><div>Nach einer Zeit der Entspannung zwischen Ost und West stehen sich nunmehr China, Russland und „der Westen" wieder misstrauisch gegenüber. Probleme in den Beziehungen werden der jeweils anderen Seite zugeschoben. So baut sich nach und nach ein Feindbild auf, und das schwer errungene Klima der Entspannung wird innerhalb kurzer Zeit einem Gegeneinander geopfert. Dieses Gegeneinander wird als alternativlos dargestellt, weil die Schuld dafür ja immer dem jeweiligen Gegner zugeschoben wird.</div><div><br></div><div>Auch das ist eine Art der Realitätsverweigerung. Das vorhandene Feindbild bestimmt das Denken und Handeln. Man kann gar nicht anders, als jede Bewegung des Gegenübers misstrauisch und somit als potentiell feindlich zu betrachten. Jede als feindlich interpretierte Bewegung muss dann aber mit einer entsprechenden Gegenbewegung beantwortet werden, was die Eskalationsspirale nach oben treibt.</div><div><br></div><div>Klug wäre es, das eigene Denken und Handeln einmal selbstkritisch in den Blick zu nehmen. Christlich wäre es, Feindbilder gar nicht erst aufzubauen und einem (tatsächlichen oder imaginierten) Feind mit Gesprächsbereitschaft, Vertrauensvorschuss und deeskalierendem Verhalten zu begegnen. Das wären Mindestanforderungen christlicher Feindesliebe.</div><div><br></div><div><div>Ich hatte oft den Eindruck, dass die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel eine solche deeskalierende Politik versucht und damit auch Erfolge erzielt hat. Ihre stille Diplomatie hat wahrscheinlich öfter, als wir denken, Gutes bewirkt. Denn es ist uns Menschen als Gottes Geschöpfen eingestiftet, miteinander und nicht gegeneinander zu agieren. Ein gutes Leben gibt es nur im Miteinander. Es ist dumm, das in Frage zu stellen und das Gegeneinander für das Normale, Unvermeidliche und ausschließlich durch den „Gegner" Verschuldete zu halten.</div></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Beurteilung von Wirtschaftssystemen</i></span></div><div><br></div><div>Ein Gegeneinander wird auch oft bezüglich des kapitalistischen und kommunistischen Wirtschaftssystems konstruiert. Auch hierdurch werden Feindbilder aufgebaut.</div><div><br></div><div>Die sogenannten kommunistischen Systeme haben sich in den letzten Jahrzehnten so stark verändert, dass sie teilweise sehr kapitalistisch ausgerichtet sind. Es gibt auch in China und Russland milliardenschwere Oligarchen, die mit ihren Unternehmen Karriere gemacht und persönlichen Reichtum angehäuft haben. In den sogenannten kapitalistischen Systemen hingegen gibt es soziale Ordnungen, die einen hemmungslos agierenden Kapitalismus eindämmen sollen. Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist dies innerhalb der Grundrechte durch den Artikel 14 Absatz 2 ausgedrückt: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen".</div><div><br></div><div>Während im Kommunismus die sozialen Menschenrechte betont werden, sind es im Kapitalismus die Freiheitsrechte. Man könnte beide Systeme also (zumindest auch) als Ausdruck unterschiedlicher Akzentsetzungen verstehen. Jedenfalls aber hilft eine Verteufelung des jeweils anderen Systems nicht weiter und baut nur Mauern, wo Brücken gebaut werden sollten.</div><div><br></div><div>Es wäre klug, diese unterschiedlichen Akzentsetzungen und auch die Vorteile des jeweils anderen Systems anzuerkennen. Es wäre auch klug, davon auszugehen, dass beide Systeme nebeneinander existieren können, ohne feindliche Ansprüche gegeneinander geltend zu machen. Das würde auch bedeuten, keine Unwahrheiten oder Halbwahrheiten über das jeweils andere System zu verbreiten.</div><div><br></div><div>Diese kurzen Bemerkungen können natürlich nicht alle Facetten des Problems beleuchten. Sie wollen nur darauf hinweisen, welche Richtung ein gedeihlicher Umgang mit unterschiedlichen Wirtschaftsformen einnehmen könnte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">8. Schluss</div><div><br></div><div>Nach biblischer Vorstellung gründet Weisheit wahrscheinlich gar nicht so sehr in Sachargumenten, als vielmehr in Liebe: in der liebevoll zugewandten, nicht einfach „objektiv" distanzierten Beobachtung der Schöpfung und dann auch in der liebevollen Teilhabe am Leid der Schwächsten in der Gesellschaft und in der Welt; schließlich auch in der empathischen Teilhabe am anderen Menschen, auch am mir gegenüberstehenden Machthaber.</div><div><br></div><div>Eine solche Haltung gewinnt Einsichten aus einem wertschätzenden und teilnehmenden Einfühlen in die Schöpfung und die Geschöpfe und gelangt dann auch zu einem entsprechenden Handeln. Der so agierende Mensch tritt nicht als jemand auf, der die Phänomene und Menschen der Welt immer schon in gute und böse eingeordnet hat. Er nimmt vielmehr sich selbst auch kritisch in den Blick und unterstellt dem Gegenüber nicht von vornherein schlechte Absichten. Er tritt also nicht aus einer sich für überlegen haltenden Position der Stärke auf, sondern macht sich selbst in gewisser Hinsicht auch schwach. Er gibt darin sich selbst nicht auf, aber er überhebt sich auch nicht über den anderen und macht sich nicht zum alleinigen Herrscher über Gottes Schöpfung.</div><div><br></div><div>Im politischen Miteinander ist es nicht anders als im privaten: Es gelingt nur, wenn man sich selbst zurücknehmen und insofern schwach werden kann – wobei diese Schwachheit aber Stärke ist (1Kor 1,25-29; 2Kor 12,9f), weil sie allein ein gedeihliches Miteinander und ein gutes Leben für alle ermöglicht. Die Kraft zu dieser Schwachheit, die Stärke ist, gibt der Geist des Gottes, der selbst schwach wurde und in die Niederungen der Welt einging, um ein gutes Leben für alle seine Geschöpfe zu ermöglichen.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><span class="imUl">Anmerkungen</span>:</span></div><div><span class="fs12lh1-5">[1] Alle Welzer-Zitate aus: Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">[2] Alle Bonhoeffer-Zitate aus: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">[3] Gerhard von Rad: Weisheit in Israel, S. 91.</span></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs12lh1-15"><span class="imUl">Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs12lh1-15"><i>Bonhoeffer, Dietrich</i>: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. Neuausgabe. Chr. Kaiser Verlag, 3. Aufl. München 1985.<br></span></li><li><span class="fs12lh1-15"><i>von Rad, Gerhard</i>: Weisheit in Israel. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1992.<br></span></li><li><span class="fs12lh1-15"><i>Welzer, Harald</i>: Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens. S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2021.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 24 Nov 2021 08:35:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Über Dummheit (Teil 1)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000DA"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Über Dummheit (Teil 1)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/11/2021</span></div><div><br></div><div>Über die menschliche Vernunft, über unsere Intelligenz, wie man sie fördern und testen kann, und über den allgemeinen, besonders technischen Fortschritt wird viel geredet und geschrieben. Aber wenig hört und liest man über die menschliche Dummheit. Woran mag das liegen?</div><div><br></div><div>Vielleicht daran, dass wir die Gattung Mensch doch lieber in ein helles Licht rücken als in ein dunkles. Unsere eigene Dummheit passt nun mal nicht in ein helles Licht. Wenn es sie schon geben muss, dann möge sie lieber im Dunkeln bleiben ...</div><div><br></div><div>Trotzdem hat sich die <span class="fs14lh1-5"><i>Neue Zürcher Zeitung</i></span> in einem längeren Artikel der Dummheit gewidmet. Dort schreibt <span class="fs14lh1-5"><i>Lea Haller</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Für die pathologischen Ausprägungen der Dummheit – die realen kognitiven Beeinträchtigungen und den Wahnsinn – sind je eigene professionelle Einrichtungen zuständig. Wir haben, so scheint es, das Dummheitsrisiko mit Vollkasko abgesichert. Ja, wir halten uns gern für so überaus vernünftig, dass wir über unsere Vorfahren lachen, die noch nicht so gescheit waren wie wir. Die bei ihren Flugversuchen mit Holzflügeln von Kirchtürmen sprangen, der Schwerkraft folgend direkt in den Tod. Die mit schlechter Ausrüstung in hoffnungslose Kriege zogen. Die Amerika für Indien hielten. Heute wissen wir alles besser.</i></span></span><span class="cf1"> [1]</span></div><div><br></div><div>Dagegen setzt <span class="fs14lh1-5"><i>Haller </i></span>die provozierende Aussage:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Insgesamt hat die Dummheit über die Jahrhunderte, so unsere Hypothese, weder zu- noch abgenommen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist gefährlich, sich über die Dummheit zu äußern. Denn dadurch versetzt man sich selbst an einen Ort oberhalb der Dummheit: Man hält sich selbst für klug. Das könnte hochmütig sein:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hast du den gesehen, der sich selbst für klug hält? Für einen Dummen gibt's mehr Hoffnung als für ihn.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Spr 26,12. Alle Bibelzitate sind aus der BasisBibel, die Torheit und töricht meist mit Dummheit und dumm übersetzt.)</span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Überheblichkeit steht vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Spr 16,18)</span></i></div><div><br></div><div>Der zweite Teil des Verses ist sprichwörtlich geworden. Jesus schließlich hat davor gewarnt, den Mitmenschen mit dem Schimpfwort „Hohlkopf, Dummkopf", heute würden wir sagen „Vollpfosten", zu verunglimpfen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer zu seinem Bruder oder seiner Schwester „Du Dummkopf" sagt, gehört vor den jüdischen Rat.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Mt 5,22)</span></i></div><div><br></div><div>Wir versuchen also, uns der Dummheit zu nähern und dabei dem Hochmut und der Verunglimpfung aus dem Weg zu gehen.</div><div><br></div><div>Ich habe dabei so viel Material zusammengetragen, dass ich den Artikel in zwei Teile aufgeteilt habe. In diesem ersten Teil geht es vor allem darum, was Dummheit eigentlich ist und wie sie mit Massenbewegungen zusammenhängt. Der <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?ueber-dummheit--teil-2-" class="imCssLink">zweite Teil</a></span> behandelt die Fragen, wie man Dummheit begegnen kann und wo sie sich gegenwärtig konkret zeigt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Dummheit im Alten Testament</div><div><br></div><div>Vor allem die sogenannten Weisheitsschriften des Alten Testaments sprechen von Torheit / Dummheit und dem törichten / dummen Menschen. Dagegen wird die Weisheit und der weise Mensch gesetzt. Zu den Weisheitstexten zählen Hiob, Sprüche, Prediger und einige Psalmen; in der katholischen Bibel zusätzlich das Buch Jesus Sirach. Die Texte stammen von Menschen, die sich viele Gedanken über das Leben in der Welt gemacht haben, die genau beobachtet und Erfahrungen gesammelt und daraus Lebensregeln entworfen haben. Sie waren die Weisen der alttestamentlichen Zeit.</div><div><br></div><div>Die Weisheitsschriften gehen davon aus, dass der Schöpfer seiner Schöpfung Ordnungen eingestiftet hat, die es zu erkennen gilt und nach denen man sich ausrichten sollte. Wer das tut, dem wird es in der Regel gut gehen; wer es nicht tut, dem ergeht es in der Regel schlecht. Der dumme Mensch wird so beschrieben, dass er nicht fähig oder bereit ist, sich in diese von Gott gesetzten Ordnungen der Schöpfung einzufühlen und einzufügen.</div><div><br></div><div>Das führt dazu, dass dem dummen Menschen weder an Wahrheit noch an Weisheit und Bildung liegt (Spr 18,2; 1,7). Weil er meint, schon alles zu wissen, wiegt er sich in falscher Sicherheit (Spr 1,32b) und lässt sich keinen Rat geben (Spr 12,15). Aus diesem Hochmut heraus hält der Dumme alle anderen für dumm (Pred 10,3), redet schlecht über sie (Spr 11,12) und verleumdet sie (Spr 10,18b). Er redet unbeherrscht und unüberlegt daher (Spr 14,17; 29,20).</div><div><br></div><div>Wie kommt es zu diesem dummen Verhalten? Die Dummheit entsteht dadurch, dass sich ein Mensch nicht auf die naheliegende Weisheit konzentriert, die Gott der Schöpfung eingestiftet hat:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Einem Klugen steht die Weisheit vor Augen. Doch der Blick des Dummen schweift in die Ferne.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Spr 17,24)</span></i></div><div><br></div><div>Man könnte auch sagen: Dummheit ist ein Mangel an Realismus. Daraus folgt, dass der dumme Mensch sich selber täuscht:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Weisheit besteht bei einem klugen Menschen darin, über seinen Lebensweg nachzudenken. Die Dummheit aber führt bei dummen Menschen dazu, sich selbst zu belügen.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Spr 14,8)</span></i></div><div><br></div><div>Hinzu kommt, dass der dumme Mensch leichtgläubig, also leicht manipulierbar und verführbar ist, wenn „Frau Dummheit" mit viel Lärm und Getöse auf ihn einredet (Spr 9,13-18; 14,15).</div><div><br></div><div>Diese innere Haltlosigkeit des Dummen kann dazu führen, dass er unbelehrbar und seine Dummheit durch nichts zu beseitigen ist:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Rede nicht auf einen dummen Menschen ein! Denn er weiß deine klugen Worte nicht zu schätzen.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Spr 23,9)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du kannst einen Dummen hart anpacken, so wie man Körner in einem Mörser zerstößt – seine Dummheit wird er trotzdem nicht los.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Spr 27,22)</span></i></div><div><br></div><div>Dummheit ist sogar lebensgefährlich; sie kann tödlich enden:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ein Dummer redet sich um Kopf und Kragen. Was er sagt, wird ihm selbst zur tödlichen Falle.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Spr 18,7)</span></i></div><div><br></div><div>Im Tiefsten aber gründet Dummheit in der Ablehnung Gottes.</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Die Ehrfurcht, mit der man dem H</span></span><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">ERRN</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> begegnet, steht am Anfang von allem Wissen. Nur Dummköpfe schätzen Weisheit und Bildung gering.</span></span></i></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Spr 1,7)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dumme Menschen sprechen in ihrem Herzen: „Es gibt keinen Gott!" Sie handeln abscheulich und verkehrt. Es ist niemand da, der etwas Gutes tut.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Ps 14,1)</span></i></div><div><br></div><div>Der Dumme ist dem Theologen <span class="fs14lh1-5"><i>Gerhard von Rad</i></span> zufolge ein – durchaus intelligenter – Mensch, der sich gegen eine Wahrheit stellt, die ihm in der Schöpfung begegnet. Er vertraut sich der heilsamen Ordnung der Schöpfung nicht an, sondern sucht seinen Halt anderswo, so dass sich die Gesetze der Schöpfung schließlich gegen ihn wenden. Trotz seiner Gläubigkeit folgt dieser Mensch in seinem Verhalten einem „praktischen Atheismus". [2]</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Dummheit im Neuen Testament</div><div><br></div><div>Das griechische Wort für „dumm" meint „unvernünftig". Der Dumme ist also der Unvernünftige. Das ist etwas anderes als ein Mangel an Intelligenz: Auch ein intelligenter Mensch kann unvernünftig handeln.</div><div><br></div><div>Die Evangelien berichten, Jesus habe diejenigen als dumm bezeichnet, die seine Worte hören, aber nicht befolgen (Mt 7,24-27), die also etwas Heilsames wissen, aber nicht diesem Wissen entsprechend handeln. Außerdem sind diejenigen dumm, die nicht genug Geduld beim Warten auf das vollendete Reich Gottes aufbringen und deshalb, als das Reich dann kommt, nicht bereit für es sind (Mt 25,1-13). Es geht also um Menschen, die dem Reich Gottes durchaus positiv gegenüberstehen, aber angesichts seines Ausbleibens seiner müde und lustlos werden und ihre Lebenspraxis auf die Dauer nicht danach ausrichten. Als das Reich Gottes dann kommt, ist es zu spät für sie. Schließlich bezeichnet Jesus den als dumm, der sein Wohlergehen durch materielle Güter sichern will und dabei vergisst, sein Wohl in einer vertrauensvollen Gottesbeziehung zu suchen (Lk 12,20).</div><div><br></div><div>Fasst man das zusammen, kann man vielleicht sagen, dass Jesus eine Diskrepanz, eine Unstimmigkeit zwischen Wissen und Tun, Glaube und Lebenspraxis erkannte. Diese Diskrepanz hat ihren Grund darin, dass die tägliche Wirklichkeit mit ihren „harten Fakten" (gesellschaftliche, materielle und psychische) sich in den Vordergrund drängt und ein der Zukunft Gottes angemessenes Verhalten verhindert.</div><div><br></div><div>Noch einmal anders nähert sich Paulus dem Phänomen der Dummheit. Für ihn steht die Botschaft vom gekreuzigten Jesus Christus im Mittelpunkt. Wie diese Botschaft bei den Menschen ankommt, beschreibt er in 1Kor 1,18.20.22f:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Botschaft vom Kreuz erscheint denen, die verloren gehen, als eine Dummheit. Aber wir, die gerettet werden, erfahren sie als Kraft Gottes. [...] Wo sind jetzt die Weisen, wo die Schriftgelehrten, wo die wortgewaltigen Redner unserer Zeit? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt als Dummheit entlarvt? [...] Die Juden wollen Zeichen sehen. Die Griechen streben nach Weisheit. Wir dagegen verkünden Christus, den Gekreuzigten: Das erregt bei den Juden Anstoß und für die anderen Völker ist es reine Dummheit.</span></i></span></div><div><br></div><div>Der Glaube an einen gekreuzigten Gott scheint tatsächlich eine große Dummheit zu sein – eine unsinnige Botschaft. Einen Gott stellt man sich immer stark und mächtig vor. Dass Stärke auch darin bestehen kann, dass Gott die Menschen trotz ihrer Bosheit leben lässt und lieber unter ihrer Bosheit leidet, als ihnen den Garaus zu machen – das kann von denen, die sich einen Gott nur unverletzlich und strafend vorstellen können, nicht verstanden werden.</div><div><br></div><div>Die Klugheit der so viel wissenden Weisen, der schriftgelehrten Theologen und der überzeugenden Redner wird angesichts der Weisheit Gottes zur Dummheit. Es geht bei Gottes Weisheit nicht um das, was allgemein als klug, erwiesen, unbezweifelbar und unumgänglich erscheint. Es geht vielmehr um die Weisheit der Liebe, die schwach sein kann und gerade so stark ist.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Denn was an Gott als dumm erscheint, ist weiser als die Menschen. Und was an Gott als schwach erscheint, ist stärker als die Menschen.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(1Kor 1,25)</span></i></div><div><br></div><div>Das kann vom Menschen mit seinen natürlichen Fähigkeiten nicht erkannt werden: Er hält das Göttliche für Dummheit. Vernunfterkenntnis ohne Gotteserkenntnis, menschlicher Geist ohne Gottes Geist führen in die Irre:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Mensch nimmt mit seinen natürlichen Fähigkeiten nicht das an, was vom Geist Gottes kommt. Er hält es für Dummheit und kann damit nichts anfangen. Denn nur mithilfe des Heiligen Geistes kann es richtig eingeschätzt werden.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(1Kor 2,14)</span></i></div><div><br></div><div>Während Jesus also die Diskrepanz zwischen Wissen und Tun in den Blick nimmt, betont Paulus die Diskrepanz zwischen menschlicher und göttlicher Weisheit. Während die menschliche Weisheit nicht nur in ihrem Wissen, sondern auch in ihrem Tun gebrochen ist, begründet die göttliche Weisheit mit ihrem Leiden um der Liebe willen das kluge und weiterführende Wissen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Dummheit und Vernunft</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Immanuel Kant</i></span> (gest. 1804), der Philosoph der aufgeklärten Vernunft, hat Dummheit so definiert:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.</span></i></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [3]</span></span></div><div><br></div><div>Wie aber entsteht ein Mangel an Urteilskraft? Ist es nur ein Problem des vernünftigen Denkens?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> (gest. 1945) hat sich Ende 1942, unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Herrschaft, im Gefängnis Gedanken über die Dummheit gemacht:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Soviel ist sicher, daß sie nicht wesentlich ein intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist. Es gibt intellektuell außerordentlich bewegliche Menschen, die dumm sind, und intellektuell sehr Schwerfällige, die alles andere als dumm sind. [...] Dabei gewinnt man weniger den Eindruck, daß die Dummheit ein angeborener Defekt ist, als daß unter bestimmten Umständen die Menschen dumm </span><span class="fs14lh1-5"><b>gemacht </b></span><span class="fs14lh1-5">werden, bzw. sich dumm machen lassen. (S. 17)</span></i></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [4]</span></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>sieht also das Hauptproblem nicht in der prinzipiellen Unfähigkeit eines Menschen, vernünftig zu denken, sondern in der Gefahr, dass er unter bestimmten Umständen leicht zur Dummheit verführt werden kann und sich verführen lässt.</div><div><br></div><div>Der Sozialpsychologe <span class="fs14lh1-5"><i>Harald Welzer</i></span> hingegen führt Dummheit auf eine naturgegebene menschliche Konstante zurück, die dann auch die Gefahr in sich birgt, sich von Massenbewegungen verführen zu lassen:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Dummheit hat auch nicht das Geringste mit geringer formaler Bildung zu tun, genauso wenig mit mangelnder Intelligenz. [...] Dummheit ist quantitativ eine Konstante, etwa 20 Prozent der Menschen sind in diesem Sinn dumm. [...] Dummheit erhöht die Wahrscheinlichkeit des Mitlaufens, des Nicht-selbst-Denkens [...] Und Gruppen- oder gar Massensituationen sind schlecht für Differenzierung und Urteilskraft, aber gut für Dummheit in allgemeiner Übereinstimmung – Sigmund Freud spricht von einer „kollektiven Intelligenzhemmung", die in der Masse entsteht. Und Dummheit paart sich auch gern mit der Verachtung für alle, die anders sind. (S. 248f)</span></i></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [5]</span></span></div><div><br></div><div>Der Mensch scheint also besonders dadurch verführbar zu sein, dass er von einer Gruppe oder Massenbewegung beeinflusst wird, der er sich anschließt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Dummheit und Masse</div><div><br></div><div>Massenbewegungen gab es in der Geschichte immer. Die einfachste Art, Massenbewegungen zu schaffen, aber auch, sich ihnen anzuschließen, scheint mir aber durch das Internet gegeben zu sein. Man braucht sich gar nicht irgendwohin zu begeben, wo sich eine Gruppe Gleichgesinnter trifft, sondern mit ein paar Klicks ist man bereits in der Gruppe drin und wird immer denselben Meinungsäußerungen ausgesetzt.</div><div><br></div><div>Die Soziologie weiß darum, dass ein Mensch, der einer Gruppe zugehört, die Verhaltens- und Denkweisen dieser Gruppe übernehmen wird. Er kann gar nicht anders, solange er sich in dieser Gruppe aufhält. Um sich dem zu entziehen, müsste er schon die bewusste und schwer zu erringende Entscheidung treffen, aus dieser Gruppe auszutreten. Das gelingt nur wenigen.</div><div><br></div><div>Doch was ist das Faszinierende daran, einer Masse anzugehören? Schon 1895 schrieb der französische Arzt <span class="fs14lh1-5"><i>Gustave Le Bon</i></span> in seinem Buch <span class="fs14lh1-5"><i>Psychologie der Massen</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.</span></i></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [6]</span></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Le Bon</i></span> fügte an, eine Menschenmasse sei leicht verführbar durch charismatische Führerpersönlichkeiten und neige zu irrationalem und gewalttätigen Verhalten. Dieses zerstörerische Verhalten meinte auch <span class="fs14lh1-5"><i>Elias Canetti</i></span>, als er 1960 in <span class="fs14lh1-5"><i>Masse und Macht</i></span> darauf hinwies, dass sich die Energie der Masse in der Gewalt entladen müsse. Von der „Entladung" gilt:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Sie ist der Augenblick, in dem alle, die zu ihr gehören, ihre Verschiedenheiten loswerden und sich als gleiche fühlen.</span></i></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [6]</span></span></div><div><br></div><div>Somit bestünde der Reiz der Gruppenzugehörigkeit darin, die eigene Ohnmacht durch Macht zu ersetzen, indem man sich der Kraft einer Gruppe anschließt. Diese Kraft besteht darin, dass man nicht mehr alleine steht, sondern sich mit vielen anderen zusammen derselben Sache verschrieben hat. Man fühlt sich nicht als vereinzeltes Individuum, das in der Masse unterschiedlicher Menschen bedeutungslos ist und unterzugehen droht. Stattdessen ist man in der Gruppe ein Gleicher unter Gleichen, jemand, der Bedeutung hat, etwas verändern kann und so seinem Leben Sinn zu geben vermag.</div><div><br></div><div>Wir erleben das alle in den Gruppen, denen wir uns zugehörig fühlen. Als soziale Wesen können wir nicht allein existieren. Wir brauchen die Gruppe, in der wir uns aufgehoben fühlen und die uns Orientierung bietet. Die Aufgabe besteht aber darin, sich trotz der Gruppenzugehörigkeit eine gewisse Eigenständigkeit zu bewahren, das Selber-Denken nicht einzustellen, die Gruppenmeinungen und -prozesse auch mit kritischem Blick würdigen zu können und im Extremfall auch der Gruppe den Rücken zu kehren.</div><div><br></div><div>Dummheit wird also gefährlich, wenn sie Macht entfalten kann. Kommt noch ein intelligentes Verhalten der Dummen dazu, dann ist die größte Gefahr gegeben. So schrieb der österreichische Schriftsteller <span class="fs14lh1-5"><i>Hugo von Hofmannsthal</i></span> (gest. 1929) im <span class="fs14lh1-5"><i>Buch der Freunde</i></span>:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Die gefährlichste Sorte von Dummheit ist ein scharfer Verstand.</span></i></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [7]</span></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Dietrich Bonhoeffer</i></span> hat seine Erfahrungen so zusammengefasst:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Bei genauerem Zusehen zeigt sich, daß jede starke äußere Machtentfaltung, sei sie politischer oder religiöser Art, einen großen Teil der Menschen mit Dummheit schlägt. Ja, es hat den Anschein, als sei das geradezu ein soziologisch-psychologisches Gesetz. Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen. Der Vorgang ist dabei [...] der, [...] daß unter dem überwältigenden Eindruck der Machtentfaltung dem Menschen seine innere Selbständigkeit geraubt wird und daß dieser nun – mehr oder weniger unbewußt – darauf verzichtet, zu den sich ergebenden Lebenslagen ein eigenes Verhalten zu finden. [...] Er ist in einem Banne, er ist verblendet, er ist in seinem eigenen Wesen mißbraucht, mißhandelt. So zum willenlosen Instrument geworden, wird der Dumme auch zu allem Bösen fähig sein und zugleich unfähig, dies als Böses zu erkennen. (S. 17f)</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>stand unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Herrschaft, die in weiten Teilen des deutschen Volkes begrüßt und bejubelt wurde. Heute gibt es andere autoritäre Kräfte, die, wenn <span class="fs14lh1-5"><i>Bonhoeffer </i></span>recht hat, die Dummheit von Menschen brauchen, um ihre Macht überhaupt entfalten zu können.</div><div><br></div><div>Nicht wenige Menschen scheinen sich lieber bequem den Aussagen anderer anzuschließen, als sich die Mühe zu machen, selber zu denken und die politische Situation zu analysieren oder religiöse Äußerungen zu überprüfen. Sie würden das natürlich vehement ablehnen und behaupten, sie hätten ihren Standpunkt durch eigenes Nachdenken gewonnen. Niemand wird zugeben, dass er „seine innere Selbständigkeit" verloren habe. Niemand wird zugestehen, er bewege sich in einer Blase, sei verblendet und „zum willenlosen Instrument geworden". Und es wird uns wohl auch nicht möglich sein, dies nachzuweisen – wir müssten ja dem anderen ins Gehirn schauen können.</div><div><br></div><div>Es ist ein Teil der Verblendung, sie nicht als solche zu erkennen. <span class="fs14lh1-5"><i>Sigmund Freud</i></span> drückte es so aus:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.</span></i></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [8]</span></span></div><div><br></div><div>Der Theologe und Philosoph <span class="fs14lh1-5"><i>Ivan Illich</i></span> (gest. 2002) hat sogar behauptet, in einer dem Wahn verfallenen Gesellschaft kämpfe der Mensch darum, Teil dieses Wahns zu sein:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Wenn Verhalten, das zum Wahnsinn führt, in einer Gesellschaft als normal gilt, lernen die Menschen um das Recht zu kämpfen, sich daran zu beteiligen. </span></i></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">[8]</span></span></div><div><br></div><div>Wenn das stimmt: Wie kann man dann der Dummheit begegnen? Gibt es überhaupt eine Chance, in der Dummheit befangene Menschen davon zu überzeugen, dass sie in einem Irrtum, einem Wahn gefangen sind?</div><div><br></div><div>Der <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?ueber-dummheit--teil-2-" class="imCssLink">zweite Teil</a></span> dieses Artikels, der demnächst erscheint, wird sich diesen Fragen widmen und außerdem Dummheit in aktuellen Problemlagen aufdecken.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><span class="imUl">Anmerkungen</span>:</span></div><div><span class="fs12lh1-5">[1] Lea Haller: Die vielen Gesichter der Dummheit.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">[2] Gerhard von Rad: Weisheit in Israel, S. 90f.379. </span></div><div><span class="fs12lh1-5">[3] Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft, A 133 / B 172. Zitiert nach <a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Dummheit" target="_blank" class="imCssLink">Wikiquote</a>.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">[4] Alle Bonhoeffer-Zitate aus: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs12lh1-15">[5] Alle Welzer-Zitate (soweit nicht anders vermerkt) aus: Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">[6] Zitiert nach Lea Haller: Die vielen Gesichter der Dummheit.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs12lh1-15">[7] Hugo von Hoffmannsthal: Buch der Freunde. Insel-Verlag, Leipzig 1922, S. 53. Zitiert nach <a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Dummheit" target="_blank" class="imCssLink">Wikiquote</a>.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">[8] Zitiert nach Welzer: Alles könnte anders sein, S. 72.</span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><span class="imUl">Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs12lh1-15"><i>Bonhoeffer, Dietrich</i></span><span class="fs12lh1-15">: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. Neuausgabe. Chr. Kaiser Verlag, 3. Aufl. München 1985.</span><br></li><li><span class="fs12lh1-15"><i>Haller, Lea</i></span><span class="fs12lh1-15">: Die vielen Gesichter der Dummheit. <a href="https://www.nzz.ch/geschichte/die-vielen-gesichter-der-dummheit-ld.1608417" target="_blank" class="imCssLink">"NZZ Geschichte" Nr. 33 vom 1. April 2021</a>.</span><br></li><li><span class="fs12lh1-15"><i>von Rad, Gerhard</i></span><span class="fs12lh1-15">: Weisheit in Israel. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1992.</span><br></li><li><span class="fs12lh1-15"><i>Welzer, Harald</i></span><span class="fs12lh1-15">: Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen. S.Fischer Verlag, 2. Aufl. Frankfurt am Main 2020.</span><br></li><li><span class="fs12lh1-15"><i>Welzer, Harald</i></span><span class="fs12lh1-15">: Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens. S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2021.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 21 Nov 2021 09:14:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Lebensfreude oder Lebenseinschränkungen?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000DB"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Lebensfreude oder Lebenseinschränkungen?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/11/2021</span></div><div><br></div><div>Ein Bild sagt manchmal bekanntlich mehr als tausend Worte.</div><div><br></div><div>Derzeit werden in den Medien oft zwei aktuelle Bilder gezeigt, die schlagartig klarmachen, in welchem Zwiespalt sich unser Leben gegenwärtig, aber darüber hinaus zu jeder Zeit abspielt.</div><div><br></div><div>Das eine Bild zeigt, wie am Rosenmontag in Köln wohl tausende von fröhlichen Menschen dichtgedrängt und laut singend den Beginn des Karnevals feiern – ohne Masken und ohne Abstand. Corona-Regeln zu kontrollieren war in dieser Menschenmenge unmöglich. Man muss davon ausgehen, dass sich hierbei nicht wenige Menschen mit dem Virus infiziert haben.</div><div><br></div><div>Auf der anderen Seite werden uns immer wieder Bilder von vollen Intensivstation gezeigt, auf denen Corona-Infizierte mit dem Tod ringen, während das Pflegepersonal an der Überlastungsgrenze arbeitet.</div><div><br></div><div>Einerseits sieht man also Bilder von fröhlich Feiernden, andererseits Bilder von Menschen, die auf Intensivstationen leiden und sterben. Und die Politik ringt wochenlang darum, wie Lebensfreude und Lebenseinschränkungen in ein angemessenes Verhältnis zueinander gesetzt werden können.</div><div><br></div><div>Was ist dazu aus christlicher Sicht zu sagen? Soll Lebensfreude weiterhin in großem Maß erlaubt sein oder soll sie eingeschränkt werden?</div><div><br></div><div>Christliches Leben spielt sich ab zwischen den beiden Polen Selbstentfaltung und Selbstzurücknahme. Zur Selbstentfaltung gehören unter vielem anderen Lebensfreude und Glück. Gott hat uns auch dazu geschaffen, dass wir Freude haben und glückliche Stunden erleben (Pred 9,7-9; Ps 92,5).</div><div><br></div><div>Aber auch der andere Pol, die Selbstzurücknahme, soll unser Leben bestimmen. Wer sich selbst zurücknimmt, orientiert sich an Jesus: Er stellte seine ureigensten Interessen zurück, indem er die Menschen, die ihn verfolgten, nicht in den Tod gab (Mt 26,52f), sondern sie leben und ihr todbringendes Werk verrichten ließ; statt ihrer ging er selbst in den Tod.</div><div><br></div><div>So auch Gott selbst: Er leidet bis heute unter der Ablehnung und Gleichgültigkeit, die er von Seiten der Menschen erfährt (Eph 4,30a). Doch er lässt sich lieber verspotten, verhöhnen und ignorieren, anstatt der Menschheit ein Ende zu bereiten. Denn er will das Leben seiner Geschöpfe.</div><div><br></div><div>Selbstzurücknahme ist die Zurücknahme der eigenen Person um anderer willen. Sie muss immer mit der Selbstentfaltung im Gleichgewicht sein. Wer sich <span class="fs14lh1-5"><b>nur </b></span>zurücknimmt, kann sich nicht mehr entfalten und verliert die Lebensfreude. Und wer sich <span class="fs14lh1-5"><b>nur </b></span>entfaltet, lebt auf Kosten anderer.</div><div><br></div><div>In der aktuellen Coronalage kommt es darauf an, sich selbst zurückzunehmen, um die Dynamik der Pandemie einzudämmen. Das bedeutet, auf bestimmte Erlebnisse der Freude und auf Glücksmomente eine Zeit lang zu verzichten.</div><div><br></div><div>Vielleicht entdeckt man aber gerade so, dass auch der Verzicht auf etwas zugunsten anderer Menschen ein Stück Selbstentfaltung sein kann. Es kann eine Freude sein, andere zu schützen. Und es kann glücklich machen, Verzicht zu üben, damit andere leben können.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 18 Nov 2021 18:49:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was wir von Schnecken lernen können]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000D9"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was wir von Schnecken lernen können</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 15/11/2021</span></div><div><br></div><div>Schnecken haben die Ruhe weg. Keine Eile. Alles im Schneckentempo. Sie haben offenbar nichts Dringendes zu tun, so wie wir immer.</div><div><br></div><div>Kürzlich beobachtete ich eine Schnecke aus einiger Entfernung und konnte gar nicht feststellen: Bewegt sie sich nun oder bewegt sie sich nicht? Erst, als ich nach einiger Zeit wieder zu ihr hinblickte, erkannte ich: Sie bewegt sich.</div><div><br></div><div>Schnecken sind beneidenswert: Sie ignorieren jede Gefahr. Mitten auf dem Weg lassen sie sich unendlich viel Zeit. Als gäbe es gar keine Zeit. Als gäbe es keine Gefahr. Als hätten sie nichts zu verlieren.</div><div><br></div><div>Sind Schnecken einfach nur dumm?</div><div><br></div><div>Ich glaube nicht. Andere Tiere wissen genau um die Gefahren und würden sich niemals ohne Deckung so lange auf offenem Gelände aufhalten.</div><div><br></div><div>Schnecken tun das. Mitten auf dem Weg.</div><div><br></div><div>Es wäre nicht verkehrt, wenn wir etwas von den Schnecken hätten. Nicht so hastig, nicht so betriebsam, nicht so getrieben durchs Leben eilen. Nicht immer etwas tun wollen und müssen. Zeit haben.</div><div><br></div><div>Aber Zeit ist begrenzt, und das heißt knapp. Alles, was knapp ist, wird zusammengerafft. Bei Corona war's Klopapier.</div><div><br></div><div>Wir raffen die Zeit zusammen wie im Film ein Zeitraffer: Alles läuft schneller ab als in Wirklichkeit. Um möglichst viel in die Zeit hineinzupressen. Denn unsere Zeit ist begrenzt. Und – wer weiß schon, was danach kommt?</div><div><br></div><div>Ob die Schnecke etwas von Gott weiß? Wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht hat sie mehr von ihm verstanden als wir. Sie lebt, als hätte sie nichts zu verlieren. Als hätte sie unendlich viel Zeit. Und als wäre auch das, was der große Schuh über ihr ihr gleich antun könnte, kein großes Drama.</div><div><br></div><div>Gott will uns alles geben, was wir benötigen. Und genug von allem. Er hat uns nicht irgendwann einmal erschaffen und dann uns selbst überlassen. Er kümmert sich. Jedes Haar auf deinem Haupt ist gezählt (Mt 10,30). Insofern ist Gott Mathematiker; denn Mathematik ist nichts anderes als Zählen auf hohem Niveau.</div><div><br></div><div>Vielleicht ist es in den Genen der Schnecke verankert: Sie zählt nicht, sie muss nicht zählen, weil sie irgendwie ahnt, dass ein anderer jede Sekunde ihres Lebens zählt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 15 Nov 2021 18:47:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Von Schabernack nach Leidhecke]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000D8"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Von Schabernack nach Leidhecke</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/11/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Gestern habe ich Schabernack kennengelernt. Ein Schabernack ist ein Streich, den man einem anderen spielt. Schabernack ist aber viel, viel mehr. Zum Beispiel ein Dorf im Bergischen Land.</div><div><br></div><div>Wie gesagt, gestern habe ich Schabernack kennengelernt. Ich war nämlich dort. Und ich will euch nicht vorenthalten, was ich dort gesehen habe.</div><div><br></div><div>Es gibt ganz unterschiedliche Schabernacker. Schabernack-Fleißige ...</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010508_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>... Schabernack-Kreative ...</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010507_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>... Schabernack-Rechte ...</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-2" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010528_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>... Schabernack-Leisetreter ...</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-3" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010527_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>... und Schabernack-Wilde:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-4" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010514_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Manchmal malen sich die Schabernacker merkwürdige Wörter auf die Straße ...</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-5" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010509_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>... oder geheimnisvolle Zeichen:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-6" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010510_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Aber vor allem scheinen die Schabernacker freundliche Leute zu sein. Sie erklären dem Passanten genau, was sich dort abspielt. So fand ich an einem Weidezaun folgende Mitteilung auf einem Blatt, das leider schwer zu entfalten war:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-7" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010516_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Ich zitiere:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du hörst hier einen Ton wie ein „Schnarchen"? Das ist weder eine sterbende Kuh noch ein Wildschwein. Es handelt sich hierbei um eine Kuh mit einer angeborenen Krankheit. Sie ist trotzdem gesund und munter, weswegen es keinen Grund zur Panik gibt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Leider war weit und breit keine Kuh zu sehen – weder eine schnarchende noch sonst eine. Ich hoffe, die schnarchende Kuh hat noch nicht das Zeitliche gesegnet. Andernfalls möge sie im Himmel gesund und munter weiterschnarchen.</div><div><br></div><div>Für alle, denen sich jetzt eine Frage stellt: Ja, ich glaube, dass auch Tiere in den Himmel kommen. Oder besser gesagt auf die neue Erde unter dem neuen Himmel (Offb 21,1). Jedenfalls habe ich das immer den Konfirmandinnen und Konfirmanden gesagt, wenn sie fragten, ob Tiere auch in den Himmel kommen. Es war ihnen wichtig: wegen ihres Goldhamsters oder ihres Kanarienvogels oder ihrer Katze oder was weiß ich. Und sie waren beruhigt, wenn ich ihnen sagte, dass die auch in den Himmel kommen. Und dann fängt keine Katze mehr einen Vogel (vgl. Jes 11,6-8). So jedenfalls stelle ich mir das vor. Und ohne Tiere wäre es doch irgendwie langweilig.</div><div><br></div><div>Schabernack hat sogar eine Bushaltestelle. Aber wahrscheinlich treiben die Schabernacker so viel Schabernack miteinander, dass sie gar keine Zeit mehr haben, ihre Bushaltestelle in Ordnung zu halten (oder die zuständige Gemeindeverwaltung anzurufen)<span class="fs14lh1-5">:</span></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-8" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010513_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Nun stelle ich mir vor, wie die Schabernacker Schabernack miteinander treiben. Da geht der Schabernack-Wilde des Nachts zum Schabernack-Fleißigen, nimmt sich dessen sauber gehackte Baumstämme und kippt ihm dafür seine eigenen krummen und wilden Bretter vor die Haustür. Der wird staunen am nächsten Morgen!</div><div><br></div><div>Aber weil die Schabernacker eben Schabernacker sind, nehmen sie einander ihre Streiche nicht übel, sondern lachen selbst darüber. Und der Schabernack-Fleißige denkt sogar einen Moment daran, ob er sich in Zukunft eigentlich so viel Arbeit mit seinen Baumstämmen ... – aber das war wirklich nur ein Moment.</div><div><br></div><div>In einem unbeobachteten Augenblick schleicht sich der Schabernack-Kreative zum Schabernack-Rechten und sprüht ihm auf seine Deutschland-Flaggen ein super Graffiti mit vielen schwarzen, roten, gelben, grünen und weißen Strichmännchen, die Party miteinander feiern.</div><div><br></div><div>Als der Schabernack-Rechte das bemerkt, ist er gar nicht böse, sondern denkt sich einen eigenen Schabernack aus. Er geht in der Nacht zum Schabernack-Kreativen und sprüht ihm auf seine weiße Wand zwei riesengroße schwarz-rot-goldene Flaggen.</div><div><br></div><div>Nun haben sie beide viel zu tun: Der eine streicht seine Wand wieder weiß und stellt sich doch glatt zu all seinen Werkzeugen eine kleine Deutschland-Flagge, aber auch eine von Frankreich und vielleicht sogar noch andere. Und der andere erneuert seine Flaggen, aber wenn man genau hinguckt, kann man unten auf der gelben Fläche einige schwarze, rote, grüne und so weiter Strichmännchen sehen.</div><div><br></div><div>Und als das alles erledigt ist, feiern der Schabernack-Rechte und der Schabernack-Kreative gemeinsam mit all den andern Schabernackern eine Party. Und was dabei für Schabernäcke getrieben werden, das wissen nur die Schabernacker.</div><div><br></div><div>Die Schabernacker haben jedenfalls den meisten Menschen etwas voraus: Sie nehmen sich selbst nicht so ernst und können deshalb auch über sich lachen. Und auch über die Streiche, die ihnen gespielt werden. Und weil sie sich die nicht übel nehmen, gibt es auch keinen dauerhaften Streit in Schabernack.</div><div><br></div><div>Eigentlich war ich durch Schabernack ziemlich schnell durch. Schade!</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-9" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010512_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Nach Leidhecke wollte ich nicht unbedingt. Das klingt so gar nicht nach Schabernack, sondern nach Ungemach. Aber irgendwie bin ich dann doch in Leidhecke gelandet.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-10" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010517_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Das erste, was ich in Leidhecke sah, war ein Gesuch:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-11" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010518.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Da fing also gleich das Leid an. Kater Kalle war verschwunden. Das hat sicher manche Tränen gegeben. Obwohl es Kater Kalle ja vielleicht gar nicht so schlecht ging ...</div><div><br></div><div>Aber die Leidhecker scheinen doch ziemlich besorgt zu sein – nicht nur wegen ihrer Kater, sondern auch wegen ihrer Kinder ...</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-12" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010524_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>... und natürlich wegen Corona:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-13" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010520_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Manchmal sieht es in Leidhecke wirklich sehr leidvoll aus:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-14" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010521_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Ich fragte mich gerade, ob der Ort, in dem wir wohnen, uns nicht doch mehr prägt als wir meinen <span class="fs14lh1-5">–</span><span class="fs14lh1-5"> als ich etwas Positives in Leidhecke fand: Es gibt in Leidhecke nicht nur Gottes Reich, sondern auch...</span><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-15" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010522_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Ich weiß zwar nicht, was in Helges Reich so passiert, aber, auch wenn es an Gottes Reich natürlich nicht heranlangt, muss es ja nichts Schlechtes sein.</div><div><br></div><div>So baut sich doch jeder Mensch sein eigenes kleines Reich, in dem er sich wohlfühlt.</div><div><br></div><div>Und schließlich gab es noch zwei echte Höhepunkte in Leidhecke: Die Bushaltestelle war wirklich in gutem Zustand, ganz anders als in Schabernack ...</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-16" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010519_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>... und als ich gerade dachte, hoffentlich leiden die Leidhecker nicht allzu sehr, wenn sie ihre Bushaltestelle immer sauber halten müssen, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die Leidhecker surfen mit High-Speed durchs Netz:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-17" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010523_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Wer hätte das gedacht? Ist also doch nicht alles nur Leid in Leidhecke. Insgeheim, wenn's keiner sieht, dann sitzen die Leidhecker vor ihrem PC und rocken die Welt ...</div><div><br></div><div>Apropos rocken – diese beiden Langhaarigen hier schienen überhaupt nicht zu leiden, sondern ließen es sich total gut gehen und auch durch mich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-18" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010526_ergebnis.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Wo wir gerade bei Ortsnamen sind: Wenn man von Göttingen aus durch den Harz Richtung Halberstadt fährt, kommt man gleich hinter der ehemaligen Grenze zur DDR an den Orten Elend und Sorge vorbei. Wer diese Strecke kurz nach dem Mauerfall mal gefahren ist, weiß, was die beiden Ortsnamen bedeuten. Man hatte wirklich das Gefühl, in ein Land des Elends und der Sorge gekommen zu sein.</div><div><br></div><div>Da lob ich mir doch Schabernack. Dort möchte ich eher leben als in Elend oder Sorge.</div><div><br></div><div>Manchmal denke ich übrigens, dass wir uns Jesus vielleicht auch immer viel zu ernst vorstellen. So, als hätte er nie gelacht. Wir sollten mal umdenken.</div><div><br></div><div>Vielleicht hat Jesus ja mit seinen Jüngern auch mal Schabernack getrieben. Oder gewitzelt. Ja, bestimmt hat er das. Es gibt doch gar kein Leben, in dem nicht gelacht wird. Ein Leben ohne Lachen ist kein Leben. Also hat Jesus sicher mit seinen Jüngerinnen und Jüngern zusammengesessen und sie haben herzhaft miteinander gelacht.</div><div><br></div><div>Ich könnte mir auch vorstellen, dass Jesus das eine oder andere seiner Worte mit einem Augenzwinkern gesagt hat. Zum Beispiel das Wort aus Mk 10,24f:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ja, Kinder, wie schwer ist es doch, in das Reich Gottes hineinzukommen. Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.</i></span></div><div><br></div><div>Also Jesus spricht hier zu seinen Jüngern wie zu Kindern. Kinder hätten über den Satz mit dem Kamel und dem Nadelöhr wahrscheinlich laut gelacht. Sie wissen genau: Das funktioniert nicht. So kommt niemand ins Reich Gottes. Aber wie dann? Na klar, weil Gott es möglich macht (Vers 27). Könnte es nicht sein, dass Jesus den Nadelöhr-Satz augenzwinkernd und lächelnd gesagt hat?</div><div><br></div><div>Ähnlich könnte es mit dem Wort Jesu aus Mt 5,29f sein:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verleitet, reiß es aus und wirf es weg! Besser du verlierst nur ein Körperteil, als dass du ganz in die Hölle geworfen wirst. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verleitet, schlag sie ab und wirf sie weg! Besser du verlierst nur ein Körperteil, als dass du ganz in die Hölle kommst.</span></i></span></div><div><br></div><div>Stell dir doch mal vor, Jesus sagt das mit einem Augenzwinkern. Er meinte doch sicher nicht, dass sich jemand die Hand abhacken soll – daran kann man sogar verbluten. Und wie grausam muss es sein, sich selber sein Auge auszureißen? Glaubt jemand ernsthaft, dass Jesus das wollte?</div><div><br></div><div>Wenn wir das wörtlich nehmen würden, dürfte es nur noch Krüppel auf Erden geben.</div><div><br></div><div>Wenn Jesus es augenzwinkernd sagte, meinte er vielleicht: „Wenn dir wirklich nichts anderes einfällt, dem Bösen aus dem Weg zu gehen, dann musst du dir wohl dein Auge ausreißen und deine Hand abhacken <span class="fs14lh1-5"><i>(grins)</i></span>. Ich schlage aber vor: Fang erstmal an, dich ernsthaft zu bemühen! Krieg dein Auge und deine Hand in den Griff! Du musst weder hingucken noch zugreifen, wenn du es nicht willst. Oder hast du dich selbst nicht unter Kontrolle? Bestimmt dein Auge über deinen Kopf und deine Hand über deinen Willen? Du willst doch Herr im Haus sein, oder <i><span class="fs14lh1-5">(</span></i><span class="fs14lh1-5"><i>zwinker</i></span><i><span class="fs14lh1-5">)</span></i>? Dann sei endlich mutig, kämpfe und bete, damit du selbst wieder die Kontrolle übernimmst, als wären dein Auge und deine Hand nicht mehr da und könnten dich nicht mehr zum Bösen verführen!"</div><div><br></div><div>So kann ich mit dem Satz etwas anfangen, ohne ihm seine Ernsthaftigkeit zu nehmen. Der Theologe Klaus Berger hat geschrieben: „Jesus bringt Menschen zum Lachen und befreit sie dadurch aus dem Labyrinth ihrer Abwege." Und er schlägt vor, bei manchen Worten Jesu ein Schild aufzustellen mit den Worten: „Bitte nicht wörtlich nehmen."*</div><div><br></div><div>Die Ernsthaftigkeit ist dadurch nicht in Frage gestellt. Vielleicht kommt sie sogar so erst richtig zum Ausdruck. Und man kann sich Jesu Worte sagen lassen und darüber lächeln, anstatt bedrückt von dannen zu ziehen. Man kann sogar über sich selbst lachen: „Ja, eigentlich müsste ich mir jetzt die Hand abhacken. Ich will aber doch lieber versuchen, sie unter Kontrolle zu kriegen." Und dann kann man zusammen mit Jesus über seine eigenen Schwächen lachen. So wie die Leute aus Schabernack. Und am Ende feiern wir dann mit Jesus eine große Party – dann aber nicht in Helges, sondern in Gottes Reich.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Klaus Berger: Ein Kamel durchs Nadelöhr? Der Humor Jesu. Herder Verlag Freiburg u.a., 2. Auf. 2019. Zitiert nach: <span class="imUl"><a href="https://www.pro-medienmagazin.de/hatte-jesus-humor/)." target="_blank" class="imCssLink">PRO – Das christliche Medienmagazin</a></span>.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 11 Nov 2021 09:37:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum ein Shutdown unwahr- scheinlich und zugleich wahr- scheinlich ist]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000D7"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum ein Shutdown unwahrscheinlich<br>und zugleich wahrscheinlich ist</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span> | 10/11/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>67% der Deutschen sind aktuell vollständig geimpft. Die Infektionszahlen in Deutschland steigen stark. Die Intensivstationen füllen sich allerdings hauptsächlich mit Menschen, die nicht geimpft sind. Einige von diesen konnten sich nicht impfen lassen, aus medizinischen Gründen, die meisten aber hätten sich vermutlich impfen lassen können, haben das aber aus irgendwelchen Gründen nicht getan; vielleicht deswegen, weil sie schlecht oder falsch informiert waren oder sich schlecht oder falsch informiert haben, was nach über 1,5 Jahren Pandemie aber schon zu hinterfragen wäre.</div><div><br></div><div>Bisher ist es noch relativ warm in Deutschland, der Winter hat noch gar nicht richtig angefangen, man kann noch gut draußen etwas unternehmen mit anderen Leuten und man kann auch noch gut lüften. Wenn es aber richtig kalt wird draußen, könnten die Infektionszahlen noch weiter steigen.</div><div><br></div><div>Es könnte nach und nach der Fall eintreten, dass im ganzen Land Intensivstationen keine Betten mehr frei haben, weil dort hauptsächlich Menschen mit Covid 19 liegen, von denen die meisten sich wohl hätten impfen lassen können, es aber nicht getan haben.</div><div><br></div><div>Und was dann? Menschen, die einen Unfall hätten, Menschen, die eine dringende Operation bräuchten, könnten nicht mehr verpflegt werden, weil die intensivstationen voll sind.</div><div><br></div><div>Die Politik könnte dann mit einem Lockdown oder Shutdown reagieren. Aber für wen?</div><div><br></div><div>Ein Shutdown für die nicht Geimpften? Dabei ist das diejenige Gruppe, die dem Staat ohnehin schon skeptisch gegenüber zu stehen scheint, zumindest zu einem gewissen Teil. Ein solcher teilweiser Shutdown könnte also einen gewissen Teil dieser Gruppe in eine radikale politische Ecke treiben.</div><div><br></div><div>Oder einen Shutdown für die gesamte Bevölkerung? Die 67% der Bevölkerung, die sich haben impfen lassen, würden das aber womöglich nicht mehr mittragen, denn diese Menschen haben sich ja unter anderem auch deswegen impfen lassen, um einen erneuten Shutdown und die damit einhergehenden wirtschaftlichen und sozialen Härten zu vermeiden.</div><div><br></div><div>Wenn aber die Bevölkerung einen Shutdown nicht mehr mittragen würde, müsste ein solcher entweder mit repressiver Gewalt durchgesetzt werden, was die Menschen vom Staat entfremden könnte, oder man würde womöglich von staatlicher Seite aus auf die Durchsetzung verzichten, was bedeuten würde, dass die Maßnahmen, die der Staat verhängt hat, ignoriert werden dürfen. Dies hätte allerdings verheerende Auswirkungen auf viele Bereiche, in denen der Staat das Gewaltmonopol hat, denn der Staat würde nicht mehr ernst genommen werden und stünde damit in der Gefahr, aufzuhören, Staat zu sein. Denn der Staat dürfte für die meisten Menschen unter anderem auch nur deswegen Legitimität haben, weil er für Ruhe, Ordnung und Gerechtigkeit sorgen kann.</div><div><br></div><div>Als Ausweg könnte der Politik dann einfallen, doch noch eine Impfpflicht einzuführen, allerdings natürlich viel zu spät. Denn die Intensivstationen wären ja voll.</div><div><br></div><div>Oder aber die Politik würde stillschweigend oder auch mit mahnenden und warnenden Worten hinnehmen, dass eben Menschen sterben, weil sie sich nicht haben impfen lassen, dass aber ebenso auch andere, an der ganzen Misere völlig unschuldige Menschen sterben, weil sie für eine Notoperation oder eine andere schwere Krankheit einfach <span class="fs14lh1-5"><b>keinen Platz mehr auf Intensivstationen</b></span> bekommen würden.</div><div><br></div><div>Des weiteren könnte eine Diskussion über die Triage aufkommen. Eigentlich heißt es, dass man Menschenleben nicht gegeneinander ausspielen darf. Ein Verbrecher muss genauso medizinisch behandelt werden, wie ein Heiliger. Nun sind Menschen, die sich nicht impfen lassen, keineswegs Verbrecher, sie sind, neben anderen Gründen, vielleicht einfach nur der falschen Propaganda auf den Leim gegangen. Was aber tun, wenn man entscheiden müsste, wer von zwei Patienten das eine Intensivbett bekommt? Ein 70-jähriger Geimpfter, oder eine 40 Jähriger, der sich nicht hat impfen lassen? Würde man dann weiterhin nach der Überlebenswahrscheinlichkeit urteilen, oder würde man anfangen, auch die vermeintliche eigene Mitschuld mit einzubeziehen? Es würde ethisch kompliziert werden. Die ohnehin schon große ethische Dilemmasituation würde sich unglaublich verkomplizieren.</div><div><br></div><div>Wie auch immer, die Lage steuert auf ein mögliches Desaster zu. Vielleicht kommt ja alles nicht so schlimm, wie hier ausgemalt, vielleicht aber doch. Zu dem gesundheitlichen Drama käme dann vermutlich obendrauf noch ein gesellschaftliches Drama, eine tiefe Spaltung der Gesellschaft, eine Polarisierung, die sich spätestens bei den nächsten Wahlen dann auch politisch äußern würde, womöglich zugunsten extremistischer Parteien. Letztlich könnte all dies, wenn es dazu käme, dazu führen, dass die Demokratie und der Rechtsstaat ins Wanken geraten.</div><div><br></div><div>Der Umgang der Politik mit Corona und dessen Auswirkungen könnte also Auswirkungen weit über den Einzelnen hinaus haben, Auswirkungen nämlich auf den gesamten Staat.</div><div><br></div><div>Ein erneuter Shutdown wäre also einerseits wahrscheinlich, weil man ihn dringend <span class="fs14lh1-5"><b>bräuchte, um Menschenleben zu retten</b></span>, er wäre aber andererseits zugleich unwahrscheinlich, weil er die Gesellschaft und den Staat zerrütteten könnte, was in der Folge ebenfalls und in größerem Ausmaß Menschenleben gefährden könnte.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Soweit der Artikel von </span><span class="cf1"><span class="imUl"><a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span></span><span class="cf1">. Die christliche Frage wäre: Was sagst du als Christ oder Christin dazu? Gibt es vom christlichen Glauben her Antworten auf die vielen Fragen?</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 10 Nov 2021 18:44:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?warum-ein-shutdown-unwahrscheinlich-und-zugleich-wahrscheinlich-ist</link>
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			<title><![CDATA[Von German Angst, Schlafen im Wasser und guter Laune im Knast]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000D5"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Von German Angst, Schlafen im Wasser<br>und guter Laune im Knast</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/11/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Halleluja! Es geht uns wirklich unglaublich gut!</div><div><br></div><div>Nein, nein, das ist jetzt nicht ironisch gemeint, sondern grundehrlich. Ehrlich!</div><div><br></div><div>Es macht Sinn, sich mal zu vergegenwärtigen, wie gut es uns geht. Zum Beispiel im Vergleich zu früheren Jahrhunderten.</div><div><br></div><div>Ich weiß zwar 'ne ganze Menge, aber das war mir wirklich neu (was Geschichte anlangt, bin ich ein hoffnungsloser Dummbold; das muss an meinem schulischen Geschichtsunterricht liegen, Herr H. möge es mir verzeihen): Früher ging es viel gewaltsamer in der Welt zu als heute. Die Gewaltkriminalität ist heute so niedrig wie nie zuvor. Mit der Zivilisierung der Gesellschaft sinkt die Kriminalität, weil das Gewaltmonopol beim Staat liegt und alle Gewalttätigen Angst haben, erwischt zu werden.</div><div><br></div><div>Hab ich echt nicht gewusst. Aber <span class="fs14lh1-5"><i>Harald Welzer</i></span> sei Dank weiß ich es jetzt. Er schreibt immer so nette lehrreiche und gut lesbare Bücher. Diesmal ist es das Buch <span class="fs14lh1-5"><i>Alles könnte anders sein</i></span>.*</div><div><br></div><div>Darin erzählt er auch, dass er noch bis in die 1970er Jahre in der Schule von Lehrern geschlagen wurde (S. 18). Das hat mich an meine eigene Schulzeit erinnert.</div><div><br></div><div>Nicht doch, ich war ein ziemlich braver Schüler, aber einmal hab ich in der Volksschule (so hieß das damals noch) auf dem Schulhof eine gepfeffert bekommen. Wir standen am Ende der Pause in Zweierreihen nebeneinander, um dann in Reih und Glied in die Schule zurück zu gehen (irgendwie militärisch). Diesmal stand ich ganz vorn. Plötzlich (ich hab das gar nicht mitgekriegt) bekamen mein Nebenmann und ich <span class="fs14lh1-5"><b>mit einem einzigen Schlag</b></span> eine Ohrfeige. Zwei auf einen Streich.</div><div><br></div><div>Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. War mir auch keiner Schuld bewusst und bin's bis heute nicht. Das verknöcherte Gesicht des uralten Lehrers hab ich immer noch vor Augen.</div><div><br></div><div>Jedenfalls fiel mir das wieder ein, als ich Harald Welzers Buch las. Und außerdem fiel mir ein, dass im Gymnasium in den 70er Jahren während der Pause noch Schüler aus der Oberstufe im Schulgebäude rumliefen und aufpassten, dass sich keiner im Gebäude aufhielt. Alle mussten raus. Die Aufpasser hatten alle einen Schlagstock – ich glaube, es waren zweckentfremdete Staffelstäbe – in der Hand, mit denen sie zuschlagen konnten. Das machte gewaltigen Eindruck auf mich, die waren so groß und ich noch so klein und die hatten auch noch einen Stock in der Hand. Kaum zu glauben, aber wahr!</div><div><br></div><div>Die Welt ist wirklich weniger gewalttätig geworden.</div><div><br></div><div>Welzer schreibt auch, dass sogar im 20. Jahrhundert mit zwei Weltkriegen, dem Holocaust und mehreren anderen Völkermorden relativ weniger Menschen eines gewaltsamen Todes gestorben sind als in den Jahrhunderten davor (S. 19). Wer hätte das gedacht?</div><div><br></div><div>Ich hatte keine Lust, das alles zu überprüfen und glaube es jetzt einfach mal. Ich denke, der Harald wird schon keine <span class="fs14lh1-5"><i>Fakes</i></span> in die Welt setzen.</div><div><br></div><div>Ach ja, die heute gegenüber dem 19. Jahrhundert statistisch <span class="fs14lh1-5"><b>verdoppelte</b></span> Lebenserwartung hat damit zu tun, dass die meisten Menschen entweder schon als Kind starben (sehr hohe Kindersterblichkeit) oder vor einem natürlichen Tod entweder ermordet wurden oder verhungerten oder im Kindbett starben. Noch vor einem halben Jahrhundert (also 1970) starb jedes fünfte Kind in der Welt vor seinem fünften Geburtstag (S. 20f).</div><div><br></div><div>Merkt ihr, wie toll es ist, im 20. und 21. Jahrhundert zu leben?</div><div><br></div><div>Harald Welzer hat noch mehr zu erzählen, aber ich will hier kein Buch schreiben. Nur eins noch: Viele Menschen in Deutschland haben Angst vor Terror. Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland bei einem Terroranschlag umzukommen? Jährlich gibt es weltweit etwa 25.000 Terroropfer. Nur fünf Prozent davon im reichen Westen. Jedes Jahr sterben in Deutschland 10.000 Menschen bei der Hausarbeit (besser, man hält sich fern davon), über 3.000 Menschen im Straßenverkehr, bis zu 6.000 Menschen durch Feinstaubemissionen. Am Terror starben in Deutschland 2016 vierzehn Menschen, 2017 und 2018 keiner (Welzers Buch ist 2019 erschienen) (S. 19). Auch wenn es 2020 und 2021 wieder mehr waren <span class="fs14lh1-5">– wir setzen uns bedenkenlos ins Auto, haben aber Angst, einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen. Muss man das verstehen?</span></div><div><br></div><div>Apropos Angst. Sie ist ja schon sprichwörtlich. Die ganze Welt spricht von der <span class="fs14lh1-5"><i>German Angst</i></span>. Warum sind wir Deutsche solche Angsthasen?</div><div><br></div><div>Es gibt bei Welzer ein Zitat, das es in sich hat (S. 17). Aus dem Buch <span class="fs14lh1-5"><i>Morgen letzter Tag</i></span> von <span class="fs14lh1-5"><i>Christoph Süß</i></span>**. Ich würde das Zitat ja gern in voller Länge zitieren, aber ich trau mich nicht wegen Copyright und so. Darum hier nur ein paar Auszüge:</div><div><br></div><div><b class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wovor wir Angst haben – eine total unvollständige Sammlung</span></i></b></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">[...] Vor Überfluss. Vor Knappheit. Vor Terroristen. Fundamentalisten. Idealisten. Kommunisten. Kapitalisten. Dem Antichristen. Christen. Moslems. Juden. Hindus. Sekten. Insekten. Langeweile. Amerikanern. Chinesen. Indern. Pakistanis. Polen. Negern. Überhaupt Ausländern. Nachbarn. Männern mit Bart. Frauen mit Bart. Der Wissenschaft. Verblödung. Vor Gutmenschen. Vor bösen Menschen. Unmenschen. Übermenschen. Untermenschen. Überhaupt vor Menschen. Vor Bakterien und Viren. Vor der Zerstörung der Umwelt. Vor Staus. Vor der Kernkraft. Davor, dass der Strom ausfällt. Vor Windrädern. Monokultur. Vielfalt. [...] Dem Teufel. Gott. Der Jugend. Dem Erwachsenwerden. Dem Alter. [...] Engen Räumen. Weiten Plätzen. Zu fett werden. Anorexie. [...] Vor Sattheit. Vor dem Hunger. [...] Vor dem Internet. Davor, kein Netz zu haben. [...]</span></i></span></div><div><br></div><div>Von Rechts wegen müsste ich jetzt eine Interpretation des Textes liefern, weil ich ihn nicht einfach kommentarlos so veröffentlichen darf. Von wegen Copyright und so. Aber ich lasse den Text einfach mal so stehen. Er spricht ja für sich.</div><div><br></div><div>Statt einer Interpretation sage ich: Vielen Dank für die Erinnerung an unsere Ängste, Christoph Süß. Vielleicht kaufe ich mal Ihr Buch. Jedenfalls hab ich mich beim Lesen des Zitats ausgeschüttet. Fühlte mich wohl irgendwie ertappt. Und weiß jetzt, was <span class="fs14lh1-5"><i>German Angst</i></span> ist.</div><div><br></div><div>Nun, man sollte sich nicht über Probleme lustig machen. Es gibt ja wirklich welche. Große sogar. Aber vor allem sollte man über allem Negativen das Posititve nicht vergessen.</div><div><br></div><div>Jesus zum Beispiel hatte es drauf, das Positive nicht zu vergessen. Er hatte sich schlafen gelegt, als das Schiff, mit dem er und seine Jünger unterwegs waren, in einen Sturm geriet. Man stelle sich also vor: Der Sturm fegt mit Getöse übers Meer. Das Holz knarrt und ächzt. Dazwischen die verzweifelten Rufe der Jünger. Die Wellen schlagen über dem Boot zusammen. Es wird wie eine Nussschale hin und her geschleudert und droht unterzugehen. Lukas vermerkt ausdrücklich, dass „das Schiff voll Wasser wurde" (Lk 8,23).</div><div><br></div><div>Und Jesus liegt im vollgelaufenen Boot, also im Wasser – und schläft. Oder schläft er gar nicht so fest, sondern wacht kurz auf, dreht sich auf die andere Seite und schläft weiter? Wer weiß! Jedenfalls kümmert ihn der Sturm überhaupt nicht. Wohl dem, der aus dem Positiven lebt!</div><div><br></div><div>Die in Panik geratenen Jünger wecken Jesus schließlich auf: „Meister, Meister, wir gehen unter!" (Lk 8,24) In der Version des Markus wird das Negative noch gesteigert: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir untergehen?" (Mk 4,38) Jesus wacht auf, befiehlt dem Sturm, sich zu legen, und fragt seine Jünger erstaunt: „Warum seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?" (Mk 4,40)</div><div><br></div><div>Der Mann hat Humor! Das Schiff läuft voll, er liegt im Wasser und schläft, und nachdem ihn die Jünger der seligen Ruhe seines Schlafes entrissen haben, fragt er: „Warum habt ihr solche Angst? Glaubt ihr noch immer nicht an die positive Macht Gottes?"</div><div><br></div><div>Die Geschichte hat was von <span class="fs14lh1-5"><i>German Angst</i></span>. Und davon, wie man sie überwindet.</div><div><br></div><div>Gleich nach dieser Geschichte berichten die Evangelisten eine andere Geschichte vom Positiven und Negativen. Gerade das Negative des Sturms überwunden, kommt Jesus und seinen Jüngern am anderen Ufer des Sees „von den Grüften her" (<span class="fs14lh1-5"><i>grusel</i></span>) „ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen, der seine Wohnung in den Grüften hatte" (<span class="fs14lh1-5"><i>German Angst</i></span>) (Mk 5,2f). Markus kann den Gruseleffekt gar nicht genug steigern: „Und er war allezeit, Tag und Nacht, in den Grüften und auf den Bergen, schrie und schlug sich mit Steinen" (Mk 5,5). Man fühlt sich an einen modernen Horrorfilm erinnert. Für die Menschen damals war es aber Wirklichkeit: Stellt euch mal die Leute vor, die in der Gegend wohnten und mit diesem besessenen Menschen Tag und Nacht leben mussten. Stärker kann die Bedrohung durch das Negative kaum sein.</div><div><br></div><div>Nun begegnet Jesus also diesem Menschen (nach Mt 8,28 waren es sogar zwei). Markus und Lukas halten fest, dass sich in ihm gleich eine Vielzahl von Dämonen breit gemacht hat (Mk 5,9; Lk 8,30). Mit unserem distanzierten medizinischen Sachverstand würden wir vielleicht heute sagen: Der Mann hat multiple seelische Störungen und ist austherapiert. Nichts mehr zu machen. Ab in die Psychiatrie und mit Pillen ruhiggestellt. Fatale Nebenwirkungen inbegriffen.</div><div><br></div><div>Damals hatten sie solche Pillen nicht. Dafür wussten aber die „Dämonen", was ihnen von Jesus her blühte. Und weil sie nicht heimatlos werden wollten, bitten sie Jesus, sie in die Schweineherde nebenan fahren zu lassen: „Wenn du uns austreibst, so schicke uns in die Schweineherde" (Mt 8,31). Jesus hat keine Probleme damit, ihrem Wunsch nachzukommen. Schweine sind nach jüdischem Verständnis unreine Tiere. Da gehören die Dämonen hin: ins Unreine. In etwas, was gar nicht so wirklich wirklich ist. Wir sagen ja auch: Das hab ich nur ins Unreine geschrieben. Das zählt also nicht so richtig. Die Dämonen zählen auch nicht so richtig. Darum wissen die Schweine dann auch nichts Besseres zu tun, als sich einen Abhang hinunter in den See zu stürzen und dort elendig zu ersaufen (Mt 8,32; Mk 5,13; Lk 8,33).</div><div><br></div><div>So endet also das Negative. Der kranke Mensch hingegen ist befreit und gesund. Das ist das Positive, das wir bei allem Negativen nicht vergessen sollten.</div><div><br></div><div>In der Reformationszeit sollen sich die Protestanten übrigens folgende Fortsetzung der Geschichte ausgedacht haben: Die Schweineherde stürzte sich nicht in den See, sondern ins Mittelmeer und schwamm bis nach Rom, wo die Dämonen schließlich in den Papst fuhren. Das ist natürlich böse gedacht, passt aber zur damals üblichen Verunglimpfung des Andersdenkenden.</div><div><br></div><div>Was lernen wir daraus? Hass, Hetze und <span class="fs14lh1-5"><i>Fake News</i></span> der übelsten Art gibt es nicht erst seit den unsozialen sozialen Medien und <span class="fs14lh1-5"><i>Donald Trump</i></span>. Es gab sie schon damals, und mit der Erfindung des Buchdrucks wurden sie weit verbreitet. Nur zur Erinnerung daran, dass heute nicht alles schlechter ist als früher.</div><div><br></div><div>Irgendwie scheint die Erinnerung an das Positive trotz alles Negativen etwas mit dem christlichen Glauben zu tun zu haben. Jedenfalls haben auch Paulus und seine Genossen das Positive nie vergessen. Folgendes wird berichtet (Apg 16,16ff): Paulus hat eine Sklavin, die für ihre Herren als Wahrsagerin arbeitete und ihnen viel Geld einbrachte, von ihrem „Wahrsagegeist" befreit. Die Herren der Sklavin fanden das nicht lustig. Sie ergriffen Paulus und seinen Mitarbeiter Silas und schwärzten sie als Unruhestifter an. Die Menschenmenge glaubte ihnen das sofort (wie auch heute viel Unsinn geglaubt wird). Darum ließen die zuständigen Beamten sie auspeitschen, in den tiefsten Kerker werfen und ihre Füße in den Block schließen (wie auch heute die Mächtigen sich gern zwecks Machterhalts der Volksmeinung anschließen). So erging es denen, die eine Frau aus ihrem Wahrsagewahn und ihrer Sklaverei befreit hatten (wie auch heute manche, die sich für Recht und Freiheit eingesetzt haben, im Gefängnis landen).</div><div><br></div><div>Und was tun Paulus und Silas? Sie beten und singen Loblieder (Apg 16,25). Kein Gedanke an etwas Negatives. Und endlich mal eine willkommene Abwechslung im Kerker. Das hebt die Stimmung. Es ist nicht überliefert, was sie gesungen haben. Vielleicht <span class="fs14lh1-5"><i>Macht hoch die Tür, die Tor macht weit</i></span>. Jedenfalls fing die Erde an zu beben, alle Türen und Tore des Gefängnisse sprangen auf sich und die Fesseln aller Gefangenen lösten sich. Paulus, Silas und alle anderen Gefangenen waren aber honorig und blieben im Kerker, wofür ihnen der Kerkermeister, der sich schon das Leben nehmen wollte, sehr dankbar war. Am nächsten Morgen wurden Paulus und Silas dann entlassen. Soweit die Kurzfassung der Geschichte. Weitere Einzelheiten könnt ihr selbst nachlesen. Jedenfalls hatten Paulus und Silas trotz Schmerzen, Gefangenschaft und ungewisser Zukunft das Positive nicht vergessen.</div><div><br></div><div>Paulus wurde übrigens mehrfach gefangengesetzt. Aus dem Gefängnis schrieb er auch seinen Brief an die Gemeinde in Philippi (die theologische Forschung nimmt teilweise an, dass hier zwei oder drei Briefe des Paulus nachträglich zu einem einzigen zusammengefasst wurden). Der Brief strotzt nicht vor Frust und Hoffnungslosigkeit, sondern im Gegenteil vor Freude und Zuversicht. So schreibt Paulus aus dem Gefängnis (Phil 4,4-7):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Freut euch im Herrn allezeit; nochmals will ich sagen: Freut euch! Lasst eure Freundlichkeit allen Menschen kundwerden! Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst im Gebet und Flehen mit Danksagung eure Bitten vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der allen Verstand überragt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Negative ist da. Man kann sich aber trotzdem freuen. Denn der H<span class="fs12lh1-5">ERR</span> ist auch da. Darum bleibt man cool, wenn auch die Situation nicht glänzend ist. Was heißt das schon? Der Friede Gottes geht nicht verloren. Unser Verstand will uns vielleicht weismachen, dass wir uns große Sorgen machen müssten. Aber das ist unnötig und darum uncool. Nötig ist vielmehr, alles im Gebet Gott zu sagen und für das viele Positive zu danken. Früher war nicht alles besser. Im Gegenteil: Vieles ist heute besser. Darum: Macht euch keine Sorgen, sondern erwartet das Positive von Gott. Und dann tut es natürlich selbst, so gut ihr könnt. Lasst eure Freude und Freundlichkeit allen Menschen (auch den in Zukunft lebenden) kundwerden!</div><div><br></div><div>Okay, das ist leichter gesagt als getan. Wir scheitern alle daran. Aber <span class="fs14lh1-5"><b>so</b></span> muss es nun wirklich nicht sein: dass wir desto unzufriedener werden, je besser es uns geht. Nach dem Motto: „Das Böse ist immer und überall." Mit diesem verdrießlichen Bewusstsein kommt man nur suboptimal durchs Leben. Und es ist leicht, alles Böse dann auch noch Gott in die Schuhe zu schieben (von dem man ansonsten aber nichts wissen will).</div><div><br></div><div>Meine Eltern pflegten manches Mal mit Blick auf Menschen, die sich daneben benahmen, zu sagen: „Denen geht es zu gut." Wird das Negative bei uns vielleicht deshalb so stark betont und gibt es deshalb so viele Wutbürger, weil es uns zu gut geht?</div><div><br></div><div>Aber alle Probleme vergessen und alles durch die rosarote Brille betrachten – das geht nun auch nicht. Bestimmt nicht! Doch gerade wegen der Probleme ist es das Wichtigste, auf keinen Fall das Positive zu vergessen. Sonst werden noch Wutbürger aus uns. Und wir sind womöglich sofort beleidigt, wenn wir auf etwas, das wir für positiv halten, verzichten müssen.</div><div><br></div><div>Ihhh, das furchtbare V-Wort. Das mögen wir nun gar nicht. Dabei verlieren wir damit vielleicht gar nichts, sondern gewinnen eher etwas. Ja, mit dem V-Wort kann man Lebensqualität gewinnen. Wenn wir das endlich begreifen würden ...</div><div><br></div><div>Dann wüssten wir auch, wofür wir wirklich dankbar zu sein haben. Und dass das Positive deshalb Bestand hat, weil die ganze Welt in Gottes guten Händen liegt. <span class="fs14lh1-5"><i>He's got the whole world in his hand</i></span>.</div><div><br></div><div>Es geht uns wirklich unglaublich gut! Halleluja!</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs10lh1-15">* &nbsp;&nbsp;&nbsp;Harald Welzer: Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen. FISCHER</span></div></div><blockquote><blockquote><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs10lh1-15">Taschenbuch, 2. Aufl. Frankfurt am Main 2020.</span></div></div></blockquote></blockquote><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs10lh1-15">** &nbsp;&nbsp;Christoph Süß: Morgen letzter Tag. Ich und Du und der Weltuntergang. Knaus 2012. S. 11f.</span></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 06 Nov 2021 09:36:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Eine aktuelle Verhärtung, ihre Folgen und ihre Heilung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000D4"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eine aktuelle Verhärtung, ihre Folgen und ihre Heilung</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/11/2021</span></div><div><br></div><div>Kann man so sehr anderswo sein, so sehr abwesend, dass man die überlebenswichtige Gegenwart gar nicht mehr wahrnimmt? Kann man etwas vor Augen haben, ohne es zu erkennen? Oder etwas in die Ohren geschrien bekommen, ohne es zu verstehen? Pointiert gefragt: Kann man etwas wissen, ohne es zu wissen?</div><div><br></div><div>Von dem Publizisten <span class="fs14lh1-5"><i>Roger Willemsen</i></span> erschien im Jahr seines Todes 2016 das Buch <span class="fs14lh1-5"><i>Wer wir waren</i></span>*. Dort schrieb Willemsen, wir stünden vor einem neuen Imperativ,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">der uns abverlangt, uns zu vergegenwärtigen im Wortsinn: hier zu sein, in dieser Zeit anzukommen – nicht in der Ferne der Displays, nicht auf den Modulen unserer ausgelagerten Intelligenz, nicht in der digitalen Parallelwelt des Sozialen, die sich vor die Realität dieses sozialen Asozialen schiebt, sondern in jener praktischen Welt, in der die Frage nach dem Überleben aller gerade neu gestellt wird. (S. 128)</span></i></span></div><div><br></div><div>Willemsen verlangt also, wir müssten wieder in die Wirklichkeit zurückkehren, anstatt uns auf Computerfestplatten, Displays oder in der Parallelwelt der sogenannten sozialen Medien aufzuhalten. Angesichts der drängenden Frage nach dem Überleben der Menschheit spricht Willemsen schon damals vom Rückzug, vom Verschwinden des Menschen, der sich in der Enge von Aktivitäten aufreibt, die zu den Lebensfragen nichts beitragen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir waren wie die Landschaft, im Rückzug. Wir hatten unserem Verschwinden nichts entgegenzusetzen, rieben uns aber auf im engen Horizont einer Arbeit, die ein Unternehmen stärken, erfolgreicher, effektiver machen sollte, aber nicht Lebensfragen beantworten. (S. 127)</span></i></span></div><div><br></div><div>Und schließlich:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, die begriffen, aber sich nicht vergegenwärtigen konnten, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, nicht aufgehalten von uns selbst. (S. 127)</i></span></div><div><br></div><div>Die letzten Sätze haben mich unmittelbar angesprochen. Denn sie erinnerten mich an Worte Jesu.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Verstockung</div><div><br></div><div>Jesus sagte nach Matthäus 13,14f:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es erfüllt sich an ihnen die Weissagung des Jesaja, welche sagt: Hören werdet ihr und nicht verstehen, und sehen werdet ihr und nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt und ihre Ohren sind schwerhörig geworden und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile. (Zürcher Bibel)</span></i></span></div><div><br></div><div>Jesus zitiert hier Jesaja 6,9f, allerdings nicht in der uns bekannten Fassung, sondern in der Fassung der damals gebräuchlichen griechischen Übersetzung des Alten Testaments, der sogenannten <span class="fs14lh1-5"><i>Septuaginta</i></span>.</div><div><br></div><div>Liest man den hebräischen Originaltext, der unserem Alten Testament zugrunde liegt, dann bekommt der Prophet von Gott einen merkwürdigen Auftrag (Jes 6,9-12):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gehe und sprich zu diesem Volke: Höret immerfort, doch verstehet nicht, und sehet immerfort, doch erkennet nicht! Verstocke das Herz dieses Volkes, mache taub seine Ohren und blind seine Augen, dass es mit seinen Augen nicht sehe und mit seinen Ohren nicht höre, dass nicht sein Herz einsichtig werde und man es wieder heile. Da sprach ich: Wie lange, o Herr? Und er antwortete: Bis dass die Städte öde liegen ohne Bewohner und die Häuser ohne Menschen und das Fruchtland nur noch Wüste ist, und der Herr die Menschen weit hinwegführt und die Verödung groß wird inmitten des Landes. (Zürcher Bibel)</span></i></span></div><div><br></div><div>Wahrlich ein merkwürdiger Auftrag für einen Propheten! Die theologische Forschung rätselt bis heute, wie das zu verstehen ist.</div><div><br></div><div>Der Prophet soll also das Herz Israels verstocken. Jesus dagegen stellt fest, dass das Herz des Volkes verstockt sei.</div><div><br></div><div>Beide Aussagen gibt es auch in anderen biblischen Texten. Wie beides zusammenhängen könnte, deutet Psalm 81,12f an:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Mein Volk hörte nicht auf mich, Israel war mir nicht zu Willen. Da überließ ich sie ihrer Verstocktheit, dass sie wandelten nach eigenem Rat.</i></span></div><div><br></div><div>Auch Paulus kann die Verstockung einmal auf Gott (2Kor 3,14), ein anderes Mal auf den „Gott dieser Welt" zurückführen (2Kor 4,4). Bekannt ist ihm auch der Gedanke, dass Gott die Menschen, die ihn nicht erkennen wollen, ihrem verwerflichen Ansinnen überlässt (Röm 1,28).</div><div><br></div><div>So könnte man die Verstockung verstehen: Das Herz des Menschen ist verstockt. Er lässt sich von Gott nicht aus dieser Verstockung herausrufen. Darum überlässt Gott ihn schließlich seiner Verstockung.</div><div><br></div><div>Jes 6,10 würde dann nur das <span class="fs14lh1-5"><b>Ergebnis </b></span>der Predigt des Propheten angeben, nicht aber die <span class="fs14lh1-5"><b>Absicht </b></span>dieser Predigt: Gott <span class="fs14lh1-5"><b>wollte </b></span>nicht die Verstockung des Volkes, aber weil das Volk sich der Predigt des Propheten nicht geöffnet hat, blieb als <span class="fs14lh1-5"><b>Folge </b></span>seiner Predigt nur, dass sie zur bleibenden Verstockung des Volkes führte.</div><div><br></div><div>Aber was ist eigentlich Verstockung? Die griechischen und hebräischen Wörter bezeichnen auch etwas Festes, Hartes. Ein verstocktes Herz ist also ein verhärtetes, in sich verfestigtes Herz – ein Herz, das nicht mehr schlagen kann, eigentlich ein totes Herz. Der verstockte Mensch ist in sich verfestigt und hat jede Offenheit, jede Flexibilität verloren. Wir sprechen heute noch von einem hartherzigen Menschen, der für die Belange und das Leid Anderer nicht empfänglich ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Aktualisierung</div><div><br></div><div>Der Prophet Jesaja verkündete seine Botschaft etwa zwischen 736 und 701 v.Chr., möglicherweise am königlichen Hof in Jerusalem, jedenfalls innerhalb der Oberschicht Jerusalems. Er nahm teil am politischen Weltgeschehen, das durch die Weltmacht Assyrien und dessen aggressive Expansionspolitik bestimmt war. Israels Herrscher versuchten sich vor den Assyrern zunächst dadurch zu retten, dass sie dessen Oberherrschaft anerkannten, und später dadurch, dass sie politische Bündnisse mit Philistern und Ägyptern gegen die Assyrer schmiedeten.</div><div><br></div><div>Dem setzte Jesaja ein deutliches Nein Gottes entgegen: Gott werde dafür sorgen, dass Jerusalem von den Assyrern verschont bleibt. Darum solle Israel auf Gott vertrauen und sich aller politischen Bündnisse enthalten.</div><div><br></div><div>Grundsätzlich kritisierte Jesaja die sozialen Missstände seiner Zeit: Die Mächtigen und die Reichen nutzten die Not der Kleinbauern aus. Diese mussten sich verschulden und ihren Besitz verpfänden, schließlich sogar ihre Kinder verpfänden und in die Sklaverei verkaufen lassen. Bei alledem wurde der Glaube an Gott gepflegt, die Gottesdienste gehalten und der Kult nach allen Regeln vollzogen. Die religiöse Welt schien in bester Ordnung. Auch diese religiöse Illusion verfiel der Kritik des Propheten.</div><div><br></div><div>Jesus zitierte Jes 6,9f über 700 Jahre später in einem völlig anderen historischen Zusammenhang. Es ging ihm nicht um politische Verhältnisse, sondern um den Sinn der Gleichnisse, mit denen er den Menschen die Herrschaft Gottes verständlich machen wollte. Er musste aber die Erfahrung machen, dass die Menschen sich seiner Botschaft verschlossen: Sie wollten die Gleichnisse nicht verstehen und sich der Herrschaft Gottes nicht anvertrauen. Darin glichen sich die Situation Jesu und die Jesajas 700 Jahre zuvor.</div><div><br></div><div>Jesus hat also den Text des Alten Testaments aktualisiert, indem er ihn auf seine persönliche, ganz andere Situation bezog.</div><div><br></div><div>So müssen auch wir es mit den biblischen Texten machen. Wir müssen sie in ihrer ursprünglichen historischen Situation zu verstehen suchen, aber wir dürfen sie nicht in dieser vergangenen historischen Situation belassen. Wir müssen sie auf unsere heutige Situation beziehen. Denn das alte Wort lebt nur dann weiter, wenn wir es auf unsere Zeit anwenden; wenn wir es für unsere jeweilige Situation gelten lassen.</div><div><br></div><div>Alles, was die alten Texte beschreiben, gibt es auch heute: Es gibt Menschen, die in der Illusion des Glaubens leben, sich aber in Wirklichkeit längst im Unglauben verhärtet haben. Der verhärtete Unglaube ist in sich selbst verschlossen, unfähig, neue Ideen aufzunehmen und Gottes wahren Willen wahrzunehmen. Unter dem Deckmantel der religiösen Korrektheit wird Gottes Wille mit Füßen getreten.</div><div><br></div><div>Dabei betrügt sich der im Unglauben verhärtete Mensch selbst. Er erkennt seine Verhärtung gar nicht, wähnt sich vielmehr ausgesprochen offen, flexibel und modern. In Wahrheit aber klammert er sich am Alten und Gewohnten fest und wehrt sich massiv gegen jede Veränderung des eigenen Ich, des eigene Denkens und der eigenen Lebensweise. Glaube wird hier mit Gewohnheit verwechselt.</div><div><br></div><div>Dabei wäre das Verstehen einfach. Die Geschichten sind vor Augen und werden täglich erzählt. Aber ein leicht mögliches Verstehen wird bewusst oder unbewusst verweigert, weil man sich dem Wirken Gottes nicht öffnen will, sondern die eigene Wirksamkeit vorzieht. Das mussten schon Jesaja und Jesus erfahren.</div><div><br></div><div>Der Eigenwirksamkeit steht das Wirken Gottes nur im Weg. Darum wird die eigene Macht und der eigene materielle Vorteil bis aufs Blut verteidigt. Unrecht wird nicht als Unrecht wahrgenommen, sondern als Recht verkauft: die gewohnte Selbstrechtfertigung. Wohlgemerkt: Das alles im Bewusstsein der moralischen Integrität. Man fühlt sich selbstverständlich auf der Seite des Rechts, der Moral, auf der Seite Gottes.</div><div><br></div><div>Wie aktuell die Texte Jesajas auch heute sind, mögen nur einige wenige Verse belegen. Jesaja sprach (Jes 5,8.20-21; 1,11.13-17)**:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Weh denen, die Haus an Haus reihen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								die Feld mit Feld verkoppeln,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Bis der Platz verbraucht</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								und ihr allein im Lande siedelt!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Wehe denen, die das Schlechte gut</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								und das Gute schlecht nennen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Die aus Dunkel Licht</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								und aus Licht Dunkel machen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Die aus Bitterem Süßes und aus Süßem Bitteres machen;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Die den Schuldigen für ein Geschenk gerecht sprechen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								und dabei den Gerechten ihr Recht entziehen.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								und vor sich selbst verständig!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								„Was soll mir eurer Opfer Fülle?"</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								spricht Jahwe.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								„Satt habe ich eure Widderbrände</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								und das Mastochsenfett. [...]</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Bringt mir nicht länger Eitelgaben,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Opferrauch, der mir ein Greuel ist. [...]</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Eure Neumonde und eure Feiertage</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								haßt meine Seele.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Sie sind für mich Belästigungen;</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								ich bin müde, sie zu ertragen.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Und breitet ihr eure Hände aus,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								verhülle ich meine Augen vor euch.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Und betet ihr auch noch soviel,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								höre ich nicht zu!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Eure Hände sind voll Blut!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Wascht, reinigt euch!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Schafft die Bosheit eurer Taten</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								aus meinen Augen fort!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Hört auf zu schaden,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								lernt zu nützen!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Trachtet nach Recht,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								helft dem ,Bedrückten'!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Schafft Recht der Waise,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								tretet für die Witwe ein!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Bei <span class="fs14lh1-5">den ersten zitierten Versen </span><span class="fs14lh1-5">musste ich unwillkürlich an die Wohnungsmisere in den Großstädten denken. Wohnungen werden bekanntlich von Konzernen angekauft, renoviert und anschließend so teuer gemacht, dass die Mieten für Normalverdienende unbezahlbar sind. Die Folge ist massiv fehlender Wohnraum, und Mietende werden gezwungen, umzuziehen und die Stadt zu verlassen.</span><br></div><div><br></div><div>Das und vieles andere vollzieht sich innerhalb der geltenden Rechtsordnung, ist also legal. Man beruft sich selbstverständlich darauf, dass alles rechtens ist. Dadurch wird der falsche Eindruck erweckt, es sei auch moralisch legitim. Das Schlechte wird also für gut ausgegeben, wie schon zu Jesajas Zeiten.</div><div><br></div><div>Jes 1 thematisiert christliche Argumentationsstrukturen, die benutzt werden, um unchristliche Verhaltensweisen zu rechtfertigen. So fordern zum Beispiel Christinnen und Christen, die Kirche dürfe das Heimatgefühl der Menschen nicht verletzen: Sie dürfe nicht zur Überfremdung beitragen, indem sie sich für die Aufnahme von Migrantinnen und Migranten einsetze. Auch andere politische Vorhaben versucht man immer wieder christlich zu begründen.</div><div><br></div><div>„Eure Hände sind voll Blut!" ist ein harter Satz. Doch auch die Adressaten Jesajas haben niemanden erschlagen oder erstochen. Auch an sauberen Händen kann Blut kleben. Wir wissen heute, dass unser Konsum töten kann. Wir sehen die Getöteten nicht, wir kennen sie nicht, und es gibt sie doch. Wir konsumieren gedankenlos das Blut der Produzenten unserer Konsumgüter und obendrein das der zukünftigen Generationen. Das alles ist heute bekannt, wird aber weitgehend verdrängt.</div><div><br></div><div>So war es schon zu Jesajas Zeiten, und darum musste der Prophet gegen das Verdrängen und Vergessen predigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Verweigerung</div><div><br></div><div>Unser Wissen steigt ins Unermessliche. Niemals zuvor hatte der Mensch so umfangreichen Zugang zum weltweiten Wissen wie heute.</div><div><br></div><div>Ich komme zurück zum Anfang: zu den Sätzen <span class="fs14lh1-5"><i>Roger Willemsen</i></span>s, die mich an Mt 13 und Jes 6 erinnerten. Wir hören unendlich viel, aber wir verstehen nicht, worum es wirklich geht. Wir verschließen die Augen vor den wirklichen Problemen. Wir verschließen sie vor der Zukunft und konzentrieren uns auf unsere kleine Parallelwelt, auf die Blase des Persönlichen oder immer schon Gewussten, in der alles in Ordnung zu sein scheint, die aber keine Lebensfragen löst. Die Überlebensfrage stellt sich in unserer heilen Parallelwelt nicht.</div><div><br></div><div>Dabei tun wir so, als gäbe es keine Alternativen. Als müsste es alles so sein. Die Wege, die wir gehen, erscheinen „alternativlos". Wir bilden uns ein, schon alles zu tun, was möglich ist, um die Lage zu verbessern. Wir machen uns vor, dass jede Alternative noch schlimmer wäre als der <i><span class="fs14lh1-5">Status quo</span></i><span class="fs14lh1-5">, als der aktuelle Stand der Dinge</span>. Wir hegen Bedenken gegen jeden noch so kleinen Verbesserungsvorschlag, ohne ihn wirklich durchdacht, geschweige denn ausprobiert zu haben.</div><div><br></div><div>So denkt und handelt der verstockte, verhärtete, unflexible Mensch.</div><div><br></div><div>Wir tun so, als gehörte die Erde uns. Aber sie gehört dem Schöpfer. „Die Erde ist des H<span class="fs12lh1-5">ERRN</span> und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen" (Ps 24,1). Wir und alle anderen Lebewesen sind Bewohner S<span class="fs12lh1-5">EINES</span> Eigentums. Und E<span class="fs12lh1-5">R</span> hat uns geschaffen, damit wir diese Erde zu einem Ort machen, an dem alle gleichermaßen gut leben können. Unsere Herrschaft über die Erde soll eine Herrschaft sein, welche die Erde <span class="fs14lh1-5"><b>im Sinne Gottes</b></span> bebaut und bewahrt (1Mo/Gen 1,26-28; 2,15).</div><div><br></div><div>Davon sind wir weit entfernt. Die Heilung, von der Jesus sprach, müsste umfassend sein. Die Art unseres Wirtschaftens, die Kultur des Immer-mehr (genannt „Wachstum"), die darin gefangenen Herzen der Menschen müssten umgestaltet werden.</div><div><br></div><div>Aber die gesellschaftlichen Institutionen sind festgefahren und leisten Widerstand. Und wir weigern uns umzukehren und uns heilen zu lassen. Darum gibt es keine Heilung. Wir sind wie Kranke in einer kranken Gesellschaft, die sich weigern, den Arzt aufzusuchen. Jesus will auch unser Arzt sein (Mt 9,12).</div><div><br></div><div>Was bringt uns das viele Wissen, wenn wir von den Überlebensfragen nichts wissen und nichts wissen wollen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Folgen</div><div><br></div><div>Wie lange noch wird das so weitergehen? Auch Jesaja hatte diese Frage. Hören wir nochmals auf seine Worte (Jes 6,11-13):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Da sagte ich: „Bis wann, o Herr?"</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Da sagte er:</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								„Bis die Städte verödet sind, ohne Bewohner,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Und die Häuser ohne Menschen</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								und der Acker als Wüstung brach liegt!"</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Dann wird Jahwe die Menschen wegschaffen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								und die Verlassenheit wird groß mitten im Lande sein!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Und ist noch ein Zehntel in ihm,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								soll es wieder als Weide dienen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Wie eine Eiche und wie eine Terebinthe,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								von denen es ,nach dem Fällen' Triebe gibt. –</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">								Heiliger Same sind die Triebe daran!</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">								(Übersetzung: Otto Kaiser**, S. 121)</span></i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Muss es wirklich soweit kommen, dass auch bei uns Stadt und Land veröden? Werden wir erst dann wach, wenn die Städte leer sind, die Ernten ausbleiben und Menschen ihre Heimat verlassen müssen?</div><div><br></div><div>Die Frage hat schon eine Antwort. Denn das alles geschieht bereits.</div><div><br></div><div>Wir kennen die Bilder vom verödeten Land und von den leidenden Menschen. Wir wissen, was geschieht. Und wir wissen es doch nicht, weil wir es nicht wissen wollen.</div><div><br></div><div>Wir verschließen die Augen vor den Leiden, denn sie haben ja noch nicht uns selbst getroffen. Wir verschließen die Augen vor der Katastrophe, denn sie findet ja noch anderswo statt. Wir überhören alle Warnungen, weil wir uns auf diesem Ohr schwerhörig gemacht haben. Mit sehenden Augen sehen wir nicht und mit hörenden Ohren hören wir nicht.</div><div><br></div><div>Ist das das Ende?</div><div><br></div><div>Es wäre das Ende, wenn es keinen gnädigen Gott gäbe. Wie zu Jesajas Zeiten gibt es auch heute Hoffnung auf den gnädigen Gott. Hoffnung, dass nach der Katastrophe etwas Neues beginnt. Hoffnung, dass ein heiliger Same uns neue Wege gehen lässt.</div><div><br></div><div>Die Frage ist nur: Wie viel Leid bewirken wir, bevor wir zu I<span class="fs12lh1-5">HM</span> umkehren?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Umkehr</div><div><br></div><div>Umkehr kann sofort geschehen. Sie beginnt damit, dass wir die Zeichen der Zeit wahrnehmen. Dass wir das Wort, das Gott auch heute spricht, hören. Dass wir uns nicht verschließen in der großen Illusion, es sei schon alles richtig, wie es ist, und so schlimm werde es schon nicht kommen.</div><div><br></div><div>Umkehren heißt: empfänglich werden. Die Augen öffnen. Nicht wegschauen. Nicht verdrängen. Nicht das eigene Heil feiern. Nicht in religiöser Selbstzufriedenheit verharren. Nicht alles von Gott erwarten und selbst die Hände in den Schoß legen. Nicht die Politik scheuen, als wäre sie etwas, was Christinnen und Christen nichts angeht. Jesaja belehrt uns eines Besseren.</div><div><br></div><div>Der Abschied vom Verdrängen und Vergessen, die Einsicht in die Probleme ist der erste Schritt.</div><div><br></div><div>Wie es dazu kommt? „Der Glaube kommt aus dem Hören" (Röm 10,17). Doch, o Wunder: „<span class="fs14lh1-5">Denen </span><span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span><span class="fs14lh1-5">von ihm verkündigt worden ist, die sollen sehen, und die </span><span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span><span class="fs14lh1-5">gehört haben, sollen verstehen" (Röm 15,21; vgl. Jes 52,15).</span><br></div><div><br></div><div>Der zweite Schritt ist das Gebet. Wir kriegen die Kurve ja nicht aus eigener Kraft. Niemand kann sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Ein verhärtetes Herz ist ein verhärtetes Herz; es kann sich nicht selbst erweichen. Darum brauchen wir den großen Erweicher. Mit I<span class="fs12lh1-5">HM</span> beginnt alles.</div><div><br></div><div>Bitten wir darum, dass er unsere Herzen erweichen und uns aus der Verstockung erlösen möge! Dann, nur dann, kann der dritte Schritt folgen.</div><div><br></div><div>Der dritte Schritt ist die äußere Erneuerung. Dabei geht es nicht um kosmetische Korrekturen, sondern um neue Schöpfung: Wir sind aufgerufen, als Mitarbeitende des Schöpfers die Schöpfung wieder in die Bahnen zu lenken, in die zu lenken unsere Aufgabe war und ist.</div><div><br></div><div>Dabei ist die Phantasie des Glaubens gefragt, nicht die Abwehr des Bedenkentragens. Wer auf den Wegen des phantasievollsten Kreativen gehen will, muss selbst phantasievoll kreativ werden. Auch das ist nur einem erweichten Herzen möglich.</div><div><br></div><div>Keiner kommt mehr auf die Idee, es gehe nicht besser. Bedenkenträger sind verpönt. Von Sachwaltern der Macht und des Besitzes ganz zu schweigen. Nicht das Bruttosozialprodukt, sondern das Glück der Menschen bestimmt, was Wohlstand ist. Alle wissen, dass weniger mehr sein kann. Darum ernten die Verfechter des Immer-mehr nur noch ein mildes Lächeln.</div><div><br></div><div>Das Leben wird lebenswerter. Überall im Land verändert sich etwas. Das macht uns keine Angst, weil wir auf den vertrauen, der diese Veränderungen von uns verlangt. Fehler sind dabei nicht ausgeschlossen, sondern werden ausdrücklich in Kauf genommen. Denn aus Fehlern wird gelernt.</div><div><br></div><div>Angst macht es uns auch nicht, wenn der sogenannte Lebensstandard sich verändert. Wir wissen ja, dass der Herr der Veränderungen uns alles Nötige geben wird. Lebensstandard wird neu definiert. Endlich erkennen wir, dass das, was wir bisher Lebensstandard nannten, eine </div><div>Verführung war. Der Verführer hat gründliche Arbeit geleistet. Jetzt wissen wir: Lebensstandard ist nicht gleich Einkommen, Vermögen und Besitz. Glückliche Beziehungen, in denen man füreinander eintritt und einander hilft, treten an ihre Stelle.</div><div><br></div><div>Keiner in unserem Land muss um seine Wohnung fürchten, keiner um seine Rente. Denn alle geben so viel ab, dass niemand Mangel leidet. Wir besitzen weniger, haben aber zugleich mehr. Mehr gemeinsame Freude, mehr Lebensqualität.</div><div><br></div><div>Die Armen können in ihrem Land bleiben. Sie erhalten von uns alles, was sie zum Leben benötigen. Wir verzichten gern auf dies und das, zu ihrem Wohlergehen. Denn nicht das Besitzen macht uns glücklich, sondern die glücklichen Gesichter der anderen.</div><div><br></div><div>Die künftigen Generationen bekommen von uns ihr Lebensrecht. Wir konsumieren nicht ihr Leben, sondern bewahren es. Wir freuen uns darüber, den Ungeborenen das Leben zu sichern. Wir sind dankbar dafür, dass Gott immer neues Leben schafft.</div><div><br></div><div>Man könnte noch viel mehr beschreiben. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Realistische Vorschläge liegen zuhauf vor. Unsere verschlossenen Augen sehen sie nur noch nicht. Sie sind keine unrealistische Träumerei, sondern die Phantasie der Befreiten und der Glaubenden, deren Glaube dem Größten aller Phantasievollen nacheifert.</div><div><br></div><div>Die Bibel ist voller Phantasie, wenn es um das Reich Gottes geht. Träume, welche die Zukunft vorwegnehmen, spielen schon im Alten Testament eine herausragende Rolle. Wer das Reich Gottes nicht träumen kann, bleibt in der traurigen Sichtbarkeit gefangen. Der Befreier aber bewirkt, dass die Träume der Befreiten Realität werden (Ps 126,1-3):</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Als sich Jahwe der Zurückführung Zions</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> </span></span></i><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">[aus dem Exil]</span></i></span><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"> </span>zuwandte, waren wir wie Träumende. Damals war unser Mund des Lachens voll und unsere Zunge des Jubels. Damals sagten sie unter den Heidenvölkern: „Jahwe hat Großes getan, als er an ihnen handelte." Großes hat Jahwe an uns getan: Wir wurden Fröhliche!</span></span></i></div><div><br></div><div>Nur aus Träumenden werden Fröhliche. Die Fröhlichkeit angesichts der Probleme ist allerdings vielen schon vergangen. Es wird tatsächlich nicht alles einfach sein. Aber es wird auch nicht so schwer sein, wie uns die Bedenkenträger glauben machen wollen. Und es wird leicht sein für jene, die ihre Hoffnung auf den, der fröhlich macht, nicht aufgeben.</div><div><br></div><div>„Das Technische findet sich ein, wenn das Bedürfnis vorhanden ist" sagte der Philosoph <span class="fs14lh1-5"><i>Georg Wilhelm Friedrich Hegel</i></span> (1770-1831). Popularisiert lautet der Satz: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg." Glaubende sagen: „Alle Dinge sind möglich bei Gott" (Mt 19,26 u.ö.).</div><div><br></div><div>Das ist ein Satz gegen alle, die schon vorher wissen, dass es nicht anders funktioniert als so, wie es jetzt ist. Weil bei Gott alle Dinge möglich sind, ist es uns verboten, das andere von vornherein für unmöglich zu halten. Im Gegenteil: Wir können zuversichtlich Wege gehen, die noch niemand gegangen ist. Oder, wie es der weltberühmte jüdische Geiger <span class="fs14lh1-5"><i>Yehudi Menuhin</i></span> (1916-1999) paradox ausdrückte:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir müssen für das Unerreichbare kämpfen.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Literatur</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 mb1"><span class="fs11lh1-15">* &nbsp;&nbsp;&nbsp;Roger Willemsen: Wer wir waren. S.Fischer Verlag Frankfurt / Main 2016. Zitiert nach: Harald Welzer: Nachruf auf mich selbst. S.Fischer Verlag Frankfurt / Main 2021.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">** &nbsp;Übersetzung: Otto Kaiser: Das Buch des Propheten Jesaja. Kapitel 1-12. ATD 17. Vandenhoeck &amp; Ruprecht. 5. Aufl. Göttingen 1981. S. 100f.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 02 Nov 2021 09:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gerechtigkeit im Reich Gottes]]></title>
			<author><![CDATA[Hans-Jürgen Caspar]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000D3"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gerechtigkeit im Reich Gottes</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="http://www.hjcaspar.de/hpxp/gldateien/glauben.php" target="_blank" class="imCssLink">Hans-Jürgen Caspar</a></span> | 30/10/2021</span></div><div><br></div><div>In vielen Ländern der sogenannten Dritten Welt herrscht oft große Arbeitslosigkeit. Die gab es auch zu biblischen Zeiten, und sie spielt im 20. Kapitel des Matthäus-Evangeliums eine Rolle (Übersetzung "Hoffnung für alle"):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">1 Mit der neuen Welt Gottes ist es wie mit einem Weinbauern, der frühmorgens Arbeiter für seinen Weinberg anwarb. 2 Er einigte sich mit ihnen auf den üblichen Tageslohn und ließ sie in seinem Weinberg arbeiten. 3 Ein paar Stunden später ging er noch einmal über den Marktplatz und sah dort Leute herumstehen, die arbeitslos waren. 4 Auch diese schickte er in seinen Weinberg und versprach ihnen einen angemessenen Lohn. 5 Zur Mittagszeit und gegen drei Uhr nachmittags stellte er noch mehr Arbeiter ein. 6 Als er um fünf Uhr in die Stadt kam, sah er wieder ein paar Leute untätig herumstehen. Er fragte sie: 'Warum habt ihr heute nicht gearbeitet?' 7 'Uns wollte niemand haben', antworteten sie. 'Geht doch und helft auch noch in meinem Weinberg mit!', forderte er sie auf. 8 Am Abend beauftragte er seinen Verwalter: 'Ruf die Leute zusammen, und zahl ihnen den Lohn aus! Fang beim Letzten an, und hör beim Ersten auf!' 9 Zuerst kamen also die zuletzt Eingestellten, und jeder von ihnen bekam den vollen Tageslohn. 10 Jetzt meinten die anderen Arbeiter, sie würden mehr bekommen. Aber sie erhielten alle nur den vereinbarten Tageslohn. 11 Da beschwerten sie sich beim Weinbauern: 12 'Diese Leute haben nur eine Stunde gearbeitet, und du zahlst ihnen dasselbe wie uns. Dabei haben wir uns den ganzen Tag in der brennenden Sonne abgerackert!' 13 'Mein Freund', entgegnete der Weinbauer einem von ihnen, 'dir geschieht doch kein Unrecht! Haben wir uns nicht auf diesen Betrag geeinigt? 14 Nimm dein Geld und geh! Ich will den anderen genauso viel zahlen wie dir. 15 Schließlich darf ich doch wohl mit meinem Geld machen, was ich will! Oder ärgerst du dich, weil ich großzügig bin?' 16 Ebenso werden die Letzten einmal die Ersten sein, und die Ersten die Letzten.</span></i></span></div><div><br></div><div>Auf den ersten Blick kann man den Unwillen derer, die den ganzen Tag geschuftet hatten, verstehen; doch ist er berechtigt? Bei genauerem Hinsehen stellt man fest: nein, denn zum einen bekamen sie den vorher verabredeten Lohn und wurden dadurch, dass die anderen dasselbe erhielten wie sie, nicht geschädigt.</div><div><br></div><div>Zum anderen richtete sich der Weinbauer zwar nicht nach dem Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit"; dafür aber <span class="fs14lh1-5"><b>überbot </b></span>er ihn für die zuletzt Gekommenen, wie es in V. 15 heißt, großzügig.</div><div><br></div><div>Er wußte, dass der an alle ausgezahlte Lohn – in anderen als der hier wiedergegebenen Bibelübersetzung von "Hoffnung für alle" wird er "Denar" genannt – gerade den Tagesbedarf einer Familie deckte. Hätten diejenigen, die fast den ganzen Tag vergeblich auf Arbeit warteten und erst in der letzten Stunde eingestellt wurden, nur einen entsprechend kleinen Teil eines Denars bekommen, hätten sie abends kaum zu essen gehabt und wären praktisch leer ausgegangen. Das vermied der aufmerksame, menschenfreundliche Weinbauer, von dem nach der Überlieferung des Evangelisten Jesus erzählte.</div><div><br></div><div>In einigen Bibelübersetzungen des Weinberg-Gleichnisses bei Matthäus heißt es in V. 15 statt "Oder ärgerst du dich, ... ?" noch etwas deutlicher: "Oder bist du neidisch ... ?"</div><div><br></div><div>Nach kirchlicher Auffassung ist Neid nicht nur eine schwere Sünde, sondern er wirkt sich auch auf den, der ihn empfindet, ungünstig aus. Neid ist sinnlos. Er führt nicht zu einer Änderung bestehender, unerfreulicher Verhältnisse. Neid erzeugt innere Unzufriedenheit und Ärger, untergräbt, wenn er länger andauert, die Gesundheit. Nicht umsonst sagt man, jemand werde von ihm "zerfressen". Wohl dem, der nicht neidisch ist!</div><div><br></div><div>Vers 16 legt nahe, wofür dieses Gleichnis steht: bei Jesus bedeutet der Weinberg nicht eine Volksmenge, sondern das Reich Gottes. Auch hier ist er der Weinbergbesitzer; die Arbeiter sind diejenigen, die an ihn glauben. Gott sieht nicht auf Leistung ("gute Werke"), misst die Menschen nicht danach. Wenn die "Letzten", d. h. die erst spät zum Glauben Gekommenen, als erste in Gottes himmlisches Reich aufgenommen werden, so erleiden diejenigen, die schon länger an ihn glauben und ihm dienen, dadurch keinen Nachteil. Sie werden ebenso "Gott schauen" und bei ihm sein; in welcher zeitlichen Reihenfolge, ist dabei, angesichts der Ewigkeit, nicht von Bedeutung.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="http://www.hjcaspar.de/hpxp/gldateien/glauben.php" target="_blank" class="imCssLink">Hans-Jürgen Caspar</a></span></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 30 Oct 2021 08:43:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum teilen wir Fotos vom reich gedeckten Tisch?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000D2"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum teilen wir Fotos vom reich gedeckten Tisch?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 29/10/2021</span></div><div><br></div><div>Es ist Mode geworden, den reich gedeckten Tisch zu fotografieren und das Foto umgehend an Familienangehörige oder Freunde zu versenden. Ich habe mich gefragt: Warum tut man das?</div><div><br></div><div>Vielleicht will man damit sagen: „Freut euch mit mir an diesem schmackhaften Essen! Schade, dass ihr nicht dabei sein könnt!"</div><div><br></div><div>Oder will man sagen: „Schaut her, wie gut es mir geht! Was ich mir alles leisten kann!"</div><div><br></div><div>Es ist schön, wenn man sich über das schmackhaft zubereitete Essen freuen und dankbar dafür sein kann.</div><div><br></div><div>Etwas anderes ist es, wenn man vorführen will, wie gut es einem geht und welche Glücksmomente man dem anderen vielleicht gerade voraus hat.</div><div><br></div><div>Und geradezu unanständig wäre es, mit dem Essen zu protzen und zu zeigen, was man sich alles leisten kann.</div><div><br></div><div>Ich denke, wenn wir andere an unserer Freude teilhaben lassen wollen, ist dagegen nichts einzuwenden. Aber wie ist es, wenn jemand seinen Reichtum fotografiert: seinen neuen Mercedes, seine teure Markenkleidung – oder eben das besonders reichhaltige und schmackhafte Essen?</div><div><br></div><div>Mir jedenfalls stellt sich, wenn ich solch ein Foto vom reich gedeckten Tisch sehe, immer ein gewisses Unbehagen ein.</div><div><br></div><div>Ich muss dann immer denken: Wir feiern mit solchen Fotos unseren Überfluss. Und zwar in einem Bereich, der absolut lebensnotwendig ist. Es geht nicht um ein Auto oder um Markenkleidung, auf die man zur Not auch verzichten kann. Auf Nahrung aber kann kein Mensch verzichten.</div><div><br></div><div>Wenn wir das Lebensnotwendige feiern, das uns im Überfluss zur Verfügung steht: Beschämen wir damit nicht diejenigen, die sich diesen Überfluss nicht leisten können? Ganz zu schweigen von den unzähligen Menschen in den armen Ländern dieser Welt, die heute nicht wissen, was sie morgen essen sollen.</div><div><br></div><div>Ist es nicht sogar zynisch, den Überfluss des Lebensnotwendigen zu feiern (nicht das Essen als solches, sondern dessen Überfluss!), obwohl wir wissen, dass Millionen von Menschen nicht einmal das Minimum dieses Lebensnotwendigen zur Verfügung steht?</div><div><br></div><div>Ich rede jetzt nicht von Fotos in Kochbüchern, in der Werbung oder in der Kunst. Ich rede von dem außergewöhnlichen Essen, das auf unserem Tisch steht und das wir per Foto in die Welt senden.</div><div><br></div><div>Was teilen wir eigentlich, wenn wir das Foto vom reich gedecken Tisch teilen? Wir teilen unseren Lebensstil und unsere Freude am Überfluss. Aber den Überfluss selbst teilen wir nicht.</div><div><br></div><div>Paulus schrieb einmal: „Euer Überfluss helfe ihrem Mangel ab" (2Kor 8,14). Es ging um finanzielle Hilfe für die notleidende Gemeinde in Jerusalem.</div><div><br></div><div>Der Sozialpsychologe <span class="imUl"><a href="https://www.chip.de/news/Es-veraendert-den-Geschmack-Warum-man-sein-Essen-niemals-fotografieren-sollte_135398957.html" target="_blank" class="imCssLink">Alexander Bodansky</a></span> meint: Sein Essen zu fotografieren „ist definitiv eine Form der Selbstdarstellung".</div><div><br></div><div>Im <span class="imUl"><a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/essen-und-social-media-zeigt-her-eure-teller/6310204.html" target="_blank" class="imCssLink">Tagesspiegel</a></span> las ich, man könnte „das Foto der Mahlzeit immerhin als so etwas wie das moderne Tischgebet lesen, halten wir doch damit vor dem Essen einen Moment inne und vergegenwärtigen uns selbst unser gutes Leben."</div><div><br></div><div><div>Meine Frage wäre: Sollten wir, wenn wir uns unser gutes Leben vergegenwärtigen, es nicht auch dankbar aus Gottes Händen nehmen? Sollten wir deshalb nicht vielleicht zurückhaltender auftreten mit unserem Überfluss, uns an ihm freuen, aber ihn nicht auch noch ausbreiten? Sollten wir, statt unseren Reichtum durch ein Foto zu kopieren und zu versenden, also jedenfalls digital zu vervielfachen, nicht an jene denken, denen es am Lebensnotwendigsten mangelt?</div></div><div><br></div><div>Oder sehe ich das alles zu negativ? Mich würde ehrlich deine Meinung interessieren. Vielleicht bin ich ja der einzige, der so ein unangenehmes Gefühl bei solchen Fotos bekommt. Oder gibt es noch andere Menschen auf dieser Welt, die ähnlich empfinden?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 29 Oct 2021 08:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was ist Rechtfertigung?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000D1"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was ist Rechtfertigung?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/10/2021</span></div><div><br></div><div>Wir rechtfertigen uns täglich. Wenn jemand uns etwas vorwirft, müssen wir uns rechtfertigen. Oder auch, wenn wir selbst uns etwas vorwerfen. Oder wenn auch nur ein Mangel besteht, den man uns zwar nicht vorwirft, der aber peinlich oder unangenehm für uns ist. Oder wenn die Ahnung eines Mangels besteht, wenn es uns an etwas mangeln <span class="fs14lh1-5"><b>könnte</b></span>, auch wenn wir nicht wissen, ob der Mangel wirklich besteht.</div><div><br></div><div>Ein Beispiel sei genannt: Wir sind unsicher, ob wir gute Menschen sind. Wir möchten es gerne sein und tun alles dafür, aber es schleicht sich immer wieder der Zweifel ein: Kann man mich einen guten Menschen nennen? Wir suchen dann nach Rechtfertigungen, nach Gründen dafür, dass wir ein guter Mensch sind. Solche Gründe können sein: Die anderen sind auch nicht besser als ich, vielleicht sogar schlechter. Ich bemühe mich wenigstens aufrichtig. Ich habe doch immer die zehn Gebote gehalten.</div><div><br></div><div>Oder eine anderes Beispiel: Wir möchten, dass unser Leben einen Sinn hat. Wir können diesen Sinn aber nicht immer finden. Wir werden die <span class="fs14lh1-5"><b>Frage </b></span>nach dem Sinn nicht los. Wir ahnen, dass ein sinnloses Leben ein wertloses Leben ist. Wir versuchen dann, unserem Leben einen Sinn zu geben, zum Beispiel durch Tätigkeiten, die uns sinnvoll erscheinen, oder dadurch, glücklich zu werden. So rechtfertigen wir unser Dasein vor uns selbst: Unser Leben kann nicht wertlos sein, weil wir doch soviel Sinnvolles tun oder weil wir schon einmal das Glück finden werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Selbstrechtfertigungen</div><div><br></div><div>Auch das Neue Testament spricht von Rechtfertigung. In der Theologie gibt es sogar eine Rechtfertigungs<span class="fs14lh1-5"><b>lehre</b></span>. Sie geht auf die Reformation zurück. Luther fragte danach, wie er mit seiner Sünde vor Gott bestehen, wie er einen gnädigen Gott finden könne: Was sollte er tun, um sein Dasein vor Gott zu rechtfertigen? Seine Antwort war: Ich brauche mich nicht um mein Heil zu sorgen und zu bemühen, weil Gott mich in all meiner Unvollkommenheit schon längst gerechtfertigt hat.</div><div><br></div><div>Heute fragen, jedenfalls in der westlichen Welt, wohl nur wenige Menschen nach einem gnädigen Gott. Sündenbewusstsein ist unter uns nicht allzu weit verbreitet. Dennoch werden Rechtfertigungen umfassend gesucht, und wir versuchen, sie uns selbst zu liefern. Das jedenfalls meint der Schriftsteller Martin Walser, und er hat es in seiner 2012 erschienen Abhandlung <span class="fs14lh1-5"><i>Über Rechtfertigung, eine Versuchung</i></span> dargestellt.</div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs11lh1-15">(Martin Walser: Über Rechtfertigung, eine Versuchung. Rowohlt Verlag Reinbek bei Hamburg, 2. Auflage 2012. Alle Zitate und Seitenangaben in diesem Artikel sind aus diesem Buch.)</i></div><div><br></div><div>Walser findet in verschiedenen literarischen Werken Belege für die Selbstrechtfertigungen von Menschen. Diese sind nötig, weil etwas im Argen liegt, ein Mangel besteht. Die Romanfiguren wissen oder ahnen es. Ihr Gewissen drückt sie. Sie sind nicht so, wie sie sein wollen oder gar sein sollen.</div><div><br></div><div>Josef K. soll in Franz Kafkas Roman <span class="fs14lh1-5"><i>Der Prozess</i></span> dem Gericht, vor dem er angeklagt ist, alle wesentlichen Augenblicke seines Lebens nennen und bewerten. Er soll sich also für sein bisheriges Leben rechtfertigen, sein Lebensrecht beweisen. Er versucht es; doch je mehr er sich zu seiner Rechtfertigung überlegt, desto weniger fühlt er sich gerechtfertigt. Die Zweifel daran, dass er zu recht lebt, überwiegen. So wird ihm schließlich die Lebenserlaubnis entzogen, und er richtet sich selbst hin.</div><div><br></div><div>Walser beobachtet, dass die Rechtfertigung durch Gott heute kaum noch gesucht wird. Und zwar deshalb nicht, weil die meisten Menschen sich schon gerechtfertigt fühlen. Wer sich schon gerechtfertigt fühlt, hat es nicht nötig, sich von Gott rechtfertigen zu lassen. Man fühlt sich als guter Mensch, der für Frieden und Gerechtigkeit kämpft oder anderweitig Verantwortung übernimmt, jedenfalls auf der Seite des Guten steht. Man meint, recht zu haben, im Recht zu sein mit dem, was man sagt und tut. „Recht zu haben ist der akzeptierte Ersatz für Rechtfertigung" (S. 29).</div><div><br></div><div>Der Soziologe Max Weber (1864-1920) hat die These aufgestellt, der Protestantismus habe, „um jene Selbstgewissheit zu erlangen [...] als hervorragendstes Mittel <span class="fs14lh1-5"><b>rastlose Berufsarbeit</b></span> eingeschärft" (S. 43). Auch durch Arbeit und den damit erworbenen Wohlstand kann man sich selbst rechtfertigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Zerstörung der Selbstrechtfertigungen</div><div><br></div><div>Wenn das Neue Testament von „Rechtfertigung" spricht, dann meint es: Gott ist es, der den Menschen rechtfertigt, gerechtspricht. Er rechtfertigt die Gottlosen (Röm 4,5; 5,6). Gottlos sind für Paulus nicht etwa bekennende Atheisten, die es zu seiner Zeit noch gar nicht gab. Gottlos sind die Menschen, die sich aufgrund ihres Glaubens, ihrer Frömmigkeit oder ihrer guten Taten für Gott wohlgefällig halten (Röm 4,2-8). Dem setzt Paulus entgegen: Der Mensch wird ohne etwas ihm Eigenes, ohne ein von ihm selbst hervorgebrachtes „Werk", vor Gott gerechtfertigt, sondern allein dadurch, dass Gott ihm gnädig ist (Röm 3,28). Der Mensch muss für seine Rechtfertigung absolut nichts tun. Darin besteht die Befreiung des Evangeliums.</div><div><br></div><div>Aber nach dieser Rechtfertigung durch Gott wird heute gar nicht mehr gefragt. Der Mensch hat ja Ersatzrechtfertigungen an die Stelle der Rechfertigung durch Gott gesetzt. Darum meint er, er brauche die Rechtfertigung durch Gott nicht mehr. Er fühlt sich ihr gegenüber erhaben. Walser schreibt (S. 32f.41):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer sich heute fast instinktiv erhaben fühlt über alles Religiöse, weiß vielleicht nicht, was er verloren hat. Polemisch gesagt: Rechtfertigung ohne Religion wird zur Rechthaberei. Sachlich gesagt: verarmt zum Rechthaben. [...] Wer sagt, es gebe Gott nicht, und nicht dazusagen kann, dass Gott fehlt und wie er fehlt, der hat keine Ahnung.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Was wir hinter uns gelassen haben: Rechtfertigung überhaupt von, sagen wir, oben zu erwarten. Heute genügt es, dass es einem gut geht, dann ist sein Rechtfertigungsbedarf schon gedeckt.</span></i></span></div><div><br></div><div>Walser stellt nun fest, dass neben dem Philosophen Friedrich Nietzsche (1844-1900) der Theologe Karl Barth (1886-1968) alle menschlichen Rechtfertigungsversuche zerschlagen habe. Zwei Zitate aus seinem Buch <span class="fs14lh1-5"><i>Der Römerbrief</i></span> aus dem Jahr 1922, das ihn berühmt machte (S. 51.53):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Fehlt deinem Leben die Rechtfertigung, die nur Gott selbst ihm geben kann, dann fehlt ihm </span><span class="cf1"><b>jede </b></span><span class="cf1">Rechfertigung.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Christentum „sinnt nicht nach Höhen". Es liebt es nicht, von der schöpferischen Entwicklung der Welt, von den vollendeten oder geplanten Entfaltungen und Aufbauten von Wissenschaft, Technik, Kunst, Moral oder Religion, [...] von den Herrlichkeiten etwa der Ehe, der Familie, der Kirche, des Staates, der Gesellschaft </span><span class="cf1"><b>allzu </b></span><span class="cf1">laut und zuversichtlich reden zu hören. [...] Es sieht die Lage des Menschen zwischen Himmel und Erde als viel zu bedroht an, als daß es [...] an den Wert aller jener Werte, an die Wichtigkeit aller jener Wichtigkeiten im Ernst glauben könnte. [...] Es sieht das Fragezeichen oberhalb jeder menschlichen Höhe. Es hört das heimliche Krachen im Gebälk.</span></i></span></div><div><br></div><div>Später hat sich Barth etwas wohlwollender gegenüber all diesen menschlichen Kulturleistungen geäußert. Er hat ihnen zugebilligt, dass sie von Gott her ein Licht in der Finsternis der Welt sein <span class="fs14lh1-5"><b>können</b></span>, dass ihnen eine relative Wichtigkeit zukommen <span class="fs14lh1-5"><b>kann</b></span>. Dennoch bleiben diese Kulturleistungen bedroht, und es bleibt das Fragezeichen, das Gott hinter sie setzt, sind sie doch immer menschliche, vergängliche und unvollkommene Leistungen. Sie leuchten nur dann, wenn Gott sie leuchten lässt.</div><div><br></div><div>Wem bei solcher Relativierung alles menschlichen Tuns übel wird, dem sei ein Satz des </div><div>Kirchenvaters Augustinus (354-430) empfohlen (S. 40f): Er hat geschrieben, dass unsere Gebete</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">rein gar nichts [sind und] daß wir nicht einmal das in uns mit Schmerzen erkennen. [Aber] wenn uns das auch nur schmerzt, beten wir schon.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Menschliche ist demnach nicht vollkommen wertlos. Der Schmerz darüber, dass unsere Gebete „gar nichts" sind, dass wir nicht wissen, was und wie wir beten sollen – der Schmerz darüber ist selbst schon ein Gebet, weil darin Gottes Geist unserer Schwachheit aufhilft (vgl. Röm 8,26). Man könnte hinzufügen: Der Schmerz über unsere Selbstrechtfertigungen ist selbst schon etwas von dem Licht, das Gott in unser Leben bringt.</div><div><br></div><div>Von Gott her also bekommt unser Tun einen Sinn, einen Wert, einen Segen. Von uns aus ist das nicht möglich. Der Segen ist eine für uns unmögliche Möglichkeit, nämlich eine Möglichkeit Gottes allein. Karl Barth (S. 49):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es ist sentimentale [...] Selbsttäuschung zu meinen, daß etwa von Natur und Geschichte, von Kunst, Moral, Wissenschaft oder sogar Religion aus direkte Wege zu der unmöglichen Möglichkeit Gottes führen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Für mich bedeutet das Befreiung: Ich bin befreit davon, irgendetwas tun zu müssen, um vor Gott gerechtfertigt zu sein. Ich kann gewiss sein, dass Gott mich schon gerechtfertigt hat – dass er mir das Recht (keinen Anspruch!) gibt, zu leben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Dissonanzen</div><div><br></div><div>Dissonanzen stellen sich ein: Wir sollen glauben, aber wir können es nicht. Wir sollen Gutes tun, aber sind unfähig dazu. Unsere Gebete sind „gar nichts", aber wir beten dennoch. Kunst, Moral und Wissenschaft sind wunderbare Möglichkeiten, aber der Segen dazu ist nicht unsere Möglichkeit. Wir suchen Wahrheit und Glück, aber finden sie nicht. Barth zitiert den Philosophen Friedrich Nietzsche (S. 67f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die alten Denker suchten mit allen Kräften das Glück und die Wahrheit – und nie soll einer finden, was er suchen muß, lautet der böse Grundsatz der Natur. Wer aber Unwahrheit in allem sucht und dem Unglücke sich freiwillig gesellt, dem wird vielleicht ein anderes Wunder als Enttäuschung bereitet: [...] die Erde verliert ihre Schwere, die Ereignisse und Mächte der Erde werden traumhaft, wie an Sommerabenden breitet sich Verklärung um ihn aus. Dem Schauenden ist, als ob er gerade zu wachen anfinge und als ob nur noch die Wolken eines verschwebenden Traumes um ihn her spielten.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div>Leichter wird es, meint Nietzsche, wenn man die Suche nach Glück und Wahrheit aufgibt und sich dem Unglück stellt, sie nicht finden zu können. Wer das erkennt, erwacht aus seinen Träumen, Glück und Wahrheit lägen ihm zu Füßen.</div><div><br></div><div>Auch Martin Luther wusste um die Dissonanzen des menschlichen Lebens (S. 66f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">So du willst Miterbe sein des Herrn Jesu Christ und sein Bruder sein und ihm gleichwerden und nicht mitleiden, so wird er dich gewißlich am Jüngsten Tag [...] fragen, wo du deine Dornenkrone, Kreuz, Nägel und Geißel habest, ob du auch der ganzen Welt ein Gräuel gewesen seist, wie er selbst und alle seine Glieder gewesen sind von Anfang der Welt her.</span></i></span></div><div><br></div><div>Das soll keine Verherrlichung des Leidens sein. Aber ohne Leiden geht es nicht, betont Martin Luther. Jeder Mensch soll <span class="fs14lh1-5"><b>sein </b></span>Kreuz (nicht das Kreuz Christi!) auf sich nehmen (Mt 10,38; 16,24). Die Dissonanzen gehören dazu. Leid gehört zum Christsein dazu. Es gehörte ja auch für Christus dazu.</div><div><br></div><div>Barth selbst dazu (S. 73):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn Gott also lebendig macht, so tut er es, indem er tötet. [...] Der Glaube, sofern er in irgend einem Sinn mehr als Hohlraum sein will, ist Unglaube. [...] Denn welcher Fromme [...] träte Gott </span><span class="cf1"><b>nicht </b></span><span class="cf1">zu nahe?"</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch unser Glaube ist nichts Positives, das wir uns selbst zuschreiben könnten. Wir alle treten Gott in unserem Glauben zu nahe. Dann bleibt nur „der Ort, der überhaupt kein Ort ist, sondern nur das Moment der Bewegung des Menschen durch Gott" (S. 73). Wenn Gott uns bewegt, wenn er an uns wirkt, dann ist das kein Ort, an dem wir uns aufhalten können, sondern das unverfügbare Ereignis der Gnade Gottes.</div><div><br></div><div>Schon Augustinus wusste um die Unerreichbarkeit Gottes (S. 82):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Erhabenster, Gütigster, Machtvollster und Gerechtester, Verborgenster und Allgegenwärtigster, Lieblichster, Kraftvollster [...] Du stehst felsenfest und bist doch unerkennbar [...] Welchen Wert haben überhaupt unsere Worte, wenn man von Dir redet?</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch Friedrich Hölderlin (1770-1843) schließt sich an (S. 82):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				Was ist Gott? unbekannt, dennoch</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				Voll Eigenschaften ist das Angesicht</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				Des Himmels von ihm. [...]</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				Nah ist</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				Und schwer zu fassen der Gott.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Nietzsche spricht sogar davon, dass wir die Dissonanz genießen müssen. Martin Walser ergänzt (S. 87): </div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir genießen das schlechthin Unzumutbare, die reine Verneinung unseres Fassungsvermögens. [...] Die absolute Dissonanz [...] wirkt. Verstörend. Aber eine Wirkung ist eben: Die absolute Dissonanz tut gut.</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Befreiung</div><div><br></div><div>Was ist das Positive an theologischen Dissonanzen? Dass wir uns keinen Gott nach unseren Wünschen basteln. Dass wir uns nicht selbst rechtfertigen durch Glaube und Werke. Dass uns schmerzlich bewusst wird, dass Gott sich verbirgt. Dass wir erfahren, dass es eine Leerstelle gibt: Gott fehlt. Martin Walser (S. 98):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">In der Welt des Atheisten hat doch die Leere keinen Platz. Leere gibt es nur dort, wo Gott fehlt. Und wo er dann durch keinen -ismus ersetzt wird. Eine Welt ohne Leere ist eine zu arme Welt.</span></i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Über Rechtfertigung, eine Versuchung</i></span> nannte Walser seinen Essay. Die Rechtfertigung ist eine Versuchung. Das Rechthabenwollen vor Gott, das Wissenwollen um Gott und um die Wahrheit – das sind wohl die größten Versuchungen des Glaubenden. Wir müssen den Schmerz aushalten, dass wir dieses Wissen nicht haben. Aber dieser Schmerz führt in die Freiheit, in der wir nichts mehr von uns erwarten, alles aber von Gott.</div><div><br></div><div>Man mag das alles als zu extrem betrachten. Sind und können wir wirklich nichts? Wissen wir tatsächlich nichts? Wird der Mensch hier nicht klein gemacht? Ich habe es nie so empfunden. Mir war und ist es eine Befreiung. Ich muss nichts tun. Ich muss nichts wissen. Ich kann alles von Gott erwarten. Er wird mir alles geben, was ich brauche.</div><div><br></div><div>Das könnte der erste Schritt sein dazu, uns beschenken zu lassen mit „Wissen" und „guten Taten". Aber auch dieser erste Schritt ist nicht von uns getan. Wir, die unter der Leere Leidenden, können nur von Gott selbst die Leere füllen lassen. Es geschehen lassen. Nur das Licht selbst kann uns erleuchten. Die Welt kann keine Erleuchtung bringen, sie ist abgeschlossen in sich selbst. Aber jedes kleine Licht in dieser Welt, von Gott entzündet, führt uns zu ihm.</div><div><br></div><div>Franz Kafka hat es wunderbar ausgedrückt (S. 103):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				Erwachend kaum</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				und zugedeckt vom frommen Schnee,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				sinken wir zurück zur Frühe.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				Dem Kristall der schönen Not</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				entkommt nur Licht.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				Ich möchte nichts wissen,</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				was die Kerze nicht weiß.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">				Die Welt gehört unter die Haube.</span></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 25 Oct 2021 10:32:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wie das Gottesbild das Menschenbild formt]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000D0"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wie das Gottesbild das Menschenbild formt</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span> | 23/10/2021</span></div><div><br></div><div>Es ist nicht egal, was wir glauben im Leben. Wenden wir diese simple Einsicht auf theologische Themen an, könnte man es mit Martin Luther so zusammenfassen: das, woran wir glauben, das ist unser Gott.</div><div><br></div><div>Christlich gesehen gibt es nur den einen Gott, denjenigen, der alles erschaffen hat.</div><div><br></div><div>Die Menschen haben aber auch weitere Götter, die Bibel spricht dann hier von <span class="fs14lh1-5"><b>Götzen</b></span>. Götzen sind Götter, die man sich selbst erschaffen hat.</div><div><br></div><div>Das, woran man sein Herz hängt, das ist sein Götze.</div><div><br></div><div>Reichtum und Geld kann ein Götze sein. Macht. Emotionale Abhängigkeit von einem Partner. Emotionale Abhängigkeit von anderen Menschen. Ehrgeiz kann ein Götze sein. Geiz kann ein Götze sein. Missgunst kann ein Götze sein. Fast alles kann ein Götze sein.</div><div><br></div><div>Einem Gott oder einem Götzen opfert man einen Großteil seiner Gedanken, seiner Emotionen, seiner Ambitionen und letztlich auch seines Lebens. Drum ist es nicht egal, an was man glaubt.</div><div><br></div><div>Lautet der Götze, an den man glaubt, vielleicht Karriere, dann wird man alles, aber wirklich alles für die Karriere tun. Da der Mensch aber nicht unbegrenzt Kapazitäten und Zeit hat, heißt das, dass andere Dinge zurückstehen. Freundschaften, Beziehungen, die Familie, die Liebe. Karriere geglückt, Familie kaputt, oberflächliche Beziehungen zu anderen Menschen.</div><div><br></div><div>Einem Götzen opfert man also viel, weil man glaubt, er sei es wert.</div><div><br></div><div>Das ist bei dem echten Gott, der hinter aller Existenz steht, nicht anders. Und dennoch ist hier etwas komplett anders. Denn dieser Gott, christlich gedacht, hat verschiedene Bereiche, die ihm wichtig sind und die dem Menschen, der sich diesem Gott zuwendet, dann ebenfalls wichtig werden.</div><div><br></div><div>Der christliche Gott, so der Gedanke ganz am Anfang der Bibel, schuf den Menschen zu seinem Ebenbild. Da also alle Menschen eine Art Ebenbild Gottes sind, in dem Sinne, dass sie von Gott als eigenständiges Gegenüber geschaffen wurden, soll man also dementsprechend mit allen Menschen anständig umgehen. Jesus von Nazareth konkretisierte diesen Gedanken dann auf den ethischen Impetus der Nächstenliebe, der Selbstannahme und sogar der Feindesliebe, der sich aus der Gottesliebe, der Liebe zu diesem Gott, fast automatisch ergibt.</div><div><br></div><div>Und dann steht zu Beginn der Genesis noch der Gedanke, dass dieser Gott, der hinter allem steht, uns Menschen die Erde gegeben hat, um sie uns untertan zu machen, in dem Sinne aber, dass wir wie ein guter König über sie regieren, und nicht so, dass wir sie ausbeuten.</div><div><br></div><div>Wer an diesen Gott glaubt, den Jesus von Nazareth uns Menschen mitteilt, läuft also nicht in die Falle, in die er, wie oben am Beispiel der Karriere erwähnt, laufen würde, wenn er sich einen Götzen schafft. Sondern wer an diesen Gott des Jesus von Nazareth glaubt, weiß, dass er mit Gottes Schöpfung und mit seinen Mitmenschen, selbst, wenn sie Feinde sind, so umgehen soll und muss, als wenn sie Ebenbilder Gottes wären.</div><div><br></div><div>Und ein solches Gottesbild, eine solche Vorstellung von Gott, verändert natürlich alles. Eine solche Vorstellung verändert das Leben eines gläubigen Menschen dergestalt, dass sie oder er die Welt besser machen möchte, für seine Mitmenschen, für alle Lebewesen, letztlich auch für sich selbst, und dies alles zur Ehre Gottes. Deswegen beginnen die Zehn Gebote damit, dass Gott vorgestellt wird: Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Der Gedanke ist nämlich, wenn wir andere Götter neben Gott hätten, dann wären es nur Götzen. Und als Einleitung zu den 10 Geboten kommt die Selbstvorstellung Gottes:</div><div><br></div><div>Ich bin der Gott, der deine Väter aus der Sklaverei aus Ägypten befreit hat. Ich bin ein Gott, der dir Freiheit schenkt. Wer sich an mich bindet, wird befreit von anderen Bindungen, von Bindungen an selbst geschaffene Götzen nämlich, wird befreit, um mit seinen Mitmenschen und der gesamten Schöpfung in Freiheit und Nächstenliebe zu leben.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von <span class="imUl"><a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span>.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 23 Oct 2021 08:32:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?wie-das-gottesbild-das-menschenbild-formt</link>
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			<title><![CDATA[Theologie der Wandernden]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000CE"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Theologie der Wandernden</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/10/2021</span></div><div><br></div><div>An den unterschiedlichen Äußerungen der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zur Corona-Pandemie war es nahezu täglich abzulesen: <span class="fs14lh1-5"><b>Die </b></span>Wissenschaft gibt es nicht. Was es gibt, sind nur Meinungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.</div><div><br></div><div>Ich will nicht behaupten, dass es keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse gäbe. In vielen Fragen gibt es in der Wissenschaft weitgehende Übereinstimmung. Einige Außerseiterpositionen wird es immer geben.</div><div><br></div><div>In vielen anderen Fragen aber gibt es offensichtlich keine Übereinstimmung. Die wissenschaftlichen Studien, auf die sich die Forschenden berufen, sind oft dieselben. Dennoch gibt es unterschiedliche Interpretationen und Schlüsse, die sie aus diesen Studien ziehen.</div><div><br></div><div>Wenn wir ehrlich sind, müssen wir sagen: <span class="fs14lh1-5"><b>Die </b></span>eine, einzig wahre Wissenschaft gibt es nicht.</div><div><br></div><div>Bei alledem ist noch gar nicht berücksichtigt, dass wir nicht wissen, welche vermeintlich gesicherten Forschungsergebnisse in Zukunft Bestand haben werden. Die Wissenschaft hat auch die Einsichten, welche als die gesichertsten galten, immer wieder revidieren, also korrigieren müssen.</div><div><br></div><div>Auch die Theologie versteht sich als Wissenschaft. Aber auch hier gilt: <span class="fs14lh1-5"><b>Die </b></span>Theologie gibt es nicht. Es gibt nur Meinungen von Theologinnen und Theologen, Christinnen und Christen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">In vielen theologischen Fragen gibt es zwar weitgehende Übereinstimmung unter den Forschenden. Aber in vielen anderen Fragen gehen die Meinungen – zum Teil weit – auseinander. Vor allem dann, wenn man ins Detail geht.</span><br></div><div><br></div><div>Dabei ist die Grundlage der Forschenden eigentlich dieselbe: Jedenfalls für die evangelische Theologie sind es die biblischen Schriften. Aber schon deren Geltung wird unterschiedlich beurteilt. Und selbst wenn ihre Geltung anerkannt wird, werden sie unterschiedlich interpretiert, und es werden unterschiedliche Schlüsse aus ihnen gezogen.</div><div><br></div><div>Und auch in der Theologie muss man sich bewusst sein, dass ihre Forschungsergebnisse immer wieder revidiert werden und wir nicht wissen, welche Einsichten Bestand haben werden.</div><div><br></div><div>Wir müssen damit leben, dass es <span class="fs14lh1-5"><b>die </b></span>eine wahre Theologie auf Erden nicht gibt.</div><div><br></div><div>Das gilt letztlich auch für den christlichen Glauben. Wer meint, er hätte den einen wahren Glauben und die allein wahren Einsichten, der irrt sich sehr.</div><div><br></div><div>Dennoch gibt es die eine <span class="fs14lh1-5"><b>Wahrheit </b></span>– auch wenn wir sie nicht „haben" und „besitzen". Denn die eine Wahrheit ist <span class="fs14lh1-5"><b>Gott selbst</b></span>. Weil die Wahrheit Gott selbst ist und wir auf Gott nicht zugreifen können, kann uns die Wahrheit nur geschenkt werden.</div><div><br></div><div>Es wäre überheblich zu denken, dass man Gott habe oder besitze. Dennoch kann man bestimmte Glaubenswahrheiten für wesentlich und unumstößlich halten. Zu ihnen würde ich persönlich zählen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben):</div><div><br></div><div><ul><li>Gott hat sich im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi offenbart.<br></li><li>Die biblischen Schriften sind das für uns maßgebliche Zeugnis von diesem Gott.<br></li><li>Gott liebt alle Menschen bedingungslos und wirkt in der Welt zu ihrem Wohlergehen.<br></li><li>Gott möchte, dass wir im Glauben und Handeln auf seine Liebe antworten.<br></li><li>Wir können uns in unseren Gebeten an Gott wenden und auf seine Hilfe hoffen.<br></li><li>Gottes Ziel für alle Menschen ist das ewige Leben.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Diese Grundwahrheiten sind allerdings sehr allgemein formuliert. Das führt dazu, dass bei ihrer genaueren Betrachtung auch unter denen, die sie vertreten, wieder Meinungsunterschiede zutage treten würden.</div><div><br></div><div>Deshalb kommen wir nicht darum herum:</div><div><br></div><div><ul><li>Wir müssen in der Fülle der Glaubenseinsichten unseren Weg selber finden.<br></li><li>Wir sind aber dabei nicht allein, sondern unterwegs mit anderen Christinnen und Christen.<br></li><li>Wir haben in den biblischen Schriften eine Grundlage, die uns immer wieder Einsichten vermittelt und im Glauben bestärkt.<br></li><li>Wir können Gott um wahre Einsichten bitten.<br></li><li>Wir können gewiss sein, dass Gott uns zu wahren Einsichten geleiten will, uns aber auch alle Irrtümer vergibt.</li></ul></div><div><br></div><div>Darum ist es gar nicht schlimm, dass es (in Grenzen!) unterschiedliche Theologien und Glaubenseinsichten gibt. Es ist sogar dem „Gegenstand" unseres Nachdenkens, es ist Gott angemessen. Denn Gott ist immer größer als unser Verstehen.</div><div><br></div><div>Und dennoch können und sollen wir um Gewissheit im Glauben bitten. Und auch darin gewiss sein, dass Gott uns die Einsicht, die wir brauchen, nicht versagen wird.</div><div><br></div><div>So können wir als Christinnen und Christen frohen Mutes im Bewusstsein unserer Unvollkommenheit unseres Weges ziehen. Wir bleiben immer <span class="fs14lh1-5"><b>auf dem Weg</b></span> hin zu Gott. Darum auch sagt die Theologie von sich selbst, sie sei „Theologie der Wandernden" (lateinischer Fachausdruck: <span class="fs14lh1-5"><i>theologia viatorum</i></span>) – Theologie derer, die noch nicht am Ziel sind.</div><div><br></div><div>Unser Glaube ist Glaube der Wandernden, solange wir durch diese Welt wandern.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 19 Oct 2021 06:48:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Bibel ist kein Märchenbuch]]></title>
			<author><![CDATA[Hans-Jürgen Caspar]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000CD"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Bibel ist kein Märchenbuch</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="http://www.hjcaspar.de/hpxp/gldateien/glauben.php" target="_blank" class="imCssLink">Hans-Jürgen Caspar</a></span> </span><span class="fs11lh1-5">| 15/10/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Mir bekannte Atheisten bezeichneten die Bibel unter anderem als "Märchenbuch". Sie irren sich.</div><div><br></div><div>Märchen handeln von verzauberten Prinzen und Prinzessinnen, guten und bösen Feen, von dienstbereiten Flaschen- und Lampengeistern, sprechenden Tieren und vielem mehr, das es in Wirklichkeit nicht gibt. Die meisten Märchen gehen gut aus, bestimmt von der Hoffnung nach Rettung und ausgleichender Gerechtigkeit. In früheren Zeiten dienten sie zur Unterhaltung an langen dunklen Winterabenden und werden bis heute, vor allem von Kindern, immer noch gerne angehört und gelesen.</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Biblische </span></i>Geschichten sind anders. Sie gehen tiefer, enthalten Schweres, Trauriges, das nicht aufgelöst wird. Zwar gibt es auch bei ihnen Märchenhaftes, zum Beispiel <i><span class="fs14lh1-5">Riesen </span></i>(aber keine Zwerge), die wundersame Verwandlung von Wasser in Wein, die Verse 13-16 im 12. Kapitel der Johannes-Offenbarung und Teile des Buches Esther, doch bilden diese Stellen nicht den Hauptinhalt der Bibel wie bei einem Märchenbuch.</div><div><br></div><div>Die Heilige Schrift beschreibt den Glauben des Volkes Israel an Gott und sein Leben mit Ihm. Sie berichtet, zum Teil historisch belegbar, von häufig geführten Kriegen, von der Deportation und Vernichtung ganzer Völker, von Fehlhaltungen und Schicksalen einzelner, meist führender Persönlichkeiten. In hundertfünfzig, ein eigenes "Buch" in der Bibel bildenden Gebeten lobten und priesen Psalmisten Gott, dankten ihm, klagten oder baten um Hilfe. Propheten, nicht selten verfolgt und sogar umgebracht, tadelten die Herrschenden wie das einfache Volk, warnten und forderten zur Umkehr auf. Schon allein hierdurch enthält die Schrift eine Fülle an Lehrreichem und Nachdenkenswertem. Nebenbei wird dem Leser immer wieder bewusst, dass die Menschen in alter Zeit im Grunde genommen nicht viel anders waren und handelten als heute. Bei ihnen gab es, um nur einiges zu nennen, wie bei uns Leichtsinn, Egoismus, Hass, Verrat. Zusätzlich galten damals Sklaverei und Völkermord als etwas ganz Normales, die heutzutage international geächtet sind. Andererseits enthält die Bibel auch Beispiele von Großmut und uneigennütziger Hilfsbereitschaft, Güte und Barmherzigkeit.</div><div><br></div><div>Vor ungefähr zweitausend Jahren kam ein weiterer Glaube auf: an <i class="fs14lh1-5">Jesus</i>, einen besonderen Menschen als Mittler zwischen dem unsichtbaren Gott und uns auf Erden. Er lehrte, selbst beispielgebend, friedliches Zusammenleben, dazu Nächsten-, und sogar Feindesliebe*. Auf Betreiben einer in ihrer Macht bedrohten, eifersüchtigen Priesterschaft wurde er von den römischen Besatzern schuldlos zum Tode verurteilt und nach deren Brauch grausam umgebracht. Anschließend wurde er wieder lebendig und kehrte zu Gott zurück. Dies alles wird im neueren Teil der Bibel dargestellt und von vielen Millionen Menschen andachtsvoll geglaubt. Sie finden darin Halt und Trost.</div><div><br></div><div>Atheisten können sich das nicht vorstellen, sagen sie, und manche lehnen die Bibel radikal ab. Einer von ihnen schrieb mir sogar, sie müsse "verbrannt" werden. Das erinnerte mich an die Bücherverbrennungen unter den Nationalsozialisten vor gar nicht langer Zeit!</div><div><br></div><div>Der mir das schrieb, ist Mathematiker; deshalb ein paar Anmerkungen zu diesem Fach, das ich recht gut kenne. Wie die Glaubenslehre und speziell die Bibel enthält auch die Mathematik von Menschen Erdachtes, das es nicht wirklich gibt. Dazu gehören die Zahlen, quadratische Gleichungen, Differenziale, Vektorräume und vieles mehr. Sie existieren nur in den Köpfen, Gesprächen und Schriften derer, die damit zu tun haben. Auch enthält die Mathematik wie die Bibel unauflösbare <i class="fs14lh1-5">Geheimnisse</i>. Große Teile von ihr stützen sich auf die gut hundertfünfzig Jahre alte <span class="fs14lh1-5"><i>Riemann</i></span>-Vermutung (RV), die bis heute nicht bewiesen werden konnte. – Dagegen wurde mit mathematischer Strenge (!) bewiesen, dass es in der Mathematik Aussagen geben muss, die weder wahr noch falsch sind und "unentscheidbar" genannt werden. Ob die RV zu ihnen gehört, ist nicht bekannt. (<i><span class="fs14lh1-5">Wäre </span></i>dies der Fall, könnte man die Suche nach einem Beweis abbrechen.) Die RV ist nicht die einzige unbewiesene Hypothese, und so steht manches in der Mathematik auf unsicheren Füßen. Dass sie als Ganzes trotzdem gut und sinnvoll ist, wird <i class="fs14lh1-5">geglaubt</i>.</div><div><br></div><div>Die Mathematik beruht auf <i class="fs14lh1-5">Axiomen</i>; das sind unbewiesene und unbeweisbare Annahmen, aus denen zusammen mit <i class="fs14lh1-5">Definitionen</i>, das heißt Begriffserklärungen, alles Weitere hergeleitet wird. Diesen Axiomen entsprechen Glaubenswahrheiten im religiösen Bereich. Deren höchstes ist, wenn man so will, und ohne dass es extra so genannt wird, der Glaube an die Existenz Gottes. – Und schließlich: das Vorhandensein unlösbarer Probleme in der Mathematik (als Folge der oben genannten Unentscheidbarkeit) hat seine Parallele bei den biblischen <i class="fs14lh1-5">Wundern</i>.</div><div><br></div><div>Aus alledem geht hervor, dass mehr Ähnlichkeiten und Zusammenhänge zwischen Mathematik und der Bibel bestehen, als mancher denkt. Daher ist es unvernünftig, die Heilige Schrift zu verdammen und sich ihr gegenüber erhaben vorzukommen. Gibt man bei einer Suchmaschine ein: "Mathematik und Bibel", werden viele Seiten zu diesem Thema angezeigt, die das unterstreichen.</div><div><br></div><div>Zum Abschluss noch eine Bemerkung: Aladdin und die Wunderlampe, Schneewittchen und die sieben Zwerge, Asterix, Pippi Langstrumpf haben nicht wirklich existiert; sie sind irreal, nur ausgedacht. Trotzdem hält man sie nicht für erlogen und ist böse auf sie, sondern freut sich an ihnen. Mit demselben Recht kann man der Bibel Achtung, ja Liebe entgegenbringen.</div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs12lh1-15">* Diese bedeutet nicht, dass man Feinden und denen, die einem schaden wollen, gleich um den Hals fällt und ihr Verhalten gut findet, sondern dass man sie zu verstehen sucht, ihnen verzeiht und "wohl will", für sie betet, dass sie sich ändern.<br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von <span class="imUl"><a href="http://www.hjcaspar.de/hpxp/gldateien/glauben.php" target="_blank" class="imCssLink">Hans-Jürgen Caspar</a></span>.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 15 Oct 2021 07:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gottes Wegweiser gegen das Verirren]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000CC"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gottes Wegweiser gegen das Verirren</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/10/2021</span></div><div><br></div><div>In den letzten Wochen bin ich öfter mal mit Wanderschuhen oder mit meinem E-Bike im waldreichen Mittelgebirge unterwegs gewesen. Das waren sehr schöne Erfahrungen, und auf den Wegen habe immer etwas Unerwartetes erlebt.</div><div><br></div><div>Ich habe aber auch festgestellt, dass es mit den Markierungen der Wanderwege so eine Sache ist. Nicht überall sind die Wege gut ausgeschildert. Und wenn auch nur eine einzige Markierung fehlt, kann das üble Folgen haben: Der arme Wanderer verliert die Orientierung.</div><div><br></div><div>Der allgegenwärtige Baumschlag hat viele Markierungen beseitigt, die an den gefällten Bäumen angebracht waren. Die riesigen Maschinen, welche die Fichtenplantagen beseitigen, durchwühlen nicht nur den Boden, sondern brauchen auch so viel Platz, dass manch ein Baum und Wegweiser weichen musste.</div><div><br></div><div>Aber nicht nur fehlende Markierungen führen zur Orientierungslosigkeit: Manche Markierungen sind zwar da, aber nicht mehr deutlich erkennbar. Sie sind durch die Witterung verblasst oder von Blättern überwuchert.</div><div><br></div><div>Zudem gibt es auch richtig böse Menschen, die einen Wegweiser verdrehen, so dass der ortsunkundige Wanderer zwangsläufig in die falsche Richtung läuft.</div><div><br></div><div>Auch der Wanderer selbst muss aufpassen: So ganz in Gedanken versunken und die Natur genießend ist es vorgekommen, dass ich eine Markierung übersehen habe. Dann ging ich kilometerweit in die falsche Richtung. Als ich es bemerkte, musste ich umkehren oder hatte den Wanderweg verloren.</div><div><br></div><div>Man muss also Ausschau nach der nächsten Markierung halten. Und wenn man das nicht tut, hat man die unangenehmen Folgen zu tragen.</div><div><br></div><div>Eigentlich ist es so wie auf dem Lebensweg. Auch auf dem Lebensweg gibt es Wegweiser und Markierungen. Einem Christenmenschen fallen dabei wohl als erstes die zehn Gebote ein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Die zehn Gebote und der Alte Orient</div><div><br></div><div>In der Tat sind die zehn Gebote die Weisungen Gottes für ein gutes Leben. Wie die Wegweiser und Markierungen im Wald weisen sie uns den Weg. Sie geben zwar nicht an, wie wir uns in jeder denkbaren Situation verhalten sollen. Aber sie bilden eine Grundlage, an der wir uns orientieren können. Manche sagen auch: Die zehn Gebote sind eine Art Geländer, das uns nicht jeden Schritt vorgibt, aber vor dem Abstürzen bewahrt.</div><div><br></div><div>Schon oft habe ich gehört, dass es solche Gebote ja auch in anderen Religionen gäbe und die zehn Gebote des Alten Testaments deshalb gar nichts Besonderes seien. Aber das stimmt nicht. Zwar gibt es ähnliche Reihen im Alten Orient tatsächlich auch in anderen Religionen. Aber sie unterscheiden sich in Anzahl, Form und Zielsetzung deutlich von den zehn Geboten des Alten Testaments.</div><div><br></div><div>Als Beispiel zitiere ich aus dem <span class="fs14lh1-5"><i>ägyptischen Totenbuch</i></span>, das in den Jahren 1.600 bis 1.100 vor Christus in Ägypten einem Verstorbenen ins Grab gelegt wurde. Dort stehen Sprüche wie:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich habe nicht Unrecht getan. Ich habe nicht geraubt. Ich bin nicht habgierig gewesen. Ich habe nicht gestohlen. Ich habe nicht Menschen getötet. Ich habe das Kornmaß nicht verringert. [...] Ich habe nicht Lüge geredet.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Zitiert nach Herbert Haag (Hg.): Bibellexikon, Spalte 321)</span></i></div><div><br></div><div>Man sieht sofort, dass dies keine Gebote sind, sondern Rechtfertigungen: Der Tote sollte diese Worte vor dem Richterstuhl des Gottes <span class="fs14lh1-5"><i>Osiris </i></span>aussprechen. <span class="fs14lh1-5"><i>Osiris </i></span>galt als der Gott des Jenseits, der Wiedergeburt und des Nils. Der Verstorbene konnte mit den genannten Sätzen bezeugen, dass er ein guter Mensch gewesen ist.</div><div><br></div><div>Ganz anders die zehn Gebote des Alten Testaments. Mit ihnen sollen wir uns nicht nach dem Tod vor Gott rechtfertigen, sondern sie wollen uns während des Lebens den rechten Weg weisen. Uns wird gesagt, was wir im Leben tun sollen oder nicht tun sollen. Die hebräische Wortwahl beim Verbot „Du sollst nicht ..." bietet die stärkste Form der Verneinung, die es im Hebräischen gibt. Sie gibt an, was auf keinen Fall geschehen darf. Wir würden heute sagen: „Das geht gar nicht ...".</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Das erste Gebot und unsere Freiheit</div><div><br></div><div>Aber die zehn Gebote sind nicht nur ethische Verhaltensregeln. Sie beginnen ja mit dem ersten Gebot, das so lautet:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus der Sklaverei, herausgeführt habe; du sollst keine anderen Götter neben mir haben.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(2Mo/Ex 20,2f; 5Mo/Dtn 5,6f)</span></i></div><div><br></div><div>Das erste Gebot steht sozusagen als Überschrift über allen anderen. Es beginnt auch gar nicht mit einem Gebot, sondern damit, dass Gott sich selber vorstellt: Er ist der Gott, der Israel aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat. Diese Freiheit kann sich Israel nur dadurch bewahren, dass es sich an den Befreier bindet und ihm folgt. Das Folgen geschieht auch im Befolgen der Gebote. Folgt Israel ihnen nicht, dann kommt es wieder dazu, dass es durch böse, lebensfeindliche Mächte versklavt wird. Diesmal ist die lebensfeindliche Macht kein fremdes Volk, sondern das eigene Ich: Es lehnt Gott ab und konzentriert sich vor allem auf sich selbst und seine eigenen Interessen. Weil dies in die Gefangenschaft führt, ist vor jedem einzelnen Gebot mitzudenken, wer da etwas gebietet: Der Gott, der aus der Gefangenschaft befreit hat.</div><div><br></div><div>Uns hat Gott nicht aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Aber er hat als der Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, die ganze Welt befreit: nämlich davon, in der Feindschaft gegen Gott, den Mitmenschen und die ganze Schöpfung gefangen zu sein. Er hat uns zum Leben befreit, das uns auch der Tod nicht nehmen kann.</div><div><br></div><div>Dennoch entscheidet sich der Mensch gern für die Gefangenschaft anstatt für die Freiheit. Er bleibt im Gefängnis, obwohl die Türen weit offen stehen. Darum erinnert uns das erste Gebot an die Befreiungstat Gottes: Er hat uns alle von gottlosen und lebensfeindlichen Bindungen befreit. Und wir können die Freiheit dadurch bewähren, dass wir uns an den Befreier binden und ihm folgen. Gebunden an Gott bleiben wir frei.</div><div><br></div><div>Wenn wir ein Gebot übertreten, verlieren wir unsere Freiheit. Wir geben uns unserer Großmannssucht, unserer Gier, unseren Trieben hin. So werden wir deren Sklaven. Und dadurch zerstören wir das gute Miteinander mit Gott, den Mitmenschen und den anderen Geschöpfen. Die Freiheit ist dann verloren.</div><div><br></div><div>Das erste Gebot sagt auch: Es ist nicht egal, welchen Gott man verehrt, welchen Glauben man hat. Du sollst den Gott verehren, der dich befreit hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Gottes Wegzeichen und unsere Kultur</div><div><br></div><div>Wir brauchen die Gebote als Wegmarkierungen. Ohne sie verirren wir uns. Sie nicht zu befolgen, schadet nicht nur den anderen, sondern auch uns selbst: Der Weg wird beschwerlicher. Wir werden orientierungslos und irren umher. Im Miteinander gibt es Verwirrung, Täuschung und Enttäuschung. „Jesus bekam Mitleid mit den Menschen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben" (Mk 6,34). Das ist kein Wort für vergangene Zeiten. Es gilt auch heute, vielleicht mehr denn je.</div><div><br></div><div>Als Wanderer auf dem Lebensweg tut es also gut, Ausschau zu halten nach den Wegzeichen Gottes. Das kostet etwas Mühe. Ausschau halten heißt in diesem Fall: Sich interessieren, sich informieren, sich Gedanken machen. Die Haltung „Gottes Wegweiser interessieren mich nicht" führt jedenfalls nicht zum Ziel.</div><div><br></div><div>Probleme entstehen auch dadurch, dass manche Wegzeichen Gottes nicht gepflegt wurden. So sind sie überwuchert worden durch andere Denkweisen. Dass ungeborenes Leben beim Schwangerschaftsabbruch getötet wird, wird heute kaum mehr als Tötung wahrgenommen. Das Selbstbestimmungsrecht der Frau hat das Tötungsverbot überwuchert. Auch das Töten im Krieg scheint geradezu selbstverständlich geworden zu sein, wenn auch als ein notwendiges Übel.</div><div><br></div><div>Viele Gebote sind verblasst oder weichgespült worden, indem man sie nicht mehr wirklich ernst nahm. Unsere Gesellschaft und wir selbst gehen davon aus, dass wir niemandem etwas stehlen oder das Eigentum des anderen begehren. Dass die Güter der Erde allen Menschen gehören, auch den Hungernden, und dass es ein Stehlen ist, wenn man ihnen das, was ihnen zusteht, nicht gibt, das ist nur für wenige Menschen ein wichtiger Gedanke.</div><div><br></div><div>Dazu kommt, dass unsere Lebensweise und Kultur manche Wegzeichen Gottes zunichte gemacht hat. Das Ich und sein Anspruch, autonom entscheiden zu können, was richtig und falsch ist, hat in der westlichen Kultur einen großen Siegeszug angetreten. Alle Vorgaben, auch die Vorgaben Gottes, werden da nur als störend empfunden.</div><div><br></div><div>Im Extremfall können Gottes Wegzeichen bewusst verdreht werden. Als im Zweiten Weltkrieg auf den Gürtelschlössern der Soldaten die Worte „Gott mit uns" stand, wurden die Menschen in die falsche Richtung gewiesen und konnten sich nur hoffnungslos verirren.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Grundorientierung und der Einzelfall</div><div><br></div><div>Ich nutze, wenn ich im Wald unterwegs bin, immer eine gute Wanderkarte, Maßstab 1 : 25.000. Eine solche Karte hat mich schon oft vor dem totalen Verirren gerettet. Sie ist letztlich auch nur ein Behelf; denn sie kann den Weg nicht 1 : 1 abbilden. Aber sie bietet eine Grundorientierung.</div><div><br></div><div>Die Grundorientierung für das Leben sind für mich die zehn Gebote und ihre Zusammenfassung im Alten Testament. Jesus hat diese Zusammenfassung aufgegriffen, als er die Frage nach dem größten Gebot so beantwortete:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist allein Herr; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und mit ganzer Seele und mit deinem ganzem Denken und mit deiner ganzen Kraft. Und das zweite ist dieses: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Größer als diese beiden ist kein anderes Gebot.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Mk 12,29-31; eine Zusammenstellung aus 5Mo/Dtn 6,4f und 3Mo/Lev 19,18b)</span></i></div><div><br></div><div>Die zehn Gebote und diese Zusammenfassung Jesu bieten nur eine Grundorientierung. Im Einzelfall ist immer neu zu entscheiden, was aus diesen Wegzeichen folgt. Aber sie sollten die Grundlage darstellen für alles, was wir tun. Nur so bleiben wir die Freien, die zu sein Gott uns erschaffen hat. Und nur so verirren wir uns nicht hoffnungslos im Labyrinth des Lebens.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="imUl fs11lh1-5">Literatur</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Haag, Herbert (Hg.): Bibellexikon. Benziger Verlag Zürich u.a. 3.Aufl. 1982.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Köckert, Matthias: Dekalog / Zehn Gebote. In: <span class="imUl"><a href="https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/10637/" target="_blank" class="imCssLink">WiBiLex</a></span>. Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet.</span><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 12 Oct 2021 08:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Vom Gesang Gottes]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000CB"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Vom Gesang Gottes</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/10/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Auf einer längeren Wanderung in der letzten Woche kam ich unvermittelt an eine Wegkreuzung, an der das oben abgebildete Gerät stand. Im ersten Moment hielt ich es für eins jener rostigen Kunstwerke, die man zuweilen irgendwo stehen sieht. Dann aber kamen plötzlich Klänge aus dem Gerät, und mir wurde klar, dass es sich um eine Windharfe handelt.</div><div><br></div><div>Bei <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84olsharfe" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span> kann man lesen, dass dieses Instrument auch Äolsharfe genannt wird, nach dem griechischen Gott <span class="fs14lh1-5"><i>Aiolos</i></span>, dem Beherrscher der Winde.</div><div><br></div><div>Die Töne, die aus dem verrosteten &nbsp;Instrument kamen, kann ich am ehesten als „Sphärenklänge" bezeichnen. Es waren langgezogene, auf- und abschwellende Akkorde, die fließend ineinander übergingen und manchmal nicht ganz harmonisch klangen.</div><div><br></div><div>Zuerst dachte ich, der Wind fahre durch die auf der Vorderseite angebrachten drei Öffnungen in das Instrument. Bei genauerem Hinsehen fand ich aber, dass der Wind durch die offenen Seiten des Instruments eintrat und die fünf dort gespannten Saiten in Schwingungen versetzte. Der vordere Teil des Instruments war vollständig geschlossen und diente offenbar nur als Klangkörper. Die in unterschiedlicher Höhe angebrachten drei Öffnungen sollten dazu dienen, dass man sein Ohr an den Klangkörper legte, um die entstehenden Klänge deutlicher zu hören.</div><div><br></div><div>Als ich auf der Bank neben dem Instrument Rast machte, kamen immer wieder Windböen auf, die stark genug waren, um mich während meiner Pause mit den entstehenden Klängen zu versorgen.</div><div><br></div><div>Ich staunte darüber, dass je nach Windstärke die Töne ungefähr zwei Oktaven umfassten – und das bei nur fünf Saiten. Da ich die Saiten mit der Hand nicht erreichen konnte, nahm ich ein Stöckchen und zupfte sie damit an. Sie waren alle gleich dick und gleich lang und erklangen alle bis auf eine in derselben Tonhöhe – von minimalen Unterschieden abgesehen. Bis auf die fünfte Saite: Sie war offenbar komplett verstimmt.</div><div><br></div><div>Ich habe versucht, die Saiten durch die seitlichen Öffnungen des Instruments zu fotografieren, was aber schwierig war. Immerhin sind zwei Saiten deutlich zu erkennen.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010463.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Wer mehr über das Instrument lesen möchte, sei auf <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84olsharfe" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span> verwiesen.</div><div><br></div><div>Es war interessant und schön, neben dem Instrument zu sitzen und den Sphärenklängen zu lauschen. Dennoch dachte ich nach einiger Zeit: Die Klänge der Natur sind schöner, vielfältiger und haben überhaupt nichts Störendes an sich – anders als die Klänge der Windharfe, wenn man ihnen beständig ausgesetzt wäre. Das Zwitschern der Singvögel im Frühling, die Vielsprachigkeit der Eichelhäher, das Rauschen des Windes in den Bäumen im Herbst, die nächtlichen Geräusche der Tiere des Waldes, das Plätschern der Regentropfen oder das leise Landen der Schneeflocken im Winter – das alles sind Klänge, die mir nie zu viel werden, vielmehr immer wieder aufs Neue das Herz erfreuen. Ich erinnerte mich an das heimelige Gefühl als Kind während der Urlaube mit meinen Eltern, wenn Regen auf das Zelt, später auf den Wohnwagen fiel und wir drinnen gemütlich im Trockenen saßen.</div><div><br></div><div>Dann fiel mir ein Lied ein, das ich immer gern gesungen habe und noch jetzt singe. Der Refrain und die Strophen lauten so:</div><div><br></div><div><div class={user-select: none;}></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich glaub' an einen Gott, der singt,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">von dem alles Leben klingt.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">1</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich glaube, Gott ist Klang,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sein Wesen ist Gesang.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Er singt als schönstes Stück</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die Liebe und das Glück.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer singt, die Quelle trinkt,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> die tief in Gott entspringt,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sein Sehnen wird erfüllt,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das Leben ihm enthüllt.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">2</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich glaube: Gott ist ER,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> der aus dem Schweigen her</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">erfand als ein Genie</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">der Schöpfung Melodie.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Er lädt uns alle ein,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ein Ton von ihm zu sein,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">denn unser Leben tönt</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">klar nur mit ihm versöhnt.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">3</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich glaub', dass Jesus Christ</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Lied und auch Sänger ist</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und seiner Liebe Ruhm</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das Evangelium.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Er schwingt ein jedes Sein</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">in seinen Rhythmus ein,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">verwandelt Angst und Leid,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"> der Tod wird licht und weit.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">4</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich glaube auch das Weh'n</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">des Geistes zu versteh'n:</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ER eint uns immerfort</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">zum göttlichen Akkord.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Millionenfacher Chor:</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die Kirche tritt hervor,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">stimmt dem, der singen kann,</span></i></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 imTACenter"><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">das Lied des Friedens an</span><span class="fs14lh1-5">.</span></span></i></div><div data-line-height="1" class="lh1 imTACenter mt1"><i class="fs14lh1"><span class="fs11lh1 cf1">(Text: Winfried Pilz)</span></i><br></div><div></div></div><div><br></div><div>Wie man sieht, ist das Lied <span class="fs14lh1-5"><i>trinitarisch </i></span>gegliedert, das heißt entsprechend der Dreieinigkeit Gottes (Vater, Sohn und Heiliger Geist). Ich finde, es ist ein schönes modernes Glaubensbekenntnis, das Gott einmal ganz anders zur Sprache – besser: zum Gesang bringt.</div><div><br></div><div>Sich Gott einmal als Gesang vorzustellen, ist eine schöne Idee. Gemeinhin stellen wir uns Gott ja eher als Person, als Macht oder als Geist vor. Gesang ist etwas sehr Lebendiges, Lebensfrohes – und etwas, das unsere Gefühle anspricht.</div><div><br></div><div>Das ist schon mal eine wichtige Aussage: Gott ist kein schweigender Gott. Er spricht uns an. Aber nicht einfach nur mit Worten und auch nicht nur unseren Verstand, sondern auch unser Herz – so wie ein schöner, vielstimmiger Gesang unser Herz erreicht.</div><div><br></div><div>Und dass von Gottes Gesang her alles Leben klingt, besagt, dass wir an seinem Gesang, an ihm selbst Anteil haben. Wir sind nicht einfach nur von Gott unterschieden, sondern zugleich hat unser Leben und alles Leben auf Erden seinen Grund und seine Schönheit von ihm.</div><div><br></div><div>Die Liebe und das Glück sind Gottes schönster Gesang. Es zeichnet unser Leben aus, wenn wir aus der Lebensquelle seines Gesangs trinken, wie die erste Strophe sagt. Wir selbst werden zu einem Gesang von Liebe und Glück, wenn wir Gott in unserem Leben erklingen lassen, wenn wir den Resonanzboden seines Gesangs bilden.</div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht, dass in der Welt, in der wir leben, alles voller Liebe und Glück wäre. Leider gibt es in dieser Welt immer wieder Störfaktoren, die Gottes Gesang unhörbar machen und damit auch der Liebe und dem Glück Schranken setzen.</div><div><br></div><div>Dennoch erklingt die ganze Schöpfung in Gottes Melodie, und wir sind ein Ton dieser Melodie (Strophe 2). Jeder von uns ist eingebettet in die Melodie der Schöpfung, und es würde ein Ton fehlen, wenn einer von uns fehlen würde in der Zeit, die ihm gegeben ist. Aber auch wenn wir den Ton eines anderen Lebewesens aus der Schöpfung entfernen, fehlt ein Ton. Denn alles klingt miteinander zusammen, alles zusammen bildet die Melodie von Gottes Schöpfung.</div><div><br></div><div>Wie Gott ist auch Jesus Christus zugleich Sänger und Gesang (Strophe 3). Das deutet darauf hin: Gott tut sich im Singen kund und ist zugleich das, was er kundgibt. Biblisch gesprochen: Gott redet und ist zugleich das Wort. Bei Gott gibt es keinen Unterschied zwischen dem, was er sagt, und dem, was er ist.</div><div><br></div><div>Bei uns ist es anders: Das, was wir tun, ist die eine Sache, und das, was wir sind, kann sich von unserem Tun stark unterscheiden. Wir mögen wunderbare Sachen sagen, aber es kann sein, dass wir unserem Reden überhaupt nicht entsprechen. Sein und Tun klaffen bei uns auseinander.</div><div><br></div><div>Bei Gott ist es anders. Wie er redet, so ist er. Er ist absolut verlässlich.</div><div><br></div><div>Man könnte auch sagen: Gott ist eine Person, die uns anspricht, und zugleich die Anrede selbst – die Macht des Gesangs, die unser Herz bewegt. Er ist eine liebende Person und zugleich die Liebe selbst – die Macht, die sich liebend durchsetzt.</div><div><br></div><div>Darauf weist auch die vierte Strophe hin, die vom Geist Gottes singt. Mit Vater, Sohn und Heiligem Geist bildet Gott einen Akkord, einen Dreiklang.</div><div><br></div><div>Auch das ist ein schönes Bild: Der Dreiklang hat drei Töne, die zusammen einen neuen Klang ergeben. Vater, Sohn und Geist Gottes unterscheiden sich voneinander, bilden aber zugleich gemeinsam denselben Klang.</div><div><br></div><div>Wir werden ein Teil dieses göttlichen Klangs. Das geschieht nicht dadurch, dass wir diesen Klang nachahmen, sondern dadurch, dass Gott selbst, sein Geist, uns in Schwingungen versetzt und zum Klingen bringt – wie der Wind die Saiten der Windharfe.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010466.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Das biblische Wort für „Geist" heißt zugleich „Wind". Gottes Wind bringt uns zum Klingen.</div><div><br></div><div>Das vereint uns miteinander. Das Einssein, um das es hier geht, entsteht nicht durch gemeinsame Interessen oder durch Sympathie. Es geht um viel mehr, nämlich darum, dass wir Teil des göttlichen Klangs werden: dass Gott uns zu Sängerinnen und Sängern seines Gesangs macht. In diesem Gesang sind wir miteinander vereint, wie sehr wir uns auch ansonsten voneinander unterscheiden und einander sogar unsympathisch sein mögen.</div><div><br></div><div>Das ist die Kirche, der millionenfache Chor: Die klingende Gemeinde derer, die höchst unterschiedlich sind, aber in all ihrer Unterschiedlichkeit dasselbe Lied singen.</div><div><br></div><div>Ich denke hierbei an die Glaubenden der ganzen Welt, nicht an die kirchlichen Institutionen und Mitgliedschaften. Institutionen und Mitgliedschaften sind objektiv nachweisbar – „sichtbar", wie die Theologie sagt. Der Glaube ist nicht objektiv nachweisbar oder „sichtbar", darum ist es auch die Gemeinschaft aller Glaubenden nicht. Die Theologie unterscheidet zwischen sichtbarer und unsichtbarer Kirche.</div><div><br></div><div>In der unsichtbaren Kirche, die Menschen aller Völker und Religionen umfasst, klingen Gott und Menschen zusammen. Sie sind voneinander unterschieden, aber nicht voneinander getrennt. Gott erklingt in der Welt durch die Glaubenden der ganzen Welt – so wie er durch Jesus Christus einmalig in vollendeter Weise in der Welt erklungen ist.</div><div><br></div><div>Darum ist es auch gut, wenn die Natur und die Kultur in der Windharfe zusammenklingen: der Wind und das von Menschen geschaffene Instrument; Gottes Schöpfung und das vom Menschen Geschaffene; Gottes Gesang und die menschlichen Gesänge.</div><div><br></div><div>Freilich ereignet sich das harmonische Zusammenklingen nicht automatisch. Der Mensch kann sich der Harmonie entziehen und Instrumente bauen, die dem Gesang Gottes ein stumpfes Getöse entgegensetzen oder ihn gänzlich ignorieren. Dann geht die Erde des Gesangs Gottes verlustig. Das tut weder der Erde noch den Menschen gut.</div><div><br></div><div>Doch kann Gottes Gesang niemals ausgelöscht werden. Gott singt weiter. Es ist ja sein Wesen. Darum können wir ihn immer wieder hören – wenn auch in all dem menschlichen Getöse manchmal nur ganz leise, beinahe unscheinbar:</div><div><br></div><div>... in der leise und heimlich sich ereignenden Liebe –</div><div>... im täglich uns gegebenen Wunder des Lebens –</div><div>... in wahrhaft glücklichen Momenten –</div><div>... in der gestillten Sehnsucht –</div><div>... in den unzähligen Wundern der Schöpfung –</div><div>... in dem vertrauten Menschen an unserer Seite –</div><div>... in der Frohen Botschaft des Glaubens –</div><div>... und, ja, auch dort, wo sich die wahre Kirche je und je ereignet.</div><div><br></div><div>Gottes Gesang erklingt in alledem – wir müssen nur genau hinhören. „Wer Ohren hat zu hören, der höre!" (Jesus)</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 06 Oct 2021 14:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Schönheit in der Ödnis]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000CA"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Schönheit in der Ödnis</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/10/2021</span></div><div><br></div><div>Diese leuchtend grüne Raupe begegnete mir vor einigen Tagen auf einem Wanderweg. Sie stach mit ihrer Farbe auf dem grauen Schotterweg geradezu unübersehbar ins Auge.</div><div><br></div><div>„Was für ein schönes Geschöpf!" dachte ich auf Anhieb und machte ein Foto.</div><div><br></div><div>Der Weg war etwa 2 Meter breit, die Raupe nur 4 Zentimeter lang. Sie schob sich langsam von einer Seite des Wegs zur andern hinüber.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010457_ergebnis---Kopie.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Ein steiniger, mühsamer, grauer Weg, für die Raupe geradezu eine Wüste ohne Nahrung und Wasser.</div><div><br></div><div>Und dennoch glänzte sie in ihrem leuchtenden Grün.</div><div><br></div><div>Noch dazu war der Weg nicht ungefährlich. Wanderer wie ich, Mountainbiker oder Motorfahrzeuge hätten dem Leben der Raupe ein jähes Ende bereitenkönnen.</div><div><br></div><div>Ich dachte weiter: Manchmal fühlen wir Menschen uns auf unserem Lebensweg so: Alles ist grau, steinig, mühsam. Eine Wüste, die kein Ende nehmen will und in der wir vieles entbehren müssen.</div><div><br></div><div><div>Wir fühlen uns überfordert, überflüssig, unausgefüllt, gefährdet, unwissend bezüglich dessen, was kommen wird.</div></div><div><br></div><div>Und doch sind wir für Gott solch leuchtende, schöne Geschöpfe! Wir sind Wesen, die ihm ins Auge stechen, an denen er seine Freude hat und die er fürsorglich bewahren will – gerade auch dann, wenn wir durch eine endlos erscheinende Wüste wandern müssen.</div><div><br></div><div><div>Schönheit ist nur oberflächlich betrachtet eine Eigenschaft, die man hat oder nicht hat. In Wahrheit entsteht sie immer aufs Neue durch Liebe.</div></div><div><br></div><div><div>Ich möchte mich stärker so sehen: Ich bin ein in Gottes Augen geliebtes, schönes, leuchtendes Wesen, auch wenn mein Lebensweg voller Hindernisse, Gefahren, Mühsal und Ödnis ist.</div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 02 Oct 2021 07:43:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wofür bin ich geschaffen?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000C9"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wofür bin ich geschaffen?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 29/09/2021</span></div><div><br></div><div>Ein einziger kurzer Satz hat mich vor einigen Tagen sehr berührt.</div><div><br></div><div>Er kommt ganz unscheinbar daher, scheint keine besondere Erkenntnis zu enthalten. Eigentlich drückt er etwas Selbstverständliches aus.</div><div><br></div><div>Aber es ist nicht selbstverständlich. Das ging mir beim Lesen jenes Satzes auf.</div><div><br></div><div>Ich glaube an einen liebevollen Gott, der nur das Beste für mich will. Darum bin ich davon ausgegangen, dass dieser Gott mich erschaffen hat, damit ich ein schönes Leben habe und mich wohlfühle.</div><div><br></div><div>Und dann las ich diesen Satz der katholischen Schriftstellerin Ida Friederike Görres:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Glaub mir, kein Mensch ist für sich erschaffen, jeder für andre.*</i></span></div><div><br></div><div>Eigentlich eine Binsenweisheit: Wir sind für andere da. Wir sollen für andere leben.</div><div><br></div><div>Auch mir war das klar. Aber der Satz schlug so bei mir ein, dass ich mich fragte: Gehe ich nicht klammheimlich davon aus, dass ich in erster Linie für mich selbst erschaffen bin? Für mein eigenes Wohlbefinden, meine Zufriedenheit?</div><div><br></div><div>Unzufriedenheit und Fragen an Gott stellen sich bei mir sofort ein, wenn ich mit meinem Leben nicht zufrieden bin. Dann ist mein Anspruch auf ein zufriedenes Leben erschüttert.</div><div><br></div><div>Der Satz sagte mir: Ich habe einen falschen Anspruch. Ich konzentriere mich viel zu sehr auf mein eigenes Leben – darauf, dass ich für mich selbst erschaffen bin. Und ich vergesse, dass ich erschaffen bin, um für andere da zu sein.</div><div><br></div><div>Unzufriedenheit und Fragen an mich selbst müssten sich dann einstellen, wenn ich nicht für andere Menschen lebe.</div><div><br></div><div>Und meine eigene Zufriedenheit, ja mein eigenes Glück müsste sich dann einstellen, wenn ich für andere da sein kann, ihnen ihr Leben erleichtern, ihnen zu Zufriedenheit und Glück verhelfen kann.</div><div><br></div><div>So hat mich Gott schließlich doch dazu erschaffen, dass ich zufrieden mit meinem eigenen Leben bin. Aber diese Zufriedenheit beruht auch darauf, dass ich für andere da bin.</div><div><br></div><div>Es gibt eine wichtige Einschränkung: Bei allem Dasein für andere soll ich mich nicht selbst aufgeben – mich nicht vom anderen aussaugen lassen oder mich selbst aussaugen. Ich soll kein leeres Gefäß werden.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Darum wäre es gut, den obigen Satz zu ergänzen:</span><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wir sind zuerst für Gott erschaffen: dazu, ihm die Ehre zu geben.</i></span></div><div><br></div><div>Dass ich <span class="fs14lh1-5"><b>zu Gottes Ehre</b></span> erschaffen bin, bedeutet auch, dass ich <span class="fs14lh1-5"><b>für andere</b></span> erschaffen bin – aber ebenso <span class="fs14lh1-5"><b>für mich selbst</b></span>. Denn ich gebe Gott die Ehre und diene ihm, wenn ich <span class="fs14lh1-5"><b>allen </b></span>seinen Geschöpfen diene, ihnen mit Liebe und Respekt begegne und für sie sorge – auch für mich selbst.</div><div><br></div><div><div><div>Ich bin dann nicht <span class="fs14lh1-5"><b>zuerst </b></span>für mich selbst oder für andere da. Zuerst bin ich für <span class="fs14lh1-5"><b>Gott </b></span>da, und von ihm aus <span class="fs14lh1-5"><b>dann </b></span>auch für andere und für mich selbst – in den Möglichkeiten und Grenzen, die er mir gegeben hat.</div></div></div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* aus: Ida Friederike Görres: Von Ehe und von Einsamkeit. Ein Beitrag in Briefen. Verlag Cassianeum Donauwörth 1949. Seite 49.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 29 Sep 2021 08:52:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kann man der Bibel glauben?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Plauderei_auf%27m_Sofa"><![CDATA[Plauderei auf'm Sofa]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000C8"><div><br></div><div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs16lh1-5 ff1">P l a u d e r e i &nbsp;&nbsp;a u f ' m &nbsp;&nbsp;S o f a</span></div><div class="imTACenter"><span class="imUl fs16lh1-5"><b>Kann man der Bibel glauben?</b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/09/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Hallo, schön dass du da bist! Komm rein und mach's dir bequem!</div><div><br></div><div>Wir haben uns ja lange nicht gesehen. Was hast du denn so gemacht in der letzten Zeit?</div><div><br></div><div>Ah, du hast in der Bibel gelesen. Und – wie war's? Hast du gefunden, was du gesucht hast?</div><div><br></div><div>Okay, die Bibel ist nicht unbedingt eine Fundstelle für das, was wir suchen. Aber immerhin kann man in der Bibel so einiges finden – auch Sachen, die man gerade nicht sucht.</div><div><br></div><div>Du bist nicht zufrieden mit dem, was du gelesen hast? Gut, dann lass uns drüber reden!</div><div><br></div><div>Aha, du sagst, die Bibel enthält Unwahrheiten.</div><div><br></div><div>Ja, da wird zum Beispiel der Hase unter den Wiederkäuern aufgezählt, die ein Jude nicht essen darf (z.B. 3Mo/Lev 11,6).</div><div><br></div><div>Oder gleich am Anfang der Bibel steht in der Schöpfungsgeschichte, dass der Himmel eine feste Kuppel über der Erde sei und über der Kuppel sei Wasser (1Mo/Gen 1,7f). Also nach dem Prinzip Käseglocke: Die Erde ist eine Scheibe, die Glocke ist der Himmel, und darüber ist das Wasser, das bei Regen auf die Erde fällt.</div><div><br></div><div>Das sind natürlich echte Unwahrheiten, oder?</div><div><br></div><div>Ja, aber die Menschen wussten es damals eben nicht besser. Sie meinten wirklich, die Erde sei eine Scheibe ...</div><div><br></div><div>Okay, okay, bleib cool, ich weiß ja, was du meinst ... Streichle erstmal in Ruhe die Katze.</div><div><br></div><div>Was kann man der Bibel dann überhaupt noch glauben?</div><div><br></div><div>Also, zuerst sollten wir uns mal klarmachen, dass die Bibel kein naturwissenschaftliches Buch ist. Sie will uns nicht erklären, wie das Universum aufgebaut ist oder welche Arten von Tieren es gibt.</div><div><br></div><div>In der Bibel geht es einzig und allein darum, dass Gott bezeugt wird. Natürlich hatten die Menschen, die die biblischen Texte schrieben, ein anderes Weltbild als wir. Und das merkt man halt an manchen Bibelstellen ...</div><div><br></div><div>Also das kann nun wirklich niemand abstreiten.</div><div><br></div><div>Aber deshalb ist ja nicht die ganze Bibel falsch. Die Schöpfungsgeschichte meint doch, dass die Erde und das ganze Universum von Gott erschaffen sind. Ob die Welt nun eine Scheibe oder eine Kugel ist, ist dabei nebensächlich.</div><div><br></div><div>Ist das echt nebensächlich?</div><div><br></div><div>Naja, für die Naturwissenschaften natürlich nicht. Aber in der Bibel geht es eben nicht um Naturwissenschaft, sondern um Gott.</div><div><br></div><div>Und was ist mit diesen komischen Vorschriften, welche Tiere man essen darf und welche nicht?</div><div><br></div><div>Solche Verbote gab es damals in vielen Völkern und Religionen. Von denen wollte sich Israel mit seinem Glauben aber unterscheiden. Darum hatten die „Speisevorschriften" auch damit zu tun, dass man sich von anderen Völkern und Religionen abgrenzen wollte.</div><div><br></div><div>So ähnlich ist es bei uns ja auch mit den Nationalflaggen oder Nationalhymnen. Darin unterscheiden sich die Völker voneinander. Jedes Volk hat etwas, was seine Angehörigen miteinander vereint und von anderen unterscheidet.</div><div><br></div><div>Und was das Essen betrifft: Da haben ja bis heute die einzelnen Völker ihre Vorlieben und sind stolz auf ihre Nationalgerichte.</div><div><br></div><div>Und die verschiedenen Religionen haben bei uns auch ihre bestimmten Bräuche, die sie von anderen Religionen unterscheiden. Durch die religiösen Bräuche fühlen sich die Glaubenden miteinander verbunden.</div><div><br></div><div>Aber warum steht denn im Alten Testament, dass <span class="fs14lh1-5"><b>Gott </b></span>diese Speisevorschriften erlassen hat?</div><div><br></div><div>Das ist eine gute Frage. Man könnte ja meinen, dass das Vorschriften sind, die die <span class="fs14lh1-5"><b>Menschen </b></span>sich überlegt haben. Und dann haben die Menschen sich eingebildet, dass die Vorschriften eigentlich von Gott kommen – obwohl sie in Wirklichkeit von den Menschen kommen.</div><div><br></div><div>Ja, man kann sich das so vorstellen. Und vielleicht ist das ja auch nicht falsch. Aber vielleicht hat Gott ja auch viel Verständnis für diese Versuche der Israeliten gehabt, sich von anderen Völkern zu unterscheiden, und darum hat er dem Volk Israel diese Speisevorschriften gegeben ...</div><div><br></div><div>Jedenfalls haben die Israeliten es damals so verstanden, dass ihre Speisevorschriften eine Gabe Gottes waren.</div><div><br></div><div>Ob das wirklich so war – wer will das entscheiden? Es stehen ja in der Bibel auch manchmal ganz weltliche Sachen, die man nicht gleich mit Gottes Wort gleichsetzen muss ...</div><div><br></div><div>Also nicht jedes einzelne Wort in der Bibel ist Gottes Wort?</div><div><br></div><div>Ja und Nein. Jedenfalls ist nicht jedes Wort und jeder Buchstabe von Gott persönlich gesprochen.</div><div><br></div><div>Aua, jetzt krieg ich aber Haue von allen, für die die Bibel Gottes Wort ist.</div><div><br></div><div>Also für mich ist sie auch Gottes Wort. Aber nicht so, dass Gott die Worte der Bibel alle ausgesprochen oder aufgeschrieben hat. Und ich glaube auch nicht, dass er sie jemandem diktierte, der sie dann Wort für Wort mitgeschrieben hat.</div><div><br></div><div>Wir kommen aber heute echt vom Hölzchen aufs Stöckchen. Jetzt müssen wir darüber reden, was eigentlich Gottes Wort ist.</div><div><br></div><div>Für mich ist Gottes Wort in erster Linie Jesus Christus. Wobei man „Wort" jetzt nicht wörtlich nehmen darf. Jesus war ja ein Mensch und kein Wort. Dass Jesus Gottes Wort war, heißt: In Jesus hat Gott zu uns gesprochen. „Das Wort wurde Fleisch", steht im Johannesevangelium (Joh 1,14). Das bedeutet: Gott hat uns in dem Menschen Jesus mitgeteilt, wer er ist und was er will.</div><div><br></div><div>Also geht es bei Gottes Wort gar nicht nur um Wörter?</div><div><br></div><div>Genau! Weil Gottes erstes Wort ein <span class="fs14lh1-5"><b>Mensch </b></span>ist, kann es sich bei Gottes Wort gar nicht immer um gesprochene oder geschriebene Wörter handeln. Sondern es handelt sich darum, dass Gott sich uns kundtut, dass er mit uns kommuniziert. Und das kann er auf ganz unterschiedliche Weise tun.</div><div><br></div><div>Vor allem anderen hat Gott sich uns in Jesus Christus kundgetan. In ihm war Gott vollständig und in vollkommener Weise unter uns. Also wenn wir wissen wollen, wie Gott ist und was das für uns bedeutet, dann müssen wir uns als erstes Jesus Christus ansehen. Darüber haben wir ja <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-sache-mit-jesus" class="imCssLink">schon mal gesprochen</a></span>.</div><div><br></div><div>Aber Gott hat sich nicht nur in dem Menschen Jesus Christus kundgetan. Er kann auch in die Gedanken und Gefühle anderer Menschen eingehen. Bildlich gesprochen: Gott kann in die Herzen von Menschen kommen und sich auf diese Weise ihnen einprägen.</div><div><br></div><div>Und was hat das jetzt mit der Bibel zu tun?</div><div><br></div><div>Naja, Gott hat sich auch den Verfassern der biblischen Schriften kundgetan. Und die haben dann angefangen, das, was sie glaubten, aufzuschreiben. Aber wie das bei Menschen so ist – da kam dann beim Aufschreiben hier und da auch etwas Menschliches mit rein.</div><div><br></div><div>Aber viele Christinnen und Christen glauben, Gott habe den Leuten, die die Bibel schrieben, diktiert, was sie aufschreiben sollten.</div><div><br></div><div>Ja, ich weiß, dass das viele glauben. Sie berufen sich dabei auf den zweiten Timotheus-Brief Kapitel 3 Vers 16. Da steht wörtlich: „Jede geistgehauchte Schrift ist auch nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Besserung, zur Erziehung in Gerechtigkeit."</div><div><br></div><div>Hä? Versteh ich nicht.</div><div><br></div><div>Klingt kompliziert, nicht? Mit „geistgehaucht" ist Gottes Geist gemeint. Das Wort „Geist" heißt im Griechischen zugleich „Wind". Gottes Geist weht also wie ein Wind und kann Menschen anhauchen und dadurch prägen und verändern.</div><div><br></div><div>Eigentlich ein schönes Bild: Gott kommt nicht mit dem Holzhammer zu uns, um uns etwas einzuhämmern. Sondern er kommt wie ein belebender, sanfter, frischer Wind und weckt Leben in uns.</div><div><br></div><div>Das erinnert mich gerade an einen schönen Sommertag, an dem ich in der brennenden Sonne saß und plötzlich ein erfrischender, kühlender Wind die Haut streifte. Das war wie ein sanftes Streicheln.</div><div><br></div><div>Gutes Beispiel! Gott streichelt uns sozusagen, wenn er uns seinen Geist gibt.</div><div><br></div><div>Aber was ist eine „geistgehauchte Schrift"?</div><div><br></div><div>Ich verstehe das so: Es gibt Schriften, also Texte und Bücher, aus denen weht uns Gottes Geist entgegen, durch die spricht also Gott zu uns. Und das gilt nun vor allem von den biblischen Schriften im Alten und Neuen Testament. Durch diese Schriften spricht Gottes Geist, und wenn wir uns ihnen öffnen, kann Gottes Geist auch in unser Herz kommen.</div><div><br></div><div>Darum übersetzt die <span class="fs14lh1-5"><i>BasisBibel</i></span> den Vers aus dem Timotheus-Brief so: „Dazu ist jede Schrift nützlich, die sich dem Wirken von Gottes Geist verdankt. Sie hilft, recht zu lehren, die Irrenden zurechtzuweisen und zu bessern. Und sie trägt dazu bei, die Menschen zur Gerechtigkeit zu erziehen." Das kann man verstehen, oder?</div><div><br></div><div>Also davon, dass Gott etwas Wort für Wort diktiert hat, ist da ja überhaupt nicht die Rede!</div><div><br></div><div>Stimmt! Da steht nur: Gottes Geist kann durch Schriften wirken. Und das gilt vor allem von den biblischen Schriften.</div><div><br></div><div>Dann spricht Gott zu uns also zuerst durch Jesus Christus und dann auch durch die biblischen Schriften?</div><div><br></div><div>Ja. Und er kann natürlich auch durch andere Menschen zu uns sprechen.</div><div><br></div><div>Zum Beispiel durch einen guten Freund, einen Angehörigen, einen glaubenden Menschen ...</div><div><br></div><div>... oder durch ein Buch, das ein glaubender Mensch geschrieben hat.</div><div><br></div><div>Genau! Aber die Reihenfolge ist wichtig: <span class="fs14lh1-5"><b>Zuerst </b></span>spricht <span class="fs14lh1-5">Gott </span>durch Jesus Christus. An ihm ist alles zu messen, was wir sonst noch von Gott hören. <span class="fs14lh1-5"><b>Als Zweites</b></span> spricht Gott durch die biblischen Schriften. Darum sollen wir sie fleißig lesen. Und <span class="fs14lh1-5"><b>als Drittes</b></span> spricht Gott durch andere Menschen zu uns. Darum sollen wir dorthin gehen, wo glaubende Menschen sind und mit ihnen über Gott reden und ihnen zuhören. Aber auch aus christlichen Büchern können wir etwas lernen.</div><div><br></div><div>Da wird aber auch viel Unsinn geschrieben in manchen christlichen Büchern. Und christliche Menschen reden manchmal auch ziemlichen Quatsch, oder?</div><div><br></div><div>Das kann man wohl sagen!</div><div><br></div><div>Aber wie soll man sich denn dann zurechtfinden? Wer sagt mir denn, was richtig ist und was falsch ist?</div><div><br></div><div>Es ist gar nicht so leicht, das herauszufinden. Es gibt nur einen Weg: Du musst dir dein eigenes Bild machen. Du kannst dich vor allem fragen: Passt das zu Jesus Christus und zu dem, was in der Bibel steht? Und wenn du dann noch unsicher bist, kannst du mit anderen Christinnen und Christen darüber sprechen.</div><div><br></div><div>Aber wir hatten doch vorhin schon festgestellt, dass in die Bibel auch manches Menschliche hineingeraten ist, das nicht so ganz richtig ist.</div><div><br></div><div>Ja, aber wir haben auch gesagt, dass Gottes Geist durch die Bibel zu uns angeweht kommt. Wenn wir also die <span class="fs14lh1-5"><b>ganze </b></span>Bibel betrachten, also alles, was in der Bibel geschrieben steht – dann können wir davon ausgehen, dass die Gesamtheit der Bibel keinen Unsinn über Gott verbreitet. Sonst könnte Gott ja nicht durch sie zu uns sprechen.</div><div><br></div><div>Wir können also glauben, dass das, was in der Bibel steht, von einigen Ausnahmen abgesehen, wahr ist?</div><div><br></div><div>Ja, so kann man es ausdrücken. Und ob etwas wahr ist, findet man leicht heraus, wenn man die betreffende Bibelstelle mit anderen Bibelstellen vergleicht. Dann merkt man, dass die Mehrzahl der Stellen und die besonders wichtigen Stellen uns zeigen, was wahr ist und was nicht.</div><div><br></div><div>Ja sind denn nicht alle Stellen in der Bibel wichtig?</div><div><br></div><div>Also da gibt es schon Unterschiede. Was zum Beispiel die Propheten über einen gottgefälligen Lebenswandel sagen, ist bestimmt wichtiger für uns als die Speisevorschriften.</div><div><br></div><div>O Mann, da muss man sich aber ganz schön gut auskennen in der Bibel, um rauszukriegen, was wirklich wichtig ist und was wahr ist.</div><div><br></div><div>Das kann nicht schaden, sich in der Bibel auszukennen. Sie sollte jedenfalls nicht nur im Schrank stehen oder in der Schublade liegen.</div><div><br></div><div>Man muss ja auch nicht alles sofort wissen. Man lernt ja im Laufe der Jahre langsam, was im Glauben wahr oder falsch ist, oder?</div><div><br></div><div>Ja klar, und das Bibellesen hilft dabei und auch das Reden mit anderen Christinnen und Christen oder das Hören von Predigten oder das Lesen anderer christlicher Bücher.</div><div><br></div><div>Aber – ich hab da noch eine Frage ...</div><div><br></div><div>Ja dann raus damit!</div><div><br></div><div>Also, es sind eigentlich sogar mehrere Fragen. Zum einen steht da im Alten Testament so viel Grausames – dass Gott mit Israel zusammen ganz grausame Kriege geführt hat, zum Beispiel. Und ein anderes Problem ist, dass die 10 Gebote zweimal in der Bibel stehen, aber nicht ganz übereinstimmen. Und auch im Neuen Testament stimmt vieles nicht überein, was Jesus gesagt haben soll. Die einzelnen Evangelien unterscheiden sich da manchmal ziemlich stark. Und manchmal scheinen sich die einzelnen biblischen Schriften auch zu widersprechen.</div><div><br></div><div>Also ehrlich, soll das alles Gottes Wort sein??</div><div><br></div><div>Oje, mir wird ganz schwindelig bei so vielen Fragen. Da muss ich erstmal einen Moment die Katze kraulen.</div><div><br></div><div>Das sind echt keine einfachen Fragen. Man müsste jetzt wirklich die einzelnen Bibeltexte genau auslegen. Aber das können wir jetzt natürlich nicht.</div><div><br></div><div>Ich würde mit den Kriegstexten des Alten Testaments so umgehen, dass ich die zu den Texten zähle, in denen es etwas menschelt in der Bibel.</div><div><br></div><div>Also hat Gott gar keine Kriege befohlen?</div><div><br></div><div>Ich glaube nicht, dass Gott Kriege will. Übrigens geht die historische Forschung am Alten Testament davon aus, dass die Kriege, mit denen Israel das Land Kanaan erobert haben soll, gar nicht stattgefunden haben. Die Israeliten sind vielmehr friedlich in das Land hineingezogen und haben sich dort angesiedelt – sagen die Historiker.</div><div><br></div><div>Aber warum wurde dann das mit den Kriegen aufgeschrieben?</div><div><br></div><div>Vielleicht weil die Israeliten sich zwischen all den mächtigen Nachbarvölkern auch ein wenig großtun wollten und die Macht ihres Gottes beweisen. Säbelrasseln war offenbar schon damals angesagt.</div><div><br></div><div>Da menschelt es aber ziemlich stark.</div><div><br></div><div>Das stimmt. Aber wir müssen diese Texte wieder an Jesus Christus und dem gesamten Zeugnis der Bibel messen. Und einen Jesus, der in den Krieg zieht, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Die Bibel sieht Kriege oft auch ziemlich kritisch.</div><div><br></div><div>Aber nicht immer. Der König David war ja in der Hinsicht auch nicht gerade zimperlich.</div><div><br></div><div>Stimmt! Jedenfalls können wir aber, glaube ich, jede Brutalität und jede Verherrlichung des Krieges als unchristlich ansehen.</div><div><br></div><div>Und was machen wir mit den Widersprüchen, die es in der Bibel gibt?</div><div><br></div><div>Also, wenn es um historische Widersprüche geht, würde ich die nicht so ernst nehmen. Was Jesus in welcher Situation genau gesagt hat und an welchem Tag er gekreuzigt wurde, das ist wirklich nebensächlich. Wichtig sind doch die Inhalte.</div><div><br></div><div>Wichtig ist also, was die Verfasser der biblischen Schriften verkündigen wollten. Sie waren keine Historiker, sondern Verkünder. Darum kam es ihnen nicht so genau darauf an, ob sich das alles historisch genau so zugetragen hat, wie sie es schildern.</div><div><br></div><div>Man könnte auch sagen: Es geht in der Bibel nicht so sehr um den einzelnen Buchstaben, sondern um den Geist dessen, was dort geschrieben steht.</div><div><br></div><div>Natürlich muss man, um den Geist zu ergründen, auch jeden einzelnen Buchstaben ernst nehmen. Aber man darf nicht beim Buchstaben hängen bleiben, denn dann verliert man den Geist.</div><div><br></div><div>O Mann, jetzt wird's auch noch philosophisch. Darüber muss ich erstmal länger nachdenken.</div><div><br></div><div>Das gilt übrigens auch für die 10 Gebote: Da kommt es nicht auf jedes Wort an, sondern auf die wichtigen Aussagen. Und die stimmen überein an den zwei Stellen, wo die 10 Gebote stehen.</div><div><br></div><div>Aber ich glaube auch, wir haben heute lange genug diskutiert.</div><div><br></div><div>Jetzt kraule ich erstmal wieder die Katze. Sie hat so ein schönes weiches Fell.</div><div><br></div><div>Ja, aber das Fell macht noch nicht die Katze.</div><div><br></div><div>Was soll das denn nun wieder heißen?</div><div><br></div><div>Naja, wenn du nur das Fell hättest, wäre das vielleicht schön anzufassen, aber es wäre noch längst keine Katze. Zur Katze gehört viel mehr als nur das Fell.</div><div><br></div><div>Ja klar, zum Beispiel dass sie so schön schnurrt und sich räkelt wie jetzt gerade.</div><div><br></div><div>Genau! Das Fell ist nur das Äußerliche, die Oberfläche sozusagen. Aber die Katze ist nochmal etwas ganz anderes.</div><div><br></div><div>Und doch gibt es die Katze nicht ohne das Fell.</div><div><br></div><div>Ich ahne, was du damit sagen willst ...</div><div><br></div><div>Genauso ist es mit ...</div><div><br></div><div>... der Bibel. Die Buchstaben sind nur das Äußerliche, die Oberfläche. Aber der Geist oder das Wort Gottes sind nochmal etwas anderes.</div><div><br></div><div>Und wenn man immer nur die Buchstaben liest, bleibt man an der Oberfläche hängen. Man muss auch das Wort Gottes hören, das mehr ist als die Buchstaben.</div><div><br></div><div>Es gibt also das Wort Gottes nicht ohne die Buchstaben – so wie die Katze nicht ohne Fell.</div><div><br></div><div>Aber andererseits kommt Gottes Wort auch nicht ohne die Buchstaben zu uns – so wie das Fell nicht ohne die Katze angelaufen kommt.</div><div><br></div><div>Das wäre ja auch echt komisch – ein laufendes Fell. Aber komisch wäre eben auch Gottes Wort ohne Buchstaben. Beides ist nicht identisch, aber es gehört zusammen. Und die Kunst ist es, dass wir in den Buchstaben das Wort Gottes entdecken und im Wort Gottes die Buchstaben ernst nehmen.</div><div><br></div><div>So, jetzt muss ich aber Schluss machen, sonst krieg ich noch 'nen Schwindelanfall.</div><div><br></div><div>Kommst du denn noch gut nach Hause?</div><div><br></div><div>Ich denke schon. Es dreht sich zwar etwas im Kopf, aber das macht nichts – so hab ich wenigstens wieder was zum Nachdenken. Und ich bin gespannt, welches Wort Gottes ich als Nächstes in den Buchstaben der Bibel entdecke.</div><div><br></div><div>Ich auch. Ich entdecke da übrigens immer wieder etwas Neues.</div><div><br></div><div>Na dann viel Spaß beim Lesen!</div><div><br></div><div>Danke, und bis zum nächsten Mal. Tschüß!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 25 Sep 2021 07:52:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Väterliche Lehre]]></title>
			<author><![CDATA[Hans-Jürgen Caspar]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000C7"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Väterliche Lehre</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="http://www.hjcaspar.de/hpxp/gldateien/glauben.php" target="_blank" class="imCssLink">Hans-Jürgen Caspar</a></span> | 23/09/2021</span></div><div><br></div><div>Wegen unseres defekten Staubsaugers besuchte mich ein Mitarbeiter der Herstellerfirma. Er kommt aus der Türkei, lebt mit seiner Frau und drei Kindern seit zehn Jahren in Deutschland und ist gläubiger Muslim. Wir sprachen nicht nur über den Staubsauger, sondern auch ein wenig über unsere beiden Länder und kamen dabei auch auf den Glauben. Dabei erzählte er:</div><div><br></div><div>Seine neunjährige Tochter hatte ihn gefragt: "Papa, muss ich beten?" Er antwortete ihr nicht direkt, sondern mit einer Gegenfrage: "Was tust du, wenn ich dir ein Stück Schokolade schenke?" Die Tochter: "Ich sag' danke!" Der Vater: "Nun atme einmal ganz tief ein und aus! Und nochmal, ganz tief, zwei-, dreimal hinterher." Das Mädchen atmet ein und aus, wie der Vater es sagt. "Und nun bewege deine Arme weit und langsam. Schau' auf deine Hände und bewege sie!" Das Kind folgt, und der Vater sagt weiter: "Spürst du das? Merkst du, wie wunderbar es ist, dass du atmen kannst, dass du dich bewegen kannst, dass du sehen kannst, dass du Hände hast?" "Ja," sagt das Mädchen und weiß nicht recht, warum der Vater das alles fragt. Er fährt fort: "Für ein kleines Stück Schokolade bedankst du dich. Aber dankst du auch Gott für das, was wir gerade festgestellt haben und noch vieles andere?" Mehr braucht er nicht zu sagen. Die kleine Tochter liebt ihren Vater und versteht, was er meint: Es ist gut zu beten, nicht nur, weil man muss und es sich so gehört. Als der Mann gegangen war, dachte ich, wie viele Kinder unter denen bei uns, die sich Christen nennen, mit neun wohl noch beten, solche Fragen stellen und Antworten erhalten.</div><div><br></div><div>(Anmerkung: Bei seiner Erzählung sagte mein neuer Bekannter auf deutsch, wie wir es tun, Gott, doch in seinem Herzen Allah. Keiner fing damit an, die Unterschiede zwischen Christentum und Islam zur Sprache zu bringen; dafür war die Zeit zu kurz. Beide kennen wir in groben Zügen den Glauben des anderen – und hängen an unserem eigenen ...)</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="http://www.hjcaspar.de/hpxp/gldateien/glauben.php" target="_blank" class="imCssLink">Hans-Jürgen Caspar</a></span>.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 23 Sep 2021 07:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Glaube und das Weltliche]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000C6"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Glaube und das Weltliche</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/09/2021</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Viele leben ganz anders. Ich habe euch schon oft vor ihnen gewarnt, und auch jetzt kann ich nur unter Tränen schreiben: Sie sind Feinde des Kreuzes von Christus. Am Ende erwartet sie das Verderben! Ihr Bauch ist ihr Gott. Und was eigentlich Schande ist, darauf gründen sie ihr Ansehen. Sie streben nur nach weltlichen Dingen. Wir dagegen haben schon jetzt Bürgerrecht im Himmel. Von dort erwarten wir auch den Retter, den Herrn Jesus Christus!</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Philipper 3,18-20; Übersetzung: BasisBibel)</span></i></div><div><br></div><div>Merkwürdig ...</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen ist doch eigentlich klar, dass wir auf unserer schönen Erde nur zu Gast sind. Dass unser Leben hier nur eine Art Vorspiel zum echten Leben ist. Dass die vollkommene Lebensfülle noch kommt und wir deshalb nicht nach weltlichen Gütern zu streben brauchen. Ja, dass wir unser Herz an nichts Weltliches hängen sollen, sondern alles Weltliche loslassen.</div><div><br></div><div>Eigentlich habe ich Christinnen und Christen immer so reden hören.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Viele leben ganz anders.</span></i></span></div><div><br></div><div>Was? Kann das sein?</div><div><br></div><div>Sehen wir uns einmal um: Es fällt schon auf, dass es vielen Christinnen und Christen offensichtlich recht schwer fällt, ja es ihnen geradezu unmöglich zu sein scheint, das Weltliche loszulassen. Sie pflegen gern und intensiv ihren weltlichen Wohlstands-Lebensstil.</div><div><br></div><div>Nun muss ich mich aber auch an meine eigene Nase fassen: Ich habe auch diesen Lebensstil gepflegt. Ohne länger nachzudenken. Ohne mir die Schattenseiten dieses Lebensstils bewusst zu machen. Es war ja so schön ...</div><div><br></div><div>Aber es hat sich etwas verändert.</div><div><br></div><div>Wir haben die Erde mit unserem Lebensstil geschlagen – nun schlägt sie zurück. Was wir taten, kommt zurück „auf unser Haupt". Diese Formulierung gibt es mehrmals in der Bibel (z.B. 2Sam 3,29; Apg 18,6). Eine andere Formulierung für dieselbe Sache ist: „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" (Spr 26,27). Das Unrecht fällt auf den Unrechtstäter zurück.</div><div><br></div><div>Und Gott lässt es zu, dass das geschieht. Ob er uns damit etwas klarmachen will?</div><div><br></div><div>Es könnte doch sein ... es könnte sein, dass wir endlich erkennen sollen, was die Stunde geschlagen hat. Dass wir erkennen sollen, dass wir so nicht weiterleben können. Dass wir unseren Lebensstil radikal – ja radikal! – ändern müssen.</div><div><br></div><div>Einige Christinnen und Christen haben es schon gemerkt. Einige reden sogar schon seit Jahren davon. Aber – o Schreck – nur einige! Die Mehrzahl der Glaubenden, so scheint es, kann sich so gar nicht damit anfreunden, etwas von ihrem weltlichen Standard – loszulassen!</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie streben nur nach weltlichen Dingen.</span></i></span></div><div><br></div><div>Aua! So ein Satz tut weh! – Gehöre ich etwa auch zu denen, die zwar theoretisch wissen, dass das Weltliche nicht das Wesentliche ist, die aber in der Praxis so handeln, als sei das Weltliche doch das Wesentliche?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr Bauch ist ihr Gott.</span></i></span></div><div><br></div><div>Mensch, willst du mich fertig machen?</div><div><br></div><div>Das geht echt an die Schmerzgrenze: Könnte es sein, dass all das Gerede vom „Gast auf Erden" gar nicht so ernst gemeint war? Dass der Glaube an das ewige Leben zwar ein schöner Gedanke war, mehr aber auch nicht? Könnte es sein, dass ich so lebe, als gäbe es dieses ewige Leben gar nicht und als müsste ich deshalb alles Glück und Wohlbefinden schon jetzt erleben? Könnte es sein, dass mein Glaube gar kein echter Glaube ...</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Am Ende erwartet sie das Verderben!</i></span></div><div><br></div><div>Jetzt reicht's aber! Keiner kann über den anderen urteilen.</div><div><br></div><div>Andererseits: Vielleicht hat ja das Verderben wirklich schon begonnen ...</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wir dagegen haben schon jetzt Bürgerrecht im Himmel.</i></span></div><div><br></div><div>Ah, das klingt schon besser! Man kann auch von Heimat sprechen: Unsere Heimat ist im Himmel. Der echte Wohlstand wartet im Himmel auf uns. Darum können wir jetzt getrost ein Stück vom irdischen Wohlstand loslassen.</div><div><br></div><div>Können wir? Wollen wir?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Von dort erwarten wir auch den Retter, den Herrn Jesus Christus!</i></span></div><div><br></div><div>Ja, jetzt fühle ich mich wieder wohl bei solch bekannten Worten. Ich erwarte auch den Retter!</div><div><br></div><div>Aber was erwartet der Retter von mir?</div><div><br></div><div>Nun hör aber auf! Musste das jetzt wieder sein?</div><div><br></div><div>Ich könnte mir vorstellen, dass er eine radikale Lebensänderung von mir erwartet. Er kennt nämlich keine halben Sachen. Der Glaube an Gott kennt überhaupt keine halben Sachen. Da geht es immer ums Ganze. Auch ums ganze Loslassen.</div><div><br></div><div>Du machst mich fertig!</div><div><br></div><div>Gerade jetzt, wo die Erde zurückschlägt. Und wo Gott uns doch vielleicht etwas damit sagen will – oder uns schon ins Ohr schreit! Sind wir taub?</div><div><br></div><div>Jetzt hilft nur noch eins: So glauben, dass es uns innerste Gewissheit wird, dass dieses Leben nicht das letzte ist. So glauben, dass wir unser Herz nicht mehr an unseren Wohlstands-Standard hängen müssen. So glauben, dass wir unseren Lebensstil radikal ändern – ohne Angst, dabei etwas zu verlieren. So glauben, dass wir fröhlich und frei das Schlechte loslassen und nicht mehr ...</div><div><br></div><div>Was denn nicht mehr?</div><div><br></div><div>Also, das musst du dir nun selbst beantworten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 21 Sep 2021 07:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Naivität des Glaubens]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000C3"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Naivität des Glaubens</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/09/2021</span></div><div><br></div><div>Ein Freund von mir pendelt seit Jahren zwischen Deutschland und Kenia hin und her. Er hat in Kenia eine einheimische Lebensgefährtin, die zutiefst gläubig ist. Ihr Glaube drückt sich in Äußerungen wie diesen aus: „Jesus wird es schon machen." „Ich habe das Problem an Gott abgegeben." „Wenn ich sterben soll, dann sterbe ich eben." „Warum denkst du daran, was in drei Tagen ist? Mach dir keine Sorgen!"</div><div><br></div><div>Uns aufgeklärten Westeuropäern mag das naiv vorkommen. Wir sind es gewohnt, Probleme anzupacken, um sie zu lösen, und zwar selbstständig. Wenn wir selber nicht weiter wissen, fragen wir einen Experten. Wir sind es auch gewohnt, die Zukunft zu planen, um sie nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Insofern treffen wir Vorsorge. Und schließlich haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, den Tod so weit wie möglich in die Zukunft zu verschieben. Nur wenn es gar nicht anders geht, lassen wir ihn an uns heran. Zur Beerdigung muss man wohl oder übel gehen. Man lässt sie aber auch gern möglichst schnell wieder hinter sich.</div><div><br></div><div>In Kenia ist das anders. Dort ist der Tod eine tägliche Realität. Sieben Geschwister der Lebensgefährtin meines Freundes – nennen wir sie Ruth – sind im jungen Alter an heilbaren Krankheiten gestorben, zum Teil an Malaria. Es fehlte ihnen das Geld für ein schützendes Moskitonetz und für die heilenden Malariatabletten. Der frühe Tod ist ein Phänomen der Armut. Für die Armen ist er allgegenwärtig und lässt sich nicht verdrängen.</div><div><br></div><div>Was setzt man dem Tod entgegen? Was den Problemen, die man nicht lösen kann? Was der Ungewissheit, wenn man nicht weiß, wovon man morgen leben soll? Man setzt all dem einen naiven Glauben entgegen, der Gott vertraut, alles in seine Hände legt und dem immer möglichen Tod mit dem Gleichmut der Hoffnung entgegensieht.</div><div><br></div><div>Der Mensch braucht Gott, könnte man nun sagen. Und weil er Gott braucht, zimmert er sich einen, der Hilfe gewährt, sagte der Philosoph Ludwig Feuerbach (1804-1872). Wir Aufgeklärte zimmern uns keine Gottesstatuen, sondern ein Gottesbild im Kopf. So kommen wir leichter mit unseren Problemen und mit dem Tod zurecht.</div><div><br></div><div>Unser Bedürfnis nach einem helfenden Gott mag ja ein Grund dafür sein, dass es Religionen gibt, die einen helfenden Gott verehren. Es ist aber kein Beweis dafür, dass es einen solchen Gott <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>gibt. Auch wenn wir uns nach einem helfenden Gott sehnen, heißt das nicht, dass es diesen Gott nicht geben kann.</div><div><br></div><div>Übrigens sagt schon das zweite Gebot (nach reformierter Zählung), dass wir uns kein Bild von Gott machen sollen, unsere Vorstellung von Gott also nicht nach unseren Wünschen und Vorstellungen formen sollen (2Mo/Ex 20,4-6; 5Mo/Dtn 5,8-10). Gott begegnet uns vielmehr immer wieder neu und auch anders, als wir es erwarten. Darum ist es unangemessen, ihn auf ein bestimmtes Gottesbild zu fixieren. Er ist auch – der uns Fremde.</div><div><br></div><div>Insofern ist die Bibel selbst religionskritisch. Die Theologie ist es inzwischen auch. Sie entwickelte ihre eigene Religionskritik. Diese hält fest, dass unsere Gottesbilder allesamt an dem lebendigen Gott zerbrechen. Gott ist immer auch der fremde Gott, der sich den Vorstellungen, die wir uns von ihm machen, entzieht. Das macht die Theologie zwar nicht sprachlos, aber bescheiden.</div><div><br></div><div>Doch ist die Theologie, ist der christliche Glaube nicht naiv, wenn er von einem Gott ausgeht, dem man bedingungslos vertrauen kann, der uns in unseren Problemen hilft und uns schließlich ein Leben nach dem Tod gewährt?</div><div><br></div><div>Aber was heißt eigentlich „naiv"? Das Duden Herkunftswörterbuch nennt für „naiv" die Bedeutungen „natürlich, unbefangen; kindlich; treuherzig, arglos; einfältig"*. Das Wort kommt aus dem Französischen und bezeichnet nach Grimms Wörterbuch aus den Jahren 1852-1961 eine natürliche Einfachheit, ein ungezwungenes Wesen, eine Offenheit. Immanuel Kant (1724-1804) verwendet das Wort „Naivität" im Sinne einer ursprünglichen und natürlichen Aufrichtigkeit im Gegensatz zu jeder Verstellungskunst**.</div><div><br></div><div>Das Wort hat also nicht nur die negative Bedeutung, in der es heute oft verwendet wird: Demnach ist ein naiver Mensch eine einfältige, etwas dümmliche, leichtgläubige Person, die einen Sachverhalt nicht angemessen beurteilen kann. Das Wort kann in seiner positiven Bedeutung auch einen unbefangenen, unverstellten und offenen Menschen beschreiben, einen Menschen, der sich etwas davon bewahrt hat, was wir oft als kindliche Natürlichkeit bewundern. Immehin sprechen wir bis heute auch von naiver Malerei.</div><div><br></div><div>Ein naiver Glaube wäre dann ein Glaube, der sich eine gewisse Unbefangenheit bewahrt hat, die frei ist von allzu vielen kritischen Überlegungen und verstandesmäßigen Zweifeln. Der naiv glaubende Mensch würde dann, ähnlich wie ein Kind, den Aussagen des Glaubens offen, aufnahmebereit, unverstellt und in diesem Sinne natürlich begegnen – frei von vorausgesetzten Bedenken, Anfragen und Vorbehalten.</div><div><br></div><div>Das kritische Denken und Fragen will ich damit gar nicht verurteilen. Wir kommen von ihm in unserer westlichen Welt auch nicht los. Wir sind von klein auf in der Schule dazu erzogen worden. Es hat auch durchaus sein Recht. Es hat aber auch seine Schattenseiten. Vielleicht ergriff Jesus deshalb Partei für die Kinder, als seine Jünger diesen den Segen Jesu verwehrten: „Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird gewiss nicht hineinkommen" (Mk 10,15).</div><div><br></div><div>Damit ist kein Ausschluss aus dem Himmel gemeint; denn „alles ist möglich bei Gott" (Mk 10,27). Gemeint ist vielmehr, dass wir es uns selbst schwer machen, die Geborgenheit bei Gott schon jetzt zu erfahren, wenn wir uns die Naivität des Glaubens nicht gestatten. Den Segen Gottes spüren nur diejenigen, die sich kindlich auf ihn einlassen (Mk 10,16).</div><div><br></div><div>Diese Naivität des Glaubens schließt ein kritisches Denken nicht aus. Es schließt aber aus, das kritische Denken derart wichtig zu nehmen, dass es ein aufnahmebereites Vertrauen behindert oder gar verhindert. Das würde einem Menschen gleichen, der keinem anderen mehr vertrauen kann, weil er prinzipiell allen Menschen mit Vorbehalten und Misstrauen begegnet.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube kann also durchaus naiv im positiven Sinne des Wortes sein, ohne sich einer kritiklosen Leichtgläubigkeit hinzugeben. Andererseits kann jemand, der meint, alle Probleme selbst lösen zu können, seine Zukunft im Griff zu haben und der den Tod konsequent verdrängt, naiv im negativen Sinn des Wortes sein: unrealistisch, leichtgläubig, was seine eigenen Fähigkeiten anlangt und unreflektiert, was seine Grenzen betrifft.</div><div><br></div><div>Es wird für uns Westeuropäer schwer sein, einen Glauben wie Ruth aus Kenia anzunehmen. Wir müssen es auch nicht. Wir sollten aber vielleicht versuchen, einer gewissen Naivität im Glauben nicht im Wege zu stehen. Und vielleicht geht es im Glauben auch nicht ganz ohne sie.</div><div><br></div><div>Übrigens erkrankte auch der einzige Sohn von Ruth an Malaria. Er kam nach Hause, und ein heftiger Fieberanfall erfasste ihn ganz plötzlich. Er zitterte am ganzen Leib. Ruth war klar, dass es die Malaria war. Sie legte ihren Sohn auf ein Bett und begann sofort, laut zu beten und zu flehen: „Willst du mir meinen einzigen Sohn nehmen?" Zwei Frauen aus der Nachbarschaft, die das mitbekommen hatten, kamen hinzu und beteten mit. Das dauerte etwa 15 Minuten. Dann hatte sich der Sohn beruhigt und konnte einschlafen. Einige Tage später war er genesen.</div><div><br></div><div>Das ist kein Beweis für die Existenz oder das Wirken Gottes. Aber es ist ein Beispiel des naiven Vertrauens, dass Gott helfen und heilen kann.</div><div><br></div><div>Ich wünsche uns allen ein bisschen von diesem naiven Vertrauen.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* &nbsp;&nbsp;Duden Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. 2. Aufl. Mannheim u.a. 1989. Seite 479.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">** Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im <span class="imUl"><a href="https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemma=Naivitaet#0" target="_blank" class="imCssLink">Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 17 Sep 2021 17:29:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Nine eleven]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000C2"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Nine eleven</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/09/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><div>Gestern jährten sich zum 20. Mal die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und andere amerikanische Einrichtungen. Die deutschen Medien berichten schon seit Tagen darüber. In New York fand eine große Gedenkfeier für die Verstorbenen statt.</div><div><br></div><div>Die Bilder des Anschlags auf das World Trade Center sind in das kollektive Gedächtnis der Welt eingegangen. Sie zeigen, wozu religiöse Verirrung und ideologischer Fanatismus fähig sind.</div></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Nach offiziellen Angaben starben durch die Anschläge, bei dem vier Flugzeuge entführt und zur Explosion gebracht wurden, 2.996 Menschen.</span> Die Zahl der Verletzten wird auf über 6.000 geschätzt (<span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschl%C3%A4ge_am_11._September_2001#Todesopfer_und_Verletzte" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>), nach anderen Angaben auf über 20.000.</div><div><br></div><div><div>Ich kann nur versuchen, Anteil zu nehmen am Tod der vielen Menschen und am Leid der Verletzten sowie ihrer Angehörigen. Gott segne sie alle.</div><div><br></div><div>Zugleich verurteile ich die Terroranschläge. Terror schafft keinen Frieden, sondern Tod, Leid und erneuten Unfrieden.</div></div><div><br></div><div>Dennoch gibt es für mich etwas Irritierendes.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Ich frage mich, warum niemand der verletzten und gestorbenen Zivilisten gedenkt, die durch den nachfolgenden sogenannten „Krieg gegen den Terror" zu beklagen waren. Müsste man ihrer nicht auch gedenken?</span><br></div><div><br></div><div>Ich spreche nicht von getöteten Terroristen, sondern von zivilen Opfern, zum Beispiel aus dem Irak-Krieg des Jahres 2003.</div><div><br></div><div>Die Zahl der getöteten Zivilisten wird von einer <span class="imUl"><a href="https://www.iraqbodycount.org/" target="_blank" class="imCssLink">US-amerikanischen und britischen Initiative</a></span> gegenwärtig mit 185.869 bis 209.012 angegeben. Die amerikanische Johns Hopkins Universität kommt auf bis zu 100.000 zusätzlich Gestorbene im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum vor Kriegsbeginn (<span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg#Get%C3%B6tete_Zivilisten" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>).</div><div><br></div><div>Der Krieg wurde mit einem angeblich bevorstehenden Angriff auf die USA mit Massenvernichtungswaffen begründet. Der amerikanische Außenminister Colin Powell führte im UN-Sicherheitsrat angebliche Beweise für biologische und chemische Waffen sowie für Bauteile atomarer Waffen des Irak vor. Solche Waffen wurden nie gefunden. Im Jahr 2005 bedauerte Powell seinen Auftritt im UN-Sicherheitsrat und bezeichnete ihn als „Schandfleck" in seiner Karriere.</div><div><br></div><div><div>Ich versuche, auch Anteil zu nehmen an den namenlosen Toten des Irakkriegs sowie am Leid der Verletzten und ihrer Angehörigen. Ich wünsche auch ihnen Gottes Segen und verurteile auch diesen Krieg.</div></div><div><br></div><div><div>Ebenso wäre der Opfer des Kriegs in Afghanistan-Kriegs zu gedenken, der ebenfalls als „Krieg gegen den Terror" gerechtfertigt wurde.</div></div><div><br></div><div><div>Ich glaube, dass Gott an der Seite aller Leidenden ist: an der Seite der Toten aus dem World Trade Center, der Flugzeugpassagiere, der Frauen und Männer, die ihre Partner, und der Kinder, die ihre Mütter und Väter verloren haben. Aber auch an der Seite der getöteten Kinder, Frauen und Männer im Irak und in Afghanistan sowie ihrer Familien, die mit Terror und Krieg nichts zu tun hatten. An der Seite all der Verletzten und Verstümmelten, die bis heute unter den Folgen der Anschläge und Kriege leiden.</div><div><br></div><div>Sicher hat jedes Volk das Recht und die Pflicht, zuerst mit den eigenen Volksangehörigen zu trauern. Ich hätte es jedoch für ein überzeugendes christliches Zeugnis gehalten, wenn in das Gedenken an die Terroropfer von New York auch die Kriegsopfer im Irak und in Afghanistan einbezogen worden wären. Denn vor Gott sind alle Menschen gleich und alle in gleicher Weise zu achten:</div></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Da tat Petrus den Mund auf und sagte: Gemäß der Wahrheit erkenne ich, dass Gott nicht die Person ansieht, sondern dass in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt, ihm willkommen ist.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Apg 10,34f)</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Juden und einem Griechen [man könnte heute ergänzen: zwischen einem christlichen und einem muslimischen, einem amerikanischen, irakischen und afghanischen Menschen]; denn einer und derselbe ist Herr über alle, der reich ist für alle, die ihn anrufen. Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Röm 10,12f)</span></i></span></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 12 Sep 2021 08:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wer kann von Gott reden?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000C1"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wer kann von Gott reden?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/09/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Gott zu verstehen ist wirklich kein Leichtes. Wir machen uns unsere Gedanken über ihn, lesen die Bibel, grübeln vielleicht sogar, und dennoch bleibt eine Unsicherheit, das Gefühl, es doch nicht wirklich und endgültig zu wissen, wer und was Gott eigentlich ist.</div><div><br></div><div>Es kann sein, dass manche dann resignieren und es ganz aufgeben, über Gott großartig nachzudenken. Warum soll ich mir die Mühe machen, wenn ich am Ende doch so dastehe, dass ich einsehen muss: Über Gott können wir eigentlich nichts wissen, jedenfalls nichts Sicheres.</div><div><br></div><div>Andere gehen vielleicht den entgegengesetzten Weg: Sie versuchen, sich noch mehr in die Bibel oder in christliche Schriften zu vertiefen, sie führen Gespräche mit anderen, sie machen sich ihre eigenen tiefen Gedanken. Aber werden sie ihrer Sache sicher? Wobei man bei Gott ja von einer „Sache" gar nicht reden kann. Wäre er eine Sache unter anderen, dann wäre es ja ein Leichtes, ihn zu erforschen und zu ergründen. Aber Gott ist eben alles andere als eine solche Sache. Und so steht nach allem Lesen, Reden und Nachdenken womöglich auch hier das Ergebnis: Wir können keine sicheren Aussagen über Gott machen.</div><div><br></div><div>Wie kommen wir aus diesem Dilemma heraus? Wenn es einen Gott gibt, der entscheidend für unser Leben ist, dann können wir doch darüber nicht schweigen, als gäbe es diesen Gott nicht. Dann müssen wir doch über ihn reden, uns austauschen, ihn bekennen und unser Wissen über ihn bereichern. Aber welchen Sinn hat das alles, wenn unser Wissen von ihm letztlich doch – verkehrt, unvollkommen, unsicher bleibt?</div><div><br></div><div>Dieses Dilemma wird von Christinnen und Christen wahrscheinlich empfunden, seit es sie gibt – mal mehr und mal weniger. Im 19. Jahrhundert fühlte sich der Mensch mit seiner Vernunfterkenntnis so sicher, dass er das Dilemma weniger stark empfand. Man meinte: Das humanistische, fortschrittliche Denken kann Gott doch ganz gut beschreiben. Und die entsprechende Ethik und Kultur stehen mit dem, was Gott will, in Einklang.</div><div><br></div><div>Das änderte sich schlagartig mit den Grauen des Ersten Weltkriegs. Vor aller Augen zerbrach die scheinbare Harmonie zwischen dem christlichen Denken und Handeln und dem, was Gott war und was er wollte. Der Krieg stellte die damals gängige christliche Theologie in Frage; denn in weiten Teilen von Kirche und Theologie wurde der Krieg nicht etwa kritisiert, sondern als unvermeidlich begrüßt.</div><div><br></div><div>Das führte zu einem grundlegenden Wandel der evangelischen Theologie nach dem Krieg. Am Ende meines <span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?immanuel-kant-ueber-vernunft-und-glaube--teil-2-" class="imCssLink">Überblicks über Immanuel Kants Philosophie</a></span> habe ich bereits auf diesen Wandel hingewiesen: Die sogenannte <span class="fs14lh1-5"><i>Liberale Theologie</i></span> des 19. Jahrhunderts wurde von der sogenannten <span class="fs14lh1-5"><i>Dialektischen Theologie</i></span> oder <span class="fs14lh1-5"><i>Wort-Gottes-Theologie</i></span> abgelöst. Dieser Wandel ist untrennbar mit dem reformierten Theologen Karl Barth (1886-1968) verbunden. Er betonte das oben beschriebene Dilemma in einer Radikalität, wie es zuvor nur selten der Fall gewesen war.</div><div><br></div><div>In einem Vortrag, den Karl Barth im Jahr 1922 in Schulpforta an der Saale vor Pfarrern hielt, wird das besonders deutlich. Der Vortrag trägt den Titel „Das Wort Gottes als Aufgabe der Theologie". In drei Thesen entwickelt Barth das genannte Dilemma. Was er dort über die Theologen sagt, gilt genauso für alle Christinnen und Christen:</div><div><br></div><div><ul><li><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Wir sollen als Theologen von Gott reden.</i></span></span><span class="cf1"><br></span></li><li><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Wir sind aber Menschen und können als solche nicht von Gott reden.</i></span></span><span class="cf1"><br></span></li><li><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir sollen Beides, unser Sollen und unser Nicht-Können, wissen und eben damit Gott die Ehre geben.</span><span class="cf1"><br></span></i></span></li></ul></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-15"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;</span></span><span class="cf1"><span class="fs11lh1-15">(S. 199)</span></span></i></div><div><br></div><div>Da steht man nun vor diesen rätselhaft widersprüchlichen Sätzen und soll sich einen Reim daraus machen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Wir sollen von Gott reden</div><div><br></div><div>Theologinnen und Theologen, Christinnen und Christen sollen von Gott reden. Es ist ihre Aufgabe, das, was ihr Leben ausmacht, was ihre Herkunft und ihre Zukunft ist, nicht zu verschweigen, sondern in die Welt zu tragen. Gott selbst will durch sie sein Wort sprechen. Die Menschen bedürfen dieses Wortes, auch dann, wenn sie dieses Bedürfnis unterdrücken und es ihnen gar nicht bewusst ist, <span class="fs14lh1-5">dass sie dessen</span><span class="fs14lh1-5"> bedürfen.</span><br></div><div><br></div><div>Barth grenzt sich gegenüber der <span class="fs14lh1-5"><i>Liberalen Theologie</i></span> ab: Das Wort Gottes beinhalte keine Belehrungen darüber, wie Menschen sich verhalten oder wie sie ihre Religion ausüben sollten. Dies seien nicht die Fragen, um die es eigentlich geht. Nicht ihre eigene Existenz sei die wesentliche Not der Menschen, sondern Gottes Existenz. Die Menschen verlangten keine Lösungen ihrer Probleme, sondern Erlösung, die ihnen nur Gott gewähren kann.</div><div><br></div><div>Ich halte diese Gegenüberstellung von Problemlösungen und Erlösung für nicht zutreffend. Ich denke vielmehr, dass mit der Erlösung auch die alltäglichen Probleme der Menschen gelöst werden. Jedenfalls aber sollen wir, um von Gott zu reden, nicht bei den menschlichen Problemen und Fragen beginnen, sondern bei Gott und seinem Wort.</div><div><br></div><div>Aber es gibt da ein Problem: Wir können als Menschen gar nicht von Gott reden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Wir können nicht von Gott reden</div><div><br></div><div>Wir sind als Menschen von Gott getrennt, und es gibt keinen Weg von uns aus zu ihm. Wir leben nicht in glücklicher Harmonie mit Gott, so dass wir sein Wort sprechen könnten. Im Gegenteil: Als Worte der von ihm Abgefallen, ihm Widersprechenden sind auch unsere frömmsten Worte nicht Gottes Wort. Nur Gott selbst kann sein Wort sprechen, kann sich den Menschen kundtun.</div><div><br></div><div>Barth stellt fest: So wie nur Gott selbst Mensch geworden ist, so kann auch nur Gott selbst mit seiner Fülle in unsere Leere eingehen und das Unmögliche möglich machen: dass auf Erden, dass durch Menschen von Gott geredet wird.</div><div><br></div><div>Die angemessenste Art und Weise, von Gott zu reden, ist nach Barth die <span class="fs14lh1-5"><i>dialektische</i></span> Redeweise. Barth meint damit eine Redeweise, die nicht starr in einer Position verharrt, sondern diese immer wieder durch eine Gegenposition beleuchtet. Denn Gott ist nicht in ein System zu pressen, und von ihm zu reden heißt, jedes Ja durch ein Nein zu ergänzen sowie jedes Nein durch ein Ja. Barth selbst beschreibt dieses für uns ungewöhnliche Vorgehen so:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">So bleibt nur übrig, ein grauenerregendes Schauspiel für alle nicht Schwindelfreien, beides, Position und Negation, </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>gegenseitig aufeinander</b> zu beziehen. Ja am Nein zu verdeutlichen und Nein am Ja, ohne länger als einen Moment in einem starren Ja </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>oder</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> Nein zu verharren, also z.B. von der Herrlichkeit Gottes in der Schöpfung nicht lange anders zu reden als [...] unter stärkster Hervorhebung der gänzlichen Verborgenheit, in der sich Gott in der Natur für unsre Augen befindet, vom Tod und von der Vergänglichkeit nicht lange anders als in Erinnerung an die Majestät des ganz andern Lebens, das uns gerade im Tod entgegentritt, von der Gottebenbildlichkeit des Menschen um keinen Preis lange anders als mit der Warnung ein für allemal, daß der Mensch, den wir kennen, der gefallene Mensch ist, von dessen Elend wir mehr wissen als von seiner Glorie, aber wiederum von der Sünde nicht anders als mit dem Hinweis, daß wir sie nicht kennen würden, wenn sie uns nicht vergeben wäre.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Karl Barth: Das Wort Gottes als Aufgabe der Theologie. In: Jürgen Moltmann (Hg.): Die Anfänge der dialektischen Theologie. Band 1. München 1977. S. 212. Alle folgenden Zitate, soweit nicht anders vermerkt, aus diesem Band)</span></i></div><div><br></div><div>In dieser Weise über Gott nachzudenken und von ihm zu reden ist wirklich „ein grauenerregendes Schauspiel für alle nicht Schwindelfreien". Denn man bleibt nie bei einem Gedanken stehen, man ist immer in Bewegung, immer auf dem Weg, man muss jede Position durch eine Gegenposition ergänzen, man kann die Wahrheit Gottes nie fixieren, sondern muss sie immer wieder in Frage stellen, weil Gott eben nicht festzulegen ist auf unsere noch so gute Erkenntnis.</div><div><br></div><div>Man hat Barth einen Theologen genannt, der sich selbst immer wieder ins Wort fällt. Das beschreibt recht gut die dialektische Redeweise. Auch sie ist aber keine Methode, aufgrund derer der Mensch nun von Gott reden könne. Es bleibt dabei: Von Gott reden kann nur Gott allein, und wenn er es will, tut er es auch durch den Menschen. <span class="fs14lh1-5">Die menschlich-dialektische Redeweise ist dabei die Gottes Reden angemessenste.</span></div><div><br></div><div>Barth selbst schätzte übrigens die Bezeichnung <span class="fs14lh1-5"><i>Dialektische Theologie</i></span> für sein Denken nicht. Er zog die andere Formulierung vor: <span class="fs14lh1-5"><i>Wort-Gottes-Theologie</i></span>. Denn es ging ihm nicht um die Art und Weise <span class="fs14lh1-5"><b>unseres </b></span>Redens, sondern um das Reden <span class="fs14lh1-5"><b>Gottes</b></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Wir sollen um unser Sollen und Nicht-Können wissen und damit Gott ehren</div><div><br></div><div>Barth sagt in seiner dritten These, wir sollten beides wissen: dass wir von Gott reden sollen, es aber nicht können – und wir sollten eben mit diesem Wissen Gott die Ehre geben. Wir geben Gott die Ehre, wenn wir uns nicht darum sorgen, was aus unserem Reden wird; und wenn wir das Gelingen unseres Redens stattdessen Gott überlassen.</div><div><br></div><div>Sicher ist dieser Denkansatz für jeden Christenmenschen, der von Gott redet, eine Infragestellung seines Denkens und Redens. Barth weiß das: Dass allein Gott von Gott reden kann,</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">das bedeutet die sichere </span></span><span class="cf1"><b class="fs14lh1-5">Niederlage aller</b></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> Theologie und </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>aller </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Theologen.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(S. 217)</span></i></div><div><br></div><div>Aber diese Niederlage, diese Bedrängnis kann nach Barth auch eine Verheißung bei sich haben: die Verheißung, dass nicht <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span>, sondern <span class="fs14lh1-5">Gott selbst</span> durch unser Wort von sich zu reden beginnt:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Es könnte ja sein, daß das die lebendige Wahrheit wäre, [...] daß das Wort, das Wort Gottes, das wir nie sprechen werden, angenommen hat unsre Schwachheit und Verkehrtheit, so daß </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>unser </b>Wort </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>in </b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">seiner Schwachheit und Verkehrtheit fähig geworden wäre, wenigstens Hülle und irdenes Gefäß des Wortes Gottes zu werden.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(S. 218)</span></i></div><div><br></div><div><div>Karl Barth ist diesem letzten Gedanken zeitlebens treu geblieben. Weil Gott allein sich dem Menschen kundtun kann, ist es jedem Christenmenschen verboten, seine eigenen Gedanken über Gott absolut zu setzen. Nicht wir sprechen mit göttlicher Stimme, sondern Gott allein. Nicht wir offenbaren unseren Mitmenschen Gott, sondern Gott allein offenbart sich selbst. Nicht wir bringen der Welt die Wahrheit Gottes, sondern Gott allein. Insofern kann all unser Reden von Gott nur ein Reden ohne Überheblichkeit sein, ohne Besserwisserei, ohne den Anspruch, alles über Gott zu wissen, und stattdessen ein Reden in aller Bescheidenheit. In dieser Bescheidenheit geben wir Gott die Ehre.</div><div><br></div><div>Obwohl Barth an diesen Gedanken festhielt, wandelte sich sein Denken später in der Weise, dass er nicht mehr allem Menschenlichen radikal absprach, auf Gott verweisen zu können. Im Jahr 1956 blickte Barth kritisch auf seine frühe Theologie zurück. Er stellte fest, damals Gottes Göttlichkeit, seine Hoheit und Fremdheit betont zu haben. Die Menschlichkeit und Menschenfreundlichkeit Gottes aber wurde darüber von ihm unterbelichtet. Barth setzte den Akzent jetzt darauf, dass Gott Mensch geworden ist. So kann er auch heute in Menschen, in menschliche Worte und Werke eingehen. Und wo dies geschieht, dort kommt es zu Ähnlichkeiten, Entsprechungen zwischen menschlichem Reden und Handeln und Gottes Wirklichkeit. </div><div><br></div><div>Insofern kann dann Gott einem glaubenden Menschen erkennbar werden. Und sogar in der rein weltlichen Kultur gibt es Entsprechungen, Ähnlichkeiten zwischen Gottes und unserer Welt. Zwar zeigt diese Kultur immer wieder die Verirrungen der Menschen. Aber zugleich lässt es Gott, wo und wann er will, auch in der weltlichen Kultur zu Gleichnissen seines Wollens und Tuns kommen. Eben deshalb kann es geschehen, dass Menschen, die nicht an Gott glauben, in einer Weise leben, dass man von einer Ähnlichkeit zu Gottes Wollen und Handeln sprechen kann. Ihr Leben kann zu einem Gleichnis des Himmelreichs werden, wenn Gott in ihr Leben eingeht.</div><div><br></div><div>So verschiebt sich Barths Redeweise vom radikalen Zerschlagen alles Weltlichen hin zu einer freundlicheren Sicht auf das Weltliche: Gott kann, wenn er es will, Wohnung in der Welt und in Menschen nehmen. Doch das kann wiederum kein Grund für den Menschen und für die Theologie sein, nun doch überheblich zu werden und Gott für eine verfügbare Größe zu halten, über die der Mensch <span class="fs14lh1-5"><b>aus eigenem Vermögen</b></span> reden kann. Noch in seiner letzten Vorlesungsreihe im Wintersemester 1961/62 in Basel zur „Einführung in die evangelische Theologie" stehen gleich am Anfang folgende Sätze: Evangelischer Theologie</div></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>ist es [...] verboten, sich selbst in ihrem Verhältnis zu anderen Theologien die Palme zu reichen oder gar sich selbst in irgendeiner ihrer Gestalten als göttliche Weisheit und Lehre auszugeben. Gerade indem sie dem im Evangelium sich selbst kundgebenden Gott zugewendet ist, kann sie es ihm gleich zu tun nicht in Anspruch nehmen. Der Gott des Evangeliums ist der [...] der evangelischen Theologie gegenüber überlegene, immer wieder neu sich erschließende und neu zu entdeckende Gott, über den auch sie keine Verfügung hat noch bekommt. Sich als den einen wahren Gott von den anderen zu unterscheiden und auszuzeichnen, kann immer nur seine Tat sein, die als solche von keiner menschlichen Wissenschaft – auch nicht von einer gerade ihm zugewendeten Theologie – nachvollzogen werden kann. [...] Evangelische Theologie ist, eben von ihrem Gegenstand dazu bestimmt, bescheidene Wissenschaft.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf1"><i>(Karl Barth: Einführung in die evangelische Theologie. Siebenstern-Taschenbuch 191. Gütersloher Verlagshaus, 2. Aufl. Gütersloh 1977. S. 11f)</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 10 Sep 2021 18:46:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Immanuel Kant über Vernunft und Glaube (Teil 2)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000C0"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Immanuel Kant über Vernunft und Glaube (Teil 2)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/09/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Wie verhalten sich Glaube und Vernunft zueinander? Während vor der Aufklärung meist gar kein Widerspruch zwischen beiden empfunden wurde, wird seit der Aufklärung der Glaube von der Vernunft her in Frage gestellt.</div><div><br></div><div>Immanuel Kant hat darum untersucht, wie weit die Erkenntnisse der Vernunft eigentlich reichen können und wo die Grenzen ihrer möglichen Erkenntnisse sind. Sein Ergebnis war: Über das Übersinnliche, Jenseitige kann die Vernunft keine Aussagen machen. Ob Gott existiert oder nicht, darüber kann die Vernunft keine objektiven Theorien aufstellen (siehe <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?immanuel-kant-ueber-vernunft-und-glaube--teil-1-" class="imCssLink">Teil 1</a></span> des Artikels). Aber unsere guten Taten, meinte Kant, erfordern geradezu, dass es einen Gott gibt. Wie Kant zu dieser Überlegung kommt, ist Thema dieses 2. Teils.</div><div><br></div><div>Zunächst aber ein ganz kurzer Blick auf einige ethische Normen, die Kant herausgearbeitet hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Die Metaphysik der Sitten</div><div><br></div><div>Nachdem Kant den kategorischen Imperativ als ethischen Grundsatz gefunden hatte, machte er sich daran, konkrete ethische Normen zu erarbeiten. Er veröffentlichte diese im Jahr 1789 unter dem Titel „Die Metaphysik der Sitten".</div><div><br></div><div>Darauf kann ich hier nur kurz eingehen, um zu zeigen, dass Kant schon zu seiner Zeit teilweise recht moderne Vorstellungen hatte.</div><div><br></div><div>Was zum Beispiel das Völkerrecht betrifft, stellte Kant fest: Die Verfassung eines Staates soll republikanisch sein; alle Gewalt soll also nicht von einem Monarchen, sondern vom Volk ausgehen. Alle Staaten sind freie Staaten. Es soll kein Krieg sein, kein Staat soll einen anderen bedrohen oder sich in seine Verfassung und Regierung einmischen. Kant kritisierte ausdrücklich das von der Kolonialisierung ausgehende Unrecht.</div><div><br></div><div>Als ethische Tugenden formulierte Kant beispielsweise: Ein Mensch hat Pflichten gegenüber sich selbst, und zwar</div><div><ul><li>erstens gegenüber seinem Leib, weil er ein leibliches Wesen ist: z.B. Selbsterhaltung, kein Suizid, keine Selbstschädigung durch maßlosen Gebrauch von Genuss- und Nahrungsmitteln;<br></li><li>zweitens gegenüber seinem Handeln, weil er ein ethisches Wesen ist: z.B. Selbsterkenntnis und -kritik, Selbstachtung und Wahrhaftigkeit;<br></li><li>drittens gegenüber anderen Menschen: Liebe, z.B. Wohltätigkeit, Dankbarkeit, Anteilnahme, aber auch Respekt, die den Mitmenschen nicht als bloßes Mittel zum Zweck missbraucht, sondern im Menschen selbst den Zweck erkennt und so die Würde seiner Persönlichkeit achtet.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Kant spricht in seiner Ethik von Pflichten. Das klingt so, als müsse man sich widerwillig zu etwas zwingen. Kant meint aber, dass man seine Pflichten mit Lust und Freude erfüllen solle, ansonsten hätten sie keinen inneren Wert. Verlassen wollte sich Kant auf diese Gefühlsbasis allerdings nicht; Lust- und Unlustgefühle gehörten für ihn zur „unteren" Sphäre des bloß Sinnlichen. Darum sollte es die Vernunft sein, die über die Gültigkeit der Pflichten entscheidet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft</div><div><br></div><div>In diesem Werk aus dem Jahr 1793 widmete sich Kant der überlieferten christlichen Lehre. Schon in der „Kritik der praktischen Vernunft" hat Kant über Gott, Freiheit und Unsterblichkeit geschrieben und sie als Annahmen der praktischen Vernunft behandelt. Ich greife hier auch auf seine Erkenntnisse aus diesem Werk zurück, um seine Stellung zur Religion nicht auf mehrere Kapitel zu verteilen.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>a) Der „moralische Gottesbeweis"</i></span></div><div><br></div><div>Religion zeigt sich für Kant in den Begriffen Gott, Freiheit und Unsterblichkeit. Dass diese drei existieren, ist nach Kant durch die theoretische Vernunft nicht zu beweisen. Insofern gibt es kein objektives Wissen um sie. Kant meinte dennoch, dass sich ihre Existenz glaubhaft machen lasse, und zwar durch die praktische Vernunft: Sie zwinge uns zu dem Glauben, dass es Gott, Freiheit und Unsterblichkeit gibt.</div><div><br></div><div>Ich beginne mit der Freiheit. Kant argumentierte so: Wenn es einen kategorischen Imperativ gibt, der uns auffordert, das Gute zu tun, dann muss es auch die Freiheit geben, dieser Aufforderung nachzukommen. Wäre der Mensch nicht frei, dieser Aufforderung zu folgen, dann wäre die Aufforderung sinnlos.</div><div><br></div><div>Nun ist die Freiheit nicht mit unseren Sinnen wahrzunehmen. Frei zu sein ist also eine übersinnliche Fähigkeit. Darum spricht Kant auch von der „übersinnlichen Existenz" des freien Menschen oder von der „Tiefe göttlicher Anlagen", von dem „göttlichen Menschen in uns", ja vom „Gott in uns". Zwar ist der handelnde Mensch frei, indem er nur denjenigen Gesetzen gehorcht, die er sich selber durch seine Vernunft gibt. Zugleich aber unterwirft sich der Mensch der allgemeinen Gesetzgebung, auf die ja auch der kategorische Imperativ zielte: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne." Dieser allgemeinen Gesetzgebung entsprechend soll also der Mensch handeln – obwohl er doch durch die Maxime seines Willens gerade diese allgemeine Gesetzgebung schafft. Kant drückt dieses Paradox so aus:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir sind zwar gesetzgebende Glieder eines durch Freiheit möglichen [...] Reichs der Sitten, aber doch zugleich Untertanen, nicht das Oberhaupt desselben.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Zitiert nach Weischedel, S. 208)</span></i></span></div><div><br></div><div>Das Oberhaupt dieses Reiches der Sitten (wir würden sagen: der Normen des ethischen Handelns) ist nach Kant selber keinem Willen eines anderen unterworfen. Keinem Willen eines anderen unterworfen ist aber nur Gott. Dadurch ist nach Kant die Existenz Gottes für den ethisch handelnden Menschen notwendig.</div><div><br></div><div>Zur Unsterblichkeit: Wenn unsere praktische Vernunft uns auffordert, nicht nach irdischem Glück zu trachten, sondern unsere ethischen Pflichten zu erfüllen, auch wenn uns das <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>glücklich macht, dann muss es einen gerechten Ausgleich für dieses Verhalten geben. Dieser Ausgleich ist ein unsterbliches jenseitiges Leben, die jenseitige Glückseligkeit.</div><div><br></div><div>Wenn es aber diesen Ausgleich gibt, dann muss es auch eine entsprechende göttliche Weltordnung geben und einen jenseitigen Gott, der diesen Ausgleich schafft; dann müssen Lust und Pflicht, also das, was ich bin, und das, was ich sein soll, irgendwo zu einer letzten Einheit zusammenfließen. Dieses Irgendwo ist das Jenseits. So formulierte Kant einen „moralischen Gottesbeweis". Es ist kein Gottesbeweis der theoretischen Vernunft, die auf Erfahrungen gründet, sondern der praktischen Vernunft, die es vom Handeln des Menschen her notwendig macht, den Gedanken eines existierenden Gottes zu haben. So wird nach Kant auch Metaphysik möglich, die Wissenschaft vom Übersinnlichen.</div><div><br></div><div>Auch wenn man von einem „Gottesbeweis" spricht: Kant wollte Gott damit nicht beweisen, sondern die Existenz Gottes nur für das ethische Handeln des Menschen voraussetzen.</div><div><br></div><div>So war es nicht Kants Absicht, die Theologie abzuschaffen, sondern als eine philosophische Erkenntnis zu ermöglichen, die in der praktischen Vernunft gründet. Er spricht dann auch vom Verstand und Willen Gottes und sogar von seiner Heiligkeit, Weisheit, Allmacht, Allwissenheit, Gerechtigkeit, Ewigkeit und anderen Näherbestimmungen Gottes. Es geht ihm dabei jedoch nicht um Einsichten aus einer Offenbarung, sondern es geht ihm immer nur um ein ethisches Gottesverständnis.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es ist moralisch notwendig, das Dasein Gottes anzunehmen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Zitiert nach Weischedel, S. 209)</span></i></span></div><div><br></div><div>Ein Beweis im Sinne der theoretisch argumentierenden Vernunft ist das nicht, aber eine Notwendigkeit für den Menschen, der moralisch handeln will. Es ist nach Kant ein <span class="fs14lh1-5"><i>Postulat</i></span>, eine sachlich notwendige Annahme, eine These, die zwar unbeweisbar, aber durchaus glaubwürdig und einsichtig ist.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>b) Der ethisch handelnde Mensch und der „Gott in uns"</i></span></div><div><br></div><div>Es zeigt sich im Denken Kants immer wieder, dass die Ethik das Entscheidende ist und die Religion das davon Abgeleitete. Die Pflichten stehen bereits fest, und die Religion erklärt diese Pflichten nur nachträglich so, dass sie von Gott in unsere Vernunft gelegt wurden. Die Religion deckt sich also mit der philosophischen Ethik. Kant meinte, dass das Christentum die ethisch vollkommene Religion ist.</div><div><br></div><div>Die philosophische Ethik führt also nach Kant unweigerlich zur Religion, denn jedes Mal, wenn ein Mensch guten Willen zeigt, halte er notwendig die Existenz Gottes für wahr. Eine Offenbarung Gottes von außen her sei zur Erkenntnis Gottes zwar möglich, aber nicht notwendig. Denn jeder Mensch trage von Natur aus immer schon eine Gottesvorstellung in sich, die durch die praktische Vernunft erwiesen wird.</div><div><br></div><div>Eine auf Erfahrungen gründende Gotteserkenntnis gibt es für Kant ja nicht. Das einzige Kriterium für Offenbarung sei daher die Übereinstimmung der Gotteserkenntnis mit der praktischen Vernunft, welche die philosophischen Grundsätze der Ethik erarbeitet. Kant bewunderte die praktische Vernunft, nämlich die Überlegenheit des in uns ethisch wirkenden „übersinnlichen Menschen" über den sinnlichen Menschen. Er war fasziniert von der ethischen Anlage in uns, die eine göttliche Herkunft haben müsse. Darum konnte er auch, wie oben schon vermerkt, vom „Gott in uns" sprechen.</div><div><br></div><div>So ist bei Kant der Mensch mit seiner Vernunft das Maß aller Dinge, auch das Maß der Religion. Denn es ist ja die Vernunft, welche die Vernunftkritik vollzieht und zur Ethik führt. Der Glaube an eine Offenbarung setzt zunächst einmal den Glauben an die Vernunft voraus. So entscheidet dann auch die Vernunft darüber, ob eine auf Offenbarung beruhende Erkenntnis wahr ist oder nicht.</div><div><br></div><div> </div><div>Deshalb meinte Kant auch, man müsse in der Bibel denjenigen Sinn suchen, der mit der Vernunft harmoniert. Wer die Bibel auslegt, müsse die wahre Lehre der Vernunftreligion in die Bibel hineintragen. Im Idealfall stimmten dann die offenbarte und die natürliche Religion miteinander überein. Auch die Botschaft von Jesus, dem Sohn Gottes, wolle uns zum Vorbild für unsere moralische Vollkommenheit dienen. Auch diese Botschaft liege schon in unserer Vernunft vor und bedürfe eigentlich keiner historischen Person. Jesus sei für die Vernunftreligion kein einzelner Mensch, sondern der Inbegriff der Menschlichkeit. Glaube an Christus sei deshalb: auf sich selbst das Vertrauen setzten, dass man ihm in treuer Nachfolge ähnlich bleiben werde.</div><div><br></div><div>Kant hat dementsprechend Gnade so verstanden, dass sie nichts anderes als die Natur des Menschen sei, wenn dieser nämlich durch sein Inneres zu Handlungen bewegt wird, zu denen Gott selbst ihn bewegt. Der im Menschen wirkende heilige Geist ist sozusagen die eigene gute Gesinnung. Das Wirken des Menschen und das Wirken Gottes fließen hier ineinander, werden im Grunde identisch.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>c) Eine Kraft von außen, die in uns wirkt?</i></span></div><div><br></div><div>Dennoch hatte Kant kein durchweg positives Menschenbild. Er konnte sich sehr kritisch über das menschliche Handeln äußern. Ich führe jetzt einige Gedanken Kants an, die dem bisher Gesagten entgegenzustehen scheinen.</div><div><br></div><div>Es gibt nach Kant keinen Grund, an eine ethische Weiterentwicklung des Menschen zum Positiven hin zu glauben. Der Mensch kann gleichermaßen Gutes und Böses wollen und tun. Ja, Kant meinte, der Mensch sei im Kern böse, denn er gestehe sich zu, von den ethischen Grundsätzen, deren er sich bewusst ist, gelegentlich abzuweichen. Diese innere Schuld bleibe bestehen, auch wenn der Mensch Gutes tut. Es sei ein innerer Hang zum Bösen, eine angeborene Schuld. Dieser Hang sei durch menschliche Anstrengungen nicht zu beseitigen. Kant nennt ihn „das radikale Böse", weil er eine Verdorbenheit der ursprünglichen Natur des Menschen sei. Deshalb könne auch ein guter Mensch nicht durch einige Verbesserungen im Verhalten entstehen, sondern nur durch eine Erneuerung der ganzen Gesinnung des Menschen. Kant stellt ausdrücklich fest, dass der Mensch, was Glaube und gute Taten anlangt, auf Gottes Gnade rechnen dürfe und solle:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es kann ein neuer Mensch nur durch eine Art von </span><span class="cf1"><b>Wiedergeburt</b></span><span class="cf1">, gleich als durch eine neue Schöpfung (Joh. 3,5 vgl. Gen. 1,2) und [durch eine] Änderung des Herzens werden.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Zitiert nach Barth, S. 264)</span></i></span></div><div><br></div><div>Unter „Wiedergeburt" verstand Kant die Neuwerdung der inneren obersten Grundsätze, nach denen ein Mensch handelt. Der Mensch muss nach Kant alles tun, was in seinen Kräften steht, um ein besserer Mensch zu werden. Wenn er das tut, <span class="fs14lh1-5"><b>dann</b></span> kann er auch hoffen, dass er in seinem Bemühen von Gott unterstützt wird.</div><div><br></div><div>Bei aller Hochschätzung der Vernunft meinte Kant weder, dass der vernunftgemäß handelnde Mensch allein alles Gute bewirken könne, noch dass die Vernunft in Fragen der Religion alles allein beurteilen könne. Er meinte vielmehr, dass die Vernunft zunächst das feststellt, was ihr angemessen ist, und dass sie alles übrige, was über ihr Vermögen hinaus noch dazukommen muss,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">von dem übernatürlichen Beistand des Himmels erwarten muß. [...] Selbst da, wo die Philosophie der Theologie entgegengesetzte Grundsätze anzunehmen scheint, z.B. in Bezug auf die Lehre von den Wundern, gesteht und beweist die Philosophie, daß diese Grundsätze von ihr nicht als objektiv gültige Grundsätze, sondern nur als subjektiv gültige geltend gemacht werden. Das heißt, die Grundsätze der Philosophie gelten dann, wenn wir nur unsere menschliche Vernunft in theologischen Fragen zu Rate ziehen wollen, wodurch die Wunder selbst nicht in Abrede gestellt, sondern dem Theologen [...] ungehindert überlassen werden.*</span></i></span></div><div><br></div><div>Die Philosophie sagt von den biblischen Wundern, dass sie – nach dem subjektiven Urteil der Vernunft – eigentlich nicht geschehen sein können, weil sie die Erfahrungen der Menschen übersteigen. Damit will sich die Philosophie aber nicht in die Theologie einmischen. Die Theologie könne an der Wahrheit der Wunder festhalten, weil sie möglicherweise andere Maßstäbe an die Wundergeschichten anlegt als die Philosophie – nämlich etwas, was ihr durch den „übernatürlichen Beistand des Himmels" gegeben wird.</div><div><br></div><div>So bestreitet Kant auch, dass ein seine Vernunft gebrauchender Mensch eine göttliche Offenbarung leugnen dürfe, nur weil sie mit Hilfe der Vernunft nicht einsichtig zu machen sei. Er bestreitet aber ebenso, dass ein glaubender Mensch eine göttliche Offenbarung mit Hilfe der Vernunft einsichtig machen könne. Die Vernunft kann hierüber schlichtweg nichts Objektives sagen.</div><div><br></div><div>Kant fordert von der Theologie geradezu, nicht <span class="fs14lh1-5"><b>nur </b></span>nach den Vorgaben der philosophischen Vernunftreligion zu verfahren. Würde die Theologie das tun, dann würde sie sich selbst erniedrigen und der Philosophie gleichstellen. Die Theologie solle auch, was das ethische Handeln betrifft, nicht allein auf die Fähigkeit des Menschen setzen, Gutes zu tun. Wir haben ja oben schon festgestellt, dass Kant dem Menschen diesbezüglich nicht allzu viel zutraute. Außerdem solle die Theologie den Bibelstellen keinen ethischen Sinn unterschieben, wenn diese diesen Sinn gar nicht enthalten. Sie solle sogar auf einen in die Wahrheit leitenden Geist rechnen – dessen Wirken sie natürlich nicht zu beweisen versuchen soll.</div><div><br></div><div>Das klingt nun teilweise widersprüchlich zu anderen Äußerungen Kants. Und so streiten sich auch die Gelehrten bis heute, wie man solche Äußerungen Kants verstehen soll. Man hat vermutet, dass Kant eine gewisse philosophische Ironie pflegte und heilfroh war, kein Theologe zu sein und dessen Ort nicht einnehmen zu müssen. Andere haben rundweg bestritten, dass Kant an die Existenz eines persönlichen Gottes glaubte. Jedenfalls hat er die Kompetenzen von Philosophie und Theologie, Vernunft und Glaube klar voneinander abgegrenzt. Er hat auch dem Theologen seinen legitimen Ort zugewiesen – wenngleich er vielleicht froh war, kein Theologe zu sein, und den Theologen auch etwas spöttisch belächelt haben mag.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Die Wirkung der Philosophie Immanuel Kants</div><div><br></div><div>Die Philosophie Immanuel Kants hat bis heute eine immense Wirkung auf das menschliche Denken entfaltet. Sie hat auch die Theologie des 19. Jahrhunderts geprägt. Diese Theologie konzentrierte sich stark auf die Ethik unter Vernachlässigung dogmatischer Aussagen über Gott. Religion wurde weitgehend mit Ethik identifiziert. Man meinte, das Gute in der Kultur harmonisiere perfekt mit dem Religiösen.</div><div><br></div><div>Ein anderer Teil der Theologie im 19. Jahrhundert gab sich nicht mit bloßer Ethik zufrieden, sondern erweiterte das Christliche um das Gefühl des Göttlichen, das sich im Menschen vollzog. Der Mensch sollte demnach nicht nur ethisch handeln, sondern auch das religiöse Gefühl in sich wertschätzen und fördern. Man meinte, das religiöse Gefühl sei Ausdruck des Glaubens. Diese beiden Strömungen der evangelischen Theologie kann man unter dem Begriff <span class="fs14lh1-5"><i>Liberale Theologie</i></span> zusammenfassen.</div><div><br></div><div>Mit den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs zerbrachen die genannten Harmonisierungen zwischen vernunftgemäßem Handeln und menschlichem Fühlen einerseits und der Religion andererseits. Es wurde bewusst, dass menschliche Vernunft, menschliches Handeln und auch menschliches Fühlen die Gegenwart Gottes nicht gewährleisten können. Die Grauen des Krieges und die Begeisterung für ihn erwiesen sich als alles andere als christlich angemessen. Glaube und Humanismus, Glaube und Kultur, Glaube und Fortschritt traten nun auseinander. Dem vermeintlichen „Gott in uns" wurde ein Gott entgegengestellt, der mit unserem Denken, Fühlen und Handeln nicht identisch ist. Ausgangspunkt des Glaubens war nicht mehr die Vernunft, sondern eine von der Vernunft unterschiedene Offenbarung. Dieser theologische Neuanfang, der sich nach dem Ersten Weltkrieg vollzog, wird <span class="fs14lh1-5"><i>Dialektische Theologie</i></span> oder <span class="fs14lh1-5"><i>Wort-Gottes-Theologie</i></span> genannt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">8. Konsequenzen für Christinnen und Christen</div><div><br></div><div>Was können Christinnen und Christen nun aus all diesen Gedanken des Philosophen Immanuel Kant lernen? Ich möchte nur einige Dinge nennen:</div><div><br></div><div>Glaubende sollten Menschen verstehen, denen ihre Vernunft wichtig ist. Sie sollten nicht versuchen, jemandem die Wichtigkeit der Vernunft auszureden. Sie ist ja auch für die Glaubenden selbst wichtig. Darum haben sie auch die Vernunft nicht zu fürchten. Sie sollten sie vielmehr selbst kräftig gebrauchen. Vernunft ist eine wunderbare Gabe Gottes. Wer sie nicht gebraucht, steht in der Gefahr, sich irgendwelchen Predigern, Schriften oder seinen eigenen Wunschvorstellungen auszuliefern. Stattdessen sollten Christinnen und Christen jeden Prediger, jede theologische Schrift, jedes fromme Traktat und vor allem die eigenen Sehnsüchte und Wünsche immer wieder kritisch in Frage stellen.</div><div><br></div><div>Glaubende sollten nicht so tun, als könnten sie in Glaubensfragen irgendetwas beweisen. Sie sollten sich darum auch nicht auf ihre persönlichen Erfahrungen berufen, als seien sie Beweise. Niemand kann beweisen, ob seine Erfahrungen von Gott her kommen oder ob sie bloße Produkte seines Gehirns sind. Erfahrungen können für uns selbst von großer Bedeutung sein, aber sie beweisen gar nichts. Wenn es ums Beweisen Gottes geht, stehen wir mit leeren Händen da. Darum sollte auch der Glaube selbst nicht allein auf Gefühlen und Erfahrungen gründen. Gefühle und Erfahrungen können die Sicherheit nicht liefern, die wir vielleicht gerne hätten.</div><div><br></div><div>Glaubende sollten die Vernunft nicht absolut setzen. Sie sollten sich immer bewusst sein, dass die menschliche Vernunft Grenzen hat. Sie hilft zwar, den Glauben zu durchdenken und zu verstehen. Aber sie kann über Wahrheit oder Unwahrheit in Bezug auf Glaubensfragen nicht entscheiden. Denn über das, was unsere sinnliche Wahrnehmung übersteigt, also über das Jenseitige – und auch das Wirken des Jenseitigen im Diesseits! – &nbsp;kann die Vernunft nichts aussagen. Die Bibel drückt das so aus: Der Friede Gottes ist höher als alle Vernunft (Phil 4,7). Und das heißt doch, dass auch das Wirken Gottes auf Erden höher ist als alle Vernunft.</div><div><br></div><div>Darum müssen die Zweifel der Vernunft einen Christenmenschen nicht allzu sehr schrecken. Er sollte sich diese Zweifel gefallen lassen, ihnen einmal nachgehen, sie überprüfen. Und dann sollte er getrost an dem festhalten, was seinen – durch die Zweifel hindurchgegangenen und vielleicht sogar geläuterten – Glauben ausmacht. Denn nicht die Vernunft spricht das letzte Wort über Wahrheit und Unwahrheit, sondern der Gott, der von jenseits aller Vernunft her auch unsere Vernunft in seinen Dienst nimmt, um in uns Glauben zu wirken.</div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Um der besseren Verständlichkeit willen sprachlich angepasst. Im Original: „von dem übernatürlichen Beistand des Himmels erwarten muß. [...] Selbst da, wo die philosophische Theologie der biblischen entgegengesetzte Grundsätze anzunehmen scheint, z.B. in Ansehung der Lehre von den Wundern, gesteht und beweist sie, daß diese Grundsätze von ihr nicht als objective, sondern nur als subjective geltend gemacht werden, d.i. als Maximen verstanden werden müssen, wenn wir blos unsere (menschliche) Vernunft in theologischen Beurtheilungen zu Rathe ziehen wollen, wodurch die Wunder selbst nicht in Abrede gezogen, sondern dem biblischen Theologen [...] ungehindert überlassen werden."</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Zitiert nach Barth, S. 276.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Barth, Karl: Die protestantische Theologie im 19. Jahrhundert. Ihre Vorgeschichte und ihre Geschichte. Theologischer Verlag Zürich, 6. Aufl. Zürich 1994. S. 237-278.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Mühling, Markus: Systematische Theologie: Ethik. Eine christliche Theologie vorzuziehenden Handelns. Vandenhoeck &amp; Ruprecht. Göttingen 2012. S. 108-114.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Störig, Hans Joachim: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. Verlag W. Kohlhammer, 12. Aufl. Stuttgart u.a. 1981. S. 396-446.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Weischedel, Wilhelm: Der Gott der Philosophen. Grundlegung einer Philosophischen Theologie im Zeitalter des Nihilismus. Zwei Bände in einem. Erster Band: Wesen, Aufstieg und Verfall der Philosophischen Theologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt. Darmstadt 1983. S. 191-213.</span><br></li></ul></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2021 06:02:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Immanuel Kant über Vernunft und Glaube (Teil 1)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000BF"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Immanuel Kant über Vernunft und Glaube (Teil 1)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/09/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>In diesem Blog denken wir über Gott nach und versuchen, etwas von ihm zu erkennen. Wir benutzen dazu unsere Vernunft. Unser Ziel ist, mit Hilfe der Vernunft zu wahren Aussagen über Gott zu kommen. Aber haben wir uns schon einmal gefragt, ob unsere Vernunft überhaupt in der Lage ist, Aussagen über Gott zu machen?</div><div><br></div><div>Die menschliche Vernunft hat seit der Aufklärung eine große Wertschätzung erfahren. Und das ist gut so. Wir alle leben im Zeitalter der Aufklärung. Wir sind mit ihr aufgewachsen und können ihr nicht entkommen. Aber was ist eigentlich Aufklärung? Und welche Rolle spielt in ihr die Vernunft?</div><div><br></div><div>Immanuel Kant (1724-1804) ist einer der berühmtesten und einflussreichsten Philosophen. Er gilt als Philosoph der Aufklärung. Was Aufklärung ist, hat er in einer berühmten Formulierung so ausgedrückt (leicht an unsere heutige Sprache angepasst):</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Aufklärung ist das Heraustreten des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht im Mangel des Verstandes, sondern im Mangel des Entschlusses und des Mutes liegt, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. </span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">Sapere aude!</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [Wage es, weise zu sein!] Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.*</span></span></i></div><div><br></div><div>Wie sehr möchte man den Menschen auch heute diesen Satz zurufen, vor allem denen, die sich in ihrer Wissens-Blase bewegen, in der sie nur noch die Beiträge Gleichgesinnter lesen und glauben. Aber auch den Christinnen und Christen möchte man es ans Herz legen, die nur das glauben, was sie schon immer geglaubt haben, und die nicht bereit sind, neue Gedanken aufzunehmen, dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln.</div><div><br></div><div>All denen und vielen anderen könnte man zurufen: Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen! Glaube nicht alles, was du liest und hörst! Beziehe dein Wissen aus unterschiedlichen Quellen, tausch dich mit unterschiedlich denkenden Menschen aus und prüfe, so gut du kannst, was der Wahrheit entspricht! Benutze deinen eigenen Verstand und gehe nicht den bequemen Weg, das zu glauben, was andere dir vorgesagt haben!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Die Aufgabe</div><div><br></div><div>Der Philosoph Immanuel Kant hat gesehen, dass zu seiner Zeit der Glaube an einen unsichtbaren Gott und sein Wirken in der Welt immer stärker verachtet und für immer mehr Menschen schwierig wurde. Damit wollte er sich nicht zufriedengeben. Denn er meinte, dass dem Menschen die Fragen, die sich mit dem Jenseits und dem Übersinnlichen beschäftigen, nicht gleichgültig sein könnten. Er meinte, es seien lebenswichtige Fragen.</div><div><br></div><div>Kant beobachtete, dass der Mensch zur Beantwortung seiner Fragen nach Gott zu Thesen Zuflucht nehme, die jede sinnliche Erfahrung des Menschen übersteigen. Daran hat sich Kant gestoßen. Denn Gott ist unsichtbar, und das heißt, er ist nicht mit unseren Sinnen direkt erfahrbar. Kant meinte, wenn nun der Mensch munter über Dinge spekuliere, von denen er keinerlei Erfahrung habe, dann verstricke er sich unweigerlich in Widersprüche. Darum machte Kant es sich zur Aufgabe, die Möglichkeiten und Grenzen unseres Verstandes zu ergründen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Was und wie viel kann Verstand und Vernunft, frei von aller Erfahrung, erkennen?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Zitiert nach Weischedel, S. 193)</span></i></span></div><div><br></div><div>Dieser Aufgabe galten Kants wichtigste Werke. Ich kann hier nur einige wenige Gedanken aus vier seiner Werke andeutungsweise und hoffentlich nicht zu stark vereinfachend vorstellen. Wegen der Länge des Artikels erscheint er in zwei Teilen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Rationalismus und Empirismus</div><div><br></div><div>Zunächst aber einige Worte zu der Philosophie, die zu Kants Zeit herrschte. Das war zunächst der <span class="fs14lh1-5"><i>Rationalismus </i></span>(von lateinisch <span class="fs14lh1-5"><i>ratio </i></span>= Vernunft). Der Rationalismus leitete alle Erkenntnisse aus der Vernunft ab. Er hielt das für wahr, was die Vernunft über die Welt aussagt. Das, was wir sinnlich erfahren oder nicht erfahren, spielte dabei überhaupt keine Rolle. Sinnliche Erfahrung war kein Kriterium für Wahrheit. Man meinte, die Vernunft könne sich auch Gedanken über das Übersinnliche und Göttliche machen. Waren diese Gedanken in sich folgerichtig, dann wurden sie durchaus als Wahrheiten anerkannt.</div><div><br></div><div>Darum gab es auch eine Wissenschaft vom Übersinnlichen, also von dem, was unsere Sinne nicht erfahren können. Man nannte diese Wissenschaft <span class="fs14lh1-5"><i>Metaphysik </i></span>(von griechisch <span class="fs14lh1-5"><i>metá ta physiká</i></span> = nach dem Natürlichen: das, was nach dem sinnlich erfahrbaren Natürlichen oder „Weltlichen" kommt). Die Vernunft, so meinte man, kann durchaus Aussagen über das Übersinnliche machen, von dem wir keine Erfahrung haben. Und die rationalistischen Philosophen entwickelten metaphysische Systeme, also Gedankengebäude, die Aussagen über das Übersinnliche machten: über Gott, das Jenseits, die Unsterblichkeit.</div><div><br></div><div>Immanuel Kant war beeinflusst von dem englischen Philosophen <span class="fs14lh1-5"><i>John Locke</i></span> (1632-1704). Dessen These war: Der Verstand kann nichts aussagen, was er nicht zuvor mit den Sinnen erfahren hat. Alles, was im Verstand ist, ist zuvor in den Sinnen gewesen. Man nennt diese Denkrichtung <span class="fs14lh1-5"><i>Empirismus </i></span>(von griechisch <span class="fs14lh1-5"><i>empeiría </i></span>= Erfahrung). Dem Empirismus zufolge ist die Erfahrung die Voraussetzung für alle Aussagen der Vernunft. Allein die Erfahrung ist Quelle unserer Erkenntnis. Sie ist aber zugleich die Grenze unserer Erkenntnis; denn was wir nicht erfahren haben, darüber können wir nichts aussagen. Eine Wissenschaft vom Übersinnlichen, eine Metaphysik, ist von daher unmöglich.</div><div><br></div><div>Wer hat nun recht: Rationalismus oder Empirismus? Können wir ohne Erfahrungen gültige Aussagen über Gott machen oder nur aufgrund von Erfahrungen?</div><div><br></div><div>Um zu einer Antwort zu kommen, untersuchte Kant die Arbeitsweise unseres Denkens: Worauf gründet es sich, wie weit kann es ausgreifen, wo liegen seine Grenzen? Wie funktioniert eigentlich unser Denken?</div><div><br></div><div>Aufklärung <span class="fs14lh1-5"><b>vor </b></span>Kant war die grenzenlose, unbedingte Bejahung der menschlichen Vernunft. Für Kant bedeutet Aufklärung etwas anderes: eine selbstkritische und begrenzte Bejahung der Vernunft.</div><div><br></div><div>Die drei Hauptwerke von Kant sind seine „Kritiken" – „Kritik der reinen Vernunft", „Kritik der praktischen Vernunft" und „Kritik der Urteilskraft". Kritik bedeutet hier nicht, dass Kant die menschliche Vernunft oder Urteilskraft „kritisierte". Kritik meint eine philosophische Beurteilung der Vernunft und der Urteilskraft – natürlich mit Hilfe der Vernunft. Kant will uns zeigen, was unsere Vernunft eigentlich kann und was sie nicht kann. Er will uns über uns selber aufklären; er will uns helfen, unseren Verstand zu verstehen, damit wir ihn dann sachgemäß und mutig gebrauchen können.</div><div><br></div><div>Machen wir uns auf den gedanklichen Weg, unseren Verstand zu verstehen!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Kritik der reinen Vernunft</div><div><br></div><div>Das Buch ist im Jahre 1781 erschienen. Darin vertritt Kant – wie <span class="fs14lh1-5"><i>John Locke</i></span> – die These, dass all unsere Erkenntnis in dem gründet, was wir mit unseren Sinnen erfahren haben. Unsere Erfahrungen gehen jeder Erkenntnis voran.</div><div><br></div><div>Die Frage ist jedoch, ob es etwas gibt, das wir <b><span class="fs14lh1-5">vor</span></b><span class="fs14lh1-5"> </span>aller Erfahrung (lateinisch <span class="fs14lh1-5"><i>a priori</i></span> = von vornherein) in uns haben.</div><div><br></div><div>Kants Antwort war: Ja, unser Gehirn empfängt durch die Sinneswahrnehmungen Empfindungen und ordnet diese in eine räumliche und zeitliche Einheit ein. Die Raum- und die Zeitvorstellung ist immer schon (<span class="fs14lh1-5"><i>a priori</i></span>) in uns. Denn unsere Sinnesorgane sind so beschaffen, dass wir alles, was wir wahrnehmen, als im Raum nebeneinander stehend wahrnehmen. Wir ordnen alles, was wir wahrnehmen, in eine räumliche Vorstellung ein.</div><div><br></div><div>Dasselbe gilt von der Zeit: Alles, was wir wahrnehmen – auch unsere eigenen inneren Stimmungen und Gefühle –, hat einen zeitlichen Ablauf. Ohne die Zeitvorstellung können wir nichts wahrnehmen.</div><div><br></div><div>Raum und Zeit sind also die Formen, die alle unsere Sinneswahrnehmungen ordnen. Der Verstand aber ist es, der aus unseren Sinneswahrnehmungen Begriffe bildet, also Wörter und Vorstellungen, mit denen wir das Wahrgenommene ausdrücken und zu verstehen suchen.</div><div><br></div><div>Kant hat nun eine Liste von zwölf Grundformen der Bildung von Begriffen erarbeitet. Er nennt sie die <span class="fs14lh1-5"><i>Kategorien</i></span>, nach denen unser Verstand Begriffe bildet. Zu ihnen gehören zum Beispiel Einheit und Vielheit, Wirklichkeit und Nichtwirklichkeit, Ursache und Wirkung, Möglichkeit und Unmöglichkeit. Eine sinnliche Wahrnehmung in Raum und Zeit wird vom Verstand mit Hilfe der Kategorien zu einem Begriff gebildet, der uns das Verstehen des Wahrgenommenen erlaubt.</div><div><br></div><div>Wenn wir z.B. eine Holzplatte mit vier Beinen wahrnehmen, formt der Verstand daraus mit Hilfe der Kategorien den Begriff „Tisch", so dass wir das Wahrgenommene einordnen und verstehen können. Der Verstand fragt sich zum Beispiel: Ist das, was ich da wahrnehme, etwas Wirkliches oder etwas Nichtwirkliches? Inwiefern entsteht aus der Vielheit der Teile eine Einheit?</div><div><br></div><div>Eine Konsequenz Kants daraus war: Naturwissenschaft besteht darin, dass der Verstand unsere Wahrnehmungen nach den in ihm liegenden Kategorien ordnet. Zu diesen Kategorien gehört auch der Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Dieses Prinzip wendet der Verstand auf alle sinnlichen Wahrnehmungen an. Daraus folgt, dass das Naturgesetz, jede Wirkung habe eine Ursache, im Verstand des Menschen gebildet wird. Ob <b><span class="fs14lh1-5">wirklich</span></b><span class="fs14lh1-5"> </span>jede Wirkung eine Ursache hat, bleibt dabei offen; <span class="fs14lh1-5"><b>nur der Verstand</b></span> deutet seine Beobachtungen so. Das „Naturgesetz" von Ursache und Wirkung ist demnach ein Gesetz unseres Verstandes, nicht der wahrgenommenen Natur.</div><div><br></div><div>Aber unsere Hauptfrage war ja: Wie ist eine Wissenschaft vom Übersinnlichen, wie ist <span class="fs14lh1-5"><i>Metaphysik </i></span>möglich? Kant stellte fest: Der Bereich der Wissenschaft reicht nur so weit wie der Bereich unserer Erfahrungen. Alles, was nicht erfahrbar ist, kann sich nicht auf Wissenschaft berufen.</div><div><br></div><div>Ist also eine Wissenschaft von Gott, vom Übersinnlichen, vom Jenseits unmöglich?</div><div><br></div><div>So weit wollte Kant dann doch nicht gehen. Denn er beobachtete, dass es den Menschen unwiderstehlich danach drängt, über das Erfahrbare in Raum und Zeit hinauszudenken. Der Mensch fragt immer wieder nach der Seele, nach der Welt, nach Gott. Er möchte seine psychischen Erfahrungen bündeln im Begriff der Seele und seine sinnlichen Wahrnehmungen im Begriff der Welt. Und alles, was über das psychisch und sinnlich Wahrnehmbare hinausgeht, schließt die Vernunft zusammen im Begriff eines höchsten Wesens, eines Gottes.</div><div><br></div><div>All diesen Begriffen entsprechen aber keine Erfahrungen. Seele, Welt und Gott sind bloße Ideen der Vernunft. Denn was wir wahrnehmen, sind zwar psychische Stimmungen, aber nicht die Seele. Und auch von der Welt als Ganzer haben wir keine sinnliche Wahrnehmung; wir nehmen immer nur einzelne Dinge der Welt wahr, nicht aber die ganze Welt. Und Gott können wir schon gar nicht mit unseren Sinnen wahrnehmen. Dass es eine Seele, die Welt (als Ganze) und einen Gott gibt, kann deshalb mit Hilfe der Vernunft weder bewiesen noch widerlegt werden.</div><div><br></div><div>Daraus folgt: Die Ideen „Seele", „Welt" und „Gott" gründen in der <span class="fs14lh1-5"><b>reinen </b></span>Vernunft, das heißt in einer Vernunft, die nicht auf Erfahrungen zurückgeht. Es sind also Vernunfterkenntnisse, aber solche, die kein Wissen begründen können. Wir können eine Idee von Gott haben, aber wir können nicht wissen, ob es Gott gibt und wie er ist.</div><div><br></div><div>Dass Gott existiert, kann demnach von der Vernunft nicht bewiesen werden, sondern das kann man nur glauben. Aber auch, dass dieser Glaube ein Irrtum ist, kann von der Vernunft nicht bewiesen werden; auch das kann man nur glauben. Die Existenz Gottes kann</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">auf diesem Wege zwar nicht bewiesen, aber auch nicht widerlegt werden [...] Denn, wo will jemand durch reine Spekulation der Vernunft die Einsicht hernehmen, daß es kein höchstes Wesen, als Urgrund von allem, gebe?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Zitiert nach Weischedel, S. 201)</span></i></span></div><div><br></div><div>Es gibt also kein beweisbares Wissen in dieser Frage. Gerade diese Unfähigkeit der Vernunft aber ermöglicht nach Kant den Glauben. Darum formulierte Kant seinen berühmten Satz:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich mußte [...] das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Zitiert nach Weischedel, S. 211)</span></i></span></div><div><br></div><div>Wo es kein beweisbares Wissen mehr gibt, da kann der unbeweisbare Glaube Fuß fassen. Das war ehrlich von Kant gemeint! Kant war kein Atheist. Er ging ihm wirklich darum, einen Beweis für die Existenz eines Gottes aufzuheben und gerade so ohne jeden Beweis an die Existenz eines Gottes zu glauben. Dieser Glaube kann sich nicht mehr auf ein beweisbares Wissen stützen. Er ist aber nach Kant gegenüber dem Wissen nicht minderwertig, was den Grad seiner Gewissheit anlangt.</div><div><br></div><div>Es bleibt dennoch die Frage: Wie kann denn von Gott etwas Sicheres gesagt werden, wenn es kein durch die theoretische Vernunft beweisbares Wissen von ihm geben kann?</div><div><br></div><div>Kant findet einen Weg dazu: Für den handelnden Menschen gibt es ethische Grundsätze, durch die etwas Göttliches zur Erscheinung kommt. Deshalb beschäftigt sich Kant in seinem zweiten Hauptwerk mit dem ethischen Handeln des Menschen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Kritik der praktischen Vernunft</div><div><br></div><div>In diesem 1788 erschienenen Buch will Kant keine ethischen Grundsätze für unser Handeln aufstellen. Er will uns also nicht sagen, welches Handeln aus Sicht des Philosophen ethisch vertretbar ist und welches nicht. Solche Grundsätze formuliert er in seinem Werk „Metaphysik der Sitten", auf das ich im nächsten Kapitel noch kurz eingehen werde. In der „Kritik der praktischen Vernunft" geht es um die grundsätzliche Frage, wie es überhaupt möglich ist, dass wir uns ethisch angemessen verhalten und welche Rolle unsere Vernunft dabei spielt. Kant untersucht also wieder die Arbeitsweise der Vernunft, diesmal aber nicht in Bezug auf das Aufstellen von Theorien, sondern in Bezug auf das praktische Handeln.</div><div><br></div><div>In seiner Untersuchung der Arbeitsweise unserer Vernunft findet Kant einen Grundsatz, der für das Handeln aller Menschen gelten kann. Dieser Grundsatz ist der berühmte <span class="fs14lh1-5"><i>kategorische Imperativ</i></span>. Er heißt <span class="fs14lh1-5"><i>kategorisch</i></span>, weil er immer und überall gültig und unabhängig von irgendwelchen Bedingungen ist. Die bekannteste Formulierung dieses Imperativs lautet:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Zitiert nach Störig, S. 421)</span></i></span></div><div><br></div><div>Damit ist gemeint: Handle so, dass die Regel dessen, was du tun willst, immer auch ein Gesetz für alle Menschen sein könnte. Wenn du zum Beispiel überlegst, ob du einem anderen etwas wegnimmst oder nicht, dann frage dich: Kann ich wollen, dass allen Menschen das Stehlen erlaubt ist? Wenn du das ablehnst, solltest du auch selber niemandem etwas stehlen.</div><div><br></div><div>Kant meinte, dieser Imperativ sei von der Vernunft jedes Menschen einsehbar und gelte deshalb für jeden Menschen. Weil dieser Imperativ nur von der Vernunft begründet wird und von keinen weiteren Bedingungen abhängig ist, hielt Kant ihn für <span class="fs14lh1-5"><i>autonom</i></span>: Der Mensch macht sich selbst das Gesetz seines Handelns. Jeder Mensch soll autonom, also selbstbestimmt entscheiden, worin die gute Tat besteht. Niemand soll sich durch jemanden außerhalb von sich selbst das Gesetz des Handelns auferlegen lassen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Autonomie </i></span>bedeutet also nach Kant gerade nicht das, was man heute oft darunter versteht: dass ein Mensch seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen folgt und tut, was er will. Autonomie meint vielmehr, dass ein Mensch seinen Willen der vernünftigen Regel unterordnet, die der kategorische Imperativ ausdrückt.</div><div><br></div><div>Weil ein solcher Imperativ, also eine Aufforderung, nur dann Sinn hat, wenn wir ihr auch nachkommen können, geht Kant von der Freiheit des menschlichen Willens aus. Wenn unser Gewissen uns zu einem bestimmten Handeln treibt, dann erheben wir uns nach Kant über die Dimensionen von Raum und Zeit, die die reine Vernunft bestimmen. Dann gehören wir dem übersinnlichen „Reich der Freiheit" an. Dass es diese Freiheit gibt, kann nicht empirisch bewiesen, sondern nur geglaubt werden.</div><div><br></div><div>Aus freiem Willen sollen wir das tun, was unsere Pflicht ist. Kants Ethik ist eine Pflichtenethik. Die Pflicht, die uns unsere Vernunft auferlegt, kann uns auch dazu führen, gegen unsere Neigungen und Wünsche zu handeln.</div><div><br></div><div>An Kants kategorischem Imperativ ist manches zu kritisieren. Er kann z.B. zu verheerenden Ergebnissen führen. So vertritt Kant selbst die Meinung, man dürfe niemals lügen – auch dann nicht, wenn man einem Mörder den Aufenthaltsort seines Freundes verrät, den er ermorden will. Denn nach Kant zählt allein die Gesinnung der Wahrhaftigkeit, nicht aber deren Folgen. Kants Ethik wird deshalb auch Gesinnungsethik genannt: Alles kommt auf die richtige Gesinnung an. Ihr gegenüber steht die Verantwortungsethik, bei der es auf die Folgen des Handelns ankommt.</div><div><br></div><div>Über das Göttliche, das angeblich im menschlichen Handeln aufscheinen soll, habe ich bis jetzt noch gar nichts gesagt. Das folgt im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?immanuel-kant-ueber-vernunft-und-glaube--teil-2-" class="imCssLink">zweiten Teil</a></span> dieses Artikels, in dem ich unter anderem über Kants Werk „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft" schreibe.</div><div><br></div><div class="imTACenter">* * *</div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Im Original: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht im Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Zitiert nach Barth, S. 238.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15"><span class="imUl">Quellen</span>:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Barth, Karl: Die protestantische Theologie im 19. Jahrhundert. Ihre Vorgeschichte und ihre Geschichte. Theologischer Verlag Zürich, 6. Aufl. Zürich 1994. S. 237-278.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Mühling, Markus: Systematische Theologie: Ethik. Eine christliche Theologie vorzuziehenden Handelns. Vandenhoeck &amp; Ruprecht. Göttingen 2012. S. 108-114.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Störig, Hans Joachim: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. Verlag W. Kohlhammer, 12. Aufl. Stuttgart u.a. 1981. S. 396-446.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">Weischedel, Wilhelm: Der Gott der Philosophen. Grundlegung einer Philosophischen Theologie im Zeitalter des Nihilismus. Zwei Bände in einem. Erster Band: Wesen, Aufstieg und Verfall der Philosophischen Theologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt. Darmstadt 1983. S. 191-213.</span><br></li></ul></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 01 Sep 2021 18:56:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ist alle Geschichte in Gott aufbewahrt?]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000BE"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ist alle Geschichte in Gott aufbewahrt?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span> | 29/08/2021</span></div><div><br></div><div>Angenommen, Gott ist die Quelle und Grundlage aller Existenz und somit von allem, was es gibt, dann könnte man davon ausgehen, dass auch alle Erlebnisse und sämtliche Geschichte in Gott für immer vorhanden ist. Dies beträfe dementsprechend natürlich die Vergangenheit.</div><div><br></div><div>Wie sähe es aber mit der Zukunft aus?</div><div><br></div><div>Nun, wir können nur sehr menschlich denken, aber würde Gott auch sämtliche Zukunft voraussehen können oder wollen, wäre es so, als hätte er ein riesiges Spielfeld aufgebaut, welches sich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufteilt. Er könnte bequem in den Teil der Vergangenheit zurückschauen, zu den Spielfiguren und Gebäuden und Ereignissen, die dort aufgebaut wären, ebenso könnte er das für die Zukunft tun.</div><div><br></div><div>Das hieße aber auch, dass es für ihn keine Überraschungen gäbe. Und das ließe dann die Frage aufkommen, warum er überhaupt etwas erschaffen hätte, weil er dann doch alles, was es gibt, schon wüsste. Sämtliche Lebewesen würden zwar irgendwie agieren, es gäbe aber für Gott keine Überraschungen. Wäre das nicht etwas langweilig für Gott? Wäre das in der Unendlichkeit nicht vielleicht sogar ziemlich langweilig, vor allem für jemanden, der so kreativ ist, wie wir es von Gott vermuten?</div><div><br></div><div>Wie gesagt, das ist natürlich sehr menschlich gedacht und läuft zugunsten einer freiwilligen Selbstbeschränkung Gottes dessen theologisch postulierter Allwissenheit entgegen. Aber falls man diesem Gedanken folgen möchte, hätte man hierin auch eine mögliche Erklärung und Lösung der christlichen Theodizeefrage, der Frage also, weshalb es überhaupt Leid in und auf der Welt gibt. Das Leid würde deswegen existieren, weil Gott alle Existenz so geschaffen hätte, dass die Zukunft bedeutungsoffen ist und von den von ihm mit eigenem Willen und eigenen Entscheidungmöglichkeiten geschaffenen Lebewesen selbst gestaltet und gesteuert werden kann.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von <span class="imUl"><a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span>.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 29 Aug 2021 10:47:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?ist-alle-geschichte-in-gott-aufbewahrt-</link>
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			<title><![CDATA[Von der Heimatlosigkeit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000BD"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Von der Heimatlosigkeit</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Über Ida Friederike Görres</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/08/2021</span></div><div><br></div><div>Auf einem antiquarischen Wühltisch fand ich vor einigen Monaten sechs dünne Heftchen, im Format kleiner als DIN-A 6, gedruckt auf leicht braunem und verwittertem Papier und jeweils mit einer Klammer geheftet oder sogar nur mit ineinandergelegten Blättern. Alle Heftchen stammen aus dem Jahr 1945. Die Texte wurden also unter dem unmittelbaren Eindruck des Krieges geschrieben und vom katholischen Herder-Verlag herausgegeben.</div><div><br></div><div>Beim Lesen theologischer Texte, die in den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und seiner grauenhaften Folgen entstanden sind, habe ich schon mehrfach den Eindruck gewonnen, dass diese Texte – jedenfalls nach meinem Empfinden – viele neuere theologische Texte an Tiefgang und Glaubensstärke bei weitem übertreffen. Ich schließe daraus, dass gerade die Erfahrungen schweren Leids Menschen zu einem vertieftem Glauben und Nachdenken führen können.</div><div><br></div><div>Eins der Heftchen, die ich auf dem Wühltisch fand und für 40 Cent das Stück kaufte, enthält einen Text der katholischen Schriftstellerin Ida Friederike Görres, die ich bis dahin gar nicht kannte. Aber der Titel ihrer Schrift „Von der Heimatlosigkeit" hatte mein Interesse geweckt (Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 1945).</div><div><br></div><div>Ida Friederike Görres (1901-1971) war <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ida_Friederike_G%C3%B6rres" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span> zufolge keine Theologin. Sie studierte Geschichte und Kirchengeschichte und arbeitete beim Katholischen Bildungswerk sowie als freie Schriftstellerin. Dass sie Schriftstellerin war, zeigt sich deutlich an ihrer Art zu schreiben.</div><div><br></div><div>Die folgenden Textauszüge und Interpretationen decken – im Angesicht des Zweiten Weltkriegs – schonungslos die menschliche Gottlosigkeit und Schuldverfallenheit auf. Dies zu akzeptieren ist nur möglich, wenn man von Gottes Vergebung aller Schuld ausgeht. <span class="fs14lh1-5"><b>Vor</b></span> aller Einsicht in die menschlichen Schuld steht der gnädige und vergebende Gott, der nur darauf wartet, dass wir seine Gnade annehmen. Diese Gnade ist die Klammer vor den folgenden Ausführungen. Die folgenden Ausführungen stehen <span class="fs14lh1-5"><b>in</b></span> der Klammer und erhalten ihr Vorzeichen durch das, was <span class="fs14lh1-5"><b>vor</b></span> der Klammer steht: Gottes unendlich große Gnade.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Gottes Botschaft an uns in höchster Not</div><div><br></div><div>Ida Friederike Görres beginnt ihre kleine Schrift mit der Feststellung, dass die Gräuel des Krieges uns die Frage nach dem Sinn dieses Geschehens aufzwingen. Es ist wohl im Menschen angelegt, nach dem Sinn von Ereignissen zu fragen – gerade auch von Ereignissen großer Not und Zerstörung, wie es ohne Zweifel der Krieg war. Für Görres ist das Erlebte nicht nur ein allgemeiner „Weckruf zu Besinnung und Umkehr" (so wie man es heute beispielsweise über die spürbaren Folgen des Klimawandels hört), sondern</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">eine besondere Botschaft Gottes, welche [...] die Wurzel des Geschehenden bloßlegt und somit auch den Weg zu seiner Überwindung andeutet. (S. 3)</span></i></span></div><div><br></div><div>Es gehört schon einiger Mut dazu, das durch den Krieg verursachte unsägliche Leiden, die Millionen Geschundenen und Gestorbenen, als Botschaft Gottes zu verstehen. Ich weiß nicht, ob es heute noch möglich wäre, so zu reden. Vielleicht aber gehört gerade ein so grauenvolles Geschehen wie der Krieg dazu, die Frage nach Gott und seiner Botschaft wieder aufleben zu lassen. Die Alternative wäre ja wohl, ein solches Geschehen menschlichen Deutungen zu überlassen, die einander sicher widersprechen würden. Man würde keinen allgemein anerkannten Sinn finden. Damit aber würde man das Ereignis der Sinnlosigkeit preisgeben.</div><div><br></div><div>Görres zufolge fragt sich gerade ein „Leidender und Geprüfter" (S. 3) angesichts der menschlichen Zerstörungswut,</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">ob das nicht [...] äußerlich hervortretende Zeichen eines Übels sind, welches im innersten Kern und Gewebe menschlichen Daseins haust. Dieses Innerste aber ist das Gottesverhältnis. [...] In Ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir, nach Seinem Bild und Gleichnis sind wir erschaffen und mit unsrer ganzen Natur auf den Einklang mit Ihm ausgerichtet. [...] Was Wunder also, daß es furchtbare und deutliche Rückschläge auf das menschliche Dasein geben muß, wenn dieser ursprünglichste Bezug vernachlässigt, verletzt, versehrt wird? (S. 4)</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn es stimmt, dass wir auf den Einklang mit Gott ausgerichtet sind, dann muss das Verlassen dieses Einklangs dazu führen, dass nicht nur die Gottesbeziehung leidet, sondern dass auch die zwischenmenschlichen Beziehungen leiden. Wenn wir nach dem Bild Gottes geschaffen sind, dann führt das Verlassen dieses Bildes zwangsläufig dazu, dass das Bild des Menschen zu einer unmenschlichen Fratze wird. Das gilt heute nicht weniger als vor 76 Jahren.</div><div><br></div><div>Das ist das Wahrheitsmoment der Rede vom Gericht Gottes. Gottes Gericht ist keine blindwütige Strafe um des Strafens willen, so wie es manchmal verkündet wird. Gott straft nicht, um zu zerstören, sondern er redet zu uns auch durch geschichtliche Ereignisse, um etwas Neues entstehen zu lassen: neue Gedanken, neuen Glauben, neue Handlungsweisen. Gottes Gericht ist der Ruf zur Umkehr, der Ruf, zum Einklang mit Gott zurückzukehren.</div><div><br></div><div>Gott freut sich nicht, wenn wir leiden müssen. Er will zum Beispiel keinen Krieg. Aber er kann uns durch das Leid, das ein Krieg mit sich bringt, zur Umkehr rufen. Dass wir leiden, ist also nicht Gottes Wunsch und Absicht. Es liegt aber in der Natur der Sache: Unser eigenes Handeln schlägt auf uns zurück und stürzt uns ins Leid (Ps 7,16f; Spr 26,27). Leider ist das manchmal die einzige Sprache, die wir verstehen.</div><div><br></div><div>Ich behaupte keinesfalls, dass <span class="fs14lh1-5"><b>jede</b></span> Not Gericht Gottes ist. Aber es gibt Nöte, die uns deutlich zur Umkehr aufrufen – so deutlich, dass sogar ganz unreligiöse Menschen von einem „Weckruf" sprechen.</div><div><br></div><div>Wir müssen uns jedenfalls nicht wundern über Kriege und Hungersnöte, über Hass und Lüge, über eine brennende und von Fluten überschwemmte Welt. Es ist die Folge der Abkehr von unserer Wurzel, von der Quelle des Lebens. Doch ist diese Einsicht verloren gegangen. Anstatt sich zur Umkehr rufen zu lassen, wertet der von Gott entfremdete Mensch seine Nöte als Beleg dafür, dass es einen liebevollen Gott nicht geben könne. Das ist die Verkehrung der Wahrheit in ihr Gegenteil: Die Menschen machen Gott für die Not verantwortlich, die ihren Grund in ihnen selbst hat. Die eigene Schuld wird auf Gott abgewälzt und in der Folge davon wird bestritten, dass er überhaupt existiert. Görres zitiert, was im Johannesevangelium geschrieben steht:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">„Das Licht leuchtete in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen. Er kam in Sein Eigentum, und die Seinen nahmen Ihn nicht auf." (S. 5)</span></i></span></div><div><br></div><div>Doch es gibt auch eine Gegenbewegung: Gerade in höchster Not kann es geschehen, dass der Mensch seine Schuld erkennt und vor Gott bekennt.</div><div><br></div><div>Aber was genau ist passiert? Wie kann es zu den Auswüchsen von Hass, Gewalt und Gleichgültigkeit kommen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Gottes Heimatlosigkeit auf Erden</div><div><br></div><div>Görres beschreibt, wie schon in den Weihnachtsgeschichten der Evangelien die Heimatlosigkeit Jesu Christi deutlich wird:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die vergebliche Obdachsuche der Eltern vor verschlossenen Türen, die Geburt in der Höhle bei den Tieren, „denn in der Herberge war kein Platz für Ihn", die Verfolgung des unschuldigen Kindes, die langen Jahre in der Fremde [...] Die Geschichte Jesu ist die Geschichte der Heimatlosigkeit Gottes auf Erden. (S. 6)</span></i></span></div><div><br></div><div>Was damals Wirklichkeit war, geschieht auch heute:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Seit einigen Menschenaltern erleben wir [...] die Vertreibung Gottes aus dem Reich der Menschen. Wir können es nicht leugnen: Gott ist wieder ein Fremdling geworden unter uns. [...] Er wohnt noch bei uns, ja, aber wie sehr als Fremdling! Nicht einmal mehr als Gast, sondern wie ein aufgedrängter, ein lästiger, ein geduldeter, ein unerwünschter Fremdling; einer, von dem man nur erwartet, daß er sich bescheidet, ja keine Ansprüche macht, daß er so wenig auffällt wir nur möglich. Ist es nicht so, daß nirgend Raum ist für Gott und Sein Wort, Seine Wahrheit? Welche eifersüchtige, wachsame, ängstliche und mißtrauische Sorge erfüllt die Welt, daß Gott nur ja nicht zu viel Platz einnehme – [...] daß die Beschäftigung mit Ihm nichts, aber auch ja nichts beeinträchtige von dem, was den Menschen tausendmal wichtiger ist als Er selbst! (S. 8f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Man ist geneigt, das als übertrieben anzusehen oder zumindest sich selbst von dieser Darstellung auszunehmen. „Nein, in unseren Kirchen und Gemeinden ist Gott doch kein Fremdling!" möchte man einwenden. Doch urteilen wir nicht zu schnell. Möchten wir wirklich, dass er uns hereinredet in das Leben, in dem wir es uns bequem eingerichtet haben? Nehmen wir es ernst, was Jesus in der Bergpredigt auch uns ins Stammbuch schrieb? Sind wir bereit, unseren Lebensstil radikal zu verändern?</div><div><br></div><div>Ich möchte nur dazu anregen, sich selbst zu fragen. Es könnte ja sein, dass Jesus uns ein guter Freund ist, solange er unsere Ansichten und Lebensgewohnheiten teilt. Es wäre möglich, dass wir ihn gern an unserer Seite haben, solange er uns für die Guten hält, für die wir uns selber halten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir uns unseren Lebensplan zurechtgelegt haben und davon ausgehen, dass er seinen Segen dazu gibt, ohne danach zu fragen, ob unser Lebensplan seinen Segen eigentlich verdient hat. Ja, zum Glauben gehört es auch, ernsthafte Fragen an sich selbst zu stellen.</div><div><br></div><div>Aber das, so möchten wir einwenden, ist doch wirklich übertrieben, dass „nirgend Raum ist für Gott und Sein Wort". Es klingt tatsächlich hart: nirgends Raum für ihn? Wirklich nirgends? Sollen wir uns in dieser Weise selbst fertigmachen? Doch Görres will uns gewiss nicht fertigmachen. Sie will uns aus unserer Selbstgewissheit herausreißen, damit wir uns fragen, wie ernst wir Gottes Wort wirklich nehmen; ob es nicht unser eigenes Wort ist, das wir da hören und für Gottes Wort ausgeben; ob wir nicht sein Wort, sobald wir es hören, so umdeuten, dass es in unsere Lebensplanung passt. Spielen wir, die Ohren verstopft, Stille Post mit Gottes Wort? Das zu fragen muss erlaubt sein.</div><div><br></div><div>Die Antwort von Görres, unter dem Eindruck des Krieges gegeben, hört sich so an:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ja, Gott ist wahrlich ein Fremdling unter uns geworden [...], der von unsrem guten Willen, ja unsrer guten Laune abhängt, [...] immer unter der einen Verpflichtung, Abstand zu halten: den Alteingesessenen nicht unbequem zu werden, denen, die das Recht haben, da zu sein. (S. 10)</span></i></span></div><div><br></div><div>Ob das zutrifft oder nicht, kann nur jeder Mensch für sich selbst beantworten. Jedenfalls aber kann man auch die Christinnen und Christen als die „Alteingesessenen" verstehen, als die immer schon im Reich Gottes Wohnenden, „die das Recht haben, da zu sein." Wenn auch Görres hier wohl auf die Vertriebenen anspielt, die in Deutschland eine neue Heimat suchten und nicht überall willkommen waren, können wir das auch auf unser vermeintliches Recht beziehen, einen Platz im Reich Gottes zu haben. Als ob es dazu ein Recht gäbe! Als ob wir die „drinnen" sind und die anderen natürlich die „draußen"! Als ob wir, die wir uns Christen nennen, wirklich – und das heißt <span class="fs14lh1-5"><b>radikal </b></span>– besser wären als die anderen!</div><div><br></div><div>Gottes Heimatlosigkeit auf Erden ist nach der Analyse von Görres der erste Grund dafür, dass auf Erden so Vieles im Argen liegt.Der zweite Grund besteht darin, dass wir das, was Gott uns geben will, verachten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Das Verschmähen der himmlischen Heimat</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Wohnungen im Hause des Vaters sind nicht nur vergessen worden, sondern verschmäht: für überflüssig erklärt, mehr noch als für unwirklich: wir wollten sie nicht, selbst wenn es sie gäbe, wir brauchten sie nicht, wir machten uns die Erde schön und reich genug, um lachend auf den Himmel verzichten zu können, mit einem Nein, das nicht Verzicht war, sondern Hohn. [...] Die irdische Heimat wurde zum Gegenbild der ewigen, zur Burg der Verneinung, in die man sich gegen den Anspruch des Ewigen verschanzte; [...] mit Bedacht wurden die irdischen Wurzeln: Volk, Scholle, Vaterland, unter die Götzen erhoben. (S. 12f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Zuerst also haben wir Gott zum Heimatlosen erklärt in seiner Schöpfung: „Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht auf" (Joh 1,11). Sodann haben wir den Ort, an den er uns geleiten will, die himmlische Heimat, für entbehrlich erklärt und uns stattdessen in der Welt, in der irdischen Heimat, eingerichtet – so gut eingerichtet, dass wir meinten, nichts anderes zu brauchen.</div><div><br></div><div>Nun werden viele Christenmenschen behaupten, dass ihnen das ewige Leben, die „Wohnungen im Hause des Vaters", entscheidend wichtig sind. Ja, wir bekennen uns dazu: „Ich glaube an das ewige Leben." Doch fragen wir uns ruhig einmal: Ist uns das irdische Leben wirklich zweitrangig gegenüber dem himmlischen? Und: Bildet unser irdisches Leben schon jetzt den Weg zum großen Ziel ab? Leben wir so, dass unser irdisches Leben ein überzeugendes Gleichnis des himmlischen Lebens ist?</div><div><br></div><div>Es ist nicht selten, dass ein Widerspruch besteht zwischen dem, was wir mit Worten bekennen, und dem, was wir mit Taten bezeugen. Wir erleben gegenwärtig in Deutschland, dass Christinnen und Christen die Größen Volk, Vaterland und Heimat für entscheidend wichtig in ihrem Glauben halten. Sie fordern von den Kirchen, diese Größen stärker zu betonen. Sie meinen, damit ihre Heimat gegen fremde Einflüsse zu verteidigen. Die irdische Heimat tritt in den Mittelpunkt.</div><div><br></div><div>Und letztlich haben wir alle unserem Volk, unserer Heimat den Vorzug gegeben gegenüber anderen Völkern und Heimatländern. Der größte Teil des Kuchens sollte uns gehören; die anderen sollten sich mit den Brotkrumen begnügen. Wir haben Jahrzehnte über unsere Verhältnisse gelebt und es zugelassen, dass andere Völker in lebensunwürdigen Verhältnissen lebten. Dann haben wir uns gewundert darüber, dass sie zu uns strömten und ihren Teil am großen Kuchen einforderten – und haben die Grenzen geschlossen.</div><div><br></div><div>Und schließlich: Wir haben unsere irdische Heimat so sehr malträtiert, dass sie nun in Flammen steht. Es ist eine andere Art von Krieg.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nun sehen wir in ungeheuren flammenden Bildern, wie das Nein, das der Mensch in unbegreiflichem Hochmut und Trotz gegen die ewige, die himmlische Heimat, die ihm bereitstand, gegen die Wohnung im Hause des Vaters geschleudert hat, ihm selbst die irdische Heimat geraubt und zerstört hat. Das Unsichtbare kommt zuerst, aus ihm ersteht die Sichtbarkeit. (S. 15)</span></i></span></div><div><br></div><div>Der letzte Satz ist theologisch bedeutsam: Nicht das Sichtbare, nicht unser Handeln, nicht die Ethik ist das erste, das Fundament eines guten Lebens. Sondern ein gutes Leben, das Glück des Seins gründet im Unsichtbaren, in der Beziehung, die wir zu Gott und Jesus Christus haben. Heute wird es oft – auch von Glaubenden – vertauscht. Sie sagen: „Wenn wir ethisch verantwortlich handeln, ist alles gut." Aber es ist nicht gut. Wir können gar nicht ethisch angemessen handeln, ohne dass Gott uns dazu ausrüstet. Das Unsichtbare, die Gottesbeziehung – also Gottes Beziehung zu uns – steht am Anfang, und das Sichtbare folgt daraus.</div><div><br></div><div>Der dritte Gedanke von Görres knüpft daran an: Die Liebe zwischen Gott und Mensch ist das Unsichtbare; die Liebe der Menschen untereinander ist das Sichtbare.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Das Ersetzen der Liebe Gottes</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die erste, die Urgemeinschaft ist die von Gott und Mensch. [...] So ist auch alle Zusammengehörigkeit und Verbundenheit von Menschen untereinander zuerst und zuletzt Abbild, Gleichnis und Zeichen des Ur-Bundes der Liebe Gottes zum Menschen; [...] alle Liebe, alle Freundschaft ist Zeugnis und Spiegel der ewigen Liebe [...] Auch diese Wirklichkeit haben wir vergessen, geleugnet, zurückgestoßen, ja verachtet. (S. 15f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Damit äußert Görres einen Gedanken, der weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Sie spielt auf die biblischen Stellen an, an denen die Ehe als Gleichnis für das Verhältnis der Menschen zu Gott gebraucht wird (z.B. Hos 2,4.21f; 2Kor 11,2; Eph 5,22-33). Und tatsächlich: Wenn wir nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten Gott bezeugen sollen, dann muss sich doch in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen etwas spiegeln von der Beziehung zwischen Gott und den Menschen. So kann man alle zwischenmenschliche Liebe, besonders in Ehe und Freundschaft, als Abbild, Gleichnis und Spiegel der ewigen Liebe verstehen.</div><div><br></div><div>Doch nach Görres' Analyse hat sich auch hier eine verhängnisvolle Entwicklung vollzogen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir haben eine Liebe zueinander erfunden, eine Liebe zur Menschheit, zum Menschen, zu den Volks- oder Klassengenossen, welche bewußt Ersatz und Verdrängung christlicher Liebe zu Gott und den Brüdern sein sollte, bewußt und ausdrücklich solche Liebe überflüssig machen, gleichsam aufsaugen wollte, gegen sie zeugen, ohne sie sättigen. Liebe als Protest gegen Liebe, welch ein Irrweg! Liebe zu Menschen, die einem tiefen, verborgenen Haß gegen Gott entsprang! Liebe zueinander, die Raub an Gott war, statt aus Ihm zu entspringen und in Ihm zu münden, Liebe, die mit Absicht die Erbarmung Gottes durch menschliche „Erlösung" ablösen, übertrumpfen, beschämen, ja Lügen strafen wollte [...] Alle Liebe [...] sollte ausdrücklich von Gott abgezogen und auf den Menschen gelenkt werden, ohne Seinen Segen, außer Seiner Ordnung blühen und Frucht tragen, Ihm zum Trotz und Gegenzeugnis. Diese Liebe, in der die Vertreibung Gottes aus der Welt ihren letzten und höchsten Triumph feiert, sollte die Welt zum Glücksreich umschaffen, die Menschheit einen [...] Wie weit es ihr gelungen ist, erleben wir heute. (S. 16f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Görres hat die nationalsozialistische Ideologie mit ihrer Verherrlichung der Volksgemeinschaft im Blick. Aber Liebe steht auch heute hoch im Kurs. Es ist jedoch nicht die Liebe, die in der Liebe Gottes zu uns ihren Grund hat und ihren Segen findet, sondern die von der Gottesbeziehung abgelöste Liebe. Wo aber der Mensch meint, ohne Gottes Liebe lieben zu können, ist Gottes Liebe für ihn entbehrlich geworden. Wo wir von uns aus lieben können, brauchen wir keine Befreiung mehr von unserer Unfähigkeit zu lieben. Erlösung von unserer Sündenverstrickung ist dann überflüssig. Wir benötigen keine Neugeburt mehr und kein Reich Gottes, wenn wir selber „die Welt zum Glücksreich umschaffen" können. Doch wie weit haben wir es mit unserer Liebe gebracht?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Da der Quell der Liebe versiegte, wuchsen die Mächte des Hasses, der Feindschaft und der Zerstörung ins Übergroße. Hemmungslos ist alles geworden, was Menschen trennt und im Bösen aufeinanderhetzt. (S. 18)</span></i></span></div><div><br></div><div>Wir erleben in Westeuropa gegenwärtig weder Krieg noch Naziherrschaft. Aber überall dort, wo Menschen ungestraft Macht ausüben können, zeigen sich auch heute die hemmungslosen „Mächte des Hasses, der Feindschaft und der Zerstörung": nicht nur in diktatorischen Regimen und im hemmungslosen Lügen (Fake-News), sondern zum Beispiel auch in der Welt der sozialen Medien mit ihrer Fülle an anonymen Hass-Kommentaren und Shit-Storms.</div><div><br></div><div>Wo wir uns von Gottes Liebe lösen und sie zu ersetzen versuchen durch unsere eigene Liebe, dort sind – wo Gott selbst dem nicht Einhalt gebietet – dem Hass und der Zerstörung Tür und Tor geöffnet.</div><div><br></div><div>Man könnte das Wirken dieser zerstörerischen Mächte mit der Frage verbinden, warum Gott sie gewähren lässt. Görres hätte sicher genug Gründe gehabt, aus den Grauen von Naziherrschaft und Krieg den Schluss zu ziehen, dass ein liebevoller Gott nicht existiert. Sie bewertet das Grauenhafte jedoch überraschend anders.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Gott im Leid bezeugen und ehren</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Meer von Leid [...] ist gerecht, es ist notwendig, denn so ist die Schöpfung eben mit Gott verbunden, so ist die Wirklichkeit. [...] Unsere Heimatlosigkeit und das Leid unsrer Abschiede und Trennungen bezeugt und ehrt die Gerechtigkeit wie die Majestät Gottes, und darum sollen wir in unser Los einwilligen, wie wir in jedem andern Fremden, Getroffenen die Heimatlosigkeit Gottes erkennen und ehren und, soweit wir können, ihr dienen sollen. (S. 18f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Was ist damit gesagt? Görres spricht nicht vom Krieg und millionenfachen Mord. Sie spricht aber von dem millionenfachen Leid, das damit über die Welt gekommen ist. Und sie sagt, dass dieses Leid die Gerechtigkeit und Majestät Gottes bezeuge und ehre. Wie das?</div><div><br></div><div>Das durch uns selbst verursachte Leid bezeugt, dass wir uns vor Gott verantworten müssen, dass er sich nicht spotten lässt (Gal 6,7) und unser Handeln Folgen hat. Insofern müssen wir ihn ehren, so oder so: entweder mit unserer Freude oder mit unserem Leid. Wir kommen an Gott nicht vorbei und werden ihn nicht los, auch dann nicht, wenn wir ihm keine Heimat in der Welt gewähren. Ob wir wollen oder nicht: Wir bezeugen und ehren seine Gerechtigkeit, seine Herrschaft über die Welt entweder mit unserem Wohlergehen oder mit unserem Leiden. Beides hat seinen Grund darin, dass die Schöpfung, dass unsere Wirklichkeit sich nicht von Gott trennen lässt und jede Tat auf uns selbst zurückfällt.</div><div><br></div><div>Trotz vieler Jahre theologischen Studiums war mir dieser Gedanke neu. Er scheint heute kaum denkbar zu sein. In unserem relativen Wohlstand sind wir geneigt, jedes Leid als <span class="fs14lh1-5"><b>Anfrage </b></span>an Gottes Liebe zu verstehen. In der Zeit von Krieg, Zerstörung und Tod war es offensichtlich möglich, das Leid als <span class="fs14lh1-5"><b>Zeugnis </b></span>für Gottes Gerechtigkeit zu deuten, die in seiner göttlichen Majestät wurzelt. Diese Majestät können wir nicht umgehen, so sehr wir uns auch darum bemühen.</div><div><br></div><div>Gerade in diesem Zeugnis sieht Görres die Wurzel der Erneuerung.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Wieder Heimat finden und Heimat bauen</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Da wir die Wurzeln und Grundübel erkennen, sollte in dieser Einsicht nicht auch ein Weg zur Heilung sich abzeichnen? Wir müssen Gott heimholen. „Allen aber, die Ihn aufnahmen, gab Er Macht, Kinder Gottes zu werden." [...] Nehmen wir Ihn auf, o heißen wir Ihn willkommen, in unsern armen, verwaisten und beraubten Herzen, in der schreckenden Verkleidung Seines allheiligen und rätselhaften Willens oder in der Gestalt der Obdachlosen, in denen Er, der Heimatlose, noch immer sichtbar durch die Länder geht. [...] So mag es sein, [...] daß wir wieder Heimat finden und bauen dürfen, als Versprechung und Vorgeschmack der ewigen Wohnungen. (S. 19f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Was bis hierher gesagt wurde, dient nicht etwa dazu, den Menschen zu erniedrigen und ihm seine Würde zu nehmen. Im Gegenteil: Die Einsicht in das eigene Versagen, in die abgrundtiefe Schuld dient einzig und allein dazu, dass wir Gott aus seiner Verbannung heimholen und in unseren Herzen willkommen heißen.</div><div><br></div><div>Dabei begegnet uns Gott nach Görres in zweifacher Gestalt: „in der schreckenden Verkleidung Seines allheiligen und rätselhaften Willens" und „in der Gestalt der Obdachlosen". Es geht um zwei Dinge: Wir sollen Gottes Willen akzeptieren, sei er auch rätselhaft und für uns unbegreiflich. Und wir sollen den Heimatlosen der Welt, in denen Gott sichtbar ist, Heimat gewähren. Wenn wir Gottes Willen und die Heimatlosen bei uns aufnehmen, dann kann es geschehen, dass wir wieder Heimat für uns selbst finden und für andere Heimat bauen und dass wir so die ewigen Wohnungen schon jetzt widerspiegeln.</div><div><br></div><div>Wie das geschehen kann?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir müssen [...] den Weg des Gebetes finden und den Weg der dienenden und helfenden Liebe. (S. 21)</span></i></span></div><div><br></div><div>Im Gebet vertrauen wir uns dem Willen Gottes an und erbitten von ihm Kraft, seinen Weg mitzugehen. In der Liebe geben wir uns dem Mitmenschen hin und dienen ihrem Leben. Görres weiß, wie schwer das für uns ist. Sie weiß um „die Anfechtung der Verzweiflung", die angesichts des Bösen jede Hoffnung aufgeben will, dass das Gute doch noch den Sieg erringen kann. Doch es gibt eine Gegenmacht gegen diese Anfechtung:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gewaltig erhebt sich dagegen die Zuversicht auf die Allmacht der Liebe, welche auf Erden offenbar wird durch das armselige, wankende Menschenherz. Wie sehr gilt hier das Wort: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben." (S. 21f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Die knapp 23 Seiten dieser auf altem, verwitterten Papier gedruckten kleinen und unscheinbaren Blätter haben mich beeindruckt – vor allem deshalb, weil der Text aus den Erfahrungen des Krieges und der äußersten Not heraus geschrieben wurde. Trotz dieser Erfahrungen war es keine Absage an Gott, sondern war durchglüht von dem Glauben an den, der Wohnung bei uns nehmen will und von uns in die Heimatlosigkeit verbannt wird. Es war eine Absage an den Menschen und zugleich eine Hoffnung für ihn, die gerade dann deutlich wird, wenn der Mensch seine Schuldverfallenheit erkennt und anerkennt.</div><div><br></div><div>Wir Westeuropäer genießen bessere Zeiten. Aber das heißt nicht, dass wir besser sind. Die Bedrohungen sind für alle, die sehen wollen, sichtbar. Und sie rücken näher an uns heran. Darum gilt es auch für uns, uns die dunklen Abgründe unserer Schuld <span class="fs14lh1-5"><b>wirklich </b></span>bewusst zu machen und nach der geheimnisvoll-abgründigen Gegenwart Gottes in der Welt zu rufen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Da wir die Nichtigkeit unserer Kräfte erfahren, liegen wir dem Wunder wieder offen: ein Abgrund ruft dem andern, die Heimatlosigkeit des Menschen die Heimkehr Gottes in die Welt. (S. 23)</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 24 Aug 2021 17:34:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gottes Winke und die Geduld]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000BC"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gottes Winke und die Geduld</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 22/08/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es gibt wichtige Entscheidungen, bei denen ich manchmal nicht weiß, wie ich mich entscheiden soll. Trotz aller Überlegungen komme ich nicht weiter. Dann bitte ich Gott, er möge mir einen Wink mit dem Zaunpfahl geben. Oder auch nur mit einem Pfählchen. Jedenfalle hoffe ich, dass er irgendwie meine Gedanken in die richtige Richtung lenkt.</div><div><br></div><div>Leider habe ich manchmal das Gefühl, dass Gott mit unterschiedlichen Pfählen winkt, also in unterschiedliche Richtungen weist.</div><div><br></div><div>Ich könnte auch sagen: Gott drückt sich nicht deutlich aus. Es scheint mir, als zeige er mal in die eine Richtung, mal in die andere.</div><div><br></div><div>Was soll ich davon halten? Weiß Gott auch nicht, wo's langgeht?</div><div><br></div><div>Das will ich jetzt mal nicht annehmen.</div><div><br></div><div>Oder nuschelt Gott so unverständlich, dass man ihn wirklich nicht verstehen kann?</div><div><br></div><div>Ich glaube schon, dass er eine deutliche Sprache spricht.</div><div><br></div><div>Eine dritte Überlegung ist viel dramatischer: Gibt es Gott vielleicht gar nicht?</div><div><br></div><div>Das mag ich nun aber erst recht nicht annehmen. Wenn <span class="fs14lh1-5"><b>ich </b></span>nicht gleich eine deutliche Wegweisung Gottes empfange, kann das doch wohl kein Beweis dafür sein, dass es <b><span class="fs14lh1-5">I</span><span class="fs12lh1-5">HN</span> </b>nicht gibt.</div><div><br></div><div>Wenn ich diesen Schluss ziehen würde, dann würde ich mich doch wirklich ein bisschen zu ernst nehmen.</div><div><br></div><div>Die vierte Möglichkeit würde besagen: Ich interpretiere Gottes Winke oder das, was ich für seine Winke halte, nicht richtig.</div><div><br></div><div>Dann liegt der Schwarze Peter bei mir. Und wie werde ich ihn wieder los?</div><div><br></div><div>Dazu brauche ich wohl etwas Geduld. Geduld fällt mir schwer. Aber es nützt alles nichts.</div><div><br></div><div>Geduld (oder „Langmut") ist auch ein biblisches Thema. Dabei geht es zum einen um Gottes Geduld mit uns (z.B. Ex 34,6; Neh 9,30; Ps 86,15; Joel 2,13; Röm 15,5). Zum anderen geht es aber um unsere eigene Geduld (z.B. Lk 8,15; 21,19; Röm 2,7; 5,3f; 8,25; 2Kor 1,6; 6,4; Hebr 10,36). Wir sollen gerade in schwierigen Situationen geduldig sein – getrost abwarten, bis Gott uns weiterhilft.</div><div><br></div><div>Wenn Gott mit <span class="fs14lh1-5"><b>uns </b></span>Geduld hat, sollten <span class="fs14lh1-5"><b>wir </b></span>dann nicht auch Geduld aufbringen, bis seine Hilfe uns erreicht?</div><div><br></div><div>Wenn ich zurückblicke, muss ich sagen: Eigentlich hat mich Gott immer gut geleitet. Es gibt zwar auch Dinge, bei denen ich denke: Da wäre eine andere Entscheidung besser gewesen. Aber wer weiß schon, ob das stimmt?</div><div><br></div><div>Jedenfalls lohnt sich Geduld bei Gott immer. Er wird <span class="fs14lh1-5"><b>zu seiner Zeit</b></span> deutlich reden und weiterhelfen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 22 Aug 2021 10:14:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Vom Glauben in der Angebotsgesellschaft]]></title>
			<author><![CDATA[Michael Kröger]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000BB"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Vom Glauben in der Angebotsgesellschaft</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="http://mikroeger.de/" target="_blank" class="imCssLink">Michael Kröger</a></span> | 18/08/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Was passiert eigentlich in unserer Gesellschaft, in der ja inzwischen alles und jedes in Form von <span class="fs14lh1-5"><b>Angeboten</b></span> zu den Kunden gebracht wird? Politiker machen Impfangebote, Warenhäuser Sonderangebote und ja, die Bibel hat bekanntlich ihre zehn Gebote im Angebot. So gesehen leben wir – zumindest sprachlich – im Land der aufgeklärt Glückseligen. Wir können uns vor lauter Angeboten kaum noch retten.</div><div><br></div><div>Bei so vielen Optionen und Angeboten heißt es vor allem einen kühlen Kopf bewahren: aus den vielen Angeboten auszuwählen und dann "nach Herzenslust zu genießen": die eigene Gesundheit, den neuesten Computer und dazu noch ein möglichst reines Gewissen, ein Leben ohne Scham und Angst. Ein derartiges Leben in dieser <span class="fs14lh1-5"><b>Angebotsgesellschaft </b></span>macht es uns leicht: buchstäblich alles wird möglichst niederschwellig vermarktet, wir können uns jederzeit auf der sicheren Seite des Lebens fühlen.</div><div><br></div><div>Doch dieses kollektive <span class="fs14lh1-5"><i>easy living</i></span> verkennt natürlich, dass das westliche Leben, unser Leben ja doch auch aus vielfältigen Zumutungen besteht. Vor allem die heutige Politik, allen voran die Vorsitzenden der Parteien, kultivieren – seit wann eigentlich? – eine Strategie der <span class="fs14lh1-5"><b>Zumutungslosigkeit </b></span><span class="fs14lh1-5"><i>(so gerade in DIE ZEIT vom 12.8.2021, S. 3)</i></span>. Von Gefahren, Risiken, Einschränkungen und allen anderen, von uns gut verdrängten, existenziellen Unwägbarkeiten des Lebens wird ausdrücklich nichts kommuniziert – oder nur dann, wenn es sich, wie bei der jüngsten Flutkatastrophe, nicht länger vermeiden lässt.</div><div><br></div><div>Eine <span class="fs14lh1-5"><b>Zumutung </b></span>der westlichen liberalen Demokratien liegt bereits darin, dass PolitikerInnen es längst nicht mehr wagen, ihren künftigen Wählern auch Unangenehmes wie etwa die Kosten für den Klimaschutz oder den schon lange überfälligen Umbau des Sozialstaates zuzumuten. Ist Gerechtigkeit nicht auch Bedingung dafür, der Wahrheit ins Auge zu sehen? Stattdessen wird &nbsp;Politik permanent auf wenige schnell konsumierbare Formeln heruntergebrochen; die wahren Zumutungen, die etwa eine angemessene Klima- oder Sozialpolitik bringen wird, will keiner hören, vor allem nicht in Form ihrer banalisierten Botschaften. Der Status von Politik gilt permanent dem "Stand jetzt", erforderlich wäre aber ein Blick für einen Zeithorizont von mindestens der nächsten 30 - 40 Jahre. Was für eine Herausforderung an die Weitsicht von heutigen EntscheiderInnen ...</div><div><br></div><div>Eine Zumutung bezeichnet eigentlich eine Frechheit, eine Respektlosigkeit. Die Frage, was nun in meinem Leben eine Zumutung darstellt, wird jede/r auf eine sehr persönliche Art und Weise beantworten können. Das setzt aber die Fähigkeit voraus, sich selbst gegenüber maximal offen, neugierig, aber eben auch ehrlich zu sein. <span class="fs14lh1-5"><b>Kann mir mein Glaube dabei helfen ...?</b></span> Von Versprechen unterschiedlichster Art können wir heute Lebenden allein nicht leben; wir müssen auch die vielen kleinen und großen Mühen und Anfechtungen ertragen, die von Beginn an zum Leben dazugehören. Sie nicht und vor allem nicht rechtzeitig wahrnehmen zu wollen, wird unser Leben nicht einfacher machen.</div><div><br></div><div>Wenn ich heute den Eindruck nicht loswerde, die (politische) Zumutungslosigkeit als Zumutung zu empfinden, kann mir hoffentlich mein Glaube weiterhelfen. Es ist mein persönlicher Glaube, der mir heute hilft, die Sorgen und Nöte von Heute auch jetzt, mitten in meinem Leben, wahrzunehmen. In meinem Glauben fühle ich mich aller Unbill und Unheil zum Trotz von einer höheren Macht geborgen. In dem bekannten Taufspruch, den ich vor einigen Tagen in einem Taufgottesdienst hörte, wurde mir, der ich jahrelang den Kontakt zum Glauben nicht wirklich erfahren hatte, plötzlich wieder ein altes Versprechen klar, das viel mehr als ein bloßes Angebot sein will: <span class="fs14lh1-5"><b>Fürchte Dich nicht, ich habe Dich befreit.</b></span> In der Masse der weltlichen Angebote kann und muss ich wählen – aber kann ich mich ebenso als von Gott Angenommener erfahren. Das gibt mir allen aktuellen Zumutungen zum Trotz eine große Zuversicht ...</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von <span class="imUl"><a href="http://mikroeger.de/" target="_blank" class="imCssLink">Michael Kröger</a></span></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 18 Aug 2021 16:12:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Schrei nach Leben!]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000B7"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Schrei nach Leben!</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/08/2021</span></div><div><br></div><div>Je älter ich werde, desto unwirklicher erscheint mir dieses Leben, das wir führen – oder sollte ich besser sagen: das uns führt? Dieses aufgeblasene Leben, aufgeblasen mit angeblichen Wichtigkeiten, die auf uns eindrängen, mit rasendem Tempo, gleißenden Lichtern und <span class="fs14lh1-5">Aufmerksamkeit heischendem Getöse</span><span class="fs14lh1-5">, so dass kaum noch Raum bleibt für das Wesentliche, das es nur im Innehalten gibt und in der Stille und im Schließen der Augen, mit denen wir in die Weite blicken, die Jesus Christus uns eröffnet hat, und gerade so bei uns selbst sind. Stattdessen wollen wir uns ausdehnen, wollen woanders sein als dort, wohin uns Christus gestellt hat, wollen mehr sein als der Mensch, als der wir geschaffen sind und anders als so, wie wir geschaffen sind. So zieht es uns immer in das Unwirkliche, und das wirkliche Leben bleibt ungelebt zurück, während wir rastlos an ihm vorbeirauschen. Wir sind betäubt vom Lärm und </span><span class="fs14lh1-5">geblendet vom grellen Licht</span><span class="fs14lh1-5">, mit sehenden Augen, die nicht erkennen und hörenden Ohren, die nicht verstehen (Mk 4,12). Je verzweifelter unsere Situation, desto lauter, greller und scheinbar fröhlicher gebärden wir uns, gebärdet sich das Leben um uns her. Je größer die Leere, desto mehr pressen wir in unser Leben hinein, auf dass es angefüllt werde mit belanglosen Inhalten. Manchmal möchte ich weinen, wenn ich spüre, dass dies alles nicht das wirkliche Leben ist.</span><br></div><div><br></div><div>Ich will keineswegs behaupten, dass unsere Zeit schlimmer sei als vergangene Zeiten. Jede Zeit hatte ihren Lärm, ihre Lichter und ihre Rastlosigkeit. Und die Menschen, immer auf der Suche nach dem wirklichen Leben, haben sich ihnen hingegeben. Die Namen haben gewechselt, aber die Heilsversprechen sind dieselben geblieben: „Hier ist des Herrn Tempel, hier ist des Herrn Tempel, hier ist des Herrn Tempel!" (Jer 7,4) Und die Menschen strömten in die Tempel, die Tempel der Propaganda, Ideologien und Revolutionen, der Lügen, Kriege und Zerstörungen, des Profits, Konsums, Unrechts und Selbstbetrugs, der betäubenden Zerstreuungen und oberflächlichen Erfüllungen. Alles um der angeblich guten Sache, des wirklichen Lebens willen.</div><div><br></div><div>Doch am wirklichen Leben zogen sie vorbei, lauthals ihre Parolen rufend und sich der angeblich lichten Zukunft verschreibend oder aber schweigend mit nach unten gerichtetem Blick sich den weltweit abrufbaren scheinbaren Wahrheiten hingebend, jedenfalls aber die Gegenwart so schnell als möglich hinter sich lassend.</div><div><br></div><div>Dem müssten wir, Christinnen und Christen aller Völker, das wirkliche Leben entgegensetzen. Doch was ist das wirkliche Leben?</div><div><br></div><div>Es müsste ein Feuer sein, das aus der Tiefe der Seele kommt. Das nicht von außen her allererst entfacht und immer neu entzündet werden muss, sondern das in uns Wohnung genommen hat, weil Christus in uns wohnt (Joh 14,23; Eph 3,17; 2Tim 1,14). Ein Feuer, das nicht von uns selbst entfacht wird, aber dennoch in uns brennt, ja gerade deshalb in uns brennt, weil es nicht von uns gemacht ist (Lk 12,49). Eine wahrhaft wärmende Flamme, ein ewiges Licht, kein Strohfeuer, das uns in der Kälte zurücklässt, kein greller Blitz, der nur für Sekunden das Leben erhellt und uns hernach in umso größere Finsternis stürzt. Eine Flamme müsste es sein, die uns selbst brennen lässt für das, was mit Recht Leben heißt, so dass wir des Schmerzes gewahr werden angesichts alles Oberflächlichen, das sich der Tiefe dieses Lebens verweigert, angesichts der Verzweiflung, die sich nur schwerlich noch verbergen lässt, angesichts unserer selbst, die wir uns vom sogenannten Leben, das doch nur der Schatten eines Leben ist, mitreißen lassen, so dass wir, dieses Schmerzes gewahr, endlich wieder weinen können.</div><div><br></div><div>Der Schmerz ist der Anfang der Verwandlung. Er ist zuerst das Weh über uns selbst, die wir uns bequem eingerichtet haben in diesem unwirklichen Leben, so dass wir des Selbstbetrugs gar nicht mehr gewahr werden. Der Schmerz macht ihn spürbar und macht ihn unerträglich. Und endlich, endlich werden wir wieder schreien nach dem echten, dem wahrhaft erfüllten Leben, nach dem Leben im Miteinander, Zueinander, Füreinander, nach dem Leben im Einssein mit dem Göttlichen und darum auch dem Natürlichen. Wir werden uns ausstrecken nach der himmlischen Heimat (Phil 3,12-14), dem Einssein mit Christus, und darum auch nach der Zärtlichkeit, der Freude aneinander, der Fülle des Miteinanders, des Mitfühlens, des tiefgehenden Sprechens, Hörens und Verstehens, des Lernens jenseits aller Rechthaberei, aller Vorspiegelung falscher Tatsachen, alles Größenwahns. Wir werden innehalten in unserer geschäftigen Raserei, werden neu sehen lernen, werden schätzen, was Menschen, Tiere, Pflanzen uns zu geben haben, werden <span class="fs14lh1-5"><b>Menschen</b></span> sein statt <span class="fs14lh1-5"><b>Etwas </b></span>zu haben. Wir werden dem Rad, das immer schneller sich dreht, in die Speichen greifen, werden die Schmerzen ertragen und stillstehen und im Stillstehen das wahre Fortkommen, das wirkliche Leben entdecken.</div><div><br></div><div>Und dann, erst dann werden wir das wahre Ausmaß unserer Verirrung erkennen und werden dankbar sein für die Schmerzen, die wir ertragen mussten, weil nur sie uns zur Erkenntnis führen konnten, und wir werden dieses unwirkliche Leben, das uns fest im Griff hatte, für Kot achten (Phil 3,8) und ausscheiden und stattdessen den Herrn des Lebens – auch an ihm waren wir blind vorbeigeeilt in unserem Wahn – gewinnen und mit ihm das wirkliche Leben.</div><div><br></div><div>Ich will das Leben im Diesseits nicht verherrlichen. Es wird immer ein schwacher Widerschein des vollkommenen Lebens sein. Es wird angefochten sein, auch von den Mitchristinnen und -christen, die diesen Weg nicht mitgehen, und von denjenigen Kirchen, die sich wegducken, weil sie um Macht und Pfründe fürchten. Es wird im Diesseits keine Einigkeit geben. Es werden die, deren Augen geöffnet werden, eine Minderheit bleiben. Aber das kann sie nicht aufhalten. Sie müssen ihren Weg gehen, weil in ihren Herzen ein Feuer brennt, das niemand löschen kann. Sie können nicht leben, als sei nichts geschehen, als sei Christus nicht geboren worden und habe uns nicht heimgesucht (Lk 7,16).</div><div><br></div><div>So bleibt uns nur das Bitten und Flehen, Christus möge in uns das Feuer entfachen und uns losreißen von unserer trägen Bequemlichkeit, mit der wir uns treiben lassen, von unserer Ignoranz, Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit, mit denen wir Wort und Tat entleeren und der Sinnlosigkeit preisgeben. Mögen wir den neuen Weg gehen, aufrichtig suchend das Leben, das es nur bei Christus gibt. Dann wird das Christus- und Lebensfeindliche, das noch nicht vertilgte, am Rande stehen, und wir werden es nur eines kurzen Blickes würdigen und uns dann wieder dem wirklichen Leben zuwenden, und es wird noch wüten und toben, aber keine Macht mehr über uns haben; denn die Macht, dessen werden wir gewiss sein, liegt bei dem Herrn der Welt, dem allein wir uns hingeben werden. So werden wir neue Worte und Taten finden, mutig und gestärkt von der guten Macht, die uns umgibt, und das Feuer in uns wird brennen, entzündet von Christus selbst, und wir werden es nicht mehr auslöschen, sondern wissen, dass es unser Leben ist. Und es wird blühen das Zarte, Sanfte, Friedvolle, Würdevolle, Stille und Leuchtende. Und das Blut der Liebe wird lauter reden als Abels Blut (Hebr 12,24). Und unser Herz, ergriffen von der Kraft Christi, wird springen vor Freude, Liebe und Dankbarkeit zu allem, was ist, und wir werden Sehende sein und vereint sein mit dem Herrn der Liebe und Fülle und mit dem Leben, das er uns geschenkt hat.</div><div><br></div><div>Ist das alles ein Traum? Eine Illusion? Eine bodenlose Phantasie? Für diejenigen, die das unwirkliche Leben am Rande des Todes leben, ist es nicht mehr als das. Für die anderen aber, die gesegnet sind, weiter zu blicken, ist es der Ort ihrer Sehnsucht, der Ort, der denen Heimat wird, die im unwirklichen Leben ihre Heimat nicht mehr finden können und deshalb Fremde sind unter denen, die das Leben verloren haben. Ihnen ist es kein Traum, sondern das wirkliche Leben, die Wirklichkeit schlechthin, die nicht beobachtbare und fixierbare (Lk 17,20f), aber dennoch gegenwärtige und noch zukünftige Wirklichkeit, die Realität aller Realitäten, in der allein das Leben seine Wahrheit, seine Würde und seinen Sinn hat und die allein unsere Sehnsucht stillt und uns das sein lässt, als das wir geschaffen sind: wahre, würdevoll und sinnvoll lebende Menschen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 14 Aug 2021 08:48:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Revolution im Garten]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000B6"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Revolution im Garten</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/08/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Wir haben einen kleinen Garten. Den habe ich immer – wie es sich gehört – nein, nicht auf 2 Zentimeter Länge, sondern auf etwa 5 Zentimeter abgemäht. Das war schon ziemlich revolutionär in unserer Nachbarschaft. Außerdem habe ich den Rasen immer etwas länger wachsen lassen. So musste ich nicht so oft mähen. Das war dann noch revolutionärer, wenn der Rasen etwa 10 Zentimeter lang war oder mehr, bevor ich ihn wieder mähte.</div><div><br></div><div>Aber dieses Jahr kam ich auf eine besondere Idee. Beim ersten Mähen sah ich nämlich, dass da an manchen Stellen viele schöne Blumen sprießten. Die fand ich so schön, dass ich sie gar nicht abmähen mochte. Also ließ ich sie stehen, mitsamt dem Rasen um sie herum. Ungefähr die Hälfte unseres Rasens war nun nicht gemäht.</div><div><br></div><div>Das war nun wirklich unglaublich revolutionär.</div><div><br></div><div>Und was geschah? Nach kurzer Zeit sprossen weitere Blumen an den nicht gemähten Stellen. Als die ersten Blumen verblüht waren, gab es schon viele neue in anderen Farben. Und als die verblüht waren, wieder neue. Und die Gräser wurden immer länger und färbten sich braun. Seitdem bewegen sie sich sanft im Wind, was richtig schön aussieht. Und unser Garten hat viele neue Farben hervorgebracht, was wir ihm zuvor gar nicht zugetraut hätten.</div><div><br></div><div>Aber die eigentliche Revolution ist eine ganz andere.</div><div><br></div><div>Seit viele Stellen unseres Rasens nicht mehr gemäht sind, gab es eine Migration – nein, eine wahre Völkerwanderung von fliegendem Getier in unseren Garten. Es summt und flattert an allen Ecken und Enden – auch da, wo vorher nur Rasen war. Es ist eine wahre Freude, dazusitzen und nur zu schauen und zu hören. Auch die Grillen sind bei uns eingezogen und zirpen im hohen Gras ihr Lied. Sogar ein zersprengter Ableger von Honigbienen hatte sich in unserem Garten eingerichtet. Wir haben die Bienen von einem Imker retten lassen.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/Blume.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Und was glaubt ihr, was die Nachbarn tun?</div><div><br></div><div>Sie sagen: „Ihr habt aber schöne Blumen in eurem Garten!" Und man kann beobachten, dass es in der Nachbarschaft hier und da (etwas verschämt) Stellen auf dem Rasen gibt, die – gar nicht abgemäht wurden! Kaum zu glauben, was eine friedliche Revolution bewirken kann!</div><div><br></div><div>Nach der zweiten Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments legte Gott einen Garten an und ließ allerlei Bäume in ihm wachsen. Man darf annehmen, dass es nicht nur Bäume waren, die dort wuchsen, und dass Gott auch nicht spätestens alle 14 Tage den Rasen mähte.</div><div><br></div><div>Gott, dieser wahre Revolutionär, hatte diesen Garten nicht nur für sich selbst geschaffen. Sondern in diesen Garten setzte er den Menschen, damit er ihn bebaut und bewahrt (1Mo/Gen 2,8f.15). Der Garten – unsere Welt – ist zu unserer Freude da.</div><div><br></div><div>In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments steht an dieser Stelle das Wort <span class="fs14lh1-5"><i>parádeisos</i></span>. Das heißt „Garten, Park". Daher kommt unser Wort „Paradies". Unsere Welt ist ein paradiesischer Garten.</div><div><br></div><div>Aber wie sollen wir die Güte dieses Gartens wahrnehmen, wenn wir ihn nicht wachsen lassen?</div><div><br></div><div>Es ist wohl so: Was in unserem Garten im Kleinen geschieht und so viel Freude macht, kann in der Welt auch im Großen geschehen – wenn wir den Geschöpfen Gottes ihren Raum lassen.</div><div><br></div><div>Das erfreut nicht nur Gott, sondern auch Tiere und Menschen.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010448.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 10 Aug 2021 07:26:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Leben genießen - in Hingabe oder Distanz?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000B4"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Leben genießen – in Hingabe oder Distanz?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 04/08/2021</span></div><div><br></div><div>Was bedeutet es eigentlich, konsequent auf Gott zu vertrauen? Müsste es nicht bedeuten, in einer gewissen Distanz zur Welt und ihren Freuden zu leben? Oder ermöglicht uns das Vertrauen zu Gott gerade, <span class="fs14lh1-5">das, was Gott zu unserer Freude geschaffen hat, uneingeschränkt zu genießen?</span><span class="fs14lh1-5"> Sollen wir uns den weltlichen Freuden hingeben oder die Distanz zu ihnen wahren?</span><br></div><div><br></div><div>Der jüdische Dichter Jehuda Halevi (1074-1141) hat dies in einem seiner Gedichte zum Thema gemacht. Er gilt als der bedeutendste hebräische Dichter des Mittelalters [1].</div><div><br></div><div>Der Jude Franz Rosenzweig (1886-1929) hat Nachdichtungen der Hymnen und Gedichte Halevis geschaffen. Dabei handelt es sich um Übertragungen aus dem Hebräischen, welche die ursprünglichen Texte in neu geschaffenen Gedichten wiedergeben.</div><div><br></div><div>Franz Rosenzweig ist einer der bedeutendsten jüdischen Denker des 20. Jahrhunderts. Er wurde als Sohn liberaler jüdischer Eltern in Kassel geboren, studierte zunächst Medizin und wechselte dann zu Geschichte und Philosophie [2]. Bekannt wurde vor allem seine Zusammenarbeit mit Martin Buber bei der Übersetzung des Alten Testaments ins Deutsche. Sein Hauptwerk ist aber das Buch <span class="fs14lh1-5"><i>Der Stern der Erlösung</i></span>, dessen Glaubensaussagen in vielen Punkten dem christlichen Glauben nahestehen.</div><div><br></div><div>Rosenzweig zog ernsthaft in Erwägung, zum christlichen Glauben überzutreten. Wichtig war eine Begegnung mit dem zum Christentum übergetretenen Eugen Rosenstock-Huessy am 7. Juli 1913 in Leipzig. In einem nächtlichen Gespräch tauschten sich beide über ihren jeweiligen Glauben aus und über die Frage, ob man als Jude zum Christentum übertreten sollte. Nach diesem aufrüttelnden Gespräch dachte Rosenzweig gründlich über diese Frage nach und entschied sich schließlich, Jude zu bleiben. Er meinte, auch als Jude ein entschiedenes Leben im Glauben führen zu können, so wie er es bei seinen christlichen Freunden erlebt hatte.</div><div><br></div><div>1922 erkrankte Rosenzweig schwer an einer Schädigung der Nervenzellen, die zu Muskelschwund führt (auch <span class="fs14lh1-5"><i>ALS </i></span>genannt). Die Krankheit ist unheilbar und führt innerhalb von drei bis fünf Jahren zum Tod [3]. In dieser Zeit entstanden auch die Nachdichtungen der Hymnen und Gedichte des Jehuda Halevi. Es ist überliefert, dass Rosenzweig seiner Frau zuletzt nur noch mit den Augenlidern diktieren konnte.</div><div><br></div><div>Eine dieser Nachdichtungen möchte ich euch heute vorstellen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Des Jehuda Halevi</i></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><i>Sechsundneunzigstes Gedicht</i></span> [4]</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">1</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wenn deinem Gott allein du harrst entgegen,</span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">2</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;wie könnte dich der Tand der Welt erregen!</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">3</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wenn du in Wahrheit auf den Namen Gottes traust,</span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">4</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;so sorg nicht, jauchze nicht des Weltlaufs wegen.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">5</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Doch so ists nicht! nein, wohnend in der Lüste Grab</span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">6</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;verweigerst Zucht du, willst nicht überlegen!</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">7</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Im Dunkeln wohnst du, siehst des Lichtes Ort nicht – wie</span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">8</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;willst Gut und Bös du auseinanderhegen?</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">9</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nah ist dein Flug von hinnen! Wähl der Wahrheit Pfad.</span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">10</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Was schweifst du rechts und links zu Seitenwegen!</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">11</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Tage trügen dich! eh noch ihr Trug gelang,</span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">12</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;betrüge sie! So bist du überlegen.</span></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">13</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Such Erbe für dich selbst, das ewig du ererbst,</span></div><div><span class="cf1"><span class="fs8lh1-5">14</span> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;lass, was dir nur erwirkt des Erben Segen.</span></div><div><br></div><div><br></div><div>Das alte Wort „Tand" (Zeile 2) bedeutet laut Duden Herkunftswörterbuch „leeres Geschwätz, wertlose Gegenstände" [5]. Im hebräischen Text steht ein Wort, das „das wechselvoll-zufällige Geschehen" bezeichnet [6].</div><div><br></div><div>Der Tand der Welt ist also das unberechenbare und wechselvolle Weltgeschehen, in dem nichts bleibt, wie es ist, und all unsere Wünsche, Pläne und Werke schnell dahin sein können. Insofern kommt ihnen eine gewisse Leere zu, und man kann sich mit Recht fragen, welchen Wert denn unser Planen und Schaffen eigentlich hat. Das Weltgeschehen und unser eigenes Schaffen sollten uns also nicht allzu sehr erregen, sollten nicht allzu große Bedeutung gewinnen. Nicht dass von vornherein all das völlig unbedeutend wäre, aber es soll uns nicht „erregen", sondern wir können ihm gelassen begegnen. Und zwar deshalb, weil das Entscheidende das ist, was Gott für uns bestimmt hat. Ihm allein sollen wir darum „entgegenharren" (Zeile 1).</div><div><br></div><div>Ich verstehe das so, dass auch das Weltgeschehen gerade dem Menschen wichtig wird, der Gottes Wirken darin erwartet – und auf Gottes Wirken wartet. Diesem Wirken sollen wir nicht vorgreifen, sondern ihm sozusagen folgen, wenn wir Gottes Wirken in der Welt erkannt haben.</div><div><br></div><div>Die Gefahr besteht darin, dass wir schnell den vielfältigen Verlockungen des Weltgeschehens folgen und Gottes Wirken mit diesem gleichsetzen – eben ohne seinem Wirken geduldig entgegengeharrt zu haben. Wir haben Wünsche, machen Pläne und setzen sie um, und wir gehen davon aus, dass dies alles schon Gottes Wollen und Wirken entsprichen wird – ohne nach seinem Wollen und Wirken ernsthaft gefragt zu haben.</div><div><br></div><div>Das Vertrauen auf Gott (Zeile 3) beinhaltet auch ein Harren auf Gott. Und es führt dazu, dass man wegen des Weltlaufs weder in Sorgen versinkt noch sich im Jubel bis an den Himmel erhebt (Zeile 4). Denn der Weltlauf ist, wie bereits festgestellt, wechselhaft, und der Grund von Sorgen und Jubel kann schnell zerbrochen sein.</div><div><br></div><div>Ich verstehe das nicht im Sinne einer kompletten Weltverneinung, die am Weltgeschehen gar nicht mehr teilnimmt, sondern sich auf eine innerliche Religiosität zurückzieht. Wir sollen uns schon bemühen, unser Leben und den Weltlauf positiv zu gestalten. Aber wir sollen nicht in Angst und Sorge versinken und depressiv werden. Sieht man sich den Weltlauf an, so gäbe es sicher genug Gründe dazu. Aber wir vertrauen nicht auf den Weltlauf, sondern auf die guten Mächte, die in diesem Weltlauf wirken, wenn ihre Zeit gekommen ist. So sind Unwillen und Freude über das Weltgeschehen durchaus möglich – gerade in dem Bewusstsein, dass auch das Weltgeschehen letztlich in Gottes Hand liegt. Darauf zu vertrauen macht unseren Glauben aus.</div><div><br></div><div>Das Neue Testament ruft mehrfach dazu auf, sich keine Sorgen zu machen. Jesus begründet die Sorglosigkeit um die grundlegenden Lebensgüter – Essen, Trinken, Kleidung, Lebenszeit – so: „Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles nötig habt" (Mt 6,32). Und Paulus mahnt: „Macht euch in keiner Weise Sorgen! Sprecht vielmehr in allen Angelegenheiten eure Bitten vor Gott aus – im Gebet und im Flehen zugleich mit Dankbarkeit" (Phil 4,6). Dem Bitten entspricht das Harren auf Gott: „Was bist du so bedrückt, meine Seele, und so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihn noch preisen [und] seine Heilstaten" (Ps 42,6).</div><div><br></div><div>Ich weiß, wie schwer uns gerade dieser Glaube fällt. Darum die Mahnung des Gedichtes! Sie wäre nicht nötig, wenn der Glaube uns leicht fiele. Es mag sein, dass es eine Mahnung an die eigene Seele ist (wie auch Ps 42). Darauf könnte der Vers hindeuten „Such Erbe für dich selbst" (Zeile 13).</div><div><br></div><div>Aber wer ermahnt sich schon selbst? Wir haben gelernt, unsere Freiheit und Selbstbestimmung zu preisen, nicht aber uns zu ermahnen und in Zucht zu nehmen (Zeile 6). So leben wir für kurzfristigen Lustgewinn, für den Kick, den das besondere Erlebnis uns bringt; leben in der Angst, etwas zu versäumen – und merken gar nicht, dass diese Konzentration auf den schnellen Genuss, die immer mehr Genuss fordert, schon den Tod in sich trägt. Sie ist „der Lüste Grab" (Zeile 5), weil die Forderung nach immer mehr zuletzt nicht befriedigt werden kann, sondern wie die Abhängigkeit von einer Droge zum Zusammenbruch führen muss.</div><div><br></div><div>Die Forderung nach Lebensfreude wird dann zum Grab des Lebens, wenn es kein Gegengewicht gibt; wenn die Sucht nach Genuss alles andere dominiert und zum einzigen Sinn wird. Die Zucht kann ein Gegengewicht bilden. Zucht ist ein altes, fast vergessenes Wort. Wer denkt schon daran, sich zu züchtigen? Die freie Selbstverwirklichung scheint jeder Selbstverpflichtung den Rang abgelaufen zu haben. Wo das Lustprinzip regiert, gibt es keine Pflichten mehr.</div><div><br></div><div>Aber es ist ein Irrtum zu meinen, dass Freiheit und Zucht sich ausschließen. Dietrich Bonhoeffer hat in seinem Gedicht <span class="fs14lh1-5"><i>Stationen auf dem Wege zur Freiheit</i></span> die erste Strophe der <span class="fs14lh1-5"><i>Zucht </i></span>gewidmet [7]:</div><div><br></div><div><span class="cf1">Ziehst du aus, die Freiheit zu suchen, so lerne vor allem</span></div><div><span class="cf1">Zucht der Sinne und deiner Seele, dass die Begierden</span></div><div><span class="cf1">und deine Glieder dich nicht bald hierhin, bald dorthin führen.</span></div><div><span class="cf1">Keusch sei dein Geist und dein Leib, gänzlich dir selbst unterworfen</span></div><div><span class="cf1">und gehorsam, das Ziel zu suchen, das ihm gesetzt ist.</span></div><div><span class="cf1">Niemand erfährt das Geheimnis der Freiheit, es sei denn durch Zucht.</span></div><div><br></div><div>Kurz gesagt: Die Freiheit gibt es nur in der Konzentration auf das uns von Gott gesetzte Ziel. Lässt man sich hingegen vom Lustprinzip treiben, so liefert man sich ihm aus und ist in ihm gefangen. Denn schon Friedrich Nietzsche wusste [8]:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">O Mensch! Gib Acht!</span></i></span></div><div><span class="cf1">Was spricht die tiefe Mitternacht?</span></div><div><span class="cf1">Ich schlief, ich schlief –,</span></div><div><span class="cf1">Aus tiefem Traum bin ich erwacht: –</span></div><div><span class="cf1">Die Welt ist tief,</span></div><div><span class="cf1">Und tiefer als der Tag gedacht.</span></div><div><span class="cf1">Tief ist ihr Weh –,</span></div><div><span class="cf1">Lust – tiefer noch als Herzeleid:</span></div><div><span class="cf1">Weh spricht: Vergeh!</span></div><div><span class="cf1">Doch alle Lust will Ewigkeit –,</span></div><div><span class="cf1">– will tiefe, tiefe Ewigkeit!</span></div><div><br></div><div>Diese Ewigkeit aber kann sich die Lust nicht verschaffen; darum kommt sie nicht von sich selbst los, sondern muss sich immer neue Befriedigungen suchen.</div><div><br></div><div>Der in seiner Genusssucht gefangene und von ihr getriebene Mensch lebt in der Finsternis des Lustgewinns, die weder Gut noch Böse kennt und sie darum auch nicht voneinander unterscheiden kann (Zeilen 7 und 8); denn es geht ihr einzig und allein um Lustbefriedigung.</div><div><br></div><div>Ethik kann deshalb nur in der Freiheit gelingen. Freiheit aber gibt es nur in der Loslösung vom Getrieben-sein. Diese Loslösung erleben diejenigen, die sich darauf verlassen, von Gott alles zu bekommen, was ihr Leben ausmacht, was ihm Sinn gibt und es zum Ziel führt.</div><div><br></div><div>Dietrich Bonhoeffer mag als Beispiel dienen. Sein Leben war kurz, wurde von den Nazis ausgelöscht. Man könnte meinen, er hätte von Gott gerade <span class="fs14lh1-5"><b>nicht </b></span>das bekommen, was ein erfülltes Leben ausmacht. <span class="fs14lh1-5">Doch die Wirkung seines Lebens, seiner Schriften und seiner Briefe aus der Haft sprechen eine andere Sprache.</span><span class="fs14lh1-5"> Hier hat jemand, der früh sterben musste, unvorstellbar viel Gutes bewirkt und wirkt bis heute durch seine Schriften.</span><br></div><div><br></div><div>Auch Franz Rosenzweig musste früh sterben. Aber auch er wirkt durch seine Schriften bis heute.</div><div><br></div><div>Wer sagt uns eigentlich, dass ein kurzes Leben kein erfülltes und sinnvolles sein kann?</div><div><br></div><div>Als Rosenzweig seine Nachdichtung verfasste, war er bereits todkrank: „Nah ist dein Flug von hinnen!" (Zeile 9) Das hebräische Wort, das dort steht, meint „das unstet Flüchtige, das Entschwinden, den Flug der Taube, den Tod, der die Seele entfliehen lässt" [6]. Gegen den Tod hilft nur eins: den Weg der Wahrheit zu gehen.</div><div><br></div><div><div>Auf dem Weg der Wahrheit muss man die Tage des Betrugs betrügen (Zeilen 11 und 12). Man darf sich von ihnen, die mit Lüsten locken, nicht abhängig machen. Aber warum muss man sie betrügen? Vielleicht meint Rosenzweig, dass man sich nur scheinbar ganz auf seine Lebenstage einlassen darf. Man lebt in ihnen, man lebt auch die Lust und die Freude, aber man gibt sich ihnen nicht mit Leib und Seele hin. Man wahrt die Distanz zu ihnen. Man liefert sich ihnen nicht aus. So bleibt man "Herr im Haus", so bleibt man dem Betrug überlegen.</div><div><br></div><div>Auf dem Weg der Wahrheit betrügen wir den Lustgewinn, indem wir ihn zwar genießen, aber uns ihm nicht ausliefern und von ihm abhängig machen.</div><div><br></div></div><div>Das Ziel ist ein anderes: das ewige Erbe (Zeile 13). Wir lassen zurück, was uns nur irdischen, vorübergehenden Segen bringt (Zeile 14). "Des Erben Segen" ist der Segen dessen, der selbst nur Erbe ist. Wir aber suchen den Segen dessen, der uns das Erbe zuspricht und überlässt. Nur er kann ewigen Segen spenden.</div><div><br></div><div>Spricht aus diesen Zeilen Weltflucht und Weltverneinung? Ist die Freude, die sich nicht ganz auf die Welt einlässt, noch Freude? Kann ein Leben aus der Distanz zu Lust und Genuss sich noch ehrlich des Lebens freuen? Es scheint, als müsste man mit Nein antworten. Aber vielleicht besteht der Betrug der Tage gerade darin, uns einzureden, dass es nicht sein kann. Und diesem Betrug muss man mit Betrug antworten, wenn man in der Wahrheit bleiben will.</div><div><br></div><div>Paulus schrieb (1Kor 7,29-32a):</div><div><br></div><div><span class="cf1">Dies sage ich, Brüder [und Schwestern]: Die Zeit ist begrenzt; künftig sollen die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht; und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht; und die die Welt nutzen, als nutzten sie sie nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht. Ich will aber, dass ihr sorgenfrei seid.</span></div><div><br></div><div>Der christliche Glaube ist eine Gratwanderung – wie das ganze Leben.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs10lh1-5">[1] Siehe <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jehuda_ha-Levi" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">[2] Siehe zum Leben Rosenzweigs <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Rosenzweig" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">[3] Siehe <span class="imUl"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amyotrophe_Lateralsklerose" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a></span>.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs10lh1-15">[4] Ich zitiere das Gedicht nach Michael Brocke: Rosenzweigs Sechsundneunzigstes. In: Zeitschrift „Kalonymos", 15. Jahrgang 2012, Heft 1, Seite 8; im <span class="imUl"><a href="http://www.steinheim-institut.de/kalonymos/heftarchiv.html" target="_blank" class="imCssLink">Heftarchiv</a></span> unter der Nr. 201 zu finden. Zuerst begegnete mir das Gedicht in einer <span class="imUl"><a href="https://www.uni-muenster.de/FB2/philosophie/predigten/Wunder_Uneigennuetzigkeit_7_C_1_Sam.html" target="_blank" class="imCssLink">Predigt von Prof. Dr. Klaus Müller</a></span>, der das Gedicht in den Kontext der aktuellen Lage der katholischen Kirche und der Machtkämpfe innerhalb der römischen Kurie stellt.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">[5] Duden Band 7: Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. 2. Aufl. Mannheim u.a. 1989.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">[6] Kalonymos S. 9; siehe oben Anm. 4.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs10lh1-15">[7] Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. 3. Aufl. München 1985. S. 403.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs10lh1-15">[8] Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra. In: Gesammelte Werke. Anaconda Verlag, Köln 2012 (Text nach der dreibändigen, von Karl Schlechta im Hanser Verlag, München 1954-1956 herausgegebenen Werkausgabe). S. 612.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 04 Aug 2021 08:48:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was der Teufel will, falls es ihn gibt]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000B2"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was der Teufel will, falls es ihn gibt</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <span class="imUl"><a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span> | 29/07/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>In der Bibel findet sich der Begriff des Teufels. Gemeint ist ein destruktives Prinzip, das wahrscheinlich alle Menschen kennen und das sich in jeden von uns einschleichen kann.</div><div><br></div><div>Dieses destruktive Prinzip, dieser Teufel, will uns glauben machen, wir selbst seien nichts wert, unser Leben sei sinnlos und die Welt sei besser ohne uns dran.</div><div><br></div><div>Der Gott hingegen, von dem Jesus berichtet, sieht es ganz anders. Er sagt jedem einzelnen Menschen: du bist unendlich wichtig, ich habe dich gewollt, ich habe deine Existenz geschaffen, die Welt ohne dich wäre ein großes Stück ärmer und gäbe es dich nicht, würdest du Menschen, die du kennst oder die du noch nicht einmal kennst, unendlich fehlen.</div><div><br></div><div>Hier merkt man, dass Martin Luthers Spruch besondere Bedeutung bekommt, wenn er sagt: das, woran du glaubst, das ist dein Gott.</div><div><br></div><div>Das ist auch der Gedanke ganz am Anfang der biblischen zehn Gebote: Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Jesus bringt es auch auf den Punkt: Liebe Gott von ganzem Herzen und mit deinem ganzen Willen.</div><div><br></div><div>Das, woran wir uns binden, leitet uns durchs Leben. Binden wir uns also nicht an dieses destruktive Prinzip, das unser Leben zerstören will, sondern an den guten Gott, der unsere Existenz erschaffen hat und für den wir unendlich wichtig sind.</div><div><br></div><div>Amen.</div><div><br></div><div>Von <span class="imUl"><a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span><br></div></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 29 Jul 2021 08:40:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?was-der-teufel-will,-falls-es-ihn-gibt</link>
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			<title><![CDATA[Erfahrungen einer Weltreise]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000B0"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Erfahrungen einer Weltreise</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/07/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Vor einigen Tagen bin ich mit meinem Fahrrad durch die Welt gefahren. Dabei habe ich sie mir genau angesehen.</div><div><br></div><div>Ich habe dabei festgestellt: Die Welt ist ziemlich klein. Irgendwie sogar beschaulich. Eigentlich ein Dorf. Informationen verbreiten sich in Windeseile durch die Welt. Und trotzdem ist die Welt, man kann schon sagen: idyllisch, wirklich schön. Es gibt dort alles, was man zum Leben braucht. Man kann sich dort richtig wohlfühlen.</div><div><br></div><div>Der Gründer der Welt hat sich nicht lumpen lassen. Und die Entwicklung der Welt ist im Großen und Ganzen, von einigen Ausnahmen abgesehen, nur positiv zu beurteilen.</div><div><br></div><div>Natürlich gibt es in der Welt auch Dinge, die nicht so schön sind. Denn in ihr leben ganz unterschiedliche Menschen: solche, die sich um das Wohl aller bemühen (oder sich jedenfalls bemühen, sich darum zu bemühen), und solche, die sich eher um ihr eigenes Wohl bemühen. Es gibt reiche und arme, kranke und gesunde, gebildete und weniger gebildete (aber was heißt das schon?), dicke und dünne, fleißige und freizeitige (warum gibt es dieses Wort eigentlich nicht?) und so weiter ... Und weil die Menschen so unterschiedlich sind, kommt es immer wieder zu Konflikten.</div><div><br></div><div>Zum Beispiel stört es eigentlich kaum jemanden, dass es Reiche und Arme in der Welt gibt – bis auf die Armen. Die stört das schon. Aber was die denken, interessiert sowieso keinen.</div><div><br></div><div>Naja, das war jetzt etwas übertrieben. Manchmal muss man ein wenig übertreiben, um etwas deutlich zu machen. Ein paar reiche Weltbewohner gibt es schon, die das interessiert. Aber das sind nur so wenige, dass es gar nicht ins Gewicht fällt und sich auch niemand daran stößt.</div><div><br></div><div>Die Reichen leben nämlich von den Armen getrennt. Nein, nein, sie leben schon in derselben Welt, aber die Reichen halten sich von den Armen fern. Sie wollen mit ihnen nichts zu tun haben. Eigentlich kennt kaum ein Reicher irgendeinen Armen wirklich – also mehr als sein Gesicht oder seinen Namen. Darum kennen die Reichen auch die Lebensumstände der Armen nicht. Würden sie sie kennen, wäre das auch sehr unangenehm für sie und würde ihr Wohlbefinden beeinträchtigen. Und das möchten sie natürlich nicht.</div><div class="imTARight"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5">Natürlich gibt es auch Kult</span><span class="fs14lh1-5">ur in der Welt: </span><span class="fs14lh1-5">das Welt-Café.</span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter"><img class="image-5" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010429.JPG"  title="" alt=""/><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5">Im Welt-Café zeigt man sich, wie sollte </span><span class="fs14lh1-5">es anders sein, weltoffen </span><span class="fs14lh1-5">und hat Freude an fremden Kulturen. </span><span class="fs14lh1-5">Schade nur, dass </span><span class="fs14lh1-5">die Armen in den fremden Kulturen davon nichts haben.</span></div><div class="imTALeft"><br></div><div>Jeder versucht nämlich, es sich in der schönen Welt so schön wie möglich einzurichten. Die Welt bietet doch so viele wunderbare Möglichkeiten, sich das Leben schön zu machen. Dabei denkt man, seien wir ehrlich, vor allem an das eigene Zuhause. Weniger denkt man an die Nachbarn oder gar an die, die weiter entfernt leben. Man denkt auch nicht wirklich an die Armen. Für die hat man ein Almosen und dann auch ein gutes Gewissen.</div><div><br></div><div>So sind die Menschen nun mal, auch die Unbescholtenen, die Freundlichen, diejenigen, die „sich nie etwas haben zu Schulden kommen lassen" (man muss das schon in Anführungsstriche setzen) und mit denen man gern mal ein Pläuschchen hält.</div><div><br></div><div>Besonders dreht sich in der Welt alles um die eigene Familie. Das sind vor allem die Kinder und die Kinder der Kinder. An die Kinder der Kinder der Kinder denkt man aber schon nicht mehr. Obwohl die es doch ausbaden müssen, was wir ihnen eingebrockt haben. Und wahrscheinlich müssen es sogar schon die Kinder der Kinder ausbaden. Aber das möchte man nun wirklich nicht wahrhaben in der schönen Welt.</div><div><br></div><div>Ja, so sind sie, die Weltbewohner: oft gedankenlos, obwohl sie so viel Wert auf ihre Gedanken legen. Und ziemlich gleichgültig, obwohl sie stets behaupten, wie wichtig ihnen Werte sind und dass natürlich nicht alles gleich gültig ist. Es ist schon ein merkwürdiges Völkchen, die Weltbewohner ...</div><div><br></div><div>Natürlich gibt es auch Christinnen und Christen in der Welt. Die meinen, sie wären anders – besser (aber das würden sie natürlich nie, nie, nie laut sagen). Sie treffen sich sonntags in der Kirche.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-6" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010431---Kopie.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Die Kirche ist von Mauern, Zäunen, Büschen und Bäumen umgeben, das Tor ist zu und man muss eine Treppe hinaufsteigen. Außerdem wirkt die Kirche etwas angestaubt, irgendwie aus der Welt gefallen. Darum haben auch viele Weltbewohner gar keine Lust mehr, in die Kirche zu gehen. Merkwürdig, denn es sollen doch eigentlich viele hinein ...</div><div><br></div><div>Vielleicht ist die Kirche auch etwas zu versteckt hinter dicken Bäumen, so dass man sie kaum sieht. Sie fällt gar nicht auf. Wenn sie nicht da wäre, würde es auch nicht auffallen. Also, die Menschen möchten schon, dass es eine Kirche gibt. Aber auffallen soll sie möglichst nicht, sondern alle in Ruhe lassen und alle Bedürfnisse erfüllen.</div><div><br></div><div>Immerhin gibt es aber immer noch einige, die am Sonntag in die Kirche gehen und fromme Lieder singen. Leider verhalten sie sich nicht immer danach, was sie singen. Aber das macht nichts. Sie haben ja einen gnädigen Gott, der ihnen alles vergibt.</div><div><br></div><div>Hoppla! Das war aber ein tiefes Schlagloch! Jetzt wäre ich, als mir der letzte Satz einfiel, fast mit dem Fahrrad umgekippt.</div><div><br></div><div>Also, eigentlich bin ich ja ungern so ironisch. Aber manchmal ... Und dann erschreck ich mich selbst. Wie eben. Das war ja richtig gemein! Ich hoffe, du bist nicht auch fast umgekippt.</div><div><br></div><div>Aber vielleicht ist es auch gar nicht so schlecht, wenn man mal über einen Satz stolpert und sich erschreckt. Denn nur wer stolpert, merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Er unterbricht seinen Gang und hält inne. Also wenn du gestolpert bist: Sieh es positiv und nimm den Satz trotzdem mit Humor. Er will nur auf ein Missverständnis aufmerksam machen.</div><div><br></div><div>In der Welt ist es nämlich so, dass man manchmal etwas spitz formulieren muss, wenn man auf etwas aufmerksam machen will. Alles, was keinen aufregt, wird auch von keinem gehört. Vielleicht liegt es auch daran, dass nur so wenige Menschen in die Kirche gehen: Die Kirche ist immer sehr höflich und freundlich – stellt keinen in Frage und regt darum auch keinen mehr auf.</div><div><br></div><div>Um nicht missverstanden zu werden, erkläre ich das, was ich sagen wollte, gern noch einmal ganz sachlich, dafür aber ausgesprochen langweilig und eher einschläfernd statt aufrüttelnd: Gott vergibt tatsächlich ausnahmslos alles, wenn es uns ernst ist. Aber das ist kein Freifahrtschein dafür, nun munter Schlechtes zu tun <span class="fs14lh1-5"><i>(gähn)</i></span>.</div><div><br></div><div>Das sind so richtig richtige Sätze, über die aber keiner stolpert.</div><div><br></div><div>Vielleicht gehen viele Menschen auch deshalb am Sonntag nicht in die Kirche, weil die Kirche nichts zum Stolpern anbietet, sondern irgendwie langweilig ist. Dann kann man auch gleich im Bett bleiben und erst mal ausschlafen. Und wochentags denken sie auch eher selten an den lieben Gott. Aber als Christinnen und Christen fühlen sie sich trotzdem. Da sind sie ganz selbstbewusst.</div><div><br></div><div>Die Kirche ist an diesem merkwürdigen Selbstbewusstsein nicht ganz unschuldig. Sie hat den Menschen nämlich lange verkündet und tut es oft auch heute noch, dass jeder ein Christ ist, der als Baby getauft wurde. Ist doch nett von der Kirche, nicht wahr, den Menschen so eine gute Nachricht zu verkünden? (Pfui, schon wieder so ironisch ...) Wie ich schon sagte: Die Kirche ist immer sehr freundlich und höflich und will es sich mit keinem verderben.</div><div><br></div><div>Ich will damit nicht sagen, dass es nicht auch ernsthafte Christinnen und Christen in der Welt gibt. Wie viele? Wer weiß das schon. Gut, dass wir uns darüber nicht den Kopf zerbrechen müssen. Das heilige Buch der Christenmenschen sagt, dass es nicht viele sind. Vielleicht liegt es daran, dass man von ihnen in der Welt nicht viel merkt.</div><div><br></div><div>Oder liegt es daran, dass die Christenmenschen sich fein säuberlich an die anderen angepasst haben? Das ist bequem und verursacht keinen Streit. Wer möchte schon gern mit seinen Nachbarn im Streit liegen? Da hält man sich doch lieber zurück und lebt unauffällig genauso, wie die anderen auch. Oder gibt eben hier und da mal ein Almosen. Jedenfalls gilt es, möglichst Streit zu vermeiden. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Der Friede ist schließlich ein hohes Gut. Und noch dazu ein hoher Wert des Christentums.</div><div><br></div><div>Als ich so durch die beschauliche Welt fuhr, habe ich mich gefragt, wie es wohl in 50 Jahren in der Welt aussehen wird. Wird dann immer noch alles so scheinbar friedlich sein? Wird es in den Gärten so wunderbar blühen und werden die Felder so fruchtbar sein? Oder werden die Probleme dann so groß geworden sein, dass man ihnen nicht mehr gedankenlos oder gleichgültig gegenüberstehen kann? Wird die Welt dann von hohen Wällen umgeben sein, die sie vor dem anstürmenden Meer schützen? Werden die Kinder der Kinder der Kinder (oder gar schon die Kinder der Kinder) dann in bunkerartigen Gebäuden leben, die ihnen den einzigen Schutz vor den Unbillen des Wetters und der knallenden Sonne bieten?</div><div><br></div><div>Fragen über Fragen. Leider stellen sich die meisten Menschen in der Welt diese Fragen gar nicht. Sie leben ihr schönes Leben in den schönen Tag hinein, und unangenehme Gedanken möchten sie am liebsten los sein – ach, das hatten wir ja schon ...</div><div><br></div><div>Fährt man so mit dem Fahrrad durch die Welt, dann sieht eigentlich alles sehr friedlich aus. Vordergründig jedenfalls. Denn hinter den dicken Mauern der Häuser, die in gepflegten Gärten mit blühenden Blumen stehen, spielen sich (das darf man vermuten) die Dramen des Lebens ab. Die möchte ich hier nicht weiter benennen, du kennst sie selbst. Schade eigentlich, wo es doch eigentlich so schön ist in der Welt.</div><div><br></div><div>Menschen tun in der Welt, was sie schon immer taten: Sich selbst und anderen das Leben schwer machen. So hat es der Gründer der Welt natürlich nicht gemeint. Im Gegenteil, er hat doch so einen wunderbaren Ort für die Menschen errichtet, damit es allen gut gehe. Aber was hilft's, wenn die Menschen es anders wollen?</div><div><br></div><div>Aber um der Gerechtigkeit willen muss man schon sagen, dass es auch das andere gibt: das Gute, Hilfreiche, Lebensförderliche; die Liebe und die Hilfsbereitschaft. Da ist irgendetwas, was sich immer wieder gegen das Schlechte durchsetzt. Lichtblicke in der Finsternis. Die Christinnen und Christen würden sagen: Da ist ein guter Geist, der die Menschen antreibt. Und obwohl sie sich gegen ihn wehren, setzt er sich doch immer wieder mal durch. Eigentlich sogar ziemlich oft, auch wenn die Weltbewohner gar nicht merken, dass er am Werk ist. Gut, dass es ihn gibt ...</div><div><br></div><div>Wie gesagt: Die Welt ist eigentlich ein wunderschöner Ort. Oder besser gesagt: Sie könnte es sein, wenn nicht die Menschen wären und dem guten Geist so hartnäckig Widerstand leisten würden ...</div><div><br></div><div>Aber ohne Menschen geht es nun mal nicht. Was wäre schon eine Welt ohne Menschen? Ein heilloses Durcheinander, ein Urwald ohne Kulturwald, eine alles überwuchernde Natur mit gefährlichen monstergleichen Tieren. Das wäre kein Ort zum Wohlfühlen, das wäre ... das wäre ... gar keine Welt zum Radfahren mehr. Darum ist es schon gut, nein sehr gut, dass es Menschen gibt, die die Welt bebauen und schützen, die sie zu einem Ort machen, an dem es sich für alle leben lässt – wenn, ja wenn sie sich an die Ideen des Gründers der Welt halten.</div><div><br></div><div>Und wenn du nun wissen möchtest, wo ich diese Welt entdeckt habe, dann lass einfach das „die" bei „Welt" weg und lies einfach nur „Welt". Und damit du mir glaubst, dass ich wirklich an diesem Ort war, habe ich dieses Foto gemacht:</div></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010425.JPG"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 25 Jul 2021 16:17:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Persönliche Gedanken über das christliche Schreiben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000AF"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Persönliche Gedanken über das christliche Schreiben</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/07/2021</span></div><div><br></div><div>Alles, was ich hier schreibe, ist Stammeln und Stückwerk.</div><div><br></div><div>Gott ist größer als alle meine Vorstellungen von ihm. Mein Verstand kann ihn nicht fassen.</div><div><br></div><div>Ich habe keine Beweise dafür, dass es wahr ist, was ich schreibe. <span class="fs14lh1-5">Ich habe für die Wahrheit keine Anhaltspunkte, die nicht bestreitbar wären.</span></div><div><br></div><div>Ich habe die Wahrheit nicht. Denn die Wahrheit ist eine Person: Jesus Christus (Joh 14,6). Und diese Person entzieht sich – mehr noch als alle anderen Personen – dem Gehabt-Werden.</div><div><br></div><div>Was ich habe und woran ich mich halte, sind die biblischen Schriften. Aber auch sie sind nichts als Stückwerk, wie der Apostel selbst schreibt (1Kor 13,12).</div><div><br></div><div>All unsere menschlichen Gedanken über Gott werden dem nicht gerecht, von dem sie reden. Sie wollen das Unsagbare sagen.</div><div><br></div><div>Warum schreibe ich trotzdem?</div><div><br></div><div>Weil ich eine Hoffnung habe: die Hoffnung, dass Gott gnädig ist und durch mein Stammeln spricht; dass er selbst sagt, was ich nicht sagen kann.</div><div><br></div><div><div>Ich glaube, dass der Geist Gottes mich dann, wenn er es will, in die Wahrheit leitet (Joh 16,13). Ich <span class="fs14lh1-5"><b>habe</b></span> dann nicht die Wahrheit, sondern ich <span class="fs14lh1-5"><b>bin</b></span> aus ihr (Joh 18,37b). D<span class="fs14lh1-5">as heißt: Ich lebe aus der Wahrheit, sie ist mein Lebensgrund, </span><span class="fs14lh1-5"><b>die Wahrheit hat mich</b></span><span class="fs14lh1-5">.</span></div></div><div><br></div><div>Mit dem, was ich schreibe, kann ich nur die Wahrheit bezeugen, und zwar nach meiner Über-Zeugung in dem Moment, in dem ich es schreibe.</div><div><br></div><div>Je länger ich über Gott nachdenke und je mehr ich von ihm schreibe, desto unwohler wird mir bei diesem Wort: <span class="fs14lh1-5"><i>Gott</i></span>. Dieses so oft benutzte, abgenutzte, missverstandene und missbrauchte Wort. Dieser Name, den wir alle nicht verstehen, weil wir das, was er bezeichnet, nicht verstehen.</div><div><br></div><div>Der Dichter Kurt Marti hat davon geschrieben: <span class="fs14lh1-5"><i>Gott</i></span> ist ein Wort, das eine ungeheure Passion durchgemacht hat und noch durchmacht.</div><div><br></div><div>Aber ich habe kein anderes Wort für das, wovon ich schreiben will.</div><div><br></div><div>Will ich schreiben? Oder muss ich?</div><div><br></div><div>Ich schreibe, weil es in mir ist. Ich schreibe, was in mir ist.</div><div><br></div><div>Da ist etwas in mir, eine Gewissheit, die mir, sobald ich ihrer allzu gewiss geworden bin, schon wieder zwischen den Fingern zerrinnt. Und obwohl sie mir zerrinnt, ist sie niemals tot, sondern unverwüstlich, lebendig, als sei sie unzerstörbar.</div><div><br></div><div>Da sind Gedanken in mir, die allesamt nur menschliche Gedanken sind. Sie sind angefochten, verunsichert, bezweifelt.</div><div><br></div><div>Was von alledem ist wahr angesichts der Wahrheit Gottes? Was kann den beschreiben, dessen Friede alles Verstehen übersteigt? (Phil 4,7)</div><div><br></div><div>Ich kann ihn nicht beschreiben. Ich will es auch nicht. Nur E<span class="fs12lh1-5">R</span> selbst kann sich bezeugen (Joh 15,26). <span class="fs14lh1-5">Meine Worte werden wahr dadurch, dass E</span><span class="fs12lh1-5">R</span><span class="fs14lh1-5"> sie wahr macht.</span></div><div><br></div><div>Es muss etwas passieren mit meinen Worten. Sie müssen gesegnet und neu geschaffen werden. Sie müssen, wie man es ausdrücken könnte, getauft werden von I<span class="fs12lh1-5">HM</span> selbst.</div><div><br></div><div>Wenn ich von ihm E<span class="fs12lh1-5">R</span> sage, trifft es schon nicht mehr. Wenn ich von ihm E<span class="fs12lh1-5">S</span> sage, trifft es auch nicht. Es ist eben unsagbar.</div><div><br></div><div>Dennoch darf ich D<span class="fs12lh1-5">U</span> zu ihm sagen. Das D<span class="fs12lh1-5">U</span> ist wohl das angemessenste Wort für ihn.</div><div><br></div><div>Gelobt seist du, zu dem ich D<span class="fs12lh1-5">U</span> sagen darf.</div><div><br></div><div>Gelobt seist du, der du dich durch mein Stammeln verständlich machst.</div><div><br></div><div>Gelobt seist du, der du in mir Wohnung genommen hast (Joh 14,23), dich in mir festgesetzt hast und mich nicht mehr loslässt.</div><div><br></div><div>Gelobt seist du, der du in mir redest, so dass ich nicht schweigen kann.</div><div><br></div><div>Gelobt seist du, der du mich – trotz all meiner Anfechtungen und Zweifel – immer wieder deiner Liebe und deines Wirkens gewiss werden lässt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 21 Jul 2021 08:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Dreifaches Lob in verletzter Welt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000AE"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Dreifaches Lob in verletzter Welt</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 20/07/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Lob des Schöpfers</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Lerche singt am Himmel hoch oben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ihr endloses Lied, den Schöpfer zu loben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Eine zweite gesellt sich sogleich ihr bei,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und für kurze Zeit erklingt ein Kanon zu zweit,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bis die erste Sängerin lautlos verschwindet –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>zu viel des Lobs, dem sie sich entwindet?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Durchs Feld läuft ein Hase kreuz und quer,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sucht, bleibt stehn, horcht, läuft weiter,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wiederholt dasselbe Spiel, ohne zu zweifeln.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Der Wind treibt die Gräser stark und sanft,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie strecken sich, als wollten sie von dannen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und werfen dabei zitternde Schatten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Luft fährt über die Haut, sie zu streicheln.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Sonne schafft Wohlsein und Wärme ohnegleichen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>erfrischt mit Kühle, wenn Wolken sie erreichen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Himmel und Wolken erschaffen gemeinsam</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unzähl'ge Schattierungen von grauen, blauen Zeichen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ein Schwarm Vögel steigt auf und formt sich zum Tanze,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ein Tanz für den Schöpfer, ihm zur Ehr'.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich seh tausende Formen und Farben und mehr,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch seh ich immer nur einen Teil des Ganzen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Bin mittendrin in allem Lebendigen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und doch zu nah, es ganz zu erfassen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Das Wunder ist zu groß, die Schönheit zu komplex;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ich muss abstrahieren, ausblenden, begrenzen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir sehen nur einzelne Teile, nicht mehr,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unfähig, das Puzzle zusammenzusetzen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Vielleicht fällt uns darum das Loben so schwer.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Schöpfung lobt mit jeder ihrer Regungen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>als Ganze den, dem dies Wunder gelungen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wir, die wir nur Teile erkunden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>können nur etwas ahnen vom Loben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das um uns her beständig gesungen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und selbst dieses Ahnen drohn wir zu verlieren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>um unsern eignen Gesang zu zelebrieren,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>den Gesang der Tauben, Stummen und Blinden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die überall nur sich selber finden,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das Lied des Selbstlobs und Wohlbefindens,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das Leben schaffen will und doch</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>immer mit sich auch den Tod wird bringen – wenn nicht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ja wenn nicht der Schöpfer von allem</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sich unser unwürdiges Werk lässt gefallen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn E<span class="fs12lh1-5">R</span> nicht heiligt unser Handeln,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>um es zum Leben-Schaffen zu wandeln.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Lob des Friedenstifters</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Einer kam zu uns, um alles zu vergeben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und uns zu zeigen ganz andere Wege.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ging voran diesen Weg, sagte dazu Amen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und suchte welche, die mit ihm kamen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ward den Sündern ein Sünder, ein Armer den Armen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und wusste sich über alle zu erbarmen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Er vergab den Rechtlosen, die man ignorierte,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>brachte Leben zurück, wo der Tod regierte.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Er wandte sich zärtlich den Verlassenen zu,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>war nah den Verachteten, Sündern und Huren</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und denen, die in Geldgier versunken.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Er verurteilte nicht die Gehassten, sondern liebte –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das war es, was die Menschen schockierte.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch denen, die mächtig und Leben zerstörten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>begegnete er mit harten Worten.</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ihre Macht sollte enden, ja war schon gebrochen:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Herrn der Welt gehn, unser Herr ist im Kommen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So rief er beharrlich zum Weg des Lebens,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>doch meistens verklang sein Rufen vergebens.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Darum blieb er ein Fremder in unserer Welt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die von Mahnenden bis heute nichts hält.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Menschen wollen ihr Eignes pflegen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und meinen: „Durch das Eigne bringen wir Segen!"</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch der Segen, fern von I<span class="fs12lh1-5">HM</span> gesucht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bringt statt des Segens letztlich Fluch,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>bringt Hitzewellen und Wasserfluten,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und viele Menschen müssen bluten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das Streben der Menschen bringt tausendfach Tod.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch sie wollen's nicht wissen, schaffen immer neue Nöte,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und den, der sie mahnt, müssen sie töten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Seine Stimme muss verstummen, darf nicht erklingen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>damit sie weiter ihr Eignes pflegen können.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Am Kreuz muss er hängen, elendig sterben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>damit wir herrschen können auf Erden.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Lob des Neuschöpfers</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So starb der Meister – doch sein Leben ging weiter,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sein Geist kam zu uns, der Herr aller Geister.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Seine Kraft setzt sich durch, niemand ist ihr gewachsen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>sie lässt in der Welt nie Gewesenes schaffen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Sie verwandelt die Menschen, die von ihr ergriffen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und kein Mensch ist zu schlecht, ihn neu zu erschaffen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Diese Kraft besiegt das Böse, die Gier und die Gewalt,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und alles Maßlose macht vor ihr halt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Nun endlich dürfen die Geschöpfe leben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>niemand quält die Kreatur, man gibt auf dieses Streben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Die Schöpfung darf den Schöpfer loben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Geschöpfe sind vereint, der Geist hat sie verwoben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Niemand tritt mehr den andern, niemand die Tiere,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>niemand im Land vergisst die Verlierer.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Niemand lebt mehr, als gäb es keinen Schöpfer,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und überall sehnt man sich nach dem Erlöser,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nach dem Herrn, der versöhnt, dem Gott, der uns speist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nach dem Einssein mit ihm, das er uns verheißt;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nach der Heimat bei ihm, die alle erstreben,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>weil seine Liebe kein Ende wird nehmen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Das ist die Heimat aller Kreaturen;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>deren Leid hat ein Ende, wenn er wird wiederkommen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch ist das Illusion? Ist alles ein Traum?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Weil die Menschen ihm den Weg verbau'n?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Weil sie den guten Geist bekämpfen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das Seine nicht wollen, sein Wirken dämpfen.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Weil sie immer noch singen die alten Lieder</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>vom Lob ihrer selbst, vom selbstgemachten Frieden;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das Lied vom Reisen und ins Ferne Fliegen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>vom Konsum ohne Maß, wenn's nur ihnen bringt Spaß;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>das Lied vom Wohlsein, ganz ohne Verbot.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So singen sie weiter das Lied vom Tod.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So suchen sie das Ihre, soll's doch kosten, was es will:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>„Nach uns die Sintflut, wir werden nicht still!"</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ja, es ist so, wie vorzeiten beschrieben:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>„Da ist keiner, der gut ist, auch nicht einer auf Erden."</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und dennoch steht dieses Wort nicht am Ende,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>denn am Ende steht gnädig die letzte Wende,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>steht das Reich ew'ger Liebe, zu dem wir geladen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Gemeinschaft mit dem, der die Antwort unsrer Fragen;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>steht der Friede für alle, die I<span class="fs12lh1-5">HN</span> ernstlich ersehnen,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>steht das, was noch fehlt: ein I<span class="fs12lh1-5">HN</span> lobendes Leben.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dieses Leben ist Leben für alle Geschöpfe;</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>er wird's uns gewähren, wenn wir es möchten.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wem's ernst ist, geht jetzt schon den Weg, den er weist,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der Mitleid, Rücksicht und Liebe heißt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>In der Kraft S<span class="fs12lh1-5">EINES</span> Geistes können wir gehn:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So lasst uns ihn loben und mit frohem Sinn</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nicht länger beim Alten bleiben stehn!</div></div><div><br></div><div><br></div><div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs11lh1-15">Verweise:</i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">„Die Herrn der Welt gehn, unser Herr ist im Kommen": Nach einem Wort des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann: „Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt."</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">„Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott": vgl. 1Kor 3,17.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">„Kein Mensch ist zu schlecht, ihn neu zu erschaffen": vgl. 2Kor 5,17.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">„dem Gott, der uns speist": vgl. Ps 104,27f.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">„den guten Geist bekämpfen ... sein Wirken dämpfen": vgl. 1Thess 5,19; Eph 4,30.</span><br></li><li><span class="fs11lh1-15">„Da ist keiner, der gut ist, auch nicht einer auf Erden": vgl. Röm 3,12; Ps 14,1-3; Mt 19,17.</span><br></li></ul></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 20 Jul 2021 08:08:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum der christliche Glaube befreit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000AD"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum der christliche Glaube befreit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/07/2021</span></div><div><br></div><div>Der Glaube an die Dreieinigkeit Gottes trifft oft auf großes Unverständnis. Das hängt auch damit zusammen, dass die kirchliche Lehre von der Dreieinigkeit (Trinitätslehre) nur schwer verständlich zu machen ist – zumal alles menschliche Denken hier an seine Grenzen kommt.</div><div><br></div><div>Einfacher ist es dagegen, deutlich zu machen, <span class="fs14lh1-5"><b>warum </b></span>die Trinitätslehre bedeutsam für den Glauben aller Christinnen und Christen ist. Anders gesagt: Man kann ganz gut erklären, wie wichtig die Trinitätslehre für den Glauben ist.</div><div><br></div><div>Ich will das hier versuchen zu erklären.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. An Gott den Vater glauben</div><div><br></div><div>Dass wir an Gott den Vater glauben, heißt: Wir glauben, dass Gott der Schöpfer aller Dinge ist. Er hat auch uns Menschen geschaffen. Gott ist also Gott, und wir sind Menschen.</div><div><br></div><div>Diese Unterscheidung ist nicht so trivial, so überflüssig, wie sie scheint. Dass wir Menschen sind und nicht Gott, heißt nämlich: Wir sind begrenzte Wesen. Unser Leben und alles, was wir schaffen, ist begrenzt. Unser Leben wird ein Fragment bleiben, ein Stückwerk (1Kor 13,12). Es wird immer etwas offen bleiben. Wir werden unser Leben nicht vollenden, keine vollendet runde Sache aus ihm machen.</div><div><br></div><div>Und so darf es sein. So sind wir geschaffen, dazu sind wir bestimmt. Wir sind begrenzte Geschöpfe, eben Menschen und nicht Götter, und so soll es auch sein. Als diese begrenzten Wesen sind wir von Gott dem Vater geliebt, angenommen, respektiert. Als begrenzte Wesen können wir die Vollkommenheit erlangen, zu der wir bestimmt sind (Mt 5,48).</div><div><br></div><div>Es ist befreiend zu wissen, dass wir begrenzte Wesen sind und bleiben werden. Wir müssen nicht mehr aus uns machen, als wir sind. Wir müssen nicht danach streben, unsere Grenzen zu überschreiten. Wir müssen nicht um unser Ansehen kämpfen, weil wir bei Gott schon angesehen sind. Wir müssen das Fragmentarische unseres Lebens nicht überwinden. Mit einem Wort: Wir müssen keine Götter aus uns machen.</div><div><br></div><div>Wer dazu steht, dass er Mensch ist und nicht Gott, ist befreit davon, sich zum Gott aufschwingen zu müssen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. An Gott den Sohn glauben</div><div><br></div><div>Dass wir an Gott den Sohn glauben, heißt: Wir glauben, dass Gott der Versöhner ist. Er hat uns Menschen und die ganze Welt mit Gott versöhnt (2Kor 5,19). Er hat dazu die Gestalt des Menschen Jesus Christus angenommen. In ihm hat nicht einfach ein Mensch gelitten, sondern Gott selbst. Gott selbst trug die Kosten der Versöhnung.</div><div><br></div><div>Auch diese Aussage hat große Bedeutung für unser Leben. Denn diese Aussage meint: Wir können die Beziehung zu Gott nicht reparieren. Wir schaffen es nicht, uns selbst mit Gott zu versöhnen. Wir sind nicht eins mit Gott, sondern sind mit ihm entzweit. Und wir werden es bleiben, wenn wir versuchen, die Versöhnung aus eigener Kraft zu bewerkstelligen.</div><div><br></div><div>Wir <span class="fs14lh1-5"><b>brauchen </b></span>die Beziehung zu Gott aber auch nicht aus eigener Kraft zu reparieren. Und zwar deshalb nicht, weil sie bereits repariert ist. Gott fordert nichts Unmögliches von uns. Er springt für uns ein und hat das erledigt, was wir nicht schaffen.</div><div><br></div><div>Er hat es ganz allein erledigt. Das ist damit gemeint, dass Jesus Gott war. Er war nicht einfach ein menschlicher Helfer für das, was wir selbst zur Versöhnung beitragen können, einer, der unser eigenes Tun ergänzt hätte. Sondern Jesus war der versöhnende Gott selbst.</div><div><br></div><div>Versteht man Jesus nur als einen Menschen, dann wird er zum Helferlein für uns degradiert. Nicht Gott versöhnte dann die Welt mit sich selbst, sondern wir mit Jesu Hilfe. Wir sind dann diejenigen, die das Wesentliche tun und nur hier und da noch etwas Support brauchen. Das stellt die Verhältnisse auf den Kopf.</div><div><br></div><div>Es ist auch nicht befreiend, sondern setzt uns unter Druck. Befreiend ist es zu wissen, dass wir bereits mit Gott versöhnt sind, bevor wir irgendetwas getan haben. Befreiend ist es zu wissen: Ich muss zur Bereinigung meines Verhältnisses zu Gott absolut nichts beitragen. Ich muss nicht einmal etwas anstreben, was mir dann mit Gottes Hilfe gelingen wird. Gott ist nicht der Helfer, der Notnagel, der den Teil erledigt, den ich nicht schaffe. Sondern Gott erledigt das alles allein. Mir bleibt nur, das, was Gott allein erledigt, zu akzeptieren, zuzulassen (2Kor 5,18.20).</div><div><br></div><div>Wer glaubt, dass Gott unsere Beziehung zu sich ein für allemal in Ordnung gebracht hat (Röm 6,10; Hebr 10,10), ist ein für allemal davon befreit, es selber tun zu müssen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. An Gott den Geist glauben</div><div><br></div><div>Dass wir an Gott den Geist glauben, heißt: Wir glauben, dass Gott der Erlöser ist. Er löst die Fesseln, in denen wir leben. Er befreit uns von unserem Kleinglauben, unseren Zweifeln, unserer Lieblosigkeit. Er befreit uns von unseren bösartigen Gefühlen, Gedanken und Taten. Gott tut das alles in der Gestalt seines Geistes, mit dem er uns von innen her radikal verwandelt, wenn wir es zulassen.</div><div><br></div><div>Das hat immens große Auswirkungen auf unser Leben. Wenn wir das glauben, erkennen wir nämlich: Wir können uns nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Unser Unglaube, unsere Lieblosigkeit, unsere Verdorbenheit sind nicht so etwas wie Schwächen, die man mit etwas Konsequenz ausmerzen kann. Es geht nicht um ein paar missliche Charaktereigenschaften, an denen wir, wenn wir uns nur ernsthaft bemühen, arbeiten können. Es geht vielmehr um Abgründe, denen wir nicht entkommen können.</div><div><br></div><div>Damit sind nicht nur schlechte Taten gemeint. Unsere Verkommenheit setzt viel früher an. Vor allem zum Glauben sind wir unfähig. Wir wissen nicht, was die Wahrheit ist und was wir glauben sollen. Wir wissen nicht einmal, wie wir beten sollen (Röm 8,26). Wir stochern im Heuhaufen. Wir wissen nichts über Gott, und wir sollten uns das eingestehen. Wenn wir etwas wissen, wenn wir etwas von der Wahrheit erkannt haben, dann hat Gott dieses Wissen, diese Wahrheit in uns eingepflanzt (Joh 16,13a). Nicht wir haben uns die Wahrheit erworben, sondern Gott hat sie uns geschenkt, indem er uns seinen Geist gab, das heißt: sich selbst.</div><div><br></div><div>Es ist ein Geschenk, zu dem wir nichts beitragen müssen. Wir sind nicht aufgerufen, das Unsrige zu tun, und dann wird Gott uns auch helfen nach der Devise: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!" So machen wir Gott zum Lückenbüßer für das, was wir selbst nicht schaffen. Gott ist aber keiner, der die Lücken unseres Unvermögens ausfüllt, sondern er ist der, der uns zu neuen Menschen macht. Er ergänzt nicht unser eigenes Bemühen, sondern er verwandelt uns von Grund auf. Danach können wir uns überhaupt erst bemühen (2Kor 5,17).</div><div><br></div><div>Darum ist Gottes Geist keine Kraft, die einspringt, wenn unsere Kraft am Ende ist. Sondern Gottes Geist ist Gott selbst: der, der alles geschaffen hat, und der, der alles neu schafft. Wenn wir Gottes Geist auf eine Kraft reduzieren, setzen wir sie neben unsere eigene Kraft. Unsere Kraft und Gottes Kraft können sich dann schön ergänzen. Gott ergänzt uns aber nicht, sondern erneuert uns radikal. Uns bleibt nur, es dankbar anzunehmen und geschehen zu lassen, wenn Gott uns zu neuen Menschen macht (1Thess 5,19).</div><div><br></div><div>Das ist befreiend für uns. Denn wir müssen uns nun nicht mehr anstrengen, die Wahrheit zu erkennen und ein gottgemäßes Leben zu führen. Wir müssen nur noch das tun, was in uns ist, was Gott in uns geschaffen hat. Wie eine Pflanze, die wächst, weil das Wachsen in ihr angelegt ist, so leben wir das, was Gott in uns hineingelegt hat. Auch das mag manchmal anstrengend sein, wie alles in dieser Welt. Aber es ist nicht die Anstrengung, das verwirklichen zu müssen, was noch nicht da ist, sondern das verwirklichen zu dürfen, was schon in uns ist.</div><div><br></div><div>Wer glaubt, dass Gott einen neuen Menschen aus ihm macht, ist befreit davon, sich selbst optimieren zu müssen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die christliche Umkehrung der Reihenfolge</div><div><br></div><div>Es ist auch für Christinnen und Christen nicht leicht, die befreiende Kraft des christlichen Glaubens zu verstehen und konsequent zu praktizieren. In unserem Glauben drängt sich nämlich schnell etwas in den Vordergrund, was auch sonst eine entscheidende Rolle in unserem Leben spielt: unser Ich.</div><div><br></div><div>Dieses Ich prägt dann auch unsere Vorstellung von der Versöhnung mit Gott: Ich muss an Gott glauben, ihm vertrauen, dann wird er sich mir zuwenden und dann gilt die Versöhnung, die durch Jesus Christus geschehen ist. Weil das Ich so stark ist, bemerken wir gar nicht, wie hier die Reihenfolge der Ereignisse vertauscht ist: <span class="fs14lh1-5"><b>Zuerst </b></span>müssen wir an Jesus glauben, damit <span class="fs14lh1-5"><b>dann </b></span>die Versöhnung, die Jesus bewirkt hat, für uns gültig ist.</div><div><br></div><div>In Wahrheit ist es umgekehrt: Jesu Heilswirken ist bereits für uns gültig, damit wir dann auch an ihn glauben. Die Versöhnung geht unserem Glauben voran und gilt unabhängig von unserem Glauben. Unser Glaube kann diese Versöhnung nur dankbar annehmen.</div><div><br></div><div>Eine ähnliche Sicht wird oft bezüglich des ethischen Verhaltens vertreten: Wir müssen uns darum bemühen, im Sinne Gottes zu leben, müssen die alten menschenfeindlichen Strukturen hinter uns lassen und neue Menschen werden. Wenn wir das tun, wird der Geist Gottes diese Welt verändern.</div><div><br></div><div>Auch hier ist die Reihenfolge der Ereignisse vertauscht. In Wahrheit macht Gottes Geist neue Menschen aus uns, und <span class="fs14lh1-5"><b>erst dadurch</b></span> werden wir in die Lage versetzt, im Sinne Gottes zu leben. Nicht wir sind der Weinstock und der Geist ist die Rebe, sondern Gott ist der Weinstock und wir sind die Reben (Joh 15,5). Oder anders gesagt: Nicht die guten Früchte machen den Baum gut, sondern der gute Baum bringt gute Früchte (Mt 7,17f; Lk 6,43-45).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Die jüdische Umkehrung der Reihenfolge</div><div><br></div><div>Auch im Judentum und Islam, welche die Trinitätslehre ablehnen, wird die beschriebene Umkehrung der Reihenfolge oft vertreten. Zwar sind beide Religionen vielfältig wie das Christentum. Aber sie betonen stark den menschlichen Anteil an einer intakten Gottesbeziehung.</div><div><br></div><div>Für das Judentum zitiere ich hier den bekannten Rabbiner Leo Baeck (1873-1956), der zu seiner Zeit einer der bedeutendsten Vertreter des liberalen Judentums war. Er schreibt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der eine Gott, den die Propheten verkündet haben, ist der eine, nicht etwa weil er allein das ist, was die Götter der Heiden zusammen sind, sondern er ist der eine, weil er anders ist als sie, weil das eine Gute in ihm seine Wirklichkeit und Gewißheit hat. Neben dem einen sittlichen Gott können keine andern Götter sein, weil die eine Sittlichkeit nichts andres neben sich duldet. [...] Gott erkennen bedeutet hier nicht, sein Wesen verstehen, sondern sein Walten begreifen, den Weg des Rechten sehen und gehen, den Gott gewiesen hat [...] Je mehr wir wahre sittliche Menschen sein wollen, desto näher sind wir Gott, desto näher ist er uns. Wir können ihn immer finden, wenn unser ganzes Herz sich seinem Gebote zukehrt. [...] Dieses Gute, dieses Sittliche vermag der Mensch zu schaffen, er vermag es zu verwirklichen. Darin bildet er sein Leben, er wird ein Schöpfer des Guten, das Ebenbild des einen Gottes. [...] Das Gute und das Böse ist vor ihn hingestellt, damit er wähle. Auch die Freiheit ist eine sittliche Aufgabe, die Gott in das Menschenleben hineingelegt hat, damit sie erfüllt werde. Der Wille zum Guten ist der Wille zur Freiheit und der Wille zum Leben. [...] Sein [des Menschen] Ziel ist ihm gegeben, zu dem seine Freiheit ihn hinführt. Er vermag, wenn er von ihm [Gott] sich abgewendet hatte, umzukehren, um jetzt den Weg zu gehen, auf dem er Gott findet. Er kann sich versöhnen, sich reinigen. Seine Tat, die sittliche Tat, ist es, die die Versöhnung schafft. Nicht das Wunder und nicht ein Sakrament bringt sie, sondern die Freiheit, die in ihn gelegt ist.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Walter Homolka (Hg.): Die Lehren des Judentums nach den Quellen. Band I. Neuausgabe. Knesebeck Verlag, München 1999. S. 13f)</span></i></div><div><br></div><div>Ich lasse diese Sätze so stehen. Die Unterschiede zu meiner oben skizzierten Position sind deutlich. Ich schließe damit keinesfalls aus, dass es Jüdinnen und Juden gibt, die in ihrer Lebens- und Glaubenspraxis von einer Gnade Gottes leben, die all unserem menschlichen Handeln zuvorkommt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Die muslimische Umkehrung der Reihenfolge</div><div><br></div><div>Dem Koran zufolge verzeiht Gott alle Sünden, auch die schwersten – wenn der Mensch seine Schuld im Glauben aufrichtig bereut, um Vergebung bittet und sich nach Kräften darum bemüht, die Sünde künftig zu vermeiden.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sure 4:110</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn einer Böses tut oder (indem er sündigt) gegen sich selber frevelt und hierauf Gott um Vergebung bittet, wird er finden, dass Gott barmherzig ist und bereit zu vergeben.</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Alle Koranübersetzungen nach Rudi Paret: Der Koran. Verlag W. Kohlhammer. 6. Aufl. Stuttgart u.a. 1993)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sure 6:54</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Heil sei über euch! Euer Herr hat sich (den Gläubigen gegenüber?) zur Barmherzigkeit verpflichtet. Wenn (demnach) einer von euch in Unwissenheit Böses tut und dann später umkehrt und sich bessert (findet er Gnade). Gott (w. [= wörtlich] Er) ist barmherzig und bereit zu vergeben.</span></i></span></div><div><br></div><div>Gottes Barmherzigkeit und Gnade spielen im Koran eine wichtige Rolle. Sie sind aber gebunden an den Glauben des Menschen, seine Reue und Umkehr. Den Ungläubigen vergibt Gott nicht.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sure 4:17f</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Nur diejenigen haben bei Gott Vergebung zu erwarten, die in Unwissenheit Böses tun und hierauf beizeiten umkehren. Diesen wendet sich Gott (gnädig) wieder zu. Gott weiß Bescheid und ist weise. Diejenigen aber haben keine Vergebung zu erwarten, die schlechte Taten begehen (und darin verharren), so dass einer erst, wenn er zum Sterben kommt, sagt: „Jetzt kehre ich um". Auch diejenigen nicht, die als Ungläubige sterben. Für sie haben wir (im Jenseits) eine schmerzhafte Strafe bereit.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sure 4:168f</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Denen, die ungläubig sind und (überdies) Unrecht tun, kann Gott unmöglich vergeben, und er kann sie unmöglich einen rechten Weg führen. Vielmehr (führt er sie) den Weg zur Hölle, damit sie ewig darin weilen. Dies (wahr zu machen) ist Gott ein leichtes.</span></i></span></div><div><br></div><div>Natürlich geht es bei alldem nicht nur um eine Reihenfolge dessen, was Gott tut, und dessen, was wir Menschen tun. Es geht vielmehr um das, was Gottes Liebe und Versöhnung auszeichnet.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Sure 3:31f</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wenn ihr Gott liebt, dann folgt mir [Mohammed], damit (auch) Gott euch liebt und euch eure Schuld vergibt! Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben. [...] Gehorchet Gott und dem Gesandten [Mohammed]! Wenn ihr euch abwendet (seid ihr eben ungläubig). Gott liebt die Ungläubigen nicht.</i></span></div><div><br></div><div>Ich erinnere daran, dass dem Alten Testament zufolge Gottes Liebe zu seinem Volk Israel und zur gesamten Menschheit trotz des menschlichen Abfalls von Gott Bestand hat (Gen 8,21f; Ps 103,8-14). Israels Liebe zu Gott ist das Gelten-lassen der befreienden Liebe Gottes zu Israel. Und das Neue Testament macht deutlich, dass die Versöhnung mit Gott nicht nur denen gilt, die sich zu ihm bekennen, sondern auch seinen Feinden, den Gottlosen (Röm 5,6.10).</div><div><br></div><div>Ich schließe auch hier überhaupt nicht aus, dass Muslime in der Gewissheit einer solchen bedingungslosen Liebe Gottes leben, auch wenn sie nicht ausdrücklich an einen dreieinigen Gott glauben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Befreiender Glaube an den dreieinigen Gott</div><div><br></div><div>Die Trinitätslehre bezeugt, dass Gott (was seine Beziehung zu uns angeht) alles für uns erledigt, ohne von unserem Beitrag abhängig zu sein. Sie bezeugt also die Freiheit Gottes.</div><div><br></div><div>Die Trinitätslehre bezeugt, dass es (was unsere Beziehung zu Gott angeht) nichts gibt, was wir aus eigener Kraft erledigen müssen. Sie bezeugt also unsere Freiheit.</div><div><br></div><div>Der dreieinige Gott ist der Grund der Freiheit, die wir so sehr suchen, aber außerhalb einer dem christlichen Glauben entsprechenden Lebenshaltung nicht finden.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube befreit uns erstens davon, den fragmentarischen Charakter unseres 	Lebens überwinden zu müssen. Er befreit uns zweitens davon, unsere Beziehung zu Gott in Ordnung bringen zu müssen. Er befreit uns drittens davon, unsere Erkenntnis und unser Leben perfektionieren zu müssen.</div><div><br></div><div>Es ist unerklärlich, dass wir uns diese dreifache Befreiung nicht gefallen lassen wollen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 16 Jul 2021 06:47:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was bleibt und was nicht bleibt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000AC"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was bleibt und was nicht bleibt</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/07/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Manchmal versteht man etwas besser, wenn man darauf achtet, was jemand <span class="fs14lh1-5"><b>nicht</b></span> gesagt oder geschrieben hat. Der Apostel Paulus hat einmal davon geschrieben, was eigentlich das Bleibende ist – eine typische Frage der antiken griechischen Philosophie. Sie fragte nicht so sehr nach dem, was kommt, sondern nach dem, was bleibt.</div><div><br></div><div>Was also bleibt – von unseren Taten, von unserem Leben, von der Geschichte, ja von der ganzen Welt? Was ist das beständige Wesen der Dinge, das nicht vergeht, sondern in allen Wandlungen bleibt? – So hätte ein antiker Philosoph gefragt.</div><div><br></div><div>Paulus war kein griechischer Philosoph, sondern jüdischer Christ. Er schreibt zur Frage, was bleibt:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>die größte aber von diesen ist die Liebe.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1"><i class="fs11lh1-5">(1. Korintherbrief Kapitel 13 Vers 13)</i></span></div><div><br></div><div>Warum nennt Paulus gerade diese drei? Oder anders gefragt: Was nennt er nicht? Was gehört seiner Meinung nach nicht zu dem, was bleibt?</div><div><br></div><div>Man könnte viel nennen: Politische Programme bleiben nicht, philosophische Systeme auch nicht, auch künstlerische Leistungen nicht. Ebenso werden Weltanschauungen und Religionen vergehen. Alles, was uns so wichtig ist, um das wir manchmal kämpfen, an dem unser Herz hängt: Nichts davon bleibt.</div><div><br></div><div>Ja, auch das Christentum ist nichts Bleibendes, sondern unterliegt der Kritik wie überhaupt alles Menschliche: Wir Menschen erkennen nur bruchstückhaft, all unser Forschen, Erkennen und Bewahrheiten ist Stückwerk. Denn vor dem genannten Satz schreibt Paulus:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in rätselhafter Erscheinung,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dann aber von Angesicht zu Angesicht;</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">jetzt erkenne ich teilweise,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(1. Korintherbrief Kapitel 13 Vers 12)</span></i></div><div><br></div><div>Paulus war in dem, was er hier schrieb, ausgesprochen modern: Er wusste um die Grenzen der menschlichen Erkenntnismöglichkeiten und unterzog all unsere Erkenntnisse einer scharfen Kritik. Da war Paulus ganz auf der Linie des Sokrates, auf der Linie Immanuel Kants, Hans-Georg Gadamers und anderer bedeutender Philosophen.</div><div><br></div><div>Was ist es noch, was nach Paulus <span class="fs14lh1-5"><b>nicht</b></span> zu dem gehört, was bleibt? Fortschritt, Weiterentwicklung, technische Neuerungen, Programme der Weltverbesserung, Visionen und Zukunftsforschung. Alles, was Paulus nicht nennt, mag an seinem Ort nützlich und wertvoll sein, aber das ändert nichts daran, dass es nur <span class="fs14lh1-5"><b>relative Gültigkeit</b></span> hat, dass es letztlich zu dem gehört, was keinen Bestand hat, was vergeht.</div><div><br></div><div>Dazu gehören auch eine menschenfreundliche Haltung, ein Humanismus, der Kapitalismus und der Kommunismus. Unsere Moral gehört dazu, unsere westlichen Werte, die wir so gern hochhalten, sogar die Demokratie und Freiheit gehören dazu. Nicht, dass nicht all das an seinem Ort gut und wichtig wäre, aber seine Güte und Wichtigkeit ist sehr relativ, sehr bestreitbar und vergänglich. Es ist nichts weiter als Stückwerk.</div><div><br></div><div>Dagegen stellt Paulus zunächst den christlichen Glauben. Das ist die Beziehung zu dem Gott, der die Liebe ist (was nicht heißt, dass das, was wir Liebe nennen, Gott ist). Es bleibt die Beziehung zur Liebe, das Einssein mit der Macht der Liebe, das Einssein mit dem in der Welt wirkenden Gott, mit der in der Welt wirkenden guten Macht, die unverfügbar für uns ist und die die Krise all unserer Konzeptionen und Erkenntnisse ist, die Erfüllung unseres Suchens und darum das Fragezeichen hinter all unserem Finden. Auch wenn wir anfangen, christliche Denksysteme zu entwickeln, müssen wir die Krise dieser Systeme mitdenken und uns unserer Grenzen bewusst bleiben.</div><div><br></div><div>Die Beziehung zu Gott, zur unverfügbaren Macht der Liebe bleibt. In der Form des Glaubens, des Vertrauens zu Gott bleibt sie „jetzt", wie Paulus bewusst schreibt. „Jetzt", auf Erden, bleibt der Glaube.</div><div><br></div><div>Außerdem bleibt die Hoffnung. Hoffen heißt, auf die Macht der Zukunft zu setzen und von ihr zu leben, von Gott, der die Zukunft in seinen Händen hält (wir müssen bildlich reden, denn Gott hat keine Hände wie wir). Hoffen heißt, auf den Gott setzen, von dem her alle Zukunft kommt, ja der unser aller Zukunft selbst ist, ob wir es wissen oder nicht. Wir können wissen, dass Gottes Zukunft gut ist, aber wir wissen nicht, wie sie sein wird. Das sind wiederum die Grenzen unseres Erkennens. „Jetzt", auf Erden, bleibt immerhin die Hoffnung.</div><div><br></div><div>Und die Liebe bleibt: Gott selbst, der die Liebe ist. Die Versöhnung bleibt, die Vergebung, der Friede und die Freude. All das kommt von ihm, aus seiner Liebe, aus ihm selbst. Alles, was <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> schaffen, ist demgegenüber ein Stochern im Heuhaufen. Unsere „Liebe", unsere Moral und Ethik, unsere Werte, unser wohlmeinendes Handeln – alles ein Stochern, ein Suchen, ein hier und da sogar <span class="fs14lh1-5">eine Zeit lang </span><span class="fs14lh1-5">hilfreiches Ausbessern und Trösten, aber nichts gegenüber der Liebe selbst.</span></div><div><br></div><div>Und dennoch meint Paulus, die Liebe sei die größte von den dreien Glaube, Hoffnung und Liebe. Warum? Weil die Liebe ewig bleiben wird.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Liebe fällt niemals [dahin].</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Seien es Prophetien, sie werden zunichte gemacht werden;</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">seien es [ekstatische] Zungenreden, sie werden aufhören;</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">sei es Erkenntnis, sie wird zunichte gemacht werden.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(1. Korintherbrief Kapitel 13 Vers 8)</span></i></div><div><br></div><div>Werden denn Glaube und Hoffnung nicht bleiben? Was denen, die es wollen, bleiben wird, ist die Beziehung zu Gott, das Einssein mit ihm. Der irdische Glaube, das Vertrauen auf Gott, ist davon nur ein unvollkommenes Bild und wird vom Vollkommenen abgelöst werden. Denn wo jemand mit Gott eins ist, muss er ihm nicht mehr vertrauen. Er lebt ja im Vertrauen, in der Einheit mit ihm.</div><div><br></div><div>Die Hoffnung wird unnötig sein für die, die in der Zukunft Gottes, in seiner Gegenwart „von Angesicht zu Angesicht" leben. Denn wo alles endgültig gut ist, muss nicht mehr auf das Gute gehofft werden.</div><div><br></div><div>Wenn wir in der Beziehung zu Gott vollendet sein werden, wenn unser Leben vollendet sein wird, dann wird freilich auch das, was wir hier auf Erden gelebt haben, nicht einfach weg sein. Es gehört ja zu uns. Es ist ein Teil von uns. Und es wird daher auch ein Teil des ewigen Lebens sein – nicht in der unvollkommenen irdischen Form, sondern in der vollendeten Form: so, wie Gott es sich gedacht hat.</div><div><br></div><div>Gott hat viele Namen: das, was uns unbedingt angeht, die Macht der Liebe und der Zukunft, die gute Macht, die nicht vergeht, das A und das O, der Anfang und das Ende, der Vater, der gute Hirte, die Liebe, die zu uns kommt jeden Tag, ob wir es wissen oder nicht. Wie auch immer wir aber Gott nennen mögen: Er ist Gott und wir sind Menschen. Er ist unendlich und wir begrenzt. Er ist die Liebe und wir bestenfalls ein schwacher Abglanz seiner Liebe, von ihr angestrahlt wie der Mond von der Sonne.</div><div><br></div><div>Das zu wissen, macht uns nicht klein, sondern groß. Denn Gott, die Liebe, kommt zu Menschen, nicht zu Göttern. Wir müssen keine Götter sein, um in ihren Genuss zu kommen.</div><div><br></div><div>Es ist eine Wohltat, Mensch zu sein und nichts als Mensch und als ein solcher von Gott unendlich geliebt zu sein. Denn die Liebe fällt niemals dahin.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 12 Jul 2021 18:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000AB"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/06/2021</span></div><div><br></div><div>Den Satz habe ich schon unzählige Male gehört: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!"</div><div><br></div><div>Irgendwie klingt das ja auch logisch: Allein kommt man nicht immer zurecht, aber mit Gottes Hilfe geht es dann doch.</div><div><br></div><div>Man könnte sogar meinen, das sei eine fromme Einstellung.</div><div><br></div><div>Doch wenn man einmal genau hinsieht, merkt man, dass der Satz das glatte Gegenteil von fromm ist. Denn er besagt: „Gott hilft dir zwar, aber nur dann, wenn du dir selber hilfst."</div><div><br></div><div>Wer so denkt, der macht flugs sein eigenes Tun zur Bedingung dafür, dass Gott ihm helfen kann. Er macht Gott abhängig von seinem eigenen Handeln.</div><div><br></div><div>Das ist ganz schön eingebildet, Gott von sich selbst abhängig zu machen!</div><div><br></div><div>Umgekehrt klingt es schon besser: Gottes Handeln ist die Bedingung dafür, dass ich mir selbst helfen kann. Ich kann zwar <span class="fs14lh1-5"><b>versuchen</b></span>, mir selber zu helfen, aber <span class="fs14lh1-5"><b>gelingen</b></span> wird es nur dann, wenn Gott mir hilft. Ich bin abhängig von Gottes Handeln.</div><div><br></div><div>So meint es auch der bekannte Satz „An Gottes Segen ist alles gelegen".</div><div><br></div><div>Der Satz vom Anfang würde dann richtig lauten: „Wenn Gott dir hilft, dann hilf dir selbst!"</div><div><br></div><div>Also soll ich dann, wenn Gott mir hilft, nicht einfach die Hände bequem in den Schoß legen. Wenn ich krank bin, reicht es nicht aus, Gott um Genesung zu bitten, sondern ich sollte auch zum Arzt gehen. Wenn mir die Armen leid tun, reicht es nicht aus, Gott um Brot für sie zu bitten, sondern ich sollte auch selber mein Portemonnaie auftun.</div><div><br></div><div>Es gibt aber auch nicht wenige Situationen, in denen <span class="fs14lh1-5"><b>kann </b></span>ich mir gar nicht mehr selbst helfen. Da bin ich schlicht mit meinem Latein am Ende! Wenn ich mir das eingestehe, dann erkenne ich, wie unsinnig der Satz vom Anfang ist und dass ich ganz auf Gottes Hilfe angewiesen bin. Denn Gott kann mir auch weiterhelfen, <span class="fs14lh1-5"><b>ohne </b></span>dass ich etwas dazu beitrage.</div><div><br></div><div>Es bleibt also dabei, dass uns nur das gelingt, wozu Gott seinen Segen gibt.</div><div><br></div><div>Der Psalm 127 sagt ganz deutlich, dass all unser Tun umsonst ist, wenn nicht Gottes Hilfe dabei ist. Und mehr noch: Unsere übertriebene Mühsal ist unnötig, weil Gott uns auch ohne unser Zutun das gibt, was er uns geben möchte: Er hilft uns, während wir nicht etwa schuften, uns mühen und sorgen, sondern – <span class="fs14lh1-5"><b>schlafen</b></span>.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzt</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und esst das Brot der Mühsal;</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">denn seinem Freund gibt er es im Schlaf.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 08 Jul 2021 08:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Kunst der Gnade - Die Gnade der Kunst]]></title>
			<author><![CDATA[Michael Kröger]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000AA"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Kunst der Gnade - Die Gnade der Kunst</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="fs11lh1-5"><b><a href="http://mikroeger.de/" target="_blank" class="imCssLink">Michael Kröger</a></b></span><span class="fs11lh1-5"> (Kunsthistoriker und freier Autor) | 03/07/2021</span></div><div><br></div><div>Zu den großen, ja geradezu übermächtigen Begriffen des christlichen (und insbesondere evangelischen) Glaubens gehört ganz sicher der sehr alte Begriff der Gnade. Dadurch, dass wir Menschen Gnade, etwa die Gnade Gottes empfangen haben, eröffnet sich uns ein Verständnis dafür, was möglich ist in dieser meiner Welt. Wir können den wahrlich übermächtigen Anspruch, der sich im Begriff Gnade für uns Menschen verbirgt, etwas leichter erklären, indem wir es uns in Gedanken etwas einfacher machen und versuchen an Stelle der Gnade Gottes die Gnade eines anderen Mediums von Erkenntnis zu setzen: die Gnade der Kunst – oder umgekehrt: die Kunst der Gnade.</div><div><br></div><div>Vielleicht könnte man zunächst sehr einfach sagen: Gnade, die Gnade Gottes ist, modern gesprochen, so etwas wie ein Medium, das vergleichbar mit dem Sauerstoff zwischen einer menschlichen und einer übermenschlichen Sphäre vermittelt. Der Begriff des Mediums ist ähnlich wie der Begriff der Gnade ein Möglichkeitsbegriff: alles wirklich alles kann ich als Medium erfahren: das Auto, die Rose, ein Gedicht: Alles kann für etwas Anderes, Neues, Menschliches stehen. Wir als Menschen sind es, die unsere eigenen Vorstellungen von neuer Welt erweitern können. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</div><div><br></div><div>In einem zweiten Anlauf kann ich aber auch versuchen unser christlich geprägtes Verständnis von Gnade in einem neuen, überraschend anderen Kontext zu <span class="fs14lh1-5"><b>vergleichen</b></span>. Ich wage jetzt also die These und behaupte: An die Stelle der Gnade Gottes, die uns Gläubigen geschenkt wurde, ist in der Moderne die Gnade des Publikums getreten, unsere Fähigkeit, etwas für uns Unbegreifliches wie ein Kunstwerk in einer neuen, überraschenden anderen Weise zu denken. Aus der Verehrung Gottes, die wir im Ritual des Gottesdienstes feiern, ist in der Moderne der Gang ins Museum geworden: viele Ausstellungsbesucher berichten immer wieder von einem Erweckungserlebnis, das sie vor einem einzelnen Werk oder im Angesicht eines künstlerischen Ereignisses erfahren: als beispielsweise vor Jahren die Künstlerin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marina_Abramovi%C4%87" target="_blank" class="imCssLink">Marina Abramovic</a> in einer Performance &nbsp;(<span class="fs14lh1-5"><i>"The Artist Is Present"</i></span>- MoMa New York) Menschen einlud, ihr eine begrenzte Zeit von Angesicht zu Angesicht in die Augen zu schauen, brachen einzelne Besucher in Tränen aus, so ergriffen waren sie, sich selbst in einem zeitlosen Moment der Kunst – und der Gnade einer Begegnung mit einem anderen Menschen zu spüren. Anstelle der Gnade einer Gotteserfahrung war in diesem Moment – zumindest in der begrenzten Welt der Kunst &nbsp;– die Gnade einer einzigartigen Kunsterfahrung getreten. Können, ja müssen wir nicht sogar als heutige, "aufgeklärte" Kunstfans den alten, traditionsbeladenen Begriff der Gnade vielmehr auch als einen Ort unserer gegenwärtigen Freiheit bestimmen?</div><div><br></div><div>Ist die <span class="fs14lh1-5"><b>Gnade der Selbst- und besonders Kunsterkenntnis</b></span> nicht auch ein zeitgemässer <span class="fs14lh1-5"><b>Ausdruck der Freiheit der Kunst</b></span>? Oder noch einmal etwas provokanter gefragt: Schließt die über alle Vernunft zielende Gnade Gottes nicht auch die Gnade einer grenzenlosen Kunsterfahrung ein?</div><div><br></div><div>Hierzu gibt es bereits eine kunsthistorische Position – auch wenn, wie im Folgenden bei Wolfgang Ullrich zitiert, der Begriff der Gnade nicht explizit hergestellt wird: <span class="fs14lh1-5"><i>"Wer den Freiraum nützt, den &nbsp;eine unabhängige Kunst bietet und darin ausführt, womit er am meisten Vergnügen hat, muss damit rechnen, dass auch andere Gefallen daran finden - bis Kunst doch wieder Teil des Lebens, seiner Konventionen und Ziele geworden ist."</i></span> (Wolfgang Ullrich, <span class="fs14lh1-5"><i>Was war Kunst?</i></span> 2005) Waren unter diesen Umständen die vielen Auslegungsformen der Gnade Gottes nicht ein früher Versuch gewesen, einen Begriff für eine emphatisch gesteigerte Idee von Kunst zu finden, die später als Inspiration und als Trigger für unsere Begegnung mit Kunst nutzbar gemacht werden konnte? Ebenso wie die Gnade Gottes auch die Gnade der Selbsterkenntnis nicht ausschließt, schließt die Gnade der Kunst auch meine Freiheit ein: mein Leben, meinen Glauben und mein Bild von Kunst in einem ästhetisch erweiterten Zusammenhang zu erfahren. Nach der Offenbarung eines Moments von Gnade war und ist nichts mehr so geblieben wie vorher ...</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von <b><a href="http://mikroeger.de/" target="_blank" class="imCssLink">Michael Kröger</a></b> (Kunsthistoriker und freier Autor)</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 03 Jul 2021 08:42:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum gibt es Antisemitismus?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000A9"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Warum gibt es Antisemitismus?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/06/2021</span></div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Was soll eigentlich der „</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Antisemitismus</b>" – nur und gerade gegen </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>diese</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> „Semiten" gerichtet – diese seltsame Krankheit, die so ziemlich jeder Nicht-Jude in irgend einer Form in sich zu tragen scheint, die dann plötzlich ganze Massen in Bewegung setzen und so scheußlich zum Ausbruch kommen kann, wie es im Mittelalter und schlimmer als je in unseren Tagen geschehen ist, die dann wieder unterdrückt und vergessen werden mag, um irgend einmal, wie einst die Pest, doch wieder aufzubrechen? Was hat man gegen die Juden?</span></span></i></div><div><br></div><div>Diese Worte schrieb der evangelische Theologe Karl Barth (1886-1968) in seinem im Jahre 1950 veröffentlichten Band III/3 der „Kirchlichen Dogmatik" (S. 249; alle folgenden Seitenzahlen aus diesem Buch). Er versucht, auf wenigen Seiten eine theologische Erklärung des Antisemitismus zu geben.</div><div><br></div><div>Es gibt vielfältige Versuche, das Phänomen des Antisemitismus zu erklären: historische, kulturelle, ökonomische, soziologische, psychologische, philosophische und religionswissenschaftliche. Jedoch ist es trotz mehrerer tausend Untersuchungen bis heute nicht gelungen, ein umfassendes Verständnis für die verschiedenen Ausprägungen des Antisemitismus zu gewinnen. Es ist auch unwahrscheinlich, dass ein einziges Erklärungsmuster dazu ausreicht. Dennoch kann es interessant sein, den Blick einmal auf einen theologischen Versuch zu werfen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Das Volk, das keins ist</div><div><br></div><div>Karl Barth spricht dieses Thema in einem Zusammenhang an, in dem es um Gottes gutes Wirken in der Welt geht. Das heißt nicht, dass Gott alles <span class="fs14lh1-5"><b>will</b></span>, was in der Welt geschieht. Aber es geht darum, dass nichts, was geschieht, Gott daran hindern kann, die Welt seinem guten Ziel entgegenzuführen.</div><div><br></div><div>Das festzuhalten ist nicht ganz unwichtig, weil Barth auf weltgeschichtliche Ereignisse zu sprechen kommt, also auf Ereignisse, durch die Gott die Welt seinem guten Ziel entgegenführt.</div><div><br></div><div>Ausgangspunkt der Überlegungen Barths ist der biblische Gedanke, dass Israel das von Gott in besonderer Weise erwählte Volk ist. Gott hat mit <span class="fs14lh1-5"><b>diesem</b></span> Volk einen Bund geschlossen und ist diesem Bund treu geblieben. Er hat diesem Volk vor allen anderen Völkern sein Herz zugewandt. Er hat das nicht getan wegen der Größe und Bedeutung dieses Volkes, sondern ganz einfach, weil er dieses „kleinste unter allen Völkern" liebte (5Mo/Dtn 7,6-8). Das war die freie Liebesentscheidung Gottes, in die wir ihm nicht hineinzureden haben.</div><div><br></div><div>Zunächst weist Barth darauf hin, dass sich diese Liebe Gottes zu Israel in dessen Geschichte sozusagen abbilde. Es geht Barth dabei nicht um so etwas wie „objektive Beweise" für Gottes Liebe zu Israel sind. Er will aber eins festhalten: Wenn jemand die biblische Botschaft von der Liebe Gottes zu Israel ernst nimmt, dann kann ihn die Existenz dieses Volkes nur in Staunen versetzen. Er kann sich nur darüber wundern, dass es dieses Volk überhaupt noch gibt.</div><div><br></div><div>Die Geschichte Israels zeige, so Barth, dass das Volk Israel kein Volk wie alle anderen Völker sei. Es existiere nämlich seit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 n.Chr. als ein Volk ohne eigenes Land. Erst im Jahr 1948 war ja der Staat Israel neu gegründet worden. Die Juden seien über fast zwei Jahrtausende in alle Welt verstreut gewesen. Sie hätten keine einheitliche Sprache, Kultur und Religion entwickelt. Man könne mit Recht fragen, ob die Juden überhaupt ein Volk im üblichen Sinn bildeten. Eher müsse man erstaunt wahrnehmen, dass sie gerade als ein Nicht-Volk trotz aller Verfolgungen immer noch existieren.</div><div><br></div><div>Barth stellt fest, dass in zwei Jahrtausenden unzählige Völker von der Bildfläche verschwunden sind, besonders so kleine Völker, wie Israel es ist. Dass Israel immer noch existiert, und zwar nach der Staatsgründung „energischer" als je zuvor, das habe „seinen klaren Grund darin, daß Gottes Ratschluß in der <span class="fs14lh1-5"><b>Erwählung</b></span> gerade dieses Volkes [...] ein <span class="fs14lh1-5"><b>unbeweglicher</b></span> Ratschluß ist" (S. 246).</div><div><br></div><div>Barth bezieht also Gottes Erwählung Israels auf die Existenz Israels. Ich verstehe ihn so: Er will nicht sagen, dass man an der Existenz Israels Gottes Erwählung Israels ablesen könne. Sondern er will sagen, dass jemand, der an Gottes Erwählung Israels glaubt, diese in der Existenz Israels bestätigt findet. Das ist ein Unterschied. Ausgangspunkt dieses Gedankens ist nicht die Weltgeschichte, in der Israel noch immer existiert, sondern die biblisch bezeugte Erwählung Israels durch Gott.</div><div><br></div><div>Barth will also nicht mit geschichtlichen Ereignissen argumentieren. Man kann aber wohl kaum von der Hand weisen, dass die geschichtliche Existenz Israels etwas Erstaunliches, ja wohl Einmaliges in der Weltgeschichte ist: Dieses Volk existiert immer noch – nach fast zwei Jahrtausenden Staatenlosigkeit, Zerstreuung in alle Welt und Verfolgungen ungeheuren Ausmaßes.</div><div><br></div><div>Insofern ist der Blick auf die Geschichte in Ordnung. Wenn es um Gottes Weltregiment, um Gottes Regieren der Weltgeschichte geht, dann kann man ja nicht einfach die Weltgeschichte ignorieren. Gottes Regieren zeigt sich ja in der Geschichte, auch wenn man von der Geschichte nicht auf einen Gott, der sie regiert, rückschließen kann. Man wird sich daher vor einem hüten müssen: Die geschichtlichen Ereignisse sind keine allgemein einsichtigen <span class="fs14lh1-5"><b>Beweise</b></span> dafür, dass die biblischen Aussagen richtig sind. Aber gerade eine solche Behauptung liegt Barth auch fern.</div><div><br></div><div>Das Ganze hat für Barth noch eine andere biblische Dimension: Das Alte Testament berichtet, wie Israel sich immer wieder der Liebe Gottes entzieht, wie es den Bund bricht, den Gott mit dem Volk geschlossen hat. Es muss daher das erfahren, was die Bibel „Gericht Gottes" nennt und was die Propheten immer wieder angekündigt haben: Dieses Volk, das nicht auf Gottes Wegen wandeln will, gerät auf seinen eigenen Wegen ins Unheil. Es wird von Großmächten beherrscht und muss wie ein „<span class="fs14lh1-5"><b>Nicht</b></span>-Volk" leben (S. 245).</div><div><br></div><div>Dem Propheten Hosea zufolge bezeichnet Gott Israel als „Nicht-mein-Volk" (Hos 1,9). Doch nach dem Unheil, das über Israel kommt, wird Gott sich diesem Volk und dieses Volk sich Gott wieder zuwenden: Gott wird Israel zu Herzen reden und zum „Nicht-mein-Volk" sagen: „Mein Volk bist du!", und Israel wird antworten: „Mein Gott!" (Hos 2,25)</div><div><br></div><div>Israel besteht bis heute nur deshalb, weil Gott seinem untreuen Volk treu geblieben ist, weil er an seiner Erwählung festgehalten hat, obwohl Israel diese Erwählung immer wieder missachtet hat. Das ist es, was Barth uns sagen will, bevor er auf die „seltsame Krankheit" des Antisemitismus zu sprechen kommt. </div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die Juden als Zeichen des Ur-Aufruhrs gegen Gott</div><div><br></div><div>Der Antisemitismus ist nach Barth nur dann zu verstehen, wenn es stimmt, dass die Juden bis heute die Erwählten Gottes sind. Sie haben diese Erwählung aber weitgehend abgelehnt und sind daher – wie wir alle – vor Gott schuldig geworden. Barth meint nun, dass wir im Spiegel der Juden unsere eigene Schuld wiedererkennen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Uns </span><span class="cf1"><b>verdrießt</b></span><span class="cf1"> es – ob wir uns dessen bewußt sind oder nicht, tut nichts zur Sache [...] – daß wir in ihnen [den Juden], in ihrer Art, </span><span class="cf1"><b>unsere eigene Art</b></span><span class="cf1"> vorgehalten bekommen und nur zu gut wiedererkennen. Der Jude als Jude ist nicht anders, nicht schlimmer als alle anderen Menschen. Aber im Juden kommt es an den Tag und wird es allen anderen Menschen wie im Spiegel vorgehalten, wer und was, das heißt, wie schlimm wir </span><span class="cf1"><b>alle</b></span><span class="cf1"> sind. [...] Und so ist nun eben das, was der Mensch, jeder Mensch im Verhältnis zu Gott, vor dessen Richterstuhl ist, an </span><span class="cf1"><b>diesem</b></span><span class="cf1"> Volk sichtbar geworden: der </span><span class="cf1"><b>sündige</b></span><span class="cf1"> Mensch – der Mensch, der sich gegen Gottes Gnade verwahrt und wehrt [...] – der Mensch, der nicht von Gott erwählt sein, sondern sich seinen Gott selber erwählen und also heimlich selber sein eigener Gott sein möchte – der Mensch, der sich durch sein eigenes Werk bewahren, helfen, retten und in dem allem seinen eigenen Ruhm haben möchte. (S. 250)</span></i></span></div><div><br></div><div>Nun weiß Karl Barth natürlich, dass längst nicht alle Menschen an den biblischen Gott glauben und darum auch nicht wissen können, was im biblischen Sinne Erwählung und was Sünde ist. Dennoch hält er daran fest, dass allen Menschen im jüdischen Volk „das Urbild der Erwählung aller Völker" (S. 252) begegnet und darum auch „der Ur-Aufruhr, der Unglaube, der Ungehorsam, in dem wir alle begriffen sind" (S. 251). Nur die an Jesus Christus Glaubenden können dem Rest der Welt klarmachen, worum es im Antijudaismus eigentlich geht.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Sonst ist es natürlich nur ein dumpfes Ärgernis, ein blöder Verdruß, der den Menschen durch die Existenz der Juden bereitet ist. Aber der objektive Sinn dieses Ärgernisses und Verdrusses, die objektive Wahrheit des dem Menschen hier gegebenen Zeichens und Zeugnisses ist davon nicht abhängig, ob sie es als solches sehen und verstehen. Es bleibt die Tatsache, daß es ihnen in diesem Sinn und in dieser Wahrheit gegeben ist. (S. 252)</i></span></div><div><br></div><div>Die nichtchristlichen Menschen können also gar nicht verstehen, was der Grund dafür ist, dass ihnen die Juden so sehr missfallen. Sie verspüren nur „ein dumpfes Ärgernis". Der Grund dieses Ärgernisses besteht darin, dass ihnen in den Juden der Spiegel ihrer selbst vorgehalten wird. Die Juden zeigen ihnen, dass sie alle im Ur-Aufruhr gegen den Gott stehen, der ihnen mit Gnade begegnet. Dass ihnen dieser Spiegel vorgehalten wird, ist ihnen ein Ärgernis.</div><div><br></div><div>Ich musste lange darüber nachdenken, um zu verstehen, was Barth damit meinen könnte. Stellen wir uns einen nichtchristlichen Menschen vor, der antisemitische Einstellungen hat. Die Juden sind ihm ein „dumpfes Ärgernis". Warum das so ist, weiß er gar nicht. Vielleicht wird er sich alle möglichen Gründe suchen. Der eigentliche Grund für seinen Verdruss ist aber etwas anderes: An den sündigen Juden geht ihm auf, dass auch er ein Sünder ist. Dieser objektive Grund seines Verdrusses muss unbewusst Eingang in ihn finden, sonst gäbe es ja den Verdruss nicht. Das heißt: Unbewusst weiß auch der nichtchristliche Mensch etwas davon, dass er ein Sünder ist, eben weil es ihm durch die sündigen Juden wie ein Spiegel vorgehalten wird.</div><div><br></div><div>Doch es bleibt für mich eine Frage: Kann es im Unterwusstsein eines Menschen verankert sein, dass er ein Sünder ist, wenn er gar nicht an Gott glaubt, vielleicht nie an Gott geglaubt hat und darum auch die Juden nicht als Sünder verstehen kann? Diese Frage müsste wohl ein Psychologe beantworten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Juden als Zeichen der Gnade Gottes</div><div><br></div><div>Der Antisemitismus hat nach Barth noch eine andere Seite. Er stößt sich daran, dass Gott allein der Grund dafür ist, dass wir überhaupt existieren.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Uns </span><span class="cf1"><b>verdrießt</b></span><span class="cf1"> es – und wieder tut es nichts zur Sache, ob uns das bewußt ist oder nicht – daß wir in der Tatsache der Existenz der Juden [...] ganz positiv vor die Tatsache der </span><span class="cf1"><b>erwählenden</b></span><span class="cf1"> Gnade Gottes, vor die Tatsache seiner Barmherzigkeit als des einen, einzigen, aber kräftigen Grundes der menschlichen Existenz gestellt sind. [...] Es verdrießt und ärgert uns, daß der Jude so, wie er seit 1900 Jahren dran ist, zweifellos </span><span class="cf1"><b>da ist</b></span><span class="cf1"> und also offenbar da sein </span><span class="cf1"><b>kann</b></span><span class="cf1">: unter und trotz jener ganzen Ungunst seiner geschichtlichen Situation, gerade nicht ausgezeichnet durch alles das, was ein Volk sonst noch als Volk möglich macht, gerade nicht geschützt durch das Vorhandensein jener Eigenschaften, die andere Völker voneinander unterscheiden, die ihr Eigenes ausmachen, die ihnen ein Heimatrecht und einen Anspruch in der Weltgeschichte geben. (S. 253)</span></i></span></div><div><br></div><div>Barth hebt hier auf die Geschichte der Juden ab, wie ich es oben unter Punkt 1 schon dargestellt habe. Die Juden existieren nur deshalb noch, weil Gott sie in seiner Gnade erwählt hat. Gott allein ist der Grund ihrer Existenz. Es gab für die Juden fast nie einen eigenen Staat, sie hatten keine militärische Macht, keine einheitliche Sprache etc. Trotzdem existieren sie noch immer. Das, so will Barth sagen, ist nur deshalb möglich, weil sie das von Gott erwählte Volk sind.</div><div><br></div><div>Wir erkennen daran, dass jede menschliche Existenz allein auf Gottes Gnade beruht. Alle menschlichen Versuche, die eigene Existenz zu sichern, haben dann keine Bedeutung. Wenn auch die Völker auf wirtschaftliche und militärische Macht setzen oder auf ihre Wissenschaft und Kultur, so kann all das nicht ihre Existenz sichern.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gilt Gottes Erwählung, ist sie das Geheimnis der menschlichen Existenz, der Grund, von dem her alle Völker und alle Menschen leben – was ist es dann mit unseren Sicherungen, mit all dem, was wir Anderen als unser Eigenes zu kennen und rühmen zu können meinen? Sind unsere Vorzüge etwa wertbeständiger? Existieren wir nicht vielleicht alle viel bedrohter als wir es wissen und zugeben mögen? Ist in der Existenz der Juden nicht vielleicht auch in dieser Hinsicht nur offenbar, was anderwärts verborgen ist: daß in der Weltgeschichte niemand, kein Volk und kein Mensch, seine Heimat hat, niemand endgültig geborgen und zu Hause ist, letztlich alle solche Hinundhergeschobene, solche ewigen Fremdlinge sind: eben darum, weil sie bei Gott allein wahrhaftig daheim und aufgehoben sind? (S. 254)</span></i></span></div><div><br></div><div>Wenn Gott allein der Grund unserer Existenz ist, dann können wir tatsächlich unsere Existenz nicht selber sichern. Dann ist unsere Existenz jeden Tag, jede Stunde bedroht. Dann haben wir in der Welt keine Heimat, sind in ihr nicht geborgen, sondern ewige Fremdlinge. Heimat und Geborgenheit gibt es dann nur bei Gott.</div><div><br></div><div>Dies zu erkennen, kann einen Menschen schon verdrießlich stimmen. Nach Barth ist es ein Grund des Antisemitismus, weil genau diese Heimatlosigkeit und Bedrohtheit an der Existenz der Juden erkannt wird – auch wenn dem Menschen dies gar nicht bewusst wird.</div><div><br></div><div>Auch in diesem Fall fällt es mir nicht leicht, Barth zu folgen. Denn Barth meint ja nicht die Ungeborgenheit und Heimatlosigkeit des Menschen, die auch einem Nichtglaubenden irgendwie in der Welt aufgehen kann. Er meint vielmehr die Ungeborgenheit und Heimatlosigkeit, die im Verlust der Geborgenheit und Heimat bei Gott besteht. Und da stellt sich mir wieder dieselbe Frage, wie denn diese Ungeborgenheit und Heimatlosigkeit im Unterbewusstsein eines Menschen Fuß fassen kann, wenn er doch an die Geborgenheit und Heimat bei Gott gar nicht glaubt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Hinneinnahme der Christen in Gottes Bund mit den Juden</div><div><br></div><div>Es bleibt noch die Frage, inwiefern denn auch wir Nicht-Juden von Gott erwählt sind, wenn doch die Juden das erwählte Volk Gottes sind. Karl Barth hat eine Ansicht vertreten, die heute in den Kirchen weitgehend anerkannt ist: Gott hat seinen Bund zuerst mit Israel geschlossen, und wir, die Nicht-Juden, sind von Gott erst danach in diesen Bund Gottes mit Israel hineingenommen worden.</div><div><br></div><div>So sagt Gott schon nach 1Mo/Gen 12,3 zu Abraham: „In dir werden alle Völker der Erde gesegnet werden." Paulus spricht später davon, dass diejenigen aus den heidnischen Völkern, die Christen geworden sind, wie Zweige eines wilden Ölbaums in den edlen Ölbaum Israel eingepfropft wurden (Röm 11,17-24). Als ein Geheimnis bezeichnet er es, dass schließlich ganz Israel gerettet werden wird, wie es der ewigen Erwählung Gottes entspricht (Röm 11,25-32).</div><div><br></div><div>Gott hat also seine Liebe und Gnade zuerst Israel zugewendet und sie dann auf alle Völker auf Erden ausgeweitet. Er hat seinen Bund für uns geöffnet und wir können in ihn eintreten. Wir sind nicht an die Stelle Israels getreten, sondern aus Gnade in Gottes schon bestehenden Bund mit Israel hineingenommen worden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Warum Antisemitismus?</div><div><br></div><div>Wenn wir einige Jahrhunderte zurückblicken, stellt sich die Situation anders dar als heute. Damals gab es in Europa keine Menschen, die sich nicht zur Kirche hielten. Beinahe alle „glaubten" irgendwie an Gott – jedenfalls formal. Christsein und Kirchgang gehörten zum normalen Leben. Genauso gehörte es zum Leben, die Juden für von Gott Abgefallene zu halten. Sie glaubten ja nicht an Jesus. Als Christ fühlte man sich ihnen überlegen, und Antisemitismus gab es auch damals schon. Die Kirche war daran mitschuldig. Auch einige Schriften Martin Luthers haben antisemitischen Charakter.</div><div><br></div><div>Den Jüdinnen und Juden sprach man es ab, das Volk Gottes zu sein. Und man meinte, die Christen seien das neue Volk Gottes, das an die Stelle der Juden getreten sei. Damit hatte man Gottes ewige Erwählung Israels für ungültig erklärt und sich kurzerhand selbst an die Stelle der ewig Erwählten gesetzt. Das widerspricht eindeutig den biblischen Texten.</div><div><br></div><div>Im Grunde wertete man sich selbst als Christ auf, indem man die Juden abwertete. Dieses Schema funktioniert auch heute noch: Wir werten uns dadurch auf, dass wir andere abwerten. Auch die eigene Nation wird dadurch aufgewertet, dass man andere Nationen abwertet. Die Juden sind dafür ein gefundenes Fressen. Durch ihre lange Geschichte hindurch wurden sie ja immer wieder diskriminiert, vertrieben, verfolgt. Und zwar auch deshalb, weil sie sich zu recht für das erwählte Volk Gottes hielten. Das war für das Christentum ein Skandal. Denn die Kirche verkündete ja, dass nun die Christinnen und Christen das neue Volk Gottes seien.</div><div><br></div><div>Vielleicht aber ahnte man trotzdem, dass diese Argumentation nicht stimmte. Vielleicht stieß man sich immer wieder an den ziemlich eindeutigen biblischen Texten. Und vielleicht war es auch so, dass die Christen im Grunde doch um die ewige Erwählung der Juden wussten, auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollten. Vielleicht gründete darin der christliche Hass auf die Juden, dass man insgeheim spürte: Wir Christen sind erst nachträglich und nur mit den zuerst erwählten Juden zusammen erwählt worden. Und wir haben dazu genauso wenig beigetragen und sind genauso schuldig vor Gott wie die Juden.</div><div><br></div><div>Wenn dem so war, dann könnte Karl Barths Argumentation für die früheren Zeiten zutreffend gewesen sein. Zumindest könnten die von Barth genannten Beweggründe <span class="fs14lh1-5"><b>ein</b></span> Grund für antisemitische Einstellungen unter anderen gewesen sein. Und durch diese jahrhundertelange Vorgeschichte hätte sich der Judenhass bis in unsere Zeit in säkularisierter, verweltlichter Form fortgesetzt.</div><div><br></div><div>Man kann auch ganz anders argumentieren: Der Grund für den christlichen Antisemitismus war es, dass die Juden eben nicht an Jesus glaubten. Aber das taten auch viele andere Völker nicht. Es stellt sich also dann wieder die Frage, warum der Hass ausgerechnet den Juden galt.</div><div><br></div><div>Wenn wir Barths Argumentation einmal folgen, dann wäre der Grund für den <span class="fs14lh1-5"><b>gegenwärtigen</b></span> Antisemitismus nicht unbedingt, dass jemand von einer ewigen Erwählung der Juden durch Gott ausgeht. Aber er würde dennoch seine eigene Nation aufwerten, indem er die Juden abwertet. Und er würde zur eigenen Nation selbstverständlich die christliche Prägung zählen. Der europäische Nationalismus betont ja stets die starke Bedeutung des Christentums für das eigene Volk. So spielt also doch wieder die jüdische Religion eine entscheidende Rolle für den Antisemitismus: Man wertet sie ab, um die eigene christliche Kultur aufzuwerten.</div><div><br></div><div>Es geht dabei nicht um christlichen Glauben, sondern um christliche Kultur. Der christliche <span class="fs14lh1-5"><b>Glaube</b></span>, so wie Barth ihn versteht, muss dem Nationalismus ein Dorn im Auge sein. Denn der Nationalismus kann es nicht akzeptieren, dass die eigene Nation vor Gott schuldig ist und überhaupt nur durch Gottes Gnade existiert. Diese Kränkung kann der Nationalismus nicht ertragen: dass die eigene Existenz nicht auf der überlegenen Qualität der eigenen Nation beruht, sondern allein auf Gottes Gnade. Und dass diese Gnade Gottes nun <span class="fs14lh1-5"><b>zuerst</b></span> einem anderen Volk gilt als dem eigenen.</div><div><br></div><div>Auch wenn der säkularisierte Antisemitismus nicht unbedingt von Gott spricht, sondern von „Vorsehung", „Fügung" oder „Schicksal" – es mag schließlich doch etwas wahr sein an Karl Barths theologischem Versuch, den Antisemitismus zu verstehen.</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Welch ein Verdruß, um so größer offenbar immer in dem Maße, je krampfhafter man selbst um seine eigene Nationalität bemüht ist [...] Ist es etwas Anderes als der blasse </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Neid</b>, was gerade allen Nationalismus zu allen Zeiten ausgerechnet gegen die Juden, dieses ohnmächtige Nicht-Volk, so schrecklich in Harnisch gebracht hat? Was zeigt uns der Spiegel der Erwählung des Judenvolkes? Warum hört man so ungern, daß es das erwählte Volk sei? Warum sucht man bis tief in die Christenheit hinein nach immer neuen Beweisen, daß es das nicht mehr sei? Sehr schlicht: Hat es mit der Erwählung dieses Volkes seine Richtigkeit, ist gerade dieses Nicht-Volk das Volk Gottes und also in seiner ganzen weltgeschichtlichen Ohnmacht </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>das</b> wirkliche Volk, </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>die</b> Nation sondergleichen – was wird dann aus uns Übrigen, was für eine gegenstandslose Sünde ist dann aller sonstige Nationalismus? Durch die Existenz dieses Volkes sich sagen zu lassen, daß </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>der Erwählte ein Anderer </b>ist, nicht der Deutsche, nicht der Franzose, nicht der Schweizer, sondern dieser </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Jude</b>! [...] Gottes Erwählung – das sagt uns die Geschichte der Juden – ist die Erwählung eines </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Anderen</b>. Und unsere Erwählung könnte nur die Erwählung in und mit diesem Anderen sein. Wenn Gottes Gnade, Barmherzigkeit und Geduld auch uns angehen sollen, wenn es auch für uns ein Bleiben, ein Verharren, ein Gehaltensein geben soll, dann kommen wir um diesen </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Anderen</b> nicht herum, dann kann uns die ganze Güte Gottes nur angehen, indem sie zuerst diesen </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Anderen</b> und nur in ihm und durch ihn auch </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>uns</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> angeht. (S. 255)</span></span></i></div><div><br></div><div><br></div><div><i class="fs11lh1-5"><b><span class="imUl">Verwendete Literatur</span>:</b></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><i class="fs11lh1-15">Barth, Karl: Kirchliche Dogmatik. Dritter Band: Die Lehre von der Schöpfung. Dritter Teil. Theologischer Verlag Zürich, 3. Aufl. Zürich 1979.<br></i></li><li><i class="fs11lh1-15">Dan, Joseph: Antisemitismus/Antijudaismus, I. Definitionen und Probleme. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG) Band 1, 4. Aufl. Mohr Siebeck Tübingen 1998, Sp. 556f.<br></i></li><li><i class="fs11lh1-15">Frey, Christopher: Antisemitismus/Antijudaismus, VII. Systematisch-theologisch. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG) Band 1, 4. Aufl. Mohr Siebeck Tübingen 1998, Sp. 572-574.</i></li></ul><br></div></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 imTACenter"><i class="fs14lh1-15">* * * * *</i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 imTALeft"><i class="fs14lh1-15"><br></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 imTALeft"><i class="fs14lh1-15"><br></i></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 30 Jun 2021 08:59:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Altersweisheit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000A8"><div><div><span class="fs9lh1-5">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, verwende für diese Seite bitte die Einstellung "Desktop-Website", um den Text zu lesen.</span></div></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Altersweisheit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/06/2021</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ich denk so gern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>An vergang'ne Tage,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und immer scheint's,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Als war's gestern gerade.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Doch sinn' ich nach,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Alsdann merk' ich bald:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Schon lang ist's 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alt.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dann weiß ich nicht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Ob's mich freuen 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Groll.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Denn schrecklich schnell</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Geht die Zeit dahin 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mich,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Als wenn jung ich bin.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>So 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Grund!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Und freu mich, dass</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Mein Gemüt ist jung.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dann dank ich Gott</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Für dies Wohlgemisch:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Bin außen grau,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>aber innen frisch!</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 26 Jun 2021 09:38:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wer den Reichtum liebt, bekommt nie genug]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000A7"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wer den Reichtum liebt, bekommt nie genug</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/06/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><div>Großbritannien leidet stark unter der Delta-Variante des Covid-19-Virus. Die Inzidenz steigt seit Wochen an und liegt heute in England – trotz großen Impffortschritts – bei 106 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen, <span class="fs14lh1-5">obwohl dort schon mehr geimpft wurde als bei uns.</span><span class="fs14lh1-5"> In London ist die Lage besonders dramatisch. In London finden aber auch die Halbfinalspiele der Fußball-Europameisterschaft statt.</span></div></div><div><br></div><div>Jetzt hat die britische Regierung zusammen mit der Union Europäischer Fußballverbände (UEFA) vereinbart, dass die Halbfinalspiele der Europameisterschaft in London vor 60.000 Zuschauern stattfinden können. Die Entscheidung wurde so kommentiert: Die UEFA brauche das Geld, das die Zuschauer für ihre Tickets bezahlen müssen</div><div><br></div><div>Geld geht also offenbar vor Gesundheit und Leben. Das alte Sprichwort „Geld regiert die Welt" scheint sich einmal mehr zu bewahrheiten.</div><div><br></div><div><div>Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass Gott letztlich die Welt regiert. Ich glaube aber auch, dass dann, wenn aber der Mensch die Herrschaft an sich reißt, Geld offensichtlich eine entscheidende Rolle spielt.</div></div><div><br></div><div>Das gilt nicht nur für die Fußball-Europameisterschaft und die UEFA. Auch bei uns bestimmt Geld das Handeln vieler Akteure.</div><div><br></div><div>Die Autoindustrie möchte weiterhin möglichst viele Autos mit Verbrennungsmotor verkaufen, weil das für sie einträglicher ist. Der Klimawandel, also Gesundheit und Leben, müssen dahinter zurücktreten. Den Mächtigen in der Industrie geht es ums Geld.</div><div><br></div><div><div>Zu biblischen Zeiten gab es noch keinen Klimawandel. Aber es gab die unstillbare Gier der Herrschenden nach Reichtum, der auf Kosten der Bevölkerung zusammengerafft wurde:</div><div><br></div></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das Wort des Herrn kam zu mir: Du Mensch, sag zum Land Israels: </span></i></span><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Du bist ein Land, das nicht rein gemacht wurde. Es fiel kein Regen mehr auf dich, als mein Zorn dich traf. Die Herrscher des Landes verhalten sich wie Löwen: Sie brüllen und reißen Beute. Sie haben Menschen gefressen, Schätze und Reichtümer genommen und viele Frauen im Land zu Witwen gemacht.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Hes/Ez 22,23-25)</span></i></span></div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5">Lithium, das in Batterien verarbeitet wird, wird unter enormem Einsatz von Wasser vor allem in Südamerika gewonnen. Die Herstellung einer Tonne Lithiumsalz verschlingt zwei Millionen Liter Wasser. Auf die einheimische Bevölkerung wird dabei keine Rücksicht genommen, ihr wird das Wasser abgegraben. </span><span class="fs14lh1-5">Sie erhalten keine Entschädigung. </span><span class="fs14lh1-5">Der Wassermangel kostet sie ihre Existenz.</span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">Denk daran, Herr, was mit uns geschehen ist! Schau her und sieh, wie sehr wir leiden: Für unser Wasser geben wir Geld, unser Brennholz müssen wir teuer bezahlen.</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1">(Klgl 5,1.4)</span></i></div><div><br></div></div><div>Die Mieten steigen überall in unserem Land, besonders in den Großstädten. Viele Menschen können ihre Mieten nicht mehr bezahlen. Große Wohnungsgesellschaften profitieren davon.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wer das Geld liebt, will mehr davon. Und wer den Reichtum liebt, bekommt nie genug. Auch das ist Windhauch!</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>(Pred/Koh 5,9)</i></span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Wir kaufen ein T-Shirt für wenige Euro und müssen auch für eine Jeans nicht viel bezahlen. Die Produzenten arbeiten für einen Hungerlohn und ruinieren zudem ihre Gesundheit, wenn sie in den Chemikalien waten müssen.</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">So spricht der Herr: Juda hat drei Verbrechen begangen, und vier machen seine Schuld voll. Darum nehme ich mein Gerichtswort nicht zurück. Denn sie verkaufen den Gerechten für Geld und den Armen zum Preis von einem Paar Schuhe. Ja, sie trampeln auf Hilflosen herum, die schon im Staub am Boden liegen.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Am 2,6.7a)</span></i></span></div><div><br></div><div><div>Die Situationen, in denen die biblischen Texte geschrieben wurden, unterscheiden sich von unserer heutigen Situation. Es gibt ja niemals zwei identische Situationen. Aber es gibt Parallelen. Darum müssen wir die Linien der biblischen Texte bis in unsere Zeit ausziehen. Denn die Texte haben uns etwas zu sagen, auch wenn unsere Situation mit der damaligen nicht identisch ist. Der Sinn der Texte hat bleibende Bedeutung – auch für uns.</div></div><div><br></div><div>So mag sich jeder selbst die Texte in unsere Zeit übersetzen – und auch auf sich selbst beziehen. Denn heute sind <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> die Mächtigen: wir, die vergleichsweise Reichen, die Konsumenten, die Angehörigen einer führenden Industrienation, die zum Zeugnis gerufenen Christinnen und Christen, die Wählenden, die über ihre Regierung demokratisch entscheiden. Vielleicht gelten diese Worte heute uns:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hört doch, ihr Anführer vom Haus Jakob und ihr Mächtigen aus dem Haus Israel: Ihr verabscheut alles, was Recht ist. Und was gerade ist, das macht ihr krumm. Ihr glaubt, den Zion aufzubauen – doch ihr vergießt unschuldiges Blut. Ihr glaubt, Jerusalem groß zu machen – doch ihr handelt aus Bosheit. Die Anführer der Stadt nehmen Geschenke und entscheiden danach, wer Recht bekommt. Die Priester geben Auskunft nur gegen Geld. Auch die Propheten weissagen gegen Bezahlung. Dabei berufen sie sich auf den Herrn und sagen: „Ist denn der Herr nicht mitten unter uns? So kann uns auch kein Unglück treffen!" Doch täuscht euch nicht: Wegen euch wird der Zion umgepflügt wie ein Acker. Jerusalem wird zu einem Trümmerfeld und der Tempelberg zum finsteren Wald.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Mi 3,9-12)</span></i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 23 Jun 2021 08:57:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der geschmückte Gott]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000A6"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der geschmückte Gott</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/06/2021</span></div><div><br></div><div>Wie kann man etwas tausendmal lesen und immer noch Neues darin entdecken? Ich weiß nicht, ob es das nur bei der Bibel gibt, aber mir ergeht es immer wieder so, wenn ich in diesem „Buch der Bücher" lese.</div><div><br></div><div>Vor einigen Tagen wurde ich auf zwei Sätze aufmerksam im 21. Kapitel der Offenbarung, ganz am Ende unserer Bibel. Ich muss dazu sagen: Ich liebe die Verse 1 bis 7 dieses Kapitels. Unzählige Male habe ich sie bei Bestattungen gelesen. Umso erstaunlicher, dass ich dabei immer über etwas hinweggelesen habe.</div><div><br></div><div>Die zwei Sätze (Offb 21,2f) lauten so:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1">Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen,</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1">bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1">Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her, die sprach:</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1">Siehe, die Wohnung Gottes bei den Menschen,</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1">und er wird bei ihnen wohnen und sie werden seine Völker sein</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1">und er, Gott, wird bei ihnen sein als ihr Gott.</span></div><div><br></div><div>Der Text geht noch wunderbar weiter: Es folgen die Worte, die mir eigentlich die wichtigsten sind, aber darum geht es mir heute nicht.</div><div><br></div><div>Heute geht es mir um das, worüber ich beim unzähligen Lesen immer hinweggelesen habe. Das neue Jerusalem, die himmlische Stadt, ist ein Bild für das ewige Leben, das Gott für seine Geschöpfe bestimmt hat. Diese Stadt ist der Wohnort Gottes. Mit der Stadt, also mit dem ewigen Leben, in das wir eingeladen sind, kommt Gott selbst zu uns. Gott möchte mit uns zusammen leben. Und nun ist diese Stadt wunderschön geschmückt wie eine Braut für den Bräutigam. Das ewige Leben, der Himmel, der Wohnort Gottes ist in bunten Farben und mit vielen Blumen ausgeschmückt (so stelle ich es mir vor). Und das alles – für uns!</div><div><br></div><div>Als ich das las, kam mir der Gedanke: Wenn Gottes Wohnort so überaus festlich geschmückt ist, dann muss doch auch Gott selber geschmückt sein, dann muss er doch dem Festschmuck der Stadt entsprechend gekleidet sein. Es kann ja nicht sein, dass der ganze Wohnort Gottes festlich ausgeschmückt ist, Gott selber aber nicht. Das wäre widersinnig.</div><div><br></div><div>Der Text sagt das zwar nicht ausdrücklich – und doch ist es im Bild von der geschmückten Stadt enthalten. In der festlich geschmückten Stadt kann es nur einen festlich gestimmten und darum auch festlich geschmückten, festlich gekleideten Gott geben.</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><i class="fs14lh1-5">(Nebenbei bemerkt: Die geschmückte Stadt ist ein Bild. Das ewige Leben besteht nicht aus Häusern, Gassen und im Wind flatternden bunten Fähnchen. Aber es ist ein Ort, der auf uns wartet, der für uns geschaffen ist. Mit einem Gott, der sich auf uns freut und für den es ein Fest ist, endlich, endlich mit seinen geliebten Geschöpfen nicht mehr im Streit zu liegen, sondern mit ihnen vereint zu sein.)</i></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Dass Gott sich für uns ausschmückt, war mir ein neuer Gedanke. Bisher kannte ich nur den ebenfalls biblischen Gedanken, dass wir uns für Gott ausschmücken sollen: Ein König richtet die Hochzeitsfeier für seinen Sohn aus, erzählt Jesus in einem Gleichnis (Mt 22,1-14). </div><div><br></div><div>Nun geschieht das Unglaubliche: Die geladenen Gäste haben keine Zeit! Ja, schlimmer noch: Einige von ihnen misshandeln die vom König ausgesandten Knechte, die die Einladung überbrachten, und töten sie. Unfassbar! Doch der König gibt nicht auf: Jetzt werden irgendwelche Leute eingeladen, die auf den Straßen herumstehen, Gute und Böse, egal. Der König wählt nicht mehr aus. Und der Hochzeitssaal füllt sich mit Gästen.</div><div><br></div><div>Eine Hochzeit war damals in Israel so ziemlich das größte Fest, das es gab; sie dauerte mehrere Tage. Und dann ist es auch noch der König, der dem Prinzen das Fest ausrichtet. Man fühlt sich an die Hochzeitsfeiern im englischen Königshaus erinnert. Da kann es gar nicht genug Pomp geben. Tausende stehen an den Straßenrändern, und Fernsehanstalten übertragen alles in die ganze Welt.</div><div><br></div><div>Die zum Fest geladenen Gäste tragen selbstverständlich die festlichste Kleidung. Aber nun stelle man sich vor, da taucht einer in seiner schmutzigen Arbeitskleidung auf. Oder in kurzer Hose mit T-Shirt. Oder im Badeanzug. Was würde passieren? Richtig! Er würde gar nicht erst die Eingangskontrollen überstehen. Er könnte noch so viele Einladungsschreiben vorweisen, er würde trotzdem nicht reingelassen werden.</div><div><br></div><div>Warum? Weil seine Kleidung zeigt, dass er das Fest nicht ernst nimmt. Und den Gastgeber auch nicht. Er ist zwar körperlich zum Fest gekommen, aber er ist nicht geistig dabei. Er ist nicht in Feierstimmung. Er zeigt mit seiner Kleidung, dass er eigentlich nichts vom Fest hält und auch gar nicht wirklich teilnehmen will. Seine missmutige Stimmung würde womöglich das ganze Fest verderben.</div><div><br></div><div>Darum ist es richtig, ihn nicht reinzulassen. In Jesu Gleichnis ist es etwas anders: Er ist schon drin, hat sich irgendwie reingemogelt. Als der König ihn entdeckt, schmeißt er ihn achtkantig raus. Recht so! Wer nicht wirklich bei Gott sein will, hat dort auch nichts verloren. Niemand wird zu seinem Glück gezwungen.</div><div><br></div><div>Natürlich hat sich der König selbst auch in Schale geworfen und ebenso sein Sohn. Der Palast ist auf Hochglanz getrimmt und mit den schönsten Blumen verziert. Damit bin ich wieder beim himmlischen Jerusalem und beim für das Fest geschmückten Gott.</div><div><br></div><div>Es ist beeindruckend, dass Gott hier einmal mehr die Initiative ergreift. Er richtet das Fest aus, er lädt ein und er schmückt die Stadt und sich selber feierlich aus. Er ist derjenige, der alles vorbereitet hat, noch bevor überhaupt ein Gast eingetroffen ist. Das ist ja auch normal für einen Gastgeber: Er schafft alle Voraussetzungen dafür, dass das Fest gelingt.</div><div><br></div><div>So gesehen sind nicht wir es, die Voraussetzungen mitbringen müssen, um zum Fest eingeladen zu werden. Davon, dass die Gäste nach bestimmten Kriterien eingeladen werden, ist auch nirgends die Rede. Es sind ja die von den Straßen der Stadt. Die einzige Voraussetzung, die es für die Gäste gibt, ist diese: Wenn du schon kommst, dann komm bitte auch wirklich; dann sei auch mit Leib und Seele dabei, dann bringe die Freude und Feierlaune mit, die zum Fest gehört!</div><div><br></div><div>Ich verstehe das so: Es geht in diesem Gleichnis gar nicht darum, dass wir möglichst viele gute Taten mitbringen oder einen festen Glauben oder was man sich sonst noch für zweifelhafte Verdienste ausdenken mag. Solche Eintrittsbedingungen würden ja auch dem widersprechen, dass die Gäste schon eingeladen sind, ohne dass sie vorher überprüft wurden.</div><div><br></div><div>Es gibt nur eine Eintrittsbedingung: dass wir wirklich dabei sein wollen. Dass es uns ernst damit ist. Dass wir das Fest und den Gastgeber ernst nehmen. Dass wir uns freuen über seine Einladung, dass wir voller Vorfreude auf das Fest sind und voller Dankbarkeit dafür, dass wir dabei sein dürfen.</div><div><br></div><div>Wer das alles nicht mitbringt, der wird sich auch – bildlich gesprochen – nicht dem Fest entsprechend kleiden. Er wird das Selbstverständliche nicht tun. So wie er auch die selbstverständliche Dankbarkeit und Vorfreude nicht aufbringt. Darum ist für ihn kein Platz auf dem Fest.</div><div><br></div><div>Was wäre unser Leben ohne Feste? Ein anstehendes Fest wirft ein Licht auf den grauen Alltag, lässt Sorgen vergessen und macht neue Menschen aus uns. Dankbarkeit und Vorfreude auf das große Fest Gottes verwandeln uns schon jetzt – jedenfalls ein Stück weit. Wer um dieses Fest weiß, um den für uns geschmückten Gott, der wird ansatzweise ein neuer Mensch – sozusagen selbstverständlich, automatisch.</div><div><br></div><div>Ich hoffe, dass bis dahin noch etwas Zeit ist – aber wenn ich einmal auf dem Sterbebett liege, dann würde ich gern an den Gott denken, der sich für mich ausgeschmückt hat und der mir so reich geschmückt entgegenkommt. Und was er dann auf dem Fest macht, das kannst du selbst nachlesen in Offenbarung 21,4-7.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 17 Jun 2021 13:17:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Eine Person anderer Art]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000A5"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eine Person anderer Art</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/06/2021</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Das Virus fragt nicht danach, ob wir Urlaub machen oder feiern möchten. Es lässt nicht mit sich verhandeln. Es sucht sich einfach seinen Wirt. Es will sich nämlich vermehren. Es ist dabei so schlau, dass es einen Menschen erst dann krank macht, wenn er schon andere Menschen angesteckt hat. Andererseits ist es aber gar nicht schlau, wenn es den Wirt, von dem es lebt, tötet. Jedenfalls ist es gekommen, um zu bleiben.</i></span></div><div><br></div><div>Solche und ähnliche Sätze habe ich in den letzten Monaten zuhauf gehört. Wir sprechen von dem Virus, als sei es eine Person. Als habe es einen Willen, als sei es schlau oder auch nicht so schlau, als habe es Absichten. Aber das alles trifft für das Virus gar nicht zu.</div><div><br></div><div>Das Virus tut nur, was es unter bestimmten Bedingungen tun muss, weil es genetisch so programmiert ist. Es kann nicht anders. Es will nichts und sucht nichts. Es hat kein Ziel. Es ist weder schlau noch dumm, denn es hat kein Gehirn. Es hat auch kein Bewusstsein. Darum kann es sich nicht um irgendetwas kümmern oder nach irgendetwas suchen und fragen. Es hat überhaupt kein Wissen von seiner Umwelt.</div><div><br></div><div>Trotzdem habe ich mich dabei erwischt, auch so zu reden, als hätte das Virus Bewusstsein, Wissen und Wollen.</div><div><br></div><div>Warum reden wir so – sogar dann, wenn wir wissen, dass es nur eine bildliche, metaphorische Redeweise ist?</div><div><br></div><div>Wahrscheinlich weil wir uns das, was das Virus ist und tut, dann leichter vorstellen können. Bildliche, metaphorische Sprache hat offensichtlich ihr Recht.</div><div><br></div><div>Von Gott reden wir auch so, als sei er eine Person. Wir sagen, er habe einen Willen, er tue dies und das, er rede, frage, führe, liebe, kümmere sich. Die Bibel spricht sogar so menschlich von Gott, dass man es fast schon als Irrlehre bezeichnen kann: Er habe eine Hand, sitze auf einem Thron, habe ein Gewand an, habe ein Gesicht, sei zornig, gerecht und liebevoll. Ist es richtig, so von Gott zu reden?</div><div><br></div><div>Es ist sicher dann <span class="fs14lh1-5"><b>nicht</b></span> richtig, wenn wir uns Gott als alten Mann mit Bart vorstellen, als Wesen mit einem Körper, Händen und Füßen. Oder als so etwas wie einen vollkommenen Menschen, dem alle menschlichen Mängel fehlen.</div><div><br></div><div>Wenn wir uns Gott so nicht vorstellen, dann können wir ruhig personal von Gott reden. Denn Gott hat ein Bewusstsein und einen Willen. Er handelt. Er kann lieben und für uns sorgen. Er ist wie ein Hirte oder wie die Sonne oder wie ein Fels. Wir reden metaphorisch: Gott hat kein Bewusstsein oder einen Willen wie wir, er handelt nicht wie wir, er liebt nicht wie wir. Er ist auch keine Sonne und kein Fels, aber <span class="fs14lh1-5"><b>wie</b></span> eine Sonne und ein Fels.</div><div><br></div><div>Wenn wir so von Gott reden, reden wir mit menschlichen Worten von dem, der anders ist, als alle menschlichen Worte es beschreiben können.</div><div><br></div><div>Aber wir haben nur menschliche Worte. Andere stehen uns nicht zur Verfügung. Also müssen wir mit unseren menschlichen Worten von Gott reden. Die Alternative wäre nur, von Gott zu schweigen. Und das wäre die schlechteste Lösung.</div><div><br></div><div>Manche Menschen tun sich schwer damit, sich Gott als Person vorzustellen. Sie haben insofern recht damit, als Gott nicht so Person ist, wie wir Personen sind. Gott ist mehr als Person: Er ist zugleich eine Macht, eine Kraft. Er ist nicht nur einer, der liebt, sondern zugleich die Liebe selbst (1Joh 4,8.16). Er ist nicht Mann, er ist auch nicht Frau, aber er vereint in sich das, was wir mit männlichen und weiblichen Eigenschaften verbinden. Er ist eine Macht, eine Einflusssphäre, die über uns kommen kann. Aber er ist auch etwas, was wir nur von Personen kennen.</div><div><br></div><div>Wenn wir uns Gott nicht als Person vorstellen wollen, müssen wir ihn uns unpersönlich vorstellen. Er wäre dann eine willenlose Macht ohne Bewusstsein. Eine blinde Schicksalsmacht. Er wüsste nicht, was er bewirkt, weil er kein Bewusstsein und keine Absichten hätte. Er würde vielleicht einer Programmierung folgen wie das Virus. Aber er hätte kein Ziel dabei. Er würde keine Beziehung zu uns aufbauen, sich nicht um uns kümmern, uns nicht lieben. Er wäre eine anonyme, undurchdringliche Zufallsmacht.</div><div><br></div><div>Das wäre nicht der Gott, von dem die Bibel spricht. Es wäre nicht der christliche Gott. Die Bibel redet ganz unbefangen vom wollenden, handelnden, redenden, schweigenden, führenden, zürnenden, leidenden und liebenden Gott. Und wir dürfen auch so von ihm reden.</div><div><br></div><div>Es ist schon eigenartig: Von einem Virus reden wir ganz unwillkürlich, als habe es personale Eigenschaften, und niemand stört sich daran. Von Gott so zu reden, dass er auch personale Eigenschaften hat, fällt manchen Menschen hingegen schwer. Dabei hat er doch uns Menschen als Personen geschaffen! Sollte der Schöpfer da nicht selbst auch personale Eigenschaften haben?</div><div><br></div><div>Doch wenn wir von Gott als Person reden, müssen wir uns klarmachen: Gott ist nicht so Person, wie wir Personen sind. Er ist eine Person anderer Art. Und er ist zugleich eine Macht anderer Art. Aber eine Macht, die wirkt, in Beziehung steht, sich kundtut, voller Liebe ist und leiden kann.</div><div><br></div><div>Wie viel mehr ist dieser Gott als ein höchstes namenloses Wesen, eine anonyme Zufallsmacht ohne Worte, ohne Bewusstsein, ohne Willen, ohne Ziel und ohne Liebe.</div><div><br></div><div>Wie viel mehr ist dieser Gott!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 13 Jun 2021 13:47:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Einfach nur Mensch sein]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000A4"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Einfach nur Mensch sein</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/06/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>In den 70er und 80er Jahren pilgerten viele Europäer in den Ashram des indischen Bhagwan Shree Raineesh nach Puna/Indien und später in die USA. Sie suchten dort Erfüllung und Erleuchtung durch Meditation und andere Maßnahmen. In Deutschland bildeten sich Kommunen, die nach den Vorstellungen des Bhagwan lebten.</div><div><br></div><div>Bhagwan ist in Indien der Ausdruck für Gesegneter, Erhabener, Gott, Herr, Glücklicher, Verehrungswürdiger, Liebenswerter (<span class="fs14lh1-5"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bhagvan" target="_blank" class="imCssLink"><i>Wikipedia</i></a></span>).</div><div><br></div><div>In den 80er Jahren löste sich die Bewegung aufgrund mehrerer schwerer Verbrechen von Mitarbeitenden des Bhagwan auf. Seine Anhänger, die Sannyasin, waren zutiefst enttäuscht.</div><div><br></div><div>Eine ehemalige Sannyasin bekannte in einer WDR 5-Radiosendung mit dem Titel <span class="fs14lh1-5"><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-tiefenblick/audio-ekstase-statt-askese---willkommen-im-mainstream--100.html" target="_blank" class="imCssLink"><i>Ekstase statt Askese – Bhagwan in Köln (Teil 3)</i></a></span> am vergangenen Samstag:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gelernt habe ich, dass die Erleuchtung eine Chimäre [ein Mischwesen] ist,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">eine Sehnsucht, die missbraucht und ausgebeutet werden kann.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mir reicht es inzwischen, ein Mensch zu sein – ganz einfach ein Mensch.</span></i></span></div><div><br></div><div>Besonders der letzte Satz ist mir nachgegangen. Es ist ein wahrhaft christlicher Satz. Denn Christen wissen: Es ist wunderbar, einfach ein Mensch zu sein.</div><div><br></div><div>Furchtbar hingegen ist es, dass wir immer mehr sein wollen als ein Mensch: ein bedeutender Mensch, ein außerordentlicher Mensch, ein Erleuchteter, ein Wissender, ein Verehrungswürdiger, ein Vollkommener – ein Gott.</div><div><br></div><div>Wir müssen das alles nicht sein. Wir müssen vor allem nicht versuchen, es aus uns zu machen. Wir dürfen und sollen nichts weiter sein als ein Mensch. Denn als Menschen hat uns Gott geschaffen.</div><div><br></div><div>Das einzige, wonach wir als Menschen streben sollen, ist, uns von Gott erneuern zu lassen: Erneuerung zuzulassen; geschehen zu lassen, was durch Gott an uns geschieht. Ohne Druck, ohne Zwang. Wenn scheinbar nichts geschieht oder nicht das, was wir uns wünschen, ist es auch gut. Es wird aber etwas geschehen, wenn wir Gott wirken lassen.</div><div><br></div><div>Und es wird uns dann alles, dessen wir sonst noch zu einem guten Leben bedürfen, dazugegeben werden (Mt 6,33; Lk 12,31) – ohne dass wir uns darum gesorgt und etwas aus uns gemacht haben.</div><div><br></div><div>Wir sollen Menschen sein und nicht göttliche Wesen. Diese Wahrheit ist wunderbar befreiend.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 09 Jun 2021 14:16:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wunder gibt es immer wieder]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Plauderei_auf%27m_Sofa"><![CDATA[Plauderei auf'm Sofa]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000A3"><div><br></div><div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs16lh1-5 ff1">P l a u d e r e i &nbsp;&nbsp;a u f ' m &nbsp;&nbsp;S o f a</span></div><div class="imTACenter"><span class="imUl fs16lh1-5"><b>Wunder gibt es immer wieder</b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 05/06/2021</span></div><div><br></div><div>Hallo, schön dass du da bist! Komm rein und mach's dir bequem auf meinem roten Sofa mit Katze. Guck mal, sie kommt zu dir und möchte gern gestreichelt werden.</div><div><br></div><div>So ein Kätzchen zu streicheln ist doch wunderschön, oder? Dieses warme weiche Fell, dieses behagliche Schnurren ... Man möchte fast auch so ein Kätzchen sein und gestreichelt werden.</div><div><br></div><div>Ist das nicht ein Wunder, dass Gott so viele tolle Geschöpfe erschaffen hat, an denen wir uns freuen können?</div><div><br></div><div>Ach, beim Thema Wunder fällt mir ein altes Lied von Katja Ebstein ein. Der Refrain ging so:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Wunder gibt es immer wieder</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Heute oder morgen können sie geschehn</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Wunder gibt es immer wieder</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn sie dir begegnen, musst du sie auch sehn.</i></span></div><div class="imTACenter"><i class="fs10lh1-5">(Text: Günter Loose)</i></div><div><br></div><div>Ist ja ein sehr positiver Text. Aber mal ehrlich gefragt: Gibt es überhaupt Wunder?</div><div><br></div><div>Die einen sagen: Wenn du nicht an Wunder glaubst, glaubst du gar nicht richtig. Dann bist du kein richtiger Christ.</div><div><br></div><div>Und die anderen sagen: Wenn du heute noch an Wunder glaubst, kann man dich doch gar nicht mehr ernst nehmen. Du glaubst doch auch nicht an den Weihnachtsmann, oder?</div><div><br></div><div>Also, die Wundergeschichten aus der Bibel sind manchmal schon ziemlich krass: Jesus läuft über das Wasser, er befiehlt dem Sturm, kein Sturm mehr zu sein, er heilt Lahme und Blinde, die plötzlich wieder gehen und sehen können, er macht Tote wieder lebendig ... Einer ist sogar nach vier Tagen wieder aus seiner Grabhöhle herausgekommen.</div><div><br></div><div>Ehrlich gesagt, wer glaubt denn sowas?</div><div><br></div><div>Wenn man das den Menschen heute erzählt und wenn man ihnen sagt: Das musst du glauben, wenn du Christ sein willst – dann zeigen die einem doch den Vogel!</div><div><br></div><div>Aber können wir die Wunder einfach so aus der Bibel streichen?</div><div><br></div><div>Auf keinen Fall! Wir müssen davon ausgehen, dass die Verfasser der Evangelien Tatsachen erzählen wollten, als sie Jesu Wunder aufschrieben. Sie wollten keine Märchen erzählen, sondern Tatsachen. Das muss man erstmal zur Kenntnis nehmen.</div><div><br></div><div>Andererseits muss man auch zur Kenntnis nehmen, dass die Menschen damals die Welt und die Wirklichkeit anders verstanden als wir heute. Sie hielten die Erde zum Beispiel für eine Scheibe. Und sie meinten, dass Gott oder sogar viele Götter in der Welt wirken und dass zugleich böse Geister in der Welt ihr Unwesen treiben. Diese bösen Geister oder Dämonen bedrohen uns und verursachen auch bestimmte Krankheiten, meinte man damals.</div><div><br></div><div>Man verstand damals die ganze Schöpfung so, dass sie von Gott beherrscht und gelenkt wird. Und dass außerdem Dämonen herrschen, die von Gott zum Herrschen beauftragt werden – oder zumindest von ihm geduldet sind. Man meinte, dass Krankheiten von Gott ausgelöst und beendet werden, aber auch vom Teufel und von bösen Geistern. Diese Dämonen, so glaubte man, fuhren zum Beispiel durch Mund, Nase und Ohren in Menschen oder Tiere hinein und übernahmen die Kontrolle über sie.</div><div><br></div><div>Ganz schön gruselig, was? Heute gibt es sowas nur in Horror-Filmen. Aber wir glauben doch nicht, dass sowas Realität ist. Es ist nur ein Film zum Gruseln.</div><div><br></div><div>Damals sah man das anders. Man hielt es für tägliche Realität. Götter und Dämonen waren in der Antike sozusagen ein Teil der Natur. Die Durchbrechung von Naturgesetzen, an der wir uns bei Wundern so sehr stoßen, war damals gar kein Thema. Wenn ein Wunder geschah, hatte eben Gott in das Weltgeschehen eingegriffen, und wie er das gemacht hat, blieb den Menschen immer unerklärlich. Das war die Vorstellung nicht nur in Israel, sondern in der ganzen antiken Welt.</div><div><br></div><div>Man erzählte sich Wundergeschichten übrigens nicht nur von Jesus, sondern von einer ganzen Reihe von Menschen. In Griechenland traten schon im 6. Jahrhundert vor Christus die ersten uns bekannten Wundertäter auf. Einer von ihnen war Pythagoras; den kennst du vielleicht noch aus dem Mathe-Unterricht. Dann gab es den Heilgott Asklepios. Für den wurden Tempel gebaut, wo Priesterärzte Kranke heilten. Einer von diesen Priesterärzten war Hippokrates, der wohl der berühmteste Arzt des Altertums ist.</div><div><br></div><div>Bei den Heilungen in den Tempeln wechselten sich normale ärztliche Behandlungen mit besonderen Maßnahmen ab, die auf Weisungen des Heilgottes Asklepios zurückgingen. Das ist so, als wenn der Arzt heute eine medizinische Behandlung beginnt und dann plötzlich sagt: „Moment mal, der Heilgott Asklepios hat da noch eine spezielle Behandlung auf Lager, die machen wir jetzt mal." Da würden wir ganz schön große Augen machen, was?</div><div><br></div><div>Ich glaube, viele von uns würden dann sogar weglaufen.</div><div><br></div><div>Damals war das ganz anders. Da war man froh, dass der Heilgott Asklepios auch noch eine Therapie parat hatte.</div><div><br></div><div>Im 4. Jahrhundert vor Christus enstand dann an solch einem Asklepios-Tempel die erste Sammlung antiker Wundergeschichten. Also längst vor Jesus wurden Wundergeschichten erzählt und sogar schriftlich festgehalten.</div><div><br></div><div>Du hast schon gemerkt, dass wir heute in einer anderen Welt leben und auch die Vorstellungen der Menschen damals nicht einfach übernehmen können: Wir wissen, dass die Erde keine Scheibe ist und dass Krankheiten wie Epilepsie oder bestimmte psychische Störungen seelische Ursachen haben und nicht von bösen Geistern verursacht werden. Wer das glauben würde, der dürfte bei einem epileptischen Anfall nicht zum Neurologen gehen, sondern zum Exorzisten, der den bösen Geist aus ihm austreibt.</div><div><br></div><div>Aber andererseits wäre es auch kurzsichtig, wenn wir annehmen würden, dass wir heute viel schlauer sind als die Menschen zu Jesu Zeiten und dass wir alles besser wissen als sie.</div><div><br></div><div>Soll das heißen, dass es doch böse Geister gibt?</div><div><br></div><div>Äh, jein! Also: Das Neue Testament berichtet, dass Jesus Dämonen ausgetrieben hat. Wenn das stimmt – und die biblischen Schriften lassen keinen Zweifel daran, sie wollten ja Tatsachen berichten und keine Märchen oder Gruselgeschichten – also wenn das stimmt, dass Jesus Dämonen ausgetrieben hat, dann hat er ja wohl auch geglaubt, dass es Dämonen gibt.</div><div><br></div><div>Klar, er teilte ja das damalige Verständnis der Wirklichkeit. Und so, wie man die Wirklichkeit damals verstand, gehörten auch Dämonen dazu.</div><div><br></div><div>Aber wusste Jesus denn nicht, dass Epilepsie und psychische Störungen nicht auf Dämonen zurückgehen?</div><div><br></div><div>Wie sollte er das wissen? Kein Mensch wusste das. Aber Jesus war ein Mensch.</div><div><br></div><div>Aber er war doch auch Gott. Darüber haben wir doch <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-sache-mit-jesus" class="imCssLink">beim letzten Mal gesprochen</a>.</div><div><br></div><div>Ja, aber das heißt nicht, dass er allwissend war. Jesus sagt sogar selbst, dass zum Beispiel nur Gott weiß, wann der Jüngste Tag ist. Und überhaupt hat er all seine Worte nur von Gott bekommen. Jesus war eben nicht ein auf Erden wandelnder Gott, sondern ein Mensch, der vollkommen mit Gott verbunden, mit ihm eins war. Und als Mensch auf unserem Planeten hat er eine Sprache dieser Welt gesprochen, in einem Land dieser Welt gelebt und das Wissen seiner Zeit geteilt.</div><div><br></div><div>Jedenfalls hat Jesus nicht in Frage gestellt, dass es Dämonen gibt. Er hat sie ja sogar ausgetrieben. Wörtlich steht da: Er hat sie „rausgeworfen" – aus der Welt nämlich. Sie hatten hier nichts zu suchen – also weg damit.</div><div><br></div><div>Das find ich richtig gut! Weg mit den Dämonen! You're fired – ihr seid gefeuert! Jesus hat wirklich die Richtigen rausgeworfen.</div><div><br></div><div>Aber ehrlich: Wenn Jesus daran geglaubt hat, dass es Dämonen gibt, müssen wir dann nicht auch daran glauben?</div><div><br></div><div>Wir <span class="fs14lh1-5"><b>müssen</b></span> das nicht. Wer damit kein Problem hat, kann das gern tun. Wer das schwierig findet, der glaubt nicht, dass die Luft voller böser Geister ist. Aber er glaubt daran, dass wir oft nicht Herr unserer selbst sind, dass wir in Gedanken und Gefühlen gefangen sind, deren wir nicht Herr werden. Und dass wir von Krankheiten befallen werden können, die uns seelisch so durcheinanderbringen, dass wir die Kontrolle über uns selbst verlieren. Das hat aber nichts mit bösen Geistern zu tun, sondern mit psychischen oder neurologischen Problemen, die wir nicht so einfach loswerden können.</div><div><br></div><div>Aber Jesus kann sie rauswerfen. Und wir haben Psychologen und Ärzte, die beim Rauswerfen helfen können. Fragt sich nur, wer da wem helfen muss ...</div><div><br></div><div>Wenn Jesus unsere Probleme „rauswerfen" kann, dann müssen wir also glauben, dass er Menschen geheilt hat, oder?</div><div><br></div><div>Also, ich habe grundsätzlich Probleme damit, dass wir als Christen irgendetwas <span class="fs14lh1-5"><b>müssen</b></span>. Im Glauben werden wir frei, müssen also erstmal gar nichts. Wenn wir dann etwas glauben, dann kommt das aus unserem Herzen und ist uns nicht aufgezwungen.</div><div><br></div><div>Ich glaube aber, dass Jesus Menschen geheilt hat. Übrigens wird ja bis heute manchmal von unerklärlichen Heilungen berichtet. Und auch von anderen unerklärlichen Phänomenen. Manche wurden sogar wissenschaftlich untersucht, und man hat den Grund des Phänomens nicht herausgefunden.</div><div><br></div><div>Heißt das jetzt, dass wir alle möglichen übernatürlichen Geschichten glauben sollen – Tischerücken, Gabelnverbiegen und so weiter?</div><div><br></div><div>Da gibt es sicher viele Scharlatane, die uns hinters Licht führen. Aber es gibt auch Ereignisse, die wir uns nicht erklären können. Zum Beispiel Gedankenübertragung, Telepathie. Ich habe selber von einem absolut vertrauenswürdigen Menschen folgende Geschichte gehört: Er wanderte mit einem Freund durch einsame Gegenden Norwegens. Plötzlich sah er seine Großmutter vor sich, mit der er eng verbunden war und die ihn beim Namen rief. Dann war das Bild wieder verschwunden. Als er dann später nach Hause zurückkehrte, erfuhr er, dass seine Großmutter verstorben war – und zwar genau an dem Tag und zu der Stunde, als er ihr Bild gesehen hatte.</div><div><br></div><div>Ich will damit sagen: Es gibt Dinge, die wir uns nicht erklären können, auch nicht mit wissenschaftlichen Mitteln. Wir sollten also nicht denken, dass wir alles über unsere Welt wissen und viel schlauer sind als die Menschen vor 2.000 Jahren.</div><div><br></div><div>Auch heute wird ja zuweilen von Heilungen in Gottesdiensten berichtet. Manches davon kann man sicher kritisch sehen, aber ich würde nicht alles in Bausch und Bogen für Lug und Trug halten.</div><div><br></div><div>Also ist ein Wunder etwas Unerklärliches, etwas, was die Naturgesetze aushebelt?</div><div><br></div><div>So würde ich das auch wieder nicht sagen. Wie gesagt, zu Jesu Zeiten verstand man Wunder gar nicht als Durchbrechung der Naturgesetze. Und auch heute gibt es viel Wunderbares, worüber man nur staunen kann, ohne dass die Naturgesetze dadurch ausgehebelt werden. Zum Beispiel unsere Katze – wo ist sie eigentlich? Hatte wohl genug vom Streicheln ...</div><div><br></div><div>Ich denke, dass es wohl in jedem Menschenleben wunderbare Entwicklungen gibt, mit denen man vorher überhaupt nicht gerechnet hat, die man für unmöglich hielt. In meinem Leben gab es jedenfalls solche Entwicklungen. Und das sind für mich auch Wunder.</div><div><br></div><div>Wenn ein Wunder geschieht, bedeutet das also nicht unbedingt, dass die Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden. Ein Wunder kann auch etwas sein, was sich ganz im Rahmen unserer Erkenntnisse über die Welt bewegt, und trotzdem ist es für uns unerklärlich, dass es so gekommen ist.</div><div><br></div><div>Wahrscheinlich erlebt jeder Mensch solche Wunder. Die Frage ist nur, ob er dahinter Gott wirken sieht oder nicht.</div><div><br></div><div>Ja, die meisten Menschen würden es wohl eher „Zufall" nennen oder „Glück gehabt". Denn dass Gott etwas bewirkt hat, ist ja nicht sichtbar.</div><div><br></div><div>Aber jetzt nochmal zu den Wundern, die von Jesus berichtet werden – und zwar zu den echt krassen: Jesus geht über das Wasser, als wäre es gar nicht da, Jesus befiehlt dem Sturm, nicht mehr zu stürmen, Jesus sorgt dafür, dass ein Herz, das schon vier Tage nicht geschlagen hat, wieder zu schlagen anfängt. Glauben wir das wirklich?</div><div><br></div><div>Zuerst einmal ist wichtig, dass <span class="fs14lh1-5"><b>Jesus</b></span> hier der Wundertäter ist. Denn Jesu Taten gehören mit seinen Worten zusammen. Und auch damit, dass mit Jesus das Reich Gottes angebrochen ist.</div><div><br></div><div>Und was genau ist das: das Reich Gottes?</div><div><br></div><div>Das Reich Gottes ist dort, wo Gott regiert. Wo Gott Geschichte macht. Wo er in und hinter allem, was geschieht, am Wirken ist. Und weil Gott in einzigartiger Weise in Jesus gewirkt hat, ist mit ihm das Reich Gottes angebrochen.</div><div><br></div><div>Das heißt doch, dass es da gar nicht so sehr um etwas Fantastisches, Übernatürliches geht. Das war zwar auch dabei, aber das war nicht das Entscheidende. Dass <span class="fs14lh1-5"><b>Jesus</b></span> Wunder tat, besagt: Gott ist stärker als all das, was uns das Leben schwer macht, stärker als alle widergöttlichen und zerstörerischen Mächte, stärker als alle Bedrohungen, die uns Angst machen, stärker sogar als der Tod.</div><div><br></div><div>Das Entscheidende an Jesu Wundern ist also gar nicht, dass Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden, sondern dass das Bedrohliche, Zerstörerische, Tödliche außer Kraft gesetzt wird. Dass Gott sich uns zuwendet und Krankheit und Not von uns nimmt. Dass wir nicht allein sind mit unseren Nöten, sondern dass Gott an unserer Seite ist und mit uns gegen all das Negative protestiert.</div><div><br></div><div>Wie, Gott protestiert?</div><div><br></div><div>Naja, wenn Gott Krankheit und Tod beseitigt, ist das sein Protest gegen Krankheit und Tod. Er lässt ihnen keinen Raum mehr. Sie werden beseitigt, rausgeworfen. Darum steht eben in der Bibel, dass die Dämonen rausgeworfen werden. Wo Gott herrscht, haben sie nichts mehr zu bestellen, ist für sie kein Platz mehr. Jesus sagt einmal, dass sogar der Teufel vom Himmel gefallen ist. Das heißt, dass das Negative, das Zerstörerische keine letzte Macht mehr über uns hat.</div><div><br></div><div>Ja, aber ist Jesus nun über das Wasser gelaufen oder nicht?</div><div><br></div><div>Also, irgendwie ist die Frage falsch gestellt, finde ich. Denn auch diese Geschichte hat die Bedeutung, dass das Bedrohliche keine letzte Macht mehr über uns hat. Die Geschichte geht ja so: Es gab einen schlimmen Sturm auf dem See, und Jesu Jünger waren ohne ihn im Boot unterwegs. Und das Boot drohte zu kentern, so dass sie alle miteinander ertrunken wären. In dieser Situation ist Jesus über den See zu ihnen gelaufen. Er hat sie also in ihrer Not nicht allein gelassen. Und als er bei ihnen ist, legt sich der Sturm; sie sind also gerettet.</div><div><br></div><div>Darauf kommt es an: Jesus ist bei uns, und alle Lebensstürme legen sich. Es kommt doch nicht darauf an, dass Jesus übermenschliche Fähigkeiten hatte, dass er etwas konnte, was sonst keiner kann, nämlich über Wasser laufen. Darum geht es gar nicht!</div><div><br></div><div>Das eigentlich Erstaunliche, das Wunderbare der Geschichte ist, dass Jesus die Not seiner Jünger sieht, also unsere Not, und dass er uns nicht in unserer Not allein lässt, sondern angelaufen kommt und sich durch nichts aufhalten lässt und dass die Not ein Ende hat, sobald er bei uns ist. Das bewirkt Jesus, das bewirkt Gott.</div><div><br></div><div>Das Erstaunliche und Wunderbare ist also, dass wir nicht zu schlecht oder unbedeutend für Gott sind. Er fragt nicht nach unserem Glauben oder unserer Sünde, wie Jesus es auch in den Wundergeschichten nicht tat, sondern Gott will nichts anderes, als dass es uns gut geht.</div><div><br></div><div>Na, das ist leicht gesagt, aber manchmal hat man gar nicht den Eindruck, dass Gott will, dass es uns gut geht.</div><div><br></div><div>Das stimmt! Aber das ist ein anderes Thema. Auch Jesus hat nicht alle Kranken gesund gemacht, sondern nur verschwindend wenige. Er war kein Weltverbesserer, der das Leiden abschaffen wollte. Und trotzdem können wir glauben, dass er in der Not an unserer Seite ist und alles zu einem guten Ende führen wird – auch wenn wir davon noch nichts sehen.</div><div><br></div><div>Das ist wirklich ein anderes Thema. Wir haben darüber auch <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?von-gott-keine-spur-" class="imCssLink">schon mal geredet</a>.</div><div><br></div><div>Aber wie ist das nun mit Jesu Laufen über das Wasser: Muss man das glauben oder nicht?</div><div><br></div><div>Ich habe keinen Zweifel daran, dass Jesus das hätte tun können. Aber das ist nicht das Wichtige an der Geschichte. Man sieht sogar am Wichtigen vorbei, wenn man sich nur auf die Fähigkeit Jesu konzentriert, über das Wasser zu gehen. Darum würde ich von niemandem verlangen, dass er das glauben muss, wenn er Christ oder Christin sein will. Wenn wir solche Bedingungen stellen, verschließen wir den Menschen das Himmelreich, anstatt es ihnen schmackhaft zu machen.</div><div><br></div><div>Man spricht übrigens in der Theologie gern von Jesu Machttaten statt von Wundern. Das Wort „Wunder" ist vielleicht missverständlich, weil man dann immer gleich an die Durchbrechung von Naturgesetzen denkt, auf die es gar nicht ankommt. Das Wort „Machttat" lenkt die Aufmerksamkeit mehr auf Gottes Macht über die Todesmächte, die uns bedrohen.</div><div><br></div><div>Ich würde aber schon daran festhalten, dass durch die Wundergeschichten unsere gewohnte Sicht auf die Wirklichkeit in Frage gestellt wird. Es passiert da wirklich etwas Irritierendes. Darum waren die Menschen ja auch oft nach einem Wunder Jesu voller Erstaunen, ganz von den Socken.</div><div><br></div><div>Das liegt daran, dass ein Wunder unserer Erfahrung der Wirklichkeit total widersprechen kann. Wenn Gott handelt, kann Unerklärliches geschehen. Dann können ausweglose Situationen zu einem guten Ende kommen. Dann kann eine Not auf eine Art enden, für die es keine rationale Erklärung gibt. Dann gibt es Hoffnung in den bedrohlichsten Situationen.</div><div><br></div><div>Nichts muss bleiben, wie es ist. Das ist auch eine Kritik an einer Weltsicht, die alles rational zu erklären und mit menschlichen Mitteln zu verbessern versucht. Wir sind begrenzt in unserem Verstehen und auch in dem, was wir ändern können. Gottes Handeln entzieht sich oft der rationalen Erklärung. Auch das wollen uns die Wundergeschichten sagen.</div><div><br></div><div>So gesehen hatte Katja Ebstein schon recht, wenn sie sang:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Wunder gibt es immer wieder</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Heute oder morgen können sie geschehn</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Wunder gibt es immer wieder</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn sie dir begegnen, musst du sie auch sehn.</i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Ein Wunder kann jederzeit geschehen. Ich denke, es geschehen täglich unzählige Wunder – Wunder in dem Sinne, wie wir es eben verstanden haben. Und jeder Mensch hat bestimmt schon Wunder erlebt, wenn er aus aussichtslosen Situationen gerettet wurde.</div><div><br></div><div>Manchmal merken wir es gar nicht, wenn das geschieht. Und wenn wir es merken, haben wir gleich ganz viele Erklärungen bei der Hand, warum es so gekommen ist. Dann aber sehen wir Gott nicht mehr hinter dem Ereignis. Und dann können wir das Ereignis auch nicht mehr als Wunder erkennen. Dann gibt es für uns keine Wunder mehr. Dann ist die Welt nur noch Welt, und nicht die Dämonen sind rausgeworfen, sondern Gott.</div><div><br></div><div>Ach, hatten wir jetzt nicht ein wunderbares Gespräch? Okay, dadurch sind wir jetzt nicht aus einer Not gerettet worden – oder vielleicht doch aus der Not, in unseren gewohnten Gedanken festzuhängen.</div><div><br></div><div>Jedenfalls war es ein schönes Gespräch. Und das ist nicht selbstverständlich. Also irgendwie auch etwas Wunderbares. Es gibt wohl ziemlich viele Arten von Wundern. Angefangen bei der Katze – da ist sie ja wieder – bis hin zu echter Hilfe in Not.</div><div><br></div><div>Ja, für heute sag ich: Schön, dass du da warst! Mach's gut, bis zum nächsten Mal. Und verzage nicht, was immer auch geschieht – denn es gibt einen, der deine Not kennt und der dir helfen kann und irgendwann auch helfen wird.</div><div><br></div><div>In diesem Sinne: Schalom, ciao, tschüss, bis bald – so Gott will und wir leben!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 05 Jun 2021 15:39:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ein alles veränderndes Erlebnis]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000A2"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ein alles veränderndes Erlebnis</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Über den Mathematiker Blaise Pascal</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 01/06/2021</span></div><div><br></div><div>Vielleicht wäre er ohne die Aufzeichnung seines religiösen Erlebnisses nie als Christ bekannt geworden. Jedenfalls sind die Zeilen, in denen er seine überwältigenden Gefühle notiert hat, sein bekanntester Text. Das darin beschriebene Erlebnis war das alles verändernde Widerfahrnis seines Lebens. Danach war er ein anderer Mensch. Er trug das Blatt immer bei sich. Man fand es nach seinem frühen Tod im Jahre 1662 in seinem Rock eingenäht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Das Mémorial</div><div><br></div><div>Die Rede ist von dem französischen Mathematiker Blaise Pascal und sein sogenanntes <span class="fs14lh1-5"><i>Mémorial</i></span>, die Erinnerung an das Erlebnis, das seine Lebenswende herbeiführte. Die Notizen über dieses Erlebnis sind spontan entstanden und so, wie es seinen Gefühlen entsprach. Es sind in Worte gefasste überwältigende Gefühle, so dass der Sinn für uns nicht immer eindeutig ist. Die lateinischen Sätze habe ich ins Deutsche übersetzt (für etwaige Korrekturen bin ich dankbar). Dies sind seine Notizen:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jahr der Gnade 1654</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Montag, den 23. November, Tag des heiligen Klemens, Papst und Märtyrer, und anderer im Martyrologium.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Vorabend des Tages des heiligen Chrysogonos, Märtyrer, und anderer.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Seit ungefähr abends zehneinhalb bis ungefähr eine halbe Stunde nach Mitternacht</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Feuer</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten [Gott].</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gewissheit, Gewissheit, Empfinden: Freude, Friede. Der Gott Jesu Christi.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Meinen Gott und euren Gott.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dein Gott ist mein Gott [Ruth 1,16].</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Vergessen der Welt und aller [Dinge], nur Gottes nicht.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Er ist allein auf den Wegen zu finden, die das Evangelium lehrt.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Größe der menschlichen Seele.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich [nach Joh 17,25].</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Freude, Freude, Freude, Tränen der Freude.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich habe mich von ihm getrennt.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie haben mich verlassen, den Quell des lebendigen Wassers [so klagt Gott nach Jer 2,13].</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mein Gott, wirst du mich verlassen? [vgl. Jesu Schrei am Kreuz nach Mk 15,34]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Möge ich nicht auf ewig von ihm getrennt sein.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen [Joh 17,3].</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jesus Christus!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Jesus Christus!</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ich habe mich von ihm getrennt, ich habe mich ihm entzogen, habe ihn geleugnet und gekreuzigt [vgl. Hebr 6,6].</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Möge ich niemals von ihm getrennt sein.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Er ist allein auf den Wegen zu bewahren, die im Evangelium gelehrt werden.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Vollkommene Unterwerfung unter Jesus Christus und meinen geistlichen Führer.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ewige Freude für einen Tag der Mühe auf Erden.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Deine Worte will ich nicht vergessen [vgl. Ps 119,16; lateinischer Originaltext unklar].</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Amen.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Blaise Pascal: Mémorial. Übersetzung aus dem Französischen nach </span><span class="fs11lh1-15 cf1"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A9morial_%28Blaise_Pascal%29" target="_blank" class="imCssLink"><b>Wikipedia</b></a></span><span class="fs11lh1-15 cf1"> mit leichten Änderungen. Der französische Originaltext und ein – allerdings kaum lesbares – Faksimile der Originalaufzeichnungen sind </span><span class="fs11lh1-15 cf1"><a href="http://www.bibleetnombres.online.fr/memorial1.htm" target="_blank" class="imCssLink"><b>hier</b></a></span><span class="fs11lh1-15 cf1"> zu finden.)</span></i><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Aus Pascals Leben</div><div><br></div><div>Blaise Pascal wurde am 19. Juni 1623 in der Auvergne/Frankreich geboren. Seine Mutter starb, als er noch ein Kleinkind war. Sein Vater war königlicher Steuerbeamter und gehörte zum französischen Amtsadel. 1631 zog er mit seinen Kindern nach Paris. Sein Sohn war mathematisch ungewöhnlich begabt, so dass er bereits mit 12 Jahren ein Mathematikstudium beginnen konnte. Mit 16 Jahren schrieb er eine Arbeit über die Theorie der Kegelschnitte, mit 19 Jahren entwarf er eine Rechenmaschine. Tatsächlich wurde er ein berühmter Mathematiker.</div><div><br></div><div>Er bekam bald Kontakt zu kirchenkritischen und reformwilligen Katholiken, den sogenannten Jansenisten. Mit 23 Jahren traten er, sein Vater und seine beiden Schwestern dieser Gruppierung bei. Die Jansenisten lehrten, dass der Mensch keinerlei Einfluss auf seine Erlösung habe, sondern ganz der Gnade Gottes ausgeliefert sei.</div><div><br></div><div>Fünf Jahre später starb sein Vater. Diskussionen über die Gewinnchancen im Glücksspiel bewegten Blaise Pascal dazu, sich 1653 der Wahrscheinlichkeitsrechnung zuzuwenden und diese voranzutreiben.</div><div><br></div><div>Am 23. November 1654, im Alter von 31 Jahren, hatte er das oben beschriebene Erlebnis. Es veränderte sein Leben. Pascal zog sich weitgehend aus der Pariser Gesellschaft zurück, um sich ganz Gott zuzuwenden. Vor allem mit einigen Jansenisten hatte er weiterhin Kontakt. Er arbeitete an theologischen, aber auch mathematischen Studien, wenngleich er meinte, die Naturwissenschaften könnten nicht nachvollziehen, welch intensive Erfahrungen ein Mensch in seiner Hingabe an Gott machen könne.</div><div><br></div><div>Im Alter von 33 Jahren begann er die Arbeit an einer Verteidigungsschrift für den christlichen Glauben. Doch verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends. Am 19. August 1662 starb er im Alter von 39 Jahren. Seine letzten Worte sollen gewesen sein: „Möge Gott mich nie verlassen!"</div><div><br></div><div>Seine geplante Schrift konnte er nicht vollenden, hinterließ aber rund 1.000 beschriebene Zettel. Diese wurden 1670 von Freunden unter dem Titel <span class="fs14lh1-5"><i>Gedanken über die Religion und andere Themen</i></span> veröffentlicht. Das Werk sollte nach dem Willen Pascals zwei Teile enthalten: Zunächst sollte das „Elend des Menschen ohne Gott" und danach die „Glückseligkeit des Menschen mit Gott" behandelt werden. Die Zettelsammlung wurde später mehrmals neu geordnet und veröffentlicht, und das Buch gehört bis heute unter dem Titel <span class="fs14lh1-5"><i>Pensées</i></span> (Gedanken) zu den bekannten theologischen Werken der Vergangenheit.</div><div><br></div><div>Pascal führte unter anderem aus, dass der Mensch von Leere und Sinnlosigkeit geplagt sei. Um dies zu verdrängen, gebe er sich mannigfaltigen Zerstreuungen und Vergnügungen hin, die ihn von davon abhielten, sich mit den wirklich wichtigen Fragen des Lebens zu beschäftigen. Ich denke, diese Analyse ist heute noch genauso treffend wie vor 350 Jahren.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Wette</div><div><br></div><div>Bekannt geworden ist auch die „Wette", die Pascal formuliert hat. Hier spricht ganz der Mathematiker und Wahrscheinlichkeitsforscher. Die Wette geht so: Wenn es sicher ist, dass es entweder einen Gott gibt oder keinen Gott gibt, und wenn man sich für eine Seite entscheiden müsste, ohne dass die Vernunft diese Frage beantworten könnte: Welche Entscheidung wäre gewinnbringender? Worauf würde man wetten?</div><div><br></div><div>Wettet man darauf, dass es Gott gibt, dann verliert man vielleicht einige zweifelhafte Freuden auf Erden, von denen man als Christenmensch Abstand nehmen würde; aber man gewinnt dafür alles, ein zeitlich und ewig glückliches Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Wettet man aber darauf, dass es keinen Gott gibt, so gewinnt man vielleicht einige zweifelhafte irdische Freuden; aber man verliert schon auf Erden die Befriedigung eines dankbaren, demütigen, wohltätigen Lebens, frei von zweifelhaften Genüssen und von der Sucht nach Ruhm und Anerkennung. Man verliert Gewissheit und Halt in diesem Leben und im ewigen Leben ewiges Glücklichsein.</div><div><br></div><div>Pascal meinte: Wer auf Gott setzt, kann unendlich viel gewinnen, hat aber eigentlich nichts zu verlieren. Darum sei es vernünftiger, darauf zu setzen, dass es Gott gibt, als darauf, dass es ihn nicht gibt.</div><div><br></div><div>Hier spricht, wie gesagt, der Mathematiker. Man kann sicher die Entscheidung für ein Leben mit Gott nicht in dieser Weise abwägen. Dennoch finde ich es nicht ganz abwegig, auch diesen Gedanken einmal durchzuspielen.</div><div><br></div><div>Auch Pascal wollte den Glauben nicht von einer solchen Vernunftentscheidung abhängig machen. Er konnte die Leistungen der menschlichen Vernunft sogar äußerst kritisch beurteilen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der letzte Schritt der Vernunft ist die Erkenntnis, dass es eine Unendlichkeit von Dingen gibt, die sie übersteigen. Sie ist nur schwach, wenn sie nicht bis zu dieser Erkenntnis vordringt. Wenn die natürlichen Dinge sie übersteigen – was soll man erst von den übernatürlichen sagen?</span></i></span></div><div><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Zitiert nach: Werner Thiede: Lust auf Gott. Einführung in die christliche Mystik. LIT Verlag Berlin 2019. S. 162f)</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Glaubenserlebnisse</div><div><br></div><div>Das von Pascal beschriebene „Bekehrungserlebnis" finde ich sehr beeindruckend. Man spürt, dass Pascal von tiefer Freude und innerem Frieden ergriffen ist. Man hört heraus, dass der Grund dafür nicht irgendein höchstes Wesen ist, sondern der Gott, der uns in Jesus Christus nahegekommen ist. Deutlich wird das Erleben intensiver Gottesnähe und die innige Bitte, niemals von diesem Gott getrennt zu sein.</div><div><br></div><div>Ich habe solch ein Bekehrungserlebnis, das ich nach Tag und Stunde datieren kann, nie gehabt. Ein Christ oder eine Christin muss solch ein Erlebnis auch nicht haben, geschweige denn „vorweisen".</div><div><br></div><div>Meine eigene Erfahrung ist, dass ich immer wieder Erlebnisse habe, die ich mit Gott in Verbindung bringe und die auch mit starken Gefühlen verbunden sind. Ich bin dann von einem Ereignis sehr angerührt, aber dieses Ereignis ist für mich kein rein weltliches Geschehen, sondern ich sehe es in seiner Beziehung zu Gott. Es kann sein, dass ich dann voller Freude über Gott und seine Geschöpfe bin oder auch voller Grauen über den Menschen, der Gottes Geschöpf ist und dennoch massiv gegen seinen Schöpfer handelt.</div><div><br></div><div>Das sind Momente, die schwer zu beschreiben sind. Es ist das Gefühl, dass etwas aus der Tiefe meiner Seele nach außen dringt; das Gefühl, dass nichts in dieser Welt einfach nur Welt ist, sondern alles mit Gott zu tun hat. Das kann Freude oder Entsetzen in mir auslösen, und beides ist mit starken Gefühlen verbunden. Ich bin vielleicht tief berührt von den Wundern der Schöpfung, den positiven Möglichkeiten des Menschen oder der Liebe von Menschen zueinander. Oder ich bin entsetzt wegen der Missachtung der Wunder der Schöpfung, wegen der negativen Möglichkeiten oder der Kaltherzigkeit der Menschen.</div><div><br></div><div>All das sind für mich keine dauerhaft bedrückenden Erfahrungen, sondern befreiende Erfahrungen, weil beides, Freude und Grauen, vor Gott ihren Ort haben. Auch das Schreckliche belastet mich deshalb nicht, wenn es auch völlig unbegreiflich für mich ist.</div><div><br></div><div>Vielleicht kann man es auch so ausdrücken: Ich bin in solchen Momenten zutiefst angerührt vom Geheimnis Gottes, der das Geheimnis unseres Lebens und unserer Welt ist, oder von der menschlichen Missachtung dieses Geheimnisses.</div><div><br></div><div>Wie gesagt, es ist schwer zu beschreiben, wie wohl alle derartigen Erlebnisse. Ich denke nicht, dass man als Christ oder Christin eine bestimmte Art von Erlebnissen haben muss. Sicher gibt es auch Christen, die keine derartigen Erlebnisse oder ganz andere haben. Das Christsein hängt nicht an dem, was wir erleben oder nicht erleben. Es hängt auch nicht an einem Bekehrungserlebnis, das von manchen Christenmenschen so hochgeschätzt wird.</div><div><br></div><div>Unser Christsein, das ist meine Überzeugung, hängt allein an Gottes Gnade, und die kann sich sehr vielfältig in einem Menschenleben ausdrücken. Unter anderem auch in starken Gefühlserlebnissen, in Gefühlen der Freiheit und des Friedens, des Sinnes und der Liebe. In dem dankbaren Gefühl, dass Gott mit mir und meiner Welt innigst verbunden ist und nichts in dieser Welt mich von seiner Liebe und Gnade trennen kann.</div><div><br></div><div><br></div><div><i class="fs11lh1-5">Quellen:</i></div><div><ul><li><i class="fs11lh1-5">Werner Thiede: Lust auf Gott. Einführung in die christliche Mystik. LIT Verlag Berlin 2019. S. 159-163.</i><br></li><li><i class="fs11lh1-5">Stöve, Eckehart: Pascal, Blaise. In: Hans Dieter Betz u.a. (Hg.): Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Band 6. Mohr Siebeck Tübingen, 4. Aufl. 2003. Sp. 966-969.</i><br></li><li><i class="fs11lh1-5"><a href="https://www.furche.at/feuilleton/blaise-pascal-der-zerbrechliche-mensch-1219069" target="_blank" class="imCssLink">https://www.furche.at/feuilleton/blaise-pascal-der-zerbrechliche-mensch-1219069</a>.</i><br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 01 Jun 2021 08:45:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Leben ist unberechenbar]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000A1"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Leben ist unberechenbar</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/05/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Der Mai dieses Jahres ist wie das Leben: wechselhaft und unberechenbar.</div><div><br></div><div>Seit Wochen versuche ich, jeden Sonnenstrahl zu nutzen. Also habe ich es mir draußen bequem gemacht, sobald die Sonne schien. Doch oft kam es so: Kaum hatte ich mich eingerichtet, schoben sich schon wieder graue Wolken vor die Sonne, und es wurde ungemütlich und kalt. Also flüchtete ich nach drinnen.</div><div><br></div><div>War ich dann einige Minuten drinnen und blickte aus dem Fenster, schien schon wieder die Sonne. Ich also wieder raus. Kurz darauf aber wieder rein. Wie lange macht man das mit?</div><div><br></div><div>Nicht sehr lange. Also habe ich mir einen Trick ausgedacht: Bei Sonnenschein gehe ich raus. Verschwindet dann die Sonne, bleibe ich ruhig sitzen und halte die Kälte aus, bis die Sonne wieder scheint.</div><div><br></div><div>Okay, besonders originell ist der Trick nicht, aber er hilft trotzdem.</div><div><br></div><div>Manchmal funktioniert er sogar sehr gut: Ich halte die Kälte aus, und tatsächlich lugt die Sonne bald wieder zwischen den Wolken hervor. Dann gibt es sogar blaue Himmelslöcher zu bewundern. Wenn dann erneut Wolken den Himmel in Grau tauchen, muss ich wieder durchhalten bis zum nächsten Sonnenschein. So habe ich zwar keine durchgehende Sonne, aber zusammengerechnet doch ganz schön viel. Und ich sehe immer wieder in den blauen Himmel.</div><div><br></div><div>Manchmal allerdings funktioniert es nicht: Die Sonne verschwindet und taucht trotz allen Wartens nicht wieder auf. Der Himmel bleibt grau. Es wird richtig kalt. Dann bleibt mir nichts, als aufzugeben und mich enttäuscht nach drinnen zu verziehen.</div><div><br></div><div>Aber eigentlich wollte ich ja gar nicht über meine merkwürdigen Gewohnheiten schreiben, sondern über das Leben.</div><div><br></div><div>Im Leben ist nicht alles eitel Sonnenschein. Es kommen auch manch ungemütliche, graue und kalte Zeiten. Dann nützt es wenig, vor ihnen wegzulaufen. Denn wenn man dem Ungemütlichen unbedingt aus dem Wege gehen will, verpasst man oft auch das Schöne.</div><div><br></div><div>Dann hilft nur eins: Die ungemütlichen Zeiten durchstehen. Abwarten, bis es wieder besser wird. Denn es gibt das Schöne nicht ohne das Schwere.</div><div><br></div><div><div>Auch das ist keine besonders originelle Erkenntnis. Aber es hilft vielleicht, sich das immer mal wieder bewusst zu machen. Damit wir nicht vor lauter Angst vor dem Schweren das Schöne verlieren.</div></div><div><br></div><div>Beides gehört also zu unserem Leben. Schon der leidgeprüfte Hiob fragte: „Das Gute nehmen wir an von Gott, und das Böse sollten wir nicht annehmen?" (Hi 2,10)</div><div><br></div><div>Jetzt geh ich aber wieder rein. Ich habe diese Sätze draußen auf meinem Laptop geschrieben. Sonne gab es zwischendurch auch – aber ehrlich gesagt ziemlich wenig. 90 Prozent waren graue Wolken und kalter Wind.</div><div><br></div><div>Und doch hat es sich gelohnt, draußen zu bleiben. Denn die Luft war erfrischend, die Vögel zwitscherten in der Ferne und der Wind strich über mein Gesicht.</div><div><br></div><div>Und dieser Text wäre vielleicht nie entstanden, wenn ich nicht draußen ausgeharrt hätte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 27 May 2021 08:12:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was Pfingsten nicht geschah]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_0000000A0"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was Pfingsten nicht geschah</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/05/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Da steh ich heute früh gut gelaunt mit der Zahnbürste zwischen den Lippen im Bad, hab das Radio an und höre <a href="https://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2021/05/23/nachrichten_dlf_20210523_0900_a005fda0.mp3" target="_blank" class="imCssLink">die 9 Uhr-Nachrichten</a> in meinem Leib- und Magensender, dem Deutschlandfunk. Der bietet eigentlich immer fundierte Informationen.</div><div><br></div><div>Doch was ich diesmal im Radio höre, hätte mich fast die Zahnbürste zerbeißen lassen.</div><div><br></div><div>Aber der Reihe nach. Der Sprecher spult wie gewohnt das Tagesgeschehen ab. Heute ist Tag des Grundgesetzes (wusste ich noch gar nicht), denn heute vor 72 Jahren wurde das Grundgesetz unterzeichnet. Politiker sagen, was sie an so einem Tag eben sagen müssen. Weitere Meldungen: Demonstrationen in Berlin, Gauck fordert mehr Toleranz, Spahn sagt irgendwas zu Corona, Friedensdemonstration in Israel. Irgendwie das Übliche.</div><div><br></div><div>Dann geht es um Pfingsten: Der Papst ruft zur Einheit auf und kritisiert Egoismus, Gier und die Ausbeutung der Natur. Das freut mich, bewegt sich aber noch im normalen Rahmen.</div><div><br></div><div>Aber dann kommt's! Das hatte ich nicht erwartet: Die Nachrichten im Deutschlandfunk versuchen zu erklären, was eigentlich Pfingsten ist. Wahnsinn! Ist aber auch nötig in einer entkirchlichten Gesellschaft, wie wir es sind.</div><div><br></div><div>Ich habe die Nachrichtensendung später als Podcast nachgehört und den Text mitgeschrieben. Er lautete wörtlich so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">[Pfingsten] geht auf den Glauben an die Dreieinigkeit zurück. Demnach tritt Gott als Vater, als Sohn in Gestalt von Jesu Christi und als heiliger Geist in Erscheinung. Dem Glauben nach fuhr Jesus 40 Tage nach seiner österlichen Auferstehung von den Toten in den Himmel auf. Daraufhin sandte Gott den heiligen Geist zu den Gläubigen. Das Ereignis, bei dem die ersten Menschen vom heiligen Geist erfüllt wurden – es waren die Jünger Jesu –, wird heute als Pfingsten gefeiert. Damit nahm die Ausbreitung des christlichen Glaubens ihren Ausgang. Die Jünger konnten plötzlich alle Sprachen der Welt sprechen und verstehen. Pfingsten gilt daher auch als Geburtsstunde der Kirche.</span></i></span></div><div><br></div><div>Den ersten Satz habe ich als lässliche Sünde empfunden. Natürlich geht das Wirken des heiligen Geistes nicht auf den Glauben an die Dreieinigkeit zurück. Der ist erst später entstanden. Andersrum wird's richtig: Der Glaube an die Dreieinigkeit geht unter anderem darauf zurück, wie die Christinnen und Christen das Wirken des heiligen Geistes erlebten. Aber was soll's ...</div><div><br></div><div>Doch dann drehte sich etwas in meinem Magen um bei der Formulierung „in Gestalt von Jesu Christi". Ich habe ähnliche Formulierungen schon öfter gehört, aber nicht im Deutschlandfunk. Der müsste eigentlich Genitiv und Dativ unterscheiden können. Aber bei Jesus Christus wird es halt schwierig. Da sind selbst die Nachrichten-Schreiber unsicher.</div><div><br></div><div>Aber „Jesu Christi" ist auch totales Kirchensprech und klingt, als würde man sich auskennen. Gott ist der Vater Jesu Christi. Also tritt Gott in Gestalt von Jesu Christi auf. Klingt irgendwie, als wüsste man Bescheid. Wahrscheinlich haben auch viele den Fehler gar nicht bemerkt.</div><div><br></div><div>Deshalb hier mal zum Mitschreiben: „Jesu Christi" ist Genitiv. Also bitte beim nächsten Mal: „in Gestalt Jesu Christi" sagen. Oder „in Gestalt von Jesus Christus". Das wäre dann der Dativ.</div><div><br></div><div>Den nächsten Nachrichten-Satz hatte ich beim Zähneputzen glatt überhört, weil ich in Gedanken noch mit der „Gestalt von Jesu Christi" beschäftigt war. Er ist mir erst beim Nachhören aufgefallen. Also Jesus fuhr 40 Tage nach seiner Auferstehung in den Himmel auf.</div><div><br></div><div>Ich frage mich bei solchen Sätzen immer: Was denkt sich jetzt eigentlich der entkirchlichte Normalbürger? Er wird sich vielleicht fragen: Was heißt das, dass Jesus in den Himmel auffuhr? Gab es einen Fahrstuhl, sozusagen einen <span class="fs14lh1-5"><i>Highway to Heaven</i></span>? Oder hatte Jesus einen Düsenantrieb auf den Rücken geschnallt? Blödsinn, Jesus war wahrscheinlich ein Superheld, wie wir ihn aus Filmen kennen: Spiderman, Batman oder Superman. Oder so was ähnliches.</div><div><br></div><div>Und dann denkt der Entkirchlichte: Und das glauben die Christen, dass das wirklich passiert ist? Oh Mann ...</div><div><br></div><div>Weil man heute so schnell missverstanden wird, füge ich hier kurz ein: Ich gebe dem Entkirchlichten nicht die Schuld daran, dass er so denkt, sondern eher der Kirche, die nicht daran denkt, wie sie es vermeiden könnte, dass er so denkt.</div><div><br></div><div>Aber es kam noch schlimmer in den Nachrichten: Als die Jünger vom heiligen Geist erfüllt waren, konnten sie plötzlich alle Sprachen der Welt sprechen und verstehen.</div><div><br></div><div>Fast wäre mir spontan eine ärgerliche Bemerkung entfahren – ging aber nicht wegen der Zahnbürste im Mund.</div><div><br></div><div>Was denkt sich jetzt der normal entkirchlichte westliche Mensch? Er denkt: Also nicht nur von Jesu Christi kann man Superfähigkeiten behaupten, sondern auch von seinen Jüngern. Die konnten, als der heilige Geist in ihnen war, urplötzlich, also von einer Sekunde auf die andere, alle Sprachen der Welt sprechen und verstehen.</div><div><br></div><div>Wow! Heute war der Deutschlandfunk echt lehrreich. Also der heilige Geist hilft enorm beim Sprachenlernen. Schlecht für Langenscheidt, gut für alle Schüler und Schülerinnen. Diesen Geist hätte ich in der Schule gut gebrauchen können.</div><div><br></div><div>Etwas ernstere Zeitgenossen denken vielleicht: Ist schon schräg, was die Christen so glauben. Wenn ich das als Christ glauben muss, dass die Jünger Jesu Christi (Genitiv!) urplötzlich alle Sprachen sprechen und verstehen konnten, dann kann ich wirklich kein Christ sein.</div><div><br></div><div>Irgendwie kann ich das nachvollziehen. Leider ist die Kirche dafür mitverantwortlich. Denn sie konnte den Menschen offensichtlich bis heute nicht klarzumachen, dass es bei dieser Geschichte gar nicht darum geht, dass Menschen im Supertempo übernatürliche Sprachfähigkeiten erlangten.</div><div><br></div><div>Wie so oft hilft auch hier: genauer hingucken. Die Pfingstgeschichte steht in der Apostelgeschichte, Kapitel 2,1-13. Da heißt es (Verse 4-6):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>[Die Jünger] wurden alle mit heiligem Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen auszusprechen gab. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer aus jedem Volk unter dem Himmel. [...] Die Menge war in Erregung geraten, weil jeder sie in seiner eigenen Sprache reden hörte.</i></span></div><div><br></div><div>1. Blöd, dass in Jerusalem nur Männer wohnten. Aber so war das eben damals ... (jedenfalls wenn man die Geschichte für einen historischen Bericht hält).</div><div>2. Von <span class="fs14lh1-5"><b>plötzlichem</b></span> Sprachenlernen ist nicht die Rede.</div><div>3. Von <span class="fs14lh1-5"><b>allen Sprachen der Welt</b></span> auch nicht.</div><div>4. Es geht nicht darum, dass die Jünger übernatürliche Fähigkeiten erlangten, also Superhelden aus Science Fiction-Filmen wurden, sondern darum, dass das Zeugnis von Jesus Christus (Dativ!) die ganze Welt erreicht, wenn der heilige Geist wirkt.</div><div>5. Es geht nicht nur um das Bezeugen des Evangeliums in allen Sprachen, sondern auch um das <span class="fs14lh1-5"><b>Hören</b></span> dieses Evangeliums in der ganzen Welt, das ebenso vom heiligen Geist bewirkt wird.</div><div><br></div><div>Ich will gar nicht in Frage stellen, dass Wunder geschehen. Die Frage ist nur, worin das Wunder eigentlich besteht:</div><div>a) in übernatürlichen Fähigkeiten à la Superman oder der Fantastischen Vier oder</div><div>b) darin, dass das Evangelium von einer Handvoll relativ ungebildeter und völlig unbekannter Jüdinnen und Juden (ja, Frauen waren auch dabei) ausging und von ihnen aus seinen Weg durch die ganze Welt machte und überall in der Welt Aufnahme fand?</div><div><br></div><div>Was ist wohl das größere Wunder? Ich bin für b).</div><div><br></div><div>Wer sich auf das Übernatürliche konzentriert, macht die Jünger Jesu zu Superhelden oder Zauberern und vergisst dabei das eigentlich Wunderbare.</div><div><br></div><div>Was haben entkirchlichte Menschen durch diese Nachrichtensendung gelernt? Dass die Christen und Christinnen sich auf dem Niveau von Science Fiction-Filmen bewegen, die ja vielleicht ganz spannend anzugucken sind, die man aber nicht für bare Münze nehmen kann – ist eben Fiktion.</div><div><br></div><div>Wir Christen sind daran leider nicht unschuldig. Wir müssten endlich mal deutlich sagen: Leute, es gibt in der Bibel Stellen, die nicht einfach wie historische Reportagen zu verstehen sind. Es geht ihnen nicht um historische Einzelheiten, sondern um theologische Aussagen. Und die theologische Aussage der Pfingstgeschichte ist: Gottes Geist macht es möglich, dass „ungebildete" Leute (einige Jünger waren Fischer) anfangen, Jesus Christus zu verkünden, und Menschen aller Sprachen und Kulturen diese Botschaft zu hören bekommen.</div><div><br></div><div>Das sollten wir den Menschen endlich sagen. Aber nicht im Kirchensprech, sondern im Weltsprech. Also: Raus aus der Sprechblase, rein in die Welt, den Leuten aufs Maul schauen, wie schon Luther es tat. Der hatte damit ziemlich großen Erfolg. Oder besser gesagt: Der heilige Geist hat ihn erfolgreich gemacht. Denn der braucht uns zwar nicht, um Leute anzusprechen, aber er würde sich sicher freuen, wenn wir es ihm etwas leichter machen würden.</div><div><br></div><div>Aber jetzt noch etwas Positives (schließlich ist Pfingsten): Nach meiner Enttäuschung um 9 Uhr hörte ich heute morgen um 10 Uhr <a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-gottesdienst/wdr5-gottesdienst-100.html" target="_blank" class="imCssLink">auf WDR 5 einen Radiogottesdienst</a>. An dem kann man zwar auch dies und das aussetzen, aber ich finde, es war auf jeden Fall ein gutes Beispiel für den Versuch, den heiligen Geist zu erfreuen. Durchaus musikalisch, sprachlich und konzeptionell hörenswert.</div><div><br></div><div>Ach ja, zum Schluss habe ich noch eine Bitte an den Deutschlandfunk:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Lieber Deutschlandfunk,</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>bitte, bitte in Zukunft keine theologischen Aussagen machen, die auf Erinnerungen aus dem Konfirmandenunterricht beruhen. Und auch nicht aus fragwürdigen christlichen Büchern abschreiben. Dann schon lieber gar nichts zu christlichen Festen sagen. Wenn aber doch, dann bitte ein bisschen besser informieren oder beim Pastor nachfragen. Der müsste es eigentlich besser wissen. Sicher sein kann man sich aber nicht ...</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 23 May 2021 16:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Jeder Tag kann Pfingsten sein]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000009F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Jeder Tag kann Pfingsten sein</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/05/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Weil es mir mit dem Glauben ernst ist, möchte ich gern einen starken, festen Glauben haben, eine unzerstörbare Hoffnung und in mir eine unwiderstehliche Liebe.</div><div><br></div><div>Menschen, die nicht so religiös sind, würden es vielleicht anders ausdrücken: Sie suchen einen Halt im Leben, eine Orientierung, einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft und ein gutes, liebevolles Miteinander.</div><div><br></div><div>Wie auch immer wir es ausdrücken: Wir können ohne all dies nicht leben. Darum bemühen wir uns darum, einen Halt zu finden, uns gute Voraussetzungen für die Zukunft zu schaffen und mit unseren Mitmenschen zurechtzukommen.</div><div><br></div><div>Aber unser Bemühen scheitert. Der Halt löst sich auf, die Zukunft ist trotz aller Planungen ungewiss, und das Miteinander wird immer wieder harten Prüfungen unterzogen.</div><div><br></div><div>Als Glaubender kann ich es so ausdrücken: Mein Gottvertrauen ist keinesfalls so stark, wie ich es mir wünsche. Mein Blick in die Zukunft ist eher pessimistisch als zuversichtlich. Und an der Liebe scheitere ich sowieso.</div><div><br></div><div>Hier kommt nun die froh machende Botschaft des Pfingstfestes ins Spiel: Ich muss für all das nicht sorgen, weil Gottes Geist dafür sorgt.</div><div><br></div><div>Oder, unreligiös gesprochen: Ich muss mich um den Halt, die Zuversicht und die Liebe nicht bemühen, weil Gott, die gute Macht des Lebens, mich damit erfüllen will.</div><div><br></div><div>Was ich selbst tun muss, ist dann nur noch: das zulassen, was Gott in mir wirkt. Das tun, was in mir ist.</div><div><br></div><div>Das ist die Botschaft von Pfingsten: Du musst nicht zum Glauben kommen, weil der Glaube zu dir kommt. Du musst nicht krampfhaft an der Hoffnung festhalten, weil die Hoffnung dich festhält. Du musst nicht um Liebe kämpfen, weil die Liebe um dich kämpft.</div><div><br></div><div>Mit einem Wort: Weil Gott dies alles in dir bewirken will, musst du es nicht selber bewirken.</div><div><br></div><div>Du hast schon etwas davon in dir. Ohne wenigstens einen Hauch davon könntest du gar nicht leben. Und wenn es viel zu wenig ist, so warte darauf, dass es stärker in dir wird. Warte darauf, dass es Wirklichkeit wird. Die Stunde wird kommen. Für jeden Menschen wird es Pfingsten – wenn er sich auf Gottes Wirken einlässt.</div><div><br></div><div>Ich möchte so gern, dass jeden Tag für mich Pfingsten ist. Und es geschieht – mal mehr, mal weniger. Es gibt auch Tage, an denen merke ich gar nichts von jenem Geist des Lebens, der Freude und Zuversicht. Dann weiß ich: Ich habe es nicht in der Hand. Es ist eine tägliche Gabe, ein Geschenk. Gott <span class="fs14lh1-5"><b>muss</b></span> mich nicht beschenken. Er kann sich mir auch entziehen.</div><div><br></div><div>Aber, ehrlich gesagt, meistens ist es umgekehrt: Nicht Gott entzieht sich mir, sondern ich entziehe mich ihm! Ich lasse seinen Geist nicht zum Zuge kommen, ich lasse das nicht raus, womit er mich erfüllt hat.</div><div><br></div><div>Ich muss das akzeptieren. Inzwischen weiß ich: Gott verzeiht mir das. Er verlässt mich nicht auf Dauer. Es wird wieder anders werden. Morgen schon kann der gute Geist wieder in mir sein. Dann ist wieder Pfingsten geworden.</div><div><br></div><div>Denn jeder Tag kann Pfingsten sein – so Gott es will und wir ihn lassen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 23 May 2021 08:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wunderbar spannende Aussichten]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000009E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wunderbar spannende Aussichten</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/05/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Vor vielen Jahren sagte jemand zu mir: „Ewigkeit – das muss doch langweilig sein." Ich konnte dem nichts entgegnen. Denn wenn wir schon manchmal nicht wissen, was wir mit unserer <span class="fs14lh1-5"><b>Zeit</b></span> anfangen sollen – wie soll das erst in der <span class="fs14lh1-5"><b>Ewigkeit</b></span> sein?</div><div><br></div><div>Heute möchte ich erzählen, was mir ein Gleichnis für die Ewigkeit geworden ist.</div><div><br></div><div>Zuvor will ich aber kurz erklären, was ein Gleichnis für mich bedeutet. Ein Gleichnis redet von Gott, indem es von einer Person, einem Ereignis oder einer Geschichte aus der Welt erzählt. „Es handelt vom Irdischen, das wir kennen, und weist auf das Göttliche, das wir nicht kennen."* Dabei bleibt der Unterschied zwischen Irdischem und Göttlichem gewahrt.</div><div><br></div><div>Jesus war ein hervorragender Gleichniserzähler. Er erzählte von der unsichtbaren Herrschaft Gottes mit Hilfe von sichtbaren Geschichten aus der Welt.</div><div><br></div><div>Ich möchte vom ewigen Leben mit Hilfe einer Geschichte aus dem vergänglichen Leben erzählen.</div><div><br></div><div>Wird es im ewigen Leben langweilig sein? Das war die Frage.</div><div><br></div><div>Vor kurzem hatte ich folgenden Gedanken: Es gibt so viel Interessantes in der Welt, das ich nie werde erleben können, weil mein Leben zeitlich und räumlich begrenzt ist.</div><div><br></div><div>Es gibt unglaublich viele Landschaften, die ich gern erkunden, und Städte, die ich gern entdecken würde. Es gibt unzählige Tiere, die ich gern einmal genau beobachten, und viele interessante Menschen, die ich kennenlernen und mit denen ich reden würde. Es gibt ganz viele Bücher, die ich gern lesen möchte. Es gibt viele Spiele, die ich machen, Sportarten, die ich ausüben, und Hobbys, denen ich nachgehen möchte. Ich würde auch gern auf viele Weise kreativ sein.</div><div><br></div><div>Es gibt nur ein Problem: Es fehlt mir dazu die Zeit, und ich kann auch leider nicht von Kontinent zu Kontinent springen, um schnell an all die Orte zu kommen, die ich gern erkunden möchte.</div><div><br></div><div>Wenn es nun schon hier auf Erden so viel Spannendes gibt, wie sollte es dann im ewigen Leben langweilig sein, wo wir nicht zeitlich und räumlich begrenzt sind?</div><div><br></div><div>Mein Gleichnis für die Ewigkeit lautet so: Stell dir einen Menschen vor, der unsagbar Vieles in dieser Welt erleben, erschaffen, erforschen, beobachten, besprechen, durchdenken und ausprobieren möchte und niemals damit an ein Ende kommt – denn seine Lebenszeit reicht dazu nicht aus.</div><div><br></div><div>In der Ewigkeit aber ist er an keine Zeit gebunden und kommt doch an kein Ende, weil das Reich Gottes unendlich groß ist und immer neue beeindruckende Erlebnisse für ihn bereithält.</div><div><br></div><div>Was für wunderbar spannende Aussichten!</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">* Zitat von Ruben Zimmermann: Kompendium der Gleichnisse Jesu. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh, 2. Aufl. 2015, Seite 10.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 19 May 2021 14:34:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Von Verzweiflung zum Bejahtsein - Zur Theologie Paul Tillichs (Teil 2)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000009D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Von Verzweiflung zum Bejahtsein – Zur Theologie Paul Tillichs (Teil 2)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 15/05/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Paul Tillich hat den Menschen mit seinen leidvollen Erfahrungen ernst genommen. Er hat versucht, dem Menschen deutlich zu machen, dass Gott ihn trotz des Erlebens von Sinnlosigkeit und Verzweiflung bedingungslos bejaht. Das wurde im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?von-verzweiflung-zum-bejahtsein---zur-theologie-paul-tillichs--teil-1-" class="imCssLink">ersten Teil</a></span> des Artikels zur Theologie Paul Tillichs ausführlich behandelt. Im zweiten Teil geht es nun vor allem um die Art und Weise, in der Tillich versuchte, dem modernen Menschen dies klarzumachen, und um Tillichs Einschätzung der religiösen Ergriffenheit dieses Menschen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. In neuer Sprache Gott bezeugen</div><div><br></div><div>Kirche und Theologie sollten nach Tillich nicht mehr die alten biblischen und kirchlichen Begriffe gebrauchen, weil diese heute nicht mehr dazu geeignet sind, die Wahrheit auszudrücken. Zu viel Zeit ist vergangen, zu sehr hat sich das Denken der Menschen und haben sich die Voraussetzungen des Verstehens verändert. Die alten Begriffe sind den Menschen fremd geworden. Das, was sie meinten, muss darum heute in neuen Begriffen ausgesagt werden.</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Wenn wir fragen, warum unsere Botschaft vom Worte Gottes abgelehnt wird, dann hören wir oft, dass man nicht das ablehnt, </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>was</b> wir verkündigen, sondern die </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Art und Weise</b>, in der wir es verkündigen. Viele lehnen das Wort Gottes nur deshalb ab, weil die Art unserer Verkündigung für sie völlig sinnlos ist. Sie wissen um die Dimension des Ewigen, aber die Begriffe, mit denen wir es fassen, können sie nicht annehmen. Wenn wir uns an die </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Worte</b> dieser Menschen halten, können uns Zweifel kommen, ob sie ein Wort vom Herrn empfangen haben. Wenn sie uns aber als lebendige Menschen begegnen, wissen wir, </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>dass</b> sie es empfangen haben [...] Wir haben das Wort empfangen. Aber wie es im Munde der Prediger verzerrt wird, so stößt es in den Ohren der Hörenden – und das sind wir alle – auf Widerstand. Wir hören es, aber wir können es nicht annehmen. [...] Wir hören die Worte, die einstmals gesprochen wurden, aber wir fühlen nicht, dass sie </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>zu unserer</b> Situation und </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>aus</b> der Tiefe </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>unserer</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> Situation sprechen.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Religiöse Reden Band II, zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 308f)</span></i></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Existentialismus hat den „alten Äon" beschrieben, nämlich die Situation des Menschen und seiner Welt im Zustand der Entfremdung. Darum ist der Existentialismus ein natürlicher Bundesgenosse des Christentums. [...] Der Theologe [...] muss sich vor Augen halten, dass Worte wie „Sünde" und „Gericht" nicht an innerer Wahrheit verloren haben, wohl aber an der Fähigkeit, diese Wahrheit auszudrücken. Das kann sich nur ändern, wenn solche Worte neu gefüllt werden mit den Einsichten in die menschliche Natur, die uns durch den Existentialismus (einschließlich der Tiefenpsychologie) vermittelt sind.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Systematische Theologie Band II, S. 33f)</span></i></div><div><br></div><div>Die christliche Botschaft muss immer wieder neu formuliert werden, weil die Sprache, das Denken und das Leben der Menschen sich verändern. Jede Zeit hat ihre Probleme, ihre Fragen und ihre Sehnsüchte. Darum reicht es nicht aus, die biblischen Begriffe nur zu wiederholen. Sie müssen immer neu erläutert oder auch durch besser verständliche Begriffe ersetzt werden, ohne damit die biblischen Inhalte aufzugeben. Insoweit kann ich Paul Tillich Recht geben.</div><div><br></div><div>Ich bestreite aber, dass die Ablehnung der kirchlichen Verkündigung allein darauf zurückgeht, dass die alten Begriffe unverständlich geworden sind. Diese Erklärung geht nicht tief genug. Sie nimmt die menschliche Grundhaltung gegenüber dem Evangelium nicht ernst, die eine grundsätzlich ablehnende Haltung ist. Das, was die Bibel Sünde nennt, ist keine Reaktion erst auf die Art und Weise der kirchlichen Verkündigung, so unvollkommen diese auch sein mag. Sünde, also Ablehnung des Evangeliums, hat einen tiefen Grund in jedem Menschen. Darum teile ich auch Tillichs Aussage nicht, dass wir merken, dass die Menschen „ein Wort vom Herrn empfangen haben", wenn wir sie nur als lebendige Menschen ernst genug nehmen. Mag auch jeder Mensch von Gott angesprochen werden, so empfängt doch nicht jeder Mensch dieses Wort. Darum ist es zwar wichtig, aber nicht hinreichend, den Menschen in neuer Weise das Evangelium zu verkündigen.</div><div><br></div><div>Tillich möchte auch das Wort „Gott" umschreiben und so den Menschen verständlicher machen. Gerade das Wort „Gott" wird ja von den Menschen für alles Mögliche in Beschlag genommen und missbraucht. Darum hat der Schweizer Pfarrer und Dichter Kurt Marti eines seiner bekanntesten Gedichte so begonnen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die passion des wortes GOTT</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das blutet aus allen wunden</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das wird vergewaltigt noch und noch</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">das ist verraten zertrampelt zerschossen geköpft gerädert gevierteilt gezehnteilt [...]</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Kurt Marti: Der Vorsprung Leben, S.81)</span></i></div><div><br></div><div>Auch Paul Tillich will vermeiden, dass der Mensch sich das Wort „Gott" einverleibt. Darum bezeichnet er nicht das oberflächliche, sich selbst zum Maßstab erhebende Sein, sondern die Tiefe des Seins mit dem Wort „Gott" und legt diesem Wort weitere Bedeutungen bei:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der Name dieser unendlichen Tiefe und dieses unerschöpflichen Grundes alles Seins ist </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Gott</b>. Jene Tiefe ist es, die mit dem Wort </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Gott</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> gemeint ist. Und wenn das Wort für euch nicht viel Bedeutung besitzt, so übersetzt es und sprecht von der Tiefe in eurem Leben, vom Ursprung eures Seins, von dem, was euch unbedingt angeht, von dem, was ihr ohne irgendeinen Vorbehalt ernst nehmt. Wenn ihr das tut, werdet ihr vielleicht einiges, was ihr über Gott gelernt habt, vergessen müssen, vielleicht sogar das Wort selbst. Denn wenn ihr erkannt habt, dass Gott Tiefe bedeutet, so wisst ihr viel von ihm. [...] Wer um die Tiefe weiß, der weiß auch um Gott.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(In der Tiefe ist Wahrheit, S. 64f, zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 451)</span></i></div><div><br></div><div>In der Tat hängt der Glaube nicht von einem Wort ab. Aber es ist auch nicht damit getan, dieses Wort durch andere Wörter zu ersetzen. Öffnet man das Wort „Gott" für viele Bedeutungen, so droht es beliebig zu werden. Es gibt vieles, was der Mensch ohne Vorbehalt ernst nehmen kann. Es gibt vieles, was er in seinem Leben als Tiefe empfinden kann, als seinen Lebensgrund und -sinn. All das, was er dann ernst nimmt oder empfindet, muss aber keinesfalls Gott sein. Wieder scheint mir Tillich hier die Abgründigkeit der menschlichen Gottlosigkeit nicht ernst zu nehmen.</div><div><br></div><div>Das zeigt sich auch darin, wie Tillich sich Gottes Anrede an uns Menschen vorstellt und die Spiegelung dieser Anrede in unserer Erfahrungswelt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Gottes Anrede an uns</div><div><br></div><div>Nach Tillich spricht Gott durch menschliche Worte zu uns. Dieses Sprechen Gottes, meint Tillich, begegnet uns aber nicht nur in den Texten der Bibel, sondern überall dort, wo ein menschlicher Geist vom Neuen Sein ergriffen wird. Die Bibel ist für Tillich zwar „das Dokument der zentralen Offenbarung", aber das „Wort Gottes" kann prinzipiell überall begegnen. Jedes Wort kann uns zur Anrede Gottes werden. Kriterium der Wahrheit bleibt aber auch für Tillich das biblische Wort.</div><div><br></div><div>Wenn man „Wort Gottes" nicht mit dem biblischen Wort gleichsetzt, sondern die lebendige Anrede Gottes im heiligen Geist damit meint, muss man in der Tat zwischen biblischem Wort Gottes und lebendigem Wort Gottes unterscheiden. Nicht die Wörter der Bibel sprechen uns an, sondern der lebendige Gott spricht durch die Wörter der Bibel zu uns. Der lebendige Gott kann aber auch durch andere Wörter oder durch Ereignisse zu uns sprechen. Man wird dies nicht bestreiten, wenn man sich klarmacht, dass „Gott dem Abraham aus Steinen Kinder zu erwecken vermag" (Mt 3,9; Lk 3,8). Tillich schreibt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Alle menschlichen Worte sind grundsätzlich für die Möglichkeit offen, „Wort Gottes" zu werden. Das gilt auch für alle religiösen und kulturellen Dokumente, d.h. für die gesamte Literatur [...] – wenn es den menschlichen Geist so trifft, dass es in ihm die Frage nach dem, was ihn unbedingt angeht, erweckt. Selbst das gesprochene Wort einer alltäglichen Unterhaltung kann zum Mittler des göttlichen Geistes werden [...] Doch wiederum müssen wir ein Kriterium aufstellen gegen falsche Erhebungen menschlicher Worte zur Würde des „Wortes Gottes". Dieses Kriterium ist das biblische Wort. Es ist der höchste Prüfstein für das, was für jemanden „Wort Gottes" werden oder nicht werden kann. Nichts ist Wort Gottes, das dem Glauben und der Liebe widerspricht, die das Werk des Geistes sind und das Neue Sein konstituieren, das in Jesus als dem Christus Wirklichkeit geworden ist.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Systematische Theologie Band III, S. 149f)</span></i></div><div><br></div><div>Das biblische Wort nimmt also für Tillich eine Sonderstellung ein: Es ist der Maßstab für alle christlichen Aussagen. Dennoch ist es für Tillich wichtig, dass religiöse Anrede durch Gott überall geschehen kann – in Kunst, Philosophie, Wissenschaft und darüber hinaus:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer unter dem Eindruck ravennatischer Mosaiken oder der Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle oder Rembrandtscher Alters-Porträts gefragt würde, ob er ein religiöses oder kulturelles Erlebnis habe, würde schwer eine Antwort geben können. [...] Es ist kulturell, denn es ist nicht gebunden an ein spezielles kultisches Handeln. Es ist religiös, denn es rührt an die Frage nach dem Unbedingten oder nach den Grenzen der menschlichen Existenz. Was von der Malerei gilt, gilt in gleicher Weise von Musik und Dichtung, es gilt von Philosophie und Wissenschaft. Und was von dem Anschauen und Erkennen der Welt gilt, das gilt ebenso von ihrer praktischen Gestaltung in Recht und Sitte, in Sittlichkeit und Erziehung, in Gemeinschaft und Staat. Wo immer im Denken und Handeln die menschliche Existenz selbst in Frage gestellt und damit transzendiert [überschritten] wird, wo immer unbedingter Sinn durch bedingte Sinngebung hindurchschwingt, da ist Kultur religiös.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Auf der Grenze, zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 130)</span></i></div><div><br></div><div>Hier vermischen sich Kultur und Religion, kulturelles und religiöses Erlebnis miteinander. Jede Empfindung von tiefer Infragestellung und von letztem Sinn sind nach Tillich religiöse Empfindungen, das heißt Anrede Gottes an uns. Wo immer dies geschieht, redet Gott. Dieses Verschwimmen von kultureller und christlicher Offenbarung kann ich nicht teilen. Gottes Anrede kann zwar überall geschehen, aber nicht jedes kulturelle Ereignis, das mich in der Tiefe meines Seins anspricht, ist schon Anrede Gottes. Ich habe kunstinteressierte Menschen kennengelernt, für die Kunst eine unbedingte, eine quasi religiöse Bedeutung hatte, die aber bestenfalls auf der Suche nach Gott waren, jedenfalls nicht von sich behaupteten, dass sie an Gott glaubten. Eher hatte ich das Gefühl, dass die Kunst für sie die Stelle des Glaubens eingenommen hat, als dass die Kunst sie für den Glauben geöffnet hätte.</div><div><br></div><div>Tillich kann das Wirken des Geistes Gottes geradezu uferlos ausdehnen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Der konkrete Anlass für die Unterscheidung zwischen einem latenten [verborgenen] und einem manifesten [offenbaren] Stadium der Gottesgemeinschaft war meine Begegnung mit Gruppen außerhalb der organisierten Kirche, die in eindrucksvoller Weise zeigten, dass das Neue Sein, wie es zentral im Christus erschienen ist, in ihnen lebendig war, obgleich sie sich dessen nicht bewusst waren und es auch nicht akzeptiert hätten, wenn man es ihnen bewusst gemacht hätte. Bestimmte Gruppen sind hier zu nennen: die Jugendbewegung, pädagogische, künstlerische und politische Bewegungen und Einzelne ohne sichtbare Verbindung miteinander, in denen das Wirken des göttlichen Geistes fühlbar war. Sie gehörten zu keiner Kirche, ja sie standen ihr sogar oft gleichgültig oder ablehnend gegenüber, aber sie waren doch von der Geistgemeinschaft nicht ausgeschlossen.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf1"><i>(Systematische Theologie Band III, S. 180f)</i></span></div><div><br></div><div>Tillich behauptet hier, dass das Neue Sein, wie Jesus Christus es gelebt hat, in gesellschaftlichen Gruppen Wirklichkeit geworden ist, die sich selbst für in keiner Weise christlich hielten, ja dem Glauben sogar oft gleichgültig oder ablehnend gegenüberstanden. Er nennt als Beispiele einige Gruppen unterschiedlicher kultureller, politischer und künstlerischer Prägung sowie einzelne Menschen.</div><div><br></div><div>Ich will keinesfalls ausschließen, dass Gottes Geist überall wirken <span class="fs14lh1-5"><b>kann</b></span>. Aber diese Wirksamkeit des Geistes in völlig glaubensfremden Gruppen und einzelnen Menschen zu <span class="fs14lh1-5"><b>behaupten</b></span>, ist etwas anderes, als Gott die <span class="fs14lh1-5"><b>Möglichkeit</b></span> dieses Wirkens einzuräumen. Die Folgen eines solchen Denkens sind bis heute greifbar, wenn zum Beispiel behauptet wird, Gottes Geist wirke in allen Religionen gleichermaßen. Ähnlich gelagert ist die Annahme, jeder als Säugling getaufte Mensch sei ein Christ. Hierin zeigt sich, dass es zur Beliebigkeit führt, wenn man einmal die Tür zu einem „Christentum ohne christliches Bekenntnis" geöffnet hat. Dann folgt fast unausweichlich die Konsequenz: Das Göttliche ist in allen Menschen.</div><div><br></div><div>Genau dies scheint Tillichs Meinung gewesen zu sein. So hat er ausdrücklich den Wert der Philosophie betont und sich gegen das Bekenntnis des französischen Mathematikers und Philosophen Blaise Pascal (1623-1662) gewandt, der in seinem berühmten christlichen Erweckungserlebnis den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs streng von dem Gott der Philosophen und Gelehrten unterschied.</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der Geistliche einer fundamentalistischen Richtung, der zu mir sagte: „Warum brauchen wir die Philosophie, wenn wir doch alle Wahrheit in der Offenbarung besitzen?", bemerkte nicht, dass er durch eine lange Geschichte philosophischen Denkens bestimmt war, wenn er die Worte „Wahrheit" und „Offenbarung" gebrauchte, eine Geschichte, die diesen Worten den Sinn gab, in dem er sie gebrauchte. Wir können der Philosophie nicht entrinnen, weil die Wege, auf denen wir ihr entrinnen wollen, gebaut und gepflastert sind von der Philosophie selbst [...] </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Gegen</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> Pascal sage ich: Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs und der Gott der Philosophen ist der gleiche Gott.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Werke Band V, zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 321)</span></i></div><div><br></div><div>Es besteht kein Zweifel daran, dass die Theologie durch eine lange Geschichte der Philosophie mitbestimmt ist. Dem entgeht man jedoch nicht, indem man die philosophischen Begriffe sozusagen heiligt, sondern nur, indem man sie der Kritik unterzieht. Dass das nicht möglich sein soll, ist eine unhaltbare These. Und dass der Gott der Bibel und der Gott der Philosophen der gleiche Gott sein soll, ist das – meiner Meinung nach – katastrophale Ergebnis. Denn der Gott der Philosophen ist der Urgrund des Seins, die erste aller Ursachen, das Prinzip des Lebens oder Ähnliches – er hat mit dem in der Geschichte rettenden und segnenden und in Jesus Christus erschienenen Gott nichts zu tun.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Glaube ist Empfangen des vergebenden Gottes</div><div><br></div><div>Vor diesem Hintergrund erstaunt es, dass Tillich an anderer Stelle ganz anders vom Neuen Sein sprechen kann, das ja ein Sein im Glauben sein muss:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Der unverzerrte Begriff des Glaubens, das ist das erste, heißt nicht: an Unglaubliches glauben, sondern heißt: Ergriffensein von der göttlichen Wirklichkeit und wieder mit ihr vereint sein. Weder der Glaube noch irgendein Tun unsererseits, das ist das zweite, geht der Gnade voraus, sondern allem anderen voraus geht die Gnade, nämlich Gottes Gegenwart. [...] Glaube ist Empfangen des Gottes, der sich gibt, gegenwärtig macht, klein macht in Christus, Glaube ist Empfangen des Gottes, der Sünden vergibt. Glaube ist immer </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Empfangen</b> oder </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Annehmen</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [...] Es ist nicht die Bereitwilligkeit, auf der Basis einer allgemeinen christlichen Tradition an bestimmte Gottesvorstellungen zu glauben. [...] Glaube ist eine dynamische Erschütterung der Seele, die empfängt, was unbedingt und letztlich ist, und die sich mit Gott und seinem Willen eint.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Werke Band VII, zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 241).</span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div>Noch einmal betont Tillich, dass der Glaube Gnade ist und ihm deshalb kein menschliches Tun vorausgeht. Glaube ist daher reines Empfangen Gottes, Empfangen der Gnade, Empfangen der Vergebung aller Sünden. Glaube vollzieht sich als „Erschütterung der Seele", die sich mit Gott und seinem Willen eint. Zum Neuen Sein gehört demnach immer das Empfangen der Vergebung sowie der Gnade und die Einung mit Gottes Willen.</div><div><br></div><div>Wie reimt sich das mit der oben beschriebenen Verallgemeinerung des Neuen Seins? Ich kann es mir nur so erklären, dass (wie bereits im 1. Teil dieses Artikels festgestellt) der Mensch nach Tillich all dies empfangen kann, ohne dass er es überhaupt als Empfangen von „Gnade", von „Vergebung der Sünden", von „Einung mit Gottes Willen" bezeichnen muss. Es kann sein, dass es dem Menschen überhaupt nicht bewusst wird, dass er hier etwas empfängt und von wem er etwas empfängt. Er lebt einfach aus seinem Innersten heraus einen menschenfreundlichen Lebensstil und trägt in sich das Gefühl, nicht auf seine Fehler festgelegt und reduziert zu sein. Er lebt sozusagen im Stand der Liebe und Vergebung, ohne um Gottes Willen, Sünde, Gnade und den gnädigen Gott überhaupt zu wissen. Diesem Gedanken Tillichs kann ich beim besten Willen nicht folgen.</div><div><br></div><div>Aber ich möchte noch einen anderen Gedanken Tillichs anführen, der eine tröstliche Aussage hat. Tillich meint, und darin kann ich ihm zustimmen, der Stand der Liebe und Vergebung könne dem Menschen zur Gewohnheit und Selbstverständlichkeit werden. An die Erfahrung der Tiefe des Seins tritt dann ein oberflächliches Leben. Der Mensch lässt sich nicht mehr erschüttern von dem Geschick des Mitmenschen und von seinem eigenen Lebensgrund. Das Leben plätschert in gewohnten Bahnen dahin. So aber erlebt der Mensch die Leere in sich selbst, denn Gott hat sich ihm entzogen. Dieser Zustand gehört zum Leben dazu und ist unvermeidlich; denn „das Leben im Geist ist Ebbe und Flut".</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Gott ist uns immer zugleich unendlich nah und unendlich fern. Nur wenn wir ihn in beidem, in seiner Nähe und in seiner Ferne, erfahren, wissen wir wahrhaft um ihn. Zuweilen, wenn unser Bewusstsein von ihm oberflächlich und zur bloßen Gewohnheit geworden ist, weder warm noch kalt, wenn er uns zu selbstverständlich geworden ist, als dass er uns noch erschüttern kann, zu nah, als dass wir seinen unendlichen Abstand noch empfinden – dann wird er zum abwesenden Gott. Der göttliche Geist hat jedoch nicht aufgehört, gegenwärtig zu sein: Seine Gegenwärtigkeit hat kein Ende. [...] Aber der göttliche Geist, der uns immer gegenwärtig ist, kann sich verbergen, und das bedeutet, er kann Gott verbergen. Dann offenbart uns der göttliche Geist nichts als den abwesenden Gott und die Leere in uns, wo sein Platz ist. Unserer Zeit, unzähligen Menschen in ihr, hat der göttliche Geist den abwesenden Gott gezeigt und die Leere, die danach schreit, von ihm ausgefüllt zu werden. Vielleich wird der Abwesende wieder zurückkehren und den Platz einnehmen, der ihm gehört. Dann wird die Gegenwart des göttlichen Geistes unser Bewusstsein wieder erfüllen, uns zur Selbsterkenntnis führen, uns erschüttern und verwandeln. Das kann geschehen wie das Nahen eines Sturmes, durch den der göttliche Geist uns aus der Trägheit unseres Geistes aufrüttelt. [...] Das Leben im Geist ist Ebbe und Flut. Ob wir Gott als gegenwärtig oder als abwesend erfahren – immer ist es der göttliche Geist, der in uns wirkt.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Das Ewige im Jetzt, zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 462)</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">8. Die Wechselwirkung zwischen Frage und Antwort</div><div><br></div><div>Blicken wir zum Schluss noch einmal zurück auf das Anliegen Paul Tillichs. Er wollte den Menschen in seiner jeweiligen Situation mit dem Evangelium erreichen – mit der Botschaft, dass der Mensch bedingungslos bejaht ist. Um den Menschen zu erreichen, hat Tillich sich intensiv mit dessen Problemen und Fragen beschäftigt. Er wollte nicht am Menschen vorbeireden, wollte keine Fragen beantworten, die niemand gestellt hat. Deshalb hat er die Methode der „Korrelation" entwickelt: Frage und Antwort beeinflussen einander gegenseitig. Das heißt: Die Fragen der Menschen bestimmen die Antworten der Theologie mit und die Antworten der Theologie wiederum wirken sich korrigierend auf die Fragen der Menschen aus. So entsteht ein andauernder Dialog zwischen den Menschen und der christlichen Botschaft:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Die christliche Botschaft gibt die Antworten auf die in der menschlichen Existenz liegenden Fragen. Die Antworten liegen in dem die Grundlage des Christentum bildenden Offenbarungsgeschehen [...] Ihr Inhalt kann nicht aus den Fragen abgeleitet werden, das heißt aus einer Analyse der menschlichen Existenz. Sie werden </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>in</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> die menschliche Existenz „hineingesprochen" von jenseits der Existenz. [...] Es besteht eine gegenseitige Abhängigkeit von Frage und Antwort. Inhaltlich hängen die christlichen Antworten von dem Offenbarungsgeschehen ab, in dem sie sichtbar werden; formal hängen sie von der Struktur der Fragen ab, auf die sie Antwort sein sollen. Gott ist die Antwort auf die in der menschlichen Existenz beschlossene Frage.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Systematische Theologie Band I, S. 78f)</span></i></div><div><br></div><div>Tillich lehnt es ausdrücklich ab, dass die menschlichen Fragen die christlichen Antworten <span class="fs14lh1-5"><b>inhaltlich</b></span> mitbestimmen. Er will vermeiden, dass die Inhalte der christlichen Botschaft durch die Fragen der Menschen verfälscht werden. Genau dies ist ihm auch vorgeworfen worden. Und man kann tatsächlich bezweifeln, dass die Fragen die Antworten nur in ihrer Form (zum Beispiel in der Verwendung ihrer Begriffe) mitbestimmen und nicht auch in ihrem Inhalt. Andererseits aber sieht Tillich zu Recht die Gefahr, dass die christliche Verkündigung sich den Menschen nicht mehr verständlich machen kann, weil sie Worte benutzt, die niemand mehr versteht. Dass dies heute ein Problem darstellt, wird kaum jemand bestreiten. Worte wie „Sünde" und „Gnade" kommen im Alltag der Menschen gar nicht mehr vor oder nur noch als Karrikatur ihres ursprünglichen Sinnes. Darum ist es wichtig, dass die christliche Botschaft es den Menschen leicht macht, sie zu verstehen, ohne an ihrem Gehalt Abstriche zu machen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">9. Mein Fazit</div><div><br></div><div>Wir sind an das Ende unseres langen Weges durch die Theologie Paul Tillichs gekommen. Wir konnten nur einen Bruchteil seiner Gedanken aufgreifen. Ich hoffe, dass dennoch Stärken und Schwächen seines Denkens deutlich wurden und dass das eigene Nachdenken angeregt wurde.</div><div><br></div><div>Tillichs Stärke besteht sicherlich in seiner Nähe zu den Menschen. Er achtet auf die Fragen und Probleme der Menschen und pflegt eine unkirchliche Sprache. Er macht den reformatorischen Gedanken des bedingungslosen Geliebtseins des Menschen groß. Er bezieht den Zweifel in seine Überlegungen ein und nimmt auf diese Weise dem Menschen die Angst, als zweifelnder Mensch nicht mehr von Gott bejaht zu sein.</div><div><br></div><div>Doch es haben sich auch Schwächen in Tillichs Denken gezeigt. Das Ernstnehmen des Menschen kann dahin führen, dass Gottes Infragestellung des Menschen nicht mehr in ihrer ganzen Schärfe zum Ausdruck gebracht wird. Die Abgründigkeit menschlicher Trennung von Gott und seine Verfallenheit an das Böse erscheinen verharmlost. Nicht jedes in die Tiefe gehende Wort, nicht jedes tiefe Empfinden des Seins ist bereits Wort oder Anrede Gottes. So kann wohl auch die Größe der Gnade Gottes und die Größe der Befreiung des Menschen aus den zerstörerischen Strukturen der Welt nicht in angemessener Weise von Tillich ausgedrückt werden. Die Vermischung von kultureller, gesellschaftlicher, philosopischer oder sonstiger Erfahrung mit der christlichen Erfahrung wird dem Reden Gottes wohl kaum gerecht. Denn Gott <span class="fs14lh1-5"><b>kann</b></span> sich in der Welt offenbaren, aber die Welt <span class="fs14lh1-5"><b>ist</b></span> nicht in ihren Tiefendimensionen immer schon Offenbarung Gottes.</div><div><br></div><div>Das ist mein Fazit der Auseinandersetzung mit Paul Tillich. Wer ein anderes Fazit zieht, kann dies gern in der Kommentarspalte kundtun.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15">Quellenangaben:</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Kurt Marti: Der Vorsprung Leben. Ausgewählte Gedichte 1959-1987 (Sammlung Luchterhand 842). Luchterhand Literaturverlag, Frankfurt am Main 1989.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Paul Tillich: Systematische Theologie. Walter de Gruyter &amp; Co., Berlin. Band I/II: 8. Aufl. 1987. Band III: 4. Aufl. 1987.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Heinz Zahrnt (Hg.): Gespräch über Gott. Die protestantische Theologie im 20. Jahrhundert. Ein Textbuch. R. Piper &amp; Co. Verlag, München 1968.</span><br></li></ul></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 15 May 2021 09:26:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Von Verzweiflung zum Bejahtsein - Zur Theologie Paul Tillichs (Teil 1)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000009C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Von Verzweiflung zum Bejahtsein – Zur Theologie Paul Tillichs (Teil 1)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/05/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>In der westlichen Welt, in der viele Menschen über ihr Leben wie nie zuvor bestimmen können, nehmen die psychischen Krisen zu. Das Erleben von Sinnlosigkeit und Verzweiflung, die Erfahrung, dass etwas fehlt, was dem Leben Grund und Halt gibt, hat nicht wenige Menschen ergriffen. Theologie und Kirche haben diesen Erfahrungen offenbar nicht viel entgegenzusetzen. Der Theologe Paul Tillich hat jedoch schon vor einem dreiviertel Jahrhundert mit seiner Theologie an diese Erfahrungen angeknüpft.</div><div><br></div><div>Paul Tillich gehört zu den bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 20.8.1886 in einem schlesischen Pfarrhaus nahe Guben geboren und studierte Theologie und Philosophie in Berlin, Tübingen und Halle. Im ersten Weltkrieg war er Militärpfarrer, danach Professor in Marburg, Dresden und Frankfurt. Weil er von den Nationalsozialisten mit einem Lehrverbot belegt wurde, emigrierte er 1933 in die USA und lehrte dort in New York, Harvard und Chicago, wo er am 22.10.1965 starb.</div><div><br></div><div>Ich werde im Folgenden viele Texte von Tillich zitieren, weil sie recht eingängig sind. So können wir sein Denken am besten kennenlernen. Alle Zitate habe ich in die neue Rechtschreibung umgesetzt. Wegen der Länge habe ich diesen Artikel in zwei Teile aufgeteilt. Der <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?von-verzweiflung-zum-bejahtsein---zur-theologie-paul-tillichs--teil-2-" class="imCssLink">zweite Teil</a></span> wird voraussichtlich in einigen Tagen auf diesen ersten Teil folgen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Die Verzweiflung des Menschen</div><div><br></div><div>Paul Tillich will den Menschen mit seinen Gedanken und Gefühlen ernst nehmen. Sein Denken setzt daher so ein, dass er die Situation des Menschen zu seiner Zeit untersucht. Es war die Zeit nach dem 1. Weltkrieg, die Zeit der Naziherrschaft, des heißen und kalten Krieges, die Zeit der Existenzphilosophie, der Psychologie Sigmund Freuds und der abstrakten Malerei.</div><div><br></div><div>Tillichs Denken ist stark von der Existenzphilosophie geprägt, die von dem ausging, was der Mensch als individuelles, in Zeit und Geschichte existierendes Wesen ist. Dabei geht es nicht um irgendwelche Eigenschaften des Menschen, sondern um das, was er in seiner Tiefe ist, im Erleben von Grenzsituationen, in der er ein äußerstes In-Frage-gestellt-sein erlebt.</div><div><br></div><div>Aber lassen wir Tillich selbst zu Wort kommen. Er beschreibt die Situation des Menschen in seiner Zeit so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Es ist keine Übertreibung, wenn man sagt, der heutige Mensch erfahre seine Situation als Zerrissenheit und Zwiespalt, Selbstzerstörung, Sinnlosigkeit und Verzweiflung in allen Lebensbereichen. Diese Erfahrung kommt in der bildenden Kunst und in der Literatur zum Ausdruck; in der Existenzphilosophie wird sie begrifflich erfasst; in politischen Spaltungen aller Art wird sie aktuell, und in der Psychologie des Unbewussten wird sie analysiert. Sie hat der Theologie ein neues Verständnis der dämonisch-tragischen Strukturen des individuellen und sozialen Lebens vermittelt. Die Frage, die aus dieser Erfahrung sich erhebt, [...] ist die Frage nach einer Wirklichkeit, in der die Selbstentfremdung unserer Existenz überwunden wird, nach einer Wirklichkeit der Versöhnung und Wiedervereinigung, nach schöpferischer Kraft, Sinnhaftigkeit und Hoffnung. Eine solche Wirklichkeit wollen wir das „Neue Sein" nennen.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs11lh1-15 cf1">(Systematische Theologie Band I, S. 61)</i></div><div><br></div><div>Es sei einmal dahingestellt, ob diese Zeitanalyse auch heute noch in allen Bereichen stimmt. Dass die Erfahrungen von Sinnlosigkeit und Verzweiflung auch heute weit verbreitet sind, wurde schon erwähnt. Die Existenzphilosophie jedenfalls erlebte das Menschsein so, dass der Mensch in eine Welt geworfen ist, die er als Ganzes nicht verstehen kann – so wenig, wie er auch sich selbst, sein menschliches Sein verstehen kann. In Grenzsituationen wie Tod, Leiden, Kampf und Schuld kann es geschehen, dass der Mensch sich selbst am nähesten kommt – dass er erlebt, was es heißt, Mensch in dieser Welt zu sein. Im Scheitern, das der Mensch bewusst erlebt, kommt der Mensch zu sich selbst.</div><div><br></div><div>Der französische Autor und Philosoph Albert Camus hat dieses Lebensgefühl so auf den Punkt gebracht: Alles ist absurd und sinnlos, das Leben und die Welt sind unverständlich und rational nicht zu durchdringen. Die Aufgabe des Menschen ist es, sich dieser unabänderlichen Situation zu stellen und das Leben zu bestehen.</div><div><br></div><div>Nicht nur die Philosophen haben die Welt so erlebt. Auch die Malerei suchte sich Wege, die Undurchschaubarkeit der Welt auszudrücken. So werden Dinge und Menschen nicht mehr abgebildet, wie sie sind, sondern in ihre Bestandteile zerlegt, von verschiedenen Seiten gleichzeitig gezeigt und auf Bruchstücke reduziert. Die Aussage war: Die Welt ist nicht so, wie sie erscheint. Sie entzieht sich uns. Pablo Picassos Gemälde sind die bekanntesten dieser Art.</div><div><br></div><div>Auch in der Musik schlug sich dieses Lebensgefühl nieder. Harmonien wurden aufgelöst, neue ungewohnte Tonfolgen erfunden. Bis in die Popmusik drang diese dunkle Sicht des Lebens. Noch 1971 besang die amerikanische Rockband <span class="fs14lh1-5"><i>The Doors</i></span> in ihrem Stück <span class="fs14lh1-5"><i>Riders on the Storm</i></span> dieses Lebensgefühl so:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">	Riders on the storm &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Reiter auf dem Sturm</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">	Riders on the storm &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Reiter auf dem Sturm</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">	Into this house we're born &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In dieses Haus sind wir hineingeboren</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">	Into this world we're thrown &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In diese Welt sind wir geworfen</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">	Like a dog without a bone &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wie ein Hund ohne Knochen</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">	An actor out on loan &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ein ausgeliehener Schauspieler</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">	Riders on the storm &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Reiter auf dem Sturm</span></i></span></div><div><br></div><div>Auch dieser Text beschreibt einen dunklen Schatten, der über dem Leben liegt. Wenngleich dieser Schatten heute hinter einer bunten Glitzerwelt und unzähligen Zerstreuungsmöglichkeiten verborgen wird, denke ich, dass die von Tillich beschriebene Erfahrung von Zerrissenheit, Sinnlosigkeit, Verzweiflung und Selbstzerstörung auch heute noch viele, vielleicht insgeheim alle Menschen umtreibt.</div><div><br></div><div>Tillich selbst machte als junger Mensch die Erfahrung, dass es im Leben nicht darum geht, irgendwelche Fähigkeiten zu entwickeln, sondern darum, bedingungslos geliebt zu sein. Er zweifelte an den traditionellen theologischen Lehren, und es drängte sich ihm die Frage auf, wie der christliche Glaube in einer entchristlichten Welt bezeugt werden kann. So kann er sehr lebensnah von der Mühsal und Vergänglichkeit des menschlichen Lebens schreiben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Der Mensch muss sich mühen und quälen, weil er das Wesen ist, das etwas weiß von seiner Endlichkeit, seiner Vergänglichkeit, seiner Gefährdetheit und dem tragischen Charakter seiner Existenz. Furcht und Angst sind das Erbteil aller Menschen, wie der Apostel Paulus erkannte, als er auf die Juden und Heiden sah. Ruhelosigkeit treibt den Menschen durch sein ganzes Leben, nach Augustins berühmten Wort, und ein verstecktes Element der Verzweiflung ist in eines jeden Seele – so bezeugte es Kierkegaard aus eigener Erfahrung. [...] Zerrissenheit und Gespaltenheit ist in eines jeden Menschen Seele. Wir wissen, dass wir mehr sind als Staub, und wir wissen, dass wir bald wieder Staub sein werden. [...] Wir fühlen sehr gut, ein wie kleiner Teil der Welt wir sind und dass wir doch das Ganze sein wollen und uns zum Mittelpunkt der Welt machen.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(In der Tiefe ist Wahrheit, zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 181)</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Der zweifelnde Mensch</div><div><br></div><div>Auch der religiöse Zweifel ist nach Tillich ein Zug der Zeit. Er muss aber nach Tillich nicht von Gott trennen:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Die Situation des Zweifelns, selbst des Zweifelns an Gott, braucht uns nicht von Gott zu trennen. In jedem tiefen Zweifel liegt ein Glaube, nämlich der Glaube an die Wahrheit als solche, sogar dann, wenn die einzige Wahrheit, die wir ausdrücken können, unser Mangel an Wahrheit ist. Aber wird dies in seiner Tiefe und als etwas, das uns unbedingt angeht, erlebt, dann ist das Göttliche gegenwärtig; und der, der in solch einer Haltung zweifelt, wird in seinem Denken „gerechtfertigt". So ergriff mich das Paradox, dass der, der Gott ernstlich leugnet, ihn bejaht. [...] Weder Werke der Frömmigkeit noch Werke der Moral noch Werke des Intellekts stellen die Einheit mit Gott her [...] Ebenso wie man als </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Sünder</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> gerechtfertigt ist, steht man im Zweifeln in der Wahrheit. Und kommt all dies zusammen und verzweifelt man am Sinn des Lebens, dann ist gerade der Ernst dieses Zweifelns der Ausdruck des Sinnes, in dem man immer noch lebt. Dieser unbedingte Ernst ist der Ausdruck der Gegenwart des Göttlichen im Erlebnis des völlig von ihm Getrenntseins [...] Die Religion ist wie Gott allgegenwärtig, ihre Gegenwart kann wie die Gottes vergessen, vernachlässigt, geleugnet werden. Aber sie ist immer wirksam, verleiht dem Leben unausschöpfliche Tiefe und jedem kulturellen Schaffen unausschöpflichen Sinn.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Werke Band VII, zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 432f)</span></i></div><div><br></div><div>Dieser Abschnitt enthält einige für Tillichs Theologie wichtige Gedanken und Begriffe, die erklärt werden müssen. Tillich sieht den Menschen, der unter einem ernsten Glaubenszweifel leidet. Der Zweifelnde lässt dennoch Gott nicht einfach los, sondern klammert sich daran, dass es eine Wahrheit über die Welt und den Menschen gibt. Auch wenn er für sich selbst nur den Mangel an Wahrheit sieht, glaubt er doch an diese Wahrheit. In diesem Festhalten daran, dass es eine Wahrheit gibt, sieht Tillich das Göttliche gegenwärtig und den Menschen vor Gott gerechtfertigt.</div><div><br></div><div>Es geht hier nicht um ein banales und mit dem Zweifel kokettierendes Zweifeln an Gott. Es geht um das ernsthafte, am Zweifel verzweifelnde Zweifeln. Wer trotz seiner Zweifel an Gott festhält, bejaht Gott, sagt Tillich. Und wie Gott den Sünder annimmt und bejaht, so auch den Zweifler. So wird gerade der ernsthafte Zweifel, in dem man keinen Lebenssinn mehr sieht, zum Lebenssinn. Denn wenn auch der Zweifel von Gott trennt, so ist doch Gott dem Zweifelnden gegenwärtig. Der Ernst des Zweifelns verleiht also dem Leben Tiefe und Sinn.</div><div><br></div><div>Diese Gedanken mögen für uns ungewöhnlich sein. Es lohnt aber, sie nicht gleich abzulehnen, sondern sie einmal in sich zu bewegen.</div><div><br></div><div>Wie Tillich andeutet, kann der Mensch die Trennung von Gott weder durch Frömmigkeit noch durch gute Taten noch durch intellektuelles Durchdringen aufheben. Das „Neue Sein", wie Tillich das Leben als Christ nennt, besteht in dem Glauben, dass in der menschlichen Verzweiflung Gott dem Menschen nahe ist:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Frage: Was kann ich tun, um meinen radikalen Zweifel und das Gefühl der Sinnlosigkeit zu überwinden? kann nicht beantwortet werden, weil jede Antwort den Schein erweckt, als ob doch etwas getan werden könnte. Aber darin liegt gerade die Paradoxie des Neuen Seins, dass der Mensch eben in der Situation, in der er die Frage stellt, nichts tun kann. Man kann nur sagen [...], dass die Ernsthaftigkeit der Verzweiflung, aus der heraus die Frage gestellt wird, selbst die Antwort ist. [...] Wir können darum von der Rechtfertigung – nicht des Sünders –, sondern des Zweiflers reden. [...] In dieser Weise kann man zu den Menschen unserer Zeit sprechen und ihnen [...] sagen, dass sie im Zweifel von der Wahrheit und im Erlebnis der Sinnlosigkeit vom letzten Sinn ergriffen sind. Im Ernst der existentiellen Verzweiflung ist Gott ihnen gegenwärtig. Der Mut, dieses anzunehmen, ist ihr Glaube.</span></i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Systematische Theologie Band III, S. 262f)</span></i></div><div><br></div><div>Mir ist in diesem Zusammenhang wichtig zu sagen, dass der Zweifler zwar durch Gott gerechtfertigt wird, nicht aber sein Zweifel – so wie auch der Sünder gerechtfertigt wird, nicht aber seine Sünde. Bei allem Verständnis für die Zuwendung zum zweifelnden Menschen fehlt mir bei Tillich die Perspektive darauf, dass Zweifel an sich nichts Positives sind, sondern überwunden werden sollen – nicht durch den Menschen, sondern durch Gott, der durch seinen Geist im Menschen wirkt. Der neue Mensch, die neue Schöpfung, das Neue Sein, wie Tillich es nennt, ist kein von Gott getrenntes Sein, kein an Gottes Liebe zweifelnder Mensch, sondern ein mit Gott geeinter, auf seine Liebe vertrauender Mensch. Insofern ist nicht schon ein vom Zweifel durchsetzter Glaube das Ziel, sondern eine Geborgenheit, die im Vertrauen zu Gott gründet.</div><div><br></div><div>Doch wie versteht Paul Tillich das Neue Sein?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Das Neue Sein in Jesus Christus</div><div><br></div><div>Tillich beschreibt die Situation des Menschen auch als „Entfremdung". Der Begriff „Entfremdung" beschreibt die Fremdheit des Menschen zwischen sich selbst und dem, wozu er gehört. Diese Fremdheit zeigt sich als Zerrissenheit des Menschen. Das Band zwischen dem Menschen und Gott, zu dem er gehört, ist zerrissen. Dieser Riss geht auch durch den Menschen selbst: Er erkennt sich nicht als den, der er in Gottes Augen ist, und lebt nicht als der, der er nach Gottes Willen sein soll. In derselben Weise ist ein Mensch dem Mitmenschen, eine Nation der anderen und der Mensch der Natur entfremdet.</div><div><br></div><div>Diese Entfremdung ist nach Tillich das Schicksal des Menschen, aber sie ist auch seine persönliche Schuld. Darum ist Entfremdung Sünde und Unglaube. Im Unglauben wendet sich der Mensch von Gott und von einem göttlichen Lebenswandel ab. In Jesus Christus aber gab es diese Entfremdung nicht:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Im biblischen Bild Jesu als des Christus finden wir trotz aller Spannungen keine Entfremdung zwischen ihm und Gott und daher auch nicht zwischen ihm und sich selbst und zwischen ihm und der Welt. [...] Wir finden keine Züge des Unglaubens, das heißt der Wegwendung seines persönlichen Zentrums vom göttlichen Zentrum. Selbst in der extremen Situation der Verzweiflung über sein messianisches Werk schreit er zu seinem Gott, der ihn verlassen hat. Ebenso zeigt das biblische Bild keinen Zug von </span></span><span class="cf1"><span class="fs16lh1-5 ff1">hybris</span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> [Überheblichkeit] oder Selbst-Erhöhung, obwohl sich Jesus seiner messianischen Berufung bewusst ist.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Systematische Theologie Band II, S. 137)</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Das Neue Sein ist im Christus offenbar, denn seine Einheit mit Gott ist niemals durch Trennung zerstört worden, auch nicht seine Einheit mit der Menschheit und seine Einheit mit sich selbst. [...] In ihm begegnet uns ein Menschenleben, das die Einheit nicht verlor trotz allem, was es in die Trennung hätte treiben können. Er stellt dar und vermittelt die Macht des Neuen Seins, weil er die Macht einer unzerstörten Einheit darstellt und vermittelt. [...] </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Das Christentum verkündigt nicht das Christentum, sondern eine Neue Wirklichkeit.</b></span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Religiöse Reden Band II; zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 94)</span></i></div><div><br></div><div>Tillich stellt fest: Jesus lebte in einzigartiger Einheit mit Gott, mit den anderen Menschen und mit sich selbst. In dieser unzerstörten Einheit lebte er in vollkommener Weise das „Neue Sein". Darum ist er das Urbild des neuen Menschen. Im diesem Neuen Sein geht es um eine neue Lebenswirklichkeit, nicht aber um eine christliche Lehre. Dieser Punkt wird uns unten noch beschäftigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Das Neue Sein des Menschen</div><div><br></div><div>In einem eindringlichen Text beschreibt Tillich das Neue Sein, in dem die Entfremdung überwunden ist. Entscheidend dafür ist das Bewusstsein, bejaht zu sein:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Dennoch bejaht, bejaht durch das, was größer ist als Du, und dessen Namen du nicht kennst. Frage jetzt nicht nach dem Namen, vielleicht wirst Du ihn später finden. Versuche jetzt nicht, etwas zu tun, vielleicht wirst du später viel tun. Trachte nach nichts, versuche nichts, beabsichtige nichts. </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>Nimm nur dies an, dass Du bejaht bist.</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"> Wenn uns das geschieht, dann erfahren wir Gnade. Nach einer solchen Erfahrung werden wir nicht besser sein als zuvor und keinen größeren Glauben haben als zuvor. Aber alles ist verwandelt. In diesem Augenblick überwindet die Gnade die Sünde, und die Versöhnung überbrückt den Abgrund der Entfremdung. Diese Erfahrung fordert nichts; sie bedarf keiner Voraussetzung, weder einer religiösen noch einer moralischen, noch einer intellektuellen; sie bedarf nichts als nur das Annehmen. [...] Das sind die Augenblicke, in denen wir unser Leben lieben und uns selbst bejahen, nicht um deswillen, was wir sind, sondern um der Gewissheit willen, dass unser Leben einen ewigen Sinn hat. Wir können uns nicht zwingen, uns selbst zu bejahen. [...] Aber manchmal geschieht es, dass wir die Kraft empfangen, „Ja" zu uns zu sagen, dass Friede in uns einkehrt und uns heilt, dass Selbsthass und Selbstverachtung aufhören und dass unser Selbst mit sich selbst wiedervereinigt wird. Dann können wir sagen, dass die Gnade über uns gekommen ist.</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Religiöse Reden Band I; zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 92f)</span></i></div><div><br></div><div>Tillich knüpft mit diesen Sätzen an die reformatorische Einsicht an, dass der Mensch, wer immer er sei und was immer er tue, von Gott bejaht ist. Er muss dafür nichts tun, er muss keine religiösen Lehren akzeptieren, er muss diese Bejahung nur für sich gelten lassen. Diese Erfahrung des Bejahtseins ist die Gnade Gottes, in welcher die Entfremdung überwunden ist – auch dann, wenn sich im Leben äußerlich zunächst nichts ändert. Diese eindringliche Beschreibung des Bejahtseins durch Gott ist durchaus positiv zu bewerten.</div><div><br></div><div>Dennoch bleiben Fragen. Denn es fällt auf, dass bei Tillich die Erfahrung des Bejahtseins kein Handeln Gottes voraussetzt. Gott spricht kein ausdrückliches „Ja" zum Menschen, sondern die Gnade kommt einfach wie eine unbekannte Macht über ihn. Doch woher weiß der Mensch dann überhaupt, dass er bejaht ist und von wem er bejaht ist? Er muss es nach Tillich gar nicht wissen. Denn er ist bejaht durch etwas, das größer ist als er selbst, dessen Name ihm unbekannt ist und nach dessen Namen er auch gar nicht fragen soll. Es reicht (jedenfalls diesem Text zufolge) aus, sich bejaht zu fühlen, ohne zu wissen, wer oder was eigentlich das Bejahende ist. So verändert die Erfahrung, bejaht zu sein, auch nichts am Glauben und Leben des Menschen, obwohl doch nach Tillich alles für ihn verwandelt und die Sünde überwunden ist.</div><div><br></div><div>Ich frage mich, ob hier nicht zu viel Rücksicht auf den der biblischen Botschaft entfremdeten Menschen genommen wird, der mit dem Wort „Gott" nichts mehr anfangen kann. Es kann sicher hilfreich sein, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen und den Menschen mit einer Botschaft von „Gott" gleichsam zu erschlagen, bevor er überhaupt die Chance hatte, sich auf diesen Gott einzulassen. Das andere Extrem ist jedoch, Gott gänzlich zu verschweigen und nur noch von einer anonymen Gnade zu sprechen, nach dessen Herkunft der Mensch auch gar nicht mehr fragen soll. Denn dann bleibt Bejahtsein ein Gefühl unbekannter Herkunft, das für den Menschen gar nichts mehr mit Gott zu tun haben muss.</div><div><br></div><div>Doch nicht jedes Gefühl des Bejahtseins kommt von Gott. Auch der Sünder, der sich in der Regel seines Sünderseins gar nicht bewusst ist, kann sich durchaus für bejaht halten; er kann sich ganz mit sich selbst und der Welt im Reinen fühlen. <span class="fs14lh1-5"><b>Dieses</b></span> Gefühl des Bejahtseins ist aber etwas anderes als das Bejahtsein durch Gott. Darum ist es wichtig, zu wissen und beim Namen nennen zu können, von wem man bejaht ist.</div><div><br></div><div>Dem Ansatz Tillichs entspricht auch dessen Relativierung kirchlicher Lehre. Tillich stellt fest, nicht die Lehre befreie, sondern das Leben in der Wirklichkeit des Neuen Seins:</div><div><br></div><div><i><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">Wenn Jesus sagt: „Ich bin die Wahrheit", so verkündigt er damit, dass in ihm die wahre, unverfälschte, unbedingte Wirklichkeit gegenwärtig ist, oder mit anderen Worten, dass in ihm Gott gegenwärtig ist, unverhüllt, ohne Entstellung, in seiner unendlichen Tiefe, in seinem unnahbaren Geheimnis. [...] Die Wahrheit, die uns frei macht, ist weder Jesu Lehre noch die Lehre über Jesus. [...] Die Kirche vergaß sehr früh, dass der Christus die Wahrheit </span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5"><b>ist</b></span></span><span class="cf1"><span class="fs14lh1-5">, und forderte die Anerkennung, dass ihre Lehren über ihn die Wahrheit seien. Aber diese Lehren, so gut und notwendig sie auch immer waren, erwiesen sich nicht als die Wahrheit, die frei macht. Nur zu bald wurden sie zu Werkzeugen der Unterdrückung, der Versklavung unter Autoritäten. Sie wurden Werkzeuge für die Verhinderung einer aufrichtigen Wahrheitssuche, wurden Waffen zur Spaltung der Menschenseelen zwischen Treue gegen die Kirche und Ehrlichkeit gegenüber der Wahrheit."</span></span></i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs11lh1-15 cf1">(Religiöse Reden Band II, zitiert nach Zahrnt: Gespräch über Gott, S. 63f)</span></i></div><div><br></div><div>Auch hier mischen sich meiner Meinung nach richtige Aussagen mit falschen. Richtig ist, dass kirchliche Lehren nicht mit der Wahrheit identisch sind und deshalb auch allein als menschliche Lehren keine Befreiung des Menschen bewirken. Richtig ist auch, dass kirchliche Lehren viel zu oft zum Zweck der Unterdrückung statt der Befreiung missbraucht wurden. Keine Lehre befreit, sondern Gott, der den Menschen bejaht.</div><div><br></div><div>Aber dieses „Ja" Gottes zum Menschen muss weitergesagt, es muss in menschliche Worte gefasstwerden. Es muss erklärt werden, was es heißt, dass Gott den Menschen, der von Gott entfremdet ist, bejaht. Es muss auch erklärt werden, wie es sein konnte, dass Jesus als einziger Mensch in vollkommener Weise das Neue Sein lebte, und was sein Tod am Kreuz mit Gottes „Ja" zu uns zu tun hat. Den christlichen Glauben zu erklären ist aber nur in Form von rationalen Sätzen möglich. Und je genauer ein Sachverhalt erklärt wird, desto stärker wird daraus eine Lehre. Darum drückt sich der christliche Glaube, wenn er intensiv durchdacht ist, in Form von Lehren aus.</div><div><br></div><div>Dagegen ist nichts einzuwenden. Auch andere Wissenschaften entwickeln Lehren. Christliche Lehren sind ein Versuch, Gott, Jesus Christus und Gottes Geist sowie alles, was damit zusammenhängt, zu verstehen. Der glaubende Mensch muss nicht alle möglichen Lehren für wahr halten. Er muss tatsächlich nur darauf vertrauen, dass er von Gott bejaht ist. Aber schon in diesem Vertrauen steckt die Lehre, dass Gott ein den Menschen bejahender Gott ist. Und jede Frage, die sich dem glaubenden Menschen in seinem Glauben stellt, ruft nach einer inhaltlichen Antwort, also einer Lehre. Der Glaube kommt also gar nicht aus ohne Worte, ohne durchdachte Lehren, wenn er nicht wirres Zeug reden oder dem Irrtum verfallen will. Durch menschliche Worte und Lehren bringt Gott sein „Ja" zu den Menschen und wirkt Befreiung.</div><div><br></div><div>Das Fürwahrhalten von Lehren ist im christlichen Glauben nicht das Wichtigste, sondern das Vertrauen; aber es gibt kein Vertrauen ohne ein Minimum von Lehren, die man für wahr hält.</div><div><br></div><div>Auch Paul Tillichs Theologie kann man als theologische Lehre bezeichnen. Sie unterscheidet sich aber von den meisten theologischen Lehren dadurch, dass sie eine andere Sprache verwendet. Es ist nicht die traditionelle Kirchensprache mit den herkömmlichen religiösen Begriffen. Um nicht an den Menschen vorbeizureden, die der Kirche und dem Glauben entfremdet sind, benutzt Tillich eher philosophische Begriffe. Und er will vermeiden, dass Theologie und Kirche Fragen beantworten, die heute niemand mehr stellt. Deshalb plädiert er für eine enge Beziehung zwischen menschlichen Fragen und theologischen Antworten. Darum vor allem wird es im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?von-verzweiflung-zum-bejahtsein---zur-theologie-paul-tillichs--teil-2-" class="imCssLink">zweiten Teil</a></span> dieses Artikels gehen.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><b>Quellenangaben</b></span><span class="fs11lh1-5"><b>:</b></span><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Paul Tillich: Systematische Theologie. Walter de Gruyter &amp; Co., Berlin. Band I/II: 8. Aufl. 1987. Band III: 4. Aufl. 1987.</span></li><li><span class="fs11lh1-15">Heinz Zahrnt (Hg.): Gespräch über Gott. Die protestantische Theologie im 20. Jahrhundert. Ein Textbuch. R. Piper &amp; Co. Verlag, München 1968.</span></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 12 May 2021 10:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Mit der Masse oder mit Jesus gehen - Über Sophie Scholl]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Personen"><![CDATA[Personen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000009B"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Mit der Masse oder mit Jesus gehen – Über Sophie Scholl</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/05/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Heute morgen hörte ich im WDR den Rundfunkgottesdienst. Diesmal hat er mich so sehr beeindruckt, dass ich euch etwas davon weitergeben möchte.</div><div><br></div><div>Am heutigen Tag jährt sich zum 100. Mal der Geburtstag von Sophie Scholl, der Widerstandskämpferin im Dritten Reich. Thema der Predigt war eben jene Sophie Scholl. Ich dachte am Beginn der Predigt: Oh nein, schon wieder so eine Predigt, bei der es nur um Politik geht. Doch ich wurde eines Besseren belehrt.</div><div><br></div><div>Ich gebe hier nicht die <a href="https://www.ndr.de/kirche/radiogottesdienst8_page-1.html" target="_blank" class="imCssLink">Predigt des Pastors Robert M. Zoske aus der Ansgarkirche in Hamburg</a> (Gottesdienst am 9. Mai 2021 anklicken) wieder, sondern nur einige Äußerungen Sophie Scholls, die in der Predigt zitiert wurden, und die dazugehörigen Informationen.</div><div><br></div><div>Sophie Scholl führte Tagebuch. Ihre Tagebücher sind voll von Gebeten. Es ist ein Ringen um den Glauben. Einmal schreibt sie: </div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Gegen die Dürre des Herzens [hilft] nur das Gebet, und sei es noch so arm und klein.</b></span></i></div><div><br></div><div>Schon die junge Frau erfährt in ihrem Leben, wie schwer es zuweilen ist, Gott zu vertrauen. Und sie erfährt die Kraft des Betens gegen den Kleinglauben.</div><div><br></div><div>Wie wichtig ihr die Gnade Gottes war, zeigt eine kleine Episode: Eine wohl katholische Freundin fragte sie einmal danach, was sie vom Fegefeuer halte. Sophie antwortet, sie habe noch nie darüber nachgedacht. Sie wolle zwar nichts ausschließen und habe hierzu noch keine abschließende Meinung. Aber die Bilder, die davon gemalt würden, seien ihr fremd. Doch von einem sei sie überzeugt:</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5"><b><span class="cf1">Für mich gäbe es nur ein ‚in Gott' oder ‚außer Gott' nach dem Tode.</span></b></span></i></div><div><br></div><div>Und sie fügt hinzu, was sie einen Roman gelesen hat, in dem eine Person über das Fegefeuer sagt, „daß dieses Feuer ihre harte und unreine Seele vollends läutere". Scharfsinnig folgert sie:</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Demnach wäre es ja auch nur wieder eine Gnade.</b></span></i></div><div><br></div><div>Sophie Scholl hat etwas Entscheidendes erkannt. Sie hat erkannt, dass auch das Schmerzhafte, das uns von Gott her widerfährt, nichts anderes als Gnade ist, weil der gnädige Gott nicht zwei Gesichter hat: ein freundliches und ein hässliches. Gott hat vielmehr nur ein einziges Gesicht: das Gesicht der Gnade.</div><div><br></div><div>Während schon der Krieg tobte und täglich Menschen starben, betrachtete Sophie Scholl einmal die Wassertropfen auf zwei Rosen, die sich wie Perlen aneinanderreihten. Sie schrieb dazu in ihr Tagebuch:</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Wie schön und rein dies aussieht, welch kühlen Gleichmut es ausstrahlt. Daß es dieses gibt. Daß der Wald so einfach weiter wächst, das Korn und die Blumen, daß Wasserstoff und Sauerstoff sich zusammengetan haben zu solch wunderbaren lauwarmen Sommerregentropfen. Manchmal kommt mir dies mit solcher Macht zu Bewußtsein, daß ich ganz voll davon bin [...]. Dies alles gibt es, trotzdem sich der Mensch inmitten der ganzen Schöpfung so unmenschlich und nicht einmal tierisch aufführt. Allein dies ist schon eine große Gnade.</b></span></i></div><div><br></div><div>Die Worte könnten heute geschrieben sein. Wir haben es verlernt, die Wunder der Schöpfung zu sehen. Wir erkennen darin keine Gnade mehr. Darum üben wir auch selber keine Gnade mehr mit der Schöpfung. Wer um Gottes Gnade nicht weiß, wird selber gnadenlos.</div><div><br></div><div>Dagegen wendet sich alles in Sophie Scholl. Sie will nicht den gnadenlosen Weg der Masse gehen, die Hitler folgte. Sie will den Weg einschlagen, den Jesus ging:</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Aber im Grunde kommt es ja nur darauf an, ob wir bestehen, ob wir uns halten können in der Masse, die nach nichts anderem als nach Nutzen trachtet. [...] Wahrscheinlich hat es bisher nur ein Mensch fertiggebracht, ganz gerade den Weg zu Gott zu gehen. Aber wer sucht den heute noch?</b></span></i></div><div><br></div><div>Die Frage stellt sich in Westeuropa heute mehr denn je. Wer nicht nur den eigenen Nutzen suchen, sondern Jesus nachfolgen will, kommt gar nicht umhin, gegen den Strom zu schwimmen. Er wird von allen Seiten Widerspruch erfahren. Er wird als irrational, zurückgeblieben, extrem und etwas spinnert abqualifiziert werden. Denn die Masse hält es nicht aus, dass Einzelne von ihr abweichen. Deshalb müssen sie mundtot gemacht werden.</div><div><br></div><div>Sophie Scholls politisches Engagement folgt direkt aus ihrem Glauben an Jesus. Sie erklärte einer Freundin, dass sie nicht durch Untätigkeit schuldig werden wolle. Sie verstehe zwar nichts von Politik, aber sie habe ein Gespür für Recht und Unrecht. Darum müsse sie gegen den Unrechtsstaat der Nationalsozialisten kämpfen. Sie geht so weit, dass sie sagt: Wenn sie eine Waffe hätte, dann würde sie Hitler erschießen. Und sie fügt hinzu:</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Wenn es die Männer nicht machen, muß es eben eine Frau tun.</b></span></i></div><div><br></div><div>Man muss nichts von Politik verstehen, um zu spüren, was Recht und was Unrecht ist. Es gibt keine Ausreden für Untätigkeit. Die Ausreden, man verstehe davon nichts, man könne das nicht, man sei zu schwach, man habe doch gar keine Macht, die Politiker würden sowieso tun, was sie wollen – all das lässt Sophie Scholl nicht gelten. Auch die beliebte Ausrede, Christen sollten sich aus der Politik heraushalten, war ihr offenbar fremd. Und sie setzt schon in den 1940er Jahren einen Akzent für das Engagement von Frauen: Was die Männer nicht schaffen, muss eine Frau übernehmen. Das ist das Gegenteil von vorgetäuschter Machtlosigkeit und Schwachheit.</div><div><br></div><div>Sophie Scholls Engagement gründet nicht in einer politischen Haltung oder in einem kirchenfernen Humanismus, sondern in der Botschaft der Bibel. Als ihr Freund Fritz Hartnagel ihr davon berichtet, wie sich seine Kameraden den Überlebenskampf in der Natur als Vorbild nahmen für den Kampf der Völker um das Überleben des Stärkeren im Krieg, hält Sophie dem entgegen, dass der Krieg nicht „natürlich" sei, sondern von Menschen gemacht. Dann fordert sie Fritz auf, einen „herrlichen Satz" aus der Bibel zu lesen, nämlich Röm 8,2:</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Denn das Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.</b></span></i></div><div><br></div><div>Und sie fügt hinzu:</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Sind jene nicht arm, entsetzlich arm, die dies nicht wissen und [nicht] glauben? [...] Ja, wir glauben auch an den Sieg der Stärkeren, aber der Stärkeren im Geiste.</b></span></i></div><div><br></div><div>Die im Glauben gewonnene Freiheit reißt den Menschen aus der Masse heraus und ermöglicht es ihm, gegen die Masse und gegen alle Anfeindungen „dem Gesetz der Sünde und des Todes" nicht mehr zu folgen. Die ihren Nutzen suchen und reich erscheinen, und seien sie die große Masse – sie sind in Wahrheit die Armen. Und die sich stark fühlen im Kampf um den Lebensvorteil der Stärkeren, die wissen nichts von der Stärke im Geiste Gottes. Doch die Stärkeren im Geiste werden den Sieg davontragen.</div><div><br></div><div>Aber Sophie Scholls Glaube war nicht etwa unangefochten. Sie wird von Ängsten geplagt, als die entscheidende Phase des aktiven Widerstands näherrückt. Sie schreibt, dass sie Angst in sich habe und nichts als Angst und sich nur nach dem sehne, der ihr diese Angst abnehme. Die Gemeinschaft mit Gott scheint ihr verlorengegangen zu sein:</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Ich bin Gott noch so ferne, daß ich ihn nicht einmal beim Gebet spüre. Ja manchmal, wenn ich den Namen Gott ausspreche, will ich in ein Nichts versinken. Das ist nicht etwa schrecklich, oder schwindelerregend, es ist gar nicht – und das ist noch viel entsetzlicher. Doch hilft dagegen nur das Gebet, und wenn in mir noch so viele Teufel rasen, ich will mich an das Seil klammern, das mir Gott in Jesus Christus zugeworfen hat, und wenn ich es nicht mehr in meinen erstarrten Händen fühle.</b></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div>Der Glaube ist nicht das beständige Spüren der Nähe Gottes. Auch das Gebet ist es nicht. Wer glauben will, muss sich auf Einsamkeit und Leere gefasst machen. Er muss nicht nur bereit sein zu ertragen, dass die Menschen ihm widersprechen, ihn ausgrenzen und herabsetzen, sondern auch, dass Gott sich ihm entzieht und er die Nähe Gottes nicht mehr spürt. Er muss die Standfestigkeit aufbringen, trotz alldem nicht aufzugeben, sondern sich an das Seil zu klammern, das ihm Gott in Jesus Christus zugeworfen hat.</div><div><br></div><div>Das hat mir heute eine 20jährige gepredigt. Eine junge Frau, die am 22. Februar 1943 von den Nazis hingerichtet wurde. Also doch kein Sieg der Stärkeren im Geiste?</div><div><br></div><div>Die Antwort lautet: Der Sieg der Stärkeren im Geiste steht fest, auch wenn es in der Welt anders aussieht. Denn die Gemeinschaft mit Gott kann uns niemand nehmen.</div><div><br></div><div>Am Tag des Todes von Sophie Scholl besuchte ihre Mutter Magdalene Scholl ein letztes Mal ihre Tochter. Sie sagte ihrer lächelnden Tochter in deren letzten Minuten im Gefängnis: „Aber gelt, Jesus." Es wird berichtet, dass Sophie „überzeugend, fast befehlend" antwortete:</div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Ja, aber Du auch.</b></span></i></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><div data-line-height="1.15"><span class="fs11lh1-5">(Die Predigt ist</span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><a href="https://www.ndr.de/kirche/radiogottesdienst8_page-1.html" target="_blank" class="imCssLink">hier als PDF</a></span></span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5">[</span><span class="fs11lh1-5">Gottesdienst am 9. Mai 2021 anklicken]</span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5">herunterzuladen. Der ganze Gottesdienst ist</span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-gottesdienst/audio-evangelisch-kirchengemeinde-ansgar-hamburg-100.html" target="_blank" class="imCssLink">hier als Podcast</a></span></span><span class="fs11lh1-5"> </span><span class="fs11lh1-5">zu hören.)</span></div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 09 May 2021 13:34:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kälte und Wärme]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000009A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Kälte und Wärme</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/05/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Es ist kalt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wo gemessen gezählt gewogen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Fakten errechnet Erkenntnis erhoben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in Millisekunden Daten geballt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>überprüft korrigiert</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>als richtig erwiesen publiziert</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>in Zahlenreihen und Kurven lang</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Welt exakt 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sein</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>kein Herz kein 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frier</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und such nach Dir</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nach Nähe, nach 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gehalten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>durch des Schöpfers gnädiges, treues Walten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>unsichtbar, dennoch gewiss</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>weil endlose Liebe ist</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Fakt aller Fakten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>jenseits des Exakten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wo das, was in Liebe erkannt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Kälte verbannt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>da bin ich von Wärme, von dem Einen erfüllt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>da ist die Sehnsucht auf immer</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>gestillt</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 06 May 2021 08:42:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Thema Angst in der katholischen Kirche]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000099"><div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1">Das Thema Angst in der katholischen Kirche</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a> | 02/05/2021</span></div></div><div><br></div><div><div>Das Evangelium, das man den Menschen verkünden soll, die gute Nachricht, dass Gott alle Menschen liebt, wäre eigentlich nichts, wovor man Angst haben müsste.</div><div><br></div><div>Wenn man aber in die katholische Kirche darauf schaut, wie der <span class="fs14lh1-5"><b>Missbrauchsskandal</b></span> in Deutschland <span class="fs14lh1-5"><b>schleppend und zäh und träge aufgearbeitet wurde und wird</b></span>, wenn man sieht, dass ein angehender katholischer Priester letzlich <span class="fs14lh1-5"><b>nur aufgrund eines Fotos</b></span>, bei dem zwei junge Menschen in die Kamera lächeln, von der Ausbildung ausgeschlossen wird, wenn man sieht, dass es schon eine nicht ganz ungefährliche Heldentat ist, wenn katholische Priester mit Zivilcourage an ihre Kirche eine bunte Regenbogenfahne hängen, um latent und dezent ihren Unmut daran kundzutun, dass in der katholischen Kirche auch weiterhin <span class="fs14lh1-5"><b>homosexuelle Paare den Segen Gottes nicht offiziell erhalten dürfen</b></span>, und wenn man sieht, wie eine <span class="fs14lh1-5"><b>katholische Religionslehrerin mäandernd versucht, zwischen den Zeilen vorsichtig Kritik zu äußern</b></span>, aber doch nur so, dass sie nicht zu viel Anstoß bei dem allmächtig und hierarchisch ausgerichteten System der katholischen Kirche erregt, bekommt man das Gefühl, dass in einigen Punkten weniger die gute Nachricht, die befreiend ist, im Vordergrund steht, sondern vielmehr die Angst.</div><div><br></div><div>Es wäre nun einseitig, zu meinen, die Angst sei das alles Beherrschende in der katholischen Kirche, denn es gibt natürlich auch die vielen Priester und Diakone und auch die Mitarbeiter*innen, die sich liebevoll und aufopfernd um andere Menschen kümmern und denen man Unrecht tun würde, wenn man sie kollektiv unter dem Begriff der Angst subsumieren wollte. Aber dennoch überwiegt in der medialen Berichterstattung die Angst, die an einigen Stellen in der katholischen Kirche offensichtlich von nicht ganz wenigen Menschen gespürt werden dürfte.</div><div><br></div><div>Schade eigentlich, denn Kirche könnte und sollte doch eigentlich ein Ort der Hoffnung sein, kein Ort, wo Menschen Angst haben sollten. Hier gibt es noch einiges Entwicklungspotenzial in der katholischen Kirche. Im Weinberg des Herrn ist noch einiges zu tun.</div><div><br></div><div>Hierarchische Strukturen der katholischen Kirche begünstigen Angst, Hoffnung jedoch geben immerhin die vielen engagierten katholischen Gläubigen und auch manche katholischen Priester mit Engagement und Zivilcourage.</div></div><div><br></div><div>Lesen Sie <a href="https://y-nachten.de/2019/07/religion-unterrichten-im-zustand-der-empoerung/" target="_blank" class="imCssLink">hier auch den Bericht einer katholischen Religionslehrerin</a>.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a>.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 02 May 2021 08:12:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?das-thema-angst-in-der-katholischen-kirche</link>
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			<title><![CDATA[Eine betörende Vielstimmigkeit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000098"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eine betörende Vielstimmigkeit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/04/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Die Inhalte des Glaubens waren schon im Alten Testament keine ein für allemal festgelegte systematische Lehre. Das gilt besonders seit der Zeit, in der der einzelne Glaubende gegenüber dem Volk Israel eine größere Rolle zu spielen begann. Als der einzelne Mensch stärker hervortrat und sich seine eigene Meinung bildete, vollzog sich auch eine persönlichere Gestaltung des Glaubens.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Diese Betonung des Individuums begann mit den Propheten,</span><span class="fs14lh1-5"> die als einzelne gegen den herrschenden König und die herrschende Meinung auftraten. In den Psalmen loben und klagen jeweils einzelne Glaubende aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen. Und in der sogenannten „Weisheitsliteratur" (zum Beispiel in den Büchern Hiob und Prediger) stellen einzelne „Weise" weitreichende Überlegungen über die Situation des Menschen in der Welt an und hinterfragen mitunter auch althergebrachte Vorstellungen über Gott.</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Das individuelle Geschick eines Menschen und die Undurchsichtigkeit dieses Geschicks gaben offenbar dem Glauben immer größere Rätsel auf.</span> „Warum geht es den Gottlosen so gut und leben so sicher alle, die treulos handeln?" (Jer 12,1b), das war die entscheidende Frage. Der Prophet Ezechiel betont einfach das Gegenteil: Die Guten werden leben, die Bösen sterben (Hes/Ez 18). Der Prophet Maleachi wiederum muss sich mit Aussagen wie diesen herumschlagen: „Wir preisen die Übermütigen glücklich: Die gottlos Handelnden gedeihen nicht nur, sie versuchten sogar Gott und kamen davon" (Mal 3,15).</div><div><br></div><div>Kurz gesagt: Man kann das Geschick der Glaubenden und der Gottlosen nicht verstehen, und das führt zu Anfechtungen im Glauben.</div><div><br></div><div>Es gibt zahlreiche Texte im Alten Testament, in denen ein einzelner Glaubender versucht, diese Anfechtungen im Glauben zu bestehen und Gott seine Fragen und Zweifel entgegenzuschleudern. Hiob ist nur das bekannteste Beispiel dafür. Nicht einfach nur das Geschick des Volkes Israel ist interessant, sondern das Geschick jedes einzelnen.</div><div><br></div><div>Mit Blick auf diese individuellen Versuche, Lebenserfahrungen im Glauben zu verarbeiten, schrieb schon vor vielen Jahren einer der bekanntesten deutschen Professoren für Altes Testament, Gerhard von Rad (1901-1971):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>In jedem dieser Texte kämpft sich ein einzelner, ohne sich in einer Lehrtradition zu bewegen, sichtlich sehr isoliert zu einer spezifischen Lösung durch, oder er sucht anderen in ihrer Anfechtung zu helfen. Das ist freilich für das Wesen des Jahweglaubens sehr charakteristisch, der sich gerade in der späteren Zeit immer weniger als ein fester Komplex zusammenhängender Vorstellungen darstellte. Jahwes Wille, seine Absichten mit den Menschen waren nicht so zuhanden, dass sich das rechte Verständnis ohne weiteres von einem falschen abhob.</i></span></div><div><i class="fs11lh1-5 cf1">(Gerhard von Rad: Weisheit in Israel. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 1992. S. 267)</i></div><div><br></div><div>Das bedeutet für uns: Unser Glaube ist keine ein für allemal festgelegte Sammlung zusammenhängender Vorstellungen, kein festgefügtes System. Denn Gottes Wille und seine Absichten sind uns nicht in die Hand gegeben; wir verfügen nicht über sie. <span class="fs14lh1-5">Darum ist es mitunter schwierig, das, was Gott will und tut, richtig zu verstehen.</span></div><div><br></div><div><div>Die Welt ist nicht schwarzweiß. Auch der Glaube nicht. Richtiges mischt sich mit Falschem. Manches wird überbetont, anderes unterbelichtet. Niemand ist vor Irrtum gefeit. Denn niemand hat die Wahrheit allein. Die Wahrheit gibt es nur in der Vielfalt der Stimmen.</div></div><div><br></div><div>Darum ist das Alte Testament kein einmal aus einem Guss heruntergeschriebener Text. Vielmehr haben unzählige Menschen durch viele Jahrhunderte hindurch an diesem Text gearbeitet, ihn ergänzt, erweitert, angepasst, gestrichen und ersetzt. In jeder Zeit gab es Neues zu sagen, jeder Schreibende bezeugte eine andere Seite des unsichtbaren Gottes. Damit sich niemand ein festes Bild von Gott mache <span class="fs14lh1-5">(2Mo/Ex 20,4)</span><span class="fs14lh1-5">, ist Gott in immer neuer Weise beschrieben worden.</span></div><div><br></div><div><div>Im Neuen Testament ist es nicht anders. Zuerst gab es die Paulusbriefe. Aber sie reichten nicht aus. Ein Evangelium wurde geschrieben, das Markusevangelium. Aber auch das reichte nicht: Drei weitere Evangelien kamen hinzu, mit Änderungen, neuen Geschichten, Umstellungen und Ergänzungen. Jeder Evangelist hatte seine persönliche Sicht auf den großen Gott und seinen Sohn Jesus Christus. Weitere Schriften kamen hinzu. Dabei gab es keine Kritik der neuen an den älteren Schriften. Die neuen Schriften wurden einfach den älteren hinzugefügt: Die alten galten, und die neuen auch. So musste es sein, um den unbeschreiblichen Gott zu bezeugen.</div></div><div><br></div><div>Irgendwann war alles gesagt, was gesagt werden musste. Altes und Neues Testament konnten abgeschlossen werden. Das war nötig, weil es immer neue Evangelien und andere Schriften gab, die das, was in den jungen christlichen Gemeinden galt, verfälschten. Außerdem gab es Leute, die ganze Schriften, die sich in den Gemeinden bewährt hatten, streichen wollten. Dem musste Einhalt geboten werden. Denn Vielfalt ist gut, darf aber nicht endlos sein. Viel ist zu sagen über Gott, aber nicht Grenzenloses. Es gibt auch falsches Reden über Gott. Darum muss irgendwo die Grenze gezogen werden.</div><div><br></div><div><div>Die junge Christenheit zog in einem langen Prozess des Nachdenkens und Diskutierens diese Grenze. Sie hatte Argumente für ihre Entscheidung. Dennoch muss ihre Entscheidung jedem willkürlich erscheinen, der nicht darauf vertraut, dass sie dabei von Gottes Geist geleitet wurde.</div></div><div><br></div><div><div>Herausgekommen ist eine betörende Vielstimmigkeit, eine Polyphonie, die einer Symphonie oder einem vielstimmigen Chorgesang vergleichbar ist. Bei einem Musikstück wird jeder Dirigent, jede Chorleiterin die falschen Töne ausmerzen, damit ein vielstimmiger, aber dennoch harmonischer Klang entsteht. So ist es auch mit der Bibel: Sie spricht in einer Vielstimmigkeit zu uns, die uns die wunderbare Vielfalt, die Größe und Weite Gottes spiegelt. Es ist eine harmonische Vielfalt.</div></div><div><br></div><div>Wobei zu beachten ist, dass in der Symphonie wie im Chorgesang durchaus Dissonanzen ihren Platz haben. Dissonanzen sind keine Disharmonien. Sie fügen sich ein in das Ganze der Komposition und tragen zum vielschichtigen Klang bei. Die Musik klingt nicht etwa unharmonisch, sondern spannungsgeladen.</div><div><br></div><div>Wenn ich die biblischen Aussagen über Gott damit vergleiche, dann will ich damit sagen: Gott geht nicht auf in dem, was wir für harmonisch halten, was sich harmonisch in unser Weltbild einfügt. Der lebendige Gott ist kein System von Gedanken. Gott ist größer als unser Verstehen (Phil 4,7), größer auch als unser Reden von ihm. Darum bedarf es der Vielstimmigkeit mit Dissonanzen, aber ohne falsche Töne. Spannungsfreies, immer schon feststehendes und in ein System gepresstes Reden von Gott wiederholt sich nur selbst und ist deshalb schrecklich langweilig. Vor allem wird es der Lebendigkeit und Größe Gottes nicht gerecht.</div><div><br></div><div><div>Einstimmigkeit ist immer einfacher als Vielstimmigkeit. Vielstimmigkeit muss gelernt werden, macht Arbeit. Wenn vielstimmig über Gott geredet wird, ist es schwer, Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden. Man kann sich nicht einfach jemandem anschließen, sondern muss sich als Einzelner zu Antworten durchringen. Das macht den Glauben nicht leichter.</div><div><br></div><div>Wem das Schwierigkeiten bereitet, der mag sich an die biblischen Texte halten, die seinem persönlichen Glauben nahekommen, und sich in Kreisen bewegen, in denen die Meinungsunterschiede überschaubar sind. Irgendwo handeln wir alle nach dieser Devise. Wir suchen die Harmonie und möchten Konflikte vermeiden.</div><div><br></div><div>Dennoch sollten wir vor der Vielstimmigkeit nicht erschrecken. Sie hat ihr Recht, denn wir sollen Gott nicht <span class="fs14lh1-5">in unsere Vorstellungen von ihm pressen</span><span class="fs14lh1-5">, uns kein festes Bild von ihm machen. Darum kann es gut sein, wenn wir neue Töne wahrnehmen, wenn unser Glaube durch neue Erkenntnisse ins Wanken gerät. Das kann der Kampf sein, in dem man sich von Altem löst und neue Antworten findet.</span><br></div><div><br></div><div>Die begrenzte Vielstimmigkeit der Bibel ist ein Geschenk. Darum ist es notwendig, vielstimmig von Gott zu reden und dabei falsche Töne zu vermeiden. Nur so kommt Gottes Geheimnis zur Sprache.<br></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 28 Apr 2021 08:14:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Sache mit Jesus]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Plauderei_auf%27m_Sofa"><![CDATA[Plauderei auf'm Sofa]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000097"><div><br></div><div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs16lh1-5 ff1">P l a u d e r e i &nbsp;&nbsp;a u f ' m &nbsp;&nbsp;S o f a</span></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Sache mit Jesus</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/04/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Hallo, schön dass du da bist! Komm rein und lass dich nieder auf meinem Sofa. Ja, nimm dir ruhig die Katze auf den Schoß und kraul sie. Ah, das hat sie gern, sie schnurrt schon. Was für ein wunderschönes Bild, ihr zwei zusammen auf dem Sofa. Die Katze ganz entspannt, und du glücklich beim Kraulen. Ein Herz und eine Seele sozusagen.</div><div><br></div><div>Aber jetzt zur Sache! Wir haben ja schon mal über Jesus geredet. Da waren aber noch einige Fragen offen geblieben. Zum Beispiel, was das eigentlich heißt, dass Jesus der „Sohn Gottes" ist.</div><div><br></div><div>Ich ahne schon, unsere Plauderei heute wird schwierig. Denn über Jesus nachzudenken ist nicht so einfach. Er war ja nicht einfach ein Mensch wie du und ich. Andererseits aber doch. Also: Bist du fit für einen Haufen Gedanken?</div><div><br></div><div>Im Neuen Testament steht ja, dass wir nicht nur an Gott glauben sollen, sondern auch an Jesus. Er wird das „Ebenbild Gottes" genannt und mit Gott auf eine Stufe gestellt. Da fangen die Schwierigkeiten schon an. Heißt das jetzt, dass wir zwei Götter haben?</div><div><br></div><div>Könnte man fast denken. Die Muslime werfen uns das auch vor. Viele Muslime denken, wir würden glauben, dass Gott mit Maria Sex gehabt und einen Sohn gezeugt hat. Das sei dann Jesus, den wir als Gott verehren. Den Muslimen ist aber ganz wichtig, dass es nur einen einzigen Gott gibt.</div><div><br></div><div>Mir ist das auch total wichtig.</div><div><br></div><div>Aber halt mal: 1 + 1 ist doch immer noch 2, oder? Also doch zwei Götter?</div><div><br></div><div>Mal langsam. Zuerst halten wir fest: Jesus war ein Mensch. Er hat ungefähr zwischen den Jahren 0 und 30 gelebt. Also, man hat natürlich erst später sein Geburtsjahr zum Jahr 0 erklärt. Von da ab läuft unsere Zeitrechnung. Man wollte damit sagen: Mit Jesu Geburt hat eine neue Zeit begonnen.</div><div><br></div><div>Jesus war also ein sichtbarer Mensch und nicht der unsichtbare Gott. Er hat sich als Säugling die Hosen voll gemacht, hat gelacht und geweint, ging in die Schule, kam irgendwann in die Pubertät, löste sich vom Elternhaus, lernte einen Beruf, wurde dann aber doch Wanderprediger, legte sich mit den Mächtigen an und wurde von denen kurzerhand abgemurkst.</div><div><br></div><div>Klingt nicht sehr göttlich, oder? Und trotzdem stellt ihn das Neue Testament mit Gott auf eine Stufe. Was sollen wir denn davon halten?</div><div><br></div><div>Entweder es gibt zwei Götter, den unsichtbaren Gott im Himmel und den sichtbaren Jesus auf der Erde. Oder wir müssen die beiden irgendwie so eng zusammenbinden, dass ein einziger Gott daraus wird.</div><div><br></div><div>Wir entscheiden uns für die zweite Lösung.</div><div><br></div><div>Also 2 = 1? Das ist aber echt unlogisch und widerspricht dem, was man in der 1. Klasse in Mathe lernt.</div><div><br></div><div>Stimmt! Also schmeißen wir mal die Mathematik weg. Jedenfalls für die Frage, um die es uns geht. Mathe mochten sowieso die wenigsten in der Schule. Ehrlich gesagt, ich gehöre nicht zu denen. Ich hab immer ganz gern an den Matheaufgaben rumgeknobelt. Da musste man wenigstens keine lästigen Vokabeln lernen, sondern einfach nur seinen Grips anstrengen. Und alles war streng logisch.</div><div><br></div><div>Leider hilft uns die mathematische Logik nicht weiter, wenn es um Jesus und Gott geht.</div><div><br></div><div>Wir müssen also nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten, wie man sich vorzustellen kann, dass zwei so eng miteinander verbunden sind, dass sie eins werden – und trotzdem zwei bleiben.</div><div><br></div><div>Klingt irre, nicht? Aber vielleicht ist uns das ja gar nicht so fern. Überleg doch mal selbst: Hast du eine Idee?</div><div><br></div><div>Okay, darüber müsste man jetzt länger nachdenken. So viel Zeit haben wir nicht. Aber eine kurze schöpferische Pause können wir ja mal einlegen. Und wir denken darüber nach, wo es das bei uns auf der Erde gibt, dass zwei so sehr eins miteinander sind, dass wir sagen, sie sind ein Herz und eine Seele.</div><div><br></div><div>Ich hole mal einen Tee ...</div><div><br></div><div>So, bitte schön, <span class="fs14lh1-5">wohl bekomm's.</span><span class="fs14lh1-5"> Wir denken noch weiter nach über zwei, die eins werden ...</span><br></div><div><br></div><div>Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, wann sagen wir: Die sind ein Herz und eine Seele?</div><div><br></div><div>Hoppla, es hat gefunkt: Ein Herz und eine Seele – das hatten wir doch eben! Du und die Katze – wo ist sie denn? Egal. Als du reinkamst, hast du sie auf den Schoß genommen und gekrault. Da wart ihr ein Herz und eine Seele, ganz eins miteinander. Und trotzdem wart ihr natürlich zwei. Denn du bist ja nicht zur Katze mutiert, und die Katze ist nicht Du geworden.</div><div><br></div><div>Wie, und das soll etwas mit Gott und Jesus zu tun haben?</div><div><br></div><div>Naja, es ist nur ein Beispiel für das, was ich meine. Ihr wart so miteinander vereint, so eins in eurem Fühlen und Handeln, dass man euch gar nicht trennen konnte, ohne diese Einheit kaputtzumachen. Es war ein Bild echter Einheit, könnte man sagen: Du hast sie gekrault, sie hat sich von dir kraulen lassen, und beide wart ihr auf eure Art glücklich damit. Gibt es eine größere Einheit von zwei Lebewesen?</div><div><br></div><div>Wenn zwei Menschen eine Einheit miteinander bilden, sprechen wir davon, dass sie sich lieben. Sie bleiben dann zwar zwei, aber mit ihrer Liebe entsteht etwas Neues: eine Zweisamkeit, sagen wir, oder auch eine Einheit von Zweien. Wir wollen damit ausdrücken, dass hier nicht zwei getrennt voneinander ihren Weg gehen, sondern dass zwei miteinander ein und denselben Weg gehen.</div><div><br></div><div>Sie sind so sehr miteinander eins, dass sie sogar dieselben Gedanken denken und dieselben Gefühle fühlen. Kennst du das? Wenn du mit jemandem ganz eng verbunden bist, kann es passieren, dass ihr zur selben Zeit denselben Gedanken habt. Und dass ihr in denselben Situationen glücklich seid und über dieselben Dinge traurig. Und wenn ihr länger zusammen seid, dann kennt ihr euch so gut, dass einer oft die Gedanken des anderen kennt und auch weiß, wie er sich in bestimmten Situationen fühlt.</div><div><br></div><div>Und wenn ihr euch wirklich liebt, dann geht ihr auf die Gedanken und Gefühle des anderen ein und nehmt an ihnen teil. Du verstehst die Gedanken des anderen, nimmst sie auf und stimmst ihnen meistens zu. Dann sagen wir: Die zwei verstehen sich. Aber du fühlst auch mit den Gefühlen des anderen mit. Wenn der andere sich freut, freust du dich auch, und wenn er traurig ist, bist du auch traurig.</div><div><br></div><div>So ist es jedenfalls im Idealfall. Sicher ist es nicht immer so, und manchmal verstehen wir uns auch nicht und fühlen nicht miteinander oder es gibt sogar richtig Streit. So sind wir Menschen nun mal. Nichts ist vollkommen.</div><div><br></div><div>Aber was hat das nun mit Jesus und Gott zu tun?</div><div><br></div><div>Ganz einfach: Die beiden waren auch in Liebe miteinander verbunden. Besonders im Johannesevangelium wird das immer wieder betont. Und dann stehen da so merkwürdige Sätze, die Jesus sagt, zum Beispiel: „Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist" (Joh 14,11).</div><div><br></div><div>Hä? Gott ist in Jesus und Jesus in Gott? Was soll denn das heißen?</div><div><br></div><div>Also wenn man das mit der Liebe zusammenbringt, ist es gar nicht so unbegreiflich: Gott und Jesus verstehen einander vollkommen, verheimlichen einander nichts, nehmen an den Gefühlen und Gedanken des anderen teil, sind miteinander glücklich und traurig, kennen die Wünsche und Gedanken des anderen und machen sie sich zu eigen. Sie leben nicht einfach für sich selbst, sondern für den anderen. Und indem sie für den anderen leben, verwirklichen sie sich, leben sie also für sich selbst. Sie gehen nicht jeder seinen eigenen Weg, sondern sie gehen einen Weg gemeinsam. Sie sind nicht in sich gekehrt und nach außen abgeschottet, sondern ihre ganze Liebe kreist um den anderen.</div><div><br></div><div>„Ich lebe ganz in dir", können Liebende zueinander sagen. Oder: „Ich habe dich in mir." Sie wollen damit ausdrücken: „Für mich gibt es kein Leben ohne dich, ohne deine Gefühle, Gedanken und Taten. Ich trage sie alle in mir." So leben beide im anderen, und gerade so ist jeder er selbst.</div><div><br></div><div>Gibt es das überhaupt? Sicher nicht perfekt, aber doch ansatzweise.</div><div><br></div><div>Wenn zwei einander so lieben, dann geschieht Folgendes: Was der eine erlebt, erlebt auch der andere. Was der eine fühlt, fühlt auch der andere. Was der eine denkt, lehnt der andere nicht ab, sondern er macht es sich zu eigen. Was der eine tut, unterstützt der andere. Sie ziehen an demselben Strang. Zwischen sie passt kein Blatt Papier. Sie sind nicht mehr zwei, sondern ein Herz und eine Seele.</div><div><br></div><div>Womit wir wieder bei dir und der Katze wären. Oder eben bei zwei Menschen, die sich innig lieben.</div><div><br></div><div>Aber man muss natürlich sagen, dass wir so innig nie auf Dauer lieben können. Darum sind das ganz unvollkommene Beispiele für die Liebe zwischen Gott und Jesus. Unsere Liebe ist immer begrenzt. Die vollkommene Liebe gibt es nur zwischen Gott und Jesus. Darum gibt es das, dass zwei miteinander fühlen, denken und handeln, zwischen Menschen nur begrenzt. Und erst recht zwischen dir und der Katze. Die ist ja auch schon längst wieder ihrer eigenen Wege gegangen.</div><div><br></div><div>Es gibt noch ein anderes Bild für das, was sich da zwischen Gott und Jesus abspielt. Das Bild ist schon ziemlich alt. Es ist der Tanz: Wenn zwei Menschen miteinander tanzen, geht das nur, wenn sie genau aufeinander abgestimmt sind. Sie gehen einen gemeinsamen Tanzweg, ohne dass beide dieselben Tanzschritte tun. Aber ihre Schritte sind perfekt aufeinander abgestimmt. Sie müssen wissen, was der andere im nächsten Moment tun wird. Sie müssen seine Gedanken kennen. Und wenn sie sich so umeinander herum bewegen und drehen, entwickeln sich gemeinsame Gefühle.</div><div><br></div><div>Du hast sicher auch schon mal ein Tanzpaar beobachtet und gedacht: Was für eine wunderbare Einheit! Da sind zwei, die miteinander etwas Neues darstellen. Da sind nicht zwei Vereinzelte, die sich irgendwie umeinander herum bewegen, sondern da sind zwei miteinander Verbundene, die etwas Neues Einziges bilden. Vielleicht könnte man sagen: Sie bilden eine neue bewegende Kraft, eine Sphäre, die uns in ihren Bann zieht, etwas neu entstandenes Lebendiges, eine neue wunderbare Tanzperson.</div><div><br></div><div>Auch das ist nur ein unvollkommenes Gleichnis für die Beziehung zwischen Gott und Jesus. Aber es verdeutlicht das, was Jesus war: Er war von Gott unterschieden und doch ihm gleich. Er war als Mensch ganz eng mit Gott verbunden; darum nennen wir ihn den „Sohn Gottes". Der Sohn ist nicht der Vater, aber er ist ihm so nah, dass er ihm vollkommen gleicht.</div><div><br></div><div>Also ehrlich, ist das nicht nur theologisches Gelaber? Was haben wir denn von solcher Gedankenakrobatik?</div><div><br></div><div>Naja, das ist schon für uns wichtig: Der Sohn, der dem Vater vollkommen gleicht, kann uns nämlich den Vater zeigen. Er ist sein Ebenbild. Sozusagen sein Doppelgänger. Wenn du wissen willst, wie Gott ist, dann gibt es nur einen Weg, das herauszufinden: Sieh dir Jesus an! So wie Jesus war, so ist Gott.</div><div><br></div><div>Gott ist also eine Kraft voller Liebe, eine absolut gute Macht, ein Liebender, der sich gerade den Schwachen und Sündern zuwendet – so wie Jesus es tat. Und Gott ist zugleich eine leidende Liebe, eine Macht, die im Mitleid stark ist; ein Liebender, der das Leben der Schwachen und Sünder teilt, sie am Leben erhält und sich ihrer Bosheit aussetzt. Gott ist ein Liebender, der unter denen leidet, die er am Leben erhält: Und er erhält sie am Leben, eben weil er sie liebt – so wie Jesus es tat.</div><div><br></div><div>Also an Jesus erkennen wir, wie Gott ist. Jesu Geschichte ist Gottes Geschichte. Und Gottes Geschichte ist nicht die Geschichte eines autoritären Despoten, der sich mit Macht durchsetzt. Sondern Gottes Geschichte ist die Geschichte eines Liebenden, der für seine geliebten Menschen leidet und sich auf <span class="fs14lh1-5"><b>diese</b></span> Weise durchsetzt. Seine Macht besteht in seiner Liebe.</div><div><br></div><div>Das heißt nicht, dass mit Gott nur gekuschelt wird. Er kann uns vielmehr in seiner Liebe auch Dinge sagen und erleben lassen, die uns Schmerzen bereiten. Aber auch das gehört zur Liebe. Wer liebt, muss dem Geliebten manchmal Schmerzen bereiten, um ihn vor schlimmerem Schaden zu bewahren. Sogar jeder Zahnarzt muss das.</div><div><br></div><div>Komisch, gegen den Zahnarzt haben wir nichts einzuwenden, auch wenn wir nicht gern hingehen. Aber wenn Gott uns mal Schmerzen bereitet ...</div><div><br></div><div>Aber das nur nebenbei. Ich glaube, wir brauchen wieder eine Pause. Nimm mal einen Schluck Tee ...</div><div><br></div><div>Ich sagte ja schon, mit Jesus, das wird eine schwere Geburt ...</div><div><br></div><div>Apropos Geburt: Über die Geburt Jesu müssen wir noch kurz reden. Von der wird ja gesagt, Jesus sei vom heiligen Geist gezeugt und von der Jungfrau Maria geboren worden.</div><div><br></div><div>Klingt ziemlich merkwürdig und unglaubwürdig.</div><div><br></div><div>Was ist denn damit gemeint?</div><div><br></div><div>Also, unter dem heiligen Geist können wir uns jetzt einfach mal Gottes Kraft vorstellen. Gott ist sozusagen eine wirksame Kraft. Wenn dann im Neuen Testament steht, dass der heilige Geist Jesus gezeugt hat, dann ist damit gemeint, dass Jesus nicht einfach ein Mensch war wie jeder andere. Er war ein Mensch, der durch Gottes Willen entstanden ist, aus Gottes Kraft lebte und vollkommen mit Gott verbunden war.</div><div><br></div><div>Also eigentlich ist damit das gemeint, was wir vorhin schon besprochen haben: Jesus steht mit Gott auf einer Stufe. Er ist in Liebe eins mit ihm. Seine Zeugung durch Gottes Geist drückt also seine Göttlichkeit aus.</div><div><br></div><div>Zugleich ist Jesus aber auch ein sichtbarer Mensch und nicht der unsichtbare Gott. Er ist im Bauch einer Frau gewachsen, wurde als Säugling geboren, wuchs heran und wurde ein erwachsener Mann. Mit anderen Worten: Er wurde von einer Frau getragen und geboren. Dieser Gedanke drückt die Menschlichkeit Jesu aus.</div><div><br></div><div>Aber was soll es denn bedeuten, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde?</div><div><br></div><div>Also, das ist etwas kompliziert. Im Alten Testament steht, dass der Messias von einer „jungen Frau" geboren werden wird (Jesaja 7,14). Für „Jungfrau" hat das Hebräische ein anderes Wort. Die Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische benutzte dann ein Wort, das ebenfalls „junge Frau" bedeutet, aber auch „unverheiratetes Mädchen" und „Jungfrau". Dieses Wort steht nun im Matthäus- und Lukasevangelium, und dort ist eindeutig „Jungfrau" gemeint. Beide Evangelien wollten damit die Göttlichkeit Jesu betonen.</div><div><br></div><div>Muss man das eigentlich glauben?</div><div><br></div><div>Meine Antwort wäre: Die Göttlichkeit Jesu sollte man als Christ auf jeden Fall glauben. Die Jungfrauengeburt hingegen ist zweitrangig; man muss sie nicht glauben. Sie ist ein Gleichnis für die Göttlichkeit Jesu. Die Göttlichkeit Jesu gehört allerdings zum christlichen Glauben unbedingt dazu.</div><div><br></div><div>Denn nur ein göttlicher Mensch konnte uns zeigen, wie Gott ist. Er <span class="fs14lh1-5"><b>erzählte</b></span> nicht nur von Gott, sondern er <span class="fs14lh1-5"><b>lebte</b></span> das Leben Gottes.</div><div><br></div><div>Wie, er lebte das Leben Gottes?</div><div><br></div><div>Naja, Jesus lebte in circa 30 Jahren das, was Gott immer und ewig ist.</div><div><br></div><div>Okay, das kann man verstehen.</div><div><br></div><div>Nun waren aber diese 30 Jahre für Gott keine kurze Episode; sie zeigen uns nicht, wie Gott eine Zeit lang war – als ob er danach wieder ein anderer geworden wäre. Dass Gott auf der Erde war, dass er am irdischen Leben Anteil nahm, sich freute und litt – das ist kein vergangenes Ereignis, das lange vorbei ist. Sondern das ist Gottes Wesen in Ewigkeit.</div><div><br></div><div>Aus diesem Grund sagt das Neue Testament, Jesus sei schon von Ewigkeit her bei Gott gewesen. Eben eins mit Gott. Jesus gehört zu Gottes ewigem Wesen. Er war nicht nur ein kurzes Ereignis im Leben Gottes, sondern er war schon bei der Schöpfung mit seiner Liebe dabei. Darum ist die Schöpfung ein Liebeswerk Gottes.</div><div><br></div><div>Und aus demselben Grund, nämlich weil Jesus uns Gottes ewiges Wesen zeigt, wird dann auch im Neuen Testament berichtet, dass Jesus nach seiner Auferstehung wieder zu Gott zurückgekehrt ist. Das feiern die Christen am Feiertag „Christi Himmelfahrt". Jesus ist wieder zu Gott in den „Himmel" gegangen, zu dem er gehört. Und er wird am Jüngsten Tag mit all seiner Liebe zu den Menschen zurückkehren.</div><div><br></div><div>„Himmelfahrt" ist also kein Vatertag, auch wenn schon viele Väter und Möchtegern-Väter an diesem Tag wegen eines zu hohen Alkoholspiegels ihre „Himmelfahrt" erlebt haben. Oder besser eine Höllenfahrt. Denn das wäre ein ziemlich zweifelhafter Himmel, in dem man mit Kopfdröhnen aufwacht und sich dann ... Das sag ich lieber nicht.</div><div><br></div><div>Zurück zu Jesus. Ich finde es toll, dass Gott uns in Jesus begegnet ist. Dass Jesu Geschichte Gottes Geschichte ist. Gott ist nicht eine unbegreifliche Macht im Himmel, sondern von Gott können wir eine Geschichte erzählen. Es ist die Geschichte eines bis ans Ende konsequent Liebenden.</div><div><br></div><div>Trotzdem scheiden sich an Jesus die Geister.</div><div><br></div><div>Manche haben Schwierigkeiten mit Jesus und glauben lieber nur an Gott. Dann landen sie schnell bei einem abstrakten Gott, bei einem höchsten Wesen. Das hat uns auf der Erde aber eigentlich nichts zu sagen hat und auch nichts mit uns zu tun.</div><div><br></div><div>Andere haben Schwierigkeiten mit Gott und glauben lieber nur an Jesus. Der scheint ihnen näher und verständlicher. Aber dann landen sie schnell bei einem guten Menschen, der für uns nichts weiter als ein moralisches Vorbild ist. Ein solcher Gott hat uns aber nichts zu geben, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> müssen ihm immer etwas geben – nämlich unsere guten Taten. Dieser Gott liebt uns nicht, sondern fordert von uns Liebe.</div><div><br></div><div>Das sind zwei Extreme. Zwischen diesen Extremen müssen wir einen Weg finden. Und das ist nicht immer leicht.</div><div><br></div><div>Puh, das haben wir heute gemerkt. Das war wirklich nicht immer leicht. Aber wir können ja noch lange darüber nachdenken.</div><div><br></div><div>Ah, die Katze ist wieder da. Jetzt kannst du sie wieder kraulen. Dann seid ihr wieder eins miteinander – ein Herz und eine Seele.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 23 Apr 2021 08:15:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[5 Sätze für Zufriedenheit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000096"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">5 Sätze für Zufriedenheit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/04/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es gibt Tage, da fühlt man sich so, als habe man ein ziemlich mieses Los im Leben gezogen. Sozusagen die A-Karte. Man ist schlecht gelaunt, unzufrieden, unglücklich. Nichts ist, wie es sein sollte. Es scheint kein Licht im eigenen Leben zu geben.</div><div><br></div><div>In einer Predigt des katholischen Professors Dr. Klaus Müller aus dem Jahr 2010 fand ich folgende kleine Statistik. Sie ist gedacht für Tage, an denen man denkt, es gehe einem so schlecht wie sonst niemandem.</div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>1</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Falls Du heute Morgen nicht krank, sondern gesund aufgewacht bist, bist Du glücklicher als 1 Million Menschen, welche die nächste Woche nicht erleben werden.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>2</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Falls Du nie einen Tag Krieg erfahren hast, niemals die Einsamkeit einer Gefangenschaft oder Hungersnot, dann bist Du glücklicher als 500 Millionen Menschen dieser Welt.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>3</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Falls sich in deinem Kühlschrank Essen befindet, du Kleider hast, ein Dach über dem Kopf und ein Bett zum Schlafen, bist du reicher als 75 Prozent aller Erdenbewohner.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>4</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Falls du ein Bankkonto hast, Geld im Portemonnaie und auf Kleingeld nicht achten musst, gehörst Du zu den 8 Prozent der wohlhabenden Menschen auf dieser Welt.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>5</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Falls Du diese Statistik liest, bist du besonders privilegiert, denn Du gehörst nicht zu den Milliarden Menschen, die nicht lesen können.</i></span></div></div><div><br></div><div>Die Statistik verändert keine Lebenssituation. Aber sie macht bewusst, wie viel Licht es im eigenen Leben gibt, für das man keine Augen mehr hat. Vielleicht verliert man dann seine Blindheit – und mit dem Sehen kommen wieder Dankbarkeit und Zufriedenheit ins Leben.</div><div><br></div><div>Wem das bewusst wird, der merkt auch, wie sehr das beständig gute Leben uns korrumpiert, verdirbt – und auch unsere Gottesbeziehung beschädigt. Denn das beständig gute Leben redet uns ein, wie schlecht es uns gehe, weil es nicht noch besser ist.</div><div><br></div><div>Ich habe die Zahlen der Statistik nicht überprüft. Ich weiß auch nicht, ob sie heute noch so gelten wie 2010. Ich nehme aber an, dass die Tendenz noch immer stimmt. Und dass der Vergleich eher besser für uns ausfällt als vor elf Jahren.</div><div><br></div><div>Es gibt übrigens auch in Deutschland nicht wenige Menschen, für die mindestens einer der fünf Sätze nicht zutrifft. Das sollten diejenigen nicht vergessen, für die alle fünf Sätze zutreffen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Es sind Sätze, die man sich über den Schreibtisch hängen kann. Jedenfalls sollten wir sie im Kopf verankert haben, damit sie uns jeden Tag, jede Stunde begleiten. Es würde uns dankbarer machen – und freigebiger gegenüber denen, die weniger haben.</span></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">(Die genannte Predigt und weitere empfehlenswerte Predigten von Klaus Müller sind </span><span class="fs11lh1-5"><a href="https://www.uni-muenster.de/FB2/philosophie/predigten/truegerisch_selbst_erntedank2010.html" target="_blank" class="imCssLink">online abrufbar</a></span><span class="fs11lh1-5">.)</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 18 Apr 2021 08:40:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was ist Leben?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000094"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was ist Leben?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/04/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Leben ist das biologische Intaktsein der lebenswichtigen Körperfunktionen. So oder ähnlich würden wir wohl spontan die Frage beantworten, was Leben ist. Und Lebensschutz ist dann die Verlängerung des biologisch verstandenen Lebens, das Hinauszögern des Todes. Ein wichtiges dazu dienendes Mittel, das sehen wir gerade in der Pandemie, ist die Intensivmedizin.</div><div><br></div><div>Die Philosophin Olivia Mitscherlich hat am Ende eines Interviews mit dem Deutschlandfunk, das heute ausgestrahlt wurde (unter dem Titel <span class="fs14lh1-5"><i><a href="https://www.deutschlandfunk.de/tag-fuer-tag.885.de.html" target="_blank" class="imCssLink">Mit der Pandemie leben und sterben</a></i></span>), Gedanken dazu geäußert, die mich zum Weiterdenken angeregt haben.</div><div><br></div><div>Die Schöpfungserzählung des Alten Testaments (1Mo/Gen 1,1-2,4a) versteht das geschaffene und sterbliche Leben als gut. Ja, nachdem die Schöpfung vollendet ist und Gott das Ganze des Geschaffenen, das Zusammensein und Zusammenwirken aller Kreatur ansieht, urteilt er: Es ist sehr gut.</div><div><br></div><div>Leben ist dann viel mehr als das biologische Funktionieren des Körpers. Leben besteht auch und wesentlich darin, mit Gott und allem von ihm Geschaffenen zusammen zu sein und in einer lebensförderlichen Beziehung zu stehen.</div><div><br></div><div>Lebensschutz ist dann keinesfalls nur das Verlängern der biologischen Körperfunktionen. Es ist auch das Heilen und Verbessern der Beziehungen, in denen wir stehen: der Beziehung zu Gott, zu uns selbst und zu den anderen Kreaturen (Pflanzen, Tiere und Menschen). Und die Mittel zum Schutz des Lebens sind dann nicht nur medizinische Maßnahmen, sondern auch</div><div><ul><li>alles, was die Beziehung zu Gott fördert,<br></li><li>alles, was uns mit uns selbst und unserer Lebensgeschichte aussöhnt,<br></li><li>und alles, was das Leben der anderen Geschöpfe fördert: Pflanzenschutz, Tierrechte, Menschenrechte; eine ökologische (wörtlich etwa: Lehre vom Haushalten in der Welt), das Tierwohl achtende und den Mitmenschen förderlich zugewandte Lebensweise.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Die Wissenschaft vom Leben ist also weit mehr als Biologie, nämlich die Gabe, eine gute Beziehung zu Gott zu pflegen, sich selbst annehmen zu können und miteinander das Leben zu heilen und zu verbessern.</div><div><br></div><div>In der Pandemie würde Lebensschutz auch bedeuten, nach Wegen zu suchen, wie Kontaktsicherheit und Kontaktpflege zusammenfinden können. Das wurde weitgehend versäumt. Stattdessen wurden Lockdowns und Öffnungen einander entgegengesetzt und gegeneinander ausgespielt.</div><div><br></div><div>Was Lebensschutz <span class="fs14lh1-5"><b>nach</b></span> der Pandemie bedeuten würde, können wir schon jetzt lernen:</div><div><ul><li>ein gesundes und glückliches Leben nicht einfach in intakten Körperfunktionen und erzeugten Glücksgefühlen suchen, sondern in einer erfüllten Gottesbeziehung;<br></li><li>den Grund der Aussöhnung mit sich selbst und der eigenen Lebensgeschichte nicht einfach in sich selbst und im eigenen Handeln suchen, sondern in der Zuwendung Gottes;<br></li><li>die Erfüllung des eigenen Lebens nicht einfach in der rücksichtslosen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und Durchsetzung der eigenen Interessen suchen, sondern in der Förderung und Bewahrung des Lebens aller von Gott geschaffenen Lebewesen.<br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 16 Apr 2021 17:27:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Als Christ Soldat oder Soldatin sein?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000093"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Als Christ Soldat oder Soldatin sein?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 15/04/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Ich bin gefragt worden, ob ich etwas schreiben kann zum Thema „Dürfen Christinnen und Christen Soldaten beim Militär werden?" Das Thema hat viele Dimensionen: politische, rechtliche und biblisch-theologische. Ich kann deshalb hier nur einige Aspekte anreißen und zum eigenen Weiterdenken ermutigen.</div><div><br></div><div>Da ich in Deutschland lebe und schreibe, beziehe ich mich auf die Situation der Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr (im folgenden Text verwende ich die männliche und die weibliche Form im Wechsel). Die Bundeswehr ist die Armee eines Staates, dem weltanschauliche Neutralität geboten ist, wie das Bundesverfassungsgericht bereits im Jahr 1965 herausstellte. Die einzelne Soldatin kann aber als Christin religiös geprägt sein. Daraus kann ein Konflikt entstehen: Einerseits sind Soldaten verpflichtet, Befehlen zu gehorchen; andererseits sollen Christen Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5,29). Der Gewissenskonflikt tut sich dann auf, wenn ein Befehl nach der christlichen Überzeugung des Befehlsempfängers dem Willen Gottes widerspricht.</div><div><br></div><div>Da jede angehende Soldatin weiß, dass dieser Konflikt entstehen kann, ist es sinnvoll, dass sie sich, schon bevor sie diesen Beruf ergreift, eingehend mit der Frage auseinandersetzt: Soll ich als Christin unter diesen Umständen den Beruf der Soldatin ergreifen oder lieber nicht?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Die geostrategische Betrachtungsweise</div><div><br></div><div>Die militärpolitische Situation wird von den meisten Politikern im Wege einer geostrategischen Betrachtungsweise beurteilt. Das heißt, es wird nicht so sehr nach gegenwärtig akuten Bedrohungen gefragt, sondern danach, inwiefern sich die Machtpositionen zwischen den Staaten durch kleinere Veränderungen verschieben und diese Veränderungen langfristig zu einer Bedrohung führen könnten. Ich will das an Vorgängen der letzten Jahrzehnte kurz konkretisieren.</div><div><br></div><div>Der erste Kampfeinsatz der Bundeswehr fand 1999 im Kosovo-Krieg statt. Der Krieg wurde ohne UNO-Mandat geführt. Mit der Loslösung des Kosovo und Montenegros von Serbien verlor Russland den Zugang zum nördlichen Mittelmeer. Die Intervention in Afghanistan im Jahr 2001 und verschiedene Militärbasen in Zentralasien brachten NATO-Truppen an die Grenze zu Russland. Durch den Krieg der NATO gegen Libyen im Jahr 2011 verlor Russland einen weiteren befreundeten Staat im Mittelmeerraum. </div><div><br></div><div>Folge des Kosovo-Krieges, des zweiten Irak-Krieges im Jahr 2004 und der Libyen-Intervention war, dass der UNO-Sicherheitsrat geschwächt wurde; denn es gab kein UNO-Mandat für alle diese Militäreinsätze. Russland und China kümmerten sich in der Folge auch nicht mehr um eine Zustimmung der UNO. China stellte zunehmend territoriale Ansprüche im Südchinesischen Meer, was heute besonders an seinem Verhalten gegenüber Hongkong und Taiwan deutlich wird. Russland fühlte sich offensichtlich geostrategisch eingekreist. Durch den Umsturz in der Ukraine im Jahr 2014 sah es seinen strategisch wichtigen Flottenstützpunkt auf der Krim bedroht und besetzte die Krim. Die Unterstützung des Regimes in Syrien sichert Russland seine letzte Marinebasis im Mittelmeer.</div><div><br></div><div>Es ist leicht zu erkennen, dass sich einzelne Staaten wie die USA, Deutschland, Russland oder China gar nicht akut von einem militärischen Angriff bedroht fühlen, sondern von einer oder mehreren Verschiebungen des Machtgefüges, das zukünftig zu einer Bedrohung führen könnte. So wird jede Machtverschiebung zugunsten des potentiellen Gegners als Bedrohung wahrgenommen, obwohl es gegenwärtig gar keine gibt. Und jede Seite versucht, ihren Einflussbereich zu erweitern, um ein vermutetes zukünftiges Bedrohungspotential möglichst niedrig zu halten. Das wiederum muss in dieser geostrategischen Sichtweise zu einer Gegenreaktion der anderen Seite führen. Diese geostrategische Sichtweise wird vom Westen wie vom Osten verfolgt. Es gibt amerikanische Überlegungen aus dem Jahr 1997 (von Zbigniew Brzezinski unter dem Titel „Die einzige Weltmacht" veröffentlicht), die schon vor den oben beschriebenen Entwicklungen angestellt wurden und den dann folgenden tatsächlichen Ereignissen sehr nahe kamen.</div><div><br></div><div>Wegen der Krim-Annektion fühlen sich verständlicherweise gegenwärtig die östlichen EU- und NATO-Staaten von Russland bedroht. Die NATO ist aber insgesamt nur begrenzt einsatz- und verteidigungsfähig. Das gilt allerdings auch für die russischen Streitkräfte. Doch stellt sich für den Westen die Frage: Was sollen wir tun, wenn Russland zum Beispiel die Stadt Narva an der estnisch-russischen Grenze zum angeblichen Schutz der überwiegend russischsprachigen Bevölkerung besetzt? Die Strategie lautet: Um sich auf solch einen Fall vorzubereiten, muss die konventionelle Schlagkraft gestärkt werden. Das bringt eine Erhöhung der Rüstungsausgaben mit sich, die ja zur Zeit auch angestrebt wird. Die Alternative zu einer konventionell schlagkräftigen Armee wäre nur eine nukleare Antwort. Dazu wäre die NATO in der Lage, aber einen Nuklearkrieg kann eigentlich niemand wollen.</div><div><br></div><div>Ich beschreibe das alles, um für die geostrategische Betrachtungsweise zu sensibilisieren. Denn sie bestimmt das militärische Denken der Regierungen und daher auch der Militärführung, der die Soldaten Folge zu leisten haben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die theologische Betrachtungsweise</div><div><br></div><div>Die biblisch-theologische Behandlung des Problems von Krieg und Frieden ist vielschichtig. Hier können nur einige Aspekte benannt werden. Zunächst fällt auf, dass nach dem Alten Testament nicht nur das Volk Israel im Namen Gottes Kriege führt (Ps 44,6; 60,14), sondern dass Gott selbst als Kriegsherr erscheint (2Mo/Ex 15,3.21). Gott führt also Krieg gegen die Feinde und Unterdrücker seines bedrängten Volkes. In den Psalmen wird Gott immer wieder auf irritierende Weise gebeten, dass Gott die Feinde einzelner Menschen oder des ganzen Volkes Israel vernichten möge. Das ist der verzweifelte Schrei der Gewaltopfer nach Gerechtigkeit.</div><div><br></div><div>Es stellt sich die Frage, ob Gott gewaltsam, also unfriedlich handelt. Das hebräische Wort für Friede, „Schalom", meint viel mehr als die Abwesenheit von Krieg. Es bezeichnet einen umfassenden lebensförderlichen Zustand in allen Lebensbereichen, von der Familie bis zur Völkerwelt und auch im Verhältnis des Menschen zur Natur. Beim Schalom geht es um soziale und körperliche Unversehrtheit, um Gerechtigkeit, Gesundheit und Wohlergehen auf allen Ebenen des Lebens. Man kann fragen, ob solch ein Zustand in einer unvollkommenen Welt überhaupt erreichbar ist. Er ist aber allemal erstrebenswert.</div><div><br></div><div>Jedenfalls ist es kein Schalom, wenn Gott Kriege führt. Es ist aber auch kein Schalom, wenn Gott der Ungerechtigkeit freien Lauf lässt. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass Gewaltanwendung nicht in jedem Fall abzulehnen ist. Man kann sich das schon an der Polizeigewalt verdeutlichen. In einer Welt, in der Böses geschieht, kann Gewalt dazu dienen, das Böse in Grenzen zu halten. Dazu passt es, dass es in der hebräischen Sprache des Alten Testaments keine scharfe Abgrenzung zwischen positiver und negativer Gewalt gibt.</div><div><br></div><div>Wenn Gott Gewalt übt, dann tut er das in der Regel zu dem Zweck, zerstörerische Gewaltausübung zurückzudrängen und zu beenden. Schon die Schöpfung entsteht unter Zurückdrängung chaotischer Mächte (1Mo/Gen 1,2; Jes 51,9). Und auch nach der Schöpfung muss Gott die zerstörerischen Mächte „anherrschen", um das Leben zu schützen (Jes 17,13; Ps 104,6f). So hält Gott das Friedlose in Zaum und bewahrt die Schöpfung vor dem Rückfall ins Chaos. Man gewinnt den Eindruck, dass Gott begrenzte Gewalt anwenden muss, um uferlose Gewalt zu verhindern.</div><div><br></div><div>Ein wichtiger Aspekt ist dabei, dass Gott nicht gern oder gar begeistert Gewalt anwendet. Es tut ihm sogar leid, wenn er gewaltsam eingreifen muss, um ausufernde Gewalt einzudämmen. Besonders der Prophet Jeremia macht deutlich, dass Gott massiv darunter leidet, dem Volk Israel und anderen Völkern Leid anzutun, damit diese ihre Abwege verlassen (Jer 8,18-9,11; 14,17f; 48,30-32.35f). Gottes Zorn ist ein betrübter Zorn (Mk 3,5).</div><div><br></div><div>So ist also Gottes Kriegshandeln keine grundsätzliche Rechtfertigung des Krieges. Es bleibt dabei, dass Gott Krieg und Gewalt nicht will. Denn Krieg bringt Chaos und ist daher eine zerstörerische Chaosmacht. Im Alten Testament gibt es deutliche kriegskritische Stimmen (z.B. Hos 10,13f). Nach 5Mo/Dtn 17,16 und Ps 33,16f ist es dem König untersagt, sich viele Kriegsrosse (also militärisches Gerät) zu halten. Der Prophet Jesaja spricht sich gegen militärische Bündnisse zur Friedenssicherung aus. Stattdessen soll man sein Vertrauen auf Gott setzen (Jes 30,1-3.15f).</div><div><br></div><div>Dietrich Bonhoeffer hat daraus einen Schluss gezogen, den ich hier etwas ausführlicher zitiere:</div><div>„Wie wird Friede? Durch ein System von politischen Verträgen? [...] Oder gar durch eine allseitige friedliche Aufrüstung zum Zweck der Sicherstellung des Friedens? Nein, durch dies alles aus dem einen Grunde nicht, weil hier überall Friede und Sicherheit verwechselt wird. Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. [...] Sicherheiten fordern heißt Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg. Sicherheiten suchen heißt sich selber schützen wollen. Friede heißt [...] in Glaube und Gehorsam dem allmächtigen Gott die Geschichte der Völker in die Hand legen und nicht selbstsüchtig über sie verfügen wollen. Kämpfe werden nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit Gott. Sie werden auch dort noch gewonnen, wo der Weg ans Kreuz führt. Wer von uns darf denn sagen, daß er wüßte, was es für die Welt bedeuten könnte, wenn ein Volk – statt mit der Waffe in der Hand – betend und wehrlos und darum gerade bewaffnet mit der allein guten Wehr und Waffe den Angreifer empfinge?"</div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1">(Rede auf der Fanö-Konferenz, gehalten am 28.8.1934; siehe Dietrich Bonhoeffer Werke Band 13, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994, Seiten 298-301).</span></div><div><br></div><div>Der Gott vertrauende Mensch lebt von dem Frieden, den Gott schenkt (Jes 54,10). Ich nenne diesen Frieden Seelenfrieden. Jesus gibt unverlierbaren Frieden, aber er gibt nicht so, wie die Welt Frieden gibt (Joh 14,27). Friede bekommt hier eine neue Bedeutung: Es ist der Friede mit Gott, den Jesus Christus gebracht hat (Röm 5,1; Eph 2,14). Dieser Friede ist höher als alle Vernunft, also auch als alle geostrategischen Überlegungen. Dieser Friede bewahrt unsere Herzen und Sinne vor gedanklichen und gefühlsmäßigen Irrwegen (Phil 4,7). Bonhoeffer würde hinzufügen: Dieser Friede lebt nicht von weltlichen Sicherheitskonstruktionen, sondern vom Vertrauen zu dem Gott, der allein Frieden zwischen den Völkern stiften kann und den wir um diesen Frieden bitten sollen.</div><div><br></div><div>Dieser Seelenfriede ist es auch, der die Feindesliebe ermöglicht, zu der Jesus aufgerufen hat (Mt 5,43-48). Wer sich von Gott bewahrt weiß, möge kommen was will, kann sogar den Feind lieben (Ps 120 und 121 im Zusammenhang gelesen). Wer sich im Angesicht des Todes in Gottes Barmherzigkeit geborgen weiß, kann den Weg des Friedens gehen (Lk 1,76-79).</div><div><br></div><div>Jesus ist auch hier das Beispiel eines solchen Glaubens. Nach dem Alten Testament wird der Messias Frieden nicht mit der Macht der Gewalt bringen, sondern mit der Macht des Geistes und des Wortes. Doch vollkommen kann dieser Friede erst verwirklicht werden, wenn die Unvollkommenheit der Welt beseitigt ist (Jes 11,1f.4.6-8). Nach dem Neuen Testament ist Jesus dieser Messias. Als Zeichen dafür, dass er nicht wie die weltlichen Herrscher herrscht, reitet er auf einem Esel und nicht hoch zu Ross in Jerusalem ein (Mt 21,1-11; vgl. Sach 9,9f). Er geht damit den Weg der Feindesliebe: Er lässt seine Feinde gewähren und sich selber töten, anstatt Gewalt auszuüben.</div><div><br></div><div>Überblickt man die biblischen Äußerungen, so erkennt man zwei Gedankenstränge: Zum einen ist der Wille Gottes für die Welt ein umfassender Friede, der Gerechtigkeit einschließt. Dieser umfassende Friede muss also das Ziel christlichen Handelns sein. Das schließt ein, dass Christen das Töten eines Menschen ablehnen und stattdessen bereit sind, sich selbst töten zu lassen. Das war der Weg Jesu. <span class="fs14lh1-5">Es ist durchaus erwägenswert, ob dieser Weg nicht auch der heute angemessene ist.</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Andererseits geht es im Krieg auch um das Leben anderer Menschen, die brutaler Gewalt ausgesetzt sind. Darum wird Gott im Alten Testament auch so geschildert, dass er Gewalt übt, um von Menschen ausgehende Gewalt einzudämmen.</span> So rettet er diejenigen, die der Gewalt dieser Menschen ausgesetzt sind, und stellt Gerechtigkeit, also Frieden her. Zu beachten ist, dass nicht das eigenmächtige Handeln der Menschen Frieden bringt, sondern das Handeln Gottes, der sich mitunter menschlicher Gewalt bedient (Ri 5,11.13). Das schließt ein, dass Christen, wenn es Gottes rettendes Handeln gebietet, zum Töten eines Menschen bereit sein müssen, um größeren Schaden abzuwenden.</div><div><br></div><div>Die Schwierigkeiten dieses doppelten Gedankengangs liegen auf der Hand. Denn es fragt sich sofort, wann man denn davon sprechen kann, dass Gottes Wille die Anwendung von Gewalt gebiete. Kriege wurden schon oft damit begründet, dass sie Gottes Wille seien. Grundsätzlich verfahren Menschen so, dass sie ihre eigene Gewaltanwendung rechtfertigen – sei es humanistisch oder religiös.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Ethische Konsequenzen</div><div><br></div><div>Blickt man aus geostrategischer Perspektive, wie sie oben beschrieben wurde, auf die Welt, dann rechtfertigt jeder Machtgewinn der gegnerischen Seite Handlungen, die auf einen Machtgewinn der eigenen Seite zielen. Der Gegner muss dann immer als der Aggressor erscheinen, der Gegenmaßnahmen erforderlich macht, um seine Gewaltanwendung einzudämmen oder eine künftige auszuschließen.</div><div><br></div><div>Die theologische Betrachtungsweise hat eine grundsätzlich andere Perspektive eröffnet. Krieg und Gewaltanwendung sind demnach grundsätzlich negativ zu beurteilen. Wer Krieg führt, wird in irgendeiner Weise immer schuldig. Deshalb ist von entscheidender Bedeutung, was dem Krieg vorangeht; welche Weltsicht die politische Beurteilung einer Situation prägt.</div><div><br></div><div>Der Blick der christlichen Feindesliebe ist ein prinzipiell anderer als der Blick, der von politischer Gegnerschaft ausgeht. Die Liebe zum Feind sieht ihn nicht ausschließlich als Bedrohung. Sie versucht zu verstehen, warum er bedrohlich handelt und welchen Anteil ich selbst daran haben könnte und meist auch tatsächlich habe. So beinhaltet Feindesliebe immer eine selbstkritische Dimension. Sie wird, weil sie um das eigene Gewalt- und Unrechtspotential weiß, dem anderen möglichst friedlich begegnen und so versuchen, Vertrauen zu schaffen. Sie legt den anderen also nicht auf das Unrecht, das er begeht, fest, sondern ist bereit zur Vergebung und geht davon aus, dass der andere sich ändern kann. Feindesliebe lädt den anderen dazu ein, gemeinsam den Weg des Friedens zu gehen.</div><div><br></div><div>Dieser Versuch muss nicht erfolgreich sein, aber er muss unternommen werden, <span class="fs14lh1-5"><b>bevor</b></span> es zum Krieg kommt. Krieg kann nur die letzte, eigentlich die unmögliche Möglichkeit sein. Sollte er geführt werden, dann muss er im Bewusstsein geführt werden, Schuld auf sich zu laden. Jede Kriegsbegeisterung ist daher als unchristlich abzulehnen. Man kann sich nicht oft genug klarmachen, was Krieg bedeutet: Im Kampf auf Leben und Tod gehen alle Werte verloren, es herrscht ethisches Chaos. Der Mensch wird zum reißenden Tier. Nicht die Vernunft regiert, sondern der nackte Überlebenswille. Gewalt wird zum Alltag, alle Dämme brechen. Im Chaos der Krieges gehen alle ethischen Maßstäbe verloren. Es gibt keinen ethisch geführten, keinen sauberen Krieg, wie uns die Videoaufnahmen von gezielten Bombenangriffen weismachen wollen. Krieg ist kein Videospiel. Es gibt keinen Krieg, der vor Gott gerechtfertigt ist.</div><div><br></div><div>Weil das so ist, ist jede Kriegstreiberei und Kriegspropaganda im Vorfeld des Krieges unchristlich. Der Krieg wird, bevor er begonnen hat, durch Unwahrheiten vorbereitet. Der vermeintliche Feind wird verteufelt. Die sowieso meist herrschende Sicht „Wir sind die Guten, die anderen die Bösen" wird auf die Spitze getrieben. All das widerspricht der christlichen Feindesliebe.</div><div><br></div><div>Wer kann im Krieg noch entscheiden, was dem Schutz der eigenen Bevölkerung dient und was nicht? Wer kann entscheiden, welche Maßnahme verhältnismäßig ist und welche nicht? Vielleicht notwendige Gewalt und nicht notwendige Gewalt vermischen sich im Krieg untrennbar miteinander. Nicht einfach der Feind wird bekämpft, sondern auch unschuldige Männer, Frauen und Kinder. Was Krieg bedeutet, zeigen die Soldaten, die aus Kriegseinsätzen zurückkehren und oft bis an ihr Lebensende traumatisiert sind.</div><div><br></div><div>Christinnen und Christen müssen sich, bevor sie den Beruf des Soldaten ergreifen, fragen, ob sie die ethische Verwahrlosung mitmachen wollen, die mit dem Krieg eintritt. Im Krieg werden die ethischen Maßstäbe der einzelnen Soldatin schwerlich aufrecht zu erhalten sein. Keine Soldatin kann bei jeder einzelnen Aktion überlegen, ob diese Aktion ethisch zu rechtfertigen ist. Im Normalfall gilt ganz einfach der Gehorsam gegenüber dem Befehl. Zum Krieg untauglich ist eine Soldatin, die bei jeder Aktion langwierige eigene Überlegungen anstellen will. Mit dieser Situation muss eine Soldatin, die Christin ist, leben können. Die Frage wird sein: Ist es dann überhaupt noch möglich, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen?</div><div><br></div><div>Eine weitere Frage ist, ob die herrschende geostrategisch-misstrauische Betrachtung, die in Machtbereichen und Bündnissen denkt, den Frieden dauerhaft sichern kann. Widerspricht es nicht schon der christlichen Grundeinstellung, wenn man die Welt in Machtbereiche einteilt und sein Augenmerk nur darauf richtet, dass man dabei nicht ins Hintertreffen gerät, möglichst sogar einen machtpolitischen Vorteil gegenüber dem vermeintlichen Gegner erlangt? Wenn der christliche Glaube davon ausgeht, dass wir in jedem Fall in Gottes Hand sind, wird die Sicherung von Machtbereichen geradezu entbehrlich. Man kann dann auch bereitwillig ein Wagnis eingehen, kann sich zumindest ein Stück weit schwach machen, um Vertrauen zu schaffen und das eigene Bedrohungspotential zurückzunehmen. Selbstzurücknahme gehört zur Liebe, auch zur Feindesliebe.</div><div><br></div><div>Ist das naiv? Vielleicht gehört es zur Feindesliebe, angesichts weltlicher Überlegungen als naiv dazustehen. Aber hier gilt, was Paulus unübertrefflich festgehalten hat: Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott, und umgekehrt ist die Torheit Gottes weiser als Menschen (1Kor 1,25; 3,19).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die rechtliche Situation der Soldatinnen und Soldaten</div><div><br></div><div>Wer den Beruf des Soldaten ergreift, schließt einen Vertrag mit der Bundeswehr, in dem er sich dazu verpflichtet, Kriegsdienst zu leisten. Dazu gehört die Verpflichtung, Befehlen zu gehorchen. Zugleich bleibt dem Soldaten aber die im Grundgesetz verbürgte Gewissensfreiheit, die es ihm erlaubt, auch im Dienst noch einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zu stellen.</div><div><br></div><div>Das Bundesverwaltungsgericht hat im Jahr 2006 dem Gewissenskonflikt des Majors Florian Pfaff Vorrang vor der Gehorsamspflicht eingeräumt. Pfaff betrachtete den Irak-Krieg als völkerrechtswidrig und die Beteiligung der Bundeswehr als verfassungs- und völkerrechtswidrig. Das ist ein Beispiel für eine Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen, die an einer aktuellen Situation orientiert war.</div><div><br></div><div>Das Leitbild des Soldaten als „Staatsbürger in Uniform" weist in dieselbe Richtung. Jeder Soldat ist an die Grundrechte gebunden und soll deshalb nicht blind gehorchen, sondern seinem Gewissen verpflichtet Verantwortung als Staatsbürger übernehmen.</div><div><br></div><div>Nach dem Soldatengesetz muss ein Befehl dann nicht ausgeführt werden, wenn er nicht dienstlichen Zwecken dient, wenn bei seiner Ausführung eine Straftat begangen würde oder wenn seine Ausführung gegen die Menschenwürde verstoßen würde.</div><div><br></div><div>Der ehemalige Richter am Bundesverwaltungsgericht Dieter Deiseroth hat darüber hinaus festgestellt, dass ein Befehl dann nicht ausgeführt werden muss, wenn er gegen das Verbot eines Angriffskrieges verstößt, wenn er gegen die allgemeinen Regeln des Völkerrechts verstößt (wie im obigen Fall von Major Pfaff vorgetragen) oder wenn er widersprüchlich, seine Ausführung objektiv unmöglich oder der Befehl durch eine grundlegende Veränderung der Lage sinnlos geworden ist.</div><div><br></div><div>In der Praxis werfen diese Vorgaben allerdings schwerwiegende Fragen auf: Woher soll eine Soldatin wissen, ob ein Einsatz völkerrechtswidrig ist, wenn er sich an der Grenze des Völkerrechts bewegt? Wie soll sie ihre Entscheidung begründen, ohne juristische Vorkenntnisse zu besitzen? Woher soll sie den Mut nehmen, sich ihren Vorgesetzten zu widersetzen? Wie steht sie vor ihren Kameradinnen und Kameraden da, die sich von ihr im Stich gelassen fühlen? Welche Stellung hat sie nach dem von ihr verweigerten Einsatz in der Truppe?</div><div><br></div><div>All diese Fragen machen es unglaublich schwer, wenn nicht unmöglich, im konkreten Fall den Gehorsam gegenüber einem Befehl zu verweigern. Der Fall des Major Pfaff zeigt, dass man offenbar bereit sein muss, sich in eine juristische Auseinandersetzung zu begeben, die erst an höchstrichterlicher Stelle entschieden wird. Das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform" ist theoretisch sicherlich eine feine Sache. Es ist aber in der Praxis nur unter äußerst schwierigen Bedingungen und sehr unangenehmen Folgen für den Soldaten zu verwirklichen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Kann ich als Christ Soldat oder Soldatin werden?</div><div><br></div><div>Wer Gewalt grundsätzlich ablehnt, kann nicht Soldat werden. Jede Soldatin und jeder Soldat wird sich vor seiner Verpflichtung bei der Bundeswehr fragen müssen, ob er zum Töten auf Befehl bereit ist; ob er damit wird leben können, Menschen zu töten und das vor Gott wird verantworten können; ob er das todbringende Chaos und Unrecht auf beiden Seiten wird ertragen können (Frauen werden vergewaltigt, Kameraden sterben, die junge Mutter auf der anderen Seite stirbt); ob er den angeblich guten Zweck, der das Mittel des Tötens heiligen soll, als Christ immer wird unterstützen können.</div><div><br></div><div>Soldatinnen sollen nicht vorrangig sich selbst, sondern die Bevölkerung schützen. Wer Soldatin werden will, sollte sich fragen, wie ein Schutz der Bevölkerung am besten möglich ist. Soll man politisch weiter verhandeln und Vertrauen schaffen oder eine militärische Auseinandersetzung beginnen? Wann ist dieser eine äußerste Punkt gekommen, an dem kein Weg an einem Krieg vorbeizugehen scheint? Kann ein Krieg überhaupt die eigene Bevölkerung schützen? Im zweiten Weltkrieg jedenfalls war das nicht möglich. Ist das im Atomzeitalter anders? Eine Soldatin kann das nicht in jeder neuen Situation aufs Neue entscheiden, sondern muss sich der Struktur von Befehl und Gehorsam grundsätzlich einordnen (siehe oben die Überlegungen am Ende von Abschnitt 3). Ist das überhaupt möglich für eine Christin, die Gott mehr gehorchen will als den Menschen?</div><div><br></div><div>Wer als Christ Soldat wird, muss Mut mitbringen – auch den Mut, daran festzuhalten, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen, also den Vorgesetzten. Ein Christ wird nicht grundsätzlich darauf vertrauen, dass seine Vorgesetzten richtig oder gar im Sinne Gottes handeln. Er wird deshalb nicht fraglos jeden Befehl befolgen. Er muss also willens sein, sich das kritische christliche Bewusstsein zu bewahren und gegebenenfalls Befehle zu verweigern.</div><div><br></div><div>Geht man vom Gebot der Feindesliebe aus, muss man damit rechnen, in der Truppe als töricht zu erscheinen. Man geht das Risiko ein, sich tiefgehenden Konflikten auszusetzen und als Christin in eine Außenseiterposition zu geraten. Jede Soldatin sollte sich fragen, ob sie das aushalten kann.</div><div><br></div><div>Diese Entscheidung kann nur jeder einzelne selbst treffen. Der Christ wird dabei auch aus dem Gebet leben: Er wird von Gott eine Klärung seiner Position erbitten.</div><div><br></div><div>Im Grunde stellt sich immer wieder die Frage nach der Gewalt in einer unvollkommenen Welt. Ist Gewalt in dieser Welt unausweichlich? Gibt es Alternativen? Ist die Bereitschaft zum Leiden eine Alternative: lieber Leid ertragen als Leid zufügen? Oder muss ausufernde Gewalt in Grenzfällen mit Gegengewalt beantwortet werden, um Leid zu vermeiden? Wann aber ist ein solcher Grenzfall erreicht? Wann sind alle anderen Möglichkeiten wirklich ausgeschöpft? Ist die geostrategische Betrachtungsweise überhaupt in der Lage, alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen und Vertrauen zu schaffen (siehe oben am Ende von Abschnitt 3)? Ist nicht in einer solchen politischen Sichtweise schon das Misstrauen gegenüber einem „Feind" vorausgesetzt – also das Gegenteil von Feindesliebe, die das Gegenüber nicht auf seine Bösartigkeit reduziert?</div><div><br></div><div>Diese Fragen wurden und werden in der Christenheit unterschiedlich beantwortet. Die Positionen reichen vom Pazifismus bis zur Führung eines Krieges als letzte Möglichkeit. Letztlich werden jeder Christ und jede Christin in ihrer Verantwortung vor Gott eine Entscheidung treffen müssen, wo sie sich positionieren – und ob sie sich dazu verpflichten, sich aktiv an einem Krieg zu beteiligen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div class="mb1"><b class="fs11lh1-5">Verwendete Literatur</b></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Brahms, Renke: „…ob Kriegsleute in seligem Stande sein können" – Soldat sein heute zwischen Gewissensentscheidung und Gehorsamsprinzip. Im Internet abrufbar unter: <a href="https://dokumen.tips/documents/ob-kriegsleute-in-seligem-stande-sein-koennen-soldat-ob-kriegsleute.html?page=1" target="_blank" class="imCssLink">https://dokumen.tips/documents/ob-kriegsleute-in-seligem-stande-sein-koennen-soldat-ob-kriegsleute.html?page=1</a>.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Butting, Klara: Frieden geht. Friedensspiritualität im Gespräch mit den Psalmen 120-134. In: Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens. Ein friedenstheologisches Lesebuch. Herausgegeben vom Kirchenamt der EKD. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2019. S. 25-35. (Das Buch steht im Internet zum Download bereit: <a href="https://www.ekd.de/ekd/renke-brahms-lesebuch-frieden-50967.htm" target="_blank" class="imCssLink">https://www.ekd.de/ekd/renke-brahms-lesebuch-frieden-50967.htm</a>)<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Dietrich, Walter: Gerechtigkeit und Frieden. Eine biblische Grundlegung. In: Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens (siehe oben). S. 37-52.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Haspel, Michael: Frieden im Zeitalter der Unsicherheit. Friedensethik in neuen Kontexten. In: Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens (siehe oben). S. 53-66.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Zink, Jörg: Erst die Liebe zum Feind schafft Frieden. In: Margot Käßmann / Konstantin Wecker (Hg.): Entrüstet euch! Warum Pazifismus für uns das Gebot der Stunde bleibt. Texte zum Frieden. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 2015. S. 153-157.</span><br></li></ul></div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><span class="fs11lh1-5">Foto: Couleur auf Pixabay.</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 15 Apr 2021 08:25:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was ist Freiheit?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000092"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was ist Freiheit?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/04/2021</span></div><div><br></div><div>Wir fühlen uns gemeinhin frei, wenn es uns möglich ist, ohne Zwang, Einmischung und Beschränkungen Entscheidungen treffen zu können. Und dann auch so zu handeln, wie wir uns entschieden haben. Kurz gesagt: Wir fühlen uns frei, wenn wir tun und lassen können, was wir wollen.</div><div><br></div><div>Wir wissen zwar, dass unsere Freiheit begrenzt ist. Wir dürfen niemanden schädigen. Wir sind an Gesetze gebunden, die das Zusammenleben regeln.</div><div><br></div><div>Wir wissen auch, dass wir im praktischen Leben in Verhältnisse eingebunden sind, die unsere Freiheit begrenzen. Wir können zum Beispiel unsere Verpflichtungen in der Familie, in der Schule und im Beruf nicht einfach vernachlässigen.</div><div><br></div><div>Dennoch ist es ein hohes, vielleicht das höchste Ideal des modernen Menschen, möglichst frei leben zu können. Ich will mein eigener Herr und meines Glückes Schmied sein. Darum lasse ich mir nicht gern in meine Entscheidungen hineinreden.</div><div><br></div><div>Aber könnte Freiheit nicht auch etwas ganz anderes sein? Könnte Freiheit nicht bedeuten, dass ich bedingungslos akzeptiert, anerkannt, ernst genommen, geliebt bin? Ist nicht das die höchste Freiheit, dass ich geliebt bin als der Mensch, der ich bin – mit meinen Ecken und Kanten, Fehlern und Aggressionen, mit meinen Krankheiten und Leiden, mit meinen Verletzungen und Traurigkeiten, mit meinem Egoismus und den Verletzungen, die ich anderen zufüge?</div><div><br></div><div>Ich fühle mich dann frei, wenn jemand zu mir sagt: „Es ist gut, dass es dich gibt – so, wie du bist, mit alldem, was nicht gut an dir ist, was du selbst an dir nicht magst und was andere zu Recht an dir nicht mögen; mit alldem, was falsch gelaufen ist in deinem Leben und was du selbst falsch gemacht hast – es ist gut, dass es dich mit alldem gibt!"</div><div><br></div><div>Es wird nur wenige Menschen geben, die das von uns sagen. Aber gerade diese Menschen brauchen wir. Und nun sagt auch Gott genau dies zu dir: „Es ist gut, dass es dich gibt!" Der Gott, vor dem wir vielleicht ein schlechtes Gewissen haben oder an den wir gar nicht glauben. Der Gott, der alles Recht hätte, uns zu verurteilen und nichts mit uns zu tun haben zu wollen – dieser Gott findet es gut, dass es dich gibt. Er sucht dich, deine Nähe, und er will ein gutes Leben für dich.</div><div><br></div><div>Und weil dieser Gott das Beste für dich will, weil er dein Leben in gute Bahnen lenken will, darum macht es dich frei von Ängsten, ganz seinem guten Willen für dich zu vertrauen und das zu tun, was ER will – denn es ist nur Gutes. Dieser Gott macht keine sinnlosen Vorschriften. Alles, was er von dir will, dient der Welt und dir selbst, dem geliebten Kind, das DU bist.</div><div><br></div><div>Unsere Freiheit besteht also gar nicht darin, tun und lassen zu können, was wir wollen. Das ist der große Irrtum des modernen Menschen. Unsere Freiheit besteht vielmehr darin, zu wissen, dass Gott es gut findet, dass es uns gibt, und dann im Einvernehmen mit Gottes Willen zu leben, weil dieser Wille nur das Beste für die Welt und uns selbst will.</div><div><br></div><div>Weil ich das weiß, folge ich gern und freiwillig Gottes Willen. Ich muss mich nicht dazu zwingen, denn sein Wille soll mein Wille sein. Ich fühle mich frei, wenn ich seinem Willen, der auch mein Wille ist, folge.</div><div><br></div><div>In Unfreiheit begibt sich, wer das Gute für sich selbst und die Welt unabhängig von Gottes Willen sucht; denn er versucht, sein Leben darauf zu gründen, dass er selbst und andere es gut finden, dass es ihn gibt.</div><div><br></div><div>Frei fühlt sich derjenige, der sein Leben darauf gründet, dass Gott es immer schon gut findet, dass es ihn gibt. Er braucht deshalb nicht mehr dafür zu sorgen, dass es gut ist, dass es ihn gibt. Er kann ganz mit Gottes Willen einverstanden sein und in Gottes Willen das Gute für sich selbst und die Welt finden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 11 Apr 2021 15:56:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ein christliches Narrativ]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000090"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ein christliches Narrativ</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/04/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Menschen leben von Erzählungen, die ihr Leben abbilden und deuten. Man spricht heute von Narrativen (von lat. <span class="fs14lh1-5"><i>narrare</i></span> = erzählen). Narrative beeinflussen unser Denken und Fühlen, unsere Werte und unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit.</div><div><br></div><div>Ein bekanntes Narrativ ist zum Beispiel „Vom Tellerwäscher zum Millionär". Es erzählt von der Möglichkeit, mit nichts anzufangen und dennoch reich zu werden. Dieses Narrativ kann für einzelne Menschen und eine ganze Gesellschaft zum Ansporn werden, trotz schlechter Ausgangsposition ein großes Ziel ins Auge zu fassen, für das Erreichen dieses Zieles zu arbeiten und bei Rückschlägen nicht aufzugeben.</div><div><br></div><div>Unterschiedliche Kulturen haben unterschiedliche Narrative. Auch Religionen leben von Narrativen. Meine Frage ist: Welche Narrative herrschen in unserer Kultur?</div><div><br></div><div>Menschen fragen nach dem Sinn ihres Lebens. Besonders im Leiden bricht diese Frage auf. Man kann auch nach dem Sinn der Pandemie fragen – jedenfalls dann, wenn man nicht schon alles Fragen nach einem Sinn aufgegeben hat.</div><div><br></div><div>Ein in unserer Kultur herrschendes Narrativ scheint mir zu sein: „Wir können Leid vermeiden". Dieses Narrativ erzählt die Geschichte des Menschen, der durch technischen und kulturellen Fortschritt das Wohlbefinden steigert. Die Medizin kann viel Leid vermeiden und lindern. Das erwarten wir auch von ihr. Darum gibt es das Narrativ von den "Göttern in Weiß". Und wenn das Leid schon nicht ganz zu vermeiden ist, muss es entweder mit positiven Erlebnissen überspielt oder so schnell wie möglich beendet werden.</div><div><br></div><div>Doch das verdrängte oder vermiedene Leid kommt umso überraschender zurück. Irgendwann lässt es sich weder verdrängen noch vermeiden. Dann ist der Mensch irritiert, deprimiert oder wütend. Vielleicht versucht er, das unerwartete Negative irgendwie in den Griff zu kriegen. Auch in der Pandemie kann man das beobachten.</div><div><br></div><div>Für Christinnen und Christen gibt es ein anderes Narrativ. Dietrich Bonhoeffer hat es im Gefängnis so formuliert:</div><div><br></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,</i></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Gutes entstehen lassen kann und will.</i></span></div><div data-line-height="1" class="lh1 imTACenter mt1"><span class="fs10lh1 cf1">(Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. Neuausgabe.</span></div><div data-line-height="1" class="lh1 imTACenter"><span class="fs10lh1 cf1">Chr. Kaiser Verlag München 1985. S. 20)</span></div><div><br></div><div>Bonhoeffer hat erlebt, wie viel abgrundtief Böses in dieser Welt geschieht. Er hat auch am eigenen Leib erfahren, dass Gott Böses geschehen lässt. In diesen schmerzhaften Erfahrungen lebt er von dem Glauben, dass Gott auch aus dem Bösesten noch Gutes werden lassen kann.</div><div><br></div><div>Ein biblisches Beispiel dafür ist die Josephsgeschichte im Alten Testament (1Mo/Gen 37-50). Diese Geschichte erzählt davon, wie Joseph von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft wird, wie er in Ägypten Karriere am Hof des Pharao macht und wie seine Brüder viele Jahre später wegen einer Hungersnot nach Ägypten kommen, um Getreide zu kaufen. Dort treffen sie völlig unerwartet Joseph wieder, der inzwischen damit beauftragt ist, das ägyptische Getreide zu verkaufen. Er ist dadurch zu einem Retter vieler Hungernder geworden – auch zum Retter seiner Brüder und seines alten Vaters. Er ist vom Sklaven zum zweitmächtigsten Mann im Staat geworden.</div><div><br></div><div>Man könnte meinen, das Narrativ für die Josephsgeschichte laute: „Vom Sklaven zum Machthaber". Denn von Gott ist in der langen Geschichte kaum einmal die Rede. Es scheint, dass die ganze Geschichte durch all das Positive und Negative vorangetrieben wird, das es im Leben so gibt: Vaterliebe, Prahlerei, Neid, Eifersucht, Mordlust, Verführung, Lüge, Rechtschaffenheit, Weisheit, Undankbarkeit, Anerkennung, Aufstieg. Das alles spielt in der Josephsgeschichte eine Rolle. Gott wird nur an wenigen Punkten einmal erwähnt. Sein Wirken in all den Bosheiten, Intrigen, unglücklichen und glücklichen Wendungen ist nicht an den Ereignissen abzulesen. Es kann nur geglaubt werden.</div><div><br></div><div>Das Narrativ, das diese Geschichte prägt, wird von Joseph an einigen wenigen Stellen genannt, als er zu seinen Brüdern sagt:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr hattet zwar Böses mit mir beabsichtigt,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">aber Gott hat beabsichtigt, es zum Guten zu wenden.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(1Mo/Gen 50,20a)</span></i></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Um [viele Menschen] am Leben zu erhalten,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">hat mich Gott vor euch her gesandt.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(1Mo/Gen 45,5b)</span></i></div><div><br></div><div><div>Das Narrativ der Josephsgeschichte lautet kurz gesagt: „Gott lässt aus Bösem Gutes entstehen."</div></div><div><br></div><div>Wir Christinnen und Christen tun uns schwer damit, Leiderfahrungen mit Gott in Verbindung zu bringen. Oft stehen wir hilflos davor, sind verwirrt und verstehen Gott und die Welt nicht mehr. Zu mächtig erscheint uns das Argument, dass ein liebender Gott doch das Leid vermeiden müsste. Denn die Vermeidung von Leid ist, wie ich oben schon sagte, ein wirkungsmächtiges Narrativ unserer Zeit.</div><div><br></div><div>Müssten wir demgegenüber nicht mutig und überzeugend ein anderes Narrativ zur Geltung bringen? Müsste die Kirche nicht beharrlich bezeugen, dass Gott aus Bösem, ja aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will, anstatt dass sie sich verschämt hinter ein „Wir können uns das Böse auch nicht erklären" zurückzieht? Mit einem angesichts des Leids herrschenden Narrativ „Wir wissen auch nicht weiter" können die Menschen nichts anfangen. Sie sehnen sich nach einem Lichtblick, nach einem Sinn und Ziel, nach einem guten Ende ihrer leidvollen Erfahrungen. Laut und beständig müsste das Zeugnis der Kirche durch die Welt schallen: „Du kannst darauf vertrauen, dass eine gute Macht da ist, die aus dem Schlechten Gutes entstehen lassen wird."</div><div><br></div><div>Es geht nicht darum, diesen Satz einem leidenden Menschen vor den Kopf zu knallen. Es geht aber darum, ihm zur rechten Zeit eine Erzählung anzubieten, die seine Not aufnimmt und ihm in der Not einen Weg weist; ihm einfühlsam eine Erzählung hinzuhalten wie einen Mantel, in den er in seiner ganzen Verletzlichkeit hineinschlüpfen und sich bergen kann.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Dieses</span> Narrativ kann leidende Menschen trösten und aufbauen. Es kann ihnen die Aussicht auf ein Ende des Leids eröffnen. Sie müssen nicht in ihrem Schmerz versinken, sondern können sich der Gegenwart Gottes gewiss sein. Sie können sich daran klammern, dass kein blindes Schicksal, keine schlimmen Zufälle und keine bösen Menschen über ihr Leben bestimmen, sondern in allem Unerklärlichen und Schmerzlichen der liebende Gott.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Das</span> wäre ein Narrativ, das Menschen bewegt; das eine Gegenerzählung bildet zu dem herrschenden Narrativ von der Leidvermeidung, das nicht halten kann, was es verspricht. Ich würde mir eine überall lautstark ertönende christliche Gegenerzählung zu all den unwahren und halbwahren Narrativen dieser Welt wünschen anstatt ein verschüchtertes Christentum, das sich von diesen Narrativen beeindrucken lässt.</div><div><br></div><div>Eine Christenheit, welche sich nicht mehr getraut, Gottes Wirken in den Leiderfahrungen des Lebens zu bezeugen, lässt die Menschen in ihren Leiden allein. Es fehlt ihr der Mut, die Geschichte Jesu Christi nachzuerzählen, der durch das Leid und die Gottverlassenheit hindurch die Lebensfülle erlangt hat. <span class="fs14lh1-5"><b>Diese</b></span> Geschichte ist das Narrativ, das tröstet und Hoffnung macht.</div><div><br></div><div>Wie die Geschichte Jesu Christi zeigt, führt dieses Narrativ nicht immer dazu, dass im irdischen Leben alles gut wird. Aber das christliche Narrativ denkt weiter als bis zum Ende des irdischen Lebens. Was <span class="fs14lh1-5"><b>vor</b></span> dem Tod nicht gut wird, wird <span class="fs14lh1-5"><b>na</b></span><span class="fs14lh1-5"><b>ch</b></span> dem Tod gut. Der Blick über den Tod hinaus gehört zu diesem Narrativ.</div><div><br></div><div>Denn Gottes Geschichte mit uns endet nicht mit unserem Tod. Darum endet auch das christliche Narrativ nicht mit dem irdischen Leben, in dem wir das Leid niemals werden beseitigen können. Es endet erst mit dem himmlischen Leben, aus dem Gott alles Leid ausgesperrt haben wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 07 Apr 2021 16:04:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Zwischen Osterlachen und Hasenlachen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000008F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Zwischen Osterlachen und Hasenlachen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/04/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Ostern darf wieder gelacht werden, was man für Karfreitag und -samstag nicht so unbedingt behaupten kann (siehe den Artikel <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?erfahrungen-mit-karls-freitag" class="imCssLink">Erfahrungen mit Karls Freitag</a> in diesem Blog). Darum gab es früher in der Kirche den Brauch des Osterlachens. Es war ein fester Bestandteil der Osterliturgie. Das stelle man sich mal heute vor: Ein liturgisch verordnetes herzhaftes Lachen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Das Osterlachen</div><div><br></div><div>Die Aufgabe des Pfarrers war es (Pfarrerinnen gab es damals noch nicht 😖), seine Gemeinde zum Lachen zu bringen. Er erzählte eine lustige und nicht immer ganz einwandfreie Geschichte, und die Gemeinde durfte lachen. Wie das gelang und wie kräftig und lautstark das Lachen war, ist mir leider nicht überliefert.</div><div><br></div><div>Möglicherweise machte es den Pfarrern Schwierigkeiten, die Gemeinde zu erheitern. Denn im Spätmittelalter versuchten sie es manchmal sogar mit obszönen Handlungen und Worten. Aus Gründen des Anstands habe ich es mir verkniffen, weiter zu recherchieren, worin genau die Obszönitäten bestanden. Jedenfalls kritisierten die Reformatoren die offenbar vorliegenden Entgleisungen und verbannten das Osterlachen aus den Gottesdiensten. Seitdem ist auch zu Ostern ein Stück Heiterkeit aus unseren Gottesdiensten verschwunden.</div><div><br></div><div>Heute jedenfalls entlockt man den Gottesdienstbesuchern vielfach nur ein mildes Schmunzeln. Zu ernst scheint die Sache des Gottesdienstes zu sein, und zu ungewöhnlich ist es, bei dieser ernsten Sache zu lachen. Lautes Gelächter wird offenbar in etlichen Gemeinden immer noch als etwas empfunden, was der Situation nicht angemessen ist. Immerhin stehen (oder sitzen) wir ja im Gottesdienst vor Gott. Und bei Gott gibt es nichts zu ... – aber das kann eigentlich nicht sein.</div><div><br></div><div>Bleiben wir lieber bei früher: Der Sinn des Osterlachens bestand nicht darin, dem Pfarrer seinen Humor zu bestätigen, sondern dem Tod ins Gesicht zu lachen. Der (hoffentlich nicht der Pfarrer, sondern der Tod) hatte sich an Christus verschluckt und der Lächerlichkeit preisgegeben, meinte man. Keine schlechte Idee, finde ich, wenn man die Vorstellung einmal wörtlich nimmt: Christus raubt dem Tod die Luft, so dass der sich selbst verschluckt, also irgendwie in sich selbst verschwindet und deshalb auch nicht mehr ernst genommen werden muss. Das ist der vorweggenommene Tod des Todes.</div><div><br></div><div>Man lachte also diesem vom Tod gezeichneten Tod ins Gesicht. Der war zwar nicht unmittelbar anwesend, stattdessen stand vorne der Pfarrer (der hoffentlich mehr Leben und Freude ausstrahlte als der Tod) – aber man machte jedenfalls ernst damit, angesichts der Auferstehung Jesu einmal herzhaft zu lachen. Gut so! Den Tod hat es sicher geärgert, vielleicht ist er auch deshalb gar nicht erst erschienen. Möglicherweise hatte er auch Sorge, sich nochmal heftig zu verschlucken.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Das Osterhasen- und Enkelchenlachen</div><div><br></div><div>Heute muss der Tod keine Angst mehr haben, sich zu verschlucken, weil wir ihn so gut es geht ignorieren und verdrängen, statt über ihn zu lachen. Als moderne aufgeklärte Menschen lachen wir nicht mehr dem Tod ins Gesicht, sondern dem Osterhasen. Der sieht ja auch viel lustiger aus als der Tod, und er bringt so schöne bunte Eier. Wir lachen auch gern über das Enkelchen, das sich so rührend über die vom Osterhasen versteckten Eier freut.</div><div><br></div><div>Dagegen ist eigentlich nichts zu sagen. Man kann auch über beides lachen: den Tod und das Enkelchen. Natürlich fällt uns das beim Tod bedeutend schwerer als beim Enkelchen, das so viel Lebensfreude ausstrahlt. Und außerdem erblicken wir ja im Enkelchen so etwas wie die Fortsetzung unseres eigenen Lebens, auch wenn es das natürlich nicht wirklich ist. </div><div><br></div><div>Wenn sich unser Lachen aber auf das Enkelchen beschränken sollte, sind wir in eine gewisse Schieflage geraten. Auf dieser schiefen Ebene rutschen wir – es tut mir leid, das sagen zu müssen – immer dem Tod entgegen. Und zwar (der Ehrlichkeit halber muss man es hinzufügen) sogar mit dem Enkelchen an der Hand. Darum wäre ein herzhaftes Lachen über den Tod eine echte Befreiung aus dieser Schieflage.</div><div><br></div><div>Leider fällt in diesem Jahr für viele Menschen das Enkelchen-Lachen aus. Wegen Corona. Das ist gemein, weil es gerade sowieso so wenig zu lachen gibt, weil alle Theater, Kinos, Museen, Clubs, Restaurants, Cafés, Hotels, Ferienwohnungen und was es sonst noch so Schönes auf Gottes Welt gibt geschlossen sind (außer der schönen Schöpfung selbst, die ist geöffnet). Was aber gibt es dann überhaupt noch zu lachen an Ostern?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Das Lachen über uns selbst</div><div><br></div><div>Ich habe einen Vorschlag: Vielleicht können wir mal herzhaft über uns selber lachen. Über das bisschen Restreligion in den hintersten Winkeln unserer Seele. Und über unsere hochgeschätzte Vernunft, die für alles eine Erklärung parat hat. Und über unsere genervte Unzufriedenheit, weil der Urlaub dieses Jahr so unsicher ist und darum unser Leben gar keinen Sinn mehr zu haben scheint, weshalb wir auch so „mütend" sind (ein neues Mixwort aus „müde" und „wütend").</div><div><br></div><div>Um mit dem letzten zu beginnen: Hat es nicht eine gewisse Komik, dass wir, die noch nie einen Krieg, eine Hungersnot oder eine Pest erlebt haben, die ganze Landstriche leer fegt – hat es nicht eine gewisse Komik, dass wir es kaum ertragen können, ein Jahr (oder sind es gar eineinhalb Jahre?) ohne Urlaub auszukommen?</div><div><br></div><div>Gut, Corona ist für uns alle eine Herausforderung. Manche leiden mehr darunter, andere weniger. Dennoch: Verglichen mit dem, was andere Menschen in vergangenen und gegenwärtigen Zeiten durchmachen mussten und müssen, sind die Einschränkungen, die die meisten von uns treffen, doch eher Peanuts. Manche meinen, sie müssten dennoch auf die Straße gehen und gegen diese Einschränkungen demonstrieren. Das zeugt eher davon, das eigene Leben mit seinen gewohnten Bequemlichkeiten allzu ernst zu nehmen, als davon, einmal über sich selbst lachen zu können. Statt zu lachen, setzt man sich lieber einen Aluhut auf.</div><div><br></div><div>Der widerspricht nun wirklich aller Vernunft. Aber mit unserer Vernunft ist es eben auch nicht so weit her, wie wir uns immer eingebildet haben. Da schafft es der Mensch, der mit einer so ausgesprochen leistungsfähigen Vernunft ausgestattet ist, in eineinhalb Jahren nicht, das winzige vernunftlose Virus in seine Grenzen zu verweisen. Stattdessen richtet er ein endloses Lockdown-Öffnungs-Test-Impf-Chaos an. Irgendwie scheint eher das vernunftlose Virus uns Vernunftbegabte unsere Grenzen aufzuweisen.</div><div><br></div><div>Wir sind doch die Herren der Natur und der Geschichte, dachten wir immer. Wir haben alles im Griff. Wir wissen fast alles und können fast alles. Nun zeigt sich: Wir wissen nach eineinhalb Jahren immer noch nicht, was wir tun sollen. Und wenn wir etwas wissen, entbrennt sogleich der Streit darüber, ob denn dieses Wissen wirklich richtig ist und was aus ihm folgt. So bewegen wir uns im Dauerkreislauf „Runter mit den Inzidenzen – Rauf mit den Inzidenzen". Das ist doch ein ganz guter Stoff für eine Komödie, oder? Also alle mal herzhaft lachen!</div><div><br></div><div>Aber schon bleibt uns das Lachen im Halse stecken. Denn immerhin hat uns dieses vermaledeite Virus den Tod vor Augen gestellt. Fast alle bewährten Mechanismen, ihn zu verdrängen, sind ausgefallen. Zerstreuung ist kaum noch möglich. Überall begegnet nur Corona. Das ist kaum auszuhalten, denn Corona bedeutet Lebensgefahr. Also ignorieren manche das Virus so gut es geht. Andere buchen den Endlich-mal-raus-Urlaub auf Malle. Wieder andere machen trotzdem Party oder setzen sich einen Aluhut auf ...</div><div><br></div><div>Mein Vorschlag: Einfach mal über den Tod lachen. Schließlich ist Ostern.</div><div><br></div><div>Ja, ich weiß, dass über den Tod zu lachen gar nicht einfach ist. Eigentlich sogar unmöglich. Aber wenn Ostern wirklich einen Sinn hat ...</div><div><br></div><div>Mit ein bisschen Restreligion stellt sich das Osterlachen allerdings nicht ein. So einfach lässt sich der Tod nicht vertreiben. Die mühsam hervorgekramte Restreligion beschwert sich eher über den Gott, den es angeblich gibt, der aber nichts gegen Corona tut.</div><div><br></div><div>Seien wir ehrlich: Über den Tod zu lachen ist nicht unsere Sache. An ein Leben danach zu glauben auch nicht. Wir sind dabei sogar in guter Gesellschaft. </div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Das fehlende Lachen der Follower-Gemeinde</div><div><br></div><div>Die ersten, die entdeckten, dass Jesus offenbar nicht vom Tod verschluckt war, waren nach den Evangelien Frauen. Die erzählten es den Jüngern (heute würden wir sagen <span class="fs14lh1-5"><i>follower</i></span>). Diese Männergesellschaft aber tat, was Männer so tun, wenn sie neue Informationen bekommen: Sie ließen erstmal die kritische Vernunft sprechen. Und die sagte: Stimmt nicht. Ist unlogisch. Kann gar nicht sein. Glauben wir nicht (Mk 16,11; Lk 24,11). Die Restreligion glaubt halt nur, was sie sieht. So ist sie fixiert auf die nackten Fakten. Nur was beweisbar ist, ist real.</div><div><br></div><div>Ein restreligiöser Spezialfall war der Jünger Thomas. Der glaubte nicht mal den männlichen Jüngern, dass Jesus lebte. Er wollte Jesus mit eigenen Augen sehen und mit eigenen Händen fühlen (Joh 20,25). Also ein echt fortschrittlicher Typ. Hat er doch den modernen, an erfahrungsbasiertem Wissen orientierten Menschen glatt vorweggenommen.</div><div><br></div><div>Natürlich haben alle Jünger und Jüngerinnen Jesu schließlich doch noch zum Osterglauben gefunden. Und damit auch zum Osterlachen (damals noch ganz unliturgisch, aber dafür ehrlich).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Aber es kann noch schlimmer kommen als bei Thomas und den anderen Jüngern.</span> Da gab es zwei Ex-Follower Jesu, die die Lebendigkeit ihres gestorbenen Meisters selbst dann nicht wahrhaben wollten, als er ihnen persönlich begegnete (Lk 24,13-35). Sie hatten Jerusalem schon verlassen und waren völlig frustriert auf dem Rückweg in ihr Heimatdorf. Die Zeit mit Jesus – offenbar ein schrecklicher Irrtum, vertane Zeit, und so blieb nichts, als wieder in das alte Leben einzusteigen. Da gesellte sich Jesus zu ihnen. Aber die beiden waren so sehr auf die nackten Fakten konzentriert, dass sie ihn nicht erkannten.</div><div><br></div><div>Das Phänomen ist uns nicht unbekannt: Was nicht real sein kann, muss man nicht ernst nehmen. Alles Hirngespinste. Wir glauben nicht an Märchen und nicht an Wunder. Also geschehen auch keine. Die Logik geht so: Tot ist tot. Das sind die Fakten. Nur Fakten zählen. Jede Ursache hat eine Wirkung. Und wenn das Gehirn aussetzt, ist der Mensch unweigerlich tot und wird nicht wieder lebendig. Was tot ist, ist und bleibt tot. Ursache – Wirkung: fertig.</div><div><br></div><div>Irre: Wir wollen Gott in dieses Schema pressen. Ist das Logik oder einfach nur irre?</div><div><br></div><div>Zuletzt haben die beiden Jesus dann doch noch erkannt, als er beim Mahl das Brot brach und ihnen gab. Also als er mit ihnen das Leben teilte. Und just in diesem Moment verschwindet er vor ihren Augen. Dem Glauben bleibt also doch nichts anderes, als dem Unsichtbaren zu vertrauen. Von Gott können wir weder ein Foto machen noch ihn im Experiment objektivieren. Hier gibt es nichts zu beweisen.</div><div><br></div><div>Zur Rettung der Männerehre muss gesagt werden, dass es auch manchen Frauen nicht besser erging. Wenn auch aus anderen Gründen. Eine von ihnen, Maria, stand zu Tode betrübt, verzweifelt und weinend am Grab Jesu. Der Evangelist berichtet, dass Jesus sie plötzlich anspricht (Joh 20,11-16). Aber auch sie erkennt ihn nicht, sondern meint, es sei der Gärtner. Sie ist nicht deshalb blind für den Auferstandenen, weil sie in einer Logik befangen ist, sondern von ihren Gefühlen überwältigt. Beides, uns beherrschende Logik und uns beherrschende Gefühle, können uns den Blick für die Realität verstellen.</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>(Anmerkung für Gendersensible: Ich weiß, dass ich hier sehr schematisch über männliche und weibliche Verhaltensweisen schreibe. Bitte nicht zu ernst nehmen! Maria könnte auch ein Marius und Thomas eine Thomasina sein.)</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Die Szene ist dennoch nicht ohne Humor: Jesus als Gärtner? In Arbeitskleidung? Mit einer Schaufel in der Hand? Oder einer Staude, die er gerade einpflanzen wollte? Aber darin liegt auch ein tiefer Sinn: Der, der das Leben selbst ist (der Grund unseres Seins), wird mit dem verwechselt, der das Leben pflegt. Jesus als biologische Pflegekraft sozusagen. Das ist restreligiös; zu wenig für den Herrn über Leben und Tod.</div><div><br></div><div>Dann aber sagt Jesus nur ein einziges Wort, und sie erkennt ihn: „Maria!" In welchem Tonfall mag Jesus dieses eine Wort „Maria" gesagt haben? Leider verfügen wir über keine Tonaufnahme (dafür hätte Gott ja nun wenigstens sorgen können!). War es ein zorniges: „Maria, reiß dich zusammen! Du wirst mich doch wohl noch erkennen!" Oder ein trauriges: „Maria, ich bin tief enttäuscht, und es tut mir weh, dass du mich nicht erkennst." Oder ein liebevolles: „Maria, ich bin's. Ich habe dich doch in unseren Gesprächen so oft liebevoll bei deinem Namen genannt." Wie Jesus es gesagt hat, wissen wir nicht. Ich plädiere für das Letztere: An seiner Liebe hat Maria Jesus erkannt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Das Lachen der vom Tod Gezeichneten</div><div><br></div><div>Die Liebe Gottes ist der Sinn auch des Osterfestes. Sie geht so weit, dass selbst der Tod sie nicht aufhalten kann. Der liebende Gott lässt die, die durch den Tod gegangen sind, nicht los. Sie sind weder vergessen noch vergangen. Gott liebt sie so sehr, dass er mit ihnen zusammen sein will – für immer und ewig.</div><div><br></div><div>Für die Restreligion in den hintersten Winkeln unserer Seele ist das nicht sichtbar. Darum hat sie im Angesicht des Todes nichts zu lachen. Wenn wir es bei ihr belassen wollen, dann sollten wir lieber ehrlich dem Osterhasen ins Gesicht lachen. Viel weiter reicht nämlich die Restreligion nicht. Wer mehr will, muss sich schon auf den Gott in Jesus Christus einlassen. Dann wird es wirklich spannend.</div><div><br></div><div>Dann wird es aber auch schmerzhaft. Trauer, Enttäuschung und Lebensfrust sind nicht ausgeschlossen, wie die obigen Beispiele der Jüngerinnen und Jünger Jesu zeigen. Jesus steht uns nicht zur Verfügung, sondern entzieht sich auch. Gott verlässt uns.</div><div><br></div><div>Von den Wunden des Lebens und Sterbens bleiben auch die Glaubenden nicht verschont. Das Osterlachen ist ein Lachen, das durchs Weinen hindurchgegangen ist. Ein Leben, das den Tod kennengelernt hat – und dennoch Gottes Sieg über ihn glaubt.</div><div><br></div><div>Wer mehr will als Restreligion, darf das Weinen und den Tod nicht scheuen. Wir werden beides sowieso nicht los. Aber wir können im Glauben an den Gott, der Weinen und Tod überwunden hat, mit ihnen leben lernen. Ohne zu verzweifeln.</div><div><br></div><div>So sind wir vom Tod Gezeichnete, die dem Leben entgegengehen. Denn zuletzt wird nichts als Lachen und Rühmen sein (Ps 126,1-3):</div><div><br></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird,</b></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>dann werden wir sein wie die Träumenden.</b></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Dann wird unser Mund voll Lachens</b></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>und unsre Zunge voll Rühmens sein.</b></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Dann wird man sagen unter den Heiden:</b></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Der HERR hat Großes an ihnen getan!</b></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Der HERR hat Großes an uns getan;</b></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>des sind wir fröhlich.</b></span></i></div><div class="imTACenter"><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 03 Apr 2021 10:12:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Erfahrungen mit Karls Freitag]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000008D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Erfahrungen mit Karls Freitag</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 01/04/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Darf man über den Karfreitag humorvoll schreiben? Wer diese Frage mit „Nein" beantwortet, den muss ich dringend bitten, nicht mehr weiterzulesen. Ich möchte niemandem den Karfreitagsernst nehmen oder die Zornesröte ins Gesicht treiben. Auch wer standhaft an traditionellen Bräuchen des Kirchenjahres hängt, sollte sich genau überlegen, ob er weiterliest.</div><div><br></div><div>Natürlich ist auch für mich der Karfreitag ein ernster Tag. Oder besser: Das, was an ihm geschehen ist, ist ein ernstes Ereignis. Wie ernst ich es nehme, habe ich in meinem Artikel <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?welchen-sinn-hatte-jesu-tod-am-kreuz-" class="imCssLink">Welchen Sinn hatte Jesu Tod am Kreuz</a> dargelegt und ist dort nachzulesen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Karfreitag gehört also zu den eher ernsten christlichen Feiertagen.</span> Aber es ist nicht verkehrt, auch ernste Dinge einmal mit Humor zu betrachten. Nicht um sie lächerlich zu machen, sondern um ihren Ernst in unverkrampfter Weise hervorzuheben. Also nicht so, wie manche sich im alleinigen Besitz der Wahrheit wähnenden Christinnen und Christen, bei denen schon die verspannten Gesichtszüge signalisieren, wie schwer und ernsthaft die Verantwortung für diese Wahrheit auf ihren Schultern lastet.</div><div><br></div><div>Ich witzele hier also nicht über den Tod Jesu am Kreuz. Der war zweifellos schrecklich. Was ich hier mit Humor betrachte, ist der Umgang des Menschen mit diesem Ereignis. Und was den Menschen betrifft – den kann man manchmal wirklich nur mit Humor ertragen. „Gott hat Humor. Sonst hätte er nicht den Menschen erschaffen", meinte schon der englische Autor Gilbert Keith Chesterton. Wer also den Mut hatte, bis hierher mitzulesen (wenn auch mit einem flauen Gefühl in der Magengegend), kann vielleicht doch weiterlesen.</div><div><br></div><div>Einer meiner Konfirmanden sprach einmal vom „<span class="fs14lh1-5"><b>Karl</b></span>freitag". Ich weiß nicht, an welchen Karl er dachte. Karl Dall vielleicht? Oder Karl den Großen? Oder gar Karl Lagerfeld? Letzterer hätte sich wahrscheinlich geehrt gefühlt, so ernst, wie er sich immer genommen hat. Aber vielleicht hieß auch einfach der Vater des Konfirmanden Karl oder sein Onkel oder sein Meerschweinchen. Wer weiß. Oder er dachte, da jeder Tag bei den Katholiken einen Namen hat, sei das nun eben Karls Freitag. Vielleicht aber hat er die Bezeichnung des Tages auch einfach von seinen Eltern übernommen. Was nicht gerade für die Eltern spricht. Aber auch nicht für die Kirche, die es so weit hat kommen lassen.</div><div><br></div><div>Wie auch immer. Die Bezeichnung eines der höchsten christlichen Feiertage als „<span class="fs14lh1-5"><b>Karl</b></span>freitag" ist jedenfalls ein anschauliches Beispiel dafür, wie weit die Entkirchlichung in unserem Land bereits fortgeschritten ist. Unglücklicherweise sah ich mich in dieser Situation natürlich sofort in der Rolle des Aufklärers. Womöglich war es eine herbe Enttäuschung für den armen Konfirmanden, oder doch eher gelehrtes Gelaber, als ich ihn darauf hinwies, dass es „<span class="fs14lh1-5"><b>Kar</b></span>freitag" heiße und dass das vom althochdeutschen Wort <span class="fs14lh1-5"><i>kara</i></span> komme, was soviel bedeute wie „Trauer, Klage".</div><div><br></div><div>Der Karfreitag ist also in Deutschland der Trauer- oder Klagefreitag. Ganz anders im englischen Sprachraum: Dort heißt er der <span class="fs14lh1-5"><i>Good Frida</i></span><span class="fs14lh1-5"><i>y</i></span>, also der Gute Freitag. Das klingt schon ganz anders. Und in Frankreich ist es der <span class="fs14lh1-5"><i>Vendredi saint</i></span>, der heilige Freitag.</div><div><br></div><div>Heilig kann man ihn nennen, ohne besonders traurig an ihm zu sein. Man stellt nur seine besondere christliche Stellung heraus, die er zweifellos hat. Und wenn man sogar <span class="fs14lh1-5"><b>Guter</b></span><span class="fs14lh1-5"><b> Freitag</b></span> sagt, ist sowieso jede Traurigkeit ausgeschlossen. Der <span class="fs14lh1-5"><b>Gute</b></span><span class="fs14lh1-5"><b> Freitag</b></span> ist ein guter Tag. Er ist ja auch ein Tag der Versöhnung, der Heilstag schlechthin.</div><div><br></div><div>Das wirft Fragen auf: Sind wir Deutsche besonders verkrampft im Umgang mit dem Tag der Versöhnung? Können wir uns über das Heil überhaupt noch freuen vor lauter Traurigkeit?</div><div><br></div><div>Ich erinnere mich lebhaft daran, was Karfreitag in meiner Jugend bedeutete. Der Tag wurde wie ein Trauertag begangen. Im Fernsehen kamen nur ernste Filme (wie laaaangweilig). Im Radio lief nur klassische Musik (noch schlimmer!!). Alle Discotheken (heute sagt man Clubs) und Jugendkneipen waren geschlossen. Sehen und gesehen werden, Tanz und Rockmusik, also alles, was das Leben schön macht, war verboten. Stattdessen verordnete Langeweile. Was für ein Tag!</div><div><br></div><div>Die Gottesdienste (die ich dann irgendwann sowieso nicht mehr besuchte) fanden ohne Glockengeläut statt, es standen keine Blumen auf dem Altar, die Liturgie musste ohne „Halleluja" auskommen, und alle Gesänge waren noch trauriger als sonst schon im Gottesdienst. Die Orgel spielte so langsam, dass einem beim Anhalten der Töne die Luft ausging, und jeder Choral zog sich wie ein nicht endender Trauerzug. Alle Leute in der Kirche guckten ganz ernst, niemand wagte zu lachen. Aber: War da nicht doch ein verschämtes Lachen zu hören nach dem Gottesdienst draußen vor der Tür? Warum aber dann nicht im Gottesdienst? Rätsel über Rätsel. Was für ein Tag! Ich hoffte nur: „Mach End, o Herr, mach Ende" (für nicht Eingeweihte: Die letzte Strophe des Liedes „Befiehl du deine Wege", EG 361).</div><div><br></div><div>Am Karsamstag begann dann wieder das Leben, und es trieb uns Jugendliche in die Fußgängerzone, wo wir immer jemanden aus einer der Jugendgruppen trafen, in denen wir uns bewegten. In den Jugendgruppen gab es Gottes Wort und obendrein noch einen Haufen liebreicher und hübscher Mädchen. Oder war's umgekehrt? Egal. In der Fußgängerzone traf man jedenfalls immer jemanden, ein dritter kam hinzu, dann noch zwei und so weiter, bis sich nach einigen Minuten eine dicke Traube langhaariger Mädchen und ebenso langhaariger Jungs gebildet hatte. Ein Kalauer jagte den anderen, und Verabredungen wurden getroffen. Das Leben kam endlich wieder zu seinem Recht.</div><div><br></div><div>Ein vorweggenommenes Ostern sozusagen. Darum nannten wir und fast alle anderen diesen Tag ja auch <span class="fs14lh1-5"><b>Oster</b></span>samstag, obwohl er eigentlich <span class="fs14lh1-5"><b>Kar</b></span>samstag hieß. Das erfuhr ich aber erst viel später. Immerhin war mir damals schon klar, dass er nicht <span class="fs14lh1-5"><b>Karl</b></span>samstag hieß. Aber das nur nebenbei. Jedenfalls durfte wieder gelacht und gekalauert werden. Wahrscheinlich hätte auch niemand noch einen zweiten freudlosen Kar-Tag ausgehalten. Darum blickten alle schon auf Ostern voraus. Ostern durfte wieder gelacht werden. Wir lachten schon am Oster... – Entschuldigung: Karsamstag.</div><div><br></div><div>Ich glaube nicht, dass Jesus so viel Traurigkeit gewollt hätte. Natürlich war es für ihn ein Tag äußerster Qualen und absoluter Verlassenheit. Insofern ist es ein trauriger Tag. Andererseits ist es ein Tag des Heils und der Befreiung von Schuld, also ein wirklich guter Freitag. Sollte man gerade an diesem Tag nicht lauthals „Halleluja" singen und den Altar mit Blumen schmücken? Auf die Gräber legen wir wie selbstverständlich Blumen. Am Todestag des Herrn fehlen die Blumen. Warum?</div><div><br></div><div>Es hängt wohl damit zusammen, dass der Karfreitag in evangelischer Tradition der Tag der Sündenvergebung ist. Dem einzelnen Christenmenschen steht seine Schuld vor Augen, die den Herrn ans Kreuz gebracht hat. Dass man bei einer solchen Haltung jegliche Lust zum Fröhlichsein verliert, dürfte ziemlich klar sein. Ähnlich gedrückt ist die Stimmung mancher Gemeindeglieder bei der Abendmahlsfeier.</div><div><br></div><div>Beim Kreuzestod Jesu geht es um etwas Ernstes – um den Ernst der Liebe Gottes. Es ist ihm so ernst damit, dass er uns trotz unserer Lust, Gott, unseren Mitgeschöpfen und uns selbst den Todesstoß zu versetzen, nicht den Garaus macht. Bei so viel Liebe bleibt Gott nur, die blinde Zerstörungswut seiner geliebten Geschöpfe zu ertragen. Dieser unendlich großen Liebe dürfen sich Christinnen und Christen von Herzen freuen. Auch am Karfreitag.</div><div><br></div><div>Jedenfalls berichtet das Neue Testament in seinen Erzählungen vom letzten Mahl Jesu mit seinen Jüngern nichts davon, dass alle in Traurigkeit versunken waren. Vielmehr sangen sie auch nach diesem Mahl, wie es sich gehörte, den Lobgesang. Trotz des bevorstehenden Todes Jesu. Und gleich nach dem Lobgesang gingen sie in den Garten Gethsemane, wo das Unheil seinen Lauf nahm.</div><div><br></div><div>Aber „Unheil" ist wohl das falsche Wort. Es war eben Heil in diesem „Unheil". Es waren die Liebe und das Leben, die stärker waren als der Tod. Darum folgt auf den Karfreitag der Ostersonntag. Für uns Jugendliche begann er schon am Karsamstag.</div><div><br></div><div>Vielleicht hat uns die katholische Kirche ja in diesem Punkt etwas voraus. Da heißt die Mahlfeier ja nicht „Abendmahl", sondern „Eucharistie" – vom lateinischen <span class="fs14lh1-5"><i>eucharistia</i></span>, und das heißt „Danksagung". Wer von Herzen „Danke" sagt, kann ja wohl kaum in Traurigkeit versinken.</div><div><br></div><div>Später dann, in meiner ersten Gemeinde als Pfarrer, stellte sich dasselbe Problem für mich in ganz anderer Weise. Wie jeden Sonntag begrüßte ich die Gottesdienstbesucher auch am Karfreitag vor der Kirchentür. Aber an diesem Tag wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Durfte ich meine Schäfchen, deren Hirte ich doch als Pastor war, am Karfreitag vor dem Gottesdienst freundlich und gelöst anlächeln? Oder musste ich sie mit todtraurigem Ernst begrüßen? In unserer dreijährigen praktischen Ausbildung hat uns diese Frage niemand beantwortet. Ehrlich gesagt, sie wurde auch nie gestellt. Wer kommt auch schon darauf, dass man sich in der praktischen Gemeindearbeit mit solchen Problemen herumzuschlagen hat?</div><div><br></div><div>Ich wollte meine Gemeindeglieder jedenfalls freunlich willkommen heißen. Wenn man sich über jemanden freut, lächelt man ihn gemeinhin an. Nicht aber am Karfreitag. Am Karfreitag war Anlächeln unpassend. Also versuchte ich, irgendein Mittelding hinzukriegen. Gut, dass ich mich selber dabei nicht im Spiegel sehen konnte.</div><div><br></div><div>Während des Gottesdienstes wurde es nicht besser. Irgendwie stolperte ich auf dem schmalen Grat zwischen Sündenzerknirschung und Gnadenfreude dahin. Nach dem Gottesdienst fühlte ich mich dreimal so angestrengt wie nach einem normalen Gottesdienst. </div><div><br></div><div>Vielleicht sollten wir uns selbst nicht so ernst nehmen. Auch unsere Sündenschuld nicht. Nicht dass sie eine Bagatelle sei, keinesfalls! Aber sie muss uns auch nicht die Lebensfreude rauben. <span class="fs14lh1-5"><b>Das</b></span> gerade nicht! Denn das Leben ist uns – trotz aller Schuld – geschenkt. Auch den Karfreitag gibt es nämlich nicht ohne den Ostersonntag. Da muss doch auch gute Laune möglich sein an so einem guten Freitag. Halleluja!</div><div><br></div><div>Mit etwas mehr Humor angesichts unserer eigenen lächerlichen Zerstörungswut wäre uns vielleicht geholfen. Wer Humor hat, neigt nämlich dazu, sich selbst nicht so ernst zu nehmen. Und das wäre schon ein erster Schritt weg von unserer elenden Gottlosigkeit und hin zu einer fröhlichen Gottesbeziehung.</div><div><br></div><div>Nur darum habe ich es gewagt, über den Karfreitag etwas augenzwinkernd zu schreiben. Wem dabei der Ernst fehlte, dem sei nochmal mein oben genannter Artikel zur Lektüre empfohlen. Allen anderen wünsche ich einen besinnlichen, aber auch dankbaren und gnadenfrohen Karfreitag.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 08:59:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["Wir sind die Guten!"]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000008C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">„Wir sind die Guten!"</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 29/03/2021</span></div><div><br></div><div>Das ist schon etwas Besonderes, dass eine Bundeskanzlerin einen Fehler eingesteht und dafür um Verzeihung bittet. In der Geschichte der Bundesrepublik hat das wohl noch kein Bundeskanzler getan. Das waren ja auch alles Männer. Die tun so etwas nicht, schon gar nicht als Bundeskanzler. Schließlich leben wir auch in einer Zeit der Selbstrechtfertigungen. Da macht man sich nicht selber schlecht. Stattdessen heißt es letztlich immer (wenn auch mit ganz unterschiedlichen Worten): „<span class="fs14lh1-5"><b>Wir</b></span> sind die Guten." Dass wir die Guten sind, heißt aber, dass es irgendwo andere gibt, die die Bösen sind.</div><div><br></div><div>In der bei uns herrschenden politischen Meinung geht man bekanntlich davon aus, dass die westlichen Länder mit ihren Werten und ihrem politischen System die Guten sind. Russland und China hingegen sind die Bösen, weil deren System menschenverachtend und weniger leistungsfähig ist. Das ist die Grundvoraussetzung aller westlichen Politik. In Russland und China sieht man das allerdings genau umgekehrt.</div><div><br></div><div>Menschenrechtsverletzungen der jeweils anderen Seite eignen sich hervorragend, um das eigene Gutsein zu begründen. Der Westen verweist auf Alexej Navalny. Russische Quellen hingegen zeigen auf Julian Assange. Wer ist jetzt der Gute?</div><div><br></div><div>Jedenfalls hat aus der Perspektive Russlands und Chinas der kapitalistische und freiheitliche Westen das weniger leistungsfähige System. Die Chinesen lachen (weil sie höflich sind nur insgeheim) über den Dauerlockdown in den freiheitlichen Demokratien, in denen sich viele plötzlich gar nicht mehr frei fühlen. Über ihre eigene Behandlung der Uiguren lachen die Chinesen nicht. Da gibt's auch nichts zu lachen.</div><div><br></div><div>In der Pandemie wollen bei uns natürlich alle, die jetzt ihre Stimme erheben, nur das Beste für unser Land. Die zahllosen Interessenvertreter*innen, die dazu aufrufen, dass endlich ihre spezielle Klientel wieder tätig werden kann, sind nach ihrem eigenen Selbstverständnis diejenigen, die für die wirtschaftliche Existenz der Menschen eintreten, also die Guten. Diejenigen, die aus epidemiologischen Gründen für längere Schließungen eintreten, sind dementsprechend die Existenzvernichter, also die Bösen. Umgekehrt hält der Chor der Epidemiologen, Virologen und anderen -ologen seine eigene Sicht für „wissenschaftlich begründet" (also für gut), die Forderungen von Öffnungen aber für „unverantwortlich" (also für böse).</div><div><br></div><div>Aber wir wollen nicht über die Politik herziehen. In der Kirche und unter den Christ*innen ist es auch nicht besser. Die Fundamentalisten sind, so meinen sie, die Guten, weil sie die Bibel wörtlich nehmen und darum allein wissen, was die Wahrheit ist. Alle, die ihnen darin nicht folgen, sind die Bösen, denen Gottes Gericht droht. Die so geschimpften Liberalen hingegen halten sich selbst für gut, weil sie die Bibel in ihren historischen Zusammenhängen auslegen und damit ganz modern sind, auch wenn sie die Bibel gern relativieren. Alle, die das nicht tun, sind (freundlich ausgedrückt) unverständig, zurückgeblieben und in ihrem Bibelverständnis autoritär – also böse.</div><div><br></div><div>Irgendwie erinnert das alles an Kindergarten. In allen Lebensbereichen findet sich dasselbe Denkschema: Jeder gibt sich selbst für gut aus, während die anderen böse sind. Es scheint tief im Menschen verankert zu sein, dass er sich selbst rechtfertigen muss, indem er sich als der Gute vom bösen Nachbarn (oder Kindergartenkind) abhebt. Denn nur der Gute hat ein Recht darauf, überhaupt da zu sein.</div><div><br></div><div>Tragikomisch wird das Ganze dadurch, dass es eigentlich völlig unnötig ist, dass wir uns ständig selbst rechtfertigen. Wir werden nämlich von außen gerechtfertigt, sozusagen von höchster Stelle: von Gott. „Da wir nun aus Glauben gerechtgesprochen worden sind, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus", schrieb Paulus (Röm 5,1). „Gerechtsprechen" heißt nichts anderes als „rechtfertigen". Das Außergewöhnliche, für uns schier Unglaubliche dabei ist: Wir müssen nicht gut sein, um von Gott gerechtfertigt zu werden. Er rechtfertigt nämlich die <span class="fs14lh1-5"><b>Gottlosen</b></span> (Röm 4,5; 5,6).</div><div><br></div><div>Das geht uns nur schwer in den Kopf. Irgendwie hängen wir an dem Gedanken, dass Gott die Frommen rechtfertigt. Also die Guten. Darum müssen wir selbst gut sein. Und um das sein zu können, brauchen wir die Bösen auf der anderen Seite. Schon sind wir wieder im religiösen Kindergarten. Leider ist das ganze Schema ein Irrglaube. Auch unser Glaube rechtfertigt uns übrigens nicht. Der Glaube glaubt nur daran, dass Gott die Gottlosen rechtfertigt.</div><div><br></div><div>In diesem Glauben (wenn er denn da ist) hat jede Selbstrechtfertigung ein Ende. Sie ist schlichtweg überflüssig geworden. Wir sind ja bereits gerechtfertigt. Gott behandelt uns als Gute, auch wenn wir objektiv betrachtet zu den Bösen (Gottlosen) gehören. Dass Gott uns als Gute behandelt, meint: Wir sind zwar nicht moralisch gut, aber es ist trotzdem gut, dass wir da sind. Kurz gesagt: Gott findet uns Versager gut. Er liebt nicht unser Versagen, aber uns. Punkt. Ende. Aus. So haben wir Frieden mit Gott und mit uns selbst.</div><div><br></div><div>Weil wir uns jetzt geliebt wissen können, so dass es unwiderruflich <span class="fs14lh1-5"><b>gut</b></span> ist, dass wir da sind, müssen wir auch die anderen nicht mehr schlechtmachen. Wir brauchen sie nicht mehr als Ausgeburten des Bösen, damit wir uns selbst für die Guten halten können. Das hat weitreichende Folgen nicht nur für unser Selbstbild, sondern auch für unser Miteinander. Und zwar nicht nur in den Kindergärten von Politik und Kirche, sondern auch im ganz privaten. Im Glauben können wir den Frieden mit den anderen fördern, anstatt sie mit dem Stempel des Bösen zu kennzeichnen.</div><div><br></div><div>Unser Zwang zur Selbstrechtfertigung hat also damit zu tun, dass uns der Glaube fehlt, von Gott bereits gerechtfertigt zu sein. Wer nicht glaubt, gerechtfertigt zu sein, muss sich selbst rechtfertigen, indem er den jeweils anderen auf die Seite des Bösen stellt – mit manchmal verheerenden Folgen.</div><div><br></div><div>Wer aber glaubt, bereits gerechtfertigt zu sein, entkommt dem einseitigen Gut-Böse-Schema. „Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann noch Frau", schrieb Paulus. Man möchte ergänzen: Da ist nicht Amerikaner noch Chinese, nicht Deutscher noch Russe, nicht Kapitalist noch Kommunist, nicht Fundamentalist noch Liberaler; „denn ihr seid alle einer in Christus Jesus" (Gal 3,28) – ihr seid alle Menschen, von denen gilt: Es ist gut, dass ihr da seid. Denn ihr seid alle durch die Liebe Jesu Christi, welche die Liebe Gottes ist, bedingungslos und für immer geliebt. <span class="fs14lh1-5">Das gilt übrigens auch für Männer.</span></div><div><br></div><div>Bleibt nur noch eine Frage: Könnte Angela Merkels einzigartige Bitte um Verzeihung damit zu tun haben, dass sie aus einem Pfarrhaus stammt?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 29 Mar 2021 17:32:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Welchen Sinn hatte Jesu Tod am Kreuz?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000008B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Welchen Sinn hatte Jesu Tod am Kreuz?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/03/2021</span></div><div><br></div><div>Jesu Tod am Kreuz wurde von Beginn der Christenheit an als das Heilsereignis schlechthin verstanden. Durch Jesu Tod, so sagte man, sei die Welt mit Gott versöhnt worden. Den Menschen, die Gott nicht als Gott anerkannten, werde diese fehlende Anerkennung Gottes verziehen.</div><div><br></div><div>Doch wie kann das sein? Wie kann der Tod Jesu vor rund 2.000 Jahren die Versöhnung der ganzen Welt mit Gott bewirken? Wie kann durch Jesu Tod allen Menschen aller Zeiten ihre Verachtung Gottes verziehen sein? Warum war der Tod des Sohnes Gottes nötig, um die Welt mit Gott zu versöhnen? Konnte Gott nicht auch ohne diesen Tod Schuld vergeben?</div><div><br></div><div>Nicht selten wurde und wird von Christinnen und Christen gesagt: Jesus hat die Strafe getragen, die wir verdient haben. Er hat unsere Sünden auf sich genommen und weggetragen.</div><div><br></div><div>Doch ich habe mich gefragt: Wie muss ich mir das vorstellen, dass meine Sünde auf Jesus übertragen wurde? Und warum war sein Tod nötig? Weil Strafe eben sein muss? Oder weil Gott ein Opfer braucht? Muss ich mir Gott wie einen zornigen Herrscher vorstellen, der seine ungehorsamen Untergebenen straft und damit seinen Zorn besänftigt?</div><div><br></div><div>Ich konnte mir Gott so nicht vorstellen. Mein Gottesverständnis war ein anderes. Darum suchte ich im Neuen Testament nach Antworten auf die oben formulierten Fragen.</div><div><br></div><div>Ich ging dabei von dem Gedanken aus, dass Gott Liebe ist (1Joh 4,8.16). Dass er also nicht nur Liebe <span class="fs14lh1-5"><b>hat</b></span>, sondern wesenhaft Liebe <span class="fs14lh1-5"><b>ist</b></span>. Er tut nichts anderes als das, was sein Wesen ist: lieben.</div><div><br></div><div>Gott liebt also die Welt, die er erschaffen hat, mit all ihren Geschöpfen. Und er will eine liebevolle Beziehung zu uns Menschen aufbauen. Von seiner Seite aus steht diese Beziehung. Wir aber scheitern ständig daran, Gott mit seiner Liebe ernst zu nehmen – ihn als Gott anzuerkennen und zu achten.</div><div><br></div><div>Das tut Gottes Liebe zu uns aber keinen Abbruch. Er liebt trotzdem. Um uns so nah wie möglich zu sein und uns seine Liebe zu erweisen, kam er als Mensch in unsere Welt. Er sandte uns seinen „Sohn" – den, der engstens mit ihm verbunden war, der nichts anderes wollte und tat als das, was Gott selbst wollte und tat. Dieser Mensch, Jesus, war nichts als Liebe – wie Gott auch.</div><div><br></div><div>Doch es geschah, was geschehen musste: Die Menschen wollten <span class="fs14lh1-5"><b>diese</b></span> Liebe nicht haben. <span class="fs14lh1-5"><b>Das</b></span> ging ihnen dann doch zu weit, dass da einer kam, der sich den schlimmsten Sündern zuwandte: denen, die mit Unterdrückern und Ungläubigen zusammenarbeiteten. Denen, die den Menschen das Geld aus der Tasche zogen und damit reich wurden. Den Frauen, die sich als Huren verdingten. Kurz: Jesus gesellte sich zum Abschaum, der von Gottes Willen nichts wissen wollte und Gott einen guten Mann sein ließ. <span class="fs14lh1-5"><b>Diese</b></span> Leute zu lieben und sie aufzunehmen in die Gemeinschaft der Kinder Gottes – das ging nun wirklich zu weit.</div><div><br></div><div>Noch dazu, wo dieser Jesus sich mit den Frommen anlegte, die Tag und Nacht nichts anderes taten, als sich Gedanken über Gott und seine Gebote zu machen. Die nannte er Heuchler und meinte, das Himmelreich sei ihnen verschlossen. Wer so über die Frommen sprach, den konnte man doch gar nicht ernst nehmen.</div><div><br></div><div>Aber es wurde ernst. Jesus bekam zu viele Anhänger. Es bestand die Gefahr, dass der wahre Glaube verfälscht wurde. Jesus wurde gefährlich – er musste mundtot gemacht werden, irgendwie. Doch er war starrsinnig. Er ließ sich einfach nicht von seinem Irrweg abbringen. Schließlich kam er auch noch nach Jerusalem. Das konnten die religiösen Führer nicht zulassen. Was, wenn er dort die Massen erreicht, die zum Passafest in die Hauptstadt kamen? Man musste radikale Maßnahmen ergreifen. Da half nur noch die Anklage als Aufrührer, der die religiöse und staatliche Ordnung gefährdet.</div><div><br></div><div>Die Anklage hatte Erfolg. Jesus wurde verurteilt und hingerichtet. Die Welt schien wieder in Ordnung.</div><div><br></div><div>Warum ist Jesus diesen Weg gegangen? Warum hat er so stur an seinem Programm, sich an die Seite der Außenstehenden, Verstoßenen, Ungläubigen und Unmoralischen zu stellen, festgehalten? Warum war er so kompromisslos?</div><div><br></div><div>Die Liebe kennt eben keine Kompromisse. Die Liebe liebt, nichts anderes. Ein Kompromiss wäre ein Abstrich an der Liebe. Und damit wäre die Liebe keine Liebe mehr, sondern eine Mischung aus Liebe und Lieblosigkeit.</div><div><br></div><div>Also blieb Jesus nichts anderes, als sich seinen Verfolgern zu stellen. Er hätte flüchten können – doch dann wäre er unglaubwürdig geworden. Er hätte Gott bitten können, seine Verfolger zu vernichten (Mt 26,51-53) – doch das wäre das Gegenteil von Liebe gewesen. Liebe zerstört nicht, sondern baut auf. Sie gibt auch dem Bösesten noch eine Chance und lässt ihn leben.</div><div><br></div><div>Weil er liebte, setzte sich Jesus der Verfolgung und Verspottung aus. Weil er liebte, ließ er sich kreuzigen. Weil er liebte, starb er. Er tat es für die, die er liebte – die Verächter Gottes auf der einen und auf der anderen Seite. Denn eigentlich standen sie alle in einer Reihe.</div><div><br></div><div>Indem Jesus ins Leiden und Sterben ging, lebte er die Liebe Gottes. Und was tat Gott? Tat es ihm nicht leid um seinen Sohn?</div><div><br></div><div>Es tat ihm leid. Er litt mit ihm. Alles, was Jesus erlitt, erlitt auch Gott. Jeder Peitschenschlag, der Jesus traf, traf auch Gott. Jede Verspottung Jesu verspottete auch Gott.</div><div><br></div><div>Was Jesus mit voller Wucht traf, war die zerstörerische Gewalt der Menschen. Sünde ist zu großen Teilen Gewalttat. Diese Gewalt, die gegen Gott und seine Liebe gerichtet ist, erlebte Jesus. Er ertrug nicht einfach einen menschlichen Irrtum, sondern er ertrug die abgrundtiefe Gottlosigkeit seiner Verfolger.</div><div><br></div><div>In diesem Sinne griff die Sünde auf Jesus über. In diesem Sinne trug er die Schuld der Sünder. Er trug sie, weil er die Sünder leben und gewähren ließ. Er ließ sie leben und gewähren, weil er sie liebte.</div><div><br></div><div>Jesu Tod versöhnte keinen zornigen Gott. Sein Tod versöhnte <span class="fs14lh1-5"><b>die Welt</b></span> mit Gott (2Kor 5,18f), weil sich in ihm die unendliche Liebe Gottes ausdrückte. Jesus ließ lieber sich selber hinrichten, als die Gewalttäter hinzurichten. Seine Liebe bis hin zum Tod (Phil 2,8) ist die Macht der Versöhnung. Dass die mit Gott Versöhnten ihre Versöhnung nicht annahmen, steht auf einem anderen Blatt.</div><div><br></div><div>Jesus erlitt nicht die Strafe Gottes. Er erlitt die Macht der Sünde in ihrer schlimmsten, nämlich todbringenden Form. Sünde ist mehr als die böse Tat. Sie ist immer auch das, was die böse Tat mit sich bringt. Auch die Folgen der Sünde gehören zu ihr.</div><div><br></div><div>Die Folgen der Sünde betreffen aber nicht nur das Opfer, sondern auch den Täter und sein Umfeld. Das war biblische Überzeugung. „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" (Pred 10,8a). So schnell werden wir unsere Sünde nicht los. Sie verfolgt uns und unser Umfeld. In <span class="fs14lh1-5"><b>diesem</b></span> Sinne folgt die Strafe der Sünde auf dem Fuße. Es ist keine Strafe, die Gott über uns verhängt, weil keine Sünde ohne Strafe bleiben darf. Es ist die Strafe, die in unserem eigenen Handeln liegt.</div><div><br></div><div>Die Sünde derer, die Jesus verfolgten, brachte ihm schließlich den Tod. Er trug die Folge der Gewalttat. Man mag das – für uns missverständlich – Strafe nennen: die Strafe, die eigentlich die Gewalttäter selbst hätte treffen müssen. Sie traf sie nicht, weil Jesus sie leben und gewähren ließ.</div><div><br></div><div>So trat der Sündlose an die Stelle der Sünder (2Kor 5,21): Ihn traf das ganze Elend, das die Sünde mit sich bringt. So wurden die Sünder gewürdigt, weiterleben und vom Weg der Sünde umkehren zu dürfen.</div><div><br></div><div>Aber was hat das mit uns zu tun? Was mit den Menschen, die Jesus nie begegnet sind, ihn also auch nicht verfolgt und hingerichtet haben?</div><div><br></div><div>Die Antwort darauf muss vom trinitarischen Gott sprechen – von der Dreieinigkeit. Denn Gott und Jesus gehören engstens zusammen. Sie denken, wollen, fühlen, tun dasselbe. Zwischen sie passt kein Blatt Papier. Sie sind ein Herz und eine Seele im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sind so sehr in Liebe miteinander verbunden, dass ihr Denken, Wollen, Fühlen und Handeln eins ist. Gottes Erleben ist Jesu Erleben und umgekehrt. Jesu Geschichte ist Gottes Geschichte und umgekehrt.</div><div><br></div><div>Darum war das, was vor 2.000 Jahren am Kreuz von Golgatha passiert ist, keine Episode – einmal passiert, schnell vergessen. Was dort passiert ist, prägt das Leben Gottes, solange es Sünde gibt. Gott leidet immer schon unter der menschlichen Ablehnung seiner Liebe und darunter, was Menschen sich selbst und anderen antun. Das Kreuz zeigt uns nur, was Gott zu <span class="fs14lh1-5"><b>allen</b></span> Zeiten war und ist: der um seiner Liebe willen Leidende.</div><div><br></div><div>Ist er auch der Sterbende? Das schlimmste, was der sterbende Jesus erlebte, war seine Verlassenheit von Gott (Mk 15,34; Mt 27,46). Die zerstörerische Macht der Sünde ist so groß, dass sie auch den Stärksten kleinkriegt, dass sie ihn die absolute Verlassenheit spüren lässt. Von allen guten Mächten verlassen war Jesus am Kreuz. Auch von der Hilfe seines himmlischen Vaters verlassen. Wo die Liebe nicht mehr lieben, nicht mehr helfen und retten kann, da bleibt nur die abgrundtiefe Einsamkeit. Das hat Jesus erlebt.</div><div><br></div><div>Und Gott hat es mit ihm erlebt. Die entfesselte Gewalt macht jede Rettung unmöglich und darum auch jede Liebestat, die retten und nur retten will. Aber der Gott, der auch die Gewalttäter liebte, hätte seinen Sohn nur retten können um den Preis, dass er die Gewalttäter tötet. Gerade das aber konnte seine Liebe nicht tun. So blieb ihm nur, das Undenkbare geschehen zu lassen und selbst sein liebendes und rettendes Vatersein hinzugeben.</div><div><br></div><div>Am Karfreitag starb mit dem Sohn das durch Liebe rettende Vatersein des Vaters.</div><div><br></div><div>Der Karsamstag ist die Zeit der Trennung von Vater und Sohn, der vollständige Tag der Verlassenheit beider, die darin besteht, dass die liebende Rettung unmöglich war.</div><div><br></div><div>Der Ostersonntag ist der Tag, an dem beider Verlassenheit endlich ein Ende hatte und die liebende Rettung sich als stärker als der Tod erwiesen hat. „Tod, wo ist dein Stachel?" (1Kor 15,55b) Er steckt und schmerzt noch, aber die Hand, die ihn herauszieht, ist schon angesetzt. Der Tod schmerzt zwar noch, aber seine Macht ist bereits gebrochen. Das Leben hat gesiegt, weil Gottes Liebe gesiegt hat.</div><div><br></div><div>Gott hat also den Menschen, seit es sie gibt, ihre Gottesverachtung verziehen. Denn Gott hat immer schon für sich selbst den Tod gewählt und für die Menschen das Leben. Er ließ sie gewähren, konnte ihnen aber deshalb nicht rettend zur Seite stehen. Sie wollten sich ja nicht retten lassen. Darum liefen und laufen sie ein ums andere Mal in ihr Verderben. Das ist der Tod der liebenden Rettung Gottes.</div><div><br></div><div>Der Tod Jesu darf nicht isoliert betrachtet werden. Er ist der Tod aufgrund seiner Liebe. Nicht durch den Tod Jesu <span class="fs14lh1-5"><b>an sich</b></span> – isoliert betrachtet – wurde und wird den Menschen verziehen. Verziehen wird ihnen durch Gottes und Jesu <span class="fs14lh1-5"><b>Liebe</b></span>, eine Liebe, die Gott in den Tod geführt hat und führt. Nicht Jesu Qualen <span class="fs14lh1-5"><b>an sich</b></span> brachten Versöhnung, sondern die Liebe, die so stark war und ist, dass sie die Qualen nicht scheute.</div><div><br></div><div>Auch das Blut Jesu, von dem das Neue Testament im Hinblick auf sein Kreuzesleiden spricht, meint nur das Leben, das er hingab. Denn von Blutvergießen kann man am Kreuz gar nicht sprechen. Die Kreuzigung war keine blutige Hinrichtungsart.</div><div><br></div><div>Darum gilt Jesu Tod am Kreuz auch uns und den Menschen aller Zeiten: weil Gott immer schon und bis heute unter der Sünde der Menschen aller Zeiten leidet – und sie dennoch leben und gewähren lässt. Auch uns.</div><div><br></div><div>Jesu Tod war nicht nötig, damit Gott Schuld vergeben kann. Nötig war nur seine Liebe, die zugleich Gottes Liebe ist. Diese aber führte ihn unweigerlich in den Tod. Und seine Geschichte war und ist Gottes Geschichte.</div><div><br></div><div>Es hängt alles an der Liebe. Das ist meine Überzeugung. Gott braucht keine Strafe und kein Opfer. Er braucht keine Genugtuung, um seinen Zorn zu überwinden. Er ist ja Liebe und nichts anderes. Und die Liebe schafft Leben, ohne selbst der Gewalttat zu verfallen. Dafür geht sie selbst in den Tod. Und darin besiegt sie den Tod. Ostern zeigt es an. Darum ist Gottes Leiden immer schon überwundenes Leiden.</div><div><br></div><div>Darum können auch wir in allen Leiden Hoffnung haben. Denn auch wenn es anders scheint – Gottes rettende Liebe ist nicht tot! Sie ist unzerstörbar und wartet darauf, dass wir sie uns gefallen lassen. Und sie wird am Ende den Sieg davontragen.</div><div><br></div><div>So verstehe ich den Tod Jesu am Kreuz heute. Ich bin dankbar für diese Sichtweise. Ich lerne aber nicht aus. Wir reden über den Frieden Gottes, der uns zu hoch ist (Phil 4,7). Vielleicht habe ich mich geirrt oder etwas übersehen. Darum freue ich mich über jede Frage oder Ergänzung, die du mir mitteilst. Nur gemeinsam können wir dem Geheimnis Gottes näherkommen, welches das Geheimnis der Liebe und das Geheimnis Christi ist (1Kor 13,2; Kol 2,2b).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 24 Mar 2021 09:08:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gott Freude machen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000008A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gott Freude machen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/03/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Mit dem Wort „Ehre" konnte ich noch nie viel anfangen. Vor allem habe ich mich gefragt, was es eigentlich heißt, Gott „die Ehre zu geben". Menschen möchten geehrt und gerühmt werden. Aber braucht Gott das Gefühl, verehrt zu werden? Hat Gott ein Ehrgefühl?</div><div><br></div><div>Man kann einen Sänger oder eine Sängerin verehren; dann bewundert man sie. Aber Gott bewundern? Das trifft es nicht. Ein guter Sportler wird für seine Leistungen geehrt. Dann hat das Wort die Bedeutung: jemandem Anerkennnung für seine Leistung entgegenbringen. Aber sucht Gott solche Anerkennung? Das ist auch irgendwie knapp daneben.</div><div><br></div><div>Dennoch ist die Bibel voll von Stellen, die uns auffordern, Gott die Ehre zu geben. Nur ein Beispiel: „Mögt ihr nun essen oder trinken oder sonst etwas tun, so tut alles zur Ehre Gottes!" (1Kor 10,31) </div><div><br></div><div>Ich wollte ja gern zur Ehre Gottes leben. Aber wie sollte ich das tun, wenn ich nicht wusste, was das Wort „Ehre" in Bezug auf Gott eigentlich meinte?</div><div><br></div><div>Irgendwann habe ich mich dann so mit mir selbst verständigt: Ich will versuchen, so zu leben, dass Gott sich über mich freuen kann. Damit konnte ich etwas anfangen. Immerhin heißt es ja im Neuen Testament: „Im Himmel wird über <span class="fs14lh1-5"><b>einen</b></span> Sünder, der umkehrt, mehr Freude sein als über 99 Gerechte, die der Umkehr nicht bedürfen" (Lk 15,7). So wollte ich jeden Tag neu zu Gott umkehren und ihm damit Freude machen – auch wenn davon, dass wir Gott Freude machen sollen, in der Bibel kaum einmal die Rede ist.</div><div><br></div><div>Vor einigen Tagen entdeckte ich dann folgende Stelle aus dem Alten Testament (Jes 62,5):</div><div><span class="cf1"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Wie der Jüngling die Jungfrau freit,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">so wird dein Erbauer dich freien,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">und wie der Bräutigam der Braut sich freut,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">so wird dein Gott sich deiner freuen.</span></div><div><br></div><div>Hier ist das Bild der Ehe gebraucht, um Gottes Freude an dem von ihm erwählten Volk Israel auszudrücken. Ich beziehe es jetzt auf alle Menschen, weil Gott alle Menschen liebt: Seine Freude kommt aus der Liebe. Die Braut (also wir) wird nicht deswegen geliebt, weil sie bestimmte Dinge tut, sondern sie wird einfach geliebt, weil es sie gibt. So liebt Gott auch uns. Und die Braut (also wir) ist Grund zur Freude, eben weil sie Braut ist – weil sie sich lieben lässt und auch den Bräutigam (also Gott) liebt. So freut sich Gott über uns, weil wir uns lieben lassen und wie Geliebte leben, das heißt: auch ihn lieben.</div><div><br></div><div>Leider tun wir das nicht automatisch. Darum sollen wir täglich umkehren: unsere Rolle als Geliebte Gottes annehmen und, so gut es geht, ausfüllen. So stellte Martin Luther in der ersten seiner 95 Thesen fest, „dass das ganze Leben der Gläubigen Umkehr sei".</div><div><br></div><div>Darum möchte ich mich bemühen. Mit den Worten „Gott die Ehre geben" habe ich immer noch Schwierigkeiten. Ich muss sie mir übersetzen in „Gott danken, ihn loben und ernst nehmen". Aber dass er sich darüber freut, dass es ihm eine Freude ist, wenn ich seiner Liebe mit meinen Taten Ausdruck verleihe – das kann ich mir gut vorstellen. Und darum will ich täglich versuchen, ihm Freude zu machen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 21 Mar 2021 09:23:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Vergänglichkeit - ein Übel?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000089"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Vergänglichkeit – ein Übel?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/03/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Die Vergänglichkeit alles Lebens scheint uns ein Übel zu sein. Aber könnte sie nicht auch etwas Kostbares beinhalten? Könnte sie nicht – neben dem zweifellos tragischen Moment – auch etwas Frohmachendes für uns haben? Etwas, dessen wir geradezu gewürdigt sind und das wir deshalb auch würdigen sollten?</div><div><br></div><div>Paulus jedenfalls konnte sagen: „Für mich ist Christus das Leben und das Sterben ein Gewinn" (Phil 1,21). Das war keine rein theoretische Aussage eines kräftigen, gesunden Mannes, sondern das Wort eines Inhaftierten, der auf seinen Prozess wartete – mit unbekanntem Ausgang. Ein Todesurteil war nicht ausgeschlossen.</div><div><br></div><div>Nicht dass Paulus lebensmüde gewesen wäre. Er sieht durchaus die Vorteile eines Weiterlebens. Sie bestehen für ihn darin, dass er weiterhin anderen Menschen mit der Verkündigung des Evangeliums dienen könnte. „Was ich wählen soll (Leben oder Sterben), weiß ich nicht", schreibt er. Lieber würde er bei Christus sein, denn das sei bei weitem besser. Andererseits ist es um seiner Gemeinden willen notwendiger, dass er noch am Leben bleibt (Phil 1,22b.23).</div><div><br></div><div>Wir wachsen in einer Kultur auf, in der die Vergänglichkeit, soweit irgend möglich, verdrängt wird. Man verschließt, so gut es geht, die Augen vor ihr. Es wird als etwas Negatives betrachtet, das es nicht geben sollte. Was zählt, ist das Bleibende. Das Vergehende hat, sobald es vergangen ist, nur noch bedingte Bedeutung.</div><div><br></div><div>Von dieser Sicht sind wir geprägt. Leben ist Gegenwart, darum zählt eigentlich nur sie. Nach der Zukunft strecken wir uns aus, sie gibt der Gegenwart ihren Antrieb. Die Vergangenheit aber zählt nur insoweit, als sie auf die Gegenwart wirkt: positiv oder negativ. Wir haben sie hinter uns gelassen, auch wenn sie noch auf uns einwirkt.</div><div><br></div><div>Der kräftige, produktive, seiner selbst mächtige, selbstständig agierende Mensch ist geschätzt in unserer Kultur. Er schafft Werte und gilt darum als wertvoll.</div><div><br></div><div>Die Bibel setzt dem die Würde des Schwachen, Machtlosen, Angewiesenen, Empfangenden entgegen. Sie schätzt nicht nur den, der geben kann, sondern auch den, der empfangen kann. „Was hast du, was du nicht empfangen hast?" (1Kor 4,7)</div><div><br></div><div>Christlich verstanden ist unser Leben ein Weg zu einem Ziel hin. Mit jedem Schritt auf diesem Weg lassen wir etwas hinter uns. Wenn wir weitergehen wollen, dem Ziel entgegen, müssen wir etwas hinter uns lassen. Es gibt kein Weitergehen ohne Vergehen.</div><div><br></div><div>Das Wort „gehen" kommt her von einer indogermanischen Wurzel, die „klaffen, leer sein, verlassen, (fort)gehen" bedeutet (laut Duden-Herkunftswörterbuch). Wer geht, verlässt etwas. Wo etwas verlassen wird, entsteht eine Leere, klafft eine Lücke. Das Verlassene, das für uns nicht mehr da ist, schafft einen leeren Raum.</div><div><br></div><div>Dem versucht der moderne Mensch, so gut es geht, zu entgehen. Darum verstößt er das Vergehen aus seinem Bewusstsein. Das Leben wird mit immer neuen Inhalten gefüllt, um die Leere zu vertreiben.</div><div><br></div><div>Doch die Leere lässt sich nicht vertreiben. Sie bleibt, wird nur notdürftig überdeckt durch hektische, schreiende, glitzernde Aktivitäten.</div><div><br></div><div>Es ist besser für uns, die Leere positiv zu deuten. Wir gehen den Weg unseres Lebens von Station zu Station. Keine Station ist das Ziel, jede ist nur etwas vorübergehend Erreichtes. Ja, die Station selbst ist kein Haltepunkt, sondern das Weitergehen innerhalb eines begrenzten Gebietes. Denn es gibt auf dem Weg keine Haltepunkte. Es gibt nur das Weitergehen.</div><div><br></div><div>Wir gehen also von Station zu Station, gehen auch innerhalb der Stationen. Irgendwann müssen wir jede Station verlassen. Dabei entsteht Leere, die aber, recht verstanden, unser Weitergehen und damit unser Leben erst ermöglicht.</div><div><br></div><div>Ein Kind wird geboren. Es wächst heran, lernt dazu, gewinnt an Stärke und Fähigkeiten. Es verliert seine Hilflosigkeit und Angewiesenheit. So muss es sein, und so ist es gut.</div><div><br></div><div>Der erwachsene Mensch reift, baut ein Leben um sich herum auf, schafft Werte und pflanzt das Leben fort. Er verliert seine Kindlichkeit, Spontaneität und Unbedarftheit. So muss es sein, und so ist es gut.</div><div><br></div><div>Der alte Mensch erntet die Früchte seines Schaffens und profitiert von seiner Lebenserfahrung, vielleicht Weisheit. Zugleich verliert er an körperlicher Kraft, dann auch an geistiger Kraft und Eigenständigkeit, und er ist zunehmend angewiesen auf andere, die ihn stützen. Er wird mehr und mehr zum Empfangenden, auch wenn die Fähigkeit zum Geben nicht aufhört.</div><div><br></div><div>Spätestens dann wird das Vergehen überdeutlich und lässt sich nur noch mit viel Aufwand und Unehrlichkeit verdrängen. Demjenigen, für den es hinter dem Alter mit seinen Verlusten kein letztes Ziel gibt, geht die Zukunft verloren. Die Vergangenheit ist für immer verlorenes Leben, die Leere, die nicht mehr gefüllt werden kann, nimmt Überhand. Und die Gegenwart wird zum unüberwindlichen Übel.</div><div><br></div><div>Versteht man auch das Alter und seine Gebrechlichkeit als eine Station auf dem Weg zum Ziel, dann stellt es sich anders dar: Das Ziel liegt noch vor uns. Auch der alte Mensch hat Zukunft. Er kann sich nach ihr ausstrecken. Er muss die Leiden der Gegenwart ertragen, aber sie sind für ihn nicht das Letzte. Das Ziel des Lebens sind nicht die Verluste, die das Alter unweigerlich mit sich bringt. Auch die Gewinne des Altseins sind nicht das Ziel. Das Ziel des Lebens ist das Reich der Lebensfülle.</div><div><br></div><div>So versteht es die Christenheit seit jeher: „Ich denke nicht von mir selbst, es schon ergriffen zu haben (das letzte Ziel). Eins aber tue ich: Ich vergesse das, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt. So eile ich dem Ziel entgegen, dem Siegespreis der Berufung nach oben, die durch Gott in Christus Jesus ergangen ist" (Phil 3,13f).</div><div><br></div><div>So gesehen ist das Alter die Chance, das Ziel entschieden in den Blick zu nehmen und ihm entgegenzueilen – nicht in einer Weltflucht, sondern in einem bewussten, aktiven, vielleicht sogar weisen Weitergehen auf das Ziel zu.</div><div><br></div><div>Das Alter ist <span class="fs14lh1-5"><b>eine</b></span> Station auf dem Weg zu Ziel – sicher die letzte, wenngleich auch das Alter noch mehrere Zwischenstationen hat. Entscheidend ist das Weitergehen: das Verlassen des Alten und das Voranschreiten zum Neuen hin. So wie der ganze Weg nicht umsonst war, sondern der notwendige Weg zum Ziel hin, so ist auch die letzte Station nicht umsonst.</div><div><br></div><div>Was hinter denen liegt, die das Ziel erreichen, mag vergessen sein. Aber es ist nicht im Nichts versunken. Es ist ein Teil des Weges zum Ziel und darum ein Teil der Menschen, der mit ihnen das Ziel erreicht. Dann wird das Überflüssige und Schlechte endgültig vergehen, und das Gute wird bleiben in Ewigkeit.</div><div><br></div><div>Jeder Mensch ist gewürdigt, von Gott „nach oben" berufen zu sein, in das Reich vollkommener Lebensfülle. Welch eine Würde! Deshalb sollten auch wir es würdigen, dass das Gehen zum Ziel nicht ohne <span class="fs14lh1-5"><b>Ver</b></span>gehen möglich ist.</div><div><br></div><div>Vor diesem Hintergrund will ich versuchen, mir den Tod zum Freund zu machen. Ich weiß nicht, ob mir das gelingen wird. Immerhin nennt Paulus den Tod einen „Feind" – jedoch einen, der vernichtet werden wird (1Kor 15,26). Er bleibt also, wenn überhaupt, dann ein zwielichtiger Freund. Er nimmt uns alles, was wir haben – aber gerade so ermöglicht er es, dass wir den Weg zur Lebensfülle beschreiten.</div><div><br></div><div>Und sollte der Tod nicht mein Freund werden, dann kann er mir ja vielleicht so etwas wie „mein liebster Feind" werden – einer, mit dem es schwer auszuhalten ist, der es einem aber trotzdem ermöglicht, ein Ziel zu erreichen, das ohne ihn unerreichbar bliebe. Dass jedem Menschen der Weg zu diesem Ziel offen steht, sollten wir würdigen. Auch wenn das Beschreiten des Weges nur durch den Tod hindurch möglich ist.</div><div><br></div><div>In dieser Würdigung müssten wir auch unseres Vergehens froh werden, es als etwas Kostbares, einen Gewinn betrachten. Und den Gott preisen, der uns diesen Weg zum Ziel eröffnet.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 16 Mar 2021 18:21:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Von Gott keine Spur?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Plauderei_auf%27m_Sofa"><![CDATA[Plauderei auf'm Sofa]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000088"><div><br></div><div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 imTACenter mb1"><span class="fs16lh1-5 ff1">P l a u d e r e i &nbsp;&nbsp;a u f ' m &nbsp;&nbsp;S o f a</span></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Von Gott keine Spur?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 12/03/2021</span></div><div><br></div><div>Hallo, komm rein, schön, dass du da bist! Setz dich, mach es dir richtig bequem auf meinem Sofa!</div><div><br></div><div>Oh, du siehst aber heute nicht so gut aus. Was ist los?</div><div><br></div><div>Ah, die Pandemie macht dir zu schaffen. Ja, das kann ich gut verstehen. Mir geht es auch so. Ich hab echt die Nase voll: kaum Leute treffen, nicht ins Café gehen, ausgestorbene Fußgängerzonen – wie lange soll das denn noch so weitergehen?</div><div><br></div><div>Gut, dass wir wenigstens zusammen sein können. Mit relativ großem Abstand natürlich, aber immerhin. Komm, genehmige dir doch erstmal einen Schluck Tee, dann sieht die Welt vielleicht schon anders aus. Ja, und streichle ruhig die Katze. Ah, sie schnurrt schon ...</div><div><br></div><div>Lass uns einfach munter drauflos plaudern – ganz locker, wie uns der Schnabel gewachsen ist.</div><div><br></div><div>Wir wollten ja heute darüber reden, wie schwer das manchmal für uns ist, dass wir von Gott oft so gar nichts spüren. Da kann man echt Zweifel bekommen in seinem Glauben.</div><div><br></div><div>Wir würden ja so gern Gottes Macht deutlich spüren: sein Wirken in der Welt und dass er etwas zum Guten hin verändert. Oder dass wir ihn wenigstens irgendwie in uns fühlen – dass er da ist, in uns. Aber da gibt es so wenig vorzuzeigen: keine Wunder, keine Veränderungen zum Guten hin, keine guten Gefühle in uns. Ja, es geschieht schon auch Gutes und manchmal haben wir gute Gefühle. Aber es gibt doch überhaupt keine Belege dafür, dass Gott dabei seine Hand im Spiel hatte.</div><div><br></div><div>Heute braucht man doch für alles Belege – also einen Nachweis, schwarz auf weiß mit Unterschrift. Das hätten wir gern auch mal im Glauben: dass uns jemand ein Papier vorlegt, auf dem steht, dass Gott an einem bestimmten Ort das und das getan hat. Ohne Zweifel, denn alle haben es gesehen. Mit Datum und Unterschrift.</div><div><br></div><div>Aber so ein Papier bekommen wir nicht.</div><div><br></div><div>Was bekommen wir stattdessen? Die Erfahrung, dass sich hier und da etwas zum Guten ändert. Aber genauso viel ändert sich zum Schlechten. Es passieren schöne Dinge. Aber es wird auch unheimlich gelitten auf der Welt – und von Gott keine Spur. Jedenfalls keine, wofür wir einen Beleg haben. „Wo ist Gott?" fragt man sich da schon mal. Macht er gerade ein ausgedehntes Schläfchen, kümmert sich also nicht um uns? Sind wir ihm gleichgültig? Oder ist er machtlos und <span class="fs14lh1-5"><b>kann</b></span> sich nicht um uns kümmern? Oder müssen wir, wenn wir ehrlich sind, gleich sagen, dass es ihn gar nicht gibt?</div><div><br></div><div>Den Gedanken hatten wir ja schon bei unserer letzten Plauderei: Gott soll einerseits allmächtig sein, aber andererseits hängt er machtlos am Kreuz. Wie soll man das beides zusammenkriegen??</div><div><br></div><div>Ist er nun ein mächtiger Gott oder ein machtloser? Und wenn er machtlos ist, dann ist er doch eigentlich kein Gott, oder?</div><div><br></div><div>Also wir hätten gern einen Beleg dafür, dass Gott etwas tut in der Welt. Aber was für einen Beleg wollen wir eigentlich genau haben? Wollen wir ein Wunder?</div><div><br></div><div>Ja schon, aber eins, das uns eindeutig sagt: Hier war Gott am Werk. Das müsste also schon etwas ganz Ungewöhnliches, etwas Spektakuläres sein. Also ein Ereignis, bei dem alle Menschen mit offenem Mund stehen bleiben und staunen und sagen: „Das kann nur Gott getan haben. Es kann gar nicht anders sein."</div><div><br></div><div>Am besten wäre es, wenn Gott selbst erscheinen würde und das Wunder vor aller Augen tun würde.</div><div><br></div><div>Aber stell dir das mal ganz konkret vor: In deiner Stadt oder in deinem Dorf sitzt auf dem Marktplatz immer ein Bettler, dem ein Bein fehlt. Plötzlich steht mitten auf dem Marktplatz Gott höchstpersönlich und macht den Bettler gesund, das heißt: Er hat auf einmal wieder zwei Beine. Wäre das ein Wunder, wie wir es uns wünschen?</div><div><br></div><div>Naja, irgendwie auch nicht. Denn man fragt sich ja schon: Wie sollte Gott denn aussehen? Also, ich meine, wie müsste er aussehen, damit wir davon überzeugt sind, dass es wirklich Gott ist? Ein riesiger alter Mann mit Bart? Oder ein Blitz vom Himmel?</div><div><br></div><div>Also da wird es schon komisch, wenn wir uns vorstellen, Gott stände auf einmal in leiblicher Gestalt als Riese vor uns. Das hat etwas von Rübezahl, dem Berggeist aus dem Riesengebirge. Oder von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer, als sie dem Scheinriesen begegneten. Wie hieß er doch gleich? Ach ja, Herr Tur Tur.</div><div><br></div><div>Also Gott als Berggeist oder als Herr Tur Tur, das bringt uns irgendwie auch nicht weiter. Und Gott als normal aussehender Mensch, so wie du und ich – also, dem würden wir es nicht abnehmen, dass er Gott ist.</div><div><br></div><div>Wie könnte uns Gott denn sonst noch deutlich erscheinen? Vielleicht als ein Blitz vom Himmel, mitten auf dem Marktplatz über dem Bettler. Natürlich ein besonders heller Blitz. Ein Blitz, wie es ihn noch nie gegeben hat. Und was dann? Dann kämen die Physiker und würden alles genau untersuchen und sagen: „Es war schon ein besonderer Blitz. Aber eben nur ein Blitz. So what? Was hat das bitte schön mit Gott zu tun?"</div><div><br></div><div>Und alle Menschen würden sagen: „Dass der Bettler jetzt wieder zwei Beine hat – dieser Schelm! Er hat uns die ganze Zeit betrogen und ein Bein versteckt, damit wir ihm mehr Geld geben! Und durch den Blitz hat er so einen Schreck bekommen, dass ihm das zweite Bein nach vorn rutschte. Betrüger! Jagt ihn zum Teufel!"</div><div><br></div><div>Okay, so leicht ist es also nicht mit einem Wunder, das ein eindeutiger Beleg für Gottes Wirken sein soll. Kann es so etwas Eindeutiges überhaupt geben? Ich fürchte nicht. Denn wir würden uns immer irgendwelche Erklärungen zurechtlegen, die das ganze ohne Gott erklären.</div><div><br></div><div>Gott ist ja auch kein Zauberer, der etwas macht, was für die Zuschauer unerklärlich ist, weil sie den Trick nicht kennen. Sondern Gott wirkt durch Menschen, sozusagen durch die Zuschauer selbst. Oder durch Ereignisse. Das Dumme ist nur, dass die Menschen es meist gar nicht merken, dass Gott gerade in ihrem Leben wirkt. Und warum merken sie es nicht? Weil sie gar nicht mit Gottes Wirken rechnen.</div><div><br></div><div>Aber das heißt doch, dass wir eigentlich nur dann Gottes Spuren in unserem Leben entdecken können, wenn wir auch mit ihm rechnen. Wenn wir erwarten, dass er in unserem Leben wirkt.</div><div><br></div><div>Stimmt! Die Spuren, an die man nicht glaubt, wird man kaum finden. Ausnahmen gibt es immer, aber die sind ziemlich selten.</div><div><br></div><div>Aber wie ist es denn damit, dass ich gern Gottes Nähe <span class="fs14lh1-5"><b>fühlen</b></span> würde? Dass ich gute Gefühle haben möchte, wenn ich an Gott denke oder zu ihm bete?</div><div><br></div><div>Naja, gute Gefühle kann man sich auch selbst machen. Manche Menschen können das ziemlich gut: Alles Schlechte ausblenden und nur noch das Gute sehen. Alles durch die rosarote Brille. Dann kommen die guten Gefühle automatisch. Gute Gefühle kann man sogar mit Tabletten oder Drogen produzieren.</div><div><br></div><div>Also gute Gefühle sind auch kein Beweis dafür, dass es Gott gibt. Außerdem <span class="fs14lh1-5"><b>muss</b></span> Gott uns ja nicht ständig nah sein. Er kann sich auch mal von uns entfernen. Trotzdem denkt er an uns, und er verlässt uns nicht für immer. Aber wir haben ihn nicht in der Hand. Gott ist kein Gute-Gefühle-Produzent. Das hätten wir vielleicht gern, aber damit würden wir Gott zu einer Art Zauberer machen, der – simsalabim – gute Gefühle in uns hervorzaubert.</div><div><br></div><div>Aber wenn es mir schlecht geht und ich zu Gott bete und ihn um Hilfe bitte, und wenn dann nichts geschieht – dann wird es echt schwer mit dem Glauben.</div><div><br></div><div>Ich sage mir dann immer: Es stimmt gar nicht, dass nichts geschieht. Es geschieht zwar gerade nicht das, was ich mir gewünscht habe. Aber ich glaube schon, dass Gott mich nicht vergessen hat, sondern dass er am Werk ist und mir hilft – nur anders, als ich es erwartet habe.</div><div><br></div><div>Manchmal merkt man ja auch erst viele Jahre später, dass Gott geholfen hat. Dass er uns auf einen guten Weg gestellt hat. Aber, so dumm wie wir sind – wenn wir <span class="fs14lh1-5"><b>noch auf dem Weg</b></span> sind und wenn wir <span class="fs14lh1-5"><b>etwas ganz Bestimmtes</b></span> von Gott erwarten, dann merken wir es nicht.</div><div><br></div><div>Da fallen mir diese Kaugummi-Automaten ein, die es früher so viel gab. Man warf eine Münze rein, und dann bekam man sein Kaugummi und, wenn man Glück hatte, noch ein kleines Geschenk dazu. Manchmal haben wir Kinder eigentlich nur wegen des Geschenks die Münze reingeworfen. Und wenn wir dann keins kriegten, waren wir enttäuscht. Oder wenn wir nicht das kriegten, das wir so gern gehabt hätten.</div><div><br></div><div>Eigentlich sind Erwachsene auch nur große Kinder: Sie wünschen sich etwas ganz Bestimmtes, und wenn sie das nicht bekommen, dann sind sie enttäuscht. Und dann sagen sie: „Es gibt keinen Gott."</div><div><br></div><div>Aber eine wichtige Frage stellt sich schon: Könnte Gott denn nicht einfach alles Leid auf der Welt beseitigen? Das wäre doch echt toll! Und alle wären Gott dankbar dafür!</div><div><br></div><div>Naja, aber dann müsste er ja die ganze Welt beseitigen. Denn irgendwie ist das Leid ja mit unserer Welt verbunden. Und vor allem uns Menschen müsste Gott beseitigen, weil wir ja so viel Leid in die Welt bringen. Das wollen wir doch auch wieder nicht, oder?</div><div><br></div><div>Aber Gott könnte uns doch alle in den Himmel versetzen. Warum tut er das nicht? Warum hat er überhaupt so eine Welt erschaffen, in der es so viel Leid gibt?</div><div><br></div><div>Ja, die Frage nach dem „Warum?" werden wir wohl nicht beantwortet bekommen. Jedenfalls nicht in dieser Welt. Und jedenfalls will Gott ja auch das viele Leid nicht. Der Mensch ist so frei, dass er anderen Leid antun kann.</div><div><br></div><div>Ja, und dass Gott uns als unfreie Marionetten erschaffen hätte, das wollen wir auch wieder nicht. Wir wollen doch alle frei sein. Jetzt sind wir's – und jammern, dass wir so viel Freiheit haben, um anderen Leid zuzufügen.</div><div><br></div><div>Aber es gibt ja auch Leid, das nicht von den Menschen kommt – zum Beispiel Erdbeben, Unwetter, viele Krankheiten. Warum gibt es das?</div><div><br></div><div>Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Gott allein weiß es. Nur wenn ich mir vorstelle, dass es eine Welt ohne jedes Leid gibt – naja, man könnte sagen, dass wir uns dann gar nicht mehr über das Schöne freuen könnten, weil ja immer alles nur schön wäre. Aber Gott hätte sicher Möglichkeiten gehabt, dass wir uns trotzdem freuen könnten. Im ewigen Leben soll es ja auch nur Schönes geben, und alle freuen sich trotzdem.</div><div><br></div><div>Es bleibt hier also eine offene Frage: Warum wir nicht jetzt schon in einer himmlischen Welt leben, wissen wir nicht. Gott hat es so gewollt. Und darum wird es gut so sein. Darauf können wir nur vertrauen.</div><div><br></div><div>Na gut, wenn es also schon viel Leid gibt und wir nicht wissen warum – gibt es dann wenigstens einen Trost?</div><div><br></div><div>Ja. Es gibt die Liebe Gottes, die uns auch im Leid nicht verlässt. Auch dann nicht, wenn wir gar nichts von ihr spüren.</div><div><br></div><div>Die Liebe Gottes besteht nämlich darin, dass er unser Leid mit uns erleidet. Er fühlt mit. Er fühlt die Not, die wir fühlen. Er versteht sie und ist ganz nah bei uns in unserer Not.</div><div><br></div><div>Das ist leicht gesagt. Aber stimmt das auch? Woher soll man das wissen?</div><div><br></div><div>Naja, wir können es nicht wissen in dem Sinne, dass wir einen eindeutigen Beleg dafür haben. Schwarz auf weiß, du weißt schon. Aber wir können es wissen in dem Sinne, dass es uns zu einer tiefen und festen Gewissheit wird – und zwar ohne eindeutigen Beleg, schwarz auf weiß.</div><div><br></div><div>Immerhin ist Jesus ja den Weg des Leids gegangen. Er hat seine Verfolger nicht mit Gottes Hilfe ins Leid gestürzt, hat sie nicht vernichtet und war sie damit los. Sondern er hat sie leben lassen und sich dafür ihrem Hass ausgeliefert.</div><div><br></div><div>Ach, wir haben doch von Gottes Spuren in unserer Welt gesprochen. Man kann eigentlich sagen: Jesus ist die entscheidende Spur Gottes in der Welt. So wie Jesus ist, so ist auch Gott. Er leidet mit uns. Er lässt uns, die wir Leid in die Welt bringen, am Leben und leidet mit denen, denen wir Leid zufügen. Er ist der leidende Gott – und gerade so der liebende Gott.</div><div><br></div><div>Denn zum Lieben gehört immer auch das Leiden um des Geliebten willen.</div><div><br></div><div>Das heißt also, Gott ist ein mitfühlender Gott. Er setzt sich dem Leid aus, weil er uns liebt. Und seine Liebe führt auch dazu, dass das Leid einmal ein Ende haben wird. Darum können wir gewiss sein, dass er dem Leid ein Ende machen wird. Dass Gott dieser Welt, in der es so viel Leid gibt, ein Ende machen wird und eine neue Welt erschaffen wird, in der es kein Leid mehr gibt.</div><div><br></div><div>Warum Gott diese neue Welt jetzt noch nicht erschafft und dem Leid jetzt noch kein Ende macht, das wissen wir nicht.</div><div><br></div><div>Aber ist das denn nicht eine billige Vertröstung auf das Jenseits, wenn man sagt: Irgendwann wird Gott sich mal bequemen und eine neue Welt ohne Leid erschaffen?</div><div><br></div><div>Naja, diese neue Welt, das Reich Gottes, ist ja <span class="fs14lh1-5"><b>nicht nur</b></span> eine Sache der Zukunft. Wir können Gott sogar darum bitten, dass das Neue sich schon in dieser alten Welt ansatzweise durchsetzen möge: "Dein Reich komme, dein Wille geschehe" – schon jetzt!</div><div><br></div><div>Und ich bin überzeugt davon, dass diese Bitte täglich millionenfach erhört wird; dass Gottes Reich mitten unter uns ist, auch wenn wir keinen eindeutigen Beleg dafür haben. Keine Fotografie. Keinen gerichtlichen Beschluss. Keine durch einen Schwur bekräftigte Zeugenaussage. Das Reich Gottes kommt eben ganz unscheinbar, wie etwas Alltägliches.</div><div><br></div><div>Aber das Leid ist noch nicht abgeschafft. Und das kann man Gott schon vorwerfen, oder?</div><div><br></div><div>"Vorwerfen" ist ein hartes Wort. Ich würde Gott das nicht vorwerfen. Wir können ihm aber unser Leid klagen. Hiob, der Mensch aus dem Alten Testament, der so unsäglich viel leiden musste – dieser Hiob hat Gott sogar deswegen angeklagt.</div><div><br></div><div>Bei Hiob spielte sogar der Teufel eine Rolle. Also sozusagen das Böse schlechthin. Der Teufel war es nämlich, der den Hiob so quälte. Aber das Interessante ist, dass der Teufel vorher bei Gott um Erlaubnis bitten musste.</div><div><br></div><div>Und Gott erlaubte es ihm. Das ist doch ...</div><div><br></div><div>Ja, ja, ich weiß. Wir verstehen das nicht. Wir wissen nicht, warum Gott ihm das erlaubte.</div><div><br></div><div>Okay, das wollte ich nur nochmal festhalten: Wir verstehen Gott nicht. Jedenfalls nicht immer. Der Teufel muss also Gott um Erlaubnis bitten, ob er den Hiob quälen darf?</div><div><br></div><div>Ja, und Gott erlaubt es ihm, aber er begrenzt die Qual auch: Beim ersten Anlauf des Teufels darf er dem Hiob alles nehmen, nur seine Gesundheit muss er schonen. Und beim zweiten Anlauf darf er auch Hiobs Gesundheit angreifen, nur sein Leben muss er ihm lassen.</div><div><br></div><div>Und das bedeutet?</div><div><br></div><div>Das bedeutet, dass Gott die Zügel in der Hand behält. Der Teufel, also das Leid des Hiob, darf nicht weiter gehen, als Gott es zulässt. Wir fallen, auch wenn wir leiden, nicht aus Gottes Hand heraus.</div><div><br></div><div>Gott bestimmt also letztlich, was passiert. Das Leid, das uns trifft, kommt also nicht von dunklen Mächten oder vom blinden Schicksal, sondern es läuft sozusagen über Gottes Schreibtisch.</div><div><br></div><div>So könnte man es sagen, wenn man Schreibtischarbeit liebt. Aber Gott ist natürlich kein Beamter, der das Leid für jeden einzelnen Menschen abhakt und genehmigt. Schöner ist ein anderes Bild: Unser Leid läuft zuerst durch Gottes Hände und kommt erst dann zu uns.</div><div><br></div><div>Das heißt: Gott fasst unser Leid an, bevor er es zu uns kommen lässt. Er wägt es sozusagen in seiner Hand, und er lässt es nur dann zu uns kommen, wenn es nicht zu schwer für uns ist. Wenn Gott unser Leid aber wägt, dann heißt das doch: Er spürt es am eigenen Leib.</div><div><br></div><div>Das ist wirklich ein schönes Bild. Und es passt auch gut zu einigen Versen aus dem Hiobbuch. Da sagt der Teufel nämlich zweimal zu Gott: "<span class="fs14lh1-5">Der Hiob ist doch nur deshalb so fromm, weil es ihm so gut geht. Aber strecke nur einmal deine Hand aus und lass ihn leiden, dann wird er von dir nichts mehr wissen wollen." Und zweimal antwortet Gott dem Teufel: "Na gut, er ist in deiner Hand" (Hi 1,11f; 2,5f).</span></div><div><br></div><div>Einmal soll das Leid also aus <span class="fs14lh1-5"><b>Gottes</b></span> Hand kommen und einmal aus der Hand des <span class="fs14lh1-5"><b>Teufels</b></span>. Es kommt also nicht einfach <span class="fs14lh1-5"><b>nur</b></span> vom Teufel, sondern es läuft durch Gottes Hand. Er wägt es, und es berührt ihn.</div><div><br></div><div>Ich finde das viel schöner als anzunehmen, dass mein Leid einfach nur Schicksal ist oder ein dummer Zufall oder die Bosheit anderer Menschen. Nein, mein Leid ist von Gott gewogen und, bevor es mich überhaupt erreichte, von Gott gespürt und erlitten worden.</div><div><br></div><div>So wie Jesus auch menschliches Leid spürte und erlitt.</div><div><br></div><div>Aber Jesu Leiden und Sterben war ja nicht das Letzte. Gott hat sogar durch Jesu Leiden und Sterben hindurch Gutes bewirkt. Und so ist es mit allem Leid: Gott wirkt durch das Leid hindurch Gutes.</div><div><br></div><div>Ich weiß, das ist eine ganz schön steile These, dass das mit allem Leid so ist. Das kann man doch kaum glauben!</div><div><br></div><div>Stimmt, das kann <span class="fs14lh1-5"><b>man</b></span> kaum glauben. Darum ist <span class="fs14lh1-5"><b>unser</b></span> Glaube ja auch immer ein klitzekleiner Kleinglaube. Und wir brauchen Gottes Kraft in uns, die uns im Glauben stark macht.</div><div><br></div><div>Ich will Gott ja auch gar nicht festlegen, so als müsse er aus allem Bösen etwas Gutes machen. Aber ich glaube, dass er das wirklich will. Und was er will, wird er doch auch tun, oder?</div><div><br></div><div>Aber sehen oder beweisen können wir das nicht, dass Gott durch das Leid hindurch Gutes wirkt. Das war ja schon bei Jesus so: Nach der Auferstehung war sein Grab leer, berichtet die Bibel. Einfach leer. Punkt. Was da geschehen war, hat niemand gesehen. Die Auferstehung Jesu, seinen Sieg über den Tod hat niemand beobachtet. Was da bei der Auferstehung geschehen ist, wird nicht in der Bibel beschrieben.</div><div><br></div><div>Beschrieben wird nur, dass Jesus nach seiner Auferstehung seinen Jüngern erschienen ist. Und auch das war ein sehr flüchtiges Erlebnis der Jünger. Denn kaum dass Jesus ihnen erschienen war, war er auch schon wieder weg. Das war also alles andere als ein handfester Beleg, schwarz auf weiß, mit Stempel und Unterschrift.</div><div><br></div><div>Womit wir wieder beim Anfang wären. Jetzt müssen wir aber bald Schluss machen. Es war so spannend heute, da ist die Zeit rasend schnell vergangen.</div><div><br></div><div>Ich nehme mit: Gott ist auch im Leid bei uns und leidet mit uns. Er kennt unser Leid und überfordert uns nicht. Und er wendet schließlich doch alles zum Guten.</div><div><br></div><div>Ja, er nimmt teil an unserer Machtlosigkeit; insofern ist er ohne Macht. Und zugleich steht er an unserer Seite und führt uns auch im Leid auf einem guten Weg und zu einem guten Ziel; insofern ist er mächtig.</div><div><br></div><div>Und das alles können wir nur <span class="fs14lh1-5"><b>glauben</b></span>, ohne etwas davon zu spüren.</div><div><br></div><div>Naja, manchmal spüren wir ja vielleicht schon etwas davon, dass Gott bei uns ist. Wir können es nur nicht <span class="fs14lh1-5"><b>beweisen</b></span>, dass es Gott ist, den wir da spüren. Anderen können wir es nicht beweisen, und uns selbst auch nicht. Es könnte auch alles eine Einbildung sein. Aber gerade das macht ja unseren Glauben aus, dass wir es <span class="fs14lh1-5"><b>nicht</b></span> für eine Einbildung halten, sondern für wahr: Gott ist bei uns jeden Tag und jede Stunde.</div><div><br></div><div>Und niemand ist allein in seinem Leid, weil Gott mit ihm leidet. Und weil er alles zu einem guten Ende führen will.</div><div><br></div><div>Das klingt gut. Und macht Hoffnung.</div><div><br></div><div>Aber hilft uns das eigentlich konkret, wenn wir im Lande Uz leben?</div><div><br></div><div>Wo leben?</div><div><br></div><div>Im Lande Uz – das ist das Land, in dem Hiob lebte. Wenn wir an einem Ort leben, an dem man fern von Gott zu sein scheint, an dem Gott nicht anwesend zu sein scheint – was tun wir dann?</div><div><br></div><div>Dann müssen wir das aushalten und ertragen – so schwer das auch ist. Und wir können beten und darauf vertrauen, dass Gott uns nicht überfordern wird. Dass er uns den Glauben bewahren wird.</div><div><br></div><div>Und wir können gewiss sein, dass das Leid ein Ende nehmen wird. Spätestens dann, wenn Gott uns zu sich ruft ...</div><div><br></div><div>... was hoffentlich noch nicht so bald der Fall sein wird. Denn dann könnten wir ja nicht mehr hier auf dem Sofa miteinander plaudern. Und das wollen wir doch noch möglichst oft.</div><div><br></div><div>Ja, und viele andere Sachen wollen wir ja auch noch machen. Also: Wir lassen uns ja gern von dir rufen, Herr, aber bitte jetzt noch nicht.</div><div><br></div><div>So ist es und so wird es wohl immer sein. Aber Spaß beiseite: Ich hoffe, wir sehen uns demnächst wieder bei meiner Plauderei auf'm Sofa. Du bist jedenfalls herzlich willkommen! Also, geh mit Gott, sei behütet vor allzu großem Leid, und sei beschenkt mit einem festen Glauben, der alles Leid aushalten und ertragen kann.</div><div><br></div><div>Tschüss, bis bald!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 12 Mar 2021 14:25:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hilft Beten? Oder spricht man beim Gebet nur mit sich selbst?]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenspraxis"><![CDATA[Glaubenspraxis]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000087"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Hilft Beten? Oder spricht man beim Gebet nur mit sich selbst?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a> | 06/03/2021</span></div><div><br></div><div>Kürzlich hatte ich eine kurze Diskussion mit einer Theologin. Sie sieht es so, dass Gebet nicht hilft, zumindest nicht in dem Sinne, dass Gott dann auch tatsächlich eingreift. Sie begründete das kurz so, dass es ja ungerecht sei, wenn Gott bei den einen Menschen eingreife, bei den anderen Menschen nicht. Eine Gerechtigkeitslücke gewissermaßen. Wegen dieser Gerechtigkeitslücke könne es also nicht sein, dass Gebet helfe.</div><div><br></div><div>Aber ist dies eine biblische Sicht?</div><div><br></div><div>Wenn man davon ausgehen möchte, dass Gebet nichts weiter als eine psychologische Selbstreflexion sei, könnte man es auch gleich bleiben lassen. Besser wäre man dann bedient, einfach zu meditieren.</div><div><br></div><div>Warum? Weil dem Gebet eine Bitte innewohnt und man sich durch Bitten abhängig macht. Durch Meditation hingegen konzentriert man sich auf sich selbst und versucht, sich zu entspannen. In dieser Hinsicht wäre Meditation also wohl die bessere Wahl.</div><div><br></div><div>Aber ist Gebet denn nur eine psychologische Selbstreflexion?</div><div><br></div><div>In der Bibel wird Jesus so wiedergegeben, dass man beim Gebet nicht plappern soll, sondern in ein stilles Kämmerlein gehen und Gott sein Anliegen vortragen soll. Gott wisse zwar ohnehin schon, was man braucht, Jesus hält es aber dennoch für wichtig, uns mitzuteilen, dass man diese Bitte trotzdem an Gott explizit richten und sie auch formulieren soll.</div><div><br></div><div>An anderer Stelle wird Jesus so wiedergegeben, dass er sagt: bittet, so wird euch gegeben.</div><div><br></div><div>Und dann formuliert Jesus auch ein exemplarisches Gebet, das man beten soll, das sogenannte Vaterunser:</div><div><br></div><div>Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot <span class="fs14lh1-5"><b>gib</b></span> uns heute und <span class="fs14lh1-5"><b>vergib</b></span> uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und <span class="fs14lh1-5"><b>führe</b></span> uns nicht in Versuchung, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>erlöse</b></span> uns von dem Bösen, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Amen.</div><div><br></div><div>Die dick markierten Worte machen deutlich, dass Jesus hier durchaus mit einem Eingreifen Gottes in unserer Welt rechnet.</div><div><br></div><div>Die eingangs zitierte Theologin hat ein deistisches Gottesbild, also die Vorstellung, dass Gott zwar alles geschaffen hat, sich dann aber aus der Welt komplett heraushalte. Ein deistisches Gottesbild ist allerdings keines, das mit dem der Bibel übereinstimmen würde.</div><div><br></div><div>Das biblische Gottesbild ist über Generationen von Theologen hinweg, die ihre theologische Essenz in den biblischen Texten hinterlassen haben, immer so, dass durchaus und ganz selbstverständlich mit einem möglichen, oft sogar einem wahrscheinlichen Eingreifen Gottes in unserer hiesigen Welt gerechnet werden kann und darf und muss.</div><div><br></div><div>Dies wird auch durch Jesus deutlich. Jesus, wahrer Mensch und wahrer Gott, wird im Christentum als der zentrale Angelpunkt gesehen, als der Punkt in der Geschichte, in welchem Gott auf ganz besondere Weise in unsere Welt hinein spricht und wirkt. Gott begibt sich in Jesus in unsere Welt hinein. Aber nicht nur hier. Auch die alttestamentarischen Propheten sind Sprachrohre Gottes, auch über sie greift Gott in das Geschehen unserer Welt ein.</div><div><br></div><div>Und dann schaue man an den Anfang der Genesis, wo ein Lied steht, das womöglich früher im Gottesdienst gesungen würde, der sogenannte Schöpfungsbericht. Aus dem Nichts erschafft Gott alles. Gott greift ein. Und dann geht es weiter mit den Geschichten von Moses und dem Volk Israel, das durch Gottes Wirken aus der ägyptischen Sklaverei befreit wird, ein zentrales Ereignis im Judentum, dessen man sich beim Passahfest immer wieder erinnert. Und so geht es weiter, durch die ganze Bibel hindurch.</div><div><br></div><div>Im Garten Gethsemane, kurz vor seiner Verhaftung, betet Jesus zu Gott. Am Kreuz betet Jesus völlig verzweifelt zu Gott: mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Aber Gott hat Jesus nicht verlassen. Gott lässt Jesus nicht im Tod. Was folgt, ist die Auferstehung Jesu. Gott greift ein.</div><div><br></div><div>Wer also glaubt, Gebet nutze nichts, kann das gerne glauben, er kann sich auch als (deistischer) Theologe bezeichnen, er steht allerdings damit nicht in der biblischen Tradition und orientiert sich in seiner Sicht auch nicht an der biblischen Theologie.</div><div><br></div><div>Deswegen bin ich der Meinung, Gebet hilft. Gebet kann einerseits zwar auch psychologische Selbstreflexion sein, es ist zuvörderst und zuallererst aber ein Gespräch mit Gott, ein Gespräch, das keine Einbahnstraße ist. Es ist ein Gespräch, das auch von Gott beantwortet werden kann.</div><div><br></div><div>Wir erhalten keinen Mercedes Benz, wie Janis Joplin in ihrem gleichnamigen Lied singt, wenn wir uns an Gott wenden. Aber Gott antwortet. Er antwortet so, wie es gut für uns ist. Nicht so, dass wir es gleich immer erkennen könnten, manchmal jedoch können wir es doch erkennen, denn seine Antwort ist zu deutlich. Aber Gott antwortet.</div><div><br></div><div>Das ist meine tiefe Überzeugung. Und das ist meiner Ansicht nach auch die Überzeugung, die in den biblischen Texten immer wieder hervorgehoben wird. Der Gott, der in unsere Welt hinein spricht und sich in Jesus Christus gezeigt und in unsere Welt hinein begeben hat, spricht eben selbstverständlich auch heute noch in unsere Welt hinein. Er ist kein deistischer Gott, der sich aus allem heraushält, sondern er ist ein Gott für die Menschen, der die Menschen so sehr liebte und liebt, dass er sich selbst ihnen anvertraute, in Jesus.</div><div><br></div><div>Übrigens, ich bin auch Theologe. Und in lutherischer Tradition nehme ich die Bibel als theologische Diskussionsgrundlage. Sola scriptura. Und das, was Jesus sagt. Solo Christo.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 06 Mar 2021 15:13:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Über das Staunen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000086"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Über das Staunen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/03/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><div>Das Staunen fällt uns schwer in unserer schnelllebigen und geschäftigen Zeit. Staunen bedeutet innehalten, sich unterbrechen lassen, eine Wahrnehmung in sich wachsen lassen und so angerührt und bewegt werden.</div><div><br></div><div>Nicht das Spektakuläre, sondern das Alltägliche wird dann zum Staunenswerten. Das Spektakuläre schreit laut und macht sich breit, verdrängt mit Macht alles andere. Es taucht plötzlich auf und verschwindet ebenso schnell wieder. Das Alltägliche aber ist einfach da, still und unaufdringlich. Nicht es hat sich verändert, sondern unser Sinn für es: Wir nehmen das Ungewöhnliche im Alltäglichen wahr.</div><div><br></div><div>Dann beginnen wir zu staunen. Alles kann Anlass zum Staunen werden, wenn wir dazu bereit sind. Die in Grüntönen schimmernde Wiese. Die durch ein Geäst scheinende Sonne. Der Schattenwurf eines Busches. Ein Käfer. Ein Schmetterling. Das Gurren einer Taube. Ein Musikstück. Ein Wort. Ein Stein. Ein Regentropfen. Der Mensch neben mir: Seine Hand. Seine Augen. Seine Falten. Seine Stimme.</div><div><br></div><div>Aber auch die Geschichte kann Anlass zum Staunen werden. Die alles umfassende Weltgeschichte und unsere kleine, eng begrenzte Lebensgeschichte. Dass ich entstanden bin. Dass ich bin, was ich geworden bin, einen Weg gegangen bin bis zu dem Ort, an dem ich heute stehe. Dass Menschen da waren, die mich begleiteten und mir halfen. Dass ich bewahrt wurde und mein Herz noch schlägt, so unzählige Male.</div><div><br></div><div>Wenn wir staunen, ist der Regentropfen weit mehr als einige miteinander verbundene Wassermoleküle. Was uns staunen lässt, entzieht sich der Berechnung. Es wirkt direkt auf uns, ohne dass ein Tun von uns dazwischentreten müsste.</div><div><br></div><div>Der zum Tun verurteilte oder sich selbst verurteilende Mensch muss immer dazwischentreten. Er kann sich nicht unmittelbar dem anderen überlassen. Sein unaufhörliches Tun lässt keine unmittelbare Begegnung zu, sondern macht alles zum Gegen-Stand. Alles, was ist, muss einem Zweck dienen und wird so selbst zum Zweck. Es darf nicht sein, was es ist.</div><div><br></div><div>Martin Buber hat unsere Erfahrung von einer Beziehung unterschieden: „Man sagt, der Mensch erfahre seine Welt. Was heißt das? Der Mensch befährt die Fläche der Dinge und erfährt sie. Er holt sich aus ihnen ein Wissen und ihre Beschaffenheit, eine Erfahrung. Er erfährt, was an den Dingen ist."* Davon unterscheidet Buber die Beziehung, die das Weltliche nicht erfährt, sondern es unmittelbar wahrnimmt, seine Wahrheit aufnimmt und so ihm begegnet.</div><div><br></div><div>Ohne eine solche Beziehung zur Welt, die das Gegenständliche übersteigt, können wir das Göttliche in ihr nicht finden. Was wir in der Erfahrung finden, wird nichts sein als gegenständliche Welt. Das Göttliche der Welt, Gott im Weltlichen bleibt verborgen.</div><div><br></div><div>Dabei soll alles in der Welt seinen Schöpfer loben: Sonne, Mond und Sterne, Himmel und Erde, das Unsichtbare und Sichtbare, Berge und Hügel, Vögel und Gewürm, Mächtige und Machtlose, Junge und Alte, aber auch Feuer und Hagel, Sturm und Fluten, also auch das Bedrohliche – alles ist ausgerichtet, Gott zu loben (Ps 148). Und wir können dieses Lob vernehmen, wenn wir Augen haben zu sehen.</div><div><br></div><div>Gott wird uns nicht als GOTT begegnen, in einer imponierenden Göttlichkeit und Herrlichkeit. Er begegnet als Gott im Weltlichen, Schwachen, Sterblichen. So wird das Weltliche zum Gleichnis für ihn, es verweist auf ihn. Im Staunen über dieses Weltliche kann es geschehen, dass er uns aufgeht. Dass wir uns unterbrechen lassen. Dass wir offen sind. Dass wir innehalten, kein Geschehen anstoßen, sondern warten, bis es geschieht. Hier gibt es kein Muss, hier ist alles unverfügbar. Es kann geschehen, dass wir die Welt schauen, uns anrühren lassen und bewegt werden von ihrem Geheimnis.</div><div><br></div><div>Dann wird uns das Weltliche durchsichtig für das Göttliche. Für die Macht der Liebe, die es lobt und über die man nur staunen kann.</div><div><br></div><div><br></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1">* Martin Buber: Ich und Du. In: Das dialogische Prinzip. Lambert Schneider im Bleicher Verlag Gerlingen.</span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs11lh1">8. Aufl. 1997. Seite 9.</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 02 Mar 2021 20:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Überfluss in Pandemiezeiten]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000085"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Überfluss in Pandemiezeiten</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/02/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es ist bedrückend zu sagen: Wir stehen in Deutschland am Beginn der dritten Pandemiewelle. Epidemiologen rufen dazu auf, jetzt noch ein paar Wochen durchzuhalten und die Kontakte zu beschränken. Vor allem wenn Schulen und Kindertagesstätten geöffnet werden, müssen an anderen Stellen die Kontaktbeschränkungen aufrechterhalten werden.</div><div><br></div><div>Für mich klingt das logisch: Wenn an einer Stelle Kontakte ermöglicht werden, müssen sie an anderer Stelle eingeschränkt werden.</div><div><br></div><div>Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier verfolgt eine andere Logik. Er sagte gestern, dass wir uns „eine unveränderte Fortführung der Lockdown-Maßnahmen immer weniger leisten" können. „Es geht um die Substanz unserer Wirtschaft." So hält er unter Einhaltung der Hygienevorschriften auch eine Öffnung der Außengastronomie um Ostern herum für möglich. Es gehe um eine Perspektive, die Mut mache.</div><div><br></div><div>Diese Perspektive bedeutet: Endlich wieder Einnahmen für die Wirtschaft, aber auch mehr Kontakte, mehr Erkrankungen, mehr langfristige Gesundheitsschädigungen und mehr Todesfälle. Die können wir uns offenbar nach Meinung des Ministers leisten, weil wir uns eine Fortführung der Lockdown-Maßnahmen nicht mehr leisten können.</div><div><br></div><div>Ich bin wie der Minister für eine Perspektive, die Mut macht. Kann die aber nur so aussehen: mehr Öffnungen und mehr Kontakte zum Preis von mehr schweren Erkrankungen und Todesfällen?</div><div><br></div><div>Auch einige Landesregierungen sind in eine Art „Öffnungswettbewerb" eingetreten, und das mitten hinein in die ansteigenden Infektionszahlen. Ich finde das nicht ermutigend.</div><div><br></div><div>Meine Mut machende Perspektive sieht anders aus: Zeitlich begrenzte Steuererhöhungen für alle, die es sich leisten können (nur für die!), damit wir uns weiterhin finanzielle Hilfen für notleidende wirtschaftliche Betriebe leisten können und uns zugleich mehr schwere Erkrankungen nicht zu leisten brauchen.</div><div><br></div><div>Das ist sicher im „Superwahljahr" nicht besonders förderlich für eine Wiederwahl, dafür aber biblisch angemessen. Denn biblisch gesehen soll sich unser Handeln an den Schwächsten orientieren.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ps 82,3: „Schafft Recht dem Geringen und der Waise, dem Elenden und Bedürftigen lasst </i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Gerechtigkeit widerfahren."</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>2Kor 8,14: „In der jetzigen Zeit diene euer Überfluss ihrem Mangel, damit auch ihr Überfluss [später] eurem Mangel diene, damit Gleichheit entstehe."</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Lk 12,22f.33f: „Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, und nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt! Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. [...] Verkauft eure Habe und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen Schatz in den Himmeln, der unerschöpflich ist, wo kein Dieb sich nähert und keine Motte vernichtet! Denn wo euer Schatz ist, dort wird auch euer Herz sein."</i></span></div><div><br></div><div>Wer die Verse 22 bis 34 alle liest, merkt sofort: Der Mut für die Mut machende Perspektive kommt aus dem Vertrauen, dass Gott für uns sorgen wird, auch wenn wir etwas von unserer Habe abgeben. Vertrauen auf Gott hat immer Konsequenzen für unser Handeln.</div><div><br></div><div>Wir müssen unsere Habe auch gar nicht verkaufen. Wir (nur diejenigen, die es sich leisten können) müssen nur bereit sein, dem Staat etwas mehr zu geben und es den Regierenden nicht übel zu nehmen (und sie damit zu bestrafen, dass wir sie nicht mehr wählen) – damit Gleichheit entsteht zwischen denen, die zur Zeit Überfluss haben und denen, die Mangel leiden. </div><div><br></div><div>Wenn wir das nicht tun: Ähneln wir dann nicht denen, die im Überfluss leben und die wir so gern dafür kritisieren?</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Quelle: <a href="https://www.tagesschau.de/wirtschaft/altmaier-corona-111.html" target="_blank" class="imCssLink">https://www.tagesschau.de/wirtschaft/altmaier-corona-111.html</a></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 27 Feb 2021 20:02:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Verdunkelt der Lockdown mir die Sinne?]]></title>
			<author><![CDATA[Utopio]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000084"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Verdunkelt der Lockdown mir die Sinne?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <a href="https://utopiosmessage.com/" target="_blank" class="imCssLink">Utopio</a> | 24/02/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Mir geht es in dem Lockdown im Grunde recht gut, ich habe meine Familie um mich, bin nie einsam, habe eine sichere Arbeitsstelle, Homeoffice hat auch seine guten Seiten und ich fühle mich sehr gesund. In diesem zweiten Lockdown geht alles viel einfacher von der Hand als noch im Frühjahr. Die Mädels sind mittlerweile ein eingespieltes Team und so überstehen wir auch den geschlossenen Kindergarten noch gut, trotz fehlender Kontakte zu anderen Kindern. Corona ist nur noch ein Hintergrundrauschen, gegen das ich mich bestmöglich schützen möchte, das aber aus Gewohnheit nicht mehr so direkt ängstigt.</div><div><br></div><div>Dennoch hat es der Lockdown jetzt wohl doch geschafft mich irre zu machen. Nicht im klinischen Sinn. Aber dieses ständige zu Hause sein, das mir bis dato eigentlich mit meiner Persönlichkeit nicht so wirklich schwer fiel und ja nie ein 100%iges HomeOffice war, entfaltet nun doch eine Wirkung:</div><div><br></div><div>Ich sehe in paranoider Sorge schon unsere Wohnung in Flammen aufgehen. Mein Kopf hat es sich, in Ermangelung eines echten Grunds zur Klage, zur Aufgabe gemacht etwas zu finden, über das er sich Sorgen machen kann. Ich verstehe nicht, woher so plötzlich dieses Gefühl des Bedrohtseins kommt. Etwas in mir glaubt unter dem sprichwörtlichen Damoklesschwert zu stehen. Warum? Es hat sich nichts geändert im Vergleich zu vor zwei Wochen. Es gibt keinen, wirklich keinen Grund zu meckern, über die gerade so surreal stattfindende Allgemeinsituation einer tödlichen Pandemie hinaus. Mir persönlich geht es so gut wie noch nie. Meinen Kindern auch. Und sogar meine Frau, der es im Frühjahr am schwersten gefallen ist, zeigt sich zufrieden. Warum bin ich von einem Tag auf den anderen plötzlich in Sorge?</div><div><br></div><div>Es niederzuschreiben hilft mir vielleicht, in der Hoffnung wenigstens der eine da oben liest es und lächelt über meinen Kleinglauben. Ja, was ist das für ein merkwürdig Ding, diese Seele, die du uns da geschenkt hast?</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von <a href="https://utopiosmessage.com/" target="_blank" class="imCssLink">Utopio</a>.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 24 Feb 2021 16:52:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Alles hat seine Zeit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000083"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Alles hat seine Zeit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/02/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Das dritte Kapitel des Predigerbuches hat es bis in die Popmusik geschafft und wurde von verschiedenen Künstlern unter dem Titel „Turn! Turn! Turn!" eingespielt. Der Songtext ist eine Bearbeitung von Pred 3,1-8 und stammt von dem amerikanischen Folkmusiker <span class="fs14lh1-5"><i>Pete Seeger</i></span> (1919-2014). Wahrscheinlich legte er den Text der <span class="fs14lh1-5"><i>King James Bible</i></span> zugrunde. Erstmals veröffentlicht wurde das Lied von ihm im Jahr 1962. Am bekanntesten ist die Version der amerikanischen Band <span class="fs14lh1-5"><i>The Byrds</i></span>, die 1965 in den US-Single-Charts drei Wochen lang Platz 1 belegte.</div><div><br></div><div>Der hebräische Name des biblischen Buches lautet übrigens „Kohelet", was wahrscheinlich „Redner in einer Versammlung" bedeutet.</div><div><br></div><div>Wer die Melodie des Liedes kennt, dem geht sie wahrscheinlich so schnell nicht aus dem Kopf. Den englischen Songtext findet man zum Beispiel in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turn!_Turn!_Turn!_(To_Everything_There_Is_a_Season)" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a>, wo er sogar dem englischen Bibeltext gegenübergestellt ist.</div><div><br></div><div>Ich zitiere hier Prediger 3,1-8 in der deutschen Übersetzung der Zürcher Bibel:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Alles hat seine bestimmte Stunde,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>jedes Ding unter dem Himmel hat seine Zeit.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Geboren werden hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und Sterben hat seine Zeit.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Pflanzen hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und Ausreißen hat seine Zeit.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Töten hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und Heilen hat seine Zeit.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Einreißen hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und Bauen hat seine Zeit.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Weinen hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und Lachen hat seine Zeit.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Klagen hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und Tanzen hat seine Zeit. [...]</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Umarmen hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und Sich-Meiden hat seine Zeit.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Suchen hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und Verlieren hat seine Zeit. [...]</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Schweigen hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und Reden hat seine Zeit.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Lieben hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und Hassen hat seine Zeit.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Der Krieg hat seine Zeit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und der Friede hat seine Zeit.</i></span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div class="imTALeft">Das ganze Leben in ein paar Zeilen gefasst, könnte man meinen. Die Grundaussage aber ist: Wir machen in unserem Leben gegensätzliche Erfahrungen. Das ist nichts Außergewöhnliches, sondern so ist unser Leben. Wir können daran nichts ändern. Wir können auch nicht bestimmen, was zu welcher Zeit dran ist. Obwohl wir das gerne täten, können wir unser Leben nur sehr bedingt bestimmen. Das Leben kommt einfach auf uns zu mit seinen unterschiedlichen und gegensätzlichen Polen.</div><div><br></div><div>Ich finde das tröstlich. Das Negative gehört zum Leben dazu. Es gibt kein Leben, das nur Positives kennt. Das Negative muss uns darum, wenn es kommt, nicht überraschen oder gar erschrecken. Wir können es gelassen hinnehmen. Es hat seine Zeit, und seine Zeit wird auch wieder vergehen. Dann kommt wieder eine andere, bessere Zeit.</div><div><br></div><div>Man könnte meinen, Hassen und Krieg sollten eigentlich nicht zu unserer Zeit gehören. Aber das gilt für all die genannten Leid bringenden Dinge. Dass sie zum Leben gehören, bedeutet ja nicht, dass sie etwas Gutes sind oder gar gottgegeben. Im Gegenteil. Das Negative widerfährt uns zwar, aber es wird dadurch nichts Positives.</div><div><br></div><div>In Pandemiezeiten ist besonders relevant: <span class="fs14lh1-5"><i>Umarmen hat seine Zeit, und Sich-Meiden hat seine Zeit.</i></span> Wir leben gerade in der Zeit des Sich-Meidens. Aber auch diese Zeit wird vergehen, und dann bricht wieder die Zeit des Umarmens an.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit.</i></span> Heute wird viel geklagt über die Lockdown-Maßnahmen. Manche haben Grund zu klagen, andere sollten vielleicht lieber denken: Wie lange habe ich mich freuen und tanzen können, dann will ich auch geduldig die Zeit des Klagens aushalten. Sie wird ein Ende nehmen.</div><div><br></div><div>Übrigens kann es für Christ*innen hilfreich sein, sich selber das Klagen zu gestatten. Sie müssen nicht immer im Glauben fröhlich sein. Auch das Klagen hat im Glauben seine Zeit.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Suchen hat seine Zeit, und verlieren hat seine Zeit.</i></span> Der Prediger meinte wohl nicht nur das Verlieren und Suchen eines Gegenstandes. Manchmal verlieren wir auch die gute Stimmung und bekommen zum Beispiel den Corona-Blues. Oder wir verlieren den Lebenssinn. Oder unseren Glauben.</div><div><br></div><div>Wenn die melancholische Stimmung uns ergreift, können wir uns sagen: Nun ist also wieder die Melancholie da. Ich kann es nicht ändern. Ich muss das ertragen und kann es auch Gott klagen. Mag sein, dass dieses Stimmungstief länger anhält. Aber ich weiß, dass es ein Ende nehmen wird. Ich werde also nicht aufgeben, die gute Stimmung zu suchen und auf sie zu hoffen.</div><div><br></div><div>Wenn der Lebenssinn verloren gegangen ist, scheint alles in der Sinnlosigkeit zu versinken. Wozu soll ich noch leben? Aber wir können wissen: Auch das wird vorbeigehen. Ich suche nach neuen Zielen, die mir sinnvoll erscheinen. Und ich bitte Gott, dass ich sie bald finde.</div><div><br></div><div>Wenn die Zweifel uns den Glauben streitig machen wollen, können wir sagen: Hallo, ihr Zweifel, seid ihr schon wieder da? Ich kann euch den Eintritt nicht verwehren, aber glaubt nicht, dass ich euch Hof halten werde. Ich werde vielmehr auf euch pfeifen und euch keine Minute länger Aufmerksamkeit schenken, als es unbedingt nötig ist. Und im übrigen werde ich mich auf mein klein bisschen Glauben konzentrieren, das noch da ist, und mir das Leben so angenehm wie möglich machen. Glaubt bloß nicht, dass ich euch den Gefallen tue, über euch nachzugrübeln und euch in den Mittelpunkt zu rücken. Im Gegenteil, ich werde euch ignorieren, so gut ich kann. Ich weiß auch, dass eure Zeit begrenzt ist. Denn Gott wird mir auch wieder Glauben schenken zu seiner Zeit.</div><div><br></div><div>Das Negative hat also nur begrenzte Zeit. Auf der anderen Seite sollten wir uns nicht zu sicher sein, wenn es uns gut geht. Auch das Positive bringt seine Gefahren mit sich. Geht es uns längere Zeit relativ gut, meinen wir schnell, es müsse immer so weitergehen. Kommt dann Leidvolles über uns, kann es geschehen, dass ein Mensch damit gar nicht zurecht kommt. Er hat sich ja schon so an das unbeschwerte Leben gewöhnt und will es nicht wahrhaben, dass es auch anders kommen kann. Manchmal denke ich, dass nicht wenige Menschen heute mit schwierigen Situationen gar nicht mehr so recht umgehen können.</div><div><br></div><div>Jedenfalls hat auch das Gute nur begrenzte Zeit, und das Negative kann schnell an seine Stelle treten. Beides gehört zu unserem Leben. Der Prediger wusste es, und das war weise. Sein Buch gehört zur sogenannten Weisheitstradition des Alten Testaments.</div><div><br></div><div>Übrigens hatte der Prediger auch einen Tipp, wie man das Leben so richtig genießen kann (Prediger 9,7-9). Es ist ein Tipp, den man in der Bibel so gar nicht erwartet. Aber man sollte ihn beherzigen und dementsprechend leben, wann immer es möglich ist.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Geh, iss mit Freuden dein Brot</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und trink deinen Wein mit fröhlichem Herzen;</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>denn längst hat Gott dein Tun gebilligt.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Trage allezeit weiße Kleider</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>und lass deinem Haupte das Öl nicht mangeln.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>Genieße das Leben mit dem geliebten Weibe,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>alle die Tage des flüchtigen Daseins,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>das dir verliehen ist unter der Sonne;</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>denn das ist dein Teil am Leben und bei der Mühe,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i>mit der du dich abmühst unter der Sonne.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 21 Feb 2021 09:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Corona - Strafe oder Lehre?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000082"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Corona – Strafe oder Lehre?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/02/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es gibt Christinnen und Christen, die behaupten, die Corona-Pandemie sei eine Strafe Gottes. Ich frage mich dann immer: Woher wissen die das? Ist für sie jedes Unheil, das geschieht, eine Strafe Gottes? Und was bedeutet es eigentlich, dass Gott uns straft?</div><div><br></div><div>Das Wort „Strafe" weckt bestimmte Assoziationen. Man denkt an die strafenden Eltern und den Staat, der Kriminelle bestraft. Unrecht muss nach unserer Rechtsordnung bestraft werden: Der Täter muss für seine Taten büßen. Strafe muss sein. Und schnell überträgt man diese ganz weltliche Vorstellung von strafenden Autoritäten auf Gott. Er ist dann der allen Menschen übergeordnete Richter, dem nichts entgeht und der jedes Unrecht bestraft.</div><div><br></div><div>Aber redet die Bibel wirklich so von Gott? Ist das der Gott, an den Christen glauben?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Der rettende Richter</div><div><br></div><div>Tatsächlich wird Gott in der Bibel auch als Richter beschrieben, der Gerechtigkeit schafft. Diese Gerechtigkeit besteht nun aber nicht darin, dass Gott Strafen verhängt, weil eben jede böse Tat bestraft werden muss. Es geht vielmehr um zwei Dinge: Zum einen soll der Übeltäter von seinem bösen Weg abgebracht und auf einen guten Weg gerufen werden. Und zum anderen soll der Geschädigte vom Übeltäter und seinen Taten befreit werden (Ps 82,1-4).</div><div><br></div><div>Gottes Richten soll also immer Gutes bewirken: Der Übeltäter soll fortan Gutes tun und das Leid des Geschädigten soll ein Ende nehmen. Gottes Richten ist nichts anderes als Retten. Darum auch kann Gottes Richten mit Jubel begrüßt werden (Ps 96,10-13; 98,4-9).</div><div><br></div><div>Das klingt ganz anders als die Vorstellung von dem strafenden Gott, oder?</div><div><br></div><div>Wir müssen Abschied nehmen von der Vorstellung, dass Gott zwei Seiten habe, eine barmherzige, gnädige einerseits und eine strafende, richtende andererseits. Wir müssen lernen, dass Gottes Richten nichts anderes ist als die Ausübung seiner Barmherzigkeit. Im Gericht begegnet uns kein anderer als der barmherzige Gott, der es gut mit uns meint.</div><div><br></div><div>Wenn wir das auf die Corona-Pandemie beziehen, dann ist sie nicht einfach eine Strafe Gottes, vor der man nur erzittern könnte. Sie ist vielmehr etwas, das Gott zwar geschehen lässt, aber nicht, um uns zu quälen, sondern um uns zum Guten zu bewegen und vor dem Bösen zu retten.</div><div><br></div><div>Die richtige Frage wäre dann nicht: „Für welche Sünden straft uns Gott?", sondern: „Was können wir aus der Pandemie lernen?"</div><div><br></div><div>Die Pandemie soll dadurch nicht verharmlost werden. Sie ist und bleibt eine leidvolle Erfahrung. Aber wir können gerade aus leidvollen Erfahrungen lernen.</div><div><br></div><div>Die sogenannte Weisheitstradition des Alten Testaments (vor allem in den Büchern Sprüche, Prediger und Hiob) weiß darum, dass rechtes Handeln auch etwas mit Lernen zu tun hat (z.B. Spr 1,1-7).</div><div><br></div><div>Was also können wir aus der Pandemie lernen? Mir sind vier Punkte eingefallen, die bestimmt nicht vollständig sind.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Den Tieren ihren Raum lassen</div><div><br></div><div>Das Virus ist von Tieren auf den Menschen übergesprungen, wie übrigens schon andere Viren vor ihm. Mit anderen Worten: Wir kommen den Tieren zu nah. Wir dehnen uns immer mehr aus in ihre Räume hinein. Wir Menschen können nicht genug Raum einnehmen und rauben den Tieren ihren Raum. Wir fangen oder töten sie und nehmen sie mit in unseren Lebensbereich, wo wir sie auf dem Markt anbieten. Biologen sagen schon lange, dass wir uns in unserer Gier zu weit in den Bereich der Tiere hineinbegeben.</div><div><br></div><div>Wir können also lernen, dass wir den Raum, den der Schöpfer den Tieren gegeben hat, achten und nicht für uns erobern. Es geht nicht darum, keinen Kontakt mehr zu Tieren zu haben. Aber es geht darum, den Lebensraum der Tiere zu respektieren und damit den Willen des Schöpfers ernst zu nehmen. Es geht darum, nicht maßlos zu werden in unserem Drang, alles in der Welt zu beherrschen. Das heißt auch, das Wohlergehen der Tiere, unserer Mitgeschöpfe, zu achten und zu fördern.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Das rechte Maß wiederfinden</div><div><br></div><div>Durch den heute üblichen weltweiten Reiseverkehr hat sich das Virus schnell in der ganzen Welt verbreitet. In der globalisierten Welt ist es selbstverständlich, dass Konzerne global agieren, Waren weltweit vertrieben werden und Menschen innerhalb von Stunden den Kontinent wechseln. Das alles dient angeblich dem menschlichen Wohlergehen. Doch gibt es nicht wenige Verlierer der Globalisierung, und der weltweite Reise- und Handelsverkehr hat einen erheblichen Anteil an der Klimaerwärmung.</div><div><br></div><div>Zwar lässt sich das Rad nicht zurückdrehen, aber die Frage muss erlaubt sein, ob die Grenzen des Nützlichen nicht überschritten sind. Es könnte sein, dass wir auch in dieser Hinsicht das rechte Maß verloren haben. Die negativen Auswirkungen der Globalisierung könnten ihre Vorteile bereits übertroffen haben. Es gibt offensichtlich ein maßloses weltweites Gewinnstreben, das uns nicht guttut. Es gibt ein Verlangen nach fernen Ländern, das uns der Nähe entfremdet. Es gibt die Sehnsucht nach immer neuen und exotischen Eindrücken, die sich nicht zufriedengeben kann mit dem Ort, an den Gott uns gestellt hat.</div><div><br></div><div>Was wir wieder lernen können, ist die Entdeckung des Wunderbaren im Alltäglichen. Das Wunderbare, Staunenswerte wartet nicht nur auf fernen Kontinenten. Es ist ganz nah, wir müssen es nur sehen. Das Wunderbare ist schon der Mensch an unserer Seite. Das Verlangen nach dem immer neuen und immer größeren Kick könnte uns die Sinne verschließen für die tiefe Erfahrung des Miteinanders. Wer das Außergewöhnliche braucht, kann nicht mehr über das Alltägliche staunen.</div><div><br></div><div>Wir können auch lernen, zwischen Schein und Wahrheit zu unterscheiden. Maßloser Reise- und Handelsverkehr <span class="fs14lh1-5"><b>scheint</b></span> nur zu nützen, doch in Wahrheit schädigt er nicht nur uns selbst, sondern alle Menschen und die ganze Schöpfung. Während er die Länder des globalen Nordens materiell noch reicher macht, sterben schon jetzt Menschen infolge des Klimawandels in den Ländern des globalen Südens. Doch katastrophale Wetterereignisse nehmen auch bei uns zu. Deshalb ist es höchste Zeit, das rechte Maß wiederzufinden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Dankbarkeit leben</div><div><br></div><div>Die Einschränkungen, mit denen die Pandemie eingedämmt werden soll, führen uns an unsere Grenzen. Wir spüren, wie sehr wir auf Kontakte und menschliche Nähe angewiesen sind <span class="fs14lh1-5">(1Mo/Gen 2,18)</span><span class="fs14lh1-5">. Wir sind soziale Wesen, die nicht für das Alleinsein geschaffen sind. Bei manchen stellen sich Depressionen ein, andere belasten ihre Mitmenschen mit ihren eigenen psychischen Problemen. Für manche ist es kaum zu ertragen, und der Schrei nach Aufhebung der Beschränkungen wird immer lauter.</span></div><div><br></div><div>Das führt uns vor Augen, wieviel Gutes wir vor der Pandemie hatten, und wir lernen es neu zu schätzen. Die Menschen an unserer Seite, unsere Freunde, die Treffen mit ihnen, der Besuch im Café und Theater, das zwanglose Miteinander – wie viele Gründe, dankbar zu sein! Wir konnten in einem Europa offener Grenzen mühelos reisen. Wir lebten ohne Krieg, hatten ausreichend zu essen und zu trinken, hatten fast unbegrenzte Möglichkeiten, unser Leben zu leben. Wieviel das wert ist, erfahren wir erst jetzt, wo es uns fehlt. Aber wir können neu lernen, für all das dankbar zu sein.</div><div><br></div><div>Dankbarkeit ist nicht einfach ein spontan auftretendes Gefühl; sie will <span class="fs14lh1-5"><b>gelebt</b></span> sein. Nur wer Dankbarkeit lebt, ist wirklich dankbar. Wer auf Erden dankbar ist, muss nicht nach den Sternen greifen. Er muss nicht krampfhaft an dem festhalten, was er hat, sondern kann ein Mensch sein, der für andere da ist. Er kann sich mit dem Kleinen zufriedengeben. Er weiß um die Wohltaten Gottes, die uns so selbstverständlich geworden sind.</div><div><br></div><div>So können wir mitten in den Entbehrungen, ja gerade wegen ihnen lernen, dankbar zu sein – für das, was wir hatten und jetzt eine Zeit lang entbehren müssen, und für das, was wir auch jetzt noch haben. Und wir können lernen, Dankbarkeit zu leben: indem wir nicht klagen, schreien und toben, wenn uns etwas genommen wird; indem wir vielmehr nach Kräften helfen, das Virus nicht weiter zu verbreiten; indem wir bereit sind, die zu unterstützen, die unter den Einschränkungen mehr leiden als wir selbst. Dankbarkeit muss nicht nach Wegen suchen, Gutes zu tun; sie tut es einfach.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Uns unsere Begrenztheit und Vergänglichkeit bewusst machen</div><div><br></div><div>Mit der Pandemie ist uns der Tod auf den Leib gerückt. Wenn wir ehrlich sind, können wir ihn nicht mehr wegschieben. Seine Bedrohung ist allgegenwärtig. Und wenn nicht gleich der Tod, so wird uns doch unsere Verletzlichkeit bewusst. Wir sind nicht das alles beherrschende Wesen, für das wir uns so gerne halten. Nicht einmal über unser eigenes Leben sind wir der Herr.</div><div><br></div><div>Wir können lernen, uns als begrenztes Lebewesen zu verstehen. Begrenzt in unserer Lebenszeit, aber auch in unserer Macht und Selbstbestimmung. Das zu akzeptieren ist nicht leicht. Aber es rückt die Dimensionen zurecht. Wir sind Menschen und nicht Götter. Dementsprechend sollten wir leben. Und dementsprechend sollten wir versuchen zu glauben.</div><div><br></div><div>Nur wer sich nicht selbst zum Gott erhebt, kann an den Gott glauben, der sich zum Menschen erniedrigt hat. Nur wer keine Hoheit sein muss, kann sich mit der Niedrigkeit abfinden, die Gott für sich gewählt hat. Gerade als diese begrenzten, verletzlichen und sterblichen Menschen sind wir diejenigen, mit denen Gott zu tun haben will. Nicht mit vermeintlichen Göttern will er zusammen sein, sondern mit schwachen Menschen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Fazit</div><div><br></div><div>Gott will uns retten – auch vor uns selbst. Vielleicht lernen wir aus der Pandemie etwas zu unserer Rettung. So gesehen ist die Pandemie keine Strafe, sondern eine Einladung.</div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht, das Leiden unter der Pandemie zu verharmlosen. Menschen erkranken und sterben, andere geraten in wirtschaftliche oder psychische Not. Das schließt aber nicht aus, aus dem Leid zu lernen. Gerade in leidvollen Erfahrungen sind wir offen dafür, unser Leben zu verändern, um neuerliches Leid zu vermeiden. Dazu aber müssen wir lernbereit sein.</div><div><br></div><div>Vielleicht lässt sich das, was wir lernen können, zusammenfassen mit der Formulierung „uns selbst zurücknehmen". Zum Leben gehört das Sich-Zurücknehmen. Wir haben uns zwar das Nehmen angewöhnt, aber das Uns-selbst-Zurücknehmen verlernt. Doch weniger ist manchmal mehr. Wer etwas aufgibt, kann dadurch gewinnen (Mt 10,39; 16,25 u.ö.). Wer weniger hat, wird reicher.</div><div><br></div><div>Man könnte es auch Demut nennen. Demut kommt von Dien-mut; Mut bezeichnete ursprünglich ein heftiges Verlangen oder Begehren. Demut ist also der Mut oder das Verlangen zu dienen. Das täte uns gut: Mehr Verlangen zu dienen statt hochmütig zusammenzuraffen, was zu kriegen ist. Dienen sollen wir allem, was geschaffen ist, also auch uns selbst. Aber uns dienen können wir nur, wenn wir zugleich allem anderen dienen.</div><div><br></div><div>So hat es auch Gott in Jesus Christus getan. Gerade indem er sich zurücknahm und diente, war er Gott (Mk 10,45; Mt 20,28). Und Gott will auch heute nicht anders Gott sein als so, dass er uns dient. Manchmal auch so, dass er uns leiden lässt, aber durch das Leiden zur Umkehr bewegen will.</div><div><br></div><div>Ich habe versucht, die Pandemie aus christlicher Perspektive zu deuten: nicht als sinnloses Unheil, auch nicht als „gerechte" Strafe, sondern als Chance, unser Leben zum Besseren zu wenden. Mehr als ein Versuch kann das nicht sein. Es hat sogar immer etwas Spekulatives, geschichtliche Ereignisse zu deuten. Keine Bibelstelle sagt uns, dass die Pandemie eine Lehre für uns ist. Aber wir können versuchen, sie im Licht des Wirkens Gottes zu verstehen. Denn er ist ein Gott, der in unserer Geschichte wirkt. Wenn wir das glauben, können wir vielleicht aus der Pandemie lernen – wie aus allen anderen Ereignissen auch.</div><div><br></div><div>Wenn es etwas zu lernen gibt aus der Pandemie, dann sicher noch mehr als das, was ich genannt habe. Du kannst es gern durch deine Gedanken ergänzen – oder auch widersprechen. So können wir gemeinsam versuchen, der Pandemie über das bloße Leid hinaus eine Bedeutung zu geben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 09:29:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ist da jemand?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Plauderei_auf%27m_Sofa"><![CDATA[Plauderei auf'm Sofa]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000081"><div><br></div><div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs16lh1-5 ff1">P l a u d e r e i &nbsp;&nbsp;a u f ' m &nbsp;&nbsp;S o f a</span></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ist da jemand?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/02/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Hallo? Ist da jemand? Ach, du bist es! Ich hab jetzt mit gar keinem gerechnet. Aber schön, dass du da bist. Komm rein, setz dich und mach's dir bequem auf meinem Sofa. Ja, direkt neben der Katze. Die lässt sich auch gern mal streicheln. Das ist eine richtige Kuschelkatze, weißt du? Darf ich dir etwas anbieten? Na klar hab ich einen heißen Tee. Den braucht man auch bei diesen arktischen Temperaturen!</div><div><br></div><div>Wie ist es dir denn seit unserer letzten Plauderei ergangen? Wir hatten ja über den Glauben gesprochen.</div><div><br></div><div>Also ehrlich, man kann ja toll über den Glauben reden. Stundenlang und immer wieder. Aber über den Glauben <span class="fs14lh1-5"><b>reden</b></span> ist etwas anderes als <span class="fs14lh1-5"><b>wirklich glauben</b></span>. Ich will damit sagen: Reden ist leicht – aber glauben ist manchmal ganz schön schwer.</div><div><br></div><div>Ich denke, das geht allen Menschen so. Schon Jesu Jünger haben sich mit dem Glauben schwer getan. „Ihr Kleingläubigen", hat Jesus sie dann gescholten. Wir würden heute vielleicht sagen: „Ihr mit eurem Mini-Glauben!" Und das, obwohl die Jünger jeden Tag mit Jesus zusammen waren.</div><div><br></div><div>Aber Jesus hat sie nicht zum Teufel geschickt. Auch seinen Hauptjünger Petrus nicht, als der ihn dreimal hintereinander verleugnet hat. Jesus verleugnen ist ja auch so was wie nicht richtig an ihn glauben. Aber Jesus hat ihn nicht fallen lassen.</div><div><br></div><div>Na, das macht jedenfalls schon mal Mut. Wir müssen unseren mickrigen Glauben nicht verstecken, sondern können zu ihm stehen. Wir sind nun mal so. Und wir sind damit in guter Gesellschaft. Das macht es zwar nicht besser, aber es tut gut zu wissen: Jesus vergibt uns, dass wir im Glauben echte Winzlinge sind. Zwerge. Gnome. Unterentwickelte Deppen. Murksige Voll...</div><div><br></div><div>Okay, ich hör ja schon auf. Wir sind halt ziemlich klein im Glauben, dabei wollen wir doch immer so groß sein ...</div><div><br></div><div>Nun ja, lassen wir mal dieses unangenehme Thema. Eine interessante Frage ist ja: Warum fällt es uns eigentlich so schwer mit dem Glauben? Warum stellen wir uns immer wieder – manchmal insgeheim – die Frage: „Ist da wirklich jemand? Gibt es diesen Gott wirklich?"</div><div><br></div><div>Ich kann mir zwei Gründe vorstellen: Erstens: Wir tun uns schwer mit dem Glauben an Gott, weil wir uns gern eigene Vorstellungen davon machen, was Gott eigentlich ist. Und zweitens: Wir tun uns schwer mit dem Glauben, weil wir von Gott oft nichts spüren.</div><div><br></div><div>Wie sich das gehört, fangen wir mal mit Erstens an: Es ist doch meistens so, dass wir nur das finden, was wir auch suchen. Stell dir zum Beispiel vor: Du machst einen Spaziergang im Wald und verlierst auf dem Weg deinen Schlüssel, aber du bemerkst es gar nicht. Irgendwann kehrst du um und gehst denselben Weg zurück. Dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass du plötzlich deinen Schlüssel findest. Denn du kommst ja gar nicht darauf, dass irgendwo auf dem Weg dein Schlüssel liegen könnte.</div><div><br></div><div>Genauso ist es, wenn jemand nicht daran glaubt, dass es Gott überhaupt gibt. Er wird dann nicht damit rechnen, dass Gott in der Welt Spuren hinterlässt. Er sucht Gott gar nicht, und weil er ihn nicht sucht, wird er ihn auch kaum finden.</div><div><br></div><div>Nun gibt es noch eine andere Möglichkeit: Du hast im Wald einen Schlüssel mit einem roten Anhänger verloren. Als du es bemerkst, kehrst du sofort um und fängst an zu suchen. Und du bist dabei ganz konzentriert auf Rot. Da können zehn Schlüssel mit einem blauen Anhänger liegen, die wirst du möglicherweise gar nicht wahrnehmen, weil du ja etwas Rotes suchst. Und wenn du doch einen Schlüssel mit blauem Anhänger wahrnimmst, denkst du: „Schade, hier ist zwar ein Schlüssel, aber nicht meiner. Mein Schlüssel ist nicht da."</div><div><br></div><div>Das bedeutet auf den Glauben übertragen: Wenn jemand eine ganz bestimmte Vorstellung von Gott hat und auch sicher ist, dass es diesen Gott gibt, was wird er dann suchen? Richtig, diesen bestimmten Gott, der seiner Vorstellung entspricht. Und wenn er diesen Gott, der seiner Vorstellung entspricht, nicht findet, dann wird er sagen: „Es gibt ja gar keinen Gott. Da ist niemand." Aber eigentlich meint er: Da ist niemand, der so ist, wie ich ihn mir vorgestellt habe.</div><div><br></div><div>Man kann sich ja echt viel unter Gott vorstellen, oder?</div><div><br></div><div>Also manche suchen einen Kuschelgott. So etwas wie die Kuschelkatze, die da neben dir auf dem Sofa liegt, oder wie das Kuscheltier, das wir als Kind hatten. Wenn wir mit unserem Kuscheltier kuschelten, dann war alles gut.</div><div><br></div><div>So ist es für manche auch mit Gott: Sie meinen, wenn sie Gott haben, dann ist alles gut. Dann gibt es nichts Schweres mehr im Leben. Gott erhört Gebete und beseitigt alle Schwierigkeiten. Oder jedenfalls die größten. Also so richtig dauerhaft im Schlamassel sitzen kann man dann nicht mehr, meinen sie, weil Gott einen immer rauszieht. Und wenn der Schlamassel dann kommt und trotz aller Gebete nicht aufhört, dann denken sie irgendwann: „Ich habe mich geirrt. Es gibt gar keinen Gott. Da ist niemand."</div><div><br></div><div>Das ist ein typischer Fall von falscher Gottesvorstellung.</div><div><br></div><div>Andere suchen einen Gott, der ihre religiösen oder moralischen Vorstellungen bestätigt. Sie haben also bestimmte religiöse Ideen oder bestimmte Wertvorstellungen und meinen, Gott müsste damit übereinstimmen.</div><div><br></div><div>Tut er aber nicht. Gott ist immer anders als all unsere Vorstellungen von ihm. Und auch anders als unsere Moralvorstellungen. Und wenn ein Mensch das entdeckt, was macht er dann? Es könnte sein, dass er sich dann von Gott abwendet. Denn er hat ja einen anderen Gott gesucht. Einen, der seine Ideen und Werte bestätigt. Und mit einem Gott, der das nicht tut, kann er nichts anfangen.</div><div><br></div><div>Wieder andere suchen einen Richtergott, der nach festen Gesetzen die Gläubigen belohnt und die Ungläubigen bestraft. Einen Gott, der richtig Ordnung schafft. Damit endlich das Elend in der Welt aufhört. Aber irgendwann merken sie, dass das Elend immer weitergeht. Und dass es den Gläubigen manchmal schlechter ergeht als den Ungläubigen. Dann merken sie, dass es den Gott, den sie gesucht haben, gar nicht gibt, und denken enttäuscht: „Da ist ja gar keiner!"</div><div><br></div><div>Ach, da fällt mir gerade ein Lied ein. Kennst du von Adel Tawil das Lied „Ist da jemand"?</div><div><br></div><div>Ja, das ist ein schönes Lied. Es erzählt von jemandem, der einsam durch die Straßen läuft, die Leute sind ihm fremd, und er fragt in seiner Sehnsucht, ob da im Himmel jemand ist. Er sucht jemanden, der an ihn denkt und ihn versteht.</div><div><br></div><div>Und dann kommt der Refrain, und der geht so:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wenn der Himmel ohne Farben ist</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Schaust du nach oben und manchmal fragst du dich</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ist da jemand, der mein Herz versteht?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Und der mit mir bis ans Ende geht?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ist da jemand, der noch an mich glaubt?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ist da jemand? Ist da jemand?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Der mir den Schatten von der Seele nimmt?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Und mich sicher nach Hause bringt?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ist da jemand, der mich wirklich braucht?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ist da jemand? Ist da jemand?</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Also, die Fragen finde ich ganz richtig. Suchen wir das nicht alle: jemanden, der uns versteht, der alle Wege bis zum Ende mit uns geht, der an uns glaubt und uns braucht, der uns beschützt und unsere Seele hell macht? Suchen wir so jemanden nicht alle?</div><div><br></div><div>Ich denke schon. Darum ist das Lied wohl auch so erfolgreich. Es trifft genau unsere Sehnsüchte. Es gibt nur ein Problem: Wenn wir so nach Gott suchen, dann suchen wir jemanden, der unsere Erwartungen erfüllt. Aber das tut Gott nicht, jedenfalls nicht immer.</div><div><br></div><div>Es geht im Glauben nämlich gar nicht um unsere Erwartungen. Es geht nicht darum, was wir erreichen oder sein wollen. Sondern es geht <span class="fs14lh1-5"><b>zuerst</b></span> darum, was <span class="fs14lh1-5"><b>Gott</b></span> erreichen will und was <span class="fs14lh1-5"><b>Gott</b></span> ist. Und <span class="fs14lh1-5"><b>danach</b></span> geht es darum, was Gott <span class="fs14lh1-5"><b>uns</b></span> erreichen lassen will und was er <span class="fs14lh1-5"><b>uns</b></span> sein lassen will.</div><div><br></div><div>Na okay, das mag ja alles sein. Aber Gott macht es uns auch ganz schön schwer. Wäre alles nicht viel einfacher, wenn er deutlich sichtbar für uns wäre? Warum ist Gott eigentlich unsichtbar?</div><div><br></div><div>Naja, wenn Gott sichtbar wäre, dann wäre er ja ein Stück Welt. Und wenn er ein Stück Welt wäre, dann könnten wir mit ihm machen, was wir wollen. Er wäre dann so etwas wie ein Gegenstand für uns.</div><div><br></div><div>Eigentlich war Gott ja in Jesus ein Stück Welt. Er ist ja im Menschen Jesus in die Welt gekommen, sagt das Neue Testament. Und was haben die Menschen mit ihm gemacht? Sie wollten ihn nicht haben und haben ihn aus der Welt herausbefördert.</div><div><br></div><div>Und weißt du, warum? Weil Jesus nicht ihre Erwartungen erfüllte. Wie gesagt: Wir haben bestimmte Vorstellungen von Gott, und wenn er sie nicht erfüllt, dann kann er uns mal gestohlen bleiben.</div><div><br></div><div>Ich merke gerade, wie gut das auf Jesus zutrifft: Er kann uns gestohlen bleiben. Das heißt doch: Wenn er unsere Erwartungen nicht erfüllt, ist es auch egal, wenn er weg ist – wie gestohlen. Auch egal, wenn es ihn gar nicht gibt.</div><div><br></div><div>Wenn wir von <span class="fs14lh1-5"><b>unseren</b></span> Vorstellungen ausgehen, wie Gott zu sein hat, dann würden wir Jesus wohl heute auch wieder kreuzigen. Er würde nämlich unsere Erwartungen nicht erfüllen. Und viele Menschen heute glauben nicht an ihn, weil er ihre Erwartungen nicht erfüllt. Der Unglaube ist also unser menschliches Problem.</div><div><br></div><div>In einem <span class="fs14lh1-5"><i><a href="https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2017/34807/adel-tawil-ueber-seine-islamisch-liberale-erziehung-und-das-gerechte" target="_blank" class="imCssLink">Interview</a></i></span> hat Adel Tawil mal gesagt: „Irgendwann habe ich aber angefangen, mir Gott als universelle Kraft vorzustellen. Von der wir auch Zeichen bekommen, wenn wir unsicher sind." Das ist ein verständlicher Wunsch, den wir sicher alle kennen: Wenn wir unsicher sind, möchten wir ein Zeichen von Gott. Aber das ist gefährlich. Denn wenn Gott kein Zeichen gibt, was dann? Machen wir dann Schluss mit ihm?</div><div><br></div><div>O Mannomann, mir dröhnt die Rübe! So langsam frage ich mich, was wir überhaupt tun sollen.</div><div><br></div><div>Ja, wir sollten vielleicht mal eine Pause einlegen und einen Schluck Tee trinken. Möchtest du vielleicht noch einen? Hier hab ich einen, der heißt „Himmelszauber." Wollen wir uns den mal genehmigen?</div><div><br></div><div>Au ja, ich glaube, so einen Himmelszauber kann ich jetzt gut gebrauchen, um noch durchzublicken.</div><div><br></div><div>Ahh, das tut gut. Vielleicht passiert ja jetzt ein Himmelszauber, und – ping – uns geht ein Licht auf.</div><div><br></div><div>Ja, ich hab gerade eine Idee. Eigentlich kann man alles ganz gut auf den Punkt bringen, wenn man sagt: Wir sollen uns kein Bild von Gott machen und dieses Bild dann suchen. Das werden wir nämlich nicht finden.</div><div><br></div><div>Ja gut, aber was sollen wir denn dann machen?</div><div><br></div><div>Naja, wir müssen eben lernen, uns keinen Gott nach unseren Vorstellungen zu basteln. Wir müssen lernen abzuwarten, bis er sich uns so zu erkennen gibt, wie er wirklich ist.</div><div><br></div><div>Das klingt schon wieder kompliziert, oder? Er „gibt sich uns zu erkennen" ...</div><div><br></div><div>Einfacher gesagt: Wir sollten ernst nehmen, was die Bibel über Gott sagt. Denn die wurde von Menschen geschrieben, die von Gottes Geist erfüllt waren und die deshalb keinen Blödsinn über Gott verbreitet haben.</div><div><br></div><div>Adel Tawil hat übrigens in seinem Lied „Gott steh mir bei" gesungen:</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich hab' die Bibel nicht gelesen</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Hab' den Koran nicht dabei</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Doch wenn ich all das sehe</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gott, steh mir bei!</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Hab' die Tora nicht gehört</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Hatte für Buddha keine Zeit</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Doch wenn ich all das sehe</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gott, steh mir bei! Gott, Gott, steh mir bei!</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Er hat also weder die Bibel noch den Koran gelesen und hatte auch für Buddha keine Zeit. Dann kann es ja eigentlich nur so sein, dass er sich sein eigenes Gottesbild gebastelt hat, oder?</div><div><br></div><div>Vielleicht hat er ja auch was von seinen Eltern oder anderen Menschen übernommen. Das wissen wir nicht.</div><div><br></div><div>Nein, wir wollen auch gar nicht Adel Tawil schlechtmachen. Es ist ja heute schon viel wert, wenn sich ein Mensch überhaupt ernsthaft mit solchen Fragen beschäftigt. Aber die Gefahr ist eben, wenn man sich nicht an die Bibel hält, dass man dann anfängt, sich einen Phantasie-Gott auszudenken.</div><div><br></div><div>Und dabei kommt dann meistens ein „höchstes Wesen" heraus. Eine Art Superman. Ein Gott, der keinen Mangel kennt, keine Schwäche zeigt, der nicht verletzlich ist und in keiner Weise in seiner Macht eingeschränkt. Ein allmächtiger, allgegenwärtiger, allwissender Gott. So haben die Menschen sich schon immer Gott vorgestellt, und zwar nicht nur im Christentum, sondern in allen Religionen.</div><div><br></div><div>Aber ist denn Gott nicht allmächtig, allgegenwärtig und allwissend?</div><div><br></div><div>Naja, Gott hat sich uns ja in dem Menschen Jesus gezeigt. Jesus wusste aber nicht alles, und er war auch nicht überall zugleich gegenwärtig, und schon gar nicht hatte er über alles Macht. Er war ja denen, die damals die Macht hatten, ausgeliefert und wurde von ihnen gekreuzigt. Wenn wir uns schon Gott vorstellen wollen, dann müssen wir uns an dem Menschen Jesus orientieren. Alles andere wäre eine von Jesus losgelöste Phantasie von Gott.</div><div><br></div><div>Als Jesus am Kreuz hing, hatte er jedenfalls nicht über alles Macht, sondern war machtlos. Das muss man immer mit bedenken, wenn man von Gottes Allmacht spricht. Wenn man damit ernst macht, dass Gott in Jesus war, dann ist Gott auch ein leidender, verletzlicher Gott. Ein Gott, der sich selbst machtlos macht. Und einer, den wir nicht immer spüren, sondern der uns auch verlassen kann. Jesus hat sich ja auch am Kreuz von Gott verlassen gefühlt.</div><div><br></div><div>Aber das kann ja wohl nicht heißen, dass Gott rundum machtlos ist – sozusagen ein zahnloser Tiger. Ein Pappkamerad. Vielleicht besteht seine Macht ja gerade darin, dass er sich machtlos machen kann...</div><div><br></div><div>Gar kein schlechter Gedanke: Gott hat aus Liebe zu den Menschen auf seine Macht verzichtet. Und Jesus nachfolgen könnte dann bedeuten, dass wir uns aus Liebe zu unseren Mitmenschen machtlos machen. Also dass wir zum Beispiel dazu bereit sind, aus Liebe zu unseren Mitmenschen auch zu leiden. Das will natürlich keiner. Alle wollen nur, dass es ihnen gut geht, dass das Leben schön ist und sie die Kontrolle über ihr Leben haben. Und dazu brauchen sie ein höchstes Wesen, das ihnen ihre Wünsche erfüllt ...</div><div><br></div><div>So war aber Jesus gar nicht. Er wollte nicht einfach ein schönes Leben und die Kontrolle über alles haben, sondern er war bereit, aus Liebe alle Kontrolle abzugeben und sogar zu sterben!</div><div><br></div><div>Also ehrlich, dazu hab ich aber noch 'ne Menge Fragen. Aber für heute reicht's jetzt wirklich.</div><div><br></div><div>Ja. Und wie können wir jetzt gewiss werden, dass da jemand ist? Also dass Gott existiert?</div><div><br></div><div>Nur so, dass Gott sich uns kundtut. Dass er uns seinen Geist schenkt, der den Glauben in uns schafft. So wie Paulus geschrieben hat (1Kor 2,9.10):</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>und keinem Menschen ins Herz gedrungen ist,</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>was Gott denen, die ihn lieben, bereitet hat –</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gott hat es uns enthüllt durch den Geist.</i></span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div>Ja, wir schaffen es selber nicht mit dem Glauben. Es ist uns zu schwer. Aber wir können um die Kraft zum Glauben bitten. Und Gott wird allen, die ihn ernsthaft bitten, seine Kraft nicht vorenthalten.</div><div><br></div><div>Dann kann aus einem, der es nicht glauben kann, dass es einen Gott gibt, einer werden, der davon überzeugt ist, dass es ihn gibt.</div><div><br></div><div>Ja, es ist ein bisschen so wie vorhin, als du reinkamst. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass jemand kommt. Dann habe ich irgendwas gehört und gefragt: „Ist da jemand?" Und du hast dich gemeldet. Dann wusste ich, dass da jemand ist.</div><div><br></div><div>Und wenn Gott sich bei uns meldet, dann wissen wir, dass er da ist.</div><div><br></div><div>Ja, und wenn Gott sich uns kundtut, dann kann man sogar davon überzeugt sein, was Adel Tawil am Schluss seines Liedes singt: „Dann ist da jemand."</div><div><br></div><div>Das heißt dann aber auch, schwere Zeiten durchzuhalten und weiter mit Gott zu gehen. Auch durch schwere Zeiten und durch Zweifel hindurch.</div><div><br></div><div>Stimmt. Und damit wären wir schon beim zweiten Punkt, den wir am Anfang nannten: Wir tun uns schwer mit dem Glauben, weil wir von Gott oft nichts spüren.</div><div><br></div><div>Das ist doch ein interessantes Thema für unsere nächste Plauderei, oder? Ich freu mich schon drauf. Und ich hoffe, du bist dann auch wieder dabei!</div><div><br></div><div>Klar doch, aber erstmal muss ich das verarbeiten, worüber wir heute geredet haben. Und davon wird mir einiges noch lange durch den Kopf gehen ...</div><div><br></div><div>Ja, und du kannst du mir gern schreiben, wenn du neue Gedanken dazu hast oder noch Fragen – so können wir unser Gespräch fortsetzen.</div><div><br></div><div>Tschüss, bis bald!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 14 Feb 2021 10:32:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Darf Theologie politisch sein?]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000080"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Darf Theologie politisch sein?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a> | 13/02/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Von manchen Menschen hört man manchmal die Forderung, die Kirche solle sich doch bitte aus der Politik heraushalten, die Theologie solle nicht politisch sein.</div><div><br></div><div>Wenn man sich aber einmal beispielsweise die christliche Theologie und die daraus entstehenden ethischen Forderungen ansieht, die Nächstenliebe, die Feindesliebe, die Vorstellung, dass jeder Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen ist, so dass also jeder Mensch eine ganz besondere Würde hat, die Menschenwürde, die aus diesem theologischen Grund heraus auch nicht verletzt werden darf, bei keinem Menschen, dann wird man feststellen, dass Theologie politisch ist. Und sie ist es nicht nur, sie war es schon immer. Darum ist die Forderung dieser oben erwähnten Menschen naiv.</div><div><br></div><div>Von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 13 Feb 2021 14:16:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Neuapostolische Kirche]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Religionsgemeinschaften"><![CDATA[Religionsgemeinschaften]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000007F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Neuapostolische Kirche</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/02/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es gibt eine Fülle von Kirchen und Gemeinschaften, die sich auf Jesus Christus und die Heilige Schrift berufen. Mitunter ist es hilfreich, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und einen Blick auf andere Gemeinschaften zu werfen. Vielleicht kann man daraus lernen, vielleicht tritt dadurch aber auch das Besondere des eigenen Glaubens und der eigenen Gemeinschaft deutlicher vor Augen.</div><div><br></div><div>Ich habe mich mal näher mit der Neuapostolischen Kirche beschäftigt. Sie ist mit ca. 330.000 Gemeindegliedern in rund 1.600 Gemeinden (laut <span class="fs14lh1-5"><a href="http://www.nak.de/index.html" target="_blank" class="imCssLink"><i>Website der Neuapostolischen Kirche in Deutschland</i></a></span>) die größte christliche Sondergemeinschaft in Deutschland, größer noch als die Zeugen Jehovas, die wahrscheinlich viel bekannter sind. Natürlich kann ich im Rahmen dieses Blogbeitrags nicht auf alle Einzelheiten der Geschichte und Lehre der Neuapostolischen Kirche eingehen. Viele ihrer Lehren stehen durchaus mit denen der evangelischen Kirche im Einklang. Um das Profil der Neuapostolischen Kirche herauszustellen, werde ich mich vor allem auf die Abweichungen konzentrieren. Weitere Informationen gibt es zum Beispiel im <span class="fs14lh1-5"><a href="https://nak.org/de/kennenlernen/katechismus" target="_blank" class="imCssLink"><i>Katechismus der Neuapostolischen Kirche</i></a></span> und auf <span class="fs14lh1-5"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neuapostolische_Kirche" target="_blank" class="imCssLink"><i>Wikipedia</i></a></span>.</div><div><br></div><div>Eine weitere Vorbemerkung ist nötig: Ich kenne die Neuapostolische Kirche nicht von innen, sondern gründe meine Ausführungen auf mir vorliegende Literatur. Daraus leite ich meine persönliche Stellungnahme zu dieser Kirche und ihren Lehren ab. Die darin enthaltenen kritischen Anmerkungen wollen nicht ausschließen, dass es durchaus gläubige Christ*innen in dieser Kirche gibt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Aus der Geschichte der Neuapostolischen Kirche</div><div><br></div><div>Die Neuapostolische Kirche hat eine komplizierte Entstehungsgeschichte. Im 19. Jahrhundert bildeten sich in England viele christliche Gemeinschaften, darunter eine Gemeinde, die es als ihre Aufgabe ansah, die Kirche der Endzeit aufzubauen. Man rechnete mit dem baldigen Ende der Welt und dem Kommen Christi zum Gericht. Darum wurden Apostel berufen, welche die zerstreute Christenheit sammeln und dem wiederkommenden Christus entgegenführen sollten. 1835 gab es zwölf Apostel. Als im Jahre 1855 drei der zwölf Apostel starben, stellte sich die Frage, ob man neue Apostel berufen sollte, um wieder auf zwölf zu kommen. Über diese Frage gab es schwere Auseinandersetzungen.</div><div><br></div><div>Ein leitendes Mitglied wurde aus der Gemeinde ausgeschlossen und gründete 1863 zusammen mit anderen Ausgeschlossenen die „Allgemeine Apostolische Gemeinde". Doch 1878 gab es erneute Konflikte, und wieder kam es zur Spaltung. 1895 wandte man sich von dem Gedanken ab, dass alle Apostel gleichberechtigt seien, und 1897 wurde der erste sogenannte „Stammapostel" ernannt. Wie von einem Baumstamm die einzelnen Zweige abgehen, so sollten vom Stammapostel alle anderen Apostel abzweigen und aus seiner Fülle leben. Der Stammapostel steht also in der Hierarchie an oberster Stelle.</div><div><br></div><div>Seit dem Jahr 1907 nannte sich die Gemeinde „Neuapostolische Gemeinde" und seit 1930 „Neuapostolische Kirche". In der Nazi-Zeit standen viele leitende Mitglieder und Apostel, wie auch weite Teile der evangelischen Kirche, der NSDAP nahe oder waren sogar deren Mitglied.</div><div><br></div><div>Der Stammapostel Gottfried Bischoff verkündete Weihnachten 1951 seine Überzeugung, dass er die Wiederkunft Christi noch erleben werde, also der letzte Stammapostel sei. Später fügte er hinzu, dies sei ihm in mehreren Offenbarungen Gottes mitgeteilt worden. Diese Botschaft wurde von der Neuapostolischen Kirche zum Dogma erhoben. In den folgenden Jahren wurden tausende Gemeindeglieder und ein Apostel, die Zweifel an dieser Botschaft hatten, aus der Kirche ausgeschlossen. Als der Stammapostel am 6. Juli 1960 starb, geriet die Kirche in eine schwere Krise. Das Problem wurde so gelöst, dass man kundtat, Gott habe seinen Willen geändert. Nicht der Stammapostel hatte sich also geirrt, sondern Gott hat es sich anders überlegt. Daran hält die Kirche bis heute fest.</div><div><br></div><div>Seit den 1970er Jahren erhöhte sich die Zahl der Apostel auf zunächst etwa 60, inzwischen gibt es aber weltweit ca. 350 aktive Apostel. Dem Stammapostel untergeordnet sind folgende weitere Ämter: Bezirksapostel, Apostel, Bischöfe, Bezirksälteste, Bezirksevangelisten, Gemeindeälteste, Hirten, Gemeindeevangelisten, Priester, Diakone und Unterdiakone. Nachdem bis Ende 2022 Frauen von den Ämtern ausgeschlossen waren, sind seit dem 1. Januar 2023 auch Frauenordinationen in alle Ämter möglich.</div><div><br></div><div>Die Zahl der Kirchenmitglieder hat sich im 20. Jahrhundert stark erhöht. Weltweit gehören der Kirche 9-10 Millionen Menschen an, davon über 7 Millionen in Afrika, wo die Kirche am stärksten verbreitet ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die Rolle des Stammapostels</div><div><br></div><div>Wie ich schon sagte, steht der Stammapostel in der Hierarchie ganz oben. Er gilt als der Repräsentant Christi auf Erden. Christus leitet die Kirche durch diesen seinen irdischen Vertreter und die Apostel. Der Stammapostel und die Apostel legen die Bibel maßgebend aus. Der Stammapostel behält dabei das letzte Wort. Die anderen Apostel müssen geloben, ihm gehorsam zu sein. Denn der Stammapostel offenbart in Wort und Tat das, was Jesus will, so dass Jesus im Stammapostel erkannt werden kann. Das Wort des Stammapostels kann geradezu mit dem Wort Gottes gleichgesetzt werden. Und die wahre Kirche ist an das Amt der Apostel gebunden, so dass eigentlich nur die Neuapostolische Kirche wahre Kirche sein kann.</div><div><br></div><div>Viele Jahrzehnte lang wurde die Gegenwart Christi im Stammapostel behauptet. Inzwischen hat diese Überhöhung des Stammapostels deutlich nachgelassen. Doch wird daran festgehalten, dass Jesus seine Kirche in der Endzeit, in der wir leben, durch den Stammapostel leitet. So versteht sich die Neuapostolische Kirche als Fortsetzung der von den biblischen Aposteln geleiteten Urkirche. In der Neuapostolischen Kirche ist die ursprüngliche apostolische Kirche wieder aufgerichtet. Nur sie ist die einzig wahre Kirche, nur ihre Mitglieder können sich echte „Kinder Gottes" nennen.</div><div><br></div><div>In jüngster Zeit hat sich die Neuapostolische Kirche allerdings vorsichtig der Ökumene geöffnet. In Deutschland wurde sie im Jahr 2019 als Gastmitglied in die „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland" aufgenommen, in der Schweiz in die entsprechende Arbeitsgemeinschaft schon 2014. Auch in vielen anderen Bereichen gibt es inzwischen Gespräche und gemeinsame Aktionen. Die Teilnahme am Abendmahl der Neuapostolischen Kirche ist allen getauften Christ*innen gastweise gestattet, jedoch wird das nicht kontrolliert, und in der Praxis wird niemand abgewiesen. Am Evangelischen Kirchentag 2013 in Hamburg nahm die Neuapostolische Kirche erstmals teil. </div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Das Glaubensleben</div><div><br></div><div>Neben den Sakramenten Taufe und Abendmahl gibt es noch das Sakrament der „Heiligen Versiegelung". Damit ist die Ausgießung des Heiligen Geistes gemeint. Das Sakrament wird von einem Apostel gespendet. Erst durch diese „Versiegelung" wird der gläubige Mensch zu einem Kind Gottes. Mit der Versiegelung ist auch der Anspruch der Neuapostolischen Kirche verbunden, die einzig wahre Kirche zu sein.</div><div><br></div><div>Die Versiegelung kann an Lebenden und Toten vollzogen werden. Dazu werden Lebende stellvertretend für die Verstorbenen versiegelt. Außerdem können Lebende für Tote die Taufe und das Abendmahl empfangen. Das wird mit 1Kor 15,29 begründet. Man geht davon aus, dass in den Gottesdiensten und in den Aposteldiensten die Geister der Toten anwesend sind. Sie suchen dort Hilfe und Weiterführung. Manchen Gläubigen ist dieser „Dienst für die Entschlafenen" nach eigenen Aussagen aber unheimlich.</div><div><br></div><div>In der Regel verstehen sich die Gläubigen aber wie eine große Familie, in deren Haus alles wohlgeordnet ist. Jeder hat hier seinen Platz und seine Aufgabe. Die gottgegebene Ordnung sollte möglichst nicht hinterfragt werden. Das gibt Sicherheit und Orientierung, vor allem in einer Zeit schwindender gemeinsamer Werte. Andererseits fühlen sich kritische Gemeindeglieder wohl eingeengt. Ehemalige Mitglieder der Kirche haben sich psychischem Druck ausgesetzt gefühlt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Theologische Stellungnahme</div><div><br></div><div>Das Amt der Apostel stellt die wohl augenfälligste Besonderheit der Neuapostolischen Kirche dar. Unter den Aposteln ragt der Stammapostel heraus. Alle weiteren Ämter sind streng hierarchisch gegliedert. Der Stammapostel hat alle Autorität in Bezug auf Lehre und Organisation der Kirche. Als Repräsentant Jesu Christi auf Erden steht er diesem näher als alle anderen Menschen und kann sich in seinen Lehraussagen im Grunde nicht irren. Er gibt letztlich vor, was die Angehörigen der Neuapostolischen Kirche zu glauben und wie sie ihren Glauben zu leben haben.</div><div><br></div><div>Die reformatorischen Kirchen haben einen umgekehrten Weg eingeschlagen: Für sie ist grundsätzlich jeder Christenmensch von Gott mit dem heiligen Geist begabt und deshalb fähig, ein Urteil über Wahrheit und Irrtum zu treffen. Er braucht keine andere menschliche Autorität über sich, um zum rechten Glauben zu finden, sondern kann sich selbst an der Bibel orientieren. Natürlich sollte er offen sein für das, was andere Menschen als wahr erkannt haben. Das Gespräch unter Christ*innen dient daher der eigenen Wahrheitsfindung. Die evangelische Kirche ist deshalb nicht hierarchisch von oben nach unten gegliedert, sondern von unten her aufgebaut, von den einzelnen Christ*innen und Gemeinden her.</div><div><br></div><div>Die strenge Hierarchie der Neuapostolischen Kirche kann psychischen Druck auf Gemeindeglieder erzeugen, die nicht in allem mit den vorgegebenen religiösen Überzeugungen übereinstimmen. Denn wer sich den Überzeugungen der Apostel widersetzt, muss im Extremfall befürchten, das Heil zu verlieren und aus der Kirche ausgeschlossen zu werden. Christlicher Glaube ist aber befreiender Glaube, kein Glaube, der die Glaubenden in ein Korsett zwängt. Freiheit des Glaubens bedeutet nicht Beliebigkeit, aber die Gewissheit, dass alle Menschen Irrtümern unterliegen können und dennoch von Gott geliebt und angenommen werden.</div><div><br></div><div>Es ist deshalb abzulehnen, dass eine kirchliche Obrigkeit entscheidet, wer den rechten Glauben hat und wer nicht. Diese Entscheidung kann nach evangelischem Verständnis nur die Gemeinschaft aller Glaubenden treffen. Natürlich gibt es auch in den evangelischen Kirchen Grundsätze des Glaubens, die allgemeine Geltung beanspruchen. Diese Grundsätze sind aber prinzipiell hinterfragbar und korrigierbar, und die Vielfalt der möglichen Glaubenslehren ist weitaus breiter angelegt als in streng hierarchischen Gemeinschaften oder Kirchen.</div><div><br></div><div>Die Bibel berichtet, dass die Amtsträger in der frühen Christenheit von der ganzen Gemeinde gewählt wurden und nicht nur von den Aposteln (Apg 6,5). Dass es in der frühen Christenheit keine Hierarchie gab, zeigt auch, dass der Apostel Paulus dem Apostel Petrus, auf den Jesus nach Mt 16,18 seine Gemeinde bauen wollte, in einer wichtigen Glaubensfrage widersprach (Gal 2,11). Würde man Petrus als den Stammapostel bezeichnen, dann wäre Paulus ein schlechter Apostel gewesen, weil er dem Stammapostel nicht bedingungslos folgte. Ein solches Denken aber ist dem Neuen Testament fremd.</div><div><br></div><div>Wenn man der neuapostolischen Apostelidee folgt, kommt hinzu, dass es in der Kirchengeschichte etwa 1.700 Jahre lang bis zur Berufung der ersten neuapostolischen Apostel keine Kirche Jesu Christi im vollen Sinn gegeben haben kann, weil es in dieser Zeit keine Apostel gab. Dass es 1.700 Jahre lang keine vollwertige Glaubensgemeinschaft gab, ist aber ein geradezu absurder Gedanke. Warum sollte Gott, der sich aus Steinen Kinder erwecken kann (Mt 3,9; Lk 3,8), so lange keine Kirche erschaffen, bis im 19. Jahrhundert in England eine kleine Gemeinschaft ein paar Apostel ernennt? Die neuapostolische Apostelidee führt dazu, dass die eigene Kirche allen anderen Kirchen übergeordnet wird und alle Christ*innen eigentlich den eigenen Aposteln nachfolgen müssten.</div><div><br></div><div>Nachfolge verlangt das Neue Testament aber allein gegenüber Jesus Christus. Er allein ist es auch, der die Versöhnung der Menschen mit Gott bewirkt. Das, was Jesus zur Versöhnung tat, muss deshalb nicht durch das, was ein Apostel tut, ergänzt werden. Das Heil geschieht nicht durch das Werk von Menschen, sondern es ist bereits durch den Tod Jesu Christi aus Liebe zu allen Menschen geschehen. Darum hängt die Gotteskindschaft nicht von der „Versiegelung" eines Menschen durch einen Apostel ab. Den Geist spendet Gott allein, und ein Mensch ist nicht nötig, um den Geist Gottes zum Menschen zu transportieren.</div><div><br></div><div>Die Vorstellung, allein die neuapostolischen Apostel mit dem Stammapostel an der Spitze hätten die christliche Wahrheit und könnten den Menschen das Heil vermitteln, führt dazu, dass die Neuapostolische Kirche letztlich als die einzig wahre Kirche verstanden wird. Eine solche Vorstellung wertet alle anderen Kirchen und Gemeinschaften ab und führt zu Intoleranz und im Extremfall zu Überheblichkeit. Vor diesem Hintergrund ist es bedeutsam, dass die Neuapostolische Kirche sich für ökumenische Gespräche geöffnet hat. Es bleibt abzuwarten, ob sich dies auch in einer veränderten Bewertung anderer Kirchen ausdrückt. Gewichtiger noch scheint mir die Gefahr, den Stammapostel so zu verstehen, dass er im Grunde an die Stelle Jesu Christi tritt und das Heil zu den Menschen bringt. Das aber wäre eine Abwertung Jesu Christi, die dem christlichen Glauben ihre Grundlage nähme.</div><div><br></div><div>Zu bemängeln ist auch die These, die Wiederkunft Christi und das Ende der Welt stünden unmittelbar bevor. Zwar sagte auch Jesus, dass das Ende „nahe vor der Tür" sei. Aber er stellte zugleich fest, dass niemand, auch er selber nicht, wisse, wann es so weit ist (Mk 13,28-32; Mt 24,32-36). Von daher stellt sich die Frage, welchen Sinn es hat, über Jahrhunderte hinweg das nahe Ende zu verkünden. Auch dadurch kann bei Menschen Angst erzeugt werden, und durch diese Angst können sie im Glauben und in der eigenen Glaubensgemeinschaft festgehalten werden. Angstmacherei ist aber kein christliches Mittel, Menschen bei der Stange zu halten.</div><div><br></div><div>Schließlich kann auch der sogenannte „Dienst an den Verstorbenen" Angst erzeugen, der davon ausgeht, dass die Geister der Verstorbenen unter uns sind und menschlicher Hilfe bedürfen, die sie durch die Apostel erhalten. Nochmal ist daran zu erinnern, dass das Heil allein in Jesus Christus gründet und nicht in menschlichem Handeln. Und von Verstorbenen, die unter uns gegenwärtig sind, ist in der Bibel nicht die Rede.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Fazit</div><div><br></div><div>Insgesamt bildet die Neuapostolische Kirche eine eng verbundene Gemeinschaft mit festen Ordnungen und Lehren. Das ist für manche Menschen in einer Zeit, in der gemeinsame Werte und verbindliche Ordnungen kaum noch existieren, vielmehr jede Wahrheit in Frage gestellt wird, durchaus attraktiv. Andere Menschen allerdings fühlen sich in einer solchen Gemeinschaft, in der es kaum Raum zum eigenen Denken gibt, eingeengt und bevormundet.</div><div><br></div><div>Eine streng fundamentalistische und dogmatisch festgelegte Lehre ist aber nicht das Besondere der Neuapostolischen Kirche. Es gibt vielmehr viele solcher Gemeinschaften, auch im Bereich der evangelischen Kirche. Auch dort besteht die Gefahr, dass Menschen Angst gemacht wird und sie psychisch unter Druck gesetzt werden. Dies aber widerspricht, wo immer es geschieht, dem Evangelium. Das Evangelium von der Liebe Gottes und der in Jesus Christus geschehenen Versöhnung des Menschen mit Gott ist eine Botschaft der Freude und der Freiheit, niemals der Angst und Einengung.</div><div><br></div><div>Damit will ich nicht sagen, dass alles, was die Neuapostolische Kirche lehrt, dem Evangelium widerspricht. Ich schließe es keineswegs aus, dass der Glaube und die Liebe neuapostolischer Christ*innen echt sind, und schließe mich den Worten des Paulus an: „Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber" (Phil 1,18).</div><div><br></div><div>Man muss aber auch die Gefahren sehen, die in den neuapostolischen Lehren bestehen. Auf diese Gefahren möchte ich hinweisen. Ich spreche kein Urteil über die einzelnen Gläubigen oder die ganze Kirche. Gefahren gibt es allerdings nicht nur in der Neuapostolischen Kirche, sondern auch in der Evangelischen Kirche und in jeder anderen Glaubensgemeinschaft. Die Gefahren mögen nur anderswo lauern, aber sie sind überall gegeben.</div><div><br></div><div>Letztlich muss jeder Mensch selber entscheiden, ob er sich auf eine hierarchische und bevormundende Struktur einlassen will. Er sollte aber wissen, worauf er sich einlässt. Und er sollte sich Rückzugswege offenhalten. Er sollte vor allem daran festhalten, dass unser Heil allein in Jesus Christus gegründet ist und dass dieses Heil von keinem Menschen ergänzt werden muss. Auch der persönliche Glaube ist keine Ergänzung des Heils, sondern seine Folge. Nur so bleibt die Freiheit des Glaubens gewahrt. Und es bleibt in Geltung: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter ein Joch der Knechtschaft bringen!" (Gal 5,1).</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div data-line-height="2" class="lh2"><i class="imUl fs12lh2">Quellen</i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs12lh1-15">Panorama der neuen Religiosität. Sinnsuche und Heilsversprechen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Herausgegeben von Reinhard Hempelmann u.a. im Auftrag der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 2001. S. 509-521.<br></span></li><li><span class="fs12lh1-15">Hans-Jürgen Twisselmann: Sieben Glaubensgemeinschaften. Darstellung und Kritik. Nordelbische Reihe für Weltanschauungsfragen. Heft 6. Itzehoe 1993. S. 36-43.<br></span></li><li><span class="fs12lh1-15">Helmut Obst: Artikel "Neuapostolische Gemeinde/Kirche". In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. 4. Auflage. Herausgegeben von Hans Dieter Betz u.a. Band 6. Mohr Siebeck. Tübingen 2003. Sp. 209-211.<br></span></li><li><span class="fs12lh1-15"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neuapostolische_Kirche" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia-Artikel „Neuapostolische Kirche"</a>.</span><br></li></ul></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 11 Feb 2021 15:51:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Zur Kreativität geschaffen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000007E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Zur Kreativität geschaffen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/02/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Ich musste stehen bleiben und genauer hinsehen. Es war eine verlassene, heruntergekommene Fabrikhalle. Ich blickte auf eine rot gestrichene verfallene Wand mit teils abgeblätterter Farbe, ein vergittertes Fenster, ein Graffiti und darüber, drei bis vier Meter hoch – eine Leiter und eine Karre an der Wand befestigt.</div><div><br></div><div>Wäre dieses „Werk" von Joseph Beuys (1921-1986), dann wäre es höchstbezahlte Kunst. Doch Joseph Beuys meinte, jeder Mensch trage in sich kreative Möglichkeiten und sei in diesem Sinn ein Künstler. Wie dem auch sei, jedenfalls ist diese Wand ein Stück Kreativität.</div><div><br></div><div>Ich wäre achtlos an dem Gebäude vorübergegangen, wäre mein Blick nicht auf die Leiter und Karre an der Wand gefallen. Unwillkürlich stellten sich Fragen ein: Was machen die da an der Wand? Wer hat sie dort aufgehängt? Sind es alte Gegenstände aus der Fabrik, die die letzten Arbeiter vor der Schließung dort angebracht haben? Wollten sie damit etwas ausdrücken?</div><div><br></div><div>Die ansonsten hässliche und nichtssagende Wand regte mich plötzlich zum Denken an. So geht es auch moderner Kunst nicht um Schönheit, sondern um einen veränderten Blick auf die Wirklichkeit. Sie soll etwas Neues, Interessantes schaffen und einen neuen Blick auf die Wirklichkeit wecken.</div><div><br></div><div>Joseph Beuys hatte jedenfalls nicht unrecht mit seiner These, jeder Mensch habe kreative Möglichkeiten. Denn Gott hat den Menschen, als er ihn schuf, auch zur Kreativität bestimmt.</div><div><br></div><div>Nach 1Mo/Gen 2,15 ist es Aufgabe des Menschen, den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren. Er soll Gottes Schöpfung nicht passiv hinnehmen, sondern aktiv und kreativ gestalten.</div><div><br></div><div>Nach 1Mo/Gen 2,19 darf der Mensch allen von Gott geschaffenen Tieren einen Namen geben. Ein höchst kreativer Akt. Indem der Mensch den Tieren einen Namen gibt, lernt er sie zu unterscheiden und gewinnt einen ganz neuen Blick auf das Geschaffene.</div><div><br></div><div>Der spätere König David hatte die Gabe, Harfe zu spielen und damit die Depressionen Sauls zu vertreiben. Positiv eingesetzte Kreativität kann also die negative Wirklichkeit verändern.</div><div><br></div><div>Natürlich waren auch die Dichter der Psalmen höchst kreativ. Weniger bekannt ist, dass auch die prophetischen Bücher weitgehend aus Dichtung bestehen.</div><div><br></div><div>Gott hat uns also mit kreativen Möglichkeiten geschaffen. Darum kann jeder Mensch auf seine Art ein Künstler sein. Oder zumindest ein kreativer Mensch. Natürlich gibt es viele und sehr unterschiedliche Arten der Kreativität. Aber der Wunsch, kreativ zu sein, ist in uns hineingelegt. <span class="fs14lh1-5">Kreativ zu sein kann uns glücklich machen und unserem Leben Sinn geben. Wenn aber Menschen im Arbeitsleben die Möglichkeit genommen wird, kreativ zu sein, könnte das dem Willen Gottes widersprechen.</span></div><div><br></div><div>Vor vielen Jahren lernte ich ein Mädchen kennen, das eine Förderschule besuchte. Bald stellte ich fest, dass sie wunderschön zeichnen konnte. Schlagartig wurde mir klar, wie überdurchschnittlich begabt sie ist. Was sagen schon die Leistungen in der Schule über einen jungen Menschen aus? Ich weiß nicht, warum sie eine Sonderschule besuchte. Aber ich weiß, dass sie ein ungemein begabtes Mädchen war – eine Künstlerin.</div><div><br></div><div>Darum sollte jeder Mensch den Mut haben, seine Art der Kreativität zu entdecken. Und wir sollten jedem Menschen dabei helfen, seine Kreativität zu entfalten.</div><div><br></div><div>Denn Kreativität ist eine Gabe Gottes und darum ein Menschenrecht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010067.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 16:49:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Homo sapiens]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000007D"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Homo sapiens</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/02/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>Der weise Mensch</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>(homo 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weiter</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>an dem 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src="https://christseinverstehen.de/images/P1010143.JPG"  title="" alt=""/><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div class="cf1"><div class="imTACenter"><b class="fs16lh1-5"><i>Die Weisheit dieser Welt ist </i><i>Torheit </i><i>in Gottes Augen.</i></b></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div class="imTACenter"><span class="fs12lh1-5">Paulus, 1. Korintherbrief Kapitel 3 Vers 19a</span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div class="fs14lh1-5"><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 19:52:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Verborgene Wirklichkeit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000007C"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Verborgene Wirklichkeit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/02/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>In den letzten Monaten ging mir immer wieder ein Liedvers durch den Kopf. Es ist die dritte Strophe des Liedes "Ich singe dir mit Herz und Mund" von Paul Gerhardt (1607-1676), Evangelisches Gesangbuch Nr. 324:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Was sind wir doch? Was haben wir</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>auf dieser ganzen Erd,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>das uns, o Vater, nicht von dir</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>allein gegeben werd?</i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Die Strophe steht in einem Loblied, das den Segen Gottes preist, den der Dichter erfahren hat. Seines "Herzens Lust" (Strophe 1) gründet in der Gewissheit, von Gott "viel Heil und Gutes" (Strophe 2) erhalten zu haben.</div><div><br></div><div>Dabei hatte Paul Gerhardt kein leichtes Leben. Es war die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) und die Zeit von Pest- und Pockenepidemien. Krieg und Krankheiten reduzierten damals die Berliner Bevölkerung von 12.000 vor dem Krieg auf 5.000 nach dem Krieg. Gerhardt hatte fünf Kinder, von denen aber vier früh starben. Aufgrund der damaligen Konfessionsstreitigkeiten zwischen Lutheranern und Reformierten verlor er seine Berliner Pfarrstelle und lebte danach bis zu seinem Tod in bescheidenen Verhältnissen.</div><div><br></div><div>Dennoch: Aus der Überzeugung heraus, von Gott viel Gutes erhalten zu haben, stellt er die Frage, was wir Menschen auf dieser Erde sind und haben, das uns nicht von Gott gegeben wurde. Die Frage gründet bei ihm im Gotteslob.</div><div><br></div><div>Mir dagegen ging die Strophe eher dann durch den Kopf, wenn mir gar nicht nach Loben zumute war, sondern die Hinfälligkeit und Vergänglichkeit des Lebens bewusst wurde. Ich werde älter; die Restzeit, die noch bleibt, schrumpft. Vieles werde ich nicht mehr verwirklichen können. Die Pandemie schränkt die Kontakte ein. Sie zeigt uns die Zerbrechlichkeit all dessen, was wir aufgebaut haben. Die Gefahr zu erkranken ist allgegenwärtig. Manches wird durch die verordneten Einschränkungen noch mühsamer, als es sowieso schon ist. Was sind wir Menschen schon? Was haben wir auf dieser Erde, auf der nichts bleibt?</div><div><br></div><div>Paul Gerhardt wusste offensichtlich, was er hatte, was er <span class="fs14lh1-5"><b>geschenkt bekommen</b></span> hatte, trotz eines Lebens, das sicher beschwerlicher und bedrohter war als das Leben der meisten Deutschen heute. Weil er sich aber der Gaben Gottes gewiss war, konnte er <span class="fs14lh1-5"><b>in aller Hinfälligkeit und Vergänglichkeit</b></span> Gott loben.</div><div><br></div><div>Gott ist keine ferne, unbekannte Macht. Wir müssen lernen, dass er bei uns gegenwärtig ist. Nicht so, dass wir ihn sichtbar vor Augen hätten. Nicht so, dass uns nichts Böses widerfahren könnte. Sondern Gott ist da als der unsichtbar in Freude und Leid Gegenwärtige. Er ist die bestimmende Wirklichkeit in der täglichen beschwerlichen Wirklichkeit. Das Beschwerliche bleibt dabei beschwerlich; es bleibt eine bedrückende Wirklichkeit. Aber diese bedrückende Wirklichkeit ist aufgehoben in der Wirklichkeit Gottes. In ihr ist Gott, für uns verborgen, gegenwärtig.</div><div><br></div><div>Den sichtbaren Gott gibt es nicht. Den immer und überall rettenden und von uns gefühlten auch nicht. Aber es gibt den unsichtbar unsere Wirklichkeit bestimmenden Gott. Den, der rettet, auch wenn wir ihn nicht fühlen. Am Kreuz wurde kein Gott gefühlt und hat kein Gott vor Schmerz und Tod errettet. Doch der nicht gefühlte Gott war es, der dem Toten das Leben schenkte. Das war die Rettung, die dem Sterbenden so unendlich fern erschien.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Wir fragen uns: Wo ist Gott? Was tut er, wenn wir leiden? Paul Gerhardt antwortet in den Strophen 10 bis 12, indem er Gott direkt anspricht und lobt:</span></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wenn unser Herze seufzt und schreit,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>wirst du gar leicht erweicht</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und gibst uns, was uns hoch erfreut</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und dir zur Ehr gereicht.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Du zählst, wie oft ein Christe wein</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und was sein Kummer sei;</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>kein Zähr- und Tränlein ist so klein,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>du hebst und legst es bei.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Du füllst des Lebens Mangel aus</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>mit dem, was ewig steht,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und führst uns in des Himmels Haus,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>wenn uns die Erd entgeht.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1"><br></span></div><div class="imTALeft">Der Gott, der in Jesus Christus Mensch wurde, ist der Gott, der jede Träne und jeden Kummer kennt, aufhebt und beilegt. Weinen und bekümmert sein sind Gott nichts Fremdes, sind nichts Ungöttliches, sondern umgekehrt: Sie sind Gottes tägliche Wirklichkeit. Dieser Gott ist so bei uns, dass er an unseren Leiden teilnimmt. Wenn aber das Leid für uns nicht nur banale, platte Wirklichkeit ist, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>Gottes</b></span> Wirklichkeit, dann erscheint die Wirklichkeit in neuem Licht: Tränen und Kummer müssen wir nicht resigniert hinnehmen. Sie bleiben auch von Gott nicht unbeachtet, weil sie ihm nicht gleichgültig sind. Sondern Tränen und Kummer werden von Gott gesehen, aufgehoben (also in ihrem Gewicht gefühlt), gezählt (also in ihrer Schwere ermessen) und – beiseite gelegt. Tränen und Kummer kommen an die Seite, vom Zentrum ins Abseits, aus den Augen. Damit verlieren sie ihre Macht.</div><div><br></div><div>In unserer technisierten Welt hat das Wiegen, Zählen und Messen die Vorherrschaft im Denken und Handeln erlangt. Kein Lebensbereich, in dem nicht gewogen, gezählt und gemessen wird, von den Wissenschaften über das Wirtschaftsleben bis hin zur Körperoptimierung und Dauer-Beurteilung. Das hat seinen Ort, wo es hilfreich und angebracht ist. Wie viel mehr aber ist es, wie viel bedeutender für unser Leben, dass Gott unseren Kummer wägt, unsere Tränen zählt und die Schwere unseres Leids ermisst! Das ist kein kaltes Ausmessen einer Qualität, sondern das ist das Ermessen und Mitfühlen unseres Seelenschmerzes durch ein liebendes Herz. Wir werden von Gott nicht ausgemessen und für gut oder schlecht befunden. Gott lässt sich vielmehr auf das Gute und Schlechte unseres Lebens ein und nimmt an ihm teil.</div><div><br></div><div>Dieser Gott erhört unsere Gebete, weiß um unser Seufzen und Schreien und reagiert darauf. Nicht so, dass er alles Leid von uns fernhält; aber so, dass er uns eine bleibende Fülle in allem vergehenden Mangel gibt. Unsere Wirklichkeit, in der Gott gegenwärtig ist, sieht dann so aus, dass der beschwerlichen Wirklichkeit ihre zermürbende Macht genommen ist. Auf die Seite gelegt hat sie keine Zukunft, ist sie schon jetzt vergehende Wirklichkeit – eine Wirklichkeit, die schon im Abgang begriffen ist, weil Gottes Wirklichkeit kommt und schon da ist. Denn das, "was ewig steht", also was ewig Bestand hat, hebt den Mangel auf, den wir hier noch erleben.</div><div><br></div><div>Was hat das für Konsequenzen?</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Was kränkst du dich in deinem Sinn</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>und grämst dich Tag und Nacht?</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Nimm deine Sorg und wirf sie hin</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>auf den, der dich gemacht.</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Er hat noch niemals was versehn</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>in seinem Regiment,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>nein, was er tut und lässt geschehn,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>das nimmt ein gutes End.</i></span></div><div><br></div><div>Diese beiden Strophen (15 und 17) muss ich mir besonders sagen lassen, der ich manchmal zu sehr in negativen Gefühlen festhänge. Es gibt keinen Grund dazu. Denn ich kann alle Sorgen sozusagen Gott vor die Füße werfen. Bei ihm sind sie gut aufgehoben, das heißt: beachtet, gefühlt und beseitigt. Was jetzt noch drückt, wird ein gutes Ende nehmen. Das ist kein simples Happy End, bei dem am Ende alle glücklich sind. Sondern das Beschwerliche bleibt durchaus bis zum Ende bestehen. Leiden und Sterben sind noch nicht aus der Welt geschafft, aber ihr Ende ist beschlossen, und Gott gibt schon jetzt Trost und Freude. Das Beschwerliche ist beiseite gelegt, es muss abtreten, während Gott uns auf unserem beschwerlichen Weg entgegenkommt und mit uns geht wie Jesus mit den Emmaus-Jüngern (Lk 24,13-35). Am Ende unseres Weges aber oder besser: nach dem Ende dieses Weges besteht nur noch das, was Gott uns gibt. Und das wird nichts Beschwerliches sein.</div><div><br></div><div>Solange gilt allerdings dies: Wir müssen das Beschwerliche ertragen. Leid gehört zu unserem Leben. Aber es ist <span class="fs14lh1-5"><b>eine</b></span> Sache, Leid als nun mal unabänderliche Wirklichkeit hinzunehmen – und es ist eine <span class="fs14lh1-5"><b>andere</b></span> Sache, das Leid in die Wirklichkeit Gottes einbezogen zu wissen. Die Wirklichkeit, auch die leidvolle, bekommt im christlichen Glauben ein neues Gesicht: das Gesicht des leidenden und das Leid überwindenden Jesus Christus.</div><div><br></div><div>Dem, der an den Gott glaubt, der das Leid überwunden hat, bleibt darum nur das zu tun, wozu uns der Dichter in seiner letzten Strophe (18) mit Blick auf Gott auffordert:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ei nun, so lass ihn ferner tun</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und red ihm nicht darein,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">so wirst du hier im Frieden ruhn</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">und ewig fröhlich sein.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 06 Feb 2021 09:26:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Erbarmen mit der Menschheit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000007A"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Erbarmen mit der Menschheit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/02/2021</span></div><div><br></div><div>Etwa ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie liegen bereits etliche Impfstoffe vor, die meist einen Schutz von über 90 Prozent bieten. Das war nicht unbedingt zu erwarten. Gegen das HI-Virus (HIV) gibt es zum Beispiel bis heute keinen Impfschutz.</div><div><br></div><div>Wir können deshalb dankbar sein dafür, dass die Forschung so schnell verschiedene Impfstoffe herstellen konnte. Und wir können Gott danken, dass er diese Entwicklung ermöglichte.</div><div><br></div><div>Manche sagen, die Pandemie sei eine Strafe Gottes, ein göttliches Gericht. Ich würde so weit nicht gehen. Nicht jedes Unheil, das geschieht, ist eine Strafe Gottes. Doch ich sehe in der Hilfe, welche die Impfstoffe bieten, dass Gott sich der geplagten Menschheit erbarmt.</div><div><br></div><div>Wenn Gott sich der Menschheit erbarmt, sollte dieses Erbarmen auch für uns selbstverständlich sein.</div><div><br></div><div>Haben wir Erbarmen mit der Menschheit?</div><div><br></div><div>Der Kampf um den Impfstoff ist längst entbrannt, doch nur zwischen den reichen Industriestaaten. Die Länder des globalen Südens sind nicht an diesem Kampf beteiligt; sie gehen bisher leer aus.</div><div><br></div><div>Eine erschütternde Reportage des Deutschlandfunks vom 2.2.21 unter dem Titel <span class="fs14lh1-5"><i><a href="https://www.deutschlandfunk.de/hintergrund.723.de.html" target="_blank" class="imCssLink">Kein Impfstoff für alle – warum die globale Verteilung scheitert</a></i></span> weist auf die Missstände hin.</div><div><br></div><div>Alle Impfdosen, die derzeit produziert werden, sind bereits verkauft, zum größten Teil an die reichen Länder. Die Amerikaner und Europäer haben mehr gekauft, als sie brauchen. In der EU könnten mit den bestellten Impfstoffen jeder Einwohner und jede Einwohnerin <span class="fs14lh1-5"><b>viermal</b></span> geimpft werden. Warum wurde in solchem Übermaß bestellt? Nun, man weiß ja nie, wer wann wie viel Impfstoff liefern kann. Also kauft man so viel wie möglich bei verschiedenen Herstellern. Man kann es sich ja leisten.</div><div><br></div><div>Eine gerechte Verteilung des Impfstoffs bleibt dabei auf der Strecke. Der Präsident der Weltgesundheitsorganisation (WHO) <span class="fs14lh1-5"><i>Tedros Adhanom Ghebreyesus</i></span> stellt fest: "Um es ganz klar zu sagen: Die Welt steht vor einem moralischen Versagen katastrophalen Ausmaßes, und der Preis dafür werden Menschenleben und Existenzen in den ärmsten Ländern der Welt sein." Nach Aussagen des britischen Think Tanks <span class="fs14lh1-5"><i>Economist Intelligence Unit</i></span> werden Impfungen der breiten Bevölkerung in den meisten Ländern Afrikas sowie in armen Staaten Zentral- und Südostasiens frühestens im April 2022 <span class="fs14lh1-5"><b>beginnen</b></span> können, vielleicht auch erst im Jahr 2023.</div><div><br></div><div>Das sogenannte "christliche Abendland" verfährt gerade nach der Devise: Du sollst dich selbst zuerst lieben und deinen Nächsten später. Das ist die Verkehrung des Christlichen.</div><div><br></div><div>Die Spruchweisheit des Alten Testaments weiß um einen Zusammenhang zwischen dem Handeln eines Menschen und dem, was ihm in Zukunft widerfährt:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dem Frommen ebnet seine Gerechtigkeit den Weg,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">der Böse aber kommt durch seine Bosheit zu Fall.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Sprüche 11,5)</span></i></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Redlichen errettet ihre Gerechtigkeit,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">aber die Treulosen werden durch die eigene Gier gefangen.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Sprüche 11,6)</span></i></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1"><br></span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Von der Frucht der Gerechtigkeit genießt einer Gutes,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">die Begierde der Treulosen ist Gewalttat.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs11lh1-5 cf1">(Sprüche 13,2)</span></i></div><div><br></div><div>Je mehr sich das Virus in der Welt ausbreitet, desto größer ist die Gefahr, dass sich Mutationen entwickeln – auch solche, gegen die die bisher entwickelten Impfstoffe nicht mehr wirken. Wir werden das Virus also nicht los sein, bevor die gesamte Menschheit geimpft ist.</div><div><br></div><div>Kommen wir durch unsere eigene Bosheit zu Fall? Werden wir durch die eigene Gier gefangen? Oder wird unsere Gerechtigkeit uns retten und den Weg ebnen?</div><div><br></div><div>Ich will keine Angst machen, sondern auf mögliche Folgen unseres Handelns hinweisen, die auch uns selbst treffen könnten. Eine Folge ist jetzt schon deutlich: Es sterben Menschen in den armen Ländern dieser Welt. Möge Gottes Erbarmen uns auch dann gelten, wenn wir zu den Treulosen gehören, deren Begierde den Armen Gewalt antut.</div><div><br></div><div>Was sollen wir tun? Es ist eine schwere Entscheidung – wie immer, wenn das eigene Wohlergehen betroffen ist. Ich möchte so schnell wie möglich geimpft werden. Wäre ich bereit, zugunsten von Menschen in Afrika zunächst zu verzichten?</div><div><br></div><div>Kann ein Industriestaat wie Deutschland es sich eigentlich leisten, Impfungen zurückzustellen? Würde er nicht hoffnungslos ins Hintertreffen geraten gegenüber den anderen Industriestaaten, die keinen Verzicht üben? Wäre unsere Wirtschaft nicht bleibend geschädigt?</div><div><br></div><div>Und wie würde der Großteil unserer Bevölkerung reagieren, wenn unsere Regierung entscheiden würde, zugunsten Afrikas das Impfen hinauszuzögern? Würden nicht viele auf die Barrikaden gehen, würden nicht viele Geschäfte und Betriebe Konkurs anmelden, wenn weiterhin Lockdown-Maßnahmen gelten würden? Würden nicht viele Menschen sich radikalen Parteien zuwenden und unsere Demokratie in Gefahr bringen?</div><div><br></div><div>Ist eine christliche Entscheidung, die den Impfstoff mit den Ländern des globalen Südens gerecht teilt, unter diesen Umständen überhaupt möglich?</div><div><br></div><div>Vielleicht spüren wir etwas von den gottlosen Verstrickungen, in denen wir stehen. Dennoch bleibt die Frage, ob alles getan wurde, um Gerechtigkeit walten zu lassen.</div><div><br></div><div><div>Wäre ich bereit, um der Gerechtigkeit willen eigenes Wohlbefinden zurückzustellen, ein Risiko einzugehen?</div></div><div><br></div><div><div>Ich könnte es mir vorstellen, wenn ich in einer Gemeinschaft von Menschen leben würde, die eine solche Entscheidung mittragen. Die die Konsequenzen mittragen und zum Teilen bereit sind – auch mit den darunter Leidenden bei uns. Wenn es Solidarität mit denen gäbe, die wirschaftlich geschädigt werden. Nicht nur verbale, sondern finanzielle Solidarität.</div><div><br></div><div>Ich könne es mir vorstellen, wenn ich in einer Christenheit leben würde, die sich für Gerechtigkeit einsetzt. Die <span class="fs14lh1-5">aus Dankbarkeit für die Impfstoffe </span><span class="fs14lh1-5">die Folgen (auch die wirtschaftlichen) eines verlängerten Lockdowns mitträgt. Die das Vertrauen hat, dass Gott uns von der Frucht unserer Gerechtigkeit Gutes genießen lassen wird. </span><span class="fs14lh1-5">Die aus ihrem Glauben Liebe wachsen lässt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Die "Gemeinschaft der Heiligen" (wie sie das Apostolische Glaubensbekenntnis nennt) würde mich stark machen. Und sie würde ein Zeichen setzen in einer Welt, in der die meisten sich selbst die Nächsten sind. In der die einen sich retten auf Kosten der anderen. Was für ein Zeichen wäre es, wenn die "Gemeinschaft der Heiligen" einmütig das Recht der Armen einfordern würde. Aber wo ist die Stimme der "Heiligen"? Sie danken Gott für die Impfstoffe, aber sie verschließen ihr Herz gegenüber denen, für die es keine Impfstoffe gibt.</span></div></div><div><br></div><div>Auch gottlose Verstrickungen sind kein unabänderliches Schicksal. Sie sind von Menschen gemacht. Und sie können deshalb auch von Menschen beseitigt werden.</div><div><br></div><div>Der Kampf um den Impfstoff ist voll entbrannt. Von einem Kampf um Gerechtigkeit habe ich nichts verspürt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 03 Feb 2021 08:42:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was heißt "an Gott glauben"?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Plauderei_auf%27m_Sofa"><![CDATA[Plauderei auf'm Sofa]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000079"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs16lh1-5 ff1">P l a u d e r e i &nbsp;&nbsp;a u f ' m &nbsp;&nbsp;S o f a</span></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was heißt „an Gott glauben"?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/01/2021</span></div><div><br></div><div>Hallo, schön dass du da bist! Komm rein und mach es dir bequem auf meinem Sofa. Ah, unsere Katze ist auch schon wieder da. Fühl dich ganz wie zu Hause und entspann dich, so wie die Katze.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Nein, bitte nicht einschlafen! So war das nicht gemeint. </span>Wir wollen doch wieder locker miteinander plaudern, so wie beim letzten Mal. Damals war unser Thema „Wer oder was ist Gott?" Und für heute hatten wir verabredet, über den Glauben zu reden.</div><div><br></div><div>Der Glaube – o Mann, das ist ein weites Feld. Was ist der christliche Glaube? Wie soll man das beschreiben?</div><div><br></div><div>Ah, wir haben ja ein Glaubensbekenntnis. Das wird in vielen Kirchen überall auf der Welt noch heute gesprochen, obwohl es schon unendlich alt ist.</div><div><br></div><div>Ich hab mal nachgeschlagen: Die Vorform dieses Glaubensbekenntnisses geht vielleicht bis ins 3. Jahrhundert zurück, so genau weiß man das nicht. Man nennt es auch „Apostolisches Glaubensbekenntnis", weil man im 4. Jahrhundert meinte, die Apostel selbst hätten es geschrieben. Das stimmt aber nicht.</div><div><br></div><div>Und trotzdem heißt es immer noch „Apostolisches Glaubensbekenntnis"? Warum das denn?</div><div><br></div><div>Ja, so ist das bei Kirchens. Wenn es da erstmal eine Tradition gibt, dann wird man die so schnell nicht wieder los.</div><div><br></div><div>Aber kommen wir mal zur Sache: Da steht ja unheimlich viel drin im Glaubensbekenntnis. Alle Konfirmandinnen und Konfirmanden müssen es bei uns auswendig lernen. Ich fürchte nur, verstehen tun sie es nicht, auch wenn sie es auswendig können. Da stehen ja auch ziemlich viele schwierige Wörter drin.</div><div><br></div><div>Also ehrlich, man kann da auch als Erwachsener mit manchem so seine Schwierigkeiten haben: Gott, der Allmächtige – wie soll man sich das vorstellen, wo es doch auch so viele andere Mächte gibt? Jeder Mensch hat doch irgendwie Macht, und manche haben sogar ganz viel Macht. Und dann soll Gott der sein, der alle Macht auf Erden hat?</div><div><br></div><div>Schwierig. Und Jesus, Gottes „eingeborener Sohn" – einge-was? Eingeboren? Soll das heißen „hineingeboren"? Aber wo hinein? Eigentlich kommt man doch bei der Geburt heraus! Ehrlich, das hab ich mich früher immer gefragt – und hab's nicht verstanden.</div><div><br></div><div>Jedenfalls wurde Jesus angeblich "empfangen vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben ...". "Heiliger Geist, Jungfrau", alles schwierig ... Und "gelitten, gestorben, begraben" – gibt es von Jesus eigentlich nicht mehr zu berichten? Was hat er denn zwischen seiner Geburt und seinem Tod gemacht? Hat er da überhaupt etwas gemacht?</div><div><br></div><div>Also, das kann einem schon zu hoch sein. Muss man das eigentlich alles glauben, wenn man Christ sein will?</div><div><br></div><div>Gute Frage! Ich sag einfach mal: Nein! Jedenfalls nicht, bevor dir jemand genau erklärt hat, was das alles bedeuten soll.</div><div><br></div><div>Ja, was muss ich denn dann glauben, um Christ zu sein?</div><div><br></div><div>Also ich würde sagen: Zuerst geht es gar nicht so sehr um dies oder das, was ein Christ glauben muss. Sondern zuerst geht es darum, eine gute Beziehung zu Gott zu haben. Im Glauben geht es in erster Linie um eine <span class="fs14lh1-5"><b>Beziehung</b></span> und nicht darum, ganz viele Sachen für wahr zu halten.</div><div><br></div><div>Aber heißt „glauben" nicht, dass man es für wahr hält, dass Gott der Schöpfer und Jesus Gottes Sohn ist?</div><div><br></div><div>Ja, schon. Aber ich finde, zuerst kommt im Glauben etwas anderes. „Glauben" heißt nämlich im Alten und Neuen Testament gar nicht in erster Linie „etwas für wahr halten." Sondern es heißt vor allem: „jemandem treu sein, jemandem vertrauen und ihm Glauben schenken" und in diesem Sinne „beständig und fest sein, von etwas überzeugt sein." Man merkt sofort, dass das etwas anderes ist als „eine Sache für wahr halten."</div><div><br></div><div>Christlicher Glaube wäre dann, dass man Gott und Jesus vertraut, dass man ihnen Glauben schenkt und ihnen, so gut man kann, treu ist. Das ist also eine echte Beziehungssache: Deine Beziehung zu Gott und Jesus soll eine Vertrauensbeziehung sein.</div><div><br></div><div>Naja, und dazu gehört natürlich auch, dass du Gott und Jesus für vertrauenswürdig hältst. Man kann ja nur jemandem vertrauen, von dem man meint, dass er das Vertrauen verdient hat. Du hältst es also für wahr, dass Gott und Jesus zu dir stehen und treu für dich sorgen. Aber das ist eigentlich in der Vertrauensbeziehung schon vorausgesetzt.</div><div><br></div><div>Ja, aber muss man nicht noch mehr für wahr halten? Zum Beispiel, dass Gott allmächtig ist und dass Jesus Gottes Sohn ist und dass er von der Jungfrau Maria ...?</div><div><br></div><div>Langsam, langsam. Das stimmt schon, aber ich würde mal sagen wie Magister Bömmel in der „Feuerzangenbowle": „Dat krieje mer später."</div><div><br></div><div>Also ein Schritt nach dem anderen. Es ist schon ein großer Schritt, wenn du Gott und Jesus für vertrauenswürdig hältst – wenn du ihnen ihre Versprechen glaubst. Wenn du glaubst, dass Gott so was wie ein supertoller Vater ist.</div><div><br></div><div>Aber mit dem „Vater" kann man auch Probleme haben. Manche hatten einen echt bescheuerten Vater. Keine guten Erinnerungen. Macht nichts, dann stellst du dir Gott als Mutter vor. Geht auch. Eine supertolle Mutter.</div><div><br></div><div>Und wenn deine beiden Eltern nicht gerade das Gelbe vom Ei waren, dann stellst du dir Gott als Freund vor – also als den allerbesten Freund, den du dir überhaupt vorstellen kannst. Jesus wurde auch Freund genannt und nannte seine Jünger Freunde. Also, das muss doch toll sein, wenn Jesus dich seinen Freund nennt, oder?</div><div><br></div><div>Die Beziehung stimmt jedenfalls, wenn du die Freundschaft, die Jesus dir anbietet, annimmst und Jesus dann auch deinen Freund nennst. Oder Gott deinen Vater oder deine Mutter nennst – oder alles zusammen, egal. Hauptsache die Beziehung stimmt.</div><div><br></div><div>Und mehr muss man nicht über Gott wissen?</div><div><br></div><div>Das reicht eigentlich für den Anfang. Es reicht, wenn du weißt: Ich bin total geliebt. Gott hat mich einfach so gern, dass er mit mir zusammen sein will. Nicht nur eine Zeit lang, sondern immer und ewig, also unendlich lange. Weil er mich unendlich liebt.</div><div><br></div><div>Vielleicht denkst du jetzt: Aber – so toll bin ich doch gar nicht!</div><div><br></div><div>Stimmt! Sind wir alle nicht. Aber Gott liebt uns trotzdem. So wie ein liebevoller Vater oder eine liebevolle Mutter oder auch ein herzallerliebster Freund.</div><div><br></div><div>Klingt nicht schlecht. Wer möchte nicht geliebt sein? Und zwar das ganze Leben lang und sogar nach dem Tod auch noch. Gott möchte also, dass wir ewig bei ihm leben.</div><div><br></div><div>Ja, aber da gibt's ein Problem: „Ewig leben" – das kann ich mir schon wieder gar nicht vorstellen.</div><div><br></div><div>Macht nichts. Das kann sich keiner vorstellen. Wir denken einfach, dass wir ewig mit Gott, dem Vater, der Mutter oder dem besten aller Freunde (egal, wie wir ihn nennen) zusammen sein können.</div><div><br></div><div>Also heißt an Gott glauben vor allem: ihm vertrauen. Davon überzeugt sein, dass er uns liebt und ewig mit uns zusammen sein will. Auch, wenn wir uns das nicht so richtig vorstellen können.</div><div><br></div><div>So kann man das wohl sagen, oder? Und wenn ein Mensch Gott vertraut, wird sich manches in seinem Leben ändern. Er wird zum Beispiel mit Gott reden. Wir nennen das beten.</div><div><br></div><div>Ist das schwierig? Muss man das Beten lernen?</div><div><br></div><div>Nein, du redest einfach drauflos – wie dir der Schnabel gewachsen ist. Du kannst mit Gott reden wie mit einem guten Freund. Oder wie mit einer verständnisvollen Mutter oder einem fürsorglichen Vater.</div><div><br></div><div>Okay, das klingt stressfrei. Einfach drauflos reden, wie Schnabel gewachsen. Das kann ja wohl jeder.</div><div><br></div><div>Aber jetzt nochmal 'ne andere Frage: Was ist, wenn ich es nicht schaffe, das immer zu glauben und so fest zu vertrauen? Also wenn ich immer wieder denke: Stimmt das alles? Gibt es Gott wirklich? Ich meine: Man weiß es doch nicht ...</div><div><br></div><div>Gute Frage. Und ein gutes Thema für unsere nächste Plauderei: Gibt es Gott wirklich? Ist da jemand? Woher soll ich wissen, dass er da ist?</div><div><br></div><div>Ja, 'ne gute Frage und 'ne schwierige. Aber auch 'ne interessante. Also, ich freu mich schon auf unsere nächste Plauderei. Wenn die Katze wüsste, was sie so alles verschläft ... Aber die stellt sich solche Fragen wie wir ja nicht. Gut jedenfalls, dass wir miteinander plaudern können. Und dass es hier so gemütlich ist auf dem Sofa.</div><div><br></div><div>Also mach's gut, ...</div><div><br></div><div>Tschuldigung ... Darf ich nochmal was fragen?</div><div><br></div><div>Klar doch!</div><div><br></div><div>Was heißt denn nun eigentlich „eingeborener Sohn"?</div><div><br></div><div>Ach ja, gut, dass du fragst: Eigentlich heißt es „einziggeborener Sohn". Damit ist gemeint, dass Jesus der einzige Sohn Gottes ist.</div><div><br></div><div>Ach so. Warum sagt das denn keiner? Aber: Können sich die Christinnen und Christen nicht alle Kinder Gottes nennen? Dann hat Gott doch ganz viele Söhne und Töchter.</div><div><br></div><div>Ja, das stimmt auch wieder. Aber da sag ich einfach nochmal: Dat krieje mer später. Für heute haben wir wirklich genug geplaudert. Morgen ist ja auch noch ein Tag.</div><div><br></div><div>Also tschüss, mach's gut, und sei dabei, wenn wir weiterplaudern zum Thema „Ist da jemand?"</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 30 Jan 2021 10:52:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Eine entscheidende Unterscheidung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenszweifel"><![CDATA[Glaubenszweifel]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000078"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eine entscheidende Unterscheidung</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Von der Weisheit, den Zweifler nicht mit seinem Zweifel gleichzusetzen</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/01/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Theologie ist die Kunst des Unterscheidens, hat <span class="fs14lh1-5"><i>Martin Luther</i></span> gesagt. Also unterscheiden wir mal, nämlich den Zweifel vom Zweifler.</div><div><br></div><div>Glaube ist das Vertrauen, dass Gott uns über alles liebt, dass er gut für uns sorgt und uns nicht verloren gehen lässt. Er wird letztlich alles zu einem guten Ende führen – wenn nicht in dieser Welt, dann in der nächsten.</div><div><br></div><div>Der Zweifel stellt dagegen die Liebe und Fürsorge Gottes in Frage: „Sollte es Gott wirklich gut mit mir meinen? Sollte er wirklich gesagt haben, dass er mich über alles liebt?" (vgl. 1Mo/Gen 3,1) Der Zweifel ist also Misstrauen gegenüber Gottes Liebe und Fürsorge.</div><div><br></div><div>Wir kennen dieses Misstrauen alle. Es gibt keinen Menschen (Jesus ausgenommen), der nicht an Gottes Liebe zweifeln würde. Wenn es einen solchen Menschen gäbe, dann wäre er ein vollkommener Mensch. Er wäre kein Sünder mehr.</div><div><br></div><div>Also sind wir alle Zweifler. Der Zweifel ist ein ständiger Begleiter unseres Glaubens. Den vollkommenen Glauben gibt es nicht, auch wenn wir uns ungern eingestehen, dass unser Glaube von Zweifeln durchsetzt ist.</div><div><br></div><div>Wenn wir aber alle Zweifel haben und den Zweifel auch nicht austreiben können: Was wird dann aus uns? Wie können wir dann vor Gott bestehen? <span class="fs14lh1-5"><i>Jakobus </i></span>schreibt immerhin (Jak 1,6-8): Wer Gott um Weisheit bittet, der "bitte im Glauben und zweifle in keiner Weise. Denn der Zweifler gleicht einer Woge des Meeres, die vom Wind bewegt und hin und her getrieben wird. Denn ein solcher Mensch meine nicht, dass er etwas vom Herrn empfangen wird, ein Mann, der zwei Seelen hat, der unbeständig ist auf allen seinen Wegen."</div><div><br></div><div>Das klingt hart. Man fragt sich, wer dann überhaupt noch etwas von Gott empfangen wird. Doch <span class="fs14lh1-5"><i>Jakobus </i></span>sprach von einer bestimmten Situation: Ein Mensch bittet Gott um Weisheit; zugleich zweifelt er aber so sehr, dass beständig zwei Seelen in seiner Brust schlagen und er einen unbeständigen Lebenswandel führt. Das passt nun gar nicht zu einem Weisen: dass er von den Umständen hin und her getrieben wird und haltlos lebt. Solange er so lebt, kann er keine Weisheit von Gott empfangen.</div><div><br></div><div>Wir sollen jedenfalls an Gottes Liebe und Fürsorge nicht zweifeln. <span class="fs14lh1-5">Wir sollen aber auch nicht an unserem Zweifel </span><span class="fs14lh1-5"><b>ver</b></span><span class="fs14lh1-5">zweifeln. Deshalb tun wir gut daran (und es könnte sogar weise sein), Zweifel und Zweifler zu unterscheiden. Gott hat unser Vertrauen verdient. Wenn wir zweifeln, geben wir ihm nicht die Ehre, die er verdient hat. Darum ist der Zweifel nicht zu rechtfertigen. Gott verurteilt ihn.</span></div><div><br></div><div>Anders steht es mit dem Zweifler. Er wird trotz seines Zweifels von Gott geliebt. Gott liebt nicht den Zweifel, aber er liebt den zweifelnden Menschen.</div><div><br></div><div>Das steht zwar so nicht in der Bibel. Aber es steht dort, dass sogar Jesu Jünger Zweifler waren (z.B. Mt 14,31; 28,17). Dennoch hat Jesus seine Jünger geliebt und dazu berufen, ihn in der Welt zu bezeugen (Mt 16,15-19; 28,18-20). Und es wird im Neuen Testament dazu aufgerufen, dass man sich über die Zweifler erbarmen soll (Judas 22). Wenn <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> uns über die Zweifler erbarmen sollen, kann es doch wohl nicht sein, dass <span class="fs14lh1-5"><b>Gott</b></span> die Zweifler verwirft. Er wird sich auch über sie erbarmen.</div><div><br></div><div>Unser <span class="fs14lh1-5"><b>Zweifel</b></span> also wird Gott nicht gerecht und darum von ihm verurteilt. Wir, die <span class="fs14lh1-5"><b>Zweifler</b></span>, werden aber von Gott geliebt und<span class="fs14lh1-5">, wenn wir uns seine Liebe gefallen lassen, in die ewige Gemeinschaft mit ihm aufgenommen.</span></div><div><br></div><div>Darum ist es entscheidend wichtig, zwischen Zweifel und Zweifler zu unterscheiden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 26 Jan 2021 16:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ein christlicher, weiser Mann]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000077"><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="imUl fs16lh1-5"><b>Ein christlicher, weiser Mann</b></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/01/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>(Bitte lies auch das Update am Ende des Artikels, in dem ich mich von diesem Artikel distanziere!)</i></span></div><div><br></div><div>Er bekennt sich als katholischer Christ und ist ein regelmäßiger Kirchgänger. Einen Rosenkranz trägt er wohl immer bei sich. Manchmal betet er ihn sogar in der Öffentlichkeit. Er ist fast 80 Jahre alt, und wenn er spricht, langsam, dann wägt er seine Worte und wirkt wie ein alter weiser Mann. Was er sagt, will zusammenbinden und Hoffnung machen. Er wirbt für Respekt, Toleranz, Miteinander und Wahrheit und betont das "Wir". Nicht um Ruhm und Ehre geht es ihm, auch nicht um Macht, sondern um das Wohl aller, an dem alle mitwirken sollen. Größe sieht er in Liebe und Güte.</div><div><br></div><div>Vor drei Tagen wurde Joe Biden in das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika eingeführt. Ich habe seine <a href="https://rp-online.de/nrw/landespolitik/joe-biden-antrittsrede-die-rede-des-neuen-praesidenten-in-deutsche-uebersetzung_aid-55796593" target="_blank" class="imCssLink">Antrittsrede</a> gelesen und mich ein wenig über ihn <a href="https://www.katholisch.de/artikel/26625-wie-katholisch-ist-joe-biden" target="_blank" class="imCssLink">informiert</a>. Was ich gelesen habe, hat mich beeindruckt.</div><div><br></div><div>In seiner Antrittsrede zitierte der Präsident eine Aussage des Kirchenvaters Augustinus (354-430), der gesagt habe, „ein Volk werde bestimmt durch die Dinge, die alle seine Mitglieder lieben." Als diese Dinge nannte Biden: „Chancen, Sicherheit, Freiheit, Würde, Respekt, Ehre, und ja, die Wahrheit."</div><div><br></div><div>Manche dieser Worte, wie "Würde" und "Ehre", werden, wenn ich es richtig sehe, immer weniger gebraucht und wirken geradezu wie aus der Zeit gefallen. Freiheit scheint etwas Selbstverständliches zu sein. Wahrheit hingegen hat es schwer, sich gegen Unwahrheit, die sich als Wahrheit ausgibt, zu behaupten. In der postmodernen Gesellschaft, in der man glaubt, was gefällt, muss über Wahrheit und Unwahrheit gar nicht mehr entschieden werden.</div><div><br></div><div>So geht die letzte Orientierung verloren und es gibt nur noch eine Schein-Orientierung. Wozu das führt, wurde uns in den letzten Jahren vor Augen geführt.</div><div><br></div><div>Wenn Jesus Christus die Wahrheit ist, dann ist die Lüge die große Infragestellung dieser Wahrheit; keine Lappalie, keine hinnehmbare Täuschung, kein verzeihlicher Fehltritt, sondern ein Widerspruch zu Jesus Christus. Die Wahrheit sagen würde bedeuten: Jesus Christus sagen. Die Lüge sagen würde bedeuten: Jesus Christus verleugnen.</div><div><br></div><div>Die Wahrheit verbindet, die Lüge spaltet. Joe Biden hat die Einigkeit des amerikanischen Volkes beschworen. Einigkeit kann es nicht geben, wenn die Lüge herrscht. Wissen wir, was wir tun, wenn wir lügen? Biden sagte: „Ich gebe Ihnen mein Wort, dass ich immer ehrlich zu Ihnen sein werde."</div><div><br></div><div>Was für ein Versprechen für einen Politiker! Ich kann es kaum glauben, dass das möglich ist. Auch das Verschweigen, auch die halbe Wahrheit ist ja eine Lüge. Kann er sein Versprechen halten? Ich wünsche es ihm von Herzen.</div><div><br></div><div>Einigkeit gibt es nur im Hören aufeinander. Auch das hat Biden eingefordert. Er, der selbst früh Frau und Tochter durch einen Autounfall verloren hat und später seinen Sohn durch einen Gehirntumor, will auf die Leidenden unserer Zeit hören. Auf die, die unter der Pandemie, Arbeitsplatzverlust, Rassismus und Extremismus leiden. Und er will auf das Leiden unseres Planeten hören: „Auch der Planet selbst schreit zu uns, ein Überlebensschrei, der nicht verzweifelter oder deutlicher sein könnte."</div><div><br></div><div>Doch Biden bleibt nicht beim vielfältigen Leid stehen. In seiner Antrittsrede zitierte er Psalm 30 Vers 6b: „Den Abend lang währt das Weinen, aber des Morgens ist Freude." So machte er Hoffnung in einer der schwersten Krisen seines Landes.</div><div><br></div><div>Die Hoffnung kommt nicht aus uns, nicht aus unserem Engagement, unserem Gutsein, unserer Kraft. Die Hoffnung kommt wie nach dem nächtlichen Schlaf, nach dem Aufwachen. <span class="fs14lh1-5">Sie kommt von dem, der uns aufwachen lässt und uns für den neuen Tag Kraft gibt, für die Erneuerung Engagement und für unsere Taten, dass Gutes aus ihnen entsteht.</span><span class="fs14lh1-5"> Darum hat der Präsident in seine Rede ein stilles Gebet für die Opfer der Pandemie und für Amerika eingebunden. Der mächtigste Mann der Welt betet.</span><br></div><div><br></div><div>Ein Gebet in einer politischen Rede – bei uns undenkbar, in Amerika möglich. Haben wir uns so weit vom Christlichen entfernt? Oder ist es in Amerika nur eine Show? Bei Biden habe ich nicht das Gefühl. Und bei manchen, nein: bei wenigen deutschen Politikerinnen und Politikern kann ich mir vorstellen, dass sie im Kämmerlein für ihre Arbeit und die Bevölkerung beten.</div><div><br></div><div>Im Rennen ums Weiße Haus betonte Biden immer wieder seine Nähe zu Papst Franziskus und zitierte ihn. Bezüglich Einwanderungspolitik, Solidarität mit den Armen und Klimawandel stimmt er weitgehend mit dem Papst überein. Allerdings setzt er sich für die Selbstbestimmung der Frauen in der Schwangerschaft ein. Selbstbestimmung auf Kosten des ungeborenen Lebens? Das ist schwierig. Daran ändert auch nichts, dass Biden betont, er persönlich lehne Schwangerschaftsabbrüche ab.</div><div><br></div><div>Der neue Präsident hat eine gewaltige Aufgabe. Zerstören ist viel leichter als Aufbauen, Spalten leichter als Zusammenführen. Er hat durch seine Rede die Erwartungen an sich nicht verringert, sondern noch hochgeschraubt. Das ist mutig. Ist es auch riskant? Ist es überhaupt einem Menschen möglich, das heillos zerstrittene Volk zusammenzuführen? Einem Menschen sicher nicht. Aber seinem, unserem Gott ist es möglich. Vielleicht war das Bidens Hintergrund: „Bei Gott sind alle Dinge möglich" (Mk 10,27).</div><div><br></div><div>Der jüdische Geigenvirtuose und Dirigent Yehudi Menuhin (1916-1999) sagte einmal: „Wir müssen für das Unerreichbare kämpfen." Er hat recht. Wer sich resigniert zurücklehnt, unterschätzt Gott. Wer tatendurstig nach vorne prescht, überschätzt sich selbst. Doch wer betet, bekommt Kraft für das Unerreichbare: „Alles ist möglich dem, der glaubt" (Mk 9,23).</div><div><br></div><div>Wir sollten in unseren Gebeten an Joe Biden denken. Er wird sie brauchen. Und wir brauchen einen weisen, christlichen US-Präsidenten.</div><div><br></div><div><br></div><div><i class="fs11lh1-5">Quellen:</i></div><div><i class="fs11lh1-5"><a href="https://rp-online.de/nrw/landespolitik/joe-biden-antrittsrede-die-rede-des-neuen-praesidenten-in-deutsche-uebersetzung_aid-55796593" target="_blank" class="imCssLink">https://rp-online.de/nrw/landespolitik/joe-biden-antrittsrede-die-rede-des-neuen-praesidenten-in-deutsche-uebersetzung_aid-55796593</a></i></div><div><i class="fs11lh1-5"><a href="https://www.katholisch.de/artikel/26625-wie-katholisch-ist-joe-biden" target="_blank" class="imCssLink">https://www.katholisch.de/artikel/26625-wie-katholisch-ist-joe-biden</a></i></div><div><br></div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5"><b><span class="imUl">Update vom 27.02.2023</span>:</b></span></div><div><br></div><div>Ich würde diesen Artikel heute nicht mehr schreiben. Zwei Jahre nach dem Regierungsantritt Joe Bidens bin ich enttäuscht. Aus meinem Verständnis christlicher Ethik heraus kann ich Bidens Politik im Krieg um die Ukraine weder weise noch christlich nennen.</div><div><br></div><div>Zweifel an Bidens Politik habe ich schon im Artikel <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-rechte-zeit-fuer-krieg-und-frieden" class="imCssLink">Die rechte Zeit für Krieg und Frieden</a></span> vom 11.02.23 geäußert. Seine Reaktion auf den am 24.02.23 vorgelegten chinesischen 12-Punkte-Plan zum Ukraine-Krieg hat mich nun endgültig davon überzeugt, dass der Präsident nicht kompromissbereit ist, um einen Waffenstillstand in der Ukraine zu erreichen. Kompromissbereitschaft aber ist Voraussetzung für ein Ende des Tötens und Sterbens und für die Hoffnung auf Frieden.</div><div><br></div><div>Der 12-Punkte-Plan fordert zwar die Aufhebung einseitiger Sanktionen und den Verzicht auf die Stärkung der Militärblöcke, ist aber keineswegs nur gegen den Westen gerichtet. Schon im ersten Punkt fordert er die Respektierung der Souveränität, Unabhängigkeit und territorialen Integrität aller Länder. Das richtet sich eindeutig gegen Russland.</div><div><br></div><div>Die guten Worte Bidens in seiner Antrittsrede scheinen vergessen: Dort setzte er sich für Toleranz, ein gutes Miteinander und das Aufeinander-Hören ein, versprach Ehrlichkeit und zeigte <span class="fs14lh1-5">Sensibilität für gestorbene und bedrohte Menschen, </span><span class="fs14lh1-5">indem er ein Gebet für die Opfer der CoViD19-Pandemie sprach.</span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Stattdessen </span><span class="imUl fs14lh1-5"><a href="https://www.msn.com/de-at/nachrichten/others/biden-warnt-vor-chinas-friedensplan-f%C3%BCr-ukraine/ar-AA17UPvl" target="_blank" class="imCssLink">stellt Biden heute fest</a></span><span class="fs14lh1-5">, der chinesische Plan sei nicht rational und wäre ausschließlich für Russland von Vorteil. Schließlich erlaubt er sich, über den Plan zu sagen: "Russlands Präsident Wladimir Putin klatscht Beifall dafür, wie kann er dann gut sein?" Wer so denkt, denkt gar nicht, sondern ist auf einem Konfrontationskurs, der Gespräche über eine Waffenruhe unmöglich macht.</span></div><div><br></div><div>Das widerspricht meinem Verständnis christlicher Weisheit und Ethik. Ich hoffe und bete, dass trotzdem so schnell wie möglich Verhandlungen über einen Waffenstillstand geführt werden, denen auch Präsident Biden zustimmt.</div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 23 Jan 2021 09:08:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wer oder was ist Gott?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Plauderei_auf%27m_Sofa"><![CDATA[Plauderei auf'm Sofa]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000076"><div><br></div><div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs16lh1-5 ff1">P l a u d e r e i &nbsp;&nbsp;a u f ' m &nbsp;&nbsp;S o f a</span></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wer oder was ist Gott?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/01/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Ehrlich, ich habe einen ganzen Tag lang überlegt, wie ich diese neue Rubrik nennen soll. Hier will ich locker und unkompliziert über Gott und die Welt plaudern. Ich habe unendlich viele Namen für die Rubrik notiert und wieder verworfen. Keiner passte wirklich. Darum nenne ich hier lieber keinen.</div><div><br></div><div>Und dann, als ich meiner Frau beim Abendessen davon erzählte, hatte sie sofort die zündende Idee: irgendwas mit „auf'm Sofa". Ich merkte sofort: Das ist es!</div><div><br></div><div>Was wäre ich ohne meine Frau!</div><div><br></div><div>Jedenfalls hätten wir ohne sie jetzt nicht das Bild von einem gemütlichen Sofa. Und auch nicht das von einer Katze. Aber das passt; denn meine Frau liebt Katzen.</div><div><br></div><div>Willkommen also auf meinem Sofa mit Katze. Mach es dir bequem und lass uns plaudern. Die Katze stört das nicht.</div><div><br></div><div>Womit fangen wir an? Wenn wir über Gott und die Welt reden wollen, dann fangen wir einfach mal mit Gott an.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gott</i></span> – das ist ein Allerweltswort. Ein Wort, das jeder schon mal in den Mund genommen hat. Besonders natürlich religiöse Menschen. Aber was bedeutet eigentlich dieses Wort <span class="fs14lh1-5"><i>Gott</i></span>?</div><div><br></div><div>Okay, wenn du an Gott glaubst, hast du sicher eine Vorstellung davon, was Gott für dich ist. Aber stell dir mal vor, du sprichst mit jemandem, der von Bibel und Glauben nicht viel weiß. Stell dir vor, er oder sie sitzt mit uns auf dem Sofa und fragt uns: „Wer oder was soll denn Gott überhaupt sein?"</div><div><br></div><div>Nun könnten wir natürlich so anfangen: „Gott ist der Schöpfer des Universums, der Allmächtige, er ist unser himmlischer Vater, der in seinem Sohn Jesus Christus Mensch geworden ist und der ..." – Sorry, ich muss mal kurz unterbrechen. Wo ist denn unser Gesprächspartner geblieben? Ach da, er will gerade ... „Stopp, warte doch mal! Komm doch mal zurück! Bitte setz dich doch wieder. Wir versuchen's nochmal anders."</div><div><br></div><div>Puh, das war knapp! Nein, es war irgendwie alles richtig, was wir gesagt haben – aber ich kann verstehen, dass er das Weite gesucht hat. Zu viele schwere religiöse Wörter waren das, zu viele Fragen tun sich da auf, zu viel Vorwissen ist vorausgesetzt. Wir müssen viel einfacher anfangen.</div><div><br></div><div>Also nochmal: Wer oder was ist Gott?</div><div><br></div><div>Erstmal werfen wir jetzt alle kindlichen Vorstellungen von Gott über Bord. Als Kind stellt man sich ja Gott schnell mal als alten Mann mit grauem Bart vor. Aber Gott ist kein Mann. Das heißt: Er hat nicht nur männliche Eigenschaften, sondern auch weibliche. Er ist nicht nur wie ein guter Vater, sondern auch wie eine gute Mutter. Er hat natürlich auch keinen Körper wie wir. Er ist zwar irgendwie eine Person, aber anders als wir. Und er ist zugleich auch mehr als eine Person: eine Macht, eine Kraft.</div><div><br></div><div>Ist das eigentlich wichtig? Ich finde schon. Denn man gerät in eine falsche Richtung, wenn man sich Gott <span class="fs14lh1-5"><b>nur</b></span> als Person, vorzugsweise männlich, vorstellt.</div><div><br></div><div>Gott ist wie eine Person, die denkt und handelt, aber zugleich wie eine Macht, die einen ergreifen kann. Er ist die Macht der Liebe, sagt die Bibel.</div><div><br></div><div>Jeder, der schon mal Liebe gespürt hat, weiß, was für eine Macht die Liebe ist.</div><div><br></div><div>Und weil Liebe nicht zerstört, sondern aufbaut, braucht man vor Gott auch keine Angst zu haben.</div><div><br></div><div>Na, das sind doch schon mal gute Voraussetzungen, neu anzusetzen. Angst müssen wir also vor Gott nicht haben.</div><div><br></div><div>Wer oder was ist also Gott? Ich finde, Martin Luther hat darauf eine einfache und treffende Antwort gegeben. In seiner Erklärung des ersten Gebots im Großen Katechismus hat er Folgendes geschrieben:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Was heißt „einen Gott haben" oder was ist „Gott"? Antwort: Ein Gott heißt das, wovon man alles Gute erhoffen und wozu man in allen Nöten Zuflucht nehmen soll. Also heißt „einen Gott haben" nichts anderes, als ihm von Herzen zu vertrauen und an ihn zu glauben [...] Woran du nun (sage ich) dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist im Grunde dein Gott.</i></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><i class="fs10lh1 cf1">(Ein in modernes Deutsch übertragenes Zitat aus: Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche, Göttingen, 9. Auflage 1982, S. 560, 9-24.)</i></div><div><br></div><div>Aha. Fassen wir zusammen: Gott ist das</div><div><ul><li>wovon man alles Gute erhofft<br></li><li>wozu man in allen Nöten Zuflucht nimmt<br></li><li>worauf man von Herzen vertraut und sich verlässt<br></li><li>woran man sein Herz hängt.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Man kann natürlich noch viel mehr über Gott sagen. Aber jetzt geht es ja nur darum, unserem Gesprächspartner, der von Bibel und Glauben nicht viel weiß, zu erklären, was wir eigentlich mit dem Wort <span class="fs14lh1-5"><i>Gott</i></span> meinen. Können wir uns auf Luthers Formulierungen einigen?</div><div><br></div><div>Vielleicht denkst du jetzt: Naja, diese Formulierungen treffen ja auf Vieles zu. Darunter fällt auch Allah, darunter fallen die tausenden indischen Götter, ja, darunter kann sogar Geld und Besitz fallen. Wie viele Menschen erhoffen sich von ihrem Vermögen Gutes, nehmen in Not zu ihm Zuflucht, vertrauen ihm von Herzen und hängen ihr Herz daran.</div><div><br></div><div>Du hast recht. Genau so ist es auch von Luther gemeint.</div><div><br></div><div>Bitte was? Ich dachte, wir sprechen vom <span class="fs14lh1-5"><b>christlichen</b></span> Gott!</div><div><br></div><div>Tun wir auch. Aber wir sprechen zugleich von allen anderen Göttern, die man so haben kann.</div><div><br></div><div>Ja, aber es gibt doch nur <span class="fs14lh1-5"><b>einen</b></span> Gott. Alles andere sind doch gar keine Götter!</div><div><br></div><div>Genau! Aber es kann uns <span class="fs14lh1-5"><b>alles</b></span> zum Gott werden – oder besser gesagt zum Götzen.</div><div><br></div><div>Aber Moment mal! Das alles, was Luther sagte, trifft auch auf meine Frau zu. Was wäre ich ohne meine Frau? Ich hab doch schon erzählt, dass wir ohne sie nicht auf diesem gemütlichen Sofa säßen. Ohne sie gäb's diese Rubrik vielleicht unter dem Namen ... – nein, das sag ich noch immer nicht.</div><div><br></div><div>Aber mal ernsthaft: Von meiner Frau erhoffe ich mir nur Gutes, zu ihr nehme ich in jeder Not Zuflucht, ihr vertraue ich von Herzen und an ihr hängt mein Herz wie an nichts anderem. Will mir Martin Luther jetzt sagen: Dann ist sie dein Gott?</div><div><br></div><div>Äh – gute Frage! Wenn du meinst, dass du mit deiner Frau alles hast, was du brauchst, und dass sie dir in jeder Situation helfen und dir eine Zuflucht sein kann – dann ist sie wohl so etwas wie ein Gott für dich.</div><div><br></div><div>Aber das denkst du wahrscheinlich nicht wirklich. Denn kein Mensch kann dir in jeder Situation helfen und dir eine Zuflucht sein. Auch die beste aller Frauen kann dir nicht in <span class="fs14lh1-5"><b>allen</b></span> Nöten helfen, so gern sie das auch tun würde. Darum brauchst du, um wirklich in <span class="fs14lh1-5"><b>allen</b></span> Nöten eine Zuflucht zu haben, mehr als deine Frau.</div><div><br></div><div>Nein, nicht etwa zwei Frauen oder drei, sondern etwas anderes als die beste aller Frauen.</div><div><br></div><div>Jedenfalls nehmen viele Menschen ihre Zuflucht zu verschiedenen Dingen oder Menschen, fühlen sich mit ihnen sicher und geborgen und meinen, mehr bräuchten sie nicht. Und ehrlich gesagt: Machen wir das nicht irgendwo alle?</div><div><br></div><div>O Schreck! Wenn das stimmen würde, dann hätte wir ja alle verschiedene Götter ...</div><div><br></div><div>Ja, ich fürchte, das ist so. Jedenfalls ist die Gefahr groß, immer wieder verschiedene Götter, besser gesagt Götzen, zu verehren. Und meist ist uns das gar nicht bewusst. Darum mahnt uns das erste Gebot ja auch, keine anderen Götter neben dem einen Gott zu haben.</div><div><br></div><div>Wir sollen also alles auf eine Karte setzen: auf den einen Gott, von dem die Bibel erzählt?</div><div><br></div><div>Genau das. Eine andere Karte gibt es nämlich nicht. Und wenn wir meinen, wir hätten noch viele andere Trümpfe im Ärmel, dann täuschen wir uns selbst.</div><div><br></div><div>O Mann, jetzt machen wir uns aber selbst ziemlich schlecht. Dabei wollten wir doch unseren Gesprächspartner beeindrucken, der von Gott und Glauben nicht viel weiß. Kann der uns denn noch was glauben, wenn wir uns selbst in ein so schlechtes Licht stellen?</div><div><br></div><div>Naja, vielleicht mehr, als wenn wir uns als die Megachristen vorstellen würden, die wir gar nicht sind. Jedenfalls macht es uns glaubwürdiger, wenn wir zu unseren Schwächen stehen. Wenn wir zeigen, dass wir auch nur Menschen sind, die mit dem Glauben an Gott ihre Probleme haben. Jedenfalls hoffe ich, dass unser Gesprächspartner durch Luthers kurze Erklärung versteht, was wir meinen, wenn wir <span class="fs14lh1-5"><i>Gott</i></span> sagen. Und das war ja unser Ziel.</div><div><br></div><div>Natürlich können wir noch viel mehr über Gott sagen. Aber das reicht erstmal für heute. Wir wollen ja noch öfter auf meinem Sofa zusammensitzen und plaudern. Und wir wollen unseren Gesprächspartner auch nicht gleich am ersten Tag erbarmungslos zutexten.</div><div><br></div><div>Außerdem haben wir jetzt erstmal genug Stoff, worüber wir noch nachdenken können.</div><div><br></div><div>Und wie machen wir weiter?</div><div><br></div><div>Ich denke, wir treffen uns bald mal wieder auf meinem Sofa. Und dann plaudern wir – vielleicht mal über den <span class="fs14lh1-5"><b>Glauben</b></span>. Heute haben wir darüber geredet, was Gott eigentlich ist. Dann wäre das nächste, mal zu fragen, was Glaube an Gott eigentlich ist.</div><div><br></div><div>Da gibt es nämlich viel Unsicherheit und massenhaft Missverständnisse.</div><div><br></div><div>Also mach's gut und komm mal wieder vorbei, du bist herzlich willkommen auf meinem Sofa!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 19 Jan 2021 09:33:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Vom Lassen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000075"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Vom Lassen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 15/01/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Was ich loslassen möchte</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	etwas aus mir 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erreichen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	etwas bedeuten</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	besser 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ich zulassen möchte</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	meine Grenzen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	mein Scheitern</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	meine Angst</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	den Anderen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	das Verrinnen der Zeit</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	das Unabwendbare</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	das Nichtstun</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	das Älterwerden</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Was 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Wollen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	das Streben</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>	das rastlose 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Liebe</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 15 Jan 2021 20:14:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hat die Kirchen-Bruchbude eine Zukunft?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Kirche_und_Gemeinde"><![CDATA[Kirche und Gemeinde]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000074"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Hat die Kirchen-Bruchbude eine Zukunft?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/01/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Die Diskussion um die Zukunft der Kirche wird schon seit Jahrzehnten geführt. Im Dezember erschienen nun in der Zeitschrift <span class="fs14lh1-5"><i><a href="https://www.theologische-beiträge.de/" target="_blank" class="imCssLink">theologische beiträge</a></i></span> die kontroversen Aufsätze von zwei evangelischen Theologieprofessoren zum Thema: Heinzpeter Hempelmann (Marburg) veröffentlichte elf provozierende Thesen unter dem Titel „Warum die Kirche keine Zukunft hat", und Michael Herbst (Greifswald) antwortete darauf mit seinem Aufsatz „Grüße aus der Bruchbude" (Theologische Beiträge 51 (2020), S. 440-470; im Folgenden Seitenzahlen in Klammern).</div><div><br></div><div>In diesem Artikel stelle ich die Thesen beider Theologen zur Zukunft der evangelischen Landeskirchen kurz dar und gebe anschließend eine eigene Stellungnahme dazu ab. Natürlich kann ich nur einen kleinen Auszug aus der Gedankenfülle der beiden Aufsätze bieten, der notwendig subjektiv ist.</div><div><br></div><div>Ich beginne damit, die Thesen Heinzpeter Hempelmanns wiederzugeben, in gekürzter Fassung und zum Teil mehrere Thesen unter thematischen Gesichtspunkten zusammengefasst. Zu jeder These oder Thesengruppe liefere ich zur Erläuterung einige Gedanken des Verfassers, die mir wichtig erscheinen. Im Original beginnt jede These mit der Formulierung „Kirche hat keine Zukunft, weil", und dann folgt die Begründung. Ich lasse diese Formulierung weg und führe hier nur die jeweiligen Begründungen an.</div><div><br></div><div>Eine wichtige Vorbemerkung, die auch Michael Herbst in seiner Entgegnung macht (460): Theologische werden sichtbare und unsichtbare Kirche unterschieden. Die sichtbare Kirche ist die Kirche, die jedem Menschen als Institution, Organisation und Gruppe oder Bewegung vor Augen ist. Die unsichtbare Kirche hingegen besteht aus allen Glaubenden dieser Welt, egal welcher Institution, Gemeinschaft, Konfession oder religiösen Prägung sie zugehören. Die unsichtbare Kirche ist also der „Leib Christi", die „Gemeinschaft der Heiligen", wie das Glaubensbekenntnis sagt, und diese Gemeinschaft ist nicht identisch mit der Institution Kirche und den religiösen Gruppen und Bewegungen.</div><div><br></div><div>Heinzpeter Hempelmann spricht in seiner Kritik nicht von der unsichtbaren Kirche, sondern von der empirisch wahrnehmbaren evangelischen Kirche. Die unsichtbare Kirche hat, weil sie vom Geist Gottes getragen ist, immer eine Zukunft. Der sichtbaren Kirche aber gilt folgende Kritik des Verfassers.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><b>1. Heinzpeter Hempelmann: „Warum die Kirche keine Zukunft hat" (440-456)</b></span></div><div><br></div><div>Zu Beginn stellt Hempelmann fest, dass er ein Gesamtbild der Kirche zeichnen will, ohne seitenweise Differenzierungen anzubringen. Er will sozusagen den ganzen Wald sichtbar machen und nicht nur Bäume, Äste und Blätter. Er weiß, dass er sich dadurch angreifbar macht, weiß auch darum, dass seine Thesen „korrektur- und ergänzungsbedürftig" (441) sind. Dennoch wählt er diesen Weg, weil der differenzierende Diskurs auch „eine im Endeffekt lähmende Wirkung entfalten" (440) kann.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>1. Kirche hat kommunikativ ihre Anschlussfähigkeit verloren hat.</i></span></div><div><br></div><div>Die Kirche ist in ihrem eigenen Milieu gefangen und spricht nur noch drei Lebenswelten an: die bürgerliche Mitte, die Traditionsorientierten und einige sozial-ökologisch bewegte Menschen. Die Kirche vermittelt den Menschen: „Wenn Du Christ sein willst, in der Kirche leben willst, musst Du unsere subkulturelle Prägung annehmen und teilen" (443). </div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>2./3./10. Kirche ist ein geschlossenes System und veränderungsunfähig. Als „Konstantinisches Kirchentum" [Staatskirche] ist sie nur noch eine historische Größe. Dennoch lebt sie selbstsicher im Bewusstsein, sie besitze eine Ewigkeitsgarantie.</i></span></div><div><br></div><div>Die Kirche ist hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt. Sie organisiert ihr Überleben durch viele kleine Anpassungen an die neue Situation und verhindert damit eine grundlegende Systemänderung. Sie „hängt mental und strukturell in der Vergangenheit fest" (444) mit ihrer Gliederung nach Ortsgemeinden, ihrer behördenmäßigen Verwaltung und dem staatlichen Kirchensteuereinzug. Im Gefühl, nicht untergehen zu können, erkennt sie den Ernst ihrer Lage nicht und „verharrt im Weiterso, statt aufzubrechen, sich zu riskieren" (454). </div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>4. Viele Christen schämen sich, zur Kirche zu gehören, und bekennen sich deshalb auch nicht gerne zu ihr.</i></span></div><div><br></div><div>Als Gründe des Fremdschämens nennt der Verfasser: Die Kirche engagiert sich nicht genug für die, „die materiell und geistig arm sind", ist denen nicht wirklich nah, „deren Einstellungen schlicht sind", und hat „Ekelschranken [...] gegenüber den Anschauungen im prekären Milieu" (445). Sie wird ihren eigenen ethischen Standards nicht gerecht. Beispiel: Energieverschwendung beim Aufheizen riesiger Kirchen für eine Stunde Gottesdienst, der auch im Gemeindehaus nebenan stattfinden könnte. Außerdem: Die Menschen schämen sich einer Kirche, „die in ihrer Traditionsverhaftung, [...] ihrem Hängen an alten Zöpfen und überkommenen Regeln nur peinlich ist; die seltsam wirkt, aus der Zeit gefallen, mit ihrem hohen Alter und ihrer Modernisierungsverweigerung, mit ihrem Ruch als Alte-Leute-Club und Traditionsverein" (446).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>5./8./9. Kirche ist nicht (mehr) lebensnotwendig. Sie hat ihren Unique Selling Point [ihr Alleinstellungsmerkmal] verloren. Sie weiß nicht mehr, wer sie ist, und sie scheut und lehnt zutiefst ab, was sie ist.</i></span></div><div><br></div><div>Kirche sollte eine „Rettungsbootgemeinschaft" sein, die „allen in Not eine Zuflucht bietet" (448). Aber: Will die Kirche noch aus der Not retten oder sieht sie die Not gar nicht mehr? „Wo liefert sie eine Weltanschauung, die den Abgründen und Greueln der täglich erfahrbaren Geschichte(n) gewachsen wäre? (448f) Als „Gemischtwarenladen [...], der keine Identität mehr besitzt" (452), hat die Kirche ihre „Systemrelevanz" verloren (was man z.B. daran erkennt, dass im Lockdown zwar Baumärkte, nicht aber Kirchen als systemrelevant eingestuft wurden). Sie will es allen recht machen in einem Pluralismus, der „jedes individuelle Anliegen kirchlich tauft" (452). Als „endzeitliche" Kirche, die zwischen Ankunft und Wiederkunft Christi existiert, müsste die Kirche aber leidender Zeuge ihres Herrn sein – „bis zum Zerreißen aufgespannt zwischen altem und neuem Äon, ohne Möglichkeit sich zu etablieren" (453).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>6./7. Kirche bildet falsch aus, bildet die falschen Leute aus und ist auch noch stolz darauf. Sie duldet, akzeptiert und fördert eine Theologie, die tödlich ist und geistliches Leben wie Gemeindewachstum zerstört.</i></span></div><div><br></div><div>Die Kirche „braucht nicht nur theologische Wissenschaftler, sondern auch zu Gemeindegründung in der Großstadt fähige Entrepreneure [Unternehmer], [...] nicht nur Akademiker, sondern auch Manager", sie braucht „Kommunikateure, die milieusensibel Kommunikation in unterschiedlichen Lebenswelten einfädeln können" (449). Es mangelt an Auseinandersetzung mit Glaubensfragen und an einer aus dem Glauben heraus begründeten evangelische Ethik. „Gott als Wirklichkeit kommt im Theologiestudium nicht vor; es wäre unwissenschaftlich, ihn als Realität ins Spiel zu bringen" (451).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>11. Kirche hat ihre Zukunftsfähigkeit verspielt, indem sie ihre Ressourcen für deren Reflexion aufbraucht.</i></span></div><div><br></div><div>Der Autor rechnet damit, dass die Reaktionen auf seine Thesen sich auf Reflexion beschränken werden: „auf Kritik an Pauschalierungen, auf Hinweis auf Ausnahmen; auf relativierende Belege, es sei doch nicht (ganz) so schlimm" (454). Genau diese Debattenkultur, die das Milieu von Eliten wiedergibt, zeigt die Milieuverengung der Kirche, raubt ihr die Energie und bestätigt ihre Veränderungsresistenz.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><b>2. Michael Herbst: „Grüße aus der Bruchbude" (457-470)</b></span></div><div><br></div><div>Der Titel dieser Entgegnung geht auf den evangelischen Theologen Helmut Thielicke (1908-1986) zurück, der sich in seinem Todesjahr ein letztes Mal zur Lage der Kirche äußerte und dabei den Kirchenkritikern das Wort von der „Bruchbude" in den Mund legte.</div><div><br></div><div>Michael Herbst fasst zunächst die Kritik Hempelmanns in drei Punkten zusammen: Die Kirche leidet unter Kontaktverlust – Reformunwilligkeit – Identitätsverlust. Herbst stimmt Hempelmann in vielen Teilen seiner Analyse zu, kritisiert aber zugleich die Einseitigkeit seiner Thesen. „Hier gibt es nur noch Schwarz, kein Weiß, nicht einmal mehr Grau." Es fehlt die „Dankbarkeit für gelingendes christliches Leben in dieser ,Bruchbude'", die „Hoffnung bei all den [...] Ansätzen zu etwas Neuem und Anderem, im Kleinen wie im Großen" (463). Der Autor fordert empirische Belege und Differenzierung ein. Wer nur noch eine Sorte Bäume im Wald sieht, gewinnt gerade kein Gesamtbild des Waldes. „Ja, es ist mühsam, immer zu wenig, zu klein, zu schwach, manches halbherzig, anderes aber tapfer, hoffnungsvoll, mit Resonanz bei Menschen, die früher kaum einer christlichen Stimme Gehör geschenkt hätten" (463). Es gibt also nach Herbst nicht nur „kirchliche Nacht" (464).</div><div><br></div><div>Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Fehlen jeglicher Theologie in Hempelmanns Thesen. Denn es stellt sich die Frage, was das alles mit Gott zu tun hat. „Auch die Kritik an ,Kirche' kann Gott vergessen" (465). Wenn man Theologie in die Überlegungen einbezieht, werden nach Herbst Fragen aufgeworfen wie: „Wo ruft uns Gott zur Umkehr? [...] Wo liegen wir auf den Knien und flehen Gott an um seinen Geist, innere Erneuerung, Aufbruch, Freude am Evangelium und Gehör bei den Menschen? [...] Wann hören wir gemeinsam, dass uns gesagt wird: Geht hin in alle Lebenswelten und macht zu Jüngern alle Generationen, Milieus, alle Menschen, egal welchen Geschlechts und Alters, welcher Herkunft und sozialen Lage?" (466) Es geht dem Verfasser um die Klage und Bitte, aber auch um Lob und Dank gegenüber Gott und den Menschen. Es geht also darum, dass das Problem nicht rein innerweltlich behandelt, sondern die Beziehung zu Gott einbezogen wird. Denn dadurch bleibt man nicht resigniert und deprimiert vor der „Bruchbude" stehen, sondern gewinnt eine dankbare und hoffnungsvolle Perspektive auf die Zukunft der Kirche.</div><div><br></div><div>Abschließend stellt Herbst die Frage, wohin eigentlich der Weg einer so fundamentalen Kirchenkritik führt. Er zeigt drei Wege auf, die er ablehnt: die Kirche verlassen, sich auf das persönliche Leben in der Nachfolge Jesu zurückziehen oder noch schärfer und immer wieder neu lautstark kritisieren. Herbst zieht einen vierten Weg vor: mit denen zusammenstehen, die an einer Erneuerung der Kirche arbeiten, lebendige Gemeinden stärken, neue Gemeinden gründen und so auf das Senfkorn setzen, das „einen hoffnungsvollen Neuanfang darstellt (Mt 13,31f)" (468).</div><div><br></div><div>Für Herbst beginnt ein neues Kapitel im Leben der Kirche: Sie wird Kirche in der Diaspora sein, „eine Kirche, zu der Menschen aus Gründen der Wahl und nicht der Tradition gehören. [...] Es ist eine Kirche, deren Glaube nicht mehr der Glaube der Mehrheit ist" (468). Bis es soweit ist, will der Autor diese „Bruchbude" nicht verachten, sondern in ihr wirken, zum Glauben einladen, „beten, lieben, dienen, bezeugen", und das in der „Hoffnung, dass Gott in seiner Güte auch eine Bruchbude zum Wohnsitz wählen kann" (469)</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><b>3. Stellungnahme</b></span></div><div><br></div><div>Konzepte zur Veränderung kirchlicher Arbeit, oft Gemeindeaufbau genannt, wurden schon heftig diskutiert, als ich in den 80er Jahren Theologie studierte. Seitdem hat es immer wieder innovative Aufbrüche und neue Vorschläge für die kirchliche Arbeit gegeben. Dennoch ist die Kritik an der Kirche nicht verstummt. Und wenn man die Kirche als Ganze in den Blick nimmt, dann muss man eingestehen, dass sich – trotz einiger Neuansätze – am Gesamtbild der Kirche nichts geändert hat.</div><div><br></div><div>Ich halte es für richtig, diese Neuansätze zu würdigen (im Bild gesprochen: nicht nur die kranken Bäume zu sehen): Es geschieht nicht nichts. Aber ebenso sollte man sich nicht in den Differenzierungen des Einzelnen verlieren (in den unzähligen Ästen und Blättern) und dabei das Gesamtbild aus dem Blick verlieren: Es geschieht viel zu wenig.</div><div><br></div><div>Woran liegt es, dass so wenig geschieht? Nach meiner Erfahrung gehen Neuanfänge immer auf die Initiative Einzelner zurück, die sich in Gruppen zusammenfinden und innovative Projekte starten. Offenbar gibt es aber zu wenige Christ*innen, die sich in dieser Weise engagieren und die kirchliche Arbeit bereichern wollen oder können. Dies hängt mit einem ungeheuren Beharrungsvermögen des alten Dampfers Kirche zusammen: Es gibt nur wenige Menschen, die den Mut und die Kraft haben, die Dampferfahrt zu stoppen, den Dampfer zu verlassen und ein Rettungsboot zu besteigen, um einige im Meer Schwimmende zu retten und dann mit diesen die Fahrt fortzusetzen. Auf dem Dampfer zu bleiben ist ja so viel bequemer und sicherer. Wer es aber wagt, den Dampfer zu verlassen, muss mit erheblichem Widerstand rechnen.</div><div><br></div><div>Da sind zunächst manchmal Pfarrer*innen, manchmal Presbyter*innen, jedenfalls immer Bedenkenträger, die das Alte aus verschiedenen Gründen weiterführen wollen. Ein beliebtes Pseudo-Argument ist dabei: „Das haben wir schon immer so gemacht, das hat sich bewährt." Sodann gibt es meist wenig oder keine Unterstützung von Seiten der Kirchenleitungen. Im Gegenteil, die Ressoucen der Änderungswilligen werden seit Jahrzehnten in Umstrukturierungsmaßnahmen verbraucht. Auch hierin ist Hempelmann recht zu geben.</div><div><br></div><div>Ich meine mit dem Bild von Dampfer und Rettungsboot nicht, die Kirche zu verlassen, sondern in und mit ihr neue Initiativen zu entwickeln. Ich meine auch nicht, dass die „Geretteten" in die bestehende Kultur der Dampfergemeinde integriert werden sollen, sondern dass umgekehrt die Kultur der Dampfergemeinde die Inklusion aller Neuankömmlinge, so fremd sie auch immer sein mögen, ermöglicht.</div><div><br></div><div>Dazu müsste allerdings die „Leitkultur" der Dampergemeinde radikal umgestaltet werden. Hierfür gibt es nur minimale kirchenleitenden Impulse. Es sind die von Hempelmann genannten minimalen Anpassungen, die eine große Umstrukturierung verhindern. Was die Kirche aber heute braucht, um nicht noch mehr von der Lebenswirklichkeit weiter Bevölkerungsschichten abgehängt zu werden, sind keine minimalinversiven Eingriffe, sondern maximal mögliche Reformen.</div><div><br></div><div>Diese stehen seit Jahrzehnten aus. Es ist schon so, wie Michael Herbst feststellt: Da arbeiten viele Menschen, die die Kirche lieben, engagiert an ihrer Erneuerung und leiden auch an ihr. Aber viele merken auch, dass sie sich mit ihren Ideen nicht durchsetzen können, dass Veränderungen nicht gewollt sind, und geben schließlich auf. Wie aber kommt es eigentlich, dass nicht die Masse der Christ*innen mit Freude zu neuen Wegen aufbricht, weil sie möglichst viele, wenn nicht alle Menschen erreichen will?</div><div><br></div><div>Meine Vermutung ist: Sie sehen gar keine Notwendigkeit dafür. Irgendwie gibt hier immer noch der alte scheinbar aufgeklärte Satz den Ton an, dass doch jeder nach seiner Façon selig werden möge. Mit anderen Worten: Wenn du auch ohne Glauben glücklich bist – was soll's? (Ich gestehe, dass ich selber mal so gedacht habe.) Oder: Jeder kann auch ohne Kirche seinen Glauben pflegen. Und wer getauft ist, der ist auch Christ (diese Aussage habe ich selbst von einem Pfarrer in einer Predigt gehört). Und überhaupt geht es doch eigentlich nicht so sehr um den Glauben, sondern um ein liebevolles Miteinander.</div><div><br></div><div>An dieser Stelle wäre nun wirklich mehr Theologie vonnöten. Nicht nur, um seine Klage und Bitte, sein Lob und seinen Dank vor Gott zu bringen – das ist doch für Christ*innen selbstverständlich. Sondern auch, um der Gemeinde klarzumachen, dass sie einen Auftrag hat. Dass die Glieder der Gemeinde Leib Christi sind – nicht zum Zuhören und Konsumieren verurteilt (vielleicht vom Pfarrstand?), sondern jede/r einzelne wichtig ist für die Gemeinde und ihr Funktionieren. Dass die Kirche mehr ist als ein Traditionsverein. Dass sie einen missionarischen Auftrag hat und dass Mission keine Manipulation und Vereinnahmung ist, sondern ein unverzichtbarer Liebesdienst an den Menschen. Und dass die Gemeinden sich um dieses Liebesdienstes willen von allem verabschieden müssen, was den Menschen das Hören des Evangeliums schwer oder unmöglich macht.</div><div><br></div><div>Muss man die Kirche verlassen, um diesen Liebesdienst zu leisten? Die Frage ist falsch gestellt. Denn dass Christ*innen irgendetwas <span class="fs14lh1-5"><b>müssen</b></span>, von dieser Annahme bin ich längst befreit. Sie <span class="fs14lh1-5"><b>können</b></span> bestenfalls die Kirche verlassen. Aber wohin sollen sie gehen? Auch die Freikirchen schmoren oft in ihrem eigenen Saft, wenngleich er vielleicht etwas schmackhafter zubereitet ist als der landeskirchliche. Insofern gilt die oben geäußerte Kritik nicht selten auch für die freien Gemeinden und Gemeinschaften.</div><div><br></div><div>Jedenfalls habe ich noch Hoffnung für meine Kirche. Nicht, weil ich den Christ*innen so viel Innovationskraft zutraue, sondern weil ich an Gottes Wirken in ihr glaube – das Wirken des Gottes, der sich auch eine Bruchbude zum Wohnsitz wählen kann. Ich weiß, dass auch in dieser Bruchbude Reich Gottes – nicht gebaut wird, sondern geschieht. Doch vielleicht könnte viel mehr geschehen. Vielleicht dämpfen wir Gottes Geist, indem wir ihm sein Wirken schwer machen. Auch das wäre theologisch zu bearbeiten. Und so könnte, wie so oft in der Kirchengeschichte, eine falsche Mainstream- und Predigt-Theologie der Grund für die Misere sein. Es wird Zeit, das zu ändern.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 13 Jan 2021 18:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hauptsache gesund?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000073"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Hauptsache gesund?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/01/2021</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>„Hauptsache gesund, Herr Pastor!" Diesen Satz habe ich unzählige Male gehört. Er war immer damit verbunden, dass man von mir selbstverständlich Zustimmung erwartete. Dabei hatte ich bei diesem Satz immer ein ungutes Gefühl in der Magengegend und fühlte mich irgendwie hilflos. Aber was kann man schon gegen den Satz sagen? Ist die Gesundheit nicht wirklich das Wichtigste, was wir haben? Dagegen kann doch der Pastor keine Einwände haben. Und mir fiel wirklich meist nichts anderes ein als zustimmend zu nicken.</div><div><br></div><div>Die Gesundheit ist ein Stück Leben. Wer nicht gesund ist, dem ist ein Teil seines Leben verloren gegangen. Darum galten in biblischer Zeit die Kranken schon dem Tode nahegerückt (Hi 33,21f; Ps 88,4-7). Der Tod ist eben die Einbuße von Leben. Wer krank ist, büßt ein Stück Leben ein und ist daher ein Stück weit vom Tod vereinnahmt.</div><div><br></div><div>Doch verstand schon das Alte Testament unter dem Leben mehr als intakte Körperfunktionen und seelisches Wohlbefinden. Das Leben, so glaubte man, war daran gebunden, dass der Mensch die lebensförderlichen Weisungen Gottes einhielt. Wich er von diesen Weisungen ab, dann untergrub er das Leben und beraubte die Seele ihrer Kraft (5Mo/Dtn 30,15-18). Wer hingegen der Fürsorge Gottes vertraute, die in seinen Weisungen zum Ausdruck kam, der konnte in Glück und Freude leben.</div><div><br></div><div>Weil es dieses Glück und diese Freude in der Welt nur in gebrochener Weise gibt, stellte sich langsam die Erwartung einer neuen Welt ein: ein Leben unter einem neuen Himmel und auf einer neuen Erde (Jes 65,17-25). Nach dem Neuen Testament ist dieses Leben in der vollendeten Gemeinschaft mit Gott die Gabe Gottes an alle, die ihr Heil auf die Liebe Christi gründen – eine Liebe, die in Christi Tod ihren Höhepunkt fand (Röm 6,23; Joh 3,16). Wer darauf vertraut, dass Christi Liebe zu ihm so groß ist, dass Christus lieber selbst den Tod auf sich nimmt als die ihn verachtenden Menschen in den Tod zu geben, der hat das ewige Leben in unzerstörbarer Gottesgemeinschaft ansatzweise schon jetzt (Joh 5,24; Röm 6,10f).</div><div><br></div><div>Das Leben ist also nach biblischem Verständnis viel mehr als die Gesundheit des Körpers und der Seele. Das Leben im eigentlichen Sinn ist die vertrauensvolle Beziehung zu Gott und Jesus Christus. Wer in dieser Vertrauensbeziehung lebt, der hat das wahre Leben.</div><div><br></div><div>„Hauptsache Vertrauen zu Gott und Christus!", so müsste der Satz eigentlich lauten. Aber dieser Sinn dessen, was Leben ausmacht, ist hinter der Wichtigkeit von Gesundheit ziemlich verloren gegangen.</div><div><br></div><div>Körperliches und seelisches Wohlbefinden gehören gewiss zu den höchsten Gütern und sind Geschenke Gottes. Und jeder, der sich relativ guter Gesundheit erfreut, kann leicht sagen, die Gesundheit sei nicht das Wichtigste. Doch haben schon viele Kranke gerade in ihrer Krankheit empfunden, welche Kraft und Freude von ihrem Glauben ausgeht.</div><div><br></div><div>Jesus sagte zu manchen, die er gesund gemacht hat: „Dein Glaube hat dich gerettet" (z.B. Mk 10,52). Das Vertrauen zu dem, der das Leben schenkt und bewahrt, tut Körper und Seele gut, und die vertrauensvolle Bitte des Kranken kann Gott dazu bewegen, ihm Gesundheit zu schenken. Das kann, muss aber nicht geschehen. Darum ist die Gesundheit nicht selbstverständlich, sondern bleibt ein hohes Gut und ein Geschenk.</div><div><br></div><div>Ich hätte mich schon sehr gefreut, wenn ich auch nur einmal den Satz gehört hätte „Hauptsache Gott vertrauen und gesund sein, Herr Pastor!" Damit hätte ich mich sofort einverstanden erklärt. Denn es geht nicht darum, Gottvertrauen und Gesundheit gegeneinander auszuspielen. Sie sollen nur in rechter Weise einander zugeordnet werden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 08 Jan 2021 09:46:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Falsches Vertrauen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000072"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Falsches Vertrauen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/01/2021</span></div><div><br></div><div>Nach einem <a href="https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/gottesdienst-freikirche-herford-corona-100.html" target="_blank" class="imCssLink">Bericht des WDR</a> <span class="fs14lh1-5">und anderer Medien wurde gestern Abend in Herford ein freikirchlicher Gottesdienst mit über 100 Teilnehmenden von der Polizei aufgelöst. Die Gottesdienstbesucher*innen haben offenbar keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen, und es hat kein Hygienekonzept gegeben. Andere Medien berichten, im Gottesdienst sei gesungen und das Abstandsgebot nicht eingehalten worden.</span></div><div><br></div><div>Kurz vor Weihnachten hatte die Polizei in Essen ebenfalls einen freikirchlichen Gottesdienst mit über 80 Gemeindegliedern aufgelöst. Auch dort sollen keine Masken getragen, die Abstände nicht eingehalten und das Gesangsverbot missachtet worden sein.</div><div><br></div><div>Ich kenne diese Gemeinden nicht, habe nur einige Informationen aus den Medien. Ich weiß nicht, von welcher Frömmigkeit die Gemeinden geprägt sind und was sie zu diesem Handeln bewogen hat. Ich kenne aber die Argumentationsstrukturen der Frömmigkeit, die in solchen Gemeinden nicht selten ist. Die Argumentation verläuft ungefähr so:</div><div><br></div><div>Das Schönste und Wichtigste im Gemeindeleben ist der Gottesdienst. Im Gottesdienst treten wir gemeinsam vor Gott, hören sein Wort, beten ihn an und loben ihn mit unseren Liedern. In der Predigt spricht Gott zu uns. Er will, dass wir den Gottesdienst feiern, in der Erkenntnis wachsen und uns von ihm im Glauben stärken lassen. Darum lassen wir uns von der Welt das Feiern des Gottesdienstes nicht verbieten. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns vor dem Virus bewahrt, denn alles liegt in seiner Hand. Er will ja, dass wir den Gottesdienst feiern, und darum wird weder für uns noch für andere eine Gefahr davon ausgehen.</div><div><br></div><div>Allerdings hat sich in der Vergangenheit schon mehrfach gezeigt, dass von solchen Gottesdiensten starke Infektionsgeschehen ausgegangen sind. Wenn dies entgegen der Erwartung der Gemeinde geschieht, könnte das in solchen Gemeinden so interpretiert werden: Das ist eine Prüfung Gottes, die wir zu bestehen haben. Gott will unseren Glauben testen. Er will prüfen, ob wir in dieser Situation weiterhin auf ihn vertrauen oder nicht. Wir müssen nur an unserem Vertrauen zu Gott festhalten und uns von der Welt, die uns jetzt anklagt, nicht verunsichern lassen. Im Vertrauen auf Gott werden wir alles gut überstehen.</div><div><br></div><div>Das klingt sehr fromm und gottergeben. Und in der Tat ist das Vertrauen auf Gott der Kern des christlichen Glaubens. Was aber ist dann falsch an dieser Einstellung?</div><div><br></div><div>Mir scheint das, was hier Gottvertrauen genannt wird, gar kein Vertrauen zu sein. Eigentlich wird hier die eigene Unverletzlichkeit gefeiert: Uns kann nichts passieren. Gott wird uns nichts zustoßen lassen. Aber kann man sich dessen gewiss sein? Hier wird doch Gott für die Illusion der eigenen Größe missbraucht. Denn auch einem Christenmenschen und einer Gemeinde kann eine ganze Menge zustoßen. Nichts, aber auch gar nichts muss ihnen erspart bleiben. Wer meint, sicher sein zu können, dass ihm nichts passiert, beraubt Gott seiner Handlungsfreiheit und setzt sich letztlich selbst an Gottes Stelle.</div><div><br></div><div>Wenn man sich außerdem über staatliche Vorgaben hinwegsetzt, ist auch das die Betonung der eigenen Größe. Zur Unverletzlichkeit kommt die Unfehlbarkeit: Wir wissen es besser als der Staat. Vielleicht hat Paulus deshalb zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit aufgerufen (Röm 13,1). Allerdings kann das nicht für jede Obrigkeit gelten, denn auch die Obrigkeit ist fehlbar und kann ungerechtfertigte Forderungen stellen. Insofern gibt es ein Widerstandsrecht gegen den Staat, wenn dieser selbst zum Hort des Unrechts wird. Das scheint Paulus, der als Jude die Unterdrückung durch den römischen Staat kannte und erlebte, nicht im Blick gehabt zu haben. Stattdessen behauptet er, dass jede Obrigkeit, also auch die des römischen Unrechtsstaates, von Gott eingesetzt worden sei.</div><div><br></div><div>Jede Institution, die sich selbst für unfehlbar hält, entwickelt totalitäre Strukturen. Das gilt nicht nur von Staaten, sondern auch von christlichen Gemeinden und sogar Kirchen und Religionen. Solche Gemeinden grenzen sich strikt von der „Welt" und andersgläubigen Gemeinden ab. Denn die Welt ist in ihren Augen durchweg schlecht, und Andersgläubige sind dem Irrtum verfallen. Nur die eigene Gemeinde hat die wahre Lehre (ist also unfehlbar). Wobei es meist einige wenige sind, die bestimmen, was die wahre Lehre ist. Die Mehrheit muss glauben, was einige wenige vorgeben. Das Gespräch, ja schon die Wahrnehmung anderer Standpunkte wird unterdrückt und mit Ächtung belegt. Wer dauerhaft einen anderen Standpunkt einnimmt, wird ausgeschlossen. Die Gemeindeglieder bleiben unter sich, heiraten auch nur untereinander. So bleibt die Gemeinde über Jahrzehnte ein geschlossener Raum, in den kein anderes Gedankengut eindringt.</div><div><br></div><div>Christlicher Glaube aber wächst und gedeiht im Austausch mit anderen. Er lässt sich belehren und lernt von anderen Christ*innen. Weit entfernt davon, sich selbst für unfehlbar zu halten, braucht ein Christenmensch das Miteinander mit seinen Schwestern und Brüdern. Er weiß auch um sein Verletzlichkeit und wird deshalb Gott darum bitten, ihn vor Unheil zu bewahren; er kann sich aber des Handelns Gottes nicht sicher sein. Wäre er sich dessen sicher, so würde er in seinem Glauben Gottes Freiheit einschränken. Er würde im Grunde sich selbst vertrauen – seinem starken Glauben, seiner moralischen Integrität – und nicht Gott.</div><div><br></div><div>Es handelt sich also um ein falsches Vertrauen, das von einer solchen Frömmigkeit gepflegt wird. Man sieht daran, wie dicht echtes Vertrauen zu Gott und unechtes, falsches Vertrauen zu Gott, das eigentlich nur Vertrauen zu mir selbst ist, beieinander liegen – manchmal sogar unentwirrbar miteinander verquickt.</div><div><br></div><div>Kein Christ, keine Christin ist dagegen gefeit. Die Gefahr ist immer da, sich im Besitz der Wahrheit zu wähnen – also unfehlbar zu sein. Ebenso die Gefahr, sich einzubilden, genau über Gottes Handeln Bescheid zu wissen – so genau, dass man dadurch Gott in seiner Freiheit beschränkt. In beidem versucht man, selber Gott zu sein (1Mo/Gen 3,5).</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, wie die betroffenen Gemeinden in Herford und Essen darüber denken und welche Lehre sie vertreten. Sie sollten auch nur Anlass zu diesen Überlegungen sein. Und Mahnung an uns, uns unserer Verletzlichkeit und Fehlbarkeit immer bewusst zu sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 03 Jan 2021 20:42:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Auschwitz und Glaube]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000071"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Auschwitz und Glaube</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 01/01/2021</span></div><div><br></div><div>Beim Aufräumen fand ich heute einen Artikel der Zeitschrift <span class="fs14lh1-5"><i>Publik-Forum</i></span> aus dem Jahr 1996, den ich mir kopiert hatte. Darin ging es auch um das Thema "Theologie nach Auschwitz". Das hat mich zu folgenden Überlegungen angeregt.</div><div><br></div><div>Der Name des Vernichtungslagers Auschwitz steht in der Theologie für die Frage, ob und wie man – angesichts der in Auschwitz vollzogenen menschlichen Grausamkeit – noch von Gott reden könne.</div><div><br></div><div>Die einen sagen: Auschwitz hat gezeigt, dass von einem liebenden Gott nicht mehr die Rede sein kann. Wenn man überhaupt noch von Gott reden will, dann so, dass er ein unergründliches, verborgenes Wesen ist.</div><div><br></div><div>Andere sagen: Wir können auch nach Auschwitz noch von einem liebenden Gott reden, aber nur so, dass Auschwitz in allen Aussagen über Gott berücksichtigt werden muss.</div><div><br></div><div>Einige vertreten einen ganz anderen Standpunkt: Wir sollen die Vergangenheit ruhen lassen und nicht immer wieder von Auschwitz reden.</div><div><br></div><div>Ich persönlich denke, dass man Auschwitz keinesfalls verschweigen, aber auch nicht zur Unterstützung eigener Glaubensaussagen instrumentalisieren, benutzen sollte.</div><div><br></div><div>Meiner Meinung nach sagt Auschwitz zunächst einmal etwas über den Menschen aus und nicht über Gott. Man sollte deshalb als erstes von der Gattung "Mensch" reden, der das Vernichtungslager mit seinen unbeschreiblichen Grausamkeiten geschaffen hat. Dabei kann man sich auch den Unterschied zum Schaffen Gottes nach 1Mo/Gen 1 vor Augen führen.</div><div><br></div><div>Wenn der Mensch zuerst fragt, ob und wie angesichts von Auschwitz noch Rede von <span class="fs14lh1-5"><b>Gott</b></span> möglich sei: Könnte es nicht sein, dass der Mensch dadurch seine Verantwortung für die Grausamkeiten dieser Welt und für die eigene Schuldverfallenheit ganz bequem verdrängt, ja sogar auf Gott abwälzt?</div><div><br></div><div>Mir wird jedenfalls beim Gedanken an Auschwitz zuerst die Abgründigkeit dessen deutlich, was wir Menschen wollen und tun. Die Tiefe unserer Schuldverstrickung und die bis ins Detail durchdachte Planung, aber auch die Banalität des Bösen (Hannah Arendt) steht mir vor Augen.</div><div><br></div><div>Von daher wird mir die Notwendigkeit von Vergebung und Erlösung klar, die den Menschen nicht auf seine unermessliche Schuld festlegt. Und auch die Notwendigkeit einer radikalen Umkehr wird mir bewusst.</div><div><br></div><div>Erst in einem zweiten Schritt sollten wir beim Gedanken an Auschwitz von Gott reden. Und zwar von dem Gott, der in Auschwitz mit seinem erwählten Volk Israel gelitten hat; der das Grauen, das Menschen einander zufügen, ertragen hat und dennoch die Menschheit bis heute erhält. Dann wird mir auch bewusst, wie groß die Gnade dieses Gottes ist, der unser mit ungeheurer Schuld beladenes deutsches Volk trotz Auschwitz reich gesegnet hat.</div><div><br></div><div>Kann man nach Auschwitz so vom Menschen und von Gott reden? Oder ist Auschwitz das große Fragezeichen hinter allem christlichen Reden von Gott, so dass Gott nur noch als Frage, als Unbekanntes zur Sprache kommen kann?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 01 Jan 2021 18:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Ziel der Zeit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000070"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Ziel der Zeit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/12/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Wenn wir vor dem neuen Jahr stehen, dann stehen wir vor geschenkter Zeit. Dass wir Zeit haben, ist nicht selbstverständlich. Wir verfügen nicht über die Zeit, sondern sie kommt auf uns zu. So ist sie das Medium, in dem wir leben, ohne dass wir etwas für ihr Zukommen tun müssen oder auch nur können.</div><div><br></div><div>Dass wir Zeit haben, wird uns erst dadurch bewusst, dass sie vergeht. Erst im Unterschied von Einst und Jetzt erfahren wir Zeit. Wie die Zeit zu uns kommt, so vergeht sie auch: Es geschieht ohne unser Zutun. Wir können sie nicht aufhalten, so wenig wie wir sie herbeizwingen können. Daran zeigt sich das Janusgesicht* der Zeit: Einerseits sind wir froh, wenn sie uns zukommt, andererseits erschrecken wir, wenn uns bewusst wird, dass wir ihrem Vergehen wehrlos ausgeliefert sind. So ist die Zeit Lebenselixier und Todesdrohung zugleich. In religiöser Sprache könnte man sagen: Die Zeit ist zugleich Erwartung von Segen und Drohung von Fluch.</div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 imTALeft mb1"><span class="fs11lh1-15">* Janus war der römische Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge. Er wurde mit zwei Gesichtern dargestellt, mit denen er zugleich vorwärts und rückwärts sehen konnte. Nach ihm ist der Monat Januar benannt.</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15 imTALeft"><br></div><div>Ob aber die uns zukommende Zeit zum Segen oder zum Fluch wird, hängt nicht einfach ab von ihrem Kommen oder Gehen. Die schmerzlich vergehende Zeit kann zum Segen werden und die ersehnte kommende Zeit zum Fluch. Denn nicht einfach das Geschehende qualifiziert die Zeit als Segen oder Fluch, sondern unser Verhältnis zum Geschehenden. Die Qualität der Zeit liegt meist gar nicht in dem, was sie mit sich bringt, sondern in unserem Verhalten ihr gegenüber. Es kann geschehen, dass der mit viel Zeit Gesättigte ihrer überdrüssig wird oder dass der vor dem Ende seiner Lebenszeit Stehende diesem Ende getrost entgegenblickt.</div><div><br></div><div>Was aber macht dann die Zeit zum Segen, was zum Fluch? Nach dem Markusevangelium begann Jesus seine Verkündigung mit den Worten:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Erfüllt ist die Zeit und nahegekommen die Herrschaft Gottes;</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">kehrt um und glaubt an die frohe Botschaft!</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Mk 1,15)</span></i></span></div><div><br></div><div>Mit dem Kommen Jesu ist Gottes Macht der Liebe so nahegekommen wie nie zuvor. Denn in Jesus teilt Gott wie niemals sonst die menschliche Zeit, teilt ihr Kommen und Gehen, teilt Segen und Fluch. Dadurch aber gewinnt die Zeit, gewinnt unser Leben eine neue Qualität (Gal 4,4f). Was zuvor im Verborgenen lag, ist jetzt zum Greifen nah. Gottes Liebe hat ein Gesicht bekommen, das für jeden sichtbar ist. Darum kann die Konsequenz nur sein, das bisherige Leben hinter sich zu lassen und neue Maßstäbe zu setzen: Das Maß des Lebens ist jetzt die Gewissheit der Liebe Gottes, das Vertrauen zu dem Gott, der sich als Liebender und Leidender an unsere Seite gestellt hat. Darum ist unsere Zeit mit Segen erfüllt. Es gibt eigentlich keine leere Zeit mehr, kein sinnloses Vergehen, kein trostloses und einsames Vegetieren. Es gibt nur noch die erfüllte Zeit, und das heißt: frohes Leben in der <span class="fs14lh1-5"><b>jetzt erlebten</b></span> Nähe Gottes und getröstetes Leben in der <span class="fs14lh1-5"><b>zukünftig erwarteten</b></span> Nähe Gottes.</div><div><br></div><div>Die Botschaft von der erfüllten Zeit hat darum den Ruf zum Leben bei sich. „Kehrt um! Glaubt! Lasst das bedeutungs- und ziellose Leben hinter euch, gebt euch nicht dem dumpfen Ablauf von Stunden, Tagen und Wochen hin! Vielmehr lebt jede Stunde und jeden Tag, lebt euer Leben bewusst, bedeutungsvoll und ausgerichtet auf das Ziel, nämlich das Heil der ganzen Welt!"</div><div><br></div><div>Was heißt das alles konkret? Unsere Zeit ist nicht einfach Zukunft und Vergangenheit, und unser Leben ist nicht dumpfes Kommen und Gehen von Zeit, das über uns hereinbricht und dem wir bedingungslos ausgesetzt sind. Dieses Kommen und Gehen ist in Wahrheit von Gott gewährte, getragene und gesegnete Zeit. Wir können jetzt beten: „In deiner Hand ist meine Zeit" (Ps 31,16). Wie auch immer die Zeit sich anfühlen mag, womit auch immer sie gefüllt sein mag: Sie kommt aus Gottes Hand zu uns und bleibt in seiner Hand. Das bedeutet nicht, dass Gott all das will, was die Zeit mit sich bringt. Es bedeutet aber, dass auch das, was er nicht will, durch seine Hand gehen muss, von ihm erspürt und erlitten wird und die Wärme seiner Hand nicht verlassen kann. Es mag uns Schreckliches widerfahren; aber auch das Schrecklichste steht unter Gottes Macht der Liebe, die immer eine leidende Liebe ist, aber auch eine alles Leid überwindende.</div><div><br></div><div>Nicht das, was die Zeit an Schwerem oder Leichtem mit sich bringt, macht sie zur segensreichen Zeit, sondern die Macht der Liebe, mit der Gott unsere Zeit auszeichnet. Denn Gott handelt zu allen Zeiten in Liebe an uns, auch zu Zeiten des Leidens, des Irrens und Fehlgehens und des Sterbens. Alle Zeiten, mögen sie uns noch so sinn- und ziellos erscheinen, werden von Gott auf das eine Ziel hin ausgerichtet: uns mit seiner Liebe zu verbinden. Auch das längst Vergangene und bis heute Unverstandene hatte dieses eine Ziel. Alles uns Widerfahrende muss sich auf dieses eine Ziel hin bewegen. Von diesem Ziel kann uns nichts entfernen, außer wir selbst. So ist keine Zeit verlorene Zeit, solange wir nicht selbst das Ziel der Zeit vergessen und in den Wind schlagen.</div><div><br></div><div>Die uns geschenkte Zeit ist immer schon qualifizierte Zeit, qualifiziert durch die unendliche Liebe Gottes. Diese Liebe macht unsere Zeit zur erfüllten Zeit, zum Augenblick der Freude und des Glücks, zur Zeit des ewigen Lebens, das schon hier und jetzt beginnt (Joh 5,24) und dennoch seine Vollendung noch vor sich hat.</div><div><br></div><div>In eins mit dieser Freudenbotschaft spricht Jesus das große „Kehrt um und glaubt der Freudenbotschaft!" Aber dieser Aufruf, wäre er bloßer Appell, würde uns heillos überfordern. Wie geschieht es denn, dass Menschen eine Lebenswende vollziehen und einer Botschaft Glauben schenken, für die es keine handfesten Belege gibt, sondern nur die Worte der Botschaft? Nachdem Jesus seine Worte gesprochen hat, so wird berichtet, sieht er einige Fischer am See bei der Arbeit und ruft sie auf, ihm zu folgen. Und sie verlassen alles, was sie haben, und schließen sich Jesus an (Mk 1,16-20). Ganz sachlich-emotionslos, ohne weitere Erklärung, vollkommen unspektakulär wird das erzählt, als gäbe es gar nichts anderes, als sei es das Selbstverständlichste, was man sich vorstellen kann. Warum sie ihm nachfolgen? Es geschieht einfach. Keiner weiß warum, keiner hat eine Erklärung dafür, aber es geschieht. Es ist das Wunder der Nachfolge.</div><div><br></div><div>Als Paulus von der Erfüllung der Zeit spricht, vom Kommen des „Sohnes" in die Welt, spricht er zugleich vom göttlichen Geist, von der treibenden Kraft in Jesus und den Seinen. In dieser Kraft, nicht in eigener, vertrauen sie sich Gott an und nennen ihn ihren liebevollen „Vater" (Gal 4,4-7). Jetzt sind sie Kinder dieses Vaters, der ebenso Mutter ist (Jes 49,15; 66,13). Aber sie sind es nicht aus eigenem Vermögen, sie können ihn nicht aus eigener Kraft „Vater" nennen und ihm vertrauen. Es ist die treibende göttliche Kraft, die Gott in ihre Herzen gesenkt hat und die es ermöglicht, dass sie eine Lebenswende vollziehen, wie sie radikaler nicht sein kann.</div><div><br></div><div>Die Zeitenwende bringt also eine Lebenswende mit sich. Nichts ist, wie es war. Alles lege ich in Gottes Hand. Alle Zeit ist Segenszeit. Den Fluch gibt es nur dann, wenn ich mich dem Segen entziehe. Ein Segen ist es, wenn ich alles Geschehen und all mein Tun dem anvertraue, der in Wahrheit Mutter und Vater ist. Meine Irrwege mag er zum Ziel führen, meine Fehltritte und Unvollkommenheiten mag er vollenden. In allem suche ich darauf zu vertrauen, suche mich von ganzem Herzen auf diesen Gott, diese Liebesmacht einzulassen, suche ich diese neue Lebenshaltung zum Grundmuster meines Leben, meiner Lebenszeit zu machen.</div><div><br></div><div>Immer, wenn das geschieht, bin ich ein „neues Geschöpf", ein neuer Mensch (2Kor 5,17). Ich denke, fühle und handle in neuer Weise. Ich gestalte die mir geschenkte Zeit neu. Ich lebe für ein Ziel, und das heißt nicht nur für mich, sondern mit gleichem Einsatz für andere. Ich kann mich zurücknehmen zugunsten anderer, ich hänge nicht an Besitz, Ruhm und Ansehen, ich gebe mich hin an Gott und seine geliebten Geschöpfe. Es gibt noch die Schuld, den Zweifel, das Leid, aber sie haben ihren letzten Schrecken verloren. Denn meine Zeit hat ein Ziel, und dieses Ziel ist die unendliche, vollkommene Liebe Gottes. Nichts kann mich von ihr trennen (Röm 8,38f).</div><div><br></div><div>Die Zeit, die uns im neuen Jahr geschenkt wird, ist die Möglichkeit, den Weg auf das Ziel hin zu gehen. Der Ruf zum Gehen ist ergangen, und die Kraft des Gehens ist da. Was können wir tun? Nur losgehen und geschehen lassen, was Gott in uns legt. Nicht widerstreben. Unsere Freiheit nicht verspielen. Uns loslassen und einlassen. Was kommen mag, soll kommen; aber die Macht, die Herrschaft der Liebe bleibt. Sie macht uns frei von Angst und frei zur Hoffnung. So wird die Zeit zum Segen. Und auch das, was dann noch als Fluch erscheint, kann uns nicht abbringen von dem Weg dorthin, wo nur noch Segen sein wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 30 Dec 2020 11:56:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Und siehe, es ist sehr gut]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000006F"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Und siehe, es ist sehr gut</span>*</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/12/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wenn mir im Herzen Ach und Weh</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und friedlos ich mich fühl,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn alles mir nur schlecht erscheint</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und bin ganz aufgewühlt –</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn ich dann geh in die Natur,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>die Gottes Hand gemacht,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>merk ich, wie's Schlechte schwindet hin,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>verliert all seine Kraft.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dann spüre ich: Es tut <span class="fs14lh1-5"><b>so</b></span> gut,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>was Gott am Anfang tat,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und war gewiss kein unwahr' Wort,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wie er's beurteilt hat,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>und dass es jeder sehen kann,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>der dafür noch nicht blind.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Dann dank ich meinem Gott und komm</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>nach Haus mit<span class="fs14lh1-5"> frohem</span> Sinn.</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs11lh1-5">* Vergleiche 1Mo/Gen 1,31</span><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010094_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><span class="fs11lh1-5">Fotos: Klaus Straßburg. Die Fotos sind nicht digital bearbeitet.</span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 26 Dec 2020 09:44:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Gott an unserer Seite]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000006E"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Gott an unserer Seite</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/12/2020</span></div><div><br></div><div>Sie mussten jeden Tag härteste Arbeit bei karger Verpflegung leisten. Das hatte aus starken Männern armselige Gestalten mit ausgemergelten Körpern und mageren Gesichtern gemacht. Die Gedanken gingen oft zurück in die unerreichbare Heimat, aber niemand wusste, was morgen geschehen würde. Der mögliche Tod stand jederzeit vor Augen, denn sie waren der Willkür ihrer Bewacher ausgesetzt, hatten jede Macht über ihr eigenes Leben verloren. Und dann kam Heiligabend: Es war ein normaler Arbeitstag, und sie fluchten auf die Befehlshaber, die auf dieses Fest keine Rücksicht nahmen. Doch abends hingen die Gedanken an den Lieben zu Hause, und einigen war es unerträglich, sie jetzt nicht in die Arme schließen zu können. Mit ein paar Kerzen und einem improvisierten Weihnachtsbaum in der Baracke versuchten sie, eine kleine Feier abzuhalten.</div><div><br></div><div>So beschrieb der evangelische Pfarrer und spätere Theologieprofessor Helmut Gollwitzer Weihnachten 1945 nach sieben Monaten russischer Kriegsgefangenschaft im Arbeitslager. Wörtlich fuhr er fort:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Als wir das Weihnachtsevangelium hörten und uns auslegten, da ging es wie ein Wunder auf:</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>„Gott hat derer nicht vergessen,</i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>die im Finstern sind gesessen."*</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Auf Erden war keine Macht, die uns helfen konnte oder auch nur wollte. Von Urwäldern umgeben waren wir verschollen und preisgegeben. Dass es jemals wieder anders werden würde, wagten wir kaum zu hoffen und konnten von der Hoffnung doch nicht lassen. War es, dass Einer an uns dachte und von uns wusste, Einer, der mehr Macht hatte als Stalin und die MWD**?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i><br></i></span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5"><i class="cf1"><span class="fs14lh1-5">„Siehe, ich verkündige euch große Freude!" Auf kleine, glattgehobelte Holzbrettchen – Papier war hier eine Seltenheit – hatten wir uns Weihnachtsgrüße geschrieben; am Kopfende meiner Pritsche stand eines, auf das ein Kamerad mir Joh. 14,19*** gemalt hatte, da er es oft von mir in meinen Predigten gehört hatte: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben." Beraubt waren wir all dessen, was das Leben lebenswert macht, und nun stand hier geschrieben, dass uns das Leben nicht endgültig versagt sein sollte. Ob uns Heimkehr bevorstand oder das Grab in der hartgefrorenen russischen Erde, in das wir in diesem Winter noch so manchen von uns hineinlegen sollten, – ins </span><span class="fs14lh1-5"><b>Leben</b></span><span class="fs14lh1-5"> hinein ging dieser harte Weg, das stand nun fest, weil Weihnachten galt; das konnte uns nicht mehr genommen werden, das ließ uns tief aufatmen.</span></i></div><div data-line-height="1" class="lh1"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs11lh1-15 cf1">(Auszug aus dem Buch von Helmut Gollwitzer: ...und führen, wohin du nicht willst – Bericht einer Gefangenschaft, Chr. Kaiser Verlag München 1953, S. 342f, der neuen Rechtschreibung angepasst.)</i><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs11lh1-15 cf1">* &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Aus dem Weihnachtslied „Werde licht, du Stadt der Heiden" von Johann Rist.</i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs11lh1-15 cf1">** &nbsp;&nbsp;Der russische Truppenverband, der die Gefangenenlager beaufsichtigte.</i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i class="fs11lh1-15 cf1">*** Im Original steht fälschlicherweise Joh. 14,18.</i></div><div><br></div><div>"Ich lebe, und ihr sollt auch leben" – das sagt Jesus im Johannesevangelium beim Abschied von seinen Jüngern, kurz vor seiner Gefangennahme, Verurteilung und Hinrichtung. Sein Leidensweg hatte schon begonnen, und der Tod stand ihm vor Augen.</div><div><br></div><div>Wir fragen, wenn wir Leid sehen oder selber leiden müssen: "<span class="fs14lh1-5">Warum lässt Gott das zu? Warum gibt es überhaupt so viel Leid?" Es ist eigentlich die Frage, warum Gott keine Welt ohne Leid erschaffen hat, sozusagen eine himmlische Welt. Warum er uns nicht gleich in den Himmel versetzt hat, anstatt Menschen Unerträgliches erleiden zu lassen.</span></div><div><br></div><div>Ich habe keine Antwort darauf. Aber ich weiß, dass Gott einen anderen Weg gegangen ist: Nicht wir sind in den Himmel versetzt, sondern der Himmel ist zu uns gekommen. Nicht wir leben im leidfreien Raum, sondern Gott lebt im leidvollen Raum.</div><div><br></div><div>Das wirft neue Fragen auf: Ist es dann noch Gott, wenn er von Leid betroffen ist? Zeichnet es nicht gerade Gott aus, von allem Leid verschont zu sein?</div><div><br></div><div>Es kommt darauf an, wie man sich Gott vorstellt. Wenn Gott ein "höchstes Wesen" ist, das hoch über der Welt steht, dann steht er auch über allem Leid. Wenn er vom Himmel aus das Weltgeschehen bloß beobachtet, dann bleibt er selbst unberührt von weltlichen Leiden. Wenn er so etwas wie eine unpersönliche Macht ist, dann kann er nicht leiden, denn Unpersönliches leidet nicht.</div><div><br></div><div>Der christliche Gott aber ist anders. Er ist weder hoch über der Welt noch distanzierter Beobachter der Welt noch bloße unpersönliche Macht. Er wird vielmehr Mensch, geht in die Welt ein und führt ein Leben als Mensch, teilt die Erfahrungen von uns Menschen. Von nichts bleibt er verschont, auch vom Tod nicht.</div><div><br></div><div>Das scheint der Gipfel der Absurdität zu sein: ein Gott, der stirbt. Wird damit nicht Gott abgeschafft?</div><div><br></div><div>Ja und Nein. Der herkömmliche Gedanke eines Gottes, der unberührt vom Weltgeschehen im himmlischen Paradies über allem schwebt, ist damit tatsächlich abgeschafft. An seine Stelle ist der Glaube an den Gott getreten, der in Jesus Christus in die Welt gekommen und am Kreuz gestorben ist, aber für den der Tod nicht das Letzte war und ist, sondern das Leben.</div><div><br></div><div>Darum konnte der todgeweihte Jesus seinen Jüngern sagen "Ich lebe". Er wusste, dass der Tod nicht das Letzte ist. Er vertraute seinem "Vater im Himmel", der mit ihm litt, der seinen einzigen Sohn und damit sein Vatersein verlor und der dennoch die Macht behielt, diesen Tod nicht das letzte Wort sprechen zu lassen.</div><div><br></div><div>Wohlgemerkt: Der Weg ging auch für den "Vater" durch den Tod hindurch zum Leben. Der Tod war keine kurze Episode von zwei Tagen von der Kreuzigung am Karfreitag bis zur Auferweckung am Ostersonntag, sondern der Tod ging in das Leben Gottes ein. Er war mit der Auferweckung Jesu nicht einfach vergangen; denn der Auferweckte trug die Nägelmale seines Sterbens noch an sich. Unser Gott ist einer, der in seiner himmlischen Herrlichkeit leidet – bis heute.</div><div><br></div><div>Das ist nicht der Gipfel der Absurdität, sondern der Gipfel der Liebe. Denn nur so ist er der Gott an der Seite aller auf Erden Leidenden. Nur so ist er der Gott der Liebe. Ein Gott, der nicht leiden kann, kann auch nicht lieben; denn er kann nicht an der Seite der auf Erden Leidenden sein.</div><div><br></div><div>Nur der leidende Gott kann auch ein Trost sein für die auf Erden Leidenden. Nur von ihm können sie sagen "Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen." Dass er sie nicht vergessen hat, bedeutet nicht, dass er sich aus herrlich-himmlischer Höhe an sie erinnert. Es ist viel mehr als Erinnerung. Es ist das Verlassen der himmlischen Höhe und das Kommen in unsere leidvolle Welt. Und gerade darin, dass er das tut, besteht Gottes Herrlichkeit.</div><div><br></div><div>Wenn auf Erden keine Macht ist, die helfen kann oder will, dann ist dieser Gott da: Er hilft, indem er mit uns durch Leid und Tod hindurchgeht und uns auf <span class="fs14lh1-5"><b>diesem</b></span> Weg zum Himmel mitnimmt. Nicht ohne Leid und Tod springen wir in den Himmel, sondern durch Leid und Tod hindurch – mit Gott an unserer Seite.</div><div><br></div><div>Vielleicht kann man den Trost, der von diesem Gott ausgeht, erst dann spüren, wenn aller menschliche Trost am Ende ist. Die Gefangenen im Lager haben das erlebt: preisgegeben, verschollen, ausgeliefert, ohne Hoffnung, den Tod täglich vor Augen. Und dann sind da die Worte des Engels: "Siehe, ich verkündige euch große Freude!" Das ist die Botschaft, die aller Welterfahrung entgegensteht. Es ist die Botschaft, die der todgeweihte Jesus seinen Jüngern hinterließ: "Und ihr sollt auch leben."</div><div><br></div><div>Wir können diese Botschaft wohl nur verstehen, wenn wir uns von unserer Welterfahrung ein Stück weit lösen. In der Welt sind wir verunsichert, ausgeliefert, von Leid und Tod bedroht. Aber es gibt mehr als diese Welt. Die Leidenden im Lager hatten nichts Weltliches mehr, woran sie sich klammern konnten:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ob uns Heimkehr bevorstand oder das Grab in der hartgefrorenen russischen Erde, in das wir in diesem Winter noch so manchen von uns hineinlegen sollten, – ins <b>Leben</b> hinein ging dieser harte Weg, das stand nun fest, weil Weihnachten galt; das konnte uns nicht mehr genommen werden, das ließ uns tief aufatmen.</i></span></div><div><br></div><div>Egal, welch harten Weg wir gehen müssen: An der Seite dieses Gottes geht der Weg ins Leben hinein. Das steht fest, weil Gott in die Welt des Todes hineingekommen ist und noch heute hineinkommt. Und weil er diese Welt des Todes überwunden hat und noch heute überwindet.</div><div><br></div><div>Auch dieses Jahr zu Weihnachten wird gelitten und gestorben – <span class="fs14lh1-5">das ist uns in den "reichen" Ländern diesmal besonders stark ins Bewusstsein gerückt.</span><span class="fs14lh1-5"> Doch mit der harten Welterfahrung kann auch die Gotteserfahrung wachsen, wenn wir uns für sie öffnen. Die Erfahrung der großen Freude in allem Leid. Die Erfahrung, dass wir auch leben sollen, was immer geschehen mag.</span><br></div><div><br></div><div>Das kann uns durch nichts in der Welt genommen werden, das lässt uns tief aufatmen. Weil Weihnachten für jeden Menschen gilt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 23 Dec 2020 09:20:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Vielleicht]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000006D"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Vielleicht</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/12/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>Vielleicht werden wir</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>durch ein winziges Virus</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>lernen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>uns zu freuen über einen ganz normalen Tag</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>das Alltägliche zu genießen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>und in Wenigem viel zu entdecken</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>die Schönheiten der Schöpfung zu sehen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>nichts für selbstverständlich zu halten</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>glücklich zu sein mit dem, was uns gegeben</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>nicht gleich zu murren über ein Ungemach</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>und nicht immer mehr zu wollen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>dankbar zu sein für unsere Gesundheit</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>für die vielen Dinge, die wir können</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>für jeden freien Atemzug</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>jeden Schritt</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>jede Stunde ohne Schmerzen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>jeden Tag ohne Krankheit</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>uns Zeit zu nehmen für den Nächsten</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>den Wunderbaren</div><div>und zu schützen die Schwächsten</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>zu schätzen jede Begegnung</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>jedes Lächeln</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>jedes Wort</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>jeden Gedanken</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>teilzunehmen am Leben des Anderen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>und Nähe zu suchen statt Abstand zu nehmen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>demütig zu werden angesichts unserer Grenzen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>den Tod nicht zu verdrängen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>und zu danken für jeden neuen Tag</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>mit seinen Beschwernissen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>und seinen meist viel größeren Freuden</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>zu danken dem, der uns reich beschenkt</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>an einem ganz normalen Tag</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>Vielleicht</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>wenn wir lernen wollen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>werden wir</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>nach dem Ende der Pandemie</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>nicht nur für ein paar Tage</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>sondern bleibend</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>Andere geworden sein</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 19 Dec 2020 09:53:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theologische Forschung und christlicher Glaube]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000006C"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Theologische Forschung und christlicher Glaube</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/12/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>In diesem Artikel erfährst du etwas</i></span></div><div><ul><li><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>über meine erste Begegnung mit theologischer Schriftauslegung</i><br></span></li><li><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>über den alten und neuen Forschungsstand zur Auslegung der fünf Bücher Mose</i><br></span></li><li><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>darüber, ob theologische Forschung für den Glauben hilfreich ist oder alles beliebig erscheinen lässt</i><br></span></li><li><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>über die Inspiration der biblischen Schriften</i><br></span></li><li><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>darüber, wie wir überhaupt eine Sache wirklich verstehen können.</i></span><br></li></ul><i><span class="fs14lh1-5"><br></span></i></div></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div>Es war in den 1980er Jahren: Wir jungen Studierenden saßen im theologischen Seminar und staunten. In unseren Jugendkreisen und CVJMs hatten wir die Bibel ganz normal Vers für Vers und Kapitel für Kapitel gelesen. Jetzt aber lernten wir, dass die fünf Bücher Mose nicht nacheinander aufgeschrieben sein sollten, sondern aus verschiedenen Schriften nach und nach zusammengesetzt. „Was machen die da mit unserer Bibel?" fragten wir uns. Was bleibt von ihr übrig, wenn man sie in verschiedene ältere Textdokumente zerlegt, die danach auch noch ergänzt wurden? Das Alte Testament glich eher einem Puzzle, bei dem hier ein größerer Teil des Bildes dazukam und dort noch ein kleines Stück ergänzt wurde, bis das Bild (also das Alte Testament) vollständig war – aber aus vielen kleinen und größeren Teilen zusammengesetzt.</div><div><br></div><div>Schließlich musste ich meine erste theologische Hausarbeit schreiben. Wir bekamen mehrere alttestamentliche Texte zur Auswahl. Ich suchte mir den, wie ich fand, schwierigsten aus: die Geschichte von Jakobs Kampf am Jabbok (1Mo/Gen 32,23-33). Diesen schwierigen Text wollte ich endlich einmal verstehen und dachte: Ich will doch mal sehen, ob diese wissenschaftliche Methode, mit biblischen Texten umzugehen, wirklich zum Verstehen hilft. Nach drei Wochen war die Hausarbeit fertig – und ich hatte diesen schwierigen Text zum ersten Mal in meinem Leben verstanden. Ich hatte mehrere Textschichten ausfindig gemacht: einen Grundtext und mehrere Ergänzungen, bis zu dem Bibeltext, wie er uns heute vorliegt. Die schwierigen Stellen dieses Textes konnte ich durch die verschiedenen Textschichten erklären. Und die darauf aufbauende Auslegung des Bibeltextes konnte ich mit meinem Glauben gut in Einklang bringen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Der alte Forschungsstand</div><div><br></div><div>Ich will das, was wir damals lernten, noch etwas genauer erklären: Die fünf Bücher Mose wurden nicht von einem oder mehreren Verfassern nacheinander geschrieben. Sie sind vielmehr (vereinfacht gesagt) so entstanden: Zuerst hat man sich verschiedene biblische Geschichten mündlich erzählt. Nach und nach wurden Gruppen von Geschichten zusammengefasst und aufgeschrieben. Daraus sind größere Textsammlungen entstanden, vor allem drei sogenannte „Grundschriften". Diese drei Grundschriften wurden dann wiederum miteinander verbunden. Sie wurden aber nicht hintereinander aufgeschrieben, sondern miteinander verschachtelt. Die daraus entstandenen Textkomplexe wurden weiter überarbeitet und ergänzt, und irgendwann lagen dann die fünf Bücher Mose in der uns bekannten Fassung vor.</div><div><br></div><div>Die drei Grundschriften, von denen ich sprach, sind also in unserem heutigen Alten Testament noch enthalten – aber ineinandergeflochten. Die eine Grundschrift nannte man „Priesterschrift", weil sie in priesterlichen Kreisen Israels entstanden sein soll. Man erkennt sie gut, weil sie eine formelhafte Sprache pflegt, an Ordnung und kultischen Einrichtungen interessiert ist und Freude an Zahlen und Symmetrie hat. Eine andere Grundschrift nannte man „Jahwist", weil dieser Verfasser oder die Verfassergruppe den Gottesnamen „Jahwe" verwandte. Und die dritte Grundschrift hieß „Elohist", weil die Verfasser für „Gott" das hebräische Wort <span class="fs14lh1-5"><i>elohim</i></span> benutzte.</div><div><br></div><div>Vielleicht denkst du jetzt: Was für ein Unsinn! Ich kann das gut verstehen. Es kommt einem schon komisch vor, wenn eine unbekannte Person oder Personengruppe mit dem Namen „Jahwist" oder „Elohist" benannt wird. Und wenn das Alte Testament in so viele Teile zerlegt wird. Aber das war der damalige theologische Forschungsstand, und es gehörte zu dem, was wir Studierende damals im Examen wissen mussten. Und ich will ehrlich sagen: Seit meiner Seminararbeit war ich mit dieser Methode versöhnt, so gut hat mir das Ergebnis gefallen. Diese Methode kann tatsächlich schwer verständliche Texte so erschließen, dass ein Sinn deutlich wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Der neue Forschungsstand</div><div><br></div><div>Heute, gut 30 Jahre später, sieht die Situation völlig anders aus. Aber freu dich nicht zu früh: Verschiedene Textschichten, Überarbeitungen und Ergänzungen setzt die Forschung auch heute noch voraus. Aber die Hypothese von den drei Grundschriften ist passé. Nur die Priesterschrift hat in der Forschung überlebt. Man ist sich zwar nicht ganz einig darüber, ob sie wirklich ein zusammenhängender Text war oder eine nachträgliche Bearbeitung des bereits vorliegenden Bibeltextes. Aber meistens wird von einer fertigen Grundschrift ausgegangen, die dann in die fünf Bücher Mose eingeflochten wurde. Die Existenz der beiden anderen Grundschriften (Jahwist und Elohist) wird in weiten Teilen der europäischen Theologie nicht mehr vertreten.</div><div><br></div><div>Was die Zeit der Entstehung der Priesterschrift betrifft, setzt man in der Forschung meist das späte babylonische Exil an (ca. 550-539 v.Chr.) oder auch die erste Zeit nach dem Exil (ca. 539-530 v.Chr.). Bei den nicht-priesterlichen Texten geht man mehr und mehr davon aus, dass sie alle später entstanden sind, während man früher beim „Jahwisten" und „Elohisten" von einer gegenüber der Priesterschrift früheren Entstehung ausging. Auch das hat sich also verändert.</div><div><br></div><div>Ich weiß, ich weiß, das klingt alles sehr theoretisch, und du fragst dich vielleicht, was das überhaupt bringen soll. Wenn ich dir jetzt sage, dass die Entstehung der fünf Bücher Mose noch weitaus komplizierter ist (es gibt viele literarische Schichten, Ergänzungen und Überarbeitungen, die ich hier gar nicht alle nennen konnte) und dass in Israel und Nordamerika meistens weiterhin der alte Forschungsstand vertreten wird (also mit Priesterschrift, Jahwist und Elohist), dann ist die Verwirrung wahrscheinlich komplett. Man kann mit Recht fragen, welchen Sinn eine Forschung macht, die offensichtlich auf so unsicheren Beinen steht. In einem Bericht über den Forschungsstand schreibt ein Theologe, der am Alten Testament arbeitet, dass die Entstehung der fünf Bücher Mose sehr komplex sei und wahrscheinlich niemals vollends aufgeklärt werden könne. Wohl wahr.</div><div><br></div><div>Wenn das aber so ist, dann kann man sich mit Recht fragen: Wozu überhaupt noch theologische Forschung, wenn alle Forschungsergebnisse so unsicher sind?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Wozu theologische Forschung?</div><div><br></div><div>Meine Antwort lautet: Theologische Forschung ist dennoch sinnvoll, und zwar aus drei Gründen:</div><div><br></div><div><ul><li>Widersprüche im Alten Testament lassen sich durch die Forschung erklären. Zum Beispiel die unterschiedlichen Zahlenangaben in der Sintfluterzählung: Einmal sollen pro Tierart je sieben Paare bei den reinen Tieren und je ein Paar bei den unreinen Tieren in die Arche (1Mo/Gen 7,2f), das andere mal sollen es je ein Paar bei reinen und unreinen Tieren sein (1Mo/Gen 7,8f.15f). Auch die Dauer der Sintflut wird einmal mit 61 Tagen angegeben (1Mo/Gen 8,6-12), das andere Mal mit 1 Jahr und 10 Tagen (1Mo/Gen 7,11; 8,13). Diese Unterschiede lassen sich nicht miteinander in Einklang bringen. Sie können aber dadurch erklärt werden, dass hier Textpassagen aus unterschiedlichen Traditionen, die unterschiedliche Zahl- und Zeitangaben enthielten, miteinander verbunden wurden.<br></li></ul><br><ul><li>Die theologische Forschung zeigt, dass es sich bei biblischen Texten nicht um historische Protokolle oder naturwissenschaftliche Studien handelt, sondern um Verkündigungstexte. Die Verfasser wollten schlichtweg ihren Glauben weitergeben. Dazu erzählten sie die Geschichten, die ihnen zum Beispiel von von Abraham, Isaak und Jakob überliefert waren. Es war ihnen dabei nicht entscheidend wichtig, dass jedes Detail dieser Geschichten sich genau so zugetragen hatte, wie die Geschichte es erzählte. Es kam ihnen auch nicht darauf an, dass die Welt in genau sieben Tagen entstanden ist, wie es die erste Schöpfungsgeschichte erzählt. Sondern es ging ihnen darum, dass die Welt trotz aller geschichtlichen Katastrophen nicht im Chaos versinkt. Und zwar deshalb nicht, weil Gott der Welt eine wohltuende Ordnung gegeben hat, die sich schon in der Ordnung der sieben Schöpfungstage ausdrückt. Diese Ordnung wiederholt sich bis heute Woche für Woche: eine gute Ordnung Gottes. Und es war den Verfassern der biblischen Erzählungen wichtig, dass Gott Abraham, Isaak und Jakob durch alle Widrigkeiten und Gefahren des Lebens hindurchführte und dass er ihnen (und damit Israel) einen ewigen Bund verheißen hat. Die theologische Forschung kann also deutlich machen, dass den Verfassern der biblischen Texte die Inhalte wichtiger waren als die historische Richtigkeit des Erzählten. Das bedeutet nicht, dass alles Erzählte frei erfunden ist. Aber es bedeutet, dass nicht die historische Richtigkeit den Kern des Erzählten ausmacht, sondern die Begegnung Gottes mit den Menschen und seine Fürsorge für die Schöpfung.<br></li></ul><br><ul><li>Die theologische Forschung macht deutlich, dass die biblischen Texte vielfältig und vielstimmig sind. Sie sind im Laufe von Jahrhunderten entstanden. Erzählungen wurden oft erst mündlich überliefert und später aufgeschrieben. Mitunter wurde das Aufgeschriebene später ergänzt – nicht, um es für falsch zu erklären, sondern um ihm einen neuen Aspekt hinzuzufügen. Denn inzwischen hatte sich die Welt verändert und es gab neue Probleme und Fragestellungen. Außerdem fühlen und denken die Menschen unterschiedlich und setzen darum jeweils unterschiedliche Schwerpunkte, ohne damit einen anderen Akzent für falsch zu halten. So zeigt die theologische Forschung, dass der Glaube sich vielstimmig ausdrückt – nicht beliebig, aber auch nicht monoton. Es geht weder um beliebige und spekulative Aussagen über Gott und die Welt noch um die Betonung nur einer einzigen Perspektive. Das ist sachgemäß, weil Gott nicht auf einen einzigen Nenner zu bringen ist und deshalb eine einzige Sichtweise nicht behaupten darf, allein die Wahrheit Gottes zu haben. Nur eine begrenzte, nicht beliebige Vielstimmigkeit kann die Wahrheit Gottes erfassen. Denn Gott bleibt allen unseren Erkenntnisversuchen gegenüber ein Geheimnis, das <span class="fs14lh1-5"><b>von uns</b></span> nicht zu ergründen ist, sondern das <span class="fs14lh1-5"><b>sich selbs</b></span><span class="fs14lh1-5"><b>t</b></span> uns zu verstehen geben muss, damit wir etwas von ihm verstehen. Es ist wie ein Symphonieorchester oder ein vielstimmiger Gesang, der erst durch seine Vielstimmigkeit etwas Wunderbares ist. Ein monotones Wiederholen immer derselben Töne wäre dagegen unerträglich langweilig. Und ein grenzenlos vielstimmiges Herausschreien irgendwelcher Töne ergäbe keinen Gesang, sondern ein ebenso unerträgliches Krächzen.<br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Zerstört die theologische Forschung den Glauben?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Die theologische Forschung zerlegt also den biblischen Text in verschiedene Schichten der Überlieferung, hinterfragt seine wortwörtliche Übereinstimmung mit historischen Ereignissen und lehnt die absolute Einstimmigkeit aller biblischen Aussagen über Gott ab. Man kann die Frage stellen, ob eine solche Forschung nicht den christlichen Glauben zerstöre. Ich persönlich habe die gegenteilige Erfahrung gemacht. Mir hilft diese Forschung, biblische Texte besser zu verstehen und Widersprüche nicht auszublenden, sondern als unterschiedliche Glaubensperspektiven ernst zu nehmen.</span><br></div><div><br></div><div>Wichtig ist mir dabei aber, dass dieser Umgang mit biblischen Texten keine Beliebigkeit bedeutet. Man könnte ja den Schluss ziehen: Wenn schon in der Bibel unterschiedlich von Gott geredet wird, dann kann sie kein Maßstab für die Wahrheit Gottes sein und wir können auch heute munter drauflosspekulieren, wer oder was Gott eigentlich sein könnte.</div><div><br></div><div>Dem muss ich vehement widersprechen. Denn dann würde man einer grenzenlos beliebigen Spekulation das Wort reden, hinter der schließlich jede Wahrheit abhanden käme. Die biblischen Schriften und ihre Zusammenstellung zu unserer heutigen Bibel sind zwar Texte, die in der Geschichte entstanden sind – in der Geschichte mit all ihren Brüchen, scheinbaren Zufälligkeiten und ebenso scheinbaren menschlichen Irrtümern. Das Wunder besteht für mich darin, dass durch diese geschichtlich „zufälligen" Prozesse Gott sich uns zu verstehen gibt – durch menschlich unvollkommene Worte und Textzusammenhänge. Durch Geschichtliches gibt Gott sich zu erkennen, genauso wie er sich durch den geschichtlichen Menschen Jesus von Nazareth zu erkennen gegeben hat. Wer die biblischen Texte so behandelt, als seien sie ihren Verfassern Wort für Wort von Gott eingeflüstert worden, der muss eigentlich davon ausgehen, dass Gott auch Jesus jedes seiner Worte eingeflüstert hat. Das ist aber schwer vorstellbar, will man Jesus nicht als willenloses Wesen, eine Art göttlichen Roboter, verstehen.</div><div><br></div><div>Doch erhebt sich hier ein gewichtiger Einwand: Sagt nicht die Bibel selbst, dass ihre Texte durch Gott inspiriert, also den Verfassern wortwörtlich eingegeben worden sind?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Die Inspiration der biblischen Schriften</div><div><br></div><div>Schon vor Jesu Geburt ist das Judentum davon ausgegangen, dass die alttestamentlichen Texte von Gottes Geist „durchweht" seien. Das Neue Testament geht davon aus, dass Jesus „vom heiligen Geist erfüllt" war (Lk 10,21; Mk 1,9-11). Auch Paulus hat für sich beansprucht, Gottes Geist zu haben und aus ihm heraus zu reden (1Kor 2,10-16; 7,40b). Jesus legte die heiligen Schriften des Judentums, also das Alte Testament, aus (Lk 24,27.44f) und betonte die Geltung des Alten Testaments (Mt 5,18), ebenso Paulus (Röm 15,4).</div><div><br></div><div>In den ersten Jahrhunderten nach Christus wurde die absolute Gültigkeit der biblischen Schriften immer wieder betont. Hier begegnet erstmalig der lateinische Begriff „Inspiration" (<span class="fs14lh1-5"><i>inspirátio</i></span>). Das Wort bedeutet zu Deutsch „Eingebung, Erleuchtung". Die Verfasser der biblischen Schriften wurden also als vom heiligen Geist erleuchtete Menschen verstanden, und die Geltung ihrer Texte sollte nicht auf eigenen spekulativen Überlegungen beruhen, sondern darauf, dass Gottes Geist ihnen den rechten Glauben und die rechten Gedanken eingegeben hat. Die biblischen Texte wurden als von Gott „gehaucht" verstanden (griechisch <span class="fs14lh1-5"><i>theópneustos</i></span>, zusammengesetzt aus <span class="fs14lh1-5"><i>theós</i></span> = Gott [auch in „Theologie"] und <span class="fs14lh1-5"><i>pneuma</i></span> = Geist, Wind, Hauch [auch in „pneumatisch"]). Das heißt: Die biblischen Texte gehen auf den heiligen Geist und damit auf Gott selbst zurück. Mit dieser Aussage sollte die unantastbare Wahrhaftigkeit und Irrtumslosigkeit der Bibel begründet werden.</div><div><br></div><div>Noch weiter ging die protestantische Theologie im 17. Jahrhundert. Sie wollte die Klarheit und Irrtumslosigkeit der Bibel gegen kritische Stimmen verteidigen, indem sie die Inspiration als wörtliches Diktat Gottes verstand (Verbalinspiration). Das wurde auf 2Tim 3,16 zurückgeführt. Für diesen Text sind zwei Übersetzungen möglich:</div><div><br></div><div><i class="fs14lh1-5">1. Jede Schrift ist von Gott gehaucht (theópneustos) und auch nützlich zur Lehre, zur </i><i class="fs14lh1-5">Zurecht-</i></div><div><i class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;weisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.</i></div><div><i class="fs14lh1-5">2. Jede von Gott gehauchte (theópneustos) Schrift ist auch nützlich zur Lehre, zur </i><i class="fs14lh1-5">Zurecht</i><i class="fs14lh1-5">weisung,</i></div><div><i class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.</i></div><div><br></div><div><div>Nach der ersten Übersetzung sagt der Text, dass jede biblische Schrift von Gott gehaucht ist (und nützlich zu bestimmten Zwecken). Nach der zweiten Übersetzung sagt der Text, dass jede von Gott gehauchte Schrift nützlich ist (zu bestimmten Zwecken).</div></div><div><br></div><div>Welcher Übersetzung man auch den Vorzug gibt, von einem wörtlichen Diktat durch Gott ist jedenfalls nicht die Rede. Man kann aber herauslesen, dass jedes Schriftwort von Gott „gehaucht" wurde, dass es also auf Gott selbst und das Wirken seines Geistes zurückgeht. Ich verstehe das so, wie es auch in den ersten Jahrhunderten nach Christus verstanden wurde: Die biblischen Texte wurden von Gott „gehaucht", das heißt Gott hat den Menschen, die die Texte schrieben, seinen Geist gegeben, und er wirkt bis heute mit seinem Geist durch diese Texte. Darum sind sie für uns maßgeblich.</div><div><br></div><div>Die Verbalinspiration, also das Wort-für-Wort-Diktat der biblischen Texte, ist demnach nicht in der Bibel ausgesagt. Wohl aber ist gesagt, dass die biblischen Texte nicht auf zufälligen Gedanken ihrer Verfasser gründen, sondern auf göttlicher Geistbegabung, und dass diese Texte deshalb bis heute Gültigkeit beanspruchen können. Dies entspricht auch einer Aussage in 2Petr 1,20f:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Eine Weissagung der Schrift entsteht nicht durch eigenmächtige Auslegung [eines Menschen]; denn nicht durch den Willen eines Menschen wurde jemals eine Weissagung hervorgebracht, sondern Menschen haben von Gott her geredet, indem sie vom heiligen Geist getrieben wurden.</i></span></div><div><br></div><div>Der heilige Geist aber passt in kein System, und darum ist auch das von ihm Gewirkte in kein System zu pressen. Er ist nichts Statisches, Festgelegtes und Fixierbares, sondern etwas Lebendiges und immer wieder Überraschendes. Die von ihm gewirkten Schriftworte sind deshalb auch lebendiges, immer wieder überraschendes und neu von uns zu bedenkendes und auszulegendes Wort Gottes. Darum gilt beides: Kein Buchstabe der Schrift wird vergehen und seine Gültigkeit verlieren (Mt 5,18). Und zugleich muss der Sinn der Schrift immer wieder in neue Worte gefasst werden, wie Jesus selbst es tat (z.B. Mt 5,21f.27f). Denn auch die Schrift ist nichts Statisches, Fixierbares, sondern sie wird in jeder Situation aufs Neue von Gottes Geist mit Leben gefüllt.</div><div><br></div><div>So beginnt der Verfasser des Lukasevangeliums seine Darstellung damit, dass er feststellt, schon viele Christen vor ihm hätten die Geschichte Jesu aufgeschrieben – und er fügt seine Darstellung hinzu, die sich in manchem von den vorausgegangenen Darstellungen unterscheidet. Offenbar hielt er es für geboten, das Ganze nun noch einmal neu aus seiner Sicht und für seine Leserschaft zu erzählen (Lk 1,1-4).</div><div><br></div><div>Aus Hes/Ez 20,25f &nbsp;kann man sogar schließen, dass manche alttestamentlichen Gebote keine unveränderlichen, statischen Vorschriften sind, sondern der lebendigen Beziehung zwischen Gott und Israel dienen. Weil diese Beziehung sich aber in der Geschichte verändert, gibt es auch eine Entwicklung dessen, was Gott von Israel fordert. Es ist jeweils das, was ihrer Beziehung in neuer Zeit und neuer Situation entspricht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Mit der Bibel "eins werden"</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Die Bibel ist mir das maßgebliche Zeugnis von Jesus Christus. Durch die biblischen Texte kann Gott uns unmittelbar ansprechen, ohne dass wir irgendein Hintergrundwissen hätten.</span> Darum hat es sein gutes Recht, die biblischen Texte so zu lesen, wie sie uns vorliegen, also ohne theologische Vorkenntnisse und ohne sie in verschiedene Textschichten aufzuspalten. Um die Texte (besser) zu verstehen und Missverständnisse zu vermeiden ist es aber oftmals hilfreich, wenn man über Hintergrundwissen verfügt. Dies kann man sich heute relativ einfach durch entsprechende allgemeinverständliche Literatur aneignen.</div><div><br></div><div>Für jedes Verstehen und auch das Verstehen der Bibel gilt grundsätzlich: Man muss sich in die Wirklichkeit, die man verstehen will, hineinbegeben. Man kann nicht aus der Distanz heraus verstehen. Will man die Liebe verstehen, so reicht es nicht, sie auf einen biochemischen Vorgang im Gehirn zu reduzieren. Von außen her kann man nur beobachten, was geschieht, wenn jemand liebt. Um aber zu verstehen, was Lieben bedeutet, muss man aus der Rolle des distanzierten Beobachters heraustreten und – lieben.</div><div><br></div><div>Das gilt sogar für naturwissenschaftliche Forschungen: Um einen Vogel zu verstehen, reicht es nicht aus, ihn nur distanziert zu betrachten und seine Verhaltensweisen detailliert zu analysieren. Man muss sich vielmehr am Sein des Vogels beteiligen, muss eine Beziehung zu ihm entwickeln und ein Stück weit selbst ein Vogel werden, muss eins mit ihm werden. Erst dann kann man annäherungsweise verstehen, was ein Vogel ist. Verstehen heißt: in Beziehung stehen, sich einlassen, mehr noch: lieben. Darum bedeutet das hebräische Wort für „erkennen" zugleich „lieben". „Sie erkannten einander" meint „Sie liebten einander". Denn man kann nur das in der Tiefe seines Seins erkennen, was man liebt.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Um die Bibel zu verstehen, müssen sowohl theologisch Forschende als auch religiöse Skeptiker einig mit ihr werden, in ihr vielstimmiges Zeugnis einstimmen, zu einem grundsätzlichen Einverständnis mit ihr kommen und im Sinne eines liebenden Verstehens eins mit ihr werden.</span> Aus der literaturwissenschaftlichen oder skeptischen Distanz heraus gelangt man nur an die Oberfläche der Texte. Solange man bloß nach Textschichten sucht oder grundsätzliche &nbsp;Zweifel gegenüber den Texten hegt, verschließt man sich davor, von ihnen angesprochen zu werden.</div><div><br></div><div>Angesprochen wird man nur, wenn man die Rolle des wissenschaftlichen oder skeptischen Betrachters aufgibt und bereit ist, die Texte zu sich selbst sprechen zu lassen. Dann eröffnen sich neue Welten des Verstehens. Es geschieht eine „Horizontverschmelzung" (so der Philosoph Hans-Georg Gadamer): Unser persönlicher Lebenshorizont verschmelzt mit dem Horizont der Texte. <span class="fs14lh1-5">Leben und Textaussage werden fließen ineinander.</span><span class="fs14lh1-5"> Der Mensch versteht, was der Text sagen will. Dann erst kann sich der Mensch wirklich entscheiden, ob er die Botschaft des Textes für sich gelten lassen will oder nicht.</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Siehe zum Thema des Bibelverständnisses auch die beiden Artikel <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?fuenf-tipps-zum-rechten-verstehen-der-bibel" class="imCssLink">5 Tipps zum rechten Verstehen der Bibel</a> und <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?ein-menschliches-buch" class="imCssLink">Ein menschliches Buch</a>.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 17 Dec 2020 09:08:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die gute Autorität]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000006B"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die gute Autorität</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/12/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Vor einigen Tagen fand ich folgende Sätze auf einer Website:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Dieser Virus fordert nicht nur Tote, sondern offenbart das tiefe Misstrauen der Menschen in alles und jeden. Ein Bild einer desorientierten Gesellschaft, die sich gleichzeitig auf dem Zenit ihres Wohlstandes und ihrer Freiheit befindet, schreit herum. Wo ist hier die Dankbarkeit für alle Probleme, die wir NICHT haben???</i></span></div><div><br></div><div>Als ich das las, fühlte ich mich an folgende Geschichte erinnert:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Als Jesus die Volksmenge sah, fühlte er Erbarmen mit ihnen; denn sie waren abgequält und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende!</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>(Mt 9,35-38)</i></span></div><div><br></div><div><div>Die Arbeiter müssten solche sein, die den Menschen zu Vertrauen und Orientierung verhelfen. Dazu würden sie auf eine absolut vertrauenswürdige Macht verweisen, eine Autorität im positiven Sinn des Wortes. Das ist eine Autorität, bei der man gute Maßstäbe findet, nach denen man sein Leben gestalten kann; eine Autorität, der man bedingungslos folgt, weil man weiß, dass sie nur Gutes für uns will.</div></div><div><br></div><div>In einer Welt, in der alle Maßstäbe in Frage gestellt werden und man niemandem mehr bedingungslos zu vertrauen wagt, verlieren die Menschen die Orientierung und Freiheit. Denn der Orientierungslose hat keinen Halt und darum auch keine Freiheit.</div><div><br></div><div>Denn ohne einen Punkt, an dem ich mich festhalten kann, gibt es nur das desorientierte endlose Suchen, Umherirren und Sich-Verirren, also das Gegenteil von Freiheit.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 14 Dec 2020 20:19:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das richtige Weihnachten feiern]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000006A"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das richtige Weihnachten feiern</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/12/2020</span></div><div><br></div><div>Viele Menschen fürchten jetzt, nicht richtig Weihnachten feiern zu können, weil eine Feier im großen Kreis der Familie aufgrund der Pandemie verboten werden könnte.</div><div><br></div><div>Dabei hat der ursprüngliche Sinn des Weihnachtsfestes gar nichts mit einer Feier im großen Kreis der Familie zu tun.</div><div><br></div><div>Es ist verständlich, dass wir gern unsere Familie um uns haben und mit ihr zusammen Weihnachten feiern möchten.</div><div><br></div><div>Es sieht aber so aus, dass der eigentliche Sinn des Weihnachtsfestes für viele Menschen gar nicht mehr erkennbar ist – auch deshalb nicht, weil sich alles auf die Familienfeier konzentriert.</div><div><br></div><div>Natürlich schließt es sich nicht aus, dem Sinn des Weihnachtsfestes gerecht zu werden und zugleich im großen Familienkreis zu feiern. Aber es ist eine Frage, wo man den Akzent setzt.</div><div><br></div><div>Und weil die Familienfeier meist alle Konzentration auf sich lenkt, könnte es eine Chance sein, Weihnachten diesmal nur im kleinen Kreis der Familie zu feiern. Alles wäre ruhiger und besinnlicher, und man könnte dadurch eher den Sinn des Weihnachtsfestes wiederentdecken und <span class="fs14lh1-5"><b>das richtige Weihnachten</b></span><b><span class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5"> </span>feiern</span></b>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 10 Dec 2020 18:51:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?das-richtige-weihnachten-feiern</link>
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			<title><![CDATA[Die Würde des Menschen in der Pandemie]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000069"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Würde des Menschen in der Pandemie</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a> | 10/12/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>In Deutschland herrscht derzeit ein sogenannter leichter Lockdown, der aber für Hotellerie, Gastronomie oder Kunstschaffende überhaupt nicht so leicht zu verkraften sein dürfte.</div><div><br></div><div>Es könnte also Stimmen geben, die fordern könnten, das Leben dürfe nicht derart eingeschränkt werden, dass Menschen ihre wirtschaftliche Grundlage verlieren könnten.</div><div><br></div><div>Zum einen sollte dies allerdings nur begrenzt der Fall in Deutschland sein, weil es staatliche Hilfen für viele Berufsgruppen gibt. Aber womöglich nicht für alle, zumindest vielleicht nicht für jeden Einzelfall.</div><div><br></div><div>Dennoch ist das Leben zum anderen mehr als nur das Vorhandensein wirtschaftlicher Grundlagen.</div><div><br></div><div>Man stelle sich einmal vor, die Restaurants, Kneipen, Pubs und Hotels sowie Kinos, Theater, Opernhäuser und Discos würden alle wieder öffnen, was im Gegenzug aber bedeuten würde, dass das Gesundheitssystem in Deutschland komplett kollabieren würde, weil mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, wenn man sich einmal die Vergangenheit anschaut, die Infektionszahlen dadurch sehr steigen würden.</div><div><br></div><div>Nun ist der Begriff eines kollabierenden Gesundheitssystems aber zu abstrakt, als dass sich viele Menschen darunter wirklich etwas vorstellen könnten.</div><div><br></div><div>Deshalb muss man es konkret formulieren. Wenn das Gesundheitssystem kollabiert, würde das in der Pandemie bedeuten, dass zehntausende Menschen auf den Fluren von Krankenhäusern und alleine zu Hause an den Folgen von Covid-19 sterben würden, weil sie keine adäquate Behandlung bekämen, und zwar überproportional ältere Menschen, deren Immunsystem das Virus meistens viel schlechter verkraftet, als das von jungen Menschen. Die einen Menschen würden also gut verdienen und Party machen, während die anderen zu zehntausenden sterben würden.</div><div><br></div><div>Wie merken, das geht nicht. Es geht zumindest aus dem Standpunkt der christlichen Ethik heraus nicht. Denn ein Menschenleben ist nach christlicher Vorstellung nichts, was quantitativ mit anderen Menschenleben abgewogen werden könnte oder dürfte, sondern ein einziges Menschenleben ist absolut. Ein einzelner Mensch, der sterben würde, wäre schon ein Mensch zu viel.</div><div><br></div><div>Das deutsche Grundgesetz beginnt damit: die Würde des Menschen ist unantastbar.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>I. Die Grundrechte</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Artikel 1</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.</i></span></div><div><br></div><div>Nun sagte Bundestagspräsident Schäuble, als noch die erste Welle der Pandemie über Deutschland rollte, dass es natürlich nicht nur ein Grundrecht gibt, sondern unterschiedliche Grundrechte im Grundgesetz verankert sind und gegeneinander abgewogen werden müssten.</div><div><br></div><div>Dennoch muss man diese Aussage etwas relativieren. Denn beispielsweise das Grundrecht der Versammlungsfreiheit hat natürlich eine andere Qualität als das Grundrecht auf die Unantastbarkeit der Person, welche in der Würde des Menschen begründet liegt.</div><div><br></div><div>Die Unantastbarkeit des Menschen, die im Artikel 1 formuliert wird, ist nämlich die Voraussetzung für alle anderen Grundrechte. Nur, wenn das menschliche Leben nicht angetastet werden darf, kann sich der Mensch überhaupt irgendwo versammeln. Auch kann man das Grundrecht auf die Unantastbarkeit des Menschen nicht zeitweise aussetzen, wie das bei anderen Grundrechten möglich ist. Denn würde man das Leben eines Menschen antasten dürfen, wäre der Mensch danach womöglich tot. Anders dagegen bei der Versammlungsfreiheit. Dieses Grundrecht kann man einschränken und später wieder gewähren.</div><div><br></div><div>Wenn nun also Stimmen in der Pandemie fordern würden, dass beispielsweise alte Menschen angeblich weniger Rechte hätten, als junge Menschen, weil die Alten ja schon viel länger gelebt hätten, wäre dies der Versuch, Artikel 1 des Grundgesetzes auszuhebeln. Es wäre der Versuch, die Länge des menschlichen Lebens selbst definieren zu wollen.</div><div><br></div><div>Wir merken, dass dieses mit christlicher Ethik und mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist. Selbst, wenn man nicht die bereits gelebte Länge des Lebens für eine derartige Argumentation zugrunde legen wollte, sondern sagen würde, die Schwäche, die Menschen im Alter haben, wäre das Kriterium, dann befände man sich zum einen schnell in einem nationalsozialistischen Argumentationsmuster. Zum anderen würde dieses Argumentationsmuster sogleich wieder dadurch ausgehebelt werden, dass beispielsweise Kinder und Säuglinge auch schwach sind.</div><div><br></div><div>Die Würde des Menschen ist unantastbar in Deutschland. Dies muss sie auch unbedingt in der Pandemie bleiben, damit Deutschland ein Rechtsstaat bleibt. Und dies impliziert, dass andere Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit zeitweise eingeschränkt werden können, um die Grundlage und Prämisse aller Grundrechte, die Unantastbarkeit der Würde des Menschen, unangetastet zu lassen.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 10 Dec 2020 18:18:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was gute Wünsche tragfähig macht]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000068"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was gute Wünsche tragfähig macht</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/12/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Hast du dir schon mal Gedanken gemacht über die verschiedenen Abschiedsformeln, die sich viele Fernsehmoderator*innen zur Regel gemacht haben? Wie geht es dir damit? Findest du es nett, mit einem guten Wort verabschiedet zu werden? Oder geht es dir auf die Nerven, wenn jemand mit immer demselben Satz seine Moderation beendet?</div><div><br></div><div>Vielleicht erinnerst du dich noch an den <span class="fs14lh1-5">ausgesprochen seriös wirkenden</span><span class="fs14lh1-5"> Moderator der Tagesthemen Ulrich Wickert. Er wünschte am Ende der Sendung regelmäßig eine „geruhsame Nacht". Das klang einerseits sehr beruhigend, andererseits nach „Jetzt ist Schlafenszeit". Immerhin ist es berechtigt, den Zuschauern Ruhe zu wünschen. Wickert wollte am Ende der Tagesthemen beruhigen. Könnte es sein, dass sich dahinter ein heimliches Unbehagen verbarg, wieder so viel Beunruhigendes in den Nachrichten verbreitet zu haben? Ach, wäre das schön, nach 30 Minuten Tagesthemen beruhigt ins Bett zu gehen. In Wirklichkeit aber musste man erstmal die aufrüttelnden Katastrophenmeldungen verarbeiten, bevor man zur Ruhe kam. Wenn überhaupt ...</span><br></div><div><br></div><div>Der freundliche Thomas Roth, der bis 2016 ebenfalls die Tagesthemen moderierte, verabschiedete sich mit dem Satz „Kommen Sie gut durch die Nacht!" Das lässt geradezu aufschrecken: Warum sollte ich nicht gut durch die Nacht kommen? Welche Gefahren lauern, die ich nicht bedacht habe? Sind alle Türen und Fenster geschlossen? Wünscht mir jemand „Komm gut nach Hause!", wenn ich ins Auto steige, dann ist das berechtigt, denn im Straßenverkehr, das wissen wir, ist man nie vollkommen sicher. Aber „Komm gut durch die Nacht"? Welche Fallstricke gibt es auf dem Weg ins Bett? Und was für Gefahren bringt die dunkle Nacht mit sich, wenn ich schlafe? Was könnte passieren, während ich im Tiefschlaf ... Ich will das nicht weiter ausführen. Jedenfalls kann man geradezu ängstlich werden angesichts dieses sicher gut gemeinten Wunsches. Nach all den beunruhigenden Tagesthemen möchte ich nicht noch für die Zeit im Bett beunruhigt werden.</div><div><br></div><div>Da lob' ich mir doch den Wunsch des immer adretten Ingo Zamperoni: „Bleiben Sie zuversichtlich!" Zuversicht – das ist ein hohes Gut. Doch stock' ich schon: Ich soll zuversichtlich <span class="fs14lh1-5"><b>bleiben</b></span>. Das setzt voraus, dass ich es schon bin. Aber woher will Herr Zamperoni das wissen? Vielleicht bin ich (nach überstandenen Tagesthemen) gar nicht mehr zuversichtlich. Da wäre doch eher angebracht: „<span class="fs14lh1-5"><b>Werden</b></span> Sie wieder zuversichtlich!" Aber damit würde Herr Zamperoni natürlich seine eigene Sendung diskreditieren: „Nach alldem, was ich Ihnen heute geboten habe, werden Sie doch bitte bitte wieder zuversichtlich!"</div><div><br></div><div>Nun, bleiben wir lieber beim Positiven: Zuversicht ist gut. Aber sie stellt sich leider nicht automatisch ein. Wie soll ich das denn machen, zuversichtlich zu bleiben oder zu werden oder was auch immer? Welchen Grund gibt es, zuversichtlich zu sein? Zuversicht ist doch kein naiver Optimismus, der das Negative einfach ausblendet und alles durch die rosarote Brille sieht. Nein, „Bleiben Sie zuversichtlich!" ist ein grundloser Appell. Er hängt völlig in der Luft. Er will Positives vermitteln, ohne das wirklich zu können. Tut mir leid, Herr Zamperoni, ich mag Sie und Ihre freundliche Art, uns das Weltgeschehen näherzubringen, wirklich gern und schätze auch den Versuch, uns am Ende der Sendung etwas Positives mitzugeben. Aber mir fehlt einfach der Grund, der mich zuversichtlich sein lässt – besonders nach einer Nachrichtensendung.</div><div><br></div><div>Ein geradezu kritischer Geist meldet sich dagegen in Maybrit Illners Abschiedswort „Bleiben Sie heiter – irgendwie!" Hier wird der reine Appell mit einem gewissen Skeptizismus verbunden. Der Gedanke wird einbezogen, dass es mit dem Heiter-bleiben offenbar nicht so einfach ist. „Irgendwie" soll man heiter bleiben. Wie das geht, verrät die Moderatorin nicht. Wahrscheinlich weiß sie es selber nicht – das Eingeständnis ist ehrlich. Denn es ist wirklich schwer, ohne Jenseitsperspektive heiter zu bleiben in unserer Welt – es sei denn, man ist nach dem Illner-Talk erheitert darüber, wie intelligente Menschen sich wieder mal um klare Antworten gedrückt und herrlich aneinander vorbeigeredet haben.</div><div><br></div><div>Apropos Jenseits – der gutmütig und väterlich wirkende Markus Gürne, der die „Börse vor acht" präsentiert, verabschiedet uns regelmäßig, indem er uns einen schönen Abend wünscht, „wo auch immer Sie uns zusehen". Der gute Wunsch ist also weltumfassend gemeint: Wo auch immer in dieser Welt man sich befindet, man möge einen guten Abend haben. Lassen wir mal die Tatsache beiseite, dass nicht überall zugleich Abend ist, dann kann man Herrn Gürnes Wunsch geradezu als päpstlichen Segen <span class="fs14lh1-5"><i>urbi et orbi</i></span> verstehen (Segen für die Stadt und den Erdkreis). Wow, das ist ein hoher Anspruch. Man könnte mutmaßen, dass dieser Anspruch irgendwie mit der erdumfassenden Macht des Geldes zusammenhängt, um das es ja im Börsenbericht geht. Vielleicht liegt ja darin der tiefe Grund für den allumfassenden Wunsch des Herrn Gürne – freilich ohne dass er sich dessen bewusst ist. Vom Geldwunsch an der Börse zum Weltwunsch für alle ist kein weiter Weg. Dahinter steht die immer wieder vorgebrachte Hypothese, dass der Reichtum Weniger den Wohlstand Aller fördere. Niemand also soll von den Segnungen des Börsenhandels ausgenommen sein und deshalb einen guten Abend haben. Das beinhaltet den Gedanken, dass auch die in Ausbeutung, Armut und Unterernährung Lebenden einen guten Abend haben könnten. Man darf das mit Fug und Recht bezweifeln.</div><div><br></div><div>Scheinbar platt kam das Abschiedswort von Tom Buhrow daher, der jahrelang die Tagesthemen moderierte: „Das waren die Tagesthemen von heute. Morgen ist ein neuer Tag." Man fragt sich, ob das eine Verheißung oder eine Drohung sein sollte. Soll man sich auf die Tagesthemen des nächsten Tages freuen oder vor ihnen erzittern? Aber vielleicht unterschätzen wir Herrn Buhrow (immerhin ist er seit 2013 Intendant des WDR). „Morgen ist ein neuer Tag" kann durchaus eine entlastende Wirkung haben: Morgen kann alles besser werden. Man muss nicht am Alten hängen bleiben, denn jeder neue Tag bietet neue Chancen. Aber leider bringt jeder neue Tag auch neue Risiken mit sich. Aus welchem Grund also sollte man optimistisch sein? Der neue Tag mit seinen Tages-Katastrophen-Themen könnte auch beängstigend sein.</div><div><br></div><div>Ich fühlte mich jedenfalls spontan an das Jesuswort aus Mt 6,34 erinnert: „Sorgt nicht für den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen; es genügt dem Tag seine [eigene] Plage." Auch Jesus nahm also den nächsten Tag in den Blick. Und er appelliert, nicht für ihn zu sorgen. Ist das nicht fahrlässig? Wir müssen doch nicht nur für den nächsten Tag, sondern für viel größere Zeitspannen sorgen. Der Kontext dieser Aussage Jesu macht aber deutlich, dass Gott für den nächsten Tag sorgen wird. Der Appell hat also einen Grund. Er hängt nicht in der Luft. Darum liefert Jesus auch sofort die Grundlage des Appells: „Denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen." Gemeint ist: Gott, der der Herr aller Tage ist, wird dafür sorgen, dass du morgen versorgt bist. Er wird dir alles geben, was du brauchst, wenn du so lebst, wie es seinem guten Willen für dich entspricht (Vers 33).</div><div><br></div><div>Den Vogel abgeschossen mit ihrem Abschiedsstatement hat allerdings die immer sympathisch lächelnde Moderatorin und Autorin Nina Ruge. Bei ihr fiel es mir erstmals auf, dass jemand sich eine Abschiedsformel zugelegt hatte. Sie beschloss viele ihrer TV-Formate mit der Verheißung „Alles wird gut!" Mehr noch: Viele ihrer Bücher tragen den Satz „Alles wird gut" im Titel. Damit hat sich Frau Ruge selbst in den Himmel katapultiert. Denn den Satz „Alles wird gut" (wenn er denn mehr sein will als eine leere Phrase), diesen Satz kann doch eigentlich nur der liebe Gott selber sprechen – oder in diesem Fall die liebe Göttin. Offenbar ist sie mit diesem Satz sehr erfolgreich.</div><div><br></div><div>Das hat mich bewogen, einmal genauer nachzuschauen. Auf der Website von Frau Ruge (https://nina-ruge.de/person/) liest man zum Beispiel: „ALLES WIRD GUT, wenn ich das Leben als Ganzes annehme – als das, was mir täglich begegnet und mich täglich fordert." Das klingt nach Ganzheitlichkeit. Ich soll das Leben als Ganzes annehmen. Also mit allem, was zum Leben dazugehört. Es ist sicher nicht verkehrt, wenn wir versuchen, alles, was uns widerfährt, als Teil unseres Lebens anzunehmen. Fraglich bleibt nur, wie ich das schaffe, die schweren und schwersten Zeiten des Lebens anzunehmen.</div><div><br></div><div>Frau Ruges Antwort ist wohl: „ALLES WIRD GUT, wenn ich akzeptiere, dass Krisen unabänderlich zum Leben gehören – an denen ich wachse, wenn ich bereit bin, aus ihnen zu lernen." Auch das ist nicht verkehrt. Doch was mache ich mit den Krisen, an denen ich nicht gewachsen bin und aus denen ich auch nichts lernen konnte, sondern die mich einfach kaputt gemacht haben? Wie soll die Frau, die von ihrem Mann so schwer am Kopf verletzt wurde, dass sie bis zum Lebensende querschnittgelähmt ist, daran wachsen und daraus lernen?</div><div><br></div><div>Hilft der letzte Satz von Frau Ruge weiter? „ALLES WIRD GUT, wenn ich mich als Teil des großen Ganzen begreife, das in allem wirkt, was lebt." Spätestens jetzt ist die religiöse Dimension erreicht. Das große Ganze wirkt in allem, was lebt. Aha. Wieder Ganzheitlichkeit. Aber irgendwie kriecht mir die Frage durch den Kopf: Was ist denn dieses „große Ganze", das in allem wirkt? Eine gute Macht? Ist vielleicht so etwas wie Gott gemeint, nur mit anderen Worten ausgedrückt? Dann soll ich mich also als Teil Gottes begreifen. Und – schwuppdiwupp – bin ich selbst göttlich. Und wenn ich göttlich bin, kann ja nur alles gut werden.</div><div><br></div><div>Ich weiß nicht, ob Frau Ruge das so gemeint hat. Aber es würde gut zu uns Menschen passen: Wir tauschen mit Gott den Platz. Wir halten uns selbst für Gott und reduzieren dafür Gott auf den Menschen Jesus. Ich denke, Frau Ruge hat es sicher gut gemeint mit ihrem Satz und vielleicht sogar nicht wenigen Menschen geholfen; ihnen eine positive Perspektive vermittelt. Aber kann diese Hilfe dauerhaft sein? Reicht es aus, sich als Teil eines „großen Ganzen" zu begreifen, und schon bin ich auf Dauer und in jeder Krise, auch im Tod, sicher, dass alles – wirklich alles! – gut wird?</div><div><br></div><div>Dass <span class="fs14lh1-5"><b>alles</b></span> gut wird, ist ein tief religiöser Satz. Im christlichen Glauben erwarten wir von Gott allein, dass alles gut wird. Es ist nichts, was in der Welt geschieht, sondern es gehört zu den letzten Dingen, auf die wir hoffen. Wenn der gute Gott in allem alles sein wird (1Kor 15,28), dann erst wird alles gut sein. Kein Mensch kann alles gut werden lassen. Kein Mensch kann deshalb ohne Glauben an Gott zu der Gewissheit gelangen, dass alles gut wird. Er kann sich vielleicht einbilden, selbst göttlich zu sein. Aber das könnte eine große Selbsttäuschung sein, die auch zum „großen Ganzen" gehört. <span class="fs14lh1-5">Und vor dieser Selbsttäuschung bewahrt uns nicht das „große Ganze", sondern allein – Gott.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 06 Dec 2020 18:41:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Advent in der Wüste]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000067"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Advent in der Wüste</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/12/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Die Zeit des Advents macht uns klar, dass noch etwas aussteht. Wir sind noch nicht am Ziel – trotz aller Errungenschaften des Fortschritts, an denen vor allem diejenigen Anteil haben, die es sich leisten können. Aber das Ziel entzieht sich diesen Errungenschaften. Es besteht weder im greifbaren Glück noch im verlängerten Leben. Das Ziel ist ein in einem Stall geborenes Kind.</div><div><br></div><div>Dem Gedenken seiner Geburt gehen wir entgegen. Es ist wie jedes Gedenken ein rückschauendes: die Freude über den gekommenen Erlöser. Und es ist zugleich eine vorausschauende Erwartung: die Vorfreude auf den Tag, an dem der Erlöser wiederkommen wird. Denn das Kommende ist der Gekommene.</div><div><br></div><div>"Wovon muss ich eigentlich erlöst werden?" fragte jemand. Das ist die Frage des Satten und Selbstzufriedenen. Er weiß nichts von Entbehrungen und fühlt sich sicher. Freiheit hat er sich auf seine Fahnen geschrieben. In dem, was er für Freiheit hält, erträgt er die verbliebenen Unfreiheiten. Der Leib gesättigt und die Seele mit sich selbst zufrieden geht er seinen Weg. Auch den Tod, von dem er weiß, dass er ihm nicht entkommt, erträgt er mannhaft. Vielleicht gesteht er ihm sogar zu, so etwas wie ein Übergang zu einem anderen Sein zu sein. Aber das, sagt er, weiß man nicht und blinzelt.</div><div><br></div><div>Paulus weiß anders von der Gegenwart zu reden: Er weiß um das Seufzen und die Schmerzen alles Geschaffenen und daher um seine Sehnsucht, seine Hoffnung auf Befreiung. Befreiung wovon? Von der Nichtigkeit der Schöpfung und ihrem Versklavtsein durch die Vergänglichkeit (Röm 8,19-22). Da sind die sinnlosen Mühen des Seins und der unumgängliche Tod nicht das, was man heroisch erträgt, sondern das, wogegen die Seele sich sträubt und womit sie sich nicht abfinden kann. Der Christ erlaubt sich das Seufzen und Sehnen. Das ist seine Freiheit.</div><div><br></div><div>Es ist die Freiheit des Hoffenden. Der Heroische braucht nicht zu hoffen. Er ruht scheinbar in sich selbst. Dem Entbehrenden, Seufzenden und Schreienden aber entzieht sich aller Heldenmut, und in seiner Not an der Gegenwart bleibt ihm nur das Hoffnungslicht der ersehnten Zukunft.</div><div><br></div><div>Als die Israeliten in Ägypten als Sklaven gehalten wurden, seufzten und schrien sie ob ihrer Not. Dass sie zu Gott schrien, wird nicht gesagt. Wohl aber wird erzählt, dass ihr Wehgeschrei zu Gott drang und dass Gott es hörte (2Mo/Ex 2,23f). So lernte er die Leiden der Sklaven kennen (3,7): Kein theoretisches Wissen um das Leid war das, sondern eine Erfahrung ihres Leids. So nahm Gott teil am Leid der Versklavten. Wer das Schreien wirklich hört, dem dringt es in Mark und Bein, und es wird zu seinem eigenen Schrei. Das ist der Gott, der selber schrie, als er am Kreuz verschied.</div><div><br></div><div>Aber das Schreien Gottes ist nicht kraftlos wie unser Schreien, sondern eins, welches das Leid durchlebt und gerade so überwindet. In dieser Kraft des Leidens mit den Sklaven führte Gott sie heraus aus Ägypten und beendete damit ihre Sklaverei. Diese Herausführung aus Ägypten war das Datum, an dem sich das Bewusstsein bildete, dass Israel ein Volk sei: zusammengeschweißt durch die Erfahrung, einen gemeinsamen Retter-Gott zu haben, der in das Leid der Geplagten hinabgestiegen ist (3,8).</div><div><br></div><div>Doch mit diesem Bewusstsein vom Retter-Gott war das Leid nicht beendet. Es folgte die Wanderung durch die Wüste, dem verheißenen Land entgegen. 40 Jahre, so heißt es, soll diese Wanderung gedauert haben. 40 Jahre – das ist keine bloß historische Zahl, sondern eine aussagekräftige. Die Zeit der Entbehrungen und der Nöte scheint kein Ende zu nehmen. Statt des verheißenen Landes, in dem "Milch und Honig fließen", gibt es nur Ödland und Sorge um die tägliche Nahrung. Die Gegenwart zeigt nichts von der verheißenen Zukunft.</div><div><br></div><div>Da machen sich Enttäuschung, Unmut und Zweifel breit. Das Volk beginnt aufzubegehren wider diesen Gott, der ein Lügner zu sein scheint, der das Versprochene nicht hält. Immer wieder gibt es diese Abwendung Israels von seinem Retter, und immer aufs Neue wendet dieser sich seinem Volk zu. Doch schließlich muss ein neuer Gott her, einer, der nach Israels Geschmack ist: ein sichtbarer, einer, der gemacht ist aus dem Stoff, der von Israel selbst kommt. Das beste, was sie hatten, gaben sie, damit aus Gold Gott würde (2Mo/Ex 32,2-4). Kein fremder Gott, nicht fassbar, sondern ein bekannter, aus dem Eigenen gemachter und darum verstehbarer. Und kein schwächlicher Gott, welcher der Entbehrungen nicht Herr wird, sondern ein starker, mächtiger, darum ein Stier (kein goldenes Kalb; Kalb war nur ein verächtlicher Ausdruck des Verfassers von 2Mo/Ex für das, was Israel nun als seinen Gott anbetete). Der Stier stand auch für sexuelle Potenz. Darum artet das Fest um diesen Gott in eine sexuelle Orgie aus (32,6). Der Mensch feiert sich selbst.</div><div><br></div><div>Erst der Anführer Mose bringt die Verirrten zur Raison. So ziehen sie weiter durch die Wüste, und der geschmähte, verachtete Gott sendet einen Engel vor ihnen her (32,34). Andernorts ist von einer Wolken- und Feuersäule die Rede (13,21f; 4Mo/Num 14,14), ein Licht in den dunklen Wüstennächten. Sie durchwandern die Wüste mit dem Wort der Verheißung hinter sich und der Feuersäule vor sich. Aber das reicht nicht aus, um Gewissheit zu erlangen. Es kann auch alles ein glücklicher Zufall sein.</div><div><br></div><div>Auch wir wandern durch Wüsten. Hinter uns das Wort der Verheißung, vor uns nichts als ein paar selbst entzündete Kerzen. Nichts Überzeugendes. Und die Wüste dehnt sich unendlich.</div><div><br></div><div>Da fragen die Skeptiker: "Warum gibt es so viel Leid auf Erden? Womit hab' ich verdient, so viel leiden zu müssen? Warum hat Gott uns Unbescholtene in eine Welt des Leids gesetzt?" Es sind die Fragen derer, die gefangen sind darin, nicht genug bekommen zu können: genug Glück, genug Wunscherfüllung, genug Lebensfreude.</div><div><br></div><div>Die Fragen der Glaubenden aber sind: "Warum gibt es so viel Schönes auf Erden? Womit hab' ich verdient, dass es mir so gut geht? Warum hat Gott uns Schuldbeladenen eine Welt der ewigen Freude verheißen?" Es sind die Fragen derer, denen die Augen geöffnet wurden für das Unverdiente: die Gnade, die Lebensfülle, die Ewigkeit.</div><div><br></div><div>Die wahrhaft Leidenden und Hoffenden haben das Fragen oft schon hinter sich gelassen. Sie warten nur noch auf die Herausführung aus der Sklaverei ihres Leidens. Wer hofft und wartet, fragt nicht mehr. Er sehnt den Exodus herbei, den Auszug aus allem, was der kommenden Herrlichkeit nicht entspricht.</div><div><br></div><div>Das Kind im Stall war nur der Anfang. Aber es war der Anfang, der das Ende schon vorweggenommen hat. In diesem einen Menschen ist das Ende sichtbar geworden: die vollkommene Gemeinschaft mit Gott. Der Friede des Menschseins. Dass dieser Mensch am Kreuz endete, zeugt nur von seiner Gottesgemeinschaft: von der Liebe dieses Gottes, der die Schuld und das Leid der Menschen kennt, weil er es erlebt, und der dennoch an ihnen festhält. Sie dürfen leben, während der mit Gott Geeinte stirbt.</div><div><br></div><div>Doch auch der Tod hält ihn nicht auf. Er geht weiter mit und durch die Wüsten des Lebens und des Todes. Und am Ende wird er die Seinen an der Seite seines Volkes Israel in das verheißene Land geleiten. Das Land, in dem kein Leid und Geschrei, kein Schmerz und Tod mehr sein werden (Offb 21,4).</div><div><br></div><div>Darum zünden wir im Advent Kerzen an. Kleine Lichter, selbst entzündet. Aber sie stehen für das große, das einzige Licht: den Gekommenen und Wiederkommenden. Sie stehen für das, wonach alles Geschaffene sich sehnt: das, was wir als Sehnen im Herzen tragen und das uns doch so unglaubwürdig erscheint. Es sei denn, Gott öffnet uns die Augen für das noch Ausstehende und noch nicht Sichtbare. Dann hat der Auszug aus der Sklaverei schon begonnen und die Wüste ihre größten Schrecken verloren.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 03 Dec 2020 11:12:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ankunft]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000066"><div><span class="fs9lh1-5">Wenn du ein Mobiltelefon nutzt, verwende für diese Seite bitte die Einstellung "Desktop-Website", um den Text zu lesen.</span></div><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ankunft</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 29/11/2020</span></div><div><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>Advent.</div><div>Zeit des Erwartens. Des Wartens.</div><div><br></div><div>Ich warte ungern. Bin ungeduldig.</div><div>Warten ist Stillstand.</div><div>In der Schlange stehen. Nicht weiterkommen.</div><div>Vertane Zeit. Tote Zeit.</div><div>Warten ist Stillstand.</div><div>Stillstand ist Tod.</div><div><br></div><div>Advent.</div><div>Zeit des Erwartens. Des Wartens.</div><div><br></div><div>In die Zukunft blicken.</div><div>Nicht in der Gegenwart hängen bleiben.</div><div>Perspektive haben:</div><div>Es geht weiter. Es geht voran.</div><div>Es ist kein ewiger Kreislauf. Kein Stillstand.</div><div>Es bleibt nicht alles beim Alten.</div><div>Es kommt Neues.</div><div>Es gibt ein letztes Ziel. Ziel aller Ziele.</div><div><br></div><div>Was auch immer geschieht: Es geht dem Ziel entgegen.</div><div>Das Ziel noch fern. Unsichtbar.</div><div>Aber es ist da.</div><div>Es gibt Hoffnung. Vorfreude. Licht in der Finsternis.</div><div>Was auch immer geschieht.</div><div><br></div><div>Advent.</div><div>Zeit des Kommenden.</div><div><br></div><div>Den Blick nach vorn gerichtet.</div><div>Dem Ziel entgegengehen.</div><div>Erwarten ist Bewegung. Ist Leben.</div><div>Warten ist Leben.</div><div>Nicht auf die Mächte und Mächtigen der Gegenwart,</div><div>sondern auf die Macht des Kommenden.</div><div>Die Macht der Liebe. Der Befreiung.</div><div>Die Macht der Gelassenheit. Des Ankommens.</div><div>Die Macht dessen, der kommt</div><div>zur Welt</div><div>zu dir</div><div>mit offenen Armen:</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/Jesus--Wuerzburger-Dom--3---Kopieren.png"  title="" alt=""/><br></div><div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 10:30:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[War Jesus gut?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000065"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">War Jesus gut?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/11/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Wir wollen alle gute Menschen sein. Wir bemühen uns darum, Gutes zu tun. Und meistens glauben wir auch, dass wir (jedenfalls in aller Regel) gute Menschen sind.</div><div><br></div><div>Jesus wurde einmal mit "guter Meister" angeredet. Daraufhin fragte er zurück: "Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott allein" (Mk 10,17f; Lk 18,18f; leicht abgewandelt Mt 19,16f).</div><div><br></div><div>Jesus wollte also nicht "gut" genannt werden. Warum eigentlich nicht?</div><div><br></div><div>Die Meinungen darüber gehen auseinander. Deutlich ist aber, dass er auf Gott verweisen wollte: Er ist der einzige Gute.</div><div><br></div><div>Ich verstehe das so: Jesus war sich bewusst, dass er gut sein konnte nur von Gott her. Sein Gutsein gründete nicht in ihm selbst, sondern in Gott. Gott ist der einzige Gute, und alles, was auf Erden gut ist, ist es nur deshalb, weil Gott ihm an seinem Gutsein Anteil gegeben hat.</div><div><br></div><div>Darum war auch Jesus nicht aus sich selbst heraus gut. Sein Gutsein war Anteilhabe am Gutsein Gottes.</div><div><br></div><div>Das heißt, dass wir, was auch immer wir tun, nicht von uns aus gut sein können. Nicht im Glauben gut und auch nicht im Handeln. Denn der Glaube ist das vollkommene Vertrauen zu dem guten Gott. Wir sind aber nicht vollkommen. Und wer meint, er sei ein moralisch guter Mensch, der lese einmal die Bergpredigt und nehme ernst, was da steht (Mt 5-7). Das Gefühl des eigenen Gutseins vergeht einem da schnell.</div><div><br></div><div>Wenn es geschehen soll, dass wir gut sind, dann nur dadurch, dass Gott uns mit Gutsein beschenkt: dass <span class="fs14lh1-5"><b>Er</b></span> dafür sorgt, dass wir glauben und gut handeln. Oder dass <span class="fs14lh1-5"><b>Er</b></span> aus unserem gar nicht guten Glauben und Handeln etwas Gutes werden lässt.</div><div><br></div><div>Das widerspricht unserem Selbstbild, denn wir halten uns ja meist für recht gute Menschen. Und daraus leiten wir dann auch noch einen Anspruch ab, den wir angeblich vor Gott haben: dass wir als gute Menschen doch gut bei ihm angesehen sein müssen.</div><div><br></div><div>Aber wenn schon <span class="fs14lh1-5"><b>Jesus</b></span> nicht "gut" genannt werden wollte, wie können <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> uns dann für gut halten?</div><div><br></div><div>Wenn wir aber nicht gut sind, was bleibt dann für uns zu tun? Uns beschenken zu lassen, mehr nicht. Es uns gefallen zu lassen, dass Gott gut zu uns ist und uns würdigt, Gutes durch uns entstehen zu lassen. Und nicht mehr von uns aus gut sein zu wollen.</div><div><br></div><div>Wir brauchen uns nicht selbst gut zu machen, damit wir uns groß fühlen. Denn unsere Größe besteht darin, dass Gott uns gut machen will.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 28 Nov 2020 20:36:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Nichts als Theologie]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Kirche_und_Gemeinde"><![CDATA[Kirche und Gemeinde]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000064"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Nichts als Theologie</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/11/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Die evangelische Kirche versucht seit Jahrzehnten, den Mitgliederschwund zu stoppen. Dabei wurde regelmäßig gezählt und gerechnet: <span class="fs14lh1-5">Studien über die Mitglieder wurden angefertigt</span><span class="fs14lh1-5"> und die künftige Entwicklung wurde hochgerechnet. Es wurden hunderte Bücher geschrieben und immer neue Konzepte unterschiedlichster Art entwickelt. Doch die Mitgliederzahlen gehen weiter nach unten.</span><br></div><div><br></div><div><div>Ich habe überhaupt nichts gegen Visionen und Ideen. Die Kirche braucht sie, wenn sie eine Kirche sein will, die, wie die Reformatoren sagten, immer zu reformieren ist. Die Kirche sollte also niemals nur ihren alten Stand bewahren wollen.</div></div><div><br></div><div>Dennoch hab' ich da mal eine Frage: Könnte es nicht sein, dass die Grundlage des Kircheseins bei all den Ideen und Konzepten irgendwie aus dem Blick geraten ist? Dass den Menschen, die man gewinnen will, gar nicht mehr erklärt wird, was es eigentlich bedeutet, Christ*in zu sein?</div><div><br></div><div>Ich sage mit Absicht Christ*in. Von kirchenoffizieller Seite spricht man eigentlich immer von Mitgliedern. Darum auch das viele Zählen und Rechnen. Anscheinend geht man davon aus, dass alle, die Mitglieder der Kirche sind, damit auch schon Christ*innen sind. Christ*in zu sein ist aber etwas anderes als Kirchenmitglied zu sein.</div><div><br></div><div>Ich denke, die Kirche sollte nicht Mitglieder werben, sondern für das Christsein werben. Wie aber wirbt man für das Christsein?</div><div><br></div><div>Der evangelische Theologe Karl Barth (1886-1968) trat in einer Zeit, als es um die Kirche auch nicht gerade gut bestellt war, dafür ein, Theologie zu treiben und nichts als Theologie. Oder weniger akademisch gesagt: über den Sinn des christlichen Glaubens nachzudenken, im guten Sinne zu streiten und diesen Glauben immer neu zu formulieren.</div><div><br></div><div>Bezeichnenderweise hat gerade diese Konzentration auf das Treiben von Theologie nicht nur die theologische Welt verändert, sondern auch politisch enorm viel bewirkt. Denn Theologie schließt Ethik, Diakonie und Seelsorge nicht aus, sondern ein. Aber sie muss erklären können, was theologische von profaner Ethik, Diakonie von medizinischer und sozialer Arbeit und Seelsorge von psychologischer Beratung unterscheidet.</div><div><br></div><div>Heute müsste man den Menschen ganz neu erklären, was Christ*innen eigentlich glauben und was nicht. Was zum Beispiel bedeuten eigentlich die Aussagen des Glaubensbekenntnisses (wenn man schon ein Bekenntnis sprechen will, dessen Formulierungen bis ins 4. Jahrhundert zurückreichen)?</div><div><br></div><div>Können wir den Menschen den Glauben schmackhaft machen, indem wir ihnen erklären, was mit Gott, dem „allmächtigen Vater" gemeint ist? Was es heißt, dass Jesus dessen „eingeborener Sohn" ist (ich scheiterte früher, obwohl christlich sozialisiert, schon am Wort „eingeboren")? Welche Rolle der heilige Geist und die Jungfrau Maria bei dessen Geburt spielten? Muss man, wenn man Christ werden will, an die Jungfrauengeburt glauben?</div><div><br></div><div>Können wir für den Glauben werben, indem wir erklären, dass er frei macht (eine andere Freiheit als die, machen zu können, was man will)? Dass er tröstet und Hoffnung weckt, wo nichts zu hoffen ist? Dass er eine Lebensperspektive, einen Sinn eröffnet und Orientierung bietet in einer Zeit der Fake News? Dass er die Möglichkeit respektvoller Diskussionen und guter Vielfalt bietet in einer Zeit der Spaltungen und des Hasses? Dass er keine Glaubenshelden hervorbringt, sondern zweifelnde und angefochtene Menschen, die dennoch an ihrem Glauben festhalten?</div><div><br></div><div>Wenn die Orientierung, das Befreiende, der Lebenssinn, die gute Vielfalt und das Tröstliche, das der Glaube bietet, deutlich würden, dann würden sich ja vielleicht mehr Menschen für das Christsein interessieren – und möglicherweise sogar Kirchenmitglieder werden.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Um christlichen Glauben zu erklären und in das tägliche Leben der Menschen hinein sprechen zu lassen, bräuchte es theologische Arbeit.</span> Denn das Orientierende, Befreiende, Lebenssinn Vermittelnde usw. liegt nicht auf der Hand. Es muss darum immer neu gerungen werden. Aber wer vom Kirchenpersonal hat dafür heute noch Zeit? <span class="fs14lh1-5">Wer hat bei all den Aktivitäten noch Zeit für die eine entscheidende Aktivität?</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Nicht, dass all das gar nicht geschähe. Es geschieht täglich und es wird immer geschehen. Andernfalls würde die Kirche sterben.</span> Es könnte aber deutlicher geschehen. Lauter und weniger verschämt. Bei den Menschen und weniger in der Kirchennische. Weniger formelhaft, dafür persönlicher. Angefochtener, suchender. Lebensnäher. Näher bei den Menschen und ihrer Sprache. Näher an ihrer Kultur und weniger die Kirchenkultur reproduzierend.</div><div><br></div><div>Das ist kein Patentrezept. Aber ich denke, es ist mal eine Überlegung wert. Die Arbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen müsste ganz neu bestimmt werden. Theologisches Verstehen träte mehr in den Vordergrund. <span class="fs14lh1-5">Denn nur wer seinen Glauben versteht, kann über ihn Auskunft geben und für ihn werben.</span></div><div><br></div><div>Aber bitte in aller Gelassenheit. Denn <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> machen vielleicht Kirchenmitglieder, aber keine Christ*innen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 24 Nov 2020 14:21:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kein Platz für Gott?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000063"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Kein Platz für Gott?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/11/2020</span></div><div><br></div><div>Der Artikel <span class="fs14lh1-5"><i><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?theorien-zum-bewusstsein" class="imCssLink">Theorien zum Bewusstsein</a></i></span> vom 16.11.2020 hat zu einer ausführlichen Diskussion geführt. Daran möchte ich heute anknüpfen und etwas schreiben zu der Frage, wie man sich Gottes Eingreifen in das Weltgeschehen vorstellen kann. Die Naturwissenschaften gehen ja davon aus, dass alles, was in der Welt geschieht, innerhalb der Naturgesetze geschieht. Wo ist dann noch Platz für ein Eingreifen Gottes?</div><div><br></div><div>Die Frage ist für Christ*innen von großer Bedeutung, denn es geht darum, ob und wie der Gott, den sie im Gebet anrufen, in ihrem Leben, in der Weltgeschichte und in der Natur handelt. Kann Gott, wenn alles nach Naturgesetzen abläuft, überhaupt die Bitten der an ihn Glaubenden erfüllen?</div><div><br></div><div>Der britische Biologe Richard Dawkins (geb. 1941) hat dies verneint. In seinem Buch „Der Gotteswahn" hat er dies unter anderem im Anschluss an Charles Darwin (1809-1882) damit begründet, dass die Entwicklung des Lebens auf der Erde nach den Mechanismen von Ursache und Wirkung verlaufen sei. Wenn jede geschichtliche Entwicklung eine natürliche Ursache habe, gebe es für ein übernatürliches Eingreifen Gottes keinen Raum mehr. Damit vertritt Dawkins einen Naturalismus, d.h. eine Weltanschauung, die zum Beispiel auch menschliches Bewusstsein und Wollen auf rein biologische Vorgänge im Gehirn zurückführt.</div><div><br></div><div>Eine andere Sicht vertritt zum Beispiel die in den USA entstandene Bewegung des Intelligent Design (intelligente Gestaltung). Die Vertreter dieser christlichen Richtung behaupten, bestimmte Eigenschaften des Universums und Entwicklungen des Lebens auf der Erde ließen sich nur als planvolle Gestaltung einer intelligenten Macht verstehen.</div><div><br></div><div>Die Frage ist nun aber, ob und gegebenenfalls wie solch eine planvolle Gestaltung des Universums zu den naturwissenschaftlich aufweisbaren Gesetzen passt, nach denen das Universum sich vollzieht. Mit anderen Worten: Widerspricht ein göttliches Eingreifen nicht den naturgesetzlich festgelegten Abläufen? Und wenn nicht, wie passt es mit diesen Abläufen zusammen?</div><div><br></div><div>Um darauf eine Antwort zu finden, müssen wir uns zunächst einige Erkenntnisse der Naturwissenschaft vergegenwärtigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Die klassische Physik: Ursache und Wirkung</div><div><br></div><div>Der englische Naturforscher Isaac Newton (1642-1726) formulierte als Gesetz der klassischen Physik, dass es in der Natur keine Wirkung ohne Ursache gebe. Dieses Gesetz bestimmte lange Zeit die naturwissenschaftliche Forschung und ist bis heute in vielen (wahrscheinlich auch in unseren) Köpfen verankert. Denn genau so erleben wir die Wirklichkeit jeden Tag: Wenn ich mit dem Kopf gegen eine Wand stoße, tut es weh. Die Ursache des Stoßens hat die Wirkung des Schmerzes. Das können wir beliebig oft wiederholen, und jedes Mal wird die Ursache dieselbe Wirkung hervorbringen (darum vermeiden wir es tunlichst, mit dem Kopf gegen eine Wand zu stoßen).</div><div><br></div><div>Der französische Physiker und Astronom Pierre-Simon Laplace (1749-1827) soll einmal von Napoleon nach der Rolle Gottes im Planetensystem gefragt worden sein und darauf sinngemäß geantwortet haben: „Stellen Sie sich ein Wesen vor, das ein so gewaltiges Gehirn besitzt, dass es die Orte und Geschwindigkeiten aller Teilchen im Universum in einem einzigen Augenblick exakt erfassen und berechnen kann. Dann kennt dieses Wesen die Entwicklung des gesamten Universums von Anfang bis zum Ende bis in die kleinsten Kleinigkeiten hinein. Denn da alles durch die Naturgesetze vollständig festgelegt ist, kann es alles vorausberechnen." Napoleon soll ihn daraufhin gefragt haben „Und wo bleibt Gott in diesem Universum?" Laplace antwortete: „Diese Arbeitshypothese haben wir nicht mehr nötig."</div><div><br></div><div>Die Gedanken vieler Menschen sind heute noch von diesem Muster bestimmt, wenn sie darüber nachdenken, ob es einem Gott möglich sein könne, in der Welt zu wirken. Weil alles strikt nach vorausberechenbaren Gesetzen ablaufe, scheide Gott als jemand, der in die Abläufe eingreift, aus. Denn die Naturgesetze gelten immer und überall. Ein übernatürliches Geschehen, das sich nicht innerhalb der Naturgesetze vollzieht, ist dann nicht denkbar. Biblische Wunder und manche Gebetserhörungen sind dann ebenfalls nicht mehr vorstellbar. Und ein Weltregiment Gottes könnte dann nur noch darin bestehen, das naturwissenschaftliche Gesetz von Ursache und Wirkung zu vollziehen. Dann kann man aber auf Gottes Wirken auch gleich verzichten.</div><div><br></div><div>Die These der klassischen Physik geht davon aus, dass es nur drei räumliche Dimensionen gibt, in der sich alles Geschehen abspielt. Doch man kann auch anderer Ansicht sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die vieldimensionale Geometrie</div><div><br></div><div>Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die These aufgestellt, dass es statt einer dreidimensionalen Geometrie eine vieldimensionale Geometrie mit beliebig vielen Dimensionen geben könne. Wenn es aber mehr als die drei uns zugänglichen Dimensionen gibt, die Einfluss auf die Naturvorgänge nehmen, dann könnte es auch ein göttliches Eingreifen in sie geben.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">In diesem Zusammenhang ist ein Roman über ein-, zwei- und dreidimensionale Welten interessant, der 1882 von einem Engländer geschrieben wurde.</span> Eine veränderte Version dieser Idee könnte so lauten (angelehnt an Literaturangabe 1 unten):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Auf einer ebenen Fläche leben zweidimensionale Wesen, die sich gerne mögen. Sie sehen aus wie Teile des Tetrisspiels. Diese Wesen würden sich gerne einmal fest umarmen, so dass kein Zwischenraum zwischen ihnen bleibt. Leider sind sie aber so geformt, dass sie sich nur berühren können. Ihre Formen passen einfach nicht zusammen. Immer wieder bleiben Lücken zwischen ihnen. Ein Mensch, der dies beobachtet, greift aus der dritten Dimension ein: Er nimmt eins dieser Wesen und dreht es. Nun passen die Formen genau zu einem anderen Wesen, so wie das Teil eines Tetrisspiels, das man so gedreht hat, dass es ohne Lücken zu einem anderen Tetristeil passt. Dieses Wesen kann nun ein anderes fest umarmen. Für diese beiden Wesen ist ein Wunder geschehen.</i></span></div><div><br></div><div>Nun könnte man sagen: Wie der Mensch aus der dritten Dimension in das Leben dieser Wesen eingreift, so könnte Gott aus einer uns unzugänglichen Dimension in unser Leben eingreifen. Die Natur wäre dann etwas, in das jederzeit aus einer höheren Dimension eingegriffen werden kann. Die Kette von Ursache und Wirkung wäre dadurch außer Kraft gesetzt. Jedes Wunder und das Weltregiment Gottes wäre so erklärbar.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Das deterministische Chaos</div><div><br></div><div>Will man naturwissenschaftliche Gesetze formulieren, so kommt alles auf genaue Messungen an. Messungen sind aber nie zu hundert Prozent genau. Im 19. Jahrhundert dachte man, dass kleine Abweichungen beim Messen auch nur zu kleinen Abweichungen im Ergebnis führen. Das ist auch richtig für viele Bereiche, aber nicht immer. Heute weiß man: Es gibt Systeme, bei denen kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen am Ende zu einem völlig anderen Ergebnis führen. Interessant fand ich folgendes Beispiel (ebenfalls aus Literaturangabe 1):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Würde man, wenn es möglich wäre, die Bahnen von Billardkugeln über lange Zeit genau vorausberechnen und dabei in der Berechnung nichts vergessen – außer die Anziehungs-</i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5">kraft von </span><span class="fs14lh1-5"><b>einem</b></span><span class="fs14lh1-5"> Elektron am Rande der Milchstraße – – – dann liegt man in der Berechnung schon nach einer Minute völlig falsch. Der unvorstellbar kleine Einfluss dieses einen vergessenen Elektrons verändert das Geschehen in so großem Maße.</span></i></div><div><br></div><div>Nun weiß ich auch, warum Wettervorhersagen so schwierig sind. Weil nie alle Faktoren von uns einbezogen werden können und schon kleine Abweichungen große Folgen haben, können wir das Wettergeschehen nie exakt vorausberechnen. Der berühte Sack Reis, der in China umkippt und in Amerika einen Wirbelsturm auslöst ... (nicht der Sack Reis allein löst den Wirbelsturm aus, aber er könnte das Zünglein an der Waage sein, das sich potenziert und in Amerika den entscheidenden nicht berechneten Faktor ausmacht).</div><div><br></div><div><div>Man nennt solche Systeme „Deterministisches Chaos" – deterministisch, weil alles nach Naturgesetzen abläuft, und Chaos, weil schon kleinste Faktoren die zukünftige Entwicklung radikal verändern können.</div></div><div><br></div><div>Nun könnte man sich Gott so vorstellen, dass er irgendwo einen Sack Reis umkippen lässt und so Einfluss auf das Weltgeschehen nimmt, ohne dass wir es bemerken können. Dabei braucht er sogar noch nicht einmal die Naturgesetze zu durchbrechen, sondern alles läuft exakt nach ihnen ab.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Die Heisenbergsche Unschärferelation</div><div><br></div><div>Die Problematik des Messens verschärft sich noch, wenn man die Quantenmechanik einbezieht, also das Verhalten von Elementarteilchen. Werner Heisenberg (1901-1976) stellte fest, dass man Ort und Geschwindigkeit eines Elektrons nicht gleichzeitig genau messen kann. Je genauer man den Ort misst, desto ungenauer kann man die Geschwindigkeit messen und umgekehrt. Misst man also zum Beispiel die Geschwindigkeit des Teilchens ganz genau, so kann man überhaupt nicht mehr feststellen, wo das Teilchen eigentlich ist.</div><div><br></div><div>Genaue Vorausberechnungen sind also im Bereich des Mikrokosmos nicht mehr möglich. Heisenberg erhielt für die Begründung der Quantenmechanik im Jahr 1932 den Physik-Nobelpreis.</div><div><br></div><div>Heisenberg äußerte sich auch philosophisch. Er verstand die kleinsten Einheiten der Materie nicht als gewöhnliche „Objekte", sondern eher als Formen und Strukturen, als Ideen im Sinne Platons, also als geistige Größen. Zugleich kritisierte er die platonische Spaltung zwischen Materie und Geist, Körper und Seele und betonte die Einheit von Stoff und Kraftfeld: Der Stoff, die Materie sei nichts anderes als Energie.</div><div><br></div><div>Fraglich oder zumindest umstritten ist jedoch in der Physik bis heute, was Energie bzw. Materie eigentlich ist (siehe das Zitat von Richard Feynman in einem Kommentar von Jochen zum Artikel <span class="fs14lh1-5"><i><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?theorien-zum-bewusstsein" class="imCssLink">Theorien zum Bewusstsein</a></i></span>).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Physikalische Wahrscheinlichkeiten statt Sicherheit</div><div><br></div><div>Denkt man die Entdeckungen Heisenbergs weiter, so kommt man zu dem Schluss, dass es in der atomaren und subatomaren Welt keine festen Naturgesetze wie in der von uns erfahrenen Welt mehr gibt. Das Gesetz, dass jede Ursache eine bestimmte Wirkung habe, gilt nach heutigem Erkenntnisstand im atomaren Bereich nicht.</div><div><br></div><div>Man kann zum Beispiel nicht voraussagen, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit dafür angeben, wann ein Atomkern zerfällt. Er zerfällt in einem bestimmten Zeitintervall (man denke an die sog. Halbwertszeit) – mehr können wir nicht wissen. Und wir können auch nicht wissen, warum er zu einem bestimmten Zeitpunkt zerfallen ist und nicht zu einem anderen. Wir kennen die Ursache seines Zerfallens nicht. Es gibt sogar Physiker, die bezweifeln, ob es überhaupt eine Ursache dafür gibt.</div><div><br></div><div>Damit ist das physikalische Weltbild des 19. Jahrhunderts zerschlagen. Damals dachte man, alles sei durch Ursache und Wirkung erklärbar und prinzipiell berechenbar. Wahrscheinlich stellen sich die meisten Menschen bis heute die Natur so vor. Wir erfahren sie ja auch täglich so. In Wirklichkeit jedoch gibt es nur noch Wahrscheinlichkeiten. Die fundamentalsten Naturprozesse sind nach unseren heutigen Kenntnissen nicht exakt vorausberechenbar.</div><div><br></div><div>Nun kann man fragen, ob diese atomaren Prozesse überhaupt Auswirkungen auf unser Leben haben. Normalerweise scheint ja doch alles nach dem Prinzip Ursache – Wirkung zu funktionieren. Das aber ist ein Irrtum.</div><div><br></div><div>So kann zum Beispiel das Gen einer Keimzelle durch radioaktive oder kosmische Strahlung mutieren. Die Strahlung aber ist nicht nach berechenbaren Prozessen, sondern innerhalb eines Wahrscheinlichkeitsraumes entstanden. Sie hätte also nicht unbedingt die Keimzelle treffen müssen, wenn sie früher oder später entstanden wäre. Wenn dann aus dieser mutierten Keimzelle ein neues Lebewesen entsteht, kann es die durch die Mutation entstandene Eigenschaft an viele Nachkommen weitergeben. So kann ein sozusagen zufälliger atomarer Vorgang das Leben in unserer Welt entscheidend verändern.</div><div><br></div><div>Für den christlichen Glauben könnte man daraus folgern, dass Gott das Eintreten eines atomaren Vorgangs innerhalb seines Wahrscheinlichkeitsraumes in die Wege leiten kann, ohne dabei die Naturgesetze außer Kraft setzen zu müssen. Jedenfalls stellt sich das nach unseren heutigen Erkenntnissen so dar. Diese Einschränkung ist nicht unwichtig, wie ich unten noch ausführen werde.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Diskussionen um Natur, Geist und Wunder</div><div><br></div><div>In der Naturwissenschaft wird schon länger diskutiert, ob die physikalischen Zusammenhänge durch „geistige Prinzipien" bestimmt werden. Dabei spielt unter anderem die Tatsache eine Rolle, dass das Verhältnis zwischen der Schwerkraft des Universums und der Explosivkraft des Urknalls genau ausgependelt ist. Man nennt das die kosmologische Feinabstimmung. Wäre der Urknall schwächer ausgefallen, so wäre der Kosmos bald schon in sich zusammengefallen. Wäre der Urknall stärker gewesen, so hätte sich die Materie so schnell ausgebreitet, dass keine Galaxien entstanden wären. Wäre die Kraft der Explosion nur um ein 10 hoch 60stel (ein Bruch mit einer 1 im Zähler und einer 1 mit 60 Nullen im Nenner) stärker oder schwächer gewesen, würde unser Universum nicht existieren (Angaben nach Paul Davies, siehe unten Literaturangabe 3). Auch andere wesentliche physikalische Naturkräfte (die sog. Naturkonstanten) sind so genau ausgependelt, dass nur geringfügige Abweichungen jedes Leben auf der Erde unmöglich machen würden. Das Universum besitzt also Eigenschaften, die die Entstehung von Leben und intelligenten Wesen zulassen oder sogar über kurz oder lang notwendig hervorbringen.</div><div><br></div><div>Daraus wird von manchen der Schluss gezogen, dass eine geistige Kraft bei der Entstehung des Universums am Werk gewesen sein müsse. Dass geistige Prinzipien die &nbsp;Entwickung und Ordnung des Universums mitbestimmen, wurde schon von bekannten Physikern wie Werner Heisenberg, Max Planck und Carl Friedrich von Weizsäcker angenommen. Aber auch Forscher der frühen Neuzeit wie Johannes Keppler und Isaac Newton waren keinesfalls Atheisten, sondern fanden in der Natur Spuren des Wirkens Gottes.</div><div><br></div><div>Die Theologie reagierte teilweise anders auf den naturwissenschaftlichen Forschungsstand. Friedrich Schleiermacher (1768-1834), der berühmteste Theologe der Aufklärungszeit, meinte, Gott handele nur durch die Naturgesetze in der Welt oder dadurch, dass er auf das Bewusstsein des Menschen Einfluss nehme. Nach dieser Anschauung sind Wunder, wenn man sie als Ereignisse versteht, die die Naturgesetze außer Kraft setzen, nicht mehr denkbar.</div><div><br></div><div>Der bekannte Neutestamentler Rudolf Bultmann (1884-1976) betonte, die historische Forschung an den biblischen Schriften arbeite mit einer rein weltlichen Methode und gehe daher von einem geschlossenen Zusammenhang von Ursachen und Wirkungen aus. Diese Methode der Geschichtsforschung könne daher kein Eingreifen übernatürlicher Mächte in die Geschichte und keine Wunder feststellen. Die historische Wissenschaft dürfe allerdings auch nicht behaupten, dass es ein Eingreifen Gottes und Wunder nicht gebe und dass ein Glaube daran eine Illusion sei. Sie könne diese eben nur nicht wahrnehmen, was aber nicht bedeute, dass es keine Wunder geben könne. Bultmann selbst hat allerdings versucht, den Sinn der neutestamentlichen Wundererzählungen jenseits des geschichtlichen Ereignisses zu sehen. Er wollte nicht unbedingt daran festhalten, dass die Wunder wirklich geschehen sind, aber er wollte ihnen dennoch eine christliche Bedeutung jenseits des faktischen Geschehens geben. &nbsp;Man nannte dies die Methode der Entmythologisierung.</div><div><br></div><div>Es gab auch einige Theologen, die ein Eingreifen Gottes in die Geschichte und die Möglichkeit von Wundern durchweg bezweifelten. Inzwischen ist die Entwicklung in der Theologie aber dahin gegangen, dass dies nicht mehr in Frage gestellt wird. Man geht davon aus, dass Gottes Welthandeln und Wunder zum Grundbestand des Alten und Neuen Testaments gehören und dass es theologisch unzulässig sei, das faktische Ereignis von seiner Bedeutung zu trennen, wie Bultmann es getan hatte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Biblische Beobachtungen</div><div><br></div><div>In der ersten biblischen Schöpfungsgeschichte gibt es einen für unser Thema interessanten Gedanken. Gott sagt nämlich zweimal, dass die Erde aus sich selbst etwas hervorbringen solle. „Gott sprach: Die Erde lasse sprossen junges Grün ..." und „Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebende Wesen ..." (1Mo/Gen 1,11.24). Diese kreativen Potenzen der Erde sind ihr durch Gottes Wort eingestiftet: Gott legt in die Materie etwas hinein, was sie dazu bringt, selber schöpferisch zu wirken. Die Schöpferkraft kommt von Gott, aber sie geht in die Materie ein.</div><div><br></div><div>Das passt mit der naturwissenschaftlichen Einsicht zusammen, dass es in der Entwicklung der Arten „Sprünge" gibt: Ereignisse, die nicht im voraus exakt zu berechnen sind, sondern aufgrund von Zufällen zu neuen Entwicklungen (Mutationen) führen. Der Materie kommt also ein gewisses Maß an kreativer Selbstständigkeit zu. Sie organisiert sich in Grenzen selbst, weil Gott ihr diese Fähigkeit eingestiftet hat. </div><div><br></div><div>An die Stelle des Wortes Gottes, das der Schöpfung zugrunde liegt, tritt in späteren Schriften die Weisheit Gottes. Sie war schon vor der Schöpfung bei Gott (Spr 8,22-31) und durchwaltet das Universum. Man könnte sagen, sie ist die Kraft, welche die Welt im Innersten zusammenhält (Weisheit Salomos 8,1, ein apokryphes Buch), die Kraft also, die schon Goethes Dr. Faust suchte.</div><div><br></div><div>Im Neuen Testament tritt an die Stelle der Weisheit Jesus Christus. Nun ist der Sohn Gottes das von Ewigkeit her bei Gott existierende Wort, durch das alles geworden ist (Joh 1,2f), und er ist derjenige, der „alles [das All] durch das Wort seiner Macht trägt" (Hebr 1,3). Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen und hat in ihm seinen Bestand (Kol 1,16f; vgl. Röm 11,36; 1Kor 8,6). In philosophischer Sprache bedeutet das: Jesus Christus ist der Seinsgrund, der Grund und das Ziel alles Seins, und er hat damit eine kosmische Dimension.</div><div><br></div><div>Insofern könnte man sagen, dass Gott durch sein Wort, seine Weisheit und seinen Sohn in die Schöpfung eingeht und in ihr wirkt. Sie sind die geistigen Kräfte, welche die Schöpfung bestimmen und tragen. Sie werden aber nicht mit der Schöpfung identisch. Die Schöpfung wird nicht vergöttlicht. Es wird auch nicht <span class="fs14lh1-5"><b>alles</b></span>, was in ihr geschieht, von Gottes lebenschaffendem Geist bewirkt. Denn in der Schöpfung gibt es nicht nur eine <span class="fs14lh1-5"><b>lebensförderliche Ordnung</b></span>, sondern auch ein <span class="fs14lh1-5"><b>Leben zerstörendes Chaos</b></span>. Gottes Geist geht also nicht so in die Schöpfung ein, dass er in ihr aufgeht. Er bleibt der Geist, der sich selbst nicht im Schöpfungschaos verliert, sondern das Geschehen in der Schöpfung bestimmt, wo und wann er es will. Und so lenkt er sie – auch durch ihre chaotischen Dimensionen – auf das Ziel hin, das Gott für sie beschlossen hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">8. Fazit</div><div><br></div><div>Was für ein Fazit kann man nun aus alldem ziehen? Zuerst scheint mir wichtig, dass das Schema der klassischen Physik, das davon ausging, dass alles in der Natur durch Ursache und Wirkung bestimmt sei, naturwissenschaftlich längst überholt ist. Wer immer noch in diesen Kategorien denkt, ist nicht hinreichend informiert. Die Begrenztheit naturwissenschaftlicher Erkenntnismöglichkeiten ist heute in der Naturwissenschaft unbestritten.</div><div><br></div><div>Darüber mag man sich nun als Christ*in freuen, weil man in den Lücken naturwissenschaftlicher Erkenntnis hervorragend Gottes Wirken unterbringen kann. Dieses Unternehmen ist aber nicht ganz ungefährlich. Denn was macht man, wenn die Naturwissenschaft irgendwann einmal diese Lücken schließen kann? Dann entfällt der Ort, an dem wir Gottes Wirken untergebracht haben.</div><div><br></div><div>Ich persönlich denke aber dennoch, dass niemals alles Geschehen in der Welt vom Menschen berechenbar sein wird. Das, was die Naturwissenschaft heute über das deterministische Chaos und die Quantenmechanik mit ihren Folgen weiß (siehe oben Abschnitte 3 bis 5), hat mich voll überzeugt. In den nicht berechenbaren Ereignissen, die wir „Zufall" nennen, wird immer genug Raum für Gottes Wirken bleiben.</div><div><br></div><div>Gott kann also genug Einfluss auf die natürlichen Abläufe nehmen, ohne die Naturgesetze durchbrechen zu müssen. Trotzdem frage ich mich auch: Warum sollte der Schöpfer der Naturgesetze diese eigentlich nicht durchbrechen können und dies auch (zumindest manchmal) tun? Ich denke dabei nicht an ein spektakuläres Mirakel, sondern an ein für uns gar nicht nachvollziehbares Handeln Gottes, wie zum Beispiel eine sogenannte Spontanheilung. So bezeichnet man medizinisch unerklärliche Heilungsvorgänge.</div><div><br></div><div><div>Man <span class="fs14lh1-5"><b>kann</b></span> sicher daran glauben, dass Gott zuweilen die Naturgesetze durchbricht, aber man <span class="fs14lh1-5"><b>muss</b></span> es nicht. Einmal angenommen, dass er es tut, wirkt Gott doch kaum durch aufsehenerregende Wundertaten, die vor aller Welt offenbar sind, sondern viel eher im Kleinen, Unsichtbaren, Unspektakulären, das aber ein Stück Welt radikal verändern kann.</div><div><br></div></div><div>Ein Wunder kann übrigens auch etwas Unerwartetes in meinem Leben sein, eine Entwicklung, mit der ich nie gerechnet hätte, die aber durchaus erklärbar ist. Für mich selbst ist es etwas, vor dem ich nur staunend und dankbar stehen kann und das mir daher ein Wunder ist. Für andere aber ist es ein ganz normales Ereignis. Bei alledem ist deshalb auch zu bedenken, dass ein Handeln Gottes in der Geschichte nie ein Gottesbeweis sein kann, der für alle Menschen nachvollziehbar ist.</div><div><br></div><div>Ein solcher Gottesbeweis ist auch nicht nötig. Denn der christliche Glaube lebt nicht von Beweisen. Er lebt auch nicht von Wundern. Darum hat Jesus nach dem Johannesevangelium die Forderung nach einem klaren Zeichen dafür, dass Gott wirkt, abgewiesen (Joh 4,48).</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube lebt nämlich nicht davon, dass er Gottes Wirken <span class="fs14lh1-5"><b>sieht</b></span>, sondern davon, auf Gottes Wirken zu <span class="fs14lh1-5"><b>vertrauen</b></span>, auch wenn er <span class="fs14lh1-5"><b>nichts</b></span> davon sieht. Das wird sogar der Normalfall des Glaubens sein. Und so wird derjenige, der Gott nicht vertraut, auch sein Wirken in der Welt nicht sehen. Für denjenigen aber, der Gott vertraut, gibt es nichts in der Welt, in dem Gott nicht auf verborgene Weise am Werk ist – und zwar so, dass Gott auch das Widergöttliche für sich in Dienst nimmt. So muss sogar das Widergöttliche gegen seinen Willen Mensch und Welt dem von Gott bestimmten Ziel entgegenführen.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i> Literatur:</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"> 1. <a href="http://thomas-wilhelm.net/vortraege" target="_blank" class="imCssLink">Wilhelm, Thomas: Glaube und Naturwissenschaft – Wie passt das zusammen?</a></span></div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(Dort unter 1. "Eingeladene Vorträge" die Nr. 20.)</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die obigen Abschnitte 1 bis 5 gehen weitgehend auf diesen Vortrag zurück.</span></div><div><span class="fs14lh1-5">2. <a href="https://www.iguw.de/textsammlung/2010/gott-als-intelligenter-designer/" target="_blank" class="imCssLink">Eibach, Ulrich: Gott als „intelligenter Designer"? Oder: Naturwissenschaft als atheistische</a></span></div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://www.iguw.de/textsammlung/2010/gott-als-intelligenter-designer/" target="_blank" class="imCssLink">Weltanschauung?</a> </span><span class="fs14lh1-5">Ein Beitrag zur Diskussion über "Intelligent Design" und zu Richard Dawkins</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vereinnahmung der </span><span class="fs14lh1-5">Naturwissenschaften für eine atheistische Weltsicht.</span></div><div><span class="fs14lh1-5">3. Davies, Paul: Gott und die moderne Physik. 5. Aufl. München 1986.</span></div><div><span class="fs14lh1-5">4. Dürr, Hans-Peter / Zimmerli, Walther Ch. (Hg.): Geist und Natur. Über den Widerspruch zwischen</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;naturwissenschaftlicher Erkenntnis und philosophischer Welterfahrung. Bern u.a. 1989.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 23 Nov 2020 09:08:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was wir werden]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000062"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was wir werden</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/11/2020</span></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>Wir werden immer weniger</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	weniger 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Korinther 15,28</span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 21 Nov 2020 16:39:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Theorien zum Bewusstsein]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000061"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Theorien zum Bewusstsein</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Naturwissenschaft, Philosophie, Theologie</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von </span><span class="fs11lh1-5"><a href="https://god.fish/2020/11/14/theorien-zum-bewusstsein/" target="_blank" class="imCssLink"><b>god.fish</b></a></span><span class="fs11lh1-5"> | 16/11/2020</span><br></div><div><br></div><div>Mit dem Bewusstsein ist es so eine Sache. Jeder scheint eines zu besitzen, so glauben wir zumindest, aber keiner weiß, was es ist.</div><div><br></div><div>Es ist auch schwer zu erklären. Es gibt sogar die absurde Vorstellung, das Bewusstsein sei angeblich nur eine Einbildung.</div><div><br></div><div>Wenigstens diese Behauptung ist leicht mit Logik zu widerlegen, denn wenn es eine Einbildung sein sollte, dann wäre ja die Frage, für wen. Insofern wäre dort wieder ein Subjekt oder ein Ich, welches diese Einbildung haben müsste.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Das Problem des Materialismus</div><div><br></div><div>Der Materialismus, der Materie so denkt, als bestehe sie aus kleinen Steinchen, hat ein Problem mit dem Bewusstsein und kann es nicht erklären. Denn kleine Steinchen untereinander können kein Bewusstsein haben, sondern höchstens ein komplexes Reiz-Reaktions-Schema bilden. Wäre also dieser reine Materialismus wahr, dann wären wir Menschen eine Art Zombies, die kein Innenleben hätten. Zombies, bei denen im Kopf gewissermaßen niemand zu Hause wäre, sondern die nur aufgrund von Reizen und Reaktionen durch die Welt stolzieren würden.</div><div><br></div><div>Dass dies nicht so ist, spüren wir selber und wissen wir.</div><div><br></div><div>Wie ist es also dann mit dem Bewusstsein? Wenn im reinen Materialismus kein Platz für das Bewusstsein ist, kann dieser Materialismus nicht wahr sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Dualismus als Lösung?</div><div><br></div><div>In der Folge kommt man zur Vorstellung von einem Dualismus. Kann es sein, dass Materie und Geist zweierlei Dinge sind, die irgendwie miteinander interagieren?</div><div><br></div><div>Dies könnte zwar sein, allerdings kann man die Schnittstelle nicht finden, an welcher diese Interaktion stattfinden soll. Von daher ist auch ein Dualismus von Geist und Materie mit einem großen Fragezeichen zu versehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Monismus als Lösungsansatz</div><div><br></div><div>Als letzte Möglichkeit bleibt dann nur noch ein Monismus, demzufolge es nur eine einzige Substanz gibt, die wir dann Geist oder das Geistige nennen könnten. Alles wäre gewissermaßen Geist. Das ganze Universum. Es gibt Astrophysiker, die das Universum als etwas Geistiges einschätzen.</div><div><br></div><div>Wären wir bei einer derartigen monistischen Vorstellung angelangt, hätten wir gewisse Probleme bei der Erklärung von gewissen Phänomenen nicht mehr.</div><div><br></div><div>Das gesamte Universum wäre etwas Geistiges und wir hätten dementsprechend auch kein Problem damit, dass es plötzlich aus dem Nichts entsteht, durch den Urknall. Es wäre entstanden wie ein Gedanke. Mit einem einzigen Gedanken war es plötzlich da.</div><div><br></div><div>Hier würde dann die Philosophie und Theologie ansetzen und fragen, wer denn diesen Gedanken gedacht haben könnte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Philosophie und Theologie als mögliche Ergänzungskonzepte der Naturwissenschaft</div><div><br></div><div>Die altgriechische Philosophie nach Platon würde wohl sagen, dass hinter allem eine Art Reich der Ideen und eine Weltseele stecken könnte, die christliche Theologie würde wohl sagen, dass es Gott ist, der hinter dieser geistigen Welt steht. Dementsprechend wäre das Universum und alles, was es gibt, gewissermaßen ein Gedanke Gottes.</div><div><br></div><div>Wenn wir bei dieser Vorstellung etwas weiter denken wollen, kämen wir wahrscheinlich wieder bei Platon vorbei. Seiner Vorstellung nach ist die menschliche Seele, die er postuliert, eine, die in einen menschlichen Körper wie in ein Gefäß kommt, wenn dieser Körper geboren wird. Fortan denkt die Seele in den Kategorien dieses Körpers bzw dieses Gehirns. Stirbt der Körper, kehrt die Seele zurück in die ewige Weltseele.</div><div><br></div><div>Christlich gedacht würde die Seele zurückkehren zu Gott und in Gott, in dessen Gedanken sie ohnehin schon immer war und ist.</div><div><br></div><div>Folgt man dieser Vorstellung etwas weiter, könnte man überlegen, ob sie zu neutestamentlichen Berichten passen oder zumindest damit zu vereinbaren ist.</div><div><br></div><div>Jesus, der gestorben ist nach seiner Kreuzigung, dann am dritten Tag aber wieder auferstanden, könnte in dieser Vorstellung seelisch oder geistig gedacht werden. Es käme dann nicht darauf an, dass der menschliche biologische Körper wieder auferstanden wäre, sondern das, was nicht im Tod geblieben ist, wäre gewissermaßen das Geistige oder die Seele, die Jesus ausgemacht hat.</div><div><br></div><div>Denn ein biologischer Körper, der wieder aufersteht, hätte ja ohnehin das Problem, dass er irgendwann, zumindest biologisch gedacht, dann wieder sterben würde und müsste. Insofern ist die geistige oder seelische Vorstellung hier eine, die theologisch auch in unserer Zeit gut vermittelt werden könnte.</div><div><br></div><div>Das, was Jesus ausgemacht hat, seine Seele oder der Geist Gottes, lebt weiter. Und auch wir dürfen dieser Vorstellung nach darauf hoffen, dass es bei uns auch so laufen kann, wenn wir an Gott glauben. Vielleicht sogar dann, wenn wir nicht an Gott glauben, aber christlich gedacht ist es zumindest ein Postulat, dass man an ihn glaubt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Biblische Schlussfolgerungen</div><div><br></div><div>Auch die Perikope mit den Emmausjüngern lässt sich leichter erklären, wenn man einen derart geistigen Hintergrund annimmt.</div><div><br></div><div>Nach dem Tod und der Kreuzigung Jesu gehen zwei Jünger, ziemlich bedrückt, nach Emmaus, welches von Jerusalem nicht allzu weit entfernt ist. Ein dritter Mann gesellt sich zu ihnen, den sie nicht kennen. Aber nach und nach erkennen sie an seinem Wesen, an dem, was er sagt und wie er es sagt und wie er handelt, dass es sich um Jesus handelt. Jesus zeigt sich gewissermaßen in einem Menschen, aber das, woran man ihn erkennt, ist nicht der biologische Körper, sondern das Wesen, das sich in diesem Körper offenbart. Irgendwann nach dem gemeinsamen Essen, dem Abendmahl, verschwindet Jesus dann wieder, verschwindet also gewissermaßen wieder diese Wahrnehmung, dass dort etwas Geistiges oder Seelisches anwesend war, das über das rein Biologische hinausgeht. Der Mann, mit welchem die Emmausjünger gerade am Tisch sitzen, bräuchte sich dieser Vorstellung nach also nicht plötzlich einfach so in Luft aufgelöst haben, sondern nur das Geistige, das sich in ihm zeigt, die Seele, also das, was Jesus ausmacht, könnte sich wieder zurückgezogen haben in seinen Urgrund, zurück in die platonische Weltseele oder nach christlicher Vorstellung in die göttliche Seele, den göttlichen Geist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Monismus und Gebet</div><div><br></div><div>Wenn man also von einem geistigen Monismus ausgeht, lässt sich das menschliche Bewusstsein viel leichter erklären und zudem tritt die Gottesfrage plötzlich viel näher, als viele Menschen es in unserer Zeit erstmal vermuten würden. Denn dieser philosophischen und auch theologischen Vorstellung nach wären wir gewissermaßen alle in Gott drin, weil alles, was existiert, etwas Geistiges wäre, Geist Gottes gewissermaßen.</div><div><br></div><div>Gebet beispielsweise würde in dieser Vorstellung eine ganz andere Dimension bekommen, wenn wir eben bereits eine Art Gedanke Gottes sind. Mit Gebet könnten wir dementsprechend direkt mit Gott kommunizieren und Gott, das geistige Prinzip, könnte direkt darauf reagieren. Das geht in einem materialistisch gedachten Monismus nicht, es geht aber in einem geistig gedachten Monismus einwandfrei. Der Glaube kann Berge versetzen, das sagte schon Jesus. Der Glaube kann viel bewegen, so predigte Jesus immer wieder. Wenn der geistige Monismus wahr wäre, dann hätte Jesus damit den Nagel auf den Kopf getroffen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Der Mensch als Ebenbild Gottes?</div><div><br></div><div>Und auch andere biblische Gedanken bekämen eine ganz andere Dimension. In der Genesis formt Gott den Menschen aus Lehm, haucht ihm dann aber den göttlichen Atem ein. Man könnte das so verstehen, dass ein winziger Teil der göttlichen Seele hier in den Menschen kommt, denn in der Genesis heißt es weiter, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild formte. Der Mensch ist nicht Gott, aber er hat etwas von Gott, nämlich das, was ihn als Mensch ausmacht, die Seele, das Geistige.</div><div><br></div><div>Und dieser Vorstellung nach bekommt es auch eine ganz andere Dimension, wenn Jesus sagt, das, was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, also das, was ihr euren Mitmenschen angetan habt, das habt ihr mir getan. In dieser Vorstellung nach wäre in jedem Menschen ein Fünkchen der göttlichen Seele, zwar unendlich viel kleiner als die göttliche Seele und Gott selbst, aber doch vom Wesen her ähnlich oder vielleicht sogar prinzipiell gleich.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Eine mögliche Lösung der Theodizeefrage</div><div><br></div><div>Auf diese Weise ließe sich auch die christliche Theodizeefrage klären und lösen. Die Frage lautet nämlich, wie es denn sein kann, dass Gott, der allmächtig und zugleich gnädig und gütig ist, das Leid in der Welt zulassen kann. Kann er es nicht verhindern? Dann wäre er nicht allmächtig. Will er es nicht verhindern? Dann wäre er nicht gültig.</div><div><br></div><div>Wenn nun aber in jedem Menschen ein Fünkchen der göttlichen Seele zu Hause wäre, dann wäre der Mensch zugleich sein eigener Richter.</div><div><br></div><div>Die menschliche Seele, die der göttlichen Seele entspringen würde, würde auf Erden womöglich in den Kategorien des menschlichen Gehirns denken. Aber das, was der Mensch auf Erden tut, könnte fortan Teil der göttlichen Seele bzw des göttlichen Geistes und der göttlichen Erinnerung sein. Freude wie auch Leid. Gräueltaten. Gott selbst und gewissermaßen alle Menschen, die ein winziges Teilchen der göttlichen Seele wären, müssten fortan mit dem Leid, das sie selbst verursacht hätten, in der göttlichen Weltseele existieren. Das Leid wäre also niemals vergessen, es wäre im Geistigen, in den Gedanken Gottes, in den Gedanken der menschlichen Seelen also auch, für immer vorhanden.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Allversöhnung ohne billige Gnade</div><div><br></div><div>Ein Hitler könnte sich nicht herausreden, sondern müsste ewig mit seiner Erinnerung leben, die er nun von einer anderen, objektiven göttlichen Warte aus betrachten müsste und die er auch aushalten müsste, obwohl er zugleich in der göttlichen Seele geborgen wäre. Einerseits Allversöhnung, andererseits kein Vergessen derjenigen Dinge, die man verbrochen hat. Er müsste fortan mit einer Spannung existieren, dass die göttliche Liebe ihn einerseits umfängt und aufnimmt, er aber all das Leid und die Gräueltaten, die er verursacht hatte, für immer im Gedächtnis hätte und vielleicht sogar auch fühlen würde und aus der Sicht des göttlichen Bewusstseins heraus schmerzhaft wahrnehmen müsste. Das wäre der Himmel und zugleich die Hölle. Es gäbe also keine billige Versöhnung.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Gnädiger, aber gerechter Gott</div><div><br></div><div>Gott wäre auf diese Weise einerseits gerecht, zugleich aber gnädig. So, wie wir ihn uns eigentlich vorstellen.</div><div><br></div><div>Ob diese Theorie, die ich hier skizziert habe, so stimmt? Wir wissen es nicht. Als Jesus einmal gefragt wird, wie es bei Gott bzw im Reich Gottes sei, äußert er sich diesbezüglich sehr zurückhaltend und sagt, es ist ganz anders, als ihr es euch vorstellen könnt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">Adam und Eva: Prototypen des Menschseins</div><div><br></div><div>Dennoch gehört es zum Wesen von uns Menschen, über Dinge nachzudenken. Dies kommt bereits in der Paradieserzählung der Genesis zum Ausdruck. Die beiden prototypischen Menschen, Adam und Eva, wollen sich Gedanken machen, sie können es nicht lassen, vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu kosten. Sie können fortan erkennen, das es das Gute und das Böse gibt, sie können sich Gedanken machen darüber, warum die Welt so ist, wie sie ist.</div><div><br></div><div>Durch diese Fähigkeit ist für sie gewissermaßen automatisch das Paradies zu Ende, aber sie haben auch eine gewisse Autonomie erlangt, die Gott ihnen zugesteht. In der biblischen Paradieserzählung ist es zwar Gott, der dafür sorgt, dass Adam und Eva, also gewissermaßen die Menschheit, den Zustand des Paradieses verlassen muss, Gott ist es aber auch, der den Menschen, Adam und Eva, Tierfelle gibt, damit sie überleben können. Der Mensch hat eine gewisse Autonomie und darf selbst Gedanken über die Welt, über Gott und über sein eigenes Wesen anstellen. Dies gesteht Gott ihm zu. Der Mensch ist somit keine Marionette Gottes, sondern ein Wesen, das ein eigenständiges Gegenüber zu Gott bilden kann. Der Mensch ist nicht Gott, aber er hat etwas Göttliches in sich, geschaffen zum Ebenbild Gottes.</div><div><br></div><div>Angefangen hatten wir diese Gedankengänge bei der Frage nach dem Bewusstsein. Und wir merken, wenn wir diesen Gedanken weiter denken, kommen wir möglicherweise bei einem geistigen Monismus heraus, der die Vorstellung, wie wir die Welt vielleicht bisher gesehen haben, doch ziemlich verändern könnte. Um das Rätsel des Bewusstseins vielleicht lösen und diesbezüglich eine umfassende Theorie entwickeln zu können, müssen sicherlich Naturwissenschaft und Philosophie, vielleicht sogar auch die Theologie, zusammen auf die Suche gehen.</div><div><br></div><div>Noch ein Gedanke zum Schluss. Seit wir im Verlauf dieses Artikels über den Monismus geredet haben, war immer die Rede von dem Geistigen. Das wirkt auf manchen vielleicht so, als bestehe alles nur aus Gedanken. Vielleicht ist das so.</div><div><br></div><div>Etwas deutlicher könnte das Prinzip aber werden, wenn man nicht von dem Geistigen spricht, sondern von dem Einen, von der einen Substanz, aus der alles besteht.</div><div><br></div><div>Diese könnte sowohl geistig als auch materiell in Erscheinung treten. Denken wir an Heisenbergs Unschärferelation. Je nachdem, ob gemessen wird oder nicht, zeigt sich ein Teilchen immateriell als Welle oder materiell als Teilchen.</div><div><br></div><div>Die eine Substanz zeigt sich also einmal immateriell und einmal materiell, zugrunde liegt aber ein und dieselbe eine Substanz. Alles geht auf das Eine zurück. Alles ist in dem Einen, aus dem heraus es sich auf verschiedene Arten zeigen kann.</div><div><br></div><div><span class="imTACenter fs11lh1-5">Ein Gastartikel von</span><span class="imTACenter fs11lh1-5"> </span><span class="imTACenter fs11lh1-5"><b class="fs11lh1-5"><span class="fs11lh1-5"><a href="https://god.fish/2020/11/14/theorien-zum-bewusstsein/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span>.</b></span> </div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 16 Nov 2020 09:44:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Lob der Nacht]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000060"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Lob der Nacht</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/11/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>Finsternis. Friede. Freiheit.</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	kein Licht</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	kein Laut</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	kein Muss</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	kein Wort</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	kein Werk</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>nur da sein</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>in IHM</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>im Frieden der Finsternis</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>die nicht finster ist für IHN</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>sondern hell wie der Tag*</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs11lh1-5">* Psalm 139,12</span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 13 Nov 2020 20:00:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Im Leiden leben (Teil 2)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000005F"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Im Leiden leben (Teil 2)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/11/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5">Im <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?im-leiden-leben--teil-1-" class="imCssLink">ersten Teil</a></span> meiner Ausarbeitung zu diesem Thema habe ich einige grundsätzliche Gedanken zum Leid in Gottes Schöpfung gemacht, außerdem zur Frage nach dem „Warum?" von Leid und zur Sinnfrage. Danach habe ich zwei Wege aufgezeigt, mit Leid umzugehen. Der erste Weg besteht darin, die Welt nicht als Jammertal zu verstehen und vor dem Leid zu resignieren, sondern möglichst vor dem Leid die Flucht zu ergreifen und, wenn das nicht möglich ist, auch im Leid nach Lebensfreude zu suchen. Der zweite Weg besteht darin, sich nicht in sein Leid zu vergraben, sondern von Gott die zeitliche und ewige Überwindung des Leids zu erhoffen.</span><br></div><div><br></div><div>In diesem zweiten Teil meiner Gedanken zum Thema werde ich auf weitere Möglichkeiten hinweisen, mit Leid umzugehen. Es bleibt aber bei dem, was ich schon in Teil 1 betont habe: Jedes Leid und jeder Mensch ist anders. Darum muss jeder leidende Mensch seinen eigenen Weg finden, mit Leid umzugehen. Ich kann hier nur Möglichkeiten aufzeigen, mehr nicht.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Die Beziehung zu Gott suchen</div><div><br></div><div>Die sogenannte „Vertreibung aus dem Paradies" in 1Mo/Gen 3,14-24 hat schwerwiegende Folgen. Versteht man die Erzählung nicht als Bericht über historische Ereignisse, sondern als Bezeugung grundlegender Wahrheiten über den Menschen, dann bedeutet sie: Der Mensch, der getrennt von Gott lebt, erfährt seine Welt anders als der Mensch, der in der Gemeinschaft mit Gott lebt. Der getrennt und fern von Gott lebende Mensch muss seine Probleme lösen, ohne sich an Gott wenden zu können.</div><div><br></div><div>Auf der Erzählebene hört sich das so an: Der in der Gemeinschaft mit Gott lebende Mensch konnte zum Beispiel angesichts des Problems seiner Einsamkeit noch auf Gottes Hilfe setzen (1Mo/Gen 2,18.20b.22f). Für den von Gott getrennt lebenden Menschen hingegen veränderte sich die Situation fundamental: Die wesentlichen Aufgaben zur Erhaltung seines Lebens sind nun mit Schmerz und Mühsal verbunden (1Mo/Gen 3,16-19). Zwar bleibt ihm die Fürsorge Gottes erhalten (1Mo/Gen 3,21), aber das ändert nichts daran, dass die Trennung von Gott Leiden mit sich bringt, die es in der Gemeinschaft mit Gott noch nicht gab. Man könnte auch sagen: Zwar bleibt Gott dem Menschen verbunden, nicht aber der Mensch Gott.</div><div><br></div><div>Auf der Erlebnisebene sind diese beiden andersartigen Dimensionen nicht zwei nacheinander sich vollziehende Weltzeitalter (das Leben im Paradies vor dem Sündenfall und das Leben außerhalb des Paradieses nach dem Sündenfall). Beides ereignet sich vielmehr in jedem Menschenleben als Beziehung zu Gott und Trennung von Gott, als Glaube und als Unglaube. Glaube und Unglaube sind aber im Menschen nicht strikt voneinander geschieden, sondern miteinander vermischt. Darum geht es hierbei nicht um ein Nacheinander, sondern um ein Ineinander von Gottesnähe und Gottesferne. Zwar gibt es ein Nacheinander bezüglich der Glaubensstärke eines Menschen, aber auch der stärkste Glaube ist nicht vollkommen und insofern von Unglaube durchsetzt.</div><div><br></div><div>Deshalb bleibt auch der glaubende Mensch immer auf der Suche nach Gott und der Gemeinschaft mit ihm. Diese Wechselhaftigkeit und Unstetigkeit der Gottesbeziehung aber bringt Leid mit sich. Das Alte Testament drückt auch diese Tatsache erzählerisch aus: Kain, der seinen Bruder ermordete, muss sich wegen seiner Schuld vor Gott verbergen, das heißt die Nähe zu Gott vermeiden, und lebt deshalb heimatlos und ziellos in der Welt (Luther übersetzte: „unstet und flüchtig"). Würde Gott ihn nicht vor dem Schlimmsten bewahren, so wäre er dem Tode geweiht (1Mo/Gen 4,13-16).</div><div><br></div><div>Der Tod aber ist des Menschen Feind (1Kor 15,26). Denn das Ende des Lebens besiegelt die Schuldverfallenheit des Menschen. Wenn der Mensch tot ist, kann er keine Schuld mehr bereinigen, was sowieso nicht immer möglich ist. Er beendet sein Leben endgültig als ein schuldig Gewordener. Darum ist die Endlichkeit der Stachel im Leben eines jeden Menschen (1Kor 15,56). Nur im Glauben kann der Mensch dem Stachel der Endlichkeit seinen Schmerz nehmen, indem er sich Gott annähert. Denn der Glaube besteht in dem Vertrauen, dass Gottes Liebe auch dem schuldig gewordenen Menschen unwiderruflich gilt. Deshalb kann sich der glaubende Mensch auch am Ende eines von Schuld und Sinnlosigkeit geprägten Lebens von Gott geschätzt und anerkannt wissen.</div><div><br></div><div>So kann es für glaubende Menschen ein Sterben geben, das die Bibel „lebenssatt" nennt (1Mo/Gen 25,8; 35,29; Hi 42,17), ein Sterben im Einklang mit Gott und sich selbst – trotz aller Leiden und Entbehrungen, Versäumnisse und Verfehlungen. Und Paulus spricht einmal davon, Sterben sei für ihn ein Gewinn (Phil 1,21). Die Endlichkeit hat dann ihre Schrecken verloren. Doch nicht jeder glaubende Mensch stirbt so. Es ist ein Geschenk Gottes, das Gott uns zuwenden <span class="fs14lh1-5"><b>kann</b></span>, aber nicht <span class="fs14lh1-5"><b>muss</b></span>. Darum kann man ein solches Sterben von keinem glaubenden Menschen einfordern, als müsste man in der Gelassenheit des Glaubens sterben. Man kann um ein solches Sterben nur bitten und es dankbar empfangen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Leid annehmen und aktiv ertragen</div><div><br></div><div>Das Ende unseres Lebens zieht einen radikalen Schlussstrich unter etwas, was noch nicht zum Abschluss gekommen ist. Es ist immer noch etwas offen, wenn wir sterben. Darum blenden wir die Endlichkeit des Lebens weitgehend aus. Das ist ein Stück weit normal und lebensnotwendig, hat aber auch Schattenseiten. Wer Tod und Leiden verdrängt, überspielt oder verharmlost, wird später um so heftiger davon betroffen. Dann kann der Tod eines weit über 80jährigen Menschen für die Hinterbliebenen „unfassbar" sein. Das Bemühen, Krankheit und Tod möglichst zu verdrängen, kann am Ende nicht gelingen. Deshalb ist es besser, die Verletzlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens beizeiten als etwas anzunehmen, was zum Leben einfach dazugehört.</div><div><br></div><div>Das bedeutet anzuerkennen, dass es kein Leben ohne Leid geben kann. Deshalb strebt christlicher Glaube auch nicht wie der Buddhismus nach einem leidfreien Leben. Das Leid muss vielmehr ertragen werden, aber nicht passiv und resigniert, sondern aktiv und hoffnungsvoll. Das bedeutet: Der leidende Mensch findet sich nicht einfach mit seinem Leiden ab. Er unterdrückt nicht den Schmerz und verbietet sich nicht das Klagen. Vielmehr: „Leidet jemand unter euch, der bete! Ist jemand guten Mutes, der singe Loblieder! Ist jemand krank unter euch, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, und sie sollen über ihm beten, nachdem sie ihn im Namen des Herrn mit Öl gesalbt haben" (Jak 5,13f). Mit anderen Worten: Lass deinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf! Sprich alles im Gebet aus! Klage und weine, wenn dir danach zumute ist, und sei dankbar, wenn es Grund zur Freude gibt! Und suche die Gemeinschaft mit Christ*innen! Verheimliche ihnen dein Leid nicht, sondern lass dir Gutes von ihnen tun und lass sie für dich beten!</div><div><br></div><div>Den Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen, heißt auch, Gott sein Leid zu klagen. Die Klagepsalmen sind Beispiele dafür (siehe Teil 1 Abschnitt 5). Angst und Zorn, Fragen und Zweifel müssen nicht unterdrückt werden. Da Gott sowieso all unsere Gedanken kennt (Ps 94,11; 139,2), müssen wir sie nicht vor ihm verheimlichen. Auch im Klagen und Protestieren gegen das Leid verdrängen wir das Leid nicht, sondern nehmen es wahr, schreien es heraus und geben ihm so einen Ort in unserem Leben.</div><div><br></div><div>Sogar aufgekommene Hassgefühle gegenüber demjenigen, der dem betenden Menschen Leid zufügt, haben Eingang in die Psalmen gefunden (z.B. Ps 109,6-20, 137,7-9; 139,19-22). Die damit verbundenen schlechten Wünsche für den gehassten Menschen stehen allerdings oft nicht mit der Liebe in Einklang und sind daher abzulehnen. Jedenfalls soll aber der aufgestaute Hass nicht unterdrückt, sondern vor Gott ausgesprochen werden. Das kann bewirken, dass der Hass nicht weiter im Menschen gärt, sondern ebenfalls seinen ihm gemäßen Ort erhält: Der von Hass erfüllte Mensch übt keine Selbstjustiz, sondern überlässt Gott die Durchsetzung der Gerechtigkeit.</div><div><br></div><div>Es gibt auch ein Leiden um des Glaubens willen. Der Glaube, zu dem ein Mensch sich bekennt, kann also nicht nur Trost im Leid sein, sondern kann auch ins Leid führen. In nicht wenigen Ländern der Erde sind Christ*innen um ihres Glaubens willen massiven Verfolgungen ausgesetzt. Den Evangelien zufolge hat Jesus selbst diese Verfolgungen angekündigt (z.B. Mt 10,17f; 24,9). Paulus, der ebenfalls Verfolgungen ausgesetzt war, stellt diese neben die Verfolgung Jesu Christi: Der an Christus glaubende Mensch teilt, wenn er Verfolgungen erleidet, das Geschick Christi (Phil 3,10). Für das Neue Testament ist das nichts Ungewöhnliches (1Petr 4,12f).</div><div><br></div><div>In einem Land wie unserem, in dem die freie Religionsausübung garantiert ist, sind Christ*innen von staatlicher Sanktionierung verschont. Sie können aber dennoch die Ablehnung ihrer Mitmenschen erleben, Hohn und Spott ausgesetzt sein sowie unter Umständen berufliche Nachteile erfahren. Jeder Mensch, der aus seinem Glauben kein Hehl macht, wird sich als Fremder in dieser Welt fühlen, sobald er den geschützten Bereich der Mitglaubenden verlässt, und manchmal sogar innerhalb dieses Bereiches. Paulus deutet auch solches Leiden nicht als etwas Sinnloses. Er kann ihm vielmehr den Sinn abgewinnen, dass der um seines Glaubens willen leidende und bewusst in diesem Leid lebende Mensch das Leiden und Leben des auferweckten Jesus Christus widerspiegelt (2Kor 4,10f). Letztlich dient also dieses Leiden, Kämpfen und Überwinden des Christen der Verkündigung Jesu Christi, der zuvor auch Leid und Tod überwunden hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">8. Im Glauben reifen und wachsen</div><div><br></div><div>Es ist eine Lebenserfahrung, dass unser Leben oft erst im Leid Tiefgang gewinnt. Wenn wir leiden, verlassen wir die Oberfläche unserer täglichen Geschäftigkeit und der Zerstreuungen und beginnen zu fragen, was es mit unserem Leben eigentlich auf sich hat, wohin es uns führt und was wir vielleicht ändern sollten. Unsere Begrenztheit tritt uns vor Augen, und es tut sich die Frage auf, was jenseits unserer Grenzen liegt. So kann es geschehen, dass gerade im Leid ein Mensch seinen Blick auf die Macht außerhalb seiner selbst richtet, die wir Gott nennen (2Kor 1,9; 4,7). Er erkennt, dass er seines Lebens nicht mächtig ist, und öffnet sich für die Lebensmacht Gottes (Phil 4,13). Ein Mensch hingegen, dessen Leben allzu glatt verläuft, der keine Misserfolge kennt und dessen Leben einem Höhenflug gleicht, wird in der Regel die Begrenztheit seiner Macht unterschätzen und zur Überheblichkeit neigen (2Kor 12,7).</div><div><br></div><div>So kann gerade das Leid einem Menschen die Tür zum Glauben öffnen. Doch wird es, wie jeder christliche Glaube, ein angefochtener Glaube bleiben. Die Bibel weiß um Prüfungen und Erprobungen des Glaubens gerade bei den Menschen, die als Beispiele festen Glaubens gelten (z.B. 1Mo/Gen 22,12f; Hi 1f; 1Petr 1,6f). Diese „Prüfungen" haben aber nicht das Ziel, Schulnoten für die Stärke des Glaubens zu verteilen. Es geht vielmehr darum, dass der Glaube aus der überwundenen Anfechtung gestärkt hervorgeht (Röm 5,3-5; Ps 119,67.71). Die Stärkung kann darin bestehen, dass der glaubende Mensch die Erfahrung macht: Meine Wünsche und Sehnsüchte werden nicht sofort erfüllt. Ich muss vielmehr Geduld aufbringen, und wenn ich geduldig an meinem Vertrauen zu Gott festhalte, wird sich das auszahlen. Diese Erfahrung wird den Menschen auch in künftigen Herausforderungen darin bestärken, auf den Gott zu hoffen, der ihn schon zuvor durch das Leid hindurchgeführt hat.</div><div><br></div><div>Indem also Herausforderungen bestanden werden, wird der Glaube widerstandsfähig. Damit ist schon gesagt, dass der Glaube auch Kampf ist. Er steht uns nicht zur Verfügung, sondern muss immer wieder errungen werden. Dabei steht der glaubende Mensch nicht allein. Der Glaube und auch die Überwindung von Anfechtungen sind Gaben Gottes, die der Mensch nur empfangen kann (1Kor 2,4f; 2Kor 4,7; Eph 2,8). Gott wird den Menschen also nicht über die Maßen der Versuchung zum Unglauben ausgesetzt sein lassen. Er wird ihm vielmehr die Kraft geben, die Versuchungen zu überwinden (1Kor 10,13).</div><div><br></div><div>Glaube ist demnach keineswegs ein beständiges seliges Glücksgefühl. Das Kämpfen bleibt dem glaubenden Menschen nicht erspart (Phil 3,12-14). In diesem Kampf steht ihm Gott selbst zur Seite. Aber auch die Gemeinschaft der Glaubenden kann Kraft geben. Dazu ist eine Gemeinde nötig, die den Glauben nicht als selbstverständlichen Besitz betrachtet und alle Zweifel leugnet, sondern um die Herausforderungen des Glaubens weiß und dem Zweifelnden in seinem Kampf beisteht. Und der Zweifelnde selbst muss bereit sein, seinen Glauben nicht als Privatsache zu betrachten, über die man mit niemandem spricht, und sich stattdessen für den Trost und die Hilfe der Mitglaubenden zu öffnen.</div><div><br></div><div>Zum Schluss sei noch bemerkt, dass aber gerade die Mitglaubenden auch zum Problem werden können. Es gibt christliche Menschen, die ihren Mitmenschen in erster Linie mit religiösen Forderungen entgegentreten und die kein Verständnis für menschliche Schwächen und religiöse Zweifel haben. Gegen solche belastenden Forderungen hat sich schon Jesus gewandt (Lk 11,46; Mt 23,4). Er hat sich stattdessen denen zugewendet, die als religiös unzulänglich und sündig galten, und hat ihnen das Heil verheißen (z.B. Mt 9,9-13; 21,31b; Lk 19,1-10).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">9. Ein gutes Leben führen</div><div><br></div><div>„Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" (Spr 26,27a) – das ist eine Lebenserfahrung. Es gibt aber auch die andere Erfahrung, dass es einem Menschen, der Böses tut, ausgesprochen gut dabei geht. Beide Erfahrungen lassen sich schon in der Bibel finden. Da ist zunächst die Überzeugung, dass die schlechten Taten eines Menschen ihn irgendwann selber treffen: Das Böse, das er tut, ist auch das Böse, das er erleiden muss (z.B. Ps 7,17; 9,16). Doch diese Rechnung geht nicht immer auf und wird darum schon in der Bibel hinterfragt (z.B. Ps 73,3-5.12; 94,3-7; Hi 21,7-16a).</div><div><br></div><div>Dennoch ist es für das eigene Leben allemal besser, ein Leben nach Gottes Geboten zu führen und dabei die Liebe, das Gottvertrauen, die Weisheit und die Vernunft sprechen zu lassen (z.B. Spr 2,1-9; 3,1-8.13-22). Das kann zum Beispiel bedeuten, die eigene Gesundheit und das eigene Ansehen nicht zu ruinieren (Spr 23,20f), sich den Mitmenschen gegenüber freundlich zu verhalten (Spr 16,24) und durch eigene Arbeit zum Broterwerb beizutragen (Spr 11,16b). Das biblische Buch der Sprüche, das zur alttestamentlichen Weisheit zählt, weiß viel über ein solches Leben zu sagen. Es kann aber auch der Liebe und Weisheit entsprechen, bestimmte Übel an der Wurzel zu packen und die leidbringenden religiösen und gesellschaftlichen Verhältnisse zu verändern. Das erkannten vor allem die Propheten Israels. Sie werden nicht müde, ungerechte Strukturen anzuprangern (z.B. Am 2,6-8; 5,21-24; Jer 7,1-11; Ez 34). Ebenso hat Jesus die Missstände im Jerusalemer Tempel beklagt (Mk 11,15-19).</div><div><br></div><div>Es ist nicht selten, dass Menschen erst durch Leid lernen, was schief läuft in ihrem Leben und in ihrer Welt. Erst das Leiden am Unklugen macht uns klug. So kann Gott uns leiden lassen, um uns zum Guten anzuleiten. Die Bibel übersetzt dieses Handeln Gottes manchmal mit dem Wort „Züchtigung" (Spr 3,11f; Hebr 12,4-11; Offb 3,19). Doch dieses alte Wort weckt falsche Assoziationen. Es geht darum, dass Gott uns eine Zeit lang und „in Maßen" leiden lässt (Jer 10,24; 46,28), damit wir umdenken und unser Leben ändern. Die „Züchtigung" ist also keine willkürliche Strafe, wie sie unter Menschen vorkommt, sondern liebevolle Wegweisung, Hinführung zu einem guten Weg (Hebr 12,10!). Weil wir mitunter erst dann zum Umkehren bereit sind, wenn wir Schmerz empfinden, kann diese Wegweisung mit Leid verbunden sein. Doch wenn Gott uns Schmerzen zufügt, tut er das nicht mit Freude oder um seinen Zorn an uns auszulassen, sondern um uns zum guten Leben anzuleiten.</div><div><br></div><div>Ähnliches gilt für die Stellen, an denen die Bibel von Gottes Gericht spricht. Dass Gott den Menschen richtet, bedeutet, dass er ein Urteil über den Menschen spricht, der sich von Gott entfernt hat. Aber dieses Urteil legt den Menschen nicht auf seine Gottesferne fest, sondern will ihn zur Umkehr bewegen. So schließt das Gericht über Adam und Eva ein, dass Gott weiterhin für sie sorgt und ihr Leben weitergeht (1Mo/Gen 3,16-24); dasselbe gilt für Kain, der seinen Bruder erschlug (1Mo/Gen 4,11-16). Und obwohl nach der Sintfluterzählung Menschen und Tiere in den Fluten umgekommen sind, weil die Menschen von Grund auf böse sind, gewährt Gott dem Leben auf Erden Bestand bis zum Ende der Tage (1Mo/Gen 8,20-22). Nach Paulus dient Gottes irdisches Richten gerade dazu, dass die Christ*innen im Jüngsten Gericht nicht zusammen mit den Ungläubigen verurteilt werden (1Kor 11,32). (Mehr zum Gericht Gottes findest du in den beiden Artikeln "Die Gerichte der Liebe" <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-gerichte-der-liebe--teil-1-" target="_blank" class="imCssLink">Teil 1</a> und <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-gerichte-der-liebe--teil-2-" target="_blank" class="imCssLink">Teil 2</a>.)</div><div><br></div><div>Wenn auch dem Sünder das Gericht und somit Unheil droht, so kann doch von dem Unheil, das einem Menschen widerfährt, nicht der Rückschluss gezogen werden, dass dieser Mensch ein schwerer Sünder sein müsse. Das war schon der Fehler der Freunde Hiobs. Jesus hat diesen Rückschluss ausdrücklich abgelehnt und stattdessen das Unheil als Ruf zur Umkehr gedeutet (Lk 13,1-5). Nach dem Johannesevangelium kann das Unheil eines Menschen auch dazu dienen, dass Gottes Handeln anderen Menschen offenbar wird (Joh 9,2f).</div><div><br></div><div>So können Leiden sogar in vielfältiger Weise dem Mitmenschen dienen. Die Art, wie Jesus stirbt, wird einem römischen Hauptmann zum Zeugnis für seine Gottessohnschaft (Mk 15,39). Das Leid des Paulus wird zum Zeugnis des Evangeliums und ermutigt die Mitchristen zum furchtlosen Bekennen (Phil 1,12-14; Apg 16,25-34). Nur wer im Leid Trost erfahren hat, ist auch in der Lage, einem anderen Trost zu spenden (2Kor 1,4.6). Die Bereitschaft zum Leiden ermöglicht es, dass einer des anderen Last trägt (Gal 6,2). Christ*innen, die das Leid nicht scheuen, das mit dem Christwerden und Christsein verbunden sein kann, werden zum Vorbild für viele andere Glaubende (1Thess 1,6f; 2Thess 1,4).</div><div><br></div><div>Das besagt nicht, dass Leid das Ziel christlichen Lebens ist. Doch wenn man als Christ*in schon leiden muss, ist das Leid nicht sinnlos, sondern kann Gutes entweder beim leidenden Menschen selbst oder bei seinen Mitmenschen bewirken.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">10. Gottes Leiden und unser Leiden mit ihm</div><div><br></div><div>Das Rätsel des Leids bleibt trotz all dieser Sinngebungen bestehen. Denn die Frage ist nicht beantwortet, warum Gott nicht eine Welt geschaffen hat, in der es zumindest kein schweres Leid gibt. Andererseits besteht der Trost in allem Leid gerade darin, dass es nicht das blinde Schicksal ist, das uns ins Leid stürzt, sondern dass auch die leidbringenden Mächte letztlich Gott unterstehen. Wir sind also im Leid nicht in der Hand unpersönlicher Chaosmächte, die wahllos Zerstörung bringen, sondern in der Hand des liebenden Gottes. Nur darum können wir uns im Leid an Gott wenden und um seine Hilfe bitten.</div><div><br></div><div>Auch Jesus erlebte sein Leiden und Sterben nicht spannungslos. Einerseits bittet er Gott, dass ihm sein Tod erspart bleibe (Mk 14,33-36; Mt 26,37-39; Lk 22,41-44), und er erlebt das Verlassensein von Gott (Mk 15,34; Mt 27,46). Andererseits zeigt gerade sein Schrei am Kreuz, dass er bis zuletzt an diesem Gott, der ihn verlassen hat, festhält. Der Evangelist Lukas beschreibt mit anderer Akzentsetzung als Markus und Matthäus gerade dieses Festhalten an Gott (Lk 23,46).</div><div><br></div><div>Nach christlichem Verständnis zeigt Jesu Leiden nicht nur, dass Gottes Sohn auf Erden leiden musste, sondern es zeigt zugleich, dass Gott selbst ein leidender Gott ist. Gott ist kein unbeteiligter Zuschauer des unermesslichen Leids, das es auf Erden gibt. Er ist vielmehr, weil er seine Geschöpfe liebt, unmittelbar von deren Leid betroffen. Er erfährt unseren Schmerz, als wäre es der seine, und er empfindet Erbarmen mit uns. Dieses Erbarmen ist kein Prinzip, nach dem Gott eben handeln muss, sondern es ist eine innere Empfindung Gottes, ein schmerzliches Betroffensein von unserem Leiden.</div><div><br></div><div>Von Jesus wird immer wieder berichtet, dass er angesichts der Not der Menschen „Erbarmen fühlte" (Luther übersetzte: „es jammerte ihn") (z.B. Mk 6,34; Mt 9,36). Im biblischen Originaltext steht an diesen Stellen ein Wort, das mit dem griechischen Wort für „Eingeweide" zusammenhängt. Wenn Jesus Erbarmen fühlte, dann ist das also kein pflichtgemäßes Fühlen von Mitleid, sondern man könnte übersetzen: „Es ging ihm an die Nieren", „es ging ihm durch und durch". Er wird eins mit unserem Leiden. Ebenso heißt es im Alten Testament, dass Gott die Leiden Israels und der anderen Völker kennt (2Mo/Ex 3,7) und mit ihnen fühlt (z.B. Hos 11,8; Jer 8,18-19,11; 48,31f.35f). Wenn Gott unsere Leiden kennt, ist das kein Wissen um sie aus der Distanz heraus, sondern ein Wissen, das in der Erfahrung seines Mitleidens gründet.</div><div><br></div><div>Es mag überraschen, von einem leidenden Gott zu sprechen. Und tatsächlich stellte man sich schon in der Antike die Götter so vor, dass sie allem Leiden enthoben waren. Sie waren gar nicht fähig zu leiden. Ein Gott, der leidet, ist bis heute den meisten Religionen fremd. Aber gerade das zeichnet das jüdische und christliche Verständnis Gottes aus: dass er, weil er liebt, ein mitfühlender und darum leidender Gott ist.</div><div><br></div><div>Gott leidet aber nicht nur <span class="fs14lh1-5"><b>mit</b></span> uns, sondern auch <span class="fs14lh1-5"><b>für</b></span> uns. Er zieht es vor, unter unserem Fehlverhalten zu leiden, statt diesem Fehlverhalten ein Ende zu machen, indem er uns dem Tode preisgibt. Der Richter über unser Leben lässt sich selber richten, damit wir weiterleben können. Der Herr über alles Leben wird zu einem, der sich von uns seine Göttlichkeit absprechen lässt, der sich mundtot machen und als Gott ignorieren lässt. Er lässt sich quasi töten, weil er uns am Leben lassen will. Er tut das aus Liebe zu uns. (In meinem Buch <a href="https://christseinverstehen.de/allgemeinverstaendlich--kreuzestod-jesu.html" target="_blank" class="imCssLink">Versöhnte Welt</a> habe ich diese Zusammenhänge ausführlich erklärt.)</div><div><br></div><div>An dieser Liebe hängt unser Leben: Gott lässt uns das Leben und lässt sich von uns als Gott, dem Lob und Ehre gebührt, töten. Gott lässt es geschehen, dass wir ihn ignorieren und ihn so als einen, der uns liebt, dem Tode preisgeben. Aber Gottes Liebe hat Bestand auch über dieses Preisgegebensein hinaus. Jesus ist auferstanden, und er lebt und liebt uns bis heute.</div><div><br></div><div>Weil Gott uns liebt, können wir in der Liebe zu ihm leben. Das heißt aber auch, an den Leiden Jesu teilzuhaben. Wir haben das Gefühl, von Gott verlassen zu sein. Wir flehen um ein Ende des Leids. Wenn das Ende ausbleibt, können wir vielleicht in Gottes unerklärlichen Willen einwilligen. Das Leid bleibt uns ein Rätsel, aber wir halten daran fest, dass Gott bei uns ist, auch wenn wir ihn nicht spüren und von ihm verlassen zu sein scheinen. Wir ringen um das Vertrauen, dass er uns trotz allem mit großem Erbarmen begegnen und schließlich von unserem Leid befreien wird (Jes 54,7f).</div><div><br></div><div><br></div><div><i class="fs11lh1-5">Literatur:</i></div><div><span class="fs11lh1-5">Gerhard Gerstenberger / Wolfgang Schrage: Leiden. Verlag W. Kohlhammer. Stuttgart u.a. 1977.</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 11 Nov 2020 14:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Im Leiden leben (Teil 1)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000005E"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Im Leiden leben (Teil 1)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 05/11/2020</span></div><div><br></div><div>Leid gehört zu unserer Welt. Alle Menschen leiden, in verschiedensten Formen und aus unterschiedlichsten Gründen. Schon die natürliche Begrenztheit des Menschen kann als Leid empfunden werden, von Verlusten ganz zu schweigen.</div><div><br></div><div>Wir sind begrenzt durch den Raum und die Zeit, die wir durchschreiten, durch unsere Geschichte und unsere Beziehungen; begrenzt in unseren körperlichen und geistigen Fähigkeiten sowie in dem, was wir erleben. Wir erleben den Verlust von Gesundheit, Ansehen, Erfolg, Macht und von Menschen. Die Reihe ließe sich fortsetzen. Kurzum: Wir sind als Menschen allseitig begrenzt und dem Leiden ausgesetzt.</div><div><br></div><div>Ich beantworte hier nicht die Frage, warum Gott eine Welt erschaffen hat, in der es Leid gibt. Ich setze vielmehr voraus, dass es Leid gibt, und versuche die Frage zu beantworten: Welche Möglichkeiten, mit Leid umzugehen, eröffnen sich einem glaubenden Menschen von den biblischen Schriften her?</div><div><br></div><div>Wegen der Länge des Artikels habe ich ihn in zwei Teile aufgeteilt. Ich beginne mit einigen Gedanken dazu, dass das Leiden zu den Grundgegebenheiten unserer Welt gehört.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Die Erschaffung einer begrenzten Welt</div><div><br></div><div>Die Welt, in der wir leben, existiert offensichtlich nicht ewig, sondern hat ein Ende. Alles ist dem Werden und Vergehen unterworfen. Weder das Atom noch das Universum sind endlos. Kein Ding und kein Lebewesen ist endlos, sondern jedes Werden von Neuem setzt ein Vergehen von Altem voraus. Das Vergehen von Lebewesen bedeutet aber immer deren Leiden. Paulus kann sogar einmal sagen, dass alles Geschaffene sich nach dem Ende seines Leidens sehne (Röm 8,19-22).</div><div><br></div><div>Schon in den Schöpfungsgeschichten am Anfang der Bibel wird die Welt so beschrieben, dass Endlichkeit, Werden und Vergehen zu ihr gehören. Als Gott Tag und Nacht erschuf, war damit das Vergehen der Zeiten gegeben. Sonne und Mond zeigen „Zeiten, Tage und Jahre" an (1Mo/Gen 1,14-16). Pflanzen, Tiere und Menschen können nicht leben, wenn nicht zuvor andere Pflanzen, Tiere und Menschen vergangen sind. Denn der Platz auf unserer Welt ist begrenzt. Wer das leugnet, spricht nicht von dieser Welt.</div><div><br></div><div>Die Schöpfungsgeschichten aber sprechen von dieser Welt und keiner anderen. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass das Leben in der ursprünglichen Schöpfung ewig war, also ohne Werden und Vergehen. So, wie die Welt ist, also ihre Vergänglichkeit inbegriffen, ist sie „sehr gut" (1Mo/Gen 1,31).</div><div><br></div><div>Nach der zweiten Schöpfungsgeschichte, die vom Garten Eden erzählt (1Mo/Gen 2,8), war es nicht anders. Denn der Mensch hat die Aufgabe, den Garten zu bebauen (1Mo/Gen 2,5.15). Was aber tut ein Mensch, der den Garten bebaut? Er reißt aus und pflanzt, pflanzt und reißt aus. Anders ist ein Bebauen in unserer Welt nicht möglich.</div><div><br></div><div>Der Mensch darf die Früchte von den Bäumen des Gartens essen (1Mo/Gen 2,16). Was aber heißt das anderes, als dass er ausreißt, damit Neues wachsen kann?</div><div><br></div><div>Viele Theologen führen noch etwas anderes an: Nirgends steht, dass Adam und Eva unsterblich geschaffen wurden. Gott droht ihnen nur an, dass sie, wenn sie von den Früchten des einen verbotenen Baumes essen, sterben müssen (1Mo/Gen 2,17). Er droht nicht an, dass sie sterblich werden. Auch später ist immer nur davon die Rede, dass Adam und Eva, wenn sie das Verbot übertreten, sterben müssen, nicht davon, dass sie ihre Unsterblichkeit verlieren (1Mo/Gen 3,3f).</div><div><br></div><div>Ich bin nicht sicher, ob diese Auslegung haltbar ist. Darum will ich sie nur erwähnen. Immerhin scheint es einen Zusammenhang zwischen Sünde und Tod zu geben, wie immer der auch zu verstehen ist. Paulus jedenfalls meint, dass erst mit der Sünde der Tod in die Welt gekommen ist (Röm 5,12).</div><div><br></div><div>Man muss sich auch klarmachen, dass die Schöpfungsgeschichten kein geschichtliches Nacheinander ausdrücken wollen. Sie wollen nicht sagen: Zuerst gab es eine Schöpfung ohne Sünde, dann den Sündenfall, und danach wurde der Mensch in eine andere Welt versetzt, in der die Sünde regierte. Die Schöpfungsgeschichten sprechen nicht von geschichtlichen Abläufen, sondern von Grundwahrheiten über den Menschen: Er ist von Gott in eine sehr gute Welt gesetzt. Er kann in Gemeinschaft mit Gott existieren (wir würden sagen: im Glauben), aber er kann auch die Gemeinschaft mit Gott aufkündigen und damit sich selbst des „Paradieses" berauben. Beide Wege gibt es bis heute. Wählt der Mensch den zweiten Weg, dann verliert er die Geborgenheit bei Gott und ist der Begrenztheit und Vergänglichkeit des Lebens ohne Trost ausgesetzt.</div><div><br></div><div>Wenn man also von der Erschaffung der Welt spricht, in der wir leben, kann man schlecht daran festhalten, dass sie unvergänglich geschaffen ist. Eine unvergängliche Welt wäre eine andere Welt. Die Schöpfungsgeschichten aber sprechen von keiner anderen Welt. Das Universum ist vergänglich. Unser Planet ist vergänglich. Werden und Vergehen gehören zwangsläufig zum Leben auf unserem Planeten.</div><div><br></div><div>Wenn das stimmt, dann ist das Vergehen und damit auch das Leiden schon Bestandteil der sehr guten Schöpfung. Das ist nicht unwichtig für die Frage, wie wir mit dem Leid in der Schöpfung zurechtkommen; wie wir mit dem Vergehen, dem Tod und allem Leid umgehen.</div><div><br></div><div>Bevor ich darauf eingehe, möchte ich mich noch kurz der Frage widmen, <span class="fs14lh1-5"><b>warum</b></span> wir leiden müssen. Denn diese Frage drängt sich dem leidenden Menschen geradezu zwingend auf – wie auch die biblischen Autoren wussten.</div><div><br></div><div><br></div><div> </div><div class="imHeading2">2. Die Warum-Frage</div><div><br></div><div>Leiden und Sterben sind also eine Realität. Das wird in der Bibel von Beginn an weder verschwiegen noch schöngefärbt. Dazu kommt, dass der Schöpfer nach biblischem Verständnis derjenige ist, der Tod und Leben, Glück und Unglück in seiner Hand hat und dem Menschen zuteilt (1Sam 2,6-8; Ps 104,29f; Am 3,6b). Das wirft die Frage auf: Warum muss der eine Mensch leiden, während es dem anderen gut geht?</div><div><br></div><div>Die Frage wird in der Bibel immer wieder gestellt – nicht als theoretische Frage, sondern als eine, die der leidende Mensch Gott verzweifelt entgegenschleudert. Wer mag, sollte die Bibelstellen (samt ihrem Kontext) ruhig einmal nachlesen, um die Dramatik dieses Fragens nachzuempfinden. Es ist kein distanziertes Fragen, sondern ein Schreien aus tiefster Seele: Ps 10,1.13; 22,2; 42,10; 44,24f; Jer 15,18; Hi 3,20; Mt 27,46; Mk 15,34.</div><div><br></div><div>Die Frage nach dem „Warum?" wird gestellt, aber sie wird nicht beantwortet. Warum trifft mich so schweres Leid? Warum nimmt es kein Ende? Warum hat Gott überhaupt eine begrenzte Welt erschaffen, in der Leiden zum Leben gehört? Warum hat er uns nicht gleich in sein ewiges Reich versetzt, in dem kein Leid und Geschrei mehr sein wird? Wir wissen es nicht. Es bleibt nur, trotz der offenen Frage an dem Gott festzuhalten, der auch im tiefsten Leid uns festhält und schließlich aus allem Leid erretten wird (Ps 73,23f).</div><div><br></div><div>Dass die Warum-Fragen unbeantwortet bleiben, heißt nicht, dass wir im Leid der Sinnlosigkeit preisgegeben sind. Die Leidenden, von denen die Bibel erzählt, wehren sich dagegen, dass ihr leidvolles Leben sinnlos sein soll. Stattdessen suchen sie immer wieder danach, ihrem Leiden einen Sinn abzugewinnen. Sie suchen diesen Sinn mit dem Blick auf den Gott, der sie in dieses Leid geführt oder sie zumindest nicht davor bewahrt hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Hat Leiden Sinn?</div><div><br></div><div><div>Jedes Leid ist anders. Darum gibt es kein System, in das man alles Leid einordnen könnte. Es gibt keinen einheitlichen Sinn, den man wie eine Schablone über alles Leid legen könnte und der allem Leid eine Bedeutung gibt. Die Suche nach dem Sinn bleibt immer eine Suche. Vielleicht denke ich manchmal, einen Sinn gefunden zu haben. Doch dann wird er mir wieder zweifelhaft. Vielleicht müssen wir es schließlich dabei belassen, dass Gott den Sinn kennt – auch dann, wenn <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> keinen erkennen können. Es mag auch sein, dass man im Rückblick den Sinn eines Ereignisses vermuten kann. Aber das, was Menschen einander antun – hat das einen Sinn? Es gibt wohl Vieles, was auch in Gottes Augen sinnlos ist – wenngleich er den Seinen auch Sinnloses zum Guten gedeihen lassen kann (Röm 8,28).</div></div><div><br></div><div>Eine einfache Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Leids wäre „Gott will es so"; Jesus musste leiden, und wer an ihn glaubt, muss es eben auch. Aber diese Antwort ist in ihrer Pauschalität falsch. Sie kann den Eindruck erwecken, Gottes Wille sei es, dass alle seine Geschöpfe oder zumindest alle, die an ihn glauben, leiden. Das Neue Testament weiß zwar darum, dass die an Jesus Glaubenden „durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen" (Apg 14,22). Aber es weiß auch darum, dass Leid von „teuflischen" Mächten verursacht werden kann, die Gottes Willen widersprechen (Offb 2,10). Man kann also nicht sagen, jedes Leid sei eben von Gott gewollt und gutgeheißen. Das meiste Leid wird vielmehr von Menschen oder anderen Gewalten erzeugt, die gegen Gottes Willen handeln.</div><div><br></div><div>Das Leid, wie die Bibel es beschreibt, kann nicht auf einen einfachen Nenner gebracht werden. Es bleibt immer mehrdeutig und spannungsvoll. Das macht es so schwierig, gültige Aussagen über das Leid zu machen. Darum kann ich auch im Folgenden nur Aspekte aufzeigen, die vielleicht manchmal widersprüchlich erscheinen. Das liegt in der Natur der Sache. Leid lässt sich ebenso wenig wie Gott in ein fertiges System pressen.</div><div><br></div><div>Doch auch wenn uns die Bibel keinen eindeutigen Sinn des Leidens zeigt, hält sie daran fest, dass der leidende Mensch niemals aus Gottes Händen herausfällt. Gott bleibt der Herr alles Geschehens; nichts geschieht, was er nicht zugelassen hat. Und auch wenn das Leid noch so groß ist, so ist es doch Gott, der die Größe des Leids begrenzt (Hi 1,12; 2Kor 12,7-9; Offb 13,7).</div><div><br></div><div>Wenn wir leiden müssen, sind wir also nicht dem blinden Schicksal oder gar einer teuflischen Macht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Wir bleiben vielmehr in der Hand des Gottes, der uns liebt und Gutes für uns will (Ps 23,4; Röm 8,28.35-39). Nur darum wenden sich die Leidenden der Bibel immer wieder an Gott mit ihren Klagen und mit der Bitte um ein Ende des Leids. Hilfe wird allein von dem Gott erwartet, der durch Menschen und Ereignisse aus dem Leid befreien kann.</div><div><br></div><div>Wenn ich nun versuche, die vielfältigen biblischen Deutungen des Leids zu benennen, dann heißt das nicht, dass damit das Rätsel des Leids beseitigt wäre. Es bedeutet nur, mögliche Wege aufzuzeigen, wie man mit Leid umgehen kann. Letztlich muss aber jeder leidende Mensch seinen eigenen Weg finden, mit dem ihn treffenden Leid zu leben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Vor dem Leid fliehen und Freuden suchen</div><div><br></div><div>Die Autoren der biblischen Schriften vertraten keineswegs die Auffassung, man müsse sich tatenlos in sein Leid ergeben. Sie riefen vielmehr dazu auf, wenn möglich vor dem Leid die Flucht zu ergreifen (z.B. Jer 4,6; 50,8; Mt 2,13; 24,16). Auch Jesus fleht vor seiner Gefangennahme zu Gott, das Leid doch, wenn es möglich sei, an ihm vorübergehen zu lassen (Mt 26,39).</div><div><br></div><div>Das spricht dagegen, als Christ oder Christin fraglos die Rolle eines Opfers einzunehmen. Wir sind nicht zum Leiden geboren. Auch einem anderen leidenden Menschen sollte man nicht mit Sätzen begegnen wie „Wenn Gott es will, dann musst du eben deine Last tragen." Das ist keine Seelsorge, sondern eine Festlegung des leidenden Menschen auf sein Leid, ohne einen Ausweg aufzuzeigen und an seiner Last mitzutragen (Gal 6,2).</div><div><br></div><div>Es gibt auch die christliche Auffassung, die Welt sei sowieso ein Jammertal, in dem es eigentlich keinen Grund zur Freude gebe. Diese Auffassung kann sich äußern als Resignation angesichts der Sinnlosigkeit des Lebens und angesichts der Vergänglichkeit alles dessen, was wir erleben. Im philosophischen Existenzialismus wurde die Absurdität alles Seins massiv erlebt, reflektiert und als menschliches Geworfensein in diese Welt akzeptiert.</div><div><br></div><div>Dem setzt der christliche Glaube die Auffassung entgegen, Gottes Schöpfung sei sehr gut, und zwar allem Leid und aller Vergänglichkeit zum Trotz (siehe oben Abschnitt 1). Sogar das alttestamentliche Buch des Predigers, in dem die Sinnlosigkeit des Lebens stark betont wird (Pred 1,2-11), bleibt nicht in der Resignation hängen, sondern ruft dazu auf, das Leben nach Kräften zu genießen (Pred 3,12f.22a; 5,17-19; 9,7-10).</div><div><br></div><div>Die Wahrnehmung von Sinnlosigkeit und das Erleben von Leid sollte also nicht dazu führen, in Melancholie und Resignation zu verfallen. Im Gegenteil: Auch angesichts aller Begrenztheiten unseres Lebens sollen wir die Freuden des Lebens wo immer möglich genießen. Dass wir im „Land und Schatten des Todes" leben (Mt 4,16), bedeutet nicht, dass wir zum Leiden verurteilt sind und alle Freude fahren lassen sollen.</div><div><br></div><div>Konkret kann das bedeuten, das Leid, das uns befällt, nicht zu hoch zu bewerten. Wir sollen nicht wie das Kaninchen auf die Schlange blicken und angesichts des Unglücks erstarren. Wir sollen uns vielmehr auf den Weg machen, gegen das Leid – wenn wir ihm schon nicht entfliehen können – anzugehen: versuchen, dem Leben Gutes abzugewinnen; im Vertrauen auf Gottes Hilfe nach erträglichen Lebensmöglichkeiten suchen; die Hoffnung niemals aufgeben, dass Gott auch dem leidenden Menschen ungeahnte Freuden schenken kann. Das mag manchmal schwer sein, aber es ist besser, als sich taten- und hoffnungslos dem Leid hinzugeben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Zeitliche und ewige Überwindung des Leids erhoffen</div><div><br></div><div>Es hilft nichts, sich im Leid in sich selbst zu vergraben und verbittert nichts Gutes mehr zu erwarten. Hilfreich ist es vielmehr, den Blick nach außen und in die Zukunft zu richten. Der glaubende Mensch geht davon aus, dass sein Geschick trotz allen unverstandenen Leids in Gottes Hand liegt. Das Sprichwort „Der Mensch denkt und Gott lenkt" entspricht biblischem Glauben (Spr 16,9; 19,21; Jer 10,23). Zwar wissen auch die biblischen Autoren darum, dass uns oft verschlossen bleibt, wohin Gott unsere Wege lenken wird (Joh 21,18). Aber sie halten dennoch daran fest, dass ihre Wege von <span class="fs14lh1-5"><b>Gott</b></span> geleitet werden und nicht von einem blinden Schicksal oder von namenlosen Mächten und Gewalten (Ps 31,16).</div><div><br></div><div>Wer im Leid nicht nur auf sich selbst und sein schweres Leben blickt, sondern auch auf Gott, der gibt seinem Leben einen neuen Rahmen. Er zieht sich sozusagen nicht in das abgeschlossene Haus seines Leids zurück, sondern blickt durch ein geöffnetes Fenster auf das Leben – auch auf sein eigenes Leben. Dann kann es geschehen, dass er es mit neuen Augen zu sehen beginnt. Er wendet sich an Gott mit seinen Klagen und Bitten, mit seiner Verzweiflung und Sehnsucht. Die Klagepsalmen des Alten Testaments wissen davon viel zu sagen (z.B. Ps 6; 13; 22; 69; 77; 130).</div><div><br></div><div>Wer zu klagen beginnt, bleibt nicht bei sich selbst, sondern schreit seinen Schmerz hinaus. Wer sich dabei an Gott wendet, den er vielleicht absolut nicht versteht, fleht um Kraft und ein Ende oder zumindest eine Besserung seines Leids. Die Klage ist der erste Schritt zur Hoffnung. Im Klagen selbst kann schon eine emotionale Entlastung eintreten, bis hin zu einem Gefühl des Vertrauens und des Gotteslobs. Das erklärt die Gefühlsschwankungen, die in manchen Psalmen zu beobachten sind: Sie reichen von tiefster Verzweiflung über die Gewissheit, erhört zu werden, bis hin zum Lobpreis der Güte Gottes (z.B. Ps 13; 22; 69).</div><div><br></div><div>Dennoch verspricht das Gebet nicht sofortige Besserung. Der Glaube muss – möglicherweise lange Zeit – auf eine Antwort Gottes warten (Ps 69,4). Das Warten gehört immer zum Glauben, ja es ist geradezu sein Kennzeichen (Ps 33,18f; 104,27; 145,15; Röm 8,19). Denn das Gebet ist kein Mittel der Wunscherfüllung. Vertrauen zu Gott gibt es nur im Warten auf ihn, der zu seiner Zeit und auf seine Art unsere Gebete erhören wird.</div><div><br></div><div>Darauf kommt es an: dass Gott die Gebete erhört (Ps 3,5) und dass er aus der Not erretten wird (Ps 50,15). <span class="fs14lh1-5"><b>Wie</b></span> die Rettung aussehen und <span class="fs14lh1-5"><b>wann</b></span> sie geschehen wird, bleibt allerdings ihm überlassen. Es kann sein, dass die notvolle Situation sich wandelt, aber es kann auch sein, dass sie bestehen bleibt und dass Gott „nur" die Kraft zum Ertragen gibt (Ps 138,3). Allerdings können schwer leidende Menschen mit einer Lebenskraft und sogar Lebensfreude beschenkt werden, die sich ein Gesunder kaum vorstellen kann.</div><div><br></div><div>Und doch bleiben manche Leiden bis zum Lebensende bestehen. Aber selbst dann ist der leidende Mensch nicht zur Hoffnungslosigkeit verurteilt. Denn allen Glaubenden steht die himmlische Erlösung von ihren Leiden vor Augen: Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen, es wird kein Leid, kein Geschrei und keinen Tod mehr geben (Jes 25,8; 65,17-25; Offb 21,1-5), und das, was sie auf Erden leiden, wird gar nicht mehr ins Gewicht fallen angesichts des herrlichen Lebens, das ihnen geschenkt werden wird (Röm 8,18).</div><div><br></div><div>Diese Zukunftsaussicht ist keine billige Vertröstung auf ein fernes Jenseits. Sie wäre es, wenn das gegenwärtige Leben von ihr gar nicht betroffen wäre. Aber die Aussicht auf das himmlische Sein verändert das Leben schon jetzt: Ein Mensch, der sich nicht nur auf sein Leid konzentriert, sondern auch auf dessen endgültige Überwindung blickt, ist seiner Not nicht hilflos ausgeliefert. Er lebt vielmehr schon jetzt in einer hoffnungsvollen Perspektive, die ihm Kraft gibt, auch die schwere Gegenwart besser zu bewältigen.</div><div><br></div><div>Diese hoffnungsvolle Perspektive wird – wie jede christliche Hoffnung – immer eine Hoffnung gegen den Augenschein sein: eine Hoffnung, die auch dann hofft, wenn es keinen Grund zur Hoffnung zu geben scheint. Nach dem Hebräerbrief ist der hoffende Glaube ein „Erweis von Dingen, die man nicht sehen kann" (Hebr 11,1). Von dieser Gewissheit, dass es mehr gibt als das in der Welt Sichtbare und Erlebbare, lebt der leidende Mensch, der sich nicht in sein leidvolles gegenwärtiges Leben vergräbt.</div><div><br></div><div>(zur Fortsetzung in <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?im-leiden-leben--teil-2-" class="imCssLink">Teil 2</a></span>)</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 05 Nov 2020 09:17:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Hundert Hoffnungslichter]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000005D"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Hundert Hoffnungslichter</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/10/2020</span></div><div><br></div><div>Wer in diesen Tagen in der Dämmerung oder am Abend einen Blick auf einen Friedhof wirft, erlebt ein beeindruckendes Schauspiel: ein hundertfaches Lichtermeer.</div><div><br></div><div>Auf vielen katholischen Gräbern steht eine lange brennende Kerze in einem Glas- oder Kunststoffbehälter, ein sogenanntes Seelenlicht. Ein wunderschönes Symbol, besonders in den Abendstunden: Das Seelenlicht steht für das ewige Licht, das den Verstorbenen leuchtet. Die Lichter leuchten meist in den Farben rot, orange, gelb oder weiß sowie in allen Zwischentönen.</div><div><br></div><div>In der Nacht des Todes leuchtet auf dem Grab ein ewiges Licht. Unsere Augen sehen nur das Grab; aber der Glaube stellt ein Licht darauf, der Finsternis des Todes zum Trotz. Das ist Hoffnung über den Tod hinaus.</div><div><br></div><div>Wir überlassen den Tod und die Trauer nicht der Finsternis, sondern setzen das Licht Gottes dagegen.</div><div><br></div><div>Von Gott heißt es: „Licht ist dein Kleid, das du anhast" (Ps 104,2). Und von Jesus wird erzählt, dass er von sich sagte: „Ich bin das Licht der Welt" (Joh 8,12).</div><div><br></div><div>Von diesem Licht steht geschrieben: „Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen" (Joh 1,5).</div><div><br></div><div>Dieser Satz kann zwei Bedeutungen haben, je nachdem, wie man das Verb „ergreifen" hier versteht. Seit den ersten Jahrhunderten wurde der Satz in der Christenheit unterschiedlich ausgelegt.</div><div><br></div><div>Entweder ist gemeint „Die Finsternis hat das Licht nicht aufgenommen." Das würde dem Vers 10 entsprechen „Die Welt hat ihn [Jesus] nicht erkannt" und dem Vers 11 „Die Seinen nahmen ihn nicht auf" (V 11).</div><div><br></div><div>Oder es ist gemeint „Die Finsternis hat das Licht nicht überwältigt." Das würde zu Joh 12,35 passen „Wandelt, so lange ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis nicht überwältigt."</div><div><br></div><div>Wie auch immer dem sei, jedenfalls gilt das tröstliche Wort Jes 9,2: „Das Volk, das in der Finsternis wandelt, sieht ein großes Licht." Und das schon oben zitierte Jesuswort Joh 8,12 wird so fortgesetzt: „Wer mir nachfolgt, wird gewiss nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben."</div><div><br></div><div>Ein Symbol für das Licht des Lebens stellen katholische Christ*innen zu Allerheiligen auf die Gräber. Es leuchtet die ganze Nacht hindurch und kündet vom Licht in der Finsternis.</div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 02 Nov 2020 19:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Farbige Vielfalt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000005C"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Farbige Vielfalt</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/10/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Und Gott sah an, was er gemacht hatte, und siehe, es war eintönig grün. Das missfiel Gott, und er ließ Bäume und Sträucher nach dem Sommer ihr Grün verlieren. Und es geschah so. Und Bäume und Sträucher wurden braun, orange, rot und gelb, jedes in seiner Art, einige aber blieben grün.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Und Gott sah an, was er gemacht hatte, und die Bäume und Sträucher waren nicht mehr eintönig grün, sondern leuchteten bunt in all den Farbtönen, die Gott ihnen gegeben hatte. Da freute sich Gott an seinem Werk und an den vielfältigen Farben.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Und Gott sah, dass es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.</i></span></div><div><br></div><div>So steht es nicht ganz im ersten Buch der Bibel (Kapitel 1, Verse 11-13). Ich habe die Verse etwas ergänzt. Das macht man eigentlich nicht. Aber ich stehe ja dazu und sage ganz offen, dass ich mir das ausgedacht habe. Natürlich möchte ich Gott keine Gedanken oder Gefühle unterschieben. Aber ich denke: Es hätte doch zumindest so sein <span class="fs14lh1-5"><b>können</b></span>, dass Gott solche Gedanken und Gefühle gehabt hat.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010054_ergebnis.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div>Die Bibel redet erstaunlich menschlich von Gott. Sie schildert einen Gott mit Gefühlen, Gedanken, Worten und Taten. Einen Gott eben, der nicht hoch über allem Menschlichen schwebt, sondern der Mensch geworden ist.</div><div><br></div><div>Darum dürfen auch wir menschlich von Gott reden. Es geht ja auch gar nicht anders. Denn die Sprache Gottes beherrschen wir nicht.</div><div><br></div><div>Wir dürfen menschlich von Gott reden, wenn uns klar ist, dass es menschlich-unvollkommene <span class="fs14lh1-5">Worte sind. Diese Worte müssen von Gott gesegnet werden, wenn sie Wahres über Gott sagen sollen – in all ihrer Unvollkommenheit.</span></div><div><br></div><div>So habe ich versucht, mir Gottes Freude an den bunten Farben vorzustellen, die der Herbst uns bietet.</div><div><br></div><div>Und für den Winter hat sich Gott noch etwas Besonderes ausgedacht. Denn im Winter wird unsere Welt – na, du weißt schon ...</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/Blatt-mit-Eis-schmiegt-sich-an-ein-anderes.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 30 Oct 2020 19:55:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ein Appell ohne Fundament?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000005B"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ein Appell ohne Fundament?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/10/2020</span></div><div><br></div><div>Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen eindringlich an die Bevölkerung appelliert, die Kontakte so weit wie möglich einzuschränken und alle Hygienevorschriften zu beachten.</div><div><br></div><div>Eigentlich macht sie das richtig gut: ohne Druck, Drama und Drohungen. Sie erinnert nur an die Konsequenzen, die es hätte, wenn sich die Pandemie weiter ausbreiten würde.</div><div><br></div><div>Dennoch fürchte ich, dass ihre Appelle kaum etwas an der Situation ändern werden. Diejenigen, die sowieso schon vorsichtig sind, werden vielleicht noch ein wenig vorsichtiger werden. Und diejenigen, die sich schon jetzt nicht um das Virus scheren, werden auch durch noch so gut gemeinte Appelle ihr Verhalten nicht ändern.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Der Appell an die Vernunft</div><div><br></div><div>Grundsätzlich stellt sich nämlich die Frage: Können Appelle Erfolg haben?</div><div><br></div><div>Irgendwie hängen sie in der Luft. Es fehlt ihnen das Fundament. Denn warum soll ich mein Verhalten ändern, nur weil ein anderer sagt, dass ich es ändern soll?</div><div><br></div><div>Ich muss also selbst die Einsicht gewinnen, dass es richtig wäre, mein Verhalten zu ändern. Darum appellierte die Kanzlerin ja auch an die Vernunft. Aber gerade die Vernunft – oder besser: unser Verstand – kommt zu ganz unterschiedlichen Urteilen. Die sind zwar alle vom Verstand hervorgebracht, aber deshalb noch lange nicht im positiven Sinne vernünftig, klug, weise.</div><div><br></div><div>Dass der mit Verstand ausgestattete Mensch nicht durchweg vernünftig, klug, weise handelt, ist eine Binsenweisheit. Dass auch Appelle an die Vernunft nur sehr bedingt helfen, machen wir uns nicht immer klar.</div><div><br></div><div>Dabei sagt uns doch die Psychologie, dass unsere Entscheidungen nicht im Kopf, sondern im Bauch fallen. Mit anderen Worten: Nicht das, was die Vernunft sagt, bestimmt unser Verhalten, sondern das, was unsere Gefühle, Wünsche, Triebe und Hoffnungen uns einflüstern.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die Partyszene</div><div><br></div><div>So wurde einen Tag nach dem dringlichen Appell der Bundeskanzlerin in Berlin eine Party mit rund 600 Leuten aufgelöst. Der „Partytrieb" oder auch der Trieb zum Kontakt mit Gleichgesinnten ist eben stärker als die Vernunft.</div><div><br></div><div>In der Regel ist das auch gut so. Wir sind auf Beziehungen angewiesen. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei", steht schon am Anfang der Bibel (1Mo/Gen 2,18). Ohne Zweisamkeit würde die Menschheit gar nicht überleben.</div><div><br></div><div>Gerade junge Menschen müssen deshalb nach Liebe und Partnerschaft suchen. Sie tun das auch auf Partys. Dagegen können Appelle kaum etwas ausrichten.</div><div><br></div><div>Die Motivation, diese Suche einzuschränken, müsste von innen heraus kommen, nicht durch einen Appell von außen. Konkret wahrnehmbare Lebensgefahr und gefühlte Todesangst könnte ein Grund dafür sein, eine Party nicht zu besuchen. Oder eine andere massive Einschränkung meines Wohlbefindens.</div><div><br></div><div>Die Gefahr durch das Virus ist offensichtlich zu abstrakt. Und andere massive Einschränkungen sind nicht zu befürchten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Ein christliches Fundament</div><div><br></div><div>Aber es gibt noch ein anderes Fundament für einen Verzicht auf die Party. Was wäre, wenn ein Mensch die innere Gewissheit hätte, dass seine Zukunft nicht einfach davon abhängt, ob er diese Party besucht oder nicht? Wenn er gewiss sein könnte, dass sein Glück in den Händen der Macht liegt, die wir Gott nennen?</div><div><br></div><div>Ein solcher Mensch würde vielleicht denken: Ich möchte zwar gern auf diese Party gehen. Alles in mir zieht mich dorthin. Aber ich weiß auch, dass nicht diese Party darüber entscheidet, ob ich eine erfüllte Liebe und Partnerschaft finden werde. Sondern darüber entscheidet der Gott, der mich unmerklich durch mein Leben geleitet. Das macht es mir leichter, auf die Party zu verzichten.</div><div><br></div><div>Diese Gewissheit wäre eine innere Motivation, das eigene Verhalten zu ändern. Ein Appell von außen hat es dagegen schwer, eine innere Motivation herbeizuführen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Der unsichtbare Hirte</div><div><br></div><div>Aber arbeitet nicht auch die Bibel mit Appellen – mit Geboten und Verboten? „Du sollst nicht ..." ist doch nichts anderes als ein Appell!</div><div><br></div><div>Doch die 10 Gebote beginnen eben nicht mit einem Appell, sondern mit einer Aussage: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich [Israel] aus dem Land Ägypten, aus der Sklaverei, herausgeführt habe" (2Mo/Ex 20,2; 5Mo/Dtn 5,6). Damit ist klargestellt: Das Geschick Israels liegt in Gottes Hand. Er ist der Herr der Geschichte.</div><div><br></div><div>Auch für den einzelnen glaubenden Menschen gilt: „Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln" (Ps 23,1). Mit anderen Worten: „Ich bin nicht einfach meines Glückes Schmied. Sondern Gott sorgt für mich wie ein guter Hirte. Darum wird es mir in meinem Leben an nichts fehlen."</div><div><br></div><div>Es wird mir an nichts fehlen? Aber es fehlt uns doch an Vielem! Wir sind unvollkommen und begrenzt geschaffen, und unser Leben ist gespickt mit Mängeln! Was heißt denn „Mir wird nichts mangeln"?</div><div><br></div><div>Man muss wohl mit Gottes Augen sehen können, um dies zu behaupten. Wir können aber nur mit menschlichen Augen sehen. Darum drückt der Satz „Mir wird nichts mangeln" nichts aus, was wir jetzt schon wahrnehmen könnten. Er drückt vielmehr ein Vertrauen aus: „Weil Gott für mich sorgt wie ein guter Hirte, darum vertraue ich darauf, dass es mir an nichts fehlen wird."</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Das Geschenk</div><div><br></div><div>Im Rückblick werden wir dann wohl erkennen, dass es uns, verglichen mit dem herrlichen Ziel unseres Lebens, wirklich an nichts gefehlt hat. Darum schrieb Paulus: „Ich halte dafür, dass die Leiden der jetzigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll" (Röm 8,18). Das, woran es uns jetzt mangelt, hat also überhaupt keine Bedeutung angesichts der Herrlichkeit des ewigen Lebens.</div><div><br></div><div>Kann ein glaubender Mensch diese Gewissheit haben? Nicht aus sich selbst heraus. Diese Gewissheit gibt es nur als Geschenk, als Gabe Gottes (Eph 2,8).</div><div><br></div><div>Darum appelliert die Bibel nicht einfach. Das Fundament ist ein anderes: Gottes Zusage, unser guter Hirte zu sein. Darauf ist Verlass. Und wenn jemand aktuell im Vertrauen darauf lebt, dann wird er sich von innen heraus anders verhalten als ohne dieses Vertrauen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 27 Oct 2020 10:00:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Propheten. Damals und heute]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000005A"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Propheten. Damals und heute</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <a href="https://god.fish/2020/10/19/propheten-damals-und-heute/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a> | 26/10/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Biblische Propheten waren zum einen Menschen, die einen engen Gottesbezug hatten. Es waren zum anderen aber auch Menschen, welche sich gesellschaftlich und politisch gut auskannten und die Zeichen der Zeit analysieren und deuten konnten.</div><div><br></div><div>Sie traten an Könige und Machthaber heran mit dem Aufruf, umzukehren und ethisch einwandfreie Zustände, wie sie also dem Willen Gottes entsprechen, in der Gesellschaft herzustellen. Deswegen waren sie bei Machthabern nicht gerne gesehen. Sie stellten ihre Forderungen in einen Gottesbezug: so spricht der HERR.</div><div><br></div><div>Auch heute und beispielsweise auch in der aktuellen Pandemie ist es noch so, dass Menschen, die die Zeichen der Zeit deuten und unangenehme Wahrheiten verkünden, nicht gerade willkommen sind. Angenehmer ist es, sich der eigenen Illusion hinzugeben und so zu tun, als sei alles gut, obwohl diese Illusion ins Verderben führen kann. Diese Reaktion war schon in biblischen Zeiten so.</div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 26 Oct 2020 09:44:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Leben im Zwischenraum]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000059"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Leben im Zwischenraum</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 23/10/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Ich liebe die Stunde der Dämmerung, wenn es nicht mehr ganz hell ist, aber auch noch nicht dunkel. Das grelle Licht des Tages hat sich gelegt, und die Welt erscheint in Pastellfarben.</div><div><br></div><div>Langsam kehrt Ruhe ein, die Betriebsamkeit und Hektik des Tages ebbt ab. Es wird leiser in der Stadt. Die Menschen gehen langsamer, und es zeigen sich mehr Liebespaare. Die Fenster sind heimelig erleuchtet. Der Feierabend beginnt.</div><div><br></div><div>Ein schönes deutsches Wort: Feierabend. Was feiern wir am Abend? Das Leben.</div><div><br></div><div>Das Leben beginnt damit, einfach nur da zu sein. Nichts mehr tun zu müssen. Kein Muss, kein Druck, keine Eile. Die Pflichten loslassen. Nur da sein. Allein oder zu zweit. Oder im Freundeskreis.</div><div><br></div><div>Ich sehe durch die Fenster. Nicht hell, sondern in freundlichem Oker sind sie erleuchtet, beinahe goldfarben. Man sieht nur einen Schrank, eine Lampe, ein Bild an der Wand. Alle Menschen versuchen, sich ihr Heim schön zu machen. So, dass sie sich wohlfühlen. Was mag sich dort abspielen hinter den dicken Mauern? Nicht nur Gutes, ich weiß.</div><div><br></div><div>Die nahende Nacht bringt auch Gefahr, Angst, Schlaflosigkeit, sorgenvolle Gefühle. Wir sind auf uns selbst zurückgeworfen. Die Ablenkung lässt nach, die Sorgen tauchen wieder auf. Wie wird es weitergehen?</div><div><br></div><div>Die Dämmerung ist die Zeit des Übergangs. Der Tag neigt sich, die Nacht kommt. Unser ganzes Leben ist ein Sein im Übergang: zwischen Tag und Nacht, Licht und Finsternis. Mal überwiegt das eine, mal das andere. Wir scheuen die Finsternis, in der wir nicht mehr weiterwissen; aber wir können sie nicht aufhalten.</div><div><br></div><div>So ist die Nacht auch die Zeit der Tränen (Ps 6,7) und des Flehens (Ps 22,3b; 42,9b). Jakob kämpfte in der Einsamkeit der Nacht einen furchtbaren Kampf mit Gott (1Mo/Gen 32,23-33). Es ist derselbe Jakob, der Jahre zuvor im nächtlichen Traum die Engel vom Himmel steigen sah und dem Gott seinen Segen verheißen hatte (1Mo/Gen 28,10-15).</div><div><br></div><div>Darum ist auch die Nacht nicht einfach Finsternis und Grauen (Ps 139,11f). Gott hat auch die Finsternis der Nacht erschaffen (Ps 104,20), und darum gehört ihm die Nacht genauso wie der Tag (Ps 74,16). Die Nacht führt kein Eigenleben ohne Gott. Er ist auch in der Nacht da, wenn alles im Dunkeln liegt, wenn wir einsam sind und furchtbare Gefühle über uns Macht gewinnen.</div><div><br></div><div>Weil wir bei dem Gott, der auch in der Nacht bei uns ist, Zuflucht nehmen können, müssen wir den Schrecken der Nacht nicht fürchten (Ps 91,2.5a). Bei Gott Zuflucht zu nehmen, das heißt, ihm unser Leben anzubefehlen. Dann können wir loslassen: die Pflichten, <span class="fs14lh1-5">die Sorgen, </span><span class="fs14lh1-5">das Schaffen-müssen, das Grübeln.</span></div><div><br></div><div>Wenn das gelingt, dann kann sogar die Nacht von Gottes Herrlichkeit erzählen (Ps 19,2f). Es war nach dem Lukasevangelium Nacht, als der Engel den Hirten die Geburt des Heilands verkündete und die himmlischen Heerscharen einen Lobgesang anstimmten (Lk 2,8-14). Mag sein, dass auch uns in der Nacht vom Heiland gekündet wird.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Dann wird die Nacht zur Zeit des Heils. So ist auch dem Matthäusevangelium zufolge zur Mitternacht die Wiederkunft des Herrn zu erwarten (Mt 25,6).</span><br></div><div><br></div><div>Die Zeit des Übergangs vom Tag zur Nacht ist die Zeit zwischen dem Licht und der Finsternis. Die Nacht ist noch nicht da, doch der Tag verabschiedet sich schon. In diesem Übergang liegt die Melancholie des Vergehens.</div><div><br></div><div>Dem Vergehen ist unser ganzes Leben unterworfen. Der Tag geht, es kommt die Nacht. Aber es bleibt die Einsicht: Die Nacht bringt nicht nur Schreckliches. Gott kann uns in ihr sogar besonders nah sein. Und die Nacht ist nicht endlos. Nach ihr wird ein neuer Tag beginnen. Eine neue Chance, neue Wege, neues Leben.</div><div><br></div><div>Der jüdische Tag beginnt am Abend. Israel hat es oft genug erlebt: Nur durch die Nacht gelangen wir zum Tag. Dem Licht geht die Finsternis voran. Aber auf die Finsternis folgt gewiss das Licht.</div><div><br></div><div>Auch Martin Luther wusste um die Anfechtungen der Nacht. Er soll gesagt haben: „In manchen Nächten, wenn ich erwache, ist der Teufel da und will an mich mit dem Disputieren [= diskutieren]. Da habe ich das erfahren: Wenn das Argument nicht hilft, dass ein Christ ohne Gesetz und über dem Gesetz ist [unabhängig von seinen Taten das Heil erlangt], so weise man ihn [den Teufel] flugs mit einem Furz ab." Luther will sagen: Wenn sich die furchtbaren Gedanken und Gefühle nicht abschütteln lassen, ist es das Beste, sie einfach nicht ernst zu nehmen, sondern an den Abort zu verbannen, wohin sie gehören <span class="fs14lh1-5">–</span><span class="fs14lh1-5"> und sich beharrlich auf Gott zu verlassen, der dich gewiss zum Heil führen wird.</span><br></div><div><br></div><div>Denn auch die finsterste Nacht wird ein Ende haben (Offb 21,25; 22,5).</div><div><br></div><div>So bleibt unser Leben immer ein Leben im Übergang: zwischen Licht und Finsternis, zwischen Angst und Hoffnung, geängstigt und des Heils gewiss. Und auch über diesen Zwischenraum, in dem wir leben, regiert kein anderer als Gott.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 23 Oct 2020 10:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gut, dass es dich gibt!]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000058"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gut, dass es dich gibt!</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/10/2020</span></div><div><br></div><div>Jeder Mensch möchte geliebt sein. Aber was ist eigentlich Liebe?</div><div><br></div><div>Eine schöne Formulierung für das, was Liebe meint, ist: „Gut, dass es dich gibt!"</div><div><br></div><div>Als Gott die Erde erschuf, sah er sich nach 1Mo/Gen 1 fünfmal das Erschaffene an und stellte fest, dass es gut war. Und nachdem alles fertig war, sah er sogar, dass es sehr gut war.</div><div><br></div><div>Die einzelnen Schöpfungswerke sind also gut. Und alles zusammen ist sehr gut.</div><div><br></div><div>In dem hebräischen Wort für „gut" stecken auch die Bedeutungen „gut anzusehen, schön" und „förderlich, heilsam". Was Gott erschuf, ist also schön anzusehen. Und es ist heilsam für uns.</div><div><br></div><div>Es ist gut, schön und heilsam, dass es das alles gibt: den Tag und die Nacht, das Wasser und das Festland, die Tiere und die Pflanzen, und die Menschen.</div><div><br></div><div>Es ist auch gut, schön und heilsam, dass es <span class="fs14lh1-5"><b>dich</b></span> gibt. Denn Gott will, dass du da bist.</div><div><br></div><div>Du bist eine Kostbarkeit seiner Schöpfung.</div><div><br></div><div>Das ist das, was die Liebe sagt: Gut, dass es dich gibt. Es ist die Liebe des Schöpfers, die das sagt.</div><div><br></div><div>Und nun denkst du vielleicht: Ich bin aber nicht immer heilsam, und schön bin ich schon gar nicht. Es ist auch nicht alles gut, was mir in meinem Leben widerfährt. Es gibt Vieles, was gar nicht gut ist. Deshalb möchte ich manchmal lieber gar nicht da sein.</div><div><br></div><div>Und der Schöpfer sagt trotzdem: Gut, dass du da bist! Gut, dass es dich gibt!</div><div><br></div><div>Er sagt nicht, dass alles gut ist, was du tust. Er sagt auch nicht, dass dir nur Gutes widerfährt. Aber er sagt, dass es trotzdem gut ist, dass es dich gibt.</div><div><br></div><div>Das ist <span class="fs14lh1-5"><b>Gottes</b></span> Liebe zu dir. <span class="fs14lh1-5"><b>Andere</b></span> können diese Liebe vielleicht nicht nachempfinden. <span class="fs14lh1-5"><b>Du selbst</b></span> kannst es auch nicht. So ist das immer mit der Liebe: Du selbst kannst es nicht glauben, und andere verstehen es nicht. Und trotzdem bist du geliebt.</div><div><br></div><div>Gut, dass es dich gibt! Das gilt, egal wer du bist und wie du bist. Und immer dann, wenn du es glaubst, dass du so geliebt bist, dann wird dich das verändern: Du wirst heilsam und schön sein und es spüren, wie gut es ist, dass du da bist.</div><div><br></div><div>Darum vergiss nie, was Gott in seiner unendlichen Liebe zu dir sagt:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><i class="fs16lh1-5"><b>Gut, dass es dich gibt!</b></i></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 21 Oct 2020 19:42:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wozu Gott Parkplätze sucht ...]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000057"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wozu Gott Parkplätze sucht ...</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Gegen die christliche Fehldeutung von Erlebnissen</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/10/2020</span></div><div><br></div><div>Manchmal erzählen Menschen begeistert vom Wirken Gottes in ihrem Leben. Es ist wunderbar für sie, wie Gott immer wieder in alltäglichen Situationen in ihr Leben eingreift und sie segnet. Wenn sie so beglückt davon erzählen, dann scheint es, als ob sie auch an unbedeutenden Kleinigkeiten ganz deutlich erkennen, dass Gott existiert und dass er ihre Gebete erhört hat.</div><div><br></div><div>Ich bin überzeugt davon, dass Gott in unser Leben eingreift und dass nicht der Zufall oder das Schicksal unser Leben bestimmt. Ich glaube auch, dass Gott die natürlichen Abläufe in der Welt nicht bei der Schöpfung angestoßen und danach einfach dem Automatismus der Naturgesetze überlassen hat. Ich glaube, dass Gott in geschichtliche und natürliche Abläufe eingreifen kann, die Welt und sich selbst also diesen Abläufen nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert hat.</div><div><br></div><div>Andererseits glaube ich nicht, dass Gott in jeder Kleinigkeit unseres Lebens am Werk ist und wir nur Marionetten in seiner Hand sind. Darum fällt es mir schwer, manche Erzählungen über sein Wirken nachzuvollziehen.</div><div><br></div><div>Um ein Beispiel zu nennen: Jemand erzählt von einem Auswärtstermin, den er wahrnehmen musste. Er nahm das Auto, um sein Ziel zu erreichen. Schon vorher sorgte er sich darum, in der Stadt einen Parkplatz zu finden. Darum betete er innig, dass Gott ihm einen freien Parkplatz schenken möge. Und als er am Ort ankam, war genau vor dem Haus noch ein einziger Parkplatz frei – wie geschaffen für ihn. Der Betroffene deutet das als eine wunderbare Fügung und Gebetserhörung und ist glücklich darüber, wie gut Gott für ihn gesorgt hat.</div><div><br></div><div>Mir wird, wenn ich solche Erzählungen höre, immer etwas flau im Bauch, und ich habe mich gefragt, warum eigentlich.</div><div><br></div><div>Ich will niemandem seine Freude daran nehmen, dass Gott in seinem Leben gegenwärtig ist. Ich will auch nicht in Frage stellen, dass Gott keine Kleinigkeit zu klein ist, um uns die Sorge oder Angst davor zu nehmen. Ich möchte nur anregen zu überlegen, ob etwas Erfreuliches in einer relativ unbedeutenden Situation immer gleich eine Gebetserhörung und Fügung Gottes ist oder nicht auch ganz einfach ein glückliches Zusammentreffen von Ereignissen sein kann.</div><div><br></div><div>An der genannten Beispielerzählung stört mich, dass das Erlebte als Beweis für eine Gebetserhörung oder sogar als Gottesbeweis gedeutet wird. Dabei wird ausgeblendet, dass es mindestens ebenso viele Fälle gibt, in denen <span class="fs14lh1-5"><b>kein</b></span> freier Parkplatz zur Verfügung stand. Darum kann das Erlebnis kein Beweis für eine Gebetserhörung oder für die Existenz Gottes sein.</div><div><br></div><div>Mich stört auch die mangelnde Notlage. Es ist keine Notlage, wenn ich keinen Parkplatz finde. Ich kann auch ein paar Mal um den Block fahren, um einen freien Parkplatz zu suchen. Ich kann auch weiter vom Ziel entfernt parken, auch wenn ich dann etwas weiter laufen muss. Dass Gott dafür bemüht wird, dass mir eine kleine Unbequemlichkeit erspart blieb, scheint mir unangemessen zu sein.</div><div><br></div><div>Meiner Meinung nach stimmen die Relationen einfach nicht: Parkplatzsuche und ein längerer Fußweg sind Luxusprobleme im Vergleich zu den wahren Problemen wie millionenfacher Unterernährung, Kindesmissbrauch oder staatlicher Unterdrückung, um nur drei ganz unterschiedliche Beispiele zu nennen. Damit will ich sagen: Die wahren Nöte spielen sich anderswo ab. Für <span class="fs14lh1-5"><b>diese</b></span> Nöte sollten Glaubende beten, und wenn sich dort etwas zum Besseren verändert, können sie glücklich sein und Gott für sein Wirken danken.</div><div><br></div><div>Die Sache mit dem Parkplatz scheint mir demgegenüber sehr auf den gläubigen Einzelnen und ein wenig persönlichen Komfort bezogen.</div><div><br></div><div>Kurz gesagt: Ich glaube nicht, dass Gott uns Parkplätze sucht, nur damit sich unser Leben möglichst bequem gestaltet. Denn etwas Mühe und Geduld darf er schon von uns erwarten.</div><div><br></div><div>Dabei will ich gar nicht ausschließen, dass Gott auch etwas dafür tut, dass unser Leben schön, bequem und lebenswert ist. Ich will nur ausschließen, dass wir Gottes Liebe und seinen Segen auf unsere persönliche Behaglichkeit reduzieren und dabei alles Notvolle, das wir oder andere Menschen erleben, mehr oder weniger ausblenden. Und wir sollten unsere persönliche Behaglichkeit nicht als Gottesbeweis verkündigen.</div><div><br></div><div>Anders würde ich die Situation beurteilen, wenn zum Beispiel ein körperbehinderter Mensch, der keine weite Strecke zu Fuß zurücklegen kann, auf einen nah an seinem Ziel gelegenen Parkplatz angewiesen ist. Warum sollte Gott in dieser Situation nicht helfen?</div><div><br></div><div>Doch auch hier wird man einen freien Parkplatz nicht als Gottesbeweis verstehen können. Denn es gibt unzählige ähnliche Situationen, in denen eben <span class="fs14lh1-5"><b>kein</b></span> freier Parkplatz da war. Man wird deshalb vorsichtig damit sein, mit solch einem Ereignis für den Glauben an Gottes Existenz zu werben. Denn beim Gegenüber entsteht dann schnell der Eindruck eines Glaubens, der naiv ist und realitätsferne Beweise für Gottes Existenz liefern möchte.</div><div><br></div><div>Die Eindeutigkeit, mit der manche Menschen Gottes Existenz belegen möchten, ist einfach nicht gegeben. Und den Eindruck zu erwecken, als gäbe es diese Eindeutigkeit, wirkt abstoßend auf Menschen, die das Leben in seiner uneindeutigen Vielfalt im Blick haben. Gott lässt sich nicht anhand geschichtlicher Ereignisse eindeutig demonstrieren. Zwar kann dem einzelnen Menschen etwas in seinem Glauben eindeutig werden, aber er kann diese Eindeutigkeit nicht auf seine Mitmenschen übertragen.</div><div><br></div><div>Zurück zum körperbehinderten Menschen, der einen Parkplatz gefunden hat: Die Dankbarkeit, die er in solch einer Situation empfinden mag, kann ich gut nachvollziehen und mich ihr auch anschließen. Denn für ihn war es tatsächlich eine Notlage und keine Sache der Bequemlichkeit. In diesem Fall habe ich darum auch keine Probleme damit, sein Erlebnis als Gebetserhörung zu verstehen.</div><div><br></div><div>Ich glaube also an Gottes Wirken in unserem Leben und an seine Hilfe in schwierigen Situationen oder Notlagen. Aber ich denke, Christ*innen sollten nicht jedes erfreuliche Erlebnis zu einer Gebetserhörung oder einem Gottesbeweis hochstilisieren. Denn das könnte ihr Gegenüber zu dem Umkehrschluss führen, für jedes Ungemach, das Menschen erleben, Gott verantwortlich zu machen oder gar seine Existenz in Frage zu stellen. Und solch einen Schluss hervorzurufen kann keine christliche Absicht sein.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 17 Oct 2020 08:23:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Woran wir glauben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000056"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Woran wir glauben</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 14/10/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>Viele glauben an</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	das Gute</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	die Liebe</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	die Kunst</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	das Glück</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	die Wissenschaft</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	den Fortschritt</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	die Gesundheit</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	den 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Sterne</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	die Kraft der 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Parteiprogramm</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	den Verschwörungsmythos</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	den Fußballverein</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	sich 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mit dem Glauben an</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	den Gott</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>	an unserer 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Jesus</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>tun wir uns schwer.</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 14 Oct 2020 17:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Woran alles mitwirkt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000055"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Woran alles mitwirkt</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Vom guten Ziel aller Erlebnisse</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/10/2020</span></div><div><br></div><div>Kann man sich vorstellen, dass alles, was wir erleben, auf ein bestimmtes Ziel hinwirkt?</div><div><br></div><div>Wirklich alles! Nichts ausgenommen! Das ist kaum vorstellbar.</div><div><br></div><div>Und doch hat Paulus einen denkwürdigen Satz geschrieben (Römer 8,28):</div><div><br></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten mitwirkt –</b></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>denen, die nach dem Entschluss [Gottes] berufen sind.</b></span></i></div><div><br></div><div>So lautet die wörtliche Übersetzung. Martin Luther hat etwas anders übersetzt.</div><div><br></div><div>Paulus spricht von einem Wissen. Es ist kein Wissen im Sinne unserer Wissenschaften: kein nachprüfbares Wissen. Es ist ein Wissen anderer Art. Ein Wissen, das auf Vertrauen gründet.</div><div><br></div><div>Vertrauen lässt sich nicht objektiv überprüfen. Es lässt sich nur erfahren, ob das Vertrauen berechtigt war, nachdem man sich darauf eingelassen hat.</div><div><br></div><div>Darum spricht Paulus von dem Wissen, das diejenigen haben, die Gott lieben.</div><div><br></div><div>Was heißt es, Gott zu lieben? Ihm seine Liebe zu glauben. Gottes Liebe kommt uns zuvor, und wir nehmen Gott ernst, wenn wir uns von ihm lieben lassen. Oder anders gesagt: Wenn wir darauf vertrauen, dass er uns wirklich liebt.</div><div><br></div><div>Diejenigen, die Gottes Liebe vertrauen, können sagen: Alles, was mir widerfährt, wirkt mit zum Guten für mich.</div><div><br></div><div><div>Alles, was dir widerfährt, wirkt also zusammen mit all dem anderen, was geschieht, zum Guten für dich. Das einzelne Ereignis mag nicht gut sein. Aber zusammen mit allen anderen Ereignissen muss es Gutes für dich bewirken.</div></div><div><br></div><div>Dein ganzes Leben – eine Geschichte, die auf das Gute für dich hinwirkt.</div><div><br></div><div>Wie kann das sein? Dadurch, dass Gott es so bestimmt hat. Er kann es so bestimmen, weil er der Herr der Welt ist – und darum auch der Herr deiner Lebensgeschichte.</div><div><br></div><div>Es liegt nicht an dir, dass dir solches widerfährt. Es liegt allein daran, dass Gott dich nach seinem Entschluss dazu berufen hat.</div><div><br></div><div>Das ist der Hammer – unfassbar! Wenn du dich von Gott lieben lässt, kann passieren, was will: Es wird dir zum Guten werden – mit allem anderen zusammen, was dir widerfährt.</div><div><br></div><div>Du weißt nicht wie und du weißt nicht wann. Aber es wird geschehen. Spätestens in der neuen Welt der „himmlischen Herrlichkeit", zu der du berufen bist (Vers 30).</div><div><br></div><div>Dafür steht Gott. Und er ist absolut vertrauenswürdig. Denn seine Liebe zu dir ist unumstößlich.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 09 Oct 2020 15:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ein menschliches Buch]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000054"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ein menschliches Buch</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/10/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Vor drei Tagen habe ich eine Veranstaltung besucht, auf der ein Religionswissenschaftler zum Thema "Religiöser Pluralismus in unserer Gesellschaft" gesprochen hat. Der Wissenschaftler wirkte sympathisch auf mich, sehr locker und gar nicht akademisch. Er sprach frei und unkompliziert. Das hatte jedoch den Nachteil, dass er den Zeitrahmen nicht im Blick hatte und wichtige Fragen gar nicht mehr ansprechen konnte.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Der Vortrag</div><div><br></div><div>Ich nenne hier nur wenige Punkte seines Referats, die mir wichtig erschienen. Im ersten Teil sprach der Religionswissenschaftler über die religiöse Vielfalt in unserem Land und zeigte dazu einige Grafiken. Aus einer ging ein überraschender Sachverhalt hervor: Je mehr unterschiedliche Religionsgemeinschaften es in einer Stadt oder Region gibt, desto mehr Menschen gehören gar keiner Religionsgemeinschaft mehr an. Als eine mögliche Erklärung dafür nannte er, dass die Entscheidung für eine bestimmte Religion bei einer großen Fülle von Möglichkeiten den Menschen schwerer falle als bei einer kleinen Auswahl.</div><div><br></div><div>Sein zweiter Punkt war die religiöse Identität der Menschen. Er stellte sich selbst als einen Menschen dar, der eine multiple (vielfältige) Religiosität lebte, und zwar als Christ und als Buddhist. Es war für ihn kein Widerspruch, an einen Gott als Person zu glauben und zugleich an ein unpersönliches Göttliches.</div><div><br></div><div>Schließlich äußerte er sich noch zum Dialog zwischen den Religionen. Er nannte als ein Element des Miteinanders auch das gemeinsame Beten von Gläubigen derjenigen Religionen, die sich auf Abraham beziehen. Das sind das Judentum, das Christentum und der Islam. Sie könnten in einem Gottesdienst nicht nur nacheinander beten, wie es zuweilen geschieht, sondern sollten es gleichzeitig tun.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Das Gespräch</div><div><br></div><div>Nach dem Vortrag gab es die Möglichkeit, Fragen an den Referenten zu stellen. Ich habe mich gemeldet, und es entspann sich ein kleines Gespräch, das ungefähr so verlief:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich:</i></span></div><div>Sie haben davon gesprochen, dass man verschiedene Religionen gleichzeitig ausüben kann und unter Angehörigen verschiedener Religionen auch gleichzeitig miteinander beten kann. Im Alten Testament ist es so, dass dort der eine Gott Israels verehrt wird. Und es wird wiederholt ausdrücklich davor gewarnt, Israels Gottesverehrung mit anderen Religionen, vor allem mit der Verehrung Baals, zu vermischen. Von daher ist es unvorstellbar, dass die Israeliten in einen Dialog mit den anderen Religionen getreten wären, um irgendwelche Gemeinsamkeiten zu finden. Das wird im Neuen Testament fortgeführt. Dort ist alles auf die Person Jesu Christi konzentriert. Er ist der Versöhner und Erlöser, und es wird ausdrücklich festgestellt, dass "in keinem anderen das Heil ist" (Apg 4,12). Von daher wird auch im Neuen Testament kein Dialog mit den Römern über deren Gottheiten angestrebt, um sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen, unter dem man dann irgendwie gut miteinander auskommen kann. Ich habe nichts gegen einen Dialog zwischen den Religionen, um einander kennenzulernen und besser zu verstehen. Aber ich finde eine Religionsvermischung schwierig.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Er:</i></span></div><div>Die Bibel ist ja von Menschen geschrieben, wie die religiösen Schriften anderer Religionen auch. Menschen sind aber fehlbar und in ihrer Erkenntnis begrenzt. Darum darf man die Bibel nicht fundamentalistisch Wort für Wort als die Wahrheit nehmen. Wahrheit gibt es nicht nur in der Bibel, sondern auch in anderen Gotteserfahrungen und in den religiösen Schriften, die diese Gotteserfahrungen ausdrücken.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich:</i></span></div><div>Wenn das stimmt, dann müsste man auch Schriften wie zum Beispiel das Buch Mormon hinzuziehen, um sich der Wahrheit zu nähern (er hatte das Buch Mormon, die Offenbarungsschrift der Mormonen, zuvor kurz in seinem Vortrag genannt). Und man kann alle möglichen Offenbarungen, die es irgendwo gibt, als gleichwertig mit der Bibel behandeln.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Er:</i></span></div><div>Es kommt nicht so sehr darauf an, dass wir einem Buch folgen, sondern dass wir uns heil und frei fühlen mit dem, was wir glauben. Denn es geht es in der Religiosität auch um unsere eigenen Gotteserfahrungen und Gefühle, die wir ernst nehmen müssen – und zwar auch dann, wenn unsere Erkenntnismöglichkeiten begrenzt sind. Diese Begrenzung lässt uns demütig werden.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ich: </i></span></div><div>Als demütig würde ich es empfinden, das, was in der Bibel steht, als wahr anzuerkennen und meine eigenen Erkenntnisse und alles, was ich mir über Gott so denke, nicht über die biblischen Erkenntnisse zu stellen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Er:</i></span></div><div>Jede Erkenntnis, die wir aus der Bibel gewinnen, ist eine persönliche Interpretation. Darum hat jede Bibelauslegung auch immer mit mir selbst und meiner subjektiven Sicht zu tun. Es gibt keine Bibelauslegung, die unabhängig von dem ist, der sie auslegt. Darum ist es schwierig, eine bestimmte Bibelauslegung über andere Auslegungen zu stellen.</div><div><br></div><div>Ich habe das Gespräch dann nicht mehr fortgesetzt, weil ich auch die anderen Besucher*innen der Veranstaltung zu Wort kommen lassen wollte. Das Gespräch gibt aber typische Argumente wieder.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Infragestellung der Maßgeblichkeit der Bibel</div><div><br></div><div>Wie sich zeigte, waren wir schnell bei der eigentlichen Frage hinter den unterschiedlichen Standpunkten: der Frage, inwiefern die biblischen Schriften für die Wahrheitsfindung in Geltung stehen.</div><div><br></div><div>Gegen die Maßgeblichkeit der biblischen Schriften werden oft folgende Argumente angeführt:</div><div><br></div><div><ul><li>Die Bibel wurde von fehlbaren Menschen geschrieben. Sie sei deshalb nicht Wort für Wort ein Ausdruck der Wahrheit.<br></li><li>Weil die Bibel von fehlbaren Menschen geschrieben wurde, steht sie grundsätzlich nicht über anderen religiösen Schriften, die ebenfalls von fehlbaren Menschen geschrieben wurden.<br></li><li>Die Bibel und alle anderen religiösen Schriften geben menschliche Erfahrungen und Erkenntnisse wieder. Darum sind auch eigene Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Wahrheitsfindung zu berücksichtigen.<br></li><li>Jede Auslegung der Bibel ist geprägt von demjenigen, der sie auslegt. Sie ist darum subjektiv und kann nicht beanspruchen, die einzig richtige Auslegung zu sein. Wichtig ist bei jeder Auslegung, dass es dem Menschen damit gut gehe, dass er sich heil und frei fühle.<br></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Gottes Wirken in fehlbaren Menschen</div><div><br></div><div>Meine Meinung dazu ist folgende: Diese Argumentation ist eine Mischung aus richtigen und falschen Behauptungen. Das macht es manchmal schwierig, gegen sie zu argumentieren. Man darf sich aber durch diese Mischung nicht irritieren lassen.</div><div><br></div><div>Niemand wird bestreiten, dass es fehlbare Menschen waren, die die biblischen Schriften verfasst haben. Ich halte es jedoch für falsch, daraus zu folgern, dass die Bibel nur eine eingeschränkte Geltung beanspruchen dürfe. Denn dann vergisst man, dass Gott Menschen mit seinem Geist begaben und so dazu führen kann, der Wahrheit Ausdruck zu verleihen.</div><div><br></div><div>Für den christlichen Glauben ist es meines Erachtens zentral, dass Gott in der Geschichte zugunsten der Seinen wirkt. Die Seinen sind angehalten, auf dieses Wirken zu vertrauen. Darum gehört zum christlichen Glauben auch das Vertrauen darauf, dass die Entstehung der biblischen Schriften eine von Gott geleitete Geschichte ist. Darum beinhaltet das Apostolische Glaubensbekenntnis auch den Glauben "an die heilige, christliche Kirche". Christ*innen glauben demnach nicht an die guten Taten von Menschen, sondern an das Wirken Gottes in fehlbaren und der Sünde verfallenen Menschen.</div><div><br></div><div>Das gilt auch für die Bibelauslegung. Auch hier sind fehlbare Menschen am Werk. Ihre Erkenntnis ist "Stückwerk". Vieles bleibt "rätselhaft", "dunkel" (1Kor 13,12). Und dennoch macht Gott es möglich, dass durch dieses Stückwerk seine Wahrheit bekannt wird (z.B. Lk 24,27.44f; Röm 15,4).</div><div><br></div><div>Dieser Gott hat unendlich viele Möglichkeiten, sich selbst unter den Menschen bekannt zu machen. Er kann sich auch aus Steinen Kinder erwecken (Mt 3,9; Lk 3,8). Von daher ist es völlig richtig, dass es nicht nur in der Bibel, sondern auch in anderen Schriften Wahrheit gibt. Der springende Punkt ist aber, dass alles, was sich als Wahrheit ausgibt, an den biblischen Aussagen gemessen werden muss. Denn die biblischen Schriften sind das vorrangige Zeugnis von der Wahrheit Gottes.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Gottes Wirken bei der Entstehung der biblischen Schriften</div><div><br></div><div>Die Verfasser der neutestamentlichen Schriften berufen sich nicht auf irgendwelche religiösen Schriften, die es auch damals schon zuhauf gab. Stattdessen beziehen sie sich beständig auf die hebräische Bibel, unser Altes Testament. Es war für Jesus und die Verfasser des Neuen Testaments das entscheidende Zeugnis von der Wahrheit Gottes.</div><div><br></div><div>In der frühen Christenheit bediente man sich verschiedener christlicher Schriften in den Gottesdiensten. Weil viele unterschiedliche Schriften in Umlauf waren, stellte sich nach und nach die Frage, welche Schriften maßgebend sind und welche nicht. Gegen Ende des 2. Jahrhunderts entstand die erste neutestamentliche Schriftensammlung, die als maßgebend anerkannt wurde (der sog. Canon Muratori). Es dauerte aber noch bis zum Jahr 393, dass festgelegt wurde, was zum Neuen Testament gehört und was nicht. Dies geschah auf der Synode von Hippo Regius (im heutigen Algerien an der Ostküste gelegen). Kriterien für die Geltung einer biblischen Schrift waren die Verfasserschaft durch einen Apostel oder Apostelschüler, das Alter der Schrift, ihr theologischer Gehalt und die Verbreitung und Bewährung der Schrift in der Christenheit.</div><div><br></div><div>Man kann diese Entscheidung der frühen Kirche für fehlbar halten. Man kann aber auch darauf vertrauen: Gott hat die Seinen auch an dieser Stelle (durch alle Irrungen und Wirrungen hindurch) auf gutem Weg geleitet. Er hat die durchaus fehlbare Kirche nicht immer und überall vor Irrtum und Fehlverhalten bewahrt, aber er hat sie <span class="fs14lh1-5"><b>als Ganze</b></span> und <span class="fs14lh1-5"><b>auf lange Sicht</b></span> nicht der Unwahrheit preisgegeben hat.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Gottes Wirken im persönlichen Denken</div><div><br></div><div>Durch ein solches Vertrauen wird das eigene Denken nicht ausgeschaltet. Es wird vielmehr zuhöchst herausgefordert. Denn das Ernstnehmen der Bibel führt dazu, intensiv in ihr nach der Wahrheit zu suchen. Und das ist wohl schwieriger als ein Finden der Wahrheit in den eigenen Gedanken und Erfahrungen und in den Schriften, die meine Gedanken und Erfahrungen am besten wiederspiegeln.</div><div><br></div><div>Das Suchen nach der Wahrheit in den biblischen Schriften wird dadurch erschwert, dass nicht jede biblische Schriftstelle gleiches Gewicht hat. Man muss sogar damit rechnen, dass (trotz grundsätzlicher Geistbegabung der Verfasser) hier und da das Evangelium missverständlich oder verfälscht wiedergegeben wurde. <span class="fs14lh1-5">Insofern hat die Bibel teil an allem Menschlichen: Sie ist, wie alles Menschliche, nicht vollkommen. </span><span class="fs14lh1-5">Darum sucht die Theologie nach einer "Mitte der Schrift", nach einem Zentrum, von dem her alle Schriftstellen zu interpretieren sind. Martin Luther hat Jesus Christus als dieses Zentrum verstanden. Nach Joh 1,1 ist er das "Wort", das Gott bezeugt.</span></div><div><br></div><div>Jedenfalls sollten sich Christ*innen fragen, ob sie ihre eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen über die biblischen Schriften stellen oder sie an den biblischen Schriften messen wollen. Dabei ist gar nicht zu bezweifeln, dass jede Bibelauslegung subjektiv ist. Doch auch hier gilt das Vertrauen darauf, dass die rechte Erkenntnis nicht von uns selbst kommt, sondern uns von Gott geschenkt wird (1Kor 1,4-6; Kol 1,9). Der Anfang des Erkennens ist darum nicht mein Glaube oder mein Denken, sondern das Gebet um Gottes Gnade – auch beim Lesen der Bibel.</div><div><br></div><div>Im übrigen stellt sich die rechte Erkenntnis nicht nur beim einsamen Bibellesen im Kämmerlein ein, sondern auch im Gespräch mit denen, die mit mir auf der Suche nach der Wahrheit sind. Im Lernen voneinander und positiven Streiten miteinander setzt sich die Wahrheit durch.</div><div><br></div><div>Die Geltung der Bibel ist nicht zu beweisen. In der Frage nach ihrer Geltung geht es vielmehr um Glaubensaussagen. Auch hier leben wir nicht im Raum der Anschauung durch die Vernunft, sondern im Raum des Vertrauens auf Gottes Wirken (2Kor 5,7).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Die Frage nach dem christlichen Standpunkt</div><div><br></div><div>Zum Schluss hätte ich noch eine Frage an den Referenten, der zu diesem Artikel den Anlass gab. Er hat ja festgestellt, dass dort, wo es sehr viele unterschiedliche Religionen gibt, die Anzahl der Menschen besonders groß ist, die gar keiner Religion mehr angehören. Könnte ein Grund dafür nicht darin bestehen, dass für viele Menschen in dem Wust religiöser Standpunkte gar kein christlicher Standpunkt mehr erkennbar ist? Dass ihnen alles miteinander verschwimmt? Wenn aber von den christlichen Kirchen keine Orientierung mehr geboten wird und letztlich egal ist, was man glaubt – warum soll man dann überhaupt noch einer religiösen Vereinigung angehören?</div><div><br></div><div>Ich halte es für denkbar, dass das ein wichtiger Grund ist für die beobachtete Enthaltsamkeit vieler Menschen gegenüber den religiösen Gemeinschaften.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 09 Oct 2020 07:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Danken, denken und fragen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000050"><div class="imTACenter mb1"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Danken, denken und fragen</span></div><div class="imTACenter"><span class="imTACenter fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 03/10/2020</span></div> &nbsp;<div>Vor einigen Wochen bin ich auf dem Grund eines Sees spazieren gegangen. Das war ein eindrückliches Erlebnis: Der ganze Grund war von Algen überzogen. Sie hatten sich über den Boden gelegt und Erde, Steine und Felsbrocken unter sich begraben. Es war, als hätte sich eine Pflanze den ganzen Untergrund einverleibt. Wie in einem Horrorfilm, in dem raubtierhaft agierende Pflanzen alles andere überziehen und ersticken.</div> &nbsp;<div>Aber es war kein Horrorfilm. Es war nur ein großer Teil des Biggeseegrunds, der von vertrockneten braunen Algen überzogen war. Das Wasser hatte sich schon lange aus den flacheren Teilen des Sees zurückgezogen.</div> &nbsp;<div>Will man von Horror sprechen, dann besteht er darin, dass die Trockenheit uns schon fest im Griff hat. Flüsse und Seen trocknen teilweise aus, die Grundwasserspiegel senken sich, und die Bevölkerung wird zum Wassersparen aufgerufen.</div> &nbsp;<div> </div> &nbsp;<div class="imHeading2">1. Gottes Verheißungen machen Mut</div> &nbsp;<div>Ich bin dennoch nicht pessimistisch, denn ich vertraue Gottes Verheißungen. Zum Beispiel dieser Verheißung: &nbsp;„Solange die Erde steht, werden nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (Gen/1Mo 8,22). Gott hat uns versprochen, dass die Ernte nicht aufhören wird. Es wird also auch das Wasser da sein, ohne das es kein Wachsen und Gedeihen gibt.</div> &nbsp;<div>Psalm 135,7 weiß, dass Gott „die Wolken heranführt“ und „Blitze zu Regen macht“. Nach Hes/Ez 34,25f verheißt Gott, der gute Hirte, den Israeliten: „Ich werde einen Friedensbund mit ihnen schließen […]. Ich werde ihnen Sprühregen geben zur rechten Zeit, werde den Regen zu seiner Zeit herunterschicken; Wasser des Segens werden es sein.“ Was für ein Segen in den trockenen Gebieten Israels! Und der Mensch, der den Psalm 23 betete, vertraute ganz diesem guten Hirten: „Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser“ (wörtlich: „Er lässt mich lagern auf grüner Au und ruhen am Lager beim Wasser“; Übersetzung von Artur Weiser) (Vers 2).</div> &nbsp;<div>Wir können uns auf Gottes Verheißungen verlassen und gewiss sein, dass er seine Schöpfung mit all ihren Geschöpfen nicht dem Tod preisgeben wird.</div> &nbsp;<div> </div> &nbsp;<div class="imHeading2">2. Unsere Taten schlagen zurück</div> &nbsp;<div>Es könnte aber sein, dass Gott es zulässt, dass unsere eigenen Taten „über unser Haupt kommen“ (z.B. 2Sam 1,16; 1Kön 2,32f.37.44). Das Bild will sagen: Unsere Taten könnten auf uns selbst zurückschlagen wie ein Ball, den wir mit Wucht an eine Wand werfen und der so schnell zurückprallt, dass er uns selber trifft. Wir entgehen unseren eigenen Taten nicht. Sie verfolgen uns, und wenn es schlechte Taten waren, richten sie an uns selbst Schaden an oder an unseren Kindern: „Die Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern werden davon die Zähne stumpf“ (Jer 31,29). Das war wohl ein Sprichwort in Israel. Man wusste schon damals, was die eine Generation der anderen zufügen kann.</div> &nbsp;<div>Ist es also soweit, dass Gott unsere Taten über unser Haupt kommen lässt – und über die Häupter unserer Kinder? Lässt Gott es zu, dass die Trockenheit, die wir verursacht haben und weiter verursachen, für unsere Kinder zur Wasserknappheit wird? Oder schon für uns selbst? Lässt Gott das zu – nicht, um uns zu schädigen oder zu strafen, sondern aus einem ganz anderen Grund: um uns zu einem besseren Verhalten zu führen?</div> &nbsp;<div>Mag sein, dass Gott es zulässt. Ich könnte es als Mahnruf des liebevollen Gottes verstehen. Sollte es so sein, dann wäre ich dankbar für diesen Mahnruf. Denn er würde bedeuten: Gott hat uns noch nicht aufgegeben.</div> &nbsp;<div> </div> &nbsp;<div class="imHeading2">3. Dankbarkeit verändert</div> &nbsp;<div>Wir können also dankbar sein für Gottes Versprechen, seine Schöpfung vor einem vorzeitigen Ende zu bewahren, aber auch für seine Mahnungen und Rufe zur Umkehr, weil sie nur zu unserem Besten sind.</div> &nbsp;<div>Dankbarkeit verändert. Die Worte „danken“ und „denken“ hängen wortgeschichtlich zusammen. Das könnte bedeuten: Wer dankbar ist, beginnt immer neu über den Grund des Dankes nachzudenken. Und wer in rechter Weise nachdenkt, wird dankbar für manches, worüber er nachdenkt.</div> &nbsp;<div>Wenn wir dankbar sind für die Schönheit der Schöpfung (wir sagen heute gern: für die Schönheit der Natur), dann werden wir immer wieder darüber nachdenken, wie es der Schöpfung oder Natur eigentlich geht und wie wir uns ihr gegenüber verhalten. So wie wir über den Zustand unserer Zimmerpflanzen oder unseres Gartens nachdenken.</div> &nbsp;<div>Wir werden dann vielleicht überlegen: Gott hat uns die Schöpfung als unseren Lebensraum gegeben. Sie ist für uns ein Ort der Erholung, an dem wir uns freuen und zur Ruhe kommen können. Sie ist geradezu ein heilsamer, therapeutischer Ort. Traurigkeit und Niedergeschlagenheit können in der Schöpfung verfliegen. Ohne diese Lebensgrundlage können wir gar nicht existieren.</div> &nbsp;<div>Wir überlegen weiter: Diese kostbare Gabe ist uns nur von Gott geliehen. Gott bleibt der Eigentümer seiner Schöpfung (z.B. Ps 24,1; 89,12). Wir dürfen uns in ihr bewegen und sie zu unserem Wohl gebrauchen. Diese Gabe der Schöpfung wollen wir selbstverständlich so behandeln, wie wir Kostbarkeiten auch sonst behandeln: Wir gehen vorsichtig und sorgsam mit ihnen um. Wir schließen sie vielleicht in einer Glasvitrine ein, um sie zu schützen und uns an ihnen zu erfreuen. Wir nehmen sie nicht so in Gebrauch, dass sie irgendwann zerbrechen oder ihre Schönheit verlieren.</div> &nbsp;<div>Die Schöpfung, ohne die wir nicht leben können, wollen wir so gebrauchen, dass sie in ihrer Schönheit erhalten bleibt und dass sie keinesfalls geschädigt wird. Denn damit würden wir Gott, den Eigentümer der Schöpfung, nicht ernst nehmen. Und wir würden uns selbst Schaden zufügen.</div> &nbsp;<div>Soweit unser Denken, das aus dem Danken entspringt. Doch wenn wir weiterdenken, merken wir: Die Menschheit handelt nicht so, wie es unserem Danken und Denken entspricht. Wir selbst handeln auch nicht immer so. Wir <b>ge</b>brauchen die Schöpfung nicht, sondern wir <b>ver</b>brauchen sie in maßloser Weise. Wir sind auch hier Konsumenten geworden, denen es um kurzfristigen Genuss geht. Doch was geschieht dadurch? „Unsere Taten kommen über unser Haupt.“</div> &nbsp;<div>Wenn man fragt, warum unser Denken und Handeln nicht übereinstimmen, könnte man zu der Antwort kommen: weil wir nicht wirklich danken. Weil es uns an Dankbarkeit fehlt für das, was wir als unsere Lebensgrundlage geliehen bekommen haben. Eigentlich fehlt es uns also auch an Dankbarkeit für unser Leben, das es nur innerhalb dieser Schöpfung geben kann. Stattdessen wollen wir immer mehr und immer etwas anderes als das, was Gott uns mit der Schöpfung gegeben hat. Und dieses „immer mehr“ und „immer etwas anderes“ bekommen wir nur auf Kosten der Schöpfung.</div> &nbsp;<div>Also wollen wir dankbarer werden und noch besser nachdenken über uns selbst.</div> &nbsp;<div> </div> &nbsp;<div class="imHeading2">4. Dankbarkeit stellt Fragen</div> &nbsp;<div>Wer dankt und denkt, stellt sich Fragen. Auch Fragen an sich selbst. Jeder mag sich auf seine Weise Fragen an sich selbst stellen. Hier nenne ich einige Fragen, die ich in diesem Zusammenhang für wichtig halte. Ich stelle sie mir nicht nur einmal, sondern immer wieder. Denn täglich muss ich mich entscheiden, wie ich leben möchte.</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>1. Frage </i></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Der Schöpfer hat seine Schöpfung nicht einfach erschaffen und dann aus den Händen gelegt. Er hält sie vielmehr weiterhin in seinen Händen und sorgt dafür, dass sie Bestand hat. Das sagen zum Beispiel die oben unter Punkt 1 zitierten Schriftstellen.</span><br><div class="fs14lh1-5"><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div></div><div><span class="fs14lh1-5">Darum ist meine erste Frage die nach dem Gebet. Denn wenn ich Gott als denjenigen anerkenne, der die Schöpfung bis heute vor ihrem Ende bewahrt hat, dann folgt daraus, dass ich ihn um weitere Bewahrung bitte. Vertraue ich also die Schöpfung dem Schöpfer an? Lege ich ihr Geschick (und auch mein eigenes) vertrauensvoll in Gottes Hände? Oder blicke ich nur auf meine eigenen Taten und klammere Gott mit seinen Taten aus?</span></div> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"><i>2. Frage</i></span></div><div>Auch meine zweite Frage hängt damit zusammen, ob ich Gott als den Schöpfer anerkenne. Es geht darum, ob ich Gott als den achte, der die Schöpfung mir und allen anderen Geschöpfen als ihren Lebensgrund geliehen hat. Oder ob ich die Schöpfung als etwas Selbstverständliches nehme, das mir gehört und mit dem ich machen kann, was ich will.</div> &nbsp;<div>Der Unterschied ist gewaltig. Niemand kann leben, ohne die Schöpfung auch zu verbrauchen. Aber das Maß ist entscheidend. Bin ich im rechten Maß, was meinen Verbrauch der Schöpfung angeht? Oder gehöre ich zu denen, die maßlos geworden sind in ihrem Verbrauch der Schöpfung?</div> &nbsp;<div>Gerade die reichen Länder dieser Welt haben den größten Anteil am Verbrauch der Schöpfung, und in diesen Ländern besonders die finanziell bessergestellten Menschen. Mache ich diesen Verbrauch fraglos mit?</div> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"><i>3. Frage</i></span></div><div>Ich möchte meine alten Gewohnheiten ablegen und stattdessen „über Gottes Weisungen nachdenken Tag und Nacht“ (Ps 1,2). Es sind Weisungen für ein gutes, Gott wohlgefälliges und mir selbst und allen Geschöpfen wohltuendes Leben.</div> &nbsp;<div>Gewohnheiten können am Nachdenken hindern. Wenn ich aber nachdenke, stelle ich auch meinen gewohnten Lebensstil in Frage. Welche Möglichkeiten habe ich, die alten Gewohnheiten hinter mir zu lassen? Wo kann ich mein Leben ändern? Weil nichts alternativlos ist, frage ich: Welche Alternativen gibt es für mich persönlich? Bin ich offen für Alternativen und sage: „Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit“ (Ps 86,11)?</div> &nbsp;<div>Ja, ich möchte mir den Weg weisen lassen. Das geht aber nur, wenn ich meinen bisherigen Weg (meine Gewohnheiten) auf den Prüfstand stelle.</div> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"><i>4. Frage</i></span></div><div>Auf manches kann ich nicht verzichten. Unsere Gesellschaft und schon unser nacktes Leben fordern Ressourcenverbrauch. Indem ich dies hier in den PC tippe und meinen Blog betreibe, verbrauche ich Ressourcen. Aber, wie gesagt, es geht um das rechte Maß.</div> &nbsp;<div>Darum frage ich mich: Welche Dinge und Verhaltensweisen sind für mich so wichtig, dass ich sie nicht aufgeben kann, und welche dienen eigentlich nur meiner Bequemlichkeit? Was und wie viel davon brauche ich wirklich, um glücklich zu sein? Wo habe ich mir nur einreden lassen oder mir angewöhnt, dass ich es unbedingt brauche? Wie kann ich meinen Verbrauch der Schöpfung reduzieren, indem ich ihn nachhaltig gestalte?</div> &nbsp;<div>Meine Kräfte sind begrenzt, aber ich denke, ich kann einige Bequemlichkeiten aufgeben. Also frage ich mich: Welche Unbequemlichkeiten bin ich bereit und fähig auf mich zu nehmen? Nehme ich Jesu Wort über das Glücklichsein ernst: „Glücklich sind die, die hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen gesättigt werden“ (Mt 5,6)?</div> &nbsp;<div>Auch wenn es vordergründig anders aussehen mag: Glücklich werden nicht die, die immer mehr für sich selbst wollen. Sondern glücklich werden die, die so leben wollen, dass sie Gottes Liebe gerecht werden.</div> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"><i>5. Frage</i></span></div><div>Wir haben schnell Angst, etwas zu verlieren. Etwas von unserem Komfort, von unserer Bequemlichkeit, letztlich von unserem Glück.</div> &nbsp;<div>Darum frage ich mich: Verliere ich wirklich so viel, wenn ich mein Verhalten ändere? Gewinne ich nicht vielleicht sogar etwas damit?</div> &nbsp;<div>Was verlieren eigentlich die Menschen im globalen Süden oder die Menschen der kommenden Generationen durch mein Handeln? Womit belaste ich Pflanzen und Tiere, die auch Geschöpfe Gottes sind, in unnötiger Weise?</div> &nbsp;<div>Verzicht ist ein Wort, das heute nicht hoch im Kurs steht. Aber kann es nicht befreiend sein, auf etwas verzichten zu können? Nicht, weil mich jemand dazu zwingt, sondern weil ich es will!</div> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"><i>6. Frage</i></span></div><div>Wenn wir weiterdenken, merken wir, dass Verhaltensänderungen im privaten Bereich gut sind, aber nicht ausreichen. Denn all unser privates Engagement hilft nicht, wenn die Politik in eine andere Richtung läuft.</div> &nbsp;<div>Dankbarkeit hat deshalb auch eine politische Dimension. Darum ist es gut, über das Private hinaus zu fragen. Ich bin dankbar für den relativ gut funktionierenden Staat, in dem ich leben kann. Und dennoch frage ich: Was läuft falsch in unserem Staat und im Wirtschaftsleben, wenn er zu maßlosem Verbrauch der Schöpfung führt? Wie kann ich persönlich auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben einwirken? Wo kann ich Flagge zeigen und eine Vorbildfunktion übernehmen?</div> &nbsp;<div>Ich möchte, dass meine Dankbarkeit und mein Denken Einfluss auf meine politische Willensbildung und Wahlentscheidung haben. Ich möchte mich auch hier nicht nur in gewohnten Bahnen bewegen.</div> &nbsp;<div> </div> &nbsp;<div class="imHeading2">5. Gott die Ehre geben</div> &nbsp;<div>Sich selbst zu fragen kann eine Entscheidungshilfe sein. Die Entscheidung selbst aber muss aus unserem Herzen kommen. Es geht nicht darum, dass wir uns zu etwas zwingen, sondern dass wir uns in Freiheit entscheiden, wie wir leben wollen.</div> &nbsp;<div>Sicher müssen wir uns manchmal einen Stoß geben: Wir müssen uns überwinden, in einer Weise zu handeln, die unserem Danken und Denken entspricht. Denn Gott zwingt uns nicht. Seine Gebote zwingen uns auch nicht. Sie sind nur Wegweisungen, auf die wir uns einlassen können oder auch nicht.</div> &nbsp;<div>Wir sollen aber wissen, dass es nicht egal ist, wie wir uns entscheiden. Unser Ziel muss sein, dem Schöpfer die Ehre zu geben, die ihm gebührt. Mit allem anderen missachten wir den Schöpfer, unsere Mitgeschöpfe und uns selbst.</div> &nbsp;<div>Mit unserem Dank geben wir dem Schöpfer die Ehre, mit unserem Nachdenken auch. Also auch mit unseren Fragen an uns selbst. Denn nur wer Fragen stellt, bewegt sich weiter. Und nur wer sich von Gott fragen lässt, kann sich von ihm verändern lassen.</div> &nbsp;<div>Wenn wir uns von Gott fragen lassen, lassen wir uns auf ihn ein, lassen ihn an uns heran, schotten uns nicht ab. Wir teilen seine Liebe zur Schöpfung und schätzen die Schöpfung und den Schöpfer – und nicht nur uns selbst und unseren Vorteil.</div> &nbsp;<div>Damit der Horror, den es in Gottes Schöpfung gibt, von uns nicht etwa gefördert, sondern eingedämmt wird.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 03 Oct 2020 09:03:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wer ist frei?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000004F"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wer ist frei?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/10/2020</span></div><div><br></div><div>"Zur Freiheit hat uns Christus befreit", schrieb Paulus (Gal 5,1).</div><div><br></div><div>Aber was ist eigentlich Freiheit?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Der eine sagt:</i></span></div><div><br></div><div>Ich bin ein freier Mensch. Ich will mich nicht einengen und fremdbestimmen lassen. Zu meiner Freiheit gehört auch, dass mir niemand vorschreibt, wann und wo ich eine Maske tragen muss.</div><div><br></div><div>Ich ertrage es nicht, wenn man mir meine Freiheit nimmt. Darum weigere ich mich, eine Maske zu tragen. Es geht dabei um meine individuelle Freiheit, die mir im Grundgesetz verbürgt ist.</div><div><br></div><div>Nur wenn ich von niemandem gezwungen werde, eine Maske zu tragen, fühle ich mich frei und ungebunden. Frei bin ich, wenn ich selbst entscheiden kann, wo, wann und ob überhaupt ich eine Maske trage.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Der andere sagt:</i></span></div><div><br></div><div>Ich trage meine Maske aus freier Entscheidung. Ich habe mich frei dafür entschieden, sie zu tragen, weil ich meine Mitmenschen vor einer Infektion schützen will.</div><div><br></div><div>Dass ich andere schützen will, ist für mich selbstverständlich. Dafür brauche ich keine Vorschriften von staatlicher Seite.</div><div><br></div><div>Dennoch finde ich es sinnvoll, wenn der Staat vorschreibt, ob, wann und wo eine Maske getragen werden muss. Denn ich selbst bin kein Experte auf dem Gebiet und darum auf die Vorgaben der Experten und Politiker angewiesen.</div><div><br></div><div>Es ist zwar nicht angenehm, eine Maske zu tragen, aber ich bin dankbar für die Freiheit, eine Maske zu haben und andere schützen zu können.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wer von den beiden ist nun der Freie?</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 02 Oct 2020 08:33:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Du]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000004C"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Du</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;</span><span class="imTACenter fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/09/2020</span></div><div class="imTACenter"><b></b></div> &nbsp;<div><b> </b></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">gern gesehen</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">herzlich willkommen</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">die Tür weit 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gesungen</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">mit Lächeln begrüßt</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>mit Freude aufgenommen</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">einbezogen 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gesättigt</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">stets wertgeschätzt</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">dich selbst sein 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umarmt</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">behutsam 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verstanden</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote> 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kritisiert</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">und geschult durch 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erträglich</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">dein Versagen entschuldigt</span></blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">nichts verbergen mehr 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andern</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">für immer 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enthüllt</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">Phantasien entbunden</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">zum Gehen ermutigt</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">bestärkt im Vertrauen</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">mit Gutem begabt</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">und mit Früchten beschenkt</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">den Sinn dir gegeben</span></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><span class="fs14lh1-5">das Glück deines Seins</span></blockquote><blockquote><span 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			<pubDate>Sat, 26 Sep 2020 09:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Lebenskunst]]></title>
			<author><![CDATA[Utopio]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000004B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Lebenskunst</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <a href="https://utopiosmessage.com/" target="_blank" class="imCssLink">Utopio</a> | 21/09/2020</span></div></div><div class="imTACenter"><br></div><div><div>Nichts werde je alltäglich, gerade wenn mir täglich der Schuh drückt. Entdeckungswille als wäre es zum ersten Mal werde doch – oh mein &nbsp;Schöpfer – meine Lebenskunst. Zu oft erkenne ich erst, was ich Tolles &nbsp;habe, nachdem ich es verloren habe. Genießen will ich das Leben voll und ganz, wo es mir Gutes tat. Aufmerksam auf das Schöne im Leben achten, nichts unbeachtet lassen, den Gaumen mit Lebensleckereien betörend befriedigen. Ganz besonders meiner Frau gelts, keine andere will ich haben, sie alleine füllen.</div> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<br><div class="imTACenter"><span class="fs16lh1-5 cf1">Trinke Wasser aus deiner Zisterne und was quillt aus deinem Brunnen.</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs16lh1-5 cf1">Sprüche 5,15</span></div></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTALeft">Von <a href="https://utopiosmessage.com/" target="_blank" class="imCssLink">Utopio</a>.</div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 21 Sep 2020 13:22:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum ich an Jesus Christus glaube]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000004A"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl"> &nbsp;Warum ich an Jesus Christus glaube</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;</span><span class="imTACenter fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 19/09/2020</span></div> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Ich glaube an Jesus Christus. Von ihm kommt ja auch der Name „Christ“. Aber was heißt eigentlich, an Jesus Christus zu glauben?</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Viele sagen auch einfach, sie glauben an Gott. Das ist nicht falsch. Doch die Frage ist: Macht es einen Unterschied, an Gott zu glauben – oder an den Gott zu glauben, der in Jesus Christus Mensch geworden ist?</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Nach dem Neuen Testament hat sich Gott in dem Menschen Jesus Christus uns kundgetan. „Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen“, sagte Jesus nach dem Johannesevangelium (Kapitel 14 Vers 9).</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Und dass Jesus „Sohn Gottes“ genannt wird, bedeutet, dass er in einzigartiger Weise mit Gott verbunden war, ihm nahe war, mit ihm eins war – so sehr eins, dass uns in ihm Gott selbst begegnet.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Wenn wir wissen wollen, wie Gott ist, dann müssen wir also auf den Menschen Jesus Christus schauen.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Wenn ich sage, dass ich an Gott glaube, dann meine ich damit, dass ich an den Gott glaube, der sich in dem Menschen Jesus Christus zu erkennen gegeben hat.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Ich glaube also nicht einfach an „Gott“. Denn unter „Gott“ kann man sich viel vorstellen. Manche denken dabei an ein höchstes Wesen, über das man eigentlich nichts Genaues wissen kann. Dann weiß man auch nicht, ob dieses höchste Wesen uns wohlgesonnen ist oder nicht. Es könnte ja auch ein teuflisches höchstes Wesen sein.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Auf der Welt gibt es viele Götter, an die die Menschen glauben. Und mit jedem dieser Götter werden andere Vorstellungen verbunden.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Wenn ich als ein Mensch, der den Namen Christi trägt, von Gott spreche, dann denke ich nicht an eine abstrakte menschliche Vorstellung von irgendetwas Göttlichem. Denn von Gott haben wir eine konkrete Anschauung: Er begegnet uns in dem Menschen Jesus Christus. Die Geschichte dieses Menschen ist Gottes Geschichte.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">An Jesus Christus glauben heißt: In ihm den unsichtbaren Gott erkennen. Nur weil Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, können wir eine unumstößliche Erkenntnis davon haben, wie Gott zu uns Menschen steht.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Jesus Christus zeigt uns einen Gott, der uns so sehr liebt, dass er lieber selber den Tod auf sich nimmt, als uns dem Tod preiszugeben – obwohl wir den Tod verdient haben, weil wir uns nicht von Gott lieben lassen wollen.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Ich kenne keine Vorstellung von Gott, die einen liebevolleren Gott zeigt. Und die befreiender für uns ist, weil dieser Gott uns, die wir seine Liebe ablehnen, nicht dem Tod überlässt. Stattdessen geht er selbst für uns in den Tod, damit wir leben können.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Das ist für mich Freiheit: Bedingungslos und unwiderruflich geliebt zu sein – und nichts dafür leisten zu müssen.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Darum glaube ich nicht an irgendeinen „Gott“ oder etwas „Göttliches“, sondern an den Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist.</span><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 20 Sep 2020 09:54:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Zwiespalt]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000049"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Zwiespalt</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/09/2020</span></div> &nbsp;</div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">nach Gott sich sehnen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">ihn fühlen wollen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">ergriffen von ihm</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">seine Nähe spüren</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">ihn hören</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">ihn erkennen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">ihn lieben</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">mit ihm eins sein wollen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span 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ihn</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5">nichts erleben</span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5">warten</span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5">warten</span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span 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Sehnsucht</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Ungeduld</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">ihm fern sich fühlen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">unbeachtet</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span 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class="fs14lh1-5">spurenlos</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">harren der Fülle</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">in der 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Liebe</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">seiner Gegenwart</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">seiner liebenden Augen</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">seiner schützenden Hand</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">seines lindernden Gewands*</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">mir nah aus der Ferne</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">unerreichbar 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Kommen:</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">Unser Herr, komm!**</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span 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6,1</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5">** &nbsp;</span><span class="fs12lh1-5">1. Korinther 16,22; Offenbarung 22,20</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 17 Sep 2020 08:48:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Flüchtlingslager und der barmherzige Samariter]]></title>
			<author><![CDATA[god.fish]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000048"><div> 		 </div><div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Flüchtlingslager und der barmherzige Samariter</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Ein Gastartikel von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a> | 16/09/2020</span></div></div><div><br></div><div>Und Jesus könnte gefragt worden sein: Wer ist denn mein Nächster, dem ich helfen soll?</div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;</span><br></div><div>Und Jesus könnte geantwortet haben:</div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;</span><br></div><div>Es war ein Flüchtlingslager in Moria, 12.000 geflüchtete Menschen hatten keinen Platz zu schlafen und kein Obdach mehr, nachdem das ganze Lager abgebrannt war.</div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;</span><br></div><div>Da kam ein Land wie Deutschland vorbei, sah das Elend und sagte, wir können leider nur 150 geflüchtete Menschen aufnehmen, denn wir haben Angst vor den Rechtspopulisten. Dann ging es weiter. Denn es musste sich um die Innenpolitik kümmern. [Anmerkung von Klaus Straßburg: Inzwischen hat sich Deutschland bereit erklärt, gut 1.700 Flüchtlinge aus verschiedenen Lagern aufzunehmen]</div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;</span><br></div><div>Da kam ein Zusammenschluss wie die Europäische Union vorbei und sagte, wir berufen uns zwar auf unsere christlichen Wurzeln, aber da können wir leider auch nichts machen. Dann ging die Union weiter, denn sie musste sich um die Innenpolitik kümmern.</div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;</span><br></div><div>Und dann kam ein Land wie beispielsweise der Libanon vorbei, sehr arm und sehr klein, das aber trotzdem etwa 2,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen hat, oder ein Land wie die Türkei, das etwa 3,4 Millionen Flüchtlinge bereits beheimatet, oder ein ähnliches Land, und sagte, wir kümmern uns um euch, bei uns könnt ihr bleiben.</div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;</span><br></div><div>Und Jesus könnte gefragt haben: wer war den 12.000 geflüchteten Menschen nun der Nächste?</div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;</span><br></div><div>Und der Fragesteller könnte geantwortet haben: das Land, das den 12.000 Menschen, die keine Hoffnung, kein Obdach und keine Schlafmöglichkeit hatten, geholfen und für sie gesorgt hat.</div><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;</span><br></div><div>Und Jesus könnte ihm geantwortet haben: geht hin und tut desgleichen!</div><div><br></div><div>Von <a href="https://god.fish/" target="_blank" class="imCssLink">god.fish</a></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTALeft"><br></div><div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 16 Sep 2020 07:21:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Versponnen und kurzsichtig]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000047"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl"> &nbsp;<span class="imTACenter">Versponnen und kurzsichtig</span></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;</span><span class="imTACenter fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/09/2020</span></div> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><div>Das auf dem Foto ist Frieder. Frieder ist so etwas wie das Wahrzeichen einer deutschen kleinen Großstadt. Jedenfalls ein Teil des Wahrzeichens.</div> &nbsp;<div> </div><div>Nein, Frieder trägt kein Moskitonetz über dem Kopf.<span class="fs14lh1-5"> Er war kein Entdecker und Weltreisender, der neue Kontinente erforschte und sich vor Stechmücken kaum retten konnte. </span>Frieder war eher bodenständig und heimatverbunden. Wahrscheinlich hat er die Umgebung seiner Stadt nie verlassen.</div> &nbsp;<div> </div><div>Eigentlich hat sich Frieder schon lange überhaupt nicht mehr bewegt. Darum ist er auch von hässlichen Geschöpfen befallen worden, die ihn eingesponnen haben. Und außerdem haben Vögel etwas auf ihm hinterlassen – igittigitt.</div> &nbsp;<div> </div><div>Vielleicht schaut Frieder deshalb etwas traurig aus. Aber eigentlich hat er ja auch selbst ein bisschen Schuld. Wer sich lange nicht bewegt, wird eben eingesponnen und besch…</div> &nbsp;<div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/P1010017.jpg"  title="" alt=""/><br></div><div><br><div> </div><div>Ich hoffe, dass Frieder noch den Durchblick hat. Die lange Bewegungslosigkeit – der Ruhestand sozusagen – kann einem schon die Sicht rauben. Wahrscheinlich blickt Frieder deshalb nach unten auf die Straße. So sieht er wenigstens, was unmittelbar vor ihm passiert. Damit er nicht stürzt.</div> &nbsp;<div> </div><div>Aber das ist eigentlich gar keine Gefahr. Denn Frieder bewegt sich ja nicht. Darum kann er auch nicht stürzen. Leider kommt er so aber auch nicht voran. Armer Frieder!</div> &nbsp;<div> </div><div>Als ich Frieder entdeckte, dachte ich: Wenn das das Wahrzeichen der Stadt ist, wie mag es dann um die Stadt bestellt sein? Ob sie sich auch schon so lange nicht bewegt hat? Ob ihr auch schon die Weitsicht genommen ist? Und kommt sie vielleicht auch nicht voran, entwickelt sie sich nicht weiter?</div> &nbsp;<div> </div><div>Nein, nein, es gibt schon eine Menge Bewegung in der Stadt: Viele Autos fahren mitten hindurch und machen die Luft schlecht. Fahrräder sieht man nur wenige, weil es kaum Radwege gibt. Dabei würden viele Menschen gern Rad fahren.</div> &nbsp;<div> </div><div>Die Stadt bemüht sich um die Industrie, das bringt Geld ins Stadtsäckel. Leider müssen dafür Bäume gefällt und schöne Landschaft beseitigt werden. Schade!</div> &nbsp;<div> </div><div>Also Aktivität gibt es schon. Aber manchmal denkt man: Es fehlt irgendwie der Weitblick. Der Blick reicht nur ungefähr einen Meter weit – oder eine Legislaturperiode. Was danach kommt, ist im Dunkeln. Oder es interessiert niemanden.</div> &nbsp;<div> </div><div>Also entwickelt sich die Stadt nicht wirklich weiter. Es bleibt eher alles, wie es immer schon war: Autos vor Fahrrädern, Industrie vor Landschaft, Geld- und Zeitgewinn vor Umweltschutz. Das ist schön für die, die sowieso lieber alles beim Alten lassen wollen. Zu viel Veränderung ist gar nicht gut, sagen sie. Das bringt die schöne alte Welt ja ganz durcheinander.</div><div><br></div><div><div>Dabei könnte man es auch anders machen. Dafür gibt es Beispiele in anderen Städten. Aber vielleicht geht es den Stadträt*innen ja wie Frieder: Sie haben die Umgebung ihrer Stadt noch nie verlassen.</div></div> &nbsp;<div> </div><div>Ich will nicht ungerecht sein: Es gab auch schon richtig gute Entwicklungen. Aber leider viel zu selten. Und der große WUMMS blieb dabei aus. Also doch keine Wende hin zu einer nachhaltigen und menschenfreundlichen Stadtentwicklung.</div> &nbsp;<div> </div><div>Doch will ich eigentlich gar nicht über die Stadt reden. Nein, als Kirchenmensch dachte ich natürlich vor allem an die Kirche, als ich den traurigen Frieder so sah. Sollte es mit der Kirche vielleicht auch nicht besser bestellt sein als mit Frieder?</div> &nbsp;<div> </div><div>Jedenfalls laufen der Kirche die Leute weg. Es gibt wohl nicht wenige, die die Kirche als versponnen bezeichnen würden: eingesponnen in ihre alten Glaubensformeln, die heute niemand mehr versteht; regungslos in ihren Gottesdiensten, in denen die Kirche uralte Choräle, Sprüche und Wechselgesänge durch die Jahrhunderte trägt; kurzsichtig im Blick auf die kulturellen Veränderungen, denen sie sich beständig entzieht.</div> &nbsp;<div> </div><div>Ich weiß, dass es auch immer wieder Neuerungen gibt. Aber offensichtlich nicht genug. Den WUMMS schaffte die Kirche jedenfalls noch nicht.</div> &nbsp;<div> </div><div>Wenn ich hier von „der Kirche“ rede, dann meine ich eigentlich alle institutionellen Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften. Von denen gibt es in Frieders Gegend ziemlich viele. Aber sie erreichen nur die wenigsten Menschen.</div> &nbsp;<div> </div><div>Diese Menschen leben ganz einfach an der Kirche vorbei. Und die Kirche an ihnen. Obwohl es nicht wenige Christ*innen gibt, die sich aufrichtig um die Menschen bemühen. Sie möchten sich vorwärts bewegen, so gut es innerhalb der Institution geht.</div><div><br></div><div>Leider geht das nicht so gut. Gute Absichten werden von der Institution oft ausgebremst. Die Institution ist nämlich ziemlich eingesponnen in ihren alten Traditionen. Und manche Kirchenmenschen fühlen sich in ihren Spinnweben so richtig wohl.</div> &nbsp;<div> </div><div>Dass die Leute an der Kirche vorbei leben, liegt natürlich auch an den Leuten selbst. Viele wollen von der kirchlichen Botschaft einfach nichts wissen. Diese Leute sind auch eingesponnen in ihre Gedankenwelt und blicken kurzsichtig nur auf das, was vor Augen ist. Das, was man mit den Augen nicht sehen kann, nehmen sie nicht wahr.</div> &nbsp;<div> </div><div>Aber das ist keine Entschuldigung für den Stillstand der Kirche. Die Glaubenden sitzen nach wie vor hauptsächlich in ihren Häusern <span class="fs14lh1-5">hinter dicken Wänden </span><span class="fs14lh1-5">und warten darauf, dass die Menschen zu ihnen kommen. Sie sollen sich also am Sonntagmorgen auf die Socken machen: früher aufstehen, das Frühstück abkürzen, sich zurechtmachen, ins Auto steigen und zur Kirche fahren, einen Parkplatz suchen und die Kirche mit all den fremden Leuten betreten. Dann eine fremde Sprache </span><span class="fs14lh1-5">hören und fremde Gebräuche mitmachen</span><span class="fs14lh1-5"> (unter Beobachtung der Eingeweihten) </span><span class="fs14lh1-5">–</span><span class="fs14lh1-5"> und nach dem Gottesdienst alles wieder rückwärts. Ist das nicht ein bisschen viel verlangt?</span></div> &nbsp;<div> </div><div>Okay, für diejenigen sicher nicht, die wirklich interessiert sind an der Botschaft, aber das sind nun mal die wenigsten. Die anderen müssen doch erst noch für die Botschaft begeistert werden! Schafft man das, indem man auf sie wartet und sie – <i>wenn</i> sie dann einmal kommen - mit jahrhundertealten Liedern und Gebräuchen langweilt?</div> &nbsp;<div> </div><div>Wohl kaum. Jesus jedenfalls hat sich nicht in Nazareth unter das Stadttor gesetzt und darauf gewartet, dass die Menschen ihm zuströmen. Er hat sich in Bewegung gesetzt und ist dorthin gegangen, wo die Menschen waren. Am Seeufer hat er die Fischer zu sich gerufen, in der Stadt den Zolleinnehmer Matthäus. In die Städte ist er gegangen, wo die Bettler saßen, an den Teich Bethesda, wo die Kranken lagen, und schließlich in den Tempel, wo das religiöse Leben blühte. Mit dessen Traditionen war er ganz und gar nicht einverstanden. Und er hat so mit den Leuten gesprochen, dass sie es verstanden haben.</div> &nbsp;<div> </div><div>Paulus ist später nicht in irgendeiner Gemeinde hängengeblieben und hat sich dort bequem eingerichtet. Sondern er ist durch die ganze damals bekannte Welt gezogen, um die Botschaft unter die Leute zu bringen. Dabei hat er versucht, ihre Sprache zu sprechen (obwohl er sprachlich nicht sehr begabt war) und sich auf ihre Gedankenwelt einzulassen (Apg 17,22f).</div> &nbsp;<div> </div><div>Von Stillstand und Abwarten also keine Spur. Die Reformatoren haben dann viel später gesagt, die Kirche sei <i>immer</i> zu reformieren, also zu erneuern, umzugestalten und zu verbessern. <i>Immer</i> heißt: sich nicht ausruhen auf den Lorbeeren der Vergangenheit, sondern beständig und stetig sich wandeln; nicht ewige Traditionen pflegen, sondern aufbrechen zu neuen Ufern; auf die Menschen achten, die man erreichen möchte; in ihrer Sprache sprechen und in ihrer Kultur leben, ohne die Botschaft dabei preiszugeben.</div> &nbsp;<div> </div><div>Nun verändert sich natürlich auch die Kirche, aber doch eher marginal. Also ein bisschen am Rande, nicht im Zentrum. Das ist suboptimal. Und die Kirche beschäftigt sich seit vielen Jahren auch gern mit sich selbst. Das kostet viel Zeit und Kraft. Da bleibt nicht mehr viel für ein Eingehen auf die Menschen. Dabei gibt es so viele schöne Ideen.</div> &nbsp;<div> </div><div>Eine Idee besteht darin, mit den Menschen zu leben, die von Gott noch nicht genug gehört haben. Man bewegt sich auf sie zu, man bleibt bei ihnen, lebt mit ihnen und beginnt, von Gott zu erzählen – vielleicht gar nicht in einem speziellen Event, sondern im täglichen Miteinander. Dann spricht man automatisch eine andere Sprache als im Gottesdienst. Man ist sich auch näher als im Gottesdienst. Man verschweigt auch die eigenen Zweifel und Schwächen nicht. Und der andere merkt: Guck mal, das ist ja auch ein fehlbarer Mensch. Der hat Zweifel und Schwächen wie ich. Interessant!</div> &nbsp;<div> </div><div>Wir Kirchenleute sprechen oft eine alte und fremde Sprache – sozusagen eine eingesponnene. Das merkt man auch am Glaubensbekenntnis, das im Gottesdienst gesprochen wird. Es stammt aus dem 2. oder 3. Jahrhundert, genau weiß man es nicht. Ist auch egal, es ist jedenfalls sehr, sehr alt. Wir sprechen immer noch dieses alte Glaubensbekenntnis, aber wir erklären den Menschen gar nicht, was es eigentlich meint. Was bedeutet es denn, dass Gott „allmächtig“ ist? Was heißt „Sohn Gottes“? Wurde Jesus von einer Jungfrau geboren, wie wir bekennen? Warum enthält das Bekenntnis nichts von Jesu Leben, sondern gleich nach seiner Geburt kommt sein Leiden und Sterben? Was heißt, dass Jesus wiederkommen wird? Wer oder was ist der „heilige Geist“, und was macht eigentlich die Kirche „heilig“?</div><div><br></div><div><div>Alte, uralte Wörter, in die wir verwoben sind, so wie Frieder in seiner bewegungslosen Gedankenwelt (entschuldige bitte, Frieder, du warst sicher ein gutwilliger, liebenswerter Mensch).</div></div> &nbsp;<div> </div><div>Aber kann man mit Worten aus dem 2. oder 3. Jahrhundert heute noch seinen Glauben bekennen, als hätte sich in den vielen Jahrhunderten bis heute an den Denk- und Sprechgewohnheiten nichts geändert?</div> &nbsp;<div> </div><div>Fragen über Fragen. Man könnte noch viel mehr Fragen an die Kirche stellen.</div> &nbsp;<div> </div><div>Die Kirche fragt sich vieles auch selbst. Das ist gut so. Aber sie tut sich schwer damit, ihre Spinnweben abzuwerfen und neue Wege zu gehen. Nicht alles ist bewegungslos in der Kirche. Aber die Bewegungen sind zu klein, um zu vermeiden, dass die ekligen Spinnentiere kommen und ihr Netz anlegen.</div> &nbsp;<div> </div><div>Ein bisschen spinnert, die Kirche und die Christ*innen, denken wohl die meisten. Nicht auf der Höhe der Zeit, sondern irgendwo in der Vergangenheit hängen geblieben. So wie Frieder. Dabei gäbe es in der Gegenwart so viel zu sagen zu den verunsicherten, friedlosen und Sinn suchenden Menschen.</div> &nbsp;<div> </div><div>Wir müssen hin zu ihnen, dürfen uns nicht in unseren heimeligen Gemeinden verschanzen. Damit wir nicht irgendwann eingesponnen sind von ekligen Wesen und so traurig ausschauen wie Frieder.</div> &nbsp;<div> </div><div>Übrigens: Frieder wird nicht untergehen. Sogar das Spinnennetz lässt sich entfernen. Das ist gar nicht so schwer. Und auch die Kirche wird nicht untergehen. Weil Gott sie hält. Auch dann, wenn sie eingesponnen ist.</div> &nbsp;<div> </div><div>Aber vielleicht hast du ja ein ganz anderes Bild von der Kirche. Dann schreib es mir unten. Oder schreib mir deine Idee einer lebendigen Kirche. Oder schreib von deinen Spinnenerfahrungen – egal, du kannst alles schreiben.</div> &nbsp;<div> </div><div>Ach ja, und wenn du noch wissen willst, in welcher Stadt Frieder steht, dann gib doch mal „Henner und Frieder“ in deine Suchmaschine ein. So wirst du schnell fündig.</div> &nbsp;<div class="imTACenter"> </div> &nbsp;<div class="imTACenter"> </div><div class="imTACenter">* * * * *</div> &nbsp;<div class="imTACenter"> </div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 11 Sep 2020 06:47:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Was wir sind]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000044"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Was wir sind</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/09/2020</span></div> &nbsp;<div class="imTACenter"><b class="fs14lh1-5"><i>Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?</i></b><span class="imTALeft fs14lh1-5"> </span></div><div class="imTACenter"><i>(Psalm 8,5a)</i><span class="imTALeft fs14lh1-5"> </span></div><div> </div> &nbsp;<div>An diesen Psalmvers muss ich in letzter Zeit oft denken, wenn mir meine Vergänglichkeit und die Erfolglosigkeit meines Tuns bewusst wird.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><div>Ich versuche mit dem, was ich tue, meinem Leben Sinn zu geben. Dazu setze ich mir Ziele, die ich für sinnvoll halte. Ich möchte etwas Wertvolles und Bleibendes schaffen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><div>Doch ich erlebe immer wieder: Meine gut gemeinten Ziele sind unerreichbar. Es läuft nicht so, wie ich es mir gedacht habe. Das, was ich erreichen <i>will</i>, ist meistens größer als das, was ich <i>tatsächlich</i> erreiche.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><div>Ich merke: Ich kann den Sinn nicht machen. Hinter jedem Sinn, den ich meinem Leben zu geben versuche, steht ein großes Fragezeichen: Hat es wirklich Bedeutung, ist es wirklich wichtig, was ich tue?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><div>Bei alledem läuft mir die Zeit weg. Mit jedem Tag meines Lebens nähere ich mich meinem Tod. Dann kann ich nichts mehr von dem verwirklichen, was mir so wichtig ist. Und nichts von mir wird bleiben.</div><div><br></div><div>Wir verdrängen gern, dass nichts von uns bleiben wird. Aber es ist eine Tatsache. Denn auch von denjenigen, die unsere Erinnerung bewahren werden, wird nichts bleiben.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><div>Immer, wenn ich solche trüben Gedanken habe, hilft mir der Psalmvers „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?“</div> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Alles von uns vergeht. Und doch ist einer, der uns nicht vergessen, sondern unser gedenken wird. Der Mensch, das Staubkorn im Weltall, ist wichtig, weil er IHM wichtig ist. Unser Leben hat Sinn, weil es für IHN Bedeutung hat – auch unser so sinnlos, erfolglos und verfehlt erscheinendes Leben.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Wenn ER unser Tun segnet, ist es wichtiges, sinnvolles, Segen bringendes Tun.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Wir haben die Chance zu bleiben, weil ER bei uns bleiben, mit uns zusammenbleiben will, auch nach unserem irdischen Leben.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Was sind wir, was ist der Mensch – dieses abhängige, verzweifelte, suchende, zerbrechliche Wesen?</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Wir sind die Wesen, deren der Schöpfer gedenkt. Die Wesen, die dem Schöpfer wichtig sind und durch die er Gutes wirken will. Wir sind die Wesen, dessen Leben sinnvoll ist, wenn wir uns Sinn und Ziel von Gott schenken lassen.</span><br> &nbsp;<div> </div><span class="fs14lh1-5">Und wir sind die Wesen, denen schließlich bleibende Lebensfülle verheißen ist.</span> <div class="imTACenter"><b><i><br></i></b></div><div class="imTACenter"><b><i>Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in aller Welt!</i></b><span class="imTALeft fs14lh1-5"> </span></div><div class="imTACenter"><i>(Psalm 8,10)</i></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 08 Sep 2020 17:52:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Tägliche Verkündigung per Lautsprecher]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000043"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl"> &nbsp;Tägliche Verkündigung per Lautsprecher</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Was der islamische Muezzinruf bedeutet</div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;</span><span class="imTACenter fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/09/2020</span></div> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5">Durch eine Sendung des Deutschlandfunks habe ich kürzlich erfahren, dass bereits in etwa 100 Moscheegemeinden Deutschlands die Muslime per Lautsprecher zum Gebet aufgerufen werden.</span><br></div><div> </div> &nbsp;<div>Die Sendung vom 26. August 2020 ist in der <i><a href="https://www.deutschlandfunk.de/dlf-audio-archiv.2386.de.html?drau:broadcast_id=171&drau:page=2" target="_blank" class="imCssLink">Deutschlandfunk-Mediathek</a></i> nachzuhören.</div><div> </div> &nbsp;<div>Der muslimische Ausrufer des Gebetsrufs heißt Muezzin. Darum heißt dieser Ruf Muezzinruf. In islamischen Ländern ertönt der Muezzinruf fünfmal täglich vom Minarett aus, dem Turm der Moschee.</div><div> </div> &nbsp;<div>Dieser Ruf wurde in Deutschland in vielen Moscheegemeinden gestattet, weil durch die Corona-Pandemie der Moscheebesuch und die Freitagsgebete in den Moscheen untersagt waren. Die Erlaubnis zum Muezzinruf sollte ein Zeichen des Trostes und der Solidarität sein.</div><div> </div> &nbsp;<div>Auch Kirchenvertreter haben sich für die Erlaubnis zum Muezzinruf ausgesprochen. Dabei wurde auf das Kirchenläuten verwiesen, das ja die Christ*innen zum Gebet aufruft. Den Muslimen in Deutschland sollte ebenso das Recht zugesprochen werden, zum Gebet aufzurufen – eben durch den Muezzinruf.</div><div> </div> &nbsp;<div>Der Muezzinruf erfolgt in arabischer Sprache und lautet übersetzt:</div><div> </div> &nbsp;<div><i class="cf1">Allah ist größer [als alles]!</i></div><div><i class="cf1">Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah.</i></div><div><i class="cf1">Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist.</i></div><div><i class="cf1">Eilt zum Gebet!</i></div><div><i class="cf1">Eilt zum Heil!</i></div><div><i class="cf1">Das Gebet ist besser als Schlaf.</i></div><div><i class="cf1">Allah ist größer [als alles]!</i></div><div><i class="cf1">Es gibt keinen Gott außer Allah.</i></div><div> </div><div><br></div><div>Der Muezzinruf ruft also wie das Kirchenläuten zum Gebet. Er tut das aber auf andere Weise als das Kirchenläuten. Denn der Muezzinruf besteht in einem gesungenen Text.</div><div> </div> &nbsp;<div>Wie der Text zeigt, wird in ihm <span class="fs14lh1-5">nicht nur</span> zum Gebet gerufen, sondern es werden auch inhaltliche Glaubensaussagen über Allah gemacht. Allah ist das arabische Wort für „Gott“. Das Wort bezeichnet Gott, wie er im Islam verstanden wird.</div><div> </div><div><br></div><div>Der Muezzinruf sagt von diesem Gott, wie er im Islam verstanden wird, er sei der einzige Gott und Mohammed sei sein größter Prophet. Diese Aussage bestreitet jedes Gottesverständnis, das anders ist als das des Islam. Einen anderen Gott als den, wie der Islam ihn versteht, gibt es demnach nicht. Der Muezzinruf erhebt also einen Absolutheitsanspruch auf den einzig wahren Glauben.</div><div> </div> &nbsp;<div>Auch das Christentum beansprucht, die Wahrheit über Gott zu verkündigen. Das Christentum hat aber, wenn es recht verstanden wird, auch eine starke selbstkritische Dimension: Die Kirche und einzelne Glaubende <i>besitzen</i> die Wahrheit nicht. Sie können irren. Kriterium der Wahrheit ist (jedenfalls im protestantischen Verständnis) nicht die Lehre der Kirche oder einer kirchlichen Gruppe, sondern Jesus Christus. Er hat nach dem Johannesevangelium von sich gesagt „Ich bin die Wahrheit“ (Joh 14,6a). Um diese Wahrheit muss gerungen und auch gestritten werden. Zudem kann Gott auch Angehörigen anderer Religionen Anteil an dieser Wahrheit schenken. Ich habe das im Artikel <i><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?geschenkte-wahrheit" class="imCssLink">Geschenkte Wahrheit</a></i> näher ausgeführt.</div><div> </div> &nbsp;<div>In der Sendung des Deutschlandfunks wurde darauf hingewiesen, dass die Erlaubnis zum Muezzinruf von Muslimen als Ausdruck der Überlegenheit des Islam über das Christentum und als Ausdruck einer fortschreitenden Übernahme des Islam in Deutschland verstanden wurde. Dies wurde in den sozialen Medien deutlich. Und in Berlin feierten im April ca. 300 Muslime den Gebetsruf als Sieg des Islam über die Ungläubigen (so das Magazin <i><a href="https://www.cicero.de/kultur/gebetsruf-muezzin-neukodlln-ramadan-facebook-digitaler-gottesdienst-seyran-ates" target="_blank" class="imCssLink">Cicero</a></i>). Der Islam wird in der islamischen Welt meist als ein Herrschafts- und Dominanzanspruch gegenüber den Ungläubigen verstanden.</div><div> </div> &nbsp;<div>Ich kann diese Informationen nicht überprüfen. Wenn sie aber richtig sind, muss man wohl annehmen, dass es kein kluges Signal ist, in einer Zeit starker politischer Radikalisierung in Teilen des Islam und eines Aufschwungs des radikalen Fundamentalismus unter Muslimen den Muezzinruf zu gestatten.</div><div> </div> &nbsp;<div>Jeder Muslim und jede Muslima hat ein Recht auf freie Religionsausübung. Die Ernsthaftigkeit, mit der viele Muslime ihre Religion ausüben, ist auch nicht in Frage zu stellen. Und die große Mehrheit der Muslime lebt keinen islamistisch geprägten Glauben. Dennoch sollte alles vermieden werden, was einen unkritisch fundamentalistischen und politisch radikalen Islam unterstützt.</div><div> </div> &nbsp;<div>Der Moscheebesuch ist längst wieder gestattet. Warum wird der Muezzinruf, der wegen der Schließung der Moscheen erlaubt wurde, jetzt noch beibehalten?</div><div> </div> &nbsp;<div>Ein Muezzinruf, der eine <i>Botschaft</i> enthält, ist eben etwas anderes als ein kirchliches Glockenläuten. Man stelle sich nur vor, dass Glaubensaussagen von Kirchtürmen aus per Lautsprecher täglich in Städte und Dörfer ausgestrahlt würden.</div><div> </div> &nbsp;<div>Der Text könnte dann etwa so lauten:</div><div> </div> &nbsp;<div><i class="cf1">Der dreieinige Gott ist allmächtig!</i></div><div><i class="cf1">Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer dem dreieinigen Gott.</i></div><div><i class="cf1">Ich bezeuge, dass Jesus Gottes Sohn ist.</i></div><div><i class="cf1">Bekehrt euch zum Glauben an ihn!</i></div><div><i class="cf1">So erlangt ihr das Heil.</i></div><div><i class="cf1">Das Vaterunser beten ist besser als schlafen.</i></div><div><i class="cf1">Der dreieinige Gott ist allmächtig!</i></div><div><i class="cf1">Es gibt keinen Gott außer dem dreieinigen Gott.</i></div><div> </div> &nbsp;<div>Was würde passieren, wenn solch eine Botschaft täglich von den Kirchtürmen erschallen würde? Ein Aufschrei der Empörung würde durchs Land gehen.</div><div> </div> &nbsp;<div>Und zwar zu recht. Denn in einem Staat, der Religionsfreiheit garantiert, muss es dem einzelnen Menschen freigestellt sein, ob er religiöse Botschaften hören möchte oder nicht.</div><div> </div> &nbsp;<div>Beim islamischen Muezzinruf ist die Toleranz mancher Menschen sehr groß – eine Toleranz, die bei einem christlichen Kirchenruf schnell am Ende wäre. Warum wird hier mit zweierlei Maß gemessen?</div><div> </div> &nbsp;<div>Man kann natürlich auch das Glockenläuten als religiöse Botschaft interpretieren. Und jedes Kreuz auf dem Kirchturm ist eine religiöse Botschaft. Dennoch gibt es einen Unterschied zwischen einer Textbotschaft und symbolischen Botschaften – noch dazu, wenn der Text beansprucht, die allein maßgebende Wahrheit zu verkünden, ohne ein selbstkritisches Element zu beinhalten.</div><div> </div> &nbsp;<div>Außerdem hat das Läuten der Kirchenglocken im Laufe der Zeit auch ganz weltliche Bedeutungen angenommen: Es wurde lange Zeit als Ansage der Uhrzeit und wird noch heute (beim Läuten der Totenglocke) als Anzeige eines Todesfalls im Dorf verstanden.</div><div> </div> &nbsp;<div>Viele Muslime und Christen bemühen sich gemeinsam um einen friedlichen Umgang miteinander. Sie gestehen einander das Recht zu, ihre Religion frei auszuüben. Sie sprechen dem Andersgläubigen auch die Ernsthaftigkeit, mit der er seinen Glauben ausübt, nicht ab. Und sie kämpfen gemeinsam gegen religiöse Ideologien und politische Vormachtansprüche.</div><div> </div> &nbsp;<div>Wird dieses Bemühen nicht erschwert, wenn ein Bekenntnisruf, der für viele Muslime eben auch religiöse und politische Vormachtansprüche anzeigt, zu einer dauerhaften Einrichtung wird?</div><div> </div> &nbsp;<div> </div> &nbsp;<div class="imTACenter">* * * * *</div> &nbsp;<div class="imTACenter"> </div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 06 Sep 2020 09:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wie wir unsere Bestimmung leben]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000042"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Wie wir unsere Bestimmung leben</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 01/09/2020</span></div> &nbsp;<div> </div><div>Christinnen und Christen gehen davon aus, dass sie von der guten Macht, die wir Gott nennen, geschaffen sind. Wahrscheinlich denken sie dabei vor allem an ihre körperlichen und geistigen Eigenschaften und Fähigkeiten.</div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Seltener wird bedacht, dass das Geschaffen-sein viel weiter geht und die gute Schöpfermacht jedem Geschöpf eine </span><b class="fs14lh1-5">Bestimmung</b><span class="fs14lh1-5"> gegeben hat. Als Gott den Menschen erschuf, gab er ihm einen Lebenssinn, eine Rolle, die er zu seinem eigenen Wohl und zum Wohl der anderen Geschöpfe ausfüllen soll.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Du bist ein Geschöpf Gottes. Aber was bedeutet das eigentlich für dein persönliches Leben?</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Was es heißt, Geschöpf zu sein</div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Geschöpf Gottes zu sein bedeutet zunächst: Du bist gewollt. Nicht nur von deinen leiblichen Eltern, sondern von der guten Macht, die es ermöglicht hat, dass deine Eltern Eltern wurden.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Diese gute Macht, die wir Gott nennen, hat nicht einfach nur das Universum geschaffen und es dann sich selbst überlassen. Sondern diese Macht bewirkt zusammen mit der geschaffenen Natur ständig neues Werden und Entstehen.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Als du entstanden bist, hat Gott Ja zu dir gesagt. Du bist kein Zufallsprodukt, sondern ein genialer Gedanke Gottes (so sagt es das Lied „Du bist du” von Jürgen Werth).</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Aber du bist nicht einfach ins Leben gerufen worden, um dich danach ohne Gott zu entwickeln. Sondern die gute Macht, die dich ins Leben gerufen hat, will auch, dass du ein </span><span class="fs14lh1-5"><b>gutes</b></span><span class="fs14lh1-5"><b> Leben</b></span><span class="fs14lh1-5"> lebst.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Dass du ein gutes Leben lebst, bedeutet nicht, dass dir kein Leid mehr widerfährt. Es bedeutet aber, dass Gott deinem Leben eine </span><b class="fs14lh1-5">Bestimmung</b><span class="fs14lh1-5"> gegeben hat. Dein Leben hat eine Bedeutung, einen Sinn. Auch dann, wenn es ein schweres Leben ist.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Was es heißt, eine Bestimmung zu haben</div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Mit „Bestimmung” meine ich nicht, dass jedes Ereignis deines Lebens von Gott gewollt, also </span><span class="fs14lh1-5"><b>vorherbestimmt</b></span><span class="fs14lh1-5"> ist. Es gibt sicher vieles in deinem Leben, was Gott nicht für dich bestimmt hat.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Mit „Bestimmung” meine ich vielmehr: Zu dem genialen Gedanken Gottes, der du bist, gehören nicht nur dein Körper und dein Geist, sondern auch eine bestimmte Geisteshaltung. Zu deinem eigenen Wohl sollst du in allem, was dir widerfährt, im Guten wie im Schlechten, eine bestimmte Haltung einnehmen – eine Haltung, die </span><b class="fs14lh1-5">gut für dich und die anderen Geschöpfe</b><span class="fs14lh1-5"> und darum für dich </span><b class="fs14lh1-5">bestimmt</b><span class="fs14lh1-5"> ist.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Diese Haltung besteht darin, dass du die gute Macht, die dich erschaffen hat und deren genialer Gedanke du bist, </span><b class="fs14lh1-5">anerkennst</b><span class="fs14lh1-5">. Du sollst es anerkennen, dass du ein genialer Gedanke dieser guten Macht bist und dass diese gute Macht dich auch in allem Schweren nicht verlässt. Du sollst letztlich darauf vertrauen, bei Gott in guten Händen zu sein. So ehrst du die gute Macht, die dich geschaffen hat.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Und so ehrst du auch die anderen Geschöpfe, die Gott geschaffen hat. Denn wenn du dich bei Gott in guten Händen weißt, sind die anderen Geschöpfe keine Konkurrenten mehr für dich, die du um jeden Preis ausschalten musst – auch dann nicht, wenn sie dich angreifen. Du stehst ja unter Gottes Schutz. Darum kannst du dich selbst zurücknehmen, auch wenn du für deine Interessen eintrittst.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Deine Bestimmung ist, Gott seine Liebe zu dir zu glauben und so zur Ehre und Freude Gottes und aller seiner Geschöpfe zu leben. Das soll auch deine eigene Ehre und Freude sein.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die Herausforderung durch das Leid</div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Ich weiß, wie schwer das sein kann und dass es in schlimmen Schicksalsschlägen kaum zu schaffen ist, diesen Glauben aufzubauen oder zu behalten. Manche Schicksale bringen uns an unsere Grenzen.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Wir kommen sowieso mit unserem Vertrauen zu der göttlichen Liebesmacht schnell an unsere Grenzen.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Und dennoch ist es unser aller Bestimmung, die Hoffnung auf diese gute Macht nicht aufzugeben und ihr immer aufs Neue zu vertrauen – jeder Mensch an </span><b class="fs14lh1-5">seinem</b><span class="fs14lh1-5"> Ort, mit </span><span class="fs14lh1-5"><b>seiner</b></span><span class="fs14lh1-5"> Lebensgeschichte und mit </span><b class="fs14lh1-5">seinen</b><span class="fs14lh1-5"> Fähigkeiten.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Dieses Festhalten der Hoffnung gibt deinem Leben Sinn. Denn dann vertraust du darauf, dass Gott auch im schlimmsten Schicksal Ja zu dir sagt. Und dass es für dich einen Weg gibt, auf dem du weitergehen kannst.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Wenn du daran festhältst, dass Gott Ja zu deinem Leben sagt, dann ist es leichter für dich, selber Ja zu sagen zu deinem Leben. Du sagst Ja zu deinem Schöpfer, der zu deinem Leben Ja sagt. Und weil dein Schöpfer Ja zu deinem Leben sagt, kannst du auch Ja dazu sagen.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Wenn wir ein leidgeprägtes Leben führen müssen, ist es unendlich schwer, Ja dazu zu sagen. Und vielleicht sagen wir Ja zu unserem Leben, aber Nein zu dem Leid, das uns getroffen hat.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Vielleicht können wir aber auch lernen, Ja zum Leid zu sagen. Es ist besser für uns, Ja zu etwas zu sagen, das wir nicht ändern können, als ständig dagegen aufzubegehren. Es ist besser für uns, wenn wir uns trotz allem von guten Mächten wunderbar geborgen fühlen, als wenn wir uns einem blinden Schicksal ausgeliefert fühlen. Es ist besser für uns, zu dem, was wir nicht ändern können, Ja zu sagen, als uns mit einem dauernden Nein zu zermürben.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Es kann unendlich schwer sein, aber es tut uns gut, wenn wir nicht dauerhaft das sein wollen, was wir nun mal nicht sein können. Es tut uns gut, Ja zum Unabänderlichen zu sagen und zu der guten Macht, die Wege durch das Unabänderliche hindurch kennt.</span><br></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span><br></div><div> </div><div class="imHeading2">4. Die Herausforderung durch unsere Wünsche</div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Obwohl ich kein außergewöhnlich schweres Leid zu tragen habe, merke ich an mir selbst, wie schwer es manchmal ist, zum eigenen Leben Ja zu sagen.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Oft möchte ich mein Leben anders haben, als es gerade ist. Vieles könnte ich mir viel besser vorstellen. Es fällt mir schwer, Ja zu sagen zu den Teilen meines Lebens, die ich mir anders wünsche. Dann bin ich nicht im Einklang mit mir, und auch nicht im Einklang mit Gott. Das ist kein </span><b class="fs14lh1-5">gutes</b><span class="fs14lh1-5"> Leben, sondern ein unzufriedenes – ein friedloses Leben.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Am liebsten würde ich mir mein Leben selber basteln. Ich will mein eigener Gott sein und Ja nur zu einem Leben sagen, das ich mir selbst ausgedacht habe.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Weil das Leben aber nie so ist, wie ich es mir ausgedacht habe, fällt es mir schwer, damit zufrieden zu sein.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">So steht es ja schon am Anfang der Bibel: Unser Verderben besteht darin, dass wir sein wollen wie Gott der Schöpfer (1Mo/Gen 3,5.22). Wir sind erst zufrieden mit unserem Leben, wenn wir in die Rolle des Schöpfers geschlüpft sind und uns ein Leben nach unseren Wünschen geschaffen haben – aber genau das können wir nicht.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div> </div><div class="imHeading2">5. Der Verzicht darauf, aus sich selbst etwas zu machen</div><div> </div> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5">Dietrich Bonhoeffer hat im Gefängnis unter der Herrschaft der Nationalsozialisten die Erfahrung gemacht, was es heißt, Ja zum Leben zu sagen – auch zu einem leidvollen, vom Tod bedrohten Leben:</span><br></div><div><br></div><div> </div><div><i class="cf1">[...] ich erfahre es bis zur Stunde, daß man erst in der vollen Diesseitigkeit des Lebens glauben lernt. Wenn man völlig darauf verzichtet hat, aus sich selbst etwas zu machen – sei es einen Heiligen oder einen bekehrten Sünder oder einen Kirchenmann (eine sogenannte priesterliche Gestalt!), einen Gerechten oder einen Ungerechten, einen Kranken oder einen Gesunden – und dies nenne ich Diesseitigkeit, nämlich in der Fülle der Aufgaben, Fragen, Erfolge und Mißerfolge, Erfahrungen und Ratlosigkeiten leben –, dann wirft man sich Gott ganz in die Arme [...].</i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><i><span class="fs10lh1-15 cf1">(Brief an Eberhard Bethge vom 21.7.1944. In: Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge. Neuausgabe. Christian Kaiser Verlag München, 3. Aufl. 1985. S. 401f)</span></i></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Bonhoeffer erlebte es am eigenen Leib, dass man sich Gott erst dann ganz in die Arme wirft, wenn man völlig darauf verzichtet, aus sich selbst etwas zu machen. Wenn man darauf verzichtet, sein eigener Gott zu sein.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Wir wollen so oft etwas aus uns machen, wollen, dass unser Leben anders ist, als es ist.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Aber unsere Erwartungen an das Leben werden zermalmt von der Realität. Die großen Wünsche und Vorstellungen von unserem Leben werden zu winzigen Krümeln zermahlen.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Inzwischen denke ich, wenn ich das erlebe: Gott arbeitet an mir, damit ich endlich dahin komme, aus mir selbst nichts mehr machen zu wollen und mich stattdessen ganz Gott in die Arme zu werfen.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Wenn es dir ähnlich geht: Vielleicht arbeitet Gott auch an dir.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div> </div><div> </div><div class="imHeading2">6. Das Ja im Nein</div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Wenn ich sage, Gott arbeitet vielleicht an dir, dann soll das keine Rechtfertigung des Leids sein, das dich getroffen hat. Ich bin zwar überzeugt, dass Gott dich auch im Leid </span><b class="fs14lh1-5">nicht verlässt</b><span class="fs14lh1-5">, aber das heißt nicht, dass Gott das Leid </span><b class="fs14lh1-5">will</b><span class="fs14lh1-5">, das dich trifft.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Es kann aber sein, dass Gott gerade im Leid an uns arbeitet. Das Leid bleibt dann trotzdem schrecklich. Aber es ist nicht einfach blankes Leid; denn die gute Macht, die bei uns ist, wirkt auf uns ein durch das Leid, das nun mal da ist und das wir nicht abschütteln können.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Warum Gott manches Mal nicht anders auf uns einwirkt, weiß ich nicht. Aber ich vertraue darauf, dass er auch im Leid in uns wirkt und auf uns einwirkt.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Wenn wir machtlos ausgeliefert sind, ist da einer, der in all unserer Machtlosigkeit Gutes bewirken kann. Einer, dessen gute Macht stärker ist als die zerstörerische Macht des Leids.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Das Leid zerstört trotzdem so vieles. Darum können wir es manchmal nur ablehnen, nur Nein zu ihm sagen.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Auch Gott sagt zu schwerem Leid Nein. Er will es nicht. Er hat es dir nicht „geschickt”. Es gehört nicht zu seiner guten Schöpfung.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Aber zu dir selbst und zu deinem Leben sagt Gott ein bleibendes, unwiderrufliches Ja. Darum kannst du selbst auch zu dir und deinem Leben ein unwiderrufliches Ja sagen.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Es ist vielleicht nur ein Ja im Nein: Ja zu deinem Leben, aber Nein zum Leid. Dieses Ja hilft uns gegen den Unfrieden, in dem wir leben, wenn wir beständig Nein zu unserem Leben sagen.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Wenn wir das täten, würden wir auch Nein sagen zu der guten Macht, die uns erschaffen hat und an jedem neuen Tag bei uns ist und zum Guten auf uns einwirkt – bis ans Ende der Welt (Mt 28,20b).</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Wenn du Ja sagst zu der guten Macht, die dich hält, und zu dem, was du nicht ändern kannst, dann kann das ein Ja sein, das das Nein zu deinem Leid in Zaum hält. Damit das Nein dich nicht irgendwann gänzlich erfüllt.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div> </div><div> </div><div class="imHeading2">7. Das endgültige Ja</div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Am Anfang und am Ende deines irdischen Lebens steht Gottes großes Ja zu dir. Und wenn nach dem Ende deines irdischen Lebens ein neues Leben für dich beginnt, wird alles nur noch Ja sein, weil es das Nein nicht mehr gibt.</span><br></div> &nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Es ist deine Bestimmung,</span><br></div><div><ul><li>Ja zu sagen zu dem Gott, der zu dir Ja sagt<br></li><li>Ja zu sagen zu deinem Leben, auch wenn es darin manches gibt, zu dem du Nein sagst<br></li><li>Ja zu sagen zu deinen Mitgeschöpfen, zu denen Gott auch Ja sagt.<br></li></ul></div> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<div> </div><div><span class="fs14lh1-5">Am Ende aber ist es deine Bestimmung, in das große, endgültige und ungetrübte Ja einzustimmen, das kein Nein mehr kennt.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div> </div><div> </div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 08:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gott etwas bringen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000041"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gott etwas bringen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 28/08/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Manche Menschen sagen, der Glaube oder das Beten bringe ihnen nichts. Darum würden sie weder an Gott glauben noch zu ihm beten.</div><div><br></div><div>Das scheint ein schlagendes Argument zu sein. Denn warum soll man glauben und beten, wenn es nichts bringt – nicht zum Wohlbefinden beiträgt?</div><div><br></div><div>Ein Mensch, der so argumentiert, zeigt, dass er sehr auf sich selbst, auf sein eigenes Wohlbefinden ausgerichtet ist. Er stellt sich selbst in den Mittelpunkt. Anders gesagt: Er ist ein egozentrischer Mensch.</div><div><br></div><div>Ich bin davon nicht ausgeschlossen. Ich suche auch oft danach, dass mir Glaube und Beten etwas bringen. Und ich bin unzufrieden, wenn sie mir nichts zu bringen scheinen.</div><div><br></div><div>Doch was wäre eigentlich, wenn es gar nicht darum ginge, dass Glaube und Beten uns etwas bringen?</div><div><br></div><div>Was wäre, wenn es im Glauben und Beten eher darum ginge, dass wir <b class="fs14lh1-5">Gott</b> etwas bringen – nämlich unseren Dank und unsere Verehrung?</div><div><br></div><div>Könnte es nicht sein, dass wir gerade dadurch selbst etwas gewinnen, dass wir dankbar werden und dem Geber alles Guten die Verehrung entgegenbringen, die ihm gebührt?</div><div><br></div><div>Wer dankbar ist, sieht das Gute in seinem Leben. Und wer Gott dafür verehrt, weiß darum, dass nicht ein launisches Schicksal oder der blinde Zufall über sein Leben bestimmen, sondern eine gute, liebevolle Macht.</div><div><br></div><div>Wenn wir suchen, Gott Dank und Verehrung darzubringen, dann bringen wir auch uns selbst etwas – nämlich den Blick für das Gute in unserem Leben, für das wir dankbar sein können, und die Gewissheit einer liebevollen Macht, die uns reich beschenkt.</div><div><br></div><div>Wie dumm von mir, das Falsche zu suchen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 28 Aug 2020 15:57:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Moderne Dämonen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000040"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Moderne Dämonen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/08/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Dass es Dämonen gibt, wie sie in der Bibel beschrieben werden, glauben nur noch wenige.</div><div><br></div><div>Andererseits ist es nicht selten, dass Menschen von anderen dämonisiert werden. US-Präsident Donald Trump führt das gerade an seinen politischen Gegnern vor.</div><div><br></div><div>Zudem gehört es zu unserer Welt, dass die Macht zerstörerischer Gedanken und Gefühle einzelne Menschen und ganze Gruppen auf schier unerklärliche Weise ergreifen kann. Man könnte als Beispiele anführen: totalitäre und machtversessene Herrscher, religiöse Fanatiker, Anhänger von Verschwörungsmythen, Corona- und Klimawandelleugner, Neonazis, Reichsbürger, Demokratiefeinde, gewaltbereite Radikale und Ideologen jeglicher Couleur.</div><div><br></div><div>Niemand ist davor gefeit, von der Macht lebensfeindlicher Gedanken und Gefühle ergriffen zu werden. So einfach lassen sich Dämonen nicht austreiben.</div><div><br></div><div>Eigentlich sind sie nie weg gewesen.</div><div><br></div><div>Gut, dass es einen gibt, der sie schon besiegt hat (Lukas 10,18; 11,20).</div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 26 Aug 2020 17:29:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das aufgeblähte Schlechte]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000003F"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das aufgeblähte Schlechte</span></div><div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/08/20</span></div><div class="imTALeft"><br></div><div>Es ist erwiesen, dass schlechte Nachrichten mehr Auflage, mehr Quote und mehr Klicks bringen als gute Nachrichten.</div><div><br></div><div>Das Schlechte bläht sich immer auf und drängt sich in den Vordergrund. Gute Nachrichten hingegen haben es schwer, sich durchzusetzen – auch das Evangelium (was übersetzt eben „Gute Nachricht" heißt).</div><div><br></div><div>Der Grund ist womöglich unsere prähistorische Vorgeschichte, in der schlechte Nachrichten Gefahr bedeuteten und deshalb besonders intensiv wahrgenommen wurden. Das war überlebenswichtig.</div><div><br></div><div>Können wir also gar nicht anders, als das Schlechte groß zu machen und wichtig zu nehmen?</div><div><br></div><div><b class="fs14lh1-5">Wir</b> können wohl nicht anders. Aber Gott kann uns dazu befähigen, dass wir uns auf <b class="fs14lh1-5">Ihn</b>, den Guten, konzentrieren.</div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 25 Aug 2020 19:25:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der gemachte Tag]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000003E"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der gemachte Tag</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/08/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Tage vergehen und Tage kommen. Und du bist mittendrin, in jedem neuen Tag.</div><div><br></div><div>Was hat es auf sich mit den Tagen unseres Lebens?</div><div><br></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat;</b></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>lasst uns jubeln und uns freuen an ihm!</b></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>(Psalm 118,24)</b></span></i></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Der Tag ist nicht einfach ein Prozess der Natur oder ein Zufallsprodukt der Geschichte. Der Tag ist von Gott gemacht. Und das heißt: Er ist gewollt.</div><div><br></div><div>Gott will nichts Schlechtes. Wenn er diesen Tag will, dann ist es ein guter Tag. Gut, dass es diesen Tag gibt!</div><div><br></div><div>Darum ist es ein Tag der Freude und des Jubels. Sich freuen und jubeln gelingt besser in Gemeinschaft mit anderen, die ebenfalls voller Freude sind. Darum: „Lasst <span class="fs14lh1-5"><b>uns</b></span> jubeln und <span class="fs14lh1-5"><b>uns</b></span> freuen an diesem Tag!"</div><div><br></div><div>Man kann auch sagen: „Lasst uns jubeln und uns freuen <b class="fs14lh1-5">über</b> diesen Tag!" Beide Übersetzungen sind möglich. Nicht über <b class="fs14lh1-5">irgendetwas</b>, was uns gerade gefällt, sollen wir uns also freuen, sondern über den <b class="fs14lh1-5">ganzen</b> Tag: Er ist, wenn auch nicht <b class="fs14lh1-5">alles</b> Freude macht, <b class="fs14lh1-5">insgesamt</b> ein guter Tag. Denn Gott hat ihn gemacht.</div><div><br></div><div>Ein guter Tag: das kann kein sinnloser Tag sein. Kein verlorener Tag.</div><div><br></div><div>Du siehst das Gute dieses Tages nicht? Dann geh trotzdem davon aus, dass es ein guter Tag ist. Denn Gott macht nichts Schlechtes (1Tim 4,4a).</div><div><br></div><div>Auch der gute Tag hat seine Herausforderungen. Er ist nicht ohne Last und Plage. Und dennoch ist er ein guter Tag.</div><div><br></div><div>Du hast mit Menschen zu kämpfen an diesem Tag. Sie wollen dich verletzen. Dann erinnere dich: „Man stieß mich, dass ich fallen sollte; doch der Herr hat mir geholfen" (Ps 118,13). Er wird auch an diesem guten Tag dein Helfer sein.</div><div><br></div><div>Sorgen belasten dich an diesem Tag. Du weißt nicht weiter. Dann denke zurück: „Aus der Bedrängnis rief ich zum Herrn; er hat mich erhört und befreit" (Ps 118,5). Warum sollte er dich diesmal nicht erhören und aus den Sorgen dieses Tages befreien? </div><div><br></div><div>Du bist krank. Dein Körper spielt nicht mehr mit, wie du es gewohnt bist. Oder deine Seele ist bedrückt, von Traurigkeit eingehüllt, alles ist dunkel. Kann es sein, dass Gott an dir arbeitet? Dass er dich knetet und drückt, um Neues zu schaffen und dich stark zu machen? Vielleicht ist das dein Wort: „Schwer hat mich der Herr gezüchtigt, aber dem Tod gab er mich nicht preis" (Ps 118,18).</div><div><br></div><div>All das geschieht an diesem guten Tag.</div><div><br></div><div>Du kannst es nicht ändern. Der Tag ist, wie er ist. Du kannst aber die Blickrichtung wechseln: von den Lasten und Plagen hin zu dem Gott, der dich auch an diesem Tag nicht verlässt. „Siehe, ich bin bei euch alle Tage ..." (Mt 28,20b).</div><div><br></div><div>Auf Gott schauen heißt, auf ihn zu warten. Er widersetzt sich unserem „Jetzt" und „Sofort", das wir uns angewöhnt haben. Darum sagst du: „Ich bin gekrümmt und tief gebeugt, den ganzen Tag gehe ich trauernd einher. ... Auf dich, Herr, harre ich; du wirst mir freundlich antworten, Herr, mein Gott" (Ps 38,7.16).</div><div><br></div><div>Das Gute an diesem Tag ist, dass du Hoffnung hast. Und in dieser Hoffnung auf Gott warten kannst.</div><div><br></div><div>Wer oder was ermächtigt uns, die Güte dieses Tages anzuzweifeln? Was treibt uns dazu, der bedrückenden Wirklichkeit so viel mehr Raum zu geben als Gottes unsichtbarem Wirken an diesem Tag? Sind wir solch knallharte Materialisten geworden, für die nur das zählt, was ihre Augen sehen?</div><div><br></div><div>Warum sehen wir nicht mit unserer Seele? „Man sieht nur mit dem Herzen gut; das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" (Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz).</div><div><br></div><div>Jesu Auferstehung von den Toten war nicht nur an seinem Kreuz unsichtbar, sondern blieb es für immer. Niemand hat sie beobachtet. Und dennoch ist sie geschehen.</div><div><br></div><div>Ja, es werden viele Tränen geweint und Tode gestorben an diesem guten Tag Gottes. Und es bleiben viele Fragen offen. Aber die Tränen und Tode werden sich in Lachen und Leben verwandeln, und die Fragen werden ein Ende haben. Dann, am ewigen Tag, werden wir Gott nichts mehr fragen (Joh 16,20-23a).</div><div><br></div><div>Noch sind wir nicht so weit. Noch sprechen die Verhältnisse und unsere Gefühle manches Mal eine andere Sprache. Dann müssen wir gegen die Verhältnisse anglauben. Und auch gegen unsere Gefühle.</div><div><br></div><div><div>Dann brauchen wir die Ermunterung, <b class="fs14lh1-5">trotzdem</b> auf das Gute dieses Tages zu vertrauen. Darum ermuntert der Psalm: „<b class="fs14lh1-5">Lasst uns</b> jubeln und uns freuen!"</div><div><br></div><div><div>Was erleichtert uns den Jubel und die Freude? Zum einen die Gemeinschaft der Glaubenden, in der diejenigen, die voller Freude sind, die anderen mit ihrer Freude anstecken.</div><div><br></div><div>Vor allem aber verhilft uns zu Jubel und Freude der Gott, der diesen Tag gemacht hat. Darum folgt auf den Satz „Lasst uns jubeln und uns freuen!" sogleich die Bitte: „Ach Herr, hilf doch! Ach Herr, lass doch gelingen!" (Ps 118,25)</div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5">Flehen und Freude gehören zusammen! </span>Denn Gott, der den heutigen Tag gemacht hat, lässt uns nicht allein an ihm, sondern ist bei uns, hilft uns und lässt gelingen, was ihm wichtig und für den Tag gut ist.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><b>Darum</b></span> lasst uns jubeln und uns freuen an diesem Tag!</div></div></div></div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 24 Aug 2020 08:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ein Gleichnis für das Paradies]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Lebenshilfe"><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000003D"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Ein Gleichnis für das Paradies</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/08/2020</span></div><div><br></div><div>Setz dich auf einen Sonnenplatz im Wald oder in einem Park, auf eine Wiese, auf deinen Balkon oder in den Garten.</div><div><br></div><div>Fühle die wärmende Sonne auf deiner Haut. Spüre den kühlenden Wind, der dich streichelt. Lausche dem vielstimmigen Gesang der Vögel. Sieh die unzähligen Grüntöne in der Natur, die bunten Farbtupfer der Blumen. Blicke nach oben zu den weißen Wolken am blauen Himmel und zu den Vögeln, die über den Himmel ziehen. Und denke: So fühlt es sich an, im Paradies zu sein.</div><div><br></div><div>Die Schöpfung um dich herum wird dir zum Gleichnis für das Paradies. Das griechische Wort <span class="fs14lh1-5"><i>parádeisos</i></span> heißt eigentlich „Garten, Park". Daher kommt unser Wort „Paradies". Gott hat uns einen Garten geschaffen zu unserer Freude.</div><div><br></div><div>Lass dich nicht stören in deiner Freude an Gottes Garten. Denke nicht an das Leiden und Sterben, das es in diesem weltlichen Garten gibt. Denke nicht an die Probleme, die dein Leben belasten. Alldem sollen wir nicht zu viel Beachtung schenken. Es will uns nur ablenken davon, den Garten zu sehen und zu fühlen, den Gott uns geschenkt hat.</div><div><br></div><div>Gottes Garten ist da. Und du bist da, mittendrin. Der Garten ist für dich da und du bist für den Garten da. Und alles ist aufgehoben, geborgen im Schöpfer des Gartens. „Von guten Mächten wunderbar geborgen ..."</div><div><br></div><div>Manchmal hat der Garten eine andere Gestalt. Dunkle Wolken ziehen über ihn und schütten ihre Nässe über ihm aus. Der kühlende Wind hat sich in einen tosenden Sturm verwandelt. Die Blüten werden hin und her gestoßen, als kämpften sie um ihr Überleben. Kein Vogel ist zu sehen und zu hören, sondern nur das mächtige Tosen der Windgewalten.</div><div><br></div><div>Dann stell dich ans Fenster und blicke hinaus. Oder wage dich auf den Balkon. „Es regnet, Gott segnet, die Erde wird nass", so sangen wir als Kinder und freuten uns am Regen. So wussten wir: Auch das ist der Garten, in dem wir geborgen sind. Gottes Garten hat viele Gesichter.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Sieh die Tropfen an den Blättern, wie sie glänzen. Der Garten spiegelt sich in ihnen. Sieh den weißen Nebel, der alles in eine geheimnisvolle Atmosphäre hüllt. Höre den Bach, der vor Freude jubelt.</span></div><div><br></div><div>Es ist ein Segen, wenn es regnet und die Luft in Bewegung gerät. Es muss so sein in diesem Garten. Keine Feuchtigkeit, kein Luftaustausch, keine Bewegung – das wäre der Tod.</div><div><br></div><div>Aber Gottes Garten lebt. Es kann eine besondere Erfahrung sein, den Regen zu hören. Oder sogar in ihm spazieren zu gehen. Das Plätschern der Tropfen zu hören. Du bist mittendrin im Segnen Gottes. Die Tropfen zerplatzen auf deinem Schirm oder deiner Kapuze. Als Kind hörte ich sie im Urlaub auf dem Dach des Zeltes zerplatzen. Und trotzdem war ich geborgen im Zelt. Das war eine wundervolle Erfahrung.</div><div><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5">Der Garten, den du erlebst, ist nicht das Paradies. Aber er ist ein Gleichnis für das Paradies.</span><br></div></div><div><br></div><div>Das Paradies ist die Zukunft. Aber diese Zukunft bestimmt schon die Gegenwart. Wenn du den Garten erlebst und erfühlst, hat die Zukunft für dich schon ein Stück weit begonnen.</div><div><br></div><div>Jesus erzählte Gleichnisse wie diese:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Seht hin auf die Vögel des Himmels! Sie säen nicht und ernten nicht und sammeln nicht in Scheunen. Und doch ernährt sie euer himmlischer Vater. (Mt 6,26)</span></i></span></div><div><br></div><div>„Seht hin", das meint: Richtet euer Augenmerk darauf. Seht wirklich hin und lasst euch nicht ablenken. Seht mit den Augen des Geistes.</div><div><br></div><div>Wenn ihr so seht, dann seht ihr, was Gott der Vater für euch tut.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Merkt auf die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht ab und spinnen nicht. Ich sage euch aber: Nicht einmal Salomo in all seiner Herrlichkeit hat sich angezogen wie eine von diesen. (Mt 6,28f)</span></i></span></div><div><br></div><div><div>„Aufmerken" hängt im Griechischen zusammen mit „lernen". Es ist kein kurzer Blick, sondern ein Beobachten und Erfahren, das Zeit und Ruhe braucht. Ruhen statt sich abmühen. Kaum zu glauben, aber gerade das schenkt dir einen Blick für etwas, <span class="fs14lh1-5">was herrlicher ist als die größten Herrlichkeiten auf Erden.</span></div><div><br></div><div>Wer sich Zeit lässt, wer ruht und in der Ruhe zu lernen bereit ist, dem erschließt sich eine neue Dimension der Wirklichkeit.</div><div><br></div><div>Es ist eine neue Erfahrung der Wirklichkeit, die uns oft so schwer erscheint: eine Erfahrung, die das Schwere leichter werden lässt.</div><div><br></div><div>Jesus lebte in dieser Wirklichkeit. Der Garten wurde ihm zum Gleichnis für das Reich Gottes. Für das Herrschen Gottes in unserer Welt.</div></div><div><br></div><div>Darum hat der Garten heilende Kraft. Er setzt dem Schweren das Leichte entgegen. Wenn du den Garten zu dir sprechen lässt, kannst du selbst leicht werden.</div><div><br></div><div><div>Vielleicht sogar so leicht wie die Vögel des Himmels.</div></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 18 Aug 2020 09:49:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Gerichte der Liebe (Teil 2)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000003C"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Gerichte der Liebe (Teil 2)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/08/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>In <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-gerichte-der-liebe--teil-1-" class="imCssLink">Teil 1</a></span> dieses Artikels wurden Gottes Gerichte in der Weltgeschichte und im persönlichen Leben des einzelnen Menschen behandelt. Dabei wurden Gottes Gerichte als Rufe zur Umkehr und als Beseitigung des Bösen verstanden. Den Ausgangspunkt der Überlegungen bildete die biblische Aussage, dass Gott nichts anderes als Liebe ist. Dies gilt auch für das nun Folgende.</div><div><br></div><div>Abschnitt 5 hebt darauf ab, dass in Gottes Gerichten die Wahrheit ans Licht kommt. Die Abschnitte 6 und 7 behandeln schließlich das jenseitige Endgericht, das sogenannte „Jüngste Gericht."</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. In Gottes Gericht kommt die Wahrheit ans Licht</div><div><br></div><div>Die Kirchen und christlichen Gemeinschaften haben immer wieder mit ihrer Lehre von Gottes Gericht Schindluder getrieben. Sie haben den Menschen Angst gemacht, um ihre Macht zu zementieren oder um sie angeblich zum Glauben zu bewegen. Der Mensch wurde klein gemacht, damit er sich Gott unterwirft.</div><div><br></div><div>Dieser Weg hat selbst viel Unheil gebracht und entspricht nicht dem Leben und der Verkündigung Jesu. Er hat den Menschen, die in Mühsal ihr Leben verbrachten, nicht Angst gemacht, sondern sie von Angst befreit (Mt 11,28f; Joh 8,32; 16,33). Harte Worte hatte er nur für die übrig, die jede Kritik ablehnten und nicht von ihren unheilvollen Wegen umkehren wollten. Die sich selbst in selbstgerechter und überheblicher Weise für gut hielten, in Wirklichkeit aber ihre Mitmenschen unterdrückten (Mt 3,7-9; 12,34; 23,13-33; Lk 10,13-15).</div><div><br></div><div>Das Ziel des Gerichtes ist es ja, Menschen von schlechten Wegen auf gute Wege zu geleiten. Das Gericht der Liebe will nicht töten, sondern Leben schaffen. Wahrhaftes Leben, Leben im vollen Sinn des Wortes ist aber von Liebe erfülltes Leben.</div><div><br></div><div>Das Gericht will also eine Veränderung im Menschen hervorrufen. Dazu gehört, dass der Mensch einsieht, auf einem falschen Weg zu sein. Die Wahrheit über ihn und seinen unheilvollen Lebenswandel muss ans Licht kommen (1Kor 4,5). Ohne Einsicht in die Wahrheit gibt es keine Veränderung.</div><div><br></div><div>Die Wahrheit über uns selbst zu erkennen, mag schmerzhaft sein. Niemand erkennt gern, dass er Unheil gestiftet und schuldig geworden ist. Aber es hilft nichts. Nur diese Wahrheit bringt uns weiter und ermöglicht eine Umkehr.</div><div><br></div><div>Die Wahrheit öffnet uns die Augen dafür, dass das Unheilvolle, das Alte und Lebenshinderliche sterben muss, damit Neues und Heilvolles beginnen kann. Mit dem Alten aber stirbt etwas von uns selbst. So führt uns die Liebe durch den Tod hindurch zum Leben.</div><div><br></div><div>Der Einsichtige erkennt die Wahrheit über sich selbst und sein Handeln. Die Wahrheit macht ihn frei vom Verdrängen seiner Schuld und frei davon, weiter Unrecht zu tun. Der Einsichtige erkennt, wer er ist: schuldig und dennoch geliebt. Er erhält eine neue Chance: Etwas Neues, Gutes kann beginnen.</div><div><br></div><div>So gesehen sind Gottes Gerichte geradezu therapeutische (zu deutsch: heilende) Ereignisse.</div><div><br></div><div>Ich möchte versuchen, Gottes Gerichte als etwas Positives zu verstehen. Ich möchte keine Angst vor ihnen haben, auch wenn sie wohl immer wehtun. Ich muss den Schmerz ertragen, kann aber auch dankbar sein für Gottes Ruf zur Umkehr. Und für seine bleibende Liebe.</div><div><br></div><div>Nochmal: Es geht hier nicht etwa darum, jedes Leid und Unheil als etwas Positives anzusehen. Es geht darum, Gottes Einladung zu Glaube und Liebe, die sich auch in manchem (<span class="fs14lh1-5"><i>nicht allem!</i></span>) Unheil ausdrücken kann, positiv zu beurteilen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">6. Das Jüngste Gericht schafft endgültigen Frieden</div><div><br></div><div>Bisher habe ich nur von den diesseitigen, zeitlichen Gerichten Gottes gesprochen. Daneben gibt es aber auch das jenseitige Gericht Gottes, das wir auch „Jüngstes Gericht" nennen.</div><div><br></div><div>Warum auch noch das? Warum dieses letzte, alles entscheidende Gericht Gottes? Warum nimmt er uns nicht einfach in den Himmel auf, und alles ist gut?</div><div><br></div><div>Meine Gegenfrage wäre, ob dann wirklich alles gut wäre. Ob wir wirklich damit zufrieden wären, wenn alle Menschen so einfach in den Himmel springen würden: Adolf Hitler neben Anne Frank, als ob nichts gewesen wäre.</div><div><br></div><div>Es gibt doch einen berechtigten Schrei nach Gerechtigkeit. Es gibt doch die berechtigte Sehnsucht danach, dass zwischen Tätern und Opfern ein Ausgleich geschaffen wird. Dieser Ausgleich geschieht nicht immer auf Erden. Es bleibt noch etwas offen.</div><div><br></div><div>Wäre es wirklich gut, wenn das Offene bis in alle Ewigkeit offen bliebe? Wenn die Täter sozusagen in Ewigkeit über die Opfer triumphieren würden?</div><div><br></div><div>Ich denke nicht. Ich denke, gut kann es erst dann werden, wenn die Täter mit ihren Taten konfrontiert werden. Wenn das Unrecht, das sie taten, benannt und ihnen voll bewusst wird. Auch hier gilt: Die Wahrheit muss ans Licht. Der Täter kann nur dann von seiner Schuld befreit werden, wenn die Schuld nicht unter den Teppich gekehrt wird, als wäre nichts gewesen (Joh 8,32). Das wäre keine Befreiung von Schuld, sondern Verbergen der Schuld.</div><div><br></div><div>Der Täter, der schon auf Erden seine Schuld vor sich selbst und Anderen verborgen hat, könnte sich eins ins Fäustchen lachen. Und das Opfer käme nicht zu seinem Recht, sondern bliebe in Ewigkeit das gedemütigte und entwürdigte Opfer.</div><div><br></div><div>Es geht dabei auch um unsere eigene Schuld. Auch wir sind Täter, und Andere sind unsere Opfer.</div><div><br></div><div>Ich möchte von Gott ernst genommen werden – auch im Jüngsten Gericht. Zum Ernstnehmen gehört aber auch, dass Gott meine Schuld nicht mit einem Augenzwinkern wegwischt: „Schwamm drüber." Das klingt nach „War schon nicht so schlimm." Es war aber schlimm.</div><div><br></div><div>Die Schuld wäre dann nicht weggenommen, sie wäre nur verharmlost.</div><div><br></div><div>Ich möchte aus dem Jüngsten Gericht so hervorgehen, dass meine Schuld und meine negativen Eigenschaften nicht mehr zu mir gehören. Dass ich tatsächlich frei von ihnen bin. Dazu aber muss meine Schuld ausgesprochen und das Negative in mir benannt werden. Es muss mir bewusst werden, wer ich bin und was ich getan habe. Und es muss ein Teil von mir sterben, nämlich die schlechten, „bösen" Anteile meiner Persönlichkeit. Ich muss sozusagen von ihnen gereinigt werden. Das wird schmerzhaft sein (1Kor 3,11-15). Aber ich gehe daraus als ein Mensch hervor, der von jeder Schuld und allem Negativen entlastet ist. Ein Mensch, der vollkommen gut und richtig ist.</div><div><br></div><div>Ich erinnere daran, dass es der liebende Gott ist, der so an uns handelt. Der Richter, der uns nicht hinrichtet, sondern aufrichtet. Der endlich das aus uns macht, was wir sein sollen und was gut für uns ist.</div><div><br></div><div>Lange hat uns dieser Gott ertragen. Er hat unter uns und unserer Schuld gelitten, wie Jesus Christus am Kreuz gelitten hat. Gott hat sich mundtot machen und aus unserer Welt verdrängen lassen – von uns. Er hat das auf sich genommen und nimmt es noch heute auf sich, anstatt uns aus der Welt zu schaffen. Und am Ende will er uns dazu machen, wozu er uns bestimmt hat: zu einem vollkommenen Wesen, das frei und von Liebe erfüllt in der Gemeinschaft mit Gott und allen anderen Wesen leben kann.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">7. Wie wird das Jüngste Gericht für die Menschen ausgehen?</div><div><br></div><div>Eine letzte Frage besteht darin, ob es im Jüngsten Gericht ewig Verworfene gibt oder ob schlussendlich alle gerettet werden.</div><div><br></div><div>Seit den Anfängen der Christenheit werden beide Ansichten vertreten. Und für beide Ansichten gibt es auch neutestamentliche Belege.</div><div><br></div><div>Allseits bekannt sind die biblischen Texte, die von ewigen Höllenqualen sprechen, wie zum Beispiel Mt 25,41.46:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Dann wird er [Gott] denen zur Linken sagen: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist. [...] Und sie werden weggehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber zum ewigen Leben.</i></span></div><div><br></div><div>Weniger bekannt sind Texte, die davon sprechen, dass zuletzt alle vor Jesus Christus auf die Knie fallen und sich zu ihm bekennen werden:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gott hat ihn [Jesus Christus] über alle Maßen erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über jedem Namen ist, damit im Namen Jesu sich jedes Knie beuge, das der Himmlischen und der Irdischen und der Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus der Herr ist zur Ehre Gottes, des Vaters. (Phil 2,10f; vgl. Jes 45,23-25; Röm 14,11; Offb 5,13)</i></span></div><div><br></div><div>Wenn das geschieht, dann wird „Gott alles in allem sein" (1Kor 15,28b). Es wird also nichts mehr geben, was nicht von Gott durchdrungen ist. So heißt es auch in Offb 22,3:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Alles Verfluchte wird nicht mehr sein.</i></span></div><div><br></div><div>Was soll man aus alldem schließen? Kann gemeint sein, dass auch diejenigen, die sich zu Jesus Christus bekennen und ihn auf den Knien anbeten, dann doch noch aus der Gemeinschaft mit ihm verstoßen werden?</div><div><br></div><div>Oder ist gemeint, dass diejenigen, die beharrlich Gottes Liebe ablehnen, in Ewigkeit „nicht mehr sein", also ausgelöscht werden – sozusagen den „zweiten Tod" nach dem Ende des irdischen Lebens erleiden (Offb 20,14f; 21,8)?</div><div><br></div><div>Oder wird Gott sich letztlich doch noch über sie erbarmen? Denn von Beginn der Schöpfung an hat sein Erbarmen immer wieder die Oberhand über seinen Zorn gewonnen (1Mo/Gen 3,3.24; 4,15; 6,7; 8,21; Jer 31,20; Jon 3,10). Und zwar deshalb, weil seine Barmherzigkeit ungleich größer ist als sein Zorn (2Mo/Ex 20,5f; 34,6f; Ps 30,6; Jes 54,7-9).</div><div><br></div><div>Dann würde das Wort gelten:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Gott wird nicht auf ewig verstoßen. Sondern wenn er betrübt hat, dann erbarmt er sich wieder nach der Fülle seiner Güte; denn nicht von Herzen plagt und betrübt er die Menschenkinder. (Klgl 3,31-33)</i></span></div><div><br></div><div>Aber sind die Bibelstellen, die von ewiger Verdammnis für die nicht Glaubenden sprechen, nicht überdeutlich in ihrer Aussage?</div><div><br></div><div>Andererseits: Kann es sein, dass die Geretteten von ewiger ungetrübter Freude erfüllt sind, während nebenan in der Hölle ewige Qualen ertragen werden? Gibt es im Himmel kein Mitgefühl mehr?</div><div><br></div><div>Weiterhin lässt sich fragen: Wenn im Jenseits alles von Gott erfüllt sein wird (Gott wird alles in allem sein; 1Kor 15,28b), wie kann es dann einen Bereich geben, in dem Gott in Ewigkeit <span class="fs14lh1-5"><i>nicht</i></span> herrscht? Wird hier dem Widergöttlichen nicht eine Gott gleichkommende Macht eingeräumt?</div><div><br></div><div>Wie passen überhaupt ewige Höllenqualen damit zusammen, dass mit Jesus bereits der endgültige Sieg über den Teufel, also über alle lebensfeindlichen, zerstörerischen Mächte, vorweggenommen ist (Lk 10,18; 1Joh 3,8b; Hebr 2,14b; Offb 20,10)? Läge es dann nicht näher, statt ewiger Qualen eine endgültige Vernichtung des Bösen und aller ihm Folgenden anzunehmen (Mt 25,41; Offb 20,14f; 21,8)?</div><div><br></div><div><div>Gottes Rettungswille und Christi Versöhnungstod gelten allen Menschen (Röm 11,32; 2Kor 5,19a; Kol 1,20; 1Tim 2,4). Kann es dann sein, dass die Mehrzahl der Menschen Gottes Wollen und Christi Wirken durchkreuzt, Gott also in Ewigkeit nicht an sein Ziel kommt?</div><div><br></div><div>Viele Bibelstellen machen das ewige Geschick eines Menschen von seiner zeitlichen Glaubensentscheidung abhängig. Das bedeutet, dass ein zeitliches Verweigern des Glaubens ewige Konsequenzen nach sich zieht. Man kann fragen: Ist diese Konsequenz gerecht (d.h. auch: angemessen, verhältnismäßig) für einen Gott, der nichts anderes als Liebe ist (1Joh 4,8.16) und dessen Barmherzigkeit unendlich viel größer ist als sein Zorn (Ex/2Mo 20,5f; 34,7; Dtn/5Mo 5,9f; Jer 32,18)?</div><div><br></div><div>Oder gibt es für den Menschen noch eine Chance der Umkehr nach seinem Tod? Darauf könnte hinweisen, dass auch den Toten noch das Evangelium verkündet wird (1Petr 3,18-20; 4,6)? Warum sollte dies geschehen, wenn sie nicht noch eine Chance hätten, in die Liebe Gottes einzustimmen?</div><div><br></div><div>Hinzu kommt: Auch der Glaube der Glaubenden ist von Unglauben durchsetzt (Mk 9,24). Auch ihre Bitte um Rettung ist nicht vollkommen, sondern kann dadurch getrübt sein, dass sie ihr Vertrauen auf die eigenen Taten und den eigenen Glauben setzen statt auf Gottes Gnade (Lk 18,9-14). Was aber rechtfertigt eine ewige Scheidung zwischen Glaubenden und nicht Glaubenden aufgrund ihrer Glaubensentscheidung zu Lebzeiten, wenn die Trennlinie zwischen ihnen gar nicht so deutlich zu ziehen ist?</div></div><div><br></div><div>All diese Fragen müssten auch jene, die sich auf die biblischen Aussagen von ewigen Höllenqualen berufen, in ihre Überlegungen einbeziehen. Es reicht nicht, nur die Bibelstellen zu zitieren, die die eigene Sicht bestätigen, und alle anderen Bibelstellen, die zu Fragen an diese Sicht Anlass geben, auszublenden.</div><div><br></div><div>Das gilt natürlich auch für jene, die die Rettung aller Menschen vertreten. Sie müssten sich fragen lassen, wie sie mit den biblischen Aussagen von einer ewigen Scheidung zwischen Glaubenden und nicht Glaubenden umgehen. Ist es richtig, diese Bibelstellen einfach auszublenden und damit die eigenen Gedanken über die Aussagen der Bibel zu stellen?</div><div><br></div><div>Außerdem sollten sie sich fragen, ob es der Liebe gemäß ist, dass Gott auch denjenigen, die sich bis zuletzt seiner Liebe bewusst widersetzen, sozusagen gegen ihren Willen seine Liebe aufdrängt und sie in die Gemeinschaft mit sich aufnimmt – eine Gemeinschaft, in der sie gar nicht leben wollen.</div><div><br></div><div>Ich lasse es offen, wie das Jüngste Gericht ausgeht. Ich gebe nur verschiedene Bibelstellen zu bedenken. Die letzte Entscheidung müssen wir Gott überlassen. Wer zu genau weiß, wie das Jüngste Gericht ausgeht, steht in der Gefahr, sich an Gottes Stelle zu setzen und seine Entscheidung vorwegzunehmen.</div><div><br></div><div><div>Weil aber niemand das Recht hat, Gottes Entscheidung vorwegzunehmen, hat auch niemand das Recht, einem Anderen zu sagen oder anzudrohen, dass er ewig von Gott getrennt sein wird, wenn er sich nicht bekehrt (Mt 7,1; Lk 6,36; 1Kor 4,5; Jak 5,9).</div></div><div><br></div><div>Bei allen offenen Fragen gibt es aber auch einige Dinge, deren wir gewiss sein können: Der Richter wird Gott in der Gestalt Jesu Christi sein (Röm 2,16; Mt 25,31f; Joh 5,27). Der Richter ist also der, der sich am Kreuz hat richten lassen; der aus Liebe zu seinen Verfolgern den Tod in Kauf genommen hat, anstatt seine Verfolger zu töten. Der Richter ist also kein anderer als der Gott, der Liebe ist. Auch das Jüngste Gericht wird Liebe sein.</div><div><br></div><div>Gottes Wille ist nicht Unheil, sondern Heil für alle Menschen (Röm 11,32; 1Tim 2,4). Unheil ist die unfassbare Ablehnung des Heils durch die geliebten Menschen. Wer aber das Heil, die Liebe Gottes, nicht ablehnt, braucht vor dem Jüngsten Gericht keine Angst zu haben (Röm 8,1). Er ist bereits „vom Tod zum Leben hinübergegangen" (Joh 5,24).</div><div><br></div><div>Eins ist entscheidend wichtig: Diejenigen müssen sich um ihr ewiges Heil <span class="fs14lh1-5"><i>keine</i></span> Sorgen machen, die sich nicht selbst für gläubiger und besser halten als Andere, sondern sich als zweifelnde und schuldbehaftete Menschen erkennen und vor Gott bekennen (Lk 18,13f)!</div><div><br></div><div>Was Gottes Wille für <span class="fs14lh1-5"><i>alle</i></span> Menschen ist, sollte auch unsere Hoffnung für <span class="fs14lh1-5"><i>alle</i></span> Menschen sein. Niemand sollte selbstzufrieden auf die drohenden Höllenqualen anderer Menschen blicken. Höllenqualen sollen keine Schadenfreude oder ein Gefühl der Genugtuung auslösen, sondern Betrübnis. Denn auch Jesu Zorn über die Verstockung der Menschen war ein tief betrübter Zorn (Mk 3,5). Darum ist es unangemessen, das drohende Gericht über die Anderen mit heimlicher Genugtuung zu betrachten.</div><div><br></div><div>Wir sollten vielmehr die Hoffnung auch für die Gottlosesten niemals verlieren.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 13 Aug 2020 07:19:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Gerichte der Liebe (Teil 1)]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000003B"><div><br></div><div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Gerichte der Liebe (Teil 1)</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 11/08/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Das Thema der Gerichte Gottes ist wie eine Wanderung auf schmalem Grat: Die Gefahr des Absturzes zur einen oder zur anderen Seite ist groß. Entweder man malt bedrohliche Gerichte aus, hinter denen Gottes Liebe nicht mehr zu erkennen ist. Oder man verharmlost Gottes Gerichte in einer Weise, dass sie gar nicht mehr ernst genommen werden. Beides möchte ich vermeiden.</div><div><br></div><div>Was ich schreibe, ist ein <span class="fs14lh1-5"><i>Versuch</i></span>, Gottes Gerichte zu verstehen. Ich habe die Wahrheit nicht gepachtet und gebe nur meine gegenwärtige persönliche Erkenntnis wieder. In einem Blogbeitrag kann ich auch nicht alle Fragen zu diesem Thema beantworten und alle Aspekte berücksichtigen. Ich möchte aber ein Gespräch eröffnen.</div><div><br></div><div>Darum bitte ich um Diskussionsbeiträge. Wenn du andere Aspekte einbringen möchtest, die dir in meinem Beitrag fehlen, dann bin ich dafür dankbar. Wenn du Widersprüche entdeckst oder anderer Meinung bist, schreib einen Kommentar, damit ich daraus lernen kann. Wenn du Fragen hast, teil sie mir mit, und ich werde versuchen, sie zu beantworten. </div><div><br></div><div>Nur gemeinsam werden wir uns der Wahrheit annähern. Darum ist dein Beitrag so wichtig.</div><div><br></div><div>Das Thema ist umfangreich und der Artikel deshalb so lang, dass ich ihn in zwei Teile aufgeteilt habe. Der erste Teil, den du gerade liest, befasst sich mit dem Ausgangspunkt meiner Gedanken und einigen Aspekten der Gerichte Gottes in der Weltgeschichte und in unserer persönlichen Lebensgeschichte. Der <span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-gerichte-der-liebe--teil-2-" class="imCssLink">zweite Teil</a></span> wird einen weiteren Aspekt dazu einbringen und sich dann dem sogenannten Jüngsten Gericht widmen. Beide Teile sind ungefähr gleich lang.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Einleitung</div><div><br></div><div>Der Gedanke an ein Gericht Gottes kann negative Gefühle und Ängste wecken. Vielleicht stecken dahinter auch Predigten oder Aussagen von Christ*innen, die das Gericht als massive Bedrohung für uns darstellten. Eine Bedrohung ist das Gericht aber nur für diejenigen, die sich der Liebe Gottes und einem entsprechenden Lebenswandel beständig widersetzen.Doch auch ihnen gilt Gottes Liebe, und sie haben immer die Möglichkeit, Gottes Einladung zum Glauben und Lieben anzunehmen. Auch der Gott, der Gericht über uns hält, ist kein anderer als der Gott, der uns liebt.</div><div><br></div><div>Es ist auch nicht so, dass jedes Unheil, jedes Leid, das uns trifft, ein Gericht Gottes über uns darstellt. Es gibt Unheil, es gibt Leid, für das wir keine Erklärung haben. Das hat Jesus eindeutig festgestellt (Lk 13,1-5). Hier geht es also nicht um jedes beliebige Leid, das uns widerfährt. Sondern es geht nur um das Leid, das die Folge eines verwerflichen menschlichen Handelns ist, auf das Gott reagiert.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Der Ausgangspunkt: Gott ist nichts anderes als Liebe</div><div><br></div><div>Nach dem Alten Testament hat sich Gott dem Volk Israel allein aus Liebe zugewandt und es aus der Sklaverei in Ägypten befreit (Dtn 7,7f). Und im Neuen Testament heißt es zweimal: „Gott ist Liebe" (1Joh 4,8.16). Dieser „Gott der Liebe" (2Kor 13,11) liebt die Welt so sehr, dass er sich in der Gestalt Jesu Christi selber in die Welt mit ihrem Leid begeben hat. Er hat das getan, um seinen Geschöpfen ein ewiges Leben ohne Leid zu schenken (Joh 3,16). In dem Menschen Jesus begegnet uns also die lebendige Wirklichkeit der Liebe Gottes – eine Liebe, die bereit ist, für die Geliebten zu leiden (Mk 14,24; Mt 26,28; Joh 13,1).</div><div><br></div><div>Jesus hat vor seinem Tod keine Scharen von Engeln herbeigerufen, um sich verteidigen und seine Verfolger töten zu lassen (Mt 26,51-53). Er hat es vorgezogen, seinen Verfolgern das Leben zu schenken und stattdessen sich selber ihnen auszuliefern. Er hat also die Fülle der Liebe gelebt, indem er sein Leben hingab, und zwar nicht nur für seine Freunde (Joh 15,13), sondern sogar für seine Feinde (Röm 5,10).</div><div><br></div><div>Wenn es stimmt, dass Gott nichts anderes als Liebe ist, dann muss man alles Handeln Gottes als Ausdruck seiner Liebe verstehen. All unser Reden von Gott muss dann bei seiner Liebe beginnen und mit seiner Liebe enden. Das gilt auch für das Reden vom Zorn und Gericht Gottes.</div><div><br></div><div>Es ist extrem wichtig, von dem Gott, der nichts anderes als Liebe ist, auszugehen. Man kommt zu falschen Gottesvorstellungen, wenn man Gott zwei unterschiedliche Gesichter gibt: ein Gesicht der Liebe und ein Gesicht des Zorns. Gott hat nur <span class="fs14lh1-5"><i>ein</i></span> Gesicht: das Gesicht, das in all seiner Liebe auch zornig sein kann.</div><div><br></div><div>Aber wie kann man beides zusammendenken: Gottes Zorn und Gottes Liebe, Gottes verurteilendes Gericht über uns und seine rettende Liebe?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Gottes Gericht ist ein Ruf zur Umkehr</div><div><br></div><div>Im Alten Testament ist Gottes Gericht meist ein Ereignis innerhalb der Geschichte, also kein Gericht über den Menschen nach seinem Tod. Die Propheten kündigen immer wieder Gottes Gericht über Israel und seine Nachbarvölker an. Und zwar deshalb, weil sie sich von Gott abgewendet und ethisch versagt haben. Damit bringen sie Unheil über die Welt – und über sich selbst. Denn das Heillose, das Israel und die anderen Völker tun, hat Heilloses für sie selbst zur Folge. Gott wird das Unheil, das sie sich selbst bereiten, über sie kommen lassen.</div><div><br></div><div>Aber trotz des oft unausweichlich scheinenden Unheils, das die Propheten ankündigen, sprechen sie immer wieder auch von der Möglichkeit des Heils (vergleiche z.B. Jes 5,25-29 mit Jes 30,15 oder Jer 4,5-8 mit Jer 3,11-17).</div><div><br></div><div>Im Bild gesprochen: Wie der Bauer nicht nur drischt, sondern auch sät, so zerstört Gott nicht nur, sondern schafft auch neues Leben (Jes 28,23-29). Und Gott leidet selber darunter, wenn er Unheil über Israel oder ein anderes Volk kommen lässt, weil er es trotz seines Fehlverhaltens liebt (Jer 12,7-11; 48,30-36; Hos 11,8f).</div><div><br></div><div>Man kann fragen: Ist Gott in sich gespalten? Warum bringt er Unheil über Menschen, wenn er selber darunter leidet? Wie kann er diejenigen, die er liebt, dem Unheil preisgeben?</div><div><br></div><div>Für mich ist wichtig: Es geht im Gericht Gottes niemals darum zu zerstören. Sondern es geht immer darum, durch Beseitigung des Schlechten Gutes zu erreichen. Israel soll zur Besinnung kommen und von seinem heillosen Weg umkehren (z.B. Hos 2,14; 5,15). Gottes Gericht ist weder blinde Zerstörungswut noch sinnlose Strafe, sondern ein Ruf zur Umkehr. Ein Ruf zum Heil.</div><div><br></div><div>Wenn Gott den Menschen ruft, dann bedeutet das: Der Mensch kann diesen Ruf hören – oder auch nicht. Er ist keine von Gott gesteuerte Marionette. Er ist frei, von dem Weg abzuweichen, den Gott ihm weist und der gut für ihn ist. Gott wird den Menschen zwar immer wieder für den guten Weg zu gewinnen suchen. Aber wenn der Mensch partout den schlechten Weg gehen will, wird Gott ihn nicht davon abhalten. Gott betreibt keine Gehirnwäsche.</div><div><br></div><div>Also lässt Gott dem Menschen seinen Willen. Er lässt ihn ins Unheil laufen – auch wenn es Gott selbst wehtut, wenn er selbst darunter leidet, das Unheil mit anzusehen, das über den Menschen kommt. Und Gott ruft den Menschen zurück, damit er umkehre und es ihm wieder gut gehe.</div><div><br></div><div>Jede Mutter und jeder Vater müssen ihre erwachsenen Kinder laufen lassen. Sie können sie nicht zwingen, unheilvolle Wege zu meiden. Aber sie leiden darunter, wenn ihre Kinder diese Wege gehen. Und sie werden versuchen, sie dazu zu bewegen, eine besseren Weg zu gehen.</div><div><br></div><div>Doch nochmals gefragt: Ist es nicht lieblos, wenn Gott Menschen ihrem unheilvollen Weg überlässt?</div><div><br></div><div>Ich denke, dass Gott zuvor alles versucht, einen Menschen davor zu bewahren, den unheilvollen Weg einzuschlagen oder weiterzugehen (Jes 30,15-17; Jer 35,15). Doch was kann Gott tun, wenn der Mensch unbedingt diesen Weg gehen will? Wenn er sich gegenüber Gottes Überzeugungsarbeit verschließt? Zwang und Gehirnwäsche scheiden aus. Wer liebt, lässt dem Anderen seine Freiheit. Er zwingt ihn nicht und manipuliert ihn nicht.</div><div><br></div><div>So scheint mir nur eins zu bleiben: Er muss zusehen, wie der Andere sich sein eigenes Unheil bereitet. Wer liebt, wird aber an ihm festhalten und ihn immer wieder versuchen, vom guten Weg zu überzeugen.</div><div><br></div><div>So verstanden besteht Gottes Gericht darin, dass er die Menschen an ihr selbstgewähltes Geschick hingibt (Röm 1,24.26.28; Apg 7,42f). Es geht also nicht darum, dass Gott wie in einem Gerichtsurteil eine Strafe über Menschen verhängt. Sondern es geht darum, dass er die Menschen den Folgen ihres Handelns aussetzt. Die Menschen schaffen sich sozusagen selbst ihr Gericht (1Kor 11,29), das Gott dann auch ausführt. Wenn man so will, ist das die „Strafe" für das menschliche Fehlverhalten.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Gottes Gericht ist die Beseitigung des Bösen</div><div><br></div><div>Die Liebe kann es nicht akzeptieren, wenn geliebten Menschen Unrecht getan wird. Darum macht es uns zornig, wenn einem Menschen, der uns lieb ist, Unrecht widerfährt. Unser Zorn soll aber nicht selbst zum Unrecht werden (Ps 4,5a; 2Kor 12,20b.31; Eph 4,26; Jak 1,19). Das Zürnen soll kein unkontrollierter Gefühlsausbruch sein, sondern es soll aus der Liebe kommen und mit der Liebe enden.</div><div><br></div><div>In gleicher Weise gehört zu Gottes Liebe auch sein Zorn. Denn seine Liebe lehnt Unrecht und Unheil ab. Gottes Zorn ist aber missverstanden, wenn wir ihn mit dem gleichsetzen, was wir oft als Zorn erleben: eine emotionale Empörung, über die wir keine Kontrolle haben. Gottes Zorn ist anders: Er ist sein leidenschaftlicher Einsatz für seine geliebten Geschöpfe. Weil er seine Geschöpfe liebt, will er allem, womit sie Anderen und sich selber schaden, ein Ende bereiten.</div><div><br></div><div>Ich denke, ein solches Gericht könnte darin bestehen, dass Gott einem Menschen durch ein Ereignis vor Augen führt, dass er einem Anderen Unrecht tut. Es kann auch in einem Ereignis bestehen, das den Menschen daran hindert, weiterhin Unrecht zu tun. Und wenn ein Mensch sich absolut nicht zur Umkehr bewegen lässt, kann das Gericht auch bedeuten, dass Gott dem in sich verschlossenen und unverbesserlichen Menschen ein Ende bereitet.</div><div><br></div><div>Das ist vielleicht schwer zu akzeptieren. Aber ist es nicht so: In einer Welt, in der das Böse noch Macht hat, ist der Einsatz <span class="fs14lh1-5"><i>für</i></span> die Geliebten immer auch ein Einsatz <span class="fs14lh1-5"><i>gegen</i></span> die unverbesserlich Lieblosen.</div><div><br></div><div>Wir sollten deshalb Gottes Einsatz <span class="fs14lh1-5"><i>gegen</i></span> Menschen nicht vorschnell verurteilen und fragen: „Wie kann ein liebender Gott seine geliebten Geschöpfe töten?" Denn wenn Gott die unverbesserlich Lieblosen gewähren lässt, sind wir schnell mit der Frage dabei: „Wie kann Gott das zulassen? Warum greift er nicht ein?" Denkt man so, dann kann Gott tun, was er will – es ist immer falsch.</div><div><br></div><div>Es bleibt die bedrängende Frage, warum Gott den unverbesserlich Lieblosen nicht <span class="fs14lh1-5"><i>jedes</i></span> Mal ein Ende bereitet. Das aber ist ein anderes schwieriges Thema. An dieser Stelle kann ich nur feststellen, dass wir aus Gottes Liebe kein System machen können, nach dem Gott zu verfahren habe.</div><div><br></div><div>Wenn Gott die unverbesserlich Lieblosen vernichtet, stellt er Gerechtigkeit und Frieden her. Denjenigen, die verzweifelt ihr Recht einfordern, wird endlich Recht verschafft (Ps 7,9f; 26,1; 43,1f; 54,3-5; Lk 18,1-8). Insofern ist die Hoffnung auf Gottes Gericht ein Trost für alle, denen ihr Recht vorenthalten wird. In diesem Sinne kann Gottes Gericht in den Psalmen sogar bejubelt werden (Ps 96,10-13; 98,1-4.8f).</div><div><br></div><div>Versteht man das Gericht so, dann ist es kein Ereignis des Schreckens, sondern der Freude. Gott vernichtet nicht um des Vernichtens willen, sondern um des Friedens und der Gerechtigkeit willen – also um eines erfüllten Lebens willen.</div><div><br></div><div>Ich möchte noch drei Dinge betonen. Erstens: Ich erinnere daran, dass es in alldem um <span class="fs14lh1-5"><i>zeitliche</i></span> Gerichte Gottes geht, nicht um das <span class="fs14lh1-5"><i>jenseitige</i></span> „Jüngste Gericht". Es geht also hier noch nicht um das ewige Geschick des Menschen.</div><div><br></div><div>Und zweitens ist mir sehr wichtig: Wer sich <span class="fs14lh1-5"><i>nicht</i></span> als unverbesserlich erweist, sondern offen ist für Gottes Rufe zur Umkehr, der muss Gottes zeitliche Gerichte <span class="fs14lh1-5"><i>nicht</i></span> fürchten (auch wenn sie unangenehm sein mögen). Er kann sie sogar begrüßen, weil sie ihn zur Veränderung, zu einem Neuanfang bewegen. Und weil er der Liebe Gottes auch im Gericht gewiss sein kann.</div><div><br></div><div><div>Und drittens erinnere ich daran: Nicht jedes Leid, das dich trifft oder getroffen hat, ist ein Gericht Gottes. Grüble also nicht darüber, welches Gericht hinter deinem Leid stehen könnte. Es gibt für uns viel unerklärliches Leid, das <span class="fs14lh1-5"><i>kein</i></span> Gericht Gottes ist.</div></div><div><br></div><div>(<span class="imUl"><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?die-gerichte-der-liebe--teil-2-" class="imCssLink">zu Teil 2</a></span>)</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div></div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><div><span class="fs12lh1-5 cf1">Dies ist ein Diskussionsforum. Du kannst deine Meinung unten eingeben.</span><span class="fs12lh1-5 cf1"> </span><b><span class="fs12lh1-5 cf1">Deine E-Mail-Adresse wird</span><span class="fs12lh1-5 cf1"> </span><span class="imUl fs12lh1-5 cf1">nicht</span><span class="fs12lh1-5 cf1"> </span><span class="fs12lh1-5 cf1">veröffentlicht.</span></b></div><div><b><span class="fs12lh1-5 cf1"><br></span></b></div><div><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5">Du kannst auch meinen </span><span class="fs12lh1-5"><a href="https://christseinverstehen.de/anmeldung-newsletter.html" class="imCssLink" onclick="return x5engine.utils.location('https://christseinverstehen.de/anmeldung-newsletter.html', null, false)"><b>Newsletter abonnieren</b></a></span><span class="fs12lh1-5">.</span></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5"><br></span></span></div><div><span class="cf1"><span class="fs12lh1-5"><br></span></span></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 11 Aug 2020 08:50:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Nur ein kurzer, scharfer Blick auf wüste Sachen!]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000039"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Nur ein kurzer, scharfer Blick auf wüste Sachen!</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/08/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Am letzten Samstag demonstrierten in Berlin etwa 20.000 Menschen gegen die Corona-Regeln und verletzten diese Regeln bewusst.</div><div><br></div><div>Sie machten Aussagen wie: Es gebe die Pandemie überhaupt nicht, sie sei nur die Erfindung einer geheimen Weltregierung und diese wolle die Demokratie mit ihren Freiheitsrechten abschaffen.</div><div><br></div><div>Seit Samstag Abend kann man im Fernsehen jeden Tag die Bilder dieser Demonstration sehen. In Nachrichtensendungen, Magazinen und politischen Talkshows der unterschiedlichsten Sender werden Interviews mit Teilnehmer*innen der Demonstration gezeigt, und es wird mitunter ausführlich über die Demonstrierenden und ihre Verschwörungsmythen diskutiert.</div><div><br></div><div>Warum gibt man einer kleinen Minderheit der Bevölkerung so viel Raum in den Medien?</div><div><br></div><div>Ich vermute: Weil es ein „Aufreger" ist, der hohe Einschaltquoten bringt. Und hohe Einschaltquoten bringen hohe Werbeeinnahmen.</div><div><br></div><div>Doch haben diese hohen Werbeeinnahmen den Preis, dass man den Demonstrierenden mit anhaltender Berichterstattung einen großen Gefallen tut. Was könnte ihnen lieber sein, als dass sie tagelang ein Hauptthema in deutschen Wohnzimmern sind und ihre kruden Aussagen auch noch über die Medien (die sie massiv ablehnen) verbreiten können?</div><div><br></div><div>Ich finde es gefährlich, diesen Menschen und ihren abwegigen Mythen so viel Gewicht zu geben. Sie haben dieses Gewicht gar nicht, aber es wird ihnen durch die Medien sozusagen geschenkt.</div><div><br></div><div>Der evangelische Theologe Karl Barth (1886-1968) hat einmal geschrieben:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">„Wüste Sachen soll man, wie real sie immer sein mögen, nicht zu lange anschauen, nicht zu genau studieren, nicht zu intensiv in sich aufnehmen. [...] Darum also [...] nur einen </span><span class="fs14lh1-5"><b>Blick</b></span><span class="fs14lh1-5"> auf diese Sache. Es geht nicht darum, sie leicht zu nehmen, es geht aber darum, sie so zu behandeln, wie es ihr ihrem Wesen nach zukommt. Gerade ein </span><span class="fs14lh1-5"><b>kurzer, scharfer</b></span><span class="fs14lh1-5"> Blick darauf ist für sie nicht nur genügend, sondern auch das einzig Richtige."</span></i></span></div><div><i class="fs12lh1-5 cf1">(Karl Barth: Die Kirchliche Dogmatik, Band III/3. Theologischer Verlag Zürich, 3.Aufl. 1979, Seite 609).</i></div><div><br></div><div>Könnte es sein, dass wir dieser „wüsten Sache" zu viel Aufmerksamkeit schenken und ihr damit erst ein Gewicht geben, das sie im Grunde gar nicht hat?</div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 07 Aug 2020 09:00:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Jesus oder Buddha?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Religionsgemeinschaften"><![CDATA[Religionsgemeinschaften]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000038"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Jesus oder Buddha?</span></div><div class="imHeading2 imTACenter">Eine Einführung in den Buddhismus</div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 29/07/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Der Buddhismus übt auf manche Menschen eine große Anziehungskraft aus. Dabei sind seine Lehren für uns europäisch geprägte Menschen oft schwer verständlich. Es geht um einen völlig anderen Blick auf die Wirklichkeit. Begib dich also mit mir auf eine Reise in eine andere Welt.</div><div><br></div><div>Im Buddhismus gibt es wie auch im Christentum unterschiedliche Strömungen. An dieser Stelle werde ich nur einige Hauptlehren des Buddhismus vorstellen und mit den christlichen Vorstellungen vergleichen. Auch bezüglich der Hauptlehren gibt es aber Unterschiede in den verschiedenen buddhistischen Schulen, die ich hier nicht alle darstellen kann. Ich biete also nur einen Auszug aus den buddhistischen Lehren.</div><div><br></div><div>Gleich zu Beginn möchte ich auch betonen, dass meine Beurteilung des Buddhismus kein Urteil über einzelne Buddhist*innen beinhaltet. Über Menschen zu urteilen ist allein Gottes Sache.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">1. Was ist der Mensch?</div><div><br></div><div>Der Buddhismus versteht die Wirklichkeit anders, als wir es gewohnt sind. Alle von uns wahrnehmbare Wirklichkeit ist ihm eine vergängliche Illusion. Es gibt keine stabile, gleichbleibende Materie, sondern nur eine Wolke von aufeinander einwirkenden Kräften, die sich ständig verändert. Alles, was wir als Ganzes wahrnehmen, ist in buddhistischer Sicht aus Teilen zusammengesetzt. Das gilt auch für den Menschen. Er besteht aus fünf Bestandteilen: Körper, Gefühle, Wahrnehmungen (z.B. Hören und Sehen), Willensregungen (z.B. Wünsche, Begierden, Absichten) und Erkenntnis. Im Tod des Menschen treten diese Teile wieder auseinander.</div><div><br></div><div>Es fällt auf, dass zum Menschen keine Seele gehört. Und tatsächlich hat der Buddha Gautama (der erste Buddha und Begründer der Lehre) die Lehre vertreten, dass der Mensch keine Seele habe, keinen innersten Kern seiner Person, kein „Ich". Auch das „Ich", ein handelndes oder leidendes Subjekt, ist eine Illusion.</div><div><br></div><div>Das widerspricht natürlich unserer Wahrnehmung. Und es ist nach der Lehre Buddhas auch nur durch innere Erleuchtung erkennbar und durch Meditation erfahrbar. In der Meditation kann der Mensch erfahren, dass alles leer ist. Auch er selbst ist leer.</div><div><br></div><div>Das ist nichts Negatives, sondern im Gegenteil positiv. Denn wenn der Mensch leer ist, ist er frei von seinen Wünschen, Begierden und Absichten. Und weil seine Wünsche, Begierden und Absichten Leiden mit sich bringen, endet sein Leiden, wenn er frei von alldem wird.</div><div><br></div><div>So fremd uns diese Sicht der Wirklichkeit auch sein mag: Auch das Christentum kennt die Erfahrung der Leere in der christlichen Meditation. Es kann befreiend sein, auf alles eigenmächtige Wollen und Begehren zu verzichten.</div><div><br></div><div>Und dass Materie nichts Festes und Beständiges ist, sondern einem ständigen Werden unterworfen, in dem alle Energien aufeinander einwirken, ist eine physikalische Tatsache.</div><div><br></div><div>Ein christlicher Mensch würde sich allerdings in allem Werden und Vergehen vertrauensvoll dem Wollen Gottes anvertrauen und gerade in diesem Vertrauen alles eigene Wollen zurückstellen. Er würde sich als geliebtes Geschöpf verstehen, das ein „Ich" und einen Namen hat und von Gott bei seinem Namen gerufen (Jes 43,1) und durchs Leben geleitet wird (Ps 23).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">2. Was ist Leben?</div><div><br></div><div><div>Das Leben ist für Buddhist*innen ein dauerndes Werden und Vergehen und darin nichts als Leiden. Dennoch gibt es den menschlichen Lebenswunsch, das Begehren zu leben. Der Mensch, der mit diesem Begehren stirbt, erzeugt darum nach buddhistischer Vorstellung ein immer neues Leben und damit auch Leiden. Man spricht vom Rad der Wiedergeburten: So wie sich ein Rad unendlich dreht, so gibt es eine unendliche Zahl von Wiedergeburten, die ein Mensch erzeugt – wenn, ja wenn er nicht vom Begehren nach Leben frei wird.</div></div><div><br></div><div>Es mag uns pessimistisch erscheinen, dass alles Leben Leiden ist. Aber indem die Tage, Minuten und Sekunden vergehen, vergeht auch etwas von uns. Wir sind der Zeit auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, und am Ende steht immer unser Tod. Und da auch jede Freude vergeht und ihr Vergehen schon in sich trägt, kann man tatsächlich das Leben als Leiden verstehen.</div><div><br></div><div>So gibt es für Buddhist*innen vier „edle Wahrheiten":</div><div><ul><li>Die edle Wahrheit vom Leiden:</li></ul><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;Alles Leben ist Leiden.</span><br></div><div><ul><li>Die edle Wahrheit vom Ursprung des Leidens:</li></ul><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;Leiden entsteht aus Begehren (Wünschen, Wollen, Absichten, Neigungen).</span><br></div><div><ul><li>Die edle Wahrheit von der Aufhebung des Leidens:</li></ul><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;Wer das Begehren aufhebt, beendet das Leiden.</span><br></div><div><ul><li>Die edle Wahrheit vom Weg zur Aufhebung des Leidens:</li></ul><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;Erkenntnis, verantwortungsvolles Handeln und Meditation führen zur Aufhebung des Begehrens &nbsp;&nbsp;&nbsp;und damit des Leidens.</span><br></div><div><br></div><div>Weil alles Leben leiden ist, besteht das Heil also darin, dass auch der Wunsch nach Leben in immer neuen Gestalten aufhört. Und die Erlösung ist ein Tod ohne erneute Wiedergeburt.</div><div><br></div><div>Für Christ*innen ist solch eine negative Sicht des Lebens ungewohnt. Sie wissen auch um das Leid, das das irdische Leben mit sich bringt. Aber sie leben doch auf ein Ziel hin, das bleibende Freude bedeutet. Und sie verstehen sich als geliebte Geschöpfe, die geschaffen sind, um zu leben, sich selbst und anderen zur Freude und zum Segen. Ihnen ist nicht der Tod die Erlösung, sondern das Leben nach dem Tod, in dem sie diese Freude in vollkommener Weise erwarten.</div><div><br></div><div>Christ*innen stellt sich eine andere Frage: die Frage, wie ein die Menschen liebender Gott so viel Leid zulassen kann. Insofern ist die christliche Sicht auf das Leben nicht durchweg positiv. Das Leid ist auch für den christlichen Glauben eine beständige Herausforderung.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">3. Was ist Erlösung?</div><div><br></div><div>Erlösung ist also für Buddhist*innen die Freiheit davon, immer aufs Neue in anderer Gestalt zu leben. Zugleich ist Erlösung aber auch die Freiheit von dem Bemühen, das Rad der Wiedergeburten durch eigenes Verhalten zum Stillstand zu bringen. Wenn der Mensch diesen Zustand der Freiheit erreicht hat, spricht man vom „Nirvana". Das Wort bedeutet so viel wie „verwehen, verlöschen". Jedes Bemühen, jedes Wollen und Beabsichtigen verlöscht. Es gibt kein Wünschen und Begehren mehr und darum auch kein Leiden, keinen Hass und keine Verblendung.</div><div><br></div><div>Das Nirvana kann nicht beschrieben werden. Wir können es vielleicht als einen Glückszustand verstehen. Aber das Nirvana ist nach buddhistischer Lehre kein Etwas; es ist aber auch nicht nichts. Es ist eben unbeschreiblich. So ist das Nirvana auch nicht „etwas", was man „besitzen" könnte. Eben dies soll man sich in der Meditation bewusst machen.</div><div><br></div><div>Wie kommt ein Mensch zum Nirvana? Wie stellt es sich ein? Es gibt einen Weg zum Nirvana, der eine Struktur hat und gelernt werden kann. Dieser Weg heißt der „Achtfache Pfad". Er umfasst eine genaue Methodik, die ein Mensch als Schüler eines buddhistischen Lehrers erlernen kann. Dabei geht es, kurz gesagt, um die rechte Erkenntnis über das Leben und die Wirklichkeit, um die Entscheidung für den buddhistischen Weg und schließlich um die Umsetzung des Erkannten in praktisches Handeln. Die Meditation steht dabei erst an letzter Stelle des Weges mit dem Ziel, alles Begehren hinter sich zu lassen.</div><div><br></div><div>In der regelmäßig geübten Meditation versenkt sich der Mensch zum Beispiel in die Vergänglichkeit, in das Ausstrahlen von Mitgefühl und Freude und in die Sphäre des Nichts.</div><div><br></div><div>Zur Meditation gehört auch, dass man sich bewusst wird, dass das eigene „Ich" nur eine Illusion ist. Man soll deshalb auch seinen eigenen Tod und seine Verwesung meditieren. Der vietnamesische Mönch Thich Nhat Hanh hat es so formuliert:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Stell dir vor, dass alles, was von deinem Körper übrig geblieben ist, ein weißes Skelett ist, das auf der Erde liegt ... Erkenne, dass du nicht das Skelett bist. Du bist nicht deine körperliche Form. Sei eins mit dem Leben. Lebe ewig in den Bäumen und dem Gras, in anderen Menschen, in den Vögeln und anderen Tieren, im Himmel und in den Wellen des Meeres ...</i></span></div><div data-line-height="1" class="lh1"><span class="fs10lh1">(Thich Nhat Hanh: Lächle deinem eigenen Herzen zu. Wege zu einem achtsamen Leben. Hg. von J. Bossert und A. Meutes-Wilsing. Freiburg i.Br. 1995. S. 142. Zitiert nach Hans-Martin Barth: Dogmatik. Evangelischer Glaube im Kontext der Weltreligionen. Ein Lehrbuch. Gütersloh 2001. S. 765f)</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div>Die religiöse Praxis der meisten Buddhist*innen unterscheidet sich aber von genau eingehaltenen Übungen, die wohl in der Regel nur von Mönchen praktiziert werden. Die meisten Buddhist*innen bemühen sich darum, ethische Regeln zu befolgen, einen Buddha zu verehren (es gibt im Buddhismus mehrere Buddhas, also „Erleuchtete") und buddhistische Sprüche zu lesen, zu sprechen oder abzuschreiben.</div><div><br></div><div>Dabei vermeiden sie, schlechte Taten zu tun, die automatisch eine niedrigere Wiedergeburt zur Folge hätten. Die Taten des Menschen werden sein „Karma" genannt (in der Sprache des Sanskrit: „Handlung"). Das Karma ist das eiserne Gesetz von Ursache und Wirkung: Es entscheidet über die Gestalt der Wiedergeburt nach dem Tod des Menschen. Je nachdem, welches Karma ein Mensch angesammelt hat, gibt es eine Wiedergeburt auf der Ebene der Tiere, der Geister, der Menschen oder der Erleuchteten. Gutes Karma kann zum Beispiel durch die Verehrung eines Buddhas angesammelt werden, durch Spenden an die Mönche oder durch das Führen eines selbstlosen Lebens.</div><div><br></div><div>Ein selbstloses Leben kann bedeuten, kein Leben zu zerstören, nicht zu lügen oder zu stehlen, keine Drogen zu sich zu nehmen und keinen unkeuschen Lebenswandel zu führen. Wer nach strengeren Regeln lebt, verzichtet auf Nahrungsaufnahme nach dem Mittag, auf Schmuck und Parfüm sowie an Festtagen auf Tanz, Singen und Fröhlichkeit.</div><div><br></div><div>Aber das Ziel des Buddhismus ist, wie gesagt, im Nirvana vom Rad der Wiedergeburten erlöst zu sein – und so auch vom schicksalhaften Karma befreit zu sein.</div><div><br></div><div>Und was wird aus dem Menschen, wenn er ins Nirvana eingegangen ist?</div><div><br></div><div>Nach buddhistischer Lehre zerfällt jeder Mensch nach dem Tod in seine verschiedenen Bestandteile. Das soll er sich schon zu Lebzeiten bewusst machen, und er soll in diesen Zerfallsprozess einwilligen. Leben und Sterben gehören zum Kreislauf des Seins und sind deshalb leer. Auch der Mensch selbst ist leer.</div><div><br></div><div>„Leer" heißt für mich: inhaltslos, wesenlos, aber auch bedeutungslos. Das ist nicht negativ gemeint. Man könnte folgern: Weil die ganze Wirklichkeit inklusive Leben und Sterben eine Illusion ist, ist sie bedeutungslos. Auch der Mensch selbst ist bedeutungslos. Diese Bedeutungslosigkeit zu erkennen und danach zu leben macht frei davon, dem Leben irgendeine Bedeutung geben zu müssen.</div><div><br></div><div>Man kann dann gelassen dem Leben und dem Sterben gegenüberstehen. Daran erinnert vielleicht die freundliche Gelassenheit so vieler Buddhastatuen. Gelassenheit ist durchaus auch eine christliche Tugend. Der Grund der christlichen Gelassenheit ist aber ein anderer: Der sich in Gottes Händen geborgen wissende Mensch kann gelassen durchs Leben gehen. Er weiß ja: „Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln" (Ps 23,1).</div><div><br></div><div>Nach buddhistischer Lehre kommt der Mensch nirgendwo her und geht nirgendwo hin. Wenn der Buddha Gautama gefragt wurde, ob der ins Nirvana eingegangene Mensch weiter existiert oder nicht existiert, ließ er diese Frage unbeantwortet. Offenkundig war es für ihn nicht von Bedeutung. Denn auch der ins Nirvana eingegangene Mensch ist leer.</div><div><br></div><div>Wie kann es aber zu einer Wiedergeburt kommen, wenn der Mensch leer ist? Oder anders gefragt: Was bleibt von ihm nach dem Tod?</div><div><br></div><div>Die Wiedergeburt ist nicht zu verwechseln mit einer Seelenwanderung. Denn eine Seele gibt es ja nach buddhistischem Verständnis nicht. Nur in der <span class="fs14lh1-5"><i>hinduistischen</i></span> Vorstellung der Wiedergeburt lebt der verstorbene Mensch als ein neu entstehendes Wesen weiter.</div><div><br></div><div>In der <span class="fs14lh1-5"><i>buddhistischen</i></span> Vorstellung der Wiedergeburt aber geht es <span class="fs14lh1-5"><i>nicht</i></span> um ein Weiterleben des früheren Menschen in anderer Gestalt. Sondern es geht darum, dass – ausgelöst durch etwas Früheres – etwas Neues entsteht. Es ist wie beim Billardspiel: Eine Billardkugel stößt die andere an, die dadurch in Bewegung gerät. Die erste Billardkugel geht aber nicht in die zweite ein. Nur die Energie der ersten Kugel löst etwas Neues aus. So geht auch der verstorbene Mensch nicht in das neu entstehende Wesen ein oder wird in es verwandelt, sondern es entsteht ein neues Wesen in Abhängigkeit vom Karma des verstorbenen Menschen.</div><div><br></div><div>Es geht bei der Wiedergeburt nicht darum, dass vom verstorbenen Menschen etwas überlebt, sondern darum, dass der verstorbene Mensch aufgrund seines Karmas etwas Neues auslöst. Vielleicht kann man sagen: Es geht nicht darum, dass etwas bleibt, sondern darum, dass Energien die Bedingung für etwas Neues sind.</div><div><br></div><div>Judentum und Christentum haben eine völlig andere Weltsicht entwickelt als der Buddhismus. Das Leben und die gesamte Wirklichkeit laufen auf ein Ziel hin: auf eine neue Schöpfung, die Gott herbeiführen wird. Das Leben ist also nicht ein immer sich wiederholendes Leiden, das beseitigt werden muss, sondern ein Weg, der leidvoll sein kann, der aber durch das Leiden hindurch zu einem guten Ziel führt. Für jüdische und christliche Menschen bedeutet das konkret: Nach Leid und Tod ist ihnen ewiger Friede und ewige Freude in der Gemeinschaft mit Gott verheißen.</div><div><br></div><div>Diese Gemeinschaft ist nicht auf das Jenseits beschränkt, sondern kann ansatzweise auch schon im Diesseits erlebt werden, wenn der Mensch sich im Glauben auf das Ziel, das Gott ihm bestimmt hat, ausrichtet. Nicht das Nirvana bringt den Erleuchteten schon jetzt das Erlebnis der Leere und die Freiheit vom Leiden. Sondern das Vertrauen darauf, dass Gott die Glaubenden zum Ziel der Lebensfülle führen will, ist ihnen schon jetzt Trost in allem noch zu ertragenden Leid.</div><div><br></div><div>Christ*innen können dieses Vertrauen und die damit verbundene Freude als ein neues Leben, eine „Wiedergeburt", bezeichnen. Das Wort „Wiedergeburt" meint also im christlichen Zusammenhang etwas fundamental anderes als im buddhistischen: Dem Menschen wird im Diesseits ein neues Leben im Glauben geschenkt; es geht also um etwas durchweg Positives. Im Buddhismus hingegen ist der Begriff „Wiedergeburt" der jeweiligen Verkörperung im Jenseits vorbehalten. Sie ist das Negative schlechthin und soll überwunden werden.</div><div><br></div><div>Der christliche Glaube lebt davon, in allen Widrigkeiten des Lebens von Gott geliebt zu sein. Auch das abgrundtiefe Versagen des Menschen kann ihn nicht von Gottes Liebe trennen. Diese Liebe kann der Mensch sich nicht verdienen. Sie ist schon vor ihm da. Darum ist das Heil des Menschen nicht von seinen Taten abhängig. Im recht verstandenen christlichen Glauben gibt es keinen Leistungsdruck und keine Selbsterlösung. Dort, wo Christ*innen Leistungsdruck und Selbsterlösung praktizieren, sollten sie ihr Gottesverständnis überdenken.</div><div><br></div><div>Die buddhistische Tradition kennt keine Sünde, kein Versagen gegenüber einer göttlichen Instanz. Sie kennt auch kein göttliches Gericht über den Menschen. Sie kennt aber das Schicksal, das durch gutes oder schlechtes Karma bedingt ist. Und sie ist darauf gerichtet, dass der Mensch selbst sich die Erlösung von der Macht des Karma verschafft, indem er den „Achtfachen Pfad" geht (Erkenntnis, ethisches Handeln, geistige Übungen und Meditation).</div><div><br></div><div>Zusammenfassend kann man sagen: Buddhist*innen und Christ*innen wollen das Leid überwinden und so Erlösung finden. Der Weg dorthin ist aber ein grundverschiedener. Christ*innen suchen nicht eine von allem losgelöste Leere. Sie suchen vielmehr das Leerwerden von allem eigenmächtigen Wollen und Begehren, indem sie sich Gottes Willen anvertrauen. Das ist ihnen keine <span class="fs14lh1-5"><i>Überwindung</i></span> des Lebens, sondern die <span class="fs14lh1-5"><i>Fülle</i></span> des Lebens. Der Weg zur Erlösung besteht nicht darin, dass das Leiden und mit ihm das Leben überwunden wird durch regelmäßige Übungen und Meditationen. Auch wenn Meditation durchaus ein Bestandteil des christlichen Lebens sein kann, ist diese keine Voraussetzung für das Heil. Sie ist keine Pflicht, die Christ*innen erbringen müssen, sondern eine freiwillige religiöse Übung – man kann sie praktizieren oder auch nicht. Denn nach christlicher Vorstellung ist das Heil ein Geschenk Gottes. Das Leiden wird überwunden durch ein neues Leben, das den Menschen von Gott geschenkt wird. Dieses Überwinden beginnt schon im Diesseits, wenn ein Mensch der Liebe Gottes gewiss wird und selber in der Liebe zu Gott und allen seinen Geschöpfen lebt.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">4. Was ist Gott?</div><div><br></div><div>Im Buddhismus gibt es nicht die Vorstellung eines Gottes im Sinne einer „Person". Es gibt aber die Vorstellung des Absoluten, das im Nirvana erlangt wird: Man ist losgelöst von allem Weltlichen und darum leer geworden.</div><div><br></div><div>Da der Buddha Gautama ins Nirvana eingegangen ist, kann man nicht sagen, ob er noch existiert oder nicht mehr existiert. Dennoch werden in Teilen des Buddhismus der Buddha Gautama oder mehrere Buddhas wie Götter verehrt. Daneben gibt es sogenannte Bodhisattvas, die ebenfalls verehrt werden: Sie haben die Erlösung erlangt, sind aber nicht ins Nirvana eingetreten und darum noch nicht von allem Weltlichen losgelöst. Sie haben noch Bezug zur Welt, und zwar, um den anderen Menschen dabei zu helfen, auch die Erlösung zu erlangen. Sie sind nicht an die Naturgesetze gebunden und können eingreifen, wo Hilfe erbeten wird. Dabei können sie sich, obwohl sie überirdische Wesen sind, in menschlicher Gestalt den Menschen nähern, um sie zu retten.</div><div><br></div><div>Die Verehrung eines Buddhas oder Bodhisattvas kann so aussehen: Der Mensch stellt vor dem Bild des Buddhas oder Bodhisattvas eine Vase mit Blumen auf, verbeugt sich, wirft sich nieder, singt Abschnitte aus den heiligen Schriften und zündet Weihrauch an. So erwirbt er sich Verdienste, gutes Karma.</div><div><br></div><div>Ein anderer Buddha, der Buddha Amida, wird durch die dauernde Wiederholung des Satzes „Verehrung sei dem Buddha des unermesslichen Lichtglanzes" gepriesen. Dadurch geht das gute Karma des Buddhas auf seine Anhänger über.</div><div><br></div><div>Der Unterschied zum christlichen Glauben ist offensichtlich: Im Christentum gibt es die Vorstellung eines Gottes, der personale und apersonale Eigenschaften hat. Er wird verehrt als der Gott, der in der Gestalt Jesu Mensch geworden ist, für die Menschen Leid und Tod erlitten hat und durch den Tod hindurch zum ewigen Leben gelangt ist.</div><div><br></div><div>Christ*innen verehren also einen Gott, der aus Liebe zu seinen Geschöpfen in die Welt und ihr Leid gekommen ist. So hat er aus Liebe zu den Menschen gelitten und den Menschen die Liebe entgegengebracht, mit der sie sich vom Leiden erlösen lassen können.</div><div><br></div><div>Buddhist*innen hingegen verehren mit Buddha Gautama einen Menschen, der ins Nirvana eingegangen ist. So hat er sich selbst vom Leiden erlöst und den Menschen die Lehre hinterlassen, mit der auch sie sich vom Leiden erlösen können.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading3">5. Schlussgedanken</div><div><br></div><div>Manche Menschen in den westlichen Ländern fühlen sich vom Buddhismus angezogen. Vielleicht auch deshalb, weil sie von Christ*innen enttäuscht wurden. Nicht selten wird auch ein Mix aus verschiedenen Religionen praktiziert. Denn sowohl in den asiatischen Ländern als auch in der westlichen Welt basteln sich Menschen heute gern ihre „Privatreligion", ohne nach traditionellen Lehren zu fragen.</div><div><br></div><div>Die Beschäftigung mit dem Buddhismus kann in jedem Fall den Horizont erweitern. Wenn man den anderen besser versteht, ist das immer eine wertvolle Sache. Und wenn es geschieht, dass Buddhist*innen ihren Mitmenschen mit Freundlichkeit, Sanftmut und Toleranz begegnen, können Christ*innen möglicherweise von ihnen lernen. Denn ein solches Verhalten entspricht der christlichen Liebe.</div><div><br></div><div>Dennoch bleiben fundamentale Unterschiede zwischen christlicher und buddhistischer Religion. Natürlich hat jeder Mensch die Freiheit, sich aus beiden Religionen das herauszusuchen, was ihm gefällt. Die Frage ist jedoch, ob beide Religionen dann noch ernst genommen werden. Religionen sind ja kein Selbstbedienungsladen. Und der privat zusammengestellte Mischmasch aus dieser und jener Religion und Weltanschauung mag zwar den einzelnen Menschen befriedigen, wird aber den benutzten Religionen und Weltanschauungen nicht gerecht.</div><div><br></div><div>Geht man davon aus, dass ein Gott existiert, dann ist es unangemessen, nach der Devise zu verfahren: „Was Gott ist, bestimme ich selbst." Denn wie soll man einem Gott gerecht werden, den man selber sozusagen erschaffen hat? Man wird dann nur sich selber gerecht.</div><div><br></div><div>Christ*innen werden demgegenüber sagen: „Was Gott ist, bestimmt Gott selbst." Wir haben nicht die Möglichkeit, über Gott zu bestimmen; vielmehr bestimmt Gott über uns: „Was ich bin, bestimmt Gott." Christ*innen werden deshalb versuchen, Gott demgemäß zu beschreiben, wie sie von ihm beschrieben werden: als seine geliebten Geschöpfe.</div><div><br></div><div>So gesehen gibt es nicht nur Glauben, sondern auch Unglauben, Irrglauben und Aberglauben. Was Glaube ist, erschließt sich dem Menschen nach christlichem Verständnis nur dadurch, dass Gott selbst sich dem Menschen zu erkennen gibt. Das geschieht dadurch, dass man offen ist gegenüber den biblischen Schriften, der kirchlichen Tradition und anderen Christ*innen, aber auch gegenüber andersdenkenden Menschen und Menschen anderer Glaubensrichtungen und Religionen.</div><div><br></div><div>Insofern bietet die Begegnung mit dem Buddhismus drei Möglichkeiten: Erstens lernt man die andere Religion besser zu verstehen. Zweitens kann man durch die Unterschiede der Religionen das Besondere des christlichen Glaubens schärfer in den Blick bekommen. Und drittens kann man durch das (vielleicht überraschende) Auffinden von Gemeinsamkeiten und Weisheiten der anderen Religion entdecken, was einem bisher am christlichen Glauben verborgen geblieben war.</div><div><br></div><div><br></div><div><i class="fs11lh1-5">Literatur:</i></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><ul><li><span class="fs11lh1-15">Artikel „Buddhismus". In: Hans-Dieter Betz u.a. (Hg.): Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Mohr Siebeck, 4. Aufl. Tübingen 1998. Band 1, Sp. 1829-1851.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Hans-Martin Barth: Dogmatik. Evangelischer Glaube im Kontext der Weltreligionen. Ein Lehrbuch. Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2001.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Bradley K. Hawkins: Buddhismus. Herder Verlag, 2. Aufl. Freiburg u.a. 2000.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Reinhard Hempelmann u.a. (Hg.): Panorama der neuen Religiosität. Sinnsuche und Heilsversprechen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2001. S. 310-408.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Myrtle Langley: Von Abraham bis Zarathustra. Kleiner Führer durch die Weltreligionen. R. Brockhaus Verlag, Wuppertal / Zürich 1981/1995.<br></span></li><li><span class="fs11lh1-15">Wulf Metz u.a. (Hg.): Handbuch Weltreligionen. R.Brockhaus Verlag, 2. Sonderausgabe Wuppertal/Zürich 1992. S. 222-270.</span></li></ul><span class="fs14lh1-15"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div class="imTALeft"><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div class="imTALeft"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 29 Jul 2020 09:30:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Entschuldigung]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000037"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Entschuldigung</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 20/07/2020</span></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>Entschuldigung</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>sage 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mir schwer</div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div>bei echter 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			<pubDate>Mon, 20 Jul 2020 18:55:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Unverlierbarer Sinn]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000036"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Unverlierbarer Sinn</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/07/2020</span></div><div><br></div><div>Die Frage nach dem Sinn des Lebens hat mich vor allem in den Jugendjahren bewegt und auch belastet. Gibt es etwas, was unserem Leben eine letzte Bedeutung gibt? Kann es einen Sinn geben, wenn alles vergänglich ist und am Ende nichts von uns bleibt? Wir sterben, unsere Angehörigen und Freunde sterben, und irgendwann in gar nicht so langer Zeit kennt niemand mehr unseren Namen. Dass wir einmal da waren, dass wir uns durchs Leben gekämpft haben – hat das irgendeine Bedeutung?</div><div><br></div><div>Die Freude am Leben könnte dem Leben Sinn verleihen. Aber was ist mit den Zeiten, die keine Freude kennen, in denen der Lebenskampf die Tage regiert? Ist nicht jede Freude durchsetzt von Schwerem, und ist sie nicht äußerst vergänglich? Welchen Sinn hat Freude, wenn nichts von ihr bleibt?</div><div><br></div><div>Gute Taten könnten unserem Leben Bedeutung verleihen. Aber wie können gute Taten Bedeutung haben, wenn das Gute so schnell vergeht und auch die, denen wir Gutes taten, einmal sterben werden?</div><div><br></div><div>Vielleicht waren das typische Fragen eines Jugendlichen. Später traten sie für mich in den Hintergrund. Und dennoch stellt sich die Frage nach dem Sinn denen, die sie nicht verdrängen, immer wieder.</div><div><br></div><div>Die Existenzphilosophen (Jean-Paul Sartre, Albert Camus) stellten sich schonungslos der Sinnlosigkeit des Lebens. Folgt man ihnen, dann ist alles absurd. Nichts hat Bestand. Leid und Tod zermalmen alles, was wir uns als bedeutungsvoll ausmalen.</div><div><br></div><div>Der evangelische Theologe Helmut Gollwitzer hat die Erfahrungen, die er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft machte, aufgeschrieben (unter dem Titel „... und führen, wohin du nicht willst. Bericht einer Gefangenschaft", Christian Kaiser Verlag München, 7. Auflage 1953). Dort berichtet er davon, dass Gefangene immer wieder quälenden Vernehmungen unterzogen wurden, dass sie gefoltert und etliche von ihnen zu sibirischem Straflager verurteilt wurden. Dort gab es kaum Hoffnung auf Rückkehr, dort drohte ihnen der Tod.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wem das langjährige Straflager bevorstand, dessen Überstehen, wenn er nicht vorzeitig entlassen wurde, kaum zu erhoffen war, dem war nun alles genommen, worin er bisher den Sinn seines Daseins, auch den Sinn seines Durchhaltens in der Gefangenschaft erblickt hatte. Die Philosophien, die bis dahin zu genügen schienen, die deutschtümelnden, die naturalistischen und die idealistischen, waren zerbrochen, und nur die bleierne Resignation blieb übrig. Was aber diesen Menschen sagen? (S. 325)</i></span></div><div><br></div><div>Wenn alle Weltanschauungen zerbrechen, wird das Leben sinnlos. Aller Halt geht verloren. Der Mensch fällt in ein Loch, in dem es nichts als <i class="fs14lh1-5">bleierne</i><i><span class="fs14lh1-5"> Resignation</span></i> gibt. Gollwitzer stellte sich selbst die Frage: Was soll man diesen Menschen an guten Worten mitgeben? Kann das Evangelium sich angesichts solchen Leidens und solcher Hoffnungslosigkeit bewähren? </div><div><br></div><div>Auch Mitglieder des Bibelkreises im Gefangenenlager blieben nicht davon verschont, gefoltert und nach Sibirien geschickt zu werden. Welchen Sinn hatte das Leben noch, wenn der Tod in Sibirien drohte? Wenn alles verloren schien, was den letzten Funken Hoffnung am Glimmen erhalten hatte?</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Wer aber auch in dieser Lage das Evangelium mit dem Herzen hören durfte, dem versprach es volle Sinngebung, indem es die irdische Zeit als bloßen Durchgang auf das ewige Leben hin zeigte (wie töricht erschienen uns nun die, die in dieser Verheißung christliche Weltflucht gesehen hatten!), indem es beharrliche Gegenwart des Wortes Gottes verhieß und konkrete Aufgaben in Aussicht stellte dadurch, daß es an die Leidensgefährten erinnerte, für die einer da sein konnte, und schließlich indem es zeigte, daß einer auch einsam in einem Kerker verfaulend bis zum letzten Atemzuge Kraft erhalten kann, Gott zu loben und darin einen unverlierbaren Sinn jeder Stunde zu finden. Weil es das Evangelium des Kreuzes und der Auferstehung ist, kann es halten, was es verspricht. (S. 326)</i></span></div><div><br></div><div>Was war die Erfahrung des Gefangenen, manchmal Verzweifelten, der fern der Heimat vom Tod bedroht war?</div><div><br></div><div>Es war die Erfahrung, dass man das Evangelium <span class="fs14lh1-5"><i>mit dem Herzen hören</i></span> musste. Nicht einfach mit dem Kopf, mit der Vernunft, die immer skeptisch ist. Sondern mit dem Herzen, das kindlich vertraut und sich den Kopf zu Hilfe nimmt, um das Evangelium zu verstehen.</div><div><br></div><div>Nicht der Kopf spielt die Hauptrolle und damit die Skepsis, die das Vertrauen untergräbt, sondern das Herz und damit die vertrauensvolle Hingabe an das, was geschrieben steht. Der Kopf ist damit nicht ausgeschaltet, sondern an den Platz gerückt, der ihm gebührt: der dem suchenden Herzen zum Verstehen hilft.</div><div><br></div><div>Ohne dieses grundsätzliche Einverständnis des Herzens mit dem Evangelium hat der Glaube es schwer.</div><div><br></div><div>Herz und Kopf sagen dann gemeinsam: Was ich lese oder höre, ist <span class="fs14lh1-5"><i>das Evangelium des Kreuzes und der Auferstehung</i></span>, also die frohe Botschaft des Leidens und Sterbens und zugleich des Überwindens und Lebens. Es geht nur durch Leid und Tod hindurch zur Hoffnung und zum Leben, nur durch die Erfahrung der Sinnlosigkeit hindurch zur <span class="fs14lh1-5"><i>vollen Sinngebung</i></span>.</div><div><br></div><div>Diese Erfahrung eines Lebenssinns ist kein billiges „Alles wird gut", das so leicht dahingesagt ist. Es ist die Erfahrung eines Menschen, der durch Angst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit hindurchgegangen ist und der so das Geschenk des Glaubens erhalten hat.</div><div><br></div><div>In diesem Glauben erscheint <span class="fs14lh1-5"><i>die irdische Zeit als bloßer Durchgang</i></span> zum ewigen Leben: Die irdische Zeit ist nichts Endgültiges, sondern etwas Vorläufiges, Vorübergehendes, das dem Leben keinen Sinn geben kann. Der Sinn liegt jenseits dieses Lebens: im Endgültigen, Bleibenden, Ewigen.</div><div><br></div><div>Wer das nicht anerkennt, erscheint den Leidenden als <span class="fs14lh1-5"><i>töricht</i></span>, also dumm. Es ist die Dummheit der Intelligenten, die meinen, die Hoffnung auf das Endgültige, auf das <span class="fs14lh1-5"><i>ewige Leben</i></span> sei nichts weiter als Weltflucht. Dabei sind sie selbst auf der Flucht, nämlich vor der Wirklichkeit, zu der auch Gott gehört und die eben deshalb mehr ist als die nackte Welt.</div><div><br></div><div>Dass die Hoffnung der Glaubenden keine Flucht aus der Welt ist, zeigt sich auch daran, dass das Evangelium <span class="fs14lh1-5"><i>konkrete Aufgaben in Aussicht stellt</i></span>: Es gibt für den Leidenden noch etwas zu tun in der Welt. Er kann dem Nächsten zur Seite stehen in dessen Leid. Er kann es besser als jeder andere, der dieses Leid nicht selbst erfährt.</div><div><br></div><div>Wo du leidest, kannst du da sein für den Nächsten, der auch leiden muss. Du bist Experte für das Leid, das dich getroffen hat, und darum Experte dafür, andere Leidende zu trösten.</div><div><br></div><div>Das gibt deinem Leben Sinn. Das Gute zu tun ist darum nicht sinnlos, weil du damit Gottes Liebe und Segen für den Mitmenschen weitergibst. Deine Tat erzählt von Gottes Liebe. Und Gottes Liebe bleibt in Ewigkeit.</div><div><br></div><div>Du wirst schließlich auch dann, wenn du nichts mehr für andere tun kannst, nicht verlassen sein. Es gibt <span class="fs14lh1-5">die </span><i><span class="fs14lh1-5">beharrliche Gegenwart des Wortes Gottes</span></i>, die Gegenwart Gottes selbst, der beharrlich und treu zu dir spricht, dich tröstet, dir Kraft gibt. Es gibt diese Gegenwart Gottes und diese Kraft auch im qualvollen Sterben, so dass ein Mensch sogar darin Gott loben und <span class="fs14lh1-5"><i>einen unverlierbaren Sinn jeder Stunde finden</i></span> kann.</div><div><br></div><div>Es ist ein Wunder, wenn ein Mensch so sterben kann. Wir können das nicht „machen", sondern es uns nur schenken lassen. Es gibt keine Garantie dafür, dass du so sterben kannst.</div><div><br></div><div>Jesus starb nach zwei der vier neutestamentlichen Evangelien im Gefühl der tiefen Verlassenheit von Gott – weit entfernt von einem Lob Gottes (Mk 15,34; Mt 27,46). Es gibt keine Garantie dafür, dass Gott dir das Gefühl seiner Nähe schenkt. Aber es gibt die Verheißung, dass er dich nicht lange verlässt (Jes 54,7f), dass er sogar bei dir ist jeden Tag deines Lebens – auch am Tag deines Sterbens (Mt 28,20b). Auch dann, wenn du dich von ihm verlassen fühlst.</div><div><br></div><div>Dass Gott dich niemals lange verlässt, dass er auch in deiner Verlassenheit bei dir ist, dass er deine Lebensgeschichte segnen (Gen/1Mo 12,3; 26,24) und dich schließlich endgültig zu sich ziehen will (Jer 31,2f; 1Tim 2,4) – das gibt deinem Leben einen <span class="fs14lh1-5"><i>unverlierbaren Sinn</i></span>.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 18 Jul 2020 19:16:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Verschwörungstheorien, Angst und Macht]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000035"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Verschwörungstheorien, Angst und Macht</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10.07.2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es gehört zum Wesen unseres Menschseins, dass wir Macht über unser Leben haben wollen. Wir wollen selbstbestimmt und eigenverantwortlich leben. Und das ist gut so. Schon in der Genesis (1. Buch Mose) räumt Gott dem Menschen Entscheidungskompetenz ein und beteiligt ihn so an seinem Schöpfungswerk (Gen/1Mo 2,19f).</div><div><br></div><div>Allerdings ist unsere Macht über unser Leben sehr begrenzt. Wir sind anderen Menschen, Krankheiten und Bedrohungen ausgesetzt, deren wir nicht Herr werden können. Schnell verlieren wir die Kontrolle über unser Leben. Das erzeugt Angst. Wir versuchen, die Kontrolle wiederzugewinnen. Aber das gelingt nur teilweise oder gar nicht. Wenn wir es erleben, machtlos einem anderen Menschen oder einer Krankheit ausgeliefert zu sein, ist das wohl eine der schlimmsten Erfahrungen, die wir machen können.</div><div><br></div><div>Es gibt viele Strategien, vor unserer Machtlosigkeit die Augen zu verschließen. Wir können sie einfach verdrängen und uns einbilden, wir hätten schon alles im Griff. Wir können Kranke, Alte und Sterbende an den Rand der Gesellschaft schieben, so dass wir sie möglichst nicht zu Gesicht bekommen. Wir können uns der Zerstreuung hingeben, die kurzfristig Glücksgefühle erzeugt und alles Negative ausblendet. Und doch holt uns die Machtlosigkeit immer wieder ein.</div><div><br></div><div>Gestern Abend lief im ZDF eine Sendung über <a href="https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-die-macht-der-corona-mythen-100.html" target="_blank" class="imCssLink">„Die Macht der Corona-Mythen"</a>. Darin ging es um Verschwörungstheorien über das Virus, zum Beispiel: Es sei nicht gefährlicher als eine Grippe. Es sei von den Regierenden geschaffen worden, um uns zwangsweise zu impfen. Mit der Impfung werde uns ein Chip eingepflanzt, der die personale Identität jedes Menschen enthalte, die digital auslesbar ist. Es werde versucht, eine digitale Diktatur zu errichten. Bill Gates finanziere die Weltgesundheitsorganisation zu 80 Prozent.</div><div><br></div><div>Wie kommt es zu solchen Verschwörungstheorien? Zunächst ist festzustellen, dass es Verschwörungstheorien zu allen Zeiten gab. Sie sind also nichts Neues. Auch im 20. und 21. Jahrhundert gab es sie zuhauf. Einen Überblick findest du auf <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Verschw%C3%B6rungstheorien" target="_blank" class="imCssLink">Wikipedia</a>.</div><div><br></div><div>Im ZDF-Beitrag traten zwei Expertinnen für Verschwörungstheorien auf, darunter eine Psychologin. Sie erklärten die Entstehung dieser Theorien so: Verschwörungstheorien basieren auf Angst. Die Menschen haben Angst, die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren. Gegen diese Angst suchen sie ein Gegenmittel und finden es, indem sie einen neuen Feind konstruieren: einen, der bezwingbar erscheint. Das Virus ist unsichtbar und von ihnen nicht zu bekämpfen; der neue Feind aber ist sichtbar und angreifbar.</div><div><br></div><div>Man glaubt gern an den neuen Feind, den man bekämpfen kann, und schließt sich gegen ihn zusammen. Extremisten greifen das Thema dankbar auf und zeigen Verständnis für die geängsteten Menschen. Außerdem bieten sie Möglichkeiten des gemeinsamen Widerstands. So entsteht das Gefühl, gar nicht so machtlos zu sein: „Gemeinsam sind wir stark." Die in eine emotionale Notlage geratenen Menschen werden auf diesem Wege radikalisiert. Der Mund-Nasen-Schutz wird zum Symbol für den täglichen Verlust der Kontrolle über das Leben und für alle damit verbundenen Leiden.</div><div><br></div><div>Ich kann nicht beurteilen, ob diese Analyse stimmt. Wahrscheinlich wird es mehrere Gründe dafür geben, dass Menschen sich Verschwörungstheorien hingeben. Mir leuchtet aber ein, dass die Erfahrung von Machtlosigkeit ein Faktor dafür sein kann.</div><div><br></div><div>Ich habe mich gefragt, ob der christliche Glaube dabei helfen kann, die Erfahrung von Machtlosigkeit zu bewältigen. Meine erste Antwort: Er scheint sie sogar noch zu vergrößern. Denn nach christlichem Verständnis hat Gott allein die Macht (z.B. Mt 28,18; Eph 1,21). Dem Menschen bleibt nur, sich Gottes Macht unterzuordnen. Er ist nicht Herr seines Lebens, sondern Gott ist es. Der Mensch ist dem ausgeliefert.</div><div><br></div><div>Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Gott herrscht zwar über den Menschen, aber er herrscht nicht totalitär. Seine Herrschaft ist von anderer Art als die vieler weltlicher Herrscher. Gott herrscht nicht, indem er sich mit Gewalt durchsetzt, sondern indem er seinen Geschöpfen dient: ihnen Gutes tut. Jesus hat nicht Leben zerstört, sondern sein eigenes Leben zerstören lassen (Mk 10,42-45; Mt 20,25-28).</div><div><br></div><div>Dieser Gott lässt sich von uns und unseren Wünschen beeinflussen. Wir dürfen und sollen mitbestimmen über unser Leben. Wir sollen keine willenlosen Marionetten sein, sondern Gott will, dass wir ihm unsere Ängste und Sehnsüchte mitteilen. Wir sollen ihn bitten: um Befreiung von unseren Ängsten und um Erfüllung unserer Sehnsüchte (Ps 50,15; Phil 4,6). Die biblische Auffassung ist: Gott erhört Gebete (z.B. 1Sam 7,9; Lk 1,13) und befreit von Angst und Sorge, wenn wir unser Leben in seine Hände legen (z.B. Phil 4,6f; 1Petr 5,7).</div><div><br></div><div>Dennoch macht Gott sich nicht abhängig von uns. Er bleibt frei in allem, was er tut. Er erfüllt nicht automatisch all unsere Wünsche, kann sogar massiv gegen sie handeln. Wir verstehen das oft nicht, fragen uns, warum er nicht hilft. Stehen wir also doch wieder machtlos vor dem mächtigen Gott, der schließlich doch macht, was er will?</div><div><br></div><div>Nicht ganz. Es wäre nicht gut, wenn Gott sich Menschen und anderen weltlichen Bedrohungen ausliefern würde. Er wäre dann dem, was uns das Leben schwer macht, genauso ausgeliefert wie wir selbst. Er hätte wie wir die Kontrolle verloren. Das wäre keine Hilfe gegen unsere Angst.</div><div><br></div><div>Gott wird nicht alles, was uns bedroht, sofort aus dem Weg räumen. Aber er wird uns durch das Bedrohliche hindurch zu neuer Lebenskraft führen. So wie er Jesus durch den Tod hindurch zum Leben geführt hat. Denn all das Bedrohliche hat nur vorübergehende Macht über uns. Die letzte Macht aber hat Gott. Der Gott, der uns liebt und seine Liebe – trotz allen Leids und in allem Leid – wirksam werden lässt.</div><div><br></div><div>Das würde ich Menschen sagen, die Angst bekommen angesichts der eigenen Machtlosigkeit. Der Trost liegt nicht darin, sich einen Feind zu suchen, den man für die eigene Machtlosigkeit verantwortlich macht und den man dann bekämpft. Denn ständig mit einem Feindbild vor Augen, ständig im Kampf gegen das vermeintlich Böse wird man nicht glücklich. Mit Bildern von Verschwörung und Weltuntergang im Kopf gehst du auf Dauer kaputt.</div><div><br></div><div>Ich verstehe die Angst vor der eigenen Machtlosigkeit. Ich kenne das Gefühl auch – es ist furchtbar. Ich kenne aber auch den Trost, der vom Glauben an einen Gott ausgeht, der mächtiger ist als alle weltlichen Mächte. Ein Gott, der mich liebt, auch wenn ich das nicht immer spüre. Ein Gott, der auch, wenn ich mich machtlos fühle, mein Leben in seinen liebenden Händen hält. Und der mich am Ende aus aller Machtlosigkeit befreien wird.</div><div><br></div><div>Das alles sind Glaubenssätze. Aber auch Verschwörungstheoretiker produzieren Glaubenssätze. Jeder Mensch kann selber entscheiden, welcher Glaube ihm lieber ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 10 Jul 2020 09:35:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[... denn sie wollen nicht wissen, was sie wissen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000034"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">... denn sie wollen nicht wissen, was sie wissen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 06/07/2020</span></div><div><div class="imTACenter"><br></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wollen wir wissen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>was wir wissen:</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>dass wir so nicht weitermachen können</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>oder wollen wir so weitermachen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>ohne wissen zu wollen</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>was wir wissen?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><br><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 06 Jul 2020 15:11:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Eine Kausalität höherer Art]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000033"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Eine Kausalität höherer Art</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 05/07/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Das Evangelium (wörtlich <span class="fs14lh1-5"><i>Die frohe Botschaft</i></span>) ist keine abstrakte Theorie, die sich jemand am Schreibtisch ausgedacht hat. Es beruht vielmehr darauf, dass Menschen etwas erlebt, gefühlt und bezeugt haben, was sie froh und dankbar machte. Es ist eine aus tiefem Erleben entspringende, froh machende Botschaft an die Welt.</div><div><br></div><div>Es gibt unzählige Zeugen dieses Evangeliums. Der Hebräerbrief spricht von einer „großen Wolke von Zeugen, die uns umgibt" (Hebr 12,1). Jeder glaubende Mensch hat wohl solch eine ganz persönliche Wolke von Zeugen um sich – manchmal, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Wie viele Menschen haben dir in deinem Leben bis heute die frohe, froh machende Botschaft bezeugt?</div><div><br></div><div>Für mich ist einer dieser Zeugen der evangelische Theologe Helmut Gollwitzer (1908-1993). Er war Mitglied der Bekennenden Kirche, die sich der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten widersetzte. Im Zweiten Weltkrieg war er als Sanitäter an der Ostfront eingesetzt. Von 1945 bis Ende 1949 lebte er in russischer Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr war er Theologieprofessor in Bonn und Berlin.</div><div><br></div><div>Ich habe schon recht früh in Schriften Helmut Gollwitzers gelesen. Sie haben mich sicher in meinem Glauben beeinflusst und gestärkt. Bewusst geworden ist mir das erst viel später. Und erst jetzt habe ich seine schon 1951 erschienenen Aufzeichnungen und Erinnerungen aus seiner Kriegsgefangenschaft gelesen. Dieser „Bericht einer Gefangenschaft" (so der Untertitel) spielt in seinem Titel auf Jesu Wort an Petrus nach Joh 21,18 an: „... und führen, wohin du nicht willst". Auch Wege, die wir nicht gehen wollen, können Gottes Führungen sein.</div><div><br></div><div>Das Buch schildert über weite Strecken Gollwitzers Auseinandersetzung mit dem sowjetischen Kommunismus. Es beschreibt aber auch seine geistlichen Erfahrungen als Christ in der Kriegsgefangenschaft eines atheistisch verfassten Staates.</div><div><br></div><div>Im russischen Arbeitslager mussten die Gefangenen täglich kräftezehrende Arbeiten verrichten, ohne ausreichend Nahrung zu erhalten. Die Körper wurden ausgemergelt, manche brachen zusammen. Hoffnungen auf baldige Entlassung und Rückkehr in die Heimat wurden immer wieder enttäuscht. Etliche verzweifelten. Jahr um Jahr verging, oft den Schwächetod vor Augen.</div><div><br></div><div>Doch Gollwitzer machte auch Erfahrungen, die er wie folgt beschrieb (zitiert aus dem genannten Buch, erschienen im Christian Kaiser Verlag München, 7. Auflage 1953, Seite 315f):</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die Gefangenschaft war dem, der sehen konnte oder der dort zu sehen lernte, nicht eine Zeit der Verlassenheit, sondern der greifbaren Führungen, eines sichtbaren Betreutseins bis in kleinste Kleinigkeiten hinein, die dem Gefangenen doch keine Kleinigkeit sind. Davon läßt sich kaum etwas erzählen; denn wie die äußeren Ereignisse mit unserem inneren Zustand zusammentreffen, wie die kleine Hilfe, die mich eben gerade über eine dunkle Stunde hinwegbringt, eine Gebetserhörung war und wie die ungünstige Versetzung zu einer schlechteren [Arbeits-]Brigade genau das war, was ich in einer Bedrohung meines inneren Lebens gerade brauchte, wie hier eine Kausalität höherer Art wirksam wurde, das ist nach außen meist nicht sichtbar zu machen, sondern ist nur dem erkennbar, der davon betroffen ist. Und ebenso ist es mit dem Zusammenhang, der zwischen den kleinen und großen Errettungen dort in Rußland, dem oft erlebten plötzlichen Übergang von tiefer Depression zu fröhlicher Unbekümmertheit im unvermuteten Denken an einen Gesangbuchvers oder ein Bibelwort, und den Gebeten bestand, die zuhause für uns vor Gott gebracht wurden. Als einer von uns nach bangen Wochen wieder aus dem Vernehmungsbunker [...] entlassen wurde, sagte er zu uns: „Es muß jetzt zu Hause kräftig für mich gebetet worden sein." „Weil du jetzt wieder freigekommen bist?" „Nein, aber weil ich drinnen so ohne alle Angst war." Weil nicht blinde Zufälle und nicht das blinde Gesetz von Ursache und Wirkung unser Leben bestimmt, weil es persönlich geführt und betreut ist von dem ewigen Herrn, der sich um uns kümmert und um uns Kummer macht, darum ist einer da, an den wir unseren Dank richten können.</i></span></div><div><br></div><div>Helmut Gollwitzer bezeugt Gottes Wirken in den dunklen, verzweifelten Stunden der Gefangenschaft.</div><div><br></div><div>Manchmal ist es nur etwas Unscheinbares, das weiterhilft. Es ist nichts Gewaltiges, Spektakuläres. Nichts, was für die anderen sichtbar wäre. Und doch ist es genau das, was der Verzweifelte gerade braucht. Es spielt sich in der Gefühlswelt des Menschen ab: ein Trost, ein unerwarteter Stimmungsumschwung, verursacht durch einen spontanen Gedanken an ein Bibelwort oder einen Gesangbuchvers. </div><div><br></div><div>Man kann es nicht als Führung Gottes ausweisen. Es gibt keinen handfesten Beleg dafür, dass Gott am Werke ist. Es ist ja nur ein Gefühl. Gefühle kommen und gehen. Schon bald kann wieder die Verzweiflung Oberhand gewinnen.</div><div><br></div><div>Und doch ist es dem, der es erlebt, und „der sehen konnte oder der dort zu sehen lernte" (dort, in der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit), eine „greifbare Führung", ein „sichtbares Betreutsein". Und das nicht nur einmalig, sondern die ganze schwere Zeit der Gefangenschaft mit ihren Ängsten, Enttäuschungen und Verzweiflungen war dem Sehenden „nicht eine Zeit der Verlassenheit", sondern der helfenden Gegenwart des Gottes, „der sich um uns kümmert und um uns Kummer macht". Unser Kummer ist auch Gottes Kummer.</div><div><br></div><div>Wenn es auch nur flüchtige Erlebnisse und Gefühle sind, so sind sie dem, der sie erlebt, doch nicht nur „blinde Zufälle". Nicht „das blinde Gesetz von Ursache und Wirkung" bestimmt hier das Leben. Es geht vielmehr um „eine Kausalität höherer Art", um einen Zusammenhang von Ursache und Wirkung, der von uns nicht zu ergründen ist; der, wenn man ihn weltlich betrachtet, nur Weltliches zutage bringt. Geistliche Dinge aber „müssen geistlich beurteilt werden" (1Kor 2,14).</div><div><br></div><div>Darum sind solche Erlebnisse und Gebetserhörungen „meist nicht sichtbar zu machen". Für den anderen kann es ein bloßer Zufall oder Glücksfall sein. Er hat es nicht empfunden, wie die Stimmung sich plötzlich aufhellte. Er hat die Kraft nicht erfahren, die scheinbar grundlos im Menschen aufstieg. Er hat das Positive nicht erlebt, das sich gerade aus einer unangenehmen und Angst machenden Erfahrung ergab.</div><div><br></div><div>Anders für den Betroffenen selbst: Was Helmut Gollwitzer erlebte, war Befreiung in der Gefangenschaft, Gottes Gegenwart in der Verlassenheit, Geborgenheit in der Heimatlosigkeit, liebevolles Geführtsein in der totalen Fremdbestimmung. Kein Sehen Gottes von Angesicht zu Angesicht, sondern ein Spüren des unsichtbaren Gottes.</div><div><br></div><div>Wenn wir doch auch solche Augen hätten, zu sehen ...</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 05 Jul 2020 16:31:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Alles gut]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Meditationen"><![CDATA[Meditationen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000032"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Alles gut</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/07/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wären wir wirklich</div><div>glücklich <span class="fs14lh1-5">auf Erden,</span></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn kein Unglück uns mehr träfe,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Träne uns mehr käme,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>keine Traurigkeit zu uns mehr spräche?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><br></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>Wäre wirklich alles gut,</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>wenn alles gut wäre</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div>auf Erden?</div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><br></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><div class="fs14lh1-5"><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div></div></blockquote></blockquote><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 02 Jul 2020 07:52:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[5 Tipps zum rechten Verstehen der Bibel]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000031"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">5 Tipps zum rechten Verstehen der Bibel</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 27/06/2020</span></div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><div>Die Bibel ist für mich das wichtigste Buch überhaupt. Ich habe mir angewöhnt, sie genau zu lesen, sozusagen Wort für Wort zu buchstabieren. So erschließen sich mir immer neue Wahrheiten über Gott, die Menschen und die Welt. Man kommt mit der Bibel an kein Ende. Sie ist für mich das wundervolle Dokument der Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen.</div><div><br></div><div>Es gibt aber Arten, die Bibel zu lesen, die einem das Lesen auf die Dauer verleiden können. Die sogar eine korrekte Auslegung unmöglich machen. Man entdeckt dann in der Bibel Aussagen, die einem das Verstehen schwer machen. Oder man entdeckt Widersprüche; dann kann es sein, dass man die Bedeutung der Bibel überhaupt anzweifelt oder gar aufgibt. Das kann sogar dazu führen, dass man seinen Glauben verliert, weil einem die Bibel nicht mehr vertrauenswürdig erscheint.</div><div><br></div><div>Andererseits kann es sein, dass man krampfhaft an der Bedeutung der Bibel festhält. Man blendet einfach alle schwierigen Aussagen und Widersprüche aus. Dann besteht die Gefahr, dass man meint, Dinge glauben zu müssen, die man nicht verstehen kann. Oder dass man in der Bibel immer wieder nur das findet, was man sowieso schon zu wissen meint. Man lernt nichts dazu.</div><div><br></div><div>Es geht nicht darum, die Bibel unter Ausklammerung unserer Vernunft zu lesen, sondern mit Hilfe unserer Vernunft. Unsere Vernunft soll uns helfen, das zu verstehen, was geschrieben steht. Denn auch die Vernunft ist eine Gabe Gottes. Darum sagte Martin Luther im Kleinen Katechismus: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat ..., mir Leib und Seele ..., Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält".</div><div><br></div><div>Die Vernunft ist also nicht an der Kirchentür abzugeben, wie manche Kritiker behaupten. Sie ist auch nicht vor dem Aufschlagen der Bibel wegzuschließen. Die Vernunft ist vielmehr ein großer Freund des heiligen Geistes, der uns zum Verstehen anleiten, zur Wahrheit führen will (Hi 32,8; Joh 16,13a; 1Kor 2,14f). Darum auch berichtet das Neue Testament, dass der Christ Philippus einen hohen äthiopischen Beamten, der in der Bibel las, fragte: „Verstehst du auch, was du liest?" (Apg 8,30)</div><div><br></div><div>Es gibt also Dinge, die uns für das Verstehen der Bibel hinderlich sein können. Darum gebe ich hier 5 Hinweise, die das rechte Verstehen ermöglichen:</div><div><br></div><div><br></div><div><i class="fs14lh1-5"><b>1. Den Autoren der Bibel ging es nicht um wissenschaftliche Geschichtsschreibung, sondern darum, Gottes Liebe zu den Menschen und seine Taten in der Geschichte bekannt zu machen.</b></i></div><div><br></div><div>Die Autoren der Bibel erzählen oftmals Geschichten. So bezeugen sie lebensnah und praxisbezogen Gottes Liebe. Sie schreiben keine theoretische Abhandlung über ein theologisches Thema. Das hat einen Grund. Denn unser Gott ist ein Gott der Geschichte, ein Gott, der in unserer Weltgeschichte handelt, der Beziehungen zu Menschen aufbaut und pflegt. Das unterscheidet ihn zum Beispiel von den griechisch-römischen Gottheiten, von denen zwar Geschichten aus ihrer Götterwelt erzählt wurden, die aber mit der Menschenwelt eigentlich nichts zu tun hatten.</div><div><br></div><div>Etwas anders verhält es sich mit den neutestamentlichen Briefen. Sie erzählen zwar keine Geschichten, aber sie nehmen in anderer Weise lebensnah zu einem bestimmten Thema Stellung. Das Thema hat dabei immer mit einem konkreten Ereignis, einer Frage oder einem Konflikt zu tun, also mit einer Geschichte, die sich zugetragen hat. Zu dieser Geschichte oder Frage äußert sich der Briefschreiber.</div><div><br></div><div>Die biblischen Autoren erzählen also von Gottes Handeln in der Weltgeschichte und zugleich von den Menschen, an denen Gott handelt. Es kommt den biblischen Autoren darauf an, Gottes Liebe zu verkündigen, geschichtliche Ereignisse zu deuten und den Menschen den Weg zu weisen, um ihr Leben in guter Weise zu gestalten. Dadurch wollen sie Glauben bei den Lesenden wecken und sie zu entsprechenden Taten aufrufen.</div><div><br></div><div>Das ist das Ziel der biblischen Autoren. Ihr Ziel ist also nicht, möglichst objektiv über historische Ereignisse zu berichten. Die biblischen Autoren sind keine Historiker in unserem Sinn. Zwar geht es ihnen auch um geschichtliche Ereignisse, aber sie deuten sie im Licht ihres Glaubens. Sie sind nicht objektiv (soweit das überhaupt möglich ist), sondern als glaubende Menschen höchst subjektiv. Das heißt: Sie bringen ihre persönliche Sicht ein, wenn sie über geschichtliche Ereignisse sprechen. Einer ihrer Zeitgenossen würde die Ereignisse möglicherweise anders schildern. Das ist normal und heute nicht anders. Denn jede Schilderung eines Ereignisses ist bereits eine subjektive Deutung. Das, was geschildert wird, wird von dem, der es schildert, geformt und gibt seine subjektive Sicht wider.</div><div><br></div><div>Wir dürfen also die Bibel nicht als Geschichtsbuch verstehen – nicht so, wie Historiker heute Bücher über die Geschichte schreiben. Die Bibel erzählt zwar Geschichten, aber in der Perspektive des Glaubens. Sie deutet die Geschichten vom Glauben her. So will sie Gottes Geschichte mit seinen Geschöpfen verkündigen.</div><div><br></div><div><br></div><div><b class="fs14lh1-5"><i>2. Die Bibel ist kein Buch aus einem Guss, sondern eine Sammlung von Schriften, die in einem Zeitraum von ca. 1.000 Jahren in höchst unterschiedlichen historischen Situationen entstanden sind.</i></b></div><div><br></div><div>Denke einmal tausend Jahre zurück – du bist im tiefsten Mittelalter. Man lebt anders als wir heute, man denkt anders, man spricht anders. Es ist eine andere Welt. Auch damals gab es viele Christ*innen, aber sie dachten anders über Gott und lebten ihren Glauben anders, als es die meisten Christ*innen heute tun. Nicht dass alles falsch war, was sie über Gott dachten und wie sie lebten. Aber derselbe Glaube wurde von ihnen anders ausgedrückt, und es wurden andere Akzente gesetzt. Sie würden Vieles in Frage stellen, was wir heute über Gott denken und wie wir unseren Glauben leben. Und wenn wir manche christliche Schriften aus der damaligen Zeit lesen würden, würden wir uns fragen: Wie kann man nur so über Gott schreiben?</div><div><br></div><div>Die Geschichte ist einfach weitergegangen, das Denken hat sich verändert und mit ihm auch das Nachdenken über Gott.</div><div><br></div><div>Sicher verändern sich heute die Lebensumstände viel schneller als zu biblischen Zeiten. Wir müssen aber gar nicht so weit zurückgehen, um festzustellen, dass der Glaube sich in unterschiedlichen Kulturen unterschiedlich ausdrückt. Afrikanische Christ*innen feiern ihre Gottesdienste anders als wir, und selbst innerhalb Deutschlands gibt es unterschiedliche christliche Kulturen: Charismatische Christ*innen denken anders über Gott als landeskirchliche, Katholiken anders als Protestanten, und alle feiern ihre Gottesdienste anders. Sie kommen aus unterschiedlichen christlichen Kulturen, und diese prägen ihr Denken, Fühlen und Handeln.</div><div><br></div><div>Das Christentum ist kein monotoner Gesang, sondern ein vielstimmiger.</div><div><br></div><div>So war es schon vor etwa 2.000 bis 3.000 Jahren im Judentum und unter den ersten Christ*innen, als die biblischen Schriften entstanden. Der Glaube drückte sich in vielen Stimmen aus. Die Lebenserfahrungen veränderten sich. Die Perspektiven wechselten. In Zeiten eines starken Staates musste man anders über Gott sprechen als in Zeiten des Krieges, der Fremdherrschaft und des Exils, in Zeiten sozialer Ungerechtigkeit anders als in Zeiten des allgemeinen Wohlstands. Und doch war es derselbe Gott, von dem alle sprachen.</div><div><br></div><div>Manches, was in der Bibel steht, klingt für uns heute widersprüchlich. Aber der Widerspruch liegt nicht in Gott begründet: Gott widerspricht sich nicht. Der Widerspruch liegt begründet in den unterschiedlichen Lebenserfahrungen derer, die ihre Erfahrungen mit Gott aufschrieben. So hat jede Glaubenserfahrung, die auf Gott zurückgeht, ihr Recht. Die Wahrheit liegt gerade in der Vielstimmigkeit.</div><div><br></div><div>Darum auch führen die biblischen Autoren keinen Meinungsstreit über Gott. Sie bekämpfen sich nicht gegenseitig. Der Prophet Jeremia wettert nicht gegen Jesaja, und Matthäus schreibt sein Evangelium nicht, um das Markusevangelium zu ersetzen. Die biblischen Autoren stellen ihre Perspektive ganz einfach neben die der anderen. Das ist ein entscheidender Hinweis darauf, dass sie die Vielstimmigkeit akzeptierten.</div><div><br></div><div>Es ist wie ein vielstimmiger Gesang, der erst durch die Vielstimmigkeit seinen wunderbaren Klang gewinnt.</div><div><br></div><div>Vielstimmig heißt aber nicht beliebig. Es ist eben kein chaotisches Getöse und Geschrei, ohne gemeinsame Tonart und ohne die einzelnen Töne zu treffen. Die gemeinsame Tonart ist gegeben, die Töne werden getroffen, aber die Vielstimmigkeit macht den Gesang erst interessant und wunderbar. Ein einstimmiger, monotoner Gesang ist auf die Dauer langweilig, wie auch manche christliche Literatur, die nur immer wieder dieselben Aspekte wiederholt. Erst der vielstimmige Spannungsreichtum eines Gesangs macht das Wunderbare aus.</div><div><br></div><div>So weist auch erst das vielstimmige und spannungsreiche (nicht beliebige!) Reden auf das Wunderbare dieses Gottes hin, der sich nicht in eine Schublade stecken lässt. Seine Liebe ist vielmehr immer wieder neu, er geht immer wieder neu auf uns ein, und darum spricht er immer wieder neu und anders zu uns – so, wie wir es gerade brauchen. Und gerade so bleibt Gott „gestern und heute derselbe und in Ewigkeit" (Hebr 13,8).</div><div><br></div><div>Die Vielstimmigkeit der Bibel ist nichts Schreckliches, sondern beschreibt die wunderbare Vielfalt unseres Gottes, der in kein Schema passt.</div><div><br></div><div><br></div><div><b class="fs14lh1-5"><i>3. Jesus sprach von Gott vor allem in Gleichnissen, und die biblischen Autoren reden von Gott oft in Bildern. Denn Gott ist und bleibt ein Geheimnis, das von unserem Denken und Reden niemals gelüftet werden kann.</i></b></div><div><br></div><div>Gott gibt sich uns zu erkennen. Aber er entblößt sich nicht vor uns. Er macht sich uns begreifbar, aber er lässt sich nicht von uns fassen und greifen. Wir bekommen ihn nicht in den Griff. Er bleibt ein Geheimnis, auch wenn wir etwas von ihm verstehen.</div><div><br></div><div>Darum sollen wir uns kein in Stein gemeißeltes Bild von Gott machen (Ex/2Mo 20,4). Gott ist nichts, was wir einmal und dann für immer verstanden hätten. Er ist kein harmonisches Gesamtbild, das wir nun in unserem Kopf mit uns tragen könnten. Sondern er ist frei, uns immer wieder in anderer Weise und überraschend zu begegnen. All unser Reden und Denken von ihm ist deshalb unvollkommen. Wir erkennen ihn jetzt nur bruchstückhaft und in rätselhafter Gestalt (1Kor 13,12).</div><div><br></div><div>Das muss uns nicht erschrecken. Denn trotz unserer unvollkommenen Erkenntnis haben Glaube, Hoffnung und Liebe Bestand (1Kor 13,13). Es geht nicht darum, dass du Gott möglichst vollkommen erkennst. Sondern es geht darum, dass du Gott vertraust, auf ihn hoffst und dich an seiner Liebe ausrichtest.</div><div><br></div><div>Gottes Liebe zu uns ist nicht abhängig davon, wie groß unsere Gotteserkenntnis ist. Gerade der liebende Gott ist einer, der auf uns eingeht (Gen/1Mo 18,23-33; Ex/2Mo 3,7-9), sich von uns umstimmen lässt (Ex/2Mo 32,9-14) und sein eigenes Handeln bereuen kann (Jer 42,10). Liebe ist kein unveränderlicher Felsblock, an dem man zerschellt, sondern ein flexibles Netz, das uns auffängt, und gerade so ist sie unveränderliche Liebe.</div><div><br></div><div>Es ist uns meist nicht bewusst, aber wir selbst reden oft in Bildern und Gleichnissen über das, was schwer zu verstehen ist – was uns ein Geheimnis ist. Um auszudrücken, wie groß deine Liebe ist, kannst du sagen: „Ich hab' dich zum Fressen gern." Oder auch: „Ich liebe dich von der Erde bis zum Mond." Und Trauernde, die gefragt wurden, was sie empfinden, verglichen ihr Gefühl mit Landschaften: Die Zeit der Trauer war ihnen eine Mondlandschaft, eine Trümmerwüste, ein Katastrophengebiet, ein verwunschener Ort, ein langes und gewundenes Tal, eine unerforschte Wildnis. Sie erlebten zwischen sich und der Welt einen Riss, eine Wand oder eine Barriere und fühlten sich selbst wie in einer Blase oder einem Kokon.</div><div><br></div><div>Wir drücken alles, was uns ein Geheimnis ist, durch Bilder und Gleichnisse aus. Auch die Autoren der Bibel und Jesus selbst haben vom Geheimnis Gottes in Bildern und Gleichnissen gesprochen: Gott wird zum Beispiel verglichen mit einem Hirten (Ps 23,1), einem Fels (Ps 28,1), einem Schutzschild (Ps 3,4), einer Quelle (Jer 2,13), einem Licht (Ps 27,1), einem König (1Tim 1,17), einer Mutter (Jes 66,13), einem Vater (Mt 6,26).</div><div><br></div><div>Kein Bild von Gott kann das Geheimnis Gottes lüften. Alle Bilder zusammen lassen in unvollkommener Weise etwas von Gott erkennen, weil Gott sich durch sie zu erkennen gibt. Darum sollen und können wir mit unserer begrenzten Erkenntnis leben und glauben.</div><div><br></div><div>Doch es kann auch falsche Bilder von Gott geben. Darum ist es notwendig, die Geister zu unterscheiden (1Kor 12,10). Das können wir nicht aus eigener Kraft, sondern mit Hilfe des Geistes Gottes. Er will uns zur Wahrheit leiten (Joh 16,13). Er hat auch die Autoren der Bibel geleitet. Das ist mit 2Tim 3,16f gemeint. Richtig übersetzt lautet der Satz: „Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig beschaffen sei, zu jedem guten Werk ausgerüstet". Man sollte das Eingeben nicht so verstehen, dass Gott dem Schreibenden Wort für Wort diktiert, was er zu schreiben hat. Sondern Gott schenkt dem Schreibenden seinen Geist, und diese Geistbegabung führt dazu, dass der Autor keinen Unsinn über Gott verbreitet, sondern etwas aufschreibt, was der Wahrheit Gottes gerecht wird.</div><div><br></div><div>Dass die Autoren, deren Schriften in der Bibel gesammelt sind, von Gottes Geist begabt waren, ist ein Glaubenssatz. Es gibt keinen Beweis dafür. Es gibt nur das Vertrauen darauf, dass Gott sie geleitet hat und bis heute durch sie zu uns sprechen will. Wir glauben aber nicht an ein Buch. Sondern wir glauben an Jesus Christus – an den Gott, der nicht zwischen zwei Buchdeckel passt, der nicht Buch wurde, sondern ein lebendiger Mensch.</div><div><br></div><div><br></div><div><b class="fs14lh1-5"><i>4. Die biblischen Autoren standen nicht außerhalb dessen, was man zu ihrer Zeit über die Welt wusste, sondern sie teilten das Weltbild ihrer Zeit.</i></b></div><div><br></div><div>Es ging den biblischen Autoren um Verkündigung, nicht um Naturwissenschaft. Aber sie hatten auch etwas über die Natur zu sagen, die sie als Gottes Schöpfung verstanden. Sie setzten dabei das Weltbild voraus, das in ihrer Zeit herrschte. So verstanden sie die Erde als eine Scheibe, die auf starken Pfeilern im Wasser ruhte und über der eine Kuppel aufgespannt war. Über der Kuppel war wiederum Wasser.</div><div><br></div><div>Das war es, was man damals über die Welt wusste oder zu wissen meinte. Wir werden diese Vorstellungen nicht übernehmen. Genauso wenig müssen wir es übernehmen, dass die Welt in sieben Tagen erschaffen wurde. Die Bibel selbst relativiert diesen Zeitraum, indem sie feststellt, dass vor Gott tausend Jahre so viel sind wie ein einziger Tag (Ps 90,4).</div><div><br></div><div>Es geht in Gen/1Mo 1,1-2,4 auch gar nicht um naturwissenschaftliche Aussagen über die Weltentstehung. Sondern es geht darum, das gütige und fürsorgliche Schaffen Gottes zu beschreiben. Dazu gehört auch, dass die Welt, in der es oft so chaotisch zugeht, von Gott ursprünglich wohlgeordnet ist. Gen/1Mo 1 atmet in all seinen Aspekten den Geist einer Ordnung, die Ruhe vermittelt und in der man sich aufgehoben fühlen kann. Damit soll den verunsicherten Menschen verkündigt werden: In allem Chaos, das uns begegnet, gibt es doch eine Macht, die das Chaos besiegt, die Ordnung schafft und immer wieder Leben ermöglicht. Darauf zu vertrauen, lädt die Schöpfungsgeschichte ein.</div><div><br></div><div>Man verstellt sich leicht den eigentlichen Sinn der biblischen Aussagen, wenn man sie naturwissenschaftlich deutet. Man übersieht dann das, was eigentlich verkündigt werden soll. Schlimmer noch: Man könnte an der ganzen Bibel verzweifeln, weil sie Aussagen über die Natur enthält, die heute nicht mehr haltbar sind. Man könnte sich dann fragen, was denn überhaupt an der Bibel wahr ist.</div><div><br></div><div>Aber man muss sich einfach klarmachen: Die Bibel will uns gar keine Wahrheiten über naturwissenschaftliche Zusammenhänge vermitteln. Ihr Thema ist ein anderes: Sie bezeugt uns Wahrheiten über den Ursprung, den Sinn, den Weg und das Ziel unseres Lebens. Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wer bin ich? Was soll ich tun? Das sind die Fragen, zu denen die biblischen Autoren etwas Entscheidendes zu sagen haben.</div><div><br></div><div>Dass sie dabei Kinder ihrer Zeit waren und das Wissen ihrer Zeit teilten, muss uns nicht erschrecken. Denn Gott spricht durch unvollkommene Menschen mit ihrem begrenzten Wissen zu uns. Darauf zu vertrauen, dass Gott trotz ihrer Begrenztheit und Unvollkommenheit zu uns spricht – darauf kommt es an. Und nicht darauf, dass ihre Aussagen über die Natur und die Weltentstehung wissenschaftlich korrekt sind.</div><div><br></div><div><br></div><div><b class="fs14lh1-5"><i>5. Zur Auslegung eines biblischen Textes müssen der Textzusammenhang, die Gesamtbotschaft der Bibel und Jesus Christus als Kriterium der Wahrheit herangezogen werden.</i></b></div><div><br></div><div>Die Bibel enthält schwierige Aussagen. Dazu gehören z.B. die Texte über den sogenannten „Bann", d.h. die Vernichtung des Gegners im Krieg. Dtn/5Mo 20,16f lautet: „In den Städten dieser Völker, die dir der Herr, dein Gott, zu eigen geben wird, sollst du nichts am Leben lassen, was Atem hat, sondern den Bann sollst du an ihnen vollstrecken." Die Tötung der gesamten Bevölkerung, also auch der Kinder und Frauen, erscheint uns zutiefst unmenschlich. Es ließen sich viele ähnliche Texte nennen.</div><div><br></div><div>Die theologische Forschung geht davon aus, dass der Bann in dieser brutalen Form nie wirklich vollstreckt wurde. Es sei den biblischen Autoren nur darum gegangen, die Macht des Gottes Israels zu beschreiben. Die Kriegsberichte der Assyrer und Babylonier würden deren Götter noch viel blutrünstiger darstellen, z.B. so, dass sie ganze Täler mit Leichen und Blut gefüllt hätten.</div><div><br></div><div>Dennoch stehen diese Texte nun mal in der Bibel. Wie gehen wir damit um?</div><div><br></div><div>Die Frage stellt sich auch bei sich widersprechenden Aussagen. So wird Gott auf der einen Seite als unsichtbar beschrieben (Ex/2Mo 33,20.23), während auf der anderen Seite berichtet wird, dass Mose, Aaron und andere ihn gesehen hätten (Ex/2Mo 24,9-11).</div><div><br></div><div>Es ist zunächst wichtig, den jeweiligen Text im Zusammenhang zu lesen. Was steht davor und was dahinter? Worum geht es eigentlich in diesem Text? Könnte er im übertragenen Sinn gemeint sein, so dass er kein historisches Geschehen widergibt, sondern sozusagen ein inneres Geschehen: Mose und Aaron haben Gott innerlich „gesehen", erkannt, verstanden. Wenn wir nur einzelne Sätze lesen und nicht den Textzusammenhang, kann das leicht zu Missverständnissen führen.</div><div><br></div><div>Auch der größere Zusammenhang ist zu berücksichtigen: Was will das ganze biblische Buch (also z.B. Ex/2Mo) uns sagen? Wie passt der Text mit den anderen Aussagen des Buches zusammen? Welche Anliegen verfolgen die Autoren des Buches? Wie waren die historischen Gegebenheiten zu ihrer Zeit? Die theologische Forschung versucht, alle diese Fragen zu beantworten. Es gibt viel Literatur, durch die sich auch theologische Laien einen Einblick in die Forschungsergebnisse verschaffen können.</div><div><br></div><div>Natürlich können und müssen wir die Texte auch so lesen, wie sie uns vorliegen – ohne umfangreiche Vorkenntnisse. Wir sollten uns dann nur zwei Dinge bewusst machen: Erstens: Unser Verstehen ist nur ein begrenztes. Und zweitens: Auch schwierige und widersprüchliche Aussagen können wir stehen lassen. Unser Glaube muss nicht daran zerbrechen.</div><div><br></div><div>Es ist zudem wichtig, die Gesamtbotschaft der biblischen Schriften zu berücksichtigen. Es gibt eben auch Texte, die ein friedliches Miteinander der Völker zum Ziel haben (Jes 2,4; Mi 4,3) und die so human wirken, dass ein Krieg gar nicht mehr möglich erscheint (Dtn/5Mo 20,5-9).</div><div><br></div><div>Das entscheidende Kriterium für die Wahrheit aber ist Jesus Christus selbst (Joh 14,6). In ihm hat Gott sich uns in einzigartiger Weise sichtbar gemacht (Joh 14,9). Dieses „Ebenbild" Gottes hat geboten, das Schwert stecken zu lassen (Mt 26,52; Joh 18,11).</div><div><br></div><div>In Jesus Christus hat die christliche Bibel ihr Zentrum. Was ihm widerspricht, kann nicht die Wahrheit Gottes sein. Wenn wir alle biblischen Worte von dem einen Wort her, das Jesus Christus ist, verstehen, dann relativiert sich manch schwieriger und widersprüchlicher Text. Er hat dann eine durch Jesus Christus eingeschränkte Bedeutung.</div><div><br></div><div>Zusammenfassend lässt sich sagen: Wir glauben nicht an einen zeitlosen, unbeweglichen, nur jenseitigen Gott, sondern an einen, der Mensch geworden ist. Gott offenbart sich in unserer Menschengeschichte. Dieser Gott hat sein Wort in einem einzigartigen Menschen hörbar und sichtbar gemacht. Und er hat außerdem sein Wort in den Mund vieler Menschen gelegt. Jesus Christus ausgenommen, hat keiner von ihnen die Wahrheit allein. Das heißt: Jeder biblische Autor bedarf der anderen biblischen Autoren. Und er bedarf es vor allem, an Jesus Christus gemessen zu werden.</div><div><br></div><div>Es ist kein Grund zum Erschrecken, wenn manchen biblischen Texten weniger Bedeutung zukommt als anderen. Es ist sogar Grund zur Freude. Wir leben von der Bibel, wir empfangen unendlich viel von ihr. Wir dürfen nicht eigenmächtig irgend etwas aus ihr streichen (Mt 5,18). Denn sie ist zu unserer Freude und zu unserem Trost geschrieben. Gott spricht durch ihre unvollkommenen menschlichen Worte zu uns.</div><div><br></div><div>Aber er ist der freie Gott, der sich uns immer neu und überraschend offenbart. Er ist nicht zwischen den Buchdeckeln der Bibel eingeschlossen (Joh 5,39). Jesus selbst hat deshalb manche Aussagen seiner Bibel (das war das Alte Testament) relativiert (Mt 5,21f und öfter). Denn er vertraute nicht den Buchstaben, sondern dem lebendigen Gott.</div><div><br></div><div>So sollen wir es auch tun: Dem vertrauen, der größer ist als alles menschliche Denken, Reden und Schreiben, größer als all unser Verstehen (Phil 4,7).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div><br></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><b><span class="fs12lh1-5 cf1">Deine Meinung interessiert mich. Du kannst sie unten eingeben.</span></b></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><b><br></b></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><b><span class="fs12lh1-5 cf1">Wenn du meinen</span><span class="fs12lh1-5 cf1"> </span><span class="fs12lh1-5 cf1"><a href="https://christseinverstehen.de/anmeldung-newsletter.html" class="imCssLink" onclick="return x5engine.utils.location('https://christseinverstehen.de/anmeldung-newsletter.html', null, false)">Newsletter</a></span><span class="fs12lh1-5 cf1"> </span><span class="fs12lh1-5 cf1">bestellen möchtest, bekommst du ein Kapitel aus meinem neuen Buch als Dankeschön!</span></b></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 27 Jun 2020 19:39:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000030"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/06/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Verstörende Bilder vom Gewaltausbruch in Stuttgart am letzten Wochenende. Suche nach den Gründen. Wie konnte das passieren?</div><div><br></div><div>Die Polizei hatte einen 17jährigen auf Drogen kontrolliert. Die an einem See Feiernden solidarisierten sich mit ihm gegen die Polizei. Spontan zogen wohl 400 bis 500 vornehmlich junge Männer zwischen 14 und 33 Jahren auf den Schlossplatz, griffen Polizisten an, randalierten, zerstörten und plünderten. Manche sagen, es seien Zugehörige der Party- oder Event-Szene gewesen.</div><div><br></div><div>Warum? Politik und Medien suchen nach Gründen. Es wird Vieles zusammengekommen sein. Alkohol spielte eine Rolle. Aber das allein reicht nicht. Es muss irgendeinen Frust, irgendeine tiefsitzende Unzufriedenheit mit dem eigenen Dasein gegeben haben.</div><div><br></div><div>Ein „Experte" sagte etwa: Die Menschen hatten Hunger nach einem Erlebnis. Erlebnishunger in Corona-Zeiten.</div><div><br></div><div>Also Langeweile, die Erlebnishunger produziert. Die Sehnsucht nach dem Nervenkitzel, nach dem Kick, nach dem Abenteuer, wenn die Clubs geschlossen sind. Die Sehnsucht nach etwas Schwerem im allzu leichten Leben. Gewalt als Event.</div><div><br></div><div>Meine Eltern hätten gesagt: „Denen geht es zu gut."</div><div><br></div><div>Ist das leichte Leben gar nicht nur positiv? Ist das schwere gar nicht nur negativ?</div><div><br></div><div>Milan Kundera stellte diese Fragen schon in seinem Roman „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" aus dem Jahre 1984:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ist aber das Schwere wirklich schrecklich und das Leichte herrlich?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Das schwerste Gewicht beugt uns nieder, erdrückt uns, preßt uns zu Boden. [...] Je schwerer das Gewicht, desto näher ist unser Leben der Erde, desto wirklicher und wahrer ist es.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Im Gegensatz dazu bewirkt die völlige Abwesenheit von Gewicht, daß der Mensch leichter wird als Luft, daß er emporschwebt und sich von der Erde, vom irdischen Sein entfernt, daß er nur noch zur Hälfte wirklich ist und seine Bewegungen ebenso frei wie bedeutungslos sind.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Was soll man wählen? Das Schwere oder das Leichte?</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Parmenides hat sich diese Frage im sechsten Jahrhundert vor Christus gestellt. [...]</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Parmenides antwortete: das Leichte ist positiv, das Schwere ist negativ.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Hatte er recht oder nicht? Das ist die Frage.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Quelle: Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Fischer Taschenbuch Verlag Frankfurt am Main, April 1994, Seite 9)</span></i></span></div><div><br></div><div>Ich kenne das: die Suche nach Herausforderungen, danach, an die Grenzen zu gehen, körperlich oder geistig. Dem trägen Fluss des täglichen Einerlei entkommen. Nach einer 60 Kilometer-Radtour fühle ich mich ausgelaugt, aber lebendig und dankbar. Der Tag war nicht bedeutungslos.</div><div><br></div><div>Mein Leben ist leicht: keine akuten Bedrohungen, keine schwere Krankheit oder Todesnot. Gerade deshalb suche ich die Herausforderung. Ist es unerträglich, dass mein Leben leicht ist? Im schweren Leben hätte ich tägliche Herausforderungen – das Leben selbst wäre die Herausforderung.</div><div><br></div><div>Ist unser Leben erst dann wirklich und wahr, erst dann der Erde nah, wenn eine Last uns zu Boden drückt?</div><div><br></div><div>Milan Kundera schreibt über Sabina, eine seiner Hauptpersonen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Ihr Drama ist nicht das Drama des Schweren, sondern des Leichten. Auf Sabina ist keine Last gefallen, sondern die unerträgliche Leichtigkeit des Seins.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Seite 118)</span></i></span></div><div><br></div><div>Gott sei Dank suche ich die Herausforderung nicht in Gewalt. Ich verabscheue Gewalt.</div><div><br></div><div>Die Bibel weiß um die Gewalttätigkeit des Menschen. Sünde hat viele Dimensionen. Eine davon ist Gewalt. In manchen Bereichen des Alten Testaments ist sie die Hauptsünde.</div><div><br></div><div>Nach Gen/1Mo 6,11-13 verhängt Gott die Sintflut über die Erde, weil sie voll von Gewalt ist:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Die Erde war verderbt vor Gott, und die Erde war voll von Gewalttat. [...] Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist von mir beschlossen; denn die Erde ist voll von Gewalttat durch sie [die Menschen]. So will ich sie vertilgen mit der Erde.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Gen/1Mo 6,11.13)</span></i></span></div><div><br></div><div>Wer Leben angreift, greift das von Gott Erschaffene an. So greift er den Schöpfer selbst an. Wer Leben zerstört, sucht die Schöpfung rückgängig zu machen. Darum gilt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Den, der Gewalttat liebt, hasst seine [Gottes] Seele.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Ps 11,5b)</span></i></span></div><div><br></div><div>Es ist nur Gottes Gnade zu verdanken, dass auch wir Gewalttäter noch leben dürfen:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Und Gott gedachte Noahs und aller wilden Tiere und alles Viehs, das mit ihm in der Arche war. Und Gott ließ einen Wind über die Erde gehen, so dass die Wasser sanken.</span></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">(Gen/1Mo 8,1)</span></i></span></div><div><br></div><div>Eine andere Tradition sagt es noch deutlicher:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ich [Gott] will die Erde in Zukunft nicht mehr um der Menschen willen als verflucht ansehen; denn das Streben des Herzens des Menschen ist böse von Jugend an. Ich will nicht noch einmal alles Lebende schlagen, wie ich es getan habe.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>(Gen/1Mo 8,21)</i></span></div><div><br></div><div>Es ist wohl so, dass wir Herausforderungen brauchen, ein Stück Abenteuer. Wer niemals an seine Grenzen geht, wer sich nur in der Mitte bewegt, dessen Leben kann eintönig und langweilig werden.</div><div><br></div><div>Wohl dem, der sich seine Grenzen wählen kann; dem das Leben selbst nicht ständige Einschränkung ist.</div><div><br></div><div>Doch die Herausforderung in der Gewalt zu suchen, ist der falsche Weg. Es gibt genug andere Wege.</div><div><br></div><div>Nicht das Gegeneinander, sondern das Miteinander gibt Sinn, schafft Bedeutung.</div><div><br></div><div>Ich erlebe vor allem die Nähe zu anderen Menschen als beglückende Herausforderung, als Erlebnis, an dem wir an unseren Grenzen eins miteinander werden: das Einander-Zuhören und Einander-Verstehen, das Miteinander-Fühlen, das Voneinander-Lernen. Das Teilen von Freude und Leid, das Teilen des Lebens in einem tiefen Gespräch, in einem gemeinsamen Erlebnis. Das Sich-Öffnen für das Geheimnis, das der Andere ist.</div><div><br></div><div>Das ist für mich Glück.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 24 Jun 2020 12:19:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Mit dem Anfang anfangen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000002F"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Mit dem Anfang anfangen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 16/06/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Womit soll man anfangen, wenn man vom christlichen Glauben redet? Die Frage ist nicht so unwichtig, wie es vielleicht scheinen mag. Es ist sogar eine entscheidende Frage. Denn der Anfang bestimmt die ganze Sache.</div><div><br></div><div>Vor einigen Tagen las ich in einem theologischen Buch eine einzige Seite über den Anfang. Es war wie eine Antwort auf meinen Artikel <span class="fs14lh1-5"><i><a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?gegen-den-augenschein" class="imCssLink">Gegen den Augenschein</a></i></span>. Darin hatte ich beschrieben, dass wir mit unseren Sinnen nichts von Gott wahrnehmen können. Wir haben nichts in der Hand, was uns bestätigt, dass unser Glaube wahr ist. Ja, wir müssen <span class="fs14lh1-5"><b>gegen</b></span> all das Ungöttliche, das wir wahrnehmen, anglauben.</div><div><br></div><div>Womit also soll das Nachdenken über den Glauben anfangen? In dem besagten Artikel habe ich mit der Vernunft angefangen, für die nur das wahr ist, was für sie irgendwie „objektiv" erfahrbar ist: sehen, hören, messen usw. Als „moderner", aufgeklärter Mensch der Neuzeit beurteile ich die Wirklichkeit mit meiner Vernunft: Was vor meiner Vernunft bestehen kann, das halte ich für wahr. Was nicht vor ihr besteht, das verwerfe ich.</div><div><br></div><div>Der Glaube hat es schwer gegenüber dieser Vernunft. Denn Gott ist ihr nicht sichtbar, hörbar, messbar. So produziert meine Vernunft Fragen und Zweifel.</div><div><br></div><div>Es gibt eine Alternative dazu, mit der Vernunft anzufangen. Fromme christliche Strömungen (der sog. Pietismus) bildeten von Beginn an eine Gegenbewegung gegen den Zweifel des aufgeklärten Menschen. Pietisten fangen mit den subjektiven Erlebnissen an, die Christ*innen machen. In Ereignissen und Gefühlen erfahren sie die Nähe und Gegenwart Gottes. Das verschafft ihnen die Sicherheit, dass Gott da ist und in der Welt handelt: Man kann seine Gegenwart ja an Erlebnissen und Gefühlen ablesen.</div><div><br></div><div>Der aufgeklärte moderne Mensch fängt mit seiner Vernunft an, also mit sich selbst. Der Pietist fängt mit seinen Erlebnissen und Gefühlen an, also auch mit sich selbst. Denn beides, was wir denken und was wir erleben und fühlen, ist jeweils ein Teil von uns selbst.</div><div><br></div><div>Was ich mir nun auf jener einen Seite des theologischen Buches sagen ließ, war: Der Anfang des Nachdenkens über Gott ist weder unsere Vernunft noch sind es unsere Erlebnisse und Gefühle. Wir dürfen nicht mit uns selbst anfangen, wenn es um den christlichen Glauben geht. Sondern wir müssen mit Gott anfangen: mit dem „Gott sprach" (lateinisch <span class="fs14lh1-5"><i>Deus dixit</i></span>, was zum theologischen Fachbegriff wurde).</div><div><br></div><div>Der Anfang besteht also darin, dass Gott zu uns redet. Er ist kein sprachloser Gott oder einer, der nur mit sich selber spricht. Er ist ein Gott, der uns anredet und eine Beziehung zu uns herstellen will. Wir können Gottes Stimme zwar nicht akustisch hören; aber Gott hat viele andere Weisen, sich uns vernehmbar zu machen. </div><div><br></div><div>Das kann auch durch Erkenntnisse der Vernunft, durch Erlebnisse oder Gefühle geschehen. Wichtig dabei ist aber, dass <span class="fs14lh1-5"><b>Gott</b></span> den Anfang macht, nicht wir. Wir können den Anfang, den Gott bereits gemacht hat, immer nur nachträglich aufgreifen und uns darauf einlassen.</div><div><br></div><div>Natürlich stellt sich sofort die Frage: Woher weiß ich denn, dass meine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse durch Gott gewirkt sind, dass Gott durch sie zu mir gesprochen hat?</div><div><br></div><div>Um das festzustellen, brauche ich einen Maßstab außerhalb von mir selbst. Meine Vernunft, meine Gefühle oder Erlebnisse können mich täuschen. Aber gibt es etwas, was mich <span class="fs14lh1-5"><b>nicht</b></span> täuscht, worauf absolut Verlass ist?</div><div><br></div><div>Wenn es so etwas gibt, dann kann es nur Gott selber sein. Ein Gott, der uns nicht täuscht und betrügt, sondern der treu zu uns steht und dabei sich selber treu bleibt. Der absolut vertrauenswürdig ist. Der hält, was er verspricht. Dieser Gott muss der Maßstab sein für alles, was ich über Gott denke, von ihm fühle und mit ihm erlebe.</div><div><br></div><div>Um mich nicht selber über Gott zu täuschen, muss ich mich also an sein Wort halten. Sein Wort besteht, wenn man dem Neuen Testament folgt, nicht einfach in den Worten der Bibel. Sondern das Wort Gottes ist zuerst Jesus. „Am Anfang war das Wort. [...] Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit wie die des Einziggeborenen vom Vater, voll von Gnade und Wahrheit" (Joh 1,1.14).</div><div><br></div><div>Wenn das Neue Testament von Jesus als dem einzigen Sohn Gottes redet, dann meint es, dass Gott durch ihn in einzigartiger Weise zu uns geredet hat.</div><div><br></div><div>Was ist der Maßstab für meine Gedanken über Gott? Das Wort Gottes, das Jesus ist. Ein lebendiges Wort, ein Wort der Liebe, so wie Jesus lebendige Liebe gelebt hat.</div><div><br></div><div>Man könnte sagen: Erst in zweiter Linie sind die biblischen Worte Gottes Worte. Sie bezeugen das Wort Gottes, das in Jesus erschienen ist. Sie weisen auf ihn hin.</div><div><br></div><div>Und erst in dritter Linie können die vielen, seit 2.000 Jahren gesprochenen und geschriebenen Worte Gottes Worte sein. Sie müssen gemessen werden an den biblischen Worten und an dem einzigartigen Wort, das Jesus ist.</div><div><br></div><div>Durch Jesus Christus ist der Anfang gemacht, noch bevor jemand von ihm geschrieben oder gesprochen hat; noch bevor wir angefangen haben, über Gott nachzudenken oder irgendetwas von ihm erfahren oder gefühlt haben. Gott ist uns zuvorgekommen.</div><div><br></div><div>Mit seinem Wort kommt uns Gott bis heute zuvor. Wir haben mit allem, was wir anfangen, unseren Anfang schon hinter uns. Was wir jetzt noch zu sagen haben, kann nur von diesem Anfang, den Gott gemacht hat, herkommen und zu ihm zurückführen (Röm 11,36a).</div><div><br></div><div>Wir sollen also nicht anfangen mit unseren Wünschen nach Klarheit, unserer Sehnsucht nach Sichtbarkeit, unserem Bedürfnis nach Beweisen. Wenn wir so anfangen, kommen wir nicht weiter, sondern kommen immer wieder nur zu uns selbst zurück. Wir landen dann bei unerfüllten Wünschen, Sehnsüchten und Bedürfnissen: bei Fragen, Zweifeln und Selbsttäuschungen.</div><div><br></div><div>Mit dem Anfang anzufangen: Ich verstehe das als Ermutigung, mich allein auf Gottes Wort zu verlassen. Es ist nichts weiter als ein Wort. Das scheint wenig zu sein. Aber es ist unfassbar viel, weil es nicht <span class="fs14lh1-5"><b>irgendein</b></span> Wort ist, sondern <span class="fs14lh1-5"><b>Gottes</b></span> Wort. Das Wort des Gottes, der uns in seiner unergründlichen Liebe treu ist und bleibt vom Anfang bis zum Ende. „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" (Mt 28,20b). Was für ein letztes Wort Jesu am Ende des Matthäusevangeliums!</div><div><br></div><div>Alles zu theoretisch? Dann hier etwas Praktisches:</div><div><br></div><div><span class="cf1"><i><span class="fs14lh1-5">Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen (Gen/1Mo 26,24).</span></i></span></div><div><br></div><div>Dieser Bibelvers hing im Schlafzimmer meiner Eltern, und immer, wenn ich als Kind krank war, durfte ich dort, nah an der Küche und dem Wohnzimmer, liegen und hatte diesen Vers vor Augen. Er war mir schon damals Trost und hat sich mir tief eingeprägt.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen (Röm 8,28).</span></i></span></div><div><br></div><div>Mein Konfirmationsspruch. Lange konnte ich mit diesem Spruch nichts anfangen. Bis ich verstand: Alles, was passiert, „wirkt zum Guten zusammen" (so die wörtliche Übersetzung). Der Spruch ist wie für mich gemacht, weil ich mich viele Jahre lang fragte, wie Gottes Liebe mit dem Leid der Welt zusammenpasst. Nun verstand ich: Auch das, was Leid mit sich bringt, bewirkt letztlich Gutes für mich. Das kann ich nicht sehen, sondern muss es glauben. Ich hoffe, dass ich diesen Glauben in der Not geschenkt bekommen werde.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasst uns jubeln und froh an ihm sein! Ach Herr, hilf doch! Ach Herr, gib doch Gelingen! (Ps 118,24f)</span></i></span></div><div><br></div><div>Leider geschieht es selten, dass ich den Tag mit Jubel und Frohsein beginne. Aber wie tröstlich ist es, dass im Psalm gleich auf den Jubel das Flehen folgt! Beides schließt sich nicht aus, sondern gehört zusammen!</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt (Jer 31,3).</span></i></span></div><div><br></div><div>Von dieser Liebe lebe ich: Gott liebt mich nicht wegen meines Glaubens oder meiner Taten, sondern von Ewigkeit her – schon vor allem, was ich anfange. Das ist für mich Freiheit.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? [...] Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. (Röm 8,34f.38f).</span></i></span></div><div><br></div><div>Das achte Kapitel des Römerbriefs wurde mir zum Lieblingskapitel in der ganzen Bibel. Hier kann ich mich absolut frei fühlen: Freiheit durch Gottes unvergängliche Liebe. Ich muss nichts tun, um geliebt zu werden. Ich kann der sein, der ich bin – und werde trotzdem geliebt. Nichts kann mich von dieser Liebe trennen – auch ich selber nicht.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch (1Petr 5,7).</i></span></div><div><br></div><div>Wie viele Sorgen mache ich mir. Ich wäre sie so gern los. Darum versuche ich immer wieder, das, was mir Sorgen macht, in Gottes Hände zu legen. Mit mäßigem Erfolg.</div><div><br></div><div>Womit sonst sollte ich anfangen als mit solchen Worten? Mit meinem bisschen Verstand? Mit meinen wechselhaften Gefühlen? Mit meinen zufälligen Erlebnissen?</div><div><br></div><div>Ich danke Gott für seinen Anfang mit mir und mit der ganzen Welt! Und weil Gott den Anfang gemacht hat, will ich selbst keinen anderen Anfang setzen.</div><div><br></div><div>Wenn mein Glaube mit sich selbst anfängt, erledigt er sich von selbst. Denn aus einem falschen Anfang kann kein richtiges Ende werden.</div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 13:30:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Missbrauch des Schweigens]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000002E"><div class="imTACenter"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Missbrauch des Schweigens</span></div><div><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10.06.2020</span></div><div><br></div></div><div>Gestern gab es ein aufrüttelndes Gespräch bei Markus Lanz im ZDF. Sebastian Fiedler, der Bundesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, sprach über sexuellen Kindesmissbrauch und über Kindesmisshandlungen. Beides geschieht täglich mitten unter uns. Ich fasse hier zusammen, was Sebastian Fiedler sagte.</div><div><span class="imTACenter fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="imTACenter fs14lh1-5">Kindesmisshandlung bedeutet zum Beispiel: Kinder, auf deren Fußsohlen Zigarettenkippen ausgedrückt werden; Kinder, die tagelang angekettet werden; Kinder, die nicht genug zu trinken bekommen und deshalb dehydriert sind. Im Jahr 2019 gab es in Deutschland über 100 tote Kinder aufgrund von Misshandlungen.</span></div><div><br></div><div>Es gibt seit vielen Jahren konkrete Vorschläge, wie dem entgegengewirkt werden kann, ohne dass diese Vorschläge von politischer Seite aufgegriffen wurden. Zum Beispiel müsste die Möglichkeit gegeben werden, dass Kinderärzte Daten der von ihnen behandelten Kindern bei Verdachtsfällen austauschen dürfen, und zwar ohne Genehmigung der Erziehungsberechtigten. Denn diese sind meist die Misshandelnden und wandern mit ihren Kindern von einem Kinderarzt zum anderen, um nicht entdeckt zu werden (<span class="fs14lh1-5"><i>doctor hopping</i></span>).</div><div><br></div><div>Das Thema sexueller Missbrauch ist jüngst durch die Entdeckung in Münster in die Schlagzeilen geraten. Es wurden 500 Terabyte (= 500.000 GB) an Daten sichergestellt: Bilder vom Missbrauch. Der jetzt beschuldigte Mann war schon zweimal zuvor wegen entsprechender Delikte verurteilt – auf Bewährung.</div><div><br></div><div>Sexuellen Missbrauch gibt es an Kindern jeden Alters, auch an Säuglingen. Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 16.000 Fälle von sexuellem Missbrauch polizeilich registriert, das sind 43 pro Tag. Die Dunkelziffer liegt erheblich höher. Man muss von weit über 100 Fällen pro Tag ausgehen. Das sind abertausende gebrochene Kinderseelen, schwer traumatisierte Kinder. Ein Missbrauch kann Stunden andauern.</div><div><br></div><div>Die Bilder und Videos werden über das Darknet verkauft. Das Darknet ist eine Art anonymes Untergrund-Internet. Es wird daran gearbeitet, die Täter zu enttarnen, aber es wird zu wenig getan. Es werden zum Beispiel virtuelle Missbrauchsdarstellungen produziert, also künstlich hergestellte Videos, die keine echten Kinder zeigen, aber von echten Missbrauchsvideos nicht zu unterscheiden sind. Diese Videos werden als Köder ausgelegt, um an die Täter zu gelangen. Zugleich fehlt es aber an Fortbildungen in dem Bereich für alle, die mit Kindern zu tun haben. Fiedler forderte in jedem Bundesland eine zentrale Stelle für Kinderschutz, an die sich jeder wenden kann, der einen Verdacht hat.</div><div><br></div><div>Der Kriminalbeamte beschrieb in wenigen Worten die grausame Praxis: „Es geht um penetrierte kleine Kinder, es werden Gegenstände in sie eingeführt, sie werden sediert vorher [ruhiggestellt, betäubt], sie werden gehandelt, die fahren auf Parkplätze, um von anderen Männern missbraucht zu werden. [...] Man muss das mal so offen aussprechen, damit wir wirklich die Schmerzen in der Gesellschaft erzeugen, um zum Besseren etwas zu verändern. [...] Es muss wehtun", damit es sich einprägt.</div><div><br></div><div>Was sagt uns das, dass ein Mensch, der offenbar in diesem Bereich schon auffällig geworden ist, zweimal nur zur Bewährung verurteilt wurde und seine Taten fortsetzen konnte? Wir nehmen es offenbar mit den Schwachen, ja den Schwächsten in unserer Gesellschaft so ernst nicht, wie wir uns einbilden. Dabei geht es doch um unseren Nachwuchs.</div><div><br></div><div>Fiedlers Appell: Das muss in die politische Daueragenda, das muss ein Top-Thema werden und bleiben, bis wirksame Maßnahmen ergriffen sind, um die Täter polizeilich verfolgen zu können. Wir dürfen davor nicht die Augen verschließen und nach ein bisschen Empörung schnell alles wieder vergessen.</div><div><br></div><div>„Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn", sagt Psalm 127,3a. Das „Siehe" will Aufmerksamkeit erregen. Schenken wir den Kindern unter uns (nicht nur den eigenen!) genug Aufmerksamkeit?</div><div><br></div><div>Ich frage mich, warum solche Verbrechen nicht schon lange auf der politischen Daueragenda stehen. Das Töten ungeborener Kinder und Hilfen für ihre Mütter, die in eine echte Notlage geraten sind, gehören auch dazu.</div><div><br></div><div>Aber was kann der Einzelne tun? Aufmerksam sein. Sich bewusst machen, dass es mitten unter uns geschieht. Es könnte der Nachbar sein. Es könnte auch in der eigenen Großfamilie geschehen. Wir können die politischen Parteien auch daraufhin abklopfen, ob sie das Problem ernst nehmen oder nicht.</div><div><br></div><div>Was können die Kirchen tun? Ich frage mich manchmal, warum man so wenig von ihnen hört. Müssten sie vehementer Partei ergreifen? Oder halten sie sich zurück, weil es Kindesmissbrauch auch in ihren eigenen Reihen gab (und gibt)? Aber müssten sie nicht gerade deshalb das Thema in die Öffentlichkeit bringen? Andererseits: Können sie überhaupt etwas ausrichten, außer immer mal wieder die politisch Verantwortlichen freundlich zu mahnen?</div><div><br></div><div>Warum organisieren die Kirchen keine Großdemo dafür, dass politisch endlich etwas geschieht?</div><div><br></div><div>Das dritte Gebot (nach lutherischer Zählung das zweite) verbietet den Missbrauch des Namens Gottes. Wir sollen Gottes Namen nicht für eigene Interessen missbrauchen. Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist das Foto, auf dem Donald Trump demonstrativ die Bibel präsentiert, um daraus Kapital zu schlagen. Missbrauch des Namens Gottes ist es also, wenn wir Gott für Dinge, die nur uns selbst wichtig sind, benutzen. Doch ich denke: Es ist auch ein Missbrauch seines Namens, wenn Christ*innen Gott bei Dingen, die ihm wichtig sind, verschweigen. Auch das Schweigen kann Missbrauch seines Namens sein.</div><div><br></div><div>Ich bin nicht sicher, ob diese Verbrechen an Kindern nicht auch bei mir nach der anfänglichen Empörung schnell wieder in den Hintergrund treten werden. Vielleicht schreibe ich diesen Artikel auch, damit sich mir selbst das Problem einprägt.</div><div><br></div><div>Es scheint so weit weg zu sein, dass es mir auf Dauer gar nicht präsent ist. Es ist aber nicht weit weg. Es geschieht unter uns.</div><div><br></div><div>Wir dürfen es nicht verdrängen, auch nicht, wenn es wehtut, daran zu denken. Gott steht an der Seite der Schwachen. Er ist selbst schwach geworden am Kreuz. Wenn wir nicht an der Seite der Schwachen stehen und für sie kämpfen – dürfen wir uns dann so einfach unter das Kreuz stellen, zu dem schwachen Jesus? Oder stellen wir uns nur um unserer eigenen Sünden willen unter das Kreuz? Gerade das könnte eine schlimme Sünde sein.</div><div><br></div><div>Du findest die Sendung von Markus Lanz <a href="https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-9-juni-2020-100.html" target="_blank" class="imCssLink">hier (Sendung vom 9. Juni 2020)</a>. Das Thema wurde gleich am Anfang der Sendung verhandelt für ca. 20 Minuten. 20 Minuten, die sich lohnen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 10 Jun 2020 19:30:00 GMT</pubDate>
			<link>https://christseinverstehen.de/blog/?der-missbrauch-des-schweigens</link>
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			<title><![CDATA[Gegen den Augenschein]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenszweifel"><![CDATA[Glaubenszweifel]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000002D"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Gegen den Augenschein</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 10/06/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Manchmal kann ich es kaum ertragen, dass ich an Gott glauben soll, ohne etwas von ihm zu sehen. Ich habe das Gefühl, das widerspricht unserer menschlichen Natur.</div><div><br></div><div>Wir orientieren uns doch in der Welt mit Hilfe unserer fünf Sinne, hauptsächlich mit dem Sehen und Hören. Wenn es dunkel ist, tasten wir uns mit Hilfe des Tastsinns voran. Auch das Riechen gibt uns Hinweise darauf, wo wir uns befinden. Und was wir essen und trinken, sagt uns der Geschmackssinn. Ein perfektes Orientierungssystem, das für alle Fälle geeignet ist, die im normalen Leben auftreten.</div><div><br></div><div>Nur für den Glauben nicht. Denn Gott können wir weder mit den Augen sehen noch mit den Ohren hören, man kann ihn nicht ertasten, nicht riechen und natürlich auch nicht schmecken. Die Bibel schärft es uns ein: Gott kriegst du nicht zu sehen (Ex/2Mo 33,20.23; Joh 1,18). Er ist für unsere Sinne unzugänglich.</div><div><br></div><div>Aber ist es nicht herzlos, ja geradezu grausam, was da von uns verlangt wird: dass wir an etwas glauben sollen, was wir nicht mit unseren Sinnen wahrnehmen können? Wir sollen sozusagen ins Blaue hinein glauben. Kann man das eigentlich auf Dauer? Kann man fest im Glauben stehen, vollkommen davon überzeugt sein, dass da ein Gott ist, von dem man nicht einmal ein klein bisschen sehen, hören, anfassen oder sonstwie spüren kann?</div><div><br></div><div>Nun sagen Manche: Man kann ihn doch spüren, man fühlt ihn, man macht mit ihm Erfahrungen. Aber ach: Unsere Gefühle – sind sie nicht nichts weiter als psychische Vorgänge? Biochemische Abläufe im Gehirn? Man kann Gefühle sogar gezielt hervorrufen, indem man bestimmte Stoffe zu sich nimmt – Drogen zum Beispiel. Gefühle lassen sich erzeugen, auch religiöse Hochstimmung. Wer sagt dir, dass du dabei Gott fühlst?</div><div><br></div><div>Es gab Sekten und religiöse Gruppen, die haben in ihrer religiösen Hochstimmung die verrücktesten Dinge getan und waren überzeugt davon, dass sie Gott in sich fühlen.</div><div><br></div><div>Und unsere Erfahrungen sind unsere eigenen Interpretationen dessen, was wir erleben. Man kann es immer so oder so interpretieren. War es Gott, der dir geholfen hat, oder war es ein Glücksfall? Du kannst <span class="fs14lh1-5"><b>glauben</b></span>, dass es Gott war, aber du kannst es nicht mit deinen Sinnen <span class="fs14lh1-5"><b>wahrnehmen</b></span>.</div><div><br></div><div>Die Theologie hat sich dafür einen schönen Fachausdruck geschaffen: Wir müssen glauben „gegen den Augenschein." Das klingt gut, ist aber gar nicht gut. Ich mag es nicht, immer gegen den Augenschein, oder besser gesagt: gegen das, was meine Augen erkennen, also blindlings, an etwas festzuhalten. Das tue ich ja im normalen Leben auch nicht.</div><div><br></div><div>Die Theologie hat noch einen schönen Fachausdruck gebildet: Gott ist uns offenbar „unter seinem Gegenteil" (lateinisch klingt es dann auch richtig gelehrt: <span class="fs14lh1-5"><i>sub contrario</i></span>). Unter dem Gegenteil des Kreuzes hat sich Gott uns offenbart. Das heißt: Was wir sehen, ist nur das Kreuz, das Zeichen des Gescheiterten und von Gott Verfluchten (Dtn 21,23; Gal 3,13). Aber gerade darin zeigt sich uns Gott. Und wir sollen nun glauben, dass Gott sich uns als von Gott Verfluchter offenbart.</div><div><br></div><div>Ist das nicht ein bisschen viel verlangt?</div><div><br></div><div>Natürlich hat die Theologie Gründe für diese Formulierungen, sie sind tausendfach durchdacht. Sie drücken aus, wie wir Gott erfahren: verborgen unter dem Gegenteil Gottes. Das Gegenteil Gottes ist der Teufel. Darum hat Martin Luther sogar gemeint, Gott müsse in unserem Herzen ein Teufel werden, bevor er Gott für uns wird. Aber meine Frage ist: Wie kann man bei solchen Gotteserfahrungen an Gott festhalten? <span class="fs14lh1-5"><b>Muss</b></span> einem dabei nicht alles zweifelhaft werden?</div><div><br></div><div>Wie soll man das aushalten? An Gottes Sieg über das tägliche Unheil glauben, während man dauernd den Sieg des Unheils sieht? An ein Leben nach dem Tod glauben, ohne auch nur die Spur einer Erfahrung davon zu haben? An ein liebevolles Handeln Gottes an uns glauben bei aller tödlichen, Leben zerstörenden Lieblosigkeit, die uns und meist noch mehr Anderen widerfährt? Wie, bitteschön, soll man das aushalten?</div><div><br></div><div>Viele Menschen halten es nicht aus. Ich kann sie nur allzu gut verstehen. Es kann einem geradezu unmenschlich erscheinen, diesen Glauben von uns zu verlangen.</div><div><br></div><div>In unseren Gemeinden und Kreisen kommen wir zusammen und machen ein frommes Gesicht. Lächeln ist angesagt. Stärke zeigen, mit dem Leben klarkommen. Denn mit Gott an unserer Seite kommen wir mit allem klar. Das muss man uns schon ansehen, wollen wir gute Christen sein.</div><div><br></div><div>Aber im Herzen sieht es oft anders aus. Einer Vertrauensperson öffnet man sich vielleicht. Und zutage tritt ein verunsicherter, vielleicht sogar verzweifelter Glaube, einer, der gar nicht mehr weiß, ob er überhaupt noch glaubt oder nicht – an den Gott, von dem nichts zu sehen und zu spüren ist.</div><div><br></div><div>Dem Nichts wollen wir entkommen, und ins Nichts sind wir geworfen.</div><div><br></div><div>Aber in diesem Nichts begegnet uns Gott. So jedenfalls sagt es die Bibel: Da, am Kreuz ist er. Da, wo von Gott nichts zu sehen ist, wo er vollends gescheitert ist, wo der Fluch regiert. Wo sich der Himmel verfinstert, wo die Erde erbebt, wo der Schrei der Gottverlassenheit durch die Nacht klingt. Da ist Gott.</div><div><br></div><div>Wenn das stimmt, dann bedeutet das: Nicht <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> müssen uns zu Gott aufschwingen, in seine Nähe bringen, dorthin, wo wir ihn sehen, hören und fühlen können. <span class="fs14lh1-5"><b>Wir</b></span> kommen sowieso nicht dorthin. Sondern <span class="fs14lh1-5"><b>er</b></span> kommt in unsere Tiefe, in unsere Finsternis, in unser verfluchtes Dasein fern von ihm. Er ist da, wo du ihn <span class="fs14lh1-5"><b>nicht</b></span> siehst, hörst oder spürst, er ist in deiner Leere, deinen Gefühlen der Gottesferne und Gottverlassenheit. Er ist dort, wo du meinst, nicht mehr an ihn glauben zu können.</div><div><br></div><div>Das widerspricht meinem Suchen nach Gott im Guten, Schönen und Starken. In den Glückserfahrungen des Lebens. Vielleicht sollte ich es aufgeben, ihn dort zu suchen. Aber sollte ich Gott nur im Schwachen und Schlechten suchen?</div><div><br></div><div>Ich stehe wohl immer in Gefahr, Gott an den falschen Orten zu suchen. Vielleicht sollte ich mich stattdessen von ihm finden lassen.</div><div><br></div><div>Sich von Gott finden lassen, das heißt: Du lässt dich beschenken mit seiner Gegenwart. Du wartest, bis er zu dir kommt. Du mühst dich nicht, ihn zu finden, sondern bist offen dafür, dass er dich findet. Du lässt dich beschenken mit Glaube, Hoffnung und Liebe. Da ist kein anstrengendes Füllen deiner Leere, sondern da ist ein geduldiges oder ungeduldiges Warten darauf, dass <span class="fs14lh1-5"><b>er</b></span> deine Leere füllt.</div><div><br></div><div>Das heißt doch: Du musst nicht glauben an den Gott, von dem du nichts siehst und spürst. Du kannst es gar nicht. Denn Glaube ist ein Geschenk, ein Wunder. Wunder sind keine Spektakel, sondern Ereignisse, die dem Augenschein widersprechen. Die sagen: Der Augenschein ist nicht alles. Es gibt noch etwas anderes hinter dem Augenschein. Das größte Wunder ist, dass Menschen seit Jahrtausenden an diesen Gott glauben, von dem sie nichts wahrnehmen können.</div><div><br></div><div>Wir tun uns schwer damit. Wir wollen uns unseren Glauben selber schaffen, wollen unsere eigene Lebensversicherung sein. Wir wollen nicht akzeptieren, dass wir von Gott getrennt sind. Dass wir nur dann mit ihm zusammen sind, wenn er zu uns kommt. Wir wollen unsere Gefühle der Gottverlassenheit nicht akzeptieren. Wollen wir besser wegkommen als Jesus? (Mk 15,34; Mt 27,46)</div><div><br></div><div>Es kommt nicht auf deine Gefühle an und nicht auf das, was du wahrnimmst oder nicht wahrnimmst. Es kommt nur darauf an, dass Jesus zu dir kommt.</div><div><br></div><div>Es fällt mir schwer, mich damit abzufinden, ohne sinnliche Wahrnehmungen glauben zu müssen. Aber das ist unsere Situation. Es gibt auf Erden keine andere. „Wir leben im Glauben, nicht im Schauen", „fern vom Herrn" (2Kor 5,6f). So sagt es Paulus: kurz, knapp und emotionslos. So ist es nun mal.</div><div><br></div><div>Schon Mose ging es nicht anders. Nach Hebr 11,27b hielt er an dem unsichtbaren Gott fest, als ob er ihn sähe. Hebr 11,4-40 nennt eine ganze Legion von Glaubenszeugen, die gegen den Augenschein an Gottes Verheißungen festhielten.</div><div><br></div><div>Frühere Generationen mussten viel stärker als wir heute zum Beispiel mit Seuchen, Kindersterblichkeit und Tod im Kindbett leben. In manchen afrikanischen Ländern ist der Tod noch heute täglich gegenwärtig. Sowohl für die Christ*innen dort als auch für die Glaubenden früherer Jahrhunderte war und ist es wohl weniger als für uns ein Problem, das Unsichtbare für real zu halten. </div><div><br></div><div>Wir müssen das Unsichtbare für die glücklichmachende Realität halten. Denn „glücklich sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh 20,29).</div><div><br></div><div>Ich kann mich zu diesem Glück nicht durchringen. Ich will es auch nicht mehr, weil ich es sowieso nicht schaffe. Darum kann ich mich nur beschenken lassen. Gerade dann, wenn das Geschenk ausbleibt.</div><div><br></div><div>Dann halte ich es kaum aus, an Gott zu glauben, ohne etwas von ihm zu sehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div><br></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><b><span class="fs12lh1-5 cf1">Deine Meinung interessiert mich. Du kannst sie unten eingeben.</span></b></div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><b><span class="fs12lh1-5 cf1"><br></span></b></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><b><span class="fs12lh1-5 cf1">Wenn du meinen <a href="https://christseinverstehen.de/anmeldung-newsletter.html" class="imCssLink" onclick="return x5engine.utils.location('https://christseinverstehen.de/anmeldung-newsletter.html', null, false)">Newsletter</a> bestellen möchtest, bekommst du ein Kapitel aus meinem neuen Buch als Dankeschön!</span></b></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 10 Jun 2020 06:08:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Christen, wo seid ihr?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000002C"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Christen, wo seid ihr?</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 30/05/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Warnung:</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Dieser Beitrag macht keine gute Laune.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Du solltest ihn nur lesen, wenn du bereit bist, Schmerzen zu ertragen.</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Es ist unehrlich, Pfingsten zu feiern ohne die Bereitschaft, sich radikal verändern zu lassen. Denn so darf es nicht weitergehen. Noch immer gibt es in unserer Welt keinen Frieden, keine Gerechtigkeit und keine Bewahrung von Gottes Schöpfung. Ich will mich nicht damit abfinden. Ich will nicht mein bisschen Glück genießen und die Augen vor dem Unglück verschließen, das der Mensch über die Geschöpfe Gottes bringt.</span><br></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Was würde Jesus dazu sagen?</div><div><br></div><div>Jeder halbwegs einsichtige Mensch wird wohl das Problem sehen: den Mangel an Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Man kann an den globalen Frieden und die globale Gerechtigkeit denken oder an den Frieden in den Häusern und die Gerechtigkeit am Arbeitsplatz. Die Bewahrung der Schöpfung oder ihre Zerstörung ist immer global. Das Positive ist, dass wohl die meisten Menschen (wenngleich längst nicht alle) das Problem sehen.</div><div><br></div><div>Das Negative ist, dass von den Einsichtigen die Wenigsten etwas dagegen tun. Man hat sich damit eingerichtet. Es lebt sich gut, solange der Krieg anderswo stattfindet, das Unrecht einen nicht selber trifft und man den „Naturkatastrophen" noch halbwegs entrinnen kann.</div><div><br></div><div>Außerdem kann man sich mit den kosmetischen Korrekturen beruhigen, die von politischer Seite angebracht wurden. Man kann sich darauf berufen, dass ja etwas getan werde.</div><div><br></div><div>Doch ich frage mich: Was hat sich wirklich verändert? Gerade zeigt sich die Kurzlebigkeit von Rüstungskontrollverträgen. Weltweit steigen die Rüstungsausgaben. Noch immer lagern in Deutschland amerikanische Atomsprengköpfe, die dazu da sind, im „Ernstfall" von Deutschland aus millionenfachen Tod zu bringen. Diese Atombomben muss man auch einsetzen wollen. Eine Abschreckung, die einzusetzen man nicht bereit ist, schreckt niemanden ab.</div><div><br></div><div>Was würde Jesus wohl dazu sagen?</div><div><br></div><div>Die moderne Sklaverei blüht. Vor einigen Jahren schon fragte jemand in einem Print-Medium: Wie viele Sklaven hältst du dir? Ich finde die Frage sehr berechtigt. Mit jedem Einkauf besteht die Gefahr, die Sklavenhalter zu bereichern und die Sklaven auszubeuten. Je billiger die Ware für uns, desto größer die Gefahr.</div><div><br></div><div>Was, meinst du, würde Jesus dazu sagen?</div><div><br></div><div>Über die globale Zerstörung unserer Lebensgrundlagen brauche ich wohl nicht aufzuklären. Menschen im globalen Süden sterben schon jetzt an den Folgen des Klimawandels, den vor allem Menschen im globalen Norden verursacht haben. Zu Letzteren gehören wir. Wir sind nicht unschuldig, sondern mitschuldig am Tod von Menschen.</div><div><br></div><div>Doch nach dem Lockdown geht alles weiter wie zuvor. Bald werden die Flieger wieder voll besetzt die Urlaubsgebiete anfliegen, um uns zwei Wochen etwas mehr Sonne zu ermöglichen. Oder auch nur ein Wochenende auf Malle.</div><div><br></div><div>Ob Jesus damit einverstanden wäre?</div><div><br></div><div>Die Menschheit des globalen Nordens hält sich für ethisch hochstehend, fortschrittlich. In diesem Bewusstsein eigener ethischer Überlegenheit kann man gut die Augen verschließen vor den Überlebensnöten von Milliarden von Menschen.</div><div><br></div><div>Natürlich gibt es positive Veränderungen gegenüber früheren Jahrhunderten. Aber es gibt eben auch negative Veränderungen, die vielleicht ebenso bedrohlich oder sogar bedrohlicher sind als das, was wir früheren Bedrohungen gegenüber erreicht haben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Gesucht: Der neue Mensch</div><div><br></div><div>Hören wir auf, uns etwas vorzumachen! Ich weigere mich, den Schmerz und den Tod von Milliarden von Menschen zu ignorieren oder mit der Pille der Gleichgültigkeit abzuschalten. Ich weigere mich, nach dem Augenblick der Betroffenheit, den Fernsehbilder manchmal in denen auslösen, die noch nicht ganz abgestumpft sind, zur Tagesordnung überzugehen.</div><div><br></div><div>Wo ist der Wille zur umfassenden Veränderung? Wo ist die Kraft, die bereit ist, zugunsten des Lebens Anderer den eigenen Lebensstandard herunterzufahren? Wo ist der Mensch, der die Probleme anpackt? Wo die Vision grundlegend erneuerter Verhältnisse?</div><div><br></div><div>Warum gibt es so wenige Menschen, die anders zu leben beginnen? Warum leben die Massen immer noch nach dem Gesetz des Haben-Wollens statt in der Freiheit des Geben-Könnens (ich meine nicht das Geben aus dem Überfluss, das mir nicht wehtut, sondern das Geben, das ich spüre, das mich etwas kostet)? Warum sind so viele Menschen begierig nach einem dicken, spritfressenden Auto und nach einem Urlaubsflug? Warum ist da keiner, der sagt: STOPP!</div><div><br></div><div>Es braucht einen anderen Menschen. Einen, der sich das Leben der Mitmenschen und Mitgeschöpfe etwas kosten lässt. Der bereit ist, etwas aufzugeben von seinem Lebensstandard und seinem materiellen Wohlbefinden. Der zurücktreten kann und bereit ist, nicht mehr sich selber zu dienen, sondern den Anderen.</div><div><br></div><div>Der neue Mensch des Philosophen Friedrich Nietzsche (1844-1900), „Übermensch" genannt, ist der Mensch der Stärke und Lebenskraft. Mit Dienen hat er nichts am Hut.</div><div><br></div><div>Der neue Mensch, den der Kommunismus verheißen hat, ist bis heute nicht aufgetaucht.</div><div><br></div><div>Der Humanismus meint, der Mensch könne sich selbst verwandeln, wenn er nur wolle. Warum aber will er offensichtlich nicht?</div><div><br></div><div>Die Religionen weisen den Weg zu einem erneuerten Menschsein. Aber am Ende erscheint doch immer wieder der alte Mensch.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Gefunden: Eine unergründliche Kraft</div><div><br></div><div>Hilft also nur Gott? Der <span class="fs14lh1-5"><i>deus ex machina</i></span>, also der Heldengott, der plötzlich und unvermittelt immer dann auftaucht, wenn wir mit unserem Latein am Ende sind? Das wäre der Gott, den wir als „Lückenbüßer" (Bonhoeffer) missbrauchen: Wo wir nicht mehr weiter wissen, setzen wir mal eben Gott ein, und – schwupps – sind wir aller Probleme entledigt.</div><div><br></div><div>Aber Gott lässt sich nicht einsetzen. Nur er selber setzt sich ein – dort, wo er es will. Und er entzieht sich ebenfalls dort, wo er es will.</div><div><br></div><div>Die biblischen Schriften, über 1.000 Jahre hin aufgeschrieben, sprechen von keinem göttlichen Helden, der in der Not wie Superman auftaucht. Sie sprechen von einem göttlichen Geist, der so wenig greifbar ist wie der Wind, weder berechenbar noch festzuhalten. Er „weht, wo er will" (Joh 3,8). „Du weißt nicht, woher er kommt", er ist also gar nicht als Gottes Geist identifizierbar. Und „du weißt nicht, wohin er fährt", sein Ziel ist also nicht auszurechnen. „So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist." Der Mensch, den Gottes Geist treibt, ist also genauso unergründlich wie der Geist selbst: Es gibt für ihn selber und für seine Mitmenschen keinen Beweis dafür, woher er eigentlich seine Kraft bekommt. Und es gibt für ihn selber und für seine Mitmenschen keine Sicherheit darüber, wohin das Ganze führen wird.</div><div><br></div><div>Man <span class="fs14lh1-5"><b>sieht</b></span> die Kraft Gottes also nicht. Man sieht nur, was sie aus einem Menschen <span class="fs14lh1-5"><b>macht</b></span>. Wir müssen jeden Beweis für ihre Wirksamkeit und jede Sicherheit bezüglich ihres Erfolgs fahren lassen. Wir müssen uns jedes Zugriffs auf das Gute, Richtige, auf das Gott entsprechende, also ethisch hochstehende Leben entledigen. Nur so kann es geschehen – unergründlich, warum es geschieht, darum nur unter unserem blanken Erstaunen.</div><div><br></div><div>Manchmal bewundern wir diese veränderten Menschen. Zu ihnen gehören Maximilian Kolbe, Dietrich Bonhoeffer, Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Mutter Theresa. Ich würde auch Michail Gorbatschow zu ihnen zählen. Es gibt noch viele andere. Auch solche, die nie Berühmtheit erlangen werden, sondern im Stillen Gutes bewirkt haben und täglich bewirken. Die Helden des Alltags, von denen niemand spricht. Menschen, die an ihrer Stelle gegen das Zerstörerische kämpfen, und sei es nur im engsten Kreis der Familie. Sie alle sind fehlbare Menschen wie du und ich, die dennoch Großes tun.</div><div><br></div><div>Es sind keine überlegenen Helden wie in unseren Spielfilmen; denn sie lassen es sich etwas kosten oder müssen sogar mit ihrem Leben bezahlen.</div><div><br></div><div>Was sogar die Berühmten unter ihnen <span class="fs14lh1-5"><b>nicht</b></span> konnten: die Menschheit auf Dauer in eine andere Richtung lenken. Auch über sie ging die Geschichte hinweg.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Christen, wo seid ihr?</div><div><br></div><div>Warum fehlen uns heute solche Menschen? Warum ist da keiner, der aufsteht gegen die Verhältnisse und die Massen begeistert? Warum ist kein Politiker willens oder in der Lage, etwas Entscheidendes an den unfriedlichen, ungerechten und zerstörerischen Strukturen zu verändern?</div><div><br></div><div>Warum gießt Gott nicht heute, wo es so nötig wäre, seinen Geist aus? Warum tut die Christenheit sich so schwer, aufzustehen gegen Waffenexporte, versklavende Wirtschaftsstrukturen und Klimawandel? Warum sind hauptsächlich die auf die Straße gegangen, die sich selbst nicht als Christen bezeichnen? Warum geht kein Aufschrei durch die weltweite Christenheit – ein Aufschrei, der sich den Schrei der Leidenden zu eigen macht? Christen, wo seid ihr? Warum seid ihr in diesen Dingen unsichtbar?</div><div><br></div><div>Eine Antwort habe ich nicht. Ist es die Selbstzufriedenheit derer, die sich ihres Heils gewiss sind? Oder ist es pure Bequemlichkeit, die nur das eigene Wohlsein sucht? Ist es das Verschließen der Augen, weil es „uns" ja so gut geht? Oder ist es gar die Gleichgültigkeit gegenüber der Not der fernen Nächsten, weil einem nur die Not in der eigenen Gemeinde wichtig ist?</div><div><br></div><div>Was auch immer es ist: Es ist in meinen Augen ein Unterdrücken des Geistes Gottes (1Thess 5,19), so dass dieser nicht wirken kann. Es ist ein Betrüben dieses Geistes (Jes 63,10; Eph 4,30), also ein Betrüben Gottes selbst; kein Leben zu seiner Freude und ihm zur Ehre. Mit anderen Worten: Es ist die Verweigerung des Sinns und Ziels christlichen Lebens, mit dem biblischen Wort: Sünde.</div><div><br></div><div>Was bleibt, ist die Hoffnung, dass Gott uns nicht unserer verwerflichen Gesinnung überlässt (Röm 1,28-32), sondern dass er sich doch noch erbarmt. Aber Gott taucht nicht überall wie der rettende Held auf, wo wir ihn brauchen, wo wir den Karren in den Dreck gefahren haben. Er kann auch anders.</div><div><br></div><div>Seid euch also nicht zu sicher, dass es schon wieder werden wird. Seid euch nicht zu sicher, dass es euch nicht treffen wird. „Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht verspotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten" (Gal 6,7).</div><div><br></div><div>Könnte es sein, dass ihr am Ende dasteht wie jene, denen Jesus sagt (Mt 25,42f): „Ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mich nicht getränkt; ich war fremd, und ihr habt mich nicht beherbergt; nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht"? Was er ihnen androhte, will ich lieber nicht zitieren. Jedenfalls wird dann niemand mehr die Wahrheit wegdrücken können.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Anfänge brauchen Fortsetzungen</div><div><br></div><div>Man kann angesichts des fehlenden Aufschreis der Christenheit und des tödlichen Zustands der Welt der Ansicht sein, dass alle christliche Verkündigung vom göttlichen Geist nur eine Illusion sei. Den Weg <span class="fs14lh1-5"><b>dieses</b></span> Glaubens will ich nicht gehen. Ich will weiterhin darauf vertrauen, dass Gott wirkt – trotz des fehlenden Aufschreis und des Zustands der Welt. Auch wenn es manchmal schwerfällt, an das Wirken des Geistes zu glauben. Ich weiß, ich bin ungeduldig. Doch kann man geduldig sein, wenn Menschen im globalen Süden sterben und wir im globalen Norden so tun, als wäre nichts gewesen? <span class="fs14lh1-5"><b>Kann man dann noch geduldig sein??</b></span></div><div><br></div><div>Ich will hoffen und die kleinen Anfänge nicht aus den Augen verlieren. Ich will aber auch die kleinen Anfänge nicht schon zum großen Wurf umdeuten. Anfänge bleiben nur Anfänge. Sie verlangen nach Fortsetzungen. Ich denke, dass &nbsp;Gottes Geist noch viel bewirken will. Es liegt auch an uns, ob wir ihn wirken lassen.</div><div><br></div><div>Wie kein anderes beschreibt das Doppelgleichnis vom Senfkorn und vom Sauerteig den Wert der kleinen Anfänge (Mt 13,31-33; Lk 13,18-21; in Mk 4,30-32 nur vom Senfkorn). Das Senfkorn ist nur ein kleines Samenkorn, und doch wird aus ihm ein riesiger Strauch. So ist es auch mit Gottes Herrschen auf Erden. Es erscheint uns klein und unscheinbar und trägt doch schon die Merkmale einer großen Zukunft in sich. Ebenso verhält es sich mit ein wenig Sauerteig, der den ganzen Teig durchsäuert.</div><div><br></div><div>Auch Paulus spricht einmal vom Sauerteig, aber in anderem Sinn (1Kor 5,6-8). Das Brot ist ihm ein Gleichnis für die Christ*innen. Er ruft dazu auf, den alten Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit wegzuschaffen und ein ungesäuertes Brot zu werden, ein „Brot der Reinheit und Wahrheit." Zur Wahrheit gehört nicht nur, dass uns das Heil geschenkt wurde, sondern auch, dass wir so leben, wie es diesem Heil entspricht: ethisch gereinigt. Und zwar nicht nur im persönlichen Bereich, sondern auch im politischen.</div><div><br></div><div>Wer nur das eigene Heil feiert und nicht zugleich alles daran setzt, diesem Heil entsprechend zu leben, der lebt nicht als Christ.</div><div><br></div><div>Ich schätze die kleinen Anfänge, die es gibt. Aber ich strecke mich zugleich aus nach den Fortsetzungen. Ich bin dankbar für kleine politische Richtungsänderungen. Aber ich ersehne den Paradigmenwechsel, den Wechsel weg von dem Muster „ich zuerst, dann die anderen", weg vom Anhäufen von Reichtum auf Kosten Anderer, weg vom persönlichen Wohlbefinden auf Kosten der Schöpfung. Der Paradigmenwechsel muss die ganze Gesellschaft und das Wirtschaftsleben umfassen.</div><div><br></div><div>Du hältst das für einen naiven Traum, eine Illusion? Dann hältst du Gottes Geist für eine Illusion.</div><div><br></div><div>Denn das Reich Gottes liegt nicht in unserer Hand. Er schafft das, was, wenn <span class="fs14lh1-5"><b>wir</b></span> es aus eigener Kraft schaffen sollen, tatsächlich eine Illusion ist. Du hast recht: Die Vollendung erfolgt erst am Jüngsten Tag. Doch ich finde es zynisch, diese Vollendung zu erwarten und bis dahin die Hände in den Schoß zu legen.</div><div><br></div><div>Täten wir das, was würde Jesus dazu sagen?</div><div><br></div><div>Jesus hat immer konkret zu den Menschen gesprochen. Darum geht es im Glauben nicht um abstraktes Theologisieren, sondern um konkretes Retten von Menschenleben. Die Wahrheit ist immer konkret. Abstraktes kann man leicht wegdrücken, Konkretes nicht.</div><div><br></div><div>Wenn du eine andere Überzeugung hast, gib unten deinen Kommentar ab. So können wir ins Gespräch miteinander kommen.</div><div><br></div><div>Ich schließe diesmal nicht mit einem tröstlichen Zuspruch. Oder vielleicht doch, aber mit einem, zu dem die Mahnung gehört. Ein Zuspruch ohne Mahnung würde alles Gesagte mit Gottes Liebe zukleistern. Ja, Gottes Liebe ist da. Aber zu ihr gehört auch, diese Liebe weiterzugeben. Wer Gottes Liebe nur für sich und die Seinen will, lebt nicht in ihr.</div><div><br></div><div>Darum gilt es, sich vom Geist Gottes verändern zu lassen. Wir können uns nicht selbst radikal verändern. Man kann sich nicht selber neu erschaffen oder selber neu gebären (2Kor 5,17; Gal 6,15; Joh 3,3-7). Wir brauchen es auch nicht, denn Gottes Kraft ist dazu da. Gott kann sie über uns ausgießen; denn er will, dass alle Menschen gerettet werden (1Tim 2,4) – auch vor ihrem falschen Lebenswandel. Das ist die Frohe Botschaft von Pfingsten: Gottes Kraft kann und will dich zu einem neuen Menschen machen. Du musst nichts tun – außer es geschehen zu lassen.</div><div><br></div><div>Lass dich also vom Geist bewegen zu einem neuen Wollen und neuen Handeln. Die Alternative wäre: wollen, dass die Welt so bleibt, wie sie ist. Was das bedeutet, hat Erich Fried in seinem Gedicht „Status Quo" ausgedrückt:</div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wer will</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5"><i>daß die Welt</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5"><i>so bleibt</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div class="mb1"><span class="fs14lh1-5"><i>wie sie ist</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><i class="fs14lh1-5">der will nicht</i></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5"><i>daß sie bleibt</i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><span><br></span><div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div><br></div><div><br></div><div><div></div></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 30 May 2020 16:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der kreative Maskenbildner]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000028"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der kreative Maskenbildner</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/05/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Meine Frau und ich teilen uns das wöchentliche Einkaufen: Sie fährt in einen der beiden Supermärkte, in denen wir einkaufen, und ich in den anderen. So läuft es normalerweise. Aber vor einigen Tagen hatte ich eine grandiose Idee: Meine Frau nimmt mich mit zu dem Markt, für den ich zuständig bin, setzt mich dort ab, fährt zu ihrem Markt und holt mich danach wieder bei meinem Markt ab. So sparen wir uns einen Fahrtweg.</div><div><br></div><div>Okay, so grandios ist die Idee auch wieder nicht. Aber für uns ziemlich ungewöhnlich.</div><div><br></div><div><div>Gesagt, getan. Wir fahren los, sprechen noch ab, dass wir uns in 40 Minuten wieder am Markteingang treffen. Vor dem Supermarkt hält meine Frau, ich steige aus, meine Frau fährt los, ich gehe Richtung Eingang und denke: Jetzt gleich den Einkaufswagen desinfizieren und die Maske aufset ... – die Maske! Ich habe meine Maske vergessen! Auf der Stelle drehe ich um die eigene Achse, sehe den Wagen zehn Meter vor mir, laufe noch hinterher – zu spät! Meine Frau ist weg ...</div></div><div><br></div><div>Neiiiiin! Vor mir läuft ein Film ab: Jetzt 40 Minuten warten, dann ohne Einkauf zurück nach Hause und allein nochmal losfahren – was für ein Zeitverlust! Das kann doch nicht sein! Ich untersuche meinen Rucksack, ob sich nicht doch noch eine Maske findet. Das kann eigentlich gar nicht sein, denn ich weiß genau, dass die Masken zu Hause liegen. Trotzdem untersuche ich den Rucksack zweimal. Alles Mögliche ist drin, aber keine Maske.</div><div><br></div><div>Ich bewege mich vom Supermarkt weg. Die Gedanken kreisen. Was tun? Es muss doch eine Lösung geben! Ich habe absolut keine Lust, hier 40 Minuten rumzustehen und danach nochmal loszufahren. Mein Blick fällt auf ein kleines Modegeschäft. Schnellen Schrittes bewege ich mich zum Eingang, will hinein, da fällt mir ein, das geht ja ohne Maske nicht. Wie angewurzelt bleibe ich im Eingang stehen, da kommt auch schon eine freundliche Verkäuferin auf mich zu und wirft mich raus, obwohl ich noch gar nicht drin bin: Nein, ohne Maske kein Einlass. „Ich weiß", sage ich, „verkaufen Sie Masken?" „Nein", sagt sie lächelnd und zerstört alle Hoffnungen in mir.</div><div><br></div><div>Ich untersuche ein drittes Mal meinen Rucksack. Die Hoffnung stirbt zuletzt.</div><div><br></div><div>Ich setze mich frustriert auf eine verfallene Eingangstreppe. Ich muss mir eine Maske basteln, schießt es mir durch den Kopf. Ein Schal oder ein Tuch geht ja auch. Hab ich aber nicht dabei, es ist schließlich sommerlich warm. Ich untersuche den Rucksack nach brauchbarem Material und finde nur eine kleine Einkaufstasche aus Stoff. Die falte ich hin und her. Ich muss sie als Schal falten und an den Henkeln zusammenbinden, denke ich. Aber es ist zu eng, ich kann sie nicht über den Kopf ziehen. Doch ich gebe nicht auf. Diese Einkaufstasche ist meine letzte Chance. Schließlich binde ich die Henkel hinter meinem Hals zusammen, mit nur einem halben Knoten, weil die Henkel so kurz sind, und ziehe die gefaltete Tasche dann vorne hoch über die Nase – passt! Der halbe Knoten hält!</div><div><br></div><div>Jetzt schnell ab in den Laden. Ich habe schon zu viel Zeit verloren. Egal, was die Leute denken.</div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span></div><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/P1000974.png"  title="" alt=""/></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div><div><br></div><div>War ich nicht echt kreativ? Ja, Not macht erfinderisch. Aber nicht nur Not. Ist es nicht toll, was wir Menschen alles erfinden können? Dass wir Tüftler, Bastler, Ingenieure und Künstler sein können? Jeder ist in seiner Weise ein kreativer Mensch – wenn ihm die Kreativität nicht ausgetrieben oder unmöglich gemacht wird.</div><div><br></div><div>Der erste und größte Kreative ist Gott selbst, der alles erschaffen hat: Welch eine wunderbare Vielfalt und Schönheit – unfassbar! Aber er hat seine Kreativität nicht für sich behalten, sondern mit seinen Geschöpfen geteilt: Die Erde soll selbstständig Pflanzen und Landtiere hervorbringen (Gen/1Mo 1,11f.24). Fische und Vögel sollen fruchtbar sein und sich mehren, ebenso die Menschen (Gen/1Mo 1,22.28). Sie sollen das von Gott Geschaffene bebauen und bewahren, und sie sollen Landtieren und Vögeln einen Namen geben (Gen/1Mo 2,15.19f). Das alles sind kreative Tätigkeiten. Kreativität gehört somit zum Menschen wesentlich hinzu! Und man nimmt ihm Wesentliches, wenn man ihm seine Kreativität nimmt.</div><div><br></div><div>Alle Verhältnisse, die uns die Möglichkeit zur Kreativität rauben, sind falsch. Alle Arbeitsbedingungen, die den Menschen zum bloßen Befehlsempfänger degradieren oder zur stumpfen Wiederholung immer derselben Handlungen zwingen, sind unmenschlich.</div><div><br></div><div>Gott hat uns fast unbegrenzten Handlungsspielraum gegeben. Grenzen findet dieser Spielraum nur dort, wo wir uns selbst oder anderen ein Bein stellen. Dann verletzen wir nicht nur die Würde des Geschöpfs, sondern gerade damit auch die Ehre des Schöpfers.</div><div><br></div><div>Du darfst alles, was dir selbst oder anderen Geschöpfen keinen Schaden zufügt. Darum hab' keine Angst vor deiner Kreativität! Lass die Gedanken spielen, lass deiner Phantasie freien Lauf, mach' verrückte Sachen, lass dir keine Gedanken oder Taten verbieten! Und begehre auf, wenn es dir unmöglich gemacht wird, kreativ zu sein!</div><div><br></div><div>Aber bleibe auch kritisch deiner eigenen Kreativität gegenüber! Denn sie kann, wie alles andere auch, zum Guten wie zum Schlechten benutzt werden. Bald nachdem der Mensch den Tieren ihren Namen geben durfte, begann die menschliche Sündengeschichte (Gen/1Mo 3f.6-9). Darum bedenke immer, wozu deine Kreativität dient! Auch wenn sie ohne Zweck, rein spielerisch ist, ist sie etwas Gutes. Du hast deine Kreativität bekommen, um Schönes und Gutes damit zu schaffen. Setze sie dazu ein!</div><div><br></div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><img class="image-2" src="https://christseinverstehen.de/images/Rote-Blumen-vor-Blau-verfremdet-aus-Steinen.png"  title="" alt=""/><br></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div><div><br></div><div>Ich eile mit meiner außerordentlich kreativen Maske durch den Supermarkt. Mit dieser Maske füge ich niemandem Schaden zu. Mund und Nase sind vollkommen bedeckt. So erledige ich schnell meine Einkäufe. Lieber nicht die anderen angucken, um nicht zu sehen, wie die mich angucken. Es scheint kaum jemandem aufzufallen. Alle sind mit sich selbst und ihren Einkäufen beschäftigt.</div><div><br></div><div>Aus den Augenwinkeln sehe ich, nein, ich vermute eher, dass manche mich wohl länger angucken als normal. Keine Ahnung, was in ihnen vorgeht. Ist mir aber auch total egal. Manchmal trage ich gern zur Belustigung meiner Mitmenschen bei. Ist auch ein gutes Werk.</div><div><br></div><div>In einem Schrank mit Kunststofftüren, aus der ich Käse hole, spiegelt sich mein Gesicht. Ich muss lachen, gehe weiter, lache laut über dieses Gesicht, aber immer so, dass mich keiner hört. Bloß nicht auffallen.</div><div><br></div><div>In 20 Minuten ist alles erledigt. Die Frau an der Kasse guckt etwas irritiert, dann schaut sie wieder weg. Ob aus Höflichkeit oder Entsetzen, weiß ich nicht.</div><div><br></div><div><div>Wenige Meter vor dem Ausgang kommt mir ein Bekannter entgegen. Auch das noch, aber inzwischen ist mir alles egal. Leider erkennt er mich trotz meiner Maskierung, kneift die Augen zusammen, grüßt etwas verunsichert, ich grüße zurück, grinse ihn an und hoffe, dass er das an meinen Augen sieht.</div></div><div><br></div><div>Kaum draußen, reiße ich mir die Tasche vom Gesicht. Endlich wieder normal aussehen!</div><div><br></div><div>Gottes Gabe der Kreativität hat mich gerettet (naja, nur vor ein bisschen Zeitverlust – aber es ist ja wertvolle Lebenszeit). Meine Frau ist noch nicht da. Ich warte vor dem Supermarkt und kann mir in aller Ruhe und ohne aufzufallen die Leute ansehen, die hineingehen und herauskommen.</div><div><br></div><div>Die Masken, die sie tragen, sind sehr unterschiedlich. Aber keine ist so kreativ und so hässlich wie meine.</div><div><br><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 24 May 2020 13:59:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Götter der Ideen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000027"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die Götter der Ideen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 21/05/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es wird behauptet, wir gingen einer religionslosen Zeit entgegen. Richtig ist: Der christliche Glaube spielt für immer weniger Menschen eine Rolle, und seit Jahrzehnten schrumpft die Anzahl der Kirchenmitglieder. Militante Atheisten kämpfen gegen alle Religionen, weil sie sie für schädlich halten. Sie hoffen auf eine aufgeklärte, von jedem Gottesglauben gereinigte Zeit.</div><div><br></div><div>Und doch gibt es Vieles, was sich zwar nicht Religion nennt, aber religiösen Charakter hat. Dazu zähle ich alles, was für absolut richtig und daher unhinterfragbar gehalten wird. Es gilt als unanfechtbar und braucht sich darum auch nicht mehr mit anderen Positionen auseinanderzusetzen.</div><div><br></div><div>Wir erleben es gerade, dass ganz unterschiedliche Menschen friedlich vereint gegen staatliche Maßnahmen in der Corona-Krise demonstrieren. Unter ihnen sind Links- und Rechtsradikale, verärgerte Normalbürger und Reichsbürger, Anhänger von Verschwörungstheorien und selbsternannte Gesundheitsexperten. Für sie alle ist klar, dass der Staat versagt und betrügt – sofern sie ihm überhaupt noch irgendeine Legitimation zusprechen. Die Auseinandersetzung mit Gegenpositionen lehnen die meisten ab. Für sie liegt ja auf der Hand, dass sie recht haben.</div><div><br></div><div>Ich meine damit nicht die von den Corona-Einschränkungen hart betroffenen und an ihre Grenzen kommenden Menschen, die ihrer Verzweiflung Ausdruck verleihen wollen.</div><div><br></div><div>Die meisten, die jetzt demonstrieren, haben aber wohl einen anderen Hintergrund. Ich habe schon vor Corona in Gesprächen erlebt, wie politische Konzepte absolut gesetzt werden und den Charakter unhinterfragbarer Wahrheit gewinnen. Dabei ist mir anschaulich bewusst geworden, was eine Ideologie ist: Das absolute Fürwahrhalten von Ideen, die nicht mehr hinterfragt werden.</div><div><br></div><div>Ich habe auch Menschen kennengelernt, für die Kunst einen quasi religiösen Charakter angenommen hat. Für solche Menschen gibt es nichts Wichtigeres, Sinnvolleres und Zukunftsweisenderes als Kunst.</div><div><br></div><div>Natürlich ist auch der christliche Glaube oder irgendeine andere spirituelle Haltung nicht vor ideologischer Verblendung gefeit. Die Kirchen- und Religionsgeschichte weiß davon viele Lieder zu singen.</div><div><br></div><div>Das führt mich zunächst zu der Feststellung: Unsere scheinbar religionsarme Zeit ist voll von Göttern; voll von Ideen, die für ihre Anhänger Absolutheitswert haben.</div><div><br></div><div>Daran hat sich offenbar seit Jahrtausenden nichts geändert. Paulus schrieb schon in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth, dass es viele Götter auf Erden gebe. Und er fährt fort: „Es gibt doch für uns nur <span class="fs14lh1-5"><b>einen</b></span> Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm" (1Kor 8,5f). Für Paulus also gibt es nur einen einzigen Grund und ein einziges Ziel unseres Lebens. Diesen Grund und dieses Ziel nennt er „Gott, den Vater". Wenn er Gott „Vater" nennt, meint er damit: Er ist ein fürsorglicher, liebevoller und vertrauenswürdiger Gott (er hätte ihn auch „Mutter" nennen können; Jes 66,13).</div><div><br></div><div>Menschen sehnen sich nach einem Grund und Ziel ihres Lebens. Nur wenn sie wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen, können sie in ihrem Leben einen Sinn erkennen. Wer bin ich? Was soll ich hier auf der Erde? Wohin gehe ich, wenn dieses Leben endet? Diese Fragen suchen nach Antworten.</div><div><br></div><div>Darum fragten schon in biblischer Zeit die Israeliten nach Göttern, die ihnen diese Fragen beantworteten. Sie sagten nämlich nach Apg 7,40 zu ihrem Anführer Aaron: „Mache uns Götter, die vor uns herziehen sollen." Ergebnis war das Goldene Kalb (eigentlich ein Stier). Wenn Götter „vor uns herziehen sollen", besagt das: Sie sollen uns den Weg weisen und Orientierung bieten. Sie sollen uns sagen, woher wir kommen, wo wir stehen und wohin die Reise geht.</div><div><br></div><div>Solche Götter sind für die aufgeklärten Westler natürlich keine Standbilder mehr. An ihre Stelle sind feste, unhinterfragbare Ideen getreten, die von eigenen Wünschen und Gedanken genährt werden sowie von Internetblasen, in denen jeder sich selbst wiederfindet. Aufgeklärte Menschen machen sich keine möglichst unzerstörbaren Standbilder, sondern unzerstörbare Gedankenbilder, die sie verehren.</div><div><br></div><div>Nach Apg 19,26 hat Paulus in Ephesus verkündet, „was mit Händen gemacht werde, das seien keine Götter." Heute, wo die Götter nicht unserem Handwerk, sondern unserer Ideenwerkstatt entstammen, müsste er sagen: „Was mit euren Gedanken gemacht wird, das sind keine Götter."</div><div><br></div><div>Auf einem Hügel bei Athen, dem Areopag, hielt Paulus der Apostelgeschichte zufolge eine denkwürdige Rede (Apg 17,16-34). Er packt die Zuhörer bei ihrer Religiosität und versucht, sie zu dem einen Gott hin umzuleiten. Nach dem Motto: „Ihr seid doch sehr religiös, das Problem ist nur, dass ihr die falschen Götter anbetet" – nämlich die Standbilder in den Tempeln. Heute müsste er sagen: „Ihr betet die Gedankenbilder in euren Köpfen an."</div><div><br></div><div>Den Christ*innen in Galatien schrieb derselbe Paulus: „Damals, als ihr Gott nicht kanntet, dientet ihr als Sklaven den Göttern, die in Wirklichkeit keine sind." Und er ermahnt sie, nicht wieder in diese Götzenverehrung zurückzufallen (Gal 4,8-10). Es ging auch damals schon um die Gottesbilder in den Köpfen, die nicht frei machen, sondern in die Unfreiheit führen. Denn die Galater haben ihre christliche Freiheit aufgegeben und sich religiösen Vorschriften unterworfen (Gal 4,1-5). Mit anderen Worten: Religiöse Ideologie führt dazu, dass der ganze Mensch sich bedingungslos ihren Vorgaben unterwerfen muss. So verliert er das, was er sucht: seine Freiheit.</div><div><br></div><div>Was heute wichtig wäre, ist der Kampf gegen jede religiöse und säkulare Ideologie. Alles, auch das Natürlichste, kann zum Gott werden: Sport, Gesundheit, Sex, Ernährung, Konsum, Kreativität, Wissenschaft, Religion... All diese Dinge sind an sich nicht schlecht, sondern gut. Doch ein Mensch, der eins dieser Dinge als Gott verehrt, der ihm nachläuft und sich von ihm bestimmen lässt, ist nicht frei.</div><div><br></div><div>Dagegen ist der befreiende Glaube zu setzen. Der Glaube an den Gott, der nichts in Stein Gemeißeltes ist, auch nichts in die Gehirne Gemeißeltes, nichts Fixiertes, Unveränderliches und damit Unhinterfragbares. Er ist vielmehr der lebendige Gott, der „gestern und heute und in Ewigkeit derselbe ist" (Hebr 13,8) und uns dennoch in seiner immer gleichbleibenden Liebe jeden Tag anders begegnen und uns sogar fremd werden kann. Denn er ist kein Gedankenbild, sondern der in seiner Liebe Unergründliche, den wir immer neu kennenlernen müssen und der sich uns immer neu zu erkennen gibt.</div><div><br></div><div>Das (nach reformierter Zählung) zweite Gebot „Du sollst dir kein Gottesbild machen" (Ex/2Mo 20,4; Dtn/5Mo 5,8) bringt genau dies zum Ausdruck: Du sollst nach dem ersten Gebot den <span class="fs14lh1-5"><b>einen</b></span> Gott anbeten, aber im zweiten Gebot wird sofort hinzugefügt: Die Gefahr dabei ist, dass du diesen Gott vereinnahmst und ihn nach deinem Bilde formst. Und schon hast du deine Freiheit verloren!</div><div><br></div><div>Denn nun hängt alles daran, dieses dein Gottesbild bis auf die Haut zu verteidigen. Das macht dich nicht nur unfrei, sondern zerstört auch die Beziehung zu deinen Mitmenschen.</div><div><br></div><div>Die Freiheit des christlichen Glaubens aber zeigt sich so:</div><div><ul><li>Du musst kein festes Bild von Gott im Kopf haben, sondern du vertraust darauf, dass Gott sich dir immer wieder neu zu erkennen geben wird.<br></li><li>Du stehst zur Unvollkommenheit deiner eigenen Gotteserkenntnis und bist dir dennoch der Liebe dieses Gottes gewiss.<br></li><li>Du weißt nicht, was kommt, aber du weißt dich in aller Unsicherheit und Unberechenbarkeit des Lebens in den guten Händen dieses Gottes.<br></li></ul></div><div><br></div><div>Wenn es stimmt, dass religiös und ideologisch verblendete Menschen in unserer unübersichtlichen und unsicheren Welt einen Halt suchen, einen Grund und ein Ziel ihres Lebens: Müssten sich die Kirchen und ihre Mission nicht viel mehr diesen religiös-ideologisch verirrten Menschen zuwenden? Müssten sie nicht vermitteln, dass es eine Gewissheit gibt, die wir uns nicht selber verschaffen und sichern müssen, sondern die wir uns schenken lassen können? Und dass wir gerade in diesem unverfügbaren Geschenk Halt finden?</div><div><br></div><div>Es ist eine Gewissheit, die nichts Festes ist, sondern immer wieder auch in Frage gestellt wird. Eine Gewissheit, die der fragenden Vernunft nicht ausweicht, sondern sich ihr stellt und dennoch ihrer selbst gewiss bleibt. Und zwar deshalb, weil diese Gewissheit eben nicht in mir selbst gründet, sondern außerhalb von mir: in der Liebe dieses Gottes, der mich unabhängig von meiner eigenen Befindlichkeit und von der Qualität meiner Erkenntnis liebt und immer lieben wird.</div><div><br></div><div>Menschen suchen menschliche Sicherheit und absoluten Halt. Sie meinen, sie sich selber verschaffen zu müssen. Sie fixieren sich auf ihre Ideen und werden zu deren Gefangenen. Sie können es nicht aushalten, dass all unsere Sicherheiten brüchig sind. Dabei wäre es so einfach, die gesuchte Sicherheit und den gesuchten Halt in der unverbrüchlichen Liebe Gottes zu finden. Man müsste nur nicht mehr auf sich selber, sondern auf ihn vertrauen. Aber gerade das fällt uns so unglaublich schwer.</div><div><br></div><div>Paulus hatte auf dem Areopag in Athen wenig Erfolg (Apg 17,32-34). Aber er hat nicht aufgehört, für die „herrliche Freiheit der Kinder Gottes" zu werben (Röm 8,21). Darum sollten auch wir nicht aufhören, diese wunderbare Freiheit zu suchen und weiterzusagen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter">* * * * *</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 21 May 2020 13:15:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Von Allwissenden und Unwissenden]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000026"><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Von Allwissenden und Unwissenden</span></div><div class="imTACenter mb1"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 13/05/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es gibt Christen, die wissen mir zu viel.</div><div><br></div><div>Sie wissen in jeder Situation, was Gott will und was er tut. Sie können das undurchdringliche Wirrwarr der Weltgeschichte deuten. Sie wissen, welche Ereignisse Strafen Gottes sind. Natürlich können sie dir auch sagen, <span class="fs14lh1-5"><b>warum</b></span> Gott durch dieses oder jenes Ereignis die Menschen straft.</div><div><br></div><div>Diese Christen kennen die Einzelheiten der Zukunft. Besonders den Ablauf der Ereignisse in der Endzeit können sie haarklein voraussagen. Auch was nach dem Ende der Zeit geschieht, wie Gott über die Menschen urteilen wird, wissen sie genau. Nichts scheint ihnen verborgen.</div><div><br></div><div>Sie entnehmen das alles aus der Bibel. Sie wissen nämlich genau, wie jeder einzelne Vers zu verstehen ist. Und was er über Gott, die Weltgeschichte und ihre Zukunft sagt.</div><div><br></div><div>Wenn solch ein Christ spricht, habe ich das Gefühl, hier spricht jemand mit dem Munde Gottes. Eigentlich spricht hier kein Mensch, sondern Gott selbst. Denn was er kundtut, ist ein Wissen, das eigentlich nur Gott selbst haben kann.</div><div><br></div><div>Bei aller Sympathie für ihre Bibeltreue und Ernsthaftigkeit kann ich es manchmal, wenn sie reden, kaum aushalten. Woher wissen sie das alles so genau? Wie können sie so sicher sein, die Bibel richtig zu verstehen? Meinen sie, sie könnten sich nicht irren, seien also unfehlbar? Wie können sie es wagen, mit der Stimme Gottes zu sprechen? Ist es nicht eine ungeheure Anmaßung, was da geschieht?</div><div><br></div><div>Es erscheint mir so, als setze sich hier ein Mensch an die Stelle Gottes, als spreche ein Mensch die Worte Gottes aus. Maßstab für das, was wahr oder nicht wahr ist, ist dieser Mensch.</div><div><br></div><div>Manchmal sind diese Christen freundlich und bescheiden. Ich frage mich aber, ob diese Bescheidenheit nur vordergründig ist.</div><div><br></div><div>Verkünden sie wirklich Gottes Wort? Oder fallen sie Gott, ohne es zu wollen, ins Wort? Wie wirkt das, was sie sagen, wohl auf ihre glaubensfernen Mitmenschen, wenn es schon mich so verstört?</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-0" src="https://christseinverstehen.de/images/rainbow.gif"  title="" alt=""/></div><div><br></div><div>Es gibt noch eine andere Art von Christen. Sie wissen fast nichts über Gott.</div><div><br></div><div>Sie meinen, über Gott könne man eigentlich nichts aussagen. Und zwar deshalb nicht, weil er größer ist als all unser Denken und Verstehen. Er ist das höchste Wesen überhaupt. Wie soll unser kleiner Verstand an ihn heranreichen?</div><div><br></div><div>Darum ist ihnen jede Aussage fremd, die Gott beschreibt oder etwas über Gottes Handeln und Wirken in der Welt sagt. Sie wehren sich gegen jede Aussage darüber, wer oder was Gott ist oder was er tut. Sie sagen dann, das sei „dogmatisch". Sie wollen sich nicht festlegen und nicht festlegen lassen.</div><div><br></div><div>Auch die Bibel sei ja nur von Menschen geschrieben, sagen sie. Sie enthalte menschliche Glaubensaussagen. Darum könne sie kein Maßstab für die Wahrheit sein.</div><div><br></div><div>Wenn man sie fragt, was für sie der Maßstab für Wahrheit und Unwahrheit ist, antworten sie, es gebe nicht <span class="fs14lh1-5"><b>die</b></span> Wahrheit. Es gebe nur <span class="fs14lh1-5"><b>subjektive</b></span> Wahrheiten. Jeder müsse seine Wahrheit selber finden.</div><div><br></div><div>Sie haben nichts gegen Spiritualität. Damit meinen sie ein allgemeines religiöses Bewusstsein. Das finden sie nicht nur im Christentum, sondern auch in anderen Religionen. Darum sehen sie keine entscheidenden Unterschiede zwischen christlichem und anderem Glauben.</div><div><br></div><div>Mit Theologie können sie oft nicht viel anfangen. Das einzige, was sie anerkennen, ist der Mensch Jesus und sein Lebenswandel. Der ist ihnen Vorbild. Und so beschränkt sich ihr Glaube vor allem auf einen humanistischen Lebensstil, auf Ethik.</div><div><br></div><div>Der Humanismus, die Menschenrechte, Friede für die Welt: Das ist es, was ihnen Maßstab ist. In Jesus finden sie das wieder.</div><div><br></div><div>Mir erscheint es so, als wüssten sie schon vorher, was die Wahrheit ist, um sie dann in Jesus zu finden.</div><div><br></div><div>Warum rechnen sie nicht damit, dass Gott sich Menschen kundtut? Machen sie Gott nicht unendlich klein, wenn sie ihm versagen, sich Menschen zu offenbaren? Verwehren sie ihm, die Autoren der biblischen Schriften zu seinem Sprachrohr gemacht zu haben? Verwehren sie ihm, sich in Jesus Christus offenbart zu haben und auch heute noch sich Menschen zu offenbaren?</div><div><br></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/rainbow.gif"  title="" alt=""/></div><div><br></div><div>Im Grunde stehen sich beide Gruppen von Christen sehr nah. Denn beide machen letztlich sich selbst zum Maßstab für die Wahrheit. Die einen, indem sie die objektive Wahrheit genauestens kennen, und die anderen, indem sie nur ihre eigene subjektive Wahrheit anerkennen. Indem beide die Wahrheit an sich selber festmachen, setzen sie sich an Gottes Stelle.</div><div><br></div><div>Ich füge gern hinzu, dass dies eine Gefahr – nein, <span class="fs14lh1-5"><b>die</b></span> große Gefahr für jeden Menschen ist, eine Gefahr, der wir tatsächlich immer wieder erliegen.</div><div><br></div><div>Die erste Gruppe von Christen hat darin recht, dass Gott sich Menschen kundgetan hat und bis heute kundtut. Diese Christen haben aber darin unrecht, dass sie meinen, sie allein hätten die Wahrheit und wüssten über alles Göttliche genauestens Bescheid.</div><div><br></div><div>Ihnen müsste man sagen, was Jesus nach dem Johannesevangelium den gläubigen Juden sagte: „Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben; und sie sind es, die <span class="fs14lh1-5"><b>von mir</b></span> zeugen" (Joh 5,39). Das heißt: Die Wahrheit der Bibel ist nicht die der Buchstaben, sondern die eines lebendigen Menschen, des Sohnes Gottes. Die Wahrheit des Sohnes Gottes und Gottes selbst ist darum eine lebendige Wahrheit. Sie ist nicht festgelegt und legt andere nicht fest. Wer Gottes Wahrheit fixiert, fixiert Gott selbst.</div><div><br></div><div>Die zweite Art von Christen hat darin recht, dass Gott nicht zum Objekt unserer Vorstellungen gemacht werden darf. Diese Christen haben aber darin unrecht, dass sie leugnen, dass Gott selber sich uns zum "Objekt" machen kann, wo er es will.</div><div><br></div><div>Ihnen müsste man sagen: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, wie sie dem Einziggeborenen vom Vater her zukommt, voll von Gnade und Wahrheit" (Joh 1,14). Das heißt: Gottes Wahrheit ist Mensch geworden in seinem einzigen Sohn Jesus Christus. Damit ist Gottes lebendige Wahrheit sichtbar geworden. Sie ist nicht beliebig und nicht mit anderen Wahrheiten in einen Topf zu werfen. Gottes Wesen ist uns nicht grundsätzlich unbekannt, sondern wird jeweils dort bekannt, wo er sich uns bekannt macht.</div><div><br></div><div>Das ist meine Sicht der Dinge. Wenn du eine andere hast, lass uns darüber reden und gemeinsam die Wahrheit suchen.</div><div><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><span class="fs12lh1-5 cf1"><b>Gib gerne unten einen Kommentar ein, dann können wir ins Gespräch miteinander kommen.</b></span></div></blockquote></blockquote></blockquote></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 13 May 2020 13:35:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[... alles zum Besten kehren]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000024"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">... alles zum Besten kehren</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 07/05/2020</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div>Vorgestern war ich im Supermarkt. Der Fahrradständer war mal wieder von einem Verkaufsstand zugestellt. Ärgerlich. Keiner denkt im Autoland an die Radfahrer.</div><div><br></div><div>Zwei Frauen kommen aus dem Markt, reißen sich die Masken vom Gesicht und schreien: „Luft! Endlich wieder Luft!" Ich denke: Was haben die denn für ein Problem? Ist im Markt die Klimaanlage ausgefallen? Oder halten die es nicht mal 'ne halbe Stunde unter der Maske aus? Die Leute können wirklich nichts mehr ab.</div><div><br></div><div>Ich finde einen Platz zum Anschließen des Fahrrades neben einem Behindertenparkplatz. Jetzt nimmt mein Fahrrad einen Teil des Parkplatzes ein. Nicht ideal. Aber was soll ich machen?</div><div><br></div><div>Also Maske vors Gesicht und rein. Auf den Einkaufswagen verzichte ich. Wer weiß, wer den heute schon alles angefasst hat.</div><div><br></div><div>Drinnen lauter Vermummte. Die Luft ist normal, kein Problem. Aber es gibt immer noch Leute, die nicht wissen, was Abstand ist. Oder die nicht wissen, dass 1 Meter 50 mehr ist als 50 Zentimeter. Oder die einfach so vor sich hin trällern. Ich versteh' das nicht.</div><div><br></div><div>Ist schon komisch, von allen nur die Augen zu sehen. Aber es guckt sowieso keiner den anderen an. Ist jetzt eigentlich die muslimische Verschleierung, bei der nur die Augen zu sehen sind, bei uns verboten oder nicht? Und müssen die sich verschleiernden Frauen jetzt unter ihrem Schleier noch einen Mund-Nasen-Schutz ...?? – Schwierige Frage. Dazu habe ich jetzt keine Zeit.</div><div><br></div><div>Jedenfalls war die Verschleierung ja heiß umstritten. Das ginge doch nicht, dass man von seinem Gegenüber nur die Augen sieht. Jetzt laufen wir alle so rum. Jedenfalls im Supermarkt und in Bus und Bahn. Geht doch.</div><div><br></div><div>Mit ein paar Handgriffen greife ich in die Regale und packe alles in meine Tasche. Das geht ziemlich schnell, ich weiß ja, wo die Sachen stehen.</div><div><br></div><div>Dann zur Kasse. Zwei sind geöffnet, beide haben lange Schlangen. Ich reihe mich ein. Vor mir eine vermummte junge Frau. Hinter mir reiht sich ein vermummter junger Mann ein. Ich hasse es, in der Schlange zu stehen. Es geht mal wieder überhaupt nicht weiter.</div><div><br></div><div>Vor mir die Frau bewegt sich gar nicht voran. Der Abstand zu dem vor ihr Stehenden wird immer größer. Das nervt. Was soll das, denke ich. Warum geht sie nicht weiter? Dann macht sie einen Minischritt nach vorn. Ich ziehe nach. Aber der Abstand zu ihrem Vordermann beträgt immer noch 3 Meter.</div><div><br></div><div>Das ist doch übertrieben, denke ich. Oder steht sie vielleicht gar nicht an, sondern einfach nur rum? Ärgerlich, dass es so gar nicht weitergeht. Es gibt Leute, die können nicht mal in einer Schlange anstehen.</div><div><br></div><div>Ich weiß schon, dass ich auch nicht schneller dran wäre, wenn sie den Abstand verringern würde. Aber ich hätte wenigstens das Gefühl, dass es dann schneller ginge.</div><div><br></div><div>Der Vermummte hinter mir hält es auch nicht mehr aus und kommt immer näher. Als er einen halben Meter hinter mir steht, drehe ich mich spontan um, strecke ihm den Arm entgegen und sage durch die Maske: „Halten Sie bitte Abstand!" Er blickt verdutzt von seinem Handy auf, an dem er rumdaddelte, und geht 20 Zentimeter zurück. Das reicht mir nicht. Weil ich keinen Ärger machen will, weiche ich zur Seite aus, um den Abstand zu vergrößern. Unmöglich, wie sich manche benehmen!</div><div><br></div><div>Die Frau vor mir hat das mitbekommen, dreht sich zu mir um und schüttelt den Kopf. Ich nicke und lächle dabei (das kann sie aber nicht sehen) und denke: Jetzt mach hier keinen Aufstand, wenn der hinter mir das mitkriegt, wie peinlich!</div><div><br></div><div>Sie kann sich gar nicht wieder einkriegen und murmelt etwas in ihre Maske, das ich nicht verstehen kann, nur ein Wort kommt bei mir an: „... BEKLOPPT ...". Ich nicke wieder und lächle (damit will ich sie beruhigen, aber sie kann das immer noch nicht sehen) und denke nur: Hoffentlich bekommt der hinter mir nichts mit, so schlimm ist es doch auch wieder nicht.</div><div><br></div><div>Dann beruhigt sie sich wieder und wir warten weiter. Jetzt weiß ich, warum die Frau vor mir so viel Platz zum Vordermann ließ: Sie nimmt es eben sehr ernst mit dem Abstand. Und sie hat mich gut verstanden mit meiner Reaktion. Eine Vernünftige im Meer der Ignoranten. Jetzt ist sie mir richtig sympathisch.</div><div><br></div><div>Die letzten Minuten Wartezeit achte ich sehr auf meinen Abstand zu ihr. Ich will sie ja nicht enttäuschen.</div><div><br></div><div>Komisch, wie schnell sich die Beurteilung eines anderen Menschen ändern kann. Zuerst fand ich ihr Verhalten sehr merkwürdig und nervig, und von einer Sekunde auf die andere ist sie mir sympathisch geworden.</div><div><br></div><div>Warum habe ich nicht von Anfang an verstanden, dass sie es einfach ernst genommen hat mit dem Abstand? Und selbst wenn sie nur etwas rumgeträumt und dabei das Weitergehen vergessen hätte – was wäre daran so schlimm gewesen?</div><div><br></div><div>Nicht sie war das Problem, sondern ich.</div><div><br></div><div>Mir fällt Martin Luthers Erklärung zum achten Gebot ein „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten" (nach reformierter Zählung das neunte Gebot - auch so ein kirchliches Kuriosum). Es geht zwar in meinem Fall nicht um Reden, sondern um Denken. Aber alles Reden fängt ja mit dem Denken an.</div><div><br></div><div>Alle Erklärungen zu den Geboten 2 bis 10 beginnen bei Luther mit den Worten „Wir sollen Gott fürchten und lieben" und greifen damit das 1. Gebot auf: „Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben." Das erklärt Luther so: „Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen."</div><div><br></div><div>Das gilt nun auch für das achte Gebot. Darin wurzelt unser richtiges Handeln, dass wir Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Dann erklärt Luther kurz, was wir nicht tun sollen: den Nächsten belügen, verraten, schlecht über ihn reden usw. Und was sollen wir stattdessen tun? „Ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren."</div><div><br></div><div>An die Formulierung „alles zum Besten kehren" muss ich oft denken. Wann gelingt mir das schon? Wie schnell bin ich dabei, den anderen in ein schlechtes Licht zu rücken, ihn schlechter darzustellen, als er ist? Aber alles zum Besten kehren? – Fehlanzeige.</div><div><br></div><div>Wann versuche ich ernsthaft, denjenigen, den ich nicht verstehe oder der mich nervt und ärgert, in ein gutes Licht zu rücken – schon in meinen Gedanken?</div><div><br></div><div>Ich habe diesmal etwas gelernt im Supermarkt. Oder bin jedenfalls an etwas erinnert worden.</div><div><br></div><div>Draußen, als ich mein Fahrrad aufschließe, sehe ich noch den Mann, der hinter mir stand, in sein Auto einsteigen. Jetzt unvermummt. Vielleicht hat er einfach nur über seinem Handy den Abstand vergessen. Das ist verzeihlich. Aber ich finde es trotzdem gut, dass ich ihn freundlich darauf hingewiesen habe. Sollte jedenfalls freundlich sein. Ist mir vielleicht nicht gelungen. Daran kann ich noch arbeiten.</div><div><br></div><div>Das mit dem „alles zum Besten kehren" ist jedenfalls eine bleibende Herausforderung.</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></i></div><div><br></div><div><div><br></div><div></div></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 07 May 2020 10:04:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Durch die Hölle in den Himmel]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000001F"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Durch die Hölle in den Himmel</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 05/05/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><div><span class="fs14lh1-5">Ich habe mich in den letzten Wochen gefragt, ob die Ausbreitung des Corona-Virus ein Handeln Gottes in der Weltgeschichte ist. Kann man sagen, dass Gott uns das Virus "geschickt" hat? Oder spielt sich die Pandemie in einem Bereich ab, der außerhalb von Gottes Handeln oder gar außerhalb seines Machtbereichs liegt?</span><br></div><div><br></div><div>Wie sieht es aus mit Gottes Weltregiment: damit, dass er "<span class="fs14lh1-5">alles so herrlich regieret" (aus dem Lied "Lobe den Herren")?</span></div><div><br></div><div>Die Frage stellt sich nicht nur angesichts der Corona-Pandemie, sondern angesichts des gesamten Geschichtslaufs mit seiner Unmenschlichkeit, seinen Sinnlosigkeiten, Irrungen und Wirrungen.</div><div><br></div><div>Wie immer suche ich die Antwort nicht, indem ich anfange zu spekulieren und mir mein eigenes Gottesbild zurechtzubasteln. Sondern ich suche nach einer Antwort in den Schriften der Bibel.</div><div><br></div><div>Die Bibel ist auch in dieser Sache nicht so eindeutig und eindimensional, wie sich manche das wünschen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Die zwei Gesichter des Handelns Gottes</div><div><br></div><div>Einerseits: Gott wird durchgehend als einer beschrieben, der in der Menschheitsgeschichte handelt. Er befreit sein Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten, führt es durch die Wüste und in das ihm bestimmte Land Kanaan. Er führt es in einer wechselhaften Geschichte zum Sieg über andere Völker, unterwirft es anderen Völkern und befreit es wieder von ihnen. Er tut das nicht, indem er vor aller Augen in der Geschichte auftritt wie in einem Theaterstück: Gott tritt leibhaftig auf die Bühne. Sondern Gott handelt in der Geschichte, indem er durch andere Völker oder einzelne Menschen handelt oder auch sich Naturereignisse zunutze macht. Gott selbst bleibt unsichtbar im Hintergrund.</div><div><br></div><div>Dabei handelt Gott nicht nur an seinem Volk Israel, sondern auch an einzelnen Menschen, wie z.B. Jakobs Sohn Joseph oder König David. Besonders an der Josephsgeschichte (Gen/1Mo 37-50) wird deutlich, dass Gott durch alle Irrungen und Wirrungen hindurch das Zepter in der Hand behält. In dieser ausführlich erzählten dramatischen Geschichte ist von Gott kaum einmal die Rede. Nur an wenigen Stellen wird darauf hingewiesen, dass im Hintergrund des dramatischen Geschehens Gott selbst handelt. Er wendet dabei sogar das höchst unmenschliche Handeln von Josephs Brüdern zum Guten (z.B. Gen/1Mo 50,20).</div><div><br></div><div>Das Neue Testament schließt daran an: Jesus betet zum „Herrn des Himmels und der Erde" und dankt ihm für sein Handeln an den Menschen: dass er seine Botschaft den religiös Ungebildeten offenbart und sie vor den Weisen und Klugen verborgen hat (Mt 11,25f; Lk 10,21; vgl. Apg 17,24-27). Der in der Geschichte fürsorglich handelnde Gott lässt über Gute und Böse die Sonne aufgehen und Regen fallen (Mt 5,45). Der Mensch braucht sich deshalb um sein Leben keine Sorgen zu machen. Er soll vielmehr nach der guten Herrschaft Gottes über alle Menschen Ausschau halten und sich auf sie konzentrieren (Mt 6,25-34).</div><div><br></div><div>Die Herrschaft Gottes, sein letztgültiges Raumgewinnen in der Welt ist nach neutestamentlichem Verständnis mit Jesus Christus angebrochen. Das lässt aufhorchen: Gottes Herrschen bestand darin, dass Jesus den Menschen Trost spendete und Kranke heilte, aber auch darin, dass er Ablehnung und Feindschaft hinnahm und sich kreuzigen ließ. Dass Gott herrscht, dass er in der Welt Raum gewinnt, bedeutet also nicht einfach, dass das Leben gut ist und alle glücklich sind, sondern dass es auch leidvoll und tödlich zugeht. Die Geschichte der ersten Christen unterstreicht das: Apostel wurden hingerichtet und Christen wurden verfolgt. Gottes Handeln in der Welt scheint zwei Gesichter zu haben: das des Glücks und das des Leidens.</div><div><br></div><div>Ich sage nicht, dass Gott alles Leid, das auf Erden geschieht, herbeiführt. Sondern ich sage, dass er sich ihm ausliefert und es erduldet.</div><div><br></div><div>Zugleich glaube ich, dass Gott manches Leid herbeiführt – aber nicht, um uns zu quälen, sondern um uns zu verändern. Denn es tut ihm selbst weh, wenn er uns wehtut.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Das Gotteslob im Leiden und Sterben</div><div><br></div><div>Wie geht das zusammen? Dass ein Gott, der seine Geschöpfe liebt, sie glücklich macht, scheint uns logisch. Aber dass ein Gott, der seine Geschöpfe liebt, sie ins Leiden oder gar in den Tod führt – wie sollen wir das verstehen?</div><div><br></div><div>Das Neue Testament spricht nicht nur von der guten Macht Gottes, sondern auch von anderen Mächten und Gewalten, von der Macht der Finsternis, die in dieser Welt ihr Unwesen treibt (z.B. Lk 22,53b; Kol 1,13; Eph 6,12). Das Böse, Zerstörerische, Dämonische wird in der Bibel nicht ausgeblendet. Es ist da und wirkt verheerend auf das Weltgeschehen ein.</div><div><br></div><div>Diesen dämonischen Mächten und Gewalten steht die Macht Gottes entgegen. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass das Neue Testament überall von einer Überlegenheit Gottes über die dämonischen Mächte ausgeht. Es gibt keinen Kampf Gottes gegen die dämonischen Mächte mit ungewissem Ausgang. Sondern das Schicksal der dämonischen Mächte ist bereits besiegelt: Sie sind besiegt und müssen, ob sie wollen oder nicht, Gott dienen. Sie toben sich zwar noch grausam aus auf der Erde, aber es ist nur das letzte Zappeln und Um-sich-Schlagen der schon Besiegten.</div><div><br></div><div>Nur eine Stelle im Neuen Testament erzählt in einem Mythos vom himmlischen Kampf der göttlichen gegen die satanischen Mächte. Ein Mythos will irdische Zustände dadurch erklären, dass er Geschichten erzählt, die sich angeblich zwischen Göttern und Dämonen zugetragen haben. Offb 12,7-9 berichtet vom Kampf des Erzengels Michael und seiner Engel gegen den Satan und seine Engel. Letztere haben keine Chance, werden aus dem Himmel verbannt und auf die Erde geworfen. Und jetzt wird es interessant: Obwohl die dämonischen Mächte auf Erden noch wüten, wird im Himmel ein Lobgesang auf die Herrschaft Gottes und die Macht Christi angestimmt (Offb 12,10-12). Das heißt für die damalige Zeit: Auf der Erde leiden die Glaubenden Verfolgung und Tod, und im Himmel wird der Sieg Christi und der Glaubenden besungen!</div><div><br></div><div>Dieser scheinbare Widerspruch ist für mich das Entscheidende: Trotz alles Leidens und Sterbens auf Erden sind Hoffnung, Gotteslob und Freude möglich, weil das Ende von Leid und Tod bereits besiegelt ist.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Der Weg durch den Tod hindurch</div><div><br></div><div>Ist es zynisch, Leiden und Sterben mit Lob und Freude zu untermalen? Werden Leid und Tod dadurch verharmlost?</div><div><br></div><div>Es wäre so, wenn man vor Leid und Tod die Augen verschließen und sie nicht mehr an sich heranlassen würde. Mit Lob und Freude würde dann alles Leiden und Sterben zugekleistert. Man nähme nicht mehr wirklich Anteil am Leid, stünde nicht mehr an der Seite der Leidenden, würde ihre Not verdrängen und sich vor ihr drücken.</div><div><br></div><div>Doch das Neue Testament weist einen anderen Weg. Denn es erzählt von dem Gott, der selbst Leid und Tod ertragen hat. Er hat sich nicht in lobpreisende himmlische Höhen zurückgezogen, sondern ist bewusst den Weg in die Finsternis dieser Welt gegangen. Er hat sich den dämonischen Mächten und Gewalten ausgesetzt.</div><div><br></div><div>Und gerade so hat er sie besiegt. Der Sieg über diese Mächte vollzieht sich nicht in einem himmlischen Handstreich ohne eigene Verluste, sondern im irdischen Weg durch Leid und Tod hindurch zu Freude und Leben. Die Auferstehung Jesu gab es nur durch den Tod hindurch.</div><div><br></div><div>So führt Gott. So herrscht er auf Erden. Es ist für uns kein Zuckerschlecken, sondern ein manchmal quälendes Überwinden. Und das, obwohl vom Überwinden noch gar nichts zu sehen ist.</div><div><br></div><div>Am Grab Jesu war auch vom Überwinden des Todes noch nichts zu sehen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Der Glaube gegen den Augenschein</div><div><br></div><div>Wir stehen oft genug vor dem Grab Jesu. Von Auferstehung nichts zu sehen. Was vor Augen ist, sind Leid und Tod. Krieg, Hunger, Gewalt, Unrecht, ein Virus, das die Welt in Tod und Armut stürzt. Die Folgen unabsehbar, die Überwindung im Dunklen. Die Armen und Schwachen wird es am härtesten treffen. Dass die Reichen und Starken an sich selbst zuerst denken, ist nichts Neues. Die Geschichte nimmt ihren bekannten Lauf.</div><div><br></div><div>Man kann an Gottes Handeln in der Geschichte nur glauben, wenn man auch an Gottes Leiden in der Geschichte glaubt. An einen Gott, der mitten drin ist in unserem Leid und gerade so das Leid überwindet. Der machtlos an unserer Seite steht und gerade darin seine Macht erweist. Der uns Leidende nicht von oben beobachtet (was für ein ärmlicher Gott!), sondern an unserer Seite Leid und Tod durchschreitet zu Freude und Leben hin (was für ein liebesreicher Gott!).</div><div><br></div><div>Warum es das Leid noch gibt? Wir wissen es nicht. Gott wird es wissen. Ich frage mich nur manchmal, was ein leidfreies Leben auf Erden wohl aus uns machen würde.</div><div><br></div><div>Warum das Weltende und die himmlische neue Welt noch nicht da sind? Ich weiß es nicht. Aber kann man sich das Weltende wirklich wünschen?</div><div><br></div><div>Was ich glaube, ist, dass Gott anders handelt, als es der Augenschein nahelegt. Mein Denken und Erkennen kommt seinem Handeln nicht hinterher. Vieles bleibt unverstanden, der Sinn ist verborgen. Ich habe nicht den Überblick. Das musste schon Hiob akzeptieren (Hi 38-42). Er hatte dabei mehr zu weinen als zu lachen. Doch er erkannte Gott – im Leiden (Hi 42,5).</div><div><br></div><div>Darum sollte man das Leid nicht weglächeln. Und nicht übertünchen mit frommen Sätzen, die vor dem Leid flüchten, es nicht an sich heranlassen, weil es im Glauben angeblich nur Freude gibt. Da kann die Erfahrung von Sinnlosigkeit und Verzweiflung ehrlicher sein.</div><div><br></div><div>Martin Luther hat diese Erfahrung drastisch ausgedrückt:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Für uns selbst hat es immer wieder den Anschein, Gott wolle uns verlassen und sein Wort nicht halten und fange an, in unserm Herzen ein Lügner zu werden. Und insgesamt: Es hat den Anschein, Gott könne nicht Gott sein, er müsse zuvor ein Teufel werden, und wir könnten nicht gen Himmel kommen, wir müssten vorher in die Hölle fahren, könnten nicht Gottes Kinder werden, wir würden denn zuvor des Teufels Kinder.</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf1"><i>(Martin Luther: Werke. Kritische Gesamtausgabe [WA]. Weimar 1883ff. Band 31/1, 249f; das Zitat wurde modernem Deutsch angepasst)</i></span></div><div><br></div><div>Es ist die Erfahrung der Gottverlassenheit, die schon Jesus am Kreuz machte. Wie sollte es bei uns anders sein? Die Anfechtung gehört zum Glauben hinzu.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Gottes Handeln im Weltgeschehen</div><div><br></div><div>Aber unser Blick soll nicht am Leid kleben bleiben. Die Anfechtung soll kein Dauerzustand sein. Es kommt darauf an, den Blick fest in die Zukunft zu richten: Auch die dämonischen Mächte und Gewalten müssen letztlich Gott dienen (Röm 8,28). Jesu Tod diente dem Heil und dem Leben.</div><div><br></div><div>Das kann man nur im Glauben sagen. Aber wir leben eben im Glauben, im Vertrauen. Wir haben das Heil und Leben noch nicht vor Augen, sondern vertrauen darauf, dass es kommen wird. Und wenn wir vertrauen, sehen wir mit den Augen der Seele Heil und Leben hinter allem Unheil und Tod.</div><div><br></div><div>So sehr wir auch jetzt schon den Augenbeweis wollen für das, was wir glauben: Wir werden ihn nicht bekommen.</div><div><br></div><div>Und wenn wir Heil und Leben auch mit den Augen der Seele nicht erkennen können, dann leben wir eben als angefochtene Glaubende. Vielleicht soll es so sein. Vielleicht sind wir damit sogar Gott näher, als wir meinen.</div><div><br></div><div>Wem es aber geschenkt ist, mit den Augen der Seele zu sehen, der kann dann vielleicht sogar bekennen, dass Gott alles herrlich regiert. Herrlich, weil er alles zu seinem guten Ziel bringt. Auch wenn wir Besserwisser uns den Weg dorthin immer viel herrlicher vorstellen können. Aber wir sind keine Experten in Sachen Herrlichkeit. Wir haben nicht den Überblick.</div><div><br></div><div>Ob Gott es bewirkt hat, dass das Corona-Virus auf den Menschen übergesprungen ist, kann ich nicht beurteilen. Aber es tröstet mich, dass nichts in dieser Welt dem Machtbereich Gottes entzogen ist (Röm 8,38f).</div><div><br></div><div>Das sagt auch folgendes Zitat: </div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><i>Ja, die Welt ist dunkel. Aber nur ja die Ohren nicht hängenlassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regimente! Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich auch in den dunkelsten Augenblicken! Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt! Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht! – Es wird regiert!</i></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs11lh1-15 cf1"><i>(zitiert nach Ralf Frisch: Alles gut. Warum Karl Barths Theologie ihre beste Zeit noch vor sich hat. 4. Aufl. 2019. S. 14)</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div>Diese Worte hat der evangelische Theologe Karl Barth am 9. Dezember 1968 gesprochen, am Abend vor seinem Tod im letzten Telefonat mit seinem Freund Eduard Thurneysen. Es war eine Zeit des Umbruchs und Aufruhrs, während des Vietnam-Kriegs und der Studentenunruhen, nach der Ermordung Martin Luther Kings und Robert Kennedys, nach der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings, mitten im Kalten Krieg.</div><div><br></div><div>Das Weltgeschehen war also auch damals dunkel, wahrscheinlich dunkler als heute. Und dennoch sind wir noch da, dennoch gibt es Gottes Schöpfung noch. Damals war davon nichts zu sehen. Aber Gott führt seine Geschöpfe durch die finstersten Zeiten, durch Leid und Tod hindurch – hin zu dem, was wir nicht sehen, was im Dunklen liegt, woran wir zweifeln, was uns unwahrscheinlich vorkommt: zu Freude und Leben. Deshalb:</div><div><br></div></div><div class="imTACenter"><i class="fs14lh1-5"><b class="cf1">Es wird regiert!</b></i></div><div class="imTALeft"><i class="fs14lh1-5"><b><br></b></i></div><div class="imTALeft"><i class="fs14lh1-5"><b><br></b></i></div><div class="imTALeft"><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 05 May 2020 09:24:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Kein Wohlgefallen am Tode des Gottlosen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_aktuell"><![CDATA[Theologie aktuell]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000001E"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Kein Wohlgefallen am Tode des Gottlosen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 26/04/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat in einem Interview des Berliner <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/bundestagspraesident-zur-corona-krise-schaeuble-will-dem-schutz-des-lebens-nicht-alles-unterordnen/25770466.html" target="_blank" class="imCssLink">TAGESSPIEGELS</a> zur Corona-Krise Stellung genommen. Er hat dabei nicht nur über das Vorgehen bei der Lockerung der bisherigen Einschränkungen gesprochen, sondern auch den Klimawandel als ebenso großes Problem neben der Pandemie bezeichnet, die unfairen Dimensionen der Globalisierung und die Ungleichheit bei den Löhnen in Frage gestellt sowie für ein nachhaltigeres und maßvolleres Leben in Wirtschaft und Gesellschaft nach der Krise plädiert.</div><div><br></div><div>An dieser Stelle möchte ich mich nur mit seinen Äußerungen zu den Lockerungen der bisherigen Einschränkungen befassen. Schäuble sagte:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Wir dürfen nicht allein den Virologen die Entscheidungen überlassen, sondern müssen auch die gewaltigen ökonomischen, sozialen, psychologischen und sonstigen Auswirkungen abwägen. Zwei Jahre lang einfach alles stillzulegen, auch das hätte fürchterliche Folgen.</i></span></div><div><br></div><div>Auf die Frage nach den Kriterien für die politischen Entscheidungen antwortete Schäuble:</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Man tastet sich da ran. Lieber vorsichtig – denn der Weg zurück würde fürchterlich. Aber wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig. Grundrechte beschränken sich gegenseitig. Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen.</i></span></div><div><br></div><div>Auf die Frage, ob man den Corona-Tod von Menschen in Kauf nehmen müsse, antwortete Schäuble, dass <span class="fs14lh1-5">der Staat zwar für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten müsse, aber dennoch weiterhin Menschen an dem Virus sterben werden.</span></div><div><br></div><div>Am Ende des Interviews stellte Schäuble fest, dass er für behutsame Lockerungen sei, jedoch dürfe die Situation nicht außer Kontrolle geraten. Deshalb sei Vorsicht weiterhin richtig und wichtig.</div><div><br></div><div>(Quelle: <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/bundestagspraesident-zur-corona-krise-schaeuble-will-dem-schutz-des-lebens-nicht-alles-unterordnen/25770466.html" target="_blank" class="imCssLink">DER TAGESSPIEGEL</a>)</div><div><br></div><div>Die Stellungnahme Schäubles wirft für mich die Frage auf, wie sich das Recht auf Leben und auf Schutz desselben zum Beispiel gegenüber dem Recht auf Bewegungsfreiheit, dem Recht auf soziale Kontakte sowie dem Recht auf wirtschaftliche Existenzsicherung und auf Arbeit verhält. Denn in der Tat haben die Einschränkungen, mit denen wir leben mussten und müssen, gewaltige ökonomische, soziale, psychologische und sonstige Auswirkungen.</div><div><br></div><div>Wenn ich Schäuble richtig verstehe, plädiert er dafür, den Schutz des Lebens und die ökonomischen, sozialen, psychologischen und sonstigen Auswirkungen der Einschränkungen gegeneinander abzuwägen.</div><div><br></div><div>Ethische Entscheidungen sind oft (oder immer?) Güterabwägungen: Weil nicht alle Güter gleichzeitig geschützt werden können, muss entschieden werden, welches Gut schwerer wiegt und deshalb geschützt werden muss.</div><div><br></div><div>Die Fragen, die sich mir dann stellen, lauten:</div><div><ul><li>Gibt es aus christlicher Sicht ein höheres Gut als das Leben? Ist also eine Rücknahme der Einschränkung des Lebens vieler Menschen ethisch höher zu bewerten als der Schutz des Lebens weniger Menschen?</li><li>Sind ökonomische Gesichtspunkte (um die es in vielen Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, geht) höher zu bewerten als der Schutz des Lebens?</li><li>Gäbe es Wege, die gewaltigen ökonomischen, sozialen und psychologischen Folgen solidarisch abzufedern, wenn man die Einschränkungen noch zwei bis drei Wochen länger aufrecht erhalten würde (es geht ja nicht darum, zwei Jahre lang alles stillzulegen, wie Schäuble meinte)? Ich denke dabei konkret beispielsweise an viele Telefonate der zu Hause Gebliebenen mit einsamen Menschen; an Hilfsangebote für verschiedene häusliche Notlagen; an die Bereitschaft der Bevölkerung, materielle Abstriche an ihrem Besitzstand zu machen, um materielle Notlagen Anderer abzufedern und massenhafte Konkurse sowie Arbeitslosigkeit zu verhindern.</li><li>Oder ist das materielle und psychische Wohlbefinden eines Großteils der Bevölkerung höher zu bewerten als der Schutz des Lebens eines relativ geringen Teils der Bevölkerung?</li><li>Meine Mutter lebt in einem Pflegeheim. Würde das Heim vom Virus betroffen, dann würde sie wahrscheinlich in Einsamkeit sterben müssen. Läuft es auf eine Diskriminierung alter Menschen und anderer Menschen der Hochrisikogruppe hinaus, wenn ihr Tod in Kauf genommen wird, um der Mehrzahl der Menschen möglichst schnell wieder ein „normales" Leben zu ermöglichen?</li><li>Oder sollten gerade Christen, für die das irdische Leben nicht das letzte ist, dieses nicht zu hoch bewerten, sondern sich mit dem Sterben-Müssen abfinden (wie Schäuble offenbar will) und deshalb für ein irdisches Leben in Freiheit und Wohlstand (also ohne Qualitätsminderung) der meisten Menschen eintreten, auch wenn manche Menschen dafür sterben müssen?</li></ul></div><div><br></div><div>Ich habe dazu folgende Gedanken:</div><div><ul><li>Der Schutz des Lebens ist das höchste Gut, weil das Leben das größte Geschenk des Schöpfers an uns ist. Einschränkungen dieses Lebens mindern es zwar in seiner Qualität, löschen es aber nicht aus. Den Tod von (relativ wenigen) Menschen in Kauf zu nehmen, um die Lebensqualität der großen Masse nicht für einige Wochen länger einschränken zu müssen, ist mir deshalb ein fremder Gedanke.</li><li>Viele Menschen in den reichen Industrieländern sind es nicht (mehr) gewohnt, mit Entbehrungen zu leben. Minderung der Lebensqualität muss deshalb wenn irgend möglich ausgeschlossen werden. Gott hat uns aber kein leidfreies Leben geschenkt, sondern ein Leben für den Mitmenschen, was auch Entbehrungen um seiner willen einschließt.</li><li>Die Minderung der Lebensqualität müsste deshalb (und könnte auch!) durch ein verstärktes solidarisches Miteinander, wie oben in einigen Beispielen beschrieben, zumindest teilweise aufgefangen werden.</li><li>Wer an Corona stirbt, stirbt in der Regel einsam. Das gilt nicht nur für alte Menschen. Das Sterben in Einsamkeit zu vermeiden ist für mich ein höheres Gut als das Leben in Einsamkeit für einige Wochen länger zu vermeiden. Denn das Sterben mit dem Gefühl des Verlassenseins von Gott war für Jesus das größte Problem seines Sterbens (Mt 27,46; Mk 15,34), und deshalb sollte kein Mensch auch nur mit dem Gefühl sterben, von Menschen verlassen zu sein.</li><li>Christen sollten sich mit dem Sterben-Müssen abfinden können, weil sie eines anderen, ewigen Lebens gewiss sind. Das bedeutet aber nicht, dass sie das irdische Leben abwerten. Im Gegenteil: Das irdische Leben aller Menschen muss ihnen ein Herzensanliegen sein, denn es ist ein Herzensanliegen Gottes, der sogar das Leben des Gottlosen will:</li></ul></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Habe ich etwa Wohlgefallen am Tode des Gottlosen, spricht Gott der Herr,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">und nicht vielmehr daran, dass er sich von seinem Wandel bekehre und am Leben bleibe?</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">(Hes/Ez 18,23; vgl. 33,11)</span></div><div class="imTACenter"><br></div><blockquote><span class="fs14lh1-5"> &nbsp;Für das irdische Leben aller Menschen sollten Christen bereit sein, eigene Einschränkungen der &nbsp;Lebensqualität und des materiellen Wohlstands in Kauf zu nehmen.</span><br></blockquote><div><ul><li>Ich werde den Verdacht nicht los, dass es bei den jetzt vollzogenen Lockerungen nicht so sehr um einsame oder in häusliche Notlagen gekommene Menschen geht und auch nicht um Menschen, die unter der zeitweiligen Kulturarmut leiden, sondern vor allem um das Hochfahren der Wirtschaft, die mit ihrer starken Lobby Druck auf die politisch Handelnden ausübt, die sich außerdem aus verschiedenen Gründen profilieren wollen (Schäuble: <span class="fs14lh1-5"><i>Jeder will sich profilieren, und jeder steht unter dem Druck seiner Bürger</i></span>). Die Macht der wirtschaftlichen Interessen wird hier einmal mehr deutlich. Wirtschaftliche Interessen, die nicht der Allgemeinheit, sondern dem persönlichen Profit dienen, sind aber ein Dienst am Mammon, der bekanntlich einen Dienst an Gott ausschließt.<br></li><li><div>Immerhin spricht Schäuble sich für behutsame Lockerungen und ein vorsichtiges Vorgehen aus, um die Kontrolle zu behalten. Daraus kann man schließen, dass er Lockerungen um jeden Preis nicht befürwortet, wenngleich er den Grund für diese Vorsicht und Behutsamkeit (Menschenleben? Wirtschaftswachstum?) nicht nennt.</div></li></ul></div><div><br></div><div>Soweit meine unvollkommenen und relativ spontanen Gedanken zu diesem Thema.</div><div><br></div><div>Bitte korrigiere mich, ergänze mich, weise mich hin auf Einseitigkeiten oder sage ganz einfach deine Meinung dazu.</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 26 Apr 2020 19:01:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Geschenkte Wahrheit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000001D"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Geschenkte Wahrheit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 24/04/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Schon oft habe ich Sätze gehört wie „Es gibt keine Wahrheit" oder „<span class="fs14lh1-5"><i>Die</i></span> Wahrheit gibt es nicht."</div><div><br></div><div>Ich habe dann immer widersprochen und etwa gesagt: „Wenn es keine Wahrheit gibt, wird alles beliebig" oder „Es gibt sehr wohl eine Wahrheit, aber keiner kann sie vollkommen erkennen."</div><div><br></div><div>Heute denke ich: Vielleicht waren die Sätze, denen ich widersprochen habe, nur eine unbeholfene Formulierung dafür, dass jemand sich von anderen Menschen nicht vorgeben lassen wollte, was er zu glauben habe.</div><div><br></div><div>Das ist völlig berechtigt.</div><div><br></div><div>Denn kein Mensch „hat" die Wahrheit. Wir sind vielmehr alle auf der Suche nach ihr – nach dem wahren Sinn des Lebens, nach dem wahren Glück, nach dem wahren ethischen Handeln, nach der politischen Wahrheit.</div><div><br></div><div>Wir können nicht leben in der Nacht der Beliebigkeit, in der alle Katzen grau sind. Wir müssen uns täglich entscheiden. Und um uns entscheiden zu können, brauchen wir Wahrheit.</div><div><br></div><div>Wir müssen Wahrheit von Unwahrheit unterscheiden, um nicht der Unwahrheit zu erliegen.</div><div><br></div><div>Wo aber finden wir die Wahrheit? Und: Was ist eigentlich Wahrheit? Diese Frage richtete schon Pontius Pilatus an Jesus, als er ihn verhörte (Joh 18,38).</div><div><br></div><div>Im allgemeinen verstehen wir Wahrheit als Übereinstimmung einer Aussage mit der Wirklichkeit. Wenn ich sage „Die Ampel ist rot" und sie ist wirklich rot, dann halten wir die Aussage für wahr.</div><div><br></div><div>Doch dass schon solche scheinbar einfachen Aussagen mitunter schwer zu überprüfen sind, zeigen Gerichtsprozesse, in denen Zeugen dieselbe Situation völlig unterschiedlich schildern: Während die einen sagen, die Ampel sei rot gewesen, behaupten die anderen, sie sei grün gewesen.</div><div><br></div><div>Noch viel schwieriger wird es bei komplexen Zusammenhängen. Die Suche nach der Wahrheit über das Glück beispielsweise muss sich vielen Fragen stellen: Was ist überhaupt Glück? Bedeutet Glück für jeden dasselbe? Ist des einen Glück vielleicht des anderen Unglück? Wie kann man unterschiedliche Glücksansprüche auf einen Nenner bringen? Wie lässt sich eine Aussage über das wahre Glück überprüfen?</div><div><br></div><div>Die letzte Frage leitet dazu über, uns die Person dessen, der eine Aussage macht, vor Augen zu führen. Wir kennen wohl alle einen Menschen, den wir für vertrauenswürdig und wahrhaftig halten und dem wir deshalb gern Glauben schenken. Wir sind bereit, uns auf eine Aussage dieses Menschen einzulassen, ohne einen Beweis für die Wahrheit seiner Aussage zu haben.</div><div><br></div><div>Wahrheit bekommt damit eine personale Dimension. Einem Menschen, den wir für wahrhaftig halten, trauen wir zu, dass er die Wahrheit sagt. Er ist nämlich selbst ein Teil dieser Wahrheit.</div><div><br></div><div>Im Neuen Testament bezeichnet Jesus sich selbst als die Wahrheit (Joh 14,6). Er sagt die Wahrheit (Joh 8,45) und bezeugt sie (Joh 18,37), nämlich die Wahrheit Gottes (Joh 1,14).</div><div><br></div><div>Damit knüpft Jesus an das Alte Testament an. Dort bedeutet „Wahrheit" die Treue, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit eines Menschen oder auch Gottes (z.B. Ps 57,11). Gott ist in seiner Treue zu Israel und in seinem liebevollen Handeln an Israel absolut zuverlässig und glaubwürdig. Auf ihn ist Verlass. Insofern ist er die Wahrheit.</div><div><br></div><div>Und Jesus ist die Wahrheit, indem er an Gottes Wahrheit in vollkommener Weise Anteil hat und uns diese Wahrheit in einzigartiger und verbindlicher Weise kundtut (Joh 1,16-18).</div><div><br></div><div>Nun brauchen wir diese Wahrheit Gottes eigentlich nur noch mit unseren Herzen aufzunehmen. Aber genau das können wir nicht (Joh 1,9-11). Darum besitzt kein Mensch die Wahrheit.</div><div><br></div><div>Wenn es aber doch dazu kommt, dass ein Mensch in der Wahrheit Gottes lebt und diese Wahrheit tut (Joh 3,21), dann gelingt ihm das nicht aus eigener Kraft. Es ist vielmehr die Kraft des Geistes Gottes, die ihn zur Wahrheit führt (Joh 16,13). Gott selbst bewirkt es also, dass ein Mensch in der Wahrheit Gottes lebt.</div><div><br></div><div>Den Geist Gottes aber besitzen wir nicht. Er weht, wo er will (Joh 3,8). Er muss uns immer neu geschenkt werden und kann uns auch verlassen. Und wir können ihn betrüben und unterdrücken (Eph 4,30; 1Thess 5,19; Gott lässt sich von uns betrüben und unterdrücken!).</div><div><br></div><div>Darum kann kein Mensch, und sei er noch so fromm, die absolute Kenntnis der Wahrheit Gottes für sich beanspruchen.</div><div><br></div><div>Und er kann natürlich auch nicht gegenüber anderen behaupten, dass er diese absolute Kenntnis der Wahrheit Gottes habe. Er ist vielmehr, wie alle Menschen, darauf angewiesen, diese Wahrheit immer wieder gesagt zu bekommen (Joh 8,40; Röm 10,17).</div><div><br></div><div>Wir öffnen uns für Gottes Wahrheit im Hören auf den anderen. Eine wichtige Dimension dieses Hörens ist das Gespräch. Wer schon alles weiß, kann aber kein Gespräch mehr führen. Er kann nur den anderen unterdrücken.</div><div><br></div><div>Damit aber unterdrückt er Gottes Geist. Denn Gottes Geist ergreift nicht einfach einen einzelnen Menschen, sondern führt den einzelnen Menschen in die Gemeinschaft der Christ*innen (Apg 2,42-47).</div><div><br></div><div>Und wer den anderen unterdrückt, der unterdrückt zugleich die Wahrheit Gottes, die sich im Gespräch durchsetzt. Die Gemeinschaft der Christ*innen ist der Ort, an dem wir glauben lernen und im Glauben wachsen.</div><div><br></div><div>Das alles bedeutet nicht, dass nun alles grenzenlos pluralistisch, also beliebig wird. Das Kriterium der Wahrheit Gottes ist und bleibt Jesus Christus. An ihm sind alle Wahrheitsansprüche zu messen.</div><div><br></div><div>Gerade deshalb kann aber kein Mensch einen Absolutheitsanspruch auf die Wahrheit erheben. Damit würde er sich an die Stelle Jesu Christi setzen. Er ist der einzige Mensch, der absolute Wahrheit für sich beanspruchen kann.</div><div><br></div><div>Wer so denkt und handelt, schafft Frieden. Denn Frieden entsteht gerade nicht dadurch, dass man alle Kriterien für die Wahrheit über Bord wirft. Dann entbrennt der Streit um die Wahrheit umso heftiger.</div><div><br></div><div>Frieden wird dann geschaffen, wenn alle sich der Unvollkommenheit ihrer eigenen Erkenntnis bewusst sind. Und wenn sie lernen, mit dieser Unvollkommenheit zu leben.</div><div><br></div><div>Wenn wir um Gottes Treue zu den Unvollkommenen wissen, können wir mit unserer Unvollkommenheit leben.</div><div><br></div><div>Dann muss keiner mehr dem anderen vorschreiben, was er zu glauben hat.</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 24 Apr 2020 13:14:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Neues aus Hamsterland]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000001C"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Neues aus Hamsterland</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 17/04/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Nun hamstern wir also weiter. Es wird noch lange dauern, sagt man uns. Da kann ich nur hoffen<span class="fs14lh1-5">, dass wir in dieser Zeit möglichst viel Gutes einhamstern werden.</span></div><div><br></div><div>Eigentlich wollten wir demnächst Urlaub machen. Der ist natürlich abgesagt. Stattdessen pendele ich jetzt zwischen Sonne und Schreibtisch. Auch Zu-Hause-Bleiben und Pendeln hat seine Vorzüge: Ich genieße die Sonne und zugleich alle Vorzüge meines Zu-Hause-Seins. Zum Beispiel den, solche Hamstertexte zu schreiben.</div><div><br></div><div>Alles ist ruhiger als sonst. Eigentlich ist das gar nicht schlecht, jedenfalls eine Zeit lang. Manche kommen endlich mal raus aus dem Hamsterrad. Ich werde nicht von Terminen getrieben. Ich komme dazu, Dinge zu erledigen, die ich immer wieder aufgeschoben habe. Ich habe Zeit, über dies und das nachzudenken. Manchmal wünsche ich mir, etwas von dieser Ruhe könnte ich für die Zeit nach dem Virus hamstern.</div><div><br></div><div>Ich weiß natürlich, dass für viele Hamster jetzt eher Stress und Hektik den Alltag bestimmen und dass ich selbst demgegenüber in einer sehr komfortablen Situation bin.</div><div><br></div><div class="imTALeft">Ich sitze in der Sonne und lausche den Vögeln (und das mitten im April!). Was die sich wohl alles zu erzählen haben? Ich würde sie gern verstehen, aber ihre Sprache zu entschlüsseln ist uns alles erforschenden Hamstern noch nicht gelungen. Jedenfalls sind die Vögel unberührt von allen Corona-Sorgen – im Gegensatz zu uns. Da fällt mir Jesu Wort ein:</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Seht die Vögel unter dem Himmel an:</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen;</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">euer himmlischer Vater ernährt sie doch.</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Seid ihr denn nicht viel mehr wert als sie?</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne hinzusetzen könnte,</span></i></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5"><i><span class="cf1">wie sehr er sich auch darum sorgt?</span></i></span><span class="cf1"> (Mt 6,26f)</span></div><div><br></div><div>Das ist wohl wahr. Vielleicht sollten wir die Ruhe auch dazu nutzen, solche Gedanken mal so richtig in uns hineinzuhamstern.</div><div><br></div><div>Stattdessen hamstern wir anderes. Nicht nur Klopapier, sondern auch Hefe. Klopapier und Hefe? Wie hängt das zusammen? Wie kann man das verstehen? (Typische Theologenfragen!) Ich hab's: Wir Hamster machen uns Sorgen darum, dass oben zu wenig reinkommt und unten zu viel rauskommt. Merkwürdig! Logisch ist das nicht. <span class="fs14lh1-5">Wie soll denn unten zu viel rauskommen wenn oben zu wenig reinkommt?</span></div><div><br></div><div>Sorgen sind eben nicht logisch. Ich mache mir auch Sorgen, wenn mir andere Hamster zu nahe kommen. Im Hamstermarkt zum Beispiel. Ich habe festgestellt: Es gibt zwei Arten von Hamstern. Die einen schleichen leise und kaum sichtbar mit Handschuhen und Maske durch den Hamstermarkt. Sie tun mir leid, weil sie so ängstlich aussehen. Die anderen schlendern breit und zu zweit und lautstark durch denselben Markt, ohne die anderen wahrzunehmen. Sie ärgern mich, weil sie nur sich selbst zu kennen scheinen und Abstand unmöglich machen. Darum habe ich beschlossen: Ich werde demnächst eine Maske im Markt tragen. Unsere Oberhamster in Berlin haben es ja auch so empfohlen.</div><div><br></div><div>Vor einigen Tagen habe ich Folgendes erlebt: Der Gang im Hamstermarkt war etwa 2 Meter breit. Links stand eine Hamsterin und rechts eine andere, sie hielten also den Abstand zueinander ein. Aber beide unterhielten sich über den Gang hinweg. Wenn man weitergehen wollte, musste man mitten zwischen ihnen und ihrem Hamsteratem hindurch. Igitt! Weil ich ein schlauer Hamster bin, habe ich einen Umweg gemacht und bin so den beiden aus dem Weg gegangen. Aber geärgert hat mich das schon etwas...</div><div><br></div><div>Du merkst schon, wie die Angst sich irgendwie auch in mir breit macht.</div><div><br></div><div>Leider habe ich das Gefühl, dass viele Hamster das Virus noch gar nicht wirklich ernst nehmen. Auf einer Wanderung stießen meine Hamsterfrau und ich auf eine Gruppe von fünf Erwachsenen, die nicht so aussahen, als ob sie zum selben Hamsterhaushalt gehörten. Die machten Picknick auf einer Bank und feierten lautstark mit Bier und Musik. Ich will ja kein Spielverderber sein, aber ich frage mich schon, ob man das Virus nicht etwas ernster nehmen sollte (aber auch wieder nicht zu ernst – nicht das Virus regiert über unser Leben).</div><div><br></div><div>Es gab und gibt ja viele Hamster, denen das mit dem Ernstnehmen schwer fällt. Zum Beispiel der Oberhamster in Amerika hat lange gebraucht, bis er die Kurve kriegte. Mir tun nur die vielen Unterhamster leid, die jetzt krank werden oder sogar sterben. Oder bleibende Schäden davontragen.</div><div><br></div><div>Der Oberhamster kann zwar nichts dafür, dass er nur ein so klitzekleines Mäuschenhirn hat. Aber er könnte doch wenigstens auf seine Ratgeber hören. Tut er aber nicht, wie man hört. Er soll bloß aufpassen, dass er das Amerika, das er wieder groß machen will, nicht ganz klein macht.</div><div><br></div><div>Irgendwie sieht er bei seinen Auftritten im Fernsehen selbst schon ganz klein und gebeugt aus. Tja, das Virus kümmert sich eben nicht um Fake News. Da ist er wohl mit seinem Latein am Ende.</div><div><br></div><div>Der Oberhamster in Großbritannien, der das Virus auch zuerst nicht ernst nahm und groß tönte, er würde sogar jedem Infizierten die Hamsterpfote schütteln, war ja dann selbst schwer erkrankt. Ich habe ihm das nicht gewünscht. Aber immerhin gibt es einen Zusammenhang zwischen dem, was ich tue, und dem, wie es mir schließlich ergeht. Die Theologie hat dafür das Wortungetüm „Tun-Ergehen-Zusammenhang" geprägt. Zwar ergeht es dem, der Schlechtes tut, nicht immer sogleich schlecht. Aber es gibt im Alten und Neuen Testament doch die Vorstellung, dass (jedenfalls langfristig gesehen) auf der schlechten Tat kein Segen ruht und der Täter die bösen Folgen seiner Tat irgendwann selber wird tragen müssen (Ps 7,16f).</div><div><br></div><div>Leider müssen aber auch die Unterhamster die bösen Folgen der Taten ihrer Oberhamster tragen. Dabei soll doch die Liebe das Kriterium alles staatlichen Handelns sein, sozusagen die Liebe der Oberhamster zu ihren Unterhamstern. Durch die Liebe aber werden oben und unten relativiert: Die Oberhamster haben Gott zu dienen und gerade deshalb auch ihren Unterhamstern zu dienen. Du merkst schon, wie oben und unten in der Liebe verschwimmen. Solchen Oberhamstern, die <span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">das Gute suchen,</span><span class="fs14lh1-5"> sollen dann nach Paulus die Unterhamster gehorchen (Röm 13,1-7) – aber eben nur dann, wenn sie ihrem Liebesauftrag gerecht werden (Röm 12,9f; 13,8-10).</span></div><div><br></div><div>Ich bin zwar ein Hamster, der unsere Oberhamster in Berlin durchaus kritisch sieht, aber ich finde, im Moment machen sie ihre Sache ziemlich gut. Natürlich könnte Manches besser laufen, aber hinterher weiß man es immer besser und sollte nicht besserwisserisch die kritisieren, die vorher entscheiden mussten. Ich hoffe nur, dass es bei uns so weitergeht wie bisher und <span class="fs14lh1-5">das Virus sich immer weniger einhamstern kann</span><span class="fs14lh1-5">. Und dass wir auch anderen Ländern, die nicht so gut dran sind, stärker helfen – von den Menschen in den griechischen Flüchtlingslagern ganz zu schweigen. Da müssen die Oberhamster noch deutlich zulegen.</span><br></div><div><br></div><div>Jedenfalls haben sie Regeln für uns festgelegt. Und das ist gut so. Der Weisheitshamster Richard David Precht meinte vor ein paar Tagen im ZDF: Wir Hamster brauchen klare Ansagen und feste Regeln. Manchmal denke ich: Die meisten Hamster sehnen sich geradezu danach. Sie wollen und können gar nicht alles selbst entscheiden. Darum möchten sie Wegweiserfür ihr Leben. Solche wie Gottes Gebote, die nichts anderes als Wegweisungen Gottes sind. Nun trauen sich die Politikhamster, das zu tun, was wir Christenhamster schon gar nicht mehr wagen: Den Mithamstern klare Wegweisungen und feste Regeln zu geben. Könnte es sein, dass wir Christenhamster unsere Mithamster orientierungslos zurückgelassen haben?</div><div><br></div><div>Manchmal halten sich allerdings unsere Oberhamster nicht an ihre eigenen Regeln. Hast du das gesehen? Unser Obergesundheitshamster mit vielen anderen sehr wichtigen Hamstern dicht gedrängt in einem kleinen Fahrstuhl, Abstand ungefähr 20 Zentimeter bis Körperkontakt. Wie war das mit dem Vorbild?</div><div><br></div><div>Lustig anzusehen war, wie unser Obergesundheitshamster drei Versuche brauchte, um sich seine Schutzmaske richtig herum aufzusetzen: So herum, nein so herum, oder doch anders herum? Wo ist denn nun oben und unten? Und das vor laufenden Kameras – peinlich, peinlich!</div><div><br></div><div>Sie sind eben auch nur Hamster, unsere Oberhamster.</div><div><br></div><div>Manchmal denke ich: Will Gott uns mit dieser Krise vielleicht etwas sagen? Dazu meinte der Weisheitshamster Richard David Precht: „Wir haben einen Warnschuss der Natur bekommen." Keiner der anwesenden klugen Hamster widersprach, alle schienen einverstanden. Ob sie auch einverstanden gewesen wären, wenn jemand gesagt hätte: „Wir haben einen Warnschuss <span class="fs14lh1-5"><i>Gottes</i></span> bekommen"?</div><div><br></div><div>Irgendwie ist die Natur mit ihren Gesetzen an die Stelle Gottes mit seinen Geboten getreten: Man glaubt lieber an die Natur als an Gott.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5">Vorsichtig sein muss man damit, aus irgendwelchen Ereignissen</span> Worte Gottes herauszuhören. Das kann ganz schön in die Hose gehen - da hilft dann auch keine Wagenladung Klopapier. Aber das Alte und Neue Testament<span class="fs14lh1-5"> </span><span class="fs14lh1-5">sprechen</span><span class="fs14lh1-5"> immer wieder von Gottes Gericht, wenn die Menschen sich schlecht verhalten. Und das Gericht ist nicht einfach Strafe um der Strafe willen, sondern es ruft uns zur Umkehr (Jes 30,15-17; Jer 35,15). Könnte es sein, dass Gott uns zur Umkehr rufen will?</span></div><div><br></div><div>Ich weiß es nicht, aber es ist immerhin möglich. Die Naturwissenschaftshamster geben jedenfalls zu bedenken, dass das Virus deshalb vom Tier auf den Menschen übergesprungen ist, weil der Mensch in den Bereich der Wildtiere eingedrungen und ihnen zu nah gekommen ist. Wenn Gott schon den Lebensraum der einzelnen Völker bestimmt hat (Dtn/5Mo 32,8; Apg 17,26), sollte er dann nicht auch den Tieren ihren Lebensraum zugeteilt haben? Und was passiert, wenn wir in deren Lebensraum eindringen? Wenn wir sie aus ihrem Lebensraum herausholen und auf riesigen Märkten halten, töten, braten und essen? Wenn wir sie massenhaft in unserer Nähe einpferchen? Dann hat es ein Virus leicht, auf uns überzuspringen. Hat Gott uns also an unser eigenes unheilvolles Tun hingegeben? Fällt nun auf uns selbst zurück, was wir getan haben?</div><div><br></div><div>Jedenfalls hoffe ich, dass wir durch diese Krise vor allem gute Einsichten hamstern. Das griechische Wort <span class="fs14lh1-5"><i>krisis</i></span> bedeutet auch „Scheidung, Unterscheidung". Vielleicht lernen wir ja zu unterscheiden: Was ist wichtig, was nicht? Was brauchen wir wirklich, um glücklich zu sein? Müssen wir Tiere in Massen halten, so wie wir es tun? Müssen wir sie in Massen essen? Müssen wir wie verrückt durch die Welt fliegen, wo Gott uns Hamster doch für die Erde gemacht hat? Aber wir sind eben nie zufrieden: Wir wollen nicht Hamster, sondern Vögel sein. Wären wir aber Vögel, dann ... na, du weißt schon.</div><div><br></div><div>Ich will keine Angst verbreiten. Aber vielleicht gibt uns Gott jetzt einen Schuss vor den Bug – oder besser gesagt: vor unseren unersättlichen Hamsterbauch. Und wir sollten uns öfter mal still draußen hinsetzen und den Vögeln lauschen (ohne ihnen mit viel Getöse hinterherfliegen zu wollen). Vielleicht fällt uns dann auch öfter Jesu Wort von den Vögeln ein, die von ihrem himmlischen Vater ernährt werden, ohne dass sie sich darum sorgen. Und wir denken daran, dass wir unser Leben um keine Minute verlängern können. Übrigens auch unser Glück nicht vergrößern können.</div><div><br></div><div>Wenn wir daran denken, dann werden wir vielleicht genügsamer, dankbarer und – glücklicher.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 17 Apr 2020 15:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Von lebendigen Toten und toten Lebendigen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000001B"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Von lebendigen Toten und toten Lebendigen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 09/04/2020</span></div><div><br></div><div>Was wäre, wenn wir das Osterfest ernst nähmen? Wenn wir die Gewissheit hätten: Jesus hat den Tod ein für allemal besiegt.</div><div><br></div><div>Stell dir vor, er stände neben dir, sähe dich mit liebevollen Augen an und sagte: „Mach dir doch keine Sorgen: Du wirst leben!"</div><div><br></div><div>Nicht, dass wir diesen Jesus sehen und seine Stimme hören wie eines Menschen Stimme. Nicht, dass wir ihn jederzeit spüren. Was wir sehen und spüren, ist oft etwas anderes: das durch Krankheit und Tod bedrohte Leben, das begrenzte Leben, das sorgenvolle Leben.</div><div><br></div><div>Doch stell dir vor, du hättest trotzdem die Gewissheit, dass Jesus da ist – mit unauslöschlicher Liebe und mit einer Stimme, die alle Angst von dir nimmt.</div><div><br></div><div>Was wäre, wenn wir das ernst nähmen?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Unser Umgang mit dem Tod</div><div><br></div><div>Ich denke, wir würden anders mit Sorgen, Krankheit und Tod umgehen.</div><div><br></div><div>Wir müssten den Tod nicht aus unserem Leben verdrängen, ihn ignorieren und auf eine ferne Zukunft verschieben. Natürlich würden wir nicht jede Minute unseres Lebens an den Tod denken. Wir würden ja weiterhin Termine machen und unser Leben planen. Das gehört zum Leben dazu. Aber wir würden zugleich in dem Bewusstsein leben, dass all unsere Termine und Planungen nur vorläufig sind. Und wir würden nicht so sehr erschrecken, wenn ein Virus uns plötzlich den verdrängten Tod wieder vor Augen stellt.</div><div><br></div><div>Manche Menschen verzagen und leben in Angst, wenn eine Krankheit oder der Tod sie bedroht. Dann bestimmt der Tod schon jetzt ihr Leben. Der Tod kann uns die Lebensfreude und damit ein Stück Leben schon dann rauben, wenn wir noch lebendig sind.</div><div><br></div><div>Andere füllen ihr Leben bis zum Anschlag mit Erlebnissen, die Glück versprechen, nach der Devise, die in der Bibel drastisch ausgedrückt ist: „Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot" (Jes 22,13; 1Kor 15,32). Heute würden wir vielleicht sagen: „Lebe jetzt! Lebe deinen Traum!" Du musst das Leben jetzt intensiv genießen, denn heute ist vielleicht deine letzte Chance.</div><div><br></div><div>Das geht dann zwangsläufig auf Kosten unserer Mitkreaturen – Menschen, Tiere, Pflanzen. Wer alle Güter dieser Welt für sich selbst zusammenraffen will, muss das auf Kosten der anderen tun, rücksichtslos gegenüber der Mitkreatur.</div><div><br></div><div>Ich denke, dass kein Mensch von all diesen Verhaltensweisen frei ist. Wir verdrängen den Tod, er stürzt uns in Verzweiflung, wir suchen so viel Glück wie möglich zu erleben.</div><div><br></div><div>Zu einem Teil ist das normal. Wir sind Leben, das leben will. Und der Tod ist das Fragezeichen hinter unserer Sehnsucht nach Leben, Glück und Sinn.</div><div><br></div><div>Doch im christlichen Glauben bekommt der Tod noch einmal eine ganz andere Bedeutung als die heute gängige.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Der vielfältige Tod</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die erste Dimension des Todes</i></span></div><div>Der Tod ist das Ende des physischen Lebens. Das macht Angst. Und es stürzt in Trauer, wenn ein Mensch gestorben ist. So trauerte David intensiv um Saul und seinen Freund Jonathan, Sauls Sohn (1Sam 1,17-27). Und das Neue Testament berichtet, dass Maria und Jesus um Lazarus trauerten und weinten (Joh 11,31-33.35f).</div><div><br></div><div>In alttestamentlichen Zeiten stellte man sich vor, dass die Toten im Totenreich seien, in einer finsteren Unterwelt (hebräisch <span class="fs14lh1-5"><i>Scheol</i></span>). Dort können die Toten Gott nicht loben, sind von ihm &nbsp;getrennt und dem Vergessen preisgegeben. Sie werden dort zu Staub, ihr Dasein ist kraftlos wie ein Schatten und hat jeden Sinn verloren (z.B. Ps. 88,6.11; 90,3; 115,17; Jes 26,14; Hi 10,20-22).</div><div><br></div><div>Wahrlich keine schönen Aussichten! Aber abwarten, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die zweite Dimension des Todes</i></span></div><div>Der Tod kann den Menschen nach biblischem Verständnis auch dann treffen, wenn er physisch noch lebt – das ist sozusagen der Tod mitten im Leben. Dies geschieht, wenn die Beziehung des Menschen zu Gott gestört ist, wenn der Mensch krank wird, wenn er im Elend leben muss oder wenn er Konflikten und Gefahren ausgesetzt ist. Alles, was die Lebensfülle mindert und unser Leben einschränkt, trägt schon das Zeichen des Todes. Besonders die Verlassenheit von Gott wird als Tod schon mitten im Leben erfahren (Ps 22,15f; 86,13; 88; Jes 38,18; Röm 6,13; Eph 2,1; 1Tim 5,5f u.ö.).</div><div><br></div><div>Man kann das alles zusammenzufassen, indem man den <span class="fs14lh1-5"><b>Tod als Beziehungslosigkeit</b></span> versteht. Der Tod ist dann</div><div>a) die gestörte Beziehung zwischen dem Menschen und Gott (wenn wir Gottes Ferne erleben oder ihm nicht vertrauen)</div><div>b) die gestörte Beziehung des Menschen zu sich selbst (wenn uns der erkrankte Körper oder die erkrankte Seele Probleme bereiten oder wenn wir mit uns selbst nicht im Reinen sind).</div><div>c) die gestörte Beziehung zwischen dem Menschen und seinen Mitkreaturen (wenn wir im Konflikt mit unserem Nächsten oder mit den anderen Geschöpfen leben)</div><div><br></div><div>Halte durch, wir haben die Beschäftigung mit dem Tod bald geschafft!</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die dritte Dimension des Todes</i></span></div><div>Der Tod bezeichnet schließlich in der Offenbarung den endgültigen Tod, aus dem es kein Entrinnen gibt. Er wird „der zweite Tod" genannt und mit dem „Feuersee" gleichgesetzt (Offb 2,11; 20,6.14; 21,8). Die Aussagen mahnen dazu, den Glauben an Gott und das entsprechende Handeln nicht als etwas Beliebiges zu verstehen nach dem Motto: Man kann glauben, man kann es aber auch lassen; jeder soll doch nach seiner eigenen Façon selig werden. Stattdessen soll uns bewusst sein: Mit dem Glauben und Handeln ist es ernst. Es geht dabei ums Ganze: um Leben und Tod.</div><div><br></div><div>Damit sollten die damals verfolgten Christen getröstet werden. Ihnen wurde gesagt: Mit dem Tod werden nicht Täter und Opfer gleichgemacht. Der Tod gibt nicht alles Böse dem großen Vergessen preis, als wäre nichts gewesen. Die Täter werden nicht in Ewigkeit über ihre Opfer triumphieren. Vielmehr wird Gott Unterschiede machen. Wir nennen das auch Gottes Gericht (Offb 20,13). Das griechische Wort für „richten" (<span class="fs14lh1-5"><i>krinein</i></span>) heißt auch „scheiden / unterscheiden".</div><div><br></div><div>Mit anderen Worten: Ihr Glaubenden, die ihr gequält, verachtet und vergessen wurdet – ihr werdet nach eurem irdischen Leben nicht vergessen sein, sondern als Gottes Geliebte in ewiger Freude leben. Und ihr Gottlosen, die ihr Unrecht, Leid und Tod in die Welt gebracht habt – ihr werdet nach eurem irdischen Leben nicht mehr triumphieren, sondern Gottes Gericht wird euch die Augen öffnen über euch selbst, und ewiges Verderben wird euch drohen.</div><div><br></div><div>In Gottes Reich haben Gottlosigkeit, Hass, Vergessen der Armen, Unrecht, Folter, Kriegslust, Raffgier, Selbstgerechtigkeit und Machtmissbrauch keinen Platz mehr. Darum wird alles, was Tod bringt, indem es der Mitkreatur Leben raubt, vernichtet werden. Das müssen auch die unbelehrbaren Täter fürchten.</div><div><br></div><div>Das eigentlich Furchterregende des Todes ist dann nicht das physische Ableben, sondern die fehlende Beziehung zum Grund und Sinn unseres Lebens. Fürchterlich ist es, wenn ein Mensch den Sinn seines Daseins verfehlt, wenn er die Gabe des Lebens missachtet und die damit verbundene Aufgabe nicht erfüllt. Denn Gott will für uns ein erfülltes Leben mit Sinn und Ziel.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Karfreitag und Ostern</div><div><br></div><div>Wie wir leben sollen, sehen wir an Jesus. Aber auch, was uns im Leben passieren kann.</div><div><br></div><div>Er lebte die Liebe zu den Menschen und musste gerade deshalb deren Lieblosigkeit und Hass ertragen. Er lebte im vollkommenen Vertrauen zu Gott und musste doch erleben, wie dieser Gott ihn verließ.</div><div><br></div><div>So kann es dem ergehen, der ganz auf die Liebe setzt. Denn die Liebe setzt sich nicht mit Gewalt durch, sondern besiegt die Lieblosigkeit, indem sie ins Leiden geht.</div><div><br></div><div>Aber nicht nur Jesus hat gelitten, sondern auch Gott. Ich verstehe das so: Gott wollte sich nicht gewaltsam gegen die Mörder seines Sohnes durchsetzen. Darum musste er es erleiden, dass er in dieser Situation (die er aus Liebe zu den Tätern selbst herbeigeführt hat) nicht mehr der fürsorgliche und rettende Vater seines Sohnes sein konnte. Er musste den Tod seines Sohnes erleiden und den Tod seines rettenden Vaterseins.</div><div><br></div><div>Wir haben also einen Gott, der selbst Leid und Tod erfahren hat. Gerade so aber hat er Leid und Tod besiegt: Er hat an seiner Liebe festgehalten; seine Liebe ist stärker als der Tod.</div><div><br></div><div>Das zeigt uns Jesu Auferweckung: Der liebende und leidende Gott schafft durch den Tod hindurch Leben. Der liebende Gott erleidet den Tod; gerade dadurch aber bleibt er sich selbst treu, nämlich seiner Liebe zu den Tod bringenden Menschen, die er trotz allem leben lässt.</div><div><br></div><div>Karfreitag gedenken wir des Todes Jesu. Fürchterlich war dieser Tod nicht, weil Jesu irdisches Leben zu Ende ging, sondern weil Jesus das Verlassensein von seinem rettenden Vater erleben musste. Darum schrie er am Kreuz nicht „Mein Gott, warum muss ich sterben?", sondern „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Mk 15,34; Mt 27,46).</div><div><br></div><div>Zugleich gedenken wir des Gottes, der die Bewahrung Jesu aufgegeben hat, weil er seine Peiniger nicht auslöschen wollte.</div><div><br></div><div>Zu Ostern feiern wir das Leben, das Gott aus dem Tod heraus schafft. Wir feiern den Sieg seiner Liebe über Gewalt und Tod. Diese Liebe hat Jesus durch den Tod hindurch das ewige Leben bei Gott geschenkt. Diese Liebe will auch uns durch den Tod hindurch zum ewigen Leben bei Gott führen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Das vielfältige Leben</div><div><br></div><div>„Tod" ist also nicht das letzte Wort. Das letzte Wort ist nach Gottes Willen „Leben". Und das Leben ist ebenso vielfältig wie der Tod.</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Der erste Trost</i></span></div><div>Die griechisch-römische Antike sah im Tod einen notwendigen Teil des menschlichen Daseins: Alles, was entsteht, vergeht. Darum meinte man: Es bleibt uns nur, den Tod als Gegebenheit unseres Daseins anzunehmen. Man konnte den Tod sogar als Befreiung von der Fessel des Leibes und als sicheren Hafen verstehen.</div><div><br></div><div>Nach jüdisch-christlichem Verständnis entscheidet weder die Natur noch eine anonyme Macht oder ein blindes Schicksal darüber, wann wir sterben. Auch nicht die Folgen unserer eigenen Taten (unser „Karma") geben den Ausschlag. Sondern allein Gott entscheidet über Leben und Tod: Er sendet seinen Lebenshauch an alles Lebendige aus, und er nimmt diesen Lebenshauch auch wieder weg (Ps 104,29f; Hi 34,14f).</div><div><br></div><div>Ich finde es tausendmal angenehmer, wenn statt des Schicksals, statt eines dummen Zufalls oder statt meiner Taten der mich liebende Gott über Leben und Tod entscheidet.</div><div><br></div><div>Im Alten Testament ist deshalb auch davon die Rede, dass ein glaubender Mensch „alt und lebenssatt" sterben kann. Das ist ein Sterben nach einem erfüllten (nicht leidfreien!) Leben und im Einklang mit Gott, der die Zeit des Todes bestimmt (Gen/1Mo 25,8; 35,29; Hi 42,17).</div><div><br></div><div>Außerdem wird der Blick schon an einigen Stellen des Alten Testaments dahin geweitet, dass Gott (entgegen anderen Stellen) auch im Totenreich anwesend ist und aus ihm erretten wird (Ps 49,16; 139,8) Mehr noch: Er wird den Tod für immer vernichten und den Menschen aller Völker die Tränen abwischen (Jes 25,8; vgl. Offb 21,4).</div><div><br></div><div>Gott will also das Leben seiner Geschöpfe, nicht ihren Tod (Mk 12,27). Er hat uns nicht nur für ein kurzes irdisches Leben geschaffen, sondern will immer und ewig mit uns zusammen sein.</div><div><br></div><div>Darum berichtet die Bibel immer wieder davon, dass Tote durch Gottes Kraft wieder lebendig werden (1Kön 17,21f; Mk 5,41f; Joh 11,41-44). Und auch Jesus ist nicht im Tod geblieben (Lk 24,6.34 u.ö.). Die Osterbotschaft lautet: Gott ist stärker als der Tod. Er setzt sich durch, indem er Leben schenkt – auch wenn uns nichts anderes als Leid und Tod vor Augen stehen.</div><div><br></div><div>Darum können wir uns dem Tod stellen. Wir müssen ihn nicht verdrängen (Jos 23.14; 1Kön 2,2). Denn seine Macht wird im Glauben radikal relativiert. Ja, er beendet unser irdisches Leben. Das ist aber auch alles. Über das himmlische Leben hat er keine Macht. Unser Leben ist weit mehr als die Jahre auf dieser Erde. Und das, was wir auf dieser Erde leiden müssen, hat überhaupt keine Bedeutung im Vergleich zu der bevorstehenden Herrlichkeit, die Gott an uns dartun wird (Röm 8,18).</div><div><br></div><div>Darum konnte sich Paulus sogar nach der ewigen Gemeinschaft mit Gott sehnen und auf sie freuen. <span class="fs14lh1-5">Er wusste aber, dass er nach Gottes Willen noch leben sollte</span><span class="fs14lh1-5"> (Phil 1,23).</span></div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Der zweite Trost</i></span></div><div>Manche leben ihr irdisches Leben ohne Beziehung zu Gott. Wir haben gehört, dass die Bibel darin den Tod zu Lebzeiten sieht. Aber auch für diese lebendigen Toten gibt es Hoffnung. Wir können Gott bitten, dass er ihnen den Glauben schenken möge. Dass er sie überwältigen möge durch die Kraft seines Geistes. So wie der Geist über die Propheten des Alten Testaments kam und sie dazu trieb, Gottes Wort zu sagen – auch wenn sie sich dagegen wehrten (Jes 6,4-7; Jer 1,4-9). Auch Mose wehrte sich heftig gegen Gottes Berufung und hielt sich für ungeeignet (Ex/2Mo 3,11.13.; 4,1.10.13). Doch Gott kann einen Menschen von Grund auf verändern.</div><div><br></div><div>Darum spricht das Neue Testament von einer „Neuschöpfung" oder „Neugeburt". Uns neu erschaffen oder neu gebären können wir nicht selbst (2Kor 5,17f; Gal 6,14f; Joh 3,3-8). Auch Paulus wurde von Christus überwältigt, obwohl er einer der heftigsten Christenhasser war (Apg 9,1-9; Gal 1,11-16). Wunder der Gnade!</div><div><br></div><div>„Aus Gnade seid ihr gerettet worden durch Glauben; und das nicht aus euch, es ist Gottes Gabe" (Eph 2,8).</div><div><br></div><div>Wir sollen um die Möglichkeit des geistlichen Todes wissen. Wir sollen aber nicht verzagen, wenn uns das Glauben schwerfällt. Wer zweifelt und trotzdem an Gott festhält, ist ihm nicht fern. Und er darf um das Geschenk des Glaubens bitten.</div><div><br></div><div>Lege einfach alles in Gottes Hand. Sage: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben" (Mk 9,24). Und dann überlass es Gott, was er aus deiner Bitte macht. Vielleicht erlebst du es, wie dein Glaube langsam wächst. Und wenn du das Gefühl hast, dass nichts wächst, dann lass dir an seiner Gnade genügen (2Kor 12,9). Er allein setzt das Maß deines Glaubens fest, und wie viel er dir zuteilt, so ist es gut (Röm 12,3).</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Der dritte Trost</i></span></div><div>Wer sich so für Gottes Gnade bereit machen lässt, muss den ewigen Tod nicht fürchten. Er ist wie Paulus „von Mutterleib an ausgesondert und durch Gnade berufen" (Gal 1,15). Oder im Bild gesprochen: Er kann guter Hoffnung sein, dass sein Name im „Buch des Lebens" aufgeschrieben ist (Offb 20,12). Für die dort Aufgeschriebenen gibt es keinen „zweiten Tod". Sie sind „aus dem Tod ins Leben hinübergegangen" (Joh 5,24).</div><div><br></div><div>Und was mit den anderen geschieht, kannst du getrost Gott überlassen. Es ist nicht an dir, das Urteil zu sprechen (Mt 7,1; Röm 2,1; 14,3f.13). Deine Aufgabe ist, allen die frohe Botschaft zu bezeugen und für alle zu hoffen und zu beten (Mt 28,19; 2Kor 5,20).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Dem Tod ins Gesicht lachen</div><div><br></div><div>Früher gab es in den Ostergottesdiensten den Brauch des Osterlachens. Der Pfarrer erzählte von der Kanzel eine lustige Geschichte, und es durfte gelacht werden. Vielleicht sollten wir den Tod nicht so ernst nehmen, sondern ihm ins Gesicht lachen. Er hat ja schon verloren.</div><div><br></div><div>Würde ich Ostern ernster nehmen, dann würde ich wohl manches andere in meinem Leben, das ich jetzt mit Sorgen betrachte, nicht so ernst nehmen. Stattdessen würde ich mehr darüber lachen. Was soll mir denn passieren? Nichts kann uns trennen von Gottes Liebe (Röm 8,33-39). Gott will mit uns zusammen sein und zusammen bleiben! Das ist es, was zählt. Alles andere tritt dahinter zurück. Auch alles Leid hat im Vergleich mit der Herrlichkeit des Himmels keine Bedeutung (Röm 8,18).</div><div><br></div><div>Stell dir vor, Jesus ist da – ganz nah bei dir. Du bist zu traurig, um ihn zu spüren. Du siehst ihn nicht; du siehst durch den Schleier deiner Tränen nur irgendwelche Menschen, die dir nichts sagen. Und nun stell dir eine Stimme vor, die beim ersten Wort schon alles sagt: Er nennt deinen Namen – mehr nicht. Das reicht schon. Du weißt, dass er lebt. Und dass auch du leben wirst. Dass du dir keine Sorgen machen musst. Dass er bei dir ist und bei dir bleibt jeden Tag. Und dass der Tod schon besiegt ist (vgl. Joh 20,11-18).</div><div><br></div><div>Dann bist du schon jetzt vom Tod zum Leben hinübergegangen.</div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></i></div><div class="imTALeft"><i><span class="fs14lh1-5"><br></span></i></div><div class="imTALeft"><i><span class="fs14lh1-5"><br></span></i></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 09 Apr 2020 08:56:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Mein Leben in Hamsterkauf-Zeiten]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_mit_Humor"><![CDATA[Theologie mit Humor]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000001A"><div class="imTACenter mb1"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Mein Leben in Hamsterkauf-Zeiten</span></div><div><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 02/04/2020</span></div><div><br></div><div class="imTALeft">Irgendwie sind wir alle zu Hamstern geworden. Eigentlich sehr niedliche Tierchen. Ich hatte früher selber einen.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Aber wie leben wir in Hamsterkauf-Zeiten? Kaufst du noch oder hamsterst du schon? Hier gebe ich dir einen kleinen Einblick in mein Hamsterleben.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Ich bin ein sehr am Tagesgeschehen interessierter Hamster. Das ist in diesen Zeiten nicht immer lustig. Denn meine geliebten Informations- und Diskussionssendungen kennen nur noch ein Thema. Du ahnst schon, was ich meine. Manchmal kann ich das C-Wort nicht mehr hören. Darum will ich es auch gar nicht aussprechen. Jedenfalls interessiert mich der Rest des Fernsehprogramms meistens nicht. Darum lande ich schließlich doch wieder bei – du weißt schon. Leider.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Manchmal zieht das, was ich da höre und sehe, meine Stimmung gehörig runter. Bevor ich in mein Hamsterbett krieche, denke ich dann: Hättest du dir das doch bloß nicht reingehamstert. Zu spät.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Ich schwanke zwischen positiven und negativen Eindrücken. Mal bekomme ich Informationen, die meine Sorge vergrößern, und mal solche, die sie verkleinern. Und ich merke, dass auch die Experten sich widersprechen und ihre Meinung mitunter ändern. Also wissen wir offensichtlich relativ wenig über das Virus, das uns zu Hamstern macht, und lernen gerade viel dazu.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Jeden Morgen, wenn ich aufwache, denke ich: Oh toll, ich habe keinen Husten, kein Halskratzen und kein Fieber. Danke, Herr, dass ich noch gesund bin.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Ich nutze die Kontaktbeschränkungen, um mich zu Hause zu beschäftigen. Durch meine Website und mein neues Buch gab und gibt es genug zu tun. So kommt keine Langeweile auf.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Seit einigen Tagen habe ich ein kleines technisches Problem mit meiner Website. Das hätte ich mir gegen die Langeweile nicht gewünscht. Lässt sich aber nicht ändern. Darum erscheint dieser Artikel auch später als geplant.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Vom Schreibtisch nach draußen: Ich freue mich darüber, dass es keine Ausgangssperre gibt. So kann ich mich draußen bewegen und regelmäßig joggen. Ein Hamster braucht schließlich viel Bewegung. Ohne diese Bewegung würde mir etwas sehr Wichtiges fehlen.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Ich genieße auch von Herzen die Sonne, die uns in den letzten Tagen so sehr verwöhnt hat. Dann spüre ich die warmen Strahlen auf meinem Gesicht, höre die Vögel zwitschern und danke Gott für die wunderbaren Gaben seiner Schöpfung.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Kleine Unterbrechung des Wunderbaren: In der letzten Woche musste ich mich einer Zahn-OP unterziehen. Ich dachte: Okay, ist sicher nicht so ideal, in Hamstervirus-Zeiten mit offenem Mund auf dem Stuhl zu liegen, der Hamster-Zahnarzt und seine Mitarbeiterin über mich gebeugt... Wer weiß, ob die nicht infiziert sind? – Und wie voll wird wohl das Wartezimmer sein? Was mache ich, wenn ich den gebotenen Abstand nicht einhalten kann?</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Beim Zahnarzt stellte ich dann fest: Im Wartezimmer war ich fast der einzige. Bei der Behandlung arbeiteten natürlich alle mit Mundschutz. Ich selbst musste mir vor der Behandlung die Hände desinfizieren und den Mund mit einer desinfizierenden Lösung spülen. Man war also sehr auf Hygiene bedacht. Das gab mir Sicherheit.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Die OP ist übrigens gut verlaufen, und der Heilungsprozess macht gute Fortschritte. Dafür bin ich sehr dankbar.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Manchmal gehe ich auch zum Hamstern in den Hamstermarkt. Die Backen müssen ja schließlich voll sein. Gestern ist es mir zum ersten Mal passiert, dass die Regale mit dem Klopapier leergefegt waren. Da waren wohl andere Hamster schneller als ich. Aber das ficht mich nicht an. Es gibt schließlich wichtigere Dinge als das. Und im Notfall kann man ja auch...</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Im übrigen habe ich aufs Hamstern bis jetzt verzichtet. Man muss ja nicht jede Mode mitmachen. Aber wenn ich das nächste Mal Klopapier sehe, werde ich mir die Backen vollstopfen. Damit die anderen nicht wieder schneller sind.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Zurück nach Hause: Ich nutze die Zeit, Hamsterfreunde anzurufen, die ich länger nicht gesprochen habe. Das belebt die Kontakte und erfreut mein Herz (und auch das der Angerufenen). Die Kontaktreduzierung auf der einen Seite führt also zu einer Kontaktbelebung auf der anderen Seite. Toller Ausgleich, oder?</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Ich lerne, Dinge zu schätzen, die mir vor dem Hamstervirus selbstverständlich waren, die jetzt aber nicht mehr erlaubt sind. Zum Beispiel, mich überall hin zu begeben, wohin ich möchte. Oder mich mit Menschen zu treffen und auszutauschen. Jetzt, wo das nicht mehr geht, wird mir bewusst, wie wertvoll das ist und dass es <span class="fs14lh1-5"><b>nicht</b></span> selbstverständlich ist. Schnell kann sich alles ändern.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Das heißt für mich: Ich habe es nicht in der Hand. Ich kann mein Leben nur sehr bedingt selbst bestimmen. Schnell kann es passieren, dass Anderes über mich bestimmt, über das ich keine Gewalt habe.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Sogar mein Weiterleben kann schnell in Frage stehen. Der, der über mein Weiterleben entscheidet, bin nicht ich, sondern ist mein Schöpfer (Ps 104,29f). Nicht, dass ich das nicht auch schon wusste, bevor ich zum Hamster wurde. Aber diese Einsicht ist jetzt kein abstraktes und theoretisches Wissen mehr, sondern ein handfestes und täglich gefühltes Erleben. Das ist ein großer Unterschied.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Wir Macher, die wir meinen, alles zu schaffen, was wir uns vornehmen, und die Kontrolle über unser Leben zu haben, werden massiv daran erinnert, dass wir nur sehr kleine Macher sind. Im besten Fall sind wir Mitmacher Gottes, wenn er uns mitmachen lässt und wir diese Rolle für uns annehmen.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Wie ich schon schrieb, freue ich mich meiner Gesundheit. Aber ich denke nicht nur an mich selbst. Ich bete für die Erkrankten und Gestorbenen, für die Länder, die viel schwerer betroffen sind als unseres und für die, die entfernt nicht die medizinischen Möglichkeiten haben wie wir in Europa. Und ich bin überzeugt davon, dass Gott Gebete hört und sich von ihnen sogar beeinflussen lässt (z.B. Am 7,1-3; Jon 3,7-10; Apg 10,1-4; Jak 5,16).</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Ich weiß nicht, warum diese Pandemie über die Welt gekommen ist, und fürchte, dass vielen armen Ländern noch Schlimmes bevorsteht. Ich denke dabei auch an die völlig überlaufenen Flüchtlingslager, in denen die Menschen dichtgedrängt leben müssen (Übrigens finde ich es schlimm, dass die schon beschlossene Aufnahme von Kindern aus griechischen Lagern jetzt erstmal auf Eis gelegt ist.)</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Aber eins weiß ich: Wir haben einen Gott, der in allem Leid an der Seite seiner Geschöpfe bleibt (Ps 16,8-11) und mit ihnen leidet, Mitleid mit ihnen hat und sich ihrer erbarmt (z.B. Ps 31,8-17; Mt 9,36). Ein Gott, der selbst durch Leid und Tod hindurchgegangen ist und Leid und Tod besiegt hat (z.B. Apg 3,15; 1Kor 15,54f).</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Das schmälert nicht das, was Menschen auf Erden erleiden müssen. Aber ich bin gewiss, dass nicht Leid und Tod das Letzte sind, sondern Freude und Leben (Ps 126). Und dass ich darum mit all meinen Sorgen und Ängsten bei Gott Ruhe finden kann. Jesus sagte: „Kommt her zu mir, all ihr Erschöpften und Belasteten, und ich werde euch Ruhe geben" (Mt 11,28).</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Und diese Ruhe sollte Konsequenzen haben: Weil alle Menschen bei Gott Ruhe vor ihren Sorgen und Ängsten finden können, sollten die Nationen nicht an sich selbst zuerst denken, sondern zusammenrücken. Wir sollten solidarisch mit all denen sein, die nicht so gute Überlebenschancen haben wie wir. Jetzt gilt es, dass die Starken den Schwachen helfen (z.B. Apg 2,44f). Wenn wir das nicht tun, nehmen wir die Verantwortung nicht an, die Gott uns übertragen hat.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Ich denke manches Mal an Ostern. Dieses Osterfest wird wohl für uns alle ein außergewöhnliches sein. Die Botschaft von Ostern ist aber dieselbe wie jedes Jahr. Es ist die Botschaft von dem endgültigen und universalen Sieg Gottes über Leid und Tod. Mir ist diese Botschaft zum Lebensinhalt und letztlich zum einzigen Trost im Leben und im Sterben geworden.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Ich armer Hamster bin zwar nicht immer sorglos und ohne Angst, aber ich versuche, Gott zu vertrauen und mich bei ihm zu bergen. Gott möge mir dazu die Glaubenskraft geben.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Soweit einige Aspekte meines Hamsterlebens in diesen besonderen Zeiten. Wenn du etwas aus deinem Hamsterleben mit anderen teilen möchtest, dann kannst du das unten tun. Ich freue mich darüber. Denn so können wir Hamster uns austauschen, ohne uns zu sehen. Hamster müssen schließlich zusammenhalten.</div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft">Sei Gott befohlen. Er möge deine dicken Hamsterbacken füllen mit allem, was du brauchst. Darum bleibe möglichst froh im Glauben und vertrau dich dem an, der auch dein Leben in seinen guten Händen hält und niemals loslassen wird.</div></div><div><br></div><div><br></div><div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></i></div><div><br></div><div><br></div><div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs12lh1-15 cf1">Anmerkung: Dieser Artikel war ursprünglich ernsthaft und ohne Humor geschrieben. Erst als ich das Foto fand, hatte ich die Idee mit den Hamstern und habe den Artikel nochmal umgeschrieben. Darum ganz herzlichen Dank an die Fotografen </span><span class="fs12lh1-15 cf1">S. Hermann &amp; F. Richter, die ihr Foto auf Pixabay veröffentlicht haben.</span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><br></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15"><br></span></div><div data-line-height="1.15" class="lh1-15"><span class="fs14lh1-15"><br></span></div><div></div></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 02 Apr 2020 15:36:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die erleuchtete Finsternis]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000019"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Die erleuchtete Finsternis</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 25/03/2020</span></div><div class="imTALeft"><br></div><div>Nein, das Virus bestimmt nicht mein Leben. Ich weigere mich, ein Virus als Herrn über mein Leben anzuerkennen.</div><div><br></div><div>Natürlich hat sich in kürzester Zeit unfassbar viel verändert. Es gibt Einschränkungen, die ich noch vor zwei Wochen nicht für möglich gehalten hätte.</div><div><br></div><div>Das ist die vordergründige Dimension der Wirklichkeit, die wir alle erleben. Es gibt aber noch eine andere Dimension der Wirklichkeit. Eine, die nicht so deutlich sichtbar und spürbar ist, aber dennoch real. Sie ist die entscheidende Wahrheit über unsere Wirklichkeit.</div><div><br></div><div><div>Die Wirklichkeit ist das, was wir erleben. Und die Wahrheit über die Wirklichkeit ist die Deutung dieser Wirklichkeit.</div></div><div><br></div><div>Die entscheidende Wahrheit über unsere Wirklichkeit ist für mich: Gott ist und bleibt seiner Schöpfung in Liebe und Güte verbunden. Es ist nicht alles furchtbar, was jetzt passiert. Ich bin behütet auch im Furchtbaren.</div><div><br></div><div>Ja, es gibt das Furchtbare: Menschen sterben, Existenzen stehen am Abgrund, Einsamkeit, Angst und Sorge machen sich breit. Aber all das ist eben nicht das Einzige. Es ist nicht das erste und nicht das letzte Wort über unser Leben.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Das erste und das letzte Wort über unser Leben</div><div><br></div><div>Das erste und das letzte Wort über unser Leben ist das Wort, das in Jesus Christus zu uns gekommen ist. Es ist das Wort von Gottes Liebe und Güte. Es begegnet uns schon im Alten Testament:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Er erquicket meine Seele.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">denn du bist bei mir,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">dein Stecken und Stab trösten mich.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">(Psalm 23)</span></div><div><br></div><div>Wir dürfen diese Worte nicht einfach lesen. Wir müssen sie buchstabieren.</div><div><br></div><div>Der gute Hirte, Gott selbst, ist der, der über unser Leben bestimmt. Wir sind und bleiben von ihm durchs Leben geleitet. Er führt uns unmerklich unseren Lebensweg, mit unsichtbarer Hand.</div><div><br></div><div>Unser Weg mag uns erscheinen wie ein Irrgarten, wie eine Ansammlung von Irrwegen und Sackgassen. Das ist die sichtbare Dimension der Wirklichkeit. Die unsichtbare Dimension ist eine andere. Da gibt es grüne Auen und frisches Wasser. Da sind auch die schweren Wege richtige und gute Wege.</div><div><br></div><div>Aber was ist gut am Weg durch das furchterregende Virental?</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Die guten Wege</div><div><br></div><div>Nicht alle, aber viele Menschen haben jetzt mehr Zeit, mehr Ruhe. Das Leben wird entschleunigt. Keine Termine, weniger Verpflichtungen, weniger Stress, weniger Eindrücke. Das verdunkelt vielleicht zuerst unser Leben: Eine Leere stellt sich ein. Aber ich kann auch die guten Seiten sehen.</div><div><br></div><div>Die Ruhe erlaubt es uns, Dinge zu tun, die zuvor unterblieben sind. Die vielleicht sogar in Vergessenheit geraten sind.</div><div><br></div><div>Einen Spaziergang machen, die Sonne genießen. Den Vögeln zuhören. Nachdenken über mein Leben, über das Wesentliche: Was will ich mit meinem Leben? Lebe ich sinnerfüllt?</div><div><br></div><div>Ein Buch lesen, mich vertiefen in eine andere Welt, damit das Virus nicht all meine Gedanken bindet. Musik hören, die Augen schließen, tief hineinhören, auf jedes Instrument und ihr wundervolles Zusammenklingen achten. Das Wunder der Musik empfinden.</div><div><br></div><div>Die Ruhe erlaubt es uns, die unendlichen Möglichkeiten, die Gottes gute Schöpfung uns auch jetzt bietet, zu genießen.</div><div><br></div><div>Dazu gehört auch ein intensives Miteinander: ein ehrliches, tiefgehendes Gespräch. Wir teilen unser Leben, indem wir uns mitteilen. Wir öffnen uns füreinander, lernen uns neu kennen. Wir werden ehrlich voreinander, dürfen schwach sein. Das mag nicht leicht sein, aber es ist einen Versuch wert. Wenn es gelingt, werden wir reich beschenkt sein. Denn auch dazu hat uns der Gott geschaffen, der uns sich selbst in Jesus Christus mitgeteilt hat.</div><div><br></div><div>Es gibt noch viele andere Dinge, die uns in Gottes guter Schöpfung geblieben sind: Mit den Kindern spielen. In der Familie oder mit dem Partner/der Partnerin kochen und das Essen genießen. Jemanden anrufen, mit dem ich schon lange nicht gesprochen habe. Kreativ sein. Eine Arbeit erledigen, die ich schon lange vor mir hergeschoben habe.</div><div><br></div><div>Bitte setze die Reihe selber fort. Vielleicht entdeckst du ganz neue Freuden, die bisher nur im Hinterkopf schlummerten, ohne dass du sie in die Tat umgesetzt hast.</div><div><br></div><div>Manche haben jetzt die Möglichkeit, anderen zu helfen: Einkaufen für die alte Nachbarin, die zur Risikogruppe gehört. Einen Menschen, der allein in seiner Wohnung sitzt, anrufen. Jemanden zum Arzt fahren, der anders nicht hinkommt. Wenn du entdeckst, wie du andere Menschen glücklich machen kannst, wirst du selber glücklich werden.</div><div><br></div><div>Die Krise macht es möglich.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Die heilsame Krise</div><div><br></div><div>Auch das finstere Virental ist nicht einfach nur finster.</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Den Redlichen geht das Licht auf in der Finsternis</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">(Psalm 112,4)</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Das Licht scheint in der Finsternis,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">und die Finsternis hat das Licht nicht überwältigt.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">(Johannes 1,5)</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Jesus redete zu ihnen [den Pharisäern] und sprach:</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Ich bin das Licht der Welt.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">sondern wird das Licht des Lebens haben.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">(Johannes 8,12)</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div>Es gibt offensichtlich zwei Perspektiven auf die finstere Krisenwirklichkeit: eine, die nur die Finsternis sieht, und eine, die in der Finsternis das Licht sieht. Die zweite ist die christliche Sichtweise.</div><div><br></div><div>In alledem, was uns finster erscheint, was uns quält und Sorgen bereitet, gibt es jetzt schon Licht. Wenn im Neuen Testament steht, dass Jesus Christus das Licht ist, dann ist damit gemeint: In ihm ist Gottes Liebe Wirklichkeit geworden und die Welt mit Gott versöhnt worden. Der ganzen Welt leuchtet nun in all ihrer Finsternis das Licht der Liebe und Versöhnung – auch dann, wenn es uns so scheint, als habe die Finsternis die Oberhand gewonnen und das Licht überwältigt (vgl. Joh 1,5 mit 12,35). Aber nichts kann das Licht überwältigen, das Jesus Christus ist. Gottes Liebe und Versöhnung haben Bestand auch im finstersten Tal.</div><div><br></div><div>In diesem Geliebt- und Versöhnt-sein wird die Krise sogar zu einer heilsamen Krise. Heilsam ist für mich, was mir in den letzten Tagen bewusst geworden ist.</div><div><br></div><div>Mir ist bewusst geworden, was für wunderbare Geschenke das sind, die ich vor der Krise wie selbstverständlich hingenommen habe: Freunde besuchen, das Miteinander pflegen, durch die Stadt bummeln, im Café sitzen, das Gespräch mit anderen Menschen führen, ihre Nähe suchen und sich bei alledem durch nichts bedroht fühlen. Das Virus macht mir bewusst, dass dies alles nicht selbstverständlich ist. Es macht mich dankbar für das Alltägliche und lässt mich den Wert vieler Dinge neu erkennen. Erst wenn uns etwas fehlt, wird uns sein Wert bewusst.</div><div><br></div><div>Vielleicht wird uns auch bewusst, wie begrenzt unser Leben ist, wie verletzlich wir sind. Vielleicht wird uns durch die Krise klar, dass der menschliche Allmachtswahn eine Illusion ist. Alles erschien machbar, nichts unmöglich. Ein winziges Virus belehrt uns eines Besseren.</div><div><br></div><div>Um nicht missverstanden zu werden: Es geht nicht darum, die Finsternis zu leugnen. Es gibt die Sorge um Gesundheit, es gibt die vielen Todesopfer. Es gibt die Trauernden, die um ihr Leben Kämpfenden und die Verzweifelten. In manchen Ländern leiden die Menschen schon jetzt unsäglich. Aber all das ist nicht das Letzte, ist nicht die erste und letzte Wahrheit über uns Menschen. Im Licht der Liebe Gottes kann ich die Sorgenvollen, die Kämpfenden, die Verzweifelten, die Toten und Trauernden und auch mich selbst und meine Zukunft Gott anheimstellen. Ich kann mein Entsetzen und meine Klagen ihm entgegenschreien.</div><div><br></div><div>Im Vertrauen zu dem, der mich in seinen guten Händen hält und einem guten Ziel zuführt, muss ich letztlich auch im finstern Tal kein Unglück fürchten, mich nicht mit Sorgen zermartern. Denn weder ich noch irgendein anderer Mensch kann tiefer fallen als in Gottes Hände. Gibt es etwas Tröstlicheres als das? „Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich."</div><div><br></div><div>Vielleicht können wir auch das in der Krise neu lernen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Gottes Liebesbrief</div><div><br></div><div>Von Gottes Liebe erfahren wir in der Bibel. Sie ist von ganz unterschiedlichen Menschen zu verschiedenen Zeiten geschrieben worden, Menschen, die ganz Unterschiedliches erlebt haben. Aber eins verbindet sie alle: Sie wussten um Gottes Liebe. Sie suchten sie, sie zweifelten an ihr, sie fanden sie und verloren sie wieder, sie suchten sie aufs Neue. Sie klagten Gott ihre Not und lobten ihn für seine Güte, die sie erlebt hatten. Sie sprachen zu den Menschen ihrer Zeit über die Krisen der Einzelnen und ganzer Völker und sie erzählten von jenem Einen, in dem ihnen Gott nahekam wie in keinem Zweiten. Ihre Worte sprechen auch zu uns, wenn wir uns ihnen öffnen. Es ist wie ein Liebesbrief, den Gott uns durch seine Boten geschrieben hat.</div><div><br></div><div>Die Krise und die Ruhe, die sie mit sich bringt, gibt uns die Möglichkeit, Gottes Liebesbrief zu lesen, einen Satz oder eine Geschichte durchzubuchstabieren. Geh davon aus, dass Gott durch die Worte der Bibel auch zu dir sprechen will. Dass er dir etwas Wichtiges, Entscheidendes zu sagen hat: Es geht um die Wahrheit über dein Leben, über den Sinn und das Ziel deines Lebens.</div><div><br></div><div>Du kannst Geschichten lesen von Menschen, die durch tiefste Täler mussten und denen Gott dennoch einen reich gedeckten Tisch bereitete. Geschichten von Menschen, die Irrwege und Umwege gingen, die verirrt waren in ihrem Leben und denen Gott ihr Selbstwertgefühl zurückgab, indem er sie wie einen kostbaren Schatz behandelte: als wenn er sie mit edelstem Öl salbte. Geschichten von Menschen, die Leid und Tod erlebten und dennoch erfuhren, dass ihnen nicht die Finsternis, das Furchtbare, das absolut Negative nachfolgte, sondern Gutes und Barmherzigkeit. Menschen, die gerade in den finsteren Tälern zu vertrauen lernten: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar."</div><div><br></div><div>Das ist die Wahrheit über unsere Wirklichkeit und der Trost in Corona-Zeiten. Nicht Corona-Partys, nicht das Ausblenden und Nicht-ernst-Nehmen der Wirklichkeit sind der Trost, sondern das Vertrauen zu dem, der in allem und durch alles hindurch uns liebt:</div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">Ich bin gewiss,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">dass weder Tod noch Leben,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">weder Engel noch Mächte noch Gewalten,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">uns scheiden kann von der Liebe Gottes,</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.</span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1">(Römer 8,38f)</span></div><div><br></div><div>Ich weiß, dass dieses Vertrauen nicht leicht ist. Es ist für uns sogar unmöglich. Aber wir müssen dieses Vertrauen auch nicht aus eigener Kraft aufbringen. Auch das Vertrauen will Gott uns schenken.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">5. Unsere Antwort</div><div><br></div><div>Ein Jugendfreund von mir lebt zeitweise in Kenia. Er erzählte mir von einer Christin, die er dort kennenlernte, und von ihrem Glauben. Er berichtete, dass sie immer, wenn schwere Zeiten anbrachen, in einem kindlichen Vertrauen sagte: „Jesus wird es schon machen." Sie blieb ruhig, verfiel nicht in Panik und Angst, auch nicht in Aktivismus, sondern vertraute alles ihrem Herrn an: „Jesus wird es schon machen." Ich fand das sehr beeindruckend.</div><div><br></div><div>Ich glaube, die Menschen dort leben viel mehr als wir mit der Realität des Todes. Er ist für sie allgegenwärtig. Sie wissen, dass sie ihm ausgesetzt sind, sie können ihn nicht so leicht verdrängen wie wir. Vielleicht sind sie gerade deshalb offener für das Geschenk des Glaubens, für das kindliche Vertrauen: Ich habe keine Macht über mein Leben, aber Gott hat die Macht. Dass ich lebe, ist sein Geschenk. Er wird für mich sorgen, mir wird nichts mangeln. Was immer auch geschieht, ich bin gut bei ihm aufgehoben. „Jesus wird es schon machen."</div><div><br></div><div>Das Leben mag uns jetzt furchtbar vorkommen, die Angst uns bestimmen. Aber <span class="fs14lh1-5"><b>vor der Klammer</b></span> alles dessen, was geschehen mag, steht Gottes Liebe und Güte, die unser Leben bestimmt. Was immer auch kommt, dein Leben wird nicht von einem banalen Virus bestimmt, sondern von dem Gott, dem du unendlich wichtig bist und der jedes Haar auf deinem Haupt gezählt hat (Mt 10,30; Lk 12,7).</div><div><br></div><div>Ich wünsche dir und mir, dass diese Gewissheit uns bestimmen möge in den nächsten Wochen und Monaten, und dass wir in der Krise wachsen im Vertrauen zu dem, der unser Leben in seinen guten Händen hält und uns niemals loslassen will.</div><div><i><br></i></div><div><i><br><div class="imTACenter"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></i></div></i></div><div><br></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 25 Mar 2020 18:31:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Zerrissene Schönheit]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000018"><div><div class="imTACenter"><br></div></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Zerrissene Schönheit</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 18/03/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Die Stille war kaum auszuhalten. Nichts regte sich, das Leben war zum Stillstand gekommen. Für Max Lebmer war es wie der Tod. Wenn nichts mehr passiert, nichts sich bewegt, ist das der Tod. Er saß vor seinem PC im Home Office, erledigte wie automatisiert seine Aufgaben und fühlte sich wie eine lebende Leiche. Das war kein Leben für ihn: Kein Mensch, keine Stimme, kein Dialog, keine Anstöße. Kein Lachen im Freundeskreis, keine ausgelassene Stimmung, keine Berührung. Das Virus hatte ihm alles genommen, was sein Leben ausmachte.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ihm graute bei der Vorstellung an das Wochenende. Die Geburtstagsfeier abgesagt, die Spritztour nach Frankfurt auf unbestimmte Zeit verschoben. Man solle zu Hause bleiben, keine Sozialkontakte mehr pflegen. Also saßen alle in ihren Löchern und drehten sich um sich selbst. Leben war das nicht.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Niemand wusste, wie lange das so weitergehen würde. Wochen? Monate? Das halte ich nicht aus, dachte er. Aber es gab nichts mehr, wo er hin konnte. Nicht mal ein Einkaufsbummel war möglich. Alles war geschlossen oder abgesagt. Sogar die Kirchen waren geschlossen, Gottesdienste fanden nicht mehr statt. Gott zu dienen war also keine Gelegenheit mehr, schoss es ihm durch den Kopf. Aber warum auch? Welchen Grund konnte es geben, einem Gott zu dienen, der eine Welt erschaffen hatte, in der es Viren gab?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5">Das Wort „Virus" kommt aus dem Lateinischen und heißt „Schleim", las er in der Wikipedia. Viren sind keine Lebewesen, aber „dem Leben nahestehend". Doch die wissenschaftliche Diskussion darüber sei noch nicht abgeschlossen. Aha, also man weiß es nicht genau: leben Viren oder leben sie nicht? Jedenfalls sind es „bloße stoffliche Programme zu ihrer eigenen Reproduktion", die einen Wirt brauchen, um zu überleben. Schön, der Mensch, nein, </span><span class="fs14lh1-5"><b>die Menschheit</b></span><span class="fs14lh1-5"> ist befallen von diesem „stofflichen Programm" namens Corona. Welchen Nutzwert Viren haben, darüber fand er nichts.</span></i></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Er wusste, dass in der Genesis stand, der Schöpfer finde seine Schöpfung „sehr gut". Eine naive Vorstellung. Was war gut an einem Virus? Was war gut daran, dass ein Tier das andere fressen musste, um überleben zu können? Was war gut daran, dass ein winziges Stück Schleim Menschen fraß?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Er hatte keine Todesangst, gehörte ja zu keiner Risikogruppe. Er hatte nur Angst vor dem lebendigen Tod oder der toten Lebendigkeit. Das Virus hatte sein Leben zum Erlöschen gebracht, seine Aktivität, seine Tatkraft, seine Lebensfreude. Nichts an einem Virus war gut.</i></span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">1. Der Riss</div><div><br></div><div>Die Bibel kennt zwei Schöpfungserzählungen. Die erste, mit der das Alte Testament beginnt, schildert die Schöpfung in sieben Tagen (Gen/1Mo 1,1-2,4a). Fünfmal findet Gott sein Werk „gut", und am Ende, nachdem auch der Mensch geschaffen ist und Gott sich alles nochmal im Zusammenhang ansieht, findet er es sogar „sehr gut" (Vers 31). Das hebräische Wort für „gut" bedeutet auch „heilsam" und „schön". Wir leben inmitten einer wunderschönen und heilsamen Natur.</div><div><br></div><div>Die zweite Schöpfungserzählung wurde vor der ersten verfasst und ist erst später hinter sie gesetzt worden. Sie erzählt von Adam und Eva und von deren Sündenfall, ihr Fallen, Abfallen (Gen/1Mo 2,4b-3,24). Damit ist gesagt: Ein Riss geht durch die Welt. Es ist der Riss zwischen Gut und Böse, Schön und Hässlich, Leben und Tod. Beides gehört zur Welt, in der wir leben.</div><div><br></div><div>Woher das Böse kommt, wird nicht erzählt. Der Mensch tut es. Er lässt sich verführen von der Schlange. Offensichtlich hat er die Möglichkeit, einen Riss in die Welt zu schlagen. Vorher war alles gut. Danach ist alles anders.</div><div><br></div><div>Der Riss geht durch die ganze Bibel. Das ist kein Buch mit simplen Happy End-Geschichten, mit strenger Trennung zwischen Guten und Schlechten, zwischen Helden und Versagern. Sondern der Riss geht durch alle und alles. Kein Leid, keine Schuld, die in der Bibel nicht vorkämen. Aber auch kein Lob, keine Freude, die in der Bibel beschämt ausgeklammert würden. Beides steht nebeneinander und ineinander. Die ganze Schöpfung lobt den Herrn, jubiliert in den ergreifendsten Tönen wie das Halleluja in Händels Messias – die Schöpfung, in der ein Fressen und Gefressenwerden ist.</div><div><br></div><div>Aber mehr noch: Der Riss geht durch Gott selbst. Denn der Gott, von dem die Bibel erzählt, ist der Gott in unserer Mitte (Hos 11,9), dem nichts Menschliches fremd ist. Es ist der Gott, der in die Welt kommt, in ihr wohnt (Joh 1,14), in ihr einer von uns wird, Mensch unter Menschen (Phil 2,7), Glücklicher unter Glücklichen und Leidender unter Leidenden (Jer 32,41; Hos 11,8; Lk 15,7.10; Hebr 4,15), Verfluchter unter Verfluchten (Gal 3,13). Und doch ist er der heilige, siegreiche Gott, unvorstellbar größer als wir und kein Mensch, wie wir es sind. Ein Gott zerrissen in unergründlicher Hoheit und abgründiger Tiefe durch seine Liebe, mit der er an unserem Geschick, Glück und Unglück, teilnimmt.</div><div><br></div><div>Was für ein Gott!</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">2. Der Kommende</div><div><br></div><div>Das Todbringende ist da in seiner Schöpfung, aber dennoch bleibt ihre Güte, Schönheit und Heilsamkeit bestehen. Wie passt das zusammen?</div><div><br></div><div>Wir können die Welt nicht mit Gottes Augen sehen. Er sieht mehr, sieht weiter, sieht das Gute auch trotz all des Bösen. Wir dagegen sind fixiert auf das Böse, starren es an wie in Schockstarre. Es drängt sich immer in den Vordergrund. Darum müssen wir gegen es anglauben, dürfen unseren Blick nicht fesseln lassen von ihm, müssen aus unserer Schockstarre erwachen. Nur ein kurzer scharfer Blick soll dem Bösen gelten, um dann wieder frohen Mutes und dauerhaft der Güte ins Gesicht zu sehen. Leider ist es bei uns meist umgekehrt.</div><div><br></div><div>Auch der Tod kann die Güte Gottes und darum die Güte der Schöpfung nicht beseitigen. Daran gilt es festzuhalten: Gottes Güte hat Bestand. Das zeigen all die Schuld- und Leidensgeschichten des Alten Testaments, die eingehüllt sind in Gottes unzerstörbare Güte. Und das zeigt die Geschichte Gottes selbst, wie sie einzigartig in Jesus Christus offenbar geworden ist. Da kommt einer in die Welt, der mit Gottes Augen sieht und mit Gottes Liebe liebt, und er wird zum Gespött der Leute, zum Feind, der beseitigt werden muss. So haben sie sich Gott nicht vorgestellt, als einen, der am Riss teilhat und teilnimmt. Sie wollten einen Gott, der mit Macht und Gewalt den Riss kittet, der die Welt in Ordnung bringt, in eine Ordnung, wie die Menschen sie sich vorstellten. Einen mächtigen Gott über allem wollten sie, einen Heldengott. Sie bekamen einen ohnmächtigen mitten unter ihnen, einen liebevollen.</div><div><br></div><div>Gerade in seiner ohnmächtigen Liebe aber ist dieser Gott mächtig und besiegt den Tod. Gerade indem er in den Riss hineintritt. Er schwebt nicht fern von uns über ihm, sondern ist in ihm an unserer Seite. Er lebt ihn mit uns und erlebt ihn mit uns. Er kennt unsere Tränen (Ps 56,9) und unser Glück (Ps 128,5). Er bleibt bei uns auch am Abend des Tages und des Lebens (Lk 24,29). Er geht mit uns in den Tod.</div><div><br></div><div>Und er eröffnet uns im Tod das Leben. Der Tod spricht nicht das letzte Wort. Der Gekreuzigte ist der Auferstandene. Ohne diesen Riss in Gott können wir Gott nicht denken.</div><div><span class="fs14lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5">Das alles mag denen wenig Trost sein, die jetzt einen lieben Menschen verlieren oder um ihre wirtschaftliche Existenz bangen. Sie müssen die Krise irgendwie aushalten. Sie mögen fragen, warum Gott das zulässt.</span></div><div><br></div><div>Die Antwort darauf kennen wir nicht. Es bleibt nur eins: <span class="fs14lh1-5"><b>dennoch</b></span> auf Gott hoffen. Den Mut nicht verlieren. Auf den setzen, der unsere Tränen kennt und der Gutes für uns will – auch dann, wenn wir es nicht sehen und spüren.</div><div><br></div><div>So bleibt Gottes Güte, egal, was geschieht. Alles geht einem guten Ziel entgegen. Es ist gut, dass die Schöpfung und unser Leben solch ein Ziel haben. Dass sie nicht in Finsternis enden, sondern im Licht. Das ist kein Vertröstung auf eine ferne Zukunft, sondern es ist Hoffnung und ein Anflug von Freude schon jetzt. Mehr nicht. Aber von diesem Ziel her gedacht ist die Schöpfung wirklich sehr gut. Zu sehen, zu ahnen ist dieses Ziel nur im Glauben. „Man sieht nur mit dem Herzen gut; das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" (Antoine de Saint-Exupéry). Es täte uns gut, diesen Satz nicht nur beseelt zu zitieren, sondern auch zu begreifen und zu beherzigen.</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">3. Das Tränenlob</div><div><br></div><div>„Das Licht scheint in der Finsternis" (Joh 1,5). Die Schöpfung war nie ohne Licht, ohne Hoffnung, und sie wird es nie sein. Die jubilierenden Vögel draußen singen ein Lied davon. Und wenn sie auch tot vom Himmel fallen, so haben sie doch ihr Lied zu Ende gesungen. Haben wir es gehört?</div><div><br></div><div>Für uns Menschen sind es harte Zeiten. Kein Kontakt, keine Bewegung, kein gemeinsames Leben. Stattdessen Stillstand, Angst und Sorge. Wie lange? Niemand weiß es. Angst vor Ansteckung, das Virus ist überall. Jeder ist verdächtig, jede Türklinke eine Gefahr. Das ist anstrengend. Manche haben große Probleme mit diesem unsichtbaren Verfolger. <span class="fs14lh1-5">Unternehmen und Selbstständige müssen kämpfen. Etliche Menschen</span><span class="fs14lh1-5"> werden sterben oder sind schon gestorben. Der Tod rückt uns bedrohlich nah. Wir können ihn nicht mehr verdrängen. Ein winziges Stück Schleim macht uns unsere Grenzen bewusst.</span></div><div><br></div><div>Aber das Licht scheint. Die Güte lebt. Der Auferstandene wird kommen, kommt schon jetzt, ist mitten unter uns. Mitten in unserem Zerrissensein. In der zerrissenen Schönheit. Ein Gott, der teilnimmt.</div><div><br></div><div>Da ist ein Keim Freude. Nur ein Keim. „In dir ist Freude in allem Leide" (Evangelisches Gesangbuch 398). Ein Jubellied in der Not. Singen und die Augen IHM zuwenden. Den Gütigen im Riss sehen. Die Finsternis sein lassen. Das Licht in sich aufnehmen. Dem immer Kommenden entgegengehen, und sei es klagend und weinend. Darauf kommt es an.</div><div><br></div><div>Das Virus hat es nicht verdient, dass wir in Sorge, Gram und Angst vergehen. Jetzt können wir lernen, den Gütigen auch in harten Zeiten zu loben. Sogar mit unseren Tränen (Lk 7,38; Apg 20,19; Hebr 5,7).</div><div><br></div><div><br></div><div class="imHeading2">4. Das Licht</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Der Bildschirm des Computers war längst schwarz geworden, während Max Lebmer seinen Gedanken nachhing. Er wusste nicht viel von Gott, hatte sich nie darum bemüht. Aber in stillen Stunden hatte er sich seine Gedanken gemacht. Was wäre, wenn es Gott gäbe? Was wäre anders in seinem Leben?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Das Gute hätte Bestand trotz allem Bösen, dachte er jetzt. Es hätte ein anderes Gewicht. Es gäbe kein entweder – oder, sondern ein sowohl – als auch. Es gäbe </i></span><span class="fs14lh1-5"><i>den Überlebenskampf, den Tod – </i></span><i class="fs14lh1-5">und zugleich das Gotteslob. Er dachte an die Juden, die mit einem Lobgesang auf den Lippen in die Gaskammern gegangen waren. Welch ein Glaube! Kann man das von einem Menschen erwarten? Nein! Und dennoch ist es geschehen. Vielleicht so etwas wie ein Wunder.</i><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Solcher Glaube nimmt die Zukunft vorweg und lebt sie in der Gegenwart. Er lässt sich nicht vom Furchtbaren unterkriegen. </i></span><span class="fs14lh1-5"><i>Auch nicht vom drohenden Verlust der Existenz. </i></span><i class="fs14lh1-5">Er sieht weiter, sieht mehr, sieht hinter den Horizont. Aber wann tun wir das schon? Wir hängen doch alle an dem, was vor Augen ist. Dabei heißt es: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben" (Joh 20,29). Manche Sätze hatten sich Max Lebmer eingeprägt.</i><br></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Er war gern in der Natur. Aber die Schöpfung gut zu finden oder sogar sehr gut, das geht nur im Widerspruch zu unseren Erfahrungen, dachte er. Glauben gibt es nur im Widerspruch. Im Protest. Im Sich-nicht-abfinden. „Christen sind Protestleute gegen den Tod", hatte er mal gelesen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Vielleicht ist die Wirklichkeit viel mehr als die Gegenwart. Mehr als das, was wir gegenwärtig erfahren. Wenn es Gott gibt, dann gibt es auch eine Gegenwirklichkeit und Gegenerfahrungen. Dann ist die finstere Seite der Schöpfung nicht alles. Dann scheint ein Licht auch in der größten Finsternis. Fragt sich nur, ob wir es sehen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Man müsste mit den Augen Gottes sehen können. Max Lebmer lehnte sich zurück und schloss die Augen. Alles wäre dann leichter, erträglicher. Das Virus hätte keine Chance, uns die Freude zu rauben. Es könnte uns das Leben nehmen, aber nicht ...</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>Ihm wurde schwindlig. Er merkte, wie sein Denken an ein Ende kam. Irgendwann ist das Denken am Ende. Dann gibt es nur noch Gefühle. Dunkle oder helle. Jetzt leuchtete etwas Helles in ihm auf: ein Funke Freude. Vielleicht so etwas wie Sorglosigkeit, Hoffnung. Es war schwer zu beschreiben. Es war nur ein schwaches Gefühl, ein glimmender Docht (Jes 42,3). Und doch war die größte Finsternis darin schon überwunden.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i><br></i></span></div><div><div class="imTACenter"><i><br><span class="fs14lh1-5">* * * * *</span></i></div><div><br></div><div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div><div></div></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 18 Mar 2020 16:09:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der Mammon stellt keine Fragen]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Ethik"><![CDATA[Ethik]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000017"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der Mammon stellt keine Fragen</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5 ff1">Klaus-Dieter Straßburg | 10/03/2020</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Grauenhafte Bilder von den wunderschönen Urlaubsinseln Lesbos, Chios, Samos und Kos. Flüchtlinge leben dort – nicht wie im Urlaub, sondern wie in Slums. Griechenland wurde mit ihnen allein gelassen. Erst jetzt, wo die Türkei die Grenzen geöffnet hat, besinnt sich Europa auf die unmenschlichen Zustände in den Flüchtlingslagern. Warum nicht schon früher?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die finanziellen Mittel, die Europa zur Verfügung stehen, flossen offenbar nicht in die Flüchtlingslager. Sicher beseitigt Geld allein nicht die Flüchtlingsnot – aber es lindert sie zumindest.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Dabei wird doch seit Jahren davon geredet, dass die Zustände in den von Not betroffenen Ländern Afrikas so weit verbessert werden sollen, dass Migration für die Menschen dort kein Thema mehr ist. Warum wurde dann nicht einmal das EU-Land Griechenland unterstützt?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Europa betont so gern seine christlichen Werte. Doch wo sind sie?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Mir scheint, als werde in Europa ein unchristlicher Gott verehrt, der nie beim Namen genannt wird. Gerade das macht ihn so gefährlich – er hat es geschafft, sich perfekt zu verbergen. Er tritt nicht als Gott auf, sondern als Notwendigkeit des ganz normalen Alltagslebens. Dieser Gott hat sich klein gemacht, um nicht aufzufallen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Jesu Satz „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" (Mt 6,24; Lk 16,13) ist uns in Fleisch und Blut übergegangen. Und wir setzen dabei selbstverständlich voraus, dass wir selber dem Abgott Mammon </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>nicht</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> dienen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich habe da meine Zweifel. Nicht nur wegen der griechischen Flüchtlingslager. Ich wundere mich immer noch, dass jeden Tag in Radio und Fernsehen ausführliche Börsenberichte abgegeben werden. Und ich frage mich: Wen interessiert das eigentlich? Und wem dient das? Sicher den Kleinanlegern, die in Aktien investiert haben und damit Gewinne erwirtschaften möchten. Aber interessiert die Anleger auch, was die Firmen, in die sie investiert haben, mit ihrem Geld machen? Was produzieren sie eigentlich? Und unter welchen Bedingungen wird produziert? Wem dienen sie mit dem Geld, das man ihnen zur Verfügung stellt?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Von Aktienkursen ist jetzt auch im Zusammenhang mit dem Corona-Virus oft die Rede. Bei den dramatischen Berichten von der Börse habe ich das Gefühl, die in den Keller rauschenden Aktienkurse seien wichtiger als die von der Epidemie bedrohten Menschenleben.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Apropos Corona-Virus: Es wird nun deutlich, wie abhängig sich die europäische Pharmaindustrie von Produkten aus China und Indien gemacht hat. Unsere Medikamente werden dort hergestellt, wo es am billigsten ist. Das steigert die Gewinne.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wir profitieren alle davon. Die Schnäppchenjagd ist ja auch so etwas wie ein Volkssport geworden. Es kommt mir vor wie eine entfesselte Mammonjagd: Geiz ist geil, das Billigste ist das Begehrenswerte, ohne Rücksicht auf die Hungerlöhne und die Produktionsbedingungen für die Arbeiter*innen sowie die Nachhaltigkeit und Herkunft des Produkts. Hauptsache billig. </span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Da wir nicht Gott und dem Mammon zugleich dienen können, gilt wohl: Wenn wir Gott nicht mehr dienen, dann dienen wir zwangsläufig dem Mammon. Oder umgekehrt: Wer dem Mammon dient, kann nicht Gott dienen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich weiß, dass viele Menschen gar keine Wahl haben, das teurere Produkt zu kaufen. Sie haben selber nicht genug, um sich zu entscheiden. Sie sind gezwungen, die Produzenten in den armen Ländern auszubeuten, weil sie selber ausgebeutet werden.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Das zeigen auch die Vielen, die in Mülleimern nach Pfandflaschen suchen. Mir scheint, sie werden immer mehr und immer jünger. Und das in einem „reichen" Land.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Aber worin sind wir eigentlich reich? Im Bruttoinlandsprodukt vielleicht und im Export unserer Produkte. Aber das sagt noch gar nichts über den materiellen Reichtum der Einzelnen und noch weniger über den inneren Reichtum. Der besteht nach dem Neuen Testament darin, die Gnade Gottes zu erfahren (1Kor 1,5) und dadurch selber Gnade walten zu lassen, indem man den Ärmeren gibt, was sie bedürfen (2Kor 8,1f; 9,8-11).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Unter diesem Aspekt sind wir wohl eher ein armes Land. Jeder ist gefragt, ob er in Gottes Augen arm oder reich ist. Ja, wir müssen uns Fragen stellen lassen. Der Abgott stellt keine Fragen; er verbirgt sich hinter dem Selbstverständlichen und lebt selbstgenügsam sich selbst. Gott aber fragt uns. Und zwar gerade dann, wenn uns etwas selbstverständlich geworden ist. Denn die Trägheit der Sünde besteht darin, fraglos zur Tagesordnung überzugehen. Um dem entgegenzuwirken, fragt uns Gott. Von Beginn an. Er fragt Adam (hebr. adam = Mensch): „Wo bist du?" (Gen 3,9) Und er fragt Kain: „Wo ist dein Bruder Abel?" (Gen 4,9). Er fragt einen Reichen: „Wem wird [nach deinem Tod] gehören, was du angesammelt hast?" (Lk 12,20).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Lassen wir uns also fragen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wo ist dein Geld? Bei welcher Bank hast du es angelegt? Was macht die Bank damit? Wo legt sie es an? In welche Anlagen hast du investiert? Suchst du sie nach ethischen Gesichtspunkten aus? Oder geht es dir nur um möglichst hohe Zinsen? Hast du dich informiert über Banken (auch kirchliche) mit Nachhaltigkeitsfilter und Genossenschaften, die Kleinkredite in den armen Ländern dieser Welt vergeben? Aus welchen Gründen hast du dein Geld </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>nicht</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> bei ihnen angelegt?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wo ist dein armer Bruder, deine arme Schwester? Hast du sie im Blick? Dient dein Geld den Armen und den Flüchtlingen? Oder dient es nur dir selbst und deiner Gruppe, deiner Gemeinde? Solltest du über die Gemeinde hinaus die bedenken, die ärmer sind als deine Geschwister im Glauben?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wo kaufst du? Informierst du dich darüber, unter welchen Bedingungen die Produkte hergestellt wurden? Bist du bereit, mehr für nachhaltige und sozialverträgliche Produktion auszugeben (wenn du zu den Glücklichen gehörst, die es sich leisten können)?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wem dienen unsere wirtschaftliche und politische Ordnung? Wem dient der Neoliberalismus? Wie kannst du dem Satz des Grundgesetzes „Eigentum verpflichtet" mehr Gewicht in der Realität verschaffen? Klammerst du solche Fragen aus deinen Überlegungen aus? Gibt es Dinge, die dir sozusagen heilig sind, so dass du sie niemals wirklich hinterfragen würdest?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Sieh es einmal so: Gott hat dir Verantwortung übertragen. Welche Gnade! Du darfst an Gottes Weltregiment mitwirken, an seinem Reich mitbauen! Du darfst und sollst dich fragen lassen und selbst Fragen stellen, damit keines der Geschöpfe Gottes Not leiden muss.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Dabei ist nichts unhinterfragbar, alternativlos. Jesus stellte den damals selbstverständlichen materiellen Betrieb im Tempel in Frage (so berichten es alle vier Evangelisten: Mk 11,15-17; Mt 21,12f; Lk 19,45f; Joh 2,14-16).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Auch das, was nach unserer Rechtsordnung völlig legal ist, muss in Gottes Augen nicht in Ordnung sein. Darum haben die Propheten die sozialen Zustände in Israel vehement angeprangert (Jes 5,8; Jer 5,26-28; Am 2,6-8; Mi 2,1f; 6,9-12).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Unter Christen gibt es die biblische Regel, den zehnten Teil der Einnahmen abzugeben (Dtn/5Mo 14,22-26). Damit kann man es sich bequem einrichten. Ich frage mich aber, ob wir diese Regel einfach so in unsere Gegenwart übertragen können. Denn wir leben im Überfluss, während unzählige Menschen in absoluter Armut leben – auch auf den griechischen Inseln. Eine materielle „Gleichheit" (!! - siehe 2Kor 8,14) wird mit den 10 Prozent jedenfalls nicht geschaffen. Reichen also heute noch 10 Prozent für die Armen aus? 10 Prozent für die Armen heißt ja immerhin 90 Prozent für mich. Schon der Prophet Amos hat an dieser religiösen Regel ätzende Kritik geübt (Am 4,1-5).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">„Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon." Damit ist gesagt: Der Mammon ist eine Macht, die in Konkurrenz zu Gott steht. Und die entscheidende Frage ist: Welcher Macht dienen wir?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Gott zu dienen beginnt damit, Fragen zu stellen. Gerade auch ungewohnte, vielleicht sogar politisch unkorrekte. Ich möchte niemanden anklagen, aber ich möchte die Fragen Gottes ernst nehmen. Ich stelle sie auch an mich selbst.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Habe also Mut und stell dich den Fragen Gottes. Denn nur die Götzen stellen keine Fragen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 ff1">* * * * *</span></i></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 10 Mar 2020 10:19:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Mehr als ein Wort]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000016"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Mehr als ein Wort</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5 ff1">Klaus Straßburg | 29/02/2020</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Es war abends kurz vor 10. Ich ließ den Tag langsam ausklingen, schaute nochmal nach neuen E-Mails, freute mich über das, was ich tagsüber geschafft hatte. Dann machte ich es mir bequem, entspannte mich.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Für mich war es an diesem 19. Februar ein Abend wie viele andere. Für elf Menschen in Hanau war es der letzte Abend ihres Lebens.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Neun von ihnen ließen den Tag in zwei Shisha-Bars ausklingen. Wahrscheinlich rauchten sie gemeinsam, unterhielten sich, lachten miteinander. Vielleicht machten sie Pläne, trafen Verabredungen. Sie waren jung, hatten ihr Leben noch vor sich, hatten manches vor in den nächsten Tagen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Ein Mann betrat die Shisha-Bars, einer, den sie noch nie gesehen hatten und der sie noch nie gesehen hatte. Er hatte eine Waffe in der Hand und erschoss sie. Alles vorbei, von einer Sekunde auf die andere. Alles Lachen, alle Gemeinschaft, alle Pläne ausgelöscht.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Totenstille.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Ich erfuhr von alldem erst am nächsten Tag, nachdem ich ein ruhige Nacht verlebt und gut geschlafen hatte. Für die Getöteten war es die Nacht des Todes. Für sie gab es diesen nächsten Tag nicht mehr.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Politiker zeigten sich entsetzt, sprachen den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl aus, die Flaggen wehten auf Halbmast. Alle waren sich einig: Diese Tat war ein grausames Verbrechen, so etwas dürfe sich nicht wiederholen. Der Polizeischutz an muslimischen Einrichtungen wurde verstärkt.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Es gab Stimmen, die den Rechtsnationalen eine Mitschuld durch ihre migrationsfeindlichen Reden gaben. Diese stritten das energisch ab und verurteilten ihrerseits die Tat. Sie betonten, ihre migrationskritischen Worte hätten mit dieser Tat eines psychisch Kranken nichts zu tun.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Ich beginne, mir Gedanken darüber zu machen, wie sich Worte und Taten zueinander verhalten. Die Bibel offenbart uns einmal mehr überraschende Perspektiven.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">1. Die Macht der Worte</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Worte haben Macht. Jesus war „mächtig in Tat und Wort" (Lk 24,19). Das galt vor ihm schon von den Worten und Taten Moses (Apg 7,22) und nach ihm von den Worten der Christen, die Gottes Wort bezeugten (Apg 19,20). Jesus sagte, das Wort der Glaubenden könne Berge versetzen (Mt 21,21).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Gottes Wort trägt gemäß der ersten Schöpfungserzählung (Gen/1Mo 1) die Leben schaffende Tat in sich. Denn Gott erschafft die Welt nicht mit seinen Händen, sondern durch sein Wort: „Gott sprach: Es werde ... Und so geschah es." Weil Gottes Wort also </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>Leben</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> hervorbringt, ist es „Wort des Lebens" (Phil 2,16), Lebensmittel wie unser tägliches Brot (Mt 4,4). Wer von diesem Lebensmittel lebt, wer es in sich trägt, spricht selber dieses Wort: das „Wort der Versöhnung" mit Gott und untereinander (2Kor 5,18f), das Wort der Nächstenliebe (Gal 5,14).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wir sprechen aber auch andere Worte: Worte, die uns „verunreinigen", das heißt: uns von Gottes Reinheit und Heiligkeit trennen. Das sind die Worte des Todes, der Lieblosigkeit, der Verunglimpfung und Spaltung.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Nach Mt 15,11.18-20 hat Jesus gesagt: „Nicht was in den Mund hineinkommt, verunreinigt den Menschen [...]. Aber was aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Morde, Ehebrüche, sexuelle Entgleisungen, Diebstähle, falsche Zeugenaussagen, Lästerungen. Das ist es, was den Menschen verunreinigt." Die Sätze klingen merkwürdig. Dass all diese Taten aus dem Herzen hervorkommen, kann man ja noch verstehen. Aber dass sie aus dem Mund herauskommen? Wie ist das gemeint?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">2. Worte sind Taten</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Schon der hebräische Begriff für „Wort" aus dem Alten Testament bezeichnet mehr als ein Wort, das schnell verklungen ist. Er meint zugleich ein Ding, ein Etwas, das, einmal ausgesprochen, in der Welt ist und Wirksamkeit entfaltet. Dieses unsichtbare Wort-Ding kann nicht zurückgenommen werden und entfaltet deshalb unwiderruflich seine Macht (darum kann Isaak den von Jakob erschlichenen Segen nicht zurücknehmen: Gen/1Mo 27,35-37).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wir haben gelernt, fein säuberlich zwischen Wort und Tat zu unterscheiden. Aber vielleicht ist der Unterschied gar nicht so groß: Das Wort trägt bereits die ihm entsprechende Tat in sich; und die Tat ist Teil des ihr entsprechenden Worts. In diesem Sinn jedenfalls versteht die Bibel die Sünde: Zu ihr gehört nicht nur die böse Tat oder das böse Wort, sondern alles, was daraus folgt. Die böse Tat oder das böse Wort bringen geradezu eine Sphäre des Bösen und der Zerstörung hervor. So gehört zur Sünde nicht nur ein einzelnes Geschehen, sondern ein ganzer Komplex von Ereignissen. Entsprechend kann man sagen: Zu dem einen bösen Wort-Ding gehört ein Komplex böser Tat-Sachen. Die böse Tat ist dann ein Teil des bösen Wortes, denn das böse Wort beinhaltet bereits die böse Tat, die vielleicht erst viel später geschieht.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ein Beispiel: Zwar ist die verbale Androhung des Todes etwas anderes als der Messerstich ins Herz. Aber es sind zwei Seiten derselben Medaille: Es gibt das eine nicht ohne das andere. Dem Messerstich geht irgendein Wort voran, das ihn rechtfertigt; und das Wort schafft schon den Raum für die anschließende Tat.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Beim Wort geht es nicht nur um das gesprochene Wort, sondern auch um das geschriebene. In unserer Zeit werden wir besonders auch an das Wort denken, das sich im Internet verbreitet und eine ungeheure Wirksamkeit entfaltet.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">All die Worte, die wir ins Internet stellen, aber auch die, die wir sprechen und die so schnell verklungen sind, sind nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Sie sind da wie Dinge, die sich nicht zerstören lassen. So entfalten sie unweigerlich ihre Macht, entweder zum Guten oder zum Schlechten. Und diese Entfaltung ist schon in unserem Wort enthalten. Jedes Wort birgt in sich eine Tat, eine Re-Aktion. Und diese Tat, die später geschieht, ist schon Bestandteil unseres Wortes. Darum auch kann man Worte nicht nur hören, sondern auch tun: Jesus nennt den Täter seiner Worte einen klugen Menschen (Mt 7,24).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">3. Wie wir zu Tätern wahrer Worte werden können</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wie man Worte </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>tun</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> kann, so kann man auch die Wahrheit und die Lüge </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>tun</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> (Joh 3,21; Offb 21,27; 22,15). Wer die Wahrheit tut, der lebt im Vertrauen zu Gott und zugleich im Frieden mit seinen Mitmenschen. Wer umgekehrt nicht im Frieden mit seinen Mitmenschen lebt und dennoch behauptet, Gott zu vertrauen, der lügt und bedarf der Vergebung (1Joh 1,6f).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die Wahrheit redet derjenige, dessen Wort seinen Mitmenschen gnädig ist und sie aufbaut (Eph 4,29). Statt mit Erbitterung und Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung sollen wir unseren Nächsten mit Güte, Barmherzigkeit und Gnade begegnen. Denn auch wir selbst leben von Gottes Gnade und Barmherzigkeit (Eph 4,31f).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ein Wort der Gnade und Barmherzigkeit ist – in modernem Deutsch – ein Wort, das fehlerfreundlich daherkommt: Der andere darf Fehler machen, darf sich irren und wird nicht auf seinen Irrtum festgenagelt. Er wird nicht bloßgestellt, abgewertet, vor aller Welt für unfähig erklärt, sondern es wird ihm eine neue Chance gegeben.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Das bedeutet nicht, Böses und Unrecht unter den Teppich zu kehren und es mit einer falsch verstandenen Gnade und Barmherzigkeit zuzudecken. Im Gegenteil! Gerade wer sich nicht der „faulen Worte" bedient (Eph 4,29), die keine Frucht bringen, ist in der Lage, die fruchtlosen Taten aufzudecken (Eph 5,11). Denn er macht sich nicht mit denen gemein, die Unfruchtbares tun, sondern setzt sich bewusst von ihnen ab (Eph 5,6-10).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Gegenüber den wahren Worten gibt es die „leeren Worte" (Eph 5,6). Sie enthalten keine Wahrheit, sondern sind „dummes Geschwätz" und „übler Witz" (Eph 5,4), also ein Reden, das inhaltsleer ist und den Mitmenschen nicht aufbaut, sondern erniedrigt. Leider breitet sich solch ein Reden mitunter aus „wie ein Krebsgeschwür" (2Tim 2,17), und deshalb sollen wir „eifrig" darin sein, „das Wort der Wahrheit gerade heraus zu sagen" (2Tim 2,15). Dieses Wort ist kein schwankendes „Ja und Nein", sondern ein eindeutiges Wort, so wie auch in Jesus nicht Ja und Nein waren, sondern Ja und Amen (2Kor 1,17-20).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wir scheitern alle an diesem Ja und Amen. Darum sind wir darauf angewiesen, dass Gott seinen Geist in unsere Herzen legt und uns dadurch in unserem Reden festigt (2Kor 1,21f). Dann kann das Wunderbare geschehen, das in Mt 13,19-23 beschrieben ist : Das wohltuende Wort von Gottes kraftvollem Wirken auf Erden wird nicht von anderen Worten übertönt, so dass es fruchtlos verklingt. Es wird vielmehr wahrhaft gehört, und seine wesentliche Bedeutung für unser Leben wird verstanden. Auch die Widerstände gegen dieses Wort werden ausgehalten. Und in alledem stehen Menschen unter uns auf, die durch ihr Reden und Handeln unfassbar viel Frucht bringen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">4. Konkretionen</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Höher kann man die Bedeutung von Worten wohl nicht einschätzen, als es die Bibel tut – all der Worte, die uns so schnell über die Lippen kommen oder im Internet verbreitet sind, über die wir nicht lange nachdenken, die schnell gesagt und ebenso schnell verklungen sind. Es sind ja nur Worte, denken wir. Aber Worte schaffen Wirklichkeit: Leben oder Tod, Versöhnung oder Spaltung, Liebe oder Hass.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die böse Tat beginnt meist mit Worten. Es sind Worte, die den anderen nicht ernst nehmen, ihm seine Würde rauben, seine moralische Integrität in Frage stellen oder ihm sein Menschsein absprechen, indem sie ihn mit Tieren oder Dingen gleichsetzen. So gebieren Worte Trennungen: „Wir sind die Guten, die anderen die Schlechten." Worte provozieren Gegenwehr: „Das zahle ich dir heim." Sie führen zu bösem Streit, in dem es nur darum geht, Recht zu behalten. Sie bringen Rache mit sich: „Wie du mir, so ich dir." Schließlich kann es sein, dass der andere gar nicht mehr wie ein Mensch behandelt wird, sondern wie ein Tier oder eine Sache.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Besonders schlimm wird es, wenn Dritte die bösen Worte hören oder lesen und sich zu eigen machen. Dann greift das Böse um sich, sät Hass und Unrecht in anderen, spaltet Gruppen oder gar die ganze Gesellschaft. Das Internet trägt dazu in zuvor nie gekannter Weise bei, weil alle dort veröffentlichten Worte sich rasend schnell verbreiten und neue, an das Böse anschließende Worte hervorbringen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Dass die bösen Worte sich ausbreiten, dem gilt es entschlossen entgegenzuwirken. Denn es gibt ja auch die anderen Worte, die des Lebens, der Versöhnung, der Wahrheit, die aufbauenden statt erniedrigenden Worte. Diese Worte wahren die Würde und das Menschsein des Gegenübers. Auch wenn er völlig anderer Meinung ist als ich, so bleibt er doch ein Mensch, der es verdient, gehört zu werden. Ja, es ist sogar hilfreich, sich in ihn hineinzuversetzen, so gut es geht, um zu verstehen, wie er zu seiner Meinung gekommen ist. Und meist findet sich sogar ein Funke Wahrheit im Standpunkt des anderen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Und doch hat auch solch ein Gespräch Grenzen. Denn das Gespräch kann nur gelingen, wenn beide Gesprächspartner das Gefühl haben, vom anderen ernst genommen zu werden und wenn sie nicht nur ihre Parolen fraglos wiederholen wollen. Wenn beide respektvoll und lernbereit miteinander reden, werden sie sich entweder einander annähern oder aber in der Sache einander fern bleiben, als Personen aber einander achten. Doch wenn ein Gespräch dauerhaft nicht weiterführt, wenn die Gesprächspartner einander nicht wirklich zuhören, weil sie nicht lernbereit sind, dann bleibt das Gespräch fruchtlos – es bringt keine neuen Gedanken und Einsichten hervor, sondern jeder betont nur immer wieder seinen eigenen Standpunkt. Solch ein Gespräch ist an sein Ende gekommen. Man kann es getrost abbrechen – hoffentlich im gegenseitigen Respekt voreinander.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die Güte eines fruchtbaren Gesprächs wird uns von Gott geschenkt. Diese Frucht wächst nicht aus uns, sondern aus Gottes Güte: Nur wer sich vorbehaltlos versöhnt weiß, kann Versöhnung stiften. Nur wer den Frieden in sich trägt, kann Frieden bringen. Nur wer sich mit gnädigen und barmherzigen Worten angesprochen weiß, kann selber gnädig und barmherzig sprechen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">5. Mit Gnade und Barmherzigkeit politisch reden?</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Mein Eindruck ist: Das politische Reden ist alles andere als gnädig und barmherzig. Ich habe das Gefühl, hier sind alle Mittel erlaubt, um recht zu behalten. Es wird oft nicht sachlich diskutiert, sondern persönlich verunglimpft. Der Andersdenkende wird in eine Ecke gestellt, in die er nicht gehört. Mit Worten wird eine Karikatur von ihm gezeichnet. Man müht sich gar nicht, ihm gerecht zu werden, sondern im Gegenteil: Seine Verleumdung ist Methode. Denn mit der Karikatur des anderen hat man leichtes Spiel und kann als Sieger vom Platz gehen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Oft wird behauptet, das müsse so sein, in der Politik werde nun mal mit harten Bandagen gekämpft, anders gehe es nicht. Ich bezweifle das.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Es würde ein anderer Ton herrschen, wenn wir gnädig und barmherzig (also fehlerfreundlich) miteinander umgingen. Wenn wir wüssten: Ich werde auch dann noch ernst genommen, wenn ich einen Fehler eingestehe, wenn ich mich korrigiere, wenn ich zugebe, vom anderen etwas gelernt zu haben. Dann gäbe es keine Gewinner und Verlierer, sondern nur solche, die voneinander lernen und profitieren.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Mit Gnade und Barmherzigkeit muss auch das böse Wort angeprangert werden. Das bedeutet: Der, der das böse Wort gesprochen hat, wird nicht verbal ausgeschaltet und hingerichtet, so dass ihm kein Ausweg bleibt, als sich bis aufs Blut verteidigen. Sondern das Fruchtlose, das Böse seines Wortes wird ihm sachlich aufgezeigt und nachgewiesen. Dazu dient ein eindeutiges, aber liebevolles Wort.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Wer davon spricht, ein anderer Mensch oder eine Gruppe von Menschen solle „entsorgt" werden, muss deutlich darauf hingewiesen werden, dass Menschen kein Müll sind und dass sein Wort Taten mit sich bringt, mit denen Menschen aus der Welt geschafft werden – durch Mord. Denn jede ausgrenzende und rassistische Bemerkung über einen Menschen raubt ihm sein Recht, als der zu leben, der er ist.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Das Wort von der „Entsorgung" trägt bereits die Mordtat in sich.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Wer dann noch behauptet, mit solchen Worten das christliche Abendland oder die christlichen Werte zu verteidigen, dem muss gesagt werden, dass der christliche Glaube keine Entsorgung von Menschen kennt. Wer dennoch so redet, verteidigt nicht christliche Werte, sondern verrät sie. Seine Behauptung, das christliche Abendland zu verteidigen, verdreht die Wahrheit und ist deshalb eine Lüge. Er bedarf der Vergebung.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Es schützt vor Überheblichkeit, wenn wir als Kritiker der bösen Worte wissen, dass wir selbst auch der Vergebung bedürfen. Und dass es böse Worte auf allen Seiten des politischen Spektrums gibt. Das Wort „Mob" für Demonstranten ist ein Beispiel dafür. Solche Abwertung nimmt die Menschen nicht ernst und spaltet die Gesellschaft.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Ich gestehe, dass es schwierig wird, wenn böse Worte mit Kalkül in die Welt gesetzt werden. Und dass es nur sehr bedingt hilft, dem anderen mit Gnade und Barmherzigkeit zu begegnen, wenn er davon nichts wissen will. Ich denke aber, dass es noch weniger hilft, ihm mit Aggression und Verleumdung zu begegnen. Darum ziehe ich Gnade und Barmherzigkeit vor.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Gnade und Barmherzigkeit sind schwach – wie die Liebe. Aber gerade in ihrer Schwäche sind sie stark, wenn sie gegenüber dem abgrundtief Bösen das bleiben, was sie sind: Gnade und Barmherzigkeit. Mit ihnen häufst du „glühende Kohlen auf das Haupt" des anderen (Spr 25,22; Röm 12,20) – du lässt dich nicht auf das Böse ein und bringst ihn so am ehesten zum Nach- und Umdenken. Du besiegst das Böse mit Gutem (Röm 12,21).</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Und wenn der andere zum Umdenken nicht bereit ist? Dann versuche ich, ihn trotzdem zu achten und hoffe, dass er doch noch zur Einsicht kommen wird; dass Gott seinen Geist wirken lässt und sein wohltuendes Wort sich dennoch durchsetzen wird.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Man kann das alles belächeln. Was sollen diese alten Worte „Gnade" und „Barmherzigkeit"? Gut, nennen wir es anders: Fehlerfreundlichkeit. Zuwendung. Toleranz. Respekt. Nicht vor dem bösen Wort, sondern vor dem verirrten Menschen, der es spricht.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Natürlich sind meine Gedanken bruchstückhaft. Die Probleme sind größer, als ich sie hier benennen kann. Darum frage ich dich: Welche Alternativen zu Gnade und Barmherzigkeit kennst du? Was hilft deiner Erfahrung nach besser? Hast du vielleicht ganz andere Antworten auf die Frage, wie wir mit bösen Worten umgehen sollten?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1">* * * * *</span></div><div><br></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 29 Feb 2020 19:35:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Es gibt ihn – es gibt ihn nicht – es gibt ihn ...]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenszweifel"><![CDATA[Glaubenszweifel]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000015"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Es gibt ihn – es gibt ihn nicht – es gibt ihn ...</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5 ff1">Klaus Straßburg | 18/02/2020</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Manchmal denke ich: Eigentlich spricht alles dagegen, dass es Gott gibt – einen Gott, der die Welt regiert, der mich durch mein Leben geleitet, der die Menschen liebt und die Seinen </span><span class="fs14lh1-5">dazu befähigt, ihrerseits zu lieben, ein Gott, der </span><span class="fs14lh1-5">an unserer Se</span><span class="fs14lh1-5">ite ist und uns schützend umgibt. Das kann doch alles nicht sein.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich sehe die Kreuzzüge der Christen, unglaublich frommer Leute, Mönche unter den Anführern, aber von allen guten Geistern verlassen. Ich sehe das Wirrwarr der Geschichte, das undurchdringliche Dickicht von Gut und Böse, das unfassbare Verhalten intelligenter Menschen, siehe Thüringen in unseren Tagen. Ich sehe das unvorstellbare Leid, das Menschen über die Welt bringen, auch wohlmeinende, und dass wir es nicht schaffen, wenigstens das Leiden zu beenden, das zu beenden wir die Möglichkeit hätten. Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen. Und ich sehe die Unsichtbarkeit und Unspürbarkeit Gottes, der sich uns nicht zeigt, uns im Ungewissen zu lassen scheint, der sich entzieht in eine Ferne, in der er schon nicht mehr wahr ist.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ist also alles nur eine Illusion, ein verständlicher Wunschtraum, eine Spiegelung meines Bedürfnisses nach Liebe, Halt und Geborgenheit in einer Welt, die dies nur sehr begrenzt bieten kann?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich stelle diese Fragen, und zugleich kann ich von diesem Gott nicht lassen, kann den Glauben an ihn nicht töten. Ich müsste den, der ich bin, töten, wollte ich den Glauben in mir töten. Er ist zu fest in mir verwurzelt, ist mir in die Seele eingegraben, ist ein Teil von mir geworden. Würde ich den Glauben töten, so würde ich mich selbst töten.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Es gibt auch andere Tage. An denen denke ich: Es kann doch eigentlich gar nicht anders sein, als dass es Gott gibt. Dann staune ich, dass die Welt bei all ihrem geschichtlichen Wirrwarr überhaupt noch existiert und dass überhaupt noch etwas zwischen den Menschen funktioniert. Ich sehe die bis ins Kleinste aufeinander abgestimmten Naturkonstanten, ohne die es Leben und uns alle auf diesem Planeten gar nicht gäbe, und ich denke, dass diese Feinabstimmung doch kein Zufall sein kann. Ich sehe viele beeindruckende Menschen, sehe echte Liebe und Zuwendung, die mich zutiefst anrühren, sehe das Gute, das von Menschen ausgeht und das Leid ein wenig eindämmt. Ich sehe den Glauben, die „Wolke der Zeugen" (Hebr 12,1), den Trost und die Stärkung, den Halt und die Orientierung, die diese Zeugen ausstrahlen, und dass auch ich selbst mit meinem Glauben von ihnen lebe.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich sehe das alles und glaube an Gott und weiß doch, dass das alles kein Beweis für ihn ist und dass auch wieder andere Tage kommen werden, an denen mir dies alles zweifelhaft sein wird.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Im Alten und Neuen Testament ist Gott unsichtbar und dann auch wieder sichtbar für manche Menschen. Und nach den Texten des Neuen Testaments ist er sichtbar geworden in dem Menschen Jesus von Nazareth, dem „Bild des unsichtbaren Gottes" (Kol 1,15). Eine seltsame, absonderliche, geradezu bizarre Sichtbarkeit: ein Gott sichtbar in einem ärmlichen Wanderprediger, der kläglich scheitert und grausam hingerichtet wird! Hätte es nicht etwas deutlicher sein können, Gott?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Und dann wieder möchte ich es ernst nehmen und Gott finden in diesem Menschen, ja </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>gerade</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> in diesem Menschen, in diesem verfluchten Wanderprediger (Gal 3,13), der nichts wollte als lieben und dessen Liebe sie nicht ertragen konnten, so dass sie ihren eigenen Fluch auf ihm abladen und ihn aus der Welt schaffen mussten.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ist das also unser Gott? Einer, der nichts will als lieben, dessen Liebe wir aber nicht haben wollen und den wir deshalb einen guten Mann sein lassen, ein höchstes Wesen irgendwo in den unendlichen Weiten des Alls, fern von uns, so halten wir ihn uns vom Leib, diesen Gott mit seiner Liebe, die wir nicht brauchen, weil wir selbst viel besser lieben können ...</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wir armen, verirrten Menschen! </span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Dann wird mir dieser Gott groß mit seiner Liebe zu seinen verirrten Geschöpfen, mit seiner Liebe, in der er sich vertreiben lässt aus dieser Welt, in der er sich verachten und ausgrenzen lässt, und er lässt sich das alles gefallen und liebt trotzdem, dieser Gott, groß und mächtig in seiner Liebe und in seinem Leiden. Er macht unserem Dasein kein Ende, sondern er leidet unter uns, weil er uns so sehr liebt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Tausend Dank, Gott, dass deine Liebe so groß ist!</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Und manchmal denke ich: Eigentlich spricht alles dagegen ...</span></div><div><br></div><div><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1">* * * * *</span></div><div><br></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 18 Feb 2020 14:36:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der ungläubige Glaube]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Glaubenszweifel"><![CDATA[Glaubenszweifel]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000014"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der ungläubige Glaube</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5 ff1">Klaus Straßburg | 11/02/2020</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Unzählige Gedanken prasselten auf mich ein und wirbelten mir im Kopf herum. Kein Übermaß an Informationen oder Anforderungen, sondern Schlimmeres: etwas, was mich in der Tiefe der Seele traf. Mein Weltbild geriet ins Wanken, der Sinn meines Daseins verlor seinen Grund. Ich drohte Gott zu verlieren.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Seit kurzem besuchte ich eine christliche Jugendgruppe. Wir trafen uns regelmäßig, diskutierten über Bibeltexte und verbrachten unsere Freizeit miteinander. In dieser Zeit fing ich an, über meinen Glauben nachzudenken.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Ich begriff, dass alles nicht so klar war, wie ich bisher angenommen hatte. Es gab unterschiedliche Bibelauslegungen, und man konnte sich Gott auf sehr verschiedene Art vorstellen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Darüber gelangte ich ins Grübeln. Ich zog mich in mich selbst zurück, saß oft am Fenster und starrte nach draußen. Meine Gedanken kreisten um die Fragen: Warum gab es so viele unterschiedliche Gottesvorstellungen, und welche war die richtige? War der ganze Glaube vielleicht nur eine Illusion? Was heißt eigentlich, an Gott und Jesus Christus zu glauben? Wie kann man an einen liebevollen Gott glauben, wenn es so viel Leid auf der Welt gibt? Wie kann ich jemals Jesu Forderungen an ein Christenleben gerecht werden? War mein Glaube groß genug? Betete ich oft genug? Müsste ich nicht missionarisch aktiv sein und andere zum Glauben einladen?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Ich begann an allem, was ich über Gott zu wissen meinte, zu zweifeln. Meine Fragen konnte mir niemand beantworten. Die meisten Menschen verstanden sie nicht einmal. Für sie gab es diese Fragen nicht. Für sie war der christliche Glaube selbstverständlich.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Mir aber drohte mein Glaube zu zerbrechen. Alles geriet ins Wanken. Ich verlor den Boden unter den Füßen. Denn einen Zweifler konnte Gott doch wohl nicht liebhaben und annehmen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Der Zweifel hatte mich fest im Griff – jahrelang. Ich suchte verzweifelt nach Antworten. Eine erste Spur fand ich in Büchern. Ich verschlang sie, und später gewann ich weitere Erkenntnisse hinzu.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div class="imHeading2">1. &nbsp;Gott liebt die Zweifelnden</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die erste Erkenntnis, die ich in einem kleinen Taschenbuch mit Texten von Martin Luther fand, war: Es geht bei der Frage, ob Gott mich annimmt, nicht um das, was ich leiste. Es geht nicht um meine guten Taten, meine missionarische Aktivität, die Richtigkeit meines Betens usw. Es geht überhaupt nicht um etwas, was ich selbst hervorbringe. Es geht auch nicht um die Festigkeit meines Glaubens. Gottes Liebe ist von alldem unabhängig. Sie ist einfach da. Gott liebt mich, weil er mich lieben </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>will</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1">. Und weil er mich liebt, nimmt er mich als sein Kind an. Auch wenn ich der größte Versager und Zweifler bin.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Diese Erkenntnis war unbeschreiblich befreiend für mich. Sie ergriff mich nicht mit einem Schlag, sondern setzte sich erst im Laufe der Zeit fest – aber dann umso fester.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Später fand ich all die Bibelstellen, die das bestätigen. Hier nur eine kleine Auswahl:</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><ul><li><span class="fs14lh1-5 ff1"> Dtn/5Mo 9,6: Gott spricht zu Israel</span><br></li></ul></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Wisse, dass der Herr, dein Gott, dir nicht um deines Wohlverhaltens willen dieses schöne Land [Kanaan] gibt, damit du es in Besitz nimmst; denn du bist ein halsstarriges Volk.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><ul><li> <span class="fs14lh1-5 ff1"> Röm 4,4f:</span><br></li></ul></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Dem, der [gute] Taten vollbringt, wird der Lohn nicht gemäß der Gnade zugerechnet, sondern gemäß der Schuldigkeit; dem aber, der keine [guten] Taten vollbringt, sondern an den glaubt, der dem Gottlosen das Heil zuspricht, wird sein Glaube als Heil gewertet.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><ul><li> <span class="fs14lh1-5 ff1"> Gal 3,11-13:</span><br></li></ul></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Dass aufgrund der Weisungen [Gottes] niemand bei Gott das Heil zugesprochen bekommt, ist klar; denn nur der, der aus Glauben am Heil teilhat, wird leben. Aber die Weisungen [Gottes] sind nicht [heilstiftend] aus </span><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b>Glauben</b></span><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">; sondern der, der sie </span><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><b>getan</b></span><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"> hat, wird durch sie leben. Christus hat uns von dem Fluch der Weisungen [Gottes] losgekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><ul><li> <span class="fs14lh1-5 ff1"> Mk 9,24: Eine an Jesus gerichtete Bitte</span><br></li></ul></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Ich glaube; hilf meinem Unglauben!</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><ul><li> <span class="fs14lh1-5 ff1"> Eph 2,8: An die christliche Gemeinde gerichtet</span><br></li></ul></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Aus Gnade seid ihr gerettet [vermittelt] durch Glauben; und dies nicht aus euch, Gottes Geschenk ist es.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Es gibt keine Bedingungen dafür, dass Gott uns annimmt. Wir müssen keine Voraussetzungen erfüllen, um von Gott geliebt zu werden. Liebe kennt keine Voraussetzungen. Liebe kennt nur sich selbst: die Zuwendung zum geliebten Menschen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Aber muss man nicht glauben, um von Gott angenommen zu werden?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Auch diese Frage beschäftigte mich lange Zeit. Heute denke ich, dass die Frage falsch gestellt ist. Sie setzt nämlich voraus, dass der Glaube etwas ist, was wir aus eigener Kraft zuwege bringen: eine Tat, ein Wohlverhalten Gott gegenüber, das wir zu erbringen in der Lage sind. Und wenn wir es erbracht haben, dann nimmt Gott uns an. Eph 2,8 sagt aber deutlich, dass der Glaube ein Geschenk Gottes ist. Wenn wir glauben können, ist das Gnade, nicht eigenes Vermögen. Das einzige, was uns zu tun übrig bleibt, ist das Annehmen dieses Geschenks. Dieses Annehmen aber ist nicht unsere Leistung, sondern das Selbstverständliche. So wie jeder Verhungernde selbstverständlich das rettende Brot annimmt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Und nun geschieht das schier Unglaubliche, dass wir das rettende Brot nicht (oder nur halbherzig) annehmen. Dass wir bezweifeln, ob der Gott, der uns beschenkt, es wirklich gut mit uns meint.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">2. Wir zweifeln an Gottes Liebe</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die drei Evangelien Matthäus, Markus und Lukas berichten übereinstimmend: Jesus wird von Johannes getauft und empfängt dabei Gottes Geist (Mt 3,16; Mk 1,9f; Lk 3,21f). Und das nächste Ereignis im Leben Jesu ist, dass Gottes Geist ihn in die Wüste führt, wo er vom Teufel versucht wird (Mt 4,1ff; Mk 1,12f; Lk 4,1ff). Versuchung heißt: Der Teufel (man kann auch sagen: das Böse mit all seiner Macht) versucht, Jesus zum Misstrauen Gott gegenüber zu verführen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Matthäus und Lukas erwähnen ausdrücklich, dass Jesus in der Wüste 40 Tage lang fastete und danach Hunger litt. Seine Versuchung bestand in der Frage: „Soll ich mir aus Steinen Brot machen, um den Hunger zu stillen?" Mit anderen Worten: „Sorgt Gott wirklich für mich? Ich spüre gar nichts davon! Warum lässt er mich hungern? Soll ich mir nicht lieber selber helfen, anstatt mich auf Gott zu verlassen? Bin ich bei ihm wirklich gut aufgehoben?" Auch die beiden weiteren Versuchungen, denen Jesus ausgesetzt war, kann man im Sinne dieser Fragen deuten.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Jesus hat der Versuchung standgehalten. Dass die Versuchung aber unmittelbar nach seiner Taufe erfolgt, zeigt uns: Wo Gottes Geist einen Menschen ergreift, ist die Versuchung nicht fern. Wo ein Mensch Gott vertraut, drängt uns das Böse zu der Frage, ob dieses Vertrauen berechtigt ist. Es gibt keinen Glauben ohne die Anfechtung des Zweifels.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Und wir alle verfallen dieser Versuchung immer wieder. Denn kein anderer Mensch ist so vollkommen mit Gott verbunden, wie Jesus es war. Kein anderer Mensch kann von sich sagen, er sei ohne Sünde (Joh 8,7) – er sei ohne Misstrauen Gott gegenüber. Kein anderer Mensch ist vollkommen in seinem Glauben. Vom Zweifel ist darum jeder Christ und jede Christin befallen – es gibt keine Ausnahmen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Man kann sich seine Zweifel allerdings gut verheimlichen. Oder anders gesagt: Die Zweifel selbst verbergen sich vor unserem Blick. Das Böse in uns macht sich immer klein, damit uns das Böse im Anderen umso größer erscheint (Mt 7,3-5; Lk 6,41f). Wer meint, er habe keinerlei Zweifel, geht dem Bösen auf den Leim.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Der Zweifel sitzt nicht einfach in unseren Gedanken, denen wir das Zweifeln ganz gut verbieten können, indem wir uns bestimmte Gedanken verbieten. Der Zweifel sitzt aber viel tiefer in unseren Gefühlen und Stimmungen, zum Beispiel in unserer Unausgeglichenheit und Wehleidigkeit oder in unserer Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit. Und diese Gefühle und Stimmungen werden wir nicht los.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich spreche also nicht von den recht harmlosen Zweifeln unseres Verstandes. Der Verstand kann manches bezweifeln, ohne dass es uns tiefer berührt. Ich spreche von den Zweifeln unseres Vertrauens, die unsere Gottesbeziehung in Frage stellen und damit den Grund und Sinn unseres Lebens. Diese Zweifel (zu denen die Verstandeszweifel beitragen können) stellen eine fundamentale Vertrauens- und Sinnkrise dar, die uns in Verzweiflung stürzen kann.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">3. Das Glück derer, die trotzdem vertrauen</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Oft entstehen Zweifel an Gottes Liebe und Fürsorge uns gegenüber dann, wenn wir Leid erfahren, seine Gegenwart nicht spüren oder von Gott enttäuscht sind. Von Mutter Theresa wurde nach ihrem Tod bekannt, dass sie zeitlebens unter der Erfahrung der Abwesenheit Gottes litt und deshalb an Gott zweifelte. Mutter Theresa hat sich täglich dem Elend der Menschen ausgesetzt. Ich kann gut verstehen, dass ein Mensch, der Tag für Tag die Armen und Kranken in Kalkutta von den Straßen aufsammelt, das Gefühl hat, Gott sei dort nicht anwesend. Wo ist Gott? Sorgt er für seine Geschöpfe? Oder ist er nur eine Phantasiegestalt?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Jesu Jünger, so wie sie das Neue Testament schildert, sind Paradebeispiele für zweifelnde Christen (z.B. Mt 14,31; 21,21; 28,17). Und der „ungläubige Thomas" zeigt, dass wir erst dann zum Glauben bereit sind, wenn wir sehen und berühren, was wir glauben sollen (Joh 20,24-29). Jesus schreibt uns ins Stammbuch: „Glücklich sind die, die nicht sehen und doch glauben." Ein glückliches Leben führen die, die keine Anhaltspunkte oder Beweise für Gottes Wirken, für seine Anwesenheit in unserer Welt suchen. Glücklich schätzen können sich die, die Gott auch dann vertrauen, wenn solche Anhaltspunkte und Beweise ausbleiben.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Zweifel sind also nicht gut für uns. Sie untergraben das Vertrauen zu Gott und rauben uns das Glück des Glaubens. Und sie schmerzen Gott, weil wir ihm, wenn wir zweifeln, seine Liebe nicht glauben. Und dennoch haben wir das verständliche Bedürfnis, etwas zu sehen und zu spüren von Gottes Wirken. Dass er so oft nicht einzugreifen scheint, macht uns zu schaffen. Dann schleichen sich Zweifel ein und machen uns das Leben schwer. Wie können wir damit umgehen?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">4. Fünf Tipps, mit Zweifeln umzugehen</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>1. Gott liebt dich trotzdem</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Mach dir das immer wieder klar: Gottes Liebe lässt sich von deinen Zweifeln nicht beeinträchtigen. Gott liebt die Gottlosen (Röm 4,5), also auch die Zweifelnden. Er liebt nicht deine Zweifel, aber er liebt dich, auch wenn du zweifelst. Darum musst du in deinen Zweifeln nicht verzweifeln. Du musst keine Angst haben, dass Gott dich verwirft. Denn dann müsste er alle Menschen verwerfen. Du bist sogar in guter Gesellschaft mit deinen Zweifeln, wie schon Jesu Jünger zeigen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>2. Steh zu deinen Zweifeln</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Es ist ungeheuer anstrengend, ständig gegen seine Zweifel anzukämpfen. Lass dir nicht einreden, dass du sie besiegen müsstest. Das schaffst du sowieso nicht. Lege vielmehr dein ganzes Leben und auch deine Zweifel in Gottes Hände, indem du betest: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben" (Mk 9,24). Nur Gott kann deine Zweifel besiegen. Wenn du ihn in dir wirken lässt, wird dein Glaube wachsen. Und wenn du offen bist für Gottes Wirken und dennoch Zweifel bleiben, dann steh dazu, dass du ein zweifelnder Christ bist. Vielleicht will Gott dich gerade so. Und denk an das Wort Jesu, das auch dir gilt: „Meine Gnade genügt dir; denn die Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung (oder: zum Ziel)" (2Kor 12,9).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>3. Such nicht nach Beweisen dafür, dass Gott da ist</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Es ist zwecklos, denn es gibt keine Beweise. Es gibt für Gottes Existenz keine belastbaren Daten, die jedermann anerkennen müsste. Wer Beweise sucht, sucht etwas Materielles, etwas Sichtbares. Jesus war sichtbar unter den Menschen, aber sie haben ihm nicht geglaubt. Auch seine Wunder galten ihnen nicht als Beweise. Und Jesus selbst hat jeden Glauben, der auf Wundern beruhte, abgelehnt (z.B. Mt 12,38f; 16,1-4; Mk 8,11-13). Es gibt nur deine persönlichen Erfahrungen und Gewissheiten. Die sind aber nur für dich selbst überzeugend. Sei dankbar dafür und suche nicht nach mehr.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>4. Es kommt nicht auf deine Befindlichkeit an</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Unsere Gefühle und Stimmungen schwanken, Gottes Liebe aber bleibt. Darum enthalte dich der beständigen Nabelschau. Sie führt dich nicht weiter. Vertrau auch deine Gefühle und Stimmungen Gott an. Er kann etwas daraus machen. Und wenn du dich unendlich fern von Gott fühlst, dann sei gewiss, dass er dir näher ist, als du zu träumen wagst.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><i>5. Steh den Zweifelnden bei</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Das mag dich überraschen. Aber es kann sein, dass gerade dies deine Gabe ist: den Zweifelnden beizustehen. Aufgrund deiner eigenen Zweifel weißt du ja, wie es einem zweifelnden Menschen geht und was ihn bewegt. Du kannst mit seinen Nöten mitfühlen, kannst ihm barmherzig begegnen, kannst ihm Trost zusprechen. Der Judasbrief, eine der kürzesten Schriften der Bibel, ruft genau dazu auf (Vers 22): „Erbarmt euch derer, die zweifeln!"</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imTACenter"><img class="image-1" src="https://christseinverstehen.de/images/rainbow.gif"  title="" alt=""/><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Langsam nur lichtete sich der Nebel in meinem Kopf. Nach und nach traten die quälenden Fragen in den Hintergrund und eine mehr positive Stimmung setzte sich durch. Keine Rede davon, dass alle Fragen beantwortet waren. Aber sie verloren ihre bedrückende Macht. Ich lernte, mit Fragen zu leben. Auch die Zweifel büßten etwas von ihrer zerstörerischen Kraft ein. Doch es dauerte noch Jahre, bis sich eine Gewissheit durchsetzte, die ich nicht für möglich gehalten hatte.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Es war ein langwieriger, quälender Prozess. Heute denke ich: Gottes Arbeiten an mir. Wenn er uns formt und prägt, wenn er uns fest und stark macht, dann oft so, dass es uns Schmerzen bereitet. Die Gefahr ist, den Schmerzen auszuweichen; den Glauben, der Probleme bereitet, aufzugeben; mit dem Gott, der mich peinigt, zu brechen.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Ich danke Gott, dass ich standfest bleiben konnte. Die Zweifel haben meinen Glauben gefestigt. Er ist keinesfalls vollkommen, sondern durchsetzt von dem Misstrauen, das an Gottes Liebe zweifelt. Aber er ist gewachsen. Und auch dein Glaube kann wachsen und fester werden, wenn du durchhältst.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div class="imTACenter mb1"><span class="imUl fs14lh1-5 cf1 ff1"><i>1. Petrus 1,6 und 7</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><i>Ihr werdet jubeln, die ihr jetzt, wenn es nötig ist, für kurze Zeit betrübt worden seid durch verschiedene Anfechtungen, damit die Echtheit eures Glaubens sich als kostbarer erweise als das Gold, das [zwar auch] durch Feuer geläutert wird, aber vergänglich ist.</i></span></div><div><br><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1">* * * * *</span></div><div><br></div><div><br></div><div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><div></div><div></div></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 11 Feb 2020 16:21:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Das Ende des Schmerzes]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000012"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Das Ende des Schmerzes</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5 ff1">Klaus Straßburg | 03/02/2020</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Es war keine schöne, künstlerische Schrift, sondern mehr ein Gekritzel an der Wand. Nicht gesprüht, sondern mit schwarzem Stift auf den grauen Untergrund geschrieben. Ein ungelenkes Graffiti unter vielen anderen, ohne ästhetischen Anspruch. Daneben Liebeserklärungen, Hassparolen und Unverständliches. Nichts, was einen aufhorchen ließ. Aber mit diesem Spruch war es anders. Er stand in der Unterführung des kleinen Dorfbahnhofs, den ich oft benutzte, um mit dem Zug in die Stadt zu fahren. Und jedes Mal, wenn ich dort vorbeikam, musste ich auf den Spruch schauen. Er ließ mich nicht mehr los und beschäftigte mich sogar noch, als ich den Bahnhof schon längst verlassen hatte.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">„Hold on – pain ends" hatte da jemand auf die Wand geschrieben. „Halte durch – der Schmerz hat ein Ende." Ich weiß nicht, wer es geschrieben hat und was er erlebt hat. Aber er wird aus eigener Erfahrung geschrieben haben. Es muss also ein Mensch gewesen sein, der gelitten hat und der erlebt hat, dass sein Leiden ein Ende nahm. Vielleicht hatte er nicht damit gerechnet, dass es noch einmal ein Ende nehmen würde. Manchmal kommt uns das Leid so nah, ist der Schmerz so groß, dass er alle unsere Gefühle auf sich zieht und wir die Hoffnung verlieren, dass er einmal ein Ende haben wird.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Das Lebensfeindliche in dieser Welt bläht sich immer auf, drängt sich in den Vordergrund und will alle Hoffnung zunichte machen. Es stellt sich als die einzige Wirklichkeit dar und will uns den Blick für alle andere Wirklichkeit verstellen. So werden wir blind für das Gute, das Positive, die Schönheit des Lebens.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Es ist nicht immer leicht, den Blick zu wenden. Was gibt uns dazu Anlass? Sicher, es ist eine Erfahrung, dass viele Leiden, auch große, nach einer Zeit ihre Kraft verlieren. Gott hat uns so geschaffen, dass wir viel Bedrückendes überwinden können. Das ist der Funke Wahrheit an dem Sprichwort: „Die Zeit heilt alle Wunden." Aber es ist nur ein Funke Wahrheit. Denn die Zeit heilt zwar </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>viele</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> Wunden, aber nicht </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>alle</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1">.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ja, es gibt sie, die Selbstheilungskräfte der Seele. Aber es gibt eben auch die anderen Wunden, die nicht verheilen. Die so tief sind, dass wir sie vielleicht nur notdürftig überdecken können. Aber so werden wir sie nicht los. Sie tauchen immer wieder auf aus den Tiefen unserer Seele. Und es gibt auch körperliche Leiden, die kein Ende nehmen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ist es also gar nicht wahr: „Halte durch – der Schmerz hat ein Ende"? Ist es nur eine billige Vertröstung, die der Realität nicht standhält? Ein schnell hingeworfener Spruch wie „Kopf hoch!" oder „Alles wird gut"?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wenn wir auf unser Leben in dieser Welt schauen, können wir sagen: Es hat wirklich jeder Schmerz ein Ende – spätestens mit unserem Tod. Doch dieser Satz entbehrt nicht des Aberwitzes. Als ob nicht der Tod auch ein Schmerz wäre, vielleicht sogar der größte Schmerz unseres Lebens. Wie sollte das Ende unseres Lebens nicht einen Schmerz mit sich bringen? Wie sollte das Nicht-Sein uns in unserem Sein nicht zutiefst irritieren und in Frage stellen?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Für Paulus ist der Tod ein Feind (1Kor 15,26), er hat einen schmerzlichen Stachel (1Kor 15,56). Ist das nicht realistischer als der heroische Gleichmut, mit der manche Menschen dem Tod gegenüberzustehen scheinen? Mir jedenfalls kommt dieser Gleichmut vordergründig vor, vielleicht auch nur gespielt. Für mich stellt das Nicht-Sein unser ganzes Leben in Frage, raubt ihm seinen Sinn.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Darum kann ich auch dem Satz „Halte durch – der Schmerz hat ein Ende" nur dann einen Trost abgewinnen, wenn ich über unser irdische Leben hinausblicke: Es gibt noch ein anderes Leben, von dem die Bibel sagt: „Der Tod wird nicht mehr sein, weder Klage noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein" (Offb 21,4). In diesem neuen Leben wird jeder Schmerz tatsächlich ein Ende haben. Und das Wunderbare ist: Es gibt dieses Leben umsonst, gratis (Offb 21,6b; 22,17b). Gott schenkt es jedem Menschen, der es haben will und ihm sein Leben anvertraut.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wenn wir darauf vertrauen, dass Gott uns dieses Leben schenken will, müssen wir im Schmerz nicht resignieren: Es gibt ja immer Hoffnung. Wir müssen das Leid auch nicht verherrlichen: Leid ist nichts Gutes, Erstrebenswertes; Gott will es nicht. Wir müssen den Schmerz auch nicht verdrängen: Wir können ihn uns bewusst machen, denn er kann uns nicht ewig belasten. Seine Macht ist vielmehr schon gebrochen, sein Ende beschlossene Sache. Dennoch ist er da und kann sich noch schwer an uns austoben.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Dann heißt es Durchhalten. Aushalten und Ertragen. Wir müssen da durch, ob es uns gefällt oder nicht. Aber Gott verspricht uns: „Wer [das Leid] überwindet, wird dieses [schmerzfreie ewige Leben] empfangen, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn [oder Tochter] sein" (Offb 21,7).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">„Hold on – pain ends." Manchmal ist unser Herzensgekritzel wertvoller und weiser als alles fein Gedruckte und tausendmal Durchdachte.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1">* * * * *</span></div><div class="imTALeft"><br></div><div class="imTALeft"><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 03 Feb 2020 11:21:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Der verschenkte Sohn]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_verst%C3%A4ndlich"><![CDATA[Theologie verständlich]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000011"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Der verschenkte Sohn</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5 ff1">Klaus Straßburg | 26/01/2020</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Warum wird Jesus „Sohn Gottes" genannt? Wird es dadurch nicht noch schwieriger, ihn zu verstehen?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><i><span class="ff1"><span class="fs14lh1-5">Wie soll man sich das vorstellen, dass Gott einen Sohn hat? Einen Nachkommen! Ist das nicht absurd? Und völlig überflüssig? Reicht es nicht, an </span><span class="fs14lh1-5"><b>Gott</b></span><span class="fs14lh1-5"> zu glauben? Und reicht es nicht, Jesus als den Messias (den Gesalbten Gottes) zu verstehen, oder als einen wichtigen, vielleicht den wichtigsten aller Propheten?</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Sicher war Jesus ein beeindruckender Mensch, ein mit Gott eng verbundener Mensch, ein überzeugend und konsequent seinen Glauben Lebender. Aber Sohn Gottes? Was soll das heißen?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Vielleicht war Jesus ein Mensch wie wir alle – wenn auch ganz besonders Gott und seinen Mitmenschen zugewandt, in außergewöhnlicher Weise charismatisch und bewundernswert liebevoll. Und nach seinem Tod wurde er von der Kirche in göttliche Höhen erhoben, wurde schließlich zum „Sohn Gottes" gemacht und als Gott verehrt.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Hätte man ihn nicht lieber Mensch bleiben lassen sollen?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">1. Die vielen Söhne und Töchter Gottes</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Werfen wir zu Beginn einen Blick in das religiöse Umfeld des damaligen Israel. Da gab es Söhne Gottes zuhauf!</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">In Mesopotamien wurde der König als Sohn von Göttern verehrt. Der Pharao in Ägypten galt als Sohn des Sonnengottes Re oder anderer Götter. Alexander „der Große" sah sich selbst so groß, dass er sich als Sohn des Zeus verstand. Seine über Ägypten herrschenden Nachfolger ließen sich als Söhne des Sonnengottes Helios verehren. Auch der römische Kaiser Augustus beanspruchte für sich den Titel „Sohn Gottes".</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Söhne Gottes also, wohin man blickt. Natürlich nur männliche.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Auch im früheren Israel konnte der König „Sohn Gottes" genannt werden (z.B. 2Sam 7,14). Der Herrscher wurde so verstanden, dass er von Gott zum König erwählt und eingesetzt wird. Von da an darf er Israel an Gottes Stelle regieren. Neben dem König wird aber auch das Volk Israel als erwählter Sohn Gottes bezeichnet (z.B. Ex 4,22) oder die einzelnen Israeliten als Gottes Söhne und Töchter (Dtn 32,19; Jes 43,6). In Hiob 1,6; 38,7 werden die Gott umgebenden himmlischen Wesen als Söhne Gottes tituliert.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Immerhin wurden hier auch schon mal die Töchter Gottes erwähnt (aber das Königtum und der Himmel blieben den Söhnen vorbehalten).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">In den Büchern Jesus Sirach und Weisheit Salomos, die nach katholischem Verständnis zum Alten Testament gehören, werden der weise Mensch (Sir 2,1 u.ö.) und der „gerechte" Mensch, d.h. der nach Gottes Wort Lebende (Weish 2,18), jeweils Sohn Gottes genannt. Weise und gerechte Frauen scheint es nicht zu geben ...</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Aber was bringt uns diese Aufzählung derer, die Söhne und Töchter Gottes genannt wurden?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Sie hilft uns zu verstehen, was mit „Sohn" damals eigentlich gemeint war. „Sohn" oder „Tochter" zu sein meinte im Alten Testament und im Judentum: zu jemandem in großer Nähe zu stehen, eine enge Beziehung zu ihm zu haben, mit ihm untrennbar zusammenzugehören. „Sohn" ist also nicht nur mein Nachkomme, sondern jemand, der mit mir engstens verbunden ist. So wurde zum Beispiel das Verhältnis zwischen Schriftgelehrten und ihren Schülern als Vater-Sohn-Verhältnis verstanden – natürlich nicht im biologischen Sinn, sondern im Sinn der geistigen Nähe und Verbundenheit. Als Töchter und Söhne verbunden fühlten sich auch alle, die zum gleichen Volk, zur gleichen Gruppe, zum gleichen Beruf oder zum gleichen Verwandtenkreis gehörten. Schließlich verstand man sich auch als Sohn oder Tochter Gottes, ihm zugehörig und eng verbunden.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">„Sohn Gottes" zu sein hieß also, mit Gott dem „Vater" (der durchaus mütterliche Qualitäten hatte: Jes 66,13) eng zusammenzugehören, in seiner Nähe zu leben, in vertrauensvoller Beziehung zu ihm zu stehen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">2. Der einzige Sohn Gottes</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wir schreiten voran in die Zeit Jesu und kommen zum Neuen Testament.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">In einigen Schriften des Neuen Testaments tauchen Formulierungen auf, die einander auffällig ähnlich sind. Paulus und Johannes sprechen hier davon, dass „Gott seinen Sohn sandte", und zwar um den Menschen das Heil zu bringen (Gal 4,4f; Röm 8,3f; Joh 3,16f; 1Joh 4,9). Weil diese Formulierungen einander sehr ähnlich sind, vermutet man, dass Paulus und Johannes auf eine Vorlage der frühen Christenheit zurückgegriffen und diese ihrer jeweiligen Aussageabsicht angepasst haben. Die ersten christlichen Gemeinden kleideten ihren Glauben nämlich in kurze, prägnante Formulierungen, die auch Paulus und Johannes bekannt sein mussten. Wenn das richtig ist, dann wurde Jesus schon sehr früh als Sohn Gottes bezeichnet.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Also noch ein Sohn Gottes mehr?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Das Markusevangelium berichtet gleich zu Anfang, dass nach Jesu Taufe der Geist Gottes auf ihn herabkommt. Zugleich ertönt Gottes Stimme vom Himmel: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen" oder im heutigen Deutsch „an dir habe ich meine Freude" (Mk 1,10f). Zum Sohn Gottes Jesus gehört es also, dass er Gottes Geist bekommt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Dass Jesus Gottes Geist bekommt, ist nicht nur eine Randbemerkung. Denn dieser Geist bestimmt Jesus nicht nur teilweise und vorübergehend, sondern er durchdringt und prägt ihn bleibend in all seinem Fühlen und Denken, Reden und Handeln. Dies wird äußerlich sichtbar durch Jesu charismatisches Reden (Mk 1,22), seine Macht über alles Gott- und Lebensfeindliche (die „unreinen Geister") (Mk 1,23-28) und seine Krankenheilungen (Mk 1,32-34). Durch diese uneingeschränkte Geistbegabung ist Jesus aufs Engste mit Gott verbunden, und er hat vollständig an Gottes Wirklichkeit teil.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Dieser Sohn Gottes ist demnach der einzigartig mit Gottes Geist Begabte, und diese Begabung unterscheidet Jesus von allen anderen Getauften (Mk 1,5.7f).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Übrigens ist das Wort „Geist" im Hebräischen feminin. Manche sehen darin eine Bestätigung dessen, was wir schon oben bemerkt haben: dass Gott auch eine mütterliche Seite hat.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die anderen Evangelien unterstützen das, was das Markusevangelium sagt. Immer wieder wird Jesu Geistbegabung erwähnt (z.B. Mt 4,1; 8,16; 12,18; Lk 1,80; 2,27). Die Aussagen des Markusevangeliums werden teilweise sogar verstärkt (z.B. Lk 1,30-35; Joh 1,32-34; Mt 11,27). Das enge Miteinander von Gott dem Vater und Jesus dem Sohn wird als Einheit verstanden (Joh 10,30), und auch die Glaubenden sollen untereinander eins sein (Joh 17,20-23).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wir halten fest: Jesus ist anders als alle anderen Menschen mit Gottes Geist begabt. Er ist darum auch anders als alle anderen Menschen Sohn Gottes. Er ist der „einzig-geborene" (= einzige) Sohn Gottes (Joh 1,14).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">3. Der vollkommen mit Gott Verbundene</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wenn Jesus Sohn Gottes genannt wird, ist damit also nicht gemeint, dass Gott einen Nachkommen hätte. Es geht vielmehr darum, dass Jesus so eng mit Gott verbunden ist, dass man sogar von einer Einheit sprechen kann. Jesus lebte in engster Beziehung zu Gott. Er war mit Gott verbunden wie kein anderer Mensch vor oder nach ihm. Er lebte im ungebrochenen Vertrauen zu Gott, und das heißt: ohne die Gottesferne, die unser Leben kennzeichnet. Er war, wie das Neue Testament sagt, ohne Sünde (2Kor 5,21; Hebr 4,15).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Und nur weil er so untrennbar mit Gott verbunden war, konnte er uns zeigen, wie Gott wirklich ist (Joh 1,18). Wenn wir wissen wollen, wie Gott ist, dürfen wir nicht in unseren Erfahrungen oder Erfahrungen anderer Menschen suchen. Menschen machen viele und unterschiedliche Erfahrungen. Sie sind alle getrübt von einem tiefen Misstrauen Gott gegenüber (das uns oft gar nicht bewusst ist). Nur Jesus lebte im vollkommenen Vertrauen zu Gott. Nur er konnte darum Gott in seiner Fülle offenbaren (Kol 2,8f; Mt 11,27).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wie kommen wir eigentlich dazu, Gott in unseren Erfahrungen, Gedanken und Spekulationen zu suchen?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wir können uns also Jesus vorstellen als einen Menschen, der in vollkommener Weise mit Gott eins war: eins im Fühlen und Denken, Reden und Handeln. Diese Einheit war durch nichts getrübt. So war er Sohn Gottes.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Diese Einheit war aber keine Identität. Der Sohn ist nicht der Vater. Ihre Einheit ist eine Liebeseinheit: Sie waren in vollkommener Liebe eins miteinander und verbargen nichts voreinander. Sie lebten die Gefühle und Interessen des anderen, sie lebten das Leben des anderen und gerade so ihr eigenes Leben. Ihre Liebe zueinander war so groß, dass jeder den anderen in sich trug, im anderen war (Joh 14,10f; 17,21) und so ganz in sich selbst war. Sie fanden sich im anderen, und so fanden sie sich selbst. Das Fühlen, Denken, Reden und Handeln des anderen war ihnen kein fremdes, sondern ihr eigenes.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Unter uns Menschen gibt es solche Einheit nicht. Wir können sie nur ahnen, wenn wir uns Menschen vorstellen, die in Liebe miteinander vereint sind: Sie wollen für sich selbst nur das des anderen, der auch für sich selbst nur das des anderen will. Sie machen sich das Fühlen, Denken und Wollen des anderen zu eigen. Zum Beispiel eine Mutter, die stets für ihr Kind mitdenkt, mit ihm fühlt, seinen Willen im voraus kennt. Sie lebt in ihrem Kind und gerade so lebt sie ganz in sich selbst als Mutter. Oder ein Liebespaar, bei dem beide ganz im jeweils anderen und für ihn leben und empfinden.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Solch eine Liebe ist ein Traum - ein Traum, den unsere Eigensucht zerstört.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Gottes Liebe aber kann nicht zerstört werden, denn Gott bleibt sich in Ewigkeit treu. Er ist in Ewigkeit der Liebende. Und genau darum ist Jesus der Sohn Gottes nicht nur eine Zeit lang, sondern in Ewigkeit (Lk 1,33; Hebr 5,5f). Gottes Liebe, die in Jesus Mensch geworden ist, ist nämlich nicht nur eine Episode im Leben Gottes. Wäre sie das, dann könnte Gott auch mal ein ganz anderer sein als der Liebende – vielleicht der uns Hassende und Vernichtende. Und wir könnten der Liebe Gottes zu uns nie gewiss werden. Weil aber Gottes </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>ewige</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> und nicht nur zeitliche Liebe in Jesus Mensch geworden ist, darum ist Jesus der </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>ewige</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> Sohn Gottes, der in Ewigkeit bei Gott war und sein wird (Phil 2,6f; 1Kor 8,6; Mt 28,20b; Joh 1,1f.14).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Das ist keine überflüssige theologische Konstruktion, sondern die Konsequenz daraus, dass sich in Jesus dem Sohn Ewiges ereignet hat.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imHeading2">4. Was mir das alles bringt</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><i><span class="ff1"><span class="fs14lh1-5">Ich danke Gott, dass er uns seinen Sohn geschenkt hat. Denn nur ein Mensch, der unvergleichlich eng mit Gott verbunden war, konnte uns kundtun, wie Gott wirklich ist. Nur Gottes Sohn konnte Gottes Leben offenbaren. Nur an dem, der mit Gott in Liebe eins war, können wir Gottes Liebe erkennen. Alle anderen Menschen können irren. Alle anderen können sich und uns täuschen. Alle anderen können nur Vorläufiges über Gott sagen. Der Sohn aber hat Endgültiges über Gott – nicht nur gesagt, sondern </span><span class="fs14lh1-5"><b>gelebt</b></span><span class="fs14lh1-5">.</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Manchmal schreitet meine Vernunft ein und fragt: Würde es nicht reichen, wenn ein normaler Mensch Gott offenbart hätte? Muss es denn ein gottgleicher Mensch sein?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich versuche mir dann klarzumachen: Ein normaler Mensch kann uns über Gott </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>informieren</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1">. Er kann aber nicht das Leben Gottes </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>leben</b></span><span class="ff1"><span class="fs14lh1-5">. Er kann nur über Gottes Liebe reden und sehr eingeschränkt nach ihr handeln. Er kann sie aber nicht vollkommen zu uns bringen. Gottes Liebe bleibt dann abstrakt. In Jesus dem Sohn wird sie konkret. Denn Jesu Geschichte </span><span class="fs14lh1-5"><b>ist</b></span><span class="fs14lh1-5"> Gottes Geschichte.</span></span></i></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Als dieser Mensch, der die Liebe Gottes lebte, ist Jesus der „Anfänger und Vollender des Glaubens" (Hebr 12,2). An ihm erleben wir, was es bedeutet, zu glauben und zu lieben. Es bedeutet nicht zuerst, irgendwelche Sätze für wahr zu halten. Es kommt nicht zuerst darauf an, den Satz „Jesus ist Gottes Sohn" nachzusprechen. Sondern es kommt vor allem darauf an, in der Nähe Gottes zu leben, in der engen Verbundenheit mit ihm, im Vertrauen zu seiner unendlichen Liebe – so wie Jesus selbst es tat.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Ich weiß, dass ich daran scheitere. Mein Vertrauen ist durchsetzt von Misstrauen. Ich möchte Gott nah sein und bin ihm doch immer wieder fern. Aber ich muss mich nicht anklagen. Ich muss mich nicht unter Leistungsdruck setzen oder setzen lassen. Denn Gottes Liebe ist unendlich. Auch unser Versagen bringt sie nicht an ihr Ende. Jesus hat diese Liebe zu den Versagern gelebt und durchlitten. Und er hat uns Gott vorgelebt: So sehr liebt Gott.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Von diesem Gott hat Jesus alles empfangen (Mt 11,27; Lk 10,22; Joh 5,19-23). Darum können auch wir alles von Gott erwarten. Wir können uns beschenken lassen, ohne uns abmühen zu müssen. Wir müssen nur die Gratisgabe entgegennehmen. Wir müssen nichts dafür bezahlen (Jes 55,1). Das ist keine Anstrengung, sondern eine Befreiung: Ich muss nichts tun. Ich darf alles empfangen. Ich kann nur eins, nämlich die Gratisgabe annehmen. Warum sollten wir, die wir sonst jedem Schnäppchen nachjagen, gerade auf diesen Hauptgewinn verzichten?</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Danke, Jesus, dass du mich der Liebe Gottes gewiss gemacht hast. Ohne dich gäbe es keine Heilsgewissheit. Ich wüsste nicht, ob es stimmt, was die Bibel über Gott sagt. Ich wüsste nicht, ob er mich wirklich in Ewigkeit mit liebenden Augen ansieht. Doch ich glaube, dass du, Jesus, Gottes ewige Liebe gelebt hast. Und darum glaube ich auch, dass Gottes Liebe mir in Ewigkeit treu bleibt.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i><br></i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>Jeder von uns kann ein freier Mensch sein. Du kannst frei sein von Angst und Sorge um dein irdisches Wohl und um dein Seelenheil. Frei auch davon, mit anderen um Wohlergehen und Seelenheil zu konkurrieren. Frei zu lieben. Denn der Sohn Gottes, der einzigartig Gottes Liebe Lebende, hat es offenbart: Du bist geliebt – jetzt, in dieser Welt, und in Ewigkeit.</i></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1">* * * * *</span></div><div class="imTACenter"><br></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 26 Jan 2020 15:40:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Womit hab' ich das verdient?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000010"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">"Womit hab' ich das verdient?"</span></div><div class="imTACenter"><span class="fs11lh1-5 ff1">Klaus Straßburg | 17/01/2020</span></div><div class="imTACenter"><br></div><div class="imTALeft"><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die Frage "Womit hab' ich das verdient?" ist mir schon oft gestellt worden. Und zwar immer von Menschen, die von Leid betroffen waren.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Auch mir selbst ist die Frage schon in den Sinn gekommen. Ich hatte sie nicht bestellt, sie war einfach plötzlich da. Ohne dass ich es wollte.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die Frage stellt sich offensichtlich automatisch ein, wenn uns Leid widerfährt. Sie geht davon aus, dass wir es eigentlich nicht verdient haben zu leiden. Wir halten uns ja in der Regel für ganz anständige und Gott wohlgefällige Menschen. Und wir meinen, mit unserem Wohlverhalten hätten wir so etwas wie einen Anspruch an Gott: ein Anrecht auf ein gutes Leben. Warum also bewahrt uns Gott nicht vor Leid?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die Frage unterstellt, dass Gott uns beständig beurteilt und uns je nach unserem Betragen belohnt oder bestraft. Wenn wir gehorsam sind, werden wir belohnt; und wenn wir ungehorsam sind, werden wir bestraft.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wir verstehen Gott dann nach dem Bild unseres leiblichen Vaters, so wie wir ihn als Kind erlebt haben: der belohnende und strafende Vater. Das ist ein sehr kindliches Gottesbild. Und wir verstehen uns selbst als Kinder, die jeden Tag Gottes Strafe zu fürchten haben. Das ist ein angsteinflößender Glaube.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Diese Gottesvorstellung wird Gott nicht gerecht. Wir müssen uns davon lösen, unsere kindliche Vatererfahrung auf Gott zu übertragen. Gott ist ganz anders.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Er ist weit entfernt davon, uns beständig zu beurteilen und unserem Verhalten entsprechend zu belohnen oder zu bestrafen. Jesus selbst hat es verneint, dass ein Unglück mit dem vorangehenden Ungehorsam der Menschen zu tun hat (Lk 13,1-5; Joh 9,1-3). Jesus ruft uns zu einem Gott, dem man bedingungslos vertrauen kann und vor dem man eben </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>kein</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>e</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> Angst haben muss. Auch dann nicht, wenn man Gottes Willen in keiner Weise gerecht wird.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ein solcher Glaube ist befreiend. Er nimmt uns die Angst vor dem autoritär über allem stehenden und jede Sünde bestrafenden Vatergott.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Der Frage „Womit hab' ich das verdient?" steht die Frage Jesu am Kreuz gegenüber: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Die erste Frage blickt auf mich selbst, auf meine Taten; die zweite blickt auf Gott, auf das, was Gott getan hat. Sie drückt Unverständnis für Gottes Handeln aus. Die Warum-Frage stellt sich uns im Leiden: „Mein Gott, warum bewahrst du mich nicht? Ich verstehe dich nicht." Das ist die Frage des Glaubens. Der glaubende Mensch steht ohne Antwort vor dem unbegreiflichen Handeln Gottes. Die Frage des Unglaubens ist die, die auf sich selber blickt und den Vorwurf enthält, Gott werde meinem Anspruch nicht gerecht.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Merkwürdig: Noch niemand, dem es </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>gut</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> ging, hat mich gefragt „Womit hab' ich das verdient?" Das Gute nehmen wir offenbar ganz selbstverständlich hin. So, als ob es uns zustände, als ob wir einen Anspruch darauf hätten.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich stelle mir diese Frage seit einiger Zeit bewusst dann, wenn es mir besonders gut geht. Und ich erlebe es als heilsam. Denn die Antwort auf die Frage ist: Mit nichts habe ich es verdient, dass es mir so gut geht.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Die Frage macht mir also bewusst, dass das Gute nicht selbstverständlich ist. Und dass es keine Belohnung ist, wenn es mir gut geht, sondern ein Geschenk Gottes, für das ich nur dankbar sein kann. Auf eine Belohnung haben wir ein Anrecht; Gott wäre dann uns gegenüber verpflichtet. Ein Geschenk aber kann man sich nicht verdienen. Gott gibt es uns aus freier Gnade. Alles andere wäre kein Geschenk mehr, sondern Lohn.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Im Glauben an Gott geht es nicht darum, gehorsam zu sein und einen entsprechenden Lohn zu erwarten. Sondern es geht darum, darauf zu vertrauen, dass Gott uns Gutes schenken wird – und auch das Schlechte, das wir nicht verstehen, irgendwann zum Guten wenden.</span></div><div><div><br><br></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1">* * * * *</span><br></div><div><br></div></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 17 Jan 2020 08:10:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Fragwürdige Wissenschaft]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Theologie_to_go"><![CDATA[Theologie to go]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000000D"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Fragwürdige Wissenschaft</span></div><div class="imTACenter"><div class="fs16lh1-5 ff1"><div><span class="fs11lh1-5">Klaus Straßburg | 08/01/2020</span></div></div></div><div><br></div><span class="fs14lh1-5 ff1">Gestern Abend habe ich eine Vortragsveranstaltung besucht. Ein junger Wirtschaftswissenschaftler referierte darüber, ob Wirtschaftswachstum und Klimaschutz gemeinsam möglich sind. Er bejahte dies und hob besonders den Fortschritt der technologischen Möglichkeiten hervor, die Wirtschaftswachstum mit geringeren CO2-Emissionen erlauben.</span><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich fand den Vortrag sehr interessant, obwohl ich kein Experte auf dem Gebiet bin und genaue Einzelheiten gar nicht wiedergeben kann. Gegen Ende des Vortrags hatte ich aber einen interessanten Gedanken.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Es war spannend für mich zu hören, wie Wirtschaftswissenschaftler arbeiten. Die entscheidende Frage war: Wie wird sich die Zukunft unter ökonomischen Gesichtspunkten entwickeln? Um in die Zukunft zu blicken, muss von bestimmten Annahmen ausgegangen werden: z.B. Annahmen zur wirtschaftlichen, technologischen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklung. Der Wirtschaftswissenschaftler versucht also herauszufinden, wie sich diese Bereiche in Zukunft entwickeln werden.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Das ist in einer globalisierten Welt nicht einfach. Denn es spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass gar nicht alle berücksichtigt werden können. Und die, die berücksichtigt werden, könnten sich auch ganz anders entwickeln, als es der Wissenschaftler annimmt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Als mir das klar wurde, hatte ich den Eindruck, dass das wissenschaftliche Ergebnis von so vielen Unsicherheiten bestimmt ist, dass die Zukunftsprognose nur eine Prognose unter vielen möglichen sein kann. Das sieht man auch daran, dass sich die Prognosen der Wirtschaftswissenschaftler stark unterscheiden oder sogar widersprechen. Dementsprechend unterscheiden oder widersprechen sich auch die Vorschläge der Wissenschaftler, wie man in unserer Situation am besten ökonomisch handeln sollte. Das wurde übrigens im Vortrag nicht verschwiegen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich gestehe, dass diese Unsicherheit wissenschaftlicher Aussagen in mir ein Gefühl der Genugtuung erzeugte. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Denn genau diese Unsicherheit von Aussagen wird manchmal der Theologie vorgeworfen. Man meint, die Theologie könne doch im Unterschied zu den sogenannten "exakten Wissenschaften" gar keine Belege für ihre Thesen vorweisen. Es sei alles Spekulation und entbehre jeder Beweisführung. Man "glaube" eben nur und wisse nichts.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Der Einwand sieht etwas Richtiges. Theologie und christlicher Glaube haben keine objektiven Beweise für ihre Annahmen. Theologien sowie glaubende Menschen unterscheiden und widersprechen sich. Es ist ein dauerndes Ringen um die Wahrheit, wie auch ein Blick in die Theologiegeschichte zeigt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Von außen mögen die christlichen Glaubensaussagen als Spekulation erscheinen. Für den glaubenden Menschen aber können sie tiefste Gewissheit werden. Was nicht heißt, dass manche Gewissheiten auch immer wieder in Frage gestellt werden können. Jedenfalls gründet der Glaube nicht in "bewiesenem" Wissen (soweit es das überhaupt gibt), sondern in einer Gewissheit, die aus dem Vertrauen zu Gott wächst. </span><span class="fs14lh1-5">Das damit zusammenhängende Glaubenswissen kann allerdings</span><span class="fs14lh1-5"> bei Christinnen und Christen sehr unterschiedlich ausfallen. Sie haben (noch) keine vollkommene Erkenntnis (vgl. 1Kor 13,12) und können irren. Darum bleiben unsere Erkenntnisse bis zum himmlischen Dasein unsicher.</span><br></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Offenbar ist es in den sogenannten "exakten Wissenschaften" nicht viel anders. Die "Beweisführung" ist von so vielen unsicheren Annahmen durchsetzt, dass auch das Ergebnis völlig unsicher ist. Dies gilt nicht nur für die Wirtschaftswissenschaften, sondern auch für die Naturwissenschaften. Deren Erkenntnisse sind ja angeblich so sicher, weil sie im Experiment objektiv nachvollzogen werden können. Aber der Schein trügt, wie wohl alle ernsthaften Naturwissenschaftler zugeben werden.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Seit der Entdeckung der sogenannten "Unschärferelation" durch Werner Heisenberg (1901-1976) kann man auch naturwissenschaftlich nicht mehr von </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>der</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> Wirklichkeit sprechen, die für alle Menschen objektiv dieselbe sei. Vielmehr hat sich gezeigt, dass der forschende Mensch durch die jeweilige Versuchsanordnung das Ergebnis seiner Forschung mitgestaltet.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Der Philosoph Karl Popper (1902-1994) hat mit Blick auf unser menschliches Wissen gesagt: "Wir wissen nicht, wir raten". Dies gilt wohl für all unser Wissen. Die Gewissheit des Glaubens aber würde ich nicht als ein Raten bezeichnen, sondern als ein Vertrauen, Hoffen und Lieben. Und in diesem Vertrauen, Hoffen und Lieben gibt es sogar Erkenntnisse, die dem glaubenden Menschen gewisser werden als alles angeblich gesicherte Wissen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><br></div><div><div></div><div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1">* * * * *</span></div></div><div><br></div><div><br></div><div><div></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 08 Jan 2020 09:42:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Frohes neues Weltuntergangs-Jahr?]]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
			<category domain="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?category=Festzeiten"><![CDATA[Festzeiten]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000000A"><div class="imTACenter"><div><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Frohes neues Weltuntergangs-Jahr?</span></div></div><div class="imTACenter mb1"><div><span class="fs11lh1-5 ff1">Klaus Straßburg | 31/12/2019</span></div></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"> </span></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">Die Wissenschaft schlägt Alarm. Wenn man ihr Urteil ernst nimmt, kann man nicht ignorieren, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt. Natürlich kann man das leugnen. Aber dann muss man gegen mehr als 90 Prozent der </span></i><i><span class="fs14lh1-5 ff1">in diesem Bereich naturwissenschaftlich Forschenden</span></i><i><span class="fs14lh1-5 ff1"> </span><span class="fs14lh1-5 ff1">argumentieren. Das traue ich mir nicht zu. Also versuche ich ernst zu nehmen, dass wir ein Problem haben.</span></i></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">Wie soll es weitergehen mit unserem Planeten? Ich will ehrlich sein: Von den Menschen erwarte ich eigentlich nichts mehr. Zu groß ist die Zerstörung, zu groß das Leid, das Menschen über diese Welt gebracht haben. Wir nennen uns </span></i><span class="fs16lh1-5 ff2"><i>Homo sapiens</i></span><i><span class="fs14lh1-5 ff1">, also „weiser, verständiger Mensch".</span><span class="fs14lh1-5 ff1"> Dieser weise und verständige Mensch scheint aber unverbesserlich zu sein. Nein, es ist nicht wahr, dass heute alles schlimmer ist als gestern. Aber ist es denn wahr, wenn behauptet wird, heute sei alles besser als früher? Haben der technische Fortschritt und die Entwicklung humaner Grundsätze das Leiden wirklich verringert? Für manche Bereiche trifft das sicher zu. Von den Fortschritten der Medizin profitieren wir alle. Aber schon stocke ich: Wer ist dieses „wir alle"? Milliarden Menschen in den armen Ländern dieser Welt gehören offenbar nicht dazu. Sie haben keinen Anteil an den Leistungen der modernen Medizin. Sie haben nicht einmal ausreichenden Anteil an den Nahrungsmitteln, die Gottes Schöpfung zur Verfügung stellt.</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></i></div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 ff1">Und da setzt mein Zweifel an: Die menschliche Humanität gilt offenbar nur für einen Teil der Menschheit. Und auch dort nur bedingt. Denn die Möglichkeiten des Inhumanen werden immer größer. Mit den technischen </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 ff1">und wirtschaftlichen</span><span class="fs14lh1-5 ff1"> </span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 ff1">Möglichkeiten steigen nicht nur die heilenden Kapazitäten, sondern auch die zerstörerischen. Der Mensch hat die im Atom schlummernde Energie entfesselt und dadurch die Macht erlangt, alles Leben auf dieser Erde mehrfach auszulöschen. Und der Mensch beutet die in der Erde liegenden Ressourcen in einer Weise aus, die schon heute tödliche Folgen mit sich bringt – von den zukünftigen Generationen ganz zu schweigen. Wie wird die Erde in 20 bis 30 Jahren aussehen? Welche Länder werden überflutet sein? Wie viele Milliarden Flüchtlinge werden in den Norden drängen, um überleben zu können? Wird es Kriege um den verbliebenen Lebensraum geben? Wird es überhaupt noch erstrebenswert sein, auf unserem Planeten zu leben?</span></i><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></i><div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><i> </i></span></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich will nicht schwarzmalen. Aber ich will solche Fragen auch nicht unter den Tisch kehren. Was ich sagen will, ist, dass der Mensch offensichtlich der negativen Folgen seiner eigenen Möglichkeiten nicht Herr wird. Der schnell von Ort zu Ort eilende Mensch ist zu langsam, die notwendigen schützenden Maßnahmen rechtzeitig zu ergreifen. Der sich human gebende Mensch ist zu eigennützig, um allen Menschen den ihnen gehörenden Anteil an Lebensmöglichkeiten zu gewähren. Der vor Aktivität nur so strotzende Mensch ist zu bequem, seine Komfortzone zu verlassen. Der innovativ-fortschrittliche Mensch hängt zu sehr an seinen alten Gewohnheiten, um sein Handeln effektiv positiv zu verändern.</span></i></div><br><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">Viele Menschen sorgen sich um den Klimawandel. Manche fürchten gar das Ende des Lebens auf dem Planeten Erde. Für andere ist das nichts als blanke Hysterie. Fast alle aber nehmen die Klimakrise nicht wirklich ernst: Sie nutzen ihr Auto auch dann, wenn es nicht unbedingt nötig wäre. Sie unternehmen ihre Flugreisen, um die Welt kennenzulernen, die sie damit schwer schädigen. Sie lassen es sich auf Kreuzfahrtschiffen gut gehen. Das alles so, als wäre nichts gewesen. Stehen wir im Jahr 2020 am Anfang vom Ende der Welt?</span></i></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1"> </span></div><br><div class="imHeading2">1. Apocalypse now?</div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Bei den biblischen Texten, die Kriege und globale Katastrophen am Ende der Zeiten schildern, sprechen die Theologen von „Apokalypsen</span><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>"</i></span><span class="fs14lh1-5 ff1">. Das griechische Wort </span><i class="fs14lh1-5 ff1">apokálypsis</i><span class="fs14lh1-5 ff1"> bedeutet aber nicht „Weltende</span><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>"</i></span><span class="fs14lh1-5 ff1">, sondern „Enthüllung": Es werden geschichtliche Ereignisse enthüllt, die dem Weltende vorausgehen, und es wird ein Blick in Gottes neue Welt geworfen. Diese Enthüllungen wurden einem Menschen in einer Vision offenbart und in einer reichen Bildersprache aufgeschrieben. Am bekanntesten ist die Apokalypse des Johannes, das letzte Buch der Bibel. Es gibt aber auch kürzere apokalyptische Texte, die als Rede Jesu formuliert sind, z.B. Mk 13, Mt 24 und Lk 21,5-36. Liest man diese Texte, so kann einem schon angst und bange werden. Und oft schon haben Menschen die in der Bibel geschilderten Ereignisse mit Geschehnissen ihrer Gegenwart identifiziert, so dass sie meinten, das Ende der Welt stünde kurz bevor.</span></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Tatsächlich kann man die geschilderten Ereignisse auf viele Zeiten der Weltgeschichte beziehen. Denn Kriege, Hungersnöte, Erdbeben, Christenverfolgungen, falsche Christusse und Propheten gab und gibt es immer wieder. Doch alle menschlichen Voraussagen über den Zeitpunkt des Weltuntergangs haben sich bisher nicht erfüllt. Auch Jesu Jünger wollten wissen, wann das Ende kommt (Mt 24,3). Jesus antwortete, dass Gott allein den Tag und die Stunde des Endes kennt (Mt 24,36). Das sollte uns davor warnen, allzu schnell unsere Zeit mit der Endzeit zu identifizieren.</span></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Aber auch wenn wir den Zeitpunkt des Weltuntergangs nicht kennen: Müssen wir nicht mit der globalen Katastrophe rechnen? Die neutestamentlichen Texte schildern in der Tat nicht nur ein definitives Ende des Planeten Erde, sondern des gesamten Kosmos. Sie bezeugen aber im gleichen Atemzug die Vollendung dieses Kosmos in einem neuen Himmel und einer neuen Erde (Mk 13,24-27.31; Mt 24,29f.35; Lk 21,25-33; Offb 20,11; 21,1). Mit anderen Worten: Das Ende ist nicht einfach nur das Ende, sondern zugleich der Anfang eines Neuen, in dem Gott unsere „alte</span><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>"</i></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> Welt vollenden wird. Gott bringt unsere Welt dann an ihr Ziel, an dem es keine Tränen, keinen Schmerz, kein Leid und keinen Tod mehr geben wird (Offb 21,4), also auch keine Kriege und Klimakatastrophen mehr.</span></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Übrigens ist dieses Neue nach den biblischen Texten schon mit der Geburt Jesu angebrochen (Lk 2,10-14). Das Reich Gottes ist mit ihm nahe herbeigekommen (Mk 1,15). Es ist noch nicht umfassend da, aber es setzt sich schon hier und da durch, wirkt in Menschen und bewirkt schon jetzt den Frieden, von dem die Engel bei Jesu Geburt sprachen (Lk 2,14). Das alles aber nur unter den oft heillosen Bedingungen dieser Welt. Jesus selbst musste das schmerzlich erfahren. Das Neue, das er brachte, gibt es bisher nur in gebrochener, ständig bedrohter und angefeindeter Weise.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div> <div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wenn aber Gottes Ziel für diese Welt etwas Neues, Heilvolles ist und wenn dieses Neue schon angebrochen ist, müssen wir dann nicht die zerstörerischen Mächte des Alten nach Kräften bekämpfen? Müssen wir nicht Gottes Schöpfung bewahren, wie es in 1Mo/Gen 2,15 heißt, und uns aktiv für ihren Erhalt einsetzen? Sind wir nicht dafür verantwortlich, dass Frieden herrscht zwischen den Menschen und allen anderen Geschöpfen?</span></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1"> </span></div> &nbsp;<div class="imHeading2">2. Wer bewahrt die Schöpfung vor dem Kollaps?</div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Nach 1Mo/Gen 1,28 gibt Gott den von ihm geschaffenen Menschen den Auftrag, sich die Erde untertan zu machen und über alle Tiere zu herrschen. Dabei geht es nicht darum, dass wir uns die Erde und ihre Lebewesen eigennützig einverleiben. Wir werden vielmehr gewürdigt, an der fürsorglichen Herrschaft Gottes über seine Schöpfung mitzuwirken. Darin besteht unsere Gottebenbildlichkeit, die einen Vers vorher genannt wird. Die Erde geht nicht in unser Eigentum über, so dass wir nach Belieben mit ihr verfahren könnten. Sondern „<b>dem Herrn</b> gehört die Erde und alles, was in ihr ist</span><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>"</i></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> (Ps 24,1). Gott bleibt Eigentümer seiner Schöpfung. Er ist auch der, der über Leben und Tod der Geschöpfe entscheidet (Ps 104,27-30). Die Schöpfung ist also trotz aller menschlichen Macht letztlich in Gottes Hand – wie es auch ein alter Spiritual sagt: „He’s got the whole world in his hand</span><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>"</i></span><span class="fs14lh1-5 ff1">.</span></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Der Schöpfer bewahrt seine Schöpfung, solange er es will. Nach der Sintflut heißt es, dass Gott zu sich selbst sagt: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht</span><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>"</i></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> (1Mo/Gen 8,22). <b>Gott</b> ist es also, der seinen Geschöpfen die Lebensgrundlagen erhält. Und wenn wir nach 1Mo/Gen 2,15 den Auftrag bekommen, den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren, dann werden wir auch hier gewürdigt, an Gottes fürsorglich-bewahrendem Handeln teilzunehmen.</span></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Stell dir das einmal vor: <i>Gott würdigt <b>dich</b>, sein fürsorglich-bewahrendes Handeln für die Schöpfung umzusetzen. Er will <b>durch dich</b> die Lebensgrundlagen aller seiner Geschöpfe auf dieser Erde erhalten. Du bist ein Teil seines guten Plans für diese Welt.</i></span></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Das erhebt uns Menschen, lässt uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gottes sein. Aber zugleich ist es eine ungeheure Verantwortung, die man auch als Überforderung empfinden kann. Denn was passiert, wenn wir es nicht schaffen, Gottes fürsorglich-bewahrendes Handeln umzusetzen? Wenn wir unserer Verantwortung nicht gerecht werden?</span></div> &nbsp;<div><span class="fs14lh1-5 ff1"> </span></div><br><div class="imHeading2">3. Was passiert, wenn wir scheitern?</div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Dann verletzen wir Gottes Auftrag und gefährden die Lebensgrundlagen seiner Geschöpfe, &nbsp;auch der zukünftigen Generationen. Das ist extrem zerstörerisch – aber es ist nicht das Ende der Schöpfung. Denn zur Schöpfung gehört der gesamte Kosmos – die Milliarden von Galaxien. Und diese zu bewahren oder zu zerstören steht gar nicht in unserer Macht. Darum wäre es eine totale Überforderung, wenn man von uns verlangen würde, die gesamt Schöpfung vor ihrer Zerstörung zu bewahren. Die biblischen Apokalypsen sprechen davon, dass der Schöpfer selbst das Ende seiner Schöpfung herbeiführen wird. Wir Menschen sind dazu gar nicht in der Lage.</span></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Wir scheitern aber schon lange vor der Zerstörung des Kosmos. Wir scheitern daran, fürsorglich-bewahrend mit unserem Planeten Erde umzugehen. Wir schaffen es nicht, das Lebensrecht aller Menschen zu wahren, auch der zukünftig lebenden. Mit den Tieren gehen wir nicht in einer Weise um, die sie als Geschöpfe Gottes ernst nimmt und Leid von ihnen fernhält. Auch die Vielfalt des Lebens, die wichtig für das Ökosystem der Erde ist, erhalten wir nicht. Das ist das Tragische unseres Lebensstils: dass wir den „Garten Eden“, den Gott für uns geschaffen hat (1Mo/Gen 2,8), zerstören anstatt ihn in bewahrender Weise zu bebauen.</span></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Droht also doch die Apokalypse, nämlich die für unseren Planeten?</span></div><div><span class="fs14lh1-5"> </span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Um das zu beantworten, ist eine Vorbemerkung wichtig: Unser offensichtliches Versagen ist nicht das Ende der Liebe Gottes zu uns. Gott hält vielmehr auch an denen fest, die seiner Beauftragung nicht gerecht werden und seine Schöpfung schädigen. Denn auch das sprach Gott nach der Sintflut zu sich selbst (wörtlich: „zu seinem Herzen</span><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>"</i></span><span class="fs14lh1-5 ff1">): „Ich will die Erde forthin nicht mehr wegen des Menschen als verflucht ansehen; denn das Streben des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an. So will ich forthin nicht mehr alles Lebendige schlagen, wie ich es [in der Sintflut] getan habe</span><span class="fs14lh1-5 ff1"><i>"</i></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> (1Mo/Gen 8,21). Gott hält an uns fest, auch wenn wir versagen. Und wir versagen alle. Aber wir brauchen keine Angst zu haben vor einem Gott, der sich an uns rächt. Angst vor Gott gehört nicht zum christlichen Glauben. Aber zum Glauben gehört das unzerstörbare Vertrauen, dass Gott uns verändern will und kann. Darum gehört zum Glauben eine unverlierbare Hoffnung.</span></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Ein Leben aus dem Vertrauen zu Gott und aus der Hoffnung zu führen, heißt auch, sich für Gottes Wirken in uns zu öffnen. Wenn wir Gott in uns wirken lassen, wenn wir uns von ihm verändern lassen, dann gibt es für uns kein <b>Müssen</b> mehr. Was wir tun, das tun wir, weil wir es <b>wollen</b>. Es ist nichts Erzwungenes, das wir nur deshalb tun, weil wir Gottes Strafe fürchten. Wenn es recht zugeht, dann ist unser verantwortliches Handeln etwas, das aus unserem Herzen kommt. Aus einem Herzen, dem Gott seinen guten Willen eingeschrieben, sozusagen eingraviert hat (Jer 31,33; Hebr 8,10; 10,16). Unser Handeln geschieht dann mit Freude (was nicht heißt, dass es immer Spaß macht), weil wir gar nichts anderes wollen, als so zu handeln, wie wir handeln. Würden wir anders handeln, so würden wir unsere eigene Gravur missachten.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 ff1">Menschen, die das leben, was Gott ihnen eingraviert hat, setzen sich aus innerer Überzeugung und mit Leidenschaft für Gottes Schöpfung ein. Ich würde mich selbst verraten, wenn ich es nicht täte. Ich kann gar nicht anders, als es zu tun – es sei denn, ich handele gegen meine innersten Antriebe. Es gibt kein christliches Müssen, das uns von außen aufgezwungen ist. Es gibt nur ein christliches Wollen, das darauf gerichtet ist, das zu tun, was in mir ist. Die Alternative wäre ein Wollen, das mein eigenes Herz, mein eigenes Wesen verfehlt. Aber das wäre kein christliches Wollen mehr.</span></div><div><br></div><br><div class="imHeading2">4. Was können wir tun?</div> <div><i><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich möchte mit einer anderen Frage anfangen: Was kann </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>Gott</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> durch uns tun? Denn, wie gesagt, von den Menschen erwarte ich eigentlich nichts mehr. Das „eigentlich" weist darauf hin, dass die Menschen sehr wohl ihre Kenntnisse erweitern und Gewaltiges zuwege bringen können. Auch der Turm zu Babel war etwas Gewaltiges (1Mo/Gen 8,1-9). Dass die Menschen aber umfassend und dauerhaft </span><span class="fs14lh1-5 ff1"><b>Gutes</b></span><span class="fs14lh1-5 ff1"> aus ihren gewaltigen Möglichkeiten machen, erwarte ich nicht. Das Mögliche wird von ihnen immer zum Guten genutzt und zum Schlechten missbraucht. Gutes wird dann daraus, wenn die Menschen Gott in sich wirken lassen.</span></i><i><span class="fs14lh1-5 ff1"> Denn von Gott erwarte ich ausschließlich Gutes.</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">Das heißt nicht, dass alles gut ist, wenn Gott wirkt. Denn er ist ein Gott, der in Jesus Christus in diese bedrohte Welt gekommen ist. Der sich aus ihr hat vertreiben lassen, als Jesus gekreuzigt wurde. Der sich anfeinden lässt und dennoch bis heute kräftig in der Welt wirkt. Auch in den Herzen. Der Herr der Herzen verändert die Welt, indem er Menschen verändert. Es gibt sie, überall auf der Welt: die Menschen, die von Gott verändert die Welt verändern.</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></i></div><div><i class="fs14lh1-5 ff1">Und wenn die Menschen nicht mitspielen? Wenn sie sich verweigern, so wie sie sich Jesus verweigert haben? Ich glaube an die Kraft Gottes, der durch unscheinbare Anfänge Großes entstehen lassen kann.</i><i class="fs14lh1-5 ff1"> Es könnte doch sein, dass er seine Finger im Spiel hatte, als aus dem unscheinbaren Anfang, den ein 15jähriges Mädchen vor dem Reichstag in Stockholm machte, eine weltweite Bewegung entstand. Wer hätte das voraussehen, wer hätte das auch nur <b>denken</b> können? Ich behaupte nicht, das Mädchen sei eine Heilige. Aber ich sehe, dass Kinder und Jugendliche in aller Welt den Mächtigen Beine gemacht haben.</i><i class="fs14lh1-5 ff1"> Auch die stursten Verweigerer kommen nicht mehr darum herum, dem Klimawandel Beachtung zu schenken. Politiker, die das Problem bis jetzt ignoriert haben, tun erste kleine Schritte in die richtige Richtung. Für mich ist das ein Wunder.</i></div><div><i class="fs14lh1-5 ff1"><br></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">Ich weiß, dass es auch andere Regierende gibt. Aber ich bin zuversichtlich, weil ich den Wandel von Gott erwarte. Ich hoffe, dass die Bewegung nicht im Sande verläuft, sondern auch die gewinnt, die das Problem noch nicht sehen wollen. Und dass sie die Etablierten gewinnt und die Bequemen und Zögerlichen, die sich bis jetzt nicht haben engagieren wollen. Ich hoffe auf einen breiten gesellschaftlichen Dialog, in dem die Probleme offen angesprochen werden: Klimaschutz kostet etwas; Klimazerstörung aber noch mehr. Es wird ohne Verbote nicht gehen – mit der Freiwilligkeit ist es bei vielen Menschen nicht so weit her </span></i><i class="fs14lh1-5 ff1">(unsere Gesetze wimmeln schon jetzt von Verboten!).</i><i><span class="fs14lh1-5 ff1"> Die Reichen werden wohl weniger besitzen; aber gut leben ist etwas anderes als viel haben. Das alles muss öffentlich verhandelt werden, um die Bevölkerung mitzunehmen auf dem Weg der Veränderungen</span></i><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 ff1">.</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">Wenn meine Hoffnungen sich erfüllen, dann kann sogar 2020 ein richtig gutes Jahr werden – auch für das Klima. Sicher bin ich nicht, dass es so kommt. Aber es geht auch nicht um Sicherheit, sondern um Vertrauen zum Schöpfer.</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1"><br></span></i></div> <div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">In einem amerikanischen Parlament soll sich im 19. Jahrhundert Folgendes ereignet haben: Während der Sitzung trat eine totale Sonnenfinsternis ein, und der Himmel verfinsterte sich in beängstigender Weise. Panik drohte auszubrechen, weil man den Weltuntergang befürchtete. Daraufhin sagte ein Abgeordneter: „Meine Herren, es gibt jetzt nur zwei Möglichkeiten: Entweder der Herr kommt, dann soll er uns bei der Arbeit finden. Oder der Herr kommt nicht, dann gibt es keinen Grund, unsere Arbeit zu unterbrechen."</span></i></div><div><br></div><div><i><span class="fs14lh1-5 ff1"> </span></i></div></div> <div><i><span class="fs14lh1-5 ff1">Im Vertrauen zum Schöpfer können wir auch in dieser Weise zuversichtlich sein: die Zukunft unseres Planeten in Gottes Hände legen. Die Hoffnung niemals aufgeben. Uns freuen über die vielen jungen Menschen, die den alten Beine machen. Uns selbst verändern lassen und aktiv werden. Anderen ein Beispiel geben. Und dafür beten, dass Gott weiterhin viele Herzen bewegt.</span></i></div><div><br></div><br><div><span class="fs14lh1-5 ff1"> </span></div> <div class="imTACenter"><span class="fs14lh1-5 ff1">* * * * *</span></div><div><br></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><blockquote></blockquote></blockquote></blockquote></blockquote><br></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 31 Dec 2019 08:00:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Holder Knabe ohne himmlische Ruh']]></title>
			<author><![CDATA[Klaus Straßburg]]></author>
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			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000006"><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 mb1"><div class="imTACenter"><br></div><div class="imHeading1"><span class="imUl">Holder Knabe ohne himmlische Ruh‘</span></div><div data-line-height="1.5" class="lh1-5 imTACenter mb1"><div><span class="fs11lh1-5 ff1">Klaus Straßburg | 23/12/2019</span></div></div><div class="imTACenter"><br></div><div><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 ff1">Die Geräusche der Stadt waren in unendliche Ferne gerückt. Diffuses Mondlicht drang durch die schmale Gasse. Sie hatte die Dunkelheit gesucht und sich auf einer niedrigen Mauer niedergelassen. Allein zu sein war ihr lieber als all die gehaltlosen Gespräche, die sich um Belangloses drehten. Was sie wirklich bewegte, verstand schon seit langem niemand mehr. So hatte sie das Schweigen gelernt. Es fröstelte sie, und sie verschränkte die Arme vor ihrer zu dünnen Jacke. Mit leisem Aufprall zerplatzten die Regentropfen auf ihrer Jacke. Das gefielt ihr. Es hatte etwas Natürliches und Ehrliches. Wie auch die Einsamkeit und Dunkelheit dieses Ortes. Von irgendwoher hörte sie den lieblichen Gesang von „Stille Nacht, heilige Nacht“. Wie aus einer fernen Heimat klang das Lied zu ihr herüber. In ihrer Kindheit hatte es ein Stück Geborgenheit für sie bedeutet. Jetzt aber passte es nicht mehr, erweckte eher Unwohlsein. Das war nicht mehr ihre Welt. Die Welt, in der sie jetzt lebte, war so ganz anders. Anders als die Welt derer, vor denen sie geflohen war, weil sie ihre Lügen und Selbsttäuschungen nicht mehr aushalten konnte. Ist es das Lied, das eine irreale Welt beschreibt? fragte sie sich. Oder bin ich es, die die reale Welt verloren hat?</span></i><br></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div class="imTACenter"><span class="cf1"><i class="fs14lh1-5"><span class="fs14lh1-5 ff1">Stille Nacht, heilige Nacht!</span></i><br></span></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Alles schläft, einsam wacht</span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Nur das traute hochheilige Paar.</span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Holder Knabe im lockigen Haar,</span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Schlaf in himmlischer Ruh!</span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Schlaf in himmlischer Ruh!</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">„Himmlische Ruh!“ Ja, früher war Weihnachten ein Stück erfülltes Sehnen nach Ruhe und Frieden gewesen. Jetzt aber war ihr der Himmel entglitten. Was bedeutete jetzt noch diese „heilige Nacht“?</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></div><div><span class="cf1"><br></span></div><div class="imHeading2">1. Das Lukasevangelium</div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Das Kind von Bethlehem wurde nicht im Wohnort der Eltern und unter liebevoller Fürsorge der Familie geboren. Wie das Lukasevangelium in Kapitel 2,1-7 berichtet, mussten die Eltern aufgrund eines Befehls des Kaisers Augustus in den Geburtsort des Vaters reisen. Der Kaiser wollte durch eine Erfassung der Eigentumsverhältnisse die zu zahlenden Steuern ermitteln. Die Entfernung zwischen Nazareth und Bethlehem beträgt etwa 150 Kilometer. Für die hochschwangere Maria muss die Wanderung eine Tortur gewesen sein. Von einem Esel, der ihr die Reise erleichterte, ist nicht die Rede. Wie lange die Eltern für die Fußwanderung brauchten und welche Qualen sie vor allem für die werdende Mutter mit sich brachten, darüber kann man nur spekulieren. Als sie schließlich in Bethlehem ankamen, suchten sie vergeblich nach einer Herberge. Zu viele Menschen waren unterwegs, um in ihre Geburtsorte zu reisen. Alle Unterkünfte in den Gasthäusern waren schon belegt. So wurde das Kind in einem Stall oder einer Höhle geboren, die auch den Tieren als Schutzraum diente. Maria legte ihren Sohn in die Futterkrippe, die wohl kein Holzgestell war, sondern ein gemauerter Futtertrog oder eine Grube im Lehmboden, in die das Futter geschüttet wurde.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Machen wir uns klar, dass unter diesen Umständen der Sohn Gottes (Lk 1,35), der Retter („Heiland“, Lk 2,11), der Herrscher („Herr“, Lk 2,11) auf die Welt kam. Schauen wir auf die geschichtlichen Verhältnisse, so ist dieser Herrscher schon vor seiner Geburt den Befehlen des herrschenden Kaisers ausgesetzt. Dabei geht es um Steuern, also ums Geld. Die Macht des Geldes macht auch vor dem Sohn Gottes keinen Halt. Die Schwangerschaft ist nicht von Fürsorge und Ruhe für die werdende Mutter geprägt, sondern von unmenschlichen körperlichen Anstrengungen. Schließlich gibt es für die Eltern und das Baby nur einen Platz bei den Tieren, also fern von den Orten, an dem die Menschen sich aufhalten. Schon hier wird deutlich, was der erwachsene Jesus später erfahren musste: Er wird ausgegrenzt, ausgeschlossen von der Gemeinschaft, ins Abseits gestellt. Das Unmenschliche trifft auch ihn.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Die ersten, die dem Retter ihre Aufwartung machten, waren nach Lk 2,8-20 keine wohlhabenden und angesehenen Bürger, sondern arme und misstrauisch beäugte Hirten. Sie waren im Sommer monatelang unbeaufsichtigt auf Wanderschaft mit den ihnen anvertrauten Tieren. Das nährte den Verdacht, dass sie etwas vom Ertrag der Herde unterschlagen könnten. Den religiösen Autoritäten galten Hirten deshalb als räuberische und betrügerische Gesellen, ähnlich den Zöllnern. Weil sie ihre Herden nicht verlassen durften, konnten sie auch am religiösen Leben nicht teilnehmen. Andererseits vertraute man guten Hirten sein Vieh an und setzte darauf, dass sie ihrer Aufgabe treu nachkamen. Jedenfalls wurde die Geburt des von Gott Gesalbten (griechisch „Christus“, Lk 2,11) als erstes gesellschaftlichen Außenseitern und nicht frommen Vorbildern verkündet.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Der Sohn Gottes kommt nicht in die Welt der Reichen und Frommen. Im Gegenteil: Seine Welt sind die Armen, die Vorverurteilten, die Verachteten, die Benachteiligten. Also jene, die ein schweres Dasein haben und vom gesellschaftlichen und religiösen Leben weitgehend ausgeschlossen sind. Deren Nähe hat später auch der predigende Jesus gesucht. Er gesellte sich nicht so sehr zu den scheinbar Frommen, sondern gerade zu den „Sündern und Zöllnern“ (Lk 5,27; 15,1f), also zu solchen, denen man als gläubiger Mensch tunlichst aus dem Weg ging.</span></div><span class="cf1"><br></span><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Matthäus erzählt die Geschichte in seinem Evangelium anders. Wie es historisch genau gewesen ist, muss offen bleiben. Darum geht es auch gar nicht in erster Linie. Sondern es geht darum, was uns diese Geschichten für unser Leben und für Gottes Beziehung zu uns zu sagen haben.</span></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></div><div class="imHeading2">2. Das Matthäusevangelium</div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Nach Matthäus waren nicht Hirten, auch nicht Könige oder Weise, sondern Magier (griechisch <i>mágoi</i>, Mt 2,1) die ersten, die das neugeborene Kind anbeteten. Als Magier galten in der Antike gelehrte Astrologen, Wahrsager und Traumdeuter, denen geheimes Wissen und Zauberei nachgesagt wurde. Im Alten Testament wird diese Praxis ausdrücklich verurteilt (5Mo/Dtn 18,9-11; 2Kön 9,22). Die Magier aus der Weihnachtsgeschichte kamen wohl aus Babylonien, also aus dem heidnischen Ausland. Es waren demnach Ungläubige, die den „neugeborenen König der Juden“ suchten (Mt 2,2). Ihre Sterndeutung hat ihnen die Geburt des neugeborenen Königs angezeigt. Wie viele es waren, wird nicht gesagt.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Als Herodes, der herrschende König, von diesem Neugeborenen hört, fährt ihm der Schreck in die Glieder. Er fürchtet um seine Macht. Mit ihm erschrickt die ganze Stadt Jerusalem. Vielleicht fürchteten die Bürger den ungezügelten Zorn des Herrschers, der nun losbrechen würde. Der König fragt die jüdischen Oberpriester und Schriftgelehrten nach dem Geburtsort des Messias (deutsch „der Gesalbte“, griechisch „Christus“, Mt 2,4). Sie verweisen auf das Alte Testament, wonach der Messias in Bethlehem geboren wird (Mi 5,2). Herodes teilt den Magiern den Geburtsort mit und bittet sie, ihm auf dem Rückweg zu berichten, wo genau das Kind zu finden ist. Die heidnischen Magier ziehen daraufhin los in Richtung Bethlehem. Die gläubigen Oberpriester und Schriftgelehrten bleiben zu Hause. In Bethlehem angekommen, verehren die Magier das Kind und machen ihm kostbare Geschenke. Von Krippe und Stall erzählt Matthäus nichts. Im Traum empfangen die Magier eine Weisung Gottes, Herodes nichts über den genauen Geburtsort mitzuteilen. So ziehen sie auf anderem Weg in ihre Heimat zurück (Mt 2,12).</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Es ist schon erstaunlich, dass Ungläubige, ja ausdrücklich im Alten Testament Verurteilte, in dieser Weise dem neugeborenen Messias huldigen, während die vermeintlich Gläubigen kein Interesse an ihm zeigen. Offenbar soll gesagt werden, dass Gott auch Ungläubigen den Weg zum Messias weisen kann. Und unverhohlen ist die Kritik an den Herrschenden und scheinbar Frommen. So ist es auch heute noch: Ungläubige werden von Freude erfüllt (Mt 2,10), Gläubige bleiben gleichgültig, und die Mächtigen fürchten um ihre Macht. Der Messias kommt für sie alle; doch wer sich rufen lässt, ist nicht vorhersehbar und immer wieder überraschend. Dabei überbietet der Messias doch alle menschliche Gelehrsamkeit, Weisheit und Macht, wie die gelehrten Magier, die vor ihm niederfallen, zeigen.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Die Angst des Herodes führt zur rasenden Brutalität. Der Sohn Gottes (Mt 2,15) darf nicht leben. Weil der Herrscher aber nicht weiß, welcher der neugeborenen Söhne der jüdische Messias ist, lässt er alle männlichen Säuglinge in Bethlehem und Umgebung ermorden (Mt 2,16-18). Joseph und Maria flüchten mit dem Kind nach Ägypten (Mt 2,13-15). Der Kindermord zeigt, wozu die Ablehnung Gottes führt: Wer den „Gott mit uns“ (hebräisch <i>Immanuel</i>, Mt 1,23) nicht anerkennt, macht sich selbst zum Gott, zum Herrn über Leben und Tod. Seine Angst muss alle ausschalten, die sich ihm in den Weg zu stellen drohen. So ist er zu maßloser Grausamkeit verdammt. Und sogar der „Gott mit uns“ leidet unter denen, die sich selbst zum Gott machen. Die Angst blieb auch nach dem Tod des Herodes bestehen. Joseph fürchtete nun die Gewalt von Herodes‘ Sohn, der nach ihm regierte. Erst ein von Gott eingegebener Traum konnte ihn beruhigen (Mt 2,22f).</span></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></div><div class="imHeading2">3. Erzählte Frohbotschaft</div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Gibt es eine frohe Botschaft in diesen Geschichten? Oder ist das alles eher deprimierend und grausam?</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Wir müssen die frohe Botschaft im Deprimierenden und Grausamen suchen. Denn der Sohn Gottes kommt in das Elend dieser Welt hinein, um den Elenden nahe zu sein. Und mit dem Sohn kommt Gott selbst: Das Kind wird durch die „Kraft des Höchsten“ gezeugt (Lk 1,35). Der „Sohn des Höchsten“ wird in Ewigkeit herrschen (Lk 1,32f). Das kann man nur von Gott sagen. Darum trägt Jesus auch den Namen „Gott mit uns“.</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Der Gott, der mit uns ist, hat keinen Platz in der Welt. Er geht in die Fremde, in die Einsamkeit, in der man ihm mit Gleichgültigkeit und Unverständnis begegnet. Ohne Verwandte, ohne die damals so wichtige Großfamilie mögen sich Maria und Joseph grenzenlos verloren gefühlt haben. Aber in dem Kind war Gott bei ihnen. So ist Gott bei allen, die sich heute fremd, verloren und einsam fühlen. Die ohne Familie und Freunde sind. Oder die ihre Familie um sich haben und dennoch einsam sind. Gott ist bei denen, die in der Gosse liegen so wie der Erlöser im Futterkrog. Die ausgeliefert sind an Mächtigere, die bevormundet werden, die kein eigenes Leben führen dürfen. Er ist bei denen, denen ihr Leben unsäglich schwer geworden ist. Für die niemand sorgt. Die nicht ernst genommen werden, sondern ausgegrenzt, ausgeschlossen aus der Gemeinschaft. Die verfolgt werden und flüchten müssen, so wie das Kind mit seinen Eltern.</span></div><span class="cf1"><br></span><div><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">All diesen gilt, was der Engel den Hirten verkündigte: „Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren wird; denn heute wurde euch ein Retter geboren, welcher der Messias ist, der Herr in der Stadt Davids“ (Lk 2,10f). Der Retter ist der, der schon als Säugling entweder mit Gleichgültigkeit behandelt wird (durch die Oberpriester und Schriftgelehrten), ins Abseits gestellt wird (im Stall) oder verfolgt wird (durch Herodes). Nur einige ebenso ausgegrenzte Hirten und ein paar religiös gänzlich unannehmbare Magier erkennen, dass er der Retter ist. Die Armen, die Vorverurteilten, die Verachteten und Benachteiligten finden den Weg zu ihm. Ihnen allen gilt die Freudenbotschaft. Es kann geschehen, dass Ungläubige mit Freude erfüllt werden (Mt 2,10), während die Gläubigen gleichgültig bleiben und die Mächtigen um ihre Macht fürchten. Gerade der Gott, der das Deprimierende nicht scheut und sich dem Grausamen aussetzt, ist der Gott an der Seite der Deprimierten und grausam Behandelten. Es gibt keinen Gott in der romantischen Idylle eines weihnachtlichen Stalles. Das Kreuz wirft seine Schatten auf diesen Stall voraus.</span></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></b></div><div class="imHeading2">4. Heilige Nacht?</div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Ihre Gedanken trugen sie weit weg in die vergangenen Jahre, in denen sich so viel verändert hatte. Es gab die Sehnsucht nach Liebe, die falschen Entscheidungen, das Suchen nach Verständnis, die immer neuen Enttäuschungen. Die Familie bemerkte nicht einmal ihre Fremdheit. Freunde hatten sich abgewandt, neue Beziehungen hatten Hoffnung geweckt und waren zerbrochen. Geblieben war die Sehnsucht nach „himmlischer Ruh“. Jetzt, in dieser Weihnachtsnacht, war sie besonders groß und unerfüllt.</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Der Regen war stärker geworden, ihre Hose wurde langsam durchnässt, aber das bemerkte sie gar nicht. Sie ließ ihre Gedanken fließen, und die ungestörte Einsamkeit war ihr Freund dabei. Der Erlöser im Stall von Bethlehem - schlief er in himmlischer Ruh? Er war doch in diese Welt mit all ihren Widrigkeiten hineingeboren, war ein verletzbarer, sich nach Liebe sehnender Mensch, ein entbehrendes und schreiendes Kind. Was war eigentlich heilig in jener Nacht, in der Gottes Sohn in einem Stall zur Welt kam, ausgeschlossen von einer würdevollen Geburt, den Tieren gleich, und bald darauf verfolgt, ein Flüchtlingskind? Und doch war es der Erlöser, der Retter, der Sohn Gottes, jedenfalls sagt es die Bibel so. Vielleicht bestand das Heilige ja gerade darin, dass Gottes Sohn in diese Dunkelheit hineinkam, dass er die Tiefe nicht scheute, dass er so armselig und verletzlich wurde. Sollte er dann nicht gerade bei den Armen und Verletzten sein? Sollte er sie, die keiner verstand, nicht verstehen? War er auch hier, bei ihr, der Außenseiterin, die sich fremd fühlte in dieser Welt? War er so real wie die Dunkelheit, die Regentropfen, das Lied aus der Ferne und ihre Gefühle?</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Es schien ihr, als würde es wärmer bei diesem Gedanken. Was für eine Idee: Gottes Sohn hier bei ihr, neben ihr auf der Mauer. Beinahe hätte sie sich zur Seite gewandt, um zu sehen, ob da jemand war. Aber nur der Regen prasselte weiter. Nein, die Weihnachtsgeschichte ist keine Idylle, dachte sie noch. Die anderen haben eine Idylle für die Erfolgreichen und Anerkannten aus ihr gemacht. Das ist eine Lüge, eine gefährliche Selbsttäuschung. Die Weihnachtsgeschichte ist wie eine Kerze in finsterer Nacht, wie Freundschaft in der Einsamkeit, wie Hoffnung, wo noch nichts besser geworden ist. Wie leise Freude in der Verzweiflung.</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">Es war eine merkwürdige Freude, die sie verspürte, ganz tief innen, nur für sie allein, ungeteilt, aufbauend und stärkend und zugleich leise und flüchtig. In diesem Moment war für sie Weihnachten geworden.</span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></div><div><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1"><br></span></i></div><div class="imTACenter"><i><span class="fs14lh1-5 cf1 ff1">* * * * *</span></i></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 23 Dec 2019 11:00:00 GMT</pubDate>
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